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30.01.2019

IT-Fachkräftemangel: Deutschlands Wirtschaft steht vor einer Herausforderung

Der Digitalverband Bitkom hat im Dezember 2018 neue Zahlen zum Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte veröffentlicht. In einer repräsentativen Umfrage unter 855 Personalverantwortlichen in Unternehmen ab drei Mitarbeitern kamen teils erschreckende Ergebnisse zutage. Die wohl größte Hiobsbotschaft: In Deutschland fehlt es aktuell an rund 82.000 IT-Spezialisten – ein Zuwachs von 49 % gegenüber 2017. Ein Großteil der befragten Unternehmen ist sich diesem Problem natürlich bewusst: 82 % bestätigen, dass auf dem IT-Arbeitsmarkt aktuell ein Fachkräftemangel herrsche, 59 % erwarten in Zukunft eine Verschärfung der Situation.

ITler sind also so gefragt wie nie. Händeringend gesucht werden momentan vor allem Software-Entwickler: Bei 27 % der Befragten gibt es derzeit mindestens eine entsprechende Stelle zu vergeben. Aber auch Projektmanager (17 %), Anwendungsbetreuer (13 %), Qualitätsmanager (9 %) und Sicherheitsexperten (8 %) sind in deutschen Unternehmen gefragt. Ein Wachstum zu den Vorjahren kann in neueren Berufsbildern, wie dem Data Scientist (7 %) oder dem Virtual Reality Designer (6 %), beobachtet werden.

Quelle: Bitkom

Woraus resultiert der IT-Fachkräftemangel?

Fast ein Drittel der Befragten (31 %) beklagt, es würde mehr Zeit in Anspruch nehmen, IT-Stellen zu besetzen als dies bei anderen Positionen der Fall ist. Im Durchschnitt dauert es fünf Monate bis ein Unternehmen in Deutschland einen geeigneten ITler findet. Auch Dr. Bernhard Rohleder, Bitkom-Hauptgeschäftsführer, macht auf den aktuellen Notstand aufmerksam: “Jede offene Stelle bedeutet einen Verlust. Einen Verlust von Wertschöpfung, ein Weniger an Innovationen – und das gilt schon lange nicht mehr nur für die IT-Branche, sondern die gesamte Wirtschaft und den öffentlichen Bereich.”

Doch woran liegt es, dass es deutschen Unternehmen momentan derart schwer fällt, das notwendige IT-Personal zu finden und einzustellen. Laut 76 % der Befragten scheitert es vor allem an den zu hohen Gehaltsvorstellungen der Bewerber. Viele Teilnehmer weisen aber auch darauf hin, dass die Bewerber heutzutage nicht über die ausreichenden fachlichen Qualifikationen (38 %) bzw. Soft Skills (35 %) verfügen. Ein weiterer Grund dürfte in der noch ausbaufähigen Digitalkompetenz von Bewerbern und Mitarbeitern liegen: Die befragten Personalverantwortlichen bewerteten nahezu alle Bewerber- und Mitarbeitergruppierungen mit der Schulnote “befriedigend”, selbst Schulabgänger und Hochschulabsolventen – also Personen, bei denen man eigentlich eine ausgereifte Digitalkompetenz erwarten würde – konnten in der Umfrage nur die Noten 3,1 und 3,0 erzielen. Bewerber, die älter als 50 Jahre sind, erhielten mit 3,7 die schlechteste Bewertung.

Wie werden IT-Fachkräfte heute gesucht?

Ganz klar: Das Internet bietet eine moderne Möglichkeit, neue IT-Talente zu finden. So schreiben zum Beispiel 92 % der deutschen Unternehmen Stellenangebote auf der eigenen Webseite oder einer dazugehörigen Karriereseite aus. Zumindest die Hälfte aller Befragten setzt auf Online-Stellenbörsen (51 %) oder Business Networks (50 %), wie XING oder LinkedIn. Soziale Netzwerke, wie Facebook oder Twitter, sind immerhin bei 28 % der Teilnehmer Teil der Recruiting-Strategie. Nichtsdestotrotz stoßen auch klassische Maßnahmen weiterhin auf Zuspruch bei deutschen Recruitern: Die Suche über die Arbeitsagentur belegt mit 70 % den zweiten Platz im Ranking der beliebtesten Recruiting-Maßnahmen, dicht gefolgt von Mund-zu-Mund-Propaganda bzw. persönlichen Kontakten (69 %).

Eine wachsende Bedeutung erwarten die Befragten in den kommenden Jahren vor allem bei Online-Stellenbörsen (69 %), Karrieremessen (61 %), Personalvermittlungen bzw. Headhuntern (54 %) sowie Kooperationen mit Hochschulen und deren Netzwerken (51 %). Als zukünftige Verlierer beim Recruiting wird die Personalsuche über Tages- bzw. Wochenzeitungen (87 %), Fachmagazine (70 %), Arbeitsagenturen (45 %) sowie soziale Netzwerke (39 %) angesehen.

Was muss getan werden, um den IT-Fachkräftemangel zu stoppen?

Laut Bitkom fehlt es derzeit insbesondere an entsprechenden Reformen in den Bereichen Bildung, Arbeit und Sozialem. So müssten nach Meinung des Digitalverbands etwa digitale Kompetenzen mehr in den Fokus der schulischen Aus- und Weiterbildung gerückt, das Arbeitsrecht modernisiert und die qualifizierte Zuwanderung in den Arbeitsmarkt erleichtert werden.

Das sind aber nicht die einzigen Stellschrauben, an denen gedreht werden muss. Arbeitgeber sollten die zu besetzenden IT-Arbeitsplätze – natürlich entsprechend ihrer Möglichkeiten – einladend gestalten. Dies kann zum Beispiel in Form attraktiver Gehälter, regelmäßiger Weiterbildungsangebote oder anderer Anreize geschehen.

Sicher ist: So wie die Lage momentan ist, kann es nicht weitergehen. Denn die Entwicklung in den vergangenen Jahre zeigt, dass das Problem rasant zunimmt. Doch nicht nur die Regierung, sondern auch die Unternehmen selbst sind dazu verpflichtet, zukunftsträchtige Lösungsansätze zu entwickeln – und das lieber heute als morgen.

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