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Zusammengefasster Lagebericht

Hinweis auf ungeprüfte Abschnitte des Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns zum 31. Dezember 2025
Im Rahmen der Lageberichterstattung kann es vorkommen, dass neben lageberichtstypischen Angaben ebenfalls lageberichtsfremde Angaben (gesetzlich nicht gefordert) enthalten sind, die keiner inhaltlichen Prüfung durch den Abschlussprüfer unterzogen werden müssen. Daneben kann es vorkommen, dass bestimmte Angaben für den Abschlussprüfer nicht prüfbar sind. „Nicht prüfbare Angaben“ sind solche, die aufgrund der Art der Angaben bzw. aufgrund nicht vorhandener geeigneter Kriterien für den Abschlussprüfer nicht beurteilbar sind.
Im Bericht der United Internet AG über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns zum 31. Dezember 2025 wurden folgende Kapitel bzw. Angaben als „nicht geprüfte Lageberichtsangaben“ identifiziert:
Bei den im Unterkapitel „1.4 Schwerpunkte Produkte und Innovationen“ enthaltenen Angaben handelt es sich um „nicht geprüfte Lageberichtsangaben“, da „lageberichtsfremde Angaben“ inhaltlich nicht geprüft werden.
Bei den in den Unterkapiteln „2.2 Geschäftsverlauf“ und „2.3 Lage des Konzerns“ enthaltenen Tabellen „Quartalsentwicklung“ mit Finanzkennzahlen auf Quartalsbasis für die Segmente und den Konzern handelt es sich um „nicht geprüfte Lageberichtsangaben“, da United Internet ihre Zwischenabschlüsse keiner prüferischen Durchsicht oder Prüfung unterzieht. Die Quartalsangaben
sind entsprechend als „ungeprüft“ gekennzeichnet.
Die in Kapitel „4. Nichtfinanzielle Konzernerklärung“ veröffentlichten Inhalten unterliegen einer inhaltlichen Prüfung mit begrenzter Sicherheit („limited Assurance“) und nicht mit hinreichender Sicherheit („reasonable Assurance“).
Der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) sieht zusätzliche Angaben zum internen Kontroll- und Risikomanagementsystem vor, die über die gesetzlichen Anforderungen an den Lagebericht hinausgehen und sind von der inhaltlichen Prüfung des Lageberichts durch den Abschlussprüfer ausgenommen („lageberichtsfremde Angaben“). Sie werden in Kapitel 6 „Internal Control System und Risk Management System“ thematisch den wesentlichen Elementen des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems zugeordnet und sind von den inhaltlich zu prüfenden Angaben durch separate Absätze abgegrenzt und entsprechend als „ungeprüft“ gekennzeichnet.
Bei Kapitel „8. Erklärung zur Unternehmensführung“ handelt es sich um „nicht geprüfte Lageberichtsangaben“, da die Prüfung der Angaben in der Erklärung zur Unternehmensführung durch den Abschlussprüfer gem. § 317 Abs. 2 S. 6 HGB darauf zu beschränken ist, dass die Angaben gemacht wurden und der ebenfalls in Kapitel 8 enthaltene Corporate Governance Bericht nach Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex eine „lageberichtsfremde Angabe“ darstellt, die inhaltlich nicht geprüft wird.
Allgemeine Hinweise
Aus rechentechnischen Gründen können in Tabellen und bei Verweisen Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch exakt ergebenden Werten (Geldeinheiten, Prozentangaben usw.) auftreten.
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im Jahresabschluss bei geschlechtsspezifischen Bezeichnungen die männliche Form gewählt. United Internet weist darauf hin, dass die Verwendung der männlichen Form explizit als geschlechtsunabhängig zu verstehen ist.
Dieser Jahresabschluss liegt in deutscher und englischer Sprache vor. Beide Fassungen stehen auch im Internet unter www.united-internet.de zum Download bereit. Im Zweifelsfall ist die deutsche Version maßgeblich.
1.
Grundlagen der Gesellschaft und
des Konzerns
1.1
Geschäftsmodell
Konzernstruktur
Die 1988 gegründete United Internet AG („United Internet“) mit Hauptsitz in Montabaur, Deutschland, ist die Konzernobergesellschaft der United Internet Gruppe.
Die United Internet AG konzentriert sich zusammen mit ihrer Servicegesellschaft United Internet
Corporate Services GmbH im Wesentlichen auf zentrale Funktionen in den Bereichen Finanzen,
Corporate Controlling & Accounting, Tax, Beteiligungsmanagement, Presse, Investor Relations, Legal, Corporate Governance, Compliance & Sustainability, Risikomanagement, Corporate Audit (Interne Revision), Personalmanagement, Facility-Management, Einkauf sowie Corporate IT.
Die Konzernstruktur zum 31. Dezember 2025 blieb im Vergleich zum Vorjahr weitgehend unverändert. Die wesentlichste Veränderung ergab sich aus dem konzerninternen Verkauf der United Internet Management Holding SE, inklusive deren Tochter 1&1 Versatel GmbH, an die 1&1 AG mit wirtschaftlicher Wirkung zum Ablauf des 30. November 2025.
Das operative Geschäft im Segment „Consumer Access“ wird im Wesentlichen durch die – unter dem Dach der 1&1 AG agierenden Gesellschaften – Drillisch Online GmbH und 1&1 Telecom GmbH betrieben.
Im Segment „Business Access“ ist United Internet insbesondere über die – inzwischen ebenfalls von der 1&1 AG über die Holdinggesellschaften Blitz 17-665 SE und United Internet Management Holding SE gehaltene – 1&1 Versatel GmbH tätig.
Das operative Geschäft im Segment „Consumer Applications“ wird im Wesentlichen über die – unter der 1&1 Mail & Media Applications SE zusammengefassten Gesellschaften – 1&1 Mail & Media GmbH, 1&1 Mail & Media Inc. und United Internet Media GmbH betrieben.
Im Segment „Business Applications“ ist United Internet primär über die – von den Holdinggesellschaften IONOS Group SE und IONOS Holding SE – gehaltenen Anteile an der STRATO GmbH und deren Tochter Cronon GmbH sowie der IONOS SE inklusive derer wesentlicher Tochterunternehmen im In- und Ausland tätig. Dazu zählen – neben den Auslandsgesellschaften IONOS Inc. (USA), IONOS Cloud Ltd. (Großbritannien), IONOS S.A.R.L. (Frankreich) und IONOS Cloud S.L.U. (Spanien) – insbesondere die Arsys Internet S.L.U. (Spanien), die Fasthosts Internet Ltd. (Großbritannien), die home.pl Sp. z o.o. (Polen), die deutschen Gesellschaften InterNetX GmbH, united-domains GmbH, we22 GmbH und die World4You Internet Services GmbH (Österreich) sowie – im nicht fortgeführten Geschäftsbereich – die Sedo GmbH.
Neben diesen operativ tätigen und vollkonsolidierten Tochterunternehmen hielt United Internet zum 31. Dezember 2025 eine Reihe weiterer Beteiligungen. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um die
– von der United Internet Investments Holding AG & Co. KG gehaltene – Beteiligung an der Kublai GmbH, Frankfurt am Main (4,71 %), die wiederum 97,67 % der Anteile an der Tele Columbus AG, Berlin, hält, sowie um Beteiligungen an den strategischen Partnern Open-Xchange AG, Köln (25,39 %), rankingCoach GmbH, Köln (31,52 %), uberall GmbH, Berlin (25,10 %) und AWIN AG, Berlin (20,00 %), sowie die – von der IONOS SE gehaltene – Beteiligung an der Stackable GmbH, Pinneberg (27,54 %).
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Einzelheiten zu den Beteiligungen sowie Veränderungen bei den Beteiligungen finden sich im Kapitel
2.2 „Geschäftsverlauf“ unter „Beteiligungen im Konzern“.
Eine vereinfachte Darstellung der Konzernstruktur von United Internet inklusive wesentlicher operativ tätiger Tochterunternehmen sowie wesentlicher Beteiligungen – mit Stand 31. Dezember 2025 – zeigt das folgende Organigramm.
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(1)
Steht zum Verkauf und wird als nicht fortgeführter Geschäftsbereich ausgewiesen
Geschäftstätigkeit
United Internet ist mit über 29 Mio. kostenpflichtigen Kundenverträgen sowie rund 39 Mio. werbefinanzierten Free-Accounts ein führender europäischer Internet-Spezialist.
Die operative Geschäftstätigkeit des Konzerns gliedert sich in die Geschäftsbereiche „Access“ und
„Applications“, die sich wiederum in die Segmente „Consumer Access“ und „Business Access“ sowie „Consumer Applications“ und „Business Applications“ unterteilen.
Segment „Consumer Access“
Im Segment „Consumer Access“ sind festnetzbasierte Breitband-Produkte (inklusive der damit verbundenen Anwendungen, wie Heimvernetzung, Online-Storage, Smart Home, IPTV und Video-on-Demand) sowie Mobile Internet Produkte für Privatanwender zusammengefasst.
Diese Internet-Zugangsprodukte werden den Kunden als Abonnementverträge mit festen monatlichen Beträgen (und variablen, verbrauchsabhängigen Zusatzentgelten) angeboten.
Mit den Breitband-Produkten (insbesondere VDSL-/Vectoring- und Glasfaser-Anschlüsse) der Marke 1&1 ist United Internet einer der führenden Anbieter in Deutschland.
Dabei nutzt die Gesellschaft das Glasfasernetz von 1&1 Versatel als Transportnetz und erschließt darüber bei VDSL-/Vectoring-Anschlüssen sowie bei direkten Glasfaser-Anschlüssen (FTTH) die „letzte Meile“ über City-Carrier sowie die Deutsche Telekom (hauptsächlich Layer-2).
Auch bei Mobile Internet Produkten ist United Internet einer der führenden Anbieter in Deutschland.
1&1 betreibt ein leistungsfähiges Mobilfunknetz, das von über 12 Mio. Kunden genutzt wird. Im Dezember 2025, und damit nur zwei Jahre nach dem Start der mobilen Dienste, erreichte das 1&1 Mobilfunknetz eine Abdeckung von 27 % der deutschen Haushalte. Es wird permanent weiter ausgebaut. Überall dort, wo 1&1 in den Jahren des Netzausbaus noch über keine ausreichende Funkabdeckung verfügt, nutzt die Gesellschaft National Roaming. Ende August 2024 ist eine National-Roaming-Partnerschaft mit Vodafone gestartet. Seit Ende 2025 wird National Roaming von Vodafone von allen 1&1 Mobilfunkkunden genutzt. Zuvor wurden National-Roaming-Vorleistungen über Telefónica bezogen.
Vermarktet werden die Mobile Internet Produkte über die Premium-Marke 1&1 sowie Discount-Marken, wie winSIM und yourfone, mit denen der Mobilfunk-Markt umfassend und zielgruppenspezifisch adressiert wird.

Segment „Business Access“
Im Segment „Business Access“ offeriert 1&1 Versatel Geschäftskunden ein umfassendes Portfolio an
Telekommunikationsprodukten und -lösungen.
Kern des Geschäftsmodells ist der Betrieb eines Glasfasernetzes mit über 68.000 km Länge, das zu den größten Netzen in Deutschland gehört und kontinuierlich ausgebaut wird.
Über dieses Netz bietet 1&1 Versatel Firmen und Behörden Telekommunikationsprodukte von standardisierten Glasfaser-Direktanschlüssen bis zu maßgeschneiderten, individuellen ITK-Lösungen (Sprach-, Daten- und Netzwerklösungen). Außerdem wird das 1&1 Glasfasernetz zur Bereitstellung von 1&1 DSL- und FTTH-Anschlüssen sowie zur Anbindung von Antennenstandorten genutzt. Hinzu kommen Infrastrukturleistungen (Wholesale) für nationale und internationale Carrier.
Segment „Consumer Applications“
Im Segment „Consumer Applications“ sind Applikationen für Privatanwender zusammengefasst. Zu diesen Applikationen zählen insbesondere Anwendungen für Personal Information Management
(E-Mail, Aufgaben, Termine, Adressen), Online-Storage (Cloud Speicher) und Office-Applikationen.
Im Zuge des sukzessiven Portfolio-Ausbaus wurden die Marken GMX und WEB.DE, die seit vielen Jahren größten E-Mail-Anbieter für Privatkunden in Deutschland, in den letzten Jahren zu umfassenden Zentralen für das Kommunikations-, Informations- und Identitäts-Management der Nutzer erweitert, in die zunehmend innovative KI-Anwendungen integriert werden.
Die Privatkunden-Applikationen werden überwiegend selbst entwickelt und in konzerneigenen Rechenzentren betrieben. Die Produkte werden als kostenpflichtige Abonnements (Pay-Accounts) oder – kostenfrei – in Form von werbefinanzierten Free-Accounts angeboten. Diese werden durch Online-Werbung monetarisiert. Die Vermarktung erfolgt über United Internet Media.
Mit den werbefinanzierten Applikationen sowie den kostenpflichtigen Consumer Applikationen ist
United Internet über GMX und WEB.DE insbesondere in Deutschland, Österreich und der Schweiz aktiv und zählt zu den führenden Unternehmen. Über die Marke mail.com wird das Geschäft internationalisiert. Neben den USA adressiert mail.com Länder wie Großbritannien, Frankreich und Spanien.

Segment „Business Applications“
Im Segment „Business Applications“ eröffnet IONOS Freiberuflern sowie kleinen und mittleren Unternehmen Geschäftschancen im Internet und unterstützt sie bei der Digitalisierung ihrer Prozesse. Dazu wird eine breite Palette an leistungsstarken Applikationen wie z. B. Domains, Homepages, Webhosting, Server, E Shops, Groupwork, Online-Storage (Cloud-Speicher) und Office-Applikationen angeboten, die über Abonnementverträge genutzt werden. Außerdem werden Cloud-Solutions und Cloud-Infrastruktur angeboten.
Die Applikationen werden in eigenen Entwicklungszentren oder in Kooperation mit Partnerfirmen entwickelt und auf rund 95.000 Servern betrieben.
Mit Aktivitäten in diversen europäischen Ländern (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien, Italien, Niederlande, Österreich, Polen, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Tschechien, Slowakei und Schweden) sowie in Nordamerika (USA, Kanada, Mexiko) gehört IONOS auch international zu den führenden Unternehmen.
Die zielgruppenspezifische Vermarktung der Business-Applikationen erfolgt über die Marken IONOS,
Arsys, Fasthosts, home.pl, InterNetX, STRATO, united-domains und World4You. Darüber hinaus offeriert we22 anderen Hosting-Anbietern einen White-Label-Website-Builder zur Erstellung hochwertiger Websites.
Geschäftsbereiche, Segmente und wesentliche Marken (Stand: 31. Dezember 2025)
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Unternehmensleitung
Der Vorstand der United Internet AG bestand im Geschäftsjahr 2025 aus folgenden Mitgliedern:
Vorstandsmitglieder zum 31. Dezember 2025
Ralph Dommermuth, Unternehmensgründer und Vorstandsvorsitzender
(seit 1988 im Unternehmen)
Carsten Theurer, Finanzvorstand
(seit 1. Januar 2025 im Unternehmen)
Markus Huhn, Vorstand Shared Services
(seit 1994 im United Internet Konzern; bis 31. Dezember 2025)
Markus Huhn, Vorstand Shared Services der United Internet AG, beendete auf eigenen Wunsch seine Vorstandstätigkeit bei der United Internet AG zum 31. Dezember 2025. Finanzvorstand Carsten Theurer hat die bisherigen Aufgaben von Herrn Huhn seit Ende des Geschäftsjahres 2025 mit übernommen.
Der Aufsichtsrat der United Internet AG bestand im Geschäftsjahr 2025 aus folgenden Mitgliedern:
Aufsichtsratsmitglieder zum 31. Dezember 2025
Philipp von Bismarck, Aufsichtsratsvorsitzender
(Mitglied seit Juli 2020; Vorsitz seit Mai 2021; Mitglied „Prüfungs- und Risikoausschuss“ seit Mai 2021)
Dr. Manuel Cubero del Castillo-Olivares, stellv. Aufsichtsratsvorsitzender
(Mitglied seit Mai 2020; stellv. Vorsitz seit Mai 2021)
Stefan Rasch
(Mitglied seit Mai 2021; Mitglied „Prüfungs- und Risikoausschuss“ seit Mai 2021)
Prof. Dr. Franca Ruhwedel
(Mitglied seit Mai 2023; Vorsitz „Prüfungs- und Risikoausschuss“ seit Januar 2024)
Christian Unger
(Mitglied seit Mai 2025; Mitglied „Prüfungs- und Risikoausschuss“ seit Mai 2025)
Prof. Dr. Yasmin Mei-Yee Weiß
(Mitglied seit Juli 2020)

Wesentliche Absatzmärkte und Wettbewerbsposition
Mit einem Umsatzanteil von rund 90 % am weltweiten Gesamtumsatz im Geschäftsjahr 2025 ist
Deutschland der bei weitem wichtigste Absatzmarkt der United Internet Gruppe.
Neben Deutschland sind
die USA,
Großbritannien,
Spanien,
Frankreich,
Polen und
Österreich die wesentlichsten Absatzmärkte des Konzerns.
Wettbewerbsposition im Segment „Consumer Access“
Nach dem Zusammenschluss mit der Drillisch AG (inzwischen 1&1 AG) in 2017 ist United Internet im rein
national aufgestellten Segment „Consumer Access“ – gemessen an Kundenverträgen und Umsätzen – nach der Deutschen Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland die 4. Kraft im deutschen Telekommunikationsmarkt mit Festnetz- und Mobilfunkprodukten.
Wettbewerbsposition im Segment „Business Access“
Auch im ebenfalls auf Deutschland beschränkten Segment „Business Access“ gehört United Internet
zu den führenden Unternehmen. Mit dem über 68.000 km Länge umfassenden Glasfasernetz von 1&1 Versatel betreibt United Internet eines der größten Glasfasernetze in Deutschland.
Wettbewerbsposition im Segment „Consumer Applications“
Im Segment „Consumer Applications“ ist United Internet über die Marken GMX und WEB.DE in Deutschland, der Schweiz und Österreich sowie zudem über die internationale Marke mail.com in Ländern wie den USA, Großbritannien, Frankreich und Spanien aktiv. Im Heimatmarkt Deutschland ist United Internet der – gemessen an der Anzahl der Nutzer – führende E-Mail-Anbieter und einer der führenden Cloud-Anbieter.
Wettbewerbsposition im Segment „Business Applications“
Mit seinen Hosting- und Cloud-Applikationen ist United Internet im ebenfalls international aufgestellten Segment „Business Applications“ in insgesamt 17 Ländern aktiv. Dabei ist die Gesellschaft – gemessen an der Zahl der gemanagten Länder-Domains – seit Jahren Marktführer im deutschen Hosting-Geschäft und konnte diese Position mit der Übernahme des Wettbewerbers STRATO in 2017 weiter festigen. Im europäischen Ausland ist United Internet mit seinen Hosting-Applikationen inzwischen – direkt vor Ort oder aus Deutschland heraus – in allen wichtigen Märkten aktiv. Dazu zählen neben dem Heimatmarkt Deutschland vor allem die großen europäischen Volkswirtschaften Frankreich, Großbritannien, Italien, Polen und Spanien. Mit Ausnahme von Italien gehört die Gesellschaft – gemessen an der Zahl der gemanagten Länder-Domains – in den anderen vorgenannten Ländern zu den führenden Anbietern. Damit steht United Internet auch insgesamt – gemessen an der Zahl der gemanagten Länder-Domains – mit an der Spitze der europäischen Hosting-Anbieter. Neben Europa sind auch die nordamerikanischen Länder Kanada, USA und Mexiko wesentliche Zielmärkte. Im dort wichtigsten Markt, den USA, gehört United Internet – gemessen an der Zahl der gemanagten Länder-Domains – ebenfalls zu den führenden Unternehmen in diesem Bereich.
Damit zählt United Internet auch global gesehen zu den führenden Unternehmen im weltweiten Hosting-Geschäft.

Wesentliche Standorte
Der United Internet Konzern beschäftigte zum 31. Dezember 2025 in seinen fortgeführten Geschäftsbereichen weltweit insgesamt 10.547 Mitarbeitende an rund 40 in- und ausländischen Standorten.
Wesentliche Standorte (gemessen an der Anzahl der Beschäftigten; > 50 Mitarbeitende)
Standort
Segment
Wesentliche Gesellschaft
Montabaur (Headquarter)
Corporate / Zentralfunktionen
United Internet
 
Consumer Access
1&1
Karlsruhe
Corporate / Zentralfunktionen
United Internet
 
Consumer Access
1&1
 
Consumer Applications
1&1 Mail & Media Applications
 
Business Applications
IONOS
Berlin
Consumer Access
1&1
 
Business Access
1&1 Versatel
 
Business Applications
IONOS, Strato, we22
Düsseldorf
Consumer Access
1&1
 
Business Access
1&1 Versatel
Cebu City (Philippinen)
Business Applications
IONOS
Madrid / Logroño / Barcelona / Lugo ... (Spanien)
Business Applications
IONOS, Arsys
Essen
Business Access
1&1 Versatel
München
Consumer Access
1&1
 
Consumer Applications
1&1 Mail & Media Applications
Zweibrücken
Consumer Access
1&1
 
Business Applications
IONOS
Stettin (Polen)
Business Applications
home.pl
Flensburg
Business Access
1&1 Versatel
Frankfurt am Main
Consumer Access
1&1
 
Business Access
1&1 Versatel
Bukarest (Rumänien)
Business Applications
IONOS
Gloucester / Worcester (Großbritannien)
Business Applications
IONOS, Fasthosts
Krefeld
Consumer Access
1&1
Stuttgart
Business Access
1&1 Versatel
Philadelphia / Lenexa (USA)
Business Applications
IONOS
Regensburg
Business Applications
InterNetX
Köln
Business Applications
we22
Starnberg
Business Applications
united-domains
Linz / Wien (Österreich)
Business Applications
World4You

1.2
Strategie
Das Geschäftsmodell von United Internet basiert überwiegend auf Kundenverträgen (elektronischen Abonnements) mit festen monatlichen Beträgen sowie vertraglich festgelegten Laufzeiten. Ein solches Geschäftsmodell sichert in der Regel stabile und planbare Umsätze und Cashflows, bietet Schutz gegen konjunkturelle Einflüsse und eröffnet finanzielle Spielräume, um Chancen in neuen oder erweiterten Geschäftsfeldern und neuen oder erweiterten Märkten zu nutzen – organisch oder durch Übernahmen und Beteiligungen.
Die große Zahl an Kundenbeziehungen hilft der Gesellschaft, sogenannte Skaleneffekte zu nutzen: Je mehr Kunden die Produkte nutzen, die von den Entwicklungsteams erstellt und in den firmeneigenen Rechenzentren betrieben werden, und / oder in eigenen Netzen Daten transportieren, desto größer der „Gewinn“. Diese „Gewinne“ können anschließend wiederum in neue Kunden, neue Entwicklungen und neue oder erweiterte Geschäftsfelder investiert werden.
Aus heutiger Sicht sind Mobile Internet und Cloud-Applikationen die Wachstumsmärkte der nächsten Jahre. Mit ihrer klaren Positionierung in den Geschäftsfeldern „Access“ und „Applications“ ist die
United Internet Gruppe strategisch gut aufgestellt, um das erwartete Marktpotenzial zu nutzen.
Angesichts der dynamischen Marktentwicklung in den Bereichen Cloud-Applikationen und Mobile
Internet liegen die Wachstumschancen der Gesellschaft auf der Hand: Überall verfügbare, immer
leistungsfähigere Breitband-Anschlüsse ermöglichen neue, aufwändigere Cloud-Applikationen. Diese internetbasierten Anwendungen für Privatanwender und Unternehmen sind auch die Wachstumstreiber für United Internet in den nächsten Jahren – sowohl als eigenständige Produkte im Geschäftsbereich „Applications“ wie auch in Kombination mit den festnetz- und mobilfunkbasierten Zugangsprodukten im Geschäftsbereich „Access“.
Dank der langjährigen Erfahrung als Zugangs- und Applikations-Provider, den Kompetenzen bei Software-Entwicklung und Rechenzentrums-Betrieb, Marketing, Vertrieb und Kundenbetreuung, den starken und bekannten Marken (wie z. B. 1&1, GMX und WEB.DE) sowie den bestehenden Kundenbeziehungen zu Millionen Privatanwendern, Freiberuflern und kleinen Unternehmen im In- und Ausland (aktuell weltweit über 68 Mio. Kunden-Accounts) ist die Gesellschaft sehr gut positioniert.
Um diese Positionierung auch für weiteres und nachhaltiges Wachstum zu nutzen, wird United Internet auch künftig stark in neue Kunden, neue Produkte und neue / erweiterte Geschäftsfelder sowie die weitere Internationalisierung investieren.
Neben dem organischen Wachstum prüft United Internet kontinuierlich auch mögliche Firmenübernahmen, Beteiligungen und Kooperationen, um Marktpositionen, Wertschöpfungstiefen und Kompetenzen weiter auszubauen.
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Dank der planbaren und hohen Free Cashflows verfügt United Internet über eine hohe Eigenfinanzierungskraft und einen guten Zugang zu Fremdfinanzierungsmärkten. Weitere Informationen zu Eigenfinanzierungskraft und Fremdfinanzierung finden sich in den Kapitel 2.2 „Geschäftsverlauf“ und 2.3 „Lage des Konzerns“.
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Weitere Informationen zu Strategie, Chancen und Zielen enthält der „Risiko-, Chancen- und Prognosebericht“ in Kapitel 5.
1.3
Steuerungssysteme
Die internen Steuerungssysteme unterstützen das Management bei der Steuerung und Überwachung des Konzerns und der Segmente. Die Systeme bestehen aus Ist-, Planungs- und Forecast-Rechnungen und basieren auf der jährlich überarbeiteten strategischen Planung des Konzerns. Dabei werden insbesondere Marktentwicklungen, technologische Entwicklungen und Trends, deren Einfluss auf die eigenen Produkte und Services sowie die finanziellen Möglichkeiten des Konzerns berücksichtigt. Die Unternehmenssteuerung hat das Ziel, die United Internet AG und ihre Tochterunternehmen kontinuierlich und nachhaltig zu entwickeln.
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IFRS
Das Konzern-Berichtswesen umfasst monatliche Ergebnisrechnungen sowie quartalsweise erstellte IFRS-Reportings aller konsolidierten Tochtergesellschaften und stellt die Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Konzerns sowie der Unternehmensbereiche dar. Die Finanzberichterstattung wird durch weitere Detailinformationen ergänzt, die für die Beurteilung und Steuerung des operativen Geschäfts notwendig sind.
Ein weiterer Bestandteil der Steuerungssysteme sind vierteljährlich erstellte Berichte zu den wesentlichen Risiken des Unternehmens.
Die genannten Berichte werden in den Vorstands- und Aufsichtsratssitzungen diskutiert und stellen
wesentliche Beurteilungs- und Entscheidungsgrundlagen dar.
Zur Steuerung des Konzerns verwendet die United Internet AG insbesondere Kennzahlen der Gewinn- und Verlustrechnung (Umsatz, EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen), EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern), EPS (Ergebnis pro Aktie)), der Kapitalflussrechnung (Free Cashflow) sowie der Bilanz (Vermögenspositionen, Finanzverbindlichkeiten).
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Informationen zu Verwendung und Definition relevanter finanzieller Kennzahlen finden sich in Kapitel 2.2 „Geschäftsverlauf“.
Die Steuerung der Segmente durch den Vorstand der United Internet AG erfolgt überwiegend auf Basis von Ergebniskennzahlen. Dabei misst der Vorstand der United Internet AG den Erfolg der Segmente primär anhand der Umsatzerlöse, des EBITDA und des EBIT gemäß IFRS.
Als nicht-finanzielle Steuerungskennzahlen dienen zudem insbesondere die Anzahl und das Wachstum der kostenpflichtigen Kundenverträge sowie der werbefinanzierten Free-Accounts.
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siehe Seite 196
Die Steuerungsgrößen der United Internet Gruppe für das oberste Führungsgremium sind auch in der „Segmentberichterstattung“ des Konzernanhangs unter Anhangangabe 5 dargestellt.
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Die für die Unternehmensleitung zentralen Steuerungsgrößen sind der Umsatz und das operative (das heißt, das um Sondereffekte bereinigte) EBITDA nach IFRS auf Konzernebene. Diese Größen finden sich entsprechend auch in der Prognoseberichterstattung.

Die United Internet AG (Einzelgesellschaft) ist aufgrund ihrer Rolle als Holding-Gesellschaft im Wesentlichen durch das Beteiligungsergebnis (Ergebnisabführungen und Ausschüttungen) und das Zinsergebnis beeinflusst und fokussiert sich von daher auf ihr Beteiligungsergebnis und das Jahresergebnis. 
Als Frühwarnindikatoren dienen insbesondere die Anzahl der Kundenverträge, die Brutto- und Netto-Vertriebszahlen sowie die damit verbundenen Kundengewinnungskosten – im Vergleich zu den Planungs- und Forecast-Rechnungen der Gesellschaft.
Die verwendeten Steuerungskennzahlen blieben im Geschäftsjahr 2025 unverändert zum Vorjahr.
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Ein Vergleich zwischen den in der Prognose benannten Steuerungskennzahlen und den Ist-Werten dieser Steuerungskennzahlen findet sich in diesem Lagebericht im Kapitel 2.2 „Geschäftsverlauf“ im Bereich „Tatsächlicher und prognostizierter Geschäftsverlauf“.

1.4
Schwerpunkte Produkte und Innovationen
Bei den im Unterkapitel „1.4 Schwerpunkte Produkte und Innovationen“ enthaltenen Angaben handelt es sich um „nicht geprüfte Lageberichtsangaben“, da „lageberichtsfremde Angaben“ inhaltlich nicht geprüft werden.
Als Internet Service Provider betreibt die United Internet Gruppe keine mit produzierenden Unternehmen vergleichbare Forschung und Entwicklung (F&E). Auch im Branchenkontext spielen Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen eine eher untergeordnete Rolle. Vor diesem Hintergrund weist United Internet keine F&E-Kennzahlen aus.
Gleichwohl stehen die United Internet Marken für leistungsstarke Internet-Access-Lösungen sowie für innovative, webbasierte Produkte und Applikationen, die zumeist im eigenen Haus entwickelt werden. Die Fähigkeit, innovative Produkte und Dienste zu entwickeln, zu kombinieren, anzupassen und in große Märkte einzuführen, bildet die Basis für den Erfolg der Gesellschaft.
Dank leistungsfähiger Entwicklungszentren (insbesondere in Karlsruhe, Berlin und Bukarest) mit rund 3.750 Programmierern, Produktmanagern und technischen Administratoren kann United Internet dabei schnell und flexibel auf neue Ideen und Trends reagieren und etablierte Produkte weiterentwickeln und wechselnden Bedürfnissen anpassen – ein wichtiges Erfolgsmerkmal im überaus dynamischen Internet-Markt. Durch die Kompetenz bei Produktentwicklung, -weiterentwicklung und -rollout ist die Gesellschaft in vielen Bereichen unabhängig von Entwicklungsarbeiten und Zulieferungen Dritter und kann damit wichtige Wettbewerbs- und Geschwindigkeitsvorteile nutzen.
Aufgrund der stetig wachsenden Kundenzahl werden die Anforderungen an Zuverlässigkeit, Benutzerfreundlichkeit und Verfügbarkeit immer höher. Neben der Weiterentwicklung der Produkte und den ständigen Optimierungen im Backend-Bereich gilt es dabei auch, vorhandene Prozesse ständig zu verbessern, um die Zuverlässigkeit der Systeme und damit auch die Kundenzufriedenheit zu erhöhen.
Schwerpunkte 2025
„Consumer Access”
Erweiterung des Footprints für den Vertrieb der 1&1 Glasfaserprodukte (FTTH) durch die Anschaltung von Partnern wie Gelsennet, EWE-TEL und Deutsche Glasfaser
Einführung von WLAN Calling im Ausland: Dies ermöglicht Mobilfunkkunden auch im Ausland die automatische Telefonie-Nutzung über einen WLAN-Zugang
Optimierung der E-SIM Wechselprozesse: Für Apple- und Google-Endgeräte wurden automatisierte Prozesse bereitgestellt, mit denen der Kunde mit geringem Aufwand in einem digitalisierten Prozess seine E-SIM von einem Gerät auf ein anderes Gerät übertragen kann
Neuer Prozess für einen Anbieterwechsel: durch den neuen Prozess kann der Kunde einen unterbrechungsfreien Anbieterwechsel zu 1&1 auch ohne Mitnahme der Rufnummer beauftragen
Optimierung der Schnellanschaltung bei DSL und Glasfaseranschlüssen: durch die eindeutige Erkennung der verwendeten Endgeräte (Router) im Netz (Hardwareidentifikation) kann die Aktivierung von Breitbandanschlüssen erheblich beschleunigt werden     
Optimierung von Produkt- und Lieferantensteuerung: im Zuge des Breitbandausbaus stehen an vielen Standorten mehrere Leitungen für die Bereitstellung eines Breitbandanschlusses zur Verfügung; durch eine optimierte Steuerung und der Wahl des bestmöglichen Vorproduktes (Leitung) kann 1&1 dem Kunden den besten Anschluss an seinem Standort bieten
„Business Access”
Rollout der neuen XGS-PON-Technologie, einem Standard für passive optische Netzwerke (PON), der die symmetrische Datenübertragung mit hoher Geschwindigkeit von bis zu 10 Gbit/s unterstützt
Einführung neuer Verschlüsselungstechnologien zur Erhöhung der Sicherheit von Business-Anschlüssen
Erweiterung der Angebote für die NE4 („letzte Meile“) der 1&1 Versatel Kunden, u. a. durch die Einführung eines Glas-Kupfer-Wandlers
Einführung einer zusätzlichen SD-WAN Lösung mit LANCOM als Standort-Vernetzungslösung „made in Germany“
Erweiterung des Glasfaser Footprints für 1&1 Versatel-Kunden über Einkauf von FttH-Access via Drittcarrier mittels der 1&1 Versatel Open Access Plattform
„Consumer Applications”
Aufbau einer LLM-Infrastruktur (LLM=Large Language Model), zur sicheren und performanten Bereitstellung großer Sprachmodelle für die Integration in E-Mail-Produkte und interne Anwendungsfälle
Einführung des “Inbox Ad Image”-Produkts im Ad-Manager für 1&1 Mail & Media-Kunden
Unterstützung des Dauer-Logins von GMX-Kunden zur Erhöhung der Sicherheit und Vereinfachung der Nutzung
Erweiterung des Cloud-Produkts durch Einführung einer Foto-Timeline auf iOS, Pooling von Fotos nach Social Events sowie Foto-Erinnerungen im Web
Neue KI-Features für E-Mails (Pay): Übersetzung, Zusammenfassung und Schreibunterstützung
Neue, flexible Registrierungsstrecke zur Verbesserung der Conversion durch einfachere Bedienung und modernes Design, mit besserer Basis für Monetarisierung und Fraud-Bekämpfung
Entwicklung und Launch eines Identity Hubs, der unterschiedliche Identifizierungsmethoden verbindet (u. a. Video-Ident und eID), Kosten reduziert und Kunden mehr Optionen bietet
CMS-basiertes Upselling in Mobile Apps zur Steigerung des Vertriebs
Weiterentwicklung der Premium-Order-Plattform zur Einführung neuer, flexibler Mail-Premium-Tarife
Event-getriebene Subscription- und Retention-Architektur zur Unterstützung von personalisierten Angeboten und Churn-Prevention
Customer-Selfcare-Relaunch mit konfigurierbaren Kündigungsflüssen und value-basierten Retention-Discounts zur Churn-Prevention für Web und Mobile
Einführung KI-unterstützter Automatisierungen im Customer-Service-System zur vollautomatisierten Bearbeitung ausgewählter Kundenanliegen, basierend auf der LLM-Infrastruktur
Aufbau und Rollout der personalisierten „Deals & Offers“-Plattform in der App mit Freephone-Integration und personalisiertem Targeting auf Basis von Mail-&-Media-Profileigenschaften
„Business Applications”
IONOS startet mit IONOS GPT eine sichere und souveräne europäische ChatGPT-Alternative – kostenlos und datenschutzkonform
Erweiterung des Private Cloud um Bring Your Own IP (BYOIP), vSAN Enterprise und NFS Snapshots
Erweiterung der Image Factory auf Managed Kubernetes (MK8s)-Images für IONOS Cloud
Eröffnung eines neuen Colocation-Rechenzentrums in Frankfurt am Main
Globale Erweiterung des Content Delivery Networks (CDN) minimiert durch intelligentes Routing Latenzzeiten und sichert die weltweite Verfügbarkeit von Inhalten
IONOS Network File Storage (NFS) bietet auf Basis des NFSv4.2-Protokolls und SSD-Technologie skalierbare Performance für anspruchsvolle Workloads
SUSE LINUX Enterprise Server (SLES) bieten Kunden die kosteneffiziente Nutzung eigener Lizenzen (BYOS) in der IONOS Public Cloud
Mit der Entwicklung einer leistungsfähigen Videokonferenz-Lösung wurde das Nextcloud-Portfolio zu einer umfassenden, digital souveränen Kollaborationsplattform ausgebaut
IONOS Cloud GPU VMs bieten auf Basis von NVIDIA H200 GPUs direkten Hardware-Zugriff für anspruchsvolles KI- und High-Performance-Computing
IONOS Dedicated GPU Server stellen NVIDIA H100/H200 GPUs ohne Virtualisierungs-Overhead bereit, um maximale Leistung für komplexes KI-Training zu liefern
Mit IONOS Momentum wird ein integriertes Ökosystem entwickelt, das Infrastruktur und Anwendungen für eine datenschutzkonforme KI-Nutzung bündelt und Unternehmen einen nahtlosen Einstieg in KI-gestützte Prozesse ermöglicht
Der AI Phone Receptionist automatisiert als intelligenter Sprachassistent Geschäftsanrufe in natürlicher Sprache und integriert sich nahtlos in bestehende Systeme
2.
Wirtschaftsbericht
2.1
Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene
Rahmenbedingungen
Entwicklung der Gesamtwirtschaft
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat im Rahmen seines letzten Konjunkturausblicks (World Economic Outlook, Update Januar 2026) nach vorläufigen Berechnungen für 2025 ein Plus von 3,3 % für die Weltwirtschaft ausgewiesen. Das Wachstum lag damit genau auf Vorjahresniveau (3,3 %).
In den nordamerikanischen Zielländern der United Internet Gruppe erwartet der Fonds in 2025 ein sichtbares, wenngleich schwächeres Wachstum als im Vorjahr. So errechnete der IWF für die USA ein Plus von 2,1 % (Vorjahr: 2,8 %), für Kanada ein Plus von 1,6 % (Vorjahr: 2,0 %) und für Mexiko ein Plus von 0,6 % (Vorjahr: 1,4 %).
Ein Blick auf die wichtigsten Zielländer von United Internet in Europa zeigt folgendes Bild: Für Frankreich erwartet der IWF für 2025 ein Wachstum um 0,8 % (Vorjahr: 1,1 %), für Spanien um 2,9 % (Vorjahr: 3,5 %), für Italien um 0,5 % (Vorjahr: 0,7 %) und für Polen um 3,3 % (Vorjahr: 3,0 %). Für Großbritannien wird ein Wachstum um 1,4 % (Vorjahr: 1,1 %) prognostiziert.
Für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland, dem aus Sicht von United Internet mit Abstand wichtigsten Markt (Umsatzanteil 2025: rund 90 %), erwartet der Fonds erstmals wieder einen Anstieg der Wirtschaftsleistung in 2025 um 0,2 % (Vorjahr: -0,5 %).
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung des BIP in wesentlichen Zielländern und -regionen von United Internet
 
2021
2022
2023
2024
2025
Veränderung zum Vorjahr
Welt
6,2 %
3,5 %
3,3 %
3,3 %
3,3 %
+/- 0,0 Prozentpunkte
USA
5,9 %
1,9 %
2,9 %
2,8 %
2,1 %
–0,7 Prozentpunkte
Kanada
5,0 %
3,8 %
1,5 %
2,0 %
1,6 %
–0,4 Prozentpunkte
Mexiko
4,7 %
3,9 %
3,3 %
1,4 %
0,6 %
–0,8 Prozentpunkte
Frankreich
6,8 %
2,5 %
1,1 %
1,1 %
0,8 %
–0,3 Prozentpunkte
Spanien
5,5 %
5,8 %
2,7 %
3,5 %
2,9 %
–0,6 Prozentpunkte
Italien
6,7 %
3,7 %
0,7 %
0,7 %
0,5 %
–0,2 Prozentpunkte
Polen
6,9 %
5,3 %
0,1 %
3,0 %
3,3 %
+ 0,3 Prozentpunkte
Großbritannien
7,6 %
4,3 %
0,3 %
1,1 %
1,4 %
+ 0,3 Prozentpunkte
Deutschland
2,6 %
1,8 %
–0,3 %
–0,5 %
0,2 %
+ 0,7 Prozentpunkte
Quelle: Internationaler Währungsfonds, World Economic Outlook (Update), Januar 2026
Die Berechnungen des IWF für Deutschland decken sich mit den vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis), das ebenfalls für 2025 im Rahmen der Pressekonferenz „Bruttoinlandsprodukt 2025“ am 15. Januar 2026 erstmals wieder seit 2022 (+1,8 %) einen leichten Anstieg des (preisbereinigten) Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,2 % (Vorjahr: -0,5 %) festgestellt hat.
Das leichte Wachstum ist nach Einschätzung des Statistischen Bundesamtes vor allem auf die gestiegenen Konsumausgaben der privaten Haushalte und des Staates zurückzuführen. Demgegenüber gaben die Exporte erneut nach, da sich die Exportwirtschaft einem „heftigen Gegenwind“ durch die höheren US-Zölle, die Euro-Aufwertung und die stärkere Konkurrenz aus China gegenübersah. Zudem hielt die Investitionsschwäche weiter an. Sowohl in Ausrüstungen als auch Bauten wurde weniger investiert als im Vorjahr.
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung des preisbereinigten BIP in Deutschland
 
2021
2022
2023
2024
2025
Veränderung zum Vorjahr
BIP
3,9 %
1,8 %
–0,9 %
–0,5 %
0,2 %
+ 0,7 Prozentpunkte
Quelle: Destatis, Januar 2026
Entwicklung der Branche / Kernmärkte
Während viele Branchen mit schwacher Nachfrage ringen, zeigt sich die Digitalwirtschaft robust. Trotz des aktuell schwierigen konjunkturellen Umfelds erwartet der Digitalverband Bitkom im deutschen Markt für IT und Telekommunikation (ITK) für 2025 ein Umsatzplus von 3,9 % (Vorjahr: 4,8 %) auf 234,8 Mrd. €.
Der Anstieg des Gesamtmarktes ITK resultiert insbesondere aus den gestiegenen Umsätzen in der Informationstechnik (IT). In diesem größten Teilmarkt stiegen die Umsätze laut BITKOM-Prognose 2025 um 5,3 % (Vorjahr: 6,4 %) auf 160,6 Mrd. €. Dabei entwickelten sich alle Segmente des Teilmarktes positiv: So legten die Bereiche Software (dazu gehören u. a. KI-Plattformen, Kollaborationstools und Cloud Services) um 9,4 % (Vorjahr: 13,9 %), IT-Hardware um 3,8 % (Vorjahr: 3,2 %) und IT-Services um 2,9 % (Vorjahr: 3,5 %) zu.
Die aus Sicht des Geschäftsmodells von United Internet wichtigsten ITK-Märkte sind insbesondere
der deutsche Telekommunikationsmarkt im überwiegend abonnementfinanzierten Geschäftsbereich
„Access“ sowie der weltweite Webhosting- und Cloud-Markt und der deutsche Online-Werbemarkt im abonnement- und werbefinanzierten Geschäftsbereich „Applications“.
Telekommunikationsmarkt in Deutschland
Für den ITK-Teilmarkt Telekommunikation erwartet der Branchenverband Bitkom in 2025 einen Anstieg um 1,2 % (Vorjahr: 1,4 %) auf 74,2 Mrd. €. Dabei entwickeln sich im deutschen Telekommunikationsmarkt die einzelnen Segmente recht unterschiedlich: So legte das Infrastrukturgeschäft um 6,6 % (Vorjahr: -6,3 %) und Telekommunikationsdienste um 1,4 % (Vorjahr: 1,7 %) zu, während das Geschäft mit Endgeräten um -2,6 % (Vorjahr: 5,8 %) zurückging.
Markt-Kennzahlen: Telekommunikationsmarkt in Deutschland
in Mrd. 
2025
2024
Veränderung
Telekommunikations-Umsätze
74,2
73,3
+ 1,2 %
Quelle: Bitkom, Januar 2026
Bei den für United Internet wichtigen Service-Umsätzen erwartet die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) laut der Studie „German Entertainment and Media Outlook 2025 - 2029“ (Juni 2025) für 2025 einen Anstieg um 4,1 % auf 34,2 Mrd. €. Dabei sollen die
Service-Umsätze im Mobilfunkgeschäft um 5,8 % auf 19,4 Mrd. € und die Service-Umsätze im Breitbandgeschäft um 2,0 % auf 14,8 Mrd. € zulegen.
Die Anzahl der Mobilfunkverträge soll laut PwC in 2025 um 3,7 % auf 191,9 Mio. zulegen. Das Wachstum resultiert aus einem Plus von 47,9 % bei 5G Verträgen auf 75,5 Mio., während Verträge für geringere Datenraten deutlich zurückgingen.
Die Anzahl der Breitbandanschlüsse im Festnetz stieg gemäß PwC-Erwartung in 2025 um 1,2 % auf 39,3 Mio. Dabei soll die Anzahl an DSL-Anschlüssen (-7,3 % auf rund 21,5 Mio.) und Kabel-Anschlüssen
(-1,4 % auf rund 8,3 Mio.) jeweils zurückgehen, während Glasfaser-Anschlüsse um 35,5 % auf rund
8,2 Mio. zulegen sollen.
Webhosting Services weltweit
Die weltweiten Umsätze mit Webhosting Services sollen laut des Marktreports „Web Hosting Services Market Size, Share & Industry Analysis“ von Fortune Business Insights im Geschäftsjahr 2025 um 18,1 % auf rund 149,3 Mrd. USD zulegen. Der Report beinhaltet insbesondere Umsätze in den Bereichen Shared Hosting, Dedicated Hosting, Colocated Hosting, Virtual Private Server Hosting, Managed Hosting und Self-Managed Hosting.
Geographisch dominiert Nordamerika mit einem Anteil von 41 % den globalen Markt, gefolgt von Europa. Schnellst wachsender Markt ist hingegen Asia / Pacific.
Markt-Kennzahlen: Webhosting Services weltweit
in Mrd. USD
2025
2024
Veränderung
Umsatz Webhosting Services weltweit
149,30
126,41
+ 18,1 %
Quelle: Fortune Business Insights; Web Hosting Services Market Size, Share & Industry Analysis, Update Dezember 2025
Cloud Services weltweit
Der Markt für Cloud Services hat sich auch in 2025 dynamisch weiterentwickelt. Precedence Research erwartet laut des Marktreports „Cloud Computing Market Size“ ein weltweites Wachstum für Cloud Services um 21,2 % auf rund 912,8 Mrd. USD in 2025. Der Anteil der reinen Private Cloud Services für
z. B. Firmen und Behörden soll unverändert ca. 47 % ausmachen, der Anteil der Public Cloud Services, die für eine Vielzahl von Kunden gleichzeitig bereitgestellt werden, und mit hybrider Nutzung ca. 53 %.
Geographisch dominiert auch bei Cloud Services Nordamerika mit einem Anteil von 39 % den globalen Markt, gefolgt von Europa mit 25 %. Auch bei Cloud Services ist die Region Asia / Pacific der am schnellsten wachsende Markt mit einem Marktanteil von 21 %.
Nach Services entfällt der größte Teil der weltweiten Umsätze auf Software-as-a-Service (SaaS) mit rund 55 %.
Markt-Kennzahlen: Cloud Services weltweit
in Mrd. USD
2025
2024
Veränderung
Umsatz Cloud Services weltweit
912,77
753,11
+ 21,2 %
davon Private Cloud
429,00
353,96
+ 21,2 %
davon Public Cloud (inkl. Hybrid)
483,77
399,15
+ 21,2 %
Quelle: Precedence Research; Cloud Computing Market Size, Share, and Growth Forecast, Update Oktober 2025

Online-Werbemarkt in Deutschland
Bei den im deutschen Online-Werbemarkt (Mobile Werbung und Desktop-Werbung) erzielten Gesamt-umsätzen (Paid-Search, Display, Video, Affiliate / Classifieds) erwartet die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) laut der Studie „German Entertainment and Media Outlook 2025 - 2029“ (Juni 2025) - nach einem Wachstum von 14,7 % in 2024 – für 2025 ein Wachstum um 10,6 % auf insgesamt rund 21,5 Mrd. €.
Markt-Kennzahlen: Gesamtmarkt Online-Werbung in Deutschland – nach PwC
in Mrd. 
2025
2024
Veränderung
Online-Werbeumsätze
21,45
19,40
+ 10,6 %
Quelle: PricewaterhouseCoopers, German Entertainment and Media Outlook 2025 – 2029, Juni 2025
Nicht viel anders als PwC bewertet auch der Online-Vermarkterkreis (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. die Lage im deutschen Online-Werbemarkt. Dabei berücksichtigt der OVK bei seinen Marktzahlen ausschließlich Nettoumsätze und fokussiert sich ausschließlich auf den für United Internet wichtigsten Teilmarkt, den Display- und Video-Werbemarkt (Mobile und Desktop), wobei die United Internet Marken GMX und WEB.DE ihre Umsätze heute noch überwiegend im Display-Werbemarkt und nur zu einem kleinen Teil im Video-Werbemarkt generieren.
Ausgehend von seiner aktualisierten Prognose im September 2025 erwartet der OVK – im Rahmen seines OVK-Report 2025/02 – für den Display- und Video-Werbemarkt einen Anstieg der Nettoumsätze in 2025 auf rund 7,5 Mrd. €. Dies bedeutet ein Plus von 8,5 % – nach einem Wachstum von 12,8 % im Vorjahr. Das im Vergleich zum Vorjahr geringere Marktwachstum führt der OVK insbesondere auf geopolitische und makroökonomische Unsicherheiten zurück, auf die die Werbetreibenden teilweise mit kurzfristigem und taktischem Buchungsverhalten reagierten.
Das vorgenannte Wachstum von 8,5 % resultiert primär aus dem Video-Werbemarkt, der um 16,6 % auf 3,65 Mrd. € zulegen soll. Im Display-Werbemarkt wird hingegen lediglich mit einem Plus von 1,6 % auf 3,81 Mrd. € gerechnet.
Markt-Kennzahlen: Display- und Video-Werbemarkt in Deutschland – nach OVK
in Mrd. 
2025
2024
Veränderung
Display- und Video-Werbeumsätze
7,46
6,88
+ 8,5 %
davon Video
3,65
3,13
+ 16,6 %
davon Display
3,81
3,75
+ 1,6 %
Quelle: Online-Vermarkterkreis (OVK), OVK-Report 2025/02, September 2025

Rechtliche Rahmenbedingungen / wesentliche Ereignisse
Rechtliche Rahmenbedingungen
Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Geschäftstätigkeit von United Internet blieben im Geschäftsjahr 2025 im Vergleich zum Geschäftsjahr 2024 im Wesentlichen konstant und hatten keinen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung im United Internet Konzern.
Wesentliche Ereignisse
Entscheidung der Bundesnetzagentur zu Low- und Mid-Band-Frequenzen
Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat am 24. März 2025 ihre Entscheidung zur Bereitstellung der ab
Januar 2026 zur Verfügung stehenden Low- und Mid-Band-Frequenzen bekanntgegeben. Diese basiert in den wesentlichen Punkten auf dem im Mai 2024 veröffentlichten Konsultationsentwurf und sieht eine Verlängerung bestehender Frequenznutzungsrechte für Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica vor. Die Verlängerung ist mit der Verpflichtung verbunden, dass Telefónica weiterhin 2*10 MHz seiner 2,6 GHz-Frequenzen sowie Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica, einen Teil des ihnen zur Verfügung stehenden Low-Band-Spektrums 1&1 zur gemeinsamen Nutzung bereitstellen müssen. Um dies zu erreichen, verpflichtete die Behörde die etablierten Netzbetreiber zu fairen Verhandlungen mit 1&1. Sollte 1&1 bis zum 1. Januar 2026 keine Nutzung von Low-Band-Frequenzen gewährt werden, behält die BNetzA sich vor, diese anzuordnen. Die Verhandlungen von 1&1 mit den übrigen Mobilfunknetzbetreibern zur kooperativen, gemeinsamen Nutzung gleichwertiger Funkfrequenzen unterhalb von 1 GHz sind bislang ergebnislos verlaufen. Die Bundesnetzagentur hat daraufhin am 17. Februar 2026 eine schriftliche Anhörung zu einer Anordnung einer kooperativen, gemeinsamen Nutzung von Low-Band-Spektrum in den Ausbaugebieten der 1&1 Mobilfunk GmbH gestartet. Die Anhörung der Mobilfunknetzbetreiber endet am 18. März 2026
Ausstieg von Warburg Pincus bei IONOS
Warburg Pincus hat am 27. März 2025 seine Anteile an der IONOS Group SE vollständig veräußert (Beteiligungsquote zum 31. Dezember 2024: 16,2 %). Durch den Ausstieg wurden unter anderem bedingte Kaufpreiszahlungen von Warburg Pincus an United Internet in Höhe von insgesamt 45,0 Mio. € und von IONOS an die Deutsche Telekom aus dem Erwerb der STRATO AG im Jahr 2017 in Höhe von 34,0 Mio. € fällig. Des Weiteren sind im Zusammenhang mit dem Ausstieg von Warburg Pincus weitere Anschaffungspreisanpassungen aus dem Rückerwerb des Jahres 2021 in Höhe von 9,9 Mio. € fällig geworden, die ergebnisneutral im Eigenkapital erfasst wurden.
Zukauf von 4,4 Mio. 1&1 Aktien
Die United Internet AG hat Anfang April 2025 insgesamt 4,4 Mio. Aktien der Konzerntochter 1&1 AG
erworben. Der Kaufpreis belief sich auf rund 60,8 Mio. €. Durch den Zukauf erhöhte sich der von der
United Internet AG gehaltene Anteil an der 1&1 AG von zuvor 78,32 % auf 80,81 % vom Grundkapital.
Vorläufige rechtliche Einschätzung des Bundeskartellamtes wegen der mangelnden Bereitstellung von Antennenstandorten für 1&1
Das Bundeskartellamt hat am 11. April 2025 seine vorläufige rechtliche Einschätzung wegen der mangelnden Bereitstellung von Antennenstandorten von Vodafone und Vantage Towers für 1&1 veröffentlicht. Das Bundeskartellamt wertet in dieser Einschätzung die verzögerte Bereitstellung der vertraglich vereinbarten Standorte als kartellrechtswidrige Behinderung von 1&1 bei seinem Markteintritt als vierter Netzbetreiber. Vantage Towers hatte Ende 2021 mit 1&1 eine vertragliche Vereinbarung über die Mitnutzung einer vierstelligen Zahl an Antennenstandorten geschlossen, die in mehreren Chargen bis insgesamt Ende 2025 realisiert werden sollte. Die Termine für die vereinbarten Bereitstellungsziele wurden dann nochmals vertraglich um ein Jahr nach hinten verschoben.
Die Bereitstellung der 1&1 zugesagten Standorte verzögert sich allerdings seit Vertragsschluss massiv. Vodafone und Vantage Towers hatten anschließend Gelegenheit, zur Einschätzung des Bundeskartellamts Stellung zu beziehen. Eine abschließende Entscheidung des Amtes steht derzeit noch aus.
Öffentliches Erwerbsangebot für 1&1 Aktien
Nach Ankündigung vom 16. Mai 2025 hat United Internet am 5. Juni 2025 die Angebotsunterlage für ihr freiwilliges öffentliches Erwerbsangebot in Form eines Teilangebots (Barangebot) an die Aktionäre der 1&1 AG zum Erwerb von bis zu 16.250.827 nicht bereits unmittelbar von der United Internet AG gehaltenen auf den Inhaber lautenden Stückaktien von 1&1 (dies entspricht ca. bis zu 9,19 % des Grundkapitals), jeweils mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 1,10 €, gegen Zahlung einer Gegenleistung von 18,50 € je 1&1 Aktie veröffentlicht. Das Angebot von 18,50 € je 1&1 Aktie entsprach einer Prämie von ca. 20 % gegenüber dem XETRA-Schlusskurs bzw. ca. 29 % gegenüber dem volumengewichteten 3-Monats-Durchschnittskurs (XETRA) zum 15. Mai 2025. Mit dem Angebot bot United Internet allen Aktionären der 1&1 AG, also auch denjenigen mit größeren Beständen, eine attraktive Gelegenheit, sich Liquidität mit einer erheblichen Prämie zu verschaffen.
United Internet verfolgte mit dem öffentliches Erwerbsangebot das Ziel, die zuvor bestehende Beteiligung von 80,81 % an 1&1 weiter auszubauen und die Stimmrechtsmehrheit zu festigen. Insbesondere mit Blick auf die in den nächsten Jahren anstehenden Investitionen in den Ausbau des 1&1 Mobilfunknetzes ist eine klare und stabile Aktionärsstruktur von besonderer Bedeutung. Zugleich sollte ein angemessener Freefloat (Streubesitz) erhalten bleiben.
Die Frist für die Annahme des Angebots endete am 3. Juli 2025, 24:00 Uhr (MEZ). Insgesamt wurden United Internet im Rahmen des freiwilligen öffentlichen Erwerbsangebotes 7.585.033 1&1 Aktien angeboten (dies entspricht ca. 4,29 % des Grundkapitals). Der daraus resultierende Erwerbspreis belief sich auf 140,3 Mio. € und wurde im Juli 2025 gezahlt. Damit stiegen die von United Internet gehaltenen Anteile von zuvor 80,81 % im Juli 2025 auf 85,10 % des Grundkapitals der 1&1 AG.
Zukauf von weiteren 2,4 Mio. 1&1 Aktien
Ende August 2025 hat United Internet weitere insgesamt 2,4 Mio. Aktien der 1&1 AG erworben. Der Kaufpreis belief sich auf rund 44,9 Mio. €. Durch den Zukauf erhöhte sich der von United Internet
gehaltene Anteil an der 1&1 AG von zuvor 85,10 % auf 86,46 % vom Grundkapital.
United Internet verkauft 1&1 Versatel an die 1&1 AG
Im November 2025 haben sich United Internet und die 1&1 AG (United Internet Anteil: 86,46 %) über einen konzerninternen Verkauf der United Internet Management Holding SE (United Internet Anteil:
100 %), inklusive derer 100%-iger Tochter 1&1 Versatel GmbH (zusammen: 1&1 Versatel), an die 1&1 AG verständigt.
Der wirtschaftlich vereinbarte Kaufpreis beläuft sich auf ca. 1,3 Mrd. €. Zusätzlich zahlt die 1&1 AG im Zusammenhang mit der Transaktion einen Ausgleichsbetrag in Höhe von 246 Mio. €. Hintergrund ist, dass die Transaktion bei der United Internet Management Holding SE zu einer Wertminderung der Beteiligung an der 1&1 Versatel auf den niedrigeren beizulegenden Wert geführt hat. Der daraus resultierende Verlust war aufgrund des bestehenden Ergebnisabführungsvertrags (Verlustübernahme gemäß §302 AktG) von der United Internet AG zu tragen und wurde im Januar 2026 durch Zahlung der United Internet AG an die United Internet Management Holding SE ausgeglichen. Der Ausgleichsbetrag wird außerhalb der Kaufpreiserfüllung zurückgeführt, formal wird er den Anschaffungskosten zugerechnet. Insgesamt belaufen sich die Anschaffungskosten bei 1&1 damit auf 1.546 Mio. €.
Die 1&1 AG übernahm 1&1 Versatel mit allen Vermögenswerten, insbesondere Netzinfrastruktur und Schulden, inkl. 950 Mio. € Darlehensverbindlichkeiten gegenüber United Internet. Dieses bei 1&1 Versatel verbleibende Darlehen wurde im Zuge des Verkaufes durch eine Garantie der 1&1 AG abgesichert.
Die Erfüllung der Kaufpreisforderung erfolgt durch Aufrechnung mit Gegenforderungen aus einem CashManagementGuthaben in Höhe von 650 Mio. € sowie durch die Gewährung eines Gesellschafterdarlehen von der United Internet AG an die 1&1 AG von ebenfalls 650 Mio. €. Ergänzend erfolgte die Rückführung des Ausgleichsbetrags für die erfolgte Verlustübernahme. In einer Gesamtbetrachtung der gegenseitigen Zahlungen gleichen sich diese aus, so dass United Internet aus der Transaktion keine liquiden Mittel zuflossen.
In Abhängigkeit von der künftigen Geschäftsentwicklung von 1&1 Versatel in den Jahren 2027, 2028 und 2029 kann sich der Kaufpreis um bis zu 300 Mio. € erhöhen oder reduzieren. Ein etwaiger Anpassungsbetrag würde im Jahr 2030 fällig werden.
Durch die konzerninterne Umstrukturierung und den Verkauf von 1&1 Versatel an 1&1 hat United Internet ihre Aktivitäten und Kompetenzen im Telekommunikationsgeschäft unter dem Dach der 1&1 AG gebündelt.
Der Anteilsverkauf erfolgte mit wirtschaftlicher Wirkung zum Ablauf des 30. November 2025.
1&1 erfüllt Vorgaben der Bundesnetzagentur
Die 1&1 AG hat nur zwei Jahre nach dem Start der mobilen Dienste im vierten deutschen Mobilfunknetz im Dezember 2025 eine Abdeckung von 27 Prozent der deutschen Haushalte erreicht. Damit erfüllt 1&1 das erste Flächenversorgungsziel von 25 Prozent, welches dem Unternehmen im Rahmen der 5G-Frequenzauktion von der Bundesnetzagentur vorgegeben wurde, fristgerecht vor dem 31. Dezember 2025.
Bereits im November 2025 hat 1&1 mit dem Abschluss der Migration aller auf Basis früherer Wholesale-Verträge versorgter Bestandskunden ins 1&1 Mobilfunknetz die Auflage der Bundesnetzagentur zur “wettbewerblichen Unabhängigkeit” frühzeitig erfüllt.
Darüber hinaus fanden im Geschäftsjahr 2025 keine wesentlichen Ereignisse statt, die einen maßgeblichen Einfluss auf den Geschäftsverlauf hatten.

2.2
Geschäftsverlauf
Verwendung und Definition relevanter finanzieller Kennzahlen
Für eine klare und transparente Darstellung der Geschäftsentwicklung von United Internet werden in den Jahres- und Zwischenabschlüssen des Konzerns – neben den nach International Financial Reporting Standards (IFRS) geforderten Angaben – weitere finanzielle Kennzahlen wie z. B. EBITDA, EBITDA-Marge, EBIT, EBIT-Marge oder der Free Cashflow angegeben.
Diese Kennzahlen sind bei United Internet wie folgt definiert:
EBIT: Das EBIT (Earnings before Interest and Taxes; Ergebnis vor Zinsen und Steuern) stellt das in der Gesamtergebnisrechnung ausgewiesene Ergebnis der betrieblichen Tätigkeiten dar.
EBIT-Marge: Die EBIT-Marge stellt das Verhältnis von EBIT zu Umsatz dar.
EBITDA: Das EBITDA (Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization; Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) errechnet sich aus dem EBIT / Ergebnis der betrieblichen Tätigkeiten zuzüglich der (in der Kapitalflussrechnung ausgewiesenen Positionen) Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sowie Abschreibungen auf im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierte Vermögenswerte abzüglich der darin gegebenenfalls enthaltenen Abschreibungen aus nicht-fortgeführten Geschäftsbereichen.
EBITDA-Marge: Die EBITDA-Marge stellt das Verhältnis von EBITDA zu Umsatz dar.
Cashflow vor Veränderung der Bilanzposten (Zwischensumme): Der Cashflow vor Veränderung der Bilanzposten ergibt sich aus dem Konzernergebnis, bereinigt um zahlungsunwirksame Effekte. Dazu zählen u. a. Abschreibungen, das At-equity-Ergebnis, latente Steuern sowie Zins- und Finanzierungsaufwendungen. Diese Zwischensumme stellt den operativen Mittelzufluss dar, bevor Veränderungen im Working Capital und sonstigen Bilanzposten berücksichtigt werden.
Free Cashflow: Der Free Cashflow errechnet sich aus den (in der Kapitalflussrechnung ausgewiesenen Positionen) Nettozahlungen der betrieblichen Tätigkeit, verringert um Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, zuzüglich Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen.
Free Cashflow nach Leasing: Der Free Cashflow nach Leasing ergibt sich aus dem Free Cashflow inkl. des Tilgungsanteils von Leasingverbindlichkeiten, die seit dem Geschäftsjahr 2019 (IFRS 16) in den Nettozahlungen im Finanzierungsbereich ausgewiesen werden.
Capex: Der Capex ist die Summe der gebuchten Ausgaben für Investitionen in immaterielle Vermö-genswerte und Sachanlagen.
Cash-Capex: Der Cash-Capex ist die Summe der zahlungswirksamen Ausgaben für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen.
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Die vorgenannten Kennzahlen werden, soweit es für eine klare und transparente Darstellung notwendig ist, um Sonderfaktoren / Sondereffekte bereinigt und unter der Bezeichnung „operative Kennzahlen“ (also z. B. operatives EBITDA, operatives EBIT oder operatives EPS) ausgewiesen. Eine Herleitung von EBITDA, EBIT, EBT, Konzernergebnis und EPS (laut Gesamtergebnisrechnung) auf die um Sondereffekte bereinigten Werte findet sich im Kapitel 2.3 „Lage des Konzerns“.
Die Sondereffekte betreffen in der Regel nur solche Effekte, die aufgrund ihrer Art, ihrer Häufigkeit und / oder ihres Umfangs geeignet sind, die Aussagekraft der finanziellen Kennzahlen für die Finanz- und Ertragsentwicklung des Konzerns zu beeinträchtigen. Alle Sondereffekte werden zum Zwecke der Überleitung von den unbereinigten finanziellen Kennzahlen zu den operativen Kennzahlen im jeweiligen Abschnitt des Abschlusses aufgezeigt und erläutert.
Aufwendungen für den Ausbau des 1&1 Mobilfunknetzes oder Anlaufkosten in neuen Geschäftsfeldern bei 1&1 Versatel werden dagegen nicht bereinigt, sondern – sofern vorhanden – in den jeweiligen Abschnitten aufgezeigt.
Währungsbereinigte Umsatz- und Ergebniszahlen werden berechnet, indem Umsatz und Ergebnis mit den durchschnittlichen Wechselkursen der Vergleichsperiode anstatt der laufenden Periode umgerechnet werden.
Die für die Steuerung des Konzerns bedeutsamsten finanziellen Kennzahlen sind der Umsatz sowie das operative EBITDA gemäß IFRS.
Sondereffekte im Geschäftsjahr 2025
Einstellung / Verkauf der Geschäftsfelder „Energy“ und „De-Mail“
Nach eingehender Prüfung haben Vorstand und Aufsichtsrat im März 2024 beschlossen, die Geschäftsfelder „Energy“ und „De-Mail“ im Segment „Consumer Applications“ nicht weiterzuführen.
Vor diesem Hintergrund weist United Internet seit dem 1. Quartal 2024 im Rahmen der Lageberichterstattung die Umsatz- und Ergebnisbeiträge der beiden Geschäftsfelder sowohl im Segment „Consumer Applications“ als auch auf Konzernebene separat aus und bereinigt die aktuellen operativen Kennzahlen sowie die Vergleichswerte aus Vorperioden um diese Beiträge. Auch die Darstellung der Kundenverträge erfolgt entsprechend bereinigt. Die Finanzkennzahlen der Jahre 2021 und 2022 in den Mehrperiodenübersichten blieben hingegen unverändert.
Nachdem „De-Mail“ bereits zum Jahresende 2024 eingestellt wurde, ergab sich im Geschäftsjahr 2025 lediglich noch ein Umsatz- und Ergebnisbeitrag aus dem Mitte Oktober 2025 verkauften Geschäftsfeld „Energy“, der separat ausgewiesen und bereinigt wird. Dieser betrug im Geschäftsjahr 2025 16,1 Mio. € Umsatz sowie +7,8 Mio. € EBITDA und EBIT (netto inkl. des Verkaufserlöses). Zum Vergleich: Im Geschäftsjahr 2024 lagen die bereinigten Umsatz- und Ergebnisbeiträge aus „Energy“ und „De-Mail“ bei 26,2 Mio. € Umsatz sowie bei -0,7 Mio. € EBITDA und -0,9 Mio. € EBIT.

Entscheidung des Bundesfinanzhofs zugunsten von United Internet
Per Gerichtsbescheid von Juli 2025 hat der Bundesfinanzhof (BFH) in einem Rechtsstreit zur Körperschaftssteuer 2008 zwischen United Internet und der zuständigen Finanzbehörde zugunsten von United Internet entschieden.
Aus der Entscheidung resultierten im Geschäftsjahr 2025 eine Steuerrückerstattung sowie eine damit verbundene Zinserstattung, die jeweils zum Großteil bereits erstattet wurden. Die Höhe der Steuerrückerstattung belief sich auf 37,4 Mio. €, die in Höhe von 8,5 Mio. € bereits in Vorjahren als Forderungen gegenüber den Finanzbehörden erfasst wurden, so dass sich netto ein Steuerertrag von 28,9 Mio. € ergab. Die Höhe der Zinserstattung (inkl. Kosten) belief sich auf 34,9 Mio. €, die in Höhe von 4,7 Mio. € ebenfalls bereits in Vorjahren als Forderungen gegenüber den Finanzbehörden erfasst wurden, so dass sich netto ein Zinsertrag von 30,2 Mio. € ergab. Vor dem Hintergrund dieser einmaligen Sondereffekte bei Steuern und Zinsen bereinigt United Internet im Rahmen der Lageberichterstattung auf Konzernebene die aktuellen operativen Kennzahlen um diese Beträge.
IONOS stellt Sedo zum Verkauf und bilanziert die Gesellschaft gemäß IFRS 5
Die United Internet Tochter IONOS Group SE hat im September 2025 entschieden, die Sedo GmbH inkl. ihrer Tochterunternehmen („Sedo“) und somit das IONOS Geschäftsfeld „AdTech“ (früher: Aftermarket) zu veräußern. Übergeordnetes Ziel des Verkaufs ist es, den Fokus des Managements der IONOS Group ganz auf deren Kerngeschäftsfelder „Web Presence & Productivity“ und „Cloud Solutions“ auszurichten.
Sedo hat sich in letzter Zeit zunehmend vom Zweitmarkt rund um die Nutzung und den Handel von Domains hin zu einer Plattform für Traffic-Monetarisierung und damit zu einem Teil des digitalen Werbemarktes entwickelt. Damit haben sich die Sedo-Aktivitäten von den IONOS Kerngeschäftsfeldern entfernt. Durch den geplanten Gesellschafterwechsel soll Sedo die vielfältigen Chancen des AdTech-Geschäfts zukünftig noch besser nutzen und sich positiv weiterentwickeln können.
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siehe Seite 207
Mit der Entscheidung Sedo zu veräußern, wird Sedo aufgrund der Größe und Bedeutung (anders als das von der Größenordnung her zu kleine und unbedeutende Geschäftsfeld „Energy“) gemäß IFRS 5 als nicht fortgeführter Geschäftsbereich ausgewiesen. Die aktuellen Geschäftszahlen 2025 sowie die Vorjahreszahlen der Gesamtergebnisrechnung (GuV) bei der IONOS Group SE sowie der United Internet AG wurden entsprechend angepasst. Die Umsatzerlöse und Aufwendungen des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs sind in den jeweiligen GuV-Positionen nicht mehr enthalten. Der nicht fortgeführte Geschäftsbereich wird mit seinem Periodenergebnis nach Steuern separat dargestellt. Die Auswirkungen auf die Kapitalflussrechnung zum 31. Dezember 2025 und 31. Dezember 2024 werden im Konzernanhang unter Anhangangabe 16 separat ausgewiesen. Die Auswirkungen auf die Bilanz zum 31. Dezember 2025 werden innerhalb der Bilanz separat dargestellt. Die Bilanz zum 31. Dezember 2024 ist dagegen unverändert darzustellen.
Für weitere Informationen wird auf den Konzernanhang unter Anhangangabe 16 verwiesen.

Tatsächlicher und prognostizierter Geschäftsverlauf 2025
Prognostizierter Geschäftsverlauf
Die United Internet AG hat per Ad-hoc-Mitteilung vom 25. März 2025 ihre Prognose für das Geschäftsjahr 2025 veröffentlicht und unterjährig wie folgt konkretisiert bzw. bereinigt:
Prognose 2025(1)
 
Prognose 2025
(März 2025)
Konkretisierung
(Mai 2025)
Bereinigung(2)
(November 2025)
Umsatz
ca. 6,4 Mrd. 
ca. 6,45 Mrd. 
ca. 6,05 Mrd. 
EBITDA
ca. 1,35 Mrd. 
ca. 1,35 Mrd. 
ca. 1,30 Mrd. 
(1)Ohne Berücksichtigung des Geschäftsfeldes „Energy“
(2)Bereinigung um die bisher in der Prognose enthaltenen Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Sedo infolge der Bilanzierung von Sedo gemäß IFRS 5 als nicht fortgeführter Geschäftsbereich
Tatsächlicher Geschäftsverlauf
Ohne Berücksichtigung des Geschäftsfeldes „Energy“ in 2025 bzw. „Energy“ und „De-Mail“ in 2024 entwickelten sich die zentralen Steuerungskennzahlen Umsatz und operatives EBITDA aus fortgeführten Geschäftsbereichen wie folgt:
Der Umsatz auf Konzernebene stieg im Geschäftsjahr 2025 von 5,991 Mrd. € (vergleichbarer Vorjahreswert) um 1,9 % auf 6,104 Mrd. € und übertraf damit die Umsatzprognose von November 2025 (ca. 6,05 Mrd. €).
Das operative EBITDA auf Konzernebene verbesserte sich im Geschäftsjahr 2025 von 1,252 Mrd. € (vergleichbarer Vorjahreswert) um 2,4 % auf 1,282 Mrd. € und lag damit im Zielkorridor der EBITDA-Prognose von November 2025 (ca. 1,30 Mrd. €).
Zusammenfassung: Tatsächlicher und prognostizierter Geschäftsverlauf 2025(1)
 
Prognose 2025
(März 2025)
Konkretisierung
(Mai 2025)
Bereinigung(2)
(November 2025)
Ist
2025
Umsatz
ca. 6,4 Mrd. 
ca. 6,45 Mrd. 
ca. 6,05 Mrd. 
6,104 Mrd. 
EBITDA
ca. 1,35 Mrd. 
ca. 1,35 Mrd. 
ca. 1,30 Mrd. 
1,282 Mrd. 
(1)Ohne Berücksichtigung des Geschäftsfeldes „Energy“
(2)Bereinigung um die bisher in der Prognose enthaltenen Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Sedo infolge der Bilanzierung von Sedo gemäß IFRS 5 als nicht fortgeführter Geschäftsbereich
Der Jahresfehlbetrag der United Internet AG (Einzelgesellschaft) belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf
-260,8 Mio. € und lag damit deutlich unter der Prognose 2025, die (vorbehaltlich eventueller Sondereffekte) von einem ausgeglichenen Jahresergebnis ausging. Ursächlich hierfür war insbesondere der konzerninterne Verkauf der United Internet Management Holding und deren Tochter 1&1 Versatel an 1&1 (mit wirtschaftlicher Wirkung zum Ablauf des 30. November 2025), der auf Ebene der United Internet Management Holding zu einer außerplanmäßigen Wertminderung der Beteiligung an 1&1 Versatel in Höhe von 246,1 Mio. € und einer entsprechenden Verlustausgleichsverpflichtung im Zusammenhang mit dem Ergebnisabführungsvertrags durch United Internet führte. Hinzu kam eine außerplanmäßige Abschreibung der Beteiligung an Kublai in Höhe von 37,2 Mio. €. Bereinigt um diese außerplanmäßigen Faktoren lag das Jahresergebnis 2025 der Einzelgesellschaft im Zielkorridor der Prognose der Einzelgesellschaft.
Entwicklung der Geschäftsbereiche und Segmente
Die operative Geschäftstätigkeit des Konzerns gliedert sich in die Geschäftsbereiche „Access“ und
„Applications“, die sich wiederum in die Segmente „Consumer Access“ und „Business Access“ sowie „Consumer Applications“ und „Business Applications“ unterteilen.
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Einzelheiten zu den Geschäftsmodellen der einzelnen Segmente finden sich in Kapitel 1.1 „Geschäftsmodell“.
Segment „Consumer Access“
Im Segment „Consumer Access“ stand im Geschäftsjahr 2025 – neben dem Betrieb und Ausbau des 1&1 Mobilfunknetzes sowie der Kundenmigration aufs eigene Netz – die weitere Gewinnung von werthaltigen Mobile-Internet-Verträgen im Fokus, während bei Breitband-Anschlüssen ein Rückgang erwartet wurde.
Entsprechend ging die Zahl der kostenpflichtigen Verträge im Segment „Consumer Access“ im Geschäftsjahr 2025 insgesamt um 70.000 Verträge auf 16,32 Mio. zurück. Dabei stand einem Plus von 40.000 Mobile Internet Verträgen erwartungsgemäß ein Minus von 110.000 Breitband-Verträgen gegenüber.
Entwicklung der Consumer-Access-Verträge im Geschäftsjahr 2025
in Mio.
31.12.2025
31.12.2024
Veränderung
Consumer Access, Verträge gesamt
16,32
16,39
- 0,07
davon Mobile Internet
12,48
12,44
+ 0,04
davon Breitband-Anschlüsse
3,84
3,95
- 0,11
Entwicklung der Consumer-Access-Verträge im 4. Quartal 2025
in Mio.
31.12.2025
30.09.2025
Veränderung
Consumer Access, Verträge gesamt
16,32
16,34
- 0,02
davon Mobile Internet
12,48
12,48
0,00
davon Breitband-Anschlüsse
3,84
3,86
- 0,02
Der Umsatz im Segment „Consumer Access“ stieg im Geschäftsjahr 2025 von 4.064,3 Mio. € im Vorjahr um 0,8 % auf 4.095,9 Mio. €. Dabei stiegen die von rückläufigen Breitband-Anschlüssen belasteten margenstarken Service-Umsätze, die das Kerngeschäft des Segments darstellen, von 3.303,1 Mio. € im Vorjahr leicht um 0,1 % auf 3.306,6 Mio. € im Geschäftsjahr 2025. Die margenschwachen Hardware-Umsätze legten mit 789,3 Mio. € um 3,7 % gegenüber dem Vorjahr (761,2 Mio. €) zu. Das Hardware-Geschäft schwankt saisonal und hängt von der Attraktivität neuer Geräte und den Modellzyklen der Hersteller ab.
Das Segment-EBITDA ging auf 521,5 Mio. € zurück (Vorjahr: 590,8 Mio. €). Die darin enthaltenen Aufwendungen für den Ausbau des 1&1 Mobilfunknetzes beliefen sich unverändert zum Vorjahr auf -265,3 Mio. €. Der EBITDA-Rückgang resultiert insbesondere aus gestiegenen Vorleistungskosten infolge des langsamer als von 1&1 geplanten Wachstums des Vodafone Netzes (und damit höherer Kosten für 1&1 durch das im National Roaming-Vertrag zugrunde liegende Kapazitätsmodell) sowie dem Wechsel des National Roaming-Anbieters von Telefónica auf Vodafone. Bei der National Roaming-Vereinbarung mit Vodafone werden die von 1&1 genutzten Kapazitäten vollständig EBITDA-wirksam erfasst, während sie beim National Roaming mit Telefónica teilweise aktiviert und planmäßig abgeschrieben wurden.
Dadurch sowie durch die gestiegenen Abschreibungen infolge der Investitionen in den Aufbau des
1&1 Mobilfunknetzes blieb das Segment-EBIT mit 219,5 Mio. € hinter dem Vorjahr (309,4 Mio. €) zurück.
Die EBITDA-Marge sank von 14,5 % auf 12,7 % und die EBIT-Marge von 7,6 % auf 5,4 %.
Die Zahl der Mitarbeitenden in diesem Segment ging in 2025 um 6,3 % auf 3.063 (Vorjahr: 3.268) zurück. Für weitere Informationen wird auf den Personalbericht verwiesen.
Wesentliche Umsatz- und Ergebniskennzahlen im Segment „Consumer Access“ (in Mio. €)
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(1)
Hauptsächlich Hardware-Umsätze
(2) Inklusive periodenfremde Aufwendungen für den Netzaufbau aus 2022 und 2023 (EBITDA- und EBIT-Effekt: -14,3 Mio. €)
Quartalsentwicklung; Veränderung zum Vorjahresquartal(1)
in Mio. 
Q1 2025
Q2 2025
Q3 2025
Q4 2025
Q4 2024
Veränderung
Umsatz
1.018,5
987,9
1.009,8
1.079,7
1.047,1
+ 3,1 %
davon Service-Umsatz
821,9
824,6
832,8
827,3
824,4
+ 0,4 %
davon Sonstiger Umsatz(2)
196,6
163,3
177,0
252,4
222,7
+ 13,3 %
EBITDA
155,9
128,0
125,9
111,7
127,8
- 12,6 %
EBIT
73,2
44,9
57,3
44,1
21,9
+ 101,4 %
(1)Ungeprüft; siehe Hinweis „ungeprüfte Abschnitte“ am Anfang des Lageberichts
(2)Hauptsächlich Hardware-Umsätze
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung wesentlicher Umsatz- und Ergebniskennzahlen
in Mio. 
2021
2022
2023
2024
2025
Umsatz
3.909,7
3.963,7
4.096,7
4.064,3
4.095,9
davon Service-Umsatz
3.123,4
3.175,4
3.243,2
3.303,1
3.306,6
davon Sonstiger Umsatz(1)
786,3
788,3
853,5
761,2
789,3
EBITDA
671,9(2)
693,3
653,8
590,8(3)
521,5
EBITDA-Marge
17,2 %
17,5 %
16,0 %
14,5 %
12,7 %
EBIT
507,3(2)
534,9
455,8
309,4(3)
219,5
EBIT-Marge
13,0 %
13,5 %
11,1 %
7,6 %
5,4 %
(1)Hauptsächlich Hardware-Umsätze
(2)Exklusive eines periodenfremden positiven Ergebniseffekts, der dem 2. Halbjahr 2020 zuzuordnen ist (EBITDA- und EBIT-Effekt: +39,4 Mio. €)
(3)Inklusive periodenfremde Aufwendungen für den Netzaufbau aus 2022 und 2023 (EBITDA- und EBIT-Effekt: -14,3 Mio. €)
Segment „Business Access“
Zentrale Themen im Segment „Business Access“ waren – neben dem operativen Geschäft – im Geschäftsjahr 2025 der Ausbau des Glasfasernetzes sowie die Erschließung weiterer Standorte.
Der Umsatz im Segment „Business Access“ stieg im Geschäftsjahr 2025 von 574,9 Mio. € im Vorjahreszeitraum um 2,1 % auf 586,7 Mio. €.
Das Segment-EBITDA verbesserte sich von 165,1 Mio. € um 1,3 % auf 167,2 Mio. €. Die EBITDA-Marge sank leicht von 28,7 % auf 28,5 %.
Im neuen Geschäftsfeld „5G“ errichtet 1&1 Versatel im Rahmen eines „Intercompany-Vertrages“ Rechenzentren und Glasfaseranbindungen für Antennenstandorte des 1&1 Mobilfunknetzes und überlässt 1&1 diese mietweise. Im weiteren neuen Geschäftsfeld „Ausbau von Gewerbegebieten“ schließt 1&1
Versatel über neu errichtete regionale Ausbau-Cluster Unternehmen in Gewerbegebieten an Glasfaser an. Die in den neuen Geschäftsfeldern insgesamt entstandenen Anlaufkosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2025 auf -15,4 Mio. € beim EBITDA (Vorjahr: -21,6 Mio. €) sowie auf -131,2 Mio. € beim EBIT (Vorjahr: -117,4 Mio. €).
Aufgrund gestiegener Abschreibungen infolge der damit verbundenen Investitionen in die Netzinfrastruktur ging das Segment-EBIT von -78,6 Mio. € im Vorjahr auf -100,5 Mio. € zurück.
Die Zahl der Mitarbeitenden in diesem Segment sank in 2025 um 1,2 % auf 1.615 (Vorjahr: 1.635).
'Please unpack the Result.zip and reopen this file.'Wesentliche Umsatz- und Ergebniskennzahlen im Segment „Business Access“ (in Mio. €)
Quartalsentwicklung; Veränderung zum Vorjahresquartal(1)
in Mio. 
Q1 2025
Q2 2025
Q3 2025
Q4 2025
Q4 2024
Veränderung
Umsatz
144,0
143,3
148,1
151,3
144,2
+ 4,9 %
EBITDA
36,6
43,8
42,7
44,1
44,5
- 0,9 %
EBIT
–27,7
–21,3
–23,8
–27,7
–21,3
 
(1)Ungeprüft; siehe Hinweis „ungeprüfte Abschnitte“ am Anfang des Lageberichts
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung wesentlicher Umsatz- und Ergebniskennzahlen
in Mio. 
2021
2022
2023
2024
2025
Umsatz
514,4
543,4
564,0
574,9
586,7
EBITDA
158,8
154,1
162,9
165,1
167,2
EBITDA-Marge
30,9 %
28,4 %
28,9 %
28,7 %
28,5 %
EBIT
–22,9
–39,5
–51,5
–78,6
–100,5
EBIT-Marge
-
-
-
-
-
Segment „Consumer Applications“
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Wie bereits im Kapitel 2.2 „Geschäftsverlauf“ unter „Sondereffekte im Geschäftsjahr 2025“ ausgeführt, haben Vorstand und Aufsichtsrat im März 2024 entschieden, die Geschäftsfelder „Energy“ und „De-Mail“ im Segment „Consumer Applications“ nicht fortzuführen. Die Kennzahlen 2023, 2024 und 2025 werden im Folgenden entsprechend bereinigt dargestellt. Die Finanzkennzahlen der Jahre 2021 und 2022 in der Mehrperiodenübersicht bleiben hingegen unverändert.
Nachdem das Geschäftsfeld „De-Mail“ bereits zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 eingestellt wurde, wurde das Geschäftsfeld „Energy“ Mitte Oktober 2025 verkauft.
Im Segment „Consumer Applications“ waren 2025 der weitere Aufbau datengetriebener Geschäftsmodelle sowie der Ausbau der Kundenverhältnisse die zentralen Themen.
Die Anzahl der Pay-Accounts (kostenpflichtige Verträge) im Segment „Consumer Applications“ stieg im Geschäftsjahr 2025 um 310.000 auf 3,35 Mio. Werbefinanzierte Free-Accounts blieben hingegen mit 38,68 Mio. aufgrund der hohen Konvertierung in kostenpflichtige Kundenverhältnisse um 250.000 hinter dem 31. Dezember 2024 (38,93 Mio.) zurück. Insgesamt legte die Anzahl der Accounts um 60.000 auf 42,03 Mio. zu.
Entwicklung der Consumer-Applications-Accounts im Geschäftsjahr 2025
in Mio.
31.12.2025
31.12.2024
Veränderung
Consumer Applications, Accounts gesamt
42,03
41,97
+ 0,06
davon mit Premium-Mail-Subscription (Verträge)
2,46
2,22
+ 0,24
davon mit Value-Added-Subscription (Verträge)
0,89
0,82(1)
+ 0,07
davon Free-Accounts
38,68
38,93
- 0,25
Entwicklung der Consumer-Applications-Accounts im 4. Quartal 2025
in Mio.
31.12.2025
30.09.2025
Veränderung
Consumer Applications, Accounts gesamt
42,03
41,73
+ 0,30
davon mit Premium-Mail-Subscription (Verträge)
2,46
2,39
+ 0,07
davon mit Value-Added-Subscription (Verträge)
0,89
0,87(1)
+ 0,02
davon Free-Accounts
38,68
38,47
+ 0,21
(1)Vertragszahlen zum 30.09.2025 und 31.12.2024 ohne 0,02 Mio. Energy-Verträge (Value-Added-Subscription)
Trotz eines insgesamt schwachen DisplayWerbemarktes in Deutschland konnten die Werbeerlöse erheblich gesteigert werden. Zusammen mit dem anhaltend starken Wachstum bei Pay-Verträgen führte dies im Geschäftsjahr 2025 zu deutlichen Umsatz- und Ergebnissteigerungen.
Bereinigt um Umsätze von 26,2 Mio. € aus „Energy“ und „De-Mail“ im Vorjahreszeitraum bzw. 16,1 Mio. € aus „Energy“ im Geschäftsjahr 2025 stieg der Umsatz im Segment „Consumer Applications" von 298,3 Mio. € um 8,1 % auf 322,6 Mio. €.

Bereinigt um Ergebnisbeiträge aus „Energy“ und „De-Mail“ von -0,7 Mio. € (EBITDA) bzw. -0,9 Mio. €
(EBIT) im Vorjahreszeitraum und +7,8 Mio. € (EBITDA und EBIT, jeweils netto inkl. des Erlöses aus dem Verkauf des Geschäftsfeldes Mitte Oktober 2025) aus „Energy“ im Geschäftsjahr 2025 lag das operative Segment-EBITDA mit 123,1 Mio. € um 8,7 % über Vorjahresniveau (113,2 Mio. €). Infolge leicht höherer Abschreibungen legte das operative Segment-EBIT mit 111,9 Mio. € etwas weniger stark um 8,0 % gegenüber dem Vorjahr (103,6 Mio. €) zu.
Damit einhergehend legte die operative EBITDA-Marge leicht von 37,9 % auf 38,2 % zu, während die operative EBIT-Marge unverändert bei 34,7 % lag.
Die Zahl der Mitarbeitenden in diesem Segment sank in 2025 um 0,5 % auf 1.089 (Vorjahr: 1.095).
'Please unpack the Result.zip and reopen this file.'Wesentliche Umsatz- und Ergebniskennzahlen im Segment „Consumer Applications“ (in Mio. €)
(1)
Exklusive des Umsatz- und Ergebnisbeitrages von Energy
(Umsatz-Beitrag: 16,1 Mio. €, EBITDA-Beitrag: +7,8 Mio. € netto inkl. Verkaufserlös, EBIT-Beitrag: +7,8 Mio. € netto inkl. Verkaufserlös)
(2)
Exklusive der Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Energy und De-Mail
(Umsatz-Beitrag: 26,2 Mio. €, EBITDA-Beitrag: -0,7 Mio. €, EBIT-Beitrag: -0,9 Mio. €)

Quartalsentwicklung; Veränderung zum Vorjahresquartal(1)
in Mio. 
Q1 2025(2)
Q2 2025(2)
Q3 2025(2)
Q4 2025(2)
Q4 2024(3)
Veränderung
Umsatz
73,7
75,2
80,8
92,9
80,7
+ 15,1 %
EBITDA
25,4
28,5
29,0
40,2
34,3
+ 17,2 %
EBIT
22,4
25,8
26,3
37,4
31,9
+ 17,2 %
(1)Ungeprüft; siehe Hinweis „ungeprüfte Abschnitte“ am Anfang des Lageberichts




(2)Exklusive des Umsatz- und Ergebnisbeitrages von Energy
(Umsatz-Beitrag: 5,9 Mio. €, EBITDA-Beitrag: +0,2 Mio. €, EBIT-Beitrag: +0,2 Mio. € in Q1 2025;
Umsatz-Beitrag: 5,3 Mio. €, EBITDA-Beitrag: +1,0 Mio. €, EBIT-Beitrag: +1,0 Mio. € in Q2 2025);
Umsatz-Beitrag: 4,9 Mio. €, EBITDA-Beitrag: +0,7 Mio. €, EBIT-Beitrag: +0,7 Mio. € in Q3 2025;
Umsatz-Beitrag: 0,0 Mio. €, EBITDA-Beitrag: +5,9 Mio. € netto inkl. Verkaufserlös, EBIT-Beitrag: +5,9 Mio. € netto inkl. Verkaufserlös in Q4 2025)

(3)Exklusive der Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Energy und De-Mail
(Umsatz-Beitrag: 6,3 Mio. €, EBITDA-Beitrag: -0,5 Mio. €, EBIT-Beitrag: -0,6 Mio. € in Q4 2024)

Mehrperiodenübersicht: Entwicklung wesentlicher Umsatz- und Ergebniskennzahlen
in Mio. 
2021
2022
2023
2024
2025
Umsatz
285,2
288,6
277,0(3)
298,3(4)
322,6(5)
EBITDA
102,4(1)
104,4(2)
106,2(3)
113,2(4)
123,1(5)
EBITDA-Marge
35,9 %
36,2 %
38,3 %
37,9 %
38,2 %
EBIT
93,3(1)
94,6(2)
96,6(3)
103,6(4)
111,9(5)
EBIT-Marge
32,7 %
32,8 %
34,9 %
34,7 %
34,7 %
(1)Exklusive eines nicht-cashwirksamen Bewertungseffekts aus Derivaten (EBITDA- und EBIT-Effekt: +4,9 Mio. €) sowie der konzerninternen Beteiligungsveräußerung der AWIN AG (EBITDA- und EBIT-Effekt: +50,1 Mio. €)
(2)Exklusive eines nicht-cashwirksamen Bewertungseffekts aus Derivaten (EBITDA- und EBIT-Effekt: -0,5 Mio. €)
(3)Exklusive der Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Energy und De-Mail (Umsatz-Beitrag: 27,3 Mio. €, EBITDA-Beitrag: -2,7 Mio. €,
EBIT-Beitrag: -2,8 Mio. €)
(4)Exklusive der Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Energy und De-Mail (Umsatz-Beitrag: 26,2 Mio. €, EBITDA-Beitrag: -0,7 Mio. €,
EBIT-Beitrag: -0,9 Mio. €)
(5)Exklusive des Umsatz- und Ergebnisbeitrages von Energy (Umsatz-Beitrag: 16,1 Mio. €, EBITDA-Beitrag: +7,8 Mio. € netto inkl. Verkaufserlös,
EBIT-Beitrag: +7,8 Mio. € netto inkl. Verkaufserlös)

Segment „Business Applications“
In 2025 lag der Fokus bei „Business Applications“ auf Up- und Cross-Selling-Maßnahmen bei Bestandskunden sowie auf der Gewinnung neuer Kundenbeziehungen.
Insgesamt konnte die Zahl der kostenpflichtigen Verträge für Business-Applikationen im Geschäftsjahr 2025 um 460.000 Verträge auf 10,05 Mio. Verträge zulegen. Der Zuwachs resultiert aus 170.000 Verträgen im Inland sowie 290.000 im Ausland.
Entwicklung der Business-Applications-Verträge im Geschäftsjahr 2025
in Mio.
31.12.2025
31.12.2024
Veränderung
Business Applications, Verträge gesamt
10,05
9,59
+ 0,46
davon „Inland“
4,80
4,63
+ 0,17
davon „Ausland“
5,25
4,96
+ 0,29
Entwicklung der Business-Applications-Verträge im 4. Quartal 2025
in Mio.
31.12.2025
30.09.2025
Veränderung
Business Applications, Verträge gesamt
10,05
9,90
+ 0,15
davon „Inland“
4,80
4,75
+ 0,05
davon „Ausland“
5,25
5,15
+ 0,10


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Nach der Entscheidung, Sedo (IONOS Geschäftsfeld „AdTech“) zu veräußern, wird Sedo gemäß IFRS 5 als nicht fortgeführter Geschäftsbereich bilanziert und nicht mehr in den Umsatz- und Ergebniskennzahlen des Segments „Business Applications“, sondern mit seinem Periodenergebnis nach Steuern separat unter den nicht fortgeführten Geschäftsbereichen ausgewiesen. Die Umsatz- und Ergebniskennzahlen des Vorjahres wurden entsprechend angepasst. Für weitere Informationen wird auf Kapitel 2.2 „Geschäftsverlauf“ unter „Sondereffekte im Geschäftsjahr 2025“ verwiesen.
Der Umsatz im Segment „Business Applications“ stieg im Geschäftsjahr 2025 von 1.248,1 Mio. € im Vorjahreszeitraum um 5,5 % auf 1.316,9 Mio. €.
Deutlicher noch konnten die Ergebniskennzahlen zulegen. So stiegen das Segment-EBITDA von 387,4 Mio. € um 19,8 % auf 464,1 Mio. € und das Segment-EBIT von 275,7 Mio. € um 29,0 % auf 355,7 Mio. €.
Die EBITDA-Marge sowie die EBIT-Marge legten entsprechend deutlich von 31,0 % auf 35,2 % bzw. von 22,1 % auf 27,0 % zu.
Die Zahl der Mitarbeitenden in diesem Segment stieg in 2025 leicht um 1,1 % auf 4.115 (Vorjahr: 4.072).
Wesentliche Umsatz- und Ergebniskennzahlen im Segment „Business Applications“ (in Mio. €)
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(1)
Nach Bilanzierung von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 zum 30. September 2025; Vorjahr 2024 angepasst
Quartalsentwicklung; Veränderung zum Vorjahresquartal(1)
in Mio. 
Q1 2025(2)
Q2 2025(2)
Q3 2025(2)
Q4 2025(2)
Q4 2024(2)
Veränderung
Umsatz
329,6
326,4
324,2
336,7
325,0
+ 3,6 %
EBITDA
106,4
120,2
126,8
110,7
96,5
+ 14,7 %
EBIT
79,0
93,2
100,1
83,4
66,5
+ 25,4 %
(1)Ungeprüft; siehe Hinweis „ungeprüfte Abschnitte“ am Anfang des Lageberichts
(2)Nach Bilanzierung von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 zum 30. September 2025; Vorquartale angepasst

Mehrperiodenübersicht: Entwicklung wesentlicher Umsatz- und Ergebniskennzahlen
in Mio. 
2021
2022
2023
2024
2025
Umsatz
1.103,3
1.293,0
1.423,7
1.248,1(4)
1.316,9(4)
EBITDA
329,3(1)
329,2(2)
373,7(3)
387,4(4)
464,1(4)
EBITDA-Marge
29,8 %
25,5 %
26,2 %
31,0 %
35,2 %
EBIT
216,7(1)
216,8(2)
265,8(3)
275,7(4)
355,7(4)
EBIT-Marge
19,6 %
16,8 %
18,7 %
22,1 %
27,0 %
(1)Exklusive IPO-Kosten (EBITDA- und EBIT-Effekt: -3,0 Mio. €)
(2)Exklusive IPO-Kosten (EBITDA- und EBIT-Effekt: -8,8 Mio. €)
(3)Exklusive IPO-Kosten (EBITDA- und EBIT-Effekt: +11,7 Mio. € netto (IPO-Kosten und gegenläufig Kostenübernahme durch die IONOS Gesellschafter))
(4)Nach Bilanzierung von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 zum 30. September 2025; Vorjahr 2024 angepasst

Beteiligungen im Konzern
Minderheitsbeteiligungen an Partnerunternehmen
Neben den (vollkonsolidierten) operativen Kerngesellschaften hielt United Internet zum 31. Dezember 2025 folgende weitere Minderheitsbeteiligungen, die in das at-equity Ergebnis einbezogen werden.
Im Juli 2013 hat sich United Internet an der Open-Xchange AG (Tätigkeitsschwerpunkt: E-Mail- und
Collaboration-Lösungen) beteiligt. United Internet arbeitet in ihrem Applications-Geschäft bereits seit vielen Jahren erfolgreich mit der Gesellschaft zusammen. Zum 31. Dezember 2025 betrug der Stimmrechtsanteil von United Internet 25,39 %. Für das Geschäftsjahr 2025 erwartet United Internet bei
Open-Xchange steigende Umsätze sowie ein positives EBITDA.
Im April 2014 hat United Internet eine Beteiligung an der uberall GmbH (Tätigkeitsschwerpunkt: Online-Listings) gezeichnet. Darüber hinaus haben uberall und IONOS einen langfristigen Kooperationsvertrag zur Nutzung der uberall-Lösungen geschlossen. Zum 31. Dezember 2025 betrug der Stimmrechtsanteil von United Internet 25,10 %. Für 2025 erwartet United Internet bei uberall steigende Umsätze sowie ein positives EBITDA.
Im April 2017 hat sich United Internet an der rankingCoach GmbH (Tätigkeitsschwerpunkt: Online-Marketing-Lösungen) beteiligt. Über die Beteiligung hinaus haben sich rankingCoach und IONOS auf einen langfristigen Kooperationsvertrag zur Nutzung der Online-Marketing-Lösungen von rankingCoach durch IONOS im Rahmen ihrer in Europa und Nordamerika angebotenen Hosting- und Cloud-Produkte verständigt. Zum 31. Dezember 2025 betrug der Stimmrechtsanteil von United Internet 31,52 %. Bei
rankingCoach erwartet United Internet in 2025 ein weiteres Umsatzwachstum sowie ein positives
EBITDA.
Darüber hinaus hält United Internet infolge der Einbringung der affilinet GmbH in AWIN im Oktober 2017 auch einen Anteil an der AWIN AG (Tätigkeitsschwerpunkt: Affiliate-Marketing). Aktuell arbeiten mehrere Konzernunternehmen von United Internet mit AWIN zusammen und nutzen das Affiliate-Netzwerk der Gesellschaft im Rahmen ihres Marketing-Mix. Zum 31. Dezember 2025 betrug der Stimmrechtsanteil von United Internet 20,00 %. Auch im Geschäftsjahr 2025 erwartet United Internet bei AWIN stabile Umsätze und ein deutlich positives EBITDA.
Beteiligung an Kublai / Tele Columbus AG
Die United Internet AG hat im Juni 2024 bekannt gegeben, keine weiteren Investitionen in die Beteiligungsholding Kublai GmbH zu tätigen. Kublai hält aktuell rund 95 % der Aktien der Tele Columbus AG.
Mit dieser Entscheidung verzichtete United Internet auf das Recht, die im Rahmen einer Kapitalerhöhung im 1. Quartal 2024 erfolgte Verwässerung ihrer Anteile an Kublai auf rund 5 % wieder auf 40 % aufzustocken. Vor diesem Hintergrund ergab sich aus dem Verlust des maßgeblichen Einflusses im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2024 eine nicht-cashwirksame Wertminderung auf die Beteiligung an Kublai in Höhe von 170,5 Mio. €, die im Ergebnis aus dem Verlust des maßgeblichen Einflusses ausgewiesen ist.
Wie bereits im Konzernabschluss 2024 berichtet, hat Kublai zur Eigenkapitalausstattung von Tele Columbus eine Kapitalerhöhung durchgeführt, an der sich United Internet nicht beteiligte. Weiterer Gesellschafter von Kublai ist die Hilbert Management GmbH, eine mittelbare Tochtergesellschaft der Morgan Stanley Infrastructure Inc. (MSI), ein von der Investmentbank Morgan Stanley verwalteter Infrastrukturfonds, welche die Kapitalerhöhung in Höhe von 300 Mio. € vollumfänglich gezeichnet hat. Dadurch wurden die Anteile von United Internet am Kublai-Stammkapital auf rund 5 % (zuvor: 40 %) reduziert. Bis zum 17. Juni 2024 bestand für United Internet die Möglichkeit, ihren Anteil am Stammkapital von Kublai durch einen Erwerb von Geschäftsanteilen von MSI gegen eine Zahlung von 120 Mio. € wieder auf 40 % zu erhöhen.
United Internet erachtet die der Kapitalerhöhung zugrunde gelegte Bewertung der Tele Columbus AG als unangemessen niedrig. Die Stimmenmehrheit in der Gesellschafterversammlung ermöglichte es MSI jedoch, die Kapitalerhöhung auf Basis einer von MSI festgelegten Bewertung durchzuführen. United Internet hat das vertraglich vorgesehene Verwässerungsschutzverfahren eingeleitet und lässt die von MSI vorgenommene Bewertung vor der Deutschen Institution für Schiedsgerichtsbarkeit (DIS) überprüfen. Wenn die DIS der Auffassung von United Internet folgt, könnte United Internet ein Ausgleichsbetrag von ca. 300 Mio. € zugesprochen werden. Bei einer abweichenden Auffassung des Gerichts könnte der zugesprochene Anspruch bzw. Ausgleichsbetrag entsprechend geringer ausfallen.
Ein abschließender Schiedsspruch steht unverändert aus.
Hintergrund der Entscheidung von Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG gegen weitere Investitionen in Kublai waren unterschiedliche Auffassungen zwischen MSI und United Internet über die zukünftige Finanzierung von Kublai.
Infolge der Reduzierung der Anteile von 40 % auf einen Anteil von rund 5 % im Geschäftsjahr 2024 wurde Kublai aus den Anteilen an assoziierten Unternehmen in die Beteiligungen umgegliedert. Entsprechend wird das anteilige Ergebnis der Gesellschaft nicht mehr in der Gesamtergebnisrechnung (im Ergebnis aus dem Verlust des maßgeblichen Einflusses) erfasst. Der beizulegende Wert der Beteiligung an Kublai verringerte sich im Geschäftsjahr 2025 um 48,3 Mio. €. Diese Veränderung wurde in der Bilanz über das sonstige Ergebnis im Eigenkapital erfasst.

Aktie und Dividende
Aktie
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DAX, MDAX, TecDAX
Die Aktie der United Internet AG stieg im Geschäftsjahr 2025 deutlich um +76,6 % auf 27,68 € zum 31. Dezember 2025 (31. Dezember 2024: 15,67 €). Damit hat sich die Aktie nochmals besser entwickelt als die ebenfalls deutlich gestiegenen Indices DAX (+23,0 %) und MDAX (+19,7 %).
Entwicklung des Aktienkurses 2025, indexiert
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Die Marktkapitalisierung der United Internet AG stieg entsprechend von rund 3,0 Mrd. € im Vorjahr auf rund 5,3 Mrd. € zum 31. Dezember 2025.
Im Geschäftsjahr 2025 wurden über das elektronische Computerhandelssystem XETRA täglich durchschnittlich rund 250.000 Aktien (Vorjahr: rund 200.000) im Wert von durchschnittlich rund 5,4 Mio. € (Vorjahr: rund 3,9 Mio. €) gehandelt.
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung der Aktie
(Stand: 31. Dezember 2025; in €; alle Börsenangaben beziehen sich auf den Xetra-Handel)
 
2021
2022
2023
2024
2025
Schlusskurs
34,94
18,89
23,04
15,67
27,68
Performance
+1,5 %
–45,9 %
+22,0 %
–32,0 %
+76,6 %
Jahreshoch
39,34
35,45
23,06
25,00
29,18
Jahrestief
31,63
18,14
12,54
15,15
14,71
Ø Börsenumsatz am Tag
8.149.290
5.777.474
7.078.087
3.913.674
5.418.363
Ø Börsenumsatz am Tag (Stück)
233.717
221.596
413.556
196.616
245.656
Anzahl Aktien (Stück)
194.000.000
194.000.000
192.000.000
192.000.000
192.000.000
Börsenwert
6.778.360.000
3.664.660.000
4.423.680.000
3.008.640.000
5.314.560.000
EPS(1)
2,23
1,97
1,35
–0,43(3)
1,55(3)
Bereinigtes EPS(2)
2,11
2,00
1,41
0,86(3)
1,23(3)
(1)EPS aus fortgeführten Geschäftsbereichen
(2)EPS aus fortgeführten Geschäftsbereichen und ohne Sonderfaktoren
(3)Nach Bilanzierung von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 zum 30. September 2025; Vorjahr angepasst
Daten zur Aktie
Aktientyp
Namens-Stammaktien
Rechnerischer Anteil am Grundkapital
1,00 €
Wertpapierkennnummer (WKN)
508903
Internationale Wertpapierkennnummer (ISIN)
DE0005089031
Börsenkürzel Xetra
UTDI
Reuters-Symbol
UTDI.DE
Bloomberg-Symbol
UTDI.GR
Segment
Prime Standard
Index
MDAX, TecDAX
Sektor
Telekommunikation & Technologieservices
Aktionärsstruktur
(Stand: 31. Dezember 2025)
Aktionär
Anteil
Ralph Dommermuth
- Ralph Dommermuth GmbH (45,01 %)
- Ralph Dommermuth Investments GmbH & Co. KG (2,88 %)
- RD Holding GmbH & Co. KG (1,04 %)
48,94 %
United Internet (eigene Aktien)
9,98 %
Wellington
4,95 %
Bank of America
4,93 %
Helikon
4,91 %
Streubesitz
26,29 %
Darstellung der oben gezeigten Gesamtstimmrechtsanteile basiert auf der jeweils letzten Stimmrechtsmitteilung gemäß §§ 33 ff. des Wertpapierhandelsgesetzes. Demnach werden nur Stimmrechtsmitteilungen berücksichtigt, die mindestens die erste Meldeschwelle von 3 % erreicht haben. Zudem sind der Gesellschaft vorliegende Directors' Dealings Mitteilungen entsprechend berücksichtigt.
Die von United Internet gehaltenen eigenen Aktien sind weder stimm- noch dividendenberechtigt. Aufgrund der Stimmrechtslosigkeit von eigenen Aktien beläuft sich der Anteil der in von Herrn Dommermuth kontrollierten Gesellschaften gehaltenen stimmberechtigten Aktien an der Gesamtzahl der Stimmrechte der United Internet AG auf 54,37 %, der von Wellington gehaltenen stimmberechtigten Aktien auf 5,50 %, der von Bank of America gehaltenen stimmberechtigten Aktien auf 5,48 %, der von Helikon gehaltenen stimmberechtigten Aktien auf 5,46 % sowie der vom Streubesitz gehaltenen stimmberechtigten Aktien auf 29,19 %.
Dividende
Die Dividenden-Policy von United Internet sieht vor, ca. 20 – 40 % des bereinigten Konzernergebnisses nach Minderheitenanteilen (das auf die „Anteilseigner der United Internet AG“ entfallende bereinigte Konzernergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen – gemäß Konzern-Gesamtergebnisrechnung) an die Aktionäre auszuschütten, sofern die Mittel nicht für die weitere Unternehmensentwicklung benötigt werden.
Im Rahmen der am 15. Mai 2025 stattgefundenen Hauptversammlung der United Internet AG wurde der Dividendenvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat mit 99,97 % der abgegebenen Stimmen angenommen. Der Dividendenvorschlag für das Geschäftsjahr 2024 sah eine reguläre Dividende in Höhe von 0,40 € je Aktie vor. Hinzu kam eine einmalige Nachholdividende von 1,50 € zur Kompensation der geschmälerten Dividendenzahlungen für die Geschäftsjahre 2018 bis 2023. Ausgehend von rund 172,8 Mio. dividendenberechtigten Aktien wurden am 20. Mai 2025 insgesamt 328,4 Mio. € ausgeschüttet.
Aus der regulären Dividende für das Geschäftsjahr 2024 ergab sich eine Ausschüttungssumme von 69,1 Mio. €. Die Ausschüttungsquote lag damit bei 39,4 % des bereinigten Konzernergebnisses 2024 nach Minderheitenanteilen (175,5 Mio. €) und damit – trotz der getätigten und weiterhin anstehenden Investitionen in das 1&1 Mobilfunknetz sowie in den Ausbau des Glasfasernetzes – am oberen Rand der Dividenden-Policy.
Für das Geschäftsjahr 2025 schlägt der Vorstand der United Internet AG dem Aufsichtsrat eine reguläre Dividende in Höhe von 0,50 € je Aktie vor (Vorjahr: 0,40 €). Über diesen Dividendenvorschlag beraten Vorstand und Aufsichtsrat in der Aufsichtsratssitzung am 18. März 2026 (und somit nach Aufstellung dieses Lageberichts). Über den gemeinsamen Beschlussvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat entscheidet dann die Hauptversammlung der United Internet AG am 21. Mai 2026.
Ausgehend von rund 172,8 Mio. dividendenberechtigten Aktien (Stand: 31. Dezember 2025) ergäbe sich aus der regulären Dividende für das Geschäftsjahr 2025 eine Ausschüttungssumme von 86,4 Mio. €. Die Ausschüttungsquote läge damit bei 40,8 % des bereinigten Konzernergebnisses 2025 nach Minderheitenanteilen (211,8 Mio. €) und damit – trotz der getätigten und weiterhin anstehenden Investitionen in das 1&1 Mobilfunknetz sowie in den Ausbau des Glasfasernetzes – leicht oberhalb der Dividenden-Policy. Die Dividendenrendite beliefe sich – bezogen auf den Schlusskurs der Aktie zum 31. Dezember 2025 – auf 1,8 %.
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung der regulären Dividende
 
Für 2021
Für 2022
Für 2023
Für 2024
Für 2025(1)
Dividende je Aktie (in €)
0,50
0,50
0,50
0,40(4)
0,50
Gesamtausschüttung (in Mio. €)
93,4
86,4
86,4
69,1
86,4
Ausschüttungsquote
22,4 %
23,5 %
37,1 %
-
32,3 %
Bereinigte Ausschüttungsquote(2)
23,7 %
23,1 %
35,6 %
39,4 %
40,8 %
Dividendenrendite(3)
1,4 %
2,6 %
2,2 %
2,6 %
1,8 %
(1)Vorbehaltlich der Zustimmung von Aufsichtsrat und Hauptversammlung 2026
(2)Ohne Sonderfaktoren
(3)Stand: 31. Dezember
(4)Plus Nachholdividende (1,50 €)
Hauptversammlung 2025
Die Hauptversammlung der United Internet AG fand am 15. Mai 2025 in Frankfurt am Main statt.
Vom eingetragenen Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von 192.000.000,00 €, eingeteilt in 192.000.000 Stückaktien, davon 19.162.689 nicht stimmberechtigte eigene Aktien, waren 134.682.706 Stückaktien mit ebenso vielen Stimmen vertreten. Einschließlich der eingegangenen Briefwahlstimmen für 408.175 Stückaktien entsprach dies insgesamt 135.090.881 Stückaktien bzw. 70,36 % des eingetragenen Grundkapitals bzw. 78,16 % des Grundkapitals abzüglich eigener Aktien.
Die Aktionäre erteilten allen abstimmungspflichtigen Tagesordnungspunkten mit großer Mehrheit ihre Zustimmung.

Grundkapital und eigene Aktien
Die United Internet AG hielt zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 unverändert zum 31. Dezember 2024 insgesamt 19.162.689 eigene Aktien, die 9,98 % des Grundkapitals von 192.000.000 Aktien entsprechen.
Investor Relations
United Internet ist es wichtig, im engen Kontakt zu institutionellen Investoren, Privatanlegern und Finanzanalysten zu stehen. Dabei ist es der Anspruch der Gesellschaft, alle Zielgruppen zeitnah und gleichberechtigt mit Informationen zu versorgen, da für die langfristige Wertsteigerung des Unternehmenswerts eine kontinuierliche und offene Kapitalmarktkommunikation essenziell ist. Hierfür waren auch im Geschäftsjahr 2025 Vorstand und Investor Relations im regelmäßigen Austausch mit den Stakeholdern des Kapitalmarkts.
Im Rahmen von Quartalsmitteilungen, dem Halbjahresfinanz- und Geschäftsbericht, Presse- und Analystenkonferenzen sowie über virtuelle Formate setzt United Internet ihr aktives Engagement fort, um Fortschritte bei der Geschäftsstrategie zu diskutieren und zu erläutern. Darüber hinaus steht die jährlich stattfindende ordentliche Hauptversammlung in Präsenz für einen intensiven Dialog mit den Aktionären. Neben diesen Formaten nahm das Management mit Investor Relations an zahlreichen virtuellen und persönlichen Gesprächen am Unternehmenssitz in Montabaur sowie auf Roadshows und Konferenzen im In- und Ausland teil.
In den Gesprächen mit den Stakeholdern wurde eine Reihe an Themen behandelt, darunter die strategischen Prioritäten des Konzerns inklusive potenzieller zukünftiger Kapitalallokationen, der Fortschritt beim Ausbau des 1&1 O-RAN Mobilfunknetzes, Fragen rund um die digitale Souveränität sowie die Bedeutung von KI für das Geschäftsmodell von United Internet. Weiterhin waren externe Faktoren wie die wettbewerblichen Entwicklungen von starkem Interesse.
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www.united-internet.de
Auch außerhalb persönlicher Treffen können sich Stakeholder auf der umfangreichen und zweisprachigen Webseite unter www.united-internet.de jederzeit über die aktuellen Entwicklungen des Unternehmens informieren. Da United Internet von zahlreichen deutschen und internationalen Finanzanalysten beobachtet und analysiert wird, sind die aktuellen Analystenempfehlungen zur Aktie sowie der durchschnittliche Zielkurs, den Analysten der United Internet-Aktie beimessen, online unter united-internet.de/investor-relations/aktie/analysten-coverage abrufbar. Zusätzlich sind unter www.united-internet.de/investor-relations/finanzkalender neben den Publikationsterminen der Finanzberichte, auch Termine und Ortsangaben von Roadshows und Konferenzen öffentlich zugänglich. Digitale Versionen der Geschäftsberichte gehören ebenfalls zum umfassenden Informationsangebot auf der Internetseite der Gesellschaft.
Personalbericht
Als Telekommunikations- und Internet-Unternehmen unterliegt United Internet den prägenden Merkmalen der Branche: hohe Dynamik, kurze Innovationszyklen und ein intensiver Wettbewerb. Diesen Herausforderungen stellt sich die United Internet AG seit vielen Jahren mit großem Erfolg. Einer der Schlüsselfaktoren für den Erfolg und das Wachstum der United Internet Gruppe stellen die engagierten, kompetenten sowie gleichzeitig unternehmerisch denkenden und eigenverantwortlich handelnden Mitarbeitenden und Führungskräfte der Gesellschaft dar. Das Unternehmen legt deshalb großen Wert auf eine nachhaltige und ausgewogene Strategie über alle Aspekte des Personalbereichs: von der Mitarbeitergewinnung über zielgruppengerechte Einstiegs- und Ausbildungsformate, aufgabenbezogene Qualifizierungsangebote und die Begleitung auf individuellen Karrierepfaden bis hin zur Entwicklung und langfristigen Bindung von Führungskräften, Potenzial- und Leistungsträgern.
Die United Internet AG ist auch 2025 wieder anerkannter Top Arbeitgeber. Basierend auf einer unabhängigen Studie des „Top Employers Institute“ wurde United Internet, wie schon in den vergangenen
Jahren, die Auszeichnung als „TOP Arbeitgeber“ verliehen. Die Zertifizierung wird an Unternehmen vergeben, die ihren Mitarbeitenden attraktive Arbeitsbedingungen bieten. Die Bewertung erfolgt anhand der Karrieremöglichkeiten, Arbeitgeberleistungen, Arbeitsbedingungen, Fortbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten.
Mitarbeiterbestand und Personalaufwand
Im stark umkämpften Markt um Fachkräfte im ITK-Sektor ist es United Internet erneut gelungen, Schlüsselpositionen mit Top-Kräften zu besetzen und damit der Geschäftsausweitung gerecht zu werden.
Neben einem zielgruppengerechten Arbeitgebermarketing, Kooperationen mit Aus- und Weiterbildungsträgern und dem positiven Abstrahleffekt der Produktmarken steht ein kandidatenfreundlicher, wettbewerbsfähiger Akquise- und Auswahlprozess im Bereich Recruiting im Mittelpunkt der erfolgreichen Personalgewinnung.
Im Geschäftsjahr 2025 ging die Gesamtzahl der Mitarbeitenden gegenüber dem Vorjahr um 2,2 % bzw. 236 Mitarbeitende auf 10.547 (Vorjahr: 10.783) zurück.
Dabei sank die Zahl der Beschäftigten in Deutschland um 4,4 % bzw. 384 Mitarbeitende auf 8.439 zum 31. Dezember 2025 (Vorjahr: 8.823), während die Zahl der Beschäftigten in den ausländischen Gesellschaften um 7,6 % bzw. 148 Mitarbeitende auf 2.108 Mitarbeitende (Vorjahr: 1.960) anstieg.
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung der Mitarbeitenden nach Inland / Ausland(1); Veränderung zum Vorjahr
 
2021
2022
2023
2024(2)
2025(2)
Veränderung
Mitarbeitende, gesamt
9.975
10.474
10.962
10.783
10.547
- 2,2 %
davon Inland
8.199
8.550
8.981
8.823
8.439
- 4,4 %
davon Ausland
1.776
1.924
1.981
1.960
2.108
+ 7,6 %
(1)Aktive Mitarbeitende zum 31. Dezember des jeweiligen Geschäftsjahres
(2)(Aktive) Mitarbeitende 2024 restated nach Anpassung der Berechnungslogik seit Q3 2025 (Ausweis der freigestellten Mitarbeitenden und Mitarbeitenden in der Passiv-Phase der Altersteilzeit bei den inaktiven Mitarbeitenden) und Ausweis von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich seit Q3 2025; Vorjahre 2021-2023 unverändert dargestellt

Aus Sicht der Geschäftssegmente waren 3.063 Mitarbeitende im Segment „Consumer Access“ (Vorjahr: 3.268) tätig, 1.615 im Segment „Business Access“ (Vorjahr: 1.635), 1.089 im Segment „Consumer Applications“ (Vorjahr: 1.095) sowie 4.115 im Segment „Business Applications“ (Vorjahr: 4.072). Weitere 665 Mitarbeitende waren im Bereich „Corporate / Zentralfunktionen“ (Vorjahr: 713) beschäftigt.
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung der Mitarbeitenden nach Segmenten(1) ; Veränderung zum Vorjahr
 
2021
2022
2023
2024(2)
2025(2)
Veränderung
Mitarbeitende, gesamt
9.975
10.474
10.962
10.783
10.547
- 2,2 %
davon Consumer Access
3.167
3.163
3.320
3.268
3.063
- 6,3 %
davon Business Access
1.238
1.336
1.522
1.635
1.615
- 1,2 %
davon Consumer Applications
1.004
1.036
1.072
1.095
1.089
- 0,5 %
davon Business Applications
3.998
4.247
4.364
4.072
4.115
+ 1,1 %
davon Corporate/Shared Services
568
692
684
713
665
- 6,7 %
(1)Aktive Mitarbeitende zum 31. Dezember des jeweiligen Geschäftsjahres
(2)(Aktive) Mitarbeitende 2024 restated nach Anpassung der Berechnungslogik seit Q3 2025 (Ausweis der freigestellten Mitarbeitenden und Mitarbeitenden in der Passiv-Phase der Altersteilzeit bei den inaktiven Mitarbeitenden) und Ausweis von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich seit Q3 2025; Vorjahre 2021-2023 unverändert dargestellt
Der Personalaufwand erhöhte sich im Geschäftsjahr 2025 infolge von Gehaltsanpassungen um 2,2 % auf 826,7 Mio. € (Vorjahr: 808,9 Mio. €). Die Personalaufwandsquote lag unverändert bei 13,5 %.
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung des Personalaufwands; Veränderung zum Vorjahr
in Mio. 
2021
2022
2023
2024(1)
2025(1)
Veränderung
Personalaufwand
645,4
675,5
760,0
808,9
826,7
+ 2,2 %
Personalaufwandsquote
11,4 %
11,4 %
12,3 %
13,5 %
13,5 %
 
(1)Nach Bilanzierung von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 zum 30. September 2025; Vorjahr angepasst
Der Umsatz pro Mitarbeitenden bezogen auf die Mitarbeiterzahl im Jahresdurchschnitt betrug für das Geschäftsjahr 2025 ca. 0,57 Mio. € (Vorjahr: ca. 0,55 Mio. €).
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Für weitere Informationen zu Themen wie Arbeitsbedingungen, Weiterbildung und Entwicklungsprogrammen, Chancengleichheit und Inklusion sowie Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit wird auf das Kapitel „4. Nichtfinanzielle Konzernerklärung“ verwiesen.

Liquidität und Finanzierung
Die Konzernfinanzierung orientiert sich primär an den strategischen Geschäftsplänen der operativen Geschäftseinheiten. Um ausreichende Flexibilität für weiteres Wachstum zur Verfügung zu stellen, verfolgt United Internet daher laufend Trends der sich an den Finanzmärkten ergebenden Finanzierungsmöglichkeiten. Verschiedene Finanzierungsoptionen wie auch Potenziale zur Optimierung von bestehenden Finanzierungsinstrumenten werden regelmäßig geprüft. Die jederzeitige Sicherstellung ausreichender Liquidität sowie die finanzielle Unabhängigkeit des Konzerns stehen dabei im Vordergrund. Neben der starken Innenfinanzierungskraft unterhält der Konzern ausreichend Liquiditätsreserven bei Kernbanken. Die flexible Ausnutzung dieser Liquiditätsreserven ermöglicht eine effiziente Steuerung der Konzernliquidität und ein optimales Verschuldungsmanagement zur Reduzierung von Zinskosten.
Seit Juli 2012 besteht zwischen der United Internet AG und bestimmten Tochterunternehmen eine Vereinbarung über die Durchführung eines Euro Cash-Poolings (Zero Balancing). Hierdurch werden banktäglich die Guthaben und Fehlbeträge der angebundenen Konzerntöchter über mehrere Kaskaden auf ein zentrales Bankkonto der United Internet AG konzentriert bzw. von diesem ausgeglichen und stehen täglich zur Verfügung.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten beliefen sich im Konzern zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 auf 3.244,8 Mio. € (Vorjahr: 2.813,7 Mio. €) und setzen sich im Wesentlichen aus Schuldscheindarlehen, Konsortialkrediten und bilateralen Kreditvereinbarungen / Betriebsmittellinien zusammen.
Schuldscheindarlehen
Die United Internet AG hat im Geschäftsjahr 2025 – wie auch bereits in den Jahren 2021, 2023 und 2024 – erfolgreich ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 250 Mio. € platziert. Die Mittel aus dieser Transaktion dienen der allgemeinen Unternehmensfinanzierung. Das neue Schuldscheindarlehen ist an keine sogenannten Covenants gebunden.
Zugleich wurden im Geschäftsjahr 2025 zwei fällige Schuldschein-Tranchen in Höhe von insgesamt
250 Mio. € fristgerecht zurückgezahlt.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 bestanden somit unverändert insgesamt 1.217 Mio. € (Vorjahr: 1.217 Mio. €) Verbindlichkeiten aus den Schuldscheindarlehen 2021, 2023, 2024 und 2025 mit maximalen Laufzeiten bis April 2031.
Rückführung des Shareholder Loans durch IONOS Group SE
Die IONOS Group SE hat im Dezember 2023 mit einem Bankenkonsortium einen Kredit über 800 Mio. € zur teilweisen Refinanzierung ihres mit der United Internet AG bestehenden Shareholder Loans abgeschlossen. Die Refinanzierung erfolgt zu einem festen jährlichen Zinssatz von 4,67 %. Der Konsortialkredit hat eine Laufzeit bis zum 15. Dezember 2026 und ist endfällig.
Der Shareholder Loan mit United Internet (ursprüngliche Laufzeit: bis zum 15. Dezember 2026; jährliche feste Verzinsung: 6,75 %) wurde – nach weiteren Teilrückführungen – bereits vorzeitig im Geschäftsjahr 2025 vollständig getilgt.
Konsortialkreditrahmen & Konsortialkredite
Ein Bankenkonsortium hat der United Internet AG im Dezember 2024 einen revolvierenden Konsortialkreditrahmen über 950 Mio. € bis Dezember 2029 eingeräumt. Im Geschäftsjahr 2025 hat United
Internet von einer vertraglich zugesagten Verlängerungsoption Gebrauch gemacht und hat die Laufzeit des revolvierenden Konsortialkreditrahmens für den Zeitraum Dezember 2029 bis Dezember 2030 verlängert.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 war der Konsortialkreditrahmen nicht (Vorjahr: 150 Mio. €) in Anspruch genommen. Damit stehen aus dem noch nicht abgerufenen Kreditrahmen zum Bilanzstichtag Mittel in Höhe von 950 Mio. € (Vorjahr: 800 Mio. €) zur Verfügung.
Zusätzlich hat der Konzern im Dezember 2024 einen im Dezember 2027 endfälligen Konsortialkredit über 550 Mio. € abgeschlossen. Dieser wurde im Januar 2025 durch Ausübung einer vertraglich zugesicherten Erhöhungsoption um 50 Mio. € auf 600 Mio. € aufgestockt. Dabei hat United Internet AG einen Teil ihrer mit Kernbanken bestehenden bilateralen Betriebsmittellinien in den Konsortialkredit eingebracht, so dass diese erfolgreich langfristig refinanziert werden konnten.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 war vorgenannter Konsortialkredit mit 600 Mio. € (Vorjahr: 550 € Mio.) vollständig in Anspruch genommen.
Darüber hinaus haben United Internet und die Japan Bank for International Cooperation (JBIC) ebenfalls im Dezember 2024 einen Darlehensvertrag in Höhe von bis zu 800 Mio. € unterzeichnet. Die Mittel werden durch eine direkte Tranche der vollständig im Eigentum der japanischen Regierung stehenden Japan Bank for International Cooperation und eine durch JBIC garantierte Tranche eines Konsortiums europäischer und japanischer Geschäftsbanken bereitgestellt. Mit dem Darlehen sollen United Internet Mittel zur Verfügung gestellt werden, um über ihre Tochtergesellschaft 1&1 in Deutschland ein 5G-Netz auf Basis der Open-RAN-Technologie aufzubauen.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 war das Darlehen mit 290 Mio. € (Vorjahr: 0 €) in Anspruch genommen, so dass 510 Mio. € (Vorjahr: 800 Mio. €) weiter zur Verfügung stehen.
Bilaterale Kreditvereinbarungen / bilaterale Betriebsmittellinien
Ferner hat der Konzern im Mai 2025 eine Brückenfinanzierung für Aktienkäufe in Höhe von bis zu 325 Mio. € abgeschlossen. Hintergrund der Brückenfinanzierung war das freiwillige öffentliche Erwerbsangebot in Form eines Teilangebots zum Erwerb von bis zu 16.250.827 auf den Inhaber lautende Stückaktien der 1&1 AG. Die Brückenfinanzierung hat eine originäre Laufzeit von einem Jahr mit einer vertraglich zugesicherten Verlängerungsoption um bis zu zwei weiteren Jahren.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 war das vorgenannte Darlehen mit 245 Mio. € in Anspruch genommen. Durch Ablauf der Ziehungsfrist zum 31. Dezember 2025 ist eine darüber hinausgehende Inanspruchnahme ausgeschlossen.
Darüber hinaus verfügt die Gesellschaft weiterhin über verschiedene bilaterale Betriebsmittellinien in Höhe von 339 Mio. € (Vorjahr: 294 Mio. €). Diese sind teils bis auf weiteres eingeräumt, teils bis zum
31. Januar 2027 befristet.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 waren die Betriebsmittellinien mit 76 Mio. € (Vorjahr: 94 Mio. €) in Anspruch genommen, so dass Mittel in Höhe von 263 Mio. € (Vorjahr: 200 Mio. €) zur Verfügung stehen.
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Für weitere Informationen wird auf den „Nachtragsbericht“ verwiesen.
Zusätzlich zu den oben genannten Kreditlinien stehen dem Konzern zum Bilanzstichtag Avalkreditrahmen in Höhe von 136,0 Mio. € (Vorjahr: 106,0 Mio. €) zur Verfügung, die teilweise auch von anderen Konzerngesellschaften genutzt werden können. Die Avalkreditrahmen stehen insbesondere für die Stellung von operativen Bank-Garantien zur Verfügung.
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siehe Seite 231
Weitere Angaben zu den verschiedenen Finanzinstrumente, zu Inanspruchnahmen, Zinssätzen und Laufzeiten finden sich auch im Konzernanhang unter Anhangangabe 32.
Zum Bilanzstichtag bestehen Abnahmeverpflichtungen für Sachanlagevermögen (insbesondere für
Netzinfrastruktur) in einem Gesamtbetrag von 259,2 Mio. € (Vorjahr: 342,4 Mio. €). Zudem bestehen
zum Bilanzstichtag Abnahmeverpflichtungen für immaterielle Vermögenswerte (insbesondere Software) in einem Gesamtbetrag von 97,7 Mio. € (Vorjahr: 19,9 Mio. €).
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siehe Seite 220
Für weitere Angaben zu den wesentlichen Investitionsverpflichtungen wird auf den Konzernanhang unter Anhangangabe 27 und 28 verwiesen.
2.3
Lage des Konzerns
Im Geschäftsjahr 2025 ergaben sich keine wesentlichen Akquisitions- und Desinvestitionseffekte
auf Umsatz und EBITDA von Konzern und Segmenten. Gleichwohl haben sich mit der IONOS-Entscheidung, Sedo zu veräußern sowie dem Ausweis von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5, wesentliche Änderungen in der Gesamtergebnisrechnung (GuV), der Kapitalflussrechnung sowie der Bilanz ergeben.
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siehe Seite XXX
Insbesondere wurden gemäß IFRS 5 die Geschäftszahlen 2025 sowie die Vorjahreszahlen der Gesamtergebnisrechnung angepasst. Die Umsatzerlöse und Aufwendungen des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs sind in den jeweiligen GuV-Positionen nicht mehr enthalten. Der nicht fortgeführte Geschäftsbereich wird mit seinem Periodenergebnis nach Steuern separat dargestellt. Die Auswirkungen auf die Kapitalflussrechnung zum 31. Dezember 2025 und 31. Dezember 2024 werden im Konzernanhang unter Anhangangabe 16 separat ausgewiesen. Die Auswirkungen auf die Bilanz zum 31. Dezember 2025 werden innerhalb der Bilanz separat dargestellt. Die Bilanz zum 31. Dezember 2024 ist dagegen unverändert darzustellen. Es ergaben sich daraus keine wesentlichen Einflüsse auf die Kommentierung der Vermögenslage.
Im Geschäftsjahr 2025 ergaben sich nur geringfügig negative Währungseffekte auf Konzern- und Segmentebene (überwiegend Segment „Business Applications“) in Höhe von -10,4 Mio. € beim Umsatz und
-3,8 Mio. € beim EBITDA. Gleiches gilt für die Vermögenslage im Konzern, für die sich keine wesentlichen Effekte aus Währungsschwankungen ergaben.
Ertragslage im Konzern
Die Zahl der kostenpflichtigen Kundenverträge im United Internet Konzern konnte im Geschäftsjahr 2025 um insgesamt 700.000 Verträge auf 29,72 Mio. gesteigert werden. Werbefinanzierte Free-Accounts blieben hingegen mit 38,68 Mio. aufgrund der hohen Konvertierung in kostenpflichtige Kundenverhältnisse um 250.000 bzw. 0,6 % hinter dem 31. Dezember 2024 zurück.
Nach Bilanzierung von Sedo nach IFRS 5 und bereinigt um die Umsatzbeiträge aus „Energy“ und „De-Mail“ (26,2 Mio. €) im Vorjahr bzw. aus „Energy“ im Geschäftsjahr 2025 (16,1 Mio. €) stieg der Umsatz auf Konzernebene von 5.990,8 Mio. € (vergleichbarer Vorjahreswert) um 1,9 % auf 6.103,8 Mio. € im Geschäftsjahr 2025. Die Umsätze im Ausland stiegen trotz negativer Währungseffekte um 4,0 % auf 585,6 Mio. € (Vorjahr: 563,2 Mio. €).
Die Umsatzkosten stiegen deutlich von 4.063,9 Mio. € im Vorjahr auf 4.208,1 Mio. €. Die Umsatzkostenquote erhöhte sich damit überproportional von 67,5 % (vom Umsatz) im Vorjahr auf 68,8 % (vom Umsatz) im Geschäftsjahr 2025. Die Bruttomarge sank entsprechend von 32,5 % auf 31,2 % und das Bruttoergebnis ging von 1.953,0 Mio. € um -2,1 % auf 1.911,7 Mio. € zurück. Ursächlich für diesen Rückgang waren insbesondere die höheren Abschreibungen infolge der Investitionen in den Ausbau des Glasfasernetzes von 1&1 Versatel und des Mobilfunknetzes von 1&1.
Die Vertriebskosten sanken von 975,0 Mio. € (16,2 % vom Umsatz) im Vorjahr auf 946,5 Mio. € (15,5 % vom Umsatz). Die Verwaltungskosten stiegen hingegen von 283,9 Mio. € (4,7 % vom Umsatz) auf 301,0 Mio. € (4,9 % vom Umsatz).
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung wesentlicher Kostenpositionen
in Mio. 
2021
2022
2023
2024(1)
2025(1)
Umsatzkosten
3.684,9(2)
3.906,3
4.145,1
4.063,9
4.208,1
Umsatzkostenquote
65,3 %
66,0 %
66,7 %
67,5 %
68,8 %
Bruttomarge
34,7 %
34,0 %
33,3 %
32,5 %
31,2 %
Vertriebskosten
835,7
907,2
943,2
975,0
946,5
Vertriebskostenquote
14,8 %
15,3 %
15,2 %
16,2 %
15,5 %
Verwaltungskosten
243,0
248,5
275,9
283,9
301,0
Verwaltungskostenquote
4,3 %
4,2 %
4,4 %
4,7 %
4,9 %
(1)Nach Bilanzierung von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 zum 30. September 2025; Vorjahr angepasst
(2)Inklusive eines periodenfremden positiven Ergebniseffekts, der dem 2. Halbjahr 2020 zuzuordnen ist (Effekt: +39,4 Mio. €)
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen gingen leicht von -23,1 Mio. € im Vorjahr auf -21,1 Mio. € in 2025 zurück. Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen von 65,9 Mio. € auf 91,6 Mio. €. Wertminderungsaufwendungen auf Forderungen und Vertragsvermögenswerte blieben mit -141,7 Mio. € nahezu unverändert (Vorjahr: -140,9 Mio. €).
Die Ergebniskennzahlen waren in 2025 und 2024 von folgenden Sondereffekten geprägt:
Der Sondereffekt „Ergebnisbeitrag aus Energy“ resultiert aus der Entscheidung, die Geschäftsfelder „Energy und De-Mail“ nicht fortzuführen. Nach der Einstellung des Geschäftsfeldes „De-Mail“ in 2024 wurden die Kennzahlen 2025 im Rahmen des Lageberichts nur noch um das Mitte Oktober 2025 veräußerte Geschäftsfeld „Energy“ bereinigt. Inklusive des Verkaufserlöses wirkte sich das vorgenannte Geschäftsfeld in 2025 positiv auf EBITDA, EBIT, EBT, Konzernergebnis und EPS aus.
Der Sondereffekt „Zinsertrag aus BFH-Verfahren 2025“ resultiert aus einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) in 2025 in einem steuerlichen Rechtsstreit zwischen United Internet und der zuständigen Finanzbehörde zugunsten von United Internet. Aus der Entscheidung resultierte ein Zinsertrag, der sich in 2025 positiv auf EBT, Konzernergebnis und EPS auswirkte.
Der Sondereffekt „Steuerertrag aus BFH-Verfahren 2025“ beruht ebenfalls auf vorgenanntem Sachverhalt und wirkte sich in Form eines Steuerertrages in 2025 positiv auf Konzernergebnis und EPS aus.
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Weitere Einzelheiten zu den vorgenannten Sondereffekten finden sich im Kapitel 2.2 „Geschäftsverlauf“ unter „Sondereffekte im Geschäftsjahr 2025“.
Der Sondereffekt „Ergebnisbeitrag aus Energy und De-Mail“ resultiert aus der Entscheidung, die Geschäftsfelder „Energy“ und „De-Mail“ nicht fortzuführen und die Finanzkennzahlen im Rahmen des Lageberichts entsprechend zu bereinigen. Die vorgenannten Geschäftsfelder wirkten sich in 2024 negativ auf EBITDA, EBIT, EBT, Konzernergebnis und EPS aus.
Der Sondereffekt „Nicht-cashwirksame Wertminderung auf die Beteiligung an Kublai“ resultiert aus einer außerplanmäßigen, nicht-cashwirksamen Wertminderung auf die Kublai-/Tele Columbus-Beteiligung und wirkte sich in 2024 negativ auf EBT, Konzernergebnis und EPS aus.
Der Sondereffekt „Einmalige Steuereffekte 2024“ resultiert aus einer einmaligen Wertberichtigung von in Vorjahren aktivierten latenten Steuern auf Verlustvorträge auf Ebene der 1&1 Versatel GmbH. Gegenläufig erfolgte eine direkte Verrechnung der laufenden Verluste von 1&1 Versatel auf Ebene der United Internet AG infolge eines in 2024 mit 1&1 Versatel geschlossenen Ergebnisabführungsvertrages. Der Sondereffekt wirkte sich in 2024 negativ auf Konzernergebnis und EPS aus.
Herleitung von EBITDA, EBIT, EBT sowie Konzernergebnis und EPS aus fortgeführten Geschäftsbereichen (laut Gesamtergebnisrechnung) auf die um Sondereffekte bereinigten Werte (operativ)
in Mio. €; EPS in 
Geschäftsjahr 2025(1)
Geschäftsjahr 2024(1)
EBITDA
1.289,8
1.250,9
Ergebnisbeitrag Energy
–7,8
 
Ergebnisbeitrag Energy und De-Mail
 
0,7
EBITDA bereinigt (operativ)
1.282,0
1.251,6
EBIT
593,1
595,9
Ergebnisbeitrag Energy
–7,8
 
Ergebnisbeitrag Energy und De-Mail
 
0,9
EBIT bereinigt (operativ)
585,3
596,8
EBT
463,7
261,3
Ergebnisbeitrag Energy
–7,8
 
Ergebnisbeitrag Energy und De-Mail
 
0,9
Zinsertrag aus BFH-Verfahren
–30,2
 
Nicht-cashwirksame Wertminderung auf die Beteiligung an Kublai
 
170,5
EBT bereinigt (operativ)
425,7
432,7
Konzernergebnis(2)
366,8
17,9
Ergebnisbeitrag Energy
–6,1
 
Ergebnisbeitrag Energy und De-Mail
 
0,6
Zinsertrag aus BFH-Verfahren
–20,3
 
Steuerertrag aus BFH-Verfahren
–28,9
 
Nicht-cashwirksame Wertminderung auf die Beteiligung an Kublai
 
170,5
Einmalige Steuereffekte
 
52,0
Konzernergebnis bereinigt (operativ)(2)
311,5
241,0
Konzernergebnis "Anteilseigner United Internet"(2)
267,1
–73,4
Ergebnisbeitrag Energy
–6,1
 
Ergebnisbeitrag Energy und De-Mail
 
0,6
Zinsertrag aus BFH-Verfahren
–20,3
 
Steuerertrag aus BFH-Verfahren
–28,9
 
Nicht-cashwirksame Wertminderung auf die Beteiligung an Kublai
 
170,5
Einmalige Steuereffekte
 
52,0
Konzernergebnis "Anteilseigner United Internet" bereinigt (operativ)(2)
211,8
149,7
EPS(2)
1,55
–0,43
Ergebnisbeitrag Energy
–0,03
 
Ergebnisbeitrag Energy und De-Mail
 
0,00
Zinsertrag aus BFH-Verfahren
–0,12
 
Steuerertrag aus BFH-Verfahren
–0,17
 
Nicht-cashwirksame Wertminderung auf die Beteiligung an Kublai
 
0,99
Einmalige Steuereffekte
 
0,30
EPS bereinigt (operativ)(2)
1,23
0,86
(1)Nach Bilanzierung von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 zum 30. September 2025; Vorjahr angepasst
(2)Aus fortgeführten Geschäftsbereichen

Bereinigt um den vorgenannten Ergebnisbeitrag aus „Energy“ im Geschäftsjahr 2025 sowie um die Ergebnisbeiträge aus „Energy“ und „De-Mail“ im Geschäftsjahr 2024 entwickelten sich die operativen Ergebniskennzahlen des Konzerns (EBITDA und EBIT) wie folgt:
Das operative EBITDA im Konzern belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf 1.282,0 Mio. € und lag damit um 2,4 % über dem Vorjahr (1.251,6 Mio. €). Die darin enthaltenen Aufwendungen für den Ausbau des 1&1 Mobilfunknetzes beliefen sich auf unverändert zum Vorjahr auf -265,3 Mio. €.
Infolge gestiegener Abschreibungen blieb das operative EBIT mit 585,3 Mio. € hingegen leicht um 1,9 % hinter dem vergleichbaren Vorjahreswert (596,8 Mio. €) zurück. Die darin enthaltenen Abschreibungen erhöhten sich, insbesondere infolge der Investitionen in den Ausbau des Glasfasernetzes von 1&1 Versatel sowie des Mobilfunknetzes von 1&1, auf insgesamt 696,7 Mio. € (Vorjahr: 654,8 Mio. €).
Entsprechend stieg die operative EBITDA-Marge von 20,9 % im Vorjahr auf 21,0 %, während die operative EBIT-Marge auf 9,6 % (Vorjahr: 10,0 %) zurück ging.
Die Zahl der Mitarbeitenden im Konzern sank in 2025 um 2,2 % auf 10.547 (Vorjahr: 10.783).
Wesentliche Umsatz- und Ergebniskennzahlen im Konzern (in Mio. €)
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(1)Nach Bilanzierung von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 zum 30. September 2025;
exklusive des Umsatz- und Ergebnisbeitrages von Energy (Umsatz-Beitrag: 16,1 Mio. €, EBITDA-Beitrag: +7,8 Mio. € netto inkl. Verkaufserlös, EBIT-Beitrag: +7,8 Mio. € netto inkl. Verkaufserlös)
(2)
Vorjahr angepasst nach Bilanzierung von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 zum 30. September 2025;
exklusive der Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Energy und De-Mail (Umsatz-Beitrag: 26,2 Mio. €, EBITDA-Beitrag: -0,7 Mio. €, EBIT-Beitrag:
-0,9 Mio. €); inklusive periodenfremde Aufwendungen für den Netzaufbau aus 2022 und 2023 (EBITDA- und EBIT-Effekt: -14,3 Mio. €)

Quartalsentwicklung; Veränderung zum Vorjahresquartal(1)
in Mio. 
Q1 2025(2)
Q2 2025(2)
Q3 2025(2)
Q4 2025(2)
Q4 2024(3)
Veränderung
Umsatz
1.514,1
1.478,6
1.509,5
1.601,6
1.548,5
+ 3,4 %
EBITDA
324,0
318,9
323,5
315,6
303,5
+ 4,0 %
EBIT
144,4
140,9
157,9
142,1
97,4
+ 45,9 %
(1)Ungeprüft; siehe Hinweis „ungeprüfte Abschnitte“ am Anfang des Lageberichts





(2)Nach Bilanzierung von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 zum 30. September 2025; Vorquartale angepasst;
exklusive des Umsatz- und Ergebnisbeitrages von Energy
(Umsatz-Beitrag: 5,9 Mio. €, EBITDA-Beitrag: +0,2 Mio. €, EBIT-Beitrag: +0,2 Mio. € in Q1 2025;
Umsatz-Beitrag: 5,3 Mio. €, EBITDA-Beitrag: +1,0 Mio. €, EBIT-Beitrag: +1,0 Mio. € in Q2 2025;
Umsatz-Beitrag: 4,9 Mio. €, EBITDA-Beitrag: +0,7 Mio. €, EBIT-Beitrag: +0,7 Mio. € in Q3 2025;
Umsatz-Beitrag: 0,0 Mio. €, EBITDA-Beitrag: +5,9 Mio. € netto inkl. Verkaufserlös, EBIT-Beitrag: +5,9 Mio. € in Q4 2025 netto inkl. Verkaufserlös)


(3)Nach Bilanzierung von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 zum 30. September 2025; Vorquartale angepasst;
exklusive der Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Energy und De-Mail
(Umsatz-Beitrag: 6,3 Mio. €, EBITDA-Beitrag: -0,5 Mio. €, EBIT-Beitrag: -0,6 Mio. € in Q4 2024)
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung wesentlicher Umsatz- und Ergebniskennzahlen
in Mio. 
2021
2022
2023
2024
2025
Umsatz
5.646,2
5.915,1
6.185,9(3)
5.990,8(4)
6.103,8(5)
EBITDA
1.262,4(1)
1.271,8(2)
1.296,5(3)
1.251,6(4)
1.282,0(5)
EBITDA-Marge
22,4 %
21,5 %
21,0 %
20,9 %
21,0 %
EBIT
788,6(1)
790,7(2)
758,5(3)
596,8(4)
585,3(5)
EBIT-Marge
14,0 %
13,4 %
12,3 %
10,0 %
9,6 %
(1)Exklusive des periodenfremden positiven Ergebniseffekts, der dem 2. Halbjahr 2020 zuzuordnen ist (EBITDA- und EBIT-Effekt: +39,4 Mio. €) und exklusive eines nicht-cashwirksamen Bewertungseffekts aus Derivaten (EBITDA- und EBIT-Effekt: +3,0 Mio. €)
(2)Exklusive eines nicht-cashwirksamen Bewertungseffekts aus Derivaten (EBITDA- und EBIT-Effekt: -0,5 Mio. €) und exklusive IPO-Kosten IONOS (EBITDA- und EBIT-Effekt: -8,8 Mio. €)
(3)Exklusive der Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Energy und De-Mail (Umsatz-Beitrag: 27,3 Mio. €, EBITDA-Beitrag: -2,7 Mio. €, EBIT-Beitrag:
-2,8 Mio. €) und exklusive IPO-Kosten IONOS (EBITDA- und EBIT-Effekt: -1,7 Mio. € netto (IPO-Kosten und gegenläufig anteilige Kostenübernahme durch den IONOS Mitgesellschafter))

(4)Vorjahr angepasst nach Bilanzierung von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 zum 30. September 2025;
exklusive der Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Energy und De-Mail (Umsatz-Beitrag: 26,2 Mio. €, EBITDA-Beitrag: -0,7 Mio. €, EBIT-Beitrag:
-0,9 Mio. €); inklusive periodenfremde Aufwendungen für den Netzaufbau aus 2022 und 2023 (EBITDA- und EBIT-Effekt: -14,3 Mio. €)

(5)Nach Bilanzierung von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 zum 30. September 2025;
exklusive des Umsatz- und Ergebnisbeitrages von Energy (Umsatz-Beitrag: 16,1 Mio. €, EBITDA-Beitrag: +7,8 Mio. € netto inkl. Verkaufserlös, EBIT-Beitrag: +7,8 Mio. € netto inkl. Verkaufserlös)
Zusätzlich bereinigt um die nicht-cashwirksame Wertminderung auf die Beteiligung an Kublai / Tele Columbus (ausgewiesen im Ergebnis aus dem Verlust des maßgeblichen Einflusses) in 2024 sowie Zinserträge aus dem BFH-Verfahren in 2025 blieb das operative Ergebnis vor Steuern (EBT) – ausgehend von dem aus vorgenannten Gründen leicht zurückgegangenen operativen EBIT– ebenfalls leicht mit 425,7 Mio. € hinter dem Vorjahr (432,7 Mio. €) zurück.
Abschließend bereinigt um einmalige Steuereffekte in 2024 sowie der einmaligen Steuerrückerstattung aus dem BFH-Verfahren in 2025 entwickelten sich die weiteren operativen Ergebniskennzahlen des Konzerns wie folgt:
Das operative Konzernergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen stieg hingegen von 241,0 Mio. € auf 311,5 Mio. €. Ursächlich für diesen Anstieg waren vor allem deutlich geringere Steueraufwendungen, insbesondere infolge einer Neubewertung der latenten Steuern auf Basis des ab 2028 stufenweise sinkenden Körperschaftsteuersatzes in Deutschland.
Gleiches gilt für das auf die Anteilseigner der United Internet AG entfallende operative Konzernergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen, das von 149,7 Mio. € auf 211,8 Mio. € anstieg.
Dadurch verbesserte sich auch das operative EPS aus fortgeführten Geschäftsbereichen entsprechend von 0,86 € auf 1,23 €.

Finanzlage im Konzern
Der Cashflow vor Veränderung der Bilanzposten (Zwischensumme) verbesserte sich von 1.128,9 Mio. € im Vorjahr auf 1.192,2 Mio. € im Geschäftsjahr 2025.
Die Nettozahlungen der betrieblichen Tätigkeit stiegen deutlich von 954,1 Mio. € auf 1.236,8 Mio. €. Ursächlich hierfür waren vor allem der Wegfall der im Vorjahr letztmalig erfolgten jährlichen Vorauszahlung im Rahmen des Kontingentvertrages mit der Deutschen Telekom.
Die Nettozahlungen im Investitionsbereich weisen im Berichtszeitraum Nettoauszahlungen in Höhe von -689,8 Mio. € (Vorjahr: -765,6 Mio. €) aus. Diese resultieren im Wesentlichen aus Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in Höhe von -730,8 Mio. € (Vorjahr: -774,6 Mio. €). Hinzu kamen nachträgliche Einzahlungen und gegenläufige Auszahlungen im Zusammenhang mit Unternehmenstransaktionen in Zusammenhang mit dem Ausstieg von Warburg Pincus, die sich netto auf 20,9 Mio. € summierten (Vorjahr: 5,6 Mio. €), sowie erhaltene Zinsen von 20,7 Mio. € (Vorjahr: 1,8 Mio. €).
Der Free Cashflow ist bei United Internet definiert als Nettoeinzahlungen der betrieblichen Tätigkeit, verringert um Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, zuzüglich Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen. Der Free Cashflow verbesserte sich deutlich von 184,5 Mio. € im Vorjahr auf 508,3 Mio. € im Geschäftsjahr 2025.
Abzüglich der Cashflow-Position „Tilgung von Leasingverbindlichkeiten“, die seit der Erstanwendung des Rechnungslegungsstandards IFRS 16 im Cashflow aus dem Finanzierungsbereich ausgewiesen werden, verbesserte sich der Free Cashflow (nach Leasing) ebenfalls deutlich von 47,4 Mio. € im Vorjahr auf 320,6 Mio. € im Geschäftsjahr 2025.
Bestimmend in den Nettozahlungen im Finanzierungsbereich waren im Geschäftsjahr 2025 die Aufnahme von Krediten (netto 426,2 Mio. €; Vorjahr: 356,7 Mio. €), die Auszahlungen für Zinsen (-157,2 Mio. €; Vorjahr: (-149,5 Mio. €), die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten (-187,6 Mio. €; Vorjahr: -137,1 Mio. €) sowie Dividendenzahlungen (-328,4 Mio. €; Vorjahr: -86,4 Mio. €) sowie die Auszahlungen an Minderheitsgesellschafter im Rahmen zweier Aktienrückkaufprogramme der Konzerntochter IONOS Group SE sowie des Erwerbs von Aktien der Konzerntochter 1&1 AG durch die United Internet AG (-303,1 Mio. €; Vorjahr: -22,3 Mio. €)
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beliefen sich zum 31. Dezember 2025 stichtagsbedingt auf 48,0 Mio. €, nach 114,9 Mio. € zum Vorjahresstichtag.

Entwicklung der wesentlichen Cashflow-Kennzahlen
in Mio. 
2025
2024
Veränderung
Cashflow vor Veränderung der Bilanzposten (Zwischensumme)
1.192,2
1.128,9
+ 63,3
Nettozahlungen der betrieblichen Tätigkeit
1.236,8
954,1
+ 282,7
Nettozahlungen im Investitionsbereich
–689,8
–765,6
+ 75,8
Free Cashflow(1)
320,6(2)
47,4(3)
+ 273,2
Nettozahlungen im Finanzierungsbereich
–613,1
–101,8
- 511,3
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 31. Dezember
48,0
114,9
- 66,9
(1)Free Cashflow ist definiert als Nettozahlungen der betrieblichen Tätigkeit, verringert um Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, zuzüglich Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen
(2)2025 inkl. des Tilgungsanteils von Leasingverbindlichkeiten (-187,6 Mio. €), die seit dem Geschäftsjahr 2019 (IFRS 16) in den Nettozahlungen im Finanzierungsbereich ausgewiesen werden
(3)2024 inkl. des Tilgungsanteils von Leasingverbindlichkeiten (-137,1 Mio. €), die seit dem Geschäftsjahr 2019 (IFRS 16) in den Nettozahlungen im Finanzierungsbereich ausgewiesen werden
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Seite 276
Für weitere Angaben zu Garantien, Leasing- und anderen Finanzierungsverpflichtungen wird auf
das Kapitel 2.2 „Geschäftsverlauf“, „Liquidität und Finanzierung“ sowie den Konzernanhang unter
Anhangangabe 46 verwiesen.
Vermögenslage im Konzern
Die Bilanzsumme stieg von 11,936 Mrd. € per 31. Dezember 2024 auf 11,978 Mrd. € zum 31. Dezember 2025.
Entwicklung der kurzfristigen Vermögenswerte
in Mio. 
31.12.2025
31.12.2024
Veränderung
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
44,8
114,9
- 70,1
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
473,5
515,8
- 42,4
Vertragsvermögenswerte
572,0
630,3
- 58,3
Vorräte
93,8
119,7
- 25,9
Abgegrenzte Aufwendungen
395,9
394,2
+ 1,7
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
75,8
106,1
- 30,3
Ertragsteueransprüche
91,2
93,1
- 1,9
Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte
20,8
15,2
+ 5,6
Summe kurzfristige Vermögenswerte
1.767,8
1.989,3
- 221,5
Kurzfristige Vermögenswerte gingen von 1.989,3 Mio. € per 31. Dezember 2024 auf 1.767,8 Mio. € zum 31. Dezember 2025 zurück. Dabei ging der in den kurzfristigen Vermögenswerten ausgewiesene Bestand an liquiden Mitteln stichtagsbedingt von 114,9 Mio. € auf 44,8 Mio. € zurück. Kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gingen von 515,8 Mio. € auf 473,5 Mio. zurück. Kurzfristige Vertragsvermögenswerte sanken infolge des aktuell (im Vergleich zu Vorperioden) geringeren Kundenwachstums im Segment „Consumer Access“ sowie einer Verschiebung von kurz- in langfristige Vertragsvermögenswerten von 630,3 Mio. € auf 572,0 Mio. €. Vorräte gingen leicht von 119,7 Mio. € auf 93,8 Mio. € zurück. Kurzfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte sanken insbesondere infolge geleisteter bedingter Kaufpreiszahlungen nach dem Ausstieg von Warburg Pincus bei IONOS von 106,1 Mio. € auf 75,8 Mio. €.
Die Bilanzposten kurzfristige abgegrenzte Aufwendungen, Ertragsteueransprüche sowie sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte blieben weitgehend unverändert.
Entwicklung der langfristigen Vermögenswerte
in Mio. 
31.12.2025
31.12.2024
Veränderung
Anteile an assoziierten Unternehmen
127,1
124,9
+ 2,2
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
40,1
85,9
- 45,8
Sachanlagen
3.584,4
3.145,0
+ 439,4
Immaterielle Vermögenswerte
1.791,3
1.879,8
- 88,5
Firmenwerte
3.623,1
3.632,7
- 9,6
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
23,8
29,9
- 6,0
Vertragsvermögenswerte
232,1
187,9
+ 44,2
Abgegrenzte Aufwendungen
724,8
801,2
- 76,5
Latente Steueransprüche
49,2
59,0
- 9,8
Summe langfristige Vermögenswerte
10.196,0
9.946,4
+ 249,5
Langfristige Vermögenswerte stiegen von 9.946,4 Mio. € per 31. Dezember 2024 auf 10.196,0 Mio. € zum 31. Dezember 2025. Dabei gingen langfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte, insbesondere durch eine erfolgsneutral erfasste Änderung des beizulegenden Wertes der Kublai GmbH, von 85,9 Mio. € auf 40,1 Mio. € zurück. Sachanlagen stiegen infolge der im Berichtszeitraum getätigten Investitionen (insbesondere 5G-Netzausbau sowie Glasfaser-Netzausbau in den Segmenten „Consumer Access“ und „Business Access“) deutlich von 3.145,0 Mio. € auf 3.584,4 Mio. €, während immaterielle Vermögenswerte im Wesentlichen infolge gestiegener Abschreibungen von 1.879,8 Mio. € auf 1.791,3 Mio. € zurückgingen. Langfristige Vertragsvermögenswerte stiegen insbesondere infolge der Einführung von neuen Vertragsmodellen bei 1&1 mit 24-monatiger Laufzeit und 36-monatiger Gerätezahlung von 187,9 Mio. € auf 232,1 Mio. €, wohingegen langfristig abgegrenzte Aufwendungen stichtagsbedingt infolge der Auflösung von geleisteten Vorauszahlungen an Vorleister von 801,2 Mio. € auf 724,8 Mio. € sanken.
Die weiteren Bilanzposten Anteile an assoziierten Unternehmen, Firmenwerte, langfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie latente Steueransprüche blieben weitgehend unverändert.
Die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte beliefen sich auf 14,7 Mio. € (Vorjahr: 0 €).
Entwicklung der kurzfristigen Schulden
in Mio. 
31.12.2025
31.12.2024
Veränderung
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
630,9
798,1
- 167,2
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
1.235,3
356,5
+ 878,9
Ertragsteuerschulden
63,1
48,0
+ 15,1
Vertragsverbindlichkeiten
193,2
184,0
+ 9,2
Sonstige Rückstellungen
30,8
23,3
+ 7,4
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
358,6
305,8
+ 52,8
Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten
133,7
165,9
- 32,2
Summe kurzfristige Schulden
2.645,6
1.881,6
+ 764,0

Kurzfristige Schulden stiegen deutlich von 1.881,6 Mio. € per 31. Dezember 2024 auf 2.645,6 Mio. € zum 31. Dezember 2025. Dabei sanken die kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen insbesondere infolge von Phasing-Effekten aus 2024 von 798,1 Mio. € auf 630,9 Mio. €. Gegenläufig stiegen die kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten infolge von Umgliederungen entsprechend der Fälligkeiten der Verbindlichkeiten deutlich von 356,5 Mio. € auf 1.235,3 Mio. € an. Sonstige finanziellen Verbindlichkeiten erhöhten sich ebenfalls insbesondere infolge von Umgliederungen aus langfristigen Verbindlichkeiten (insbesondere Frequenzverbindlichkeiten) von 305,8 Mio. € auf 358,6 Mio. €. Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten gingen hingegen durch den Rückgang von Umsatzsteuerverbindlichkeiten von 165,9 Mio. € auf 133,7 Mio. € zurück.
Die Bilanzposten Ertragsteuerschulden, kurzfristige Vertragsverbindlichkeiten sowie kurzfristige sonstige Rückstellungen blieben weitgehend unverändert.
Entwicklung der langfristigen Schulden
in Mio. 
31.12.2025
31.12.2024
Veränderung
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
2.009,4
2.457,2
- 447,8
Latente Steuerschulden
329,0
350,7
- 21,8
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
1,4
2,4
- 1,1
Vertragsverbindlichkeiten
25,4
31,0
- 5,6
Sonstige Rückstellungen
91,4
70,4
+ 21,0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
1.637,1
1.597,6
+ 39,5
Summe langfristige Schulden
4.093,6
4.509,4
- 415,8
Langfristige Schulden gingen hingegen von 4.509,4 Mio. € per 31. Dezember 2024 auf 4.093,6 Mio. € zum 31. Dezember 2025 zurück. Ursächlich hierfür waren insbesondere die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, die trotz Inanspruchnahme bestehender und neuer langfristiger Kreditlinien (Schuldscheindarlehen 2025) durch Umgliederungen entsprechend der Fälligkeiten in kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von 2.457,2 Mio. € auf 2.009,4 Mio. € zurückgingen. Latente Steuerschulden gingen insbesondere infolge einer Neubewertung der latenten Steuern auf Basis des ab 2028 stufenweise sinkenden Körperschaftsteuersatzes in Deutschland von 350,7 Mio. € auf 329,0 Mio. € zurück. Langfristige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten erhöhten sich insbesondere aufgrund von höheren Leasing-Zugängen (IFRS 16) von 1.597,6 Mio. € auf 1.637,1 Mio. €.
Langfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, langfristige Vertragsverbindlichkeiten sowie langfristige sonstige Rückstellungen blieben weitgehend unverändert.
Die mit den zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte verbundenen Schulden beliefen sich auf 12,1 Mio. € (Vorjahr: 0 €).
Entwicklung des Eigenkapitals
in Mio. 
31.12.2025
31.12.2024
Veränderung
Grundkapital
192,0
192,0
0,0
Kapitalrücklage
2.239,9
2.199,5
+ 40,4
Kumuliertes Konzernergebnis
2.726,8
2.851,5
- 124,7
Eigene Anteile
–459,3
–459,3
0,0
Neubewertungsrücklage
–2,0
2,7
- 4,7
Währungsumrechnungsdifferenz
–16,8
–5,2
- 11,7
Auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital
4.680,6
4.781,2
- 100,6
Nicht beherrschende Anteile
546,6
763,5
- 216,9
Summe Eigenkapital
5.227,2
5.544,7
- 317,6
Das Eigenkapital im Konzern sank von 5.544,7 Mio. € per 31. Dezember 2024 auf 5.227,2 Mio. € zum 31. Dezember 2025. Dabei ging das kumulierte Konzernergebnis, das die in der Vergangenheit erzielten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen (soweit sie nicht ausgeschüttet wurden) enthält, trotz des guten Konzernergebnisses im Geschäftsjahr 2025 von 2.851,5 Mio. € auf 2.726,8 Mio. € zurück. Ursächlich hierfür war insbesondere die Dividendenzahlung (bestehend aus einer regulären Dividende sowie einer einmaligen Nachholdividende) in deren Rahmen insgesamt 328,4 Mio. € ausgeschüttet wurden. Nicht beherrschende Anteile gingen insbesondere infolge des Aktienerwerbs im Rahmen des freiwilligen öffentlichen Erwerbsangebotes an die Aktionäre der 1&1 AG sowie durch die weiteren Erwerbe von 1&1 Aktien Anfang April und Ende August von 763,5 Mio. € auf 546,6 Mio. € zurück. Die Eigenkapitalquote im Konzern sank entsprechend um 2,9 Prozentpunkte von 46,5 % auf 43,6 %.
Die Netto-Bankverbindlichkeiten (d. h. der Saldo aus Bankverbindlichkeiten und liquiden Mitteln) erhöhten sich von 2.698,8 Mio. € per 31. Dezember 2024 auf 3.200,0 Mio. € zum 31. Dezember 2025. Der im Vergleich zum Vorjahr angestiegene Finanzbedarf ergab sich insbesondere aus der höheren Dividendenzahlung 2025 (inkl. einer einmaligen Nachholdividende) von insgesamt 328,4 Mio. € (Vorjahr: 86,4 Mio. €) sowie aus den Erwerben von 1&1 Aktien in Höhe von insgesamt 247,0 Mio. € (Vorjahr: 0 €).
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung der relativen Verschuldung
 
31.12.2021
31.12.2022
31.12.2023
31.12.2024(1)
31.12.2025(1)
Netto-Bankverbindlichkeiten(2) /
EBITDA
1,31
1,68
1,89
2,16
2,48
(1)Nach Bilanzierung von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 zum 30. September 2025; Vorjahr angepasst
(2)Netto-Bankverbindlichkeiten = Saldo aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und liquiden Mittel
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siehe Seite 271
Weitere Angaben zu Zielsetzung und Methoden des Finanzrisiko-Managements im Konzern finden sich auch im Konzernanhang unter Anhangangabe 44.
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung wesentlicher Bilanzpositionen
in Mio. 
31.12.2021
31.12.2022
31.12.2023
31.12.2024
31.12.2025
Bilanzsumme
9.669,1
10.358,5
11.245,6
11.935,7
11.978,5
Liquide Mittel
110,1
40,5
27,7
114,9
44,8
Anteile an assoziierten Unternehmen
431,6
429,3
373,2
124,9(2)
127,1
Sachanlagen
1.379,6
1.851,0
2.405,3
3.145,0
3.584,4
Immaterielle Vermögenswerte
2.059,4
2.029,3
2.001,6
1.879,8
1.791.3
Firmenwerte
3.627,8
3.623,4
3.628,8
3.632,7
3.623,1
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
1.822,7
2.155,5
2.464,3
2.813,7
3.244,8
Grundkapital
194,0
194,0
192,0(1)
192,0
192,0
Eigenkapital
4.923,2
5.298,4
5.555,1
5.544,7
5.227,2
Eigenkapitalquote
50,9 %
51,2 %
49,4 %
46,5 %
43,6 %
(1)Rückgang durch Einzug eigener Aktien (2023)
(2)Rückgang durch die nicht-cashwirksame Wertminderung auf die Beteiligung an Kublai und der Umgliederung / Umwidmung der Beteiligung (infolge des Verlusts des maßgeblichen Einflusses) in die langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte (2024)
Gesamtaussage des Vorstands zur wirtschaftlichen Lage
des Konzerns
Der Internationale Währungsfonds hat im Rahmen seines Konjunkturausblicks nach vorläufigen Berechnungen für 2025 ein Plus von 3,3 % für die Weltwirtschaft ausgewiesen. Für Deutschland, dem mit einem Umsatzanteil von rund 90 % wichtigsten Markt für United Internet, decken sich die Berechnungen des Fonds mit den vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes, das für 2025 ebenfalls nur einen leichten Anstieg des (preisbereinigten) Bruttoinlandsprodukts um 0,2 % (Vorjahr: -0,5 %) festgestellt hat.
Trotz der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen entwickelten sich die Anzahl der Kundenverträge sowie Umsatz- und Ergebniskennzahlen von United Internet – dank des stabilen und weitgehend konjunkturunabhängigen Geschäftsmodells – auch im Geschäftsjahr 2025 positiv. So konnte die Gesellschaft um insgesamt 700.000 Verträge auf 29,72 Mio. zulegen und den Umsatz um 1,9 % auf 6,104 Mrd. € steigern. Das operative EBITDA belief sich auf 1,282 Mrd. € und lag damit um 2,4 % über dem Vorjahr. Die darin enthaltenen Aufwendungen für den Ausbau des 1&1 Mobilfunknetzes beliefen sich unverändert zum Vorjahr auf -265,3 Mio. €.
Die Unternehmensentwicklung zeigt erneut die Vorteile des Geschäftsmodells von United Internet, das überwiegend auf elektronischen Abonnements mit festen monatlichen Beträgen basiert. Dies sichert stabile und planbare Umsätze und Cashflows, bietet Schutz gegen konjunkturelle Einflüsse und eröffnet finanzielle Spielräume, um neue Kunden zu gewinnen, Kundenbeziehungen auszubauen und Chancen in neuen Geschäftsfeldern bzw. neuen Märkten zu nutzen. Organisch oder durch Beteiligungen und Übernahmen.
Insgesamt sieht der Vorstand die United Internet Gruppe – zum Abschlussstichtag des Geschäftsjahres 2025 wie auch zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Lageberichts – für die weitere Unternehmensentwicklung gut aufgestellt. Er schätzt die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage – vorbehaltlich eventueller Sondereffekte – positiv ein und blickt optimistisch in die Zukunft.

2.4
Lage der Gesellschaft
Ertragslage der United Internet AG
Die Ertragslage der United Internet AG als reine Holding-Gesellschaft ist üblicherweise durch das Beteiligungs- und Finanzergebnis geprägt. Der Umsatz der Einzelgesellschaft belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf 0,9 Mio. € (Vorjahr: 0,6 Mio. €) und resultiert überwiegend aus der internen Leistungsverrechnung.
Die sonstigen betrieblichen Erträge beliefen sich auf 47,7 Mio. € (Vorjahr: 6,4 Mio. €) und bestehen – neben periodenfremden Erträgen und konzerninternen Weiterbelastungen – im Wesentlichen aus Erträgen aus dem Abgang von Finanzanlagen in Höhe von 45,0 Mio. € (Vorjahr: 5,6 Mio. €). Diese resultieren aus nachträglichen Kaufpreisanpassungen der United Internet AG gegenüber dem ehemaligen
IONOSMitgesellschafter Warburg Pincus im Rahmen der vollständigen Veräußerung der Anteile von Warburg Pincus an der IONOS Group SE im Geschäftsjahr 2025.
Löhne und Gehälter stiegen auf 3,2 Mio. € (Vorjahr: 1,0 Mio. €). Der Anstieg ist im Wesentlichen auf die erstmalige Erfassung der Rückstellung für die im Geschäftsjahr 2025 gewährten SARs zurückzuführen.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich auf 14,8 Mio. € (Vorjahr: 15,5 Mio. €) und beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen aus internen Weiterbelastungen für konzernintern erbrachte Dienstleistungen sowie Rechts-, Prüfungs- und Beratungskosten.
Die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen von 120,6 Mio. € (Vorjahr: 112,7 Mio. €) resultieren aus den Gewinnabführungen der 1&1 Mail & Media Applications SE von 113,8 Mio. € (Vorjahr: 110,0 Mio. €), der United Internet Corporate Services GmbH von 6,6 Mio. € (Vorjahr: 2,5 Mio. €) und der United Internet Service SE von 0,2 Mio. € (Vorjahr: 0,2 Mio. €).
Die Erträge aus Beteiligungen beliefen sich auf 7,9 Mio. € (Vorjahr: 13,8 Mio. €). Der Rückgang ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass im Vorjahr neben der regulären Dividende der 1&1 AG für das Geschäftsjahr 2023 aufgrund phasengleicher Gewinnvereinnahmung zusätzlich die Dividende für das Geschäftsjahr 2024 erfasst wurde. Im Geschäftsjahr 2025 wurden – neben einer Dividende in Höhe von 0,2 Mio. € für im April 2025 neu erworbene, dividendenberechtigte Aktien der 1&1 AG – die Dividendenansprüche für das Geschäftsjahr 2025 ebenfalls im Rahmen phasengleicher Gewinnvereinnahmung ergebniswirksam erfasst.
Die Aufwendungen aus Verlustübernahmen in Höhe von 412,7 Mio. € (Vorjahr: 486,5 Mio. €) betrafen den Ergebnisausgleich der United Internet Management Holding SE von 372,5 Mio. € (Vorjahr: 148,8 Mio. €), der United Internet Investments Holding AG & Co. KG von 40,1 Mio. € (Vorjahr: 337,7 Mio. € inkl. eines Verlustes in Höhe von 316,0 Mio. € aus der Verwässerung der Anteile an Kublai) sowie der United Internet Corporate Holding SE von 0,09 Mio. € (Vorjahr: 0,03 Mio. €).
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Der Verlust der United Internet Management Holding in 2025 in Höhe von 372,5 Mio. € resultiert insbesondere aus dem konzerninternen Verkauf der United Internet Management Holding und deren Tochter 1&1 Versatel an 1&1 (mit wirtschaftlicher Wirkung zum Ablauf des 30. November 2025), der auf Ebene der United Internet Management Holding zu einer außerplanmäßigen Wertminderung der Beteiligung an 1&1 Versatel in Höhe von 246,1 Mio. € führte. Weitere Einzelheiten dazu finden sich im Kapitel 2.1 „Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen“ unter „Wesentliche Ereignisse“ sowie im Anhang des Einzelabschlusses 2025 nach HGB.

Der Verlust der United Internet Investments Holding in Höhe von 40,1 Mio. € in 2025 resultiert insbesondere aus einer außerplanmäßigen Abschreibung der Beteiligung an Kublai in Höhe von 37,2 Mio. €.
Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beliefen sich auf einen Steuerertrag von 3,5 Mio. € (Vorjahr: Steuerertrag in Höhe von 17,0 Mio. €).
Der Jahresfehlbetrag im Einzelabschluss der United Internet AG belief sich im Geschäftsjahr 2025
infolge der hohen und zum Teil außerplanmäßigen Aufwendungen aus Verlustübernahmen auf
-260,8 Mio. € (Vorjahr: -365,3 Mio. €).
Finanz- und Vermögenslage der United Internet AG
Die Bilanzsumme der Einzelgesellschaft verringerte sich von 5.777,2 Mio. € zum 31. Dezember 2024 auf 5.486,9 Mio. € zum 31. Dezember 2025.
Das Anlagevermögen der Einzelgesellschaft in Höhe von 5.133,2 Mio. € (Vorjahr: 5.442,3 Mio. €) ist im Wesentlichen geprägt durch die Finanzanlagen. Dabei gingen die Anteile an verbundenen Unternehmen von 4.502,2 Mio. € auf 3.193,1 Mio. € zurück, während die Ausleihungen an verbundene Unternehmen von 940,0 Mio. € auf 1.940,0 Mio. € anstiegen. Beide Veränderungen bei den Finanzanlagen resultieren im Wesentlichen aus dem Verkauf der United Internet Management Holding SE einschließlich derer 100%iger Tochtergesellschaft 1&1 Versatel GmbH im Rahmen einer konzerninternen Umstrukturierung an die 1&1 AG. Insbesondere durch diesen Anteilsverkauf verminderten sich die Anteile an verbundenen Unternehmen gegenüber dem Vorjahr um rund 1,3 Mrd. €, während sich die Ausleihungen an verbundene Unternehmen gegenüber dem Vorjahr um rund 1,0 Mrd. € erhöhten.
Das Umlaufvermögen der Einzelgesellschaft in Höhe von 353,7 Mio. € (Vorjahr: 334,9 Mio. €) umfasst die Forderungen gegen verbundene Unternehmen sowie sonstige Vermögensgegenstände. Dabei stiegen die Forderungen gegen verbundene Unternehmen auf 314,1 Mio. € (Vorjahr: 222,0 Mio. €). Sie enthalten Forderungen im Rahmen des Cash-Managements von 75,6 Mio. € (Vorjahr: 500,1 Mio. €), Forderungen aus umsatzsteuerlicher Organschaft von 4,2 Mio. € (Vorjahr: 59,0 Mio. €), saldierte Verbindlichkeiten gegen verbundene Unternehmen aus Ergebnisabführungsverträgen in Höhe von -33,3 Mio. € (Vorjahr: - 335,0 Mio. €) sowie sonstige Forderungen gegen verbundene Unternehmen (insbesondere Verlustausgleichsforderung gegenüber 1&1 aus der Veräußerung der United Internet Management Holding) in Höhe von 267,6 Mio. € (Vorjahr: - 2,2 Mio. €). Die sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von 30,3 Mio. € (Vorjahr: 33,0 Mio. €) beinhalten im Wesentlichen Forderungen gegen das Finanzamt. Die liquiden Mittel beliefen sich auf 9,3 Mio. € (Vorjahr: 80,0 Mio. €).
Das Eigenkapital der Einzelgesellschaft belief sich zum 31. Dezember 2025 auf 2.477,0 Mio. € (Vorjahr: 3.066,2 Mio. €). Der Rückgang des Eigenkapitals im Berichtsjahr resultiert insbesondere aus der Dividendenzahlung in Höhe von 328,4 Mio. € und dem Jahresfehlbetrag in Höhe von 260,8 Mio. €. Die Eigenkapitalquote ging entsprechend von 53,1 % im Vorjahr auf 45,1 % zum 31. Dezember 2025 zurück.
Bei den Rückstellungen der Einzelgesellschaft in Höhe von 22,4 Mio. € (Vorjahr: 9,9 Mio. €) handelt es sich insbesondere um Steuerrückstellungen in Höhe von 17,2 Mio. € (Vorjahr: 6,2 Mio. €) sowie um sonstige Rückstellungen für Mitarbeiterbeteiligungsprogramme, Rechts-, Prüfungs- und Beratungskosten, Tantiemen und Sonstige in Höhe von 5,2 Mio. € (Vorjahr: 3,7 Mio. €).
Die Verbindlichkeiten der Einzelgesellschaft sind insbesondere von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie gegenüber verbundenen Unternehmen geprägt. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten stiegen dabei im Geschäftsjahr 2025 auf 2.455,0 Mio. € (Vorjahr: 2.027,2 Mio. €). Die Bankverbindlichkeiten setzen sich aus vier Schuldscheindarlehen in Höhe von insgesamt 1.217 Mio. € (Vorjahr: 1.217 Mio. €), diversen Konsortialkrediten über 890 Mio. € (Vorjahr: 700 Mio. €), bilateralen Kreditvereinbarungen in Höhe von 245 Mio. € (Vorjahr: 0 €), Betriebsmittellinien über 76 Mio. € (Vorjahr: 94 Mio. €) sowie Zinsen in Höhe von 27 Mio. € (Vorjahr: 16 Mio. €) zusammen. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen gingen auf 516,4 Mio. € zurück (Vorjahr: 608,1 Mio. €). Sie beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus dem Cash-Management innerhalb der United Internet Gruppe, Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen aus Ergebnisabführungsverträgen sowie Verbindlichkeiten aus umsatzsteuerlicher Organschaft. Bei den sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 5,2 Mio. € (Vorjahr: 65,9 Mio. €) handelt es sich im Wesentlichen um Umsatzsteuerverbindlichkeiten.
Der Cashflow im Einzelabschluss der Gesellschaft ist geprägt durch Zahlungsmittelzuflüsse aus den Gewinnabführungsverträgen sowie den Dividenden der Beteiligungen.
Gesamtaussage des Vorstands zur wirtschaftlichen Lage der Einzelgesellschaft
Die wirtschaftliche Lage der United Internet AG auf Ebene des Einzelabschlusses ist aufgrund ihrer Rolle als Holding-Gesellschaft im Wesentlichen durch das Beteiligungs- und Finanzergebnis beeinflusst. Insofern gilt die Gesamtaussage des Vorstandes zur wirtschaftlichen Lage im Konzern qualitativ auch für die United Internet AG selbst.
3.
Nachtragsbericht
Abschluss eines KfW-Förderdarlehens nach dem Bilanzstichtag
Im Januar 2026 hat United Internet ein KfW-Förderdarlehen mit einem Bankenkonsortium unter Führung der IKB Deutsche Industriebank AG in Höhe von 260 Mio. € abgeschlossen. Die Mittel werden in Green IT der United Internet Gruppe investiert und unterstützen die United Internet AG bei ihrem Beitrag zur nachhaltigen Transformation ihrer Industrie. Da dieser Vorgang erst nach dem Bilanzstichtag eingetreten ist, hat er keine Auswirkungen auf die zum Stichtag aufgestellten Finanzinformationen.
Weitere Inanspruchnahme des JBIC-Darlehens nach dem Bilanzstichtag
Des Weiteren hat die United Internet AG im Januar 2026 eine weitere Ziehung in Höhe von 225 Mio. € unter dem internationalen Förderdarlehen, das im Dezember 2024 mit der Japan Bank for International Cooperation (JBIC) in Höhe von insgesamt 800 Mio. € abgeschlossen wurde, getätigt. Damit stehen noch 285 Mio. € (31. Dezember 2025: 510 Mio. €) als freie Kreditlinie unter dieser Finanzierung zur Verfügung. Da dieser Vorgang erst nach dem Bilanzstichtag eingetreten ist, hat er keine Auswirkungen auf die zum Stichtag aufgestellten Finanzinformationen.
Auswirkungen des Krieges im Iran
Der Ende Februar gestartete Großangriff der USA und Israel auf den Iran bedeutete den Beginn des Iran-Krieges 2026. Der Iran reagierte auf diese Angriffe mit Gegenangriffen auf Israel und auf verschiedene Länder und Ziele im gesamten Nahen Osten einschließlich der für die weltweite Schifffahrt sowie die globale Energieversorgung und die globalen Lieferketten wichtigen Straße von Hormus.
Der United Internet Konzern ist im Rahmen seiner Geschäftsaktivitäten nicht im Iran und dem Nahen Osten aktiv tätig. Israel und der Iran sowie der gesamte Nahe Osten sind auch keine Zielländer der United Internet Gesellschaften und es werden in den vorgenannten Ländern und Regionen auch keine Standorte unterhalten.
Vor diesem Hintergrund erwartet United Internet aktuell keine wesentlichen Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung und die Lage des Unternehmens bzw. des Konzerns, zumal das Geschäftsmodell des Konzerns auf einer Vielzahl elektronischer Abonnements mit festen und moderaten monatlichen Beträgen sowie vertraglich festgelegten Laufzeiten basiert. Dies sichert stabile und planbare Umsätze und Cashflows und bietet Schutz gegen konjunkturelle Einflüsse.
Gleichwohl können die wirtschaftlichen Folgen des Krieges (wie etwa die Verknappung / Verteuerung von Öl, Gas und Rohstoffen oder unterbrochene Lieferketten aus Fernost) für die Zielländer der United Internet Gesellschaften und für United Internet selbst heute noch nicht konkret eingeschätzt werden. Gleiches gilt für die potenzielle Gefahr einer Ausweitung des Krieges auf weitere Länder.
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Darüber hinaus sind nach dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 bei United Internet keine weiteren Ereignisse von besonderer Bedeutung eingetreten, die größere Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Unternehmens bzw. des Konzerns mit Auswirkungen auf Rechnungslegung und Berichterstattung haben. Aussagen zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns und der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Lageberichts finden sich in Kapitel 5.3 im „Prognosebericht“.
4.
Nichtfinanzielle Konzernerklärung
Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG sehen sich in der Verpflichtung, durch eine verantwortungsbewusste und langfristig ausgerichtete Unternehmensführung für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens und eine nachhaltige Wertschöpfung zu sorgen. Nach dem Selbstverständnis von United Internet geht unternehmerisches Handeln dabei über die Verfolgung wirtschaftlicher Ziele hinaus und beinhaltet auch eine Verpflichtung gegenüber Gesellschaft, Umwelt und Mitarbeitenden.
Nachhaltigkeit ist bereits in vielen Geschäftsprozessen integraler Bestandteil der unternehmerischen Steuerung. Entsprechend wird Nachhaltigkeit kontinuierlich konzernweit weiterentwickelt und organisatorisch verankert. Im Geschäftsjahr 2025 arbeiteten die Nachhaltigkeitsverantwortlichen aller Segmente in einem wöchentlich abgehaltenen Sustainability-Gremium eng und auf Augenhöhe zusammen. Zudem wurden die zuständigen Teams und Fachbereiche von United Internet weiter gestärkt und ein konzernübergreifendes Sustainability Board auf Vorstandsebene eingeführt. Dies ermöglicht die konzernweite Koordination von Nachhaltigkeitsinitiativen.
Vor dem Hintergrund eines weiterhin herausfordernden und sich dynamisch entwickelnden regulatorischen Umfelds richtet United Internet die Nachhaltigkeitsarbeit konsequent auf Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Ergebnisorientierung aus. Nachhaltigkeit wird dabei als Wert verstanden, an dem Fortschritt messbar gemacht wird. So wurde im Geschäftsjahr 2025 eine konzernweite Klimastrategie etabliert, die sich an der Methodik der Science Based Targets initiative (SBTi) orientiert. Auch im Bereich der sozialen Nachhaltigkeit sowie bei sensiblen Themen der digitalen Verantwortung, etwa der Bekämpfung von Fake News und dem verantwortungsvollen Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI), wurden messbare Ziele und Maßnahmen definiert und aufgebaut bzw. befinden sich im Aufbau.
In der folgenden Erklärung legt das Kapitel „Allgemeine Angaben“ die grundlegenden Querschnittsanforderungen für die Nachhaltigkeitsberichterstattung dar, einschließlich der Angabe von Unternehmensstrategie, Unternehmensführung, Wesentlichkeit und Einbezug von Stakeholderinnen und Stakeholdern. Das zweite Kapitel bildet die Umweltinformationen in Bezug auf den Klimawandel sowie Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft ab und wird ergänzt durch Angaben zur EU-Taxonomie. Innerhalb des Kapitels zu sozialer Nachhaltigkeit werden Informationen und Kennzahlen in Bezug auf die eigenen Arbeitskräfte, die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette sowie Verbraucherinnen und Verbraucher und Endnutzende dargelegt. Dabei werden auch Themen mit besonderer Relevanz für die Digitalwirtschaft, wie bspw. Informationssicherheit, beschrieben. Zuletzt folgt ein Kapitel mit Inhalten zur Unternehmensführung.

4.1
Allgemeine Angaben
Über diese Erklärung
Die nichtfinanzielle Konzernerklärung (Nachhaltigkeitserklärung) von United Internet wurde auf konsolidierter Basis erstellt. Sie reflektiert die Praktiken und Verpflichtungen des Konzerns ganzheitlich, einschließlich aller Segmente, Standorte sowie Konzerngesellschaften, an denen eine Mehrheitsbeteiligung besteht. Der Konsolidierungskreis entspricht dem des Konzernabschlusses.
United Internet hat wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte sowohl in der vor- als auch in der nachgelagerten Wertschöpfungskette bei der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse und Datenerhebung berücksichtigt, die sich über den Einkauf und Handel mit Hardware, die Bereitstellung von IT-Infrastruktur sowie digitale Dienstleistungen erstrecken. Für die nachgelagerte Wertschöpfung untersucht United Internet die Nachhaltigkeitsdimensionen im Zusammenhang mit dem Transport, der Nutzung und der Entsorgung der Produkte und Dienstleistungen. Das Geschäftsmodell des Unternehmens zeichnet sich durch langfristige Bindungen zu den Kundinnen und Kunden aus, getrieben durch Abonnementmodelle und Free Accounts. Die Basis dafür ist ein starker Fokus auf Datenschutz und Informationssicherheit während der Nutzungsphase. In der nachgelagerten Wertschöpfungskette sind der Umgang mit ausgedienter IT-Hardware und die Vermeidung von Elektroschrott ein zentrales Thema. United Internet betreibt zudem intensive Risikoanalysen bzgl. der menschenrechtlichen und umweltbezogenen Risiken in der unmittelbaren Lieferkette, insbesondere bei elektronischen Bauteilen, die aus internationalen Märkten stammen.
Die nichtfinanzielle Konzernerklärung wurde in Übereinstimmung mit § 315c i. V. m. §§ 289c bis 289e HGB aufgestellt. Dies schließt auch die in dieser nichtfinanziellen Berichterstattung enthaltenen Angaben zur Erfüllung der Anforderungen nach Artikel 8 der Verordnung (EU) 2020/852 (im Folgenden „EU-Taxonomie-Verordnung“) ein. Hinsichtlich Struktur und Darstellung der Informationen orientiert sich die Berichterstattung an den European Sustainability Reporting Standards (ESRS). Dies gilt insbesondere für folgende Aspekte:
qualitative Merkmale von Informationen
Doppelte Wesentlichkeit als Grundlage für die Angabe von Nachhaltigkeitsinformationen
Sorgfaltspflicht
Wertschöpfungskette
Erstellung und Darstellung von Nachhaltigkeitsinformationen
Aufbau der Nachhaltigkeitserklärung
Die gemäß der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse identifizierten Auswirkungen, Risiken und Chancen (Impacts, Risks and Opportunities, IROs) bilden, in Anlehnung an das Konzept der ESRS, den Ausgangspunkt für die Identifikation der wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen. Im Anschluss werden für diese Nachhaltigkeitsthemen qualitative und im Einzelfall auch quantitative Informationen berichtet. Bei der Auswahl der qualitativen Informationen orientiert sich diese Erklärung an dem Konzept der „Richtlinien, Maßnahmen und Ziele“, wie es in ESRS 2 verankert ist.
Dadurch wird formal betrachtet im Sinne des § 315c HGB i. V. m. § 289d HGB kein anerkanntes Rahmenwerk verwendet. Die Entscheidung für den Inhalt der Berichterstattung wurde vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen getroffen: der anhaltenden Unsicherheit im Zusammenhang mit der Umsetzung der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und damit auch der ESRS in deutsches Recht und der von der EU angekündigten Vorschläge für eine signifikante Reduzierung der Berichterstattungspflichten.
Nachhaltigkeitsmanagement und Organisation
Im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen gemäß Artikel 19a Absatz 3 und Artikel 29a Absatz 3 der Richtlinie (EU) 2013/34 besteht für Unternehmen die Option, auf die Offenlegung von Informationen über bevorstehende Entwicklungen oder sich in Verhandlungsphasen befindende Angelegenheiten zu verzichten. United Internet hat diese Möglichkeit im Geschäftsjahr 2025 nicht in Anspruch genommen. Von der Möglichkeit, bestimmte Informationen zu geistigem Eigentum, Know-how oder Innovationsergebnissen aus dem Bericht auszuschließen, wurde kein Gebrauch gemacht.
Anforderungen an die Zusammensetzung des Gesamtgremiums
Der Aufsichtsrat der United Internet AG besteht ausschließlich aus von den Anteilseignerinnen und Anteilseignern gewählten Mitgliedern. Im Zeitraum vom 4. Juli 2024 bis zum 14. Mai 2025 setzte er sich aus fünf Mitgliedern zusammen, darunter zwei Frauen (40 %). Mit der turnusgemäßen Neuwahl der Aufsichtsratsmitglieder durch die Hauptversammlung am 15. Mai 2025 umfasst das Gremium sechs Mitglieder, darunter zwei Frauen. Das entspricht einem Verhältnis von eins zu zwei. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats gelten als unabhängig.
Der Vorstand von United Internet bestand im Jahr 2025 aus drei Mitgliedern. Durch das planmäßige Ausscheiden eines Vorstandsmitglieds zum Ablauf des 31. Dezember 2025 setzt sich der Vorstand seit dem 1. Januar 2026 aus zwei Mitgliedern zusammen. Im Geschäftsjahr 2025 waren im Vorstand keine Frauen vertreten.
Sowohl die Mitglieder des Vorstands als auch die Mitglieder des Aufsichtsrats von United Internet verfügen in ihrem jeweiligen Gremium über umfassende Erfahrungen, die für die Sektoren, Produkte und geografischen Standorte des Unternehmens relevant sind. Sie verfügen in ihrer Gesamtheit über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen, sodass sowohl im Vorstand als auch im Aufsichtsrat jeweils ein möglichst breites Spektrum der für das Unternehmen relevanten Kenntnisse und Erfahrungen abgedeckt wird und insbesondere die folgenden Voraussetzungen erfüllt werden:
vertiefte Kenntnisse und Erfahrungen in der Telekommunikations-, Medien- und / oder IT-Branche
Fachkenntnisse oder Erfahrungen aus anderen Wirtschaftsbereichen
unternehmerische bzw. operative Erfahrungen
mindestens ein Mitglied mit Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung, wobei der Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung in besonderen Kenntnissen und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontroll- und Risikomanagementsystemen zu bestehen und sich auch auf die Nachhaltigkeitsberichterstattung zu beziehen hat
mindestens ein weiteres Mitglied mit Sachverstand auf dem Gebiet der Abschlussprüfung, wobei der Sachverstand auf dem Gebiet der Abschlussprüfung in besonderen Kenntnissen und Erfahrungen auf dem Gebiet der Abschlussprüfung zu bestehen und sich auch auf die Prüfung der Nachhaltigkeitsberichterstattung zu beziehen hat
Kenntnisse und Erfahrungen im Bereich der ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit
vertiefte Kenntnisse und Erfahrungen in den Gebieten Governance und Compliance
Kenntnisse und Erfahrungen bei der Strategieentwicklung und -umsetzung
vertiefte Kenntnisse und Erfahrungen im Controlling und Risikomanagement
Kenntnisse und Erfahrungen bei der Personalplanung und -führung (Human Resources, HR)
Expertise zu den Bedürfnissen kapitalmarktorientierter Unternehmen
mindestens ein Mitglied mit mehrjähriger im Ausland oder in einem international tätigen Unternehmen erworbener operativer Erfahrung
Herr Ralph Dommermuth verfügt als Gründer und langjähriger Vorsitzender des Vorstands von United Internet über umfangreiche Kenntnisse und Erfahrungen auf den vorgenannten Gebieten sowie über langjährige Expertise in der Telekommunikations- und Internet-Branche. Darüber hinaus verfügt er über umfassende Praxiserfahrung und Kenntnisse in allen wesentlichen Teilbereichen der Unternehmensführung, konkret in den Bereichen Unternehmensstrategie, operative Unternehmensführung, Organisation und Personalführung, Finanz- und Risikomanagement, Corporate Governance, Recht und Compliance sowie Kommunikation und Stakeholder Management. Als Vorstandsvorsitzender achtet er darauf, dass Nachhaltigkeitsaspekte bei allen wesentlichen Entscheidungen berücksichtigt und in den maßgeblichen Prozessen implementiert werden.
Das bis zum 31. Dezember 2025 amtierende Vorstandsmitglied Markus Huhn war seit 1994 in verschiedenen leitenden Funktionen innerhalb der United Internet Gruppe tätig. Seit 2013 verantwortete er als Vorstandsmitglied der 1&1 Telecommunication SE bis März 2023 den Finanzbereich und bis Ende 2025 das Personalressort. Vom 1. Juli 2019 bis Ende 2024 war er zudem Finanzvorstand der 1&1 AG. Seit dem 1. April 2023 war er bis zu seinem Ausscheiden am 31. Dezember 2025 Mitglied des Vorstands von United Internet mit dem Ressort Shared Services und der Verantwortung für die Bereiche Commercial and ICS Services, Corporate HR & HR Services, Corporate Real Estate Management sowie Technology Services. Dementsprechend verfügt auch Herr Huhn über Kenntnisse und Erfahrungen auf den o. g. Gebieten. Insbesondere verfügt er über langjährige Erfahrungen in der Telekommunikationsbranche auf den geografischen Märkten, in denen das Segment „Consumer Access“ Festnetz- und Mobilfunkprodukte anbietet. Im Rahmen seiner Verantwortlichkeiten hat er die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten in den maßgeblichen Prozessen implementiert.
Das seit dem 1. Januar 2025 amtierende Vorstandsmitglied Carsten Theurer verantwortet das Vorstandsressort Finanzen. Herr Theurer war zuvor über 20 Jahre in unterschiedlichen Sparten der global agierenden Schwarz Gruppe tätig, zuletzt als Group-CFO. Er verfügt über umfangreiche Kenntnisse und Erfahrungen auf allen o. g. Gebieten sowie Erfahrung in der strategischen und operativen Unternehmensführung in anderen Wirtschaftsbereichen, konkret im Handel und der Lebensmittelproduktion. In diesem Zusammenhang hat Herr Theurer auch langjährige Expertise in den für Unternehmen bedeutsamen Nachhaltigkeitsfragen gesammelt, die größtenteils auch für die United Internet Gruppe relevant sind, insbesondere hinsichtlich der Entwicklung und Umsetzung einer Nachhaltigkeitsstrategie. Als Betriebswirt und aufgrund seiner langjährigen Erfahrung als CFO verfügt Herr Theurer über Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung und Abschlussprüfung und ist vertraut mit Rechnungslegungsgrundsätzen, Kontroll- und Risikomanagementsystemen, Controlling, Governance und Compliance sowie Personalplanung und -führung. Im Vorstandsressort von Herrn Theurer ist das Team Corporate Sustainability angesiedelt, mit dem er intensiv zusammenarbeitet und die Weiterentwicklung und Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie maßgeblich mitgestaltet.
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Verweis folgt
Auch die Mitglieder des Aufsichtsrats verfügen über einschlägige Kenntnisse und Erfahrungen auf den vorgenannten Gebieten. Die entsprechende Expertise jedes einzelnen Aufsichtsratsmitglieds ist aus der Qualifikationsmatrix ersichtlich, die in der nach den §§ 289f und 315d HGB abgegebenen Erklärung zur Unternehmensführung im Lagebericht in Kapitel 8 enthalten ist.
Vorstand und Aufsichtsrat stellen die erforderlichen Fähigkeiten und Fachkenntnisse zur Überwachung von Nachhaltigkeitsaspekten sicher. Die Mitglieder verfügen über Kenntnisse der CSRD und der einschlägigen ESRS. Darüber hinaus werden sie durch den Bereich Corporate Sustainability regelmäßig über aktuelle rechtliche und fachliche Entwicklungen im Bereich Nachhaltigkeit informiert und geschult. Die vorhandenen und fortlaufend erweiterten und vertieften Fähigkeiten und Sachkenntnisse der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats im Bereich Nachhaltigkeit werden von diesen bei allen unternehmerischen Entscheidungen genutzt, um wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen von Nachhaltigkeitsaspekten im Zusammenhang mit unternehmerischen Entscheidungen und auch allgemein bei der Leitung und Überwachung des Unternehmens zu berücksichtigen.
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Verweis folgt
Die Namen der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats werden in der nach den §§ 289f und 315d HGB abgegebenen Erklärung zur Unternehmensführung in Kapitel 8 wiedergegeben. Dort ist auch angegeben, welche Aufsichtsratsmitglieder dem vom Aufsichtsrat gebildeten Prüfungs- und Risikoausschuss angehören, ebenso wie die Kompetenzbereiche der einzelnen Aufsichtsratsmitglieder in den Bereichen ökologische und soziale Nachhaltigkeit, Governance sowie Compliance.
Der Prüfungs- und Risikoausschuss des Aufsichtsrats hat verschiedene Aufgaben und Zuständigkeiten inne, die in einer Geschäftsordnung festgelegt sind. Danach unterstützt er den Gesamtaufsichtsrat u. a. bei der umfangreichen Überwachung der Rechnungslegung und beschäftigt sich ferner intensiv mit dem Jahresabschluss und dem Konzernabschluss sowie dem zusammengefassten Lagebericht, inkl. der Nachhaltigkeitserklärung. In diesem Zusammenhang erörtert er mit dem Vorstand und dem Abschlussprüfer die Berichte, den Ablauf, die Schwerpunkte und die Methodik der Prüfung, nimmt die Ergebnisberichte des Abschlussprüfers entgegen und gibt insoweit Empfehlungen an den Aufsichtsrat. Zudem beurteilt er regelmäßig die Qualität der Abschlussprüfung und überwacht in Zusammenarbeit mit dem Vorstand die Wirksamkeit und Funktionsfähigkeit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems, des Compliance-Management-Systems und des internen Revisionssystems, einschließlich der Fraud-Berichterstattung. Dabei umfasst die Risikodarstellung auch wesentliche Rechtstreitigkeiten, sowie damit verbundene Risiken für den Konzern und neben den finanziellen Risiken auch Reputationsrisiken sowie Nachhaltigkeitsrisiken.
Bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben berücksichtigt der Prüfungs- und Risikoausschuss stets Nachhaltigkeitsaspekte, wie es in seiner Geschäftsordnung explizit festgelegt ist und darüber hinaus. In diesem Zusammenhang liegt auch die Überwachung der wesentlichen IROs, die sich aus der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse ergeben, in der Verantwortung des Prüfungs- und Risikoausschusses.
Der Vorstand und der Aufsichtsrat von United Internet werden im Rahmen regelmäßiger Gremiensitzungen (mindestens viermal jährlich) über wesentliche, nachhaltigkeitsbezogene IROs sowie damit verbundene Strategien, Richtlinien, Konzepte, Maßnahmen, Kennzahlen und Ziele informiert. Diese und weitere nachhaltigkeitsbezogene Themen sind im Bericht des Aufsichtsrats dokumentiert.
Bei strategischen Entscheidungen, wesentlichen Transaktionen im Rahmen des Risikomanagements sowie bei anderen bedeutenden unternehmerischen Angelegenheiten berücksichtigen Vorstand und Aufsichtsrat neben strategischen, wirtschaftlichen und finanziellen Aspekten auch ökologische und soziale Auswirkungen, Risiken und Chancen. Werden im Einzelfall Kompromisse eingegangen, werden mögliche Zielkonflikte zwischen Nachhaltigkeitskriterien und wirtschaftlichen Erfordernissen gegeneinander abgewogen.
Über die Aufbau- und Ablauforganisation und den jeweiligen Status der Zielerreichungen lässt sich der Aufsichtsrat regelmäßig sowohl direkt aus den entsprechenden Fachbereichen sowie durch den Vorstand informieren.
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Scope 1, Scope 2
Ziele im Zusammenhang mit wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen werden durch die Fachbereiche in Zusammenarbeit mit dem Nachhaltigkeitsmanagement erarbeitet und durch die jeweiligen Fachbereichsleitungen freigegeben. Ziele mit strategischer Relevanz für das Unternehmen werden mit dem Vorstand abgestimmt und dem Prüfungs- und Risikoausschuss des Aufsichtsrats vorgestellt. Die Fortschritte der Zielerreichung werden durch den Bereich Corporate Sustainability laufend überwacht, welcher dem Vorstand und dem Prüfungs- und Risikoausschuss in regelmäßigen Abständen darüber berichtet, sodass diese Gremien diesbezüglich ihre Leitungs- bzw. Überwachungsfunktion erfüllen können. Für die Strategie und Zielsetzung im Bereich Klima sowie die Strategie im Bereich der sozialen Nachhaltigkeit mit Fokus auf die eigene Belegschaft gab es im Geschäftsjahr 2025 Sondertermine mit dem Aufsichtsrat. Die Klimastrategie für die direkten Unternehmensemissionen (Scope 1 und 2) wurde durch den Vorstand und Aufsichtsrat offiziell verabschiedet.
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Aktuelle Berichte - United Internet
Die Anreizsysteme für die Vorstandsmitglieder von United Internet integrieren ESG-Kriterien als Bestandteil der kurzfristigen, variablen Vergütung. Dies steht im Einklang mit der Verpflichtung zu Nachhaltigkeit und wurde in der Hauptversammlung im Mai 2021 erstmals beschlossen. Seit dem Geschäftsjahr 2022 ist diese Regelung bei neuen Vorstandsdienstverträgen implementiert. Der Ansatz zielt darauf ab, Nachhaltigkeitsziele in den Entscheidungshorizont des Vorstands zu rücken und ein gezieltes Nachhaltigkeitsengagement zu fördern. Detaillierte Informationen zur Vergütungsstruktur von Vorstand und Aufsichtsrat können dem nach § 162 AktG veröffentlichten Vergütungsbericht entnommen werden, der auf der Internetseite des Unternehmens verfügbar ist.
Due Diligence bei United Internet
Die Erfüllung der Sorgfaltspflicht in Nachhaltigkeitsfragen wird bei United Internet durch eine klare Organisationsstruktur gewährleistet. Das konzernweite Nachhaltigkeitsmanagement koordiniert die Implementierung entsprechender Prozesse und Prinzipien. Auf Konzernebene erfolgt die Formulierung übergeordneter Grundsätze. Diese zentralen Grundsätze werden in einem iterativen Prozess in die Nachhaltigkeitsarbeit der Segmente eingebettet, wobei die Segmentvorstände für die konkrete Umsetzung und Anpassung an spezifische Gegebenheiten und Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit verantwortlich sind. Konzernweite Richtlinien unterliegen einem Freigabeprozess durch den Finanzvorstand von United Internet, die Finanzvorstände der Segmente sowie die jeweils zuständigen Fachbereichsvorstände. Maßnahmen werden i. d. R. durch die Fachbereiche verantwortet, in enger Abstimmung mit den Leitungsorganen. Die periodische Berichterstattung an den Gesamtvorstand und die Einbeziehung des Aufsichtsrats sichern eine kontinuierliche Überprüfung und Förderung der Nachhaltigkeitsbemühungen im gesamten Konzern.

Übersicht der wichtigsten Aspekte und Schritte des Verfahrens zur Erfüllung der Sorgfaltspflicht in der Nachhaltigkeitserklärung:
Kernelemente
Abschnitte in der Nachhaltigkeitserklärung
a) Einbindung der Sorgfaltspflicht in Governance, Strategie und Geschäftsmodell
Nachhaltigkeitsmanagement und Organisation: Anforderungen an die Zusammensetzung des
Gesamtgremiums
Geschäftsmodell, Strategie und Wertschöpfungskette: wesentliche IROs und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell
Klimawandel: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen
Klimawandel: Ermittlung und Bewertung der wesentlichen klimabezogenen Auswirkungen, Risiken und Chancen
Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen
Arbeitskräfte von United Internet: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen
Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen
Verbraucherinnen und Verbraucher, Endnutzende: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen
Governance-Informationen: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen
b) Einbindung betroffener Stakeholderinnen und Stakeholder in alle wichtigen Schritte der Verfahren zur Erfüllung der Sorgfaltspflicht
Nachhaltigkeitsmanagement und Organisation: Anforderungen an die Zusammensetzung des
Gesamtgremiums
Geschäftsmodell, Strategie und Wertschöpfungskette: Interessen und Standpunkte der
Stakeholder-Gruppen
Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen: Doppelte Wesentlichkeitsanalyse
Klimawandel: Richtlinien
Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft: Richtlinien
Einführung in den Bereich Soziales: Schutz der Menschenrechte und Grundsatzerklärung
Arbeitskräfte von United Internet: Richtlinien
Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette: Richtlinien
Verbraucherinnen und Verbraucher, Endnutzende: Richtlinien
Governance-Informationen: Richtlinien
c) Ermittlung und Bewertung negativer Auswirkungen
Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen: Doppelte Wesentlichkeitsanalyse
Geschäftsmodell, Strategie und Wertschöpfungskette: wesentliche IROs und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell
Klimawandel: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen
Klimawandel: Ermittlung und Bewertung der wesentlichen klimabezogenen Auswirkungen, Risiken und Chancen
Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen
Arbeitskräfte von United Internet: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen
Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen
Verbraucherinnen und Verbraucher, Endnutzende: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen
Governance-Informationen: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen
d) Maßnahmen gegen diese negativen Auswirkungen
Klimawandel: Maßnahmen
Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft: Maßnahmen
Arbeitskräfte von United Internet: Maßnahmen
Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette: Maßnahmen
Verbraucherinnen und Verbraucher, Endnutzende: Maßnahmen
Governance-Informationen: Maßnahmen
e) Nachverfolgung der Wirksamkeit dieser Bemühungen und Kommunikation
Klimawandel: Ziele
Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft: Ziele
Arbeitskräfte von United Internet: Ziele
Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette: Ziele
Verbraucherinnen und Verbraucher, Endnutzende: Ziele
Governance-Informationen: Ziele
Klimawandel: Kennzahlen
Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft: Kennzahlen
Arbeitskräfte von United Internet: Kennzahlen
Governance-Informationen: Kennzahlen
Risikomanagement und internes Kontrollsystem
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Verweis folgt
Ziel des Risikomanagement- und internen Kontrollsystems (RMS und IKS) ist das frühzeitige Erkennen und Begrenzen von Risiken. Das Risikomanagement- und Kontrollsystem für die Nachhaltigkeitsberichterstattung orientiert sich im Ansatz an den Methoden und Prozessen der Finanzberichterstattungssysteme, welche im Kapitel 5.1 „Risikobericht“ des Lageberichts näher erläutert werden. Diese werden laufend an sich ändernde Rahmenbedingungen angepasst und kontinuierlich weiterentwickelt.
Risiken für die Nachhaltigkeitsberichterstattung beziehen sich insbesondere auf die Nichtveröffentlichung oder die Veröffentlichung fehlerhafter Daten innerhalb der nichtfinanziellen Konzernerklärung. Diese Risiken wurden durch das Risikomanagement in Zusammenarbeit mit Corporate Sustainability geprüft. Es wurden keine meldepflichtigen Risken identifiziert, die den Erwartungswert von 250.000 € überschreiten. Zusätzliche Risiken können durch alle Mitarbeitenden laufend an das Risikomanagement gemeldet werden, wo sie gemeinsam mit den Fachabteilungen geprüft und bewertet werden. Anschließend werden neue Risiken durch den Finanzvorstand von United Internet bestätigt.
Eine Integration von Risiken in Bezug auf die Berichterstattung in das systemunterstützte IKS wurde ebenfalls geprüft. Im Geschäftsjahr 2025 ist die Entscheidung gegen eine systemseitige Integration gefallen, dies wird im kommenden Geschäftsjahr aber erneut geprüft. Kontrollen zur Vollständigkeit, Qualität und Richtigkeit der qualitativen und quantitativen Daten finden durch das Corporate Sustainability Team statt, das für die zentrale Nachhaltigkeitsberichterstattung zuständig ist. Um sicherzustellen, dass innerhalb der dezentral aufgestellten Konzernstruktur Informationen fristgerecht durch die Fachbereiche und Segmente zugeliefert werden, sind klare, einheitliche Prozesse etabliert, die sich in einer kontinuierlichen Weiterentwicklung befinden. Der Status der Datenzulieferung wird sowohl in Tabellen als auch in der Nachhaltigkeits-Software Footprint Intelligence nachverfolgt. Für zentrale Kennzahlen, bspw. für Mitarbeitenden-Kennzahlen, gibt es Fachbereichsverantwortliche, die Daten nach dem Bottom-up-Prinzip aus den Segmenten erheben und konsolidieren. Dort wird fachlich bereits auf Vollständigkeit und Plausibilität der Daten geprüft, Corporate Sustainability prüft die Kennzahlen nach Übergabe durch den Fachbereich zusätzlich.
Sowohl mit Fachbereichen als auch mit dem Sustainability Management der Segmente finden regelmäßige Austauschtermine statt, um Risiken bei der Datenlieferung frühzeitig zu besprechen und Lösungsansätze zu finden. Wird ein Risiko erkannt, das auf operativer Ebene nicht gelöst werden kann, bilden die Finanzvorstände der Segmente die Eskalationsstufe. Vorstand und Prüfungsausschuss von United Internet werden regelmäßig über den Status der Datenerhebung und Berichterstattung sowie damit zusammenhängende Risiken informiert, ebenso über den Zielerreichungsstand der Klimastrategie.

Geschäftsmodell, Strategie und Wertschöpfungskette
Geschäftstätigkeit
United Internet ist ein Konzern mit insgesamt 10.970 Mitarbeitenden. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Anzahl an Mitarbeitenden nach geografischen Regionen:
Zahl der Beschäftigten nach geografischen Regionen
2025
2024
Gesamtzahl der Beschäftigten
10.970
11.154
davon: Deutschland
8.831
9.157
davon: weitere europäische Staaten
1.370
1.379
davon: außerhalb Europas
769
618
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Verweis folgt
Der Konzern gliedert sich in mehrere Segmente mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen. Einzelheiten zu den Segmenten und deren Geschäftsmodellen sowie angebotenen Produkten und Dienstleistungen, bedeutenden Märkten und Kundengruppen finden sich in Kapitel 1 „Grundlagen der Gesellschaft und des Konzerns“.
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Verweis folgt
United Internet verwendet die nichtfinanziellen Steuerungskennzahlen „Anzahl und Wachstum der kostenpflichtigen Kundenverträge“ sowie „werbefinanzierte Free Accounts“. Diese sind jedoch nicht als „bedeutsamste nichtfinanzielle Leistungsindikatoren“ im Sinne des Deutschen Rechnungslegungsstandards Nr. 20 eingestuft. Weiterführende Informationen sind in den Kapiteln 1.3 „Steuerungssysteme“, 2.2 „Geschäftsverlauf“ und 2.3 „Lage des Konzerns“ enthalten.
Nachhaltigkeitsstrategie
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Im Geschäftsjahr 2025 lag der Fokus der Nachhaltigkeitsstrategie auf der Erarbeitung einer konzernweiten Klimastrategie für die betriebsbedingten Emissionen. Im Rahmen der Klimastrategie wurden konkrete, wissenschaftsbasierte Reduktionsziele angelehnt an die SBTi festgelegt, welche im Kapitel „Klimawandel – Ziele“ detailliert dargestellt werden. Die beschlossenen Reduktionspfade entsprechen dem 1,5°-Pfad des Pariser Klimaabkommens. Im Jahr 2026 sollen die Emissionsreduktionsziele konzernweit auf die Emissionen der Wertschöpfungskette ausgeweitet werden.
Eng verzahnt mit der Emissionsreduktion ist das Thema der Energieeffizienz, das insbesondere für die Rechenzentren sowie das 1&1 O-RAN eine zentrale Rolle spielt. Um Energie und andere Ressourcen möglichst effizient zu nutzen, wurden neue, ISO-zertifizierte Energie- und Umweltmanagementsysteme in den Segmenten aufgebaut. Dadurch können Umweltkennzahlen systematisch erfasst, bewertet und optimiert werden.
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Die Nachhaltigkeitsstrategie in Bezug auf die Mitarbeitenden von United Internet konzentrierte sich im Geschäftsjahr 2025 auf die Stärkung der sozialen Sicherheit, die Förderung interner Entwicklungswege, die Weiterentwicklung der Arbeitgeberattraktivität, den systematischen Ausbau von Lernen und Beschäftigungsfähigkeit sowie die Etablierung einer modernen Führungs- und Unternehmenskultur. Ein besonderer Schwerpunkt lag und liegt weiterhin auf Diversität und Inklusion, um Chancengleichheit zu fördern und vielfältige Perspektiven im Unternehmen zu stärken. Konkrete Ziele werden in Kapitel „Arbeitskräfte von United Internet“ beschrieben.
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Fake News
Im Bereich der Digitalen Ethik und Verantwortung war der Umgang mit Künstlicher Intelligenz ein strategisch relevantes Themenfeld. Die Integration von KI in Produkte und Services birgt die Gefahr von KI-Verzerrung, also systematischen Verzerrungen in Daten oder Algorithmen, die zu einer Benachteiligung bestimmter Kundengruppen führen können. Um Mitarbeitende für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz zu sensibilisieren, wurden Richtlinien sowie segmentspezifische Schulungen zum Thema der Künstlichen Intelligenz im Konzern ausgerollt. Der Verbreitung von Fake News, die sich u. a. durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz in den sozialen Medien verbreiten und die eine Gefahr für die faktenbasierte Meinungsbildung darstellen, wird insbesondere im Segment „Consumer Applications“ durch verschiedene Strategien und Maßnahmen begegnet.
Weiter wurde im Geschäftsjahr 2025 daran gearbeitet, Nachhaltigkeitsaspekte auf verschiedenen Organisationsebenen zu verankern und damit den Wandel hin zu einer konsistenten Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsbelangen in Steuerungs, Anreiz und Arbeitsprozessen zu unterstützen. In der Holding (Corporate) sowie den Segmenten „Consumer Access“ und „Business Applications“ wurden zu diesem Zweck ESG-Ziele in die variable Vergütung der Vorstandsmitglieder integriert, im Fall von „Consumer Access“ gilt dies zusätzlich für die erste Führungsebene unterhalb des Vorstands. Im Segment „Business Applications“ sind Energieeffizienzziele mit der Vorstandsvergütung verknüpft. Um umweltbewusstes Handeln im operativen Arbeitsalltag zu fördern, wurde eine verpflichtende Nachhaltigkeitsweiterbildung für alle Mitarbeitenden, ausgenommen jene im Segment „Business Applications“, entwickelt, deren Einführung für das Geschäftsjahr 2026 vorgesehen ist.
Aufgrund der unterschiedlichen Geschäftsfelder haben die Segmente jeweils eigene Nachhaltigkeitsstrategien mit spezifischen Zielen für das jeweilige Geschäftsmodell und die damit verbundenen Produkte und Dienstleistungen entwickelt. Diese Strategien beinhalten Maßnahmen zur Förderung ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit in den Kernprodukten und -dienstleistungen, in der Interaktion mit Kundinnen und Kunden und Stakeholderinnen und Stakeholdern sowie in der Wertschöpfungskette.
Soweit nicht anders beschrieben, beziehen sich die Strategie und die Ziele auf den gesamten Konzern, also alle Standorte und Länder, an bzw. in denen das Unternehmen tätig ist, alle Kundenkategorien oder Produkte und Services.
Die Analyse der tatsächlichen oder potenziellen Auswirkungen der Geschäftstätigkeit und -beziehung von United Internet auf Nachhaltigkeitsaspekte im Rahmen der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse ist Teil der laufenden Strategieentwicklung. Das Unternehmen ist bestrebt, durch diesen Strategieprozess wesentliche Herausforderungen zu identifizieren, sie in Bezug zu ihrer finanziellen Materialität zu setzen und hieraus strategische Schwerpunkte zu entwickeln und Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.
Wertschöpfungskette und Geschäftsmodell
United Internet hat wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte sowohl in der vor- als auch in der nachgelagerten Wertschöpfungskette bei der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse und Datenerhebung berücksichtigt, die sich von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung erstreckt. Die Darstellung erfolgt aus Segmentsicht. Alle genannten Konzernsegmente gehören zur eigenen Geschäftstätigkeit und sind nicht Teil der vor- bzw. nachgelagerten Wertschöpfungskette im Sinne der Konzernperspektive.
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Die Grafik stellt die drei wesentlichen Wertschöpfungsketten „Hardware-Einkauf und -Handel“, „IT-Infrastruktur Bereitstellung“ und „Digitale Dienstleistungen“ von United Internet dar. Im Folgenden wird auf jede dieser Wertschöpfungsketten einzeln eingegangen.
Die Wertschöpfungskette „Hardware-Einkauf und -Handel“ liegt im Bereich des Segments „Consumer Access“ sowie im Bereich von Corporate. Während „Consumer Access“ primär Privatkundinnen und Privatkunden in Deutschland bedient, betreibt Corporate den Einkauf der von den Mitarbeitenden genutzten Geräte für die Segmente „Business Applications“ und „Consumer Applications“.
Hardware-Einkauf und -Handel
Zur vorgelagerten Wertschöpfungskette gehören in erster Linie Gerätehersteller wie Samsung, Apple und Dell, die insbesondere Smartphones und Laptops liefern, sowie Versanddienstleistungsunternehmen. Vor dem Start der Produktion erfolgt der Rohstoffabbau für zahlreiche notwendige Rohstoffe, u. a. Erdöl zur Kunststoffproduktion, Aluminium, Silizium, Lithium, Kupfer und kritische Rohstoffe wie Indium, leichte seltene Erden und Kobalt, welche primär in Ländern wie China, Australien, den USA, Chile oder der Demokratischen Republik Kongo abgebaut werden. Die Geräteherstellung selbst findet hauptsächlich in asiatischen Ländern wie China, Vietnam oder Indien statt, während die vorgelagerte Logistik als global zu betrachten ist.
Die eigene Wertschöpfung findet in Deutschland statt, ebenso wie die nachgelagerte Wertschöpfung, zu welcher sowohl der Transport zu Kundinnen und Kunden als auch die Entsorgung bzw. die Wiederaufbereitung von Altgeräten zählt. Die umweltgerechte Wiederaufbereitung und Entsorgung von Endgeräten und IT-Altgeräten ist ein signifikanter Umweltaspekt der nachgelagerten Aktivitäten. Hierfür setzt United Internet auf spezialisierte Geschäftspartner, um Ressourcen zu schonen und Umweltauswirkungen zu minimieren.
IT-Infrastruktur Bereitstellung
Die IT-Infrastruktur, bestehend aus Rechenzentren und Telekommunikationsinfrastruktur, wird durch die Segmente „Business Applications“, „Business Access“ und „Consumer Access“ betrieben. Dabei nimmt „Business Applications“ eine Sonderrolle ein, da die durch das Segment betriebenen Rechenzentren innerhalb des Unternehmens von den Segmenten „Consumer Access“, „Consumer Applications“ und Corporate genutzt werden. Ebenso wird die Telekommunikationsinfrastruktur von „Business Access“ auch von „Consumer Access“ genutzt, sodass sich die Abbildung der Wertschöpfungsketten zwischen den beiden Segmenten überlagert. In der vorgelagerten Wertschöpfungskette sind die Segmente „Business Applications“ und „Business Access“, aber auch Hardware-Lieferanten, Energie-, Rechenzentrums- und Softwareanbieter und weitere Netzvorleister zu finden. Weiterhin werden der Anlagenbau bzgl. Glasfaser- und Antennennetz, Netzvorleistungen und auch die Produktion von Hardware, wie z. B. den Servern, und die Versorgung mit Elektrizität hier verortet.
Am Anfang der Wertschöpfungskette steht der Abbau von Rohstoffen für die benötigte Hardware in Ländern wie China, den USA, Chile und der Demokratischen Republik Kongo. Die Hardware-Produktion selbst findet u. a. in den USA, Taiwan und Japan statt. Zusätzlich zu den Rohstoffen für die Geräteherstellung werden Rohstoffe für den Anlagenbau benötigt, wie z. B. Zement, Quarzsand, Kupfer oder Stahl. Die Vorleistungen zum Netz wurden im Geschäftsjahr 2025 aus Deutschland, u. a. von Telefónica und Vodafone, bezogen. Vorgelagerte Rechenzentren befinden sich in ganz Europa, aber auch in den USA. Hierzu zählen sowohl die Co-Location-Rechenzentren von externen Partnern als auch die Rechenzentren von „Business Applications“. Die Stromversorgung der Rechenzentren findet generell lokal statt.
Die eigene Wertschöpfung ist in erster Linie in Deutschland verortet, da sich hier die wesentlichen Bürostandorte und das Glasfaser- und Antennennetz befinden. Zusätzlich gibt es vereinzelt Büros in anderen europäischen Ländern, auf den Philippinen und in den USA.
Die nachgelagerte Wertschöpfung kann grundsätzlich weltweit erfolgen. Die Kunden von „Business Applications“ sind jedoch primär in Europa und Nordamerika zu finden, während die Kundinnen und Kunden von „Business Access“ und „Consumer Access“ hauptsächlich in Deutschland verortet sind.
Digitale Dienstleistungen
Die dritte Wertschöpfungskette erfolgt durch die Segmente „Consumer Applications“ und „Business Applications“. „Consumer Applications“ nutzt wiederum digitale Dienstleistungen von „Business Applications“, weshalb dieses Segment auch in der vorgelagerten Wertschöpfungskette zu finden ist. In der vorgelagerten Wertschöpfung befindet sich zudem die benötigte IT-Infrastruktur, die sowohl durch „Business Applications“ als auch durch Co-Location-Rechenzentren geliefert wird. Rohstoffabbau, Hardware-Produktion und Stromversorgung erfolgen analog zur Wertschöpfungskette „IT-Infrastruktur-Bereitstellung“. Gleiches gilt für die Rechenzentren und Büros der eigenen Wertschöpfung.
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DACH-Raum
Während das Segment „Business Applications“ sich primär an Geschäftskunden in Europa und Nordamerika richtet, liegt der Fokus der Aktivitäten von „Consumer Applications“ im DACH-Raum. Grundsätzlich können die digitalen Dienstleistungen jedoch weltweit abgerufen und verwendet werden.
United Internet hat keine wesentlichen Aktivitäten im fossilen Brennstoffsektor sowie in der Förderung, Verarbeitung oder im Handel von Kohle und Öl. Bislang stellte der Energiehandel im Segment „Consumer Applications“ einen zusätzlichen Teil der Wertschöpfungskette von United Internet dar, in der Strom- und Gasverträge für Endkundinnen und Endkunden angeboten wurden. Der Anteil dieser Tätigkeiten am Konzernumsatz belief sich in der Vergangenheit auf unter 1 %. Der Geschäftsbereich wurde im Oktober 2025 veräußert.
Interessen und Standpunkte der Stakeholder-Gruppen
Die Geschäftstätigkeit von United Internet setzt einen kontinuierlichen Dialog und eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von Stakeholder-Gruppen voraus. Besonders mit Blick auf die Auswirkungen auf Gesellschaft und Umwelt, bei der Identifikation wesentlicher Nachhaltigkeitsaspekte im Rahmen der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse, der Entwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie, der Festlegung von Zielen sowie der Feststellung der Zielerreichung ist ein enger Kontakt mit verschiedenen Stakeholder-Gruppen essenziell. Um die Kommunikation und Kooperation mit Stakeholderinnen und Stakeholdern weiter zu stärken und deren Interessen zu berücksichtigen, steht United Internet über unterschiedliche Plattformen und Formate mit diesen im Austausch:
Kundinnen und Kunden: United Internet orientiert sich konsequent an den Bedürfnissen und der Zufriedenheit der Kundinnen und Kunden. An zahlreichen Stellen holt United Internet deren Rückmeldungen ein. Zudem wird ein fortlaufender Austausch mit den Kundinnen und Kunden aufrechterhalten, z. B. durch Umfragen und in Service-Gesprächen. Die Produkte von United Internet ermöglichen als Informationsplattform den Kundinnen und Kunden Zugang zu Informationen des Internets. Hinzu kommen speziell aufbereitete redaktionelle Inhalte auf den Portalen von United Internet.
Eigenkapitalgeber / Aktionärinnen und Aktionäre: Mit ihnen stehen die Investor-Relations-Abteilung und der Vorstand regelmäßig in Form von persönlichen Gesprächen und Roadshows im Austausch. Das Vertrauen von Aktionärinnen und Aktionären wird durch eine offene und transparente Berichterstattung gestärkt. Investorinnen und Investoren partizipieren am wirtschaftlichen Erfolg von United Internet durch die Ausschüttung von Dividenden und Aktienrückkäufen.
Fremdkapitalgeber / Banken: Corporate Finance steht in einem aktiven Dialog mit den Fremdkapitalgebern, um die jederzeitige Sicherstellung ausreichender Liquidität sowie die finanzielle Unabhängigkeit des Konzerns zu gewährleisten. Die Konzernfinanzierung orientiert sich primär an den strategischen Geschäftsplänen der operativen Segmente. Um ausreichende Flexibilität für weiteres Wachstum zur Verfügung zu stellen, verfolgt United Internet daher laufend Trends zu Finanzierungsmöglichkeiten, die sich an den Finanzmärkten ergeben. Nachhaltigkeitskriterien spielen für Fremdkapitalgeber eine wichtige Rolle, da sie Berücksichtigung in der Risikoanalyse finden und Kreditkonditionen positiv beeinflussen können.
Mitarbeitende: Die Mitarbeitenden von United Internet sind der Schlüssel zum Erfolg des Konzerns. Da für United Internet die Rückmeldung der Mitarbeitenden essenziell ist, werden regelmäßig Umfragen durchgeführt, daraus Maßnahmen abgeleitet und über deren Umsetzung und die erzielten Fortschritte im Konzern informiert. Ergänzt werden diese Umfragen durch kontinuierlich verfügbare Feedback-Systeme, die es den Mitarbeitenden ermöglichen, jederzeit Vorschläge und Anregungen einzubringen. Zu gezielten Themen tritt der Vorstand zudem direkt mit den Mitarbeitenden im Rahmen von virtuellen aber auch Präsenzformaten in Kontakt.
Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette: United Internet steht u. a. über persönliche Gespräche mit Geschäftspartnern im Austausch zu Belangen der Arbeitskräfte der unmittelbaren sowie vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette. Über das Hinweisgebersystem besteht für Arbeitskräfte entlang der Wertschöpfungskette die Möglichkeit, mit United Internet in Kontakt zu treten. Mit den Arbeitskräften der mittelbaren Wertschöpfungskette (z. B. bei Sub-Lieferanten) besteht i. d. R. kein direkter Austausch.
Geschäftspartner: Die Geschäftstätigkeit von United Internet erfordert die Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von Geschäftspartnern und Zulieferfirmen. Hierzu zählen u. a. Vorleistungspartner, Hardware-Lieferanten, Call-Center-Dienstleistungsunternehmen und Versanddienstleistungsunternehmen. Mit diesen Partnern werden u. a. persönliche Gespräche geführt; bei Trainings von Arbeitskräften unterstützt United Internet bspw. auch Call-Center-Dienstleistungsunternehmen.
Politik und Verbände: Im Dialog mit politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern sowie Behörden wirkt United Internet auf Rahmenbedingungen hin, die eine erfolgreiche und verantwortungsbewusste Digitalwirtschaft in Deutschland ermöglichen. Besonders wichtig ist dabei die Gewährleistung von Wettbewerb als Motor für Innovation, Investition und den Nutzen für Verbraucherinnen und Verbraucher. Dafür ist United Internet Mitglied in Verbänden wie Bitkom (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V.), BREKO (Bundesverband Breitbandkommunikation e. V.), BVDW (Bundesverband Digitale Wirtschaft e. V.), eco (Verband der Internetwirtschaft e. V.) und VATM (Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e. V.). Darüber hinaus sind einzelne Fachbereiche in weiteren relevanten Verbänden und Gremien aktiv.
Nichtregierungsorganisationen: Seit 2006 arbeitet United Internet im Rahmen der Stiftung „United Internet for UNICEF“ mit dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen bei der Akquise von Spendengeldern und langfristigen Patenschaften zusammen.
Die Geschäftsmodelle von United Internet unterliegen einem kontinuierlichen Transformationsprozess und werden laufend an die Interessen der Stakeholder-Gruppen angepasst. So wird zum Schutz von Umwelt und Gesellschaft daran gearbeitet, Emissionen und Ressourcenverbrauch weiter zu reduzieren, auch entlang der Wertschöpfungskette. Als Internet-Unternehmen bildet zudem das Thema der Informationssicherheit eine wichtige Säule der sozialen Verantwortung. Maßnahmen zum Schutz sensibler Daten von Kundinnen und Kunden, Mitarbeitenden und Partnerunternehmen werden stetig weiterentwickelt, um Cyberangriffen und neuen Methoden zum Datendiebstahl zuvorzukommen. Der Verantwortung als Arbeitgeber kommt United Internet nach, indem wichtige Belange der Mitarbeitenden im eigenen Unternehmen, aber auch in der Wertschöpfungskette in die HR-Strategie sowie in verschiedene Governance-Aspekte einfließen. Im Zuge der Digitalen Ethik und Verantwortung reagiert United Internet auf Trends wie Fake News und Künstliche Intelligenz, indem neue Richtlinien eingeführt werden, Mitarbeitende geschult werden und Transparenz für Verbraucherinnen und Verbraucher geschaffen wird. Die Einzelheiten zu den beschriebenen Themenfeldern sowie den zugehörigen Zielen, Maßnahmen, Richtlinien und Kennzahlen können den einzelnen Kapiteln des Berichts entnommen werden.
Wesentliche IROs und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell
Die im Rahmen der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse ermittelten wesentlichen IROs, ihre Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft sowie ihre Wechselwirkungen mit der Strategie, dem Geschäftsmodell und den Geschäftsbeziehungen von United Internet werden in den jeweiligen Themenstandards erläutert.
Im Geschäftsjahr 2025 wurden die wesentlichen IROs überprüft und aktualisiert. Gegenüber dem Vorjahr wurden einige IRO-Kategorien durch alle Segmente neu strukturiert und bewertet (z. B. spezifische Auswirkungen und Risiken im Bereich Kreislaufwirtschaft), um die Qualität der Datenerhebung zu verbessern und die Einheitlichkeit im Vorgehen über alle Segmente hinweg zu stärken. Zudem wurden IROs zu Themen wie Künstliche Intelligenz und Informationssicherheit in ihren Formulierungen nachgeschärft, um aktuellen Marktentwicklungen gerecht zu werden. Gemeinsam mit den Personalverantwortlichen wurden IRO-Formulierungen für soziale Themen wie Inklusion, Chancengleichheit und Arbeitsbedingungen überarbeitet, um sicherzustellen, dass die wesentlichen Belange der Mitarbeitenden wiedergegeben sind.
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Resilienz
Im Bereich Governance sind im Vorjahr ermittelte Auswirkungen entfallen, da durch die Neubewertung die Wesentlichkeitsschwelle unterschritten wurde. Dies war insbesondere der Fall, da die IROs aus dem Vorjahr um Dopplungen und enthaltene Maßnahmen bereinigt wurden. Als Beispiel dafür wurden die Auswirkung „Fehlende Prävention und Sensibilisierung der Mitarbeitenden hinsichtlich interner Richtlinien, wie des Code of Conduct, kann zu einer negativen Unternehmenskultur oder respektlosem Verhalten führen. Die Auswirkungen können zu psychischer Belastung mit gesundheitlichen Folgeschäden bei Mitarbeitenden führen“ in die soziale Auswirkung zur psychischen Belastung von Mitarbeitenden und ein Risiko zu Fehlverhalten mit finanziellen Auswirkungen überführt, was beides berichtet wird. Die Auswirkung „Nachhaltige Wertschöpfung und Resilienz durch verantwortungsbewusste und langfristig ausgerichtete Unternehmensführung“ war sehr allgemein formuliert, was die Ableitung konkreter Maßnahmen und Ziele erschwert hat. In der Praxis bedeutet die Integration dieser Auswirkung eine bessere Steuerung von Auswirkungen im Bereich Umwelt und Soziales, was umfassend berichtet wird. Die Auswirkung „Ausbeutung von Dienstleistungsunternehmen in der nachgelagerten Wertschöpfungskette“ ist durch die Neubewertung des Umfangs nicht mehr wesentlich.
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Diese Veränderungen spiegeln die Weiterentwicklung des internen Nachhaltigkeits-Steuerungsrahmens wider. Anpassungen in der Methodik finden sich im Kapitel „Prozess zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen IROs“ wieder.
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Die im Rahmen der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse identifizierten Nachhaltigkeitsrisiken wurden dahingehend geprüft, ob sie die Wesentlichkeitsschwelle des § 315c i. V. m. § 289c Absatz 3 Nr. 3 und 4 HGB erreichen und damit sehr wahrscheinlich schwerwiegende negative Auswirkungen auf nichtfinanzielle Belange haben oder haben werden. Dies ist für keines der identifizierten Risiken der Fall. Der Prozess zur Ermittlung von Brutto-Nachhaltigkeitsrisiken anhand der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse wird im Abschnitt „Prozess zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen IROs“ beschrieben.

Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen
Doppelte Wesentlichkeitsanalyse
Seit dem Geschäftsjahr 2022 wird jährlich eine Aktualisierung der konzernweiten Doppelten Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt. Im Geschäftsjahr 2025 erfolgte die Festlegung der Wesentlichkeit auf IRO-Ebene, in Anlehnung an die ESRS, die FAQ und die Wesentlichkeitsanalyse-Guidance der EFRAG (European Financial Reporting Advisory Group). Die Ergebnisse des Vorjahres wurden aktualisiert. Hierzu wurden alle aus dem Vorjahr bestehenden IROs auf Vollständigkeit und Konsistenz und ihre Bewertungen auf Änderungen hin überprüft. Wenn nötig, wurden neue IROs ergänzt. Die Aktualisierung der Bewertungen wurde primär durch die Nachhaltigkeitsmanagerinnen und Nachhaltigkeitsmanager der Segmente durchgeführt, je nach Bedarf wurden Fachverantwortliche hinzugezogen. Dies traf insbesondere auf neu zu bewertende IROs zu.
Prozess zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen IROs
Die Identifizierung der IROs basiert auf einer Longlist, die in Anlehnung an die Themen, Sub-Themen und Sub-Sub-Themen der ESRS sowie auf Basis unternehmensspezifischer Themen (inkl. der segmentspezifischen Themen) generiert wurde. Die inhaltliche Wesentlichkeit der Nachhaltigkeitsthemen wurde durch die Doppelte Wesentlichkeitsanalyse in Anlehnung an die Vorgaben des ESRS 1, Kapitel 3.2 festgestellt.
Wesentlichkeits-Workshop
Neben der Longlist bildet der Mitte 2024 durch Corporate Sustainability durchgeführte Wesentlichkeits-Workshop mit dem Nachhaltigkeitsmanagement der Segmente weiterhin die Grundlage für die aktualisierte Doppelte Wesentlichkeitsanalyse. Ziel war es, sämtliche in der Longlist aufgeführten Themen unter Berücksichtigung und Analyse der Wertschöpfungskette nach ihrer Relevanz zu kategorisieren und dies zu begründen. Außerdem diente der Workshop dazu, neue IROs zu erfassen, um sie bei der Bewertung berücksichtigen zu können. Ein besonderes Augenmerk wurde auf die geografische Region und die Regulatorik (Arbeitssicherheit, Arbeitsbedingungen und Umweltverschmutzung) der eigenen Standorte sowie auf die Herkunftsgebiete der eingekauften Produkte und der dazu benötigten Rohstoffe gelegt. Zudem wurde die nachgelagerte Wertschöpfungskette betrachtet, bspw. der Umgang mit Elektroschrott. Eine Sonderrolle kam dem zentralen Thema des Klimawandels zu. Hier wurden in die Sammlung und Bewertung der IROs auch die Ergebnisse der Klimarisikoanalyse und des CO2-Fußabdrucks von United Internet einbezogen.
Die im Workshop gesammelten IROs wurden durch Corporate Sustainability mit den IROs der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse aus den Vorjahren in einer konsolidierten Liste zusammengeführt. Dabei wurden die IROs den entsprechenden Themen (Sub-Sub-Themen) sowie den Segmenten zugeordnet, sofern dies für deren Geschäftsmodell oder deren vor- und nachgelagerte Lieferkette passend war.
Einbezug der Belange von Stakeholder-Gruppen
Sowohl für die Identifikation von IROs als auch für deren Bewertung wurden betroffene Stakeholderinnen und Stakeholder stellvertretend durch das Nachhaltigkeitsmanagement und die Fachbereiche der Segmente repräsentiert. Ansichten der eigenen Mitarbeitenden wurden bspw. durch Vertreterinnen und Vertreter der HR-Abteilung miteinbezogen. Die Perspektiven von Kundinnen und Kunden wurden durch die Abteilungen „Customer Experience“ und „Legal“ bzw. das Partnermanagement abgedeckt. Um sicherzustellen, dass betroffene Stakeholder-Gruppen abgedeckt werden, wurde eine entsprechende Mapping-Tabelle angelegt.
Im Rahmen dieser Analyse wurde auch geprüft, ob bestimmte Gruppen von Mitarbeitenden in der Wertschöpfungskette – etwa aufgrund ihrer Merkmale, Arbeitsbedingungen oder Tätigkeiten – potenziell höheren Risiken ausgesetzt sein könnten. Die Einschätzung erfolgte auf Basis der verfügbaren internen Informationen und der fachlichen Expertise der beteiligten Bereiche.
Bewertung der IROs im Bottom-up-Ansatz und Konsolidierung
Die konzernweite Doppelte Wesentlichkeitsanalyse wird nach dem Bottom-up Prinzip über alle Segmente hinweg erhoben. Jedes Segment bewertet auf Basis einer durch Corporate Sustainability bereitgestellten Longlist die einzelnen Themen und ergänzt diese bei Bedarf um segmentspezifische Punkte. Alle ermittelten Themen werden im Anschluss durch Corporate Sustainability konsolidiert.
Die Bewertung der IROs erfolgte durch Corporate Sustainability und die Nachhaltigkeitsmanagerinnen und Nachhaltigkeitsmanager der Segmente sowie die jeweiligen Stakeholderinnen und Stakeholder bzw. deren repräsentierende Fachabteilungen und die Risikoverantwortlichen in Abstimmung mit dem Risikomanagement. Die Bewertung der Auswirkungen erfolgte in einer Bruttobetrachtungsweise anhand der Dimensionen Ausmaß, Umfang, Unabänderlichkeit und Eintrittswahrscheinlichkeit.
Der Schweregrad ergibt sich aus dem Durchschnitt von Ausmaß, Umfang und Unabänderlichkeit. Risiken und Chancen wurden ebenfalls in einer Bruttobetrachtungsweise anhand ihres finanziellen Ausmaßes und ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet. Dabei wurden die Skalen auf Segmentebene entsprechend der Skalen des klassischen Risikomanagements angepasst.
Die bewertenden Stakeholderinnen und Stakeholder waren dazu angehalten, neben der eigenen Perspektive auch öffentlich zugängliche Studien zur Bewertung zu berücksichtigen. Die Bewertungen der einzelnen Segmente wurden auf Konzernebene konsolidiert, um die aus Konzernsicht wesentlichen IROs zu bestimmen.
Festlegung der Wesentlichkeitsschwelle
Die Wesentlichkeitsschwelle auf IRO-Ebene ergibt sich aus einer Einzelbetrachtung von Wahrscheinlichkeit und Schweregrad bzw. finanziellem Ausmaß. Eine Ausnahme stellen die tatsächlichen Auswirkungen dar: Hier wird nur der Schweregrad berücksichtigt. Alle IROs, die mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von mehr als 35 % bewertet wurden und deren Schweregrad auf der Risikoskala von eins bis fünf mit mehr als drei bewertet wurde (analog zum finanziellen Ausmaß bei Risiken und Chancen), wurden als wesentlich eingestuft. Außerdem wurden IROs, bei denen mindestens eines der Kriterien mit Schweregrad fünf bewertet wurde (analog zum finanziellen Ausmaß), von Corporate Sustainability einer Einzelfallprüfung hinsichtlich der Wesentlichkeit unterzogen. Auch Auswirkungen, die im Zusammenhang mit einer Menschenrechtsverletzung stehen, wurden im Rahmen von Einzelfallprüfungen explizit hinsichtlich der Wesentlichkeit geprüft, falls ihr Schweregrad unter der Wesentlichkeitsschwelle lag.
Weiterführende Informationen zur Doppelten Wesentlichkeitsanalyse
In der IRO-Bewertung sehen die ESRS eine Betrachtung von drei Zeithorizonten vor: kurzfristig, mittelfristig und langfristig. Diese beziehen sich auf den Zeitpunkt des Eintretens der IROs. Die Bewertung von Auswirkungen orientiert sich jeweils am Zeitpunkt des Eintretens der schwerwiegendsten Auswirkung. So werden bspw. Auswirkungen durch Treibhausgasemissionen aufgrund ihres kumulativen Effekts auf einem langfristigen Zeithorizont bewertet.
Sofern im Prozess Unstimmigkeiten hinsichtlich der Wesentlichkeitsbewertung aufkamen, wurden diese Punkte individuell zwischen den Verantwortlichen der Segmente oder Fachbereiche und Corporate Sustainability besprochen. Da die Gesamtsteuerung des Wesentlichkeitsprozesses in der Verantwortung von Corporate Sustainability lag, konnte die Konsistenz der Bewertung durch eine zentrale Stelle sichergestellt werden.
Für die Bewertung der IROs wurden, soweit verfügbar, quantitative Grundlagen eingesetzt, um die Einordnung möglichst objektiv vorzunehmen. Sofern zweckmäßig und verfügbar, nutzten die Bewertenden externe, objektive Quellen wie wissenschaftliche Studien, Branchenanalysen und Fachpublikationen.
Die Bewertung erfolgte themenspezifisch auf Basis unterschiedlicher Datenquellen. Da die Methodik eine Einordnung von Ausmaß, Umfang und Unabänderlichkeit auf einer einheitlichen fünfstufigen Skala vorsieht, war in vielen Fällen eine begrenzte Detailtiefe ausreichend. Im Themenfeld Klimawandel dienten insbesondere Vorjahreswerte des konzernweiten CO-Fußabdrucks als quantitative Grundlage. Für Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft lagen zum Zeitpunkt der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse noch keine vollständigen unternehmensweiten Kennzahlen vor, jedoch wurden bereits verfügbare Daten zur Wiederaufbereitung von IT-Hardware berücksichtigt.
Risiken wurden überwiegend mittels modellbasierter Berechnungen auf Grundlage von Kennzahlen wie Umsatz, Anzahl an Mitarbeitenden sowie Anzahl an Kundinnen und Kunden abgeschätzt. Im Bereich Unternehmensführung wurden Umsatzzahlen u. a. zur Abschätzung potenzieller Sanktionshöhen verwendet. Mögliche Reputationsschäden wurden nicht quantifiziert.
Soweit quantitative Daten nicht vorlagen, erfolgte die Einordnung auf Basis plausibilisierter Annahmen und fachlicher Schätzungen; hierfür wurden – wo erforderlich – konservative Näherungswerte sowie branchenübliche Vergleichswerte verwendet. Die maßgeblichen Grenzen der Datengrundlage betreffen insbesondere unvollständige Kennzahlen zur Ressourcennutzung in Teilen der Wertschöpfungskette. Diese Unsicherheiten wurden durch vorsichtige Annahmen und transparente Offenlegung berücksichtigt.
Die Bewertungen beziehen sich auf sämtliche Geschäftsaktivitäten entlang der Wertschöpfungskette. Die Ermittlung erfolgte ausgehend von der Segmentebene und wurde auf Konzernebene konsolidiert.
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Um die wesentlichen Nachhaltigkeitsrisiken, die sich aus der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse ergeben haben, systemisch zu verankern, wurden diese im Jahr 2025 in das allgemeine Risikomanagement überführt und mit dem dort bereits vorhandenen Risikoportfolio (Nettorisiken) in Einklang gebracht. Dabei wurden die Nachhaltigkeitsrisiken bereits bestehenden, übergeordneten Geschäftsrisiken zugeordnet. Eine Risikopriorisierung erfolgte anhand der Größe des Erwartungswerts (Schadenshöhe multipliziert mit der Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos). Die Strategie zur Risikominderung beinhaltet die Erstellung und Umsetzung von angemessenen und wirksamen Maßnahmen. Die zusammengeführten Risiken werden durch die jeweiligen Risikoverantwortlichen in einem regelmäßigen Turnus (vierteljährlich) im Risikomanagementsystem des Konzerns geprüft und bei Bedarf aktualisiert. Zudem betreibt United Internet Analysen zu menschenrechtlichen und umweltbezogenen Risiken in der Lieferkette, die aus internationalen Märkten stammen, wie in den Kapiteln „Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette“ und „Governance-Informationen“ näher beschrieben. Im Geschäftsjahr 2026 ist vorgesehen, die wesentlichen Nachhaltigkeitsrisiken aus der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse unabhängig von den Geschäftsrisiken zu betrachten, die Nettorisikowerte zu evaluieren und bei Bedarf einen Risikomanagementprozess dafür aufzubauen.
Die Festlegung von Nachhaltigkeitszielen in Bezug auf wesentliche IROs erfolgt bei United Internet dezentral durch die jeweils verantwortlichen Fachbereiche. Grundlage hierfür sind die spezifische fachliche Expertise, vorhandene Kennzahlen, Risikoanalysen sowie die operativen Anforderungen der jeweiligen Organisationseinheit. Die Fachbereiche evaluieren dabei regelmäßig ihren Bedarf und leiten auf Basis ihrer Erfahrung und der beobachteten Entwicklungen im Zeitverlauf die Notwendigkeit neuer oder angepasster Ziele ab. Bei der Formulierung von Zielen greifen die Fachbereiche auf quantitative und qualitative Daten aus internen Systemen, Monitoring-Prozessen und relevanten Managementindikatoren zurück. Falls erforderlich, werden zusätzlich externe Informationsquellen und Vorgaben herangezogen bzw. beachtet, bspw. regulatorische Vorgaben, Branchenstandards oder öffentlich verfügbare Marktdaten.
Die Zielsetzung erfolgt im Einklang mit geltenden nationalen und europäischen gesetzlichen Anforderungen sowie relevanten internationalen Rahmenwerken, sofern diese für den jeweiligen Themenbereich einschlägig sind. Darüber hinaus wird berücksichtigt, in welchem lokalen und unternehmensspezifischen Kontext die zugrunde liegenden Auswirkungen entstehen, sodass die Ziele sowohl praktikabel als auch wirksam in Bezug auf die identifizierten wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen sind. Die Annahmen basieren dabei auf dem aktuellen Wissensstand der Fachbereiche, den erwarteten organisatorischen oder technologischen Entwicklungen sowie auf realistischen Einschätzungen zu Ressourcen, Machbarkeit und zeitlichen Horizonten. Entsprechend werden Ziele bei Bedarf angepasst, sobald sich Rahmenbedingungen, regulatorische Anforderungen oder interne Prioritäten verändern.
Als wesentliche Handlungsfelder für United Internet wurden im Rahmen der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse folgende Themen ermittelt: Klimawandel (E1), Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft (E5), Arbeitskräfte des Unternehmens (S1), Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette (S2), Verbraucher und Endnutzer (S4) sowie Unternehmensführung (G1). Zu den identifizierten Auswirkungen, Risiken und Chancen wird in den nachfolgenden Kapiteln berichtet.
4.2
Umweltinformationen
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Ein wichtiger Hebel für den Klimaschutz ist die Reduktion der eigenen CO2-Emissionen. Dafür wurde konzernweit eine Klimastrategie mit ambitionierten Klimazielen entwickelt, orientiert am 1,5°-Pfad des Pariser Klimaabkommens. Im Zuge dessen legt United Internet einen großen Fokus auf das Energiemanagement der eigenen Rechenzentren, der Bürogebäude sowie des Glasfasernetzes, u. a. durch den Einsatz von Strom aus erneuerbaren Quellen sowie durch die Implementierung ISO-zertifizierter Energie- und Umweltmanagementsysteme. Effizienzsteigerungen sowie die Reduktion der Treibhausgasemissionen werden somit aktiv angegangen. Weitere Informationen finden sich im Kapitel „Klimawandel“.
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United Internet prüft schrittweise, inwieweit wirtschaftliche Tätigkeiten den Umweltzielen der EU-Taxonomie zugeordnet werden können. Der aktuelle Stand der Taxonomiefähigkeit ist im Kapitel „EU-Taxonomie“ dargestellt.
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Darüber hinaus ist es United Internet ein Anliegen, schonend mit Ressourcen umzugehen. Bereits heute wird Elektroschrott durch Konzepte der Kreislaufwirtschaft, wie der Wiederaufbereitung und dem fachgerechten Recycling gebrauchter IT-Hardware, vermieden – sowohl im eigenen Betrieb als auch bei Kundinnen und Kunden. Ein Schwerpunkt im Geschäftsjahr 2025 lag auf der erstmaligen standardisierten und konzernweiten Konsolidierung von Daten zu Ressourcenzuflüssen und Abfällen. Diese bildet die Grundlage, auf welcher United Internet bestehende Ansätze zur effizienten Ressourcennutzung und Abfallminimierung künftig systematisch weiterentwickeln wird. Details hierzu finden sich im Kapitel „Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft“.
EU-Taxonomie
Die EU-Taxonomie (Verordnung (EU) 2020/852) ist ein einheitliches und verbindliches Klassifizierungssystem für ökologisch nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten. Unternehmen sind verpflichtet, über die Ergebnisse dieser Klassifikation jährlich zu berichten. Damit sollen sie einen Überblick bieten, welche ihrer Tätigkeiten und Investitionen ökologisch nachhaltig sind. In Artikel 9 der EU-Taxonomie-Verordnung werden sechs Umweltziele genannt. Seit dem Geschäftsjahr 2023 liegen erstmals konkrete Vorgaben (technische Bewertungskriterien) zur ökologischen Nachhaltigkeit für alle sechs Umweltziele vor (Delegierte Verordnung (DelVO) (EU) 2021/2139 und DelVO (EU) 2023/2486). Für das Geschäftsjahr 2025 werden gemäß Artikel 4 der DelVO (EU) 2026/73 (Omnibus Delegated Act) weiterhin die Berichterstattungsregeln der DelVO (EU) 2021/2178, (EU) 2021/2139 und (EU) 2023/2486 in der bis zum 31. Dezember 2025 geltenden Fassung (ohne die im Januar 2026 durch den Omnibus Delegated Act eingeführten Erleichterungen) angewandt. Analog zum Vorgeschäftsjahr wurden bei United Internet für die folgenden Umweltziele sowohl die Taxonomiefähigkeit als auch die Taxonomiekonformität ermittelt:
„Klimaschutz“ (Climate Change Mitigation, CCM)
„Anpassung an den Klimawandel“ (Climate Change Adaptation, CCA)
„Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft“ (Circular Economy, CE)
Für folgende drei Umweltziele wurde für das Geschäftsjahr 2025 nur die Taxonomiefähigkeit ermittelt. Die Konformitätsprüfung entfällt gemäß den Anforderungen der EU-Taxonomie, da keine taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten vorliegen:
„Nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen“
„Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung“
„Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität und der Ökosysteme“
Taxonomiefähige Wirtschaftstätigkeiten 
United Internet hat eine Überprüfung und Neubewertung der taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten für das Geschäftsjahr 2025 vorgenommen. Folgende umsatzgenerierende Wirtschaftstätigkeiten aus Anhang 1 der DelVO 2021/2139 (Umweltziel „Klimaschutz“) sowie aus Anhang 2 der DelVO 2023/2486 (Umweltziel „Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft“) wurden als taxonomiefähig identifiziert:
Im Kontext des ersten Umweltziels („Klimaschutz“) können insbesondere die Geschäftsaktivitäten der Tätigkeit 8.1 „Datenverarbeitung, Hosting und damit verbundene Tätigkeiten“ zugeordnet werden. Im Segment „Business Applications“ bietet United Internet Anwendungen für Geschäftskunden an, u. a. Domains, Homepages, Webhosting, Server, Cloud Solutions und Cloud-Infrastruktur, E-Shops, Groupwork Shops, Groupwork und Online Storage (Cloud-Speicher). Dieses Segment weist daher mit seinem internationalen Leistungsangebot den Großteil der taxonomiefähigen Tätigkeiten des United Internet Konzerns auf. Im Segment „Consumer Applications“ werden Anwendungen für Privatanwenderinnen und Privatanwender zusammengefasst, wie etwa Online Storage oder Personal Information Management. Auch in diesem Segment wurden Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Tätigkeit 8.1 identifiziert. In geringfügigem Ausmaß beinhalten die Segmente „Consumer Access“ und „Business Access“ durch das Anbieten von Online Storage oder von Cloud-Telefonie auch taxonomiefähige Wirtschaftstätigkeiten, die der Tätigkeit 8.1 zuzuordnen sind.
United Internet hat für das Geschäftsjahr 2025 analog zum Vorjahr jene Tätigkeiten, bei denen Hosting und die Speicherung von Daten im Vordergrund stehen (wie bspw. bei Online Storage), als taxonomiefähige Tätigkeiten identifiziert. Dabei wurde nicht zwischen Hosting- bzw. Datenspeicheraktivitäten unterschieden, die über eigene und fremde Rechenzentren erfolgen. Andere Tätigkeiten, die lediglich die Übertragung von Daten (am Rande) involvieren, werden nicht unter der Tätigkeit 8.1 berücksichtigt.
Hinsichtlich der Umweltziele drei bis sechs lassen sich umsatzgenerierende Wirtschaftstätigkeiten von United Internet derzeit nur dem Umweltziel „Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft“ zuordnen. Unter der Tätigkeit 5.4 „Verkauf von Gebrauchtwaren“ werden im Segment „Consumer Access“ Smartphones aus Rücksendungen wiederaufbereitet („refurbished“) und erneut an Kundinnen und Kunden als wiederaufbereitete Gebrauchtware verkauft.
Die Kerngeschäftstätigkeiten anderer Teilbereiche des United Internet Konzerns werden durch die EU-Taxonomie nach aktuellem Verständnis nicht erfasst. Daher wurden wie bereits in den ersten beiden Jahren der Berichterstattung Wirtschaftstätigkeiten im Zusammenhang mit dem Ausbau und der Nutzung von Telekommunikationsnetzwerken als nicht taxonomiefähig eingestuft. Darunter fällt der Netzausbau für das öffentliche Glasfaser- und Mobilfunknetz sowie jegliche Geschäftsaktivitäten und Investitionen, die mit dem Ausbau der Netzinfrastruktur, einschließlich der Technikstandorte, in Zusammenhang stehen.
Darüber hinaus wurden wesentliche Querschnitts- bzw. Infrastrukturtätigkeiten im Zusammenhang mit Investitions- und Betriebsausgaben bei United Internet identifiziert:
CCM 6.5 „Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen“, d. h. Ausgaben im Zusammenhang mit dem Fuhrpark
CCM 7.3 „Installation, Wartung und Reparatur von energieeffizienten Geräten“,
d. h. Ausgaben für energieeffiziente Anlagen und Geräte im Geschäftsbetrieb
CCM 7.7 „Erwerb von und Eigentum an Gebäuden“,
insbesondere durch IFRS 16 „Leasingverhältnisse“ bzw. Nutzungsrechte an Vermögenswerten
CE 1.2 „Herstellung von Elektro- und Elektronikgeräten“,
nach Klarstellung der EU-Kommission umfasst dies die internen IT-Geräte zum Geschäftsbetrieb
Die Tätigkeiten CCM 6.5, CCM 7.3 und CCM 7.7 werden ausschließlich dem Umweltziel „Klimaschutz“ zugeordnet, da derzeit keine Anpassungspläne mit spezifischen Maßnahmen für die jeweiligen Tätigkeiten vorliegen. Demnach werden gemäß der Bekanntmachung der Kommission (C/2023/305 (FAQ)) weder Investitions- noch Betriebsausgaben dem Umweltziel „Anpassung an den Klimawandel“ zugeordnet. Da es sich auch um keine ermöglichenden Tätigkeiten handelt, die im Sinne dieses Umweltziels einer anderen Tätigkeit Anpassungslösungen bietet, um einen wesentlichen Beitrag leisten zu können, werden keine Umsätze dem Umweltziel zugeordnet. Eine Doppelzählung ist damit ausgeschlossen.
Taxonomiekonforme Wirtschaftstätigkeiten 
United Internet hat die taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten unter dem Umweltziel „Klimaschutz“ und „Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft“ anhand der relevanten technischen Bewertungskriterien im Austausch mit den jeweiligen Fachbereichen auf Taxonomiekonformität überprüft.
Bei der Analyse der Wirtschaftstätigkeiten unter dem Umweltziel „Klimaschutz“ und „Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft“ wurden folgende Ergebnisse erzielt.
Tätigkeit 8.1 „Datenverarbeitung, Hosting und damit verbundene Tätigkeiten“
United Internet betreibt für die eigenen Rechenzentren ein zertifiziertes Energiemanagementsystem nach ISO 50001. Mit den vorhandenen Maßnahmen sind die technischen Bewertungskriterien der EU-Taxonomie jedoch nicht ausreichend erfüllt, da u. a. eine Verifizierung der Kriterien des EU-Verhaltenskodex für die Energieeffizienz von Rechenzentren durch eine unabhängige Stelle nicht durchgeführt wurde. Zudem liegt keine Bestätigung zur Erfüllung der technischen Bewertungskriterien der EU-Taxonomie von den Betreibern der fremden Rechenzentren vor. United Internet weist daher für das Geschäftsjahr 2025 keine Taxonomiekonformität unter Tätigkeit 8.1 aus.
Tätigkeit 5.4 „Verkauf von Gebrauchtwaren“
United Internet vertreibt wiederaufbereitete Smartphones an Kundinnen und Kunden als Gebrauchtwaren. Trotz umfassender Maßnahmen im Bereich Recyclingmaterial sind die technischen Bewertungskriterien nicht erfüllt, da die gesetzlichen Anforderungen der EU-Taxonomie an einen Abfallbewirtschaftungsplan nicht abgedeckt sind. United Internet weist aufgrund dessen für das Geschäftsjahr 2025 keine Taxonomiekonformität für die Tätigkeit 5.4 aus.
Anmerkungen zu Querschnitts- bzw. Infrastrukturtätigkeiten
Es handelt sich bei den Investitions- bzw. Betriebsausgaben in Verbindung mit Querschnitts- bzw. Infrastrukturtätigkeiten zum einen um den Erwerb von Produktion aus taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten sowie zum anderen um einzelne Maßnahmen, durch die die Zieltätigkeiten kohlenstoffarm ausgeführt werden oder der Ausstoß von Treibhausgasen gesenkt wird. Diese Investitions- und Betriebsausgaben sind damit auf das Umweltziel „Klimaschutz“ begrenzt („Kategorie (c)“).
Zur Erfüllung der Taxonomiekonformität beim Erwerb von Produktion aus taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten ist eine Nachweiserbringung der Partnerunternehmen erforderlich. Für die Investitions- und Betriebsausgaben in Zusammenhang mit den Wirtschaftstätigkeiten CCM 6.5, CCM 7.3, CCM 7.7 und CE 1.2 wurden diese Nachweise von den Partnerunternehmen angefragt. Nach aktuellem Stand liegen keine hinreichenden Nachweise zur Erfüllung der geforderten Kriterien vor. Die entsprechenden Ausgaben werden somit für das Geschäftsjahr 2025 als nicht taxonomiekonform ausgewiesen.
Hinweise zu den Kennzahlen
Gemäß der Bekanntmachung der Kommission (C/2023/305 (FAQ)) hat United Internet bei Tätigkeiten, die für die Geschäftstätigkeit nicht wesentlich sind, aufgrund fehlender Daten und Nachweise über die Einhaltung der technischen Bewertungskriterien auf eine Konformitätsprüfung verzichtet.
Erläuterungen zu den Kennzahlen
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XYZ
Die gemäß den Vorgaben der EU-Taxonomie-Verordnung berichteten Kennzahlen Umsatz, CapEx (Capital Expenditures = Investitionsausgaben) und OpEx (Operational Expenditures = Betriebsausgaben) basieren auf den Zahlen des Konzernabschlusses der United Internet AG. Dieser wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, und den nach § 315e Absatz 1 HGB ergänzend zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt.
Die ermittelten, mit einer taxonomiefähigen Aktivität verbundenen Umsätze, CapEx und OpEx sowie die herangezogenen Gesamtbeträge wurden mit der entsprechenden Grundgesamtheit auf Konzernebene abgestimmt. Dadurch konnten Doppelzählungen kontrolliert und ausgeschlossen werden.
Umsatz
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XYZ
Die Umsatzerlöse umfassen laut dem Delegierten Rechtsakt zu den Berichtspflichten die nach IAS 1.82 (a) berichteten Erträge. Die für den United Internet Konzern angegebene Umsatzkennzahl stellt das Verhältnis der Umsatzerlöse aus taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten zu den Gesamtumsatzerlösen dar. Die Gesamtumsatzerlöse können der Gewinn- und Verlustrechnung des Konzernabschlusses der United Internet AG unter „Erläuterung zur Gewinn- und Verlustrechnung – 5. Umsatzerlöse / Segmentberichterstattung“ entnommen werden. Der Nenner der Umsatzkennzahl basiert auf dem konsolidierten Nettoumsatz.
Der Zähler der Umsatzkennzahl ist der Teil des Nettoumsatzes mit Waren oder Dienstleistungen, die mit taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind. Die Produkte in Verbindung mit Rechenzentren sowie der Verkauf von wiederaufbereiteten Geräten sind derzeit die einzigen umsatzgenerierenden Aktivitäten von United Internet, die taxonomiefähig sind. In den betroffenen Segmenten wurden jene Produkt- und Tarifumsätze, die in Verbindung mit der Tätigkeit 8.1 „Datenverarbeitung, Hosting und damit verbundene Tätigkeiten“ oder mit der Tätigkeit 5.4 „Verkauf von Gebrauchtwaren“ stehen, entsprechend zugeordnet. Für das Geschäftsjahr 2025 beträgt der Anteil der taxonomiefähigen Umsätze am Gesamtumsatz 24,0 %. Es können keine taxonomiekonformen Umsatzerlöse ausgewiesen werden.

CapEx
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XYZ
Die Basis der CapEx-Kennzahl sind die Zugänge an Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten im betrachteten Geschäftsjahr vor Abschreibungen und etwaigen Neubewertungen für das betreffende Geschäftsjahr sowie ohne Änderungen des beizulegenden Zeitwerts (insbesondere unter Anwendung von IAS 16 und 38 sowie IFRS 16 „Leasingverhältnisse“ mit Nutzungsrechten an Leasinggegenständen). Die für die EU-Taxonomie herangezogenen Gesamtinvestitionsausgaben werden im Konzernabschluss unter „Erläuterung zur Gewinn- und Verlustrechnung – 5. Umsatzerlöse / Segmentberichterstattung“ in der Tabellenzeile „Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen (ohne Firmenwerte)“ in der letzten Spalte „United Internet Gruppe“ ausgewiesen. Diese Investitionsausgaben stellen den Nenner der CapEx-Kennzahl dar.
Der Zähler der CapEx-Kennzahl entspricht den Anteilen des Nenners, die
sich auf Vermögenswerte oder Prozesse beziehen, die mit taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind („Kategorie (a)“), oder
sich auf den Erwerb von Produktion aus taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten und einzelne Maßnahmen beziehen, durch die die Zieltätigkeiten kohlenstoffarm ausgeführt werden oder der Ausstoß von Treibhausgasen gesenkt wird („Kategorie (c)“).
Anhand der Anlagenklassen konnten die Investitionen den entsprechenden Taxonomie-Tätigkeiten zugeordnet werden. Bei der Anlagenklasse „Leasing IFRS 16“ wurde zudem zwischen Gebäuden und Rechenzentren unterschieden. Investitionsausgaben dieser Anlagenklassen wurden grundsätzlich der Wirtschaftstätigkeit 7.7 „Erwerb von und Eigentum an Gebäuden“ zugeordnet. Wenn diese Investitionsausgaben im Zusammenhang mit Rechenzentren stehen, erfolgte eine Zuordnung zu der Wirtschaftstätigkeit 8.1 „Datenverarbeitung, Hosting und damit verbundene Tätigkeiten“. Für das Geschäftsjahr 2025 beträgt der Anteil der taxonomiefähigen Investitionen 24,0 %. Es können keine taxonomiekonformen Investitionen ausgewiesen werden.
OpEx
Die Basis der OpEx-Kennzahl stellen die direkten, nicht aktivierten Kosten für Forschung und Entwicklung (F&E), Gebäudesanierungsmaßnahmen, kurzfristige Leasingverhältnisse (Short Term Leasing), Wartung und Instandhaltung von Sachanlagen durch das Unternehmen oder durch Dritte dar, die notwendig sind, um die fortlaufende Funktionsfähigkeit dieser Anlagen zu gewährleisten. Schulungskosten sind gemäß der DelVO 2021/2178 im Zähler zu berücksichtigen. Daher sind diese Kostenstellen ebenfalls im Nenner zu inkludieren.
Bei United Internet gibt die OpEx-Kennzahl den Anteil der Betriebsausgaben im Sinne der EU-Taxonomie an, der
mit einer taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeit verbunden ist („Kategorie (a)“) oder
sich auf den Erwerb von Produktion und einzelne Maßnahmen bezieht, durch die die Zieltätigkeit kohlenstoffarm ausgeführt oder der Ausstoß von Treibhausgasen gesenkt wird, sowie auf einzelne Gebäudesanierungsmaßnahmen („Kategorie (c)“).
Zur Bestimmung des taxonomiefähigen Anteils von United Internet wurden die entsprechenden Kostenstellen für Gebäudesanierungsmaßnahmen und kurzfristiges Leasing sowie Wartungs- und Instandhaltungsaufwendungen analysiert. Für das Geschäftsjahr 2025 beträgt der Anteil der taxonomiefähigen Betriebsausgaben 21,2 %. Es können keine taxonomiekonformen Betriebsausgaben ausgewiesen werden.
Kennzahlen gemäß EU-Taxonomie
Der Vorstand der IONOS Group SE hat im September 2025 entschieden, die Sedo GmbH nebst Tochterunternehmen („Sedo“) und somit das Geschäftsfeld „AdTech“ zum Verkauf zu stellen. Im Rahmen der EU-Taxonomie-Berichterstattung sind gemäß den FAQ (Bekanntmachung der Kommission C/2023/305), die am 20. Oktober 2023 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht wurden, die Umsatzerlöse der Sedo GmbH nicht in den Umsatzkennzahlen für 2025 auszuweisen. Die Betriebsausgaben der Sedo GmbH sind in der OpEx-Kennzahl für 2025 vollständig enthalten. Der OpEx-Nenner der EU-Taxonomie basiert auf einer eigenständigen Definition gemäß DelVO 2021/2178 und ist nicht unmittelbar aus der IFRS-Gewinn- und Verlustrechnung abgeleitet. Die Investitionsausgaben der Sedo GmbH sind für den Zeitraum vom 1. Januar 2025 bis zum 30. September 2025 in den CapEx-Kennzahlen berücksichtigt.
 
 
Umsatz
Investitionsausgaben
Betriebsausgaben
 
 
in Mio. 
in %
in Mio. 
in %
in Mio. 
in %
 
Gesamt
6.119,9
100,0 
1.119,0
100,0 
112,7
100,0 
 
davon nicht taxonomiefähig
4.648,8
76,0 
850,2
76,0 
88,8
78,8 
 
davon taxonomiefähig
1.471,1
24,0 
268,8
24,0 
23,9
21,2 
CE (1)
1.2 Herstellung von Elektro- und Elektronikgeräten
0,0
0,0 
160,2
14,3 
1,7
1,5 
CE
5.4 Verkauf von Gebrauchtwaren
24,9
0,4 
0,0
0,0 
0,1
0,1 
CCM (2)
6.5 Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen
0,0
0,0 
5,4
0,5 
1,3
1,2 
CCM
7.3 Installation, Wartung und Reparatur von energieeffizienten Geräten
0,0
0,0 
0,0
0,0 
0,7
0,6 
CCM
7.7 Erwerb von und Eigentum an Gebäuden
0,0
0,0 
32,5
2,9 
0,0
0,0 
CCM
8.1 Datenverarbeitung, Hosting und damit verbundene Tätigkeiten
1.446,2
23,6 
70,7
6,3 
20,0
17,8 
 
davon taxonomiekonform
0,0
0,0 
0,0
0,0 
0,0
0,0 
(1) CE = Circular Economy
(2) CCM = Climate Change Mitigation
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Die Kennzahlen gemäß EU-Taxonomie sind im Anhang abgebildet. United Internet ist von keiner Wirtschaftstätigkeit in Zusammenhang mit der Energieerzeugung aus fossilem Gas oder Kernenergie betroffen. Daher wird auf den Ausweis der Meldebögen zwei bis fünf nach dieser Verordnung verzichtet.
Klimawandel
Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen
United Internet hat ihm Rahmen der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse eine wesentliche Auswirkung für den Klimawandel identifiziert:
IRO-Kategorie
Beschreibung des wesentlichen IRO
Wertschöpfungskette
Energiebedarf und Treibhausgasemissionen durch das Geschäftsmodell von United Internet
Tatsächliche und potenzielle negative Auswirkung auf die Umwelt
Die Bereitstellung der Internet- und Telekommunikationsdienstleistungen verbraucht Energie und verursacht Treibhausgasemissionen, die den Klimawandel negativ beeinflussen.
In der vorgelagerten Lieferkette betrifft dies insbesondere den Ausbau der eigenen Rechenzentren und Netzinfrastruktur sowie eingekaufte Güter und Dienstleistungen einschließlich der damit verbundenen Transportemissionen.
Im eigenen Betrieb entstehen Emissionen sowohl durch den Energieverbrauch der unternehmenseigenen Rechenzentren und Mobilfunknetze als auch durch die Bürogebäude und die Mobilität der Mitarbeitenden (Pendelfahrten, Dienstreisen), auch können durch Leckagen Kältemittel in Rechenzentren oder Büros austreten. Der Energiebedarf steigt insgesamt, da die Datenlast und der Bedarf an Telekommunikationsdienstleistungen weiter zunehmen.
Nachgelagert entstehen Emissionen durch Endgeräte, mit denen Nutzende auf die Services von United Internet zugreifen.
Vorgelagert,
im eigenen Betrieb, nachgelagert
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Der Energiebedarf und die Treibhausgasemissionen, die durch das Geschäftsmodell von United Internet entstehen, haben Auswirkungen auf die Strategie. Aus diesem Grund integriert United Internet Klimaschutz in die Geschäftsprozesse, als ein wichtiges Element in der operativen Steuerung. Ein Hauptfokus liegt dabei auf energieeffizientem Handeln. Bereits heute nutzt United Internet erneuerbare Energien in Rechenzentren und Büros, steigert die Effizienz der Rechenzentren durch Virtualisierung und treibt den Ausbau des 5G-Netzes mit Blick auf weitere Effizienzsteigerungen voran. Auswirkungen von Treibhausgasemissionen sowie Energiebedarf werden ebenfalls bei Geschäftsbeziehungen von United Internet relevant und mitbedacht. Momentan sind keine finanziellen Auswirkungen durch die über die Doppelte Wesentlichkeitsanalyse identifizierten Auswirkungen gegeben. Alle weiteren Angaben zur Beschreibung der wesentlichen IROs werden im Kapitel „Allgemeine Angaben“ berichtet.
Ermittlung und Bewertung der wesentlichen klimabezogenen Auswirkungen, Risiken und Chancen
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Die klimabezogenen Auswirkungen, Risiken und Chancen wurden im regulären Prozess der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse identifiziert (siehe Kapitel „Allgemeine Angaben – Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen“). Zur Sammlung und Bewertung der klimabezogenen IROs wurden interne Expertinnen und Experten, vor allem die Nachhaltigkeitsmanagerinnen und Nachhaltigkeitsmanager der Segmente, sowie relevante Fachabteilungen (wie z. B. Technical Operations) konsultiert.
Im Geschäftsjahr 2024 hat United Internet eine szenariobasierte Klimarisikoanalyse sowohl für physische Risiken als auch Übergangsrisiken innerhalb des eigenen Betriebs und entlang der Wertschöpfungskette durchgeführt. Diese dient als Basis für die Aktualisierung der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse im Geschäftsjahr 2025.
Szenarioanalyse für physische Risiken durch Klimaveränderungen
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National Roaming
Im Rahmen der Analyse physischer Risiken wurden insgesamt 27 relevante Standorte identifiziert und hinsichtlich ihrer Gefährdungsexposition untersucht. Hierzu gehören zwölf Bürostandorte, an denen insgesamt 70 % der Mitarbeitenden tätig sind. Der Fokus bei den Technikstandorten lag auf den vier Hauptrechenzentren, die zwar durch ein Redundanzkonzept abgesichert sind, bei gleichzeitigem Ausfall jedoch einen kritischen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit haben könnten. Zudem wurden die durch United Internet betriebenen Rechenzentren, ein Standort für Forschung und Entwicklung und zwei Logistikstandorte einbezogen. Aus der Analyse ausgeschlossen wurden Standorte mit einer geringen Anzahl an Mitarbeitenden sowie Standorte, für die eine ausreichende Absicherung besteht – z. B. ein Redundanzkonzept bei kleinen Rechenzentren oder die Absicherung durch National Roaming für Antennenstandorte. Die nachgelagerte Wertschöpfungskette wurde ebenfalls nicht analysiert, da z. B. die Nutzung digitaler Dienste nicht standortspezifisch ist.
Die Bewertung erfolgte mithilfe der „Location Risk Intelligence Platform“ der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft (Munich Re). Dabei wurden Daten des „Intergovernmental Panel on Climate Change“ (IPCC) verwendet. Das IPCC ist ein internationales Gremium der Vereinten Nationen, das wissenschaftliche Erkenntnisse zum Klimawandel bewertet. Für die Standorte wurden zur Ermittlung der potenziellen Klimagefahren jeweils verschiedene Zukunftsszenarien für den fortschreitenden Klimawandel angewandt. Der Fokus der Analyse lag für United Internet auf dem sogenannten „SSP5- /RCP8.5-Szenario“. Dieses Zukunftsszenario, das auch Hochkohlenstoffpfad genannt wird, geht von einem globalen Temperaturanstieg von 4,4 °C bis zum Jahr 2100 aus. Das Szenario prognostiziert hohe globale Emissionen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten und ermöglicht so eine detaillierte Bewertung und einen Stresstest für physische Klimarisiken. Die 28 von der EU-Taxonomie und der CSRD definierten klimabezogenen Gefahren wurden anhand spezifischer Indikatoren für jeden Standort projiziert und auf einer Skala von eins (sehr niedrig) bis fünf (sehr hoch) normalisiert. Für diese Analyse hat sich das Unternehmen auf drei zentrale Zeiträume konzentriert: die Gegenwart, die mittelfristige Zukunft (2030) und die langfristige Zukunft (2050).
Um die Netto-Klimarisiken aus den Klimagefahren abzuleiten, wurde definiert, dass bei einer hohen (4) oder sehr hohen (5) Gefährdungsexposition eine Gefahr besteht, unabhängig vom prognostizierten Eintrittszeitraum. Für jeden Standort wurde je Gefahr bewertet, ob prinzipiell eine Exposition besteht – also ob die Unternehmensressourcen des Standorts einer Gefahr ausgesetzt sein könnten – und wie sensitiv die Unternehmensressourcen gegenüber der jeweiligen Gefahr sind. Dabei wurden folgende Brutto-Gefahren für Büro- und Technikstandorte in Deutschland identifiziert:
Kältefrost
Temperaturveränderungen
Bodensenkungen
Wasserknappheit
Bodenerosion
Dürre
Flut
Für Standorte im Ausland wurden zu den bereits genannten Gefahren noch weitere Bruttorisiken identifiziert:
Hitzewellen
Hitzestress
Starkniederschläge
Salzwasserintrusion
Tornados
Diese Gefahren wurden folgend genauer untersucht. Im Falle bereits genügender, bestehender Anpassungsmöglichkeiten und Vorkehrungsmaßnahmen erfolgte keine weitere Bewertung der Klimagefahr, da kein Netto-Klimarisiko identifiziert wurde.
United Internet hat bereits umfassende Vorkehrungsmaßnahmen getroffen. So ermöglicht die Nutzung der internen Cover-Day-Regelung die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs bei klimabedingten Beeinträchtigungen wie Frost, Bodensenkungen oder Wasserknappheit. Die Cover-Day-Regelung ermöglicht Mitarbeitenden, bis zu zwei Tage pro Woche mobil zu arbeiten. Dadurch kann der Geschäftsbetrieb auch außerhalb des Bürostandorts aufrechterhalten werden. Da sämtliche Bürostandorte angemietet sind, obliegen sowohl die bauliche Instandhaltung als auch finanzielle Risiken aufgrund von klimabedingten Gebäudeschäden in erster Linie den jeweiligen Vermietungsgesellschaften. Die Standorte sind mit Heiz- und Klimatisierungssystemen ausgestattet, wodurch potenzielle Auswirkungen von Hitzeereignissen und Temperaturveränderungen auf die Mitarbeitenden wirksam begrenzt werden.
Auch Auslandsstandorte greifen auf solche Maßnahmen zurück. Der Standort Lenexa wurde bspw. besonders flach, massiv und inkl. eines Schutzbereichs errichtet, um so die Auswirkungen extremer Wetterereignisse wie Tornados zu minimieren.
Aufgrund der umfassenden Vorkehrungsmaßnahmen wurden für United Internet im Rahmen der Klimarisikoanalyse keine Netto-Klimarisiken identifiziert.
Szenarioanalyse für transitorische Risiken durch Maßnahmen zum Klimaschutz
Im Hinblick auf die Übergangsrisiken und -chancen wurde eine Analyse basierend auf einem Szenario durchgeführt, das eine erfolgreiche Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 °C annimmt. Dieses Szenario berücksichtigt Faktoren wie regulatorische Entwicklungen, wirtschaftliche Trends, technologische Fortschritte sowie ein verändertes Verbraucherverhalten. Es ist als Stresstest für transitorische Risiken geeignet. Wo verfügbar und erforderlich, wurden Daten aus 1,5°-bzw. Netto-Null-Szenarien von Quellen wie der International Energy Agency (IEA) und dem „Network for Greening the Financial System“ (NGFS) verwendet. Zur Identifikation von Übergangsrisiken und -chancen wurde eine umfassende Liste erstellt, die auf Industriestandards, Best Practices und Recherche basiert und an das spezifische Geschäftsmodell von United Internet angepasst wurde. Die Risiken wurden in vier Hauptkategorien unterteilt: Politik & Recht, Technologie, Markt und Reputation.
Nach der Identifikation der Risiken und Chancen wurden die Exposition und die Sensitivität des Unternehmens gegenüber diesen Bruttorisiken und -chancen durch Corporate Sustainability und die Nachhaltigkeitsmanagerinnen und Nachhaltigkeitsmanager der Segmente bewertet. Dabei wurde die Exposition der Risiken auf einer fünfstufigen Skala (von „keine Exposition“ bis „sehr hohe Exposition“) eingestuft. Das Ausmaß der Exposition wurde danach bewertet, wie sehr United Internet von dem Risiko oder der Chance betroffen ist – gemessen an der Wertschöpfung des gesamten Unternehmens. Dies wurde z. B. danach beurteilt, wie viele Segmente des Unternehmens dem Risiko ausgesetzt sind. Neben der Exposition wurde auch die Sensitivität gegenüber dem Risiko oder der Chance bewertet. Hierbei wurde beurteilt, wie stark die potenziellen Auswirkungen beim Eintritt des Risikos bzw. der Chance auf das Unternehmen wären. Wenn möglich, wurden hierfür bereits Prognosen für die finanziellen Auswirkungen (gemessen am EBIT) herangezogen, um eine fundiertere Schätzung der Sensitivität angeben zu können. Die Bewertung der Übergangsrisiken und -chancen erfolgte in der zeitlichen Perspektive im Einklang mit der Wesentlichkeitsbewertung: weniger als zwei Jahre (kurzfristig), zwei bis fünf Jahre (mittelfristig) und mehr als fünf Jahre (langfristig).
Wenn die Beurteilungen bei den Faktoren Exposition oder Sensitivität einen Schwellenwert überschritten, wurde das Risiko bzw. die Chance als wesentliches Bruttorisiko bzw. wesentliche Bruttochance eingestuft. Die Ergebnisse fließen künftig in die strategische Planung des Unternehmens ein, um robuste Maßnahmen zur Risikominimierung und Nutzung von Chancen durch den Klimawandel zu entwickeln.
Im Rahmen der Finanzberichterstattung von United Internet wurden bisher standortbezogene, kritische klimabezogene Annahmen behandelt, zu denen Naturkatastrophen und physische Klimarisiken zählen. Diese sind in Teilen mit denen der physischen Klimarisikoanalyse kompatibel. Die Klimarisikoanalyse trifft im Rahmen des SSP5- / RCP8.5-Szenarios zwar extremere Annahmen, weicht in den Ergebnissen jedoch nur marginal ab. Transitorische Risiken, die sich aufgrund von Maßnahmen zum Klimaschutz in einem 1,5°-Szenario ergeben, werden nur in der Klimarisikoanalyse der Nachhaltigkeitserklärung betrachtet, nicht aber in der Finanzberichterstattung.
Resilienzanalyse
Für die Resilienzanalyse hat United Internet wesentliche Bruttorisiken, die sich aus der Klimarisikoanalyse ergeben haben, betrachtet. Diese Risiken schließen alle wesentlichen Teile der vorgelagerten, eigenen und nachgelagerten Wertschöpfungskette mit ein. Die physische Klimarisikoanalyse der standortbezogenen Klimarisiken hat ergeben, dass die wesentlichen Standorte von United Internet aktuell keinen Netto-Klimarisiken ausgesetzt sind. Durch die Analyse der Übergangsrisiken infolge von Maßnahmen zum Klimaschutz basierend auf dem 1,5°-Szenario wurden drei wesentliche transitorische Risiken festgestellt.
Als wesentliche transitorische Risiken wurden
steigende Beschaffungskosten, u. a. für Hardware, infolge steigender Rohstoffpreise aufgrund von Nachhaltigkeitsregulatorik und Emissionskosten,
Kundenverluste durch unzureichende Nachhaltigkeitsinitiativen, durch die Nichterreichung von Klimazielen, durch umweltfreundlichere alternative Anbieter und durch Greenwashing-Vorwürfe aufgrund intransparenter Berichterstattung sowie
Einschränkungen in der Lieferkette infolge von Nachhaltigkeitsregulatorik
identifiziert. Diese Risiken wurden in die Doppelte Wesentlichkeitsanalyse übergeleitet.
Klimastrategie und Transitionsplan für den Klimaschutz
Der Klimatransitionsplan fasst bestehende sowie geplante Aktivitäten zusammen, definiert Reduktionsziele und bildet damit einen strategischen Rahmen für die Reduktion von Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen).
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Im Geschäftsjahr 2025 hat sich United Internet intensiv mit der Entwicklung des Klimatransitionsplans befasst. In diesem Zuge wurde erfolgreich eine konzernweite Klimastrategie für die betriebsbedingten Emissionen, also Scope 1 und 2, erarbeitet. Mit dieser Strategie leistet United Internet einen Beitrag zum Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft sowie zur Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 °C. Vor diesem Hintergrund hat sich United Internet im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen sowie den Vorgaben der Verordnung (EU) 2021/1119 zur Erreichung der Netto-Null-Emissionen bis 2045 verpflichtet. Um die Erreichung der Netto-Null-Emissionen bis 2045 für Scope 1 und 2 sicherzustellen, wurden ebenfalls Zwischenziele zur Reduktion der Treibhausgasemissionen im Geschäftsbetrieb definiert. Details dazu finden sich im Kapitel „Ziele“. Der Zielpfad ist zudem mit dem deutschen nationalen Reduktionsziel harmonisiert, welches ebenfalls Netto-Null-Emissionen bis 2045 vorsieht.
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Zur Erreichung der Klimaziele setzt United Internet auf den Einsatz erneuerbarer Energien, die Verwendung von emissionsärmeren alternativen Energieträgern sowie die Steigerung der Energieeffizienz im eigenen Geschäftsbetrieb. Diese Maßnahmen werden im Kapitel „Maßnahmen“ beschrieben.
Die „Locked-in Emissions“, also künftige Emissionen, die durch bereits bestehende oder geplante Anlagen und Infrastrukturen unvermeidlich sind, wurden für die wesentlichen Vermögenswerte von United Internet bislang nicht bestimmt. Gründe dafür sind die hohe Komplexität der Datenerhebung sowie fehlende geeignete Berechnungsmethoden. Ab dem Geschäftsjahr 2026 wird mit dem Schließen dieser Datenlücke begonnen, um den Stakeholderinnen und Stakeholdern künftig ein ganzheitliches Bild der eingeschlossenen Emissionen zu vermitteln sowie den Einfluss der Emissionen auf die Emissionsreduktionsziele abzuschätzen.
Für die Erreichung der gesetzten Klimaziele werden bis 2045 Investitionen in Höhe eines mittleren einstelligen Millionenbetrags erwartet. Im Geschäftsjahr 2025 fielen keine signifikanten CapEx-Beträge an, die im Zusammenhang mit Investitionen in Wirtschaftstätigkeiten in den Bereichen Kohle, Öl und Gas standen. Die Kosten für Dekarbonisierungsmaßnahmen, insbesondere für Maßnahmen mit einem Umsetzungshorizont in der ferneren Zukunft, wurden bislang nur grob abgeschätzt und werden im Zeitverlauf weiter präzisiert. Wie im Lagebericht beschrieben, bestehen derzeit keine Liquiditätsengpässe.
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Die Integration von Nachhaltigkeit und Klimaschutz in die Geschäftsprozesse von United Internet ist, wie in Kapitel „Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen“ beschrieben, ein wichtiges Element der operativen Steuerung des Unternehmens. Diese Ausrichtung bietet die Grundlage für die zukünftige Ausgestaltung einer nachhaltigen und CO2-armen Geschäftstätigkeit.
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Die oberste operative Verantwortlichkeit für alle Strategien und Maßnahmen zum Klimaschutz trägt der United Internet Finanzvorstand. Die Klimastrategie wurde durch den Vorstand und Aufsichtsrat offiziell verabschiedet. Weitere Informationen dazu finden sich im Kapitel „Allgemeine Angaben – Anforderungen an die Zusammensetzung des Gesamtgremiums“.
Im Geschäftsjahr 2025 wurde die Grundlage für den Klimatransitionsplan gelegt. In den kommenden Geschäftsjahren liegt der Fokus auf der Umsetzung der definierten Maßnahmen sowie auf der systematischen Erfassung und Nachverfolgung der Fortschritte. Die Aktualisierung und Quantifizierung erfolgt dabei jährlich.
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Scope 3
Da die Emissionen entlang der Wertschöpfungskette einen wesentlichen Anteil an den Gesamtemissionen ausmachen, erarbeitet United Internet ebenfalls eine konzernweite Klimastrategie für Scope 3, einschließlich Klimazielen und Dekarbonisierungsmaßnahmen. Die Segmente weisen bereits unterschiedliche Reifegrade ihrer Scope-3-Klimastrategie auf, die im nächsten Geschäftsjahr gebündelt und konsolidiert werden. Auf dieser Basis ist vorgesehen, den übergeordneten Klimatransitionsplan im Geschäftsjahr 2026 zu finalisieren und zu veröffentlichen.
Richtlinien
Ziel der Richtlinie
Geltungsbereich
Verantwortlicher Fachbereich
Nationale und internationale Standards und Gesetzgebung
Reiserichtlinie
IRO-Bezug: Energiebedarf und Treibhausgasemissionen durch das Geschäftsmodell von United Internet
Inlandsflugverbot für Reisen in Deutschland
Konzernweit für alle Mitarbeitenden
Vorstand Shared Services / HR / Commercial and ICS Services
Dienstwagenrichtlinie
IRO-Bezug: Energiebedarf und Treibhausgasemissionen durch das Geschäftsmodell von United Internet
Elektrifizierung des Fuhrparks
Für deutsche Gesellschaften, alle Mitarbeitenden mit Dienstwagen-Zugang.
Commercial Services
Anlage zur Einkauf-Richtlinie für die 1&1 Mobilfunk GmbH
IRO-Bezug: Energiebedarf und Treibhausgasemissionen durch das Geschäftsmodell von United Internet
Ressourcenschonung und Energieeffizienz bei der Beschaffung
Diese Anlage ergänzt die bestehende Einkauf-Richtlinie von United Internet und findet ausschließlich Anwendung für die 1&1 Mobilfunk GmbH.
Einkaufsorganisation
ISO 50001
Integrierte Managementsystemrichtlinie für das Segment „Business Applications“
IRO-Bezug: Energiebedarf und Treibhausgasemissionen durch das Geschäftsmodell von United Internet
Energiemanagement: kontinuierliche Verbesserung der Energieeffizienz des Betriebs der Rechenzentren
Umweltmanagement: negative Umweltauswirkungen durch den Betrieb dauerhaft minimieren bzw. vermeiden
Entwicklung und Betrieb von Rechenzentren für Internet-Produkte und -Dienstleistungen innerhalb des Segments „Business Applications“
TechOps DC
ISO 14001
ISO 50001
Reiserichtlinie
Im Geschäftsjahr 2025 hat United Internet eine konzernweite Anpassung der Reiserichtlinie beschlossen. Die Richtlinie umfasst ein generelles Verbot von Inlandsflügen innerhalb Deutschlands und ist über das Buchungssystem SAP Concur umgesetzt. In der Software sind Inlandsflüge nicht buchbar, Ausnahmen können nur gebucht werden, wenn eine Begründung für eine Ausnahmeregelung besteht. In diesem Fall ist die Prüfung durch den Fachbereich „Fleet & Travel“ sowie die Freigabe durch die Vorgesetzte bzw. den Vorgesetzten und den Fachbereichsvorstand erforderlich. Mit der überarbeiteten Richtlinie sollen Treibhausgasemissionen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette reduziert werden. Die Richtlinie leistet damit einen direkten Beitrag zum Klimaschutz.
Dienstwagenrichtlinie
Auf Grundlage der Dienstwagenrichtlinie wird die Fahrzeugflotte bis 2030 schrittweise elektrifiziert. Die Umsetzung wird über den internen Dienstwagen-Konfigurator gesteuert und überwacht. Seit 2025 können ausschließlich Elektrodienstwagen bestellt werden, Ausnahmen müssen explizit begründet und genehmigt werden. Die Förderung der Elektromobilität trägt direkt zum Klimaschutz bei. Die Scope-1-Emissionen werden durch die Elektrifizierung der Fahrzeugflotte reduziert, während der Stromverbrauch und damit die Scope-2-Emissionen ansteigen. Aufgrund der höheren Effizienz von Elektrofahrzeugen werden jedoch insgesamt Emissionen eingespart. Langfristig soll die Richtlinie zusätzlich zur Emissionsreduktion in Scope 2 beitragen, da United Internet eine umfassende Nutzung erneuerbarer Energien anstrebt. Die Richtlinie gilt für alle Mitarbeitenden mit Dienstwagenzugang. Für ausländische Gesellschaften findet die Richtlinie keine Anwendung. Um eine reibungslose Umstellung von Verbrennerfahrzeugen auf Elektroautos zu unterstützen, werden Zuschüsse für die Installation einer Ladeinfrastruktur im Eigenheim bereitgestellt.
Anlage zur Einkauf-Richtlinie für die 1&1 Mobilfunk GmbH
Die 1&1 Mobilfunk GmbH des Segments „Consumer Access“ bildet gemeinsam mit ihrer Tochtergesellschaft alle Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Bau und Betrieb des eigenen 1&1 Mobilfunknetzes ab. Die 1&1 Mobilfunk GmbH betreibt ein Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001:2018. Die Richtlinie „Anlage zur Einkauf-Richtlinie für die 1&1 Mobilfunk GmbH“ ergänzt die bestehende Einkauf-Richtlinie von United Internet und findet ausschließlich für die 1&1 Mobilfunk GmbH Anwendung. Die Anlage verfolgt das Ziel, die Beschaffung von Waren und Dienstleistungen über den Zentraleinkauf von United Internet als aktiven Hebel zur Erreichung der unternehmensweiten Nachhaltigkeits- und Energieziele zu nutzen. Durch die systematische Berücksichtigung von Energieeffizienzkriterien in allen Phasen des Beschaffungsprozesses sollen künftig Ressourcen geschont und der Energieverbrauch gesenkt, transparente und nachvollziehbare Entscheidungen im Einkauf ermöglicht sowie in Lieferantenbeziehungen die Energieeffizienz verstärkt berücksichtigt werden. Die Einhaltung der ergänzenden Beschaffungsrichtlinie wird durch ihre verbindliche Integration in die Beschaffungsprozesse sichergestellt werden. Relevante energiebezogene Kriterien werden bei geeigneten Beschaffungsentscheidungen berücksichtigt werden. Die Umsetzung sowie die Dokumentation der Anwendung der Richtlinie werden durch das interne Energiemanagement begleitet.
Integrierte Managementsystemrichtlinie für das Segment „Business Applications“
Das Segment „Business Applications“ betreibt ein Energie- und Umweltmanagementsystem nach ISO 50001 und ISO 14001 für die eigenen Rechenzentren, deren Grundsätze in einer integrierten Managementsystemrichtlinie festgelegt sind.
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PUE
Das übergreifende Ziel der Richtlinie im Bereich des Energiemanagements ist eine kontinuierliche Verbesserung der Energieeffizienz von Rechenzentren. Dafür werden auch Unterziele festgelegt, wie z. B. die Minimierung des wichtigen Kennwerts „Power Usage Effectiveness“ (PUE), der die Energieeffizienz anhand des Verhältnisses zwischen dem Gesamtenergieverbrauch und dem Energieverbrauch ausschließlich für die IT-Technik aufzeigt.
Ziel der Richtlinie im Bereich des Umweltmanagements ist es, negative Auswirkungen durch den Betrieb dauerhaft zu minimieren bzw. zu vermeiden. Dazu zählen bspw. die Treibhausgasemissionen, deren Minimierung anhand des Kennwerts „Carbon Usage Effectiveness“ (CUE) gemessen wird.
Durch das Energiemanagementsystem und das Umweltmanagementsystem werden jährlich Managementberichte erstellt, mit denen überwacht wird, inwieweit die Systeme die festgelegten Ziele erfüllt haben. Die Richtlinie fördert somit die Senkung der betriebseigenen Energieverbräuche und Treibhausgasemissionen, was sich positiv auf den Klimaschutz auswirkt.
Maßnahmen
Maßnahmen zur Auswirkung „Energiebedarf und Treibhausgasemissionen durch das Geschäftsmodell von United Internet“
Im Zusammenhang mit der Klimastrategie wurden verschiedene Dekarbonisierungsmaßnahmen identifiziert. Diese können nach den folgenden Dekarbonisierungshebeln unterteilt werden:
Nutzung erneuerbarer Energien
Energieeffizienz
Energieträgerwechsel
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Die genannten Hebel zielen darauf ab, die Scope-1- und Scope-2-Emissionen zu verringern. Bei der Maßnahmenentwicklung wurde ein expliziter Bezug zu den wesentlichen Auswirkungen der Geschäftstätigkeiten von United Internet hergestellt, die im Rahmen der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse identifiziert wurden. Die Einbindung der Unternehmensführung erfolgt einheitlich und ist im Kapitel „Allgemeine Angaben – Due Diligence bei United Internet“ dokumentiert. Die CO2-Einsparpotenziale der Maßnahmen, die Ziele sowie die Bilanzierung werden in Tonnen CO2-Äquivalenten (t CO2e) ausgedrückt.
Reduktion von CO2-Emissionen durch Elektrifizierung der Fahrzeugflotte
Die Emissionen der Fahrzeugflotte stellen einen wesentlichen Anteil der Scope-1-Emissionen dar. Durch die Dienstwagenrichtlinie wird die Fahrzeugflotte bis 2030 schrittweise elektrifiziert. Zusätzlich stellt United Internet eine flächendeckende Ladeinfrastruktur an den Standorten bereit.
Das freigegebene CapEx-Budget beläuft sich hierbei auf 1,2 Mio €. Im Geschäftsjahr 2025 wurden dafür die ersten Investitionen in Höhe von 250.000 € durchgeführt. Es wird erwartet, dass diese Maßnahme mittelfristig zu einer Verringerung der THG-Emissionen in Höhe von ca. 3.000 t CO2e führt.
Reduktion von CO2-Emissionen durch Nutzung erneuerbarer Energien
United Internet setzt seit 2018 an fast allen deutschen Standorten auf Strom aus erneuerbaren Energien, um die Scope-2-Emissionen zu reduzieren. Bis Ende 2024 wurden hierfür Grünstromzertifikate von verschiedenen Anbietern genutzt. Ab 2025 wurde die Strombelieferung konzernweit weitestgehend gebündelt. Ein Großteil der Grünstromzertifikate erfolgt aus erneuerbaren Quellen auf Basis von Wasserkraft. Zur Setzung eines langfristigen Signals wurden die Lieferverträge für mindestens drei Jahre abgeschlossen, in einzelnen Segmenten auch mit unbegrenzter Laufzeit.
Zur weiteren Reduktion der Scope-2-Emissionen werden die verbleibenden Graustrombezüge für Auslandsstandorte, Co-Locations der Rechenzentren sowie die Fahrzeugflotte schrittweise auf Strom aus erneuerbaren Energien umgestellt. In diesem Zusammenhang werden Emissionsminderungen von rund 1.200 t CO2e erwartet. Die Umstellung soll bis 2030 abgeschlossen sein und ist ausschließlich mit laufenden Betriebskosten verbunden, erhebliche Investitionsausgaben fallen nicht an.
Um die Qualität des Gesamtstrombezugs weiter zu optimieren, setzt United Internet auf Strom aus eigener, regenerativer Erzeugung. Bis 2025 wurden im Segment „Business Applications“ für drei Rechenzentren Photovoltaikanlagen installiert. Zusätzlich wurde im Geschäftsjahr 2025 im Rahmen eines Pilotprojekts eine Photovoltaikanlage am Standort Montabaur installiert, welche ab 2026 in die Stromerzeugung eingebunden wird.
Reduktion von CO2-Emissionen durch Wechsel auf emissionsfreundlichere Kraftstoffe für Notstromgeneratoren für Rechenzentren und Technikstandorte
Für den Betrieb von Rechenzentren und Technikstandorten sind Notstromaggregate erforderlich, um im Falle eines Stromausfalls ein stabiles Netz und eine stabile Server-Verbindung sicherzustellen. Diese Aggregate werden derzeit mit fossilen Energieträgern betrieben. Die Umstellung auf Biokraftstoffe stellt einen wesentlichen Dekarbonisierungshebel für die Segmente „Business Applications“ und „Consumer Access“ und damit für United Internet insgesamt dar. Bis 2030 ist eine schrittweise Umstellung von Diesel oder Heizöl auf Biodiesel oder Hydrotreated Vegetable Oil (HVO) vorgesehen. Durch diese Maßnahme können die Scope-1-Emissionen um rund 800 t CO2e weiter reduziert werden.
Die Umsetzung der Maßnahme im Segment „Business Applications“ begann bereits im Geschäftsjahr 2024 mit der Umstellung eines Rechenzentrums. Im Geschäftsjahr 2025 konnten dabei erhebliche Fortschritte erzielt werden, sodass sechs der neun eigenen Rechenzentren auf den Einsatz von Biokraftstoffen umgestellt wurden. Der Wechsel von fossilen Energieträgern auf Biokraftstoffe erfolgt durch eine schrittweise Nachbefüllung der Tanks, sodass keine technischen Umbauten erforderlich sind. Infolgedessen fallen weder CapEx-Kosten noch erhebliche zusätzliche OpEx-Kosten an.
Reduktion von CO2-Emissionen durch die marktbedingte Emissionsentwicklung von Fernwärme
United Internet nutzt an rund einem Drittel der Standorte Fernwärme zur Wärmeversorgung. Vor diesem Hintergrund ist die zukünftige Entwicklung der mit Fernwärme verbundenen Emissionen für das Unternehmen von Relevanz. Da sich Deutschland das Ziel gesetzt hat, bis 2045 Netto-Null-Emissionen zu erreichen, treiben viele Fernwärmeversorger bereits die Reduktion ihrer Emissionen sowie die Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien für die Fernwärmezufuhr voran. Durch den direkten Austausch mit den jeweiligen Versorgern konnte für die Bürogebäude von United Internet eine Emissionsreduktion des Fernwärmeverbrauchs bis 2045 abgeschätzt werden. Demnach können die Scope-2-Emissionen im Zeitraum von 2023 bis 2045 um rund 1.450 t CO2e reduziert werden. Da diese Entwicklung überwiegend marktgetrieben ist, fallen weder zusätzliche Investitionsausgaben noch erhöhte Betriebskosten an. Da der erneuerbare Anteil der Fernwärme voraussichtlich bis 2045 auf 100 % steigen wird, wird diese Maßnahme dem Dekarbonisierungshebel „Nutzung erneuerbarer Energien“ zugeordnet.
Reduktion von CO2-Emissionen durch die Verbesserung von Kältemittel-Leckagen
Ein weiterer Ansatz von United Internet ist die systematische Reduktion von Kältemittel-Leckagen. Zur Identifikation dieser Leckagen wurde für die deutschen Bürostandorte ein externes Dienstleistungsunternehmen damit beauftragt, die Datenqualität der erfassten Leckagen deutlich zu verbessern. Für Technikstandorte und Rechenzentren sind zudem Umweltmanagementsysteme installiert, die der Überwachung und Reduktion von Kältemittel-Leckagen dienen. So können Emissionen in Scope 1 reduziert werden. Das erwartete Einsparpotenzial liegt bei rund 640 t CO2e, wobei es sich aufgrund der derzeit begrenzten Datenbasis um eine grobe Abschätzung handelt. Für diese Maßnahme fallen weder erhebliche Investitionsausgaben noch zusätzliche Betriebskosten an.
Ausblick: weitere angedachte Dekarbonisierungshebel
Um die Treibhausgasemissionen bis 2045 möglichst umfassend zu reduzieren, sind weitere Maßnahmen geplant, die sich derzeit noch in einer frühen Planungsphase befinden. United Internet plant u. a. den Einsatz von Wärmepumpen als Ersatz für die bisherige Wärmezufuhr durch Erdgas. Diese Maßnahme erfordert bauliche Anpassungen und muss für jeden Bürostandort individuell bewertet werden, um verlässliche Abschätzungen zu den erforderlichen Investitionskosten sowie Reduktionspotenzialen zu ermöglichen. Eine weitere geplante Maßnahme, die bauliche Eingriffe erfordert, ist der Austausch bestehender Kühlsysteme durch emissionsfreundlichere Varianten. Dadurch können an den Standorten Kältemittel mit deutlich geringerem Emissionsfaktor eingesetzt werden. Auch diese Maßnahme wird standortspezifisch bewertet, um belastbare Aussagen zu Kosten und Emissionseinsparpotenzialen treffen zu können.
Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz
Neben der Nutzung erneuerbarer Energien ist die Steigerung der Energieeffizienz ein zentraler Hebel zur Förderung der Dekarbonisierung des eigenen Geschäftsbetriebs. Energie- und Umweltmanagementsysteme dienen dabei als Instrumente, um die Energieeffizienz systematisch zu erhöhen.
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United Internet hat für energieintensive Unternehmensbereiche Managementsysteme nach den ISO-Normen 50001 und 14001 implementiert, mit besonderem Fokus auf eigenen Rechenzentren. Die Anwendung dieser Systeme wird über die Richtlinie zum integrierten Managementsystem gesteuert (siehe Kapitel „Richtlinie“). Durch den Einsatz der Managementsysteme lassen sich belastbare Aussagen zur Entwicklung der Energieeffizienz ableiten, bspw. anhand der zentralen PUE-Kennzahl. Auf Grundlage dieser Kennzahl können gezielt Maßnahmen abgeleitet und priorisiert werden. Durch die implementierten Systeme sind Emissionseinsparungen im eigenen Betrieb sowie in der vorgelagerten Wertschöpfungskette zu erwarten. Exakte Potenziale können jedoch erst in den kommenden Geschäftsjahren genauer quantifiziert werden.
Ein weiterer Hebel zur Steigerung der Energieeffizienz liegt in der Optimierung der genutzten IT-Infrastruktur. Hierzu wird durch effiziente Server die Anzahl trotz wachsender Datenmengen reduziert und Umzüge in energieeffizientere Rechenzentren werden gefördert.
Nachhaltigkeitsweiterbildung mit Klimaschwerpunkt für Mitarbeitende
United Internet hat im Geschäftsjahr 2025 eine verpflichtende Nachhaltigkeitsweiterbildung mit Klimaschwerpunkt entwickelt. Das Segment „Business Applications“ verfolgt eine eigene Lernstrategie und ist daher nicht Teil dieser Maßnahme. Die Inhalte wurden in enger Zusammenarbeit mit den beteiligten Segmenten sowie einem externen Anbieter konzipiert. Ziel der Schulung ist es, alle Mitarbeitenden über den Klimawandel und dessen Folgen zu informieren, das Verständnis für die strategische Ausrichtung von United Internet im Bereich Nachhaltigkeit zu stärken und aufzuzeigen, wie jede Person aktiv zum Klimaschutz beitragen kann. Im Geschäftsjahr 2025 wurden die Inhalte vollständig erarbeitet und im Rahmen eines Testpiloten erfolgreich umgesetzt. Im Geschäftsjahr 2026 soll die Nachhaltigkeitsweiterbildung für alle Beteiligten verpflichtend bereitgestellt werden. Es wird erwartet, dass die Schulung zu einem bewussteren ökologischen Verhalten beiträgt und daraus mögliche positive Auswirkungen auf die Emissionsreduktion entlang der gesamten Wertschöpfungskette sowie im eigenen Betrieb entstehen.
Ziele
Ziele zur Auswirkung „Energiebedarf und Treibhausgasemissionen durch das Geschäftsmodell von United Internet“
Die Reduktion von Treibhausgasemissionen steht im Mittelpunkt der Klimastrategie von United Internet. Mit der Festlegung wissenschaftlich fundierter Ziele verfolgt United Internet das übergeordnete Ziel, einen Beitrag zu einer CO2-ärmeren Wirtschaft zu leisten. Die Klimaziele spiegeln dabei die strategische Ausrichtung des Unternehmens wider.
Reduzierung der Scope-1- und Scope-2-Emissionen
United Internet hat im Rahmen der Klimastrategie Klimaziele für die Emissionen des eigenen Geschäftsbetriebs (Scope 1 und 2) auf Basis aktueller wissenschaftlicher und regulatorischer Rahmenbedingungen festgelegt. Die Ziele stehen im Einklang mit dem 1,5°-Ziel des Pariser Klimaabkommens sowie den Empfehlungen des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) und orientieren sich an der Methodik der Science Based Targets initiative (SBTi). Damit erfüllen sie auch die Anforderungen des Europäischen Klimagesetzes (Verordnung (EU) 2021/1119) sowie der deutschen Klimaziele.
Es liegt kein sektorspezifischer Emissionspfad vor. Die Methodik der SBTi basiert auf Klimaszenarien des Integrated Assessment Modeling Consortium (IAMC) und der Internationalen Energieagentur (IEA). Das IAMC bündelt über 400 begutachtete Emissionspfade, die im „Special Report on Global Warming of 1.5°C“ des IPCC bewertet wurden. Die IEA ergänzt diese um detaillierte sektorale Szenarien. Die SBTi leitet daraus unter Berücksichtigung von Plausibilität, Konsistenz und Verantwortung konkrete Emissionsbudgets und Emissionspfade ab. Zukünftige Entwicklungen, wie Veränderungen im Absatzvolumen, Kundenpräferenzen, regulatorische Faktoren, neue Technologien und deren CO2-Auswirkungen sowie Energiepreisentwicklungen, wurden bei der Zielsetzung berücksichtigt. Auch die konzernspezifische Wachstumsrate wurde in die Klimastrategie einbezogen, um die zukünftigen Geschäftsaktivitäten und Absatzmärkte realistisch abzubilden.
Die Reduktionsziele umfassen alle relevanten Emissionskategorien von Scope 1 und 2 und berücksichtigen für die Emissionsberechnung die folgenden Treibhausgase: Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Distickstoffoxid (N2O), Hydrofluorkohlenwasserstoffe (HFCs), Perfluorkohlenwasserstoffe (PFCs), Schwefelhexafluorid (SF6) sowie Stickstofftrifluorid (NF3). Im Basisjahr 2023 beliefen sich die konzernweiten Emissionen auf insgesamt 9.347 t CO2e, davon 6.241 t CO2e in Scope 1 und 3.106 t CO2e in Scope 2. Diese Emissionen sollen langfristig bis Ende 2045 um 90 % gegenüber dem Basisjahr reduziert werden, was einer absoluten Reduktion von 8.412 t CO2e entspricht. Auf Grundlage der derzeit geplanten Maßnahmen ergibt sich daraus eine Reduktion von rund 5.449 t CO2e in Scope 1 sowie rund 2.963 t CO2e in Scope 2. Der Fortschritt der Zielerreichung wird jährlich über die Berechnung des unternehmensweiten CO2-Fußabdrucks geprüft. Als Zwischenziel ist eine Emissionsminderung von 55 % bzw. 5.141 t CO2e der Scope-1- und Scope-2-Emissionen bis Ende 2030 vorgesehen. Für die Zielsetzung wurden die Tool-Lösungen der Science Based Targets initiative verwendet, um die Konformität mit dem 1,5°-Ziel sicherzustellen und einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Die Klimaziele wurden bereits vom Vorstand und Aufsichtsrat offiziell verabschiedet.
Für die Scope-2-Zielsetzung wurde die marktbasierte Methode angewandt. Die Ziele gelten für alle Standorte, die gemäß den definierten Systemgrenzen unter die operative Kontrolle von United Internet fallen. Die meisten Standorte befinden sich in Deutschland, mit wenigen Ausnahmen bspw. in den USA oder auf den Philippinen.
Die Treibhausgasbilanz wurde zwischen 2023 und dem Geschäftsjahr 2025 nur geringfügig angepasst. Somit kann das Basisjahr als repräsentativ angesehen und als Grundlage für die Klimastrategie genutzt werden. Die Ziele stehen im Einklang mit der Abgrenzung des Treibhausgasinventars.
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Die Erreichung der Klimaziele wird durch die beschriebenen Richtlinien sichergestellt. Diese gewährleisten eine konsistente Umsetzung der Maßnahmen, die im Kapitel „Maßnahmen“ beschrieben sind.
Die Nachverfolgung der Wirksamkeit von Strategien und Maßnahmen erfolgt durch ein kontinuierliches Tracking der Emissionen. Der CO2-Fußabdruck von United Internet wird jährlich aktualisiert und mit der Klimastrategie abgeglichen, sodass die Wirksamkeit der Maßnahmen über die Zeit überprüft werden kann.
Ausblick: Reduzierung der Scope-3-Emissionen
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Für die Reduzierung der Scope-3-Emissionen weisen die Segmente unterschiedliche Reifegrade auf. So haben die Segmente „Consumer Access“ und „Business Applications“ bereits eigene Scope-3-Klimastrategien erarbeitet, die in den segmentspezifischen Nachhaltigkeitserklärungen eingesehen werden können. Eine konzernweite Scope-3-Strategie liegt hingegen noch nicht vor. Trotzdem existieren bereits erste Richtlinien und Maßnahmen, die auf die Dekarbonisierung der Wertschöpfungskette abzielen (siehe Kapitel „Richtlinien“ und „Maßnahmen“). Weitere Maßnahmen werden im Rahmen der konzernweiten Strategie entwickelt und quantifiziert. Die finalen konzernweiten Klimaziele sowie die zugehörigen Dekarbonisierungsmaßnahmen für die Scope-3-Emissionen sollen im Geschäftsjahr 2026 finalisiert werden.
Kennzahlen
Kennzahlen zur Auswirkung „Energiebedarf und Treibhausgasemissionen durch das Geschäftsmodell von United Internet“
Energieverbrauch und Energiemix
Der angegebene Energieverbrauch fasst sämtliche in den Geschäftsaktivitäten von United Internet eingesetzten Energiemengen zusammen.
Der Gesamtverbrauch fossiler Energie umfasst den Kraftstoffverbrauch der Notstromaggregate an Technikstandorten und Rechenzentren sowie der firmeneigenen Fahrzeugflotte. Darüber hinaus umfasst er den Einsatz von Erdgas und Heizöl zur Wärmeversorgung. Der Verbrauch erneuerbarer Energien setzt sich aus eingekauftem Strom aus erneuerbaren Quellen, selbst erzeugtem Strom aus Photovoltaik-Anlagen sowie dem an Technikstandorten und Rechenzentren genutzten Biodiesel und HVO zusammen.
Die nachfolgende Tabelle fasst den Energieverbrauch nach Energiequellen für den Konzern zusammen. Der Energieverbrauch wurde ursprünglich in Kilowattstunden (kWh) und Litern (l) gemessen und zur Konsolidierung in Megawattstunden (MWh) umgerechnet.
Energieverbrauch und Energiemix
2025
2024
Gesamtverbrauch fossiler Energie (MWh)
44.561
42.935
Anteil fossiler Quellen am Gesamtenergieverbrauch (in %)
15
14
Gesamtverbrauch aus nuklearen Quellen (MWh)
409
1.541
Anteil des Verbrauchs aus nuklearen Quellen am Gesamtenergieverbrauch (in %)
0
0
Brennstoffverbrauch für erneuerbare Quellen, einschließlich Biomasse (auch Industrie- und Siedlungsabfälle biologischen Ursprungs, Biogas, Wasserstoff aus erneuerbaren Quellen, usw. (MWh)
380
33
Verbrauch aus erworbener oder erhaltener Elektrizität, Wärme,
Dampf und Kühlung und aus erneuerbaren Quellen (MWh)
250.719
263.529
Verbrauch selbst erzeugter erneuerbarer Energie, bei der es sich
nicht um Brennstoffe handelt (MWh)
2.821
2.116
Gesamtverbrauch erneuerbarer Energie (MWh)
253.920
265.678
Anteil erneuerbarer Quellen am Gesamtenergieverbrauch (in %)
85
86
Gesamtenergieverbrauch (MWh)
298.890
310.153
Beim Strom- und Wärmeverbrauch der Bürostandorte von United Internet wurde auf die von den Strom- und Gaslieferanten zur Verfügung gestellten Primärdaten sowie die durch Vermieterinnen und Vermieter zur Verfügung gestellten Verbrauchsdaten zurückgegriffen. Sofern keine aktuellen Verbrauchsdaten für Büro-, Technikstandorten oder Rechenzentren vorlagen, wurden Nachweise aus den Geschäftsjahren 2024 oder 2023 herangezogen. Dies betrifft vor allem die Daten zu den Wärmeverbräuchen, jedoch auch einzelne Standorte hinsichtlich der Stromverbräuche. Bei Standorten, an denen keine zuverlässigen Verbrauchsdaten zur Verfügung standen, wurde mittels der nachgewiesenen Daten ein für United Internet spezifischer Verbrauchsfaktor berechnet. Auf Basis dieses Werts sowie der Mietfläche und der Anzahl an Mitarbeitenden am jeweiligen Standort wurde ein Verbrauchswert geschätzt. Hierbei wurde, sofern möglich, zwischen reinen Bürostandorten und Standorten mit Logistik- oder Technikflächen unterschieden.
Für die Konsolidierung des Energieverbrauchs reiner Technikstandorte wurde sowohl auf die durch Geschäftspartner und Strom- und Diesellieferanten zur Verfügung gestellten Primärdaten als auch auf Daten aus eigenen Energiemanagement- und Trackingsystemen zurückgegriffen. Diese wurden durch kosten- und energiebasierte Schätzungen ergänzt, um einen vollständigen Energieverbrauch zu berechnen.
Da United Internet zum Zeitpunkt der Erstellung der Erklärung nicht für alle Büro- bzw. Technikstandorte und nicht für die gesamte Fahrzeugflotte detaillierte Informationen der Stromlieferanten zur Zusammensetzung der Energie vorlagen, wurden konventionelle Energiequellen angenommen. Der Verbrauch wurde anhand von Daten der IEA sowie der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen e. V. nach Kernenergie und fossilen Quellen aufgeschlüsselt. Die bezogene Fernwärme wird bilanziell als fossile Energiequelle gewertet.
Die Verbrauchsdaten der konzerneigenen Fahrzeugflotte basieren auf der Anzahl der durch den Leasing-Vertragspartner ermittelten Tankvorgänge. Dabei wurde ein Maximalwert von 100 kWh pro Ladevorgang für ein durchschnittliches E-Fahrzeug angenommen.
In den Rechenzentren in Niederlauterbach, Lenexa und Worcester werden bereits Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung eingesetzt. Des Weiteren wurde im Geschäftsjahr 2025 am Standort Montabaur eine Photovoltaik-Anlage zur Stromerzeugung installiert, welche ab 2026 dann zur Stromerzeugung genutzt wird. Kennzahlen zur Quantifizierung der erzeugten Energie fließen in die diesjährige Erhebung des CO2-Fußabdrucks von United Internet mit ein.
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GHG Protocol (Greenhouse Gas Protocol)
THG-Bruttoemissionen der Kategorien Scope 1, 2 und 3 sowie THG-Gesamtemissionen
Um einen Überblick über die von United Internet verursachten Emissionen zu erhalten, wird seit dem Geschäftsjahr 2023 ein konzernweiter CO2e-Fußabdruck nach dem Greenhouse Gas Protocol (GHG-Protocol) erstellt. Auf Ebene der Segmente war dies teilweise schon seit dem Geschäftsjahr 2022 der Fall.
United Internet nutzt gemäß dem GHG-Protocol den operativen Kontrollansatz. Dadurch werden alle Standorte und Gesellschaften, über welche operative Kontrolle besteht, konsolidiert in der Treibhausgasbilanz berücksichtigt. Minderheitsbeteiligungen an Gesellschaften ohne operative Kontrolle werden anteilig in Scope-Kategorie 3.15 berücksichtigt, was bei dem Segment „Business Applications“ und bei Corporate relevant ist.
Zur Identifikation der wesentlichen relevanten und nicht relevanten Scope-3-Kategorien hat jedes Segment von United Internet eine Scope-3-Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt. Die Analyse orientiert sich an den Vorgaben des GHG-Protocols. Jede Scope-3-Kategorie wurde gemäß der voraussichtlichen Emissionshöhe und Beeinflussbarkeit eingeschätzt und in eines von drei Clustern eingeordnet.
Im ersten Cluster befinden sich wesentliche Scope-3-Kategorien, bei denen angenommen wird, dass es sich um Emissions-Hotspots handelt. Diese Kategorien wurden detailliert berechnet.
Im zweiten Cluster befinden sich relevante Scope-3-Kategorien, die jedoch keine Emissions-Hotspots darstellen. Für relevante Kategorien wurden Emissionen mit geeigneten Methoden und / oder Schätzungen berechnet.
Im dritten Cluster sind nicht relevante Scope-3-Kategorien zusammengefasst, hier finden keine Aktivitäten statt, sodass sie weder berechnet noch geschätzt wurden.
Die Berichtsgrenzen für die Schätzung der Scope-3-Emissionen bei United Internet umfassen die in der folgenden Tabelle dargestellten Scope-3-Emissionskategorien. Hierbei werden segmentübergreifend und segmentspezifisch erhobene Kategorien unterschieden.
Scope-3-Treibhausgas-Emissionskategorien
Segmentübergreifende Scope-3-Kategorien (wesentlich oder relevant)
Scope 3.1 Eingekaufte Güter und Dienstleistungen
Scope 3.2 Kapitalgüter
Scope 3.3 Brennstoff- und energiebezogene Emissionen
Scope 3.4 Transport und Verteilung (vorgelagert)
Scope 3.5 Abfall
Scope 3.6 Geschäftsreisen
Scope 3.7 Pendeln der Mitarbeitenden
Segmentspezifische Scope-3-Kategorien (wesentlich oder relevant)
Segment „Consumer Access“: Scope 3.11 Nutzung der verkauften Produkte, Scope 3.12 Umgang mit verkauften Produkten am Lebenszyklusende
Segment „Business Access“: Scope 3.8 Angemietete oder geleaste Sachanlagen, Scope 3.11 Nutzung der verkauften Produkte, Scope 3.12 Umgang mit verkauften Produkten am Lebenszyklusende
Segment „Business Applications“: Scope 3.8 Angemietete oder geleaste Sachanlagen, Scope 3.15 Investitionen
Segment „Consumer Applications“: Scope 3.3 Brennstoff- und energiebezogene Emissionen (Energiehandel mit Erdgas), Scope 3.11 Nutzung der verkauften Produkte
Corporate: Scope 3.10 Verarbeitung der verkauften Produkte, Scope 3.11 Nutzung der verkauften Produkte, Scope 3.12 Umgang mit verkauften Produkten am Lebenszyklusende, Scope 3.15 Investitionen
Die konzernweite Treibhausgasbilanz ergibt sich aus der Summe der segmentspezifischen Treibhausgasbilanzen. Dabei werden konzerninterne Leistungen herausgerechnet, um Doppelzählungen zu vermeiden. Bspw. nehmen einige Segmente Rechenzentrumsleistungen (Scope 3.1) von unternehmensinternen Anbietern (Scope 1 und 2) in Anspruch.
Aufgrund nicht vorhandener Aktivitäten wurden die folgenden Scope-3-Kategorien als nicht relevant eingeordnet und aus der Bilanzierung ausgeschlossen:
Ausgeschlossene Scope-3-Emissionen
3.9 Transport und Verteilung (nachgelagert). Es existieren keine Logistikprozesse, die von Kundinnen und Kunden bezahlt werden.
3.13 Vermietete oder verleaste Sachanlagen. Es sind keine vermieteten Sachanlagen vorhanden.
3.14 Franchises. Es existieren keine Franchises.
Das Segment „Consumer Applications“ hat im Geschäftsjahr 2025 den Geschäftsbereich Energiehandel und -vertrieb mit wirtschaftlichem Übergang zum 1. August veräußert. Infolgedessen verringern sich die im aktuellen CO2-Fußabdruck von United Internet ausgewiesenen Treibhausgasemissionen in den Kategorien 3.3 und 3.11. Da der Einfluss des Energiehandels auf den konzernweiten CO2-Fußabdruck deutlich unter 5 % liegt, ist keine Neuberechnung des Basisjahres vorgesehen.
United Internet hat analog zum Vorjahr die Treibhausgasemissionen gemäß dem GHG-Protocol, einschließlich der „Corporate Accounting and Reporting Standards“ und der technischen Anleitung zur Berechnung von Scope-3-Emissionen, bilanziert. Zusätzlich wurde die sektorspezifische Guidance der „Groupe Spéciale Mobile Association“ (GSMA) für Telekommunikationsbetreiber berücksichtigt.
Bei der Berechnung der Emissionen wendet United Internet die beschriebenen, anerkannten Methoden und Standards an, um eine präzise und nachvollziehbare Berichterstattung zu gewährleisten.
Um eine möglichst hohe Datenqualität bei der Berechnung der Treibhausgasemissionen sicherzustellen, wurden, sofern verfügbar, lieferantenspezifische Primärdaten in CO2e herangezogen. Diese lieferantenspezifischen Primärdaten wurden teilweise von den Lieferanten eigenständig auditiert (z. B. Logistikemissionen von DHL).
Sofern keine lieferantenspezifischen Primärdaten vorlagen, wurden die Emissionen über Mengen oder Gewichte mit Emissionsfaktoren aus Sekundärquellen berechnet. Für den Fall, dass Mengen oder Gewichte nicht verfügbar waren, hat United Internet die Emissionen über Finanzdaten bzw. Ausgaben mit ausgabenbasierten Emissionsfaktoren berechnet. Falls keine detaillierten Auswertungen über die Aktivitätsdaten verfügbar waren, wurden die Emissionen mittels Studien hochgerechnet. Um bestehende Datenlücken zu schließen, wurden für einzelne Emissionsquellen Hochrechnungen auf Basis von begründeten Annahmen vorgenommen, bspw. bei der Schätzung relevanter, jedoch nicht wesentlicher Scope-3-Kategorien, wie dem Abfallaufkommen internationaler Standorte.
Grundsätzlich ergibt sich dadurch eine hybride Berechnungsmethode. Die Berechnungen erfolgten ausgabenbasiert, mengenbasiert, distanzbasiert oder lieferantenspezifisch.
In Scope 1 und 2 betreffen die wichtigsten Annahmen den Energieverbrauch und Kältemittelverbrauch der Bürostandorte. Da nicht für alle Energieträger sämtlicher Bürostandorte Messwerte vorlagen, wurden diese Datenlücken unter der Annahme geschlossen, dass alle Standorte von United Internet vergleichbare Energieintensitäten aufweisen. In diesen Fällen wurden die Datenlücken über die Anzahl der Quadratmeter oder Mitarbeitenden pro Segment geschätzt.
In Scope 3 betreffen wesentliche Annahmen die Hochrechnung von Emissionen aus dem Einkauf, für die keine passenden Emissionsfaktoren vorhanden waren. Emissionen aus eingekauften Vorleistungen wurden bspw. mittels Studien zu Emissionsintensitäten im Netzausbau hochgerechnet. Weiterhin wurden konzernweit für die Berechnung der Emissionen aus dem Einkauf und den Kapitalgütern OpEx- bzw. CapEx-Listen verwendet. Dabei wurden Ausgaben auf Kontenebene in „relevant“ und „nicht relevant“ eingeteilt. Die Einteilung wurde teilweise auf Basis von Annahmen getroffen, stets in enger Abstimmung mit den jeweiligen Fachbereichen. Im Zweifelsfall wurde der konservativeren Annahme gefolgt, wonach ein Konto als „relevant“ eingestuft wurde. Zudem liegen United Internet aktuell nur unzureichende Informationen über die vorgelagerte Logistik vor. Deshalb nimmt United Internet an, dass Warenlieferanten im Verkaufspreis einen prozentualen Anteil für Logistikkosten einkalkulieren. Dieser Anteil wurde genutzt, um die Emissionen aus der vorgelagerten Logistik (Scope 3.4) zu berechnen.
Für Scope 3.7 (Pendeln der Mitarbeitenden) wurden Befragungen der Mitarbeitenden für einen Teil der Belegschaft von United Internet durchgeführt. Die Ergebnisse bildeten die Grundlage für die Hochrechnung der restlichen Emissionsdaten dieser Kategorie. Im Vergleich zu 2024 konnten hier 2025 höhere Umfrageteilnahmen erzielt werden, wodurch die Datenqualität nachgebessert wurde.
In den nachgelagerten Scope-3-Kategorien wurden Annahmen zur Nutzungsdauer von Geräten in Abstimmung mit den Fachbereichen getroffen. Falls keine produktbezogenen CO₂-Fußabdrücke (Product Carbon Footprints, PCFs) verfügbar waren, wurden zusätzlich Annahmen zum Stromverbrauch der Geräte zur Berechnung herangezogen.
Die Berechnung der Emissionen von Scope 3.15 (Investitionen) für Corporate wurde analog zu den Vorjahren ermittelt. Sofern verfügbar, basiert die Berechnung auf den CO2-Fußabdrücken der Beteiligungsgesellschaften, andernfalls auf den Umsatzzahlen. Für die diesjährige Berechnung konnte die Datenqualität durch die Verwendung der CO2-Fußabdrücke bei zwei Beteiligungsgesellschaften verbessert werden. Aufgrund fehlender aktueller Berichte für das Geschäftsjahr 2025 wurden Vorjahresdaten verwendet und unter Berücksichtigung der Umsatzentwicklung von den Geschäftsjahren 2023 auf 2024 hochgerechnet. Die gleiche Methodik wird für das Segment „Business Applications“ angewandt.
Für die Berechnung des CO2-Fußabdrucks wurden branchenübliche, inflationsbereinigte Emissionsfaktoren verwendet, z. B. von ecoinvent, der Datenbank für Lebenszyklusanalysen, der Association of Issuing Bodies (AIB; Organisation, die das europäische System für Herkunftsnachweise von Strom verwaltet), Ember und dem Department for Business, Energy & Industrial Strategy (DBEIS). Diese sind Sekundärquellen und bilden CO2e-Intensitäten verschiedener Sektoren ab. Sie unterliegen damit statistischen Unsicherheiten. Durchschnittswerte von Emissionsfaktoren wurden gebildet, wenn Datenlücken vorhanden waren. Diese Herangehensweise wurde bspw. bei der Abschätzung der Scope-3.4-Emissionen (vorgelagerter Transport) verwendet, für die keine Angaben zu den Transportmitteln vorhanden waren. Auch bei der Berechnung von Emissionen in Scope 3.1, 3.2, 3.11 und 3.12 wurden Durchschnittswerte über die Emissionsfaktoren verschiedener Produktgruppen gebildet, um Datenlücken in den Aktivitätsdaten oder Emissionsfaktoren zu schließen.
Eine Übersicht aller verwendeten Emissionsfaktorquellen zeigt die nachfolgende Tabelle.
Übersicht aller verwendeten Emissionsfaktorquellen
Quelle
Scope 1
Energieträger (z. B. Erdgas, Diesel)
DEFRA/DESNZ (2025)
Flüchtige Gase
Ecoinvent 3.12/DESNZ (2025)
Scope 2
Strom Residualmix
AIB (2024)
Strom location-based
Ember (2024)
Vorkette konventioneller Strom
AIB (2024)/Ember (2025)
Vorkette Grünstrom
Ember (2025)
Fernwärme
DEFRA/DESNZ (2025)
Scope 3
Lieferantenspezifische Daten (z. B. Auswertungen von DHL) oder produktbezogene CO2-Fußabdrücke (z. B. Router von CISCO)
Mengen- und gewichtsbasierte Berechnungen
ecoinvent 3.12
Ausgabenbasierte Berechnungen
DBEIS (2021
inflationsbereinigt auf 2025)

Zusammenfassend ergeben sich für das Geschäftsjahr 2025 folgende konzernweite Treibhausgasemissionen:
THG-Emissionen in tCO2e
2025
2024
2023
Scope-1-Treibhausgasemissionen
 
 
 
Scope-1- THG-Bruttoemissionen
4.199
6.498
6.241
Scope-2-Treibhausgasemissionen
 
 
 
Standortbezogene Scope-2- THG-Bruttoemissionen
65.515
75.798
64.750
Marktbezogene Scope-2-THG-Bruttoemissionen
2.764
2.620
3.106
Signifikante Scope-3-Treibhausgasemissionen
 
 
 
Gesamte indirekte (Scope-3-)THG-Bruttoemissionen
985.505
1.127.124
1.116.033
(1) Gekaufte Waren und Dienstleistungen
702.141
723.944 (1)
683.033
(2) Investitionsgüter
120.015
120.668
169.918
(3) Brennstoff- und energiebezogene Aktivitäten (nicht in Scope 1 und 2 enthalten)
3.112
11.368
13.136
(4) Vorgelagerter Transport und Vertrieb
48.752
51.792 (2)
38.340
(5) Im Betrieb anfallende Abfälle
151
402
525
(6) Geschäftsreisen
1.985
2.060
1.793
(7) Pendeln der Mitarbeitenden
13.922
14.235
14.905
(8) Vorgelagerte geleaste Vermögenswerte
6.882
10.794
9.062
(9) Nachgelagerter Transport
n. r.
n. r.
n. r.
(10) Verarbeitung der verkauften Produkte
11
0
20
(11) Verwendung der verkauften Produkte
79.156
179.774
175.425
(12) End-of-Life-Behandlung von verkauften Produkten
2.563
3.577
3.630
(13) Nachgelagerte geleaste Vermögenswerte
n. r.
n. r.
n. r.
(14) Franchises
n. r.
n. r.
n. r.
(15) Investitionen
6.815
8.511 (3)
6.246
THG-Emissionen insgesamt
 
 
 
THG-Emissionen insgesamt (standortbezogen)
1.055.218
1.209.420
1.187.024
THG-Emissionen insgesamt (marktbezogen)
992.467
1.136.242
1.125.380
(1) Gekaufte Waren und Dienstleistungen (Kategorie 1): Wertänderung im Geschäftsjahr 2024 von 996.805 t CO2e auf 723.943 t CO2e.
(2) Vorgelagerter Transport und Vertrieb (Kategorie 4): Wertänderung im Geschäftsjahr 2024 von 31.550 t CO2e auf 51.792 t CO2e.
(3) Investitionen (Kategorie 15): Wertänderung im Geschäftsjahr 2024 von 15.001 t CO2e auf 8.511 t CO2e.
Die biogenen Emissionen von United Internet betragen 97 t CO2e und sind im Vergleich zu den Gesamtemissionen gering.
Zur Gewährleistung der Vergleichbarkeit der Ergebnisse über die drei Geschäftsjahre wurde, sofern möglich, in allen Kategorien eine einheitliche Methodik angewandt. Vor diesem Hintergrund wurden für den CO2-Fußabdruck 2024 entsprechende Anpassungen vorgenommen. Änderungen im Vergleich zur vorherigen Nachhaltigkeitserklärung sind entsprechend gekennzeichnet. Im Segment „Consumer Access“ wurde der CO2-Fußabdruck rückwirkend gemäß den Anforderungen des GHG Protocol angepasst, nachdem Methodikfehler identifiziert und die Emissionen in den Scope-3-Kategorien 3.1 und 3.4 entsprechend korrigiert wurden. Darüber hinaus wurden Anpassungen in Scope 3.15 für Coporate und das Segment „Business Applications“ vorgenommen, da Corporate die Methodik zur Berechnung des Basisjahres angepasst hat.
Vertragliche Instrumente in der Bilanzierung der THG-Emissionen
Vertragliche Instrumente bezeichnen Zertifikate, die es Unternehmen ermöglichen, transparent die Herkunft und Umweltauswirkungen ihrer Energiequellen bei der Berechnung der Treibhausgasbilanz nachzuvollziehen.
Für die Qualitätssicherung der Scope-2-Bilanzierung wurden Grünstromverträge der Vertragspartner und Anbieter berücksichtigt. An Standorten oder bei Anbietern, die keine entsprechenden Nachweise vorlegen konnten, wurde konventionelle Energie angenommen.
Vertragliche Instrumente für Scope-2-THG-Emissionen
2025
2024
Anteil ge-/verkaufter Energie mit vertraglichen Instrumenten (in %)
95,3
95,4
Anteil ungebündelter vertraglicher Instrumente (in %)
0,0
0,0
Anteil gebündelter vertraglicher Instrumente am Gesamtstromverbrauch (in %)
99,0
99,0
Die Unterscheidung von gebündelten bzw. ungebündelten vertraglichen Instrumenten bezieht sich auf die Art der Beschaffung. Bei gebündelten vertraglichen Instrumenten wird Strom zusammen mit Herkunftsnachweisen bzw. Energy Attribute Certificates (EACs) eingekauft. Bei ungebündelten vertraglichen Instrumenten werden Herkunftsnachweise bzw. EACs unabhängig vom eingekauften Strom erworben. 
Abbau von Treibhausgasen und Projekte zur Verringerung von Treibhausgasen, finanziert über CO2-Gutschriften
Auch beim Betrieb des Glasfasernetzes sollen der Stromverbrauch und die damit verbundenen Umweltauswirkungen reduziert werden. Wichtigste Maßnahme in diesem Zusammenhang ist die Nutzung von Ökostrom an den eigenen Technikstandorten. Soweit das Segment „Business Access“ Glasfasernetze von Dritten (City Carrier, Deutsche Telekom etc.) nutzt, steuert es den Stromeinkauf dort nicht selbst. Der Stromverbrauch ist in diesen Fällen über entsprechende Nutzungsentgelte abgegolten. An Technikstandorten, an denen das Segment keinen Einfluss auf den bezogenen Strom hat, beabsichtigt es, für das jeweilige Geschäftsjahr nach Eingang und Kontrolle der aktuellen Verbrauchsabrechnungen im Laufe des jeweiligen Folge-Geschäftsjahres einen Ausgleich der Emissionen über geprüfte Zertifikate durchzuführen.
Im Geschäftsjahr 2025 hat das Segment „Business Access“ eine Zertifikatsmenge in Höhe von 4.713 t CO2e stillgelegt. Die Menge basiert auf dem CO2-Fußabdruck 2023. Bei den Zertifikaten handelt es sich um „Verified Emission Reductions“ (VERs). Das Stilllegen von VERs bedeutet, dass diese CO-Zertifikate dauerhaft aus dem Handel genommen werden. Für die Kompensation wurden zu 100 % Zertifikate aus Projekten aus dem renommierten Gold Standard genutzt. Projekte können nach dem Gold Standard nur zertifiziert werden, wenn sie über den sogenannten „Marktplatz“ registriert sind. Darüber hinaus muss jedes Gold-Standard-Projekt einen messbaren Beitrag zu mindestens drei der Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen leisten. Der Gold Standard wird von einem breiten Netzwerk von Nichtregierungsorganisationen unterstützt und ist der einzige klimabezogene Standard, der den Kodex der „International Social and Environmental Accreditation and Labelling Alliance“ (ISEAL) für gute Unternehmensführung bei der Festlegung, Sicherung und Überwachung von Standards erfüllt. Das Segment „Business Access“ plant die Kompensation der durch den Energieverbrauch im Betrieb des Glasfasernetzes entstehenden Restemissionen über geprüfte Zertifikate bis auf Weiteres fortzuführen. Die Menge der in Zukunft stillzulegenden Carbon Credits außerhalb der Wertschöpfungskette des Unternehmens beruhen nicht auf bestehenden vertraglichen Vereinbarungen.
Interne CO2-Bepreisung
United Internet wendet kein internes CO2-Bepreisungssystem an, daher werden keine weiteren Angaben hierzu veröffentlicht.

Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen
Im Rahmen der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse wurden die folgenden Auswirkungen und Risiken für United Internet als wesentlich im Themenfeld Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft identifiziert.
IRO-Kategorie
Beschreibung der wesentlichen IROs
Wertschöpfungskette
Ressourcenzuflüsse für die Informations- und Telekommunikationstechnik
Tatsächliche negative Auswirkung auf die Umwelt
Aufgrund des Ausbaus von Mobilfunknetz und Rechenzentren steigt der Bedarf an endlichen Rohstoffen für Informations- und Telekommunikationstechnik und es findet ein erhöhter Rohstoffabbau statt. Der Abbau dieser Rohstoffe geht einher mit der Zerstörung und Verschmutzung der Umwelt.
Im eigenen Betrieb
Ressourcenzuflüsse für verkaufte Produkte
Tatsächliche negative Auswirkung auf die Umwelt
Der Bedarf an Rohstoffen und Ressourcen für die durch United Internet verkauften Produkte, hauptsächlich Smartphones und andere IT-Endgeräte, führt zum Abbau von Rohstoffen, was mit Umweltzerstörung und -verschmutzung einhergehen kann. Hierzu gehört auch der Abbau kritischer Rohstoffe wie seltener Erden.
Vorgelagert
Elektroschrott im Unternehmen
Tatsächliche negative Auswirkung auf die Umwelt
Bedingt durch das Geschäftsmodell von United Internet erfolgt regelmäßig die Beschaffung größerer Mengen an Hardware, darunter Server sowie von Mitarbeitenden genutzte IT-Endgeräte. Am Ende ihres Lebenszyklus fallen diese Geräte als Elektroschrott an. Insbesondere bei nicht fachgerechter Aufbereitung führt dies zu einer Belastung von Umwelt und Ressourcen.
Im eigenen Betrieb
Elektroschrott auf Kundenseite
Tatsächliche negative Auswirkung auf die Umwelt
Bedingt durch das Geschäftsmodell von United Internet entsteht Elektroschrott auf Seiten der Kundinnen und Kunden durch ausgegebene IT-Hardware wie Smartphones, Router und Zugangstechnologie. Elektroschrott ist ein Müllsegment, das weltweit stark zunimmt und die Umwelt belastet.
Nachgelagert
Zunehmende Ressourcen- und Materialknappheit im Sektor Informations- und Telekommunikationsinfrastruktur
Risiko
Geopolitische Konflikte, Naturkatastrophen und die zunehmende Verknappung von Rohstoffen können zu Verzögerungen oder Ausfällen in Lieferketten führen und die Kosten erhöhen, da die Konkurrenz um Rohstoffe und strategische Metalle steigt, bspw. für den materialintensiven Ausbau des Glasfasernetzes. Der Zeitverzug kann zu verzögertem Wachstum von Neukundinnen und Neukunden sowie Finanzierungsrisiken führen. Wird Hardware in Rechenzentren durch Störungen in der Lieferkette nicht ersetzt, kann es zu Umsatzausfällen durch Betriebsunterbrechungen kommen.
Vorgelagert
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Ressourcenzuflüsse
Die nachfolgenden Ausführungen stellen die wesentlichen Ressourcenzuflüsse entlang der Wertschöpfungskette dar, wie sie im Kapitel „Allgemeine Angaben – Wertschöpfungskette und Geschäftsmodell“ beschrieben sind. Dort werden auch die wesentlichen, enthaltenen kritischen Rohstoffe beschrieben.
Im Hardware-Einkauf und -Handel stellen Handelswaren den wesentlichen Ressourcenzufluss dar, insbesondere Smartphones, Router, Laptops und weitere IT-Endgeräte. Ergänzend werden Verbrauchsmaterialien bezogen, die für die Vermarktung und den Versand dieser Produkte eingesetzt werden.
Für den Betrieb und die Instandhaltung von Rechenzentren ist die Ausstattung der Rechenzentren ein wesentlicher Zufluss. Dies beinhaltet u. a. Server und Server Racks. Hinzu kommen Batteriespeicher sowie Diesel und Biokraftstoffe für den Betrieb der Netzersatzanlagen. Kältemittel sind von der Menge her zwar nicht wesentlich, allerdings für den Betrieb der Rechenzentren unverzichtbar. Es ist davon auszugehen, dass die wesentlichen Ressourcenzuflüsse auch denen der Co-Location-Rechenzentren in der vorgelagerten Wertschöpfungskette entsprechen, ggf. kommen zusätzlich Baumaterialien für den Umbau sowie den Neubau von Rechenzentren hinzu.
Für den Ausbau des Glasfasernetzes sind Bau- und Infrastrukturelemente wie Beton und Asphalt, elektronische Komponenten wie Glasfasermodule und Transceiver, aber auch Netzwerktechnik sowie Glasfaserkabel und Rohrleitungen wesentlich. Für die Errichtung sogenannter Technikstandorte, die als Knotenpunkte des Glasfasernetzes dienen, werden Compact-Point-of-Presence (PoP-Gebäude) erworben. Dabei handelt es sich um Container i. d. R. aus einem Stahlgerippe mit Beplankung, in denen die erforderliche technische Infrastruktur untergebracht wird. Ebenso werden Teilnehmer-Endgeräte (Customer Premises Equipment, CPE) bzw. Router, die zur Nutzung der Glasfaserleitung benötigt werden, zur Weitergabe an die Kundinnen und Kunden erworben.
Für den Ausbau des Mobilfunknetzes werden Antennensysteme, Transportequipment sowie eine umfangreiche ServerInfrastruktur in zentralen- und EdgeRechenzentren benötigt. Werden Vorleister in Anspruch genommen, ist davon auszugehen, dass diese vergleichbare wesentliche Ressourcenzuflüsse aufweisen.
Als wesentlicher Zufluss wird zudem die Arbeitsplatzausstattung für die Mitarbeitenden an Bürostandorten angesehen, zu der u. a. Laptops und Tische zählen.
Abfälle
Bei United Internet fallen prinzipiell Abfälle in Rechenzentren, an Glasfaserbaustellen, im Logistikzentrum und an den Bürostandorten an. Die für United Internet relevanten Abfallströme setzen sich wie folgt zusammen:
In Rechenzentren fallen hauptsächlich Metallschrott und Elektro- und Elektronik-Altgeräte an; darüber hinaus entstehen Kabelabfälle, Papierabfälle sowie Restabfälle.
Im Rahmen der Glasfaser-Bautätigkeiten fällt Abfall an, der aufgrund vertraglicher Verpflichtungen im Verantwortungsbereich der beauftragten Baudienstleistungsunternehmen liegt und damit der vorgelagerten Wertschöpfungskette zuzuordnen ist. Die Entsorgung erfolgt durch die jeweiligen Dienstleistungsunternehmen gemäß den geltenden gesetzlichen Vorgaben.
Ein wesentlicher Anteil des Abfallaufkommens entfällt auf Siedlungsabfälle und Altpapier. Diese entstehen sowohl an den Bürostandorten als auch im Logistikzentrum.
Abfälle aus dem Rückbau bzw. Umbau von Technikstandorten oder Rechenzentren sind im Geschäftsjahr 2025 nur in geringen Mengen angefallen.
Ein erheblicher Anteil der IT-Geräte wird der IT-Wiederaufbereitung zugeführt, um eine Zweitnutzung zu ermöglichen. Per Definition handelt es sich dabei nicht um Abfall von United Internet, da die Geräte ausschließlich zur Wiederverwendung weitergegeben werden.
Richtlinien
Ziel der Richtlinie
Geltungsbereich
Verantwortlicher Fachbereich
Nationale und internationale Standards und Gesetzgebung
Konzernrichtlinie zum Umgang mit Endgeräten
IRO-Bezug: Elektroschrott im Unternehmen
Ermöglichen einer langfristigen Nutzung, einer Wiederaufbereitung und des Recyclings
unternehmensinterner Hardware
Konzernweit im eigenen Betrieb an allen Standorten von United Internet, mit Ausnahme des Segments „Business Access“
Corporate IT
Geschäftspartnerkodex
IRO-Bezug: Ressourcenzuflüsse für die Informations- und Telekommunikationstechnik, Ressourcenzuflüsse für verkaufte Produkte
Forderung eines effektiven Umweltmanagementsystems für Geschäftspartner mit „signifikanten Auswirkungen auf die Umwelt“
Konzernweit im eigenen Betrieb und für alle Geschäftspartner (vorgelagerte Wertschöpfungskette) ohne geografische Einschränkung
Corporate Compliance und Zentraleinkauf
Refurbishment-Prozess P3-AP2.4.3.3
IRO-Bezug: Elektroschrott auf Kundenseite
Regelung des weiteren Vorgehens nach der Nutzungsphase von CPE
Kundinnen und Kunden des Segments „Business Access“ (nachgelagerte Wertschöpfungskette) ohne geografische Einschränkung
Business Access Logistic Solutions
RL 1151 Verschrottungsrichtlinie
IRO-Bezug: Elektroschrott auf Kundenseite, Elektroschrott im Unternehmen
Regelung des internen Prozesses bei Rückbau, Verkauf bzw. Verschrottung von Vermögensgegenständen
An sämtlichen Standorten des Segments „Business Access“ im eigenen Betrieb
Accounting CFO
RL 7111 Lieferantenmanagement
IRO-Bezug: Zunehmende Ressourcen- und Materialknappheit im Sektor Informations- und Telekommunikationsinfrastruktur
Schmälerung des Ausfallrisikos der Lieferketten
Im Einkauf des Segments „Business Access“ ohne geografische Einschränkung
CFO-Bereich
Aufgrund der heterogenen Geschäftsmodelle der Segmente und der daraus resultierenden unterschiedlichen Ressourcenströme erfolgt das Ressourcenmanagement bei United Internet derzeit überwiegend segmentbezogen.
Im Geschäftsjahr 2025 erfolgte erstmals eine konzernweite Datenerhebung zum Gewicht der wesentlichen Ressourcenzuflüsse sowie zum Gesamtgewicht der anfallenden Abfälle. Diese Datenerhebung dient als Grundlage, um Transparenz über die konzernweiten Ressourcenströme zu schaffen. Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse sollen im folgenden Geschäftsjahr mögliche konzernweite Ziele evaluiert und erste übergreifende Richtlinien und Steuerungsansätze im Bereich Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft entwickelt werden.
United Internet strebt durch eine möglichst effiziente Nutzung einen schonenden Umgang mit Ressourcen, die Minimierung von Abfällen sowie einen hohen Grad an Wiederverwendung und Recycling an. Die Umsetzung dieser Zielsetzung erfolgt derzeit überwiegend über segmentspezifische Richtlinien und Maßnahmen, die den jeweiligen Geschäftsmodellen und Ressourcenströmen Rechnung tragen.
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Refurbishment
Konzernrichtlinie zum Umgang mit Endgeräten
In dieser Richtlinie werden Vorgaben zum Umgang mit dienstlichen und privaten Endgeräten beschrieben. Ziel ist es, einen verantwortungsvollen und werterhaltenden Umgang mit den überlassenen Endgeräten sicherzustellen. Die Vorgaben unterstützen insbesondere die Wiederverwendbarkeit der Geräte und sind eine wesentliche Voraussetzung für einen erfolgreichen Wiederaufbereitungsprozess.
Geschäftspartnerkodex
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United Internet verpflichtet seine Geschäftspartner, Lieferanten und Dienstleister im Rahmen des Verhaltenskodex für Geschäftspartner – kurz: Geschäftspartnerkodex – alle jeweils geltenden Umweltgesetze einzuhalten sowie die international anerkannten Standards des betrieblichen Umweltschutzes bestimmungsgemäß umzusetzen. Dazu gehört die Einhaltung sozialer und ökologischer Sorgfaltspflichten. Geschäftspartner mit signifikanten Auswirkungen auf die Umwelt sollten über ein effektives Umweltmanagement verfügen. Hierdurch soll ein Beitrag zum Schutz der Umwelt geleistet werden und negative Auswirkungen auf die Umwelt sollen verringert werden. Weitere Informationen zum Geschäftspartnerkodex finden sich im Kapitel „Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette“.
Wiederaufbereitungsprozess P3-AP2.4.3.3
Der Prozess P3-AP2.4.3.3 des Segments „Business Access“ beschreibt das Vorgehen nach der Rückgabe von CPE durch die Kundinnen und Kunden nach der Nutzungsphase. CPE sind alle Geräte, die sich bei den Kundinnen und Kunden befinden und für die Anbindung an das Glasfasernetz genutzt werden, z. B. Router. Der Prozess legt den Pfad und die Kriterien fest, anhand derer CPE ggf. wiederaufbereitet bzw. erneut dem Lebenszyklus zugeführt wird, mit dem Ziel der Ressourcenschonung und der Reduktion von Abfall und des Bedarfs an Neugeräten.
RL 1151 Verschrottungsrichtlinie
Die Verschrottungsrichtlinie des Segments „Business Access“ regelt den internen Prozess für Rückbau, Verkauf bzw. Verschrottung von Vermögensgegenständen. Die Richtlinie eröffnet die Möglichkeit, Vermögensgegenstände (z. B. Elektronik), die technisch und qualitativ noch nutzbar sind, zur weiteren Nutzung rückzubauen oder sie an Dritte zur Weiternutzung zu verkaufen. Sämtliche Vermögensgegenstände (z. B. Hardware, Software, Mobiliar usw.) sind dem Entscheidungsprozess gemäß der Richtlinie zu unterziehen. Ausgenommen hiervon ist technisches Material, das auf der CPE-Negativliste aufgeführt ist. Der Rückbau sowie die Weiternutzung oder der Weiterverkauf verlängern den Lebenszyklus der Vermögensgegenstände und reduzieren sowohl den Bedarf an Neuproduktion als auch das Abfallaufkommen.
RL 7111 Lieferantenmanagement
Die Richtlinie 7111 zum Lieferantenmanagement des Segments „Business Access“ regelt den Lieferantenmanagementprozess, der der Auswahl von Lieferanten, der Erfüllung von Vertragsbedingungen, Zuständigkeiten, Vereinbarungen und Zielen der Verträge mit Dienstleistungsunternehmen und Lieferanten dient. Durch den risikobasierten Ansatz des Lieferantenmanagements werden entsprechende Maßnahmen definiert, die das Ausfallrisiko der Lieferketten durch bspw. geopolitische Konflikte, Naturkatastrophen und die zunehmende Verknappung von Rohstoffen schmälern sollen.
Maßnahmen
Im Folgenden werden die Maßnahmen in Bezug auf Ressourcen und Kreislaufwirtschaft von United Internet beschrieben. Wie auch bei den Richtlinien sind aufgrund der heterogenen Geschäftsmodelle der Segmente und der daraus resultierenden unterschiedlichen Ressourcenströme die Maßnahmen überwiegend segmentbezogen. So hat das Segment „Business Applications“ als erstes Segment ein nach ISO 14001 zertifiziertes Umweltmanagementsystem implementiert, welches ein zentrales Instrument zur systematischen Steuerung von Ressourceneffizienz ist. Das Segment „Business Access“ hat ebenfalls im Geschäftsjahr 2025 die Zertifizierung für das Umweltmanagement nach ISO 14001 erlangt.
Der Schwerpunkt der Maßnahmen im Kontext von Materialeffizienz und Kreislaufwirtschaft liegt sowohl auf dem Umgang mit den Endgeräten der Kundinnen und Kunden als auch auf der unternehmensinternen IT-Hardware. Sofern nicht anders angegeben, handelt es sich bei den beschriebenen Maßnahmen um fortlaufende Maßnahmen.
Maßnahmen zu den Auswirkungen „Ressourcenzuflüsse für verkaufte Produkte“ und „Elektroschrott auf Kundenseite“
Wiederverwendung der Hardware von Kundinnen und Kunden im Segment „Consumer Access“
Das Segment „Consumer Access“ setzt das Prinzip der Kreislaufwirtschaft sowohl in internen Unternehmensprozessen als auch entlang der gesamten Wertschöpfungskette um. Dabei setzt es insbesondere auf die Reparatur, die Wiederaufbereitung, die Wiederverwendung und das Recycling verkaufter Produkte.
Seit 2019 bietet das Segment generalüberholte Geräte an. Alle zurückgesendeten Geräte in den Produktgruppen Tablets, Mobilfunkgeräte und Laptops werden detailliert vom Team „Rückwärtslogistik & Refurbishment“ geprüft und auf Wiederverwertbarkeit getestet. Geräte, die nach Durchlaufen dieses Prozesses alle relevanten Qualitätskriterien erfüllen – insbesondere hinsichtlich Funktion und Datenschutz – werden mit Zubehör vervollständigt und können auf diese Weise dem Markt mit 24 Monaten Gewährleistung wieder zur Verfügung gestellt werden. Wiederverwertbare Geräte, die nicht durch „Consumer Access“ wiederaufbereitet werden können, werden an ein externes Dienstleistungsunternehmen zur Reparatur abgegeben. Geräte, bei denen eine Wiederaufbereitung nicht möglich oder nicht wirtschaftlich ist, werden an Drittverwerter weiterverkauft.
Zudem bietet das Segment Kundinnen und Kunden einen Prozess zur Rückgabe von gebrauchten Smartphones, Tablets und Notebooks an. Im Geschäftsjahr 2025 hat „Consumer Access“ über 35.000 Altgeräte entgegengenommen und einem Wiederaufbereitungsprozess zugeführt. Informationen über die Anzahl der zurückgegebenen Altgeräte erhält das Segment durch das externe Dienstleistungsunternehmen, welches die Geräte vereinnahmt und den Eingang systemisch erfasst.
Im Falle eines Hardware-Defekts haben die Kundinnen und Kunden die Möglichkeit, ihr Defektgerät reparieren zu lassen und für die Dauer der Reparatur ein Leihgerät zu nutzen. Alternativ können die Kundinnen und Kunden im Rahmen eines Austausch-Services direkt ein Neugerät bekommen. Das Defektgerät wird an das Unternehmen oder ein zertifiziertes Reparaturdienstleistungsunternehmen zurückgeführt. Dort werden die Gerätefunktionen überprüft, eventuell vorliegende Defekte, sofern möglich, repariert und das Gerät gegebenenfalls aufbereitet. Dadurch wird die Lebenszeit der Geräte verlängert und die Entsorgung möglichst weit hinausgezögert.
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DSL
Im Geschäftsjahr 2025 konnten so insgesamt 28.654 Mobilfunkgeräte, Tablets und Laptops, sowie 115.762 DSL-Router an United Internet oder ein zertifiziertes Reparaturdienstleistungsunternehmen zurückgeführt werden. Informationen über die Menge der zurückgeführten Mobilfunkgeräte, Tablets und Laptops erhält das Segment „Consumer Access“ durch das externe Dienstleistungsunternehmen, welches die Geräte vereinnahmt und deren Eingang systemisch erfasst. Angaben zur Menge der zurückgeführten DSL-Router werden durch die eigene Logistik erfasst, in der die Geräteeingänge ebenfalls systemisch dokumentiert werden.

Umgang mit Teilnehmer-Endgeräten bei „Business Access“
Im Rahmen diverser Dienstleistungen des Segments „Business Access“ werden Teilnehmer-Endgeräte vor Ort installiert oder den Geschäftskunden zur Nutzung überlassen. Diese technischen Geräte und Einrichtungen verbleiben regelmäßig im Eigentum von United Internet. Sie werden nach dem Ende der Vertragslaufzeit entweder durch das Unternehmen deinstalliert oder durch die Geschäftskunden selbstständig abgegeben bzw. zurückgesendet. Hierzu bietet United Internet den Kundinnen und Kunden kostenfreie Rücksendungen an. Bei der Rücksendung des CPE greift der Wiederaufbereitungsprozess. Geräte, deren Einsatz mit Blick auf ihren Produktlebenszyklus weiterhin möglich ist, werden nach einer Prüfung wiederaufbereitet. Sind eine Wiederaufbereitung und ein weiterer Einsatz nicht mehr sinnvoll, werden die Komponenten einem fachgerechten Entsorgungsprozess zugeführt. Dies wirkt der Entstehung von Elektroschrott auf Kundenseite entgegen.
Maßnahmen zur Auswirkung „Ressourcenzuflüsse für die Informations- und Telekommunikationstechnik“
Ab dem Geschäftsjahr 2026 soll konzernweit im Rahmen der Auswahl neuer Lieferanten systematisch geprüft werden, ob deren Geschäftstätigkeiten mit signifikanten Umweltauswirkungen verbunden sind. Sofern dies der Fall ist, soll zusätzlich erhoben werden, ob ein wirksames Umweltmanagement besteht, etwa in Form eines Umweltmanagementsystems nach DIN ISO 14001 oder eines vergleichbaren Standards. Durch die Einführung dieser Kontrolle soll sichergestellt werden, dass Lieferanten ihre negativen Umweltauswirkungen, z. B. durch Ressourcennutzung, überwachen und minimieren. United Internet plant, die Überprüfung bei allen direkten Lieferanten mit einem jährlichen Einkaufsvolumen ab 1,5 Mio. € ohne geografische Einschränkungen durchzuführen.
Maßnahmen zur Auswirkung „Elektroschrott im Unternehmen“
Umgang mit der eigenen Hardware
Für alle Mitarbeitenden von United Internet, ausgenommen diejenigen des Segments „Business Access“, gilt die Richtlinie zum Umgang mit Endgeräten, die sich mit dem sorgsamen und verantwortungsbewussten Umgang der intern überlassenen Endgeräte befasst. Ziel der Richtlinie ist es, eine langfristige Nutzung, die Wiederaufbereitung und das Recycling unternehmensinterner Hardware zu ermöglichen. Für die verschiedenen Gerätegruppen sind standardmäßige Mindestnutzungsdauern festgelegt, von denen nur in Ausnahmefällen abgewichen wird. Bspw. liegt die Mindestnutzungsdauer eines Laptops bei 48 Monaten. Am Ende der Nutzungsdauer werden die Geräte an die Abteilung „Office IT“ zurückgegeben. Office IT sorgt für eine sichere und umweltfreundliche Wiederaufbereitung, sonstige Weiterverwertung oder Entsorgung.
Wiederaufbereitung und Recycling der eigenen Hardware
IT- und Mobilgeräte, wie Laptops, Smartphones und Server, werden bei United Internet möglichst lange im unternehmensinternen Kreislauf gehalten. Reparaturen werden nach Möglichkeit intern durchgeführt. Mobilfunkgeräte werden durch die firmeninterne Wiederaufbereitung erneut nutzbar gemacht, sodass Mitarbeitende bevorzugt gebrauchte Smartphones erhalten.
Nach Ende der jeweiligen Gerätenutzungsphase prüft Corporate IT, ob eine weitere interne Verwendung der Geräte möglich ist, bspw. durch Werkstudierende.
Um intern genutzte Geräte, die nicht weiterverwendet werden können, umweltgerecht zu verwerten, spendet und verkauft United Internet die ausgedienten IT-Altgeräte der deutschen Standorte an Wiederaufbereitungsspezialisten. Eines der Hauptpartnerunternehmen für die Wiederaufbereitung von Altgeräten ist die AfB gGmbH. Allein die AfB gGmbH hat im Geschäftsjahr 2025 195,5 Tonnen IT- und Mobilgeräte von United Internet erhalten, von denen 37 % wiederverwendet werden konnten. Falls eine Wiederverwendung nicht mehr möglich ist, werden die Geräte durch den Wiederaufbereitungsspezialisten dem fachgerechten Recycling zugeführt.
Die Server der Rechenzentren des Segments „Business Applications“ werden selbst zusammengebaut, was eine bessere Kontrolle über das Design und die Auswahl der Komponenten ermöglicht sowie die Wiederverwendung und den Austausch erleichtert. Durch regelmäßige Überwachung und Wartung werden Leistung und Energieeffizienz weiter optimiert und die Lebensdauer der Server verlängert.
Elektroschrott, der nicht an die Wiederaufbereitungsspezialisten übergeben wird, und sonstige Abfälle aus den Rechenzentren des Segments „Business Applications” werden im Rahmen des Umweltmanagementsystems in einem Abfallregister dokumentiert. Dadurch sind die Entsorgungsprozesse nachvollziehbar und können kontrolliert werden, was potenzielle Vorfälle mit gefährlichen Abfällen verhindert.
Rückbau und Weiternutzung von technischem Equipment im Segment „Business Access“
Im Rahmen der RL 1151 zur Verschrottung werden Vermögensgegenstände, z. B. Equipment der technischen Infrastruktur, zurückgebaut und Möglichkeiten des Weiterverkaufs oder der Weiternutzung eröffnet, wodurch die Ressourcen erneut in den Lebenszyklus gebracht werden und Abfall reduziert wird. Technisches Equipment, welches nicht weitergenutzt oder -verkauft werden kann, wird an einen zertifizierten Entsorgungsbetrieb übergeben, welcher die Möglichkeit des professionellen Recyclings bietet und die Ressourcen dem Wirtschaftskreislauf wieder zuführen und so der End-of-Life-Entsorgung der Ressourcen entgegenwirken kann. Ausnahmen für den Rückbau ergeben sich für technisches Material, das im Unternehmen nicht weiter eingesetzt werden kann und aufgrund von Alter und / oder technischer Beschaffenheit keinen Marktwert mehr erzielen kann. Etwaiges technisches Equipment wird von Technik und Logistik Solutions mittels Negativliste gelistet.
Maßnahmen zum Risiko „Zunehmende Ressourcen- und Materialknappheit im Sektor Informations- und Telekommunikationsinfrastruktur“
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Commercial off-the-shelf (COTS)-Server
Ressourceneffiziente Netzinfrastruktur des Segments „Consumer Access“
Die vollständige Virtualisierung der Cloud-Architektur des 1&1 O-RANs ermöglicht den Einsatz von standardisierter Hardware (Commercial off-the-shelf - COTS) und beschleunigt Innovationszyklen durch effiziente, ressourcenschonende und kostengünstige Softwareupdates. Hierbei entfällt die Notwendigkeit einer aufwendigen Aktualisierung und Umrüstung der Basisstationen. Die standardisierte Hardware erleichtert die Rückführung in den Verwertungskreislauf nach Gebrauchsende. Im Aufbau des Mobilfunknetzes werden auch bereits bestehende Antennenstandorte genutzt. Dafür kooperiert das Segment „Consumer Access“ mit Funkturmunternehmen, die ihre Antennenstandorte langfristig für die Anbringung von Hochleistungsantennen zur Verfügung stellen. Damit werden wertvolle Ressourcen effizient geschont.
Maßnahmen des Segments „Business Access“
Um u. a. das Risiko innerhalb der Lieferkette, bspw. durch geopolitische Konflikte, Naturkatastrophen und die zunehmende Verknappung von Rohstoffen, zu schmälern, hat das Segment „Business Access“ verschiedene Maßnahmen etabliert, wie z. B. den Aufbau von Lagerhaltung und den Abschluss langfristiger Verträge. Hardware und Beistellmaterialien für den Glasfaserausbau sind lagerfähig und werden entsprechend langfristig im Voraus geplant und beschafft. Begünstigend ist, dass z. B. für Hardware im Rechenzentrum sowie Glasfaserkabel und Leerrohre keine Herstellerabhängigkeit besteht. Für diese Güter wird eine Mehrlieferanten-Strategie verfolgt, um die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten zu reduzieren.
Um die Lieferketten weiter zu diversifizieren und Risiken von Lieferausfällen oder längeren Lieferzeiten zu minimieren, wurden Lieferanten substituiert oder Vergabemengen auf mehrere Partner verteilt.
Das Segment „Business Access“ setzt verstärkt auf deutsche oder europäische Hersteller, wie bspw. beim Einkauf von Glasfaserkabeln und den zur Installation benötigten Leerrohren, die neben dem Einkauf bei mehreren deutschen und europäischen Herstellern fast ausnahmslos in Europa produziert werden.
Zur frühzeitigen Erkennung von Risiken im Lieferprozess überprüft und informiert das Lieferantenmanagement termingerecht über Änderungen und dokumentiert sowie pflegt Informationen über eingesetzte Lieferanten. Änderungen werden entsprechend an die jeweiligen Business Owner, welche die Leistung nutzen, kommuniziert.
Maßnahmen des Segments „Business Applications“
Das Segment „Business Applications“ nutzt einen LieferantenLebenszyklusprozess, um die Kritikalität der Lieferanten im Hinblick auf die Rechenzentren zu prüfen. In diesem Prozess wird zunächst die Relevanz der Verfügbarkeit der Leistungen der Lieferanten bewertet. Wird ein Lieferant als kritisch eingestuft, können die Ergebnisse des Bewertungsprozesses zu weiterführenden Analysen sowie Auditierungen bis hin zur Festlegung eines minimalen Reifegrades für den Lieferanten führen. Der Prozess überprüft und sichert damit die Leistungserbringung der Lieferanten basierend auf individuellen Bewertungen ab.
Zusätzlichen Schutz vor Lieferschwierigkeiten bietet die Nutzung flexibler Architektur und modularer Server-Designs der Rechenzentren des Segments „Business Applications“. Dadurch kann Hardware von unterschiedlichen Herstellern genutzt werden, was Abhängigkeiten verringert. In einzelnen Bereichen, in denen bestimmte Lieferanten äußerst dominant sind, werden alternative Lieferanten eruiert, um Abhängigkeiten auszuschließen bzw. so weit wie möglich zu minimieren. Durch die langfristige Planung von Hardware-Einkäufen und einen eigenen Logistikstandort mit Lagermöglichkeiten werden negative Auswirkungen von Störungen der Lieferkette weiter minimiert.
Ziele
Zum Berichtszeitpunkt hat United Internet keine konzernweiten Ziele im Bereich Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft festgelegt. Aufgrund der heterogenen Geschäftsmodelle der Segmente und der damit verbundenen unterschiedlichen Ressourcenzuflüsse und -abflüsse erfolgt das Ressourcenmanagement derzeit überwiegend segmentbezogen.
Im Geschäftsjahr 2025 wurde erstmals eine konzernweite, konsolidierte Datenerhebung zum Gewicht wesentlicher Ressourcenzuflüsse sowie zum Gesamtgewicht der Abfälle durchgeführt. Auf dieser Datengrundlage wird United Internet im folgenden Geschäftsjahr die Einführung geeigneter konzernweiter, messbarer Zielsetzungen prüfen.
Unabhängig von der fehlenden konzernweiten Zieldefinition verfolgt United Internet die Wirksamkeit bestehender Richtlinien und Maßnahmen zur Ressourcennutzung und Abfallvermeidung. Die Nachverfolgung erfolgt derzeit dezentral auf Segmentebene, insbesondere durch die Dokumentation von Wiederverwendungs-, Wiederaufbereitungs- und Recyclingprozessen.
Kennzahlen
Kennzahlen zu den Auswirkungen „Ressourcenzuflüsse für die Informations- und Telekommunikationstechnik“ und „Ressourcenzuflüsse für verkaufte Produkte“
Für die wesentlichen Ressourcenzuflüsse ergibt sich ein Gesamtgewicht der im Berichtszeitraum verwendeten Produkte sowie technischer und biologischer Materialien von 6.866 Tonnen. Das Gesamtgewicht umfasst alle wesentlichen Ressourcenzuflüsse, die für die Erbringung der Service-Leistungen von United Internet im Geschäftsjahr 2025 verwendet wurden. Handelswaren werden bei der Quantifizierung des Gesamtgewichts der Ressourcenzuflüsse nicht berücksichtigt.
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Wenn möglich, wurden bei der Erfassung der Mengen der Ressourcenzuflüsse die bereits im Kapitel „Klimawandel – Kennzahlen“ verwendeten Datenquellen verwendet, insbesondere Einkaufsdaten. Den Einkaufsdaten wurden die Stückzahlen für erworbene IT-Hardware und Büromöbel entnommen. Das Gewicht ergab sich jeweils durch eine Multiplikation mit dem durchschnittlichen Gewicht je Warengruppe. Als Hauptquelle für die Ermittlung der Durchschnittsgewichte wurde ecoinvent genutzt, das auch als Quelle für Emissionsfaktoren dient. Auf Basis der Stückzahlen wurden die Warengewichte, die 80 % des Einkaufsvolumens ausmachen, berechnet. Die verbleibenden 20 % wurden hochgerechnet.
Für die Ermittlung der für den Bau von Glasfaserleitungen benötigten Ressourcen wurde die Gesamtlänge der verlegten Leitungen mit einem durchschnittlichen Gewicht je Längeneinheit multipliziert. Im Rahmen des Glasfaserausbaus werden zudem sogenannte Compact-PoP-Gebäude eingesetzt, die als dezentrale Netzknoten dienen. Die entsprechenden Ressourcenzuflüsse wurden auf Basis der Anzahl der aufgestellten Compact-PoP-Gebäude multipliziert mit dem jeweiligen Gewicht je Compact-PoP-Gebäude berechnet.
Für den Bau der neuen Antennenanlagen werden Stahl und Beton als zentrale Materialzuflüsse benötigt. Die dafür erforderlichen Mengen wurden von den jeweiligen Baupartnern bereitgestellt. Zur Ermittlung des Gesamtbedarfs an Ressourcen wurden die von den Baupartnern gemeldeten Einzelmengen anschließend konsolidiert und summiert.
Das Gewicht des wiederaufbereiteten (refurbishten) Anteils der Ressourcenzuflüsse wurde auf Geräteebene bewertet. Da United Internet nur Neuwaren einkauft und die Kreislaufwirtschaft primär durch die Wiederaufbereitung der Altgeräte fördert, wurde dieser Anteil mit 0 % angesetzt. Dementsprechend beträgt das Gesamtgewicht wiederverwendeter oder recycelter sekundärer Komponenten, Zwischenprodukte oder Materialien, die zur Herstellung der Produkte und Dienstleistungen eingesetzt werden, 0 Tonnen.

Kennzahlen zu den Auswirkungen „Elektroschrott im Unternehmen“ und „Elektroschrott auf Kundenseite“
In folgender Tabelle wird das Gesamtabfallaufkommen des eigenen Geschäftsbereichs der United Internet im Geschäftsjahr 2025 dargestellt:
 
Gesamtmenge in t
Davon gefährlicher Abfall in t
Davon nicht gefährlicher Abfall in t
Abfallmenge insgesamt
1.363,5
17,9
1.345,6
Vom Entsorgungsweg abgezweigter Abfall (Verwertung)
987,1
17,9
969,2
Vorbereitung zur Wiederverwendung
6,4
2,5
3,9
Recycling
953,2
15,4
937,8
Sonstige Verwertungsverfahren
27,5
0,0
27,5
Zur Entsorgung bestimmter Abfall
376,4
0,0
376,4
Verbrennung
370,7
0,0
370,7
Deponierung
5,7
0,0
5,7
Sonstige Entsorgungsverfahren
0,0
0,0
0,0
Nicht recycelter Abfall
410,3
2,5
407,8
Abfälle aus Rechenzentren, dem Logistikzentrum und Technikstandorten wurden überwiegend auf Basis der bestehenden Rahmenverträge mit Entsorgungsdienstleistungsunternehmen geschätzt. Teilweise stellten die Entsorgungsdienstleistungsunternehmen auch konkrete Gewichtsangaben zur Verfügung.
Das Segment „Business Access“ ermittelt die Abfallmengen u. a. für Batteriespeicher, Kabelreste, Racks und Gehäuse, Router, Server-Hardware und weiteres IT-Equipment auf Basis der Daten des ökologischen Fußabdrucks.
Die Abfallmengen an den Bürostandorten wurden auf Grundlage der vorliegenden Daten des Standorts Montabaur auf die übrigen Bürostandorte hochgerechnet, wobei die Anzahl an Mitarbeitenden als Extrapolationsbasis diente. Zu den Abfällen zählen Restabfälle, Kantinenabfälle und Altpapier.
Sofern zum Zeitpunkt der Berichterstattung keine Angaben der Entsorgungsdienstleistungsunternehmen zu Entsorgungsarten vorlagen, wurden diese auf Basis geeigneter öffentlicher Quellen, wie etwa der Webseite des Bundesumweltministeriums, geschätzt. Demnach wurde Restabfall der Müllverbrennung zugeordnet.
Radioaktiver Abfall ist im Geschäftsjahr 2025 nicht angefallen.
4.3
Soziale Informationen
Im Gefüge von Kundinnen und Kunden, Mitarbeitenden und Lieferanten trägt United Internet als Arbeitgeber, Geschäftspartner sowie Anbieter von Netzinfrastrukturen und Internetdiensten eine erhebliche soziale Verantwortung. Diese reicht vom Schutz sensibler Daten über faire, sichere und inklusive Arbeitsbedingungen bis zur Achtung von Menschenrechten entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
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Der wirtschaftliche Erfolg des Unternehmens basiert zum großen Teil auf dem Engagement und den Qualifikationen der Mitarbeitenden, die die Zukunftsfähigkeit von United Internet sichern. Angesichts vielfältiger wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Veränderungen gewinnen soziale Sicherheit, Stabilität und Zufriedenheit an Bedeutung. Entsprechend lag der Fokus im Geschäftsjahr 2025 auf der Stärkung von Diversität, Inklusion und Chancengleichheit, der Förderung interner Entwicklungswege sowie der Weiterentwicklung der Arbeitgeberattraktivität (siehe Kapitel „Arbeitskräfte von United Internet“).
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Auch entlang der Wertschöpfungskette nimmt United Internet die soziale Verantwortung ernst und engagiert sich durch Maßnahmen und Sorgfaltsprozesse für faire und respektvolle Arbeitsbedingungen. Partnerschaftliche Geschäftsbeziehungen bilden dabei eine wichtige Grundlage für resiliente Lieferketten (siehe Kapitel „Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette“).
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Die digitalen Services von United Internet beeinflussen, wie Menschen Informationen nutzen und weitergeben. Durch die Inhalte von GMX und WEB.DE trägt das Unternehmen zu einer sachlichen Informationsvermittlung und fundierten Meinungsbildung bei. Gleichzeitig ist United Internet für Datenschutz, Cybersecurity, den ethischen Einsatz von KI und den zuverlässigen Betrieb technischer Systeme verantwortlich – zentrale Elemente für das Vertrauen der Endnutzenden. Die zugehörigen Richtlinien und Maßnahmen sind im Kapitel „Verbraucherinnen und Verbraucher, Endnutzende“ beschrieben.
Einführung in den Bereich Soziales
Stakeholder-Gruppen
Im Rahmen des sozialen Nachhaltigkeitsverständnisses des Unternehmens trägt United Internet Verantwortung gegenüber mehreren zentralen Stakeholder-Gruppen. Dabei strebt United Internet faire, sichere und vertrauenswürdige Arbeits- und Geschäftsbeziehungen entlang der unmittelbaren Wertschöpfungskette an. Die folgenden Stakeholder-Gruppen stehen dabei im Mittelpunkt des Handelns:
Eigene Mitarbeitende: Zu diesen zählen alle direkt bei United Internet beschäftigten Personen. Im Fokus stehen faire Arbeitsbedingungen, Chancengleichheit, Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz sowie Möglichkeiten zur persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung.
Fremdarbeitskräfte: Hierzu zählen externe Mitarbeitende, die über Dienstleistungs-, Werk- oder Leiharbeitsverhältnisse für United Internet tätig sind. Der Anspruch ist es, für diese Personengruppe sozialverträgliche, sichere und respektvolle Arbeitsbedingungen sicherzustellen.
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Geschäftspartner und Arbeitskräfte in der unmittelbaren Wertschöpfungskette: Diese umfassen Lieferanten, Dienstleistungsunternehmen und weitere Partner entlang der Wertschöpfungskette. United Internet setzt auf transparente, verantwortungsbewusste und langfristige Geschäftsbeziehungen sowie die Einhaltung von Standards hinsichtlich Integrität, Compliance und Nachhaltigkeit. Diese werden z. B. im Geschäftspartnerkodex im Kapitel „Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette“ beschrieben.
Kundinnen und Kunden: Das Unternehmen stellt für die Kundinnen und Kunden sichere, zuverlässige und datenschutzkonforme Produkte und Services bereit und fördert einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Technologien.
Hinweismanagementsystem
United Internet hat ein Hinweismanagementsystem (kurz: Hinweismanagement) eingerichtet, das sich an den Leitlinien der ISO 37002 orientiert und es internen sowie externen Hinweisgebenden ermöglicht, menschenrechtliche und umweltbezogene Verstöße sowie sonstiges relevantes Fehlverhalten im eigenen Geschäftsbereich und entlang der Wertschöpfungskette zu melden. Das Hinweismanagement berücksichtigt die Bestimmungen der EU-Direktive zum Hinweisgeberschutz, die entsprechenden nationalen Umsetzungsgesetze sowie das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Es ist für alle o. g. Stakeholder-Gruppen anwendbar.
Das System erfüllt zwei wichtige Funktionen. Zum einen dient es als Frühwarnsystem, über das u. a. menschenrechtliche Risiken frühzeitig erkannt werden, zum anderen bietet es Zugang zu angemessener Abhilfe.
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Kernelemente des Hinweismanagements sind vertrauliche Meldekanäle für die Entgegennahme von Hinweisen, klare Prozesse zur Bewertung und zum Umgang mit Hinweisen, der Schutz von hinweisgebenden Personen und die Sicherstellung der Vertraulichkeit der hinweisbearbeitenden Personen sowie Maßnahmen zur Überprüfung der Wirksamkeit des Hinweismanagements. Die hier genannten Aspekte werden im Folgenden erläutert. Der Umgang mit Hinweisen wird zudem im Kapitel „Governance-Informationen – Richtlinien“ näher beschrieben.
United Internet hat vertrauliche Meldewege eingerichtet, über die Bedenken geäußert werden können. Hierzu zählen elektronische Meldewege sowie ergänzend persönliche Anlaufstellen für Mitarbeitende:
Elektronisches Hinweisgebersystem „Integrity Line“: Das Hinweisgebersystem ermöglicht anonyme Meldungen von internen und externen Stakeholderinnen und Stakeholdern. Es ist durchgehend 24 Stunden täglich an sieben Tagen in der Woche in verschiedenen Sprachen sowohl intern über das Intranet als auch extern über die Unternehmenswebseiten erreichbar. Über die Fußzeilen auf den Unternehmensseiten gelangen hinweisgebende Personen mit nur einem Klick zum öffentlich zugänglichen Hinweisgebersystem. Mit dieser „1-Klick-Lösung“ macht United Internet das Hinweisgebersystem leicht und einfach zugänglich. Um Zugang zum eigenen, sicheren Postfach zu erhalten, benötigt die hinweisgebende Person die Fallnummer und ihr Fallpasswort. Die Kommunikation zwischen der hinweisgebenden Person und der Meldestelle erfolgt ausschließlich über das sichere individuelle Postfach. Die dedizierte Meldekachel für das Melden von Fehlverhalten in der Lieferkette ermöglicht weiterhin eine anlassbezogene Einbeziehung der Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette.
Vertrauliche Ansprechpersonen für eigene Mitarbeitende: Ein zentraler Bestandteil des Beschwerdeverfahrens ist der persönliche Dialog mit betroffenen Mitarbeitenden. Dieser inklusive Prozess der Einbindung ermöglicht es dem Unternehmen, Abhilfemaßnahmen zu entwickeln, die die Bedürfnisse und Erwartungen der Betroffenen reflektieren. Konflikte versucht United Internet durch Mediation und Verhandlungen zu lösen, um nachhaltige und einvernehmliche Lösungen zu erreichen. Compliance-Managerinnen und Compliance-Manager sowie die United Internet Vertrauenspersonen bieten Mitarbeitenden die Möglichkeit, ihre Anliegen oder Bedenken außerhalb ihres direkten Arbeitsumfelds auf persönlichem Wege im vertraulichen Dialog zu äußern. Die United Internet Vertrauenspersonen bieten insbesondere bei professionellen und privaten Herausforderungen Unterstützung.
Die Konzernrichtlinie zum Schutz von hinweisgebenden Personen sowie zum Einsatz des elektronischen Hinweisgebersystems „Integrity Line“ (kurz: „Hinweisgeberschutz-Richtlinie“) beinhaltet klare Regelungen, die den Schutz hinweisgebender Personen sicherstellen und gilt für alle hinweisgebenden Personen entlang der gesamten Wertschöpfungskette ohne geografische Einschränkung. Sie beschreibt die Meldewege für die Abgabe vertraulicher Hinweise auf Compliance-Verstöße und Beschwerden in Bezug auf menschenrechtliche und umweltbezogene Verletzungen. So unterzeichnen alle hinweisempfangenden Personen (Compliance-Managerinnen und Compliance-Manager und Vertrauenspersonen) besondere Vertraulichkeitsvereinbarungen, die den Schutz hinweisgebender Personen gewährleisten. Die Richtlinie ist über das firmeneigene Intranet für alle Mitarbeitenden zugänglich.
United Internet stellt eigenen Mitarbeitenden zusätzlich umfangreiche Informationen rund um das Thema Hinweisgeberschutz und -management zur Verfügung. Hierzu zählen die relevanten Richtlinien, die im Intranet auf einem dedizierten Richtlinienportal zugänglich sind, ein Compliance-Wiki sowie Blog-Artikel.
Des Weiteren wird im öffentlichen „Leitfaden zur Meldung von Fehlverhalten bei United Internet“ beschrieben, für welche Art von Beschwerden oder Hinweisen das Beschwerdeverfahren genutzt werden kann, über welche Beschwerdekanäle Beschwerden oder Hinweise eingegeben werden können, wie das Beschwerdeverfahren abläuft und wie United Internet den wirksamen Schutz vor Benachteiligung aufgrund einer Beschwerde gewährleistet. Der Leitfaden ist über die Webseite der „Integrity Line“ öffentlich zugänglich und gilt für alle hinweisgebenden Personen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, inkl. der Mitarbeitenden des eigenen Betriebs, ohne geografische Einschränkung.
Die Wirksamkeit des Hinweismanagementsystems wird regelmäßig sowie anlassbezogen geprüft. Für die Überprüfung der Wirksamkeit orientiert sich United Internet an den Effektivitätskriterien der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Anpassung der Sorgfaltsprozesse ein.
Schutz der Menschenrechte und Grundsatzerklärung
United Internet bekennt sich zur „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen“ und orientiert sich an den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte (UN Guiding Principles on Business and Human Rights).
Die übergreifenden Prinzipien für die Achtung der menschenrechtlichen und umweltbezogenen Sorgfaltspflichten (kurz: Sorgfaltspflichten) sind in den Betriebsabläufen von United Internet verankert und in der veröffentlichten Grundsatzerklärung beschrieben. Diese betrifft sowohl die Mitarbeitenden und die Fremdarbeitskräfte von United Internet als auch Geschäftspartner und Arbeitskräfte in der unmittelbaren Wertschöpfungskette.
Das Unternehmen hat ein zweigliedriges System etabliert, um das menschenrechtsbezogene Risikomanagement wirksam umzusetzen: Die operative Umsetzung der Sorgfaltspflichten erfolgt in den maßgeblichen Geschäftsprozessen wie z. B. HR, Einkauf und Nachhaltigkeit. Dort stellen Menschenrechtskoordinatorinnen und Menschenrechtskoordinatoren eine effiziente Umsetzung der Sorgfaltspflichten sicher. Die Überwachung der Umsetzung obliegt den Menschenrechtsbeauftragten von United Internet.
Die Basis einer angemessenen Umsetzung der Sorgfaltspflichten ist eine umfassende Risikoanalyse. Dabei untersucht United Internet die menschenrechtlichen und umweltbezogenen Risiken, die aus der eigenen Geschäftstätigkeit entstehen. Die Ergebnisse dieser Risikoanalyse bilden die Grundlage für die Identifikation angemessener Präventions- und Abhilfemaßnahmen. Hierzu gehören z. B. zielgruppenorientierte Schulungsmaßnahmen, ein wirksames Beschwerdeverfahren mit vertraulichen Meldewegen oder geschäftspartnerspezifische Maßnahmen.
Arbeitskräfte von United Internet
Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen
Die Aktivitäten von United Internet können sowohl eigene Arbeitnehmende als auch Fremdarbeitskräfte, die im Rahmen der Geschäftstätigkeit eingesetzt werden, wesentlich betreffen. Zu den Fremdarbeitskräften zählen Selbstständige sowie durch Drittunternehmen bereitgestellte Personen. Im Rahmen der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse hat United Internet nachfolgende Auswirkungen und Risiken für Arbeitskräfte von United Internet identifiziert. Sofern nicht anders angegeben, beziehen sich diese auf beide Personengruppen.
IRO-Kategorie
Beschreibung der wesentlichen IROs
Wertschöpfungskette
Soziale Sicherheit durch faire Arbeitsbedingungen
Potenzielle positive Auswirkung auf die Gesellschaft
Sichere und unbefristete Arbeitsverträge mit Kündigungsschutz sowie faire, transparente Entlohnung können soziale Absicherung bieten und die gesellschaftliche Stabilität fördern. Klare Entwicklungsmöglichkeiten sowie Schulungen und Kompetenzentwicklungsprogramme für Mitarbeitende können das Gefühl der Wertschätzung fördern und die Zufriedenheit der Mitarbeitenden verbessern.
Im eigenen Betrieb
Fachkräftemangel und Fluktuation der Mitarbeitenden durch unattraktive Arbeitsbedingungen
Risiko
United Internet steht mit anderen Unternehmen im Wettbewerb um gute Fach- und Führungskräfte, in einigen Bereichen herrscht Fachkräftemangel.
Wird nicht ausreichend in die Personalentwicklung (z. B. durch Schulungen und Kompetenzentwicklung) und attraktive, sichere Arbeitsbedingungen investiert, sinken die Arbeitgeberattraktivität und die Zufriedenheit der Mitarbeitenden. Es kommt zu höherer Fluktuation und krankheitsbedingten Ausfällen. Ebenso wird die Neu-Gewinnung von qualifizierten Fachkräften erschwert. Langfristig kann dies zum Verlust von Innovationskraft, Umsetzungsgeschwindigkeit und Wachstumspotenzialen und damit zu Kosten, Verlust von Kundinnen und Kunden und Wettbewerbsnachteilen führen.
Im eigenen Betrieb
Fehlende Chancengleichheit und Inklusion
Potenzielle negative Auswirkung auf die Gesellschaft
Eine inklusive Unternehmenskultur ist entscheidend, um soziale Gerechtigkeit, Chancengleichheit und das Wohlbefinden aller Mitarbeitenden zu fördern. Fehlen strukturelle, kulturelle und organisatorische Maßnahmen zur Inklusion, kann dies dazu führen, dass Mitarbeitende aus unterrepräsentierten Gruppen systematisch benachteiligt werden – etwa aufgrund von Geschlecht, Alter, ethnischer Herkunft, Sprache, körperlichen Einschränkungen, Neurodiversität oder Arbeitszeitmodellen wie Teilzeit. Dies kann sich in eingeschränktem Zugang zu Karrieremöglichkeiten, mangelnder Teilhabe an Entscheidungsprozessen und fehlender Transparenz in Informationsflüssen äußern. Folgen können psychische und finanzielle Belastungen für die Betroffenen sein.
Im eigenen Betrieb
IRO-Kategorie
Beschreibung der wesentlichen IROs
Wertschöpfungskette
Gesundheitliche Gefährdung am Arbeitsplatz
Tatsächliche negative Auswirkung auf die Gesellschaft
Übermäßige Arbeitslast, mangelnde Work-Life-Balance und unzureichende Arbeitsschutzmaßnahmen können zu erhöhtem Stress, Arbeitsunfällen sowie körperlichen und psychischen Erkrankungen führen. Zudem können unangebrachtes Verhalten, körperliche Übergriffe, Mobbing und Belästigung zu ernsthaften psychischen Belastungen bis hin zur Arbeitsunfähigkeit führen.
Im eigenen Betrieb
Datenschutzverletzungen im Umgang mit Daten von Mitarbeitenden
Potenzielle negative Auswirkung auf die Gesellschaft
Die unbefugte Veröffentlichung von sensiblen personenbezogenen Daten der Mitarbeitenden durch menschliches Versagen oder Hacking-Angriffe kann zu Störung der Privatsphäre, Kündigung und psychischer Belastung führen.
Im eigenen Betrieb
Datenschutzverletzungen im Umgang mit Daten von Mitarbeitenden
Risiko
Durch unzureichende Cybersecurity, Datenschutzverstöße oder menschliches Fehlverhalten können sensible Daten der Mitarbeitenden, wie bspw. Gehalts- oder Adressdaten, an die Öffentlichkeit gelangen. Dies kann finanzielle Sanktionen nach sich ziehen und dazu führen, dass qualifizierte Mitarbeitende das Unternehmen verlassen sowie offene Stellen schwer nachbesetzt werden können.
Im eigenen Betrieb
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Richtlinien, Maßnahmen und Ziele in Bezug auf die Auswirkung und das Risiko „Datenschutzverletzungen im Umgang mit Daten von Mitarbeitenden“ werden im Kapitel „Verbraucherinnen und Verbraucher, Endnutzende“ berichtet.
Einbezug der eigenen Mitarbeitenden
United Internet legt großen Wert darauf, mehr über die Perspektiven der eigenen Mitarbeitenden zu erfahren. Dabei verfolgt das Unternehmen einen strukturierten und umfassenden Ansatz, um die Meinungen und Bedürfnisse der Mitarbeitenden systematisch zu erfassen und in die Unternehmensentscheidungen, wie die Festlegung von sozialen Nachhaltigkeitszielen, einzubeziehen. So wird die Perspektive der Mitarbeitenden in Workshops, Feedbackrunden und Befragungen der Mitarbeitenden kontinuierlich miteinbezogen. Darüber hinaus werden Mitarbeitende aktiv in die Entwicklung und Nachverfolgung von Verbesserungsmaßnahmen eingebunden. Dies erfolgt über segmentspezifisch ausgestaltete Formate, die auf die jeweiligen Anforderungen und Besonderheiten der Unternehmensbereiche zugeschnitten sind. Dazu zählen Sounding Boards, Arbeit in Fokusgruppen oder der „Meine Ideen“-Prozess. Durch diese Ansätze wird sichergestellt, dass Zielsetzungen praxisnah sind und Maßnahmen eine Wirkung entfalten.
United Internet stellt unternehmensrelevante Informationen zielgruppengerecht zur Verfügung, indem Inhalte für alle Mitarbeitenden aufbereitet werden. Das Intranet dient als zentraler Informationskanal, ergänzt durch E-Mails und ChatTools wie Microsoft Teams für die schnelle und direkte Kommunikation. Persönliche Kommunikationskanäle wie Meetings und Townhall-Veranstaltungen fördern den direkten Austausch und unternehmensweite Updates. Feedbackmöglichkeiten durch digitale Umfragen und Q&A-Sessions stärken den Dialog. Zusätzlich werden Dialogformate wie Fokusgruppen und Workshops eingesetzt, um Mitarbeitende aktiv in Entscheidungsprozesse einzubinden, ihre Identifikation mit dem Unternehmen zu fördern und die nachhaltige Unternehmensentwicklung zu unterstützen.
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Um die Perspektiven von Frauen im Unternehmen gezielt zu beleuchten, hat United Internet im Geschäftsjahr 2025 ein „Gender Equity Audit“ durch eine externe Diversitäts-Beratung durchführen lassen. Mehr Details dazu finden sich im Abschnitt „Maßnahmen zur Auswirkung ‚Fehlende Chancengleichheit und Inklusion‘ - Gender Equity & Female Empowerment“.
Richtlinien
Im Folgenden werden Richtlinien vorgestellt, die dazu dienen, Risiken zu steuern, negative Auswirkungen zu vermeiden oder zu beheben und gleichzeitig positive Auswirkungen zu fördern. Die Richtlinien gelten für eigene Mitarbeitende und, sofern nicht ausdrücklich ausgeschlossen, für Fremdarbeitskräfte innerhalb der eigenen Geschäftstätigkeit.
Ziel der Richtlinie
Geltungsbereich
Verantwortlicher Fachbereich
Nationale und internationale Standards und Gesetzgebung
Grundsatzerklärung, siehe Kapitel „Einführung in den Bereich Soziales“
IRO-Bezug: gesundheitliche Gefährdung am Arbeitsplatz, fehlende Chancengleichheit und Inklusion, soziale Sicherheit durch faire Arbeitsbedingungen, Fachkräftemangel und Fluktuation der Mitarbeitenden durch unattraktive Arbeitsbedingungen
Einhaltung der menschenrechtlichen und umweltbezogenen Sorgfaltspflichten
Konzernweit und
segmentspezifisch
Corporate Compliance
Allgemeine Erklärung der Menschenrechte
Lieferkettensorgfalts-pflichtengesetz (LkSG)
OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen zu verantwortungsvollem
unternehmerischen Handeln
Verhaltenskodex für Mitarbeitende
IRO-Bezug: gesundheitliche Gefährdung am Arbeitsplatz, fehlende Chancengleichheit und Inklusion, soziale Sicherheit durch faire Arbeitsbedingungen, Fachkräftemangel und Fluktuation der Mitarbeitenden durch unattraktive Arbeitsbedingungen
Etablierung von Unternehmenswerten und eines regelkonformen Umgangs mit Mitarbeitenden, Kundinnen und Kunden, Zulieferern, Wettbewerbern, Aktionärinnen und Aktionären sowie Behörden und Medien
Konzernweit
Corporate Compliance
ILO  Arbeits- und Sozialstandards
UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und
Menschenrechte
Lieferkettensorgfalts-pflichtengesetz (LkSG)
Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG)
Diversity-Leitbild
IRO-Bezug: gesundheitliche Gefährdung am Arbeitsplatz, fehlende Chancengleichheit und Inklusion, soziale Sicherheit durch faire Arbeitsbedingungen, Fachkräftemangel und Fluktuation der Mitarbeitenden durch unattraktive Arbeitsbedingungen
Diversity Mindset, Gender Equity & Female Empowerment, Inklusion & Barrierefreiheit
Konzernweit
UI Health & Diversity
Richtlinie zur gendersensiblen und diskriminierungsfreien externen Kommunikation
IRO-Bezug: gesundheitliche Gefährdung am Arbeitsplatz, fehlende Chancengleichheit und Inklusion, soziale Sicherheit durch faire Arbeitsbedingungen, Fachkräftemangel und Fluktuation der Mitarbeitenden durch unattraktive Arbeitsbedingungen
Konsequenter, zeitgemäßer und konzernweit einheitlicher Gebrauch diskriminierungsfreier und gendersensibler (Bild-)Sprache
Konzernweit
Corporate Communications
Ziel der Richtlinie
Geltungsbereich
Verantwortlicher Fachbereich
Nationale und internationale Standards und Gesetzgebung
Vergütungsrichtlinie
IRO-Bezug: gesundheitliche Gefährdung am Arbeitsplatz, fehlende Chancengleichheit und Inklusion, soziale Sicherheit durch faire Arbeitsbedingungen, Fachkräftemangel und Fluktuation der Mitarbeitenden durch unattraktive Arbeitsbedingungen
Sicherstellung einer vergleichbaren, rechtssicheren und fairen Vergütung
Konzernweit, ausgenommen internationale Standorte des Segments „Business Applications“ und Fremdarbeitskräfte
Corporate Compensation & Benefit
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Die Einhaltung des Verhaltenskodex, des Diversity-Leitbilds und der Richtlinie zur gendersensiblen und diskriminierungsfreien externen Kommunikation wird über definierte HR-Prozesse sowie durch die Mitarbeitenden mitgetragen und überwacht. Für mögliche Verstöße stehen verschiedene Meldewege zur Verfügung, die im Kapitel „Einführung in den Bereich Soziales“ näher beschrieben sind.
Verhaltenskodex für Mitarbeitende
Die Grundlage für die tägliche Arbeit bei United Internet bilden definierte Unternehmenswerte, die in den Verhaltenskodex sowie die Führungsleitlinien einfließen.
Der Verhaltenskodex schlägt die Brücke zwischen den Unternehmenswerten und den internen Richtlinien. Er zeigt, wie United Internet im Einklang mit den Werten, Gesetzen und Richtlinien handelt, verdeutlicht die wesentlichen Grundsätze anhand anschaulicher Beispiele und gibt konkrete Handlungsempfehlungen. Diese Informationen sind dauerhaft im Intranet zugänglich und teilweise auch auf der Unternehmenswebseite verfügbar, um Transparenz und eine leichte Zugänglichkeit für alle Stakeholderinnen und Stakeholder zu gewährleisten. Die Inhalte des Verhaltenskodex finden ihre Konkretisierung und Ausgestaltung in den operativen Segmenten.
Die Einhaltung des Verhaltenskodex wird durch präventive Maßnahmen wie E-Learnings gefördert, durch aufdeckende Mechanismen, wie vertrauliche Meldewege, gesichert und durch reaktive Maßnahmen überwacht. Es gibt aktuell keine Richtlinie, die die Durchführung von Schulungen rund um Compliance und den Verhaltenskodex konzernweit regelt, auch wenn diese Schulungen regelmäßig durchgeführt werden.
Im Geschäftsjahr 2025 wurde der Verhaltenskodex aufgrund von gesetzlichen Neuregelungen sowie organisatorischen Veränderungen aktualisiert und redaktionell überarbeitet. So wurden die Themenfelder „Respektvoller und angemessener Umgang“, „Faire Arbeitsbedingungen“, „Gendersensible und diskriminierungsfreie Sprache“, „Politische Kommunikation und Interessenvertretung“, „Umgang mit Umwelt, Ressourcen und Energie“ und „Verantwortungsvolle Lieferketten“ neu aufgenommen.
Diversity-Leitbild
United Internet ist bewusst, dass eine inklusive Unternehmenskultur die soziale Gerechtigkeit und das Wohlbefinden aller Mitarbeitenden fördert. Ebenso können fehlende Chancengleichheit und Inklusion negative Auswirkungen auf die Unternehmenskultur, die Zusammenarbeit und Performance, die mentale Gesundheit der Mitarbeitenden und die Gesellschaft als solche haben. Durch Maßnahmen, wie die Sensibilisierung von Mitarbeitenden, werden Chancengleichheit, Teilhabe und faire Karrieremöglichkeiten für alle geschaffen – unabhängig von bspw. Geschlecht, Alter, Herkunft oder individuellen Bedürfnissen.
Die Diversitätsmaßnahmen zur Beseitigung von Diskriminierung und Belästigung, zur Förderung von Chancengleichheit sowie zur Förderung von Vielfalt und Inklusion werden seit dem Geschäftsjahr 2020 von einem konzernübergreifenden Projektteam unter Leitung einer zentralen Diversitätsorganisationseinheit koordiniert und weiterentwickelt.
Bereits im Geschäftsjahr 2023 wurde ein Diversitätsstrategieprozess gestartet. Daraus resultierten ein Diversity-Leitbild und drei strategische Fokusziele („Diversity Mindset“, „Gender Equity & Female Empowerment“, „Inklusion“) für die weitere Diversitätsarbeit im Konzern. Im Prozess wurden neben Umfrageergebnissen von der Abteilung HR sowie Vorstands- und Aufsichtsratsinterviews auch die Ergebnisse aus Befragungen der Mitarbeitenden und der Befragung der bis dahin vier bestehenden internen Diversity Employee Resource Groups (queer.united; Generationenübergreifende Zusammenarbeit; Teilzeit-Netzwerk; International Community) einbezogen. Durch den Einbezug unterschiedlicher Stakeholder-Gruppen wurde die Berücksichtigung der Sichtweisen und Interessen betroffener Stakeholderinnen und Stakeholder gestärkt.
In dem Leitbild werden sämtliche Diversitätsdimensionen berücksichtigt, die auch vom AGG geschützt werden:
Diversity-Leitbild
Eine vielfältige Belegschaft und die Nutzung dieser Vielfalt schaffen einen Mehrwert für unseren Unternehmenserfolg und unsere Unternehmenskultur. Mit der Förderung von Vielfalt kommen wir unserer gesellschaftlichen Verantwortung nach und schaffen einen positiven Impact.
Vielfalt zeigt sich für uns in den Dimensionen Alter, ethnische Herkunft & Nationalität, Geschlecht und geschlechtliche Identität, körperliche und geistige Fähigkeiten, Religion und Weltanschauung, sexuelle Orientierung und soziale Herkunft.
Unsere Vision ist, dass ein diskriminierungsfreies Diversity Mindset Teil unserer Unternehmens-DNA ist. Diese Haltung zeigt sich sowohl in unseren Arbeitsbedingungen als auch im Umgang mit unseren Kundinnen und Kunden.
Jedes Segment von United Internet engagiert sich für die Erhaltung und Stärkung dieses Bewusstseins, z. B. mit eigenen Diversity-Maßnahmen, um einen Austausch zu Vielfalt anzuregen, Aufklärung zu fördern und Wissen zum Thema in der jeweiligen Organisation aufzubauen. Hindernisse bei der Chancengleichheit mit Blick auf die genannten Diversity-Dimensionen sollen verstanden und abgebaut werden.
Hierfür möchten wir segmentübergreifend voneinander lernen, Synergien nutzen, und unternehmensweite Diversity-Netzwerke fördern.
Denn: Vielfalt schaffen und wertschätzend leben ist eine Verantwortung aller. Vorstand und Führungskräfte nehmen hierbei ihre Vorbildrolle wahr.
Richtlinie zur gendersensiblen und diskriminierungsfreien externen Kommunikation
United Internet misst dem Thema Diversität eine hohe Bedeutung bei. Dies möchte das Unternehmen auch in der alltäglichen Kommunikation gegenüber den externen Stakeholderinnen und Stakeholdern widerspiegeln und auf eine diskriminierungsfreie und gendersensible Sprache setzen. Zu diesem Zweck wurde die Richtlinie zur wertschätzenden und gendersensiblen externen Kommunikation eingeführt. Anwendungsbereiche sind bspw. Webseiten, Magazine, Newsletter, Pressemitteilungen, Marketing-Kampagnen und Stellenausschreibungen.
Vergütungsrichtlinie
Die Vergütungsrichtlinie des Unternehmens legt verbindliche Grundsätze für eine faire, konsistente und nachvollziehbare Vergütung der eigenen Mitarbeitenden fest. Sie definiert zentrale Elemente wie transparente Entscheidungslogiken, einheitliche Bewertungs- und Einstufungskriterien, die Berücksichtigung von Verantwortung sowie Grundsätze zur Sicherstellung von Chancengleichheit und Nichtdiskriminierung.
Die Umsetzung und Einhaltung der Richtlinie wird durch klar definierte HR-Prozesse und regelmäßige Überprüfungen sichergestellt. Führungskräfte und HR-Verantwortliche sind verpflichtet, personalrelevante Entscheidungen entsprechend den Vorgaben zu treffen und dokumentiert zu begründen. Bei der Weiterentwicklung der Vergütungsrichtlinie werden die Interessen aller HR-Personalleitungen und der Unternehmensleitung (Vorstand) einbezogen. Ziel ist eine Vergütungssystematik, die sowohl unternehmensstrategische Anforderungen als auch Fairness-, Transparenz- und Marktanforderungen berücksichtigt.
Maßnahmen
United Internet hat Prozesse eingerichtet, um potenzielle und tatsächliche negative Auswirkungen auf die Arbeitskräfte zu identifizieren und zu adressieren. Durch die Durchführung von umfassenden Risikoanalysen werden potenzielle Gefahren im Bereich Arbeitsschutz, psychische Gesundheit, Diskriminierung und Chancengleichheit systematisch bewertet. Des Weiteren ermöglichen Branchen- und Marktanalysen die Antizipation externer Trends, wie regulatorische Veränderungen oder wirtschaftliche Entwicklungen, die sich negativ auf die Belegschaft auswirken könnten. Darüber hinaus werden Kennzahlen wie Fluktuationsraten und Unfallstatistiken fortlaufend analysiert, um rechtzeitig auf negative Entwicklungen reagieren zu können.
Diese Prozesse versetzen United Internet in die Lage, angemessene und notwendige Schritte zu ergreifen, um das Wohlergehen und die Sicherheit der Arbeitskräfte zu gewährleisten.
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Die Wirksamkeit der Maßnahmen wird kontinuierlich im Rahmen der bestehenden Prozesse überprüft und in Bezug auf Mitarbeitende anhand vielfältiger Kennzahlen gesteuert und überwacht. Diese werden in den Abschnitten „Ziele“ und „Kennzahlen“ näher erläutert.
Im Geschäftsjahr 2025 war kein Aktionsplan in Bezug auf die eigene Belegschaft in Umsetzung, sodass keine aktuellen finanziellen und sonstigen Ressourcen für den Aktionsplan bereitgestellt wurden.
Maßnahmen zur Auswirkung „Soziale Sicherheit durch faire Arbeitsbedingungen“
Zur Stärkung der sozialen Sicherheit und zur Sicherstellung fairer Arbeitsbedingungen setzt das Unternehmen mehrere strukturelle Maßnahmen um, die auf Transparenz, Chancengleichheit und planbare Beschäftigungsverhältnisse ausgerichtet sind.
Bereits heute stellt United Internet durch regelmäßige Vergütungsbenchmarks sowie Equal-Pay-Analysen sicher, dass sowohl bei internen als auch externen Beschäftigungsverhältnissen eine faire Vergütung gewährleistet ist. Darüber hinaus führt United Internet regelmäßige Analysen zur Einhaltung des gesetzlichen Mindestlohns durch, um sicherzustellen, dass alle Vergütungen nicht nur marktgerecht, sondern auch rechtskonform sind.
Dieses analytische Fundament wird im kommenden Geschäftsjahr durch die Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie (EU) 2023/970 ausgebaut und durch erweiterte Informations-, Berichts- und Auskunftspflichten ergänzt.
Zur Förderung transparenter und diskriminierungsfreier Vergütungsstrukturen ist weiterhin die sukzessive Einführung von Gehaltsbändern auf Segmentebenen bis zum Ende des Geschäftsjahres 2026 geplant.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Einführung digitaler Prozesse zur Leistungs- und Potenzialeinschätzung, um faire, einheitliche und dokumentierte Bewertungsgrundlagen sicherzustellen. Durch digitale Tools und strukturierte Kriterien werden subjektive Verzerrungen reduziert, Bewertungen transparenter gestaltet und Karriereentscheidungen enger an Entwicklungszielen ausgerichtet. Diese Maßnahme unterstützt zudem das Ziel, interne Karrierewege zu stärken und Nachfolgeprozesse systematisch aufzubauen.
Darüber hinaus strebt das Unternehmen an, befristete Arbeitsverträge zu reduzieren, um die Beschäftigungssicherheit zu erhöhen und die langfristige Bindung der Mitarbeitenden zu fördern. Die Maßnahme unterstützt das Ziel, stabile, verlässliche Arbeitsverhältnisse zu schaffen. Der Geltungsbereich umfasst alle Fach- und Unternehmensbereiche, in denen befristete Beschäftigungsmodelle bislang genutzt wurden; die Reduktion erfolgt schrittweise und orientiert sich am strategischen Personalbedarf.
Die hier aufgeführten Maßnahmen begreift United Internet nicht lediglich als Compliance-Thema, sondern als Chance, das Vertrauen der Belegschaft zu stärken und die Positionierung als fairer, werteorientierter Arbeitgeber im Wettbewerb um Talente zu festigen.
In ihrer Gesamtheit tragen diese Maßnahmen dazu bei, faire und sichere Arbeitsbedingungen zu schaffen, soziale Risiken zu reduzieren und die Attraktivität des Unternehmens nachhaltig zu stärken. Sie bilden ein strukturiertes Fundament für die Erreichung der sozialen Nachhaltigkeitsziele und werden kontinuierlich im Rahmen des HR- und Compliance-Monitorings überprüft.
Maßnahmen zum Risiko „Fachkräftemangel und Fluktuation der Mitarbeitenden durch unattraktive Arbeitsbedingungen“
Zur Stärkung der sozialen Nachhaltigkeit und zur Reduzierung personalbezogener Risiken setzt das Unternehmen mehrere ineinandergreifende Maßnahmen um. So fördert United Internet durch Organisations- und Kulturentwicklung sowohl eine moderne Führungskultur als auch eine ausgeprägte Lernkultur. Datenbasierte Personalanalysen dienen hierbei zur Steuerung von Fluktuation, Zufriedenheit und Entwicklung.
Personal- und Führungskräfteentwicklung
Durch Maßnahmen zur Förderung interner Karrierepfade sowie den Aufbau eines systematischen Talent- und Nachfolgemanagements sollen interne Entwicklungs- und Wechselmöglichkeiten gestärkt und die Besetzung von Schlüsselpositionen langfristig abgesichert werden. Hierauf zahlt auch die Weiterentwicklung von Führungskräften ein, insbesondere durch Weiterbildungsangebote zu Zukunftskompetenzen sowie die Einführung standardisierter Prozesse zur strategischen Nachfolgeplanung. Letztere schaffen verlässliche Entscheidungsgrundlagen und stärken die Führungsqualität. Individuelle Entwicklungspläne, die auf zukünftig angestrebte Positionen abgestimmt sind, ermöglichen es Mitarbeitenden, ihre Fähigkeiten und Karrieren zu gestalten. Dies geschieht durch vielfältige interne Programme: Das Programm „MyWayTo“ unterstützt aufstrebende Führungskräfte bei ihrer Karriereentwicklung in unterschiedlichen Rollen. Das Programm „Navigate“ fördert talentierte Mitarbeitende frühzeitig in unternehmerischem Denken und bei der Entwicklung essenzieller Soft Skills. Das Programm „Women explore“ unterstützt speziell Frauen darin, im Unternehmen sichtbarer zu werden, sich zu vernetzen und gezielt eigene Stärken sowie Karriere- und Netzwerkstrategien weiterzuentwickeln. Das „Discovery & Development Camp“ ermöglicht erfahrenen Mitarbeitenden auf Senior-Ebene, sich gezielt im Rahmen ihrer Rolle weiterzuentwickeln, ihr Wissen ins Unternehmen einzubringen und ihre eigene Sichtbarkeit im Unternehmen zu erhöhen. Diese strategisch ausgerichteten Entwicklungsprogramme unterstreichen das Engagement von United Internet, Kompetenzentwicklung zu fördern und individuelle Karrierepfade zu ermöglichen. Die zugehörigen Maßnahmen unterstützen das Ziel, Führungs- und Schlüsselrollen zunehmend mit eigenen Mitarbeitenden zu besetzen und die Beschäftigungsfähigkeit zu fördern.
Digitale Lernplattformen
Die Lernmanagementplattform „UI-Campus“ bildet eine wichtige Säule innerhalb der Fortbildung. Sie erfasst sowohl die Teilnahme an Weiterbildungsprogrammen als auch die erfolgreich abgeschlossenen Qualifikationen und Teilnahmequoten. Zusätzlich steht allen Mitarbeitenden von United Internet LinkedIn Learning zur Verfügung. LinkedIn Learning unterstützt die fachliche Qualifizierung sowie den Auf- und Ausbau von Digitalisierungskompetenzen. Weiterhin soll ein strukturiertes Wissensmanagementsystem aufgebaut und implementiert werden, um den organisationsweiten Wissenstransfer zu stärken. Die Umsetzung erfolgt seit Anfang 2025 kontinuierlich. Der Fortschritt wird über definierte Meilensteine im Implementierungsprozess überwacht.
Feedback-Kultur
Eine ausgeprägte Feedback-Kultur fördert zusätzlich das Bewusstsein für die Notwendigkeit kontinuierlichen Lernens und die Motivation für Weiterentwicklung. Im Unternehmen haben die Mitarbeitenden die Möglichkeit, ihre Entwicklungsgespräche über einen regelmäßig wiederkehrenden, strukturierten und systemgestützten Prozess durchzuführen und auch selbst zusätzliches Feedback einzuholen. Auf diese Weise wird Feedback zu einem selbstverständlichen Bestandteil des Arbeitsalltags und kann kontinuierlich für die persönliche Weiterentwicklung genutzt werden.
„Learning Days“
Mit der unternehmensweiten Konferenz „Learning Days“, die bereits zum vierten Mal im virtuellen Format stattgefunden hat, unterstützt United Internet die Bereitstellung von Wissen von Mitarbeitenden für Mitarbeitende.
Ausbildung und Aktivitäten zur Gewinnung von Nachwuchskräften
Die berufliche Erstausbildung hat einen hohen Stellenwert für das Unternehmen. United Internet bildet Nachwuchskräfte aus und ermöglicht jungen Menschen einen erfolgreichen Start ins Berufsleben. In Zusammenarbeit mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) bietet United Internet zudem an den Hochschulstandorten Karlsruhe und Mannheim duale Studiengänge an. Ganz bewusst und sehr erfolgreich bildet United Internet auch Menschen mit Fluchterfahrung aus, insbesondere aus Syrien, Afghanistan und zuletzt vor allem aus der Ukraine und Russland. Etwa ein Viertel der Jugendlichen, die bei United Internet eine Ausbildung oder ein duales Studium absolvieren, haben eine Fluchterfahrung durchlebt. Seit Juni 2020 ist United Internet als „Best Place to Learn“ ausgezeichnet. Die Rezertifizierung ist alle drei Jahre vorgesehen, die letzte Zertifizierung fand im Geschäftsjahr 2023 statt. Um junge Talente frühzeitig einzubinden, arbeitet United Internet auch mit Schulen zusammen. Schülerinnen und Schüler können United Internet und das Berufsleben allgemein im Rahmen von Kurzpraktika kennenlernen. Neben Kooperationen und Veranstaltungen mit Schulen bietet United Internet außerdem Berufsberatungen und Berufserkundungen, u. a. im Kontext von Rechenzentrums- oder Logistikführungen, an. In den Ferien führen Auszubildende von United Internet einwöchige Programmierkurse für Kinder und Jugendliche ab 13 Jahren durch, die auf große Nachfrage stoßen.

Flexible Arbeitszeitmodelle wie Cover Day und Sabbatical
Zur Förderung der Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben, Eigenverantwortung und der Zufriedenheit der Mitarbeitenden bietet das Unternehmen flexible Arbeitszeitmodelle an. Dazu zählen Vertrauensarbeitszeit sowie die Cover-Day-Regelung. Dadurch wird Mitarbeitenden ermöglicht, bis zu zwei Tage pro Woche mobil zu arbeiten, um individuelle Arbeitsbedürfnisse und betriebliche Anforderungen in Einklang zu bringen. Darüber hinaus wurde im Geschäftsjahr 2025 die Möglichkeit zur Inanspruchnahme eines Sabbaticals eingeführt. Dieses Angebot unterstützt Auszeiten zur persönlichen Weiterentwicklung oder Regeneration und trägt zur langfristigen Beschäftigungsfähigkeit und Bindung der Mitarbeitenden bei.
Parallel zu den bereits beschriebenen Maßnahmen wird durch gezielte Employer-Branding-Aktivitäten die Arbeitgeberattraktivität ausgebaut, insbesondere durch Kampagnen mit Fokus auf Nachhaltigkeit, Diversität und Entwicklungsmöglichkeiten.
Maßnahmen zur Auswirkung „Fehlende Chancengleichheit und Inklusion“
Das unternehmensweite Engagement für Chancengleichheit wird durch eine zentrale Organisationseinheit „Health & Diversity“ in Zusammenarbeit mit Diversity-Verantwortlichen aus den HR-Bereichen aller Segmente (Projektteam „United in Diversity“) gestärkt, welches zentrale Maßnahmen entwickelt und sie konzernweit umsetzt. Darüber hinaus sind Führungskräfte dazu angehalten, diese Prinzipien in ihren jeweiligen Bereichen aktiv zu leben. Durch gezielte Workshops und Schulungen wird bei den Führungskräften das Bewusstsein für Diversität, Inklusion und eine diskriminierungsfreie Unternehmenskultur gefördert.
Diversity Mindset: Charta der Vielfalt
2021 hat United Internet die Charta der Vielfalt unterzeichnet und bekennt sich damit zu einem wertschätzenden und vorurteilsfreien Arbeitsumfeld. Die Charta der Vielfalt ist eine Arbeitgeberinitiative unter der Schirmherrschaft der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung. Sie verpflichtet Unternehmen, Vielfalt in all ihren Dimensionen – wie Alter, Geschlecht, Migrationsgeschichte, Religion und Weltanschauung, Behinderung sowie sexuelle Orientierung und Identität – zu fördern. Mit der Unterzeichnung setzt United Internet ein klares Zeichen für Inklusion und Chancengleichheit im Unternehmen.
Diversity Mindset: E-Learning „Diversität & Inklusion“
Zum Ende des Geschäftsjahres 2024 hat United Internet gemäß dem ersten strategischen Fokusziel ein maßgeschneidertes E-Learning zum Thema „Diversität & Inklusion“ entwickelt und in allen Segmenten, bis auf „Business Applications“, ausgerollt. Den Mitarbeitenden des Segments „Business Access“ steht das E-Learning seit Januar 2025 zur Verfügung. Es besteht aus fünf „Learning Nuggets“ zu den Themen „Vielfalt leben – die Verantwortung von uns allen“, „Unbewusste Wahrnehmungsverzerrungen erkennen“, „Das AGG verstehen – Gemeinsam gegen Diskriminierung“, „Inklusion gestalten – (Dis)ability Awareness fördern“ und „Sensible Sprache“. Das E-Learning hat einen Umfang von ca. 60 Minuten und ist verpflichtend für alle Mitarbeitenden und Führungskräfte. Im Geschäftsjahr 2025 wurde dieses E-Learning um passende Zusatzmodule für HR-Mitarbeitende ergänzt.
Diversity Mindset: Diversity Days und Diversity Talks
Im Geschäftsjahr 2025 hat United Internet zum fünften Mal die virtuelle Inhouse-Konferenz „Diversity Days“ mit 26 Sessions zum Thema Vielfalt durchgeführt. Bestandteile des Konferenzprogramms waren u. a. Keynotes, interaktive Workshops, Erfahrungsberichte von Mitarbeitenden und Podiumsdiskussionen. Die Rückmeldungen der rund 750 teilnehmenden Mitarbeitenden waren sehr positiv, sodass eine Fortsetzung des Formats auch für das Geschäftsjahr 2026 geplant ist.
Wie in den Vorjahren wurde im Geschäftsjahr 2025 ergänzend zu den Diversity Days einmal pro Quartal ein offener, virtueller Vortrag („Diversity Talks“) von externen Diversitätsexpertinnen und Diversitätsexperten angeboten. Die Themen waren u. a. „Male Allyship“ und „Neurodivergenz und KI“.
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Onboarding
Diversity Mindset: interne Informationsplattform
Bereits in den Onboarding-Veranstaltungen für neue Mitarbeitende und Führungskräfte wird die Bedeutung von Vielfalt thematisiert. In diesem Kontext wird auch auf die interne Informationsplattform zum Thema Diversität verwiesen. Hier finden Mitarbeitende und Führungskräfte Statements des Vorstands zum Thema, praktische Tipps für einen vorurteilsfreien Arbeitsalltag und einen Überblick aller internen Angebote zur Förderung von Diversität. Darüber hinaus sind dort neben dem unternehmensweit abgestimmten Leitfaden für diskriminierungsfreie und gendersensible (Bild-)Sprache auch ausführliche Informationen zum AGG und zum Thema der sexuellen Belästigung integriert. Im Geschäftsjahr 2025 wurde im Intranet ein „Diversity-Blog“ gestartet, in dem regelmäßig zu Diversitätsthemen informiert wird, z. B. anlässlich von Feier- oder Gedenktagen wie dem Weltfrauentag oder dem Tag der Menschen mit Sehbehinderungen.
Gender Equity & Female Empowerment
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Im Geschäftsjahr 2025 hat United Internet in Zusammenarbeit mit einer externen Beratung ein „Gender Equity Audit“ durchgeführt. Hierbei wurden mittels Fragebögen und Fokusgruppen Hypothesen identifiziert und verifiziert, die Frauen aktuell an einer Führungskarriere im Unternehmen hindern. Passend hierzu wurden bestehende Maßnahmen bewertet und Handlungsmöglichkeiten für die kommenden Geschäftsjahre abgeleitet. Der Ergebnisbericht liefert United Internet wertvolle Hinweise, um in den nächsten Geschäftsjahren mit passenden Maßnahmen auf das Ziel von mehr Frauen in Führungspositionen hinzuarbeiten. Gleichzeitig hat United Internet im laufenden Geschäftsjahr die bewährten Maßnahmen zum Thema Female Empowerment umgesetzt. Dazu gehören etwa das Talent- und Vernetzungsprogramm „Women explore“, das im Abschnitt „Maßnahmen zum Risiko ‚Fachkräftemangel und Fluktuation der Mitarbeitenden durch unattraktive Arbeitsbedingungen‘“ näher beschrieben wird, oder die Teilnahme an Frauenkarrieremessen wie das „Women in Technology“ Event von e-fellows.net in München.
Seit Januar 2025 ist United Internet Mitglied der Initiative „Klischeefrei“, die sich für eine Berufs- und Studienwahl frei von Geschlechterstereotypen einsetzt. Mit diesem Schritt unterstreicht das Unternehmen das Engagement für Geschlechtergerechtigkeit, indem es aktiv dazu beiträgt, traditionelle Rollenbilder aufzubrechen und gleiche Chancen für alle Geschlechter zu fördern. Darüber hinaus hat United Internet erneut am Girls’ und Boys’ Day teilgenommen. Diese bundesweite Aktion ermöglicht Schülerinnen und Schülern, Berufe kennenzulernen, die häufig nicht dem klassischen Rollenbild entsprechen.
Inklusion: Erarbeitung eines Aktionsplans
Um einen Aktionsplan für Inklusion zu entwickeln, hat United Internet das Sozialunternehmen myAbility beauftragt, eine umfassende Bestandsaufnahme durchzuführen. Diese erfolgte nach internationalen Standards des Global Business and Disability Network der International Labour Organization und bezog verschiedene Stakeholderinnen und Stakeholder ein – insbesondere Mitarbeitende mit Behinderung. Die Ergebnisse dieser Analyse bilden die Grundlage für den Entwurf eines Aktionsplans Inklusion.
Ergänzend dazu hat United Internet an allen Standorten eine Status-quo-Analyse zur baulichen Barrierefreiheit vorgenommen. Ziel war es, den aktuellen Stand zu bewerten und konkrete Handlungsfelder sowie notwendige Nachrüstungen für den Aktionsplan zu identifizieren.
Maßnahmen zur Auswirkung „Gesundheitliche Gefährdung am Arbeitsplatz“
Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz sind Teil der Fürsorgepflicht des Unternehmens gegenüber den Mitarbeitenden. United Internet verfolgt das Ziel, Unfälle, Erkrankungen und gesundheitliche Risiken so weit wie möglich zu verringern und die Gesundheit der Mitarbeitenden zu fördern. Dabei wird der Fokus auf zwei Bereiche gelegt: das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) und den Arbeitsschutz inkl. Arbeitssicherheit in Rechenzentren.
In regelmäßigen Sitzungen des Arbeitsschutzausschusses (ASA) werden alle relevanten Themen rund um diese beiden Fokusbereiche besprochen – sowohl standortbezogen als auch standortübergreifend.
Die BGM-Maßnahmen werden an allen deutschen Standorten umgesetzt und umfassen folgende Angebote:
Arbeitsmedizin und Erste Hilfe: betriebsärztliches Angebot und Vorsorgeuntersuchungen, Ausbildungen von betrieblichen Ersthelfenden
Bewegung & Ergonomie: Sport- und Gesundheitskurse, Events, Videos und Überprüfung von Arbeitsplätzen, mobile Massagen sowie eine Ergonomie-Kampagne
Stressprävention & Krisenberatung: Entspannungs- und Achtsamkeitstrainings, Coachings und vertrauliche Anlaufstellen – inkl. der Mental Health First Aiders (MHFA) sowie einer Stresspräventions-Kampagne
Diese Angebote basieren auf einer ganzheitlichen Gesundheitsstrategie, welche im Rahmen einer umfassenden Bedarfsermittlung entwickelt wurde. Die Bedarfsabfrage in Bezug auf „Health & Care“ wurde im Segment „Business Access“ nicht durchgeführt.
Die Wirksamkeit der BGM-Maßnahmen wird regelmäßig überprüft. Dazu nutzt United Internet verschiedene Instrumente wie Feedbackbefragungen und die Auswertung von Kennzahlen wie Nutzungs- und Teilnahmequoten, um bei Bedarf Anpassungen vorzunehmen und die Angebote kontinuierlich zu verbessern. Ergänzend dient das „Sounding Board Gesundheit“ als wichtiges Format, um neue Ideen und Konzepte direkt mit den Mitarbeitenden zu diskutieren und wertvolles Feedback zu laufenden Projekten einzuholen.
Interne und externe Anlaufstellen
Anlaufstellen wie das interne BGM-Team, die United Internet Vertrauenspersonen (oder die externen Fachansprechpersonen des „Employee Assistance Program“ (EAP)) stehen Mitarbeitenden und Führungskräften an deutschen Standorten auch persönlich beratend zur Seite.
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Für das EAP kooperiert United Internet mit einem externen Anbieter. Die Ansprechpersonen des Dienstleistungsunternehmens sind rund um die Uhr telefonisch erreichbar und stehen für eine vertrauliche und kostenfreie Beratung zu Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen sowie für Lebenslagen-Coaching bei persönlichen Herausforderungen zur Verfügung. Auch die im Abschnitt „Maßnahmen zum Risiko ‚Fachkräftemangel und Fluktuation der Mitarbeitenden durch unattraktive Arbeitsbedingungen‘“ beschriebenen, flexiblen Arbeitszeitmodelle zählen als Maßnahme zur Vermeidung von Überbelastung der Mitarbeitenden. Weitere Maßnahmen sind Gefährdungsbeurteilungen, arbeitsmedizinische Betreuung und das Angebot der Gesundheitswoche bzw. Health Days, mit einem vielseitigen Kurs- und Beratungsangebot.

Arbeitsschutz inkl. Arbeitssicherheit in den Rechenzentren
Unter Berücksichtigung der berufsgenossenschaftlichen und gesetzlichen Vorschriften und Regeln werden jährliche (im Segment „Business Access“ an kleinen Standorten mit weniger als 20 Mitarbeitenden alle drei Jahre) Sicherheitsbegehungen mit Expertinnen und Experten externer Dienstleistungsunternehmen an den Standorten in Deutschland durchgeführt. Die Auswertung der Berichte, die Umsetzung von Maßnahmen und die Durchführung von Arbeitsschutzausschusssitzungen finden ebenfalls an diesen Standorten statt.
Schulungen Arbeitssicherheit und Erste Hilfe
Der Arbeitsschutz befindet sich auf Grundlage der gesetzlichen und berufsgenossenschaftlichen Vorschriften und Regeln in kontinuierlicher Entwicklung. Zu den Rechenzentren erhalten nur berechtigte Mitarbeitende permanenten Zutritt. Diese Mitarbeitenden sind verpflichtet, an (digitalen) Schulungen teilzunehmen, in denen u. a. auf die Themen „Verhalten im Notfall“ oder „Erste Hilfe“ eingegangen wird.
Darüber hinaus werden Schulungen und Trainings für Mitarbeitende organisiert, die für die elektrische und IT-technische Inbetriebnahme von Servern in den o. g. Rechenzentren zuständig sind. In Zusammenarbeit mit der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) werden pro „Operation Team“ Sicherheitsbeauftragte ausgebildet und regelmäßig geschult. Zusätzlich wird United Internet durch externe Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Brandschutz unterstützt. Neben Notfallhandbüchern werden Arbeitsanweisungen und Vorschriften für Mitarbeitende auf einer internen Austauschplattform bereitgestellt.
Anlaufstellen für mentale Erste Hilfe
United Internet hat im Geschäftsjahr 2024 erstmalig 33 Mitarbeitende zu „Mentalen Ersthelfenden“ (bzw. „Psychologischen Ersthelfenden“ im Segment „Consumer Applications“) ausgebildet, um Kolleginnen und Kollegen bei psychischen Belastungen anonym und vertraulich zu unterstützen, erste Maßnahmen anzubieten und professionelle Hilfe zu vermitteln. Im Geschäftsjahr 2025 wurden weitere 42 Mentale Ersthelfende qualifiziert. Seit diesem Geschäftsjahr finden vierteljährliche Treffen statt, die der Wissensauffrischung und dem kollegialen Austausch dienen.
Regelung zu „Achtsamen Betriebsfeiern“
Im unternehmenseigenen Intranet wird konzernweit darüber informiert, wie ein wertschätzender und respektvoller Umgang auf Betriebsfeiern aussieht und eingehalten werden kann und welche Maßnahmen ergriffen werden können, wenn es zu Vorfällen kommen sollte. Zudem gibt es Anlaufstellen (Vertrauenspersonen, „Integrity Line“) zum Thema der sexuellen Belästigung und entsprechende Infoseiten im Intranet.
Ziele
Die Ziele im Bereich „Arbeitskräfte von United Internet“ wurden auf Grundlage definierter Basisjahre und anhand quantitativer und qualitativer Daten, wie Personalstatistiken, abgeleitet. Sie basieren auf realistischen Einschätzungen zu Ressourcen, Machbarkeit und zeitlichen Horizonten und werden bei Bedarf angepasst, sobald sich Rahmenbedingungen, regulatorische Anforderungen oder interne Prioritäten verändern. Annahmen betreffen u. a. Marktprognosen, demografische Trends sowie die erwartete Wirksamkeit von Maßnahmenprogrammen.
Ziele zur Auswirkung „Soziale Sicherheit durch faire Arbeitsbedingungen“
Zur weiteren Stärkung der sozialen Sicherheit und Fairness bei United Internet hat sich das Unternehmen konkrete Ziele gesetzt, die Chancengleichheit, soziale Sicherheit und Transparenz in Vergütungs- und Personalprozessen fortlaufend verbessern sollen.
Ziel ist es, dass konzernweit alle Arbeitnehmenden durch öffentliche Programme oder durch vom Unternehmen angebotene Leistungen gegen Verdienstausfälle aufgrund von Krankheit, Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfällen, Erwerbsunfähigkeit, Elternzeit und Ruhestand abgesichert sind. Im Geschäftsjahr 2025, das gleichzeitig das Basisjahr für die Erhebung dieser Kennzahl darstellt, wurde dieses Ziel erreicht – mit Ausnahme der Absicherung von Arbeitnehmenden in den USA gegen Verdienstausfälle aufgrund von Elternzeit.
Ziel ist es, den Anteil unbefristeter Arbeitsverträge dauerhaft auf einem Niveau von mindestens 85 % zu halten, um langfristige Beschäftigungssicherheit und die Bindung der Mitarbeitenden zu fördern. Der Anteil lag im Geschäftsjahr 2025, welches zugleich Basisjahr ist, bei 92 %.
Ziele zum Risiko „Fachkräftemangel und Fluktuation der Mitarbeitenden durch unattraktive Arbeitsbedingungen“
Die Quote der freiwilligen Kündigungen in der Stammbelegschaft soll dauerhaft in einem verträglichen Maß gehalten werden. Der angestrebte Zielkorridor der Fluktuation der Mitarbeitenden liegt zwischen 5 % und 10 %. Im Geschäftsjahr 2025, welches auch als Basisjahr dient, betrug die Quote 5,8 %.
Für die Geschäftsjahre 2026 und 2027 strebt United Internet an, die Übernahmequote von Auszubildenden nach erfolgreichem Ausbildungsabschluss in einen Zielkorridor von 60 % bis 70 % zu erhöhen. Das Geschäftsjahr 2024 bildet das Basisjahr mit einer Übernahmequote von 48 %.
Ziele zur Auswirkung „Fehlende Chancengleichheit und Inklusion“
United Internet verfolgt konkrete Ziele zur Förderung von Vielfalt, Chancengleichheit und Inklusion der Mitarbeitenden. Diese Ziele tragen zur Umsetzung der Selbstverpflichtung der Charta der Vielfalt, des Code of Conducts und des Diversity-Leitbilds bei und stehen in Verbindung mit der Gesamtstrategie im Bereich HR.
Diversity Mindset: United Internet beabsichtigt, im kommenden Geschäftsjahr ein konzernweit gültiges Ziel zur Durchführungsquote der Schulung „Diversität & Inklusion“ festzulegen. Die Entwicklung und der Roll-out der Schulung fanden bereits in den Geschäftsjahren 2024 und 2025 in allen Segmenten, ausschließlich des Segments „Business Applications“, statt.
Gender Equity & Female Empowerment: Der Anteil von Frauen in Führungspositionen soll von 21,2 % (2024) auf ca. 25 % bis Ende des Geschäftsjahres 2030 steigen. Die Zielquote von ca. 25 % bezieht sich auf die aktiven Mitarbeitenden der obersten vier Führungsebenen unterhalb der Verwaltungs- und Aufsichtsorgane inkl. des Konzernvorstands.
Inklusion: Für 2026 plant United Internet, einen Aktionsplan zur Förderung von Inklusion in die Umsetzung zu bringen. Hierzu sollen themenspezifische Arbeitsgruppen messbare Kriterien zur Bewertung von Maßnahmen und Fortschritten festlegen. Darauf aufbauend soll erstmals eine strukturierte Berichterstattung erfolgen, die auch Rückmeldungen aus Befragungen der Mitarbeitenden und weiteren Meldewegen einbezieht.
Ziele zur Auswirkung „Gesundheitliche Gefährdung am Arbeitsplatz“
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Die Maßnahmen des BGM dienen dem Schutz der physischen und psychischen Gesundheit der Mitarbeitenden am Arbeitsplatz. Die Steuerung erfolgt maßnahmenbasiert und ist nicht an aggregierte oder quantitative Gesamtziele gebunden. Der Fortschritt sowie die Wirksamkeit der umgesetzten Maßnahmen werden anhand verschiedener Kennzahlen überwacht; hierzu wird auf den Abschnitt „Kennzahlen“ verwiesen.
Kennzahlen
Im Geschäftsjahr 2025 wurde die zugrunde liegende Datenbasis für die Anzahl an Mitarbeitenden angepasst. Die Anpassungen erfolgen, um Beschäftigte, die von den wesentlichen sozialen Auswirkungen und Risiken betroffen sein können, ganzheitlich zu berücksichtigen. Die Berichtszahlen des Geschäftsjahres 2024 wurden in der diesjährigen Nachhaltigkeitserklärung für eine bessere Vergleichbarkeit rückwirkend auf die neue Definition der eigenen Belegschaft angepasst.
Änderung in Bezug auf inaktive Mitarbeitende: Im Vorjahr wurden inaktive Mitarbeitende nicht ausgewiesen. Für die Erstellung der Nachhaltigkeitserklärung wurde die Berichtslogik dahingehend angepasst, dass alle aktiven und inaktiven Mitarbeitenden berichtet werden.
Änderung in Bezug auf Leitungsorgane: Im vergangenen Geschäftsjahr wurden unter den Arbeitnehmenden auch Vorstände und Geschäftsführende des Konzerns und der Tochtergesellschaften erfasst. In der diesjährigen Nachhaltigkeitserklärung werden Vorstände bzw. Geschäftsführungen, die i. S. d. § 611a BGB keine Arbeitnehmenden sind, nicht einbezogen.
Für die nachfolgenden Tabellen gilt daher für den Kennzahlenausweis 2024 und 2025, sofern nicht anders angegeben, folgende Definition: Die eigene Belegschaft umfasst alle Personen, die zum Stichtag 31. Dezember 2025 in einem bestehenden Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis mit dem Unternehmen stehen, unabhängig von Beschäftigungsart, Arbeitszeit oder vorübergehender Abwesenheit. Neben der Stammbelegschaft sind Aushilfen wie Praktikantinnen und Praktikanten, Werkstudierende und Trainees inkludiert. Eingeschlossen sind auch inaktive Mitarbeitende (z. B. während Elternzeit, Freistellung, Passivphase der Altersteilzeit oder Langzeiterkrankung), sofern das Arbeitsverhältnis fortbesteht. Vorstände, Geschäftsführung sowie ehemalige Mitarbeitende (z. B. Betriebsrentnerinnen und Betriebsrentner) sind nicht Teil der eigenen Belegschaft. Für die Definition der eigenen Belegschaft werden die nationalen Rechtsvorschriften und Gepflogenheiten des Landes angewendet, in dem United Internet seinen Hauptsitz hat (Deutschland). Maßgeblich sind insbesondere § 611a BGB (Arbeitsvertrag) sowie die einschlägigen arbeits- und sozialrechtlichen Bestimmungen (u. a. SGB, MuSchG, BEEG, BBiG, AltTZG). Diese Auslegung gilt konzernweit für alle Kategorien von Mitarbeitenden, unabhängig vom Einsatzort.

Merkmale der Beschäftigten des Unternehmens
Die nachfolgenden Tabellen geben einen Überblick über die wesentlichen Merkmale der Beschäftigten von United Internet.
Anzahl an Arbeitnehmenden nach Geschlecht
2025
2024
Männlich
7.299
7.384
Weiblich
3.664
3.763
Divers
7
7
Keine Angaben
-
-
Gesamtanzahl an Arbeitnehmenden
10.970
11.154
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Verweis folgt
Abweichend von der oben eingeführten Definition zur eigenen Belegschaft werden für die im Konzernabschluss ausgewiesene Anzahl an Mitarbeitenden alle aktiven Mitarbeitenden, inkl. Vorstände und Geschäftsführung, korrigiert um die Anzahl an Mitarbeitenden aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen, einbezogen. Im Konzernabschluss beläuft sich die Gesamtanzahl an Arbeitnehmenden auf 10.547.
Anzahl an Arbeitnehmenden pro Land
2025
2024
Deutschland
8.831
9.157
Österreich
50
58
Spanien
460
447
Frankreich
12
9
Großbritannien
239
242
Philippinen
648
504
Polen
320
339
Rumänien
289
284
Vereinigte Staaten
121
114
Gesamtanzahl an Arbeitnehmenden
10.970
11.154
Information über Arbeitnehmende nach Art des Vertrags, aufgeschlüsselt nach Geschlecht 
2025
 
Weiblich
Männlich
Divers(*)
Insgesamt
Anzahl an Arbeitnehmenden (Personenanzahl)
3.664
7.299
7
10.970
Anzahl an Arbeitnehmenden mit unbefristeten Arbeitsverträgen (Personenanzahl)
3.369
6.735
7
10.111
Anzahl an Arbeitnehmenden mit befristeten Arbeitsverträgen (Personenanzahl)
295
564
0
859
Anzahl an Vollzeitkräften (Personenanzahl)
2.539
6.613
6
9.158
Anzahl an Teilzeitkräften (Personenanzahl)
1.125
686
1
1.812
(*) Geschlecht, wie von den Arbeitnehmenden selbst angegeben.
Information über Arbeitnehmende nach Art des Vertrags, aufgeschlüsselt nach Geschlecht 
2024
 
Weiblich
Männlich
Divers(*)
Insgesamt
Anzahl an Arbeitnehmenden (Personenanzahl)
3.763
7.384
7
11.154
Anzahl an Arbeitnehmenden mit unbefristeten Arbeitsverträgen (Personenanzahl)
3.411
6.789
6
10.206
Anzahl an Arbeitnehmenden mit befristeten Arbeitsverträgen (Personenanzahl)
352
595
1
948
Anzahl an Vollzeitkräften (Personenanzahl)
2.581
6.700
6
9.287
Anzahl an Teilzeitkräften (Personenanzahl)
1.182
684
1
1.867
(*) Geschlecht, wie von den Arbeitnehmenden selbst angegeben.
Arbeitnehmende in Vollzeit nach Region
2025
2024
Deutschland
7.105
7.389
Österreich
34
38
Spanien
426
399
Frankreich
12
7
Großbritannien
217
225
Philippinen
648
504
Polen
306
329
Rumänien
289
283
Vereinigte Staaten
121
113
Gesamtanzahl an Arbeitnehmenden in Vollzeit
9.158
9.287
Arbeitnehmende in Teilzeit nach Region
2025
2024
Deutschland
1.726
1.768
Österreich
16
20
Spanien
34
48
Frankreich
0
2
Großbritannien
22
17
Philippinen
0
0
Polen
14
10
Rumänien
0
1
Vereinigte Staaten
0
1
Gesamtanzahl an Arbeitnehmenden in Teilzeit
1.812
1.867
Gesamtanzahl an Arbeitnehmenden in Voll- und Teilzeit
10.970
11.154
Arbeitnehmende mit unbefristeten Arbeitsverträgen nach Region
2025
2024
Deutschland
8.004
8.256
Österreich
49
57
Spanien
449
434
Frankreich
12
9
Großbritannien
239
242
Philippinen
648
497
Polen
310
328
Rumänien
279
269
Vereinigte Staaten
121
114
Gesamtanzahl an Arbeitnehmenden mit unbefristeten Arbeitsverträgen
10.111
10.206
Arbeitnehmende mit befristeten Arbeitsverträgen nach Region
2025
2024
Deutschland
827
901
Österreich
1
1
Spanien
11
13
Frankreich
0
0
Großbritannien
0
0
Philippinen
0
7
Polen
10
11
Rumänien
10
15
Vereinigte Staaten
0
0
Gesamtanzahl an Arbeitnehmenden mit befristeten Arbeitsverträgen
859
948
Gesamtanzahl an Arbeitnehmenden mit unbefristeten und befristeten Arbeitsverträgen
10.970
11.154
Kennzahlen zur Auswirkung „Soziale Sicherheit durch faire Arbeitsbedingungen“
Zur Steuerung der Auswirkung „Soziale Sicherheit durch faire Arbeitsbedingungen“ werden die folgenden Kennzahlen verwendet.
Prozentsatz unbefristeter Arbeitsverträge: Dieser wird als Verhältnis der Gesamtanzahl an Arbeitnehmenden mit unbefristeten Verträgen zur Gesamtzahl an Arbeitnehmenden berechnet und beträgt im Geschäftsjahr 2025 92 %. Befristete Arbeitsverträge nutzt United Internet vorwiegend, um Stellen zu besetzen, die vorübergehend vakant sind, wie z. B. Elternzeitvertretungen.
Soziale Absicherung: Diese Kennzahl gibt an, ob Arbeitnehmende durch öffentliche Programme oder durch vom Unternehmen angebotene Leistungen gegen Verdienstausfälle aufgrund von Krankheit, Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfällen, Erwerbsunfähigkeit, Elternzeit und Ruhestand abgesichert sind. Die soziale Absicherung bestand im Geschäftsjahr 2025 konzernweit für alle Mitarbeitenden – mit Ausnahme der Absicherung von Arbeitnehmenden in den USA gegen Verdienstausfälle aufgrund von Elternzeit.
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LTI, SARs, STI
Geschlechterspezifisches Verdienstgefälle: Dieses entspricht der Differenz zwischen dem durchschnittlichen Bruttostundenverdienst weiblicher und männlicher Arbeitnehmender, ausgedrückt als Prozentsatz des durchschnittlichen Bruttostundenverdienstes männlicher Arbeitnehmer. Es betrug im Geschäftsjahr 2025 20,5 %. Für die Berechnung des durchschnittlichen Bruttostundenverdienstes wurden alle fixen Gehaltsbestandteile sowie sonstigen Geld- und Sachleistungen der Mitarbeitenden zum Stichtag 31. Dezember 2025 ausgewertet und die Vergütungskomponenten zur Berechnung der jährlichen Gesamtzielvergütung annualisiert. Dabei bleiben unterjährige Gehaltsanpassungen unberücksichtigt. Darüber hinaus wurden kurz- und langfristige variable Gehaltsbestandteile berücksichtigt: Provisionen mit einem festgelegten Zielwert werden auf Basis einer angenommenen Zielerreichung von 100 % angesetzt, Provisionen ohne festgelegten Zielwert werden auf Grundlage der tatsächlichen Abrechnungsergebnisse ermittelt. Die langfristige variable Vergütung besteht in einem auf virtuellen Aktienoptionen basierenden Beteiligungsprogramm (Stock Appreciation Rights, SARs) und wird in dem Geschäftsjahr als gewährt und geschuldet ausgewiesen, in dem die SARs ausgeübt werden. Beträge in Fremdwährungen werden anhand der durchschnittlichen Wechselkurse für das Geschäftsjahr 2025 in Euro umgerechnet. Abschließend wird aus der jährlichen Gesamtvergütung der Bruttostundenlohn auf Basis der hinterlegten Standardarbeitszeit ermittelt.
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Berichte - IONOS Group SE
Jährliches Gesamtvergütungsverhältnis: Das Vergütungsverhältnis der höchstbezahlten Person zum Median der jährlichen Gesamtvergütung aller Mitarbeitenden (mit Ausnahme der höchstbezahlten Person) lag im Geschäftsjahr 2025 bei 108:1. Für die Ermittlung wurde die unter „Geschlechterspezifisches Verdienstgefälle“ verwendete Methode für die Berechnung der jährlichen Gesamtvergütung zugrunde gelegt, wobei diese zusätzlich um Kaufkraftunterschiede zwischen den Ländern bereinigt wurde. Dazu wurde das BIP pro Kopf der jeweiligen Länder in aktuellen Preisen ins Verhältnis zum deutschen BIP pro Kopf gesetzt und das Jahreszielgehalt durch diesen Faktor geteilt. Die Methodik zur Ermittlung der Vergütung der höchstverdienenden Person wird im Vergütungsbericht des Segments „Business Applications“ erläutert.
Angemessene Entlohnung: Alle Mitarbeitenden von United Internet erhalten einen angemessenen Lohn, der den im jeweiligen Land geltenden Maßstäben entspricht. Als Referenzwerte wurden jeweils die national oder regional geltenden Mindestlöhne herangezogen. Eine Ausnahme bildet Österreich: Mangels eines gesetzlichen Mindestlohns wurde der Tarifvertrag für Angestellte in der Informationstechnologie als Referenz herangezogen. Für die Prüfung der Maßstabserfüllung wurden die Grundgehälter ausgewertet und daraus der jeweilige Stundenlohn auf Basis der hinterlegten Standardarbeitszeit berechnet. Inaktive Personen, Praktikantinnen und Praktikanten, Bachelorstudierende sowie Auszubildende sind von der Auswertung ausgeschlossen.
Kennzahlen zum Risiko „Fachkräftemangel und Fluktuation der Mitarbeitenden durch unattraktive Arbeitsbedingungen“
Das Risiko „Fachkräftemangel und Fluktuation der Mitarbeitenden durch unattraktive Arbeitsbedingungen“ wird mithilfe der folgenden Kennzahlen überwacht:
Fluktuation der Arbeitnehmenden: Für das Geschäftsjahr 2025 betrug die Quote 14 %, basierend auf 1.530 Austrittsereignissen im Geschäftsjahr (2024: 1.677 Austritte; 15 %). Die Fluktuationsquote wurde berechnet aus der Summe aller Austrittsereignisse im Geschäftsjahr dividiert durch den durchschnittlichen, monatlichen Mitarbeitendenbestand im Geschäftsjahr. Zu den berücksichtigten Austrittsereignissen zählen Arbeitnehmenden- und Arbeitgeberkündigungen, Aufhebungsverträge, Renteneintritte, ausgelaufene Verträge, Todesfälle sowie Austritte von Aushilfen, Werkstudierenden, Praktikantinnen und Praktikanten sowie Diplomanden und Diplomandinnen.
Quote der freiwilligen Kündigungen in der Stammbelegschaft (unternehmensspezifische Kennzahl): Diese Kennzahl wird zusätzlich zur Fluktuation der Arbeitnehmenden erhoben. Sie berücksichtigt in Bezug auf die aktiven Arbeitnehmenden der Stammbelegschaft, d. h. exkl. der Aushilfen und inkl. Vorstände und Geschäftsführung, selbst initiierte Kündigungen. Im Geschäftsjahr 2025 betrug die Quote 5,8 %.
Übernahmequote (unternehmensspezifische Kennzahl): Diese Kennzahl ist definiert als das Verhältnis der Anzahl an übernommenen Auszubildenden zur Anzahl an Auszubildenden, die ihre Ausbildung im jeweiligen Geschäftsjahr erfolgreich abgeschlossen haben. Als übernommen gelten Personen, die im jeweiligen Geschäftsjahr eine Festanstellung, ein duales Studium oder eine Werkstudierendentätigkeit bei United Internet begonnen haben. Die Übernahmequote betrug im Geschäftsjahr 2025 48 % (2024: 48 %).
Kennzahlen zur Auswirkung „Fehlende Chancengleichheit und Inklusion“
Im Einklang mit dem Engagement für Transparenz und Chancengleichheit wurden bei United Internet spezifische Kennzahlen definiert, die eine kontinuierliche Aktualisierung und Überprüfung bzgl. Einstellungen, Schulungen und Beförderungen gewährleisten. Dadurch erhält United Internet einen klaren Überblick über die Entwicklungs- und Aufstiegschancen der Mitarbeitenden. Innerhalb des Rekrutierungsprozesses werden Daten zu Geschlecht, Alter und Qualifikation erhoben, um die Vielfalt sowie Gerechtigkeit bei der Einstellung sicherzustellen. Die Rekrutierungs- und Förderprozesse sind spezifisch darauf ausgelegt, Qualifikationen, Kompetenzen und berufliche Erfahrungen als zentrale Säulen bei allen Personalentscheidungen zu nutzen.
Zur Steuerung der Auswirkung „Fehlende Chancengleichheit und Inklusion“ werden die folgenden Kennzahlen verwendet:
Anzahl an Arbeitnehmenden nach Altersgruppe
2025
2024
2025
2024
 
Anzahl
Anzahl
in %
in %
Arbeitnehmende unter 30 Jahren
2.213
2.354
20,2
21,1
Arbeitnehmende (30–50 Jahre)
6.561
6.686
59,8
59,9
Arbeitnehmende über 50 Jahren
2.196
2.114
20,0
19,0
Arbeitnehmende insgesamt
10.970
11.154
100,0
100,0
Die oberste Führungsebene bei der Verteilung der Geschlechter wird in der folgenden Tabelle als zwei Ebenen unterhalb der Verwaltungs- und Aufsichtsorgane, d. h. exkl. Vorstand und Aufsichtsrat des Konzerns und inkl. der Organe der Tochtergesellschaften, definiert.
Geschlechterverteilung der obersten Führungsebene
2025
2024
2025
2024
 
Anzahl
Anzahl
in %
in %
Weiblich
30
38
13,2
14,6
Männlich
198
223
86,8
85,4
Divers(*)
0
0
0,0
0,0
Insgesamt
228
261
100,0
100,0
(*) Geschlecht, wie von den Arbeitnehmenden selbst angegeben.
Zusätzlich dienen folgende Kennzahlen dazu, die Zielerreichung in Bezug auf die Auswirkung zu monitoren:
Anteil von Frauen in Führungspositionen (unternehmensspezifische Kennzahl): Die Kennzahl bezieht sich auf die aktiven Mitarbeitenden der vier obersten Führungsebenen unterhalb der Verwaltungs- und Aufsichtsorgane und schließt den Konzernvorstand ein. Der Anteil betrug im Geschäftsjahr 2025 20,1 % (2024: 21,2 %) und lag damit unter dem Vorjahreswert. Die Entwicklung unterliegt jährlichen Schwankungen, u. a. aufgrund von personellen Veränderungen in einem begrenzten Führungskreis. Diese Kennzahl dient primär der Bewertung von Chancengleichheit im Unternehmen.
Abschlussquote der „Diversität & Inklusion“-Schulung (unternehmensspezifische Kennzahl): Die Abschlussquote der „Diversität & Inklusion“-Schulung betrug für alle verpflichtend eingebuchten Mitarbeitenden seit dem Roll-out im Geschäftsjahr 2024 bis zum Ende des Geschäftsjahres 2025 89 %. Die Berechnung basiert auf dem Anteil der Mitarbeitenden mit nachgewiesener, erfolgreicher Teilnahme an allen verpflichtend eingebuchten Mitarbeitenden. Eingebucht wurden alle aktiven Mitarbeitenden inkl. Aushilfen, ausgenommen jene des Segments „Business Applications“. Zusätzlich wurden außerhalb des Segments „Business Access“ auch Mitarbeitende in Elternzeit und aufgrund von Krankheit längere Zeit abwesende Mitarbeitende eingebucht. Insgesamt wurden somit 6.512 Personen auf das Training gebucht. Die Kennzahl dient der Überwachung des Fortschritts bei der Umsetzung der Schulungspflicht sowie der Bewertung der Verankerung von Diversität und Inklusion im Unternehmen.
Kennzahlen zur Auswirkung „Gesundheitliche Gefährdung am Arbeitsplatz“
United Internet nimmt die Auswirkung „Gesundheitliche Gefährdung am Arbeitsplatz“ sehr ernst und verfolgt das Ziel, belastungsbedingte Abwesenheiten zu senken und Unfälle am Arbeitsplatz zu vermeiden. Auch zukünftig werden die Ursachen für Abwesenheiten und Unfälle genau analysiert. Die Effektivität des Arbeitsschutzmanagements zeigt sich in Unfall- und Abwesenheitsquoten.
Folgende Kennzahlen dienen zur Überwachung und Steuerung der Auswirkung:
Abdeckung durch das Gesundheits- und Sicherheitsmanagementsystem: Die Abdeckung betrug im Geschäftsjahr 2025 81 % (2024: 82 %). Dies entspricht den Mitarbeitenden aller deutschen Standorte von United Internet.
Todesfälle, Verletzungen und Erkrankungen: Im Geschäftsjahr 2025 wurden keine Todesfälle von Mitarbeitenden aufgrund von arbeitsbedingten Verletzungen und Erkrankungen verzeichnet (2024: 0). Im Geschäftsjahr 2025 wurden keine tödlichen Arbeitsunfälle oder sonstige Todesfälle unter anderen Arbeitskräften an den Standorten des Unternehmens festgestellt.
Arbeitsunfälle: Im Geschäftsjahr 2025 wurden 37 meldepflichtige Arbeitsunfälle gemeldet, was einer Quote von 2,2 % entspricht (2024: 34 Unfälle, Quote: 2,0 %). Die Quote repräsentiert die Zahl der jeweiligen Unfälle pro einer Mio. geleisteter Arbeitsstunden, was 500 Vollzeitbeschäftigten in einem Zeitraum von einem Jahr entspricht. Dafür wurden die geleisteten Arbeitsstunden auf Grundlage der Standardarbeitsstunden unter Berücksichtigung der Ansprüche auf Abwesenheit mit Lohnfortzahlung durch Urlaub, Krankheitsausfälle und Feiertage geschätzt.
Vorfälle und Beschwerden im Zusammenhang mit Menschenrechten
Im Geschäftsjahr 2025 wurden der Compliance-Organisation 38 Hinweise auf mögliche Compliance-Verstöße über die zuvor beschriebenen Kanäle gemeldet und durch sie geprüft (2024: 32 Hinweise). Davon hatten zwölf Hinweise einen Bezug zu Diskriminierung, einschließlich Belästigung (2024: fünf), sechs weitere standen im Zusammenhang mit anderen sozialen Faktoren oder Aspekten innerhalb der eigenen Belegschaft (2024: acht). Von den zwölf potenziellen Diskriminierungs-Vorfällen konnte in zwei Fällen ein tatsächlicher Verstoß festgestellt werden (2024: zwei), woraufhin Abhilfemaßnahmen abgeleitet und umgesetzt wurden. Es wurden keine Hinweise auf Menschenrechtsverletzungen gemeldet (2024: ebenfalls keine Hinweise).
Aus den vorstehend beschriebenen Vorfällen und Beschwerden, inkl. derer im Zusammenhang mit Beschwerden über Vorfälle von Diskriminierung und Belästigung, resultierten im Geschäftsjahr 2025 keine Geldbußen, Sanktionen oder Schadensersatzzahlungen. Daher sind auch im Jahresabschluss keine entsprechenden Beträge für das Geschäftsjahr 2025 ausgewiesen (2024: ebenfalls Nullmeldung).
Der Vorstand sowie der Prüfungs- und Risikoausschuss des Aufsichtsrats werden quartalsweise über Hinweise auf mögliche Compliance-Verstöße informiert. Diese klaren Berichtswege tragen aktiv zur Förderung einer Vertrauenskultur bei und die Erkenntnisse aus der Bearbeitung von Hinweisen fließen in die Anpassung der Sorgfaltsprozesse ein.

Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette
Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen
United Internet ist in Europa und Nordamerika, also auch außerhalb des Heimatmarkts Deutschland, geschäftlich aktiv. Für das Unternehmen ist die Verantwortung in der Wertschöpfungskette ein wesentliches Thema, insbesondere mit Blick auf den Schutz von Umwelt und Menschenrechten. Dabei umfassen Menschenrechte nicht nur sehr grundlegende Rechte wie Leben, Freiheit und Gleichheit, sondern auch zahlreiche Aspekte aus dem Bereich Arbeit, etwa das Verbot von Diskriminierung und („moderner“) Sklaverei sowie das Recht auf Erholung.
Nicht nur die Beschäftigten von United Internet selbst, sondern auch die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette – außerhalb des direkten Wirkungskreises der Geschäftsaktivität von United Internet – können Gefahren oder Missständen ausgesetzt sein. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf die Nichteinhaltung fairer Arbeitsbedingungen sowie auf Menschenrechtsverletzungen. Im Rahmen der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse hat United Internet folgende positive und negative wesentliche Auswirkungen auf Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette identifiziert.
IRO-Kategorie
Beschreibung der wesentlichen IROs
Wertschöpfungskette
Nichteinhaltung fairer Arbeitsbedingungen und Menschenrechtsverletzungen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette
Potenzielle negative Auswirkung auf die Gesellschaft
Zur Bereitstellung von Internet- und Telekommunikationsdiensten ist IT-Hardware und Infrastruktur erforderlich, in der Rohstoffe wie seltene Erden zum Einsatz kommen. Beim Abbau dieser Rohstoffe kann es im Rahmen globaler Lieferketten zur Missachtung von Arbeitsrechten sowie zu gravierenden Menschenrechtsverletzungen bis hin zum Tod kommen, besonders in Ländern mit schwachen regulatorischen Rahmenbedingungen.
Vorgelagert
Beschäftigung und Inklusion von Menschen mit Behinderungen in der Wertschöpfungskette
Tatsächliche positive Auswirkung auf die Gesellschaft
Die Zusammenarbeit mit inklusiven Geschäftspartnern unterstützt aktiv die Inklusion und fördert die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen in der Wertschöpfungskette. Dies trägt nicht nur zur Schaffung eines vielfältigeren und integrativeren Arbeitsumfelds bei, sondern stärkt auch die Chancengleichheit und soziale Gerechtigkeit. Gleichzeitig werden die Eigenständigkeit, der Selbstwert und die soziale Integration von Menschen mit Behinderungen gefördert.
Nachgelagert
Weiterführende Informationen zur Auswirkung „Nichteinhaltung fairer Arbeitsbedingungen und Menschenrechtsverletzungen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette“
IT-Hardware, die United Internet vertreibt oder zur Bereitstellung von Internet- und Telekommunikationsdiensten verwendet, beinhaltet diverse Rohstoffe. Es werden u. a. Erdöl für die Kunststoffproduktion sowie seltene Erden, Lithium, Silizium und Kupfer benötigt. Diese Rohstoffe kommen primär aus China, Australien, den USA, Chile und der Demokratischen Republik Kongo. Der Abbau dieser Rohstoffe kann durch ausbeuterische Arbeitsbedingungen und Menschenrechtsverletzungen geprägt sein. Insbesondere die Wertschöpfungskette für Minerale kann bestimmte Risiken bergen. Neben der Gefahr der Kinderarbeit in Kobaltminen sowie den gefährlichen Arbeitsbedingungen für Minenarbeiterinnen und Minenarbeiter können auch die Angestellten von Zulieferbetrieben oder Selbstständige sowie Arbeitskräfte, die über Drittunternehmen tätig sind, von Risiken bedroht sein. Fehlende Arbeitssicherheitsmaßnahmen können schwere gesundheitliche Schäden oder im schlimmsten Fall sogar den Tod zur Folge haben. Zudem können Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette Missbrauch, Gewalt und Zwangsarbeit ausgesetzt sein, ohne ausreichenden Schutz oder Rechtssicherheit zu genießen.
Die von United Internet benötigte IT-Hardware wird primär im Ausland hergestellt, u. a. in China, Vietnam, Indien, Taiwan und Japan. In IT-Hardware-Fabriken sind besonders migrantische Arbeitskräfte, Frauen und Zeitarbeitskräfte gefährdet. Sie können bspw. unter niedrigen Löhnen, langen Arbeitszeiten, fehlendem Arbeitsschutz, Diskriminierung und unsicheren Verträgen leiden, oftmals ohne oder nur mit geringen Möglichkeiten, ihre Rechte durchzusetzen. Die Arbeitskräfte können zudem sexueller Belästigung ausgesetzt sein. All diese Umstände beeinträchtigen potenziell die körperliche und psychische Gesundheit der Arbeitskräfte erheblich und stellen eine Missachtung der Menschenrechte dar.
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Alle weiteren Angaben zur Beschreibung der wesentlichen Auswirkungen und Risiken werden im Kapitel „Allgemeine Angaben“ berichtet.
Richtlinien
Im Folgenden werden Richtlinien aufgeführt, die das Unternehmen zur Prävention, Minderung oder Behebung negativer Auswirkungen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette eingeführt hat.
Ziel der Richtlinie
Geltungsbereich
Verantwortlicher Fachbereich
Nationale und internationale Standards und Gesetzgebung
Grundsatzerklärung, siehe „Einführung in den Bereich Soziales“
IRO-Bezug: Arbeitsbedingungen und Menschenrechtsverletzungen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette
Geschäftspartnerkodex (Verhaltenskodex für Geschäftspartner der United Internet AG)
IRO-Bezug: Arbeitsbedingungen und Menschenrechtsverletzungen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette
Vermeidung von Verletzungen von Menschenrechten in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette
Konzernweit im eigenen Betrieb und für alle Geschäftspartner (vorgelagerte und nachgelagerte Wertschöpfungskette) ohne geografische Einschränkung
Corporate Compliance
und Zentraleinkauf
UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte
Leitlinie zur Umsetzung der Lieferkettensorgfaltspflichten
IRO-Bezug: Arbeitsbedingungen und Menschenrechtsverletzungen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette
Effektive Umsetzung der Lieferkettensorgfalts-pflichten
Konzernweit im eigenen Betrieb und für alle Geschäftspartner (vorgelagerte Wertschöpfungskette) ohne geografische Einschränkung
Corporate Compliance
Lieferkettensorgfalts-pflichtengesetz (LkSG)
Hinweisgeberschutz-Richtlinie, siehe „Einführung in den Bereich Soziales“
IRO-Bezug: Arbeitsbedingungen und Menschenrechtsverletzungen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette
Leitfaden zur Meldung von Fehlverhalten bei United Internet, siehe „Einführung in den Bereich Soziales“
IRO-Bezug: Arbeitsbedingungen und Menschenrechtsverletzungen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette
Konzernrichtlinie Umgang mit Hinweisen auf Compliance-Verstöße und Durchführung interner Untersuchungen, siehe „Governance-Informationen“
IRO-Bezug: Arbeitsbedingungen und Menschenrechtsverletzungen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette
Geschäftspartnerkodex
Von den Lieferanten und Dienstleistungsunternehmen erwartet United Internet, dass sie denselben Grundsätzen folgen wie das Unternehmen selbst. Diese Erwartungen sind konkret im Geschäftspartnerkodex beschrieben und Teil eines sorgfältigen Auswahlprozesses der Geschäftspartner von United Internet. Durch den Kodex soll die Gewährleistung entsprechender Arbeitsbedingungen in der Wertschöpfungskette unterstützt werden. Gleichzeitig sollen so Verletzungen von Menschenrechten in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette sowie damit zusammenhängende potenzielle negative Auswirkungen durch Geschäftsaktivitäten von United Internet vermieden werden.
United Internet bekennt sich ausdrücklich zum Verbot von Menschenhandel, Zwangsarbeit und Kinderarbeit. Dies ist im Geschäftspartnerkodex verankert und von den Lieferanten und Geschäftspartnern einzuhalten.
Leitlinie zur Umsetzung der Lieferkettensorgfaltspflichten
Die Leitlinie zur Umsetzung der Lieferkettensorgfaltspflichten (LkS) beschreibt die strukturelle Umsetzung lieferkettenbezogener Sorgfaltspflichten bei United Internet und definiert Rollen und Verantwortlichkeiten in der konzernweiten LkS-Organisation.
Maßnahmen
Im Folgenden werden Maßnahmen beschrieben, die United Internet umgesetzt hat, um wesentliche Auswirkungen und Risiken in der vorgelagerten Wertschöpfungskette zu steuern und die Ziele der damit verbundenen Richtlinien zu erreichen.
Maßnahmen zur Auswirkung „Nichteinhaltung fairer Arbeitsbedingungen und Menschenrechtsverletzungen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette
Die Maßnahmen in Bezug auf faire Arbeitsbedingungen und die Vermeidung von Menschenrechtsverletzungen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette sind risikoorientiert ausgestaltet und umfassen grundsätzlich alle Arbeitskräfte der unmittelbaren Zulieferer, mit denen eine vertragliche Beziehung besteht.
Auf Ebene der mittelbaren Zulieferer erfolgen anlassbezogene Risikoanalysen im Falle substantiierter Kenntnis, d. h. bei Vorliegen tatsächlicher Anhaltspunkte, die eine Verletzung einer menschenrechtsbezogenen Pflicht bei mittelbaren Zulieferern möglich erscheinen lassen. Dies kann bspw. über eine Meldung an das Hinweisgebersystem oder Hinweise in den Medien der Fall sein.
Die Maßnahmen finden auf drei Handlungsebenen statt.
Erste Ebene: Präventionsmaßnahmen
Der Geschäftspartnerkodex und Vertragsklauseln sowie IT-Lösungen für die Durchführung der zweistufigen Risikoanalyse bilden das organisatorische und technische Fundament der lieferkettenbezogenen Maßnahmen. Sie werden anlass- oder risikobezogen um dedizierte Präventions- und Abhilfemaßnahmen ergänzt.
Im Rahmen der abstrakten Bruttorisikoanalyse werden zunächst die branchen- und länderspezifischen Risiken der unmittelbaren Zulieferer ermittelt. Zur Prävention der potenziellen negativen Auswirkungen in Bezug auf Arbeitsbedingungen und Menschenrechtsverletzungen in der Wertschöpfungskette werden direkte Lieferanten jährlich einer abstrakten Risikoanalyse unterzogen. Die Analyse der direkten Lieferanten erfolgt anhand ökologischer, sozialer und ethischer Kriterien, um potenzielle abstrakte Risiken frühzeitig zu identifizieren.
Bei der Entwicklung von Präventionsmaßnahmen baut United Internet auf den Ergebnissen der Bruttorisikoanalyse auf. Identifizierte Bruttorisikolieferanten der Risikokategorie „Prio A“ (prioritäre Bruttorisikolieferanten) werden zu einer konkreten ESG-Bewertung eingeladen und jährlich einer konkreten Risikobetrachtung unterzogen. Dies dient dazu, die individuellen Risiken in Bezug auf den jeweiligen Bruttorisikolieferanten zu ermitteln und letztlich Präventionsmaßnahmen risikoorientiert und adressatengerecht abzuleiten. Für die Analyse wird eine Lieferantensoftware genutzt. Falls dort keine verwertbaren Informationen vorliegen, wird der Lieferant in Abstimmung mit den Fachbereichen überprüft. Zur Risikokategorie „Prio A“ zählen unmittelbare Zulieferer, die basierend auf einer sechsstufigen Risikoskala:
ein Bruttorisiko von „Mittelhoch“, „Hoch“ oder „Sehr hoch“ und ein Umsatzvolumen YTD 30.09. > 100.000 € aufweisen oder
ein Bruttorisiko von „Hoch“ oder „Sehr hoch“ und ein Umsatzvolumen YTD 30.09. > 10.000 € aufweisen.
Im Geschäftsjahr 2025 wurden im Rahmen der abstrakten Risikoanalyse 7.080 Zulieferer zwecks Identifizierung branchen- und länderspezifischer Risiken analysiert. Hiervon wurden 116 Kreditoren als prioritär eingeschätzt. Diese werden einer Nettorisikoanalyse unterzogen, deren Ergebnis zum Zeitpunkt der Erstellung der Nachhaltigkeitserklärung noch aussteht.
Zusätzlich werden menschenrechtsbezogene Erwartungen bei der Auswahl der unmittelbaren Zulieferer integriert. Seit dem 1. März 2025 werden alle neuen Lieferanten ab einem potenziellen Auftragsvolumen von über 500.000 € einer abstrakten Risikoanalyse und ab einem potenziellen Auftragsvolumen von über 1,5 Mio. € einer konkreten Risikoanalyse unterzogen. Auf Basis der konkret ermittelten Risikodisposition des jeweiligen Zulieferers leitet United Internet gegebenenfalls angemessene Verbesserungsmaßnahmen, i. d. R. Schulungen, ab.
Zweite Ebene: Feststellen von Verletzungen
Auf Ebene der mittelbaren Zulieferer erfolgen anlassbezogene Risikoanalysen im Falle substantiierter Kenntnis, d. h. bei Vorliegen tatsächlicher Anhaltspunkte, die eine Verletzung einer menschenrechtsbezogenen Pflicht bei mittelbaren Zulieferern möglich erscheinen lassen. Dies kann bspw. über eine Meldung an das Hinweisgebersystem oder Hinweise in den Medien der Fall sein. Mehr Details zum Hinweisgebersystem finden sich in der „Einführung in den Bereich Soziales“.
Im Geschäftsjahr 2025 wurden keine schwerwiegenden Probleme oder Vorfälle im Zusammenhang mit Menschenrechten in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette über das Hinweisgebersystem von United Internet gemeldet.
In Bezug auf Zulieferunternehmen, die über ein EcoVadis-Rating verfügen, erfolgen automatisierte regelmäßige Screenings sowie Live-News-Überwachungen. So kann United Internet Themen und Entwicklungen identifizieren, die die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette betreffen könnten.
Im Rahmen des sogenannten „Due Diligence Outsourcing“ werden angebundene Outsourcing-Partner einer dedizierten Prüfung unterzogen, um mögliche Risiken in Bezug auf die dort angestellten Call-Center-Agentinnen und -Agenten zu identifizieren und risikospezifische Maßnahmen ableiten und adressieren zu können.
Dritte Ebene: Anlassbezogene Abhilfemaßnahmen
Sofern Verstöße festgestellt oder konkrete Risiken ermittelt wurden, werden angemessene und geeignete Abhilfemaßnahmen ergriffen. Die Strategien zur Verhinderung und Minderung negativer Auswirkungen hängen von der Beziehung zwischen United Internet und dem Verursacher des Risikos, der Schwere einer Verletzung und der Möglichkeit der Einflussnahme auf den jeweiligen Zulieferer ab.
Überwachungsmechanismen
Die Wirksamkeit der Maßnahmen wird durch technische und organisatorische Ansätze überwacht.
Zur Überwachung des lieferkettenbezogenen Risikomanagements wurde die Funktion der bzw. des Menschenrechtsbeauftragten etabliert. Wesentliche Aufgaben des Menschenrechtsbeauftragten von United Internet sind die Überwachung der Durchführung der jährlichen Risikoanalyse und die Initiierung abzuleitender Maßnahmen, die Initiierung anlassbezogener Risikoanalysen sowie ggf. die Initiierung erforderlicher Maßnahmen, die Erstellung und ggf. die anlassbezogene Aktualisierung der Grundsatzerklärung und die Berichterstattung an die Geschäftsleitung.
Eine zentrale Menschenrechtskoordinatorin bzw. ein zentraler Menschenrechtskoordinator koordiniert die Umsetzung der Sorgfaltspflichten in den dezentralen Einkaufseinheiten. Dezentrale Menschenrechtskoordinatorinnen und Menschenrechtskoordinatoren in den dezentralen Einkaufseinheiten sorgen für die Umsetzung der Sorgfaltspflichten in den maßgeblichen Beschaffungsprozessen.
Maßnahmen zur Auswirkung „Beschäftigung und Inklusion von Menschen mit Behinderungen in der Wertschöpfungskette“
United Internet fördert Vielfalt und Inklusion aktiv – nicht nur als Arbeitgeber gegenüber den eigenen Mitarbeitenden, sondern auch in der Wertschöpfungskette. Dies geschieht durch die gezielte Zusammenarbeit mit inklusiven Geschäftspartnern, insbesondere im Bereich der Wiederaufbereitung von IT-Hardware. So pflegt United Internet langjährige Partnerschaften mit den Recycling-Spezialisten AfB gGmbH und GDW. Beide Unternehmen leisten wertvolle Beiträge für die Beschäftigungschancen von Menschen mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen, wodurch deren Eigenständigkeit, Selbstwert und die soziale Integration gestärkt werden. Das trägt nicht nur zu einem vielfältigeren und integrativeren Arbeitsumfeld bei, sondern auch zu mehr Chancengleichheit und sozialer Gerechtigkeit in der Gesellschaft.
Ziele
Ziele zur Auswirkung „Nichteinhaltung fairer Arbeitsbedingungen und Menschenrechtsverletzungen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette
Die Wirksamkeit von Richtlinien, Konzepten und Maßnahmen im Zusammenhang mit Arbeitsbedingungen und Menschenrechten in der Wertschöpfungskette wird regelmäßig verfolgt, auch wenn derzeit keine spezifischen Zielvorgaben zur Messung definiert sind. Hierzu nutzt United Internet insbesondere die Ergebnisse der regelmäßigen abstrakten Risikoanalysen direkter Lieferanten sowie der konkreten ESG-Bewertungen prioritärer Bruttorisikolieferanten. Ergänzend fließen Erkenntnisse aus dem etablierten Hinweisgebersystem in die Bewertung der Wirksamkeit ein. Das Ambitionsniveau besteht darin, regelkonformes Verhalten durch Präventionsmaßnahmen sicherzustellen sowie potenzielle Verstöße frühzeitig zu erkennen, vollständig aufzuklären, abzustellen und konsequent zu sanktionieren.
Ziele zur Auswirkung „Beschäftigung und Inklusion von Menschen mit Behinderungen in der Wertschöpfungskette“
Für das Geschäftsjahr 2025 liegen keine spezifischen Ziele zur „Beschäftigung und Inklusion von Menschen mit Behinderungen in der Wertschöpfungskette“ vor. Grund hierfür ist die noch ausstehende Entwicklung einer entsprechenden Richtlinie. Die Wirksamkeit der Zusammenarbeit mit der AfB wird jährlich in einer von der AfB ausgestellten Urkunde quantifiziert. So konnten allein durch die im Geschäftsjahr 2025 von United Internet abgegebenen Altgeräte neun Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen finanziert werden. Diese Kennzahl eignet sich jedoch nicht zur Ableitung eines Zielniveaus, da sie unmittelbar an die Menge der abgegebenen Altgeräte gekoppelt ist.
Mittelfristig wird angestrebt, soziale und ökologische Nachhaltigkeit im Einkauf weiter zu verankern. Um die positive Auswirkung in Bezug auf die Beschäftigung und Inklusion von Menschen mit Behinderungen in der Wertschöpfungskette zu sichern und weiterzuentwickeln, sollen entsprechende Richtlinien ausgebaut sowie bestehende und neue Partnerunternehmen anhand definierter Kriterien bewertet werden. Die Festlegung konkreter Ziele wird nach Abschluss der konzeptionellen Vorarbeiten und dem Aufbau geeigneter Prozesse und Messgrößen geprüft.

Verbraucherinnen und Verbraucher, Endnutzende
Vorbemerkung: Die Begriffe „Verbraucherinnen und Verbraucher“, „Kundinnen und Kunden“, „Endkundinnen und Endkunden“, „Endnutzende“ und „Kundschaft“ werden in diesem Kapitel synonym verwendet.
Einbezug von Endkundinnen und Endkunden
Die Zufriedenheit der Verbraucherinnen und Verbraucher mit den Produkten und Services von United Internet ist ein zentraler Baustein für den Erfolg des Unternehmens. Um den stetig wachsenden Ansprüchen der Kundinnen und Kunden an ein Telekommunikations- und Internet-Unternehmen gerecht zu werden, sind kontinuierliche Verbesserungen unter Einbezug von Feedback notwendig. Daher nutzt United Internet regelmäßige Befragungen der Kundschaft und ergänzende Marktforschungsinstrumente, um Optimierungspotenziale für Produkte, Prozesse und den Kundenservice abzuleiten. In die Doppelte Wesentlichkeitsanalyse von United Internet wurde die Sichtweise der Verbraucherinnen und Verbraucher durch entsprechende Fachabteilungen wie Customer Experience einbezogen. Die gewonnenen Erkenntnisse wurden durch Umfrage- sowie Marktforschungsergebnisse gestützt.
Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen
Im Rahmen der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse wurden folgende wesentliche Auswirkungen und Risiken identifiziert:
IRO-Kategorie
Beschreibung der wesentlichen IROs
Wertschöpfungskette
Gefahren für faktenbasierte Meinungsbildung
Potenzielle negative Auswirkung auf die Gesellschaft
Die redaktionellen Inhalte auf Seiten wie GMX und WEB.DE bringen eine soziale Verantwortung mit sich, insbesondere in Bezug auf informierte und fundierte Meinungsbildung. Durch die Verbreitung von Fake News kann bei den Lesenden eine verzerrte Wahrnehmung der Realität entstehen. Subjektiv gefärbte Berichterstattung führt auf Dauer dazu, dass Menschen Nachrichten nicht mehr vertrauen. Dies begünstigt die Bildung von Filterblasen, in denen einseitige Inhalte, Fake News und Algorithmen die eigenen Perspektiven immer weiter verstärken und andere Sichtweisen ausblenden. Langfristig hat dies gravierende Auswirkungen auf die Demokratie, da eine vielfältige und ausgewogene Meinungsbildung unterdrückt wird.
Nachgelagert
Verletzung von Jugendschutz im digitalen Raum
Potenzielle negative Auswirkung auf die Gesellschaft
Mangelnde Schutzmaßnahmen für einen sicheren Internetzugang für Kinder und Jugendliche können schwerwiegende Folgen haben. Durch unzureichende Kontrolle können jugendschädliche oder illegale Inhalte, wie rechtsextreme Beiträge, per E-Mail, Werbung oder im redaktionellen Bereich verbreitet werden. Dies kann zu psychischen Schäden bei jungen Nutzenden führen und ihre digitale Bildung beeinträchtigen, was langfristig ihre Lebensqualität negativ beeinflusst. Auch Eltern können durch die Gefährdung ihrer Kinder indirekt betroffen sein.
Nachgelagert
Unzureichende digitale Sicherheit und mangelnder Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher
Potenzielle negative Auswirkung auf die Gesellschaft
Als Betreiber digitaler Dienste hat United Internet eine hohe Verantwortung für die an das Unternehmen übertragenen Daten, z. B. E-Mails, persönliche Fotos oder Bezahldaten. Fehlender Datenschutz, unzureichende Cybersecurity oder Rechenzentrumsausfälle können zum Verlust oder zur Veröffentlichung sensibler Daten von Nutzenden führen. Dies kann psychische oder finanzielle Schäden für die Betroffenen nach sich ziehen, z. B. durch Identitätsdiebstahl oder betrügerische Aktivitäten.
Nachgelagert
Unzureichender Schutz personenbezogener Daten von Kundinnen und Kunden
sowie Endnutzenden
Risiko
Es besteht das Risiko, dass personenbezogene oder sensible Daten von Kundinnen, Kunden und Endnutzenden durch mangelhafte Datenschutzprozesse, Nichteinhaltung gesetzlicher Vorgaben (z. B. DSGVO, EU–U.S. Data Privacy Framework) oder technische Vorfälle gefährdet werden. Datenverlust, unbefugter Zugriff, unrechtmäßige Datenverarbeitung sowie die Nichteinhaltung gesetzlicher Datenschutzvorgaben können zu Sanktionen und Kundenverlust führen.
Im eigenen Betrieb
Anwendung von KI in Prozessen und Services
Potenzielle negative Auswirkung auf die Gesellschaft
Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in unternehmensinternen Prozessen und Anwendungen kann negative, ethische Auswirkungen mit sich bringen. Die in KI-Anwendungen enthaltenen Vorurteile (Biases) können zu diskriminierenden Entscheidungen in der Produktentwicklung führen. Haben Mitarbeitende Unklarheiten im Umgang mit KI, können zudem personenbezogene Daten in die KI-Modelle gelangen - mit bislang nicht abschätzbaren Konsequenzen für die betroffenen Personen.
Im eigenen Betrieb
Befähigung zu digitaler Teilhabe
Tatsächliche positive Auswirkung auf die Gesellschaft
Durch das Angebot, den Ausbau und den Betrieb von Telekommunikationsdiensten und -infrastruktur sowie den Verkauf von Endgeräten und Dienstleistungen befähigt United Internet Endkundinnen und Endkunden und Verbraucherinnen und Verbraucher zur Teilhabe an der digitalen Welt.
Nachgelagert
Ausfall des eigenen Mobilfunknetzes
Risiko
Durch den Ausfall des eigenen Mobilfunknetzes, bspw. durch Überlastung in Rechenzentren, kann es zu Regressansprüchen, Vertragskündigungen, Reputationsschäden und verminderter Gewinnung von neuen Kundinnen und Kunden kommen.
Im eigenen Betrieb
Folgende wesentliche IROs wurden im Zusammenhang mit Geschäftskunden identifiziert, betreffen jedoch auch die Gruppe der Endnutzenden, weshalb sie ebenso in diesem Kapitel aufgeführt werden. Mit den im folgenden Kapitel beschriebenen Richtlinien und Maßnahmen zu den IROs „Digitale Sicherheit und Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher“ und „Unzureichender Schutz personenbezogener Daten von Kundinnen und Kunden sowie Endnutzenden“ wirkt United Internet auch den möglichen Auswirkungen der IROs „Auswirkungen von Cybersecurity-Vorfällen für die Wertschöpfungskette“ und „Verletzung von Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Integrität von Daten führt zu Datenverlust und Datenmissbrauch“ entgegen. Die Richtlinien und Maßnahmen zur Auswirkung „Ausfälle der kritischen Infrastruktur“ werden separat aufgeführt.
IRO-Kategorie
Beschreibung der wesentlichen IROs
Wertschöpfungskette
Auswirkungen von Cybersecurity-Vorfällen für die Wertschöpfungskette
Potenzielle negative Auswirkung auf die Gesellschaft
Werden Cybersecurity-Maßnahmen nicht in ausreichendem Maße etabliert und eingehalten, werden IT-Systeme anfällig für großflächige Angriffe. Dies kann Betriebsausfälle und den Abfluss sensibler Daten zur Folge haben. Darüber hinaus könnten Rechenzentren und -dienste von Angreiferinnen und Angreifern missbraucht werden, um massive Angriffe auf andere Internetseiten oder -dienste durchzuführen und diese zu überlasten. Innerhalb der Wertschöpfungskette kann dadurch erheblicher wirtschaftlicher Schaden entstehen, bspw. durch Erpressung und Datenmissbrauch.
Nachgelagert
Verletzung von Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Integrität von Daten führt zu Datenverlust und Datenmissbrauch
Risiko
Sicherheitslücken in Software, unzureichende technische Schutzmaßnahmen und fehlende organisatorische Kontrollen (z.B. Schulungen) erhöhen das Risiko von Datenverlust, unbefugtem Zugriff und Datenmanipulation. Dies kann zu rechtlichen Konsequenzen, Betriebsausfällen und Erpressung führen. Dem Unternehmen entstehen hohe Folgekosten durch Kundenverlust, Wiederherstellungsaufwände, Systemausfälle, etc.
Im eigenen Betrieb
Ausfälle der kritischen Infrastruktur
Potenzielle negative Auswirkung auf die Gesellschaft
Ein Ausfall oder eine Beeinträchtigung der durch United Internet bereitgestellten Telekommunikationsinfrastruktur sowie der Rechenzentren, die für kritische staatliche Behörden betrieben werden, kann das staatliche Gemeinwesen erheblich beeinträchtigen, indem dadurch nachhaltige Versorgungsengpässe, schwerwiegende Störungen der öffentlichen Sicherheit oder andere dramatische Folgen für die kritische Infrastruktur verursacht werden. Da Telekommunikationssysteme die Grundlage für zahlreiche zentrale Dienste wie Notfallkommunikation, Verkehrssteuerung, Energieversorgung und Finanztransaktionen bilden, können Ausfälle dieser Systeme zu einem Dominoeffekt führen. Dieser kann die Funktionsfähigkeit lebenswichtiger Sektoren unterbrechen und die Koordination von Rettungseinsätzen und staatlichen Maßnahmen behindern.
Nachgelagert
Richtlinien
Die nachfolgende Tabelle fasst die Richtlinien in Bezug auf Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Endnutzende zusammen.
Ziel der Richtlinie
Geltungsbereich
Verantwortlicher Fachbereich
Nationale und internationale Standards und Gesetzgebung
Informationssicherheitsleitlinie
IRO-Bezug: Unzureichende digitale Sicherheit und mangelnder Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher, Risiko durch unzureichenden Schutz personenbezogener Daten von Kundinnen und Kunden sowie Endnutzenden
Gewährleistung der Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit von Informationen durch angemessene Informationssicherheitsmaßnahmen
Gesamter Tätigkeitsbereich von United Internet
Group Information Security Officer (GISO)
ISO 27001
NIS-2 Verordnung
Richtlinie Informationsklassifizierung
IRO-Bezug: Unzureichende digitale Sicherheit und mangelnder Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher, Risiko durch unzureichenden Schutz personenbezogener Daten von Kundinnen und Kunden sowie Endnutzenden
Definition von Anforderungen für die korrekte Klassifizierung und den korrekten Umgang mit Informationen (inkl. Klassifizierungsstufen)
Alle Mitarbeitenden und Organisationseinheiten aus der Informations-sicherheitsleitinie
Segment Information Security Officer (SISO)
ISO 27001
NIS-2 Verordnung
Ziel der Richtlinie
Geltungsbereich
Verantwortlicher Fachbereich
Nationale und internationale Standards und Gesetzgebung
Richtlinie Handhabung von Informationssicherheitsvorfällen
IRO-Bezug: Unzureichende digitale Sicherheit und mangelnder Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher, Risiko durch unzureichenden Schutz personenbezogener Daten von Kundinnen und Kunden sowie Endnutzenden
Definition der Anforderungen an die Analyse, Bewertung und Bearbeitung von Informationssicherheitsvorfällen
Alle Mitarbeitenden und Organisationseinheiten aus der Informations-sicherheitsleitlinie
SISO
ISO 27001
NIS-2 Verordnung
Konzernrichtlinie zum Umgang mit Endgeräten
IRO-Bezug: Unzureichende digitale Sicherheit und mangelnder Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher, Risiko durch unzureichenden Schutz personenbezogener Daten von Kundinnen und Kunden sowie Endnutzenden
Definition grundlegender Vorgaben für die Handhabung von Endgeräten des Arbeitgebers zum sicheren Umgang der darauf verarbeiteten Daten sowie Anforderungen an die Sicherheit der Geräte
Konzernweit im eigenen Betrieb an sämtlichen Standorten von United Internet
Corporate IT Service Center
ISO 27001
ITIL 4
Datenschutzleitlinie
IRO-Bezug: Unzureichende digitale Sicherheit und mangelnder Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher, Risiko durch unzureichenden Schutz personenbezogener Daten von Kundinnen und Kunden sowie Endnutzenden
Sicherstellung eines einheitlichen Datenschutzniveaus bei United Internet
Verpflichtend für alle Beschäftigten der United Internet
Corporate Privacy
Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)
Richtlinie Löschkonzept
IRO-Bezug: Unzureichende digitale Sicherheit und mangelnder Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher, Risiko durch unzureichenden Schutz personenbezogener Daten von Kundinnen und Kunden sowie Endnutzenden
Festlegung von Verantwortlichkeiten zur Erfüllung datenschutzrechtlicher Pflichten zur Löschung personenbezogener Daten
Segmentspezifisch
Corporate Privacy
Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)
Leitlinie zum Einsatz künstlicher Intelligenz in der United Internet Gruppe
IRO-Bezug: Unzureichende digitale Sicherheit und mangelnder Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher, Negative ethische Auswirkungen durch die Anwendung von KI in Prozessen und Services
Bildung eines Rahmens für den rechtskonformen und ethischen Umgang mit KI-Technologien im Gesamtkonzern
Konzernweit
alle Mitarbeitenden
Corporate Compliance
Verordnung (EU) 2024/1689 über Künstliche Intelligenz (AI Act)
Leitlinie zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz in der Redaktion
IRO-Bezug: Unzureichende digitale Sicherheit und mangelnder Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher, Negative ethische Auswirkungen durch die Anwendung von KI in Prozessen und Services
Grundsätze zum verantwortungsvollen, transparenten und rechtssicheren Einsatz von KI in der Redaktion – unter Wahrung journalistischer Standards und ethischer Prinzipien
Segmentspezifisch (Consumer Applications)
Mitarbeitende im Bereich Editorial Content
Editorial Content
Verordnung (EU) 2024/1689 über Künstliche Intelligenz (AI Act)
DSGVO
Redaktionelle Leitlinien
IRO-Bezug: Gefahren für faktenbasierte Meinungsbildung
Gewährleistung einer seriösen, aufrichtigen und transparenten Berichterstattung durch hohe journalistische Standards
Segmentspezifisch (Consumer Applications)
Mitarbeitende im Bereich Editorial Content
Editorial Content
Pressekodex des Deutschen Presserats
Ziel der Richtlinie
Geltungsbereich
Verantwortlicher Fachbereich
Nationale und internationale Standards und Gesetzgebung
United Internet Media: Allgemeine Richtlinien (Werberichtlinien)
IRO-Bezug: Gefahren für faktenbasierte Meinungsbildung, Verletzung von Jugendschutz im digitalen Raum
Sicherstellung der Seriosität und Vertrauenswürdigkeit der Werbeumfelder
Segmentspezifisch (Consumer Applications)
u. a. Jugendmedienschutz-Staatsvertrages (JMStV)
LL 3700 Business Continuity Management (BCM)
IRO-Bezug: Ausfall des eigenen Mobilfunknetzes, Ausfälle der kritischen Infrastruktur
Ziel des BCM ist die schnelle Wiederherstellung zeitkritischer Geschäftsprozesse im definierten Notbetrieb sowie die anschließende Rückkehr in den Normalbetrieb
Segmentspezifisch (Business Access) im eigenen Betrieb, in der nachgelagerten Wertschöpfungskette und bundesweit
CFO-Bereich
Anlehnung an ISO 22301
RL6326 Notfallmanagement
IRO-Bezug: Ausfall des eigenen Mobilfunknetzes, Ausfälle der kritischen Infrastruktur
Die RL 6326 zum Notfallmanagement stellt sicher, dass wichtige Geschäftsprozesse der Kundinnen und Kunden und sowie von 1&1 Business Access selbst in kritischen Situationen nicht oder nur temporär unterbrochen werden
Segmentspezifisch (Business Access) im eigenen Betrieb, in der nachgelagerten Wertschöpfungskette und bundesweit
Operations & Services (COO)
Anlehnung an ISO 23001
Informationssicherheitsleitlinie
Die Informationssicherheitsleitlinie regelt Mindestanforderungen an die Informationssicherheit für den gesamten Konzern. Die Mindestanforderungen orientieren sich an dem ISO Standard 27001:2022. Die Leitlinie befindet sich zum Zeitpunkt der Berichterstattung in der Überarbeitung, um innerhalb dieser ein Security Governance Framework (SGF) zu definieren. Das SGF definiert die zentralen Berichtspflichten und Möglichkeiten der Überprüfung und soll bis zum Ende des dritten Quartals 2026 operationalisiert werden.
Richtlinie Informationsklassifizierung
In der Richtlinie zur Informationsklassifizierung werden zentrale Informationsklassen und Vertraulichkeitsstufen für den Konzern festgelegt, um ein einheitliches Vorgehen sicherzustellen. Die spezifischen Anforderungen der einzelnen Segmente werden anschließend in lokalen Richtlinien weiter konkretisiert.
Richtlinie Handhabung von Informationssicherheitsvorfällen
Die Richtlinie definiert einheitliche Vorgaben für die Klassifizierung, Bewertung, Analyse und Nachbereitung von Informationssicherheitsvorfällen, wie z. B. Verletzungen der Schutzziele (Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit). Sie enthält Vorgaben an die Zielzeiten je nach Schweregrad des Sicherheitsvorfalls und Eckpunkte für die Zusammenarbeit mit den Segmenten.
Konzernrichtlinie zum Umgang mit Endgeräten
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Die Richtlinie zum Umgang mit Endgeräten behandelt neben den im Unterkapitel „Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft“ genannten Inhalten zum Thema Recycling auch datenschutzrelevante Angaben. Dienstliche und private Endgeräte, die auf das Unternehmensnetzwerk zugreifen, müssen sicher und gemäß den Vorgaben genutzt werden. Dies umfasst den Schutz vor unberechtigtem Zugriff sowie die Einhaltung von Datenschutz- und Informationssicherheitsrichtlinien. Der gesamte Lebenszyklus von Endgeräten – von der Beschaffung über die Übergabe bis zur Rückgabe – wird geregelt. Dazu gehört auch, dass die Beschädigung oder der Verlust von Geräten unverzüglich gemeldet werden muss. Zudem müssen Geschäftsdaten auf dienstlichen und privaten Geräten so behandelt werden, dass das Risiko eines Datenabflusses an unberechtigte Dritte minimiert wird.
Datenschutzleitlinie
Die interne Datenschutzleitlinie soll in ihrem Geltungsbereich ein einheitlich hohes Datenschutzniveau und einen verantwortungsvollen Umgang mit personenbezogenen Daten durch eine effektive Datenschutzorganisation und die Ausrichtung an übergeordneten Datenschutzzielen gewährleisten. Zu den übergeordneten Datenschutzzielen gehört insbesondere die Einhaltung der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und weiterer relevanter Datenschutzgesetze im Rahmen ihrer Anwendbarkeit.
Richtlinie Löschkonzept
Die interne Richtlinie zum Löschkonzept legt in ihrem Geltungsbereich die Verantwortlichkeiten zur Erfüllung datenschutzrechtlicher Pflichten im Zusammenhang mit der Löschung personenbezogener Daten fest. Darüber hinaus werden die konkreten Rahmenbedingungen und Anforderungen für die Definition und Implementierung von Löschkonzepten beschrieben.
Leitlinie zum Einsatz Künstlicher Intelligenz in der United Internet Gruppe
Die Leitlinie stellt allgemeine Grundsätze für den ethischen und rechtskonformen Einsatz von KI-Technologien durch United Internet auf. Ziel der Leitlinie ist es, einen konzernweiten Rahmen (ausgenommen Gesellschaften ohne Weisungsrecht) für den Umgang mit KI-Technologien zu bilden. Insbesondere soll diese Leitlinie dazu dienen, auf eine Umsetzung der Anforderungen der Verordnung (EU) 2024/1689 („KI-Verordnung“, kurz: „KI-VO“) in sämtlichen Segmenten des Konzerns hinzuwirken. Sie umfasst bspw. die Sicherstellung eines Freigabeprozesses für KI-Systeme, die Einführung eines „KI-Inventars“, das einen Überblick über die freigegebenen KI-Systeme und -Modelle liefert, und die Etablierung von Schulungsangeboten zur Sicherstellung der angemessenen KI-Kompetenz.
Sie ist für Corporate sowie für das Segment „Consumer Applications“ bindend. Für die übrigen Segmente stellt die Leitlinie eine Empfehlung dar. Alle Segmente, ausgenommen Corporate, haben bereits eigene schriftlich fixierte Ordnungen im Einklang mit der KI-Leitlinie erlassen.
Redaktionelle Leitlinien
Um der Verbreitung von Fake News sowie den damit verbundenen Gefahren für die Lesenden entgegenzuwirken, hat die Redaktion verschiedene Konzepte entwickelt. Die Regeln, nach denen die Redaktion arbeitet, werden gegenüber der Öffentlichkeit transparent gemacht, regelmäßig aktualisiert und veröffentlicht. Zudem hat sich die Redaktion dem Pressekodex des Deutschen Presserats verpflichtet. Ergänzend zur KI-Leitlinie des Segments wurde eine spezifische KI-Leitlinie für die Redaktion eingeführt.
United Internet Media: Allgemeine Richtlinien (Werberichtlinien)
Das Segment „Consumer Applications“ stellt die Seriosität und Vertrauenswürdigkeit der Werbeumfelder auf den Portalen GMX und WEB.DE sicher, insbesondere durch Jugendschutzmaßnahmen wie dem Unterlassen des Targetings Minderjähriger. Werbung für Alkohol, Tabak und Erotik ist stark eingeschränkt. Richtlinien verbieten Werbemittel, die gegen Gleichberechtigung oder Diversität gerichtet sind. Nicht zugelassen sind Werbemittel, die gesellschaftliche Gruppen diffamieren oder verfassungswidrige, staatsgefährdende, sexistische, rassistische, gewalt- oder kriegsverherrlichende Inhalte enthalten.
RL 6326 Notfallmanagement & LL 3700 Business Continuity Management
„RL 6326 Notfallmanagement“ und „RL 3700 Business Continuity Management“ im Segment „Business Access“ dienen dazu, den Mitarbeitenden festgelegte Regeln für Notfallsituationen bekannt zu machen. Damit soll bei Eintritt eines Notfalls, z. B. in Form eines Netzausfalls, der möglicherweise entstehende Schaden mindestens begrenzt, besser jedoch verhindert werden. Das Notfallmanagement des Segments „Business Access“ stellt sicher, dass wichtige Geschäftsprozesse der Kundinnen und Kunden selbst in kritischen Situationen nicht oder nur temporär unterbrochen werden.
Maßnahmen
Maßnahmen zur Auswirkung „Unzureichende digitale Sicherheit und mangelnder Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher“
Sicherheit im Netz ausbauen
Als datenverarbeitendes Unternehmen trägt United Internet eine hohe soziale Verantwortung dafür, sensible Daten zu schützen und damit Kundinnen und Kunden vor schädigenden Einflüssen zu bewahren. Informationssicherheit bildet die Grundlage dafür, dass Kundinnen und Kunden United Internet ihre Informationen in Form digitaler Daten wie Fotos, Dokumente und E-Mails anvertrauen.
Der Anspruch von United Internet ist es, die genannten Informationen vor unerlaubten Zugriffen und Missbrauch zu schützen. Die Sicherheitsstrategien der einzelnen Segmente zielen darauf ab, die Schutzziele Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität konzernweit zu erreichen. Dabei setzt das Security Management der Segmente auf zielgerichtete technische und organisatorische Maßnahmen. Diese ergeben sich aus den Anforderungen der Sicherheitsrichtlinien, die sich wiederum an verschiedenen Kriterien orientieren. Dazu gehören international anerkannte Standards wie insbesondere ISO 27001, aber auch gesetzliche Vorgaben, wie z. B. das Telekommunikationsgesetz (TKG), die europäische NIS-2 oder das BSI-Gesetz (BSIG).
Um die Produktlandschaft vor unerlaubten Zugriffen und Missbrauch zu schützen, werden die Maßnahmen kontinuierlich weiterentwickelt. Das Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS) von United Internet orientiert sich an international anerkannten Standards wie z. B. ISO 27001 sowie am IT-Grundschutz und C5-Katalog des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).
Auf Grundlage dieser Standards analysiert United Internet, ob ein angemessener, risikoorientierter und effektiver Umgang mit Herausforderungen bei der Informationssicherheit gegeben ist – vom Sicherheitsmanagement bis zur Umsetzung der Sicherheitsanforderungen in den operativen Security-Einheiten. Zudem ist die Planung und das Erreichen von Informationssicherheitszielen ein wesentliches Element bei der Implementierung und Aufrechterhaltung des ISMS.
Steuerung mit dem Informationssicherheits-Managementsystem
Die Segmente haben jeweils ein ISMS im Einsatz. In Abstimmung mit der jeweiligen Geschäftsstrategie der Segmente wird das ISMS in den Segmenten „Consumer Access“, „Consumer Applications“ und „Business Applications“ durch den United Internet Group Information Security Officer (GISO) und die Segment Information Security Officers (SISOs) gesteuert, im Segment „Business Access“ durch den Head of Information Security Management. Ebenso ist ein Richtlinienmanagement im Einsatz. Die SISOs übernehmen das Informationssicherheits-Risikomanagement. Zudem erarbeiten sie Sicherheitshinweise, Schulungen für Mitarbeitende und übernehmen die Behördenkommunikation, bspw. bei meldepflichtigen Sicherheitsvorfällen.
Der Fachbereich „Technical Security & Abuse Management“ verantwortet beratende Aufgaben in Bezug auf Sicherheitsarchitekturen sowie Applikations-, System- und Netzwerksicherheit. Hierbei werden Mitarbeitende in sicherer Entwicklung und sicherem Betrieb geschult, Sicherheitstests durchgeführt und eventuelle Sicherheitsvorfälle gemeinsam mit weiteren Fachbereichen behandelt. Darüber hinaus entwickelt und betreibt der Fachbereich Systeme, die in Abuse-Management-Prozessen genutzt werden. Diese Prozesse stellen sicher, dass Kundinnen und Kunden bei Sicherheitsvorfällen, die in ihrer eigenen Verantwortung liegen, dabei unterstützt werden, die Produkte von United Internet wieder sicher zu benutzen.
Die SISOs erfüllen segmentspezifische Rollen von Sicherheitsbeauftragten, z. B. nach dem TKG. Sie berichten regelmäßig an die Technikvorstände der Segmente. Die Berichterstattung umfasst das Informationssicherheits-Risikoportfolio, aufgetretene relevante Sicherheitsvorfälle, ergriffene spezifische Maßnahmen, Ergebnisse von Sicherheitsprüfungen sowie die wichtigsten Sicherheitstrends. Unternehmensinterne Expertinnen und Experten für Sicherheitsarchitektur unterstützen GISO und SISOs bei der Konzeption und Umsetzung umfangreicher, segmentübergreifender Sicherheitsverbesserungen. Die finale Verantwortung für Informationssicherheit im Segment „Business Access“ liegt bei der Geschäftsleitung. Sie beauftragt den Head of Information Security Management und seinen Fachbereich sowie die unterstützenden Organisationen mit dem Betrieb und der kontinuierlichen Verbesserung des ISMS. Damit etabliert United Internet ein strukturiertes und zielgerichtetes Sicherheitsmanagement.
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Three-Lines-of-Defence-Modell (TLoD)
Im Segment „Business Access“ organisiert United Internet die Informationssicherheit im „Three-Lines-of-Defence-Modell” (TLoD). Hierbei bildet der Bereich „Information Security Management“ die Second Line of Defence. Der Fachbereich erstellt und verabschiedet u. a. Richtlinien und Arbeitsanweisungen, welche die Grundlage für die operativen Security-Maßnahmen, Anforderungen und Aktivitäten bilden. Diese werden dann in den verschiedenen Fachbereichen, der sogenannten „First Line of Defence“, durch die entsprechenden Verantwortlichen umgesetzt. Zur Erkennung und einsteuernden Behebung von Security-Angriffen ist ein „Security Operations Center“ rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche tätig. Der Head of Information Security ist gleichzeitig der Sicherheitsbeauftragte gemäß TKG für das Segment „Business Access“ und berichtet regelmäßig an die Geschäftsführung.
Maßnahmen zum Schutz von Informationen
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) konstatiert eine kontinuierlich hohe Bedrohung im Cyberraum. Neben den Telekommunikationstechnologien werden bei United Internet auch Informationstechnologien zur Erbringung von Dienstleistungen im Rahmen von Geschäftsprozessen eingesetzt, deren Verfügbarkeit und korrekte Funktionsweise durch Bedrohungen aus dem Internet oder von innen heraus gefährdet werden können. Neben dem Verfügbarkeitsrisiko besteht auch das Risiko, dass bei Hackerangriffen bspw. Daten von Kundinnen und Kunden ausspioniert, gelöscht oder missbräuchlich genutzt werden könnten.
Potenzielle Bedrohungen aus dem Internet stellen hinsichtlich ihrer Auswirkungen eine der größten Risikogruppen für United Internet dar. Sicherheitslücken können für Kundinnen und Kunden weitreichende Folgen haben. Zur Eindämmung dieser Risiken bestehen bei United Internet u. a. die nachfolgend beschriebenen technischen und organisatorischen Sicherheitsmaßnahmen. Im Geschäftsjahr 2025 wurden bei United Internet keine Sanktionen in Form von Geldbußen für Sicherheitsverletzungen oder andere sicherheitsrelevante Vorfälle verhängt.
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Phishing
Technische Maßnahmen
Einführung der Zwei-Faktor-Authentifizierung (inkl. Externe): Der Schutz der IT-Systeme beginnt bereits mit der eigentlichen Anmeldung der Benutzerinnen und Benutzer. In der heutigen Zeit sind Benutzernamen und Passwörter mittels diverser Angriffsmethoden (bspw. Phishing) schnell gestohlen, sodass eine Zwei-Faktor-Authentifizierung essenziell ist, um die Verwendung für Unbefugte so schwer wie möglich zu machen. Für die Nutzerinnen und Nutzer von United Internet, inkl. der Externen, wird die Verwendung eines zweiten Faktors (rollierende Einmalpasswörter, Challenge-Response-Verfahren via Authenticator-Apps) technisch erzwungen, sodass die Einwahl in das Firmennetz angemessen abgesichert ist. Die Maßnahmen zur Etablierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung wurden vollständig umgesetzt.
Verschärfung von Passwortregeln und Anpassung von Zieldaten für die Passwortrotation: Die IT-Security-Welt ist im fortlaufenden Wandel, hierbei stellt die bisherige Herangehensweise regelmäßiger Passwortwechsel mittlerweile ein Risiko dar (das klassische „Passwort2023-Passwort2024“ -Muster). Sicherheit entsteht durch Komplexität (mindestens zwölf Zeichen unter Verwendung von Groß- und Kleinschreibung sowie Zahlen und Sonderzeichen) und einen zweiten Faktor, nicht durch reine Rotationsfrequenz. Der Einsatz einer Zwei-Faktor-Authentifizierung sichert die Nutzerinnen und Nutzer dementsprechend angemessen ab und ermöglicht das Deaktivieren des Ablaufdatums eines Passworts. Es erfolgt eine Orientierung an den Standards des NIST (National Institute of Standards and Technology (SP 800-63B)) sowie des BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik)Die Maßnahme zur Verschärfung der Passwortregeln wird bis zum Ende des ersten Quartals 2026 vollständig umgesetzt.
Überarbeitung der technisch-organisatorischen Maßnahmen (TOM): Die TOM wurden überarbeitet, um den Schutz von Kundendaten im Rahmen von Verarbeitungstätigkeiten sicherzustellen. Im Rahmen der Überarbeitung erfolgte eine Überprüfung anhand gängiger Best-Practice-Standards in Form von ISO 27001 sowie dem IT-Grundschutz des BSI. Die Struktur der Anlage zur Definition der TOM wurde mittels einer feineren Detaillierung erweitert, sodass damit verbundene Überprüfungshandlungen effizienter abgebildet werden können. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass Verarbeitungstätigkeiten angemessen und sicher im Auftrag abgewickelt werden. Die Maßnahme zur Überarbeitung der TOM wurde zum dritten Quartal 2025 abgeschlossen und befindet sich bereits in Verwendung.
Einsatz des Microsoft Defenders: Das Solution-Set „Defender Suite“ von Microsoft befindet sich bereits im Einsatz und soll vollständig ausgerollt werden, um insbesondere Endgeräte vollumfänglich zu schützen. Aktuell finden Pilotierungen statt, um das Geräte-Tracking und Möglichkeiten zur Fernsperre (Remote Lockdown und Remote Wipe) bei Kompromittierung abzuwickeln. Dieser Modern Workplace (Initiative „New Work“) soll zeitnah alle Endgeräte der Mitarbeitenden ersetzen. Die vollständige Umsetzung ist bis Ende des vierten Quartals 2026 geplant.
Sichere Softwareentwicklung: Die beste Maßnahme gegen Sicherheitslücken ist deren präventive Vermeidung. Ein sicherer Softwareentwicklungs-Zyklus (Secure Software Development Lifecycle, SSDLC), der von Beginn an durchgehend die Sicherheit in der Softwareentwicklung methodisch berücksichtigt, findet in unterschiedlichen Reifegraden in allen Segmenten Anwendung. Integrale Bestandteile der Produktentwicklung sind u. a. Maßnahmen wie Bedrohungsanalysen, Quellcode-Reviews im Vier-Augen-Prinzip, automatisierte Checks, Entwicklerdokumentationen sowie Anwendungstests. Im Zuge agiler Entwicklungsmethoden und neuer technischer Plattformen wird der SSDLC kontinuierlich in Richtung Softwareabhängigkeitsanalysen bis hin zu sicherem (Software-) Containerbetrieb ergänzt.
Global verteilter DDoS-Schutzschild: „Distributed Denial of Service“-Angriffe (DDoS) sind verteilte sowie konzentrierte Angriffe aus dem Internet, welche die Verfügbarkeit von Diensten einschränken sollen. Um United Internet vor diesen Angriffen zu schützen, betreibt der Konzern zusammen mit Partnern einen selbstentwickelten, weltweit verteilten DDoS-Schutzschild, der kontinuierlich optimiert wird und in den Segmenten „Consumer Access“, „Consumer Applications“ und „Business Applications“ zum Einsatz kommt. Ein internes Team aus Expertinnen und Experten ist mit der kontinuierlichen Verbesserung der DDoS-Mitigierungs-Plattformen sowie der Erhaltung eines gleichbleibend hohen Sicherheitsniveaus betraut. Das Segment „Business Access“ nutzt das DDoS-Produkt eines externen Anbieters.
Konsequenter Einsatz von Verschlüsselung – Transport Layer Security (TLS): TLS wird bei United Internet durchgehend für die verschlüsselte Übertragung der Daten von Kundinnen und Kunden eingesetzt. Die TLS-Absicherung stellt United Internet den Kundinnen und Kunden auch zur Verfügung, um ihren Datenverkehr zu schützen, etwa beim Eingeben von Passwörtern oder Zahlungsinformationen. United Internet orientiert sich bzgl. der Stärke der Verschlüsselung an anerkannten internationalen Autoritäten wie dem US-amerikanischen NIST oder dem deutschen BSI.
Georedundanz: United Internet betreibt in Europa und den USA Rechenzentren an mehreren geografisch verteilten Standorten. So kann das Unternehmen Informationen an verschiedenen Standorten speichern und sichern sowie das Risiko von Betriebsunterbrechungen und Datenverlusten durch äußere Einflüsse minimieren.
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PCI DSS: Payment Card Industry Data Security Standard
Business Continuity Management (BCM)
Zertifizierung der eigenen Rechenzentren: Um zu gewährleisten, dass United Internet den Kundinnen und Kunden höchste Sicherheitsstandards bietet, werden eigene Rechenzentren zertifiziert. Dazu gehören die Rechenzentren des Segments „Business Applications“, die im Zertifizierungs-Scope befindlichen Rechenzentren und Technikflächen des Segments „Business Access“ sowie Teile des Systembetriebs des Kundensupports und der Software-Entwicklung, die alle nach ISO 27001 und dem IT-Grundschutz des BSI zertifiziert werden. Über die Rechenzentren hinaus finden weitere Sicherheitszertifizierungen Anwendung, bspw. die in Deutschland anerkannten IT-Grundschutz- oder BSI-C5-Zertifizierungen zur Cloud-Sicherheit, aber auch internationale Standards wie PCI DSS im Bereich der elektronischen Bezahlsysteme. Im Geschäftskundensegment wird darüber hinaus das Business Continuity Management (BCM) fortlaufend verbessert.
Organisatorische Maßnahmen
Informationssicherheitsschulungen für Mitarbeitende: Neben der Technik ist der Mensch ein wichtiger und allgegenwärtiger Teil der Sicherheitskette von United Internet. Basis-Trainings und Auffrischungskurse informieren Mitarbeitende in Form von E-Learnings zu Sicherheitsthemen. Das E-Learning ist eine verpflichtende Maßnahme, die alle zwei Jahre wiederholt werden muss. Schulungen zum Wissensaufbau werden auch in Präsenz angeboten.
Spielregeln der Informationssicherheit: Mit einem umfassenden Regelwerk bietet United Internet den Mitarbeitenden Orientierung in jedem Bereich der Informationssicherheit. Als formale Grundlage dienen die verpflichtenden Informationssicherheitsrichtlinien innerhalb des Konzerns. Dieses Regelwerk wird auf Segmentebene ständig weiterentwickelt und aktualisiert, um den neuesten technologischen Herausforderungen Rechnung zu tragen. Über unterschiedliche Kommunikationskanäle wird das Regelwerk zielgruppengerecht verbreitet. Neben den bereits erwähnten Schulungsangeboten gibt es im Intranet Hinweise und Erläuterungen zu den Regeln für die wichtigsten Rollen von Mitarbeitenden. Auch in der regelmäßigen Einführungsveranstaltung, in Security Trainings sowie im Intranet sind Anlaufstellen benannt, denen Mitarbeitende mögliche Sicherheitsvorfälle oder einen entsprechenden Verdacht unverzüglich melden müssen. Diese Meldepflicht umfasst Ereignisse, bei denen gegen die bestehenden Regelungen verstoßen wird oder die eine sonstige Bedrohung für United Internet darstellen können.
Security Audits: Um die Wirksamkeit der ISMS in den Segmenten sicherzustellen, werden Produkt-, Prozess- und System-Audits durchgeführt. Diese werden durch eigenverantwortliche Prüfungen der Fachbereiche sowie durch weitere Audits ergänzt. Diese oft extern vergebenen Audits werden durch die dezentrale Sicherheitsorganisation unterstützt. Ein vermehrt genutztes Instrument sind Reifegradmodelle. Reifegradmodelle bieten eine effiziente Möglichkeit, aufwendige und gleichzeitig tiefergehende Audits zielgerichteter zu steuern. Sie ermöglichen es, Audits in der Planung dort zu platzieren, wo sie eine Reifegradentwicklung am effektivsten unterstützen. Insbesondere in den technischen Fachbereichen mit Verantwortung für die Daten von Kundinnen und Kunden wird ein von der Informationssicherheit entwickeltes Sicherheitsreifegradmodell verwendet. Die Fachbereiche profitieren dabei von einer klaren Analyse ihrer Entwicklung. Das Modell stellt zudem ein Instrument zur eigenverantwortlichen, gezielten und vergleichbaren Weiterentwicklung dar.
Kontinuierliches Monitoring: Um eine etwaige Gefährdung von Daten schnellstmöglich zu entdecken, werden die verschiedenen IT-Systeme im Rahmen eines kontinuierlichen Monitorings überwacht. Ein intern angepasstes und auf eine modernere Plattform migriertes „Security Incident and Event Management System“ (SIEM) unterstützt neben dem lokalen Monitoring die Erfassung von Vorfällen und kann angemessene Reaktionen anstoßen. Für eine kontinuierliche Verbesserung werden die Erkennungszeiten gemessen, um sicherheitsrelevante Vorfälle (z. B. Angriffe) von nicht sicherheitsrelevanten Vorfällen (z. B. unterbrochene Stromkreisläufe) zu unterscheiden. Ebenso werden die Reaktionszeiten erfasst, die von der Meldung bis zur Behebung eines Problems vergehen. Für bestimmte sicherheitsrelevante Schutzziele, z. B. „Verfügbarkeit“, hat United Internet zudem interne Zielgrößen definiert.
Umgang mit Sicherheitsvorfällen
In jedem Geschäftssegment besteht ein standardisierter Prozess für den Umgang mit Sicherheitsvorfällen im Einklang mit Standards wie dem ISO 27001. Nach dem Erkennen eines wesentlichen Vorfalls wird die Entstörung durch einen geschulten „Incident Manager“ übernommen. Dieser zieht bei Bedarf das Sicherheitsteam oder externe Beratungsunterstützung hinzu.
Bei der Integration von übernommenen Gesellschaften prüft United Internet vor dem Zusammenschluss sowie an Schlüsselstellen im weiteren Integrationsprozess grundsätzlich die bestehenden technischen und organisatorischen Informationssicherheitsmaßnahmen (gilt nicht für das Segment „Business Access“). Hierbei wird eine Reifegradanalyse basierend auf internationalen Standards durchgeführt. Der ermittelte Reifegrad wird um eine Risikobetrachtung mit Handlungsempfehlungen ergänzt. Je nach Ergebnis und Geschäftsstrategie werden verschiedene Integrationsmaßnahmen beschlossen und umgesetzt. Die Sicherheitsorganisationen der Segmente bewerten den Reifegrad und die anzusetzenden Maßnahmen und prüfen, ob es sinnvoll ist, die übernommene Gesellschaft in das ISMS von United Internet zu integrieren. Ziel ist es, einen angemessenen und konzernweiten Sicherheitsstandard zu etablieren und zu erhalten.
E-Mail-Accounts mit hohen Sicherheitsstandards
Im Geschäftsjahr 2025 ist es den E-Mail-Anbietern durch verbesserte Methoden und die Anwendung von „Data Science“ gelungen, den Anteil der erkannten und herausgefilterten Spam-Mails durch die kontinuierliche Weiterentwicklung der Spam-Scanner erneut zu verbessern. So konnte die Rate der durch die Kundinnen und Kunden als Spam markierten E-Mails im Posteingang erneut reduziert werden – um 2 % im Vergleich zum Vorjahr. Dadurch wurde nicht nur die Relevanz der eingehenden E-Mails, sondern auch deren Sicherheit für die weitere Nutzung gesteigert.
Phishing gehört zu den größten Bedrohungen für die Verbraucherinnen und Verbraucher von United Internet. Mit der sogenannten „Hall of Fame“ honoriert das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gemeinsam mit Bitkom e.V. und eco e.V. Unternehmen, die E-Mail-Kommunikation messbar sicherer machen: GMX, WEB.DE und IONOS wurde der Goldstatus verliehen. Zusätzlich bietet das BSI einen E-Mail-Sicherheitscheck für Verbraucherinnen und Verbraucher an, der anspruchsvolle technische Sicherheitseigenschaften eines E-Mail-Anbieters prüft. GMX und WEB.DE erfüllen alle BSI-Kriterien.
Darüber hinaus werden Sensibilisierungskampagnen für Kundinnen und Kunden durchgeführt, um zu Cyberbedrohungen zu informieren und zu sensibilisieren. In diesem Zusammenhang wurden bspw. die Maßnahmen „Halten Sie Ihre Account-Daten aktuell“ oder „Prüfen Sie Ihre Passwortstärke“ ausgespielt. Diese erreichten erfolgreich mehrere Mio. Nutzerinnen und Nutzer und führten zu einer Verhaltensänderung.
Maßnahmen zum Risiko „Unzureichender Schutz personenbezogener Daten von Kundinnen und Kunden sowie Endnutzenden“
United Internet sichert den Schutz personenbezogener Daten und die Prüfung der Zulässigkeit von Datenverarbeitungen gemäß der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sowie der nationalen Vorschriften der Länder, in denen United Internet aktiv ist. Dies ist nicht nur eine Compliance-Anforderung, sondern liegt im eigenen Interesse von United Internet. Denn der rechtmäßige, sichere und verantwortungsvolle Umgang mit personenbezogenen Daten, insbesondere im Zusammenhang mit der Internetnutzung, steht permanent im Fokus der Öffentlichkeit. Insbesondere die Kundinnen und Kunden vertrauen United Internet im Rahmen der weltweit über 29 Mio. kostenpflichtigen Verträge sowie der rund 39 Mio. werbefinanzierten Free Accounts ihre Daten an. Daher gehört es zum Selbstverständnis des Unternehmens, ein hohes Maß an Sicherheit zu gewährleisten und Daten konsequent zu schützen. Der Datenschutz und die Informationssicherheit bei United Internet orientieren sich stets an den aktuellen Anforderungen und dem hohen Niveau des europäischen und deutschen Datenschutzes.
Das Ziel der Maßnahmen im Bereich Datenschutz ist es, die Datenschutzkonformität bei United Internet konzernweit sicherzustellen und in den Systemen, Prozessen und Produkten zu verankern. In der Praxis gilt es, Entwicklungen auf gesetzgeberischer Ebene, bei der Rechtsprechung und in der Praxis der Aufsichtsbehörden zu verfolgen, genau wie auch technologische Risiken und Bedrohungsszenarien zu überwachen und das Datenschutzmanagementsystem auf dieser Grundlage kontinuierlich anzupassen. Hierfür haben die Segmente für ihre Bereiche jeweils eigene Datenschutzorganisationen, Richtlinien und Prozesse geschaffen. In den Segmenten sind eigene Datenschutzfachbereiche aufgebaut und Datenschutzbeauftragte benannt worden. Die Datenschutzbeauftragten berichten regelmäßig der höchsten Managementebene der jeweiligen Konzerngesellschaft. Weitere Datenschutzrollen sind an jenen Stellen implementiert, wo dies zur Umsetzung der Datenschutzziele unter Berücksichtigung des jeweiligen Segments, seiner Größe und der Risiken erforderlich ist. Mit den nachfolgenden Instrumenten stellt United Internet die Datenschutzkonformität im Konzern sicher:
Einbindung der Datenschutzexpertise in den Produktentwicklungsprozess: Die Datenschutzfachbereiche sowie die Datenschutzkoordinatorinnen und Datenschutzkoordinatoren beraten intern zu datenschutzrechtlichen Fragestellungen, die z. B. bei Produktdesign und Produktentwicklung („Privacy by Design“ oder „Privacy by Default“) oder im Rahmen von vertraglichen Vereinbarungen auftreten.
Prävention durch verpflichtende Datenschutzschulungen: Der Anspruch von United Internet ist es, dass alle Mitarbeitenden dazu beitragen, personenbezogene Daten rechtmäßig zu verarbeiten und dafür Sorge zu tragen, dass insbesondere sensible Informationen nicht in unbefugte Hände gelangen. Dafür schult United Internet die Mitarbeitenden regelmäßig, mindestens jedoch alle zwei Jahre. Es werden zudem regelmäßig Maßnahmen zur weiteren Sensibilisierung von Mitarbeitenden im Datenschutzbereich durchgeführt.
Kontakt zu den Aufsichtsbehörden: Die Datenschutzfachbereiche von United Internet stehen im regelmäßigen Kontakt mit den zuständigen Datenschutzaufsichtsbehörden, insbesondere um Anliegen von Kundinnen und Kunden zu bearbeiten, die über Aufsichtsbehörden weitergeleitet wurden. Für Datenschutzvorfälle sind Melde- und Prüfprozesse festgelegt. Im Falle einer Meldepflicht werden sie an die Aufsichtsbehörden gemeldet. Im Geschäftsjahr 2025 gab es 29 Meldungen an die zuständigen Aufsichtsbehörden für Datenschutz.
Wirksame Detektion durch Beschwerdemechanismen: Datenschutzbezogene Anfragen und Beschwerden von Kundinnen und Kunden werden von geschulten Mitarbeitenden in speziellen Datenschutzteams in enger Abstimmung mit den Datenschutzfachbereichen der jeweiligen Unternehmenssegmente bearbeitet. Darüber hinaus haben Mitarbeitende jederzeit die Möglichkeit, sich vertraulich an die Datenschutzfachbereiche oder ihre Datenschutzbeauftragte bzw. ihren Datenschutzbeauftragten zu wenden, um datenschutzrelevante Vorgänge ihres Arbeitsalltags zu besprechen.
Wirksamkeitsüberwachung durch Kontrollen: Die Datenschutzfachbereiche von United Internet führen regelmäßig fachspezifische Bewertungen und Kontrollen durch. Ergänzend können bei Bedarf unabhängige Audit-Organisationen beauftragt werden, externe objektive Datenschutzaudits durchzuführen, um interne Verbesserungspotenziale zu identifizieren. Daneben sind die Datenschutzfachbereiche im Rahmen von Kontrollmaßnahmen zur Überprüfung von Dienstleistungsunternehmen und Subdienstleistungsunternehmen berechtigt.
Mehr Datensicherheit durch stetige Weiterentwicklung der technischen und organisatorischen Schutzmaßnahmen: Kundinnen und Kunden vertrauen United Internet ihre persönlichen Daten an. Um diese Daten schützen zu können, werden die implementierten Sicherheitsstandards der Segmente kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert.
Umsetzung von Betroffenenrechten: Durch klar geregelte Abläufe für die fristgerechte und transparente Bearbeitung von Anfragen ermöglicht United Internet, dass betroffene Personen ihre Datenschutzrechte wie insbesondere das Recht auf Auskunft, Berichtigung und Löschung wirksam ausüben können. Betroffenenanfragen werden unverzüglich, in jedem Fall aber innerhalb eines Monats nach Eingang des Antrags bearbeitet. Diese Frist kann gemäß den gesetzlichen Vorgaben unter bestimmten Umständen um weitere zwei Monate verlängert werden.
Löschung personenbezogener Daten: Im Sinne des Speicherbegrenzungsprinzips werden personenbezogene Daten bei United Internet nur so lange verarbeitet, wie dies für die jeweils festgelegten Zwecke erforderlich ist. Danach erfolgt eine datenschutzkonforme Löschung.
Maßnahmen zur Auswirkung „Anwendung von KI in Prozessen und Services“
Konzernweite KI-Arbeitsgruppe
Die KI-Community befindet sich derzeit im Aufbau und soll als konzernweite Plattform für den Austausch, die Vernetzung und die Zusammenarbeit rund um Künstliche Intelligenz dienen. Ihr Ziel ist es, Anwendungsfälle zu identifizieren, Wissen zu teilen und die Einführung von KI-Lösungen im Unternehmen zu unterstützen. Darüber hinaus soll die Community Impulse für die Evaluierung und Bereitstellung von KI-Tools geben und Mitarbeitende befähigen, KI verantwortungsvoll anzuwenden. Die Initiative fördert Transparenz, Synergien und interdisziplinäre Zusammenarbeit, um den Einsatz von KI nachhaltig und effizient zu gestalten.
Schulungen zur verantwortungsvollen und sicheren KI-Nutzung
Im Geschäftsjahr 2025 wurden interne E-Learning Programme zu den Grundlagen der KI bei Corporate und allen Segmenten entwickelt. Ziel der Trainings ist die Förderung einer angemessenen KI-Kompetenz innerhalb der Organisation. Den Mitarbeitenden werden dabei insbesondere Kenntnisse zur Funktionsweise von KI-Technologien, zur sicheren und erfolgreichen Integration in den Arbeitsalltag, zu relevanten rechtlichen Rahmenbedingungen (insbesondere Datenschutz, Informationssicherheit und Urheberrecht) sowie zu ethischen Fragestellungen und deren Auswirkungen auf Kundinnen und Kunden, Mitarbeitende und die Gesellschaft vermittelt. Darüber hinaus werden Risiken und Grenzen im Zusammenhang mit dem Einsatz von KI-Technologien aufgezeigt.

Einführung eigener KI-Compliance-Teams und KI-Beauftragter
Zur Sicherstellung einer verantwortungsvollen und regelkonformen Nutzung von Künstlicher Intelligenz wurde bei Corporate im Geschäftsjahr 2025 ein eigenes KI-Compliance-Team, das Legal AI Management, etabliert. Dieses setzt sich abteilungsübergreifend aus Expertinnen und Experten der Bereiche Corporate Legal und Corporate Privacy zusammen. Das Team befasst sich mit praktischen Fragestellungen der KI-Compliance und prüft insbesondere die Einhaltung relevanter Compliance-Aspekte im Rahmen der Einführung neuer Softwarelösungen. Die KI-Compliance-Prüfung im Rahmen des Software-Freigabeprozesses stellt sicher, dass die Anforderungen der europäischen KI-Verordnung frühzeitig erkannt und eingehalten werden. Darüber hinaus dient die Prüfung der Identifikation und Mitigation von KI-spezifischen Compliance-Risiken zur Gewährleistung einer verantwortungsvollen und regelkonformen Einführung neuer Technologien.
Maßnahmen zur Auswirkung „Gefahren für faktenbasierte Meinungsbildung“
Das World Economic Forum hat die Themen „misinformation“ und „disinformation“ im Global Risks Report 2026 als zweithöchstes globales Risiko für die kommenden zwei Jahre benannt. Aufgrund der hohen Reichweiten der redaktionellen Angebote der Marken GMX und WEB.DE im Segment „Consumer Applications“ wird diesen eine hohe Meinungsmacht zugemessen. Laut Medienvielfaltsmonitor der Landesmedienanstalten 2024 nehmen GMX mit 3,0 % und WEB.DE mit 3,5 % die Plätze drei und zwei im Online-Meinungsmarkt ein.
Vor diesem Hintergrund werden folgende Maßnahmen in Bezug auf die Auswirkung „Gefahren für faktenbasierte Meinungsbildung“ eingesetzt:
Transparenz
Spezifische Fragestellungen der Leserinnen und Leser werden in weiterführenden Artikeln in der Rubrik „So arbeitet die Redaktion“ aufgegriffen und erklärt.
Die Redaktion macht gegenüber der Öffentlichkeit transparent, welche externen Nachrichtenquellen, z. B. Nachrichtenagenturen, genutzt werden oder mit welchen Kolumnistinnen und Kolumnisten gearbeitet wird.
Das Nachrichtenangebot von GMX und WEB.DE wird im Rhythmus von zwei Jahren nach dem von „Reporter ohne Grenzen“ initiierten „Journalism Trust Initiative“-Programm und CWA 17493:2019 durch eine unabhängige Prüfung durch Deloitte rezertifiziert. Die nächste Rezertifizierung erfolgt Anfang 2026.
Ausgewogenheit der Nachrichten
Redaktionelle Nachrichten werden personalisiert. Zur Vermeidung von Filterblasen legt die Redaktion Wert darauf, Leserinnen und Lesern nicht ausschließlich Inhalte aus bevorzugten Rubriken anzuzeigen, sondern eine abwechslungsreiche und dynamische Themenauswahl bereitzustellen.
Das Nachrichtenangebot von GMX und WEB.DE nutzt kontinuierlich den Faktencheck des unabhängigen und gemeinnützigen Recherchezentrums Correctiv, um über verbreitete Falschmeldungen und die tatsächliche Faktenlage zu berichten.
GMX und WEB.DE veröffentlichen regelmäßig Artikel zum Thema Klima, um Leserinnen und Leser zum Thema Klimakrise und Klimaschutz faktenbasiert zu erreichen. Der Klimakanal wird auch 2026 mit fortlaufender, mindestens wöchentlicher Berichterstattung fortgeführt.
Feedback von Nutzerinnen und Nutzern
Die Redaktion veröffentlicht regelmäßig in der tagesaktuellen Berichterstattung Aufrufe an die Leserinnen und Leser, sich aktiv durch Meinungen, Perspektiven und persönliche Geschichten zu beteiligen. Die daraus entstandenen Artikel werden in den Nachrichtenkanälen von GMX und WEB.DE veröffentlicht und entsprechend gekennzeichnet. Leserinnen und Leser finden direkt unter jedem Artikel die Schaltfläche „Feedback an die Redaktion“ bzw. „Feedback“, um Rückfragen, Hinweise oder mögliche Fehler unkompliziert und direkt an die Redaktion zu übermitteln. Ein eigenes Community-Management bearbeitet täglich Hunderte Rückmeldungen von Nutzerinnen und Nutzern, um auf deren Feedback unmittelbar eingehen zu können. Zudem werden regelmäßige Aktionstage für Leserinnen und Leser genutzt, um mögliche Verbesserungspotenziale in der Berichterstattung zu identifizieren.
Nachhaltigkeitspakt Medien
Die Marken GMX und WEB.DE sind mit ihren reichweitenstarken Nachrichtenangeboten Mitglied der Initiative „Nachhaltigkeitspakt Medien“ der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien. Ziel ist die aktive Gestaltung einer nachhaltigen Medienwirtschaft sowie die Entwicklung eines branchenspezifischen Verständnisses von Nachhaltigkeit. Alle Mitglieder des „Nachhaltigkeitspakts Medien“ beantworten einen ausführlichen Fragenkatalog und veröffentlichen diesen. Im aktuellen Bericht 2025 des Nachhaltigkeitspakts werden Fragen zur Unternehmensstruktur, zu den Klima- und Umweltzielen, zur Diversität sowie zum journalistischen Angebot beantwortet.
Maßnahmen zur Auswirkung „Verletzung von Jugendschutz im digitalen Raum“
United Internet setzt sich für Jugendschutz und Aufklärung zum Verhalten im Internet für Kinder und Jugendliche ein. Das Internet spielt für Kinder und Jugendliche im Alltag eine zentrale Rolle – ob zur Kommunikation, für Unterrichtsrecherchen oder zur Unterhaltung. Oft fehlt es ihnen jedoch an der erforderlichen Medienkompetenz und Erfahrung, um mit ihnen unbekannten Lebenssachverhalten oder nicht für sie geeigneten Inhalten im Netz umzugehen. Dies führt dazu, dass sie Risiken schwer einschätzen und sich daher nicht ausreichend selbst schützen können. Es bedarf, je nach Entwicklungsstand, daher geeigneter Maßnahmen und Aufklärung zu möglichen Gefahren und Risiken. Nur so kann United Internet einen angemessenen Schutz für Kinder und Jugendliche gewährleisten und ihnen einen sicheren und altersgerechten Umgang mit dem Internet ermöglichen.
United Internet achtet sowohl bei eigenen Produkten und Services als auch bei Partnerangeboten auf die Einhaltung der jugendschutzrechtlichen Vorgaben. Dies gilt für alle Segmente, in denen potenziell negative Auswirkungen für den Jugendschutz bestehen. Im Rahmen von Produktentwicklungen und -einführungen finden interne Prüfungen zur Einhaltung der jugendschutzrechtlichen Vorgaben und, falls erforderlich, entsprechende Anpassungen statt. So stellt United Internet sicher, dass Kinder und Jugendliche nicht mit ungeeigneten Inhalten konfrontiert werden. Als Ansprechpersonen für den Jugendschutz haben die Segmente, für deren Produkte und Services Jugendschutz eine wichtige Rolle spielt, Jugendschutzbeauftragte bestellt, die intern die verschiedenen Fachbereiche und Funktionen beraten. Gleichzeitig sind sie zentrale Ansprechpersonen für externe Stakeholderinnen und Stakeholder, stehen in regelmäßigem Austausch mit anderen Jugendschutzbeauftragten und vertreten United Internet bei Verbänden sowie gegenüber Aufsichtsbehörden. Darüber hinaus sind für die Segmente „Consumer Access“, „Consumer Applications“ und „Business Applications“ Jugendschutz-E-Mail-Postfächer eingerichtet, die im jeweiligen Impressum und Jugendschutzbereich angegeben sind. Bei Fragen oder Beanstandungen können Externe die Jugendschutzbeauftragten über die hinterlegten Postfächer kontaktieren. Über diese Kontaktinformationen hinaus sind in den Jugendschutzbereichen der Segmente Erläuterungen und Hinweise zusammengestellt, die zur Aufklärung und Stärkung der Medienkompetenz von Kindern, Jugendlichen und Eltern dienen. Dazu zählen Verweise auf Jugendschutzprogramme sowie Hinweise zu Beratungsangeboten und Anlaufstellen für bestimmte Themen und Problemfelder in Verbindung mit der Internetnutzung.
Maßnahmen zur Auswirkung „Befähigung zu digitaler Teilhabe“
Ausbau der digitalen Infrastruktur durch Open-RAN-Technologie
Als Telekommunikationsunternehmen ermöglicht das Segment „Consumer Access“ einem Großteil der Gesellschaft den Zugang zu einer digitalisierten Welt und leistet somit einen wichtigen Beitrag zur digitalen Transformation. Deshalb setzt die zum Unternehmen gehörende Marke 1&1 als neuer Mobilfunknetzbetreiber von Beginn an auf die neueste Technologie mit dem Bau des europaweit ersten vollständig virtualisierten Mobilfunknetzes auf Basis der Open-RAN-Technologie.
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Edge-Rechenzentren
Seit Dezember 2023 werden mobile Dienste im eigenen 5G-Mobilfunknetz angeboten. Sämtliche Netzfunktionen werden per Software in der privaten Cloud gesteuert. Dafür werden bis 2030 über 500 dezentrale Edge-Rechenzentren in Betrieb genommen. Überall kommen ausschließlich Glasfaserleitungen und Gigabit-Antennen zum Einsatz. Damit wurde ein besonders zukunftsfähiges Netz geschaffen, von dem Verbraucherinnen und Verbraucher profitieren.
Auch der Ausbau der eigenen Antennenstandorte im 1&1 5G-Netz hat im vergangenen Jahr deutlich zugenommen. Zum Ende des Jahres 2025 erreichte das 1&1 O-RAN bereits 27 % der deutschen Haushalte. Damit übertrifft 1&1 die Vorgabe der Bundesnetzagentur, die eine Abdeckung eines Viertels der Haushalte bis zum 31. Dezember 2025 vorsah. Um Mobilfunkkundinnen und Mobilfunkkunden bereits während der Aufbauphase des innovativen 1&1 O-RAN bundesweit zu versorgen, nutzen Kundinnen und Kunden überall dort, wo 1&1 zunächst noch über keine eigenen Antennenstandorte verfügt, automatisch Antennen des National-Roaming-Partners Vodafone. Gleichzeitig bleibt es das zentrale Ziel, das 1&1 Mobilfunknetz schnellstmöglich auszubauen und die innovative Open-RAN-Technologie in immer mehr Gebieten verfügbar zu machen.
Digitalisierung durch das Segment „Business Access“
Die Netzinfrastruktur des Segments „Business Access“ bietet die Möglichkeit, das Geschäft mit Daten und Infrastruktur für Selbstständige, kleine, mittelständische und große Unternehmen, öffentliche Einrichtungen, Gemeinden und kommunale Unternehmen sowie Schulen konsequent weiter auszubauen und durch maßgeschneiderte IT-Sicherheitslösungen abzusichern. Durch die Anbindung an eine schnelle, digitale Infrastruktur ermöglicht United Internet diesen Einrichtungen bspw. die Digitalisierung von Verwaltungs- und Dienstleistungsprozessen. Um den Fortschritt der Glasfaseranbindung hinsichtlich Schulen und Bibliotheken abzubilden, dokumentiert „Business Access“ die Anzahl aller final abgeschlossenen Projekte in diesen Bereichen. Im Geschäftsjahr 2025 wurden 135 Schulen und zwölf Bibliotheken an das Glasfasernetz angeschlossen.
Zusammenarbeit an EU-Projekten
Das Segment „Business Applications“ beteiligt sich an verschiedenen Initiativen zur Förderung der digitalen Infrastruktur in Europa. Zentral hierfür ist die Beteilungen an den Rahmeninitiativen GAIA‑X und IDSA, die föderierte, sichere und interoperable Datenräume ermöglichen und die Abhängigkeit von Nicht-EU-Anbietern verringern. Das Segment engagiert sich ebenfalls in Plattformen wie dem NexusForum, der EU Cloud Alliance und der Open Source Business Alliance, um offene Standards und transparente Regulierungen zu fördern. Durch diese Aktivitäten wird die digitale Resilienz Europas gestärkt und die sichere, nachhaltige und selbstbestimmte Nutzung der digitalen Transformation ermöglicht.
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Sharenting
Digitale Kompetenzen vermitteln
Über die Marken GMX und WEB.DE des Segments „Consumer Applications“ werden E-Mail-Postfächer mit zugehörigem Cloud-Speicherplatz angeboten. Die FreeMail-Angebote sind für Nutzerinnen und Nutzer kostenlos und ermöglichen damit auch sozial benachteiligten Gruppen die Teilhabe am digitalen Alltag. Informationskanäle, wie die Blogs der Portale von United Internet, vermitteln mit ihren leicht verständlichen Tipps rund um E-Mail, Digitales und Sicherheit wichtige Kompetenzen für den Umgang mit den neuen Medien. Im Kontext der digitalen Teilhabe für Kinder und Jugendliche werden Eltern und Erziehungsberechtigte im Blog sowie im Quartals-Newsletter für einen gesunden Umgang mit digitalen Medien sensibilisiert, z. B. zu „Cybersicherheit für Kids“. In diversen Blog-Artikeln werden gesellschaftspolitische Gefahren im digitalen Raum adressiert, die durch Hassrede, Fake News oder gefälschte Bilder entstehen. Zusätzlich werden kritisch zu betrachtende Internet-Trends wie Sharenting oder Kinder-Influencer thematisiert, und es wird auf Gefahren z. B. durch Phishing aufmerksam gemacht. Durchschnittlich werden je Marke ca. 30 Artikel pro Jahr zu diesen Themen veröffentlicht.
Kostenlose digitale Grundversorgung
Mit dem kostenlosen eSIM-Handytarif erweitert GMX die digitale Grundversorgung: Verbraucherinnen und Verbrauchern stehen nun E-Mail, Cloud-Speicher, Nachrichten und auch Mobilfunk aus einer Hand kostenfrei zur Verfügung. Damit wird die Grundlage für digitale Teilhabe für alle – insbesondere für Menschen mit geringem Einkommen – geschaffen.
Frei zugängliche Nachrichtenquellen
GMX und WEB.DE bieten Nutzerinnen und Nutzern neben E-Mail- und Cloud Services auch unbeschränkten Zugang zu Inhalten aus der eigenen, unabhängigen Redaktion. Das redaktionelle Nachrichtenangebot ist nicht auf den deutschen Markt beschränkt, sondern existiert ebenso auf den angepassten Länder-Portalen, z. B. in Österreich und der Schweiz. Für weitere Länder-Portale in den USA, Großbritannien, Frankreich und Spanien wird den Nutzerinnen und Nutzern ein automatisiertes Nachrichtenangebot in der jeweiligen Landessprache angeboten. Jeweils 8 % und 12 % der deutschen Internetnutzerinnen und Internetnutzer verwenden wöchentlich GMX und WEB.DE als Nachrichtenquellen. 5 % (GMX) bzw. 6 % (WEB.DE) der Nutzerinnen und Nutzer greifen sogar mindestens dreimal in der Woche auf die beiden FreeMail-Portale zu, um sich zu informieren. Dies belegt der Digital News Report 2025 des Reuters Instituts.
Maßnahmen zum Risiko „Ausfall des eigenen Mobilfunknetzes“
Mit insgesamt vier Core-Rechenzentren verfügt das Netz über die notwendige Geo-Redundanz, wodurch eine verlässliche Stabilität im 1&1 Mobilfunknetz gewährleistet ist.
Darüber hinaus werden spezifische technische und organisatorische Maßnahmen, insbesondere Redundanz-Review, erweiterte Redundanztests und die Überprüfung der Kapazität pro Core-Rechenzentrum umgesetzt, um bei Ausfall eines Rechenzentrums auch in den verbleibenden Rechenzentren eine ausreichende Kapazität für alle Endkundinnen und Endkunden bereitstellen zu können.
Stabilität des Mobilfunknetzes
Um die Sicherheit in Open-RAN-Netzen zu gewährleisten, bedarf es – ebenso wie bei herkömmlichen Mobilfunknetzen – intensiver Risikoanalysen sowie der kontinuierlichen Überprüfung aller sicherheitsrelevanten Einrichtungen und Systeme. Im Auftrag des Segments „Consumer Access“ hat der Generalunternehmer Rakuten detaillierte Risikoanalysen durchgeführt und betreibt ein zertifiziertes Sicherheitsmanagementsystem nach ISO 27001. Sowohl 1&1 Mobilfunk als auch der Partner Rakuten arbeiten kontinuierlich an der Verbesserung und Optimierung der bestehenden Sicherheitssysteme und im Rahmen der Security Operations. Neue Dienste im Angebot an die Mobilfunkkundinnen und Mobilfunkkunden werden frühzeitig im Rahmen von „Security by Design“ durch die Security Teams begleitet. Das Segment ist Mitglied in der internationalen O-RAN Alliance, deren Expertengremien die Sicherheit in Open-RAN-Netzen intensiv analysieren und fortlaufend weiterentwickeln.
Die Produkte des Segments „Consumer Access“ sowie die dazu benötigten Geschäftsprozesse basieren auf einer komplexen technischen Infrastruktur und einer Vielzahl an Softwaresystemen (für Mobilfunkmasten, Rechenzentren, Kundenverwaltungsdatenbanken, Statistiksysteme etc.). Im Falle von Anpassungen, seien es kleinere Wartungsarbeiten oder größere technische Umstellungen, kann es aufgrund der Komplexität zu Störungen oder Ausfällen kommen. Sollten davon z. B. Leistungssysteme betroffen sein, könnte das Segment „Consumer Access“ gegenüber Kundinnen und Kunden die zugesicherte Leistung vorübergehend nicht mehr erbringen.
Diesen Risiken begegnet das Segment durch gezielte Architekturanpassungen, Qualitätssicherungsmaßnahmen und eine räumlich getrennte (georedundante) Auslegung der Kernfunktionalitäten. Darüber hinaus werden verschiedene soft- und hardwarebasierte Sicherheitsvorkehrungen eingesetzt, die dazu dienen, Infrastruktur und Verfügbarkeit zu schützen. Durch die Teilung von Aufgaben werden risikobehaftete Handlungen oder Geschäftsvorfälle nicht von einer Mitarbeitenden bzw. einem Mitarbeitenden allein, sondern nach dem „Vier-Augen-Prinzip“ ausgeführt. Manuelle und technische Zugriffsbeschränkungen stellen darüber hinaus sicher, dass Mitarbeitende nur in ihren Verantwortungsbereichen tätig sind. Als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme gegen Datenverlust werden die vorhandenen Datenbestände einer regelmäßigen Datensicherung unterzogen und in georedundanten Rechenzentren gespeichert.
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Backhaul-Anbindung
Beim Aufbau und Betrieb des vollständig virtualisierten 5G-Mobilfunknetzes auf Basis der neuen Open-RAN-Technologie arbeiten die Segmente „Consumer Access“ und „Business Access“ zusammen. Ergebnis der Kooperation ist die Anbindung der 5G-Standorte, bestehend aus Front-, Mid- und Backhaul-Anbindungen, der Betrieb des Backbone-Netzes und der Ausbau dedizierter Rechenzentren für den Netzbetrieb.
Maßnahmen zur Auswirkung „Ausfälle der kritischen Infrastruktur“
Um die Resilienz des Netzes zu stärken, werden verschiedene organisatorische und technische Maßnahmen basierend auf der LL 3700 zum Business Continuity Management sowie der RL 6326 zum Notfallmanagement verfolgt.
Organisatorische Maßnahmen
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Business Process Framework (eTOM)
Das Unternehmen hat sich in der Aufbau- und Ablauforganisation auf den Betrieb eines der größten und leistungsfähigsten Glasfasernetze Deutschlands ausgerichtet. So sorgen spezialisierte Fachbereiche und -abteilungen, wie der Bereich für die Netzausbauplanung oder das Team Network Management Center, für eine hohe Leistungsfähigkeit des Glasfasernetzes. Das Team Network Management Center ist dabei 24 Stunden an sieben Tagen der Woche für die Überwachung, den Betrieb und die Entstörung des Glasfasernetzes aller Kundinnen und Kunden bundesweit verantwortlich. Auch in der Ablauforganisation orientiert sich das Unternehmen an spezifischen Standards und orientiert sich beim Design der Geschäftsprozesse am „Business Process Framework“ (eTOM).
Das Segment „Business Access“ hat zudem detaillierte Notfallpläne und Krisenmanagementstrategien entwickelt, um im Falle eines unerwarteten Ereignisses schnell und effektiv reagieren zu können. Diese Pläne beinhalten definierte Verantwortlichkeiten und klare Kommunikationswege, um eine schnelle Wiederherstellung des normalen Betriebs zu ermöglichen.
Technische Maßnahmen
Orientierung an internationalen Standards für den Netzbetrieb: Um den Kundinnen und Kunden stabile und sichere Telekommunikationsprodukte zu bieten, implementiert das Segment „Business Access“ die Anforderungen internationaler Normen in seine Geschäftsprozesse. Dies wird jährlich durch externe Zertifizierungsgesellschaften überprüft und nach ISO/IEC 27001, ISO/IEC 20000 und ISO 9001 zertifiziert. Durch die Zertifizierungen belegt das Segment, dass es nach anerkannten internationalen Standards für Qualität, IT-Service-Management und Informationssicherheit arbeitet. Die Erfüllung der Standards hat das Ziel, die zuverlässige, sichere und kosteneffiziente Erbringung von Serviceleistungen sowie die Bereitstellung effizienter Prozesse zu Planung und Betrieb der Netze zu fördern. Neben den ISO-Zertifizierungen erfüllt das Segment „Business Access“ als anerkannt sicheres Dienstleistungsunternehmen die hohen Informationssicherheitsanforderungen der Automobilindustrie nach dem TISAX-Verfahren.
Redundanz: Die Netzwerkinfrastruktur ist so konzipiert, dass sie über mehrere redundante Systeme verfügt. So kann bspw. der Datenverkehr kurzfristig auf eine andere Leitung umgelenkt werden, um eine weitgehend unterbrechungsfreie Verbindung zu gewährleisten. Wenn eine bestimmte Infrastruktur kurzfristig nicht mehr zur Verfügung steht, wird so eine mögliche Beeinträchtigung der Dienste minimiert.
Unterbrechungsfreie Stromversorgung: Um die Resilienz der Telekommunikationsnetze zu steigern stattet das Segment die für den Betrieb relevante Infrastruktur mit Netzersatzanlagen sowie Technik zur unterbrechungsfreien Stromversorgung aus. So wird die Funktionstüchtigkeit der Technik aufrechterhalten.
Monitoring / Wartung
Das Segment „Business Access“ führt regelmäßige Wartungen und kontinuierliche Überwachungen der Netzwerkinfrastruktur durch. Durch den Einsatz moderner Monitoring-Tools können potenzielle Abweichungen und Probleme frühzeitig erkannt und behoben werden, bevor sie zu Ausfällen führen. Dabei werden eingehende Meldungen erfasst und Störungs-, Warn- sowie Statusmeldungen bewertet. Auf dieser Grundlage kann über die einzuleitenden Maßnahmen entschieden werden.
Um die Stabilität und Verfügbarkeit des Netzes zu gewährleisten und Ausfälle zu verhindern, wurden im Geschäftsjahr 2025 unterschiedliche zielführende Maßnahmen durchgeführt:
Business Continuity Management System (BCMS): Im Rahmen des Business Continuity Managements bzw. der LL3700 BCM, welches sich methodisch am ISO-Standard 22301 orientiert, werden Risikoanalysen, Schulungen sowie regelmäßige Tests und Übungen von Notfallsituationen durchgeführt, um den reibungslosen Ablauf in Notsituationen zu verbessern und zu prüfen.
Risikoanalyse von „Untergeschoss-Standorten“: Zur Erhöhung der Betriebssicherheit des Netzes wurden im Rahmen einer umfangreichen Risikoanalyse relevante Technikstandorte, die sich jeweils in Untergeschossen befinden, hinsichtlich ihres Ausfallrisikos durch einen potenziellen Schaden infolge eines Wassereintritts (z. B. durch Hochwasser) untersucht und bewertet. Infolge dieser Analyse wurden entsprechende Handlungsempfehlungen zu notwendigen Maßnahmen (wie z. B. Umzüge oder Ertüchtigungen der Technikstandorte) abgeleitet und in Teilen bereits umgesetzt.
Ziele
Die wesentlichen Themen des Kapitels „Verbraucherinnen und Verbraucher, Endnutzende“ werden über die in diesem Kapitel genannten Maßnahmen gesteuert und nicht über konkrete quantifizierbare Ziele. Dies lässt sich anhand folgender Beispiele begründen:
Gefahren für faktenbasierte Meinungsbildung: Um die Leserinnen und Leser vor Fake News zu schützen und eine faktenbasierte Meinungsbildung zu fördern, kommen zahlreiche Maßnahmen zur Sicherstellung eines faktenbasierten Journalismus und zur Förderung von Transparenz zum Einsatz. Da dies ein schwer messbares Ergebnis ist, hat das Segment „Consumer Applications“ zu diesem Zeitpunkt kein quantifizierbares, übergeordnetes Ziel definiert. Ob ein solches Ziel sinnvoll ist, wird in den folgenden Geschäftsjahren geprüft.
Negative ethische Auswirkungen durch die Anwendung von KI in Prozessen und Services: Das Bestreben von United Internet ist es, negative Auswirkungen, die durch den Einsatz von KI in Produkten und Services auftreten können, möglichst zu unterbinden. Dafür ist es essenziell, die Mitarbeitenden von United Internet für die Gefahren von KI, wie KI-Verzerrung, zu sensibilisieren. Ein messbares, übergreifendes Ziel, bspw. ob KI ethisch korrekt eingesetzt wurde, ist zu diesem Zeitpunkt nicht eindeutig quantifizierbar. Darum fokussiert United Internet sich auf wirksame Maßnahmen zu diesem Thema, wie die Durchführung der KI-Schulungen, und wird in den folgenden Geschäftsjahren prüfen, ob sinnvolle Kennzahlen zur Messung und Terminierung einer Zielformulierung abgeleitet werden können.
Ausfall des eigenen Mobilfunknetzes: Da die Netzstabilität nicht anhand eines einzelnen messbaren Zielwerts adäquat abgebildet werden kann, steuert United Internet dieses Risiko durch einen klar definierten Maßnahmenkatalog und kontinuierliche technische und organisatorische Verbesserungen. Dazu zählen insbesondere die Durchführung regelmäßiger RedundanzReviews, erweiterte Redundanztests sowie die Überprüfung der Kapazitäten pro CoreRechenzentrum, um sicherzustellen, dass auch bei Ausfall eines Standorts die Versorgung aller Endkundinnen und Endkunden bestmöglich aufrechterhalten werden kann. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Auswirkungen eines Rechenzentrumsausfalls zu begrenzen und die Serviceverfügbarkeit möglichst hochzuhalten.
4.4
Governance-Informationen
Als tragende Säule der Nachhaltigkeit sorgt eine verantwortungsvolle Unternehmensführung dafür, dass ökologische und soziale Verantwortung in den Strukturen und Prozessen bei United Internet verankert sind. Im Fokus stehen dabei sowohl die Prävention von Fehlverhalten als auch der transparente Umgang mit Risiken, Hinweisen und potenziellen Verstößen. Eine wirksame Governance schafft durch transparente Prozesse und verlässliche Werte Vertrauen bei Mitarbeitenden, Endnutzenden und weiteren Stakeholderinnen und Stakeholdern.
Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen
United Internet hat ihm Rahmen der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse ein wesentliches Governance-Risiko identifiziert:
IRO-Kategorie
Beschreibung des wesentlichen IRO
Wertschöpfungskette
Fehlverhalten und Regelwidrigkeiten
Risiko
Der Verstoß gegen bestehende Gesetze und Richtlinien kann zu Umsatzeinbußen durch den Verlust von Kundinnen und Kunden führen, wenn diese das Vertrauen in das Unternehmen verlieren. Gesetzeswidrige oder unethische Geschäftspraktiken können zudem zu Bußgeldern und in Einzelfällen zu strafrechtlicher Verfolgung führen (Korruption, Bestechung und andere Formen illegalen Verhaltens).
Im eigenen Betrieb
Richtlinien
Die nachfolgende Tabelle fasst die Richtlinien in Bezug auf das Risiko „Fehlverhalten und Regelwidrigkeiten“ zusammen.
Ziel der Richtlinie
Geltungsbereich
Verantwortlicher Fachbereich
Nationale und internationale Standards und Gesetzgebung
Compliance-Leitlinie
IRO-Bezug: Fehlverhalten und Regelwidrigkeiten
Beschreibung des Compliance-Management-Systems, Definition von Rollen und Verantwortlichkeiten in der konzernweiten Compliance-Organisation
Konzernweit im eigenen Betrieb an sämtlichen Standorten von United Internet
Corporate Compliance
Richtlinie zur Korruptionsprävention
IRO-Bezug: Fehlverhalten und Regelwidrigkeiten
Schärfen des Bewusstseins der Mitarbeitenden im Hinblick auf Korruption, Vorbeugen von Interessenkonflikten, Regeln sowohl für die Annahme als auch für die Gewährung von Zuwendungen
Konzernweit im eigenen Betrieb an sämtlichen Standorten von United Internet
Corporate Compliance
Gesetz zur Bekämpfung der Korruption
Ziel der Richtlinie
Geltungsbereich
Verantwortlicher Fachbereich
Nationale und internationale Standards und Gesetzgebung
Richtlinie zur Vergabe von Incentives an Externe
IRO-Bezug: Fehlverhalten und Regelwidrigkeiten
Ergänzung der Richtlinie zur Korruptionsprävention insbesondere für die Vertriebsbereiche, z. B. verbindliche Vorgaben zur Ausschreibung, Ausgestaltung und Organisation von Incentives (Anreizen)
Konzernweit im eigenen Betrieb an sämtlichen Standorten von United Internet
Corporate Compliance
Konzernrichtlinie Umgang mit Hinweisen auf Compliance-Verstöße und Durchführung interner Untersuchungen
IRO-Bezug: Fehlverhalten und Regelwidrigkeiten
Vorgaben für den Umgang mit Hinweisen auf Compliance-Verstöße und Gewährleistung fairer und rechtssicherer interner Untersuchungen
Konzernweit im eigenen Betrieb an sämtlichen Standorten von United Internet
Corporate Compliance
Lieferkettensorgfalts-pflichtengesetz (LkSG)
Verhaltenskodex, siehe Kapitel „Arbeitskräfte von United Internet“
IRO-Bezug: Fehlverhalten und Regelwidrigkeiten
Hinweisgeberschutz-Richtlinie (Konzernrichtlinie zum Schutz von hinweisgebenden Personen sowie zum Einsatz des elektronischen Hinweisgebersystems „Integrity Line“ in der United-Internet-Gruppe), siehe „Einführung in den Bereich Soziales“
IRO-Bezug: Fehlverhalten und Regelwidrigkeiten
Geschäftspartnerkodex, für Details siehe Kapitel „Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette“
IRO-Bezug: Fehlverhalten und Regelwidrigkeiten
Leitlinie zur Umsetzung der Lieferkettensorgfaltspflichten (LkS) in der United Internet Gruppe, für Details siehe Kapitel „Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette“
IRO-Bezug: Fehlverhalten und Regelwidrigkeiten
Compliance-Leitlinie und Compliance-Management-System
Die verbindliche „Leitlinie für die Compliance-Funktionen bei United Internet“ (kurz: Compliance-Leitlinie) beschreibt das Compliance-Management-System (CMS) von United Internet (kurz: UI CMS) und definiert Rollen und Verantwortlichkeiten in der konzernweiten, segmentübergreifenden Compliance-Organisation.
United Internet ist sich bewusst, dass Verstöße gegen gesetzliche Bestimmungen und Vorgaben nicht nur juristische Konsequenzen und drohende Bußgelder zur Folge haben, sondern auch den Verlust des Vertrauens von Anteilseignerinnen und Anteilseignern, Kundinnen und Kunden, Geschäftspartnern sowie Mitarbeitenden. Um dieses Vertrauen zu wahren und die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und internen Richtlinien sicherzustellen, hat der Vorstand von United Internet das konzernweite, risikoorientierte UI CMS eingerichtet.
Das UI CMS wird vervollständigt durch dezentrale Compliance-Einheiten auf Segmentebene und eine Corporate-Compliance-Abteilung auf Corporate-Ebene. Sogenannte Segment-Compliance-Manager sind für die konkrete Ausgestaltung des segmentbezogenen CMS verantwortlich und setzen Compliance-Maßnahmen auf Segmentebene um.
Das „Group Compliance Committee“ dient als Plattform für einen strukturellen Austausch zwischen Corporate Compliance und Segment-Compliance und verfolgt den Zweck, das UI CMS harmonisiert weiterzuentwickeln und die Compliance im Konzern einheitlich zu gestalten. Die Einheitlichkeit der Konzern-Compliance wird u. a. über konzerneinheitliche Regelwerke, gemeinsame technische Systeme und abgestimmte Berichtswege sichergestellt.
Die Segmente von United Internet stellen in eigener Verantwortung die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen, die Einhaltung der Compliance-Leitlinie sowie weiterer interner Compliance-Richtlinien in ihrem jeweiligen Segment sicher. Stellvertretend für die konzernweite Compliance-Organisation berichtet der Head of Corporate Compliance direkt an den Group General Counsel von United Internet, den Finanzvorstand des Konzerns sowie den Prüfungs- und Risikoausschuss des Aufsichtsrats von United Internet.
Die Compliance-Leitlinie behandelt sowohl die Compliance-Organisation, bestehend aus einer klaren Festlegung der Rollen und Verantwortlichkeiten im UI CMS einschließlich der Aufgaben und organisatorischen Einordnung sowie der Berichtslinien, als auch die Compliance-Überwachung, die darauf abzielt festzustellen, ob das Segment-CMS unter Beachtung der durch Corporate vorgegebenen Mindestanforderungen angemessen ausgestaltet und wirksam ist.
Richtlinie zur Korruptionsprävention
Die Richtlinie zur Korruptionsprävention legt eindeutige Regeln für die Annahme und Gewährung von Zuwendungen fest und erläutert die daraus folgenden Maßnahmen und Prozesse. Gleichzeitig bietet sie Mitarbeitenden von United Internet eine praktische Anleitung, wie sie unangemessene Forderungen von Dritten auf wirksame und ethisch vertretbare Weise vermeiden und ihnen begegnen können. Zur Aufdeckung von Korruptions- oder Bestechungsvorwürfen sind persönliche und elektronische Meldewege eingerichtet.
Richtlinie zur Vergabe von Incentives an Externe
Die Richtlinie zur Vergabe von Incentives an Externe ergänzt die Richtlinie zur Korruptionsprävention insbesondere für die Vertriebsbereiche. Sie enthält verbindliche Vorgaben zu Ausschreibung, Ausgestaltung und Organisation von Incentives und Veranstaltungen mit Incentive-Charakter.
Konzernrichtlinie Umgang mit Hinweisen auf Compliance-Verstöße und Durchführung interner Untersuchungen
Die Konzernrichtlinie „Umgang mit Hinweisen auf Compliance-Verstöße und Durchführung interner Untersuchungen“ legt konzernweit verbindliche Vorgaben fest. Sie definiert einen hohen Standard für den Umgang mit Hinweisen auf Compliance-Verstöße, einschließlich Verletzungen menschenrechtlicher und umweltbezogener Sorgfaltspflichten, und gewährleistet die Durchführung fairer und rechtssicherer interner Untersuchungen. Das Unternehmen hat somit Verfahren eingerichtet, um (mögliche) Compliance-Verstöße unverzüglich aufzuklären, festgestellte Verstöße abzustellen und Fehlverhalten angemessen zu sanktionieren.
Die Richtlinie stellt Anforderungen an die Plausibilisierung eines Anfangsverdachts, definiert Sachverhalte, die eine interne Untersuchung auslösen und legt klare Zuständigkeiten sowie den Ablauf einer internen Untersuchung fest. Darüber hinaus bestimmt sie klare Berichtswege in Bezug auf die Ergebnisse einer internen Untersuchung und berücksichtigt die Anforderungen des LkSG an sogenannte Beschwerdeverfahren.
Kernelement einer angemessenen Sachverhaltsaufklärung ist der „Hinweisausschuss“. Als internes, anlassbezogenes Beratungsgremium bewertet er plausibilisierte Hinweise auf mögliche Compliance-Verstöße von erheblicher Bedeutung und spricht Handlungsempfehlungen im Umgang mit diesen Hinweisen aus, z. B. die Durchführung einer internen Untersuchung. Der Ausschuss besteht aus Vertreterinnen und Vertretern des Bereichs Corporate Compliance und der entsprechenden Segment-Compliance sowie gegebenenfalls weiteren relevanten Funktionen wie z. B. der Internen Revision (Corporate Audit) oder HR.
Wird Corporate Audit in bestimmten Fällen mit der Durchführung einer internen Untersuchung beauftragt, werden die Prüfungsfeststellungen und die daraus abgeleiteten Empfehlungen in einem Untersuchungsbericht dokumentiert und an die verantwortliche Geschäftsleitung kommuniziert. Auf Basis der Empfehlungen werden Maßnahmen definiert und von der verantwortlichen Geschäftsleitung beschlossen. Die beschlossenen Maßnahmen werden dokumentiert und die Maßnahmenumsetzung wird durch Corporate Audit überwacht.
Maßnahmen
Die Compliance-Richtlinien beinhalten aufbau- und ablauforganisatorische Maßnahmen, bei denen es sich um permanente und zyklische wiederkehrende Maßnahmen handelt, für die kein Enddatum vorgesehen ist.
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Das übergeordnete Ziel aller Compliance-Aktivitäten ist es, Compliance-Verstöße zu verhindern. Dieses Ziel soll durch angemessene, an der Risikolage des Unternehmens ausgerichtete Maßnahmen erreicht werden. Dabei werden stets die drei Handlungsebenen „Vorbeugen“, „Erkennen“ und „Reagieren“ berücksichtigt (vgl. Kapitel „Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette“; dort entsprechend „Präventionsmaßnahmen“, „Feststellen von Verletzungen“ und „Anlassbezogene Abhilfemaßnahmen“).
Risikobewertung
Zur Verhinderung und Aufdeckung von Korruption und Bestechung stellen Risikobewertungen eine Schlüsselkomponente dar. Diese Risikobewertung zielt darauf ab, dass United Internet die mit Korruption bzw. Bestechung verbundenen Risiken unter Berücksichtigung
der in den Segmenten verankerten Geschäftsmodelle und Aktivitäten,
des geografischen Standorts der Aktivitäten
und der inhärenten Risiken von Korruption bzw. Bestechung (in einigen Geschäftsbereichen, Funktionen und / oder Regionen sind die Risiken im Zusammenhang mit diesen Verhaltensweisen stärker ausgeprägt)
bewertet.
Die Risikobewertungen tragen dazu bei, das Potenzial für Vorfälle einzuschätzen und bei der Gestaltung von Strategien und Verfahren zur Bekämpfung solcher Verhaltensweisen risikoorientiert zu unterstützen.
Durchführungen von Schulungen
Die Vermittlung von Unternehmensleitlinien erfolgt über umfassende Schulungsprogramme. E-Learnings, wie das E-Learning zum Verhaltenskodex, sind integraler Bestandteil des Onboardings und machen Mitarbeitenden die Inhalte interaktiv zugänglich.
Die Schulungskonzepte können auf Ebene der Segmente sowie in Abhängigkeit vom Themenfeld variieren. Datenschutz-Schulungen werden alle zwei Jahre für alle Mitarbeitenden verpflichtend wiederholt und durch Abschlusstests evaluiert. Grundsätzlich werden Schulungen im E-Learning-Format sowie unternehmens- und zielgruppengerecht vermittelt.
Schulungen zur Korruptionsprävention in Bezug auf risikobehaftete Funktionen
Im Geschäftsjahr 2025 führte United Internet ein E-Learning zur Korruptionsprävention in allen Segmenten, „Business Applications“ ausgenommen, durch. Für Mitarbeitende risikobehafteter Funktionen war die Schulung verpflichtend. Zu den risikobehafteten Funktionen zählen:
Vertriebs- und Einkaufsfunktionen
Handlungsbevollmächtigte
Assistenzfunktionen
Bereiche, die in die Genehmigung und Abwicklung von Zahlungen eingebunden sind
Bereiche, die im Austausch mit Amts- oder Mandatsträgerinnen und -trägern stehen
Bereiche, die Kontakt zu Genehmigungs- und Überwachungsbehörden pflegen
Neben diesen risikobehafteten Funktionen wurden Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger (Vorstand, Geschäftsführung und Führungskräfte) sowie Funktionen, die an Prozessen im Rahmen der Korruptionsprävention beteiligt sind, in das verpflichtende E-Learning einbezogen.
Compliance-Onboarding
United Internet stellt im Rahmen des Mitarbeitenden-Onboardings, der virtuellen „Welcome Days“, sicher, dass neue Mitarbeitende von Beginn an über die bestehenden Meldekanäle und wesentlichen Compliance-Prozesse informiert werden. Dadurch werden von Anfang an ein klares Verständnis und das Vertrauen in die vorhandenen Systeme gefördert.
E-Learning zum Verhaltenskodex
Die Einhaltung des Verhaltenskodex wird durch ein E-Learning gefördert. Die erfolgreiche Wissensvermittlung wird im E-Learning zum Verhaltenskodex durch Multiple-Choice-Fragen geprüft. Das E-Learning zum Verhaltenskodex ist im Segment „Business Access“ derzeit in Planung. Das Segment „Business Applications“ hat seit Ende des Geschäftsjahres 2024 Verhaltenskodex-Schulungen zum eigenen Verhaltenskodex.
Compliance-Schulungen
Compliance-Managerinnen und Compliance-Manager, United Internet Vertrauenspersonen und HR-Mitarbeitende erhalten gezielte Schulungen, um hinweisgebende Personen effektiv zu unterstützen und eine Kultur der Offenheit zu fördern.
Ziele
Die Themen „Anti-Korruption“ und „Hinweismanagement“ werden über Richtlinien, Maßnahmen und Kontrollen gesteuert – nicht durch definierte Ziele. Das Ambitionsniveau besteht darin, regelkonformes Verhalten durch Präventionsmaßnahmen sicherzustellen sowie potenzielle Verstöße frühzeitig zu erkennen, vollständig aufzuklären, abzustellen und konsequent zu sanktionieren.
Die Wirksamkeit der bestehenden Richtlinien und Maßnahmen wird laufend überwacht. Dies erfolgt insbesondere durch die regelmäßige Durchführung und Auswertung verpflichtender Schulungen (z. B. Korruptionsprävention) und ein aktives Monitoring des Hinweisgebersystems. Zur Bewertung der Wirksamkeit werden u. a. Teilnahmequoten in Bezug auf Compliance-Schulungen sowie Kennzahlen zur Effektivität des Hinweisgebersystems herangezogen. Zum Letztgenannten zählen Nutzungskennzahlen (z. B. Anzahl an eingegangenen Meldungen), Kennzahlen zur Qualität der Meldungen (z. B. Anteil substantiierter Meldungen) sowie Bearbeitungskennzahlen.
Kennzahlen
Im Geschäftsjahr 2025 wurde das E-Learning zur Korruptionsprävention in sämtlichen Segmenten von United Internet durchgeführt – mit Ausnahme des Segments „Business Applications“, das die Schulung zuletzt im Geschäftsjahr 2024 durchgeführt hat.
Im Segment „Business Access“ erfolgt die Schulung turnusgemäß alle zwei Jahre. Da die letzte Schulung dort im Geschäftsjahr 2025 stattfand, wurde dieses Segment – im Gegensatz zur Nachhaltigkeitserklärung 2024 – in die diesjährigen Auswertungen einbezogen.
Im Geschäftsjahr 2026 soll das konzernweite Schulungskonzept einschließlich des Durchführungsrhythmus vereinheitlicht werden.
Die Zielgruppe der Schulung umfasst alle Mitarbeitenden in risikobehafteten und prozessbeteiligten Funktionen (2.610), Führungskräfte (776) sowie Mitglieder der Geschäftsleitung (23). Im Geschäftsjahr 2025 umfasste die Zielgruppe damit 3.409 Personen. Bei insgesamt 6.432 Mitarbeitenden in den Segmenten, in denen die Schulung planmäßig durchgeführt wurde, d. h. unter Ausschluss des Segments „Business Applications“, entspricht dies einem Anteil von 53 % der Belegschaft.
Insgesamt haben 2.684 der eingeladenen Mitarbeitenden die Schulung erfolgreich abgeschlossen. Dies entspricht bezogen auf die diesjährige Zielgruppe einer Teilnahmequote von 79 %.
Im Geschäftsjahr 2024 lag die Teilnahmequote in Bezug auf die Zielgruppe bei 67 %. Die Vergleichbarkeit ist hier aufgrund der unterschiedlichen Grundgesamtheiten begrenzt, da im Geschäftsjahr 2024 das Segment „Business Access“ ausgeschlossen war.
Der Schulungszeitraum erstreckte sich sowohl im Geschäftsjahr 2025 als auch im Vorjahr über den Stichtag der Berichterstattung hinaus. Die genannten Teilnahmequoten repräsentieren daher nicht den finalen Stand am Ende des jeweiligen Schulungszeitraums.
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Aufgrund des Menschenrechtsbezugs finden sich weitere Compliance-Kennzahlen im Kapitel „Soziale Informationen – Arbeitskräfte von United Internet – Kennzahlen – Vorfälle und Beschwerden im Zusammenhang mit Menschenrechten“.

Annex
Kennzahlen gemäß EU-Taxonomie
Meldebogen: Anteil des Umsatzes aus Waren oder Dienstleistungen, die mit taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind — Offenlegung für das Jahr 2025
Geschäftsjahr 2025
Kriterien für einen wesentlichen Beitrag 
 
Wirtschaftstätigkeiten (1)
Code(s) (1) (2)
Umsatz (3)
Umsatzanteil, Jahr 2025 (4)
Klimaschutz (5)
Anpassung an den Klimawandel (6)
Wasser (7)
Umweltver-schmutzung (8)
Kreislauf-wirtschaft (9)
Biologische Vielfalt (10)
 
 
 
Mio. 
%
J; N;
N/EL
J; N;
N/EL
J; N;
N/EL
J; N;
N/EL
J; N;
N/EL
J; N;
N/EL
 
A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN
 
 
 
 
A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform)
 
 
 
 
Umsatz ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1)
 
0,0
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
 
Davon ermöglichende Tätigkeiten
 
0,0
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
 
Davon Übergangstätigkeiten
 
0,0
0,0 %
0,0 %
 
A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten)
 
 
 
 
Mio. 
%
EL; N/EL
EL; N/EL
EL; N/EL
EL; N/EL
EL; N/EL
EL; N/EL
 
Datenverarbeitung, Hosting und damit verbundene Tätigkeiten
CCM 8.1
1.446,2
23,6 %
EL
N/EL
N/EL
N/EL
N/EL
N/EL
 
Verkauf von Gebrauchtwaren
CE 5.4
24,9
0,4 %
N/EL
N/EL
N/EL
N/EL
EL
N/EL
 
Umsatz taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) (A.2)
 
1.471,1
24,0 %
23,6 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,4 %
0,0 %
 
A. Umsatz taxonomiefähiger Tätigkeiten (A.1+A.2)
 
1.471,1
24,0 %
23,6 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,4 %
0,0 %
 
B. NICHT TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN
 
 
Umsatz nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten
 
4.648,8
76,0 %
 
Gesamt
 
6.119,9
100,0 %
 






(1)Der Code stellt die Abkürzung des jeweiligen Ziels dar, zu dem die Wirtschaftstätigkeit einen wesentlichen Beitrag leisten kann, sowie die Nummer des Abschnitts der Tätigkeit im entsprechenden Anhang, der das Ziel abdeckt, d. h.:
- Klimaschutz: CCM (Climate Change Mitigation)
- Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft: CE (The transition to a circular economy)
J – Ja, taxonomiefähige und mit dem relevanten Umweltziel taxonomiekonforme Tätigkeit
N – Nein, taxonomiefähige, aber mit dem relevanten Umweltziel nicht taxonomiekonforme Tätigkeit
EL – 'eligible', für das jeweilige Umweltziel taxonomiefähige Tätigkeit
N/EL – 'not eligible", für das jeweilige Umweltziel nicht taxonomiefähige Tätigkeit
 
DNSH-Kriterien
('Keine erhebliche Beeinträchtigung')
 
 
 
 
 
Klimaschutz (11)
Anpassung an den Klimawandel (12)
Wasser (13)
Umweltver-schmutzung (14)
Kreislauf-wirtschaft (15)
Biologische Vielfalt (16)
Mindest-schutz (17)
Anteil taxonomiekonformer (A.1.) oder taxonomie-fähiger (A.2.) Umsatz,
Jahr 2024 (18)
Kategorie ermöglichende Tätigkeit (19)
Kategorie Übergangstätigkeit (20)
 
J/N
J/N
J/N
J/N
J/N
J/N
J/N
%
E
T
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
N
N
N
N
N
N
N
0,0 %
 
 
 
N
N
N
N
N
N
N
0,0 %
E
 
 
N
N
N
N
N
N
N
0,0 %
 
T
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
25,8 %
 
 
 
 
0,4 %
 
 
 
 
26,1 %
 
 
 
 
26,1 %
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Meldebogen: CapEx-Anteil aus Waren oder Dienstleistungen, die mit taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind — Offenlegung für das Jahr 2025
Geschäftsjahr 2025
 
 
Kriterien für einen wesentlichen Beitrag
 
Wirtschaftstätigkeiten (1)
Code(s) (1) (2)
CapEx (3)
CapEx-Anteil, Jahr 2025 (4)
Klimaschutz (5)
Anpassung an den Klimawandel (6)
Wasser (7)
Umweltver-schmutzung (8)
Kreislauf-wirtschaft (9)
Biologische Vielfalt (10)
 
 
 
Mio. 
%
J; N;
N/EL
J; N;
N/EL
J; N;
N/EL
J; N;
N/EL
J; N;
N/EL
J; N;
N/EL
 
A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN
 
 
 
 
A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform)
 
 
 
 
CapEx ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1)
 
0,0
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
 
Davon ermöglichende Tätigkeiten
 
0,0
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
 
Davon Übergangstätigkeiten
 
0,0
0,0 %
0,0 %
 
A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten)
 
 
 
 
 
 
Mio. 
%
EL; N/EL
EL; N/EL
EL; N/EL
EL; N/EL
EL; N/EL
EL; N/EL
 
Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen
CCM 6.5
5,4
0,5 %
EL
N/EL
N/EL
N/EL
N/EL
N/EL
 
Erwerb von und Eigentum an Gebäuden
CCM 7.7
32,5
2,9 %
EL
N/EL
N/EL
N/EL
N/EL
N/EL
 
Datenverarbeitung, Hosting und damit verbundene Tätigkeiten
CCM 8.1
70,7
6,3 %
EL
N/EL
N/EL
N/EL
N/EL
N/EL
 
Herstellung von Elektro- und Elektronikgeräten
CE 1.2
160,2
14,3 %
N/EL
N/EL
N/EL
N/EL
EL
N/EL
 
CapEx taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) (A.2)
 
268,8
24,0 %
9,7 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
14,3 %
0,0 %
 
A. CapEx taxonomiefähiger Tätigkeiten (A.1+A.2)
 
268,8
24,0 %
9,7 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
14,3 %
0,0 %
 
B. NICHT TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN
 
 
 
 
CapEx nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten
 
850,2
76,0 %
 
Gesamt
 
1.119,0
100,0 %
 






(1)Der Code stellt die Abkürzung des jeweiligen Ziels dar, zu dem die Wirtschaftstätigkeit einen wesentlichen Beitrag leisten kann, sowie die Nummer des Abschnitts der Tätigkeit im entsprechenden Anhang, der das Ziel abdeckt, d. h.:
- Klimaschutz: CCM (Climate Change Mitigation)
- Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft: CE (The transition to a circular economy)
J – Ja, taxonomiefähige und mit dem relevanten Umweltziel taxonomiekonforme Tätigkeit
N – Nein, taxonomiefähige, aber mit dem relevanten Umweltziel nicht taxonomiekonforme Tätigkeit
EL – 'eligible', für das jeweilige Umweltziel taxonomiefähige Tätigkeit
N/EL – 'not eligible", für das jeweilige Umweltziel nicht taxonomiefähige Tätigkeit
 
DNSH-Kriterien
('Keine erhebliche Beeinträchtigung')
 
 
 
 
 
Klimaschutz (11)
Anpassung an den Klimawandel (12)
Wasser (13)
Umweltver-schmutzung (14)
Kreislauf-wirtschaft (15)
Biologische Vielfalt (16)
Mindest-schutz (17)
Anteil taxonomie-konformer (A.1.) oder taxonomie-fähiger (A.2.) CAPEX, Jahr 2024 (18)
Kategorie ermöglichende Tätigkeit (19)
Kategorie Übergangstätigkeit (20)
 
J/N
J/N
J/N
J/N
J/N
J/N
J/N
%
E
T
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
N
N
N
N
N
N
N
0,0 %
 
 
 
N
N
N
N
N
N
N
0,0 %
E
 
 
N
N
N
N
N
N
N
0,0 %
 
T
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
0,7 %
 
 
 
 
2,5 %
 
 
 
 
5,9 %
 
 
 
 
21,2 %
 
 
 
 
30,3 %
 
 
 
 
30,3 %
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Meldebogen: OpEx-Anteil von Waren oder Dienstleistungen, die mit taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind — Offenlegung für das Jahr 2025
Geschäftsjahr 2025
 
Kriterien für einen wesentlichen Beitrag
 
Wirtschaftstätigkeiten (1)
Code(s)(1) (2)
OpEx (3)
OpEx-Anteil, Jahr 2025 (4)
Klimaschutz (5)
Anpassung an den Klimawandel (6)
Wasser (7)
Umweltver-schmutzung (8)
Kreislauf-wirtschaft (9)
Biologische Vielfalt (10)
 
 
 
Mio. 
%
J; N;
N/EL
J; N;
N/EL
J; N;
N/EL
J; N;
N/EL
J; N;
N/EL
J; N;
N/EL
 
A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN
 
 
 
 
A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform)
 
 
OpEx ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1)
 
0,0
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
 
Davon ermöglichende Tätigkeiten
 
0,0
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
 
Davon Übergangstätigkeiten
 
0,0
0,0 %
0,0 %
 
A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten)
 
 
 
 
 
 
Mio. 
%
EL; N/EL
EL; N/EL
EL; N/EL
EL; N/EL
EL; N/EL
EL; N/EL
 
Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen
CCM 6.5
1,3
1,1 %
EL
N/EL
N/EL
N/EL
N/EL
N/EL
 
Installation, Wartung und Reparatur von energieeffizienten Geräten
CCM 7.3
0,7
0,6 %
EL
N/EL
N/EL
N/EL
N/EL
N/EL
Datenverarbeitung, Hosting und damit verbundene Tätigkeiten
CCM 8.1
20,0
17,8 %
EL
N/EL
N/EL
N/EL
N/EL
N/EL
 
Verkauf von Gebrauchtwaren
CE 5.4
0,1
0,1 %
N/EL
N/EL
N/EL
N/EL
EL
N/EL
 
Herstellung von Elektro- und Elektronikgeräten
CE 1.2
1,7
1,5 %
N/EL
N/EL
N/EL
N/EL
EL
N/EL
 
OpEx taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) (A.2)
 
23,9
21,2 %
19,6 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
1,6 %
0,0 %
 
A. OpEx taxonomiefähiger Tätigkeiten (A.1+A.2)
 
23,9
21,2 %
19,6 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
1,6 %
0,0 %
 
B. NICHT TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN
 
 
 
 
OpEx nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten
 
88,8
78,8 %
 
Gesamt
 
112,7
100,0 %
 






(1)Der Code stellt die Abkürzung des jeweiligen Ziels dar, zu dem die Wirtschaftstätigkeit einen wesentlichen Beitrag leisten kann, sowie die Nummer des Abschnitts der Tätigkeit im entsprechenden Anhang, der das Ziel abdeckt, d. h.:
- Klimaschutz: CCM (Climate Change Mitigation)
- Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft: CE (The transition to a circular economy)
J – Ja, taxonomiefähige und mit dem relevanten Umweltziel taxonomiekonforme Tätigkeit
N – Nein, taxonomiefähige, aber mit dem relevanten Umweltziel nicht taxonomiekonforme Tätigkeit
EL – 'eligible', für das jeweilige Umweltziel taxonomiefähige Tätigkeit
N/EL – 'not eligible", für das jeweilige Umweltziel nicht taxonomiefähige Tätigkeit
(2) Die Vorjahreswerte wurden angepasst. Im Zuge der diesjährigen Überprüfung der Zuordnungssystematik zur EU-Taxonomie wurde festgestellt, dass im Vorjahr Reparatur- und Wartungskosten für Elektronikgeräte der Aktivität CE 1.2 zugeordnet wurden. Die entsprechenden OPEX-Positionen wurden daher rückwirkend korrigiert, um eine konsistente Darstellung sicherzustellen.
 
DNSH-Kriterien
('Keine erhebliche Beeinträchtigung')
 
 
 
 
 
Klimaschutz (11)
Anpassung an den Klimawandel (12)
Wasser (13)
Umweltver-schmutzung (14)
Kreislauf-wirtschaft (15)
Biologische Vielfalt (16)
Mindest-schutz (17)
Anteil taxonomie-konformer (A.1.) oder taxonomiefähiger (A.2.) OpEx, Jahr 2024 (18)
Kategorie ermö-glichende Tätigkeit (19)
Kategorie Übergangs-tätigkeit (20)
 
J/N
J/N
J/N
J/N
J/N
J/N
J/N
%
E
T
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
N
N
N
N
N
N
N
0,0 %
 
 
 
N
N
N
N
N
N
N
0,0 %
E
 
 
N
N
N
N
N
N
N
0,0 %
 
T
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
1,2 %
 
 
0,0 %
 
 
16,5 %
 
 
 
 
0,0 %
 
 
 
 
0,5 % (2)
 
 
 
 
18,3 % (2)
 
 
 
18,3 % (2)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Meldebogen 1 – Tätigkeiten in den Bereichen „Kernenergie“ und „Fossiles Gas“
Zeile
Tätigkeiten im Bereich „Kernenergie“
1.
Das Unternehmen ist im Bereich Erforschung, Entwicklung, Demonstration und Einsatz innovativer Stromerzeugungsanlagen, die bei minimalem Abfall aus dem Brennstoffkreislauf Energie aus Nuklearprozessen erzeugen, tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten.
NEIN
2.
Das Unternehmen ist im Bau und sicheren Betrieb neuer kerntechnischer Anlagen zur Erzeugung von Strom oder Prozesswärme – auch für die Fernwärmeversorgung oder industrielle Prozesse wie die Wasserstofferzeugung –sowie bei deren sicherheitstechnischer Verbesserung mithilfe der besten verfügbaren Technologie tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten.
NEIN
3.
Das Unternehmen ist im sicheren Betrieb bestehender kerntechnischer Anlagen zur Erzeugung von Strom oder Prozesswärme – auch für die Fernwärmeversorgung oder industrielle Prozesse wie die Wasserstofferzeugung – sowie bei deren sicherheitstechnischer Verbesserung tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten.
NEIN
 
Tätigkeiten im Bereich „Fossiles Gas“
4.
Das Unternehmen ist im Bau oder Betrieb von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus fossilen gasförmigen Brennstoffen tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten.
NEIN
5.
Das Unternehmen ist im Bau, in der Modernisierung und im Betrieb von Anlagen für die Kraft-Wärme/Kälte-Kopplung mit fossilen gasförmigen Brennstoffen tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten.
NEIN
6.
Das Unternehmen ist im Bau, in der Modernisierung und im Betrieb von Anlagen für die Wärmegewinnung, die Wärme/Kälte aus fossilen gasförmigen Brennstoffen erzeugen, tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten.
NEIN
Die inhaltliche Prüfung der Nachhaltigkeitsberichterstattung obliegt dem Aufsichtsrat der Gesellschaft. Unterstützt wird der Aufsichtsrat dabei durch eine inhaltliche Prüfung mit begrenzter Sicherheit („limited assurance“) des nichtfinanziellen Konzernberichts durch die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.
5.
Risiko-, Chancen- und Prognosebericht
Die Risiko- und Chancenpolitik des United Internet Konzerns orientiert sich an dem Ziel, die Werte des Unternehmens zu erhalten und nachhaltig zu steigern, indem Chancen wahrgenommen und Risiken frühzeitig erkannt und gesteuert werden. Das „gelebte“ Risiko- und Chancenmanagement stellt sicher, dass der United Internet Konzern („United Internet“) seine Geschäftstätigkeiten in einem kontrollierten Unternehmensumfeld ausüben kann. Das Risiko- und Chancenmanagement regelt den verantwortungsvollen Umgang mit Unsicherheiten, die mit unternehmerischem Handeln stets verbunden sind.
5.1
Risikobericht
Risikomanagement
Konzeption, Organisation und Aufgabe des Risikomanagements von United Internet werden von Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG vorgegeben und im Rahmen einer konzernweit verfügbaren und gültigen Risikomanagementstrategie sowie dem Risikomanagementhandbuch dokumentiert. Diese Vorgaben werden laufend an die sich ändernden gesetzlichen Rahmenbedingungen angepasst und kontinuierlich weiterentwickelt. Das Konzern-Risikomanagement koordiniert die Umsetzung und Weiterentwicklung des Risk Management Systems und ist im Auftrag des Vorstands für den zentral gesteuerten Risikomanagementprozess verantwortlich. Das Risikomanagementsystem umfasst ausschließlich die Risiken des Konzerns, während die Verantwortung für das frühzeitige und kontinuierliche Identifizieren, Bewerten und Steuern von Chancen direkt dem Konzernvorstand sowie den operativen Führungsebenen in den jeweiligen Segmenten obliegt.
Das Konzern-Risikomanagement (Corporate Risk Management) wird vom Risikomanagement der jeweiligen Segmente (Company Risk Management) unterstützt. Zur Unterstützung des Segment-Risikomanagements sind zusätzlich dezentrale Risikomanager in den für den Geschäftserfolg der Gesellschaft
besonders wesentlichen Geschäftsbereichen (bspw. in den Bereichen „Technik und Entwicklung“ der Gesellschaften) installiert. Für den konzernweiten Austausch und den Abgleich von Risikoinformationen finden regelmäßige Risk-Manager-Meetings zwischen den Risikomanagern sowie auch mit den unternehmensweiten, querschnittsverantwortlichen Stellen statt.
Die Abteilung Corporate Audit (Interne Revision) prüft in regelmäßigen Abständen die Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit des Risk Management Systems. Der Abschlussprüfer prüft im Rahmen des gesetzlichen Prüfungsauftrags für den Jahresabschluss und den Konzernabschluss, ob das Risikofrüherkennungssystem grundsätzlich geeignet ist, bestandsgefährdende Risiken und Entwicklungen so frühzeitig zu erkennen, dass diesen rechtzeitig entgegengewirkt werden kann. Das System entspricht den gesetzlichen Anforderungen an ein Risikofrüherkennungssystem, steht im Einklang mit dem zum Zeitpunkt der letzten Entsprechenserklärung der United Internet AG geltenden Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex und orientiert sich in seiner Ausgestaltung an den in der ISO-Norm 31000:2018 festgelegten Merkmalen. Der Aufsichtsrat überwacht gemäß den Vorschriften des Aktiengesetzes die Wirksamkeit des Risk Management Systems (RMS). Das RMS wird regelmäßig extern geprüft. Die aktuelle Prüfung wurde 2024 begonnen und wurde im 1. Quartal 2025 abgeschlossen.

Methoden und Ziele des Risikomanagements
Das Risk Management System umfasst die Maßnahmen, die es United Internet erlauben, mögliche Risiken, die die Erreichung der Unternehmensziele gefährden könnten, frühzeitig durch Assessments und Frühwarnsysteme zu erkennen, monetär und szenario-orientiert zu bewerten, zu steuern und zu überwachen. Das Ziel des konzernweit etablierten und IT-unterstützten Risikomanagements ist es, dem Management die größtmögliche Transparenz über die tatsächliche Risikosituation, deren Veränderung sowie der verfügbaren Handlungsoptionen zu verschaffen, um so das bewusste Eingehen oder das Vermeiden von Risiken zu ermöglichen. Unternehmensgefährdende Risiken sind dabei grundsätzlich zu vermeiden. Hierbei ist konzernweit immer eine über die regulären Berichtswege etablierte indirekte Anbindung und für alle wesentlichen Geschäftsbereiche eine direkte Anbindung an das konzernweit etablierte zentrale Risikomanagement mit definierten Zuständigkeiten realisiert. Damit wird die Vollständigkeit der erfassten Risiken im Risk Management System sichergestellt.
Der Status der wesentlichen Risiken wird viermal im Jahr in Berichtsform an Vorstand und Aufsichtsrat kommuniziert.
Bei identifizierten, unvermittelt wirkenden, erheblichen Risiken und Risikoveränderungen wird eine
Ad-hoc-Berichtspflicht ausgelöst. Das Risiko wird dann unverzüglich an den Finanzvorstand der United Internet AG gemeldet und von diesem gegebenenfalls auch an den Aufsichtsrat berichtet. Auf diesem Wege können wesentliche Risiken schnellstmöglich adressiert werden.
Die Bewertung der Risiken erfolgt in einer Netto-Betrachtung, d. h. Effekte durch mitigierende Maßnahmen werden erst nach deren Umsetzungen in der Risikobewertung berücksichtigt.

Risiken im United Internet Konzern
Die Einschätzung der Gesamtrisikosituation ist das Ergebnis einer konsolidierten Betrachtung aller bekannten wesentlichen Risiken. Aus der Gesamtheit dieser im Konzern identifizierten Risiken erläutern die folgenden Abschnitte die aus Sicht der Gesellschaft wesentlichen Risikofelder.
Ausgangspunkt zur Einschätzung der Wesentlichkeit der Risiken bilden die Ausprägungen „Eintrittswahrscheinlichkeit“ in Prozent und „potenzieller Schaden“ in Mio. €. Der potenzielle Schaden umfasst dabei sämtliche negativen Ergebnisbeeinflussungen. Ausgehend von der Kombination aus Eintrittswahrscheinlichkeit und potenziellem Schaden werden die Risiken wie folgt in die drei Risikoeinstufungen „Bedeutend“, „Moderat“ und „Gering“ kategorisiert.
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Konkrete Einschätzungen seitens des Vorstands der Gesellschaft zur Risikosituation des Konzerns sowie zu Eintrittswahrscheinlichkeit, potenziellem Schaden und der daraus abgeleiteten Risikoeinstufung der im Folgenden beschriebenen Risiken befinden sich am Ende dieses Risikoberichts.

Strategische Markt- & Geschäftsrisiken
Absatzmarkt & Wettbewerb
Die Märkte, in denen United Internet aktiv ist, sind durch einen starken und anhaltenden Wettbewerb geprägt. Abhängig von der Strategie der am Markt beteiligten Parteien können unterschiedliche Effekte auftreten, die u. a. eine Anpassung der eigenen Geschäftsmodelle oder der eigenen Preispolitik nach sich ziehen können. Auch durch den Markteintritt von neuen Wettbewerbern könnten Marktanteile, Wachstumsziele oder Margen gefährdet werden. United Internet steigt zudem selbst gelegentlich in neue Märkte mit großen Wettbewerbern ein. Mit einer solchen unternehmerischen Entscheidung sind stets auch neue Risiken verbunden.
Die rasante Entwicklung und zunehmende Marktdurchdringung von KI-Technologien erhöhen das Risiko, dass bestehende Absatzmärkte schrumpfen oder sich zulasten des Unternehmens verschieben.
United Internet begegnet diesen Risiken mit einer detaillierten Planung auf Basis interner Erfahrungswerte und externer Marktstudien sowie durch ein ständiges Monitoring von Markt und Wettbewerb.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als moderat eingestuft.
Beschaffungsmarkt
Eine Lücke in der Beschaffung bzw. der Lieferung von zum Unternehmensbetrieb benötigen Ressourcen kann zu Engpässen oder Ausfällen bei United Internet führen. Dies betrifft sowohl den Einkauf von Hardware, z. B. KI-Hochleistungsprozessoren, als auch den Bezug von Vorleistungen. Preiserhöhungen der eingekauften Produkte und Leistungen stellen ein Risiko für die zu erzielenden Produktmargen dar. Eingeplante positive Effekte aus vertraglich fixierten Preisanpassungsrunden können aufgrund von zeitlichen Verzögerungen zu Risiken für die periodische Zielerreichung des Unternehmens werden.
United Internet begegnet diesen Risiken durch die Zusammenarbeit mit mehreren und langfristig gebundenen Dienstleistern und Lieferanten, vertraglichen Verpflichtungen sowie – sofern wirtschaftlich sinnvoll – einem Ausbau der eigenen Wertschöpfungskette. Zwar können erhebliche und unvorhersehbare Entwicklungen auf dem Beschaffungsmarkt durch Ereignisse, wie z. B. dem Ukraine-Krieg, nicht vollständig abgefedert, aber durch präventive Maßnahmen, wie zum Beispiel der zügigen Aufstockung der Lagerbestände, entgegengewirkt werden.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als
moderat eingestuft.
Beteiligungen & Investitionen
Der Erwerb und das Halten von Beteiligungen sowie die Tätigung von strategischen Investitionen stellen einen wesentlichen Erfolgsfaktor der United Internet AG dar. Neben einem besseren Zugang zu bestehenden und neuen Wachstumsmärkten sowie zu neuen Technologien / Know-how dienen Beteiligungen und Investitionen auch der Erschließung von Synergie- und Wachstumspotenzialen. Mit diesen Chancen gehen gleichzeitig auch Risiken einher. So besteht die Gefahr, dass die erhofften Potenziale nicht wie erwartet ausgeschöpft werden können oder erworbene Beteiligungen sich nicht wie prognostiziert entwickeln (außerplanmäßige Abschreibungen / Impairments, Veräußerungsverluste, Dividendenausfall oder Verminderung der stillen Reserven).
Alle Beteiligungen unterliegen deshalb einem kontinuierlichen Überwachungsprozess durch das Beteiligungsmanagement. Die Werthaltigkeit der getätigten Investitionen wird von Management und Controlling fortlaufend überwacht.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als moderat eingestuft.
Geschäftsentwicklung & Innovationen
Ein weiterer wichtiger Erfolgsfaktor für United Internet ist es, neue und ständig verbesserte Produkte und Services zu entwickeln, um Umsätze und Ergebnisse zu steigern, neue Kunden zu gewinnen und bestehende Kundenverhältnisse auszubauen. Dabei besteht das Risiko, dass Neuentwicklungen zu spät auf den Markt kommen oder seitens der Zielgruppe nicht wie erwartet angenommen werden.
Diesen Risiken begegnet United Internet durch eine intensive und permanente Markt-, Produkt- und Wettbewerbsbeobachtung sowie eine ständig auf das Feedback der Kunden reagierende Produktentwicklung.
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Risikoeinschätzung von gering auf moderat angestiegen. Grund hierfür ist die Identifikation möglicher Veränderungen im Konsumentenverhalten.
Höhere Gewalt
Aufgrund von externen Ereignissen wie beispielweise Naturkatastrophen (Erdbeben, Überschwemmung, Tsunamis usw.), personellen Krisen (Pandemien, Streiks usw.), infrastrukturellen Krisen (Stromausfälle, Beschädigungen von Straßen usw.) oder Gewaltereignissen (Amokläufe, Terrorangriffe usw.) kann es zur Beeinträchtigung des Geschäftsbetriebs von United Internet kommen.
United Internet begegnet diesen Risiken soweit möglich mit einer Vielzahl verschiedener Maßnahmen. Beispiele sind die Einrichtung von Gebäudezutrittsbeschränkungen, der Betrieb von georedundanten Rechenzentren, Hygienevorkehrungen, standortunabhängige Arbeitsplätze, die Nutzung moderner Kommunikationsmedien zur Vermeidung von Reisetätigkeiten sowie die Ausarbeitung von Notfallkonzepten.
Letzteres hat durch die zunehmenden geopolitischen Spannungen an Bedeutung gewonnen. Die United Internet Gruppe hat dies zum Anlass genommen, die bestehenden Sicherheitsmaßnahmen und Konzepte zu überarbeiten und ggf. den höheren Bedrohungslagen anzupassen.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als moderat eingestuft.
Regulatorisches Umfeld
Änderungen der bestehenden Gesetzgebung, der Erlass neuer Gesetze sowie Änderungen bei staatlichen Regulierungsthemen können unerwartete negative Auswirkungen auf die durch United Internet verfolgten Geschäftsmodelle und deren Weiterentwicklung haben. Die Entscheidungen der Bundesnetzagentur und des Bundeskartellamts haben Einfluss auf den Netzzugang und die (Preis-)Gestaltung der Internetzugangstarife. Da United Internet Vorleistungen für die eigenen Kunden bezieht, könnten sich regulatorische Änderungen negativ auf die Profitabilität der eigenen Tarife auswirken. Gleichermaßen besteht die Möglichkeit, dass eine fehlende Regulierung das Marktumfeld für United Internet verschlechtert.
Das Verwaltungsgericht Köln hatte im Jahr 2024 die 5G-Entscheidung über die Vergabebedingungen und Auktionsregeln aus dem Jahr 2018 für rechtswidrig erklärt und die Bundesnetzagentur zur Neubescheidung verpflichtet. Das Urteil ist seit der Zurückweisung der Nichtzulassungsbeschwerden der Bundesnetzagentur rechtskräftig. Nach Aussage der Bundesnetzagentur bleiben die 5G-Frequenzvergabeentscheidung als auch die bestehenden Frequenzzuteilungen an die Unternehmen aber unverändert wirksam, solange sie nicht von der Bundesnetzagentur aufgehoben oder geändert werden. Diese Neubescheidung birgt für 1&1 Chancen als auch Risiken. Unter anderem könnten die regulatorischen Auflagen zum Vor- oder Nachteil verändert werden oder im Fall einer erneuten Auktion, sich ein niedrigerer oder höherer Preis für den Frequenzerwerb ergeben.
Das bisher berichtete Risiko eines möglichen Bußgelds infolge des verfehlten Ausbauziels von 1.000 5G-Basisstationen zum Jahresende 2022, wird von der Bundesnetzagentur aufgrund des oben genannten Urteils, nicht weiterverfolgt.
Auch das bisher berichtete Risiko eines Bußgelds im Falle einer Verfehlung des Ausbauziels zum Jahresende 2025 hat sich nicht materialisiert. Nur zwei Jahre nach dem Start der mobilen Dienste im vierten deutschen Mobilfunknetz, erreichte das 1&1 5G-Netz im Dezember 2025 27 % der deutschen Haushalte. Damit erfüllt 1&1 das erste Flächenversorgungsziel fristgerecht vor dem 31. Dezember 2025.
Im Zusammenhang mit dem Aufbau eines leistungsstarken Mobilfunknetzes ist 1&1 auf die Zuteilung relevanter Frequenzen durch die Bundesnetzagentur angewiesen. Ende des Jahres 2025 sind die Nutzungsrechte in den Bereichen 800 MHz, 1.800 MHz und 2.600 MHz ausgelaufen. Die Frequenzen werden derzeit von den drei etablierten Mobilfunknetzbetreibern genutzt. Im März 2025 hat die Bundesnetzagentur die Verlängerung dieser Frequenzen im Mid- und Low-Band-Spektrum an Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica um fünf Jahre bekannt gegeben. Die Verlängerung ist mit der Verpflichtung verbunden, dass die drei etablierten Netzbetreiber 1&1 einen Teil des ihnen zur Verfügung stehenden Low-Band-Spektrums zur gemeinsamen Nutzung bereitstellen. Die Verhandlungen hierzu sind bis zum Jahresende jedoch erfolglos geblieben. Insbesondere die Low-Band-Frequenzen sind zum wirtschaftlichen Betrieb eines Mobilfunknetzes unumgänglich. Ohne Zugriff auf diese Frequenzen müsste 1&1 deutliche mehr Vorleistungen über National Roaming bei Vodafone einkaufen. 1&1 geht davon aus, dass die Bundesnetzagentur entweder 1&1 den Zugriff auf Frequenzen im Low-Band-Spektrum ermöglicht oder den durch die höheren Vorleistungskosten entstehenden Schaden gegenüber 1&1 ausgleicht.
United Internet begegnet dem tendenziell steigenden Regulierungsrisiko durch eine Zusammenarbeit mit mehreren Vorleistungspartnern und einer aktiven Verbandsarbeit.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als bedeutend eingestuft.
Operationelle Risiken
Arbeitsabläufe & -prozesse
Vor dem Hintergrund der stetig steigenden Komplexität und Interoperabilität der angebotenen Produkte sind zunehmend steigende Anforderungen an die Weiterentwicklung der internen Arbeitsabläufe und -prozesse zu verzeichnen. Dies geht mit ständig wachsenden Abstimmungs- und Koordinationsaufwänden einher. Die besondere Herausforderung liegt hierbei neben der Sicherstellung der Qualitätsstandards vor allem in der Anpassung an das sich immer schneller vollziehende Marktgeschehen – und das auf vielen unterschiedlichen in- und ausländischen Märkten.
Diesen Risiken begegnet die Gesellschaft mit einer ständigen Weiterentwicklung und Verbesserung der internen Abläufe und Prozesse, der gezielten Bündelung und Bindung von Experten und Kompetenzträgern sowie der kontinuierlichen Optimierung der organisatorischen Strukturen.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als moderat eingestuft.
Betrug & Forderungsausfall
Um dem dynamischen Kundenwachstum sowie einer möglichst schnellen Leistungsbereitstellung im Sinne des Kunden Rechnung zu tragen, sind die Bestell- und Bereitstellungsprozesse der United Internet – wie bei vielen großen Unternehmen im Massenmarktgeschäft – weitgehend automatisiert. Diese automatisierten Prozesse bieten naturgemäß Angriffsmöglichkeiten für Betrüger. Wegen der hohen Attraktivität der angebotenen Produkte und Services, erhöhen sich neben der Anzahl der Kunden auch das Risiko für einen Anstieg der Anzahl von Nichtzahlern und Betrügern sowie möglicher unbefugter Zugriffe über Benutzerkonten.
United Internet versucht, durch den permanenten Ausbau des Fraud-Managements, durch eine enge Zusammenarbeit mit Vordienstleistern sowie durch entsprechende Produktgestaltung Fraud-Angriffe zu vermeiden oder zumindest frühzeitig zu erkennen und zu unterbinden.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als moderat eingestuft.
Cyber- & Informationssicherheit
United Internet realisiert den Unternehmenserfolg im Wesentlichen im Telekommunikationsmarkt sowie im Umfeld des Internets. Zur Leistungserbringung werden im Rahmen der Geschäftsprozesse Informations- und Telekommunikationstechnologien (Rechenzentren, Übertragungssysteme, Vermittlungsknoten u. a.) eingesetzt, die stark mit dem Internet vernetzt sind und deren Verfügbarkeit durch Bedrohungen aus dem Internet gefährdet werden können.
Die Bedrohungspotenziale aus dem Internet stellen für United Internet hinsichtlich ihrer Auswirkungen eine der größten Risikogruppen dar, die insgesamt durch eine Vielzahl an technischen und organisatorischen Maßnahmen überprüft und vermindert werden. Insbesondere seien hier der Betrieb und die kontinuierliche Verbesserung des Sicherheitsmanagementsystems sowie der stetige Ausbau der Widerstandsfähigkeit (Resilienz) der Systeme genannt.
Um solchen Risiken weiterhin schnell begegnen zu können, wird das bestehende Überwachungs-, Gebäudezutritts- und Alarmierungssystem inklusive der nötigen Prozesse und Dokumentationen kontinuierlich optimiert.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als bedeutend eingestuft.
Datenschutz
Es kann nie vollständig ausgeschlossen werden, dass Datenschutzbestimmungen, bspw. durch menschliches Fehlverhalten oder technische Schwachstellen, verletzt werden. In einem solchen Fall drohen
United Internet Bußgelder und der Verlust von Kundenvertrauen.
United Internet speichert die Daten seiner Kunden auf Servern in nach internationalen Sicherheitsstandards zertifizierten firmeneigenen sowie in angemieteten Rechenzentren. Der Umgang mit diesen Daten unterliegt umfangreichen gesetzlichen Vorgaben.
Die Gesellschaft ist sich dieser großen Verantwortung bewusst und räumt dem Datenschutz einen hohen Stellenwert und besondere Beachtung ein. Durch den Einsatz neuester Technologien, die ständige Überprüfung der datenschutzrechtlichen und sonstigen gesetzlichen Vorgaben, durch umfangreiche Schulungsprogramme für Mitarbeitende sowie die möglichst frühzeitige Einbindung von Datenschutzaspekten und -anforderungen in die Produktentwicklung investiert United Internet kontinuierlich in die Verbesserung des Datenschutzniveaus.
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Risikoeinschätzung von bedeutend auf moderat gesunken, da der Eintritt von befürchteten Restriktionen im Absatzgeschäft als unwahrscheinlicher eingeschätzt wird.
Mitarbeitende
Es ist von zentraler Bedeutung für United Internet, dass die personellen Ressourcen effektiv gesteuert werden, damit der kurz-, mittel- und auch langfristige Bedarf an Mitarbeitenden und die erforderlichen Fachkenntnisse sichergestellt werden. Wenn es nicht gelingt, Führungskräfte und Mitarbeitende mit speziellem Fach- und Technologiewissen zu gewinnen, wäre die United Internet nicht in der Lage, ihrer Geschäftstätigkeit effektiv nachzugehen und ihre Wachstumsziele zu erreichen.
Hoch qualifizierte und gut ausgebildete Mitarbeitende bilden die Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg von United Internet. Neben der erfolgreichen Rekrutierung von qualifiziertem Personal, sind die Personalentwicklung und die langfristige Bindung von Leistungsträgern an das Unternehmen von strategischer Bedeutung. Wenn es nicht gelingt, Führungskräfte und Mitarbeitende mit speziellem Fach- oder Technologiewissen weiterzuentwickeln und an die Gesellschaft zu binden, besteht die Gefahr, dass United Internet nicht in der Lage sein könnte, ihrer Geschäftstätigkeit effektiv nachzugehen und ihre Wachstumsziele zu erreichen. Durch eine konzentrierte Ansammlung von strategischem Wissen und Fähigkeiten (sogenanntes Kopfmonopol) kann es bei einem Ausfall eines entsprechenden Mitarbeitenden zu erheblichen Auswirkungen bei der Leistungserstellung der Gesellschaft kommen.
United Internet wirkt diesem Risiko entgegen, indem Mitarbeitenden- und Führungskompetenzen ständig gefördert werden. So werden gezielt Maßnahmen zur beruflichen Weiterentwicklung, Mentoren- und Coaching-Programme sowie besondere Angebote für Potenzialträger angeboten, die auf die Personalentwicklung und -bindung von Talenten und Führungskompetenzen ausgerichtet sind.
In den letzten Jahren hat das Thema Fachkräftemangel weiter an Bedeutung gewonnen, dennoch sieht sich United Internet als attraktiver Arbeitgeber gut aufgestellt, um auch künftig hervorragend qualifizierte Fach- und Führungskräfte mit Potenzial zur Steigerung des Geschäftserfolgs einstellen zu können.
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Risikoeinschätzung von bedeutend auf moderat gesunken. Dies wurde durch die Besetzung von vakanten Stellen erreicht.
Partnermanagement
Einige Unternehmensbereiche von United Internet arbeiten mit spezialisierten Kooperations- und Outsourcing-Partnern zusammen. Dabei stehen Ziele wie bspw. die Konzentration auf das eigentliche Kerngeschäft, die Kostenreduktion oder das Partizipieren am Fachwissen des Partners im Vordergrund. Mit diesen Chancen gehen gleichzeitig auch Gefahren in Form von Abhängigkeiten von externen Dienstleistern sowie Vertrags- und Ausfallrisiken einher.
Zur Reduzierung dieser Risiken wird vor größeren Vertragsabschlüssen mit externen Dienstleistern eine detaillierte Marktanalyse sowie eine Due Diligence Prüfung durchgeführt und auch nach Vertragsabschluss ein enger und partnerschaftlicher Austausch mit den Kooperations- und Outsourcing-Partnern aufrechterhalten.
1&1 arbeitet beim Ausbau des 1&1 Mobilfunknetzes mit ausgewählten Partnern zusammen, mit denen überwiegend langfristige Verträge mit klaren Kostenstrukturen geschlossen wurden. Aufgrund der hohen Komplexität des Projektes sowie der signifikanten Größenordnung besteht das Risiko, dass Vertragsinhalte zwischen den Parteien abweichend interpretiert werden könnten. Im Jahr 2025 wurde ein Verfahren mit einem Ausbaupartner eröffnet, in dem gegenseitige Ansprüche diskutiert werden. Der Ausgang des Verfahrens ist derzeit offen und bietet Chancen und Risiken gleichermaßen.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als moderat eingestuft.
Rechtsstreitigkeiten
United Internet ist gegenwärtig an verschiedenen Rechtsstreitigkeiten und Schiedsverfahren beteiligt, die sich aus den normalen Geschäftstätigkeiten ergeben. Der Ausgang von Rechtsstreitigkeiten ist naturgemäß ungewiss und stellt daher ein Risiko dar. Sofern in ausgewählten Fällen negative Erfolgsaussichten bestehen und die Höhe der Verpflichtung zuverlässig geschätzt werden kann, sind die Risiken aus den Rechtsstreitigkeiten in den Rückstellungen berücksichtigt.
Im Jahr 2019 hat ein Vorleister Ansprüche im niedrigen dreistelligen Millionenbereich gegenüber der 1&1 angemeldet (im Rahmen der internen Klassifizierung sind Beträge bis zu 333 Mio. € als niedriger dreistelliger Millionenbetrag definiert, die angemeldeten Ansprüche übersteigen diesen Betrag auch in Summe nicht). 1&1 sieht die Ansprüche der jeweiligen Gegenpartei als unbegründet an und hält einen Ressourcenabfluss für nicht wahrscheinlich.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als bedeutend eingestuft.
Technischer Anlagenbetrieb
Die Produkte von United Internet sowie die dazu benötigten Geschäftsprozesse basieren auf einer komplexen technischen Infrastruktur und einer Vielzahl erfolgskritischer Softwaresysteme (Server, Kundenverwaltungsdatenbanken, Statistiksysteme etc.). Die ständige Anpassung an sich verändernde Kundenbedürfnisse führt zu einer zunehmenden Komplexität dieser technischen Infrastruktur, an der regelmäßige Änderungen vorgenommen werden müssen. In der Folge, aber auch durch größere Umstellungen wie bspw. Migrationen von Datenbeständen, kann es zu vielfältigen Störungen oder Ausfällen kommen. Sollten davon z. B. Leistungssysteme betroffen sein, könnte United Internet gegenüber seinen Kunden die zugesicherte Leistung nicht oder vorübergehend nicht mehr erbringen.
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Risikoeinschätzung von bedeutend auf moderat gesunken, da zusätzliche Kapazitäten aufgebaut und die Kundenmigration ins eigene Netz abgeschlossen werden konnten.

Finanz- & Steuerrisiken
Finanz- & Liquiditätsrisiken
Die im Wesentlichen bei der United Internet AG im Zuge der Finanzierung ihrer Geschäftstätigkeit entstehenden finanziellen Verbindlichkeiten umfassen Bankdarlehen, Kontokorrentkredite sowie sonstige finanzielle Verbindlichkeiten. Teile der Bankdarlehen sind an Auflagen gebunden (sogenannte Financial Covenants). Die Nichteinhaltung dieser Auflagen kann negative Auswirkungen auf die Finanzierung der United Internet Gruppe haben. Im Extremfall könnte die Kündigung eines Darlehens drohen. Die Gesellschaft verfügte zum Bilanzstichtag fast ausschließlich über originäre Finanzinstrumente. Ziel des Finanzrisikomanagements ist es, Risiken durch die laufenden operativen und finanzorientierten Aktivitäten zu begrenzen.
Das Liquiditätsrisiko der United Internet AG besteht grundsätzlich darin, dass die Gesellschaft möglicherweise ihren finanziellen Verpflichtungen – bspw. der Tilgung von Finanzschulden – nicht nachkommen könnte. Ziel der Gesellschaft ist die kontinuierliche Deckung des Finanzmittelbedarfs und die Sicherstellung der Flexibilität, auch durch die Nutzung von Kontokorrentkrediten und Darlehen. Im Cash-Management wird der konzernweite Bedarf und Überschuss an Zahlungsmitteln zentral ermittelt. Durch das konzerninterne Saldieren (Netting) von Bedarf und Überschuss wird die Anzahl externer Bankgeschäfte auf ein Mindestmaß reduziert. Dies geschieht unter anderem durch den Einsatz von Cash-Pooling-Verfahren. Die Gesellschaft hat zur Steuerung ihrer Bankkonten und der internen Verrechnungskonten sowie zur Durchführung automatisierter Zahlungsvorgänge standardisierte Prozesse und Systeme etabliert. Neben der operativen Liquidität unterhält die United Internet AG auch weitere Liquiditätsreserven, die kurzfristig verfügbar sind.
Die Gesellschaft ist Zinsrisiken ausgesetzt, da Finanzmittel im Wesentlichen zu variablen Zinssätzen mit unterschiedlichen Laufzeiten aufgenommen wurden. Die Gesellschaft prüft auf der Grundlage der Liquiditätsplanung ständig die verschiedenen Anlagemöglichkeiten der liquiden Mittel und die Konditionen der Finanzschulden. Ein entstehender Finanzierungsbedarf wird mittels geeigneter Instrumente zur Liquiditätssteuerung gedeckt. Liquiditätsüberschüsse werden bestmöglich im Geldmarkt angelegt. Aufgrund der Entwicklung auf den weltweiten Finanzmärkten, also der globalen Anpassungen der Leitzinsen, erhöhte sich das Zinsrisiko zwar leicht, ermöglicht aber auch Chancen aus verbesserten Geldanlagemöglichkeiten. Marktzinsänderungen können sich auf das Zinsergebnis auswirken und gehen in die Berechnung der ergebnisbezogenen Sensitivitäten ein. Zur Darstellung von Marktrisiken verwendet United Internet eine Sensitivitätsanalyse, die Auswirkungen hypothetischer Änderungen von relevanten Risikovariablen auf das Ergebnis vor Steuern zeigt. Die periodischen Auswirkungen werden bestimmt, indem die hypothetischen Änderungen der Risikovariablen auf den Bestand der Finanzinstrumente zum Bilanzstichtag bezogen werden. Die Gesellschaft prüft regelmäßig den Abschluss von Zinssicherungsgeschäften, um die negativen Auswirkungen von steigenden Zinsen zu mitigieren.
Das Währungsrisiko resultiert vornehmlich aus der operativen Geschäftstätigkeit (wenn Umsatzerlöse und / oder Aufwendungen auf eine von der funktionalen Währung des Konzerns abweichende Währung lauten) und den Netto-Investitionen in ausländischen Tochterunternehmen.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als moderat eingestuft.

Steuerliche Risiken
United Internet als international agierendes Unternehmen unterliegt den in den jeweiligen Ländern geltenden steuerlichen Rechtsvorschriften. Aus Änderungen der Steuergesetze und Doppelbesteuerungsabkommen, der Rechtsprechung sowie der unterschiedlichen Auslegung existierender Vorschriften können sich Risiken ergeben.
United Internet begegnet diesen Risiken durch den kontinuierlichen Ausbau des bestehenden Tax-
Managements.
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Risikoeinschätzung von bedeutend auf moderat gesunken. Die Reduzierung ist das Ergebnis der fortschreitenden Entwicklung einer laufenden Betriebsprüfung und der Eliminierung bisheriger Unsicherheiten infolge der Entwicklung.
Zusätzliche Angaben zu Risiken, Finanzinstrumenten und Finanzrisikomanagement
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siehe Seite 271
Zusätzliche Angaben zu Risiken, Finanzinstrumenten und dem Finanzrisikomanagement finden sich in Kapitel 44 „Zielsetzungen und Methoden des Finanzrisikomanagements“ in den Erläuterungen zum Konzernabschluss.
Zusätzliche Angaben zu Nachhaltigkeitsrisiken
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Angaben zu Nachhaltigkeitsrisiken finden sich im Kapitel „4. Nichtfinanzielle Konzernerklärung“.

Gesamtaussage des Vorstands zur Risikosituation des Konzerns
Die Einschätzung der Gesamtrisikosituation ist das Ergebnis der konsolidierten Betrachtung aller wesentlichen Risikofelder bzw. Einzelrisiken unter Berücksichtigung der Interdependenzen.
Die bedeutendsten Herausforderungen umfassen aus heutiger Sicht die thematischen Bereiche „Rechtsstreitigkeiten“, „Cyber- & Informationssicherheit“ und „Regulatorisches Umfeld“.
Die Risikoeinstufung des Risikofeldes „Geschäftsentwicklung & Innovation“ stieg von gering auf moderat an. Grund hierfür ist die Identifikation möglicher Veränderungen im Konsumentenverhalten.
Die Risikoeinstufung des Risikofeldes „Datenschutz“ sank von bedeutend auf moderat. Grund hierfür ist, dass der Eintritt von befürchteten Restriktionen im Absatzgeschäft als unwahrscheinlicher eingeschätzt wird.
Die Risikoeinstufung des Risikofeldes „Mitarbeitende“ sank von bedeutend auf moderat. Dies wurde durch die Besetzung von vakanten Stellen erreicht.
Die Risikoeinstufung des Risikofeldes „Technischer Anlagenbetrieb“ sank von bedeutend auf moderat, da zusätzliche Kapazitäten aufgebaut und die Kundenmigration ins eigene Netz abgeschlossen werden konnten.
Die Risikoeinstufung des Risikofeldes „Steuerliche Risiken“ sank von bedeutend auf moderat. Die Reduzierung ist das Ergebnis der fortschreitenden Entwicklung einer laufenden Betriebsprüfung und der Eliminierung bisheriger Unsicherheiten infolge der Entwicklung.
Ansonsten blieben die Risikoeinstufungen der Risikofelder von United Internet zum 31. Dezember 2025 im Vergleich zum 31. Dezember 2024 unverändert.
Durch den kontinuierlichen Ausbau des Risikomanagements begegnet United Internet Risiken und begrenzt sie, soweit wirtschaftlich sinnvoll, mit der Umsetzung konkreter Maßnahmen auf ein Minimum.
Die Gesamtrisikosituation ist für United Internet im Vergleich zum Vorjahr mäßig gestiegen. Der Anstieg der Risikogesamtposition resultiert, trotz Verbesserungen in vier Risikofeldern, aus dem Anstieg des Gesamtrisikos im Risikobereich „Operationelle Risiken“.
Bei der Beurteilung der Gesamtrisikosituation blieben die für United Internet bestehenden Chancen unberücksichtigt. Bestandsgefährdende Risiken für United Internet waren im Geschäftsjahr 2025 sowie zum Aufstellungsstichtag dieses Lageberichts weder aus Einzelrisikopositionen noch aus der Gesamtrisikosituation erkennbar.
Eintrittswahrscheinlichkeit, potenzieller Schaden und Risikoeinstufung der Risiken aus Konzernsicht und ihre Relevanz für die verschiedenen Segmente / Bereiche:
 
Wesentliche
Segment-Relevanz
Eintrittswahrscheinlichkeit
Potenzieller
Schaden
Risikoeinstufung
Änderung
ggü. Vorjahr
Risiken im Bereich „Strategische Markt- & Geschäftsrisiken“
 
 
 
 
 
Absatzmarkt & Wettbewerb
Consumer Applications
Business Applications
Hoch
Hoch
Moderat
Unverändert
Beschaffungsmarkt
Consumer Access
Business Applications
Hoch
Hoch
Moderat
Unverändert
Beteiligungen & Investitionen
Holding / Corporate
Gering
Gering
Moderat
Unverändert
Geschäftsentwicklung & Innovationen
Consumer Applications
Business Applications
Hoch
Gering
Moderat
Verschlechtert
Höhere Gewalt
Consumer Access
Business Applications
Gering
Gering
Moderat
Unverändert
Regulatorisches Umfeld
Consumer Access
Sehr gering
Extrem hoch
Bedeutend
Unverändert
Risiken im Bereich „Operationelle Risiken“
 
 
 
 
 
Arbeitsabläufe & -prozesse
Business Applications
Hoch
Gering
Moderat
Unverändert
Betrug & Forderungsausfall
Business Applications
Gering
Gering
Moderat
Unverändert
Cyber- & Informationssicherheit
Consumer Access
Gering
Extrem hoch
Bedeutend
Unverändert
Datenschutz
Consumer Access
Gering
Sehr hoch
Moderat
Verbessert
Mitarbeitende
Business Applications
Gering
Hoch
Moderat
Verbessert
Partnermanagement
Consumer Access
Hoch
Hoch
Moderat
Unverändert
Rechtsstreitigkeiten
Consumer Access
Gering
Extrem hoch
Bedeutend
Unverändert
Technischer Anlagenbetrieb
Consumer Access
Business Applications
Gering
Sehr hoch
Moderat
Verbessert
Risiken im Bereich „Finanz- & Steuerrisiken“
 
 
 
 
 
Finanz- & Liquiditätsrisiken
Business Applications
Gering
Hoch
Moderat
Unverändert
Steuerliche Risiken
Business Applications
Hoch
Hoch
Moderat
Verbessert
Gesellschaft, Politik und Wirtschaft stehen zur Zeit vor komplexen makroökonomischen Herausforderungen. Die Zunahme geopolitischer Spannungen weltweit führt allgemein zu erhöhter Unsicherheit, die sich durch die Kombination aus volatilen Zinsensätzen, gedämpften Wachstumserwartungen, einem angespannten Finanzierungsrahmen, sinkendem Handelswachstum, unterbrochenen Lieferketten und einem abnehmenden Vertrauen von Unternehmen und Verbrauchern bemerkbar macht könnte.
Neben den destabilisierenden Effekten der Kriege in der Ukraine und im Iran sowie den damit verbundenen Auswirkungen auf den gesamten Nahen Osten, Länder und Regionen in denen United Internet geschäftlich selbst nicht aktiv ist, kommt es zunehmend auch zu geoökonomischen Unsicherheiten durch einen steigenden Protektionismus. Dieser kann neben einer abnehmenden internationalen Zusammenarbeit, zum Beispiel auch die rigorose Einführung von Zöllen und in Folge Preissteigerungen für Rohstoffe und Waren bedeuten. So agiert etwa die US-Regierung mit einer kaum kalkulierbaren Zollpolitik mit Zöllen und/oder Zolldrohungen gegen Länder und Staatenverbünde, auf die diese wiederum mit Gegenzöllen und/oder Zolldrohungen reagieren.

Der United Internet Konzern reagiert auf solche komplexen Herausforderungen, indem er die aktuellen Herausforderungen aktiv annimmt und in seine geschäftlichen Entscheidungen integriert. Hierbei liegt der Fokus auf der Entwicklung von Strategien zur Risikominimierung, wie beispielsweise durch diversifizierte Beschaffungsstrategien etwa zur Sicherstellung einer konstanten und fairen Energieversorgung sowie der Bevorratung von Hardware.
Um möglichen Auswirkungen auf die globalen Geschäftsabläufe des Konzerns entgegenzuwirken, hat United Internet zudem proaktive Risikomanagement- und Minderungsstrategien entwickelt. So intensiviert der Konzern zum Beispiel, angesichts der durch die Kriege und Konflikte in der Ukraine und im Mittleren Osten gestiegenen Cybersicherheitsbedrohungen, ihre Investitionen in Cybersicherheitsmaßnahmen. Dazu gehören der Einsatz fortschrittlicher Überwachungstechniken, die Durchführung regelmäßiger Sicherheitsaudits und die Schulung ihrer Mitarbeitenden, um die Abwehrfähigkeit gegenüber Cyberangriffen zu stärken.
Vorstand und operativ Verantwortliche werden die weiteren Entwicklungen genaustens beobachten und gegebenenfalls (sofern möglich) geeignete Gegenmaßnahmen einleiten.


5.2
Chancenbericht
Chancenmanagement
Das Chancenmanagement hat seine Grundlage in der strategischen Planung und den daraus abgeleiteten Maßnahmen für die Entwicklung von Produkten und deren Positionierung in den unterschiedlichen Zielgruppen, Märkten und Ländern während des Produkt-Lebenszyklus.
Die direkte Verantwortung für das frühzeitige und kontinuierliche Identifizieren, Bewerten und Steuern von Chancen obliegt dem Konzernvorstand sowie der operativen Führungsebene in den jeweiligen Geschäftssegmenten.
Das Management der United Internet AG beschäftigt sich intensiv mit detaillierten Auswertungen, Modellen und Szenarien zu aktuellen und künftigen Branchen- und Technologietrends, Produkten, Märkten / Marktpotenzialen und Wettbewerbern im Umfeld der Gesellschaft. Die bei diesen strategischen Analysen identifizierten Chancenpotenziale werden anschließend unter Betrachtung der kritischen Erfolgsfaktoren sowie der bestehenden Rahmenbedingungen und Möglichkeiten der United Internet AG analysiert, in den Planungsgesprächen zwischen Vorstand, Aufsichtsrat und den operativ verantwortlichen Führungskräften diskutiert und in konkrete Maßnahmen, Ziele und Meilensteine umgesetzt.
Fortschritt und Erfolg der Maßnahmen werden fortlaufend von den operativ Verantwortlichen sowie von den Geschäftsführern und Vorständen der Gesellschaften überwacht.
Chancen für United Internet
Das stabile und weitgehend konjunkturunabhängige Geschäftsmodell von United Internet sichert planbare Umsätze und Cashflows und eröffnet so finanzielle Spielräume, um Chancen in neuen Geschäftsfeldern und neuen Märkten zu nutzen – organisch oder durch Beteiligungen und Übernahmen.
Breite strategische Positionierung in Wachstumsmärkten
Angesichts der breiten Positionierung in den heutigen Wachstumsmärkten liegen die rein strategischen Wachstumschancen der Gesellschaft auf der Hand: Überall und ständig verfügbare, immer leistungsfähigere Breitband-Anschlüsse ermöglichen neue, aufwändigere Cloud-Applikationen. Diese internetbasierten Anwendungen für Privatanwender, Freiberufler und kleine Unternehmen sind für United Internet aus heutiger Sicht die Wachstumstreiber der nächsten Jahre – sowohl als eigenständige Produkte in den Segmenten „Consumer Applications“ und „Business Applications“ wie auch in Kombination mit den festnetz- und mobilfunkbasierten Zugangsprodukten im Segment „Consumer Access“.
Partizipation am Marktwachstum
Trotz der unsicheren volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen erwartet United Internet wie auch viele der führenden Branchenanalysten eine positive Entwicklung in den für die Gesellschaft wesentlichen Märkten. United Internet gehört in diesen Märkten zu den führenden Marktteilnehmern – national und international. Mit den sehr wettbewerbsfähigen Access-Produkten, dem wachsenden Portfolio an Cloud-Applikationen, den starken und spezialisierten Marken, der hohen Vertriebskraft sowie den bereits bestehenden Geschäftsbeziehungen zu Millionen Privat- und Geschäftskunden (Cross- und Up-Selling-Potenzial) ist United Internet gut aufgestellt, um in beiden Geschäftsbereichen auch am erwarteten Marktwachstum zu partizipieren.
Ausbau der Marktpositionen
Die United Internet AG gehört heute in vielen Unternehmensbereichen zu den führenden Unternehmen. Aufbauend auf dem vorhandenen technologischen Know-how, der hohen Produkt- und Servicequalität, der hohen Bekanntheit der Konzernmarken wie z. B. 1&1, GMX oder WEB.DE, der Geschäftsbeziehungen zu Millionen Privat- und Geschäftskunden sowie der hohen Kundenbindung sieht United Internet gute Chancen, die heutigen Marktanteile weiter auszubauen.
Einstieg in neue Geschäftsfelder
Zu den Kernkompetenzen von United Internet gehört es auch, Kundenwünsche, Trends und somit neue Märkte frühzeitig zu erkennen. Die breit angelegte Wertschöpfungskette (von Produktentwicklung und Rechenzentrumsbetrieb, über effektives Marketing und einen schlagkräftigen Vertrieb bis hin zur aktiven Kundenbetreuung) ermöglicht es United Internet dabei, oft schneller als andere mit Innovationen am Markt zu sein und diese – dank der hohen Cash-Generierung in den bestehenden Geschäftsfeldern – kraftvoll zu vermarkten.
Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI)
Insbesondere in der IT-Branche sind die Potenziale von KI-Anwendungen immens. So nutzt United
Internet KI zur Optimierung von Prozessen und zur Steigerung der Effizienz, wie etwa durch die Automatisierung von Routineaufgaben in der Softwareentwicklung, im Kundenservice und im Marketing sowie bei der Analyse großer Datenmengen.
Aber auch auf Produktebene bieten sich Unternehmen wie United Internet bei der Neukundengewinnung sowie der Kundenbindung vielfältige Möglichkeiten, mittels KI bestehende Produkte für ihre Kunden zu optimieren oder neue Produkte im KI-Bereich zu entwickeln.
So unterstützt etwa IONOS ihre Kunden bei der Erstellung ihrer Website durch den Einsatz eines KI-Website-Generators. Damit kann der Kunde eigenständig und in Sekundenschnelle Website-Vorschläge auf Basis weniger Angaben (etwa Branche und relevante Stichworte) generieren – die KI kümmert sich dabei um Design, Bilder, Texte und die Suchmaschinenoptimierung.
Ende 2025 startete IONOS mit „IONOS Momentum“ ein KI-Ökosystem für den Einsatz von künstlicher Intelligenz in Unternehmen und dem Public Sector. Mit Momentum liefert IONOS einen europäischen Gegenentwurf zu globalen KI-Plattformen. Das neue Ökosystem ist leistungsfähig, transparent und datenschutzkonform. Bislang mussten Anwender auf eine Vielzahl einzelner KI-Tools zurückgreifen – oft teuer, kompliziert und schwer zu kombinieren. Mit „Momentum“ entwickelte IONOS ein einheitliches, souveränes und DSGVO-konformes Ökosystem, das Infrastruktur, Automatisierung und Anwendungen in einer Plattform bündelt. Die Plattform basiert auf der souveränen Cloud-Infrastruktur von IONOS, die höchste Anforderungen an Datenschutz und Datensouveränität erfüllt. Darauf aufbauend bietet das „Momentum Studio“ Zugang zu verschiedenen AI-Modellen, Optionen zur individuellen Anpassung und Anwendungsentwicklung.
Dank der hohen Kundenzahl verfügt IONOS über eine einzigartige Basis, um künstliche Intelligenz flächendeckend zu verankern. Wenn kleine und mittlere Unternehmen diese Technologien sicher und integriert einsetzen, entsteht ein spürbarer Hebel für Kundenzufriedenheit, Effizienz und wirtschaftliches Wachstum.
Im November 2025 startete der AI-Telefonassistent in Deutschland und im Dezember auch in den USA. Dieser soll z. B. zunehmend die Kommunikation mit Kunden übernehmen, ist rund um die Uhr erreichbar und bietet Unternehmen einen direkten, praxisnahen Einstieg in die Welt der künstlichen Intelligenz, ganz ohne technisches Vorwissen.
Vertiefung der Wertschöpfung: eigene Festnetz-Infrastruktur
United Internet betreibt seit der Übernahme von 1&1 Versatel (2014) ein eigenes Telekommunikationsnetz, das ständig ausgebaut wird. Mit aktuell über 68.000 km Länge ist es eines der größten Glasfasernetze in Deutschland. Diese Netz-Infrastruktur gibt United Internet die Möglichkeit, ihre Wertschöpfung zu vertiefen und zunehmend intern produzierte Breitband-Vorleistungen im Privatkundengeschäft zu beziehen.
Zudem bietet das eigene Netz United Internet die Chance, auch das Geschäft mit Daten und Infrastruktur im B-to-B Business mit mittelständischen Firmen sowie Großunternehmen konsequent weiter auszubauen. Diese Chance wird deutlich bei einem Blick auf den hohen Nachholbedarf bei direkten Glasfaseranschlüssen in Deutschland. So waren – laut letzter Auswertung der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) von Dezember 2024– nur 13,7 % (Ende 2023: 11,2 %) aller Breitband-Anschlüsse in Deutschland Glasfaseranschlüsse. Damit liegt Deutschland noch immer weit abgeschlagen auf Platz 36 der untersuchten 38 OECD-Mitgliedsländern und gleichzeitig weit hinter den Spitzenreitern Island (93,2%), Korea (90,5 %) und Spanien (89,3 %) sowie deutlich unter dem OECD-Durchschnitt von 46,9 % (Ende 2023: 42,5 %).
Vertiefung der Wertschöpfung: Aufbau eines eigenen Mobilfunknetzes
Mit dem Start der mobilen Dienste im 1&1 Mobilfunknetz im Dezember 2023 hat die United Internet Tochter 1&1 zentrale Voraussetzungen geschaffen, um auch in diesem Markt – ähnlich wie im Festnetz – die Wertschöpfung zunehmend zu vertiefen. Seitdem produziert 1&1 Vorleistungen für Neukunden zunehmend im eigenen Netz. Überall dort, wo 1&1 in den Jahren des Netzausbaus noch über keine ausreichende Funkabdeckung verfügt, nutzt die Gesellschaft National Roaming. Ende August 2024 ist die National-Roaming-Partnerschaft mit Vodafone gestartet. Seit Ende 2025 steht National Roaming mit Vodafone für alle 1&1 Mobilfunkkunden bereit. National-Roaming-Vorleistungen, die bis zuvor über Telefónica bezogen wurden, wurden parallel dazu vollständig zurückgefahren. National Roaming ist ein beim Bau neuer Mobilfunknetze übliches Verfahren, durch das Kunden in noch nicht versorgten Gebieten unterbrechungsfrei surfen und telefonieren können. Dazu werden in diesen Gebieten automatisch Antennen des Roaming-Partners genutzt.
Bis zum Start der mobilen Dienste im eigenen Netz hatte 1&1 einen weitreichenden Zugriff auf das Mobilfunknetz von Telefónica in Deutschland (als sogenannter MBA MVNO) und nutzte zudem Kapazitäten anderer Vorleistungsanbieter wie Vodafone. Die 1&1 Bestandskunden auf diesen Fremdnetzen wurden seit Beginn des Jahres 2024 sukzessive in das 1&1 Mobilfunknetz migriert, um den Vorleitungseinkauf bei Dritten zunehmend zu ersetzen und stattdessen intern produzierte Vorleistungen zu nutzen. Die Migration auf das 1&1 Mobilfunknetz wurde Ende 2025 abgeschlossen.
Breite Wertschöpfung bei Applikationen
Im Geschäftsfeld „Applications“ deckt United Internet die komplette Wertschöpfungskette ab. Die Applikationen werden in den eigenen Entwicklungszentren oder in Kooperation mit Partnerfirmen entwickelt und auf rund 95.000 Servern in eigenen Rechenzentren und Co-Locations betrieben.
Damit kann United Internet eine hohe Qualität und eine datenschutzkonforme Speicherung und Archivierung sicherstellen, zeitnah auf Kundenbedürfnisse und veränderte Marktsituationen reagieren und so Neukunden gewinnen und Bestandskunden halten.
Internationalisierung
Cloud-Applikationen sind weltweit einsetzbar und funktionieren in Frankfurt am Main nach den gleichen Regeln wie in London, Rom oder New York. So hat United Internet bereits in der Vergangenheit vielfach zunächst für Deutschland entwickelte Webhosting- und Cloud-Produkte auf Sprache und länderspezifische Unterschiede angepasst und diese sukzessive in andere Länder ausgerollt.
Dank der guten Exportierbarkeit dieser Produkte ist United Internet im Geschäftsfeld „Applications“ schon heute in zahlreichen europäischen Ländern (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien, Niederlande, Österreich, Polen, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Tschechien, Slowakei und Schweden), aber auch in Nordamerika (USA, Kanada und Mexiko) tätig. Weitere Länder und Produkt-Rollouts werden sukzessive folgen.
Übernahmen und Beteiligungen
Neben dem organischen Wachstum prüft United Internet kontinuierlich auch Möglichkeiten von Firmenübernahmen und strategischen Beteiligungen. Dank der planbaren hohen Cashflows verfügt United Internet über eine hohe Eigenfinanzierungskraft und hat auch einen guten Zugang zum Kapitalmarkt sowie zu Fremdfinanzierungsmärkten, um Chancen in Form von Übernahmen und Beteiligungen zu nutzen.
So hat United Internet ihre Marktpositionen im In- und Ausland auch durch mehrere Übernahmen sowie durch strategische Beteiligungen weiter verbessert und sich gleichzeitig eine hohe Kompetenz in den Bereichen „Mergers & Acquisitions“ (M&A) und „Firmen-Integration“ aufgebaut. Zu den wichtigsten M&A-Aktivitäten der Vergangenheit zählen dabei die Übernahme des Portalgeschäfts von WEB.DE (im Jahr 2005), die Übernahmen von Fasthosts (2006) und united-domains (2008), die Übernahme des Breitband-Geschäfts von freenet (2009) sowie die Übernahmen von mail.com (2010), Arsys (2013),
Versatel (2014; inzwischen 1&1 Versatel), home.pl (2015), STRATO (2017), ProfitBricks (2017; inzwischen
IONOS Cloud), Drillisch (2017; inzwischen 1&1), World4You (2018) und we22 (2021). Zu den wichtigsten strategischen Beteiligungen zählen die Beteiligungen an Open-Xchange (2013), uberall (2014), rankingCoach (2017), AWIN (2017; durch die Einbringung von affilinet) und Stackable (2021).

Gesamtaussage des Vorstands zur Chancensituation des
Konzerns
Angesichts der breiten Positionierung in den heutigen Wachstumsmärkten liegen die Wachstumschancen der Gesellschaft auf der Hand: Überall und ständig verfügbare, immer leistungsfähigere Breitband-Anschlüsse ermöglichen neue, aufwändigere Cloud-Applikationen. Diese internetbasierten Anwendungen für Privatanwender, Freiberufler und kleine Unternehmen sind für United Internet aus heutiger Sicht die Wachstumstreiber der nächsten Jahre – sowohl als eigenständige Produkte in den Segmenten „Consumer Applications“ und „Business Applications“ wie auch in Kombination mit den festnetz- und mobilfunkbasierten Zugangsprodukten im Segment „Consumer Access“. Das Geschäftsmodell von United Internet, das überwiegend auf elektronischen Abonnements basiert mit festen monatlichen Beträgen sowie vertraglich festgelegten Laufzeiten, sichert stabile und planbare Umsätze und Cashflows. Vor diesem Hintergrund ist der Vorstand der Gesellschaft davon überzeugt, auch in Zukunft Herausforderungen meistern und Chancen nutzen zu können.
5.3
Prognosebericht
Konjunkturerwartungen
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat in seinem Weltwirtschaftsausblick vom 19. Januar 2026 seine Prognosen für die Entwicklung der globalen Volkswirtschaften in den Jahren 2026 und 2027 aktualisiert.
Mit Blick auf die Weltwirtschaft insgesamt fällt die IWF-Prognose besser aus als zuvor. Global geht der Fonds im Jahr 2026 von einem Wirtschaftswachstum um erneut 3,3 % aus, das sind 0,2 Prozentpunkte mehr als in seiner Herbstprognose. Für 2027 werden 3,2 % Wachstum erwartet.
Die Prognosen beruhen allerdings auf den Ende Dezember 2025 geltenden Maßnahmen und unterstellen, dass diese dauerhaft gelten. So können etwa unvorhersehbare Entwicklungen wie beispielsweise die (inzwischen wieder zurückgenommene) Zolldrohung von US-Präsident Donald Trump, vom 1. Februar 2026 an 8 europäische Länder mit zusätzlichen Zöllen von zusätzlich 10 % zu belegen, in solchen Prognosen natürlich nicht abgebildet werden. Gleiches gilt für den Krieg im Iran (seit Ende Februar 2026) mit seinen direkten Auswirkungen auf den gesamten Nahen Osten und den indirekten globalen makroökonomischen Auswirkungen, die in den Prognosen nicht abgebildet sind.
In den nordamerikanischen Zielländern von United Internet erwartet der IWF in 2026 für die USA ein Wachstum um 2,4 % (2025: 2,1 %), für Kanada um 1,6 % (2025: 1,6 %) und für Mexiko um 1,5 % (2025: 0,6 %).
Bei den wichtigsten Zielländern von United Internet in Europa sieht der IWF 2026 Polen mit 3,5 % (2025: 3,3 %) und Spanien mit 2,3 % (2025: 2,9 %) vorne. Danach sollen Großbritannien mit 1,3 % (2025: 1,4 %), Deutschland mit 1,1 % (2025: 0,2 %), Frankreich mit 1,0 % (2025: 0,8 %) und Italien mit 0,7 % (2025: 0,5 %) folgen.
Markt-Prognose: Entwicklung wesentlicher Bruttoinlandsprodukte aus Sicht von United Internet
 
2027e
2026e
2025
Welt
3,2 %
3,3 %
3,3 %
USA
2,0 %
2,4 %
2,1 %
Kanada
1,9 %
1,6 %
1,6 %
Mexiko
2,1 %
1,5 %
0,6 %
Frankreich
1,2 %
1,0 %
0,8 %
Spanien
1,9 %
2,3 %
2,9 %
Italien
0,7 %
0,7 %
0,5 %
Polen
2,7 %
3,5 %
3,3 %
Großbritannien
1,5 %
1,3 %
1,4 %
Deutschland
1,5 %
1,1 %
0,2 %
Quelle: Internationaler Währungsfonds, World Economic Outlook (Update), Januar 2026
Mit dem erwarteten Wachstum für 2026 liegt der IWF leicht oberhalb der Prognose der Bundesregierung, die am 28. Januar 2026 im Rahmen des vom Bundeskabinett beschlossenen Jahreswirtschaftsberichts in Deutschland von einem Wachstum des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts von 1,0 % in 2026 und 1,3 % in 2027 ausgeht. Im Herbst hatte die Regierung noch mit einem Plus des Bruttoinlandsproduktes 2026 von 1,3 % gerechnet.
Laut Bundesregierung ist das erwartete Wachstum allerdings größtenteils schuldenfinanziert und bleibt ohne konsequente Reformen der Standortbedingungen ein Strohfeuer. Entscheidend dafür sind Strukturreformen, die Investitionen erleichtern, Produktivität stärken und das Wachstum dauerhaft erhöhen.
Ein Teil der Wachstumsschwäche kommt von außen, aber die Antwort liegt auch im Inland: Entscheidend laut Bundesregierung ist es, dass schneller und entschlossener an der Verbesserung der Standortbedingungen gearbeitet wird. Die bisher erfolgten erste Schritte in diese Richtung reichen nicht aus. Nur mit höherem, selbsttragendem Wachstum können laut Bundesregierung die Folgen geopolitischen Umwälzungen und der tiefgreifende Strukturwandel bewältigt, die Tragfähigkeit der Staatsfinanzen und der Sozialsysteme gesichert und damit auch der soziale Frieden erhalten werden.
Laut Jahresprojektion soll die binnenwirtschaftliche Dynamik angesichts steigender Konsumausgaben und Investitionen zunehmen. Die Bunderegierung erwartet, dass anhaltende Reallohnzuwächse und staatliche Entlastungsmaßnahmen die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte erhöhen. Hinzukommen soll eine allmähliche Verbesserung der Arbeitsmarktperspektiven im Jahresverlauf, die das Konsumklima zusätzlich stärken soll. Auch die Investitionen dürften nach mehreren Jahren des Rückgangs im Jahresverlauf 2026 wieder Tritt fassen. Öffentliche, aber auch private Ausrüstungs- und Bauinvestitionen sollen durch umfangreiche staatliche Programme sowie durch verbesserte steuerliche Rahmenbedingungen stimuliert werden.
Der Außenhandel bleibt laut Bunderegierung hingegen weiterhin ein struktureller Schwachpunkt. Die globalen Rahmenbedingungen sind weiterhin von geopolitischen Spannungen, gestiegenem Protektionismus und einer schwächeren internationalen Nachfrage geprägt. Insbesondere die anhaltende, latente Drohung höherer US-Zölle sowie der zunehmende Wettbewerbsdruck aus China belasten die Exportperspektiven. Trotz einer robusten Nachfrage aus dem EU-Binnenmarkt rechnet die Bundesregierung auch 2026 mit einem negativen Wachstumsbeitrag des Außenhandels.
Branchen-/Markterwartungen
Weltweit
Weltweit sollen die Umsätze mit IT und Telekommunikation 2026 der Prognose zufolge um 6,4 % auf 5,7 Bio. € zulegen. Das stärkste Wachstum verzeichnen die USA mit einem Plus von 9,2 %, gefolgt von China (5,5 %), der EU ohne Deutschland (5,1 %), Indien (4,9 %) und dem Vereinigten Königreich (4,7 %). Deutschland liegt mit einem Wachstum von 4,4 % zwei Punkte unter dem globalen Durchschnitt, während Japan mit 1,1 % abgeschlagen ist.
Insgesamt entfallen 41 % der weltweiten Ausgaben für ITK auf die USA, die ihre dominante Stellung damit auch gegenüber China weiter ausbauen können. Mit deutlichem Abstand folgen China (11 %) und Japan (4,4 %). Deutschland erreicht einen Weltmarktanteil von 3,9 %, das Vereinigte Königreich kommt auf 3,8 %, Indien auf 2,4 %. Auf die EU ohne Deutschland entfallen 11 % des globalen ITK-Markts.
Deutschland
In Deutschland soll die digitale Wirtschaft trotz der Herausforderungen durch die schwierigen konjunkturellen Bedingungen weiter auf Wachstumskurs bleiben. So erwartet der Digitalverband Bitkom im deutschen Markt für IT und Telekommunikation (ITK) für 2026 ein Umsatzplus von 4,4 % (Vorjahr: +3,9 %) auf 245,1 Mrd. €.
Die Informationstechnik ist weiterhin der wichtigste Wachstumstreiber. Dieser Markt soll nach aktueller Bitkom-Prognose in 2026 um 5,8 % (Vorjahr: 5,3 %) auf 170,0 Mrd. € zulegen.
Vor allem das darin enthaltene Geschäft mit Software soll mit einem Plus von 10,2 % auf 58,3 Mrd. € nochmals stark zulegen. Ein wesentlicher Teil entfällt dabei auf Software für den Betrieb öffentlicher Clouds. Allein mit dieser Cloud-Software werden 2026 voraussichtlich 38,3 Mrd. € umgesetzt – ein Plus von 16,4 % im Vergleich zum Vorjahr. Künstliche Intelligenz gewinnt ebenfalls weiter an Dynamik, wenngleich der KI-Markt bislang ein deutlich kleineres Volumen hat. So sollen die Umsätze mit KI-Plattformen 2026 nach Bitkom-Berechnungen um 61 % auf 4,1 Mrd. € steigen, nachdem sie 2025 bereits um 62 % zulegen konnten.
Auch IT-Dienstleistungen sollen um 3,5 % auf 54,3 Mrd. € wachsen. Davon machen cloudbasierte Services mit 35,7 Mrd. € inzwischen rund zwei Drittel dieser Umsätze aus.
Last but not least soll auch der Markt für IT-Hardware 2026 insgesamt zulegen. Bitkom rechnet mit einem Umsatzwachstum von 3,9 % auf 57,4 Mrd. €, getragen vor allem durch Investitionen in digitale Infrastrukturen. Wichtigster Wachstumstreiber bleibt Infrastructure-as-a-Service (SaaS) – also gemietete Server-, Netzwerk- und Speicherkapazitäten. Dieser Bereich soll 2026 um 21,0 % zulegen und damit erneut deutlich stärker wachsen als andere Segmente. Zuwächse verzeichnen zudem Workstations (5,1 %), Mobile PCs (4,5 %) sowie Server (4,3 %). Leicht rückläufig bleiben dagegen weiterhin Consumer Electronics (-3,2 %) sowie Tablets (-3,5 %).
Die aus Sicht des Geschäftsmodells von United Internet wichtigsten ITK-Märkte sind insbesondere der deutsche Telekommunikationsmarkt im überwiegend abonnementfinanzierten Geschäftsbereich
„Access“ sowie der weltweite Webhosting- und Cloud-Markt und der deutsche Online-Werbemarkt im abonnement- und werbefinanzierten Geschäftsbereich „Applications“.
Telekommunikationsmarkt in Deutschland
Für den deutschen Telekommunikationsmarkt erwartet der Branchenverband Bitkom, dass der Markt in 2026 insgesamt um 1,2 % (Vorjahr: 1,2 %) auf 75,1 Mrd. € zulegen kann. Den größten Anteil daran haben weiterhin die Telekommunikationsdienste, deren Umsätze um 1,3 % (Vorjahr: 1,4 %) auf 54,1 Mrd. € steigen. Das Geschäft mit Endgeräten geht dagegen nochmals leicht um -1,2 % (Vorjahr: -2,6 %) auf 12,5 Mrd. € zurück, da Smartphones zunehmend länger genutzt werden. Deutlich dynamischer entwickeln sich auch weiterhin die Investitionen in die Telekommunikations-Infrastruktur, die um 4,6 % (Vorjahr: 6,6 %) auf 8,5 Mrd. € zulegen sollen.
Markt-Prognose: Telekommunikationsmarkt in Deutschland
in Mrd. 
2026e
2025
Veränderung
Telekommunikations-Umsätze
75,1
74,2
+ 1,2 %
Quelle: Bitkom, Januar 2026
Webhosting Services weltweit
Die weltweiten Umsätze mit Webhosting Services sollen laut des Marktreports „Web Hosting Services Market Size, Share & Industry Analysis“ von Fortune Business Insights – nach einem Plus von 18,1 % in 2025 – im Geschäftsjahr 2026 um 19,7 % auf rund 178,8 Mrd. USD zulegen. Geographisch dominiert weiterhin Nordamerika mit einem Anteil von 41 % den globalen Markt, gefolgt von Europa. Der am schnellsten wachsende Markt ist hingegen die Region Asia / Pacific.
Mit Blick auf einzelne Länder erwartet Fortune Business Insights in 2026 einen Umsatz von 64,9 Mrd. USD in den USA, 16,4 Mrd. USD in China, 11,9 Mrd. USD in Deutschland, 11,5 Mrd. USD in Japan, 10,8 Mrd. USD in Großbritannien und 5,1 Mrd. USD in Indien.
Markt-Prognose: Webhosting Services weltweit
in Mrd. USD
2026e
2025
Veränderung
Umsatz Webhosting Services weltweit
178,76
149,30
+ 19,7 %
Quelle: Fortune Business Insights; Web Hosting Services Market Size, Share & Industry Analysis, Update Dezember 2025
Cloud Services weltweit
Der Markt für Cloud Services hat sich auch in 2026 dynamisch weiterentwickelt. Precedence Research erwartet laut des Marktreports „Cloud Computing Market Size“ erneut ein weltweites Wachstum für Cloud Services um 21,2 % auf dann rund 1.106,3 Mrd. USD.
Markt-Prognose: Cloud Services weltweit
in Mrd. USD
2026e
2025
Veränderung
Umsatz Cloud Services weltweit
1.106,28
912,77
+ 21,2 %
Quelle: Precedence Research; Cloud Computing Market Size, Share, and Growth Forecast, Update Oktober 2025
Online-Werbemarkt in Deutschland
Nach einem Anstieg des Online-Werbemarktes um 10,6 % in 2025 rechnet PricewaterhouseCoopers auch für 2026 mit weiterem Wachstum und erwartet für den Gesamtmarkt (Mobile-Werbung & Desktop-Werbung) ein Plus von 8,9 % auf rund 23,4 Mrd. €.
Markt-Prognose: Gesamtmarkt Online-Werbung in Deutschland (Mobile-Werbung & Desktop-Werbung) – nach PwC
in Mrd. 
2026e
2025
Veränderung
Online-Werbeumsätze
23,36
21,45
+ 8,9 %
Quelle: PricewaterhouseCoopers, German Entertainment and Media Outlook 2025 – 2029, Juni 2025

Unternehmenserwartungen 2026
Prognose für das Geschäftsjahr 2026
Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet United Internet die folgende Umsatz- und Ergebnisentwicklung im Konzern:
Der Umsatz 2026 (nach IFRS) soll auf ca. 6,25 Mrd. € ansteigen (2025: 6,10 Mrd. € ohne „Energy“).
Das operative EBITDA 2026 (nach IFRS) soll auf ca. 1,45 Mrd. € zulegen (2025: 1,28 Mrd. € ohne „Energy“).
Auch 2026 wird die Gesellschaft weiter stark investieren, vor allem in den Ausbau ihres Glasfasernetzes und ihres Mobilfunknetzes. Der Cash-Capex soll bei 600 – 650 Mio. € liegen (2025: 730,8 Mio. €).
Nach dem konzerninternen Verkauf der 1&1 Versatel GmbH an die 1&1 AG Ende 2025 wird die United Internet AG im Geschäftsjahr 2026 ihre Segmentberichterstattung an die veränderte interne Unternehmenssteuerung und an die neue Segmentierung von 1&1 anpassen. Das Segment „Consumer Access“ wird zukünftig in „Consumer & Small Business“ umbenannt und das bisher darin enthaltene 1&1 Segment „1&1 Mobilfunknetz“ bildet ab 2026 zusammen mit dem Business Access Geschäft von 1&1 Versatel das neue Segment „Enterprises & Networks“. Die Segmente „Consumer Applications“ und „Business Applications“ bleiben unverändert.
Das Ergebnis der United Internet AG auf Ebene des Einzelabschlusses ist aufgrund ihrer Rolle als Holding-Gesellschaft im Wesentlichen durch das Beteiligungsergebnis (Ergebnisabführungen und Ausschüttungen) und das Zinsergebnis beeinflusst. Für das Geschäftsjahr 2026 geht der Vorstand aus heutiger Sicht (vorbehaltlich eventueller Sondereffekte) von einem leicht positiven Jahresergebnis aus (2025: - 260,8 Mio. € inkl. außerplanmäßige Sondereffekte).
Die auf Kontinuität ausgerichtete aktionärsfreundliche Dividendenpolitik der United Internet AG soll sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Die Gesellschaft beabsichtigt auch zukünftig ca. 20 – 40 % des bereinigten Konzernergebnisses aus fortgeführten Geschäftsbereichen nach Minderheitenanteilen (das auf die „Anteilseigner der United Internet AG“ entfallende bereinigte Konzernergebnis – gemäß Konzern-Gesamtergebnisrechnung) an ihre Aktionäre auszuschütten. Voraussetzung ist, dass die Mittel nicht für die weitere Unternehmensentwicklung benötigt werden.
Gesamtaussage des Vorstands zur voraussichtlichen Entwicklung
Der Vorstand der United Internet AG blickt optimistisch in die Zukunft. Dank des überwiegend auf elektronischen Abonnements beruhenden Geschäftsmodells sieht sich United Internet weitgehend stabil gegen konjunkturelle Einflüsse aufgestellt. Und mit den in den vergangenen Jahren getätigten Investitionen in Kundenbeziehungen, neue Geschäftsfelder, Netzinfrastrukturen (insbesondere ins Glasfasernetz von 1&1 Versatel und das Mobilfunknetz von 1&1) und die weitere Internationalisierung sowie durch Übernahmen und Beteiligungen wurde das Fundament für weiteres Wachstum verbreitert.
Diese nachhaltige Geschäftspolitik wird United Internet auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Dabei stehen in den Segmenten im Geschäftsjahr 2026 folgende Themen im Vordergrund.
Im Segment „Consumer & Small Business“ werden die Schwerpunkte – neben dem Ausbau des 1&1 Mobilfunknetzes – auf der Vermarktung von Mobile-Internet-Produkten und Breitband-Anschlüssen liegen.
Im Segment „Enterprises & Networks““ soll in 2026 das Glasfasernetz weiter ausgebaut werden. Zudem soll das Firmenkundengeschäft weiterentwickelt werden.
Zentrale Themen im Segment „Consumer Applications“ sind der weitere Ausbau datengetriebener Geschäftsmodelle sowie die Vermarktung kostenpflichtiger Premium-Produkte.
Im Segment „Business Applications“ liegt der Schwerpunkt unverändert auf dem Ausbau des Bestandskundengeschäfts und der Gewinnung neuer Kunden. Darüber hinaus soll vor allem das Cloud-Geschäft vergrößert werden.
Zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Lageberichts sieht der Vorstand die Gesellschaft auf gutem Wege, die im voranstehenden Abschnitt „Prognose für das Geschäftsjahr 2026“ näher erläuterte Prognose zu erreichen.
Zukunftsgerichtete Aussagen und Prognosen
Der vorliegende Lagebericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Erwartungen, Annahmen und Prognosen des Vorstands der United Internet AG sowie den ihm derzeit verfügbaren Informationen basieren. Die zukunftsgerichteten Aussagen sind verschiedenen Risiken und Unwägbarkeiten unterworfen und beruhen auf Erwartungen, Annahmen und Prognosen, die sich künftig möglicherweise als nichtzutreffend erweisen könnten. United Internet garantiert nicht, dass sich die zukunftsgerichteten Aussagen als richtig erweisen, übernimmt keine Verpflichtung und hat auch nicht die Absicht, die in diesem Bericht gemachten zukunftsgerichteten Aussagen anzupassen bzw. zu aktualisieren.
6.
Internal Control System und Risk
Management System
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HGB
Der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) sieht zusätzliche Angaben zum internen Kontroll- und Risikomanagementsystem vor, die über die gesetzlichen Anforderungen an den Lagebericht gemäß §§ 289, 315 HGB hinausgehen. Diese Angaben betreffen insbesondere die Ausgestaltung, Organisation und Governance des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems insgesamt. Sie sind nicht Bestandteil der gesetzlich vorgeschriebenen Lageberichterstellung und unterliegen daher nicht der inhaltlichen Prüfung durch den Abschlussprüfer. Entsprechend werden diese DCGK-bezogenen Angaben im Kapitel 6 „Internal Control System und Risk Management System“ durch separate Absätze von den prüfungspflichtigen Angaben abgegrenzt und als „ungeprüft“ gekennzeichnet.
Internal Control System (ungeprüft)
Das interne Kontrollsystem (IKS) bzw. Internal Control System der United Internet AG umfasst die gesamte Organisation, Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Erhaltung der Funktionsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit von Geschäftsprozessen, der Zuverlässigkeit von betrieblichen Informationen, der Vermögenssicherung und der Regeleinhaltung. In der Richtlinie bzw. im Handbuch zum Internen Kontrollsystem der United Internet AG werden die Ziele, die Grundprinzipien bis hin zur periodischen Berichterstattung der Aufbau sowie der Ablauf und die Überwachung des IKS beschrieben. In diesem Zusammenhang beinhalten die durchgeführten Kontrollen die Einhaltung der Soll-Prozesse, das „Vier-Augen-Prinzip“, die Berechtigungsvergabe und die Funktionstrennung. Die Kontrollen werden auf Basis einheitlicher Kategorisierungen je Prozess definiert und teilweise zentral sowie dezentral im gesamten Konzern ausgeführt. In definierten Prozessen, die die Verantwortlichen der Fachbereiche und auch Prozessexperten einbeziehen, wird sichergestellt, dass den Prozess- und Organisationsrisiken präventiv begegnet wird. Gemeinschaftlich und im Zusammenspiel mit dem Risikomanagement beurteilen alle Einheiten des Konzerns das Vorliegen von Organisations- und Prozessrisiken und schätzen ein, ob diese Auswirkungen auf das IKS haben können. Die Verbesserung des IKS, auch unter Einbeziehung von Experten, findet regelmäßig statt. Die Überwachung erfolgt u. a. durch IKS Governance, die Corporate Audit (Interne Revision) und externe Prüfer. Corporate Audit (Interne Revision) bewertet und verbessert die Governance-Prozesse und das Risikomanagement und beurteilt darüber hinaus die Angemessenheit und Effektivität des IKS durch Prüfungen. Die Berichterstattung an Vorstand und Prüfungsausschuss erfolgt regelmäßig.
Rechnungslegungsbezogenes Internal Control System und Risk Management System
Gemäß § 289 Abs. 4 und § 315 Abs. 4 HGB ist die United Internet AG verpflichtet, im Lagebericht die wesentlichen Merkmale ihres rechnungslegungsbezogenen Internal Control System und Risk Management System zu beschreiben.
Die United Internet AG betrachtet das Risikomanagement als Teil des internen Kontrollsystems (IKS). Dabei umfasst das IKS Organisations-, Kontroll- und Überwachungsstrukturen, um die Einhaltung der gesetzlichen und unternehmerischen Vorgaben jederzeit zu gewährleisten.
Der Vorstand der United Internet AG ist verantwortlich für den Umfang und die Ausgestaltung des IKS und berücksichtigt hierbei die unternehmensspezifischen Anforderungen. Die Überwachung der Wirksamkeit des IKS gehört zu den Aufgaben des Aufsichtsrates der United Internet AG, der sich vom Vorstand regelmäßig über den Zustand des IKS und die Ergebnisse des internen Revisionssystems berichten lässt. Corporate Audit (Interne Revision) überprüft unabhängig die Angemessenheit, Wirksamkeit und Funktionsfähigkeit des IKS im United Internet Konzern und verfügt zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben über umfassende Informations-, Prüf- und Eintrittsrechte. Ihre Prüfungshandlungen basieren auf einem risikoorientierten Prüfungsplan, der regelmäßig auch Prüfungen bei Tochtergesellschaften vorsieht. Darüber hinaus prüft Corporate Audit (Interne Revision) grundsätzlich die Ordnungsmäßigkeit wesentlicher Anlage- und Vorratsinventuren. Der Abschlussprüfer prüft darüber hinaus die für die Finanzberichterstattung relevanten Teile des IKS im Rahmen seines risikoorientierten Prüfungsansatzes auf Wirksamkeit.
Das rechnungslegungsbezogene IKS umfasst Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sowie zur Sicherung der Einhaltung der maßgeblichen Gesetze und Normen und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses unterstützt das IKS dabei, die Anwendung der International Financial Reporting Standards (IFRS) wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, und die Anwendung der nach § 315e HGB ergänzend anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften sicherzustellen. Das IKS trägt bei der Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts dazu bei, dass die handelsrechtlichen Vorschriften eingehalten werden.
Bei jedem IKS muss berücksichtigt werden, dass es, unabhängig von seiner Ausgestaltung, keine absolute Sicherheit dafür bieten kann, dass wesentliche Fehlaussagen in der Rechnungslegung vermieden oder aufgedeckt werden. Ursache dafür könnten bspw. fehlerhafte Ermessensentscheidungen, unzureichende Kontrollen oder kriminelle Handlungen sein.
Die folgenden Aussagen beziehen sich nur auf die im Konzernabschluss der United Internet AG vollkonsolidierten Tochterunternehmen, bei denen die United Internet AG mittelbar oder unmittelbar über die Möglichkeit verfügt, deren Finanz- und Liquiditätspolitik zu bestimmen, um aus der Tätigkeit dieser Unternehmen Nutzen zu ziehen.
Die Aufgabe des Risikomanagements der United Internet AG ist unter anderem die Festlegung von Maßnahmen, um Risiken zu erkennen, zu bewerten, auf ein vertretbares Maß abzumildern und um die erkannten Risiken zu überwachen. Ein Risikomanagement verlangt organisiertes Handeln, um mit Unsicherheit und Bedrohung angemessen umgehen zu können und hält Mitarbeitende dazu an, Vorschriften und Instrumente einzusetzen, um die Einhaltung der Grundsätze für das Risikomanagement zu gewährleisten. Es umfasst neben dem operativen Risikomanagement auch die systematische Risikofrüherkennung, -steuerung und -überwachung. Das rechnungslegungsbezogene Risikomanagement ist dabei auf das Risiko einer Falschaussage in der Buchführung sowie in der externen Berichterstattung ausgerichtet.
Spezifische rechnungslegungsbezogene Risiken können z. B. aus dem Abschluss ungewöhnlicher oder komplexer Geschäfte auftreten. Weiterhin sind Geschäftsvorfälle, die nicht routinemäßig verarbeitet werden, mit einem latenten Risiko behaftet. Einem begrenzten Personenkreis sind notwendigerweise Ermessensspielräume bei Ansatz und Bewertung von Vermögensgegenständen und Schulden eingeräumt, woraus weitere rechnungslegungsbezogene Risiken resultieren können.
Das rechnungslegungsbezogene IKS umfasst anhand von Risikoaspekten definierte interne Kontrollen der für die Rechnungslegung relevanten Prozesse sowie der Prozesse, die die IT-Systeme unterstützen. Hierbei sind die IT-Sicherheit, das Veränderungsmanagement und die operativen IT-Vorgänge von besonderer Bedeutung. Dabei werden organisatorische, präventive und aufdeckende Kontrollen angewendet, die sowohl IT-gestützt als auch manuell erfolgen können. Für die Wirksamkeit und Effizienz des rechnungslegungsbezogenen IKS ist für die United Internet Gruppe die hohe Qualifikation der Mitarbeitenden, deren regelmäßige Schulung, das „Vier-Augen-Prinzip“ und die Funktionstrennung von Verwaltungs-, Ausführungs- und Genehmigungsprozessen unverzichtbar. Die Steuerung der Prozesse zur Rechnungslegung erfolgt durch den Bereich Konzernrechnungslegung und weitere zuständige Rechnungslegungsabteilungen. Gesetze, Rechnungslegungsstandards und andere Verlautbarungen werden fortlaufend bezüglich der Relevanz und Auswirkungen auf die Rechnungslegung analysiert. In der Bilanzierungsrichtlinie des Konzerns werden relevante Anforderungen festgehalten, kommuniziert und bilden die Grundlage für den Abschlusserstellungsprozess. Zusätzlich unterstützen ergänzende Verfahrensanweisungen wie z. B. die Intercompany-Richtlinie, standardisierte Meldeformate, IT-Systeme sowie IT-unterstützte Reporting- und Konsolidierungsprozesse den Prozess der einheitlichen und ordnungsgemäßen Konzernrechnungslegung. Der Bereich Konzernrechnungslegung stellt sicher, dass diese Anforderungen konzernweit einheitlich eingehalten werden. Die Konzerngesellschaften sind für die Einhaltung des ordnungsgemäßen und zeitgerechten Ablaufs ihrer rechnungslegungsbezogenen Prozesse und Systeme verantwortlich und werden dabei von den Rechnungslegungsabteilungen unterstützt.
Bei festgestellten wesentlichen Kontrollschwächen oder Verbesserungsmöglichkeiten werden diese bewertet und mit den verantwortlichen Personen Gegenmaßnahmen ausgearbeitet, um die Wirksamkeit des IKS zu verbessern. Die Umsetzung der Maßnahmen wird durch Corporate Audit (Interne Revision) überwacht und kann Gegenstand von Prüfungen oder Folgeprüfungen sein.
Wirksamkeitsaussage (ungeprüft)
Aus der regelmäßigen Befassung mit dem Internal Control System und Risk Management System sind dem Vorstand bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts keine wesentlichen Umstände bekannt, welche gegen die Angemessenheit und Wirksamkeit dieser Systeme sprechen.
7.
Übernahmerechtliche Angaben
Die folgenden Angaben nach §§ 289 a, 315 a HGB geben die Verhältnisse zum Bilanzstichtag wieder. Wie in § 176 Abs. 1 Satz 1 AktG vorgesehen, werden die Angaben in den einzelnen Abschnitten erläutert.
Hinsichtlich der Angaben zur Zusammensetzung des Gezeichneten Kapitals sowie der direkten und indirekten Beteiligungen am Kapital gemäß § 289a Satz 1 Nr. 1 und Nr. 3 HGB bzw. § 315a Satz 1 Nr. 1 und 3 HGB verweisen wir auf Anhangangabe 38 im Konzernanhang sowie auf die Erläuterungen zum Eigenkapital im Jahresabschluss der United Internet AG zum 31. Dezember 2025.
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siehe Seite 211 und
Seite 252
Darüber hinaus wird auf die Ausführungen im Konzernanhang unter Anhangangabe 17 sowie 38 - 40 verwiesen.
Zusammensetzung des Kapitals
Seit Abschluss der am 14. Februar 2023 vom Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossenen Kapitalherabsetzung durch Einziehung von 2.000.000 Mio. eigenen Aktien, beläuft sich das gezeichnete Kapital der United Internet AG auf 192.000.000 € (unveränderter Stand zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025) und ist in 192.000.000 nennwertlose, auf den Namen lautende Stammaktien eingeteilt. Jede Aktie gewährt eine Stimme, weitere Aktiengattungen existieren nicht. Bei einer Erhöhung des Grundkapitals kann der Beginn der Gewinnberechtigung der neuen Aktien abweichend von dem Zeitpunkt der Leistung der Einlagen festgelegt werden. Alle Stammaktien sind börsennotiert.
Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen
Gesetzliche Beschränkungen hinsichtlich der Stimmrechte liegen in Bezug auf eigene Aktien gem.
§ 71b AktG und gem. § 71d S. 4 i. V. m. § 71b AktG vor. Die United Internet AG hielt zum Bilanzstichtag
31. Dezember 2025 unverändert insgesamt 19.162.689 eigene Aktien, die 9,98 % des Grundkapitals von 192 Mio. Aktien entsprechen.
Gesetzliche Beschränkungen hinsichtlich der Stimmrechte liegen weiterhin in Bezug auf die Interessenkollision gem. § 136 Abs. 1 AktG bei Aktien vor, die im Besitz des Vorstands und des Aufsichtsrats sind.
Herr Dommermuth hielt zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 indirekt unverändert 93.955.205 Aktien der United Internet AG (48,94 % des Grundkapitals). Von den weiteren Mitgliedern des Vorstandes hielten Herr Theurer 4.000 (0,00 % des Grundkapitals) und Herr Huhn unverändert 500 Aktien der Gesellschaft (0,00 % des Grundkapitals) zum 31. Dezember 2025.
Von den aktuellen Mitgliedern des Aufsichtsrats wurden zum 31. Dezember 2025 keine Aktien der United Internet AG gehalten (31. Dezember 2024: 12.500 Aktien der United Internet AG, gehalten von Herrn Rasch).
Beschränkungen, die die Übertragung von Aktien betreffen, liegen nicht vor.
Direkte und indirekte Beteiligungen am Kapital mit mehr als 10 % der Stimmrechte
Per 31. Dezember 2025 hielt der Vorstandsvorsitzende der Gesellschaft, Herr Ralph Dommermuth, wohnhaft in Deutschland, indirekt 93.955.205 Aktien bzw. 48,94 % der Anteile am Grundkapital von 192.000.000 Aktien der United Internet AG. Weitere Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten bestehen nach Kenntnis des Vorstands nicht.
Sonderrechte
Herrn Ralph Dommermuth steht das persönliche Recht zu, zwei Mitglieder in den Aufsichtsrat zu entsenden. Das Entsendungsrecht wird ausgeübt durch Benennung der Person des Aufsichtsratsmitglieds gegenüber dem Vorstand der Gesellschaft. Die Benennung wird wirksam durch Erklärung der Annahme des Aufsichtsratsmandats durch die benannte Person gegenüber dem Vorstand. Das vorstehende Entsendungsrecht setzt voraus, dass Herr Ralph Dommermuth selbst oder durch gemäß §§ 15 ff. AktG verbundene Unternehmen bei Ausübung des Entsendungsrechts Aktien hält, die mindestens 25 % des stimmberechtigten Grundkapitals der Gesellschaft repräsentieren und dies dem Vorstand bei der Benennung des Aufsichtsratsmitglieds durch Depotauszüge oder ähnliche Unterlagen nachweist. Herr Dommermuth hat bisher von seinem Entsendungsrecht keinen Gebrauch gemacht.
Weitere Aktien mit Sonderrechten bestehen nach Kenntnis des Vorstands nicht.
Ernennung und Abberufung der Vorstandsmitglieder, Satzungsänderungen
Die Bestellung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands richtet sich nach den §§ 84, 85 AktG in Verbindung mit Ziffer 1 der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat. Gemäß § 6 Abs. 1 der Satzung besteht der Vorstand mindestens aus einer Person. Der Aufsichtsrat bestellt und entlässt die Mitglieder des Vorstands, bestimmt ihre Zahl und kann ein Mitglied des Vorstands zum Vorsitzenden ernennen.
Jede Satzungsänderung bedarf eines Hauptversammlungsbeschlusses mit einer Mehrheit von mindestens drei Viertel des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals. Zu Änderungen der Satzung, die lediglich die Fassung betreffen, ist der Aufsichtsrat nach § 22 der Satzung in Verbindung mit
§ 179 Abs. 1 Satz 2 AktG ermächtigt (Änderungen bei Grundkapital und Aktienzahl).
Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe von neuen Aktien
Der Vorstand hat die Möglichkeit, unter folgenden Umständen neue Aktien auszugeben:
Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital bis zum 31. August 2026 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer Stückaktien gegen Bareinlagen und/oder gegen Sacheinlagen einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 75.000.000,00 € zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2023). Bei Bareinlagen können die neuen Aktien nach Wahl des Vorstands mit Zustimmung des Aufsichtsrats auch von einem oder mehreren Kreditinstituten bzw. einem anderen die Voraussetzungen des § 186 Abs. 5 S. 1 AktG erfüllenden Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie ausschließlich den Aktionären zum Bezug anzubieten (mittelbares Bezugsrecht).
Den Aktionären ist mit den nachfolgenden Einschränkungen ein Bezugsrecht einzuräumen.
Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats Spitzenbeträge von dem Bezugsrecht der Aktionäre auszunehmen und das Bezugsrecht auch insoweit auszuschließen, wie es erforderlich ist, um den Inhabern der von der Gesellschaft oder ihren Tochtergesellschaften ausgegebenen Optionsscheinen und Wandelschuldverschreibungen ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung des Options- bzw. Wandlungsrechts bzw. Erfüllung der Wandlungspflicht zustehen würde.
Der Vorstand ist darüber hinaus ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre bei einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen für einen Betrag von bis zu 10 % des im Zeitpunkt des Wirksamwerdens des Genehmigten Kapitals 2023 oder – falls dieses geringer ist – des bei Beschlussfassung über die Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2023 vorhandenen Grundkapitals auszuschließen, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien der Gesellschaft zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabebetrages, die möglichst zeitnah zur Platzierung der Aktien erfolgen soll, nicht wesentlich unterschreitet. Auf diese Höchstgrenze sind Aktien anzurechnen, die aufgrund Options- oder Wandelschuldverschreibungen ausgegeben werden oder auszugeben sind, sofern die Schuldverschreibungen während der Laufzeit dieser Ermächtigung in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben werden; ferner sind auf diese Zahl Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung in direkter oder entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben oder veräußert werden.
Der Vorstand ist weiter ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen zur Gewährung von Aktien zum Zweck des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen, Beteiligungen an Unternehmen oder sonstigen Vermögensgegenständen einschließlich Rechten und Forderungen oder im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen auszuschließen.
Die vorstehenden Ermächtigungen zum Bezugsrechtsausschluss sind insgesamt auf einen Betrag von bis zu 20 % des im Zeitpunkt des Wirksamwerdens des Genehmigten Kapitals 2023 oder – falls dieses geringer ist – des bei Beschlussfassung über die Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2023 vorhandenen Grundkapitals beschränkt. Auf diese Höchstgrenze von 20 % des Grundkapitals ist der anteilige Betrag des Grundkapitals anzurechnen, der auf Aktien entfällt, auf die sich Wandlungs- und/oder Optionsrechte bzw. Wandlungspflichten aus Schuldverschreibungen beziehen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts mit Options- und/oder Wandlungsrecht oder Wandlungspflicht ausgegeben werden, sowie derjenige anteilige Betrag des Grundkapitals, der auf eigene Aktien entfällt, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung in anderer Weise als über die Börse oder durch ein Angebot an alle Aktionäre veräußert oder verwendet werden.
Der Vorstand ist ferner ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung mit Zustimmung des Aufsichtsrats festzulegen.
Das Grundkapital ist um bis zu 18.500.000,00 € eingeteilt in bis zu Stück 18.500.000 auf den Namen lautende Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2023). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber oder Gläubiger von Options- oder Wandlungsrechten oder die zur Wandlung Verpflichteten aus ausgegebenen Options- oder Wandelanleihen, die von der Gesellschaft oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen der Gesellschaft aufgrund der Ermächtigung des Vorstands durch Hauptversammlungsbeschluss vom 17. Mai 2023 bis zum 31. August 2026 ausgegeben oder garantiert werden, von ihren Options- oder Wandlungsrechten Gebrauch machen oder, soweit sie zur Wandlung verpflichtet sind, ihre Verpflichtung zur Wandlung erfüllen, oder, soweit die Gesellschaft ein Wahlrecht ausübt, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Aktien der Gesellschaft zu gewähren, soweit nicht jeweils ein Barausgleich gewährt oder eigene Aktien oder Aktien einer anderen börsennotierten Gesellschaft zur Bedienung eingesetzt werden.
Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe des vorstehend bezeichneten Ermächtigungsbeschlusses jeweils zu bestimmenden Options- oder Wandlungspreis. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie entstehen, am Gewinn teil; soweit rechtlich zulässig, kann der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Gewinnbeteiligung neuer Aktien hiervon und auch abweichend von § 60 Abs. 2 AktG, auch für ein bereits abgelaufenes Geschäftsjahr, festlegen.
Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.
Befugnisse des Vorstands bei Erwerb und Verwendung eigener Aktien
Die von der Hauptversammlung am 20. Mai 2020 gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG erteilte Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien und zu deren Verwendung war bis zum 31. August 2023 befristet. Vor diesem Hintergrund hat die Hauptversammlung am 17. Mai 2023 eine neue Ermächtigung gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG zum Erwerb eigener Aktien und zu deren Verwendung erteilt. Diese Ermächtigung gilt vom 1. September 2023 bis zum 31. August 2026.
Die Ermächtigung ist insgesamt auf einen Anteil von 10 % des im Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung oder – falls dieser Wert geringer ist – des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals beschränkt. Die Ermächtigung kann unmittelbar durch die Gesellschaft oder durch ein von der Gesellschaft abhängiges oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehendes Unternehmen oder durch von der Gesellschaft oder von der Gesellschaft abhängige oder in ihrem Mehrheits-besitz stehende Unternehmen beauftragte Dritte ausgeübt werden und erlaubt den Erwerb eigener Aktien im ganzen Umfang oder in Teilbeträgen sowie den einmaligen oder mehrmaligen Erwerb.
Der Erwerb eigener Aktien kann über die Börse oder mittels eines an sämtliche Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots oder mittels einer an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten oder durch die Ausgabe von Andienungsrechten an die Aktionäre erfolgen.
Erfolgt der Erwerb über die Börse oder über ein öffentliches Kaufangebot, darf die Gesellschaft je Aktie nur einen Gegenwert (ohne Erwerbsnebenkosten) zahlen, der den arithmetischen Mittelwert der Kurse der Stückaktien der Gesellschaft in der Schlussauktion im Xetra-Handel (oder einem entsprechenden Nachfolgesystem) an der Frankfurter Wertpapierbörse während der letzten fünf Börsenhandelstage vor dem Abschluss des Verpflichtungsgeschäftes, sofern der Erwerb über die Börse stattfindet, oder vor der Veröffentlichung der Entscheidung zur Abgabe des öffentlichen Kaufangebots, sofern der Erwerb im Wege eines öffentlichen Kaufangebots erfolgt, um nicht mehr als 10 % über- oder unterschreitet. Ergeben sich nach Veröffentlichung eines öffentlichen Kaufangebots erhebliche Kursabweichungen vom gebotenen Kaufpreis oder den Grenzwerten der gebotenen Kaufpreisspanne, so kann das Angebot angepasst werden. In diesem Fall bestimmt sich der maßgebliche Betrag nach dem entsprechenden Kurs am letzten Handelstag vor der Veröffentlichung der Anpassung; die 10 %-Grenze für das Über- oder Unterschreiten ist auf diesen Betrag anzuwenden.

Das Volumen des öffentlichen Kaufangebots kann begrenzt werden. Sofern bei einem öffentlichen Kaufangebot das Volumen der angebotenen Aktien das vorhandene Rückkaufvolumen überschreitet, kann unter insoweit partiellem Ausschluss eines eventuellen Andienungsrechts der Erwerb nach dem Verhältnis der angedienten Aktien (Andienungsquoten) statt nach dem Verhältnis der Beteiligung der andienenden Aktionäre an der Gesellschaft (Beteiligungsquote) erfolgen. Darüber hinaus können unter insoweit partiellem Ausschluss eines eventuellen Andienungsrechts eine bevorrechtigte Annahme geringerer Stückzahlen bis zu 100 Stück angedienter Aktien je Aktionär sowie zur Vermeidung rechnerischer Bruchteile von Aktien eine Rundung nach kaufmännischen Gesichtspunkten vorgesehen werden.
Erfolgt der Erwerb mittels einer an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten, legt die Gesellschaft eine Kaufpreisspanne je Aktie fest, innerhalb derer Verkaufsangebote abgegeben werden können. Die Kaufpreisspanne kann angepasst werden, wenn sich während der Angebotsfrist erhebliche Kursabweichungen vom Kurs zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten ergeben. Der von der Gesellschaft zu zahlende Kaufpreis je Aktie, den die Gesellschaft aufgrund der eingegangenen Verkaufsangebote ermittelt, darf den arithmetischen Mittelwert der Kurse der Stückaktien der Gesellschaft in der Schlussauktion im Xetra-Handel (oder einem entsprechenden Nachfolgesystem) an der Frankfurter Wertpapierbörse während der letzten fünf Börsenhandelstage vor dem nachfolgend beschriebenen Stichtag ohne Berücksichtigung der Erwerbsnebenkosten um nicht mehr als 10 % über- oder unterschreiten. Stichtag ist der Tag, an dem der Vorstand der Gesellschaft endgültig formell über die Veröffentlichung der Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten oder deren Anpassung entscheidet.

Das Volumen der Annahme kann begrenzt werden. Sofern von mehreren gleichartigen Verkaufsangeboten wegen der Volumenbegrenzung nicht sämtliche angenommen werden können, kann unter insoweit partiellem Ausschluss eines eventuellen Andienungsrechts der Erwerb nach dem Verhältnis der Andienungsquoten statt nach Beteiligungsquoten erfolgen. Darüber hinaus können unter insoweit partiellem Ausschluss eines eventuellen Andienungsrechts eine bevorrechtigte Annahme geringerer Stückzahlen bis zu 100 Stück angedienter Aktien je Aktionär sowie zur Vermeidung rechnerischer Bruchteile von Aktien eine Rundung nach kaufmännischen Grundsätzen vorgesehen werden.
Erfolgt der Erwerb mittels den Aktionären zur Verfügung gestellter Andienungsrechte, so können diese pro Aktie der Gesellschaft zugeteilt werden. Gemäß dem Verhältnis des Grundkapitals der Gesellschaft zum Volumen der von der Gesellschaft zurückzukaufenden Aktien berechtigt eine entsprechend festgesetzte Anzahl Andienungsrechte zur Veräußerung einer Aktie der Gesellschaft an diese. Andienungsrechte können auch dergestalt zugeteilt werden, dass jeweils ein Andienungsrecht pro Anzahl von Aktien zugeteilt wird, die sich aus dem Verhältnis des Grundkapitals zum Rückkaufvolumen ergibt. Bruchteile von Andienungsrechten werden nicht zugeteilt; für diesen Fall werden die entsprechenden Teilandienungsrechte ausgeschlossen. Der Preis oder die Grenzwerte der angebotenen Kaufpreisspanne (jeweils ohne Erwerbsnebenkosten), zu dem bei Ausübung des Andienungsrechts eine Aktie an die Gesellschaft veräußert werden kann, wird nach Maßgabe der Regelungen im vorstehenden Absatz bb) bestimmt, wobei maßgeblicher Stichtag derjenige der Veröffentlichung des Rückkaufangebots unter Einräumung von Andienungsrechten ist, und gegebenenfalls angepasst, wobei dann maßgeblicher Stichtag derjenige der Veröffentlichung der Anpassung ist. Die nähere Ausgestaltung der Andienungsrechte, insbesondere ihr Inhalt, die Laufzeit und gegebenenfalls ihre Handelbarkeit, bestimmt der Vorstand der Gesellschaft.
Der Vorstand wird ermächtigt, mit der Zustimmung des Aufsichtsrats bei einer Veräußerung eigener Aktien durch ein Angebot an alle Aktionäre den Inhabern der von der Gesellschaft oder einem ihrer nachgeordneten Konzernunternehmen ausgegebenen Options- und/oder Wandelanleihen ein Bezugsrecht auf die Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung des Options- bzw. Wandlungsrechts bzw. nach Erfüllung der Wandlungspflicht zustehen würde.
Der Vorstand, mit der Zustimmung des Aufsichtsrats, wird weiter ermächtigt, eigene Aktien in anderer Weise als über die Börse oder durch ein Angebot an sämtliche Aktionäre zu veräußern, wenn die Aktien gegen Barzahlung zu einem Preis veräußert werden, der den Börsenkurs von Aktien der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet. Das Bezugsrecht der Aktionäre ist dabei ausgeschlossen. Diese Ermächtigung gilt jedoch nur mit der Maßgabe, dass die unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG veräußerten Aktien insgesamt 10 % des Grundkapitals nicht überschreiten dürfen, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch – falls dieser Wert geringer ist – im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung. Auf diese Begrenzung von 10 % des Grundkapitals sind diejenigen Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung bis zur nach § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG bezugsrechtsfreien Veräußerung eigener Aktien aus genehmigtem Kapital unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben werden. Ferner sind auf diese Begrenzung von 10 % des Grundkapitals diejenigen Aktien anzurechnen, die zur Bedienung von Options- und/oder Wandlungsrechten und/oder Wandlungspflichten ausgegeben bzw. auszugeben sind, sofern die Schuldverschreibungen während der Laufzeit dieser Ermächtigung in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben werden.
Der Vorstand, mit der Zustimmung des Aufsichtsrats, wird ferner ermächtigt, eigene Aktien zusätzlich zu einer Veräußerung über die Börse oder einer anderen das Gebot der Gleichbehandlung aller Aktionäre wahrenden Weise zu folgenden Zwecken zu verwenden:
Im Rahmen des Erwerbs von Unternehmen oder Beteiligungen daran oder von Unternehmensteilen oder im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen als (Teil-)Gegenleistung.
Zur Einführung von Aktien der Gesellschaft an ausländischen Börsen, an denen sie bisher nicht zum Handel zugelassen sind. Der Preis, zu dem diese Aktien an ausländischen Börsen eingeführt werden, darf den arithmetischen Mittelwert der Kurse der Stückaktien der Gesellschaft in der Schlussauktion im Xetra-Handel (oder einem entsprechenden Nachfolgesystem) an der Frankfurter Wertpapierbörse während der letzten fünf Börsenhandelstage vor dem Tag der Einführung an der ausländischen Börse ohne Berücksichtigung der Erwerbsnebenkosten um nicht mehr als 5 % unterschreiten.
Zur Gewährung von Aktien der Gesellschaft in Erfüllung von Ansprüchen aus virtuellen Aktienbeteiligungsprogrammen an gegenwärtige und frühere Mitglieder des Vorstands und Arbeitnehmer der Gesellschaft sowie an gegenwärtige und frühere Mitglieder der Vorstände bzw. Geschäftsführungen und Arbeitnehmer von mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen im Sinne der §§ 15 ff. AktG. Soweit Vorstandsmitgliedern der Gesellschaft Aktien gewährt werden sollen, entscheidet hierüber der Aufsichtsrat der Gesellschaft.
Das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre auf diese eigenen Aktien wird gemäß §§ 71 Abs. 1 Nr. 8, 186 Abs. 3, 4 AktG insoweit ausgeschlossen, wie diese Aktien gemäß den vorstehenden Ermächtigungen verwendet werden. Darüber hinaus kann der Vorstand mit der Zustimmung des Aufsichtsrats im Falle der Veräußerung der eigenen Aktien durch Angebot an alle Aktionäre das Bezugsrecht der Aktionäre für Spitzenbeträge ausschließen.
Die Ermächtigungen zum Bezugsrechtsausschluss sind insgesamt auf einen Betrag von bis zu 10 % des im Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung oder – falls dieses geringer ist – des bei Beschlussfassung über die Veräußerung eigener Aktien vorhandenen Grundkapitals beschränkt. Auf diese Höchstgrenze von 10 % des Grundkapitals ist der anteilige Betrag des Grundkapitals anzurechnen, der auf Aktien entfällt, auf den sich Wandlungs- und/oder Optionsrechte bzw. Wandlungspflichten aus Schuldverschreibungen beziehen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts begeben werden sowie derjenige anteilige Betrag des Grundkapitals, der auf Aktien entfällt, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts aus genehmigtem Kapital ausgegeben werden.
Weiterhin wird der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die eigenen Aktien einzuziehen, ohne dass die Einziehung und ihre Durchführung eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedürfen. Die Einziehung kann auch nach § 237 Abs. 3 Nr. 3 AktG ohne Kapitalherabsetzung in der Weise erfolgen, dass sich durch die Einziehung der Anteil der übrigen Stückaktien der Gesellschaft am Grundkapital gemäß § 8 Abs. 3 AktG erhöht. Der Vorstand wird gemäß § 237 Abs. 3 Nr. 3, 2. Hs. AktG ermächtigt, die Angabe der Zahl der Aktien in der Satzung entsprechend anzupassen. Die Einziehung kann auch mit einer Kapitalherabsetzung verbunden werden; in diesem Fall ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital um den auf die eingezogenen Aktien entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals herabzusetzen. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, die Angabe der Zahl der Aktien und des Grundkapitals in der Satzung entsprechend anzupassen.
Die vorstehenden Ermächtigungen gelten ab dem 1. September 2023. Sie können einmal oder mehrmals, ganz oder in Teilen, einzeln oder gemeinsam ausgenutzt werden. Sie erfassen auch die Verwendung von Aktien der Gesellschaft, die aufgrund früherer Ermächtigungen zum Rückerwerb eigener Aktien zurückerworben wurden, und solche, die aufgrund von § 71d Satz 5 AktG erworben oder (i) durch ein von der Gesellschaft abhängiges oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehendes Unternehmen oder (ii) durch Dritte für Rechnung der Gesellschaft oder durch Dritte für Rechnung eines von der Gesellschaft abhängigen oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehenden Unternehmens erworben werden.
Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen
Ein Bankenkonsortium hat im Dezember 2024 der United Internet AG einen neuen Konsortialkreditrahmen sowie einen Konsortialkredit über insgesamt 1.500 Mio. € eingeräumt. Die Kredite wurde im Januar 2025 durch Ausübung einer vertraglich zugesicherten Erhöhungsoption um 50 Mio. € auf 1.550 Mio. € erhöht. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 waren diese mit 600 Mio. € in Anspruch genommen.
Den Mitgliedern des Konsortiums wurde das Recht eingeräumt, ihren Anteil am Konsortialkreditrahmen bzw. dem Konsortialkredit zu kündigen, wenn ein Dritter oder eine Gruppe von gemeinsam handelnden Dritten die Mehrheit der Anteile an der United Internet AG erlangt, oder die Mehrheit der stimmberechtigen Anteile auf einer Hauptversammlung der Gesellschaft hält. Das Recht zur Kündigung steht jedem Mitglied des Bankenkonsortiums einzeln binnen 30 Tagen nach Ankündigung des Kontrollwechsels durch die Gesellschaft offen. Dieses Kündigungsrecht besteht jedoch nicht, wenn die Mehrheit der Anteile, oder der Stimmrechte auf einer Hauptversammlung, durch Herrn Ralph Dommermuth oder seine direkten Angehörigen erlangt wird.
Zudem hat United Internet im Mai 2025 eine Brückenfinanzierung für Aktienkäufe in Höhe von bis zu 325 Mio. € abgeschlossen. Hintergrund der Brückenfinanzierung war das freiwillige öffentliche Erwerbsangebot in Form eines Teilangebots zum Erwerb von bis zu 16.250.827 auf den Inhaber lautende Stückaktien der 1&1 AG. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 war das vorgenannte Darlehen mit 245 Mio. € in Anspruch genommen.
Der Bank wurde das Recht eingeräumt, die Kreditvereinbarung zu kündigen, wenn ein Dritter oder eine Gruppe von gemeinsam handelnden Dritten die Mehrheit der Anteile an der United Internet AG erlangt, oder die Mehrheit der stimmberechtigen Anteile auf einer Hauptversammlung der Gesellschaft hält. Das Recht zur Kündigung steht der Bank binnen 30 Tagen nach Ankündigung des Kontrollwechsels durch die Gesellschaft offen. Dieses Kündigungsrecht besteht jedoch nicht, wenn die Mehrheit der Anteile, oder der Stimmrechte auf einer Hauptversammlung, durch Herrn Ralph Dommermuth oder seine direkten Angehörigen erlangt wird.
Des Weiteren stehen zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 mehrere Schuldscheindarlehen der United Internet AG über insgesamt 1.217,0 Mio. € aus.
Den Kreditgebern der Schuldscheine wurde das Recht eingeräumt, ihren Anteil am jeweiligen Schuldscheindarlehen zu kündigen, wenn ein Dritter oder eine Gruppe von gemeinsam handelnden Dritten die Mehrheit der Anteile an der United Internet AG erlangt. Das Recht zur Kündigung steht jedem Kreditgeber einzeln binnen 30 Tagen nach Ankündigung des Kontrollwechsels durch die Gesellschaft offen. Dieses Kündigungsrecht besteht jedoch nicht, wenn die Mehrheit der Anteile durch Herrn Ralph Dommermuth erlangt wird.
Die 1&1 Mobilfunk GmbH hat im Geschäftsjahr 2024 einen National-Roaming-Vertrag mit der Vodafone GmbH abgeschlossen. National Roaming ist ein beim Bau neuer Mobilfunknetze übliches Verfahren, durch das Kunden in noch nicht versorgten Gebieten unterbrechungsfrei surfen und telefonieren können. Dazu werden in diesen Gebieten automatisch Antennen des Roaming-Partners genutzt.
Im Rahmen des Vertrages wurde Vodafone das Recht eingeräumt, die National-Roaming-Kooperation außerordentlich zu beenden, wenn einer der vertraglich festgeschriebenen 10 Hauptwettbewerber von Vodafone die Mehrheit der Gesellschaftsanteile an der United Internet AG (so lange
United Internet ein beherrschendes Unternehmen der 1&1 Mobilfunk GmbH ist) erwirbt oder in sonstiger Weise erlangt. Gleiches Recht zur außerordentlichen Kündigung besteht, wenn United Internet die Mehrheit der Gesellschaftsanteile an einem der vertraglich festgeschriebenen 10 Hauptwettbewerber von Vodafone erwirbt oder in sonstiger Weise erlangt. Rein konzerninterne Umstrukturierungen sind von diesen Rechten nicht erfasst.
Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots
Weder bei Vorständen noch bei Mitarbeitenden der Gesellschaft wurden Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots getroffen.
8.
Erklärung zur Unternehmensführung
Bei Kapitel „8 Erklärung zur Unternehmensführung“ handelt es sich um „nicht geprüfte Lageberichtsangaben“, da die Prüfung der Angaben in der Erklärung zur Unternehmensführung durch den Abschlussprüfer gem. § 317 Abs. 2 S. 6 HGB darauf zu beschränken ist, dass die Angaben gemacht wurden und der ebenfalls in Kapitel 8 enthaltene Corporate Governance Bericht nach Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex eine „lageberichtsfremde Angabe“ darstellt, die inhaltlich nicht geprüft wird.
Grundlagen der Corporate Governance
Die Unternehmensführung der United Internet AG als börsennotierte deutsche Aktiengesellschaft wird durch die einschlägigen gesetzlichen Regelungen sowie durch die Empfehlungen und Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) bestimmt.
Der Begriff Corporate Governance steht für eine verantwortungsbewusste und auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichtete Führung und Kontrolle von Unternehmen. Effiziente Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat, Wahrung der Aktionärsinteressen sowie Offenheit und Transparenz in der Unternehmenskommunikation sind wesentliche Aspekte guter Corporate Governance.
Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG sehen sich in der Verpflichtung, durch eine verantwortungsbewusste und langfristig ausgerichtete Unternehmensführung für den Bestand des Unternehmens und eine nachhaltige Wertschöpfung zu sorgen. Ökologische und soziale Ziele werden hierbei angemessen berücksichtigt.
In dieser Erklärung zur Unternehmensführung berichten Vorstand und Aufsichtsrat über die gesetzlichen Vorgaben gemäß § 289f HGB für die Einzelgesellschaft und gemäß § 315d HGB für den Konzern hinaus auch gemäß Grundsatz 23 DCGK über die Corporate Governance des Unternehmens (Corporate Governance Bericht). Dem Corporate Governance Bericht liegt der DCGK in der aktuellen Fassung vom 28. April 2022 zugrunde, welche am 27. Juni 2022 im Bundesanzeiger veröffentlicht worden ist.
Führungs- und Unternehmensstruktur
Entsprechend ihrer Rechtsform verfügt die United Internet AG mit ihren Organen Vorstand und Aufsichtsrat über eine zweigeteilte Leitungs- und Überwachungsstruktur. Das dritte Organ bildet die Hauptversammlung. Alle drei Organe sind dem Wohl des Unternehmens verpflichtet.
Vorstand
Arbeitsweise des Vorstands
Der Vorstand ist das Leitungsorgan des Konzerns. Er bestand im Geschäftsjahr 2025 aus drei Personen (namentlich Herr Ralph Dommermuth, Herr Carsten Theurer und Herr Markus Huhn). Der Vorstand besteht nach dem Austritt von Herrn Markus Huhn zum Ablauf des 31. Dezember 2025 seit dem 1. Januar 2026 aus zwei Personen.
Für Erstbestellungen wird eine Amtszeit von drei Jahren in Betracht gezogen. Der Aufsichtsrat entscheidet im Einzelfall über die angemessene Bestelldauer innerhalb des gesetzlich zulässigen Rahmens, eine Bestellung über mehr als fünf Jahre hinaus erfolgt nicht.
Der Vorstand führt die Geschäfte nach Gesetz und Satzung, der vom Aufsichtsrat beschlossenen Geschäftsordnung sowie nach den jeweiligen Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex, soweit nicht nach Maßgabe von § 161 AktG Abweichungen erklärt sind.
Der Vorstand bestimmt die Geschäftspolitik in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat. Er ist zuständig für die Unternehmensplanung, die Aufstellung der Zwischen- und Jahresabschlüsse sowie für die Besetzung von personellen Schlüsselpositionen im Unternehmen. Zudem definiert er systematisch die mit den Sozial- und Umweltfaktoren verbundenen Risiken und Chancen für das Unternehmen sowie die ökologischen und sozialen Auswirkungen der Unternehmenstätigkeit und bewertet diese anschließend. In der Unternehmensstrategie werden neben den langfristigen wirtschaftlichen Zielen auch ökologische und soziale Ziele angemessen berücksichtigt. Die Unternehmensplanung umfasst sowohl die entsprechenden finanziellen als auch die nachhaltigkeitsbezogenen Ziele. Die Unternehmenskultur in der United Internet Gruppe ist geprägt von den traditionellen Werten Verantwortung, Erfolgswille, Agilität, Solidität, Fairness und Offenheit, welche das Fundament für nachhaltigen Unternehmenserfolg bilden. Um ein einheitliches vorbildliches Handeln und Verhalten zu gewährleisten, wurden vom Vorstand ethische Leitlinien entwickelt, die in einem Verhaltenskodex niedergelegt sind. Der Verhaltenskodex enthält wesentliche Grundsätze zu einem verantwortungsvollen unternehmerischen Handeln, stellt wichtige Verhaltensregeln auf, die sich aus den Unternehmenswerten ergeben, und gibt konkrete Handlungsempfehlungen. Darüber hinaus wird in der United Internet Gruppe für das eigene Geschäft und für unsere Lieferketten besonders auf die Einhaltung menschenrechtlicher und umweltbezogener Sorgfalt geachtet, worüber jährlich berichtet wird. Weitere Informationen zur Wahrnehmung der Verantwortung und zum Engagement für Nachhaltigkeit finden sich auf der Internetseite des Unternehmens unter www.united-internet.de unter „Unternehmen“ in den Abschnitten Verantwortung und Nachhaltigkeit.
Entscheidungen von grundlegender Bedeutung bedürfen der Zustimmung des Aufsichtsrats. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen des § 90 AktG und gibt dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats mindestens einmal pro Monat mündlich und auf Anforderung des Vorsitzenden des Aufsichtsrats auch schriftlich einen Überblick über den aktuellen Stand der relevanten Berichtsgegenstände. Der Aufsichtsratsvorsitzende wird demnach über wichtige Ereignisse, die für die Beurteilung der Lage und Entwicklung sowie für die Leitung des Unternehmens von wesentlicher Bedeutung sind, unverzüglich durch den Vorsitzenden des Vorstands oder den Finanzvorstand informiert. Ein wichtiger Anlass ist insbesondere auch jede wesentliche Abweichung von der Planung oder sonstigen Prognosen der Gesellschaft. Der Vorsitzende des Vorstands oder der Finanzvorstand informiert den Vorsitzenden des Aufsichtsrats ferner nach Möglichkeit vorab, sonst unverzüglich danach über jede Ad-hoc-Mitteilung der Gesellschaft nach Art. 17 der EU-Marktmissbrauchsverordnung.
Für die Mitglieder des Vorstands gilt eine Altersgrenze von 70 Jahren. Diese Vorgabe wird derzeit ausnahmslos eingehalten.
Der Vorstand führt die Geschäfte der Gesellschaft gesamtverantwortlich nach einheitlichen Zielsetzungen, Plänen und Richtlinien. Unbeschadet der Gesamtverantwortung des Vorstands handelt jedes Vorstandsmitglied in dem ihm zugewiesenen Ressort eigenverantwortlich, ist aber gehalten, die auf das ihm zugewiesene Ressort bezogenen Interessen dem Gesamtwohl des Unternehmens unterzuordnen.
Die Aufgabenverteilung innerhalb des Vorstands regelt der Gesamtvorstand auf Vorschlag des Vorstandsvorsitzenden in einem Geschäftsverteilungsplan.
Die Vorstandsmitglieder unterrichten sich gegenseitig über wichtige Vorgänge innerhalb ihrer Geschäftsbereiche. Angelegenheiten von größerer Bedeutung, die nicht im Budget verabschiedet sind, sind von wenigstens zwei Vorstandsmitgliedern zu erörtern und zu entscheiden, wobei eines der beiden Vorstandsmitglieder das Ressort Finanzen verantworten muss.
Unbeschadet ihrer Ressortzuständigkeit verfolgen alle Vorstandsmitglieder ständig die für den Geschäftsverlauf der Gesellschaft entscheidenden Ereignisse und Daten, um jederzeit auf die Abwendung drohender Nachteile, die Durchführung wünschenswerter Verbesserungen oder zweckmäßiger Änderungen durch Anrufung des Gesamtvorstands oder sonst auf geeignete Weise hinwirken zu können.
Der Gesamtvorstand beschließt über alle Angelegenheiten von besonderer Bedeutung und Tragweite für die Gesellschaft oder ihre Tochter- und Beteiligungsgesellschaften.
Der Gesamtvorstand entscheidet mit einfacher Stimmenmehrheit. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des Vorstandsvorsitzenden den Ausschlag. Die Beschlüsse des Vorstands werden in einer
Niederschrift festgehalten.
Der Gesamtvorstand kommt regelmäßig einmal im Monat und sonst bei Bedarf zu einer Vorstandssitzung zusammen.
Jedes Vorstandsmitglied legt Interessenkonflikte unverzüglich gegenüber dem Aufsichtsratsvorsitzenden und dem Vorsitzenden des Vorstands offen und informiert gegebenenfalls die anderen Vorstandsmitglieder hierüber.
Die Mitglieder des Vorstands nahmen im Berichtszeitraum und nehmen aktuell keine Aufsichtsratsmandate in einer anderen konzernexternen börsennotierten Gesellschaft oder vergleichbare Funktionen und dementsprechend auch keinen Aufsichtsratsvorsitz in solchen Gesellschaften wahr.
Zusammensetzung des Vorstands
Der Vorstand der United Internet AG bestand im Geschäftsjahr 2025 aus den folgenden Mitgliedern:
Vorstandsmitglieder zum 31. Dezember 2025
Ralph Dommermuth, Unternehmensgründer und Vorstandsvorsitzender
(Vorstandsmitglied; seit 1988 im Unternehmen)
Carsten Theurer, Finanzvorstand
(Vorstandsmitglied seit 1. Januar 2025; seit 2025 im United Internet Konzern)
Markus Huhn, Vorstand Shared Services / HR
(Vorstandsmitglied seit 1. April 2023 bis 31. Dezember 2025; seit 1994 im United Internet Konzern)

Aufsichtsrat
Arbeitsweise des Aufsichtsrats
Im Geschäftsjahr 2025 bestand der Aufsichtsrat bis zum 14. Mai 2025 aus fünf Mitgliedern. Da die Amtszeit dieser Mitglieder mit dem Ende der Hauptversammlung endete, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2024 beschlossen hat, erfolgte in der Hauptversammlung am 15. Mai 2025 eine Neuwahl der Mitglieder des Aufsichtsrats. Seit dem 15. Mai 2025 setzt sich der Aufsichtsrat gemäß den Beschlüssen der Hauptversammlung aus folgenden sechs Mitgliedern zusammen: Herr Philipp von Bismarck, Herr Dr. Manuel Cubero del Castillo-Olivares, Herr Stefan Rasch, Frau Prof. Dr. Franca Ruhwedel, Herr Christian Unger sowie Frau Prof. Dr. Yasmin Mei-Yee Weiß. Die Wahl der Aufsichtsratsmitglieder erfolgte bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die im Jahr 2029 über ihre Entlastung für das Geschäftsjahr 2028 beschließt. Damit beträgt die Amtszeit der amtierenden Aufsichtsratsmitglieder rund 4 Jahre.
Der Aufsichtsrat hält mit dem Vorstand regelmäßig Kontakt und überwacht und berät – gemäß Gesetz, Satzung, Geschäftsordnung sowie den jeweiligen Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex, soweit nicht nach Maßgabe von § 161 AktG eine Abweichung erklärt ist – den Vorstand bei der Führung der Geschäfte und dem Risiko- und Chancenmanagement des Unternehmens. Dies umfasst insbesondere auch die Themen Nachhaltigkeit, Compliance und Informationssicherheit.
In regelmäßigen Abständen erörtert der Aufsichtsrat mit dem Vorstand alle für das Unternehmen relevanten Fragen der Strategie und deren Umsetzung, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risk Managements sowie der Compliance. Er diskutiert mit dem Vorstand die Quartalsmitteilungen und Halbjahresberichte vor ihrer Veröffentlichung und verabschiedet die Jahresplanung. Die Jahresplanung umfasst den Jahresfinanzplan, bestehend aus detaillierter Umsatz-, Kosten- und Ergebnisplanung sowie Liquiditätsplanung und Jahresinvestitionsplanung. Der Aufsichtsrat prüft den Jahres- und Konzernabschluss und billigt diese, sofern keine Einwände zu erheben sind. Dabei berücksichtigt er die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers.
In den Aufgabenbereich des Aufsichtsrats fallen auch die Bestellung der Vorstandsmitglieder, die Festlegung der Vorstandsvergütung sowie deren regelmäßige Überprüfung unter Beachtung der jeweils geltenden gesetzlichen Bestimmungen und der Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex, soweit nicht nach § 161 AktG eine Abweichung erklärt ist.
Bei der Bestellung von Vorstandsmitgliedern strebt der Aufsichtsrat eine für die Gesellschaft bestmögliche, vielfältige und sich gegenseitig ergänzende Zusammensetzung an und achtet auf eine langfristige Nachfolgeplanung. Dabei spielen vor allem Erfahrung, Branchenkenntnisse sowie fachliche und persönliche Qualifikationen eine wichtige Rolle.
Im Rahmen der langfristigen Nachfolgeplanung befasst sich der Aufsichtsrat gemeinsam mit dem Vorstand regelmäßig mit hochqualifizierten Führungskräften, die als potenzielle Kandidaten für Vorstandspositionen in Betracht kommen.
Zur Selbstbeurteilung führt der Aufsichtsrat in seiner Gesamtheit, als auch der vom Aufsichtsrat gebildete Prüfungs- und Risikoausschuss regelmäßig eine Effizienzprüfung durch. Im Einklang mit der Empfehlung D.12 DCGK beurteilen der Aufsichtsrat und der Ausschuss, wie wirksam er jeweils als Gremium seine Aufgaben erfüllt. Zu diesem Zweck wird in einem Turnus von ungefähr zwei Jahren eine Selbstbeurteilung mittels umfangreicher Fragebögen sowie anschließender intensiver Befassung und Beratung der jeweiligen Ergebnisse im Plenum und im Prüfungs- und Risikoausschuss vorgenommen. Die anonymisierte Auswertung der Fragebögen liefert eine detaillierte Selbsteinschätzung, aus der etwaige Handlungsfelder abgeleitet werden.
Im 4. Quartal 2025 führte der Aufsichtsrat unter Teilnahme aller Mitglieder und des Vorsitzenden die Selbstbeurteilung für das Geschäftsjahr 2025 durch. Schwerpunkte waren unter anderem Erwartungshaltung, Zeitaufwand, Besetzung, Informationsversorgung, Unabhängigkeit und Vergütung.
Der Aufsichtsrat kam zu dem Ergebnis, dass weiterhin eine professionelle Zusammenarbeit innerhalb des Gremiums sowie eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Abschlussprüfer, Vorstand und Unternehmensbereichen besteht.
Die letzte Selbstbeurteilung des Prüfungs- und Risikoausschusses wurde im 4. Quartal 2024 durchgeführt. Sie umfasste die Themen Arbeitsweise, Größe und Struktur des Ausschusses, Zusammenarbeit mit dem Abschlussprüfer, Umgang mit Interessenkonflikten, Vergütungsthemen sowie den Umgang mit Bilanzierungsfragen.
Die nächste Selbstbeurteilung des Prüfungs- und Risikoausschusses wird voraussichtlich im Laufe des Jahres 2026 erfolgen. Von der Effizienz der Tätigkeit des Aufsichtsrats und des Prüfungs- und Risikoausschusses ist auch weiterhin auszugehen.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats nehmen die für die Wahrung ihrer Aufgaben erforderlichen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen eigenverantwortlich wahr und werden dabei von der Gesellschaft angemessen unterstützt. Über durchgeführte Maßnahmen wird im Bericht des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung berichtet.
Der Aufsichtsrat wird mindestens zweimal im Kalenderhalbjahr einberufen. Die Sitzungen des Aufsichtsrats werden durch seinen Vorsitzenden mindestens 14 Tage vorher schriftlich einberufen. Weitere und ausführlichere Informationen zu der genauen Anzahl der Sitzungstermine sowie zu den dort behandelten Themen finden sich im Bericht des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung.
Mit der Einberufung einer Sitzung des Aufsichtsrats sind die Gegenstände der Tagesordnung mitzuteilen. Ist eine Tagesordnung nicht ordnungsgemäß angekündigt worden, darf hierüber nur beschlossen werden, wenn vor der Beschlussfassung kein Aufsichtsratsmitglied widerspricht.
Beschlüsse des Aufsichtsrats werden in der Regel in Präsenzsitzungen gefasst. Es ist jedoch zulässig, dass Sitzungen des Aufsichtsrats in Form einer Video- oder Telefonkonferenzverbindung abgehalten werden oder dass einzelne Aufsichtsratsmitglieder im Wege der Video- oder Telefonübertragung zugeschaltet werden und dass in diesen Fällen auch die Beschlussfassung oder die Stimmabgabe per Video- oder Telefonkonferenzverbindung erfolgt. Sitzungen werden vom Vorsitzenden des Aufsichtsrats geleitet. Außerhalb von Sitzungen können auf Anordnung des Vorsitzenden Beschlussfassungen auch auf anderem Wege, zum Beispiel per Telefon oder per E-Mail erfolgen, wenn kein Mitglied diesem Verfahren widerspricht.
Der Aufsichtsrat ist beschlussfähig, wenn alle Mitglieder ordnungsgemäß geladen wurden und mindestens 3 Mitglieder an der Beschlussfassung teilnehmen. Ein Mitglied nimmt auch dann an einer Beschlussfassung teil, wenn es sich in der Abstimmung der Stimme enthält.
Beschlüsse des Aufsichtsrats werden, soweit das Gesetz nicht zwingend etwas anderes bestimmt, mit einer einfachen Mehrheit gefasst.
Über die Verhandlungen und Beschlüsse des Aufsichtsrats werden Niederschriften angefertigt.
Der Vorsitzende des Aufsichtsrats ist ermächtigt, im Namen des Aufsichtsrats die zur Durchführung der Beschlüsse des Aufsichtsrats erforderlichen Willenserklärungen abzugeben.
Der Prüfungs- und Risikoausschuss unterstützt den Aufsichtsrat bei der Überwachung der Rechnungslegung, der Integrität des Rechnungslegungsprozesses sowie der Überwachung der Wirksamkeit und Funktionsfähigkeit des Internal Control Systems, des Risk Management Systems, des Compliance Management Systems, der nichtfinanziellen Konzernberichterstattung und des Internal Audit Systems. Des Weiteren unterstützt er den Aufsichtsrat bei der Überwachung der Abschlussprüfung, der vom Abschlussprüfer erbrachten Leistungen, der Prüfhonorare und der von ihm zusätzlich erbrachten Leistungen.
Der Prüfungs- und Risikoausschuss beschäftigt sich intensiv mit dem Jahresabschluss und dem Konzernabschluss, dem zusammengefassten Lagebericht für die Gesellschaft und den Konzern einschließlich der darin enthaltenen nichtfinanziellen Konzernerklärung sowie dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns. Mit Vorstand und Abschlussprüfer erörtert er die Prüfungsberichte, den Prüfungsablauf, die Prüfungsschwerpunkte und -methodik sowie die Prüfungsergebnisse, auch hinsichtlich des internen Kontrollsystems bezogen auf den Rechnungslegungsprozess, und gibt Empfehlungen an den Aufsichtsrat. Er nimmt regelmäßig eine Beurteilung der Qualität der Abschlussprüfung vor. Der Prüfungs- und Risikoausschuss erörtert die Quartalsmitteilungen und den Halbjahresfinanzbericht vor der Veröffentlichung mit dem Vorstand. Zudem setzt sich der Ausschuss intensiv mit der nichtfinanziellen Berichterstattung sowie deren Prüfung auseinander.
Der Prüfungs- und Risikoausschuss bereitet die Verhandlungen und Beschlüsse des Aufsichtsrats über den Wahlvorschlag des Abschlussprüfers an die Hauptversammlung und Entscheidungen zu Corporate-Governance-Themen vor und beschließt über die Zustimmung zu wesentlichen Geschäften mit nahestehenden Unternehmen und Personen gemäß § 111b Abs. 1 AktG (sog. Related Party Transactions). Im Berichtszeitraum gab es keine derartigen Geschäfte.
Der Prüfungs- und Risikoausschuss diskutiert mit dem Abschlussprüfer die Einschätzung des Prüfungsrisikos, die Prüfungsstrategie und Prüfungsplanung sowie die Prüfungsergebnisse. Die Vorsitzende des Prüfungs- und Risikoausschusses tauscht sich regelmäßig auch unter Anwesenheit sämtlicher Mitglieder des Prüfungs- und Risikoausschusses mit dem Abschlussprüfer über aktuelle Themen der Abschlussprüfung und über den Fortgang der Prüfung aus. Der Prüfungs- und Risikoausschuss berät sich regelmäßig mit dem Abschlussprüfer auch ohne den Vorstand. Im Jahr 2025 haben insgesamt drei Abstimmungstermine mit dem Abschlussprüfer stattgefunden. Außerdem nimmt der Abschlussprüfer regelmäßig an den Sitzungen des Prüfungs- und Risikoausschusses teil.
Die Vorsitzende des Prüfungs- und Risikoausschusses erstattet dem Aufsichtsrat regelmäßig Bericht über die Tätigkeit des Prüfungs- und Risikoausschusses. Bei wesentlichen Vorkommnissen und Feststellungen des Prüfungs- und Risikoausschusses wird unverzüglich der Vorsitzende des Aufsichtsrats informiert.

Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats / Stand der Umsetzung
Der Aufsichtsrat der Gesellschaft strebt eine Zusammensetzung des Aufsichtsrats an, die eine qualifizierte Beratung und Überwachung des Vorstands der Gesellschaft ermöglicht.
Vor dem Hintergrund
seiner eigenen Größe,
des Geschäftsfeldes, in dem die Gesellschaft tätig ist,
der Größe und Struktur der Gesellschaft,
des Umfangs der internationalen Tätigkeit der Gesellschaft sowie
ihrer aktuellen Aktionärsstruktur
hat der Aufsichtsrat der Gesellschaft folgende Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats beschlossen. Diese berücksichtigen sowohl in Bezug auf die Anforderungen an einzelne Aufsichtsratsmitglieder als auch in Bezug auf die Anforderungen an die Zusammensetzung des Gesamtgremiums die gesetzlichen Vorgaben und – soweit nicht ausdrücklich eine Abweichung erklärt ist – die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Insbesondere wurde im Hinblick auf das Gesamtgremium ein Kompetenzprofil erarbeitet.
Der Aufsichtsrat wird die Ziele bei seinen Vorschlägen an die Hauptversammlung für die Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern berücksichtigen und sich bei den jeweiligen Kandidaten darüber vergewissern, dass sie die Anforderungen zur Ausfüllung des Kompetenzprofils für das Gesamtgremium erfüllen. Dabei wird die spezifische Situation des Unternehmens berücksichtigt.
Anforderungen an einzelne Mitglieder
Der Aufsichtsrat der Gesellschaft strebt an, dass jedes Aufsichtsratsmitglied die nachfolgenden Voraussetzungen erfüllt:
Allgemeines Anforderungsprofil
Jedes Aufsichtsratsmitglied soll über die erforderlichen Kenntnisse und Erfahrungen verfügen, die es befähigen, den Vorstand der Gesellschaft sorgfaltsgemäß zu überwachen und zu beraten und etwaige Risiken für die Geschäfte der Gesellschaft zu beurteilen. Der Aufsichtsrat wird zudem darauf achten, dass sämtliche Aufsichtsratsmitglieder über ein persönliches Profil verfügen, das sie befähigt, das Ansehen der Gesellschaft in der Öffentlichkeit zu wahren.
Zeitliche Verfügbarkeit
Alle Aufsichtsratsmitglieder sollen den für die sorgfältige Wahrnehmung des Mandats erforderlichen Zeitaufwand über ihre gesamte Amtszeit hinweg erbringen können. Die Aufsichtsratsmitglieder müssen die Anforderungen des Gesetzes und sollen die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex im Hinblick auf die zulässige Anzahl von Aufsichtsratsmandaten beachten.
Interessenskonflikte
Aufsichtsratsmitglieder sollen keine Tätigkeiten ausüben, die das häufige oder das dauerhafte Auftreten von Interessenkonflikten wahrscheinlich machen. Dazu gehören Organfunktionen oder Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern oder persönliche Beziehungen zu solchen.
Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder
Mitglieder des Aufsichtsrats sollen in der Regel zum Zeitpunkt ihrer Wahl oder Wiederwahl das
70. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Zudem sollen Mitglieder nach Vollendung des 70. Lebensjahres mit Ablauf der darauffolgenden Hauptversammlung ausscheiden. Diese Zielvorgabe wird eingehalten.
Anforderungen an die Zusammensetzung des Gesamtgremiums
Neben den individuellen Anforderungen an die Aufsichtsratsmitglieder strebt der Aufsichtsrat der
Gesellschaft gemäß C.1 DCGK darüber hinaus folgende Ziele für seine Zusammensetzung als Gesamtgremium an.
Kompetenzprofil für das Gesamtgremium
Die Mitglieder des Aufsichtsrats müssen in ihrer Gesamtheit über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Der Aufsichtsrat strebt an, dass der Aufsichtsrat in seiner Gesamtheit ein möglichst breites Spektrum der für das Unternehmen relevanten Kenntnisse und Erfahrungen abdeckt und insbesondere die folgenden
Voraussetzungen erfüllt:
Vertiefte Kenntnisse und Erfahrungen in der Telekommunikations- und Internet-Branche;
Fachkenntnisse oder Erfahrungen aus anderen Wirtschaftsbereichen;
unternehmerische bzw. operative Erfahrungen;
mindestens ein Mitglied mit mehrjähriger im Ausland oder in einem international tätigen Unternehmen erworbener operativer Erfahrung;
Expertise in den für das Unternehmen bedeutsamen ESG-Kompetenzen „ökologische Nachhaltigkeit“, „soziale Nachhaltigkeit“ und „Governance sowie Compliance“;
mindestens ein Mitglied mit Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung, wobei der Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung in besonderen Kenntnissen und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontroll- und Risikomanagementsysteme zu bestehen und sich auch auf die Nachhaltigkeitsberichterstattung zu beziehen hat;
mindestens ein weiteres Mitglied mit Sachverstand auf dem Gebiet der Abschlussprüfung, wobei der Sachverstand auf dem Gebiet der Abschlussprüfung in besonderen Kenntnissen und Erfahrungen auf dem Gebiet der Abschlussprüfung zu bestehen und sich auch auf die Prüfung der Nachhaltigkeitsberichterstattung zu beziehen hat;
Kenntnisse und Erfahrungen bei der Strategieentwicklung und -umsetzung;
vertiefte Kenntnisse und Erfahrungen im Controlling und Risikomanagement;
Kenntnisse und Erfahrungen in der Personalplanung und -führung (Human Resources);
vertiefte Kenntnisse und Erfahrungen auf den Gebieten der Governance und Compliance;
Expertise zu den Bedürfnissen kapitalmarktorientierter Unternehmen.
Diversität
Der Aufsichtsrat strebt eine vielfältige Zusammensetzung an, um sicherzustellen, dass der Aufsichtsrat als Gesamtgremium über eine hinreichende Meinungs- und Kenntnisvielfalt verfügt. Bei seinen Wahlvorschlägen wird der Aufsichtsrat das von der Gesellschaft festgelegte Diversitätskonzept berücksichtigen, welches nachfolgend in einem gesonderten Abschnitt dargestellt ist.
Unabhängigkeit
Der Aufsichtsrat strebt an, dass eine nach seiner Einschätzung angemessene Anzahl von mindestens vier der sechs Mitglieder des Aufsichtsrats unabhängig im Sinne der Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex ist.
Der Aufsichtsrat hat sich im Berichtsjahr erneut mit vorstehenden Zielen für seine Zusammensetzung befasst und sie insbesondere mit Blick auf das Kompetenzprofil für das Gesamtgremium thematisiert und mit Blick auf die Kompetenzen im Bereich „ökologische Nachhaltigkeit, soziale Nachhaltigkeit und Governance sowie Compliance“ konkretisiert. Der Aufsichtsrat verfolgt weiterhin das Ziel, das von ihm entwickelte Kompetenzprofil für das Gesamtgremium vollständig zu erfüllen.
Zusammensetzung des Aufsichtsrats / Stand der Umsetzung
Der Aufsichtsrat der United Internet AG bestand im Geschäftsjahr 2025 aus den folgenden Mitgliedern:
Aufsichtsratsmitglieder zum 31. Dezember 2025
Philipp von Bismarck,
Aufsichtsratsvorsitzender seit Mai 2021, Mitglied des Prüfungs- und Risikoausschusses seit Mai 2021
(Aufsichtsratsmitglied seit Juli 2020)
Dr. Manuel Cubero del Castillo-Olivares,
stellv. Aufsichtsratsvorsitzender seit Mai 2021
(Aufsichtsratsmitglied seit Mai 2020)
Prof. Dr. Yasmin Mei-Yee Weiß,
Aufsichtsratsmitglied seit Juli 2020
Stefan Rasch,
Aufsichtsratsmitglied und Mitglied des Prüfungs- und Risikoausschusses seit Mai 2021
Prof. Dr. Franca Ruhwedel
Aufsichtsratsmitglied und Mitglied des Prüfungs- und Risikoausschusses seit Mai 2023; Vorsitzende des Prüfungs- und Risikoausschusses seit Januar 2024
Christian Unger,
Aufsichtsratsmitglied und Mitglied des Prüfungs- und Risikoausschusses seit Mai 2025

Qualifikationsmatrix der Mitglieder des Aufsichtsrats zum 31. Dezember 2025:
'Please unpack the Result.zip and reopen this file.'

Die Mitglieder des Prüfungs- und Risikoausschusses verfügen über umfangreichen Sachverstand auf den in D.3 DCGK genannten Gebieten, worüber nachfolgend nähere Angaben gemacht werden.
Die Vorsitzende des Prüfungs- und Risikoausschusses, Frau Prof. Dr. Franca Ruhwedel, verfügt aufgrund ihrer Qualifikation als promovierte Diplom-Kauffrau und langjährige Hochschullehrerin mit Professuren für Rechnungswesen und Controlling an der FOM Hochschule in Essen und für Finance and Accounting an der Hochschule Rhein-Waal in Kamp Lintfort sowie aufgrund ihrer Tätigkeit als Mitglied des Aufsichtsrats und Vorsitzende des Prüfungsausschusses bei der börsennotierten thyssenkrupp nucera AG & Co. KGaA, als Board-Mitglied (non-executive) und Vorsitzende des Audit Committee der schwedischen börsennotierten Verve Group SE, als ehemalige Vorsitzende des Prüfungsausschusses bei der VTG AG sowie aufgrund weiterer Aufsichtsratsmandate und Prüfungsausschussvorsitzende weiterer Aufsichtsräte über umfangreichen Sachverstand auf den Gebieten der Rechnungslegung und der Abschlussprüfung, einschließlich der Nachhaltigkeitsberichterstattung und deren Prüfung. Ihr Sachverstand auf diesen Gebieten besteht bezüglich der Rechnungslegung insbesondere in besonderen Kenntnissen und Erfahrungen in der Anwendung von internationalen und nationalen Rechnungslegungsgrundsätzen und interner Kontroll- und Risikomanagementsysteme sowie bezüglich der Abschlussprüfung in besonderen Kenntnissen und Erfahrungen in der Abschlussprüfung. Des Weiteren verfügt Frau Prof. Dr. Franca Ruhwedel über besondere Kenntnisse und Erfahrungen in Nachhaltigkeitsfragen und der Nachhaltigkeitsberichterstattung sowie deren Prüfung, indem sie sich seit Einführung der §§ 289b und 315b HGB eingehend mit den Inhalten und der Prüfung von nichtfinanziellen Erklärungen befasst hat und seit ihrer Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat und dessen Prüfungs- und Risikoausschusses die Planung, Vorbereitung und Erstellung des Nachhaltigkeitsberichts der United Internet AG und dessen Prüfung eng begleitet hat.
Als weiteres Mitglied des Prüfungs- und Risikoausschusses verfügt Herr Philipp von Bismarck aufgrund seiner Qualifikation und mehr als 20-jährigen Tätigkeit als Rechtsanwalt in renommierten wirtschaftsrechtlich ausgerichteten Anwaltskanzleien im In- und Ausland sowie aufgrund seiner seit mehr als einem Jahrzehnt intensiven Beteiligung an Transaktionen im Bereich der digitalen Infrastruktur über umfangreichen Sachverstand auf den Gebieten der Rechnungslegung und der Abschlussprüfung, einschließlich der Nachhaltigkeitsberichterstattung und deren Prüfung. Sein Sachverstand auf diesen Gebieten besteht bezüglich der Rechnungslegung insbesondere in besonderen Kenntnissen und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und interner Kontroll- und Risikomanagementsysteme sowie bezüglich der Abschlussprüfung in besonderen Kenntnissen und Erfahrungen in der Abschlussprüfung.
Das dritte Mitglied des Prüfungs- und Risikoausschusses, Herr Stefan Rasch, verfügt aufgrund seiner Qualifikation als Diplom-Kaufmann mit zusätzlichem Abschluss als Master of Business Administration der Universität Pittsburgh (USA), aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit als Unternehmensberater bei der renommierten Boston Consulting Group GmbH, bei der er Senior Partner ist, seiner ehemaligen Tätigkeit als Finanzmanager bei der Procter & Gamble Deutschland GmbH sowie aufgrund seiner Tätigkeit als Vorsitzender des Beirats der Fond of Group Holding GmbH und seiner ehemaligen Aufsichtsratsmandate bei der seinerzeit börsennotierten Tele Columbus AG und der Hallhuber GmbH über umfangreichen Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung einschließlich der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Sein Sachverstand bezüglich der Rechnungslegung besteht insbesondere in besonderen Kenntnissen und Erfahrungen in der Anwendung von internationalen und nationalen Rechnungslegungsgrundsätzen und interner Kontroll- und Risikomanagementsysteme.
Herr Christian Unger ist seit dem 15. Mai 2025 das vierte Mitglied des Prüfungs- und Risikoausschusses. Zuvor war er globaler CEO der Ringier AG, dem größten Medienunternehmen der Schweiz, sowie CEO der Tradus Plc in London. Durch diese Funktionen und seine langjährige Erfahrung in verschiedenen Führungspositionen bei der Partners Group verfügt Herr Christian Unger über umfangreichen Sachverstand auf den Gebieten der Rechnungslegung und der Abschlussprüfung, einschließlich der Nachhaltigkeitsberichterstattung und deren Prüfung. Sein Sachverstand auf diesen Gebieten besteht bezüglich der Rechnungslegung insbesondere in besonderen Kenntnissen und Erfahrungen in der Anwendung von internationalen und nationalen Rechnungslegungsgrundsätzen und interner Kontroll- und Risikomanagementsysteme sowie bezüglich der Abschlussprüfung in besonderen Kenntnissen und Erfahrungen in der Abschlussprüfung.
Das jeweilige Amt der Aufsichtsratsmitglieder endet jeweils mit dem Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung des Jahres 2029.
Zielgrößen für den Frauenanteil in Aufsichtsrat, Vorstand und Führungsebenen / Stand der Umsetzung
Aus dem Aktiengesetz ergeben sich für die United Internet AG als börsennotierte Gesellschaft insbesondere folgende Verpflichtungen:
Festlegung von Zielgrößen für den Frauenanteil im Aufsichtsrat der United Internet AG durch den Aufsichtsrat (§ 111 Abs. 5 AktG).
Festlegung von Zielgrößen für den Frauenanteil im Vorstand der United Internet AG durch den
Aufsichtsrat (§ 111 Abs. 5 AktG).
Festlegung von Zielgrößen für den Frauenanteil in der ersten und zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands in der United Internet AG durch den Vorstand (§ 76 Abs. 4 AktG).
Die nachfolgenden Festlegungen dürfen jeweils maximal einen Zeitraum von 5 Jahren umfassen.
Nach eingehender Prüfung haben Aufsichtsrat und Vorstand der United Internet AG folgende Beschlüsse dazu gefasst:
Der Aufsichtsrat legt das Ende der Frist für das Erreichen der Zielgrößen des Frauenanteils im Aufsichtsrat und Vorstand auf den Ablauf der Hauptversammlung, die über die Entlastung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2028 entscheidet, fest. In dieser voraussichtlich im Mai 2029 stattfindenden Hauptversammlung ist der Aufsichtsrat neu zu wählen
Für den von der Hauptversammlung aktuell gewählten Aufsichtsrat wird die Zielgröße 33,33% festgelegt. Der Aufsichtsrat der United Internet AG wurde in der Hauptversammlung am 15. Mai 2025 neu gewählt, sodass er sich aus zwei Frauen und vier Männern zusammensetzt.
Für den Vorstand wurde die Zielgröße „0“ festgelegt. Der Vorstand setzte sich im Geschäftsjahr 2025 ausschließlich aus (drei) Männern zusammen. Der Aufsichtsrat glaubt an die Vorteile von Diversity und hat sich nach umfassenden und sorgfältigen Erwägungen dennoch entschlossen, die Zielgröße auf „0“ festzulegen, um die Kontinuität der erfolgreichen Zusammenarbeit des jetzigen Vorstands sicherzustellen – gerade auch vor dem Hintergrund der herausfordernden Zeiten, die ein eingespieltes Team erforderlich machen. Gleichzeitig wurde entschieden, dass für den Fall einer weiteren Vergrößerung des Vorstands die Zielgröße für den Frauenanteil auf 25 % festgelegt wird.
Sowohl hinsichtlich des Frauenanteils im Aufsichtsrat als auch im Vorstand behält sich der Aufsichtsrat vor, über die Zielgröße innerhalb der Frist zur Erreichung erneut zu beschließen, sollte sich eine Neubesetzung abzeichnen.
Für den Frauenanteil in der ersten und zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands wurde keine Zielgröße festgelegt, da es bei der United Internet AG aufgrund ihrer Holding-Struktur keine Führungsebenen unterhalb des Vorstands gibt.
Aufsichtsrat und Vorstand der United Internet AG sehen die genannten Zielgrößen derzeit ausnahmslos als erfüllt an.
Diversitätskonzept
Diversitätsaspekte finden bei der Zusammensetzung des Vorstands und des Aufsichtsrats stets Beachtung. Die Gesellschaft erachtet Diversität nicht nur als wünschenswert, sondern als ganz entscheidend für den Erfolg des Unternehmens. Dementsprechend verfolgt die Gesellschaft insgesamt eine wertschätzende Unternehmenskultur, bei der die individuelle Verschiedenheit hinsichtlich Kultur, Nationalität, Geschlecht, Altersgruppe, Bildungs- oder Berufshintergrund sowie Religion gewünscht und entsprechend Chancengerechtigkeit – unabhängig von Alter, Behinderung, ethnisch-kultureller Herkunft, Geschlecht, Religion und Weltanschauung oder sexueller Identität – gefördert wird.
Die Gesellschaft strebt an, dass Vorstand und Aufsichtsrat vielfältig zusammengesetzt sind und sie als Gesamtgremien über eine ausreichende Meinungs- und Kenntnisvielfalt verfügen.
Es sollen insbesondere folgende Kriterien Berücksichtigung finden:
Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sollen sich innerhalb des jeweiligen Gremiums im Hinblick auf ihre Erfahrungen und ihren Bildungs- und beruflichen Hintergrund ergänzen, um ein gutes Verständnis des aktuellen Stands sowie der längerfristigen Chancen und Risiken im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit des Unternehmens entwickeln zu können.
Vorstand und Aufsichtsrat haben für den Referenzzeitraum bis zum Ablauf der Hauptversammlung im Jahr 2029, die über die Entlastung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2028 entscheidet, für die Geschlechterquote jeweils eine Zielgröße festgesetzt. Gegenwärtig setzt sich der Aufsichtsrat aus zwei Frauen und vier Männern und der Vorstand aus zwei Männern zusammen. Beide Geschlechter werden grundsätzlich gleichberechtigt nach Maßgabe ihre Qualifikation behandelt.
Mit Ausnahme der nach B.5 und C.2 DCGK festgelegten Altersgrenze von 70 Jahren bestehen für die Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat keine Differenzierungen nach dem Alter und es soll allein nach den erforderlichen Kenntnissen und Erfahrungen differenziert werden.
Bei der gegenwärtigen Größe von Vorstand und Aufsichtsrat von nur zwei bzw. sechs Mitgliedern wurden hinsichtlich der geographischen Herkunft keine Ziele festgelegt. Dem Erfordernis internationaler Erfahrung wird im Fall des Aufsichtsrats bereits dadurch Rechnung getragen, dass mindestens ein Mitglied des Aufsichtsrats mehrjährige im Ausland oder in einem international tätigen Unternehmen erworbene operative Erfahrung aufweisen soll.
Individuelle Stärken – also alles, was die einzelnen Mitarbeiter/-innen innerhalb des Unternehmens einzigartig und unverwechselbar macht – ermöglichten es der Gesellschaft erst, zu dem zu werden, was sie heute ist. Eine Belegschaft, die sich aus verschiedensten Persönlichkeiten zusammensetzt, bietet optimale Rahmenbedingungen für Kreativität und Produktivität – und damit auch Mitarbeiterzufriedenheit. Das daraus resultierende Ideen- und Innovationspotenzial stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der Gesellschaft und steigert die Chancen in Zukunftsmärkten. Diesem Gedanken folgend soll nicht nur für jeden Mitarbeitenden das Tätigkeitsfeld und die Funktion gefunden werden, in der die jeweiligen individuellen Potenziale und Talente bestmöglich ausgeschöpft werden können; auch bei der Zusammensetzung des Vorstands und des Aufsichtsrats soll – bereits im eigenen Interesse des Unternehmens – auf Diversität mit Blick beispielsweise auf Alter, Geschlecht oder Berufserfahrung geachtet werden.
Der Aufsichtsrat hat festgelegt, dass die Gesamtheit der für seine Zusammensetzung maßgeblichen gesetzlichen und selbst festgelegten Bestimmungen (Ziele für die Zusammensetzung, Kompetenzprofil, gesetzliche Zielgröße für den Frauenanteil, Altersgrenze und das weitere vorstehend Dargestellte) als Diversitätskonzept im Sinne von §289f Abs. 2 Nr. 6 HGB gelten soll. Darüberhinausgehende Diversitätsziele für Vorstand oder Aufsichtsrat mit zusätzlichen oder bestimmteren Kriterien hält die Gesellschaft für nicht sachgerecht. Bei einer höheren Anzahl und Bestimmtheit der Diversitätsaspekte würde angesichts der derzeitigen Größe von Vorstand und Aufsichtsrat eine passende Besetzung der Positionen unter Beachtung aller Diversitätskriterien ansonsten erhebliche Schwierigkeiten bereiten.
Das Diversitätskonzept für Vorstand und Aufsichtsrat ist nach Einschätzung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats gegenwärtig erfüllt.
Hauptversammlung
Die jährliche ordentliche Hauptversammlung ist das zentrale Organ der Willensbildung der Aktionäre der United Internet AG. In ihr werden den Anteilseignern der Jahres- und Konzernabschluss sowie der Lagebericht vorgelegt. Die Aktionäre entscheiden über die Verwendung des Bilanzgewinns und stimmen zu weiteren gesetzlich festgelegten Themen wie der Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat und der Wahl des Abschlussprüfers ab. Jede Aktie besitzt eine Stimme. Zur Teilnahme an der Hauptversammlung sind diejenigen Aktionäre berechtigt, die sich rechtzeitig anmelden und die am Tag der Hauptversammlung im Aktienregister eingetragen sind. Die Aktionäre können ihre Stimmrechte in der Hauptversammlung auch durch einen Bevollmächtigten ausüben lassen. Die Gesellschaft stellt hierfür einen Stimmrechtsvertreter bereit, der nach Weisung der Aktionäre abstimmt, soweit er dazu von den Aktionären den Auftrag erhält.
Governance-Funktionen
Bei der United Internet AG sind die Governance-Funktionen Teil einer integrierten „GRC“-Organisation, zu der die Funktionen Corporate Governance, Corporate Risk Management & Internal Control Systems und Corporate Compliance gehören. Die vorgenannten GRC-Funktionen stehen unter der einheitlichen Leitung des Group General Counsel, der direkt an den Finanzvorstand der United Internet AG berichtet. Der operative Betrieb des Internal Control System erfolgt unter der Leitung des Head of Commercial and ICS Service, während der Head of Corporate Audit & ICS Governance für die Internal Control System Governance des internen Kontrollsystems verantwortlich ist. Auch diese berichten an den Finanzvorstand der United Internet AG.
Internal Control System und Risk Management System
Um den Unternehmenserfolg in der United Internet Gruppe langfristig zu sichern, ist es unerlässlich, die Risiken unternehmerischen Handelns konzernweit systematisch zu identifizieren, zu analysieren und durch geeignete Steuerungsmaßnahmen und Kontrollen zu beseitigen oder zu begrenzen. Das Internal Control System und das Risk Management System gewährleisten einen verantwortungsvollen Umgang mit Risiken. Insbesondere sind sie darauf ausgelegt, Risiken konzernweit frühzeitig zu erkennen, zu bewerten, zu steuern und zu überwachen. Die Systeme werden permanent weiterentwickelt und an die sich wandelnden Gegebenheiten angepasst. Der Aufsichtsrat wird durch den Vorstand regelmäßig über bestehende Risiken und deren Behandlung sowie die Wirksamkeit der internen Kontrollen informiert. Die Angemessenheit und Wirksamkeit des Internal Control Systems und des Risk Management Systems wurden durch den Aufsichtsrat in seiner Gesamtheit festgestellt. Im Jahr 2025 wurde das Risk Management System des Vorjahres zudem einer Prüfung durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft unterzogen. Die Prüfung nach dem Prüfungsstandard IDW PS 981 ist zu dem Ergebnis gekommen, dass das Risikomanagementsystem der United Internet AG im Prüfungszeitraum angemessen und wirksam war.
Die wesentlichen Merkmale des Internal Control Systems und Risk Management Systems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess der Gesellschaft und des Konzerns sind gemäß den §§ 289 Abs. 4 und 315 Abs. 4 HGB detailliert im zusammengefassten Lagebericht für die Gesellschaft und den Konzern beschrieben. Dort berichtet der Vorstand zudem ausführlich über bestehende Risiken und deren Entwicklung.
Compliance
Um die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und unternehmensinternen Richtlinien sicherzustellen, hat der Vorstand der United Internet AG ein konzernweites risikoorientiertes Compliance-Management-System (UI-CMS) eingerichtet. Kernstück dieses UI-CMS ist, neben dem Head of Corporate Compliance, eine segmentbezogene, dezentrale Compliance-Organisation bestehend aus Segment- und Corporate-Compliance-Managern.
Auf Segment-Ebene sind Segment-Compliance-Manager für die konkrete Ausgestaltung des segmentbezogenen CMS verantwortlich. In bestimmten Unternehmenseinheiten, insbesondere in wesentlichen Tochterunternehmen der IONOS SE wird die Compliance Organisation durch lokale Compliance Manager und in bestimmten Bereichen wie z. B. HR durch funktionale Compliance Manager unterstützt.
Das übergeordnete Ziel aller Compliance-Aktivitäten ist es, Compliance-Verstöße zu verhindern. Dieses Ziel soll durch angemessene, an der Risikolage der United Internet Gruppe ausgerichtete Maßnahmen entlang der drei Handlungsebenen „Vorbeugen“, „Erkennen“ und „Reagieren“ erreicht werden. Themenschwerpunkte sind das Richtlinienmanagement, das Hinweisgebermanagement, die Korruptionsprävention, das Compliance-Monitoring einschließlich der Sanktionslistenprüfung und das Lieferketten-Compliance-Management-System.
Die wesentlichen Elemente des UI CMS sind im Kapitel „4. Nichtfinanzielle Konzernerklärung“ dieses Lageberichts detailliert beschrieben.
Finanzpublizität / Transparenz
Es ist das erklärte Ziel der United Internet AG, institutionelle Investoren, Privataktionäre, Finanzanalysten, Mitarbeitenden sowie die interessierte Öffentlichkeit durch regelmäßige, offene und aktuelle Kommunikation gleichzeitig und gleichberechtigt über die Lage des Unternehmens zu informieren.
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www.united-internet.de
Hierzu werden alle wesentlichen Informationen, wie z. B. Presse- und Ad-hoc-Mitteilungen und andere Pflichtmitteilungen (wie z. B. Directors‘ Dealings oder Stimmrechtsmitteilungen) sowie sämtliche Finanzberichte, entsprechend den gesetzlichen Vorgaben veröffentlicht. Ferner informiert die United Internet AG auch umfangreich über die Internetseite der Gesellschaft (www.united-internet.de). Dort
finden sich auch Dokumente und Informationen zu den Hauptversammlungen der Gesellschaft sowie weitere wirtschaftlich relevante Informationen.
Die United Internet AG berichtet Aktionären, Analysten und Pressevertretern anhand eines festen Finanzkalenders viermal im Geschäftsjahr über die Geschäftsentwicklung sowie über die Finanz- und Ertragslage. Der Finanzkalender wird auf der Internetseite der Gesellschaft und gemäß den Vorgaben des Gesetzgebers veröffentlicht und regelmäßig aktualisiert.
Darüber hinaus informiert der Vorstand durch Ad-hoc-Mitteilungen unverzüglich über nicht öffentlich bekannte Umstände, die dazu geeignet sind, den Aktienkurs erheblich zu beeinflussen.
Im Rahmen der Investor Relations trifft sich das Management regelmäßig mit Analysten und institutionellen Anlegern. Zudem finden zur Vorstellung der Halbjahres- und Jahreszahlen Analystenkonferenzen statt, zu denen Investoren und Analysten auch telefonisch Zugang erhalten.
Rechnungslegung und Abschlussprüfung
Die Rechnungslegung des United Internet Konzerns erfolgt nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind) unter Berücksichtigung von § 315e HGB. Der für Ausschüttungs- und Steuerbelange relevante Jahresabschluss der United Internet AG wird dagegen nach den Regeln des Deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) erstellt. Jahres- und Konzernabschluss werden durch unabhängige Abschlussprüfer geprüft. Die Wahl des Abschlussprüfers erfolgt durch die Hauptversammlung. Der Aufsichtsrat erteilt den Prüfungsauftrag, legt die Prüfungsschwerpunkte und das Prüfungshonorar fest und überprüft die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers.
Die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ist seit dem Geschäftsjahr 2022 Abschlussprüfer für die United Internet AG und den Konzern. Die für die Prüfung verantwortlichen Prüfungspartner sind für das Geschäftsjahr 2025 Herr Erik Hönig und Herr Christian David Simon.
Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat
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Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats ist jeweils in einem detaillierten Vergütungsbericht für das Geschäftsjahr 2025 gemäß § 162 AktG nebst dem zugehörigen Vermerk des Abschlussprüfers dargestellt, der auf der Internetseite der Gesellschaft unter https://www.united-internet.de/investor-relations/publikationen/berichte.html veröffentlicht wird und dort öffentlich zugänglich ist. In der Anlage zu diesem Vergütungsbericht ist das geltende Vergütungssystem gemäß § 87a Abs. 1 und 2 Satz 1 AktG ausführlich dargestellt und auch der letzte Vergütungsbeschluss der Hauptversammlung gemäß § 113 Abs. 3 AktG wiedergegeben.
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siehe Seite 266
Angaben zur Vorstands- und Aufsichtsratsvergütung finden sich zudem im Anhang des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres 2025 unter Anhangangabe 43.
Entsprechenserklärung nach § 161 AktG zu den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex
Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG haben am 16. Dezember 2025 die nachfolgend wiedergegebene Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und im Anschluss auf der Website der Gesellschaft (www.united-internet.de) sowie im Bundesanzeiger veröffentlicht.
Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG erklären gemäß § 161 Aktiengesetz:
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www.bundesanzeiger.de
Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG erklären, dass die United Internet AG den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex („Kodex“) in der geltenden Fassung vom 28. April 2022, die mit der Veröffentlichung im Bundesanzeiger am 27. Juni 2022 wirksam geworden sind und der letzten Entsprechenserklärung vom 17. Dezember 2024 zugrunde lagen, mit den dort jeweils erklärten Ausnahmen entsprochen hat und auch zukünftig den Empfehlungen des Kodex mit den nachfolgenden Ausnahmen entsprechen wird:
Bildung eines Nominierungsausschusses
(Empfehlung D.4)
Der Aufsichtsrat bildet neben dem Prüfungs- und Risikoausschuss keine weiteren Ausschüsse, sondern nimmt sämtliche weitere Aufgaben in seiner Gesamtheit wahr. Der Aufsichtsrat erachtet dies für sachgerecht, da auch bei einem sechsköpfigen Aufsichtsrat effiziente Diskussionen im Plenum und ein intensiver Meinungsaustausch möglich sind. Der Aufsichtsrat sieht demnach keine Notwendigkeit zur Einrichtung eines Nominierungsausschusses.
Vergütungssystem für die Mitglieder des Vorstands
(Empfehlungen G.1 bis einschließlich G.5 des Kodex)
Mit der Vorlage an die Hauptversammlung im Mai 2025 wurde das Vergütungssystem die Grundlage für Dienstverträge mit Vorstandsmitgliedern. Bestehende Dienstverträge entsprechen mit unten dargestellten Ausnahmen bereits dem Vergütungssystem. Das erarbeitete Vergütungssystem berücksichtigt die Empfehlungen in G.1 bis einschließlich G.5 des Kodex ohne Einschränkungen.
Vergütung des Vorstands – Langfristige variable Vergütung
(Empfehlung G.10 Kodex)
Nach G.10 des Kodex sollen den Vorstandsmitgliedern gewährte variable Vergütungsbeträge überwiegend in Aktien der Gesellschaft angelegt oder entsprechend aktienbasiert gewährt werden. Daneben soll das jeweilige Vorstandsmitglied über derartige Beträge erst nach vier Jahren verfügen können. Im Rahmen des Stock Appreciation Rights (SARs)-Programms als langfristigem Vergütungsprogramm für den Vorstand wird eine aktienbasierte Vergütung ausgelobt. Die Laufzeit dieses Programms beträgt jeweils insgesamt 6 Jahre. Innerhalb dieser 6 Jahre kann das jeweilige Vorstandsmitglied zu bestimmten Zeitpunkten bereits jeweils einen Teil (25%) zugeteilter SARs – frühestens allerdings nach 2 Jahren – ausüben. Damit kann ein Vorstandsmitglied bereits nach 2 Jahren über einen Teil der langfristigen variablen Vergütung verfügen. Nach Ablauf von 5 Jahren ist erstmals die volle Ausübung aller SARs möglich.
Der Aufsichtsrat ist der Auffassung, dass sich dieses System der Langfristvergütung bewährt hat und sieht keinen Grund dafür, die Verfügungsmöglichkeit über im Rahmen des Programms verdiente Vergütung weiter hinauszuschieben. Durch die Anknüpfung an den Aktienkurs der United Internet AG und deren Möglichkeit, zur Erfüllung der Ansprüche aus dem Programm deren Aktien hinzugeben, findet bereits eine aus Sicht des Aufsichtsrats angemessene Teilhabe des Vorstandsmitglieds an Risiken und Chancen des Unternehmens der United Internet AG statt. Weil das Programm mit einer Laufzeit von 6 Jahren konzipiert ist und die ausgelobten SARs über diese Dauer und frühestens nach 2 Jahren entsprechend anteilig ausgeübt werden können, ist aus Sicht des Aufsichtsrats eine optimale Bindungswirkung und Anreizsteuerung im Interesse der United Internet AG erreicht, die keine Änderungen erforderlich machen.

Vergütung des Vorstands – Leistungen bei Vertragsbeendigung
(Empfehlung G.13 Kodex)
Gemäß G.13 des Kodex sollen Zahlungen an ein Vorstandsmitglied bei vorzeitiger Beendigung der Vorstandstätigkeit den Wert von zwei Jahresvergütungen nicht überschreiten und nicht mehr als die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags vergüten. Im Fall eines nachvertraglichen Wettbewerbsverbots soll eine solche Abfindungszahlung zudem auf die Karenzentschädigung angerechnet werden. In einem inzwischen beendeten Dienstvertrag eines ehemaligen Vorstandsmitglieds war keine Anrechnungsmöglichkeit enthalten. In den aktuellen Dienstverträgen wurde diese Regelung aufgenommen.
Die Erklärung ist auf der Internetseite der Gesellschaft unter Corporate Governance – United Internet AG dauerhaft öffentlich zugänglich. Dort sind auch alle Entsprechenserklärungen der Gesellschaft nach § 161 AktG seit dem Jahr 2008 öffentlich zugänglich.
9.
Abhängigkeitsbericht
Der Vorstand erklärt gemäß § 312 AktG, dass die Gesellschaft bei den im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften nach den Umständen, die der Gesellschaft zu dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem das Rechtsgeschäft vorgenommen wurde, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten hat und dadurch nicht benachteiligt worden ist. Im Berichtsjahr wurden weder Maßnahmen getroffen, noch unterlassen.
Montabaur, den 17. März 2026
'Please unpack the Result.zip and reopen this file.'Der Vorstand
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Ralph Dommermuth Carsten Theurer
Konzernabschluss

Konzernbilanz
zum 31. Dezember 2025 in T€
VERMÖGENSWERTE
Anmerkung
31. Dezember 2025
31. Dezember 2024
Kurzfristige Vermögenswerte
 
 
 
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
19
44.775
114.857
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
20
473.468
515.832
Vertragsvermögenswerte
21
571.998
630.307
Vorräte
22
93.792
119.667
Abgegrenzte Aufwendungen
23
395.890
394.196
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
24.1
75.849
106.140
Ertragsteueransprüche
15
91.229
93.119
Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte
24.2
20.795
15.153
 
 
1.767.797
1.989.270
Langfristige Vermögenswerte
 
 
 
Anteile an assoziierten Unternehmen
25
127.138
124.943
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
26
40.077
85.910
Sachanlagen
27
3.584.371
3.145.015
Immaterielle Vermögenswerte
28, 30
1.791.290
1.879.794
Firmenwerte
29, 30
3.623.146
3.632.744
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
20
23.839
29.881
Vertragsvermögenswerte
21
232.127
187.943
Abgegrenzte Aufwendungen
23
724.790
801.242
Latente Steueransprüche
15
49.207
58.967
 
 
10.195.984
9.946.439
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
16
14.710
0
Summe Vermögenswerte
 
11.978.491
11.935.709
SCHULDEN
Anmerkung
31. Dezember 2025
31. Dezember 2024
Kurzfristige Schulden
 
 
 
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
31, 36
630.851
798.071
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
32, 36
1.235.330
356.455
Ertragsteuerschulden
15, 36
63.054
48.004
Vertragsverbindlichkeiten
33, 36
193.248
184.019
Sonstige Rückstellungen
34, 36
30.759
23.313
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
35.1, 36
358.626
305.806
Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten
35.2, 36
133.730
165.900
 
 
2.645.599
1.881.568
Langfristige Schulden
 
 
 
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
32, 36
2.009.431
2.457.246
Latente Steuerschulden
15
328.978
350.745
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
31, 36
1.355
2.425
Vertragsverbindlichkeiten
33, 36
25.363
30.990
Sonstige Rückstellungen
34, 36
91.431
70.439
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
35.3, 36
1.637.080
1.597.562
 
 
4.093.639
4.509.407
Summe Schulden
 
6.739.238
6.390.975
EIGENKAPITAL
 
 
 
Grundkapital
38
192.000
192.000
Kapitalrücklage
39
2.239.857
2.199.458
Kumuliertes Konzernergebnis
39
2.726.826
2.851.493
Eigene Anteile
39
459.290
459.290
Neubewertungsrücklage
39
1.952
2.737
Währungsumrechnungsdifferenz
39
16.843
5.152
Auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital
 
4.680.598
4.781.247
 
 
 
 
Nicht beherrschende Anteile
41
546.578
763.487
Summe Eigenkapital
 
5.227.176
5.544.734
Mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten verbundene Schulden
16
12.077
0
Summe Schulden und Eigenkapital
 
11.978.491
11.935.709

Konzern-Gesamtergebnisrechnung
vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2025 in T€
 
 
2025
2024*
 
Anmerkung
Januar - Dezember
Januar - Dezember
Umsatzerlöse
5
6.119.856
6.016.955
Umsatzkosten
6, 11, 12
4.208.135
4.063.945
Bruttoergebnis vom Umsatz
 
1.911.721
1.953.010
Vertriebskosten
7, 11, 12
946.523
975.042
Verwaltungskosten
8, 11, 12
300.985
283.939
Sonstige betriebliche Aufwendungen
9.1
21.112
23.085
Sonstige betriebliche Erträge
9.2
91.649
65.907
Wertminderungsaufwendungen auf Forderungen und Vertragsvermögenswerte
10
141.695
140.918
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit
 
593.056
595.933
Finanzierungsaufwendungen
13
183.918
167.235
Finanzerträge
14
46.191
30.541
Ergebnis aus at-equity bilanzierten Unternehmen
24
8.361
27.415
Ergebnis aus dem Verlust des maßgeblichen Einflusses
4
0
170.533
Ergebnis vor Steuern
 
463.690
261.291
Steueraufwendungen
15
96.928
243.430
Konzernergebnis (aus fortgeführten Geschäftsbereichen)
 
366.762
17.861
Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen
16
27.924
40.434
Konzernergebnis (nach nicht fortgeführten Geschäftsbereichen)
 
394.687
58.295
davon entfallen auf
 
 
 
Anteilseigner der United Internet AG
 
284.915
47.583
davon aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen
 
17.824
25.809
davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen
 
267.091
73.392
nicht beherrschende Anteile
 
109.772
105.878
*: Vorjahreswert aufgrund der Umgliederung des Geschäftsfelds AdTech angepasst; es wird auf Anhangangabe 16 verwiesen
 
 
2025
2024*
 
Anmerkung
Januar - Dezember
Januar - Dezember
Ergebnis je Aktie der Anteilseigner der United Internet AG (in €)
 
 
 
- unverwässert
17
1,65
0,28
- verwässert
17
1,64
0,28
davon Ergebnis je Aktie (in €) – aus fortgeführten Geschäftsbereichen
 
 
 
- unverwässert
17
1,55
0,43
- verwässert
17
1,54
0,43
davon Ergebnis je Aktie (in €) – aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen
 
 
 
- unverwässert
17
0,10
0,15
- verwässert
17
0,10
0,15
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien (in Mio. Stück)
 
 
 
- unverwässert
17
172,84
172,84
- verwässert
17
173,00
173,25
Überleitung zum gesamten Konzernergebnis
 
 
 
Konzernergebnis (nach nicht fortgeführten Geschäftsbereichen)
 
394.687
58.295
Kategorien, die anschließend möglicherweise in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden
 
 
 
Veränderung der Währungsdifferenzen – unrealisiert
39
16.385
10.812
Kategorien, die nicht anschließend in den Gewinn oder Verlust umklassifiziert werden
 
 
 
Marktwertveränderung von als zum beizulegenden Zeitwert
 
 
 
im sonstigen Ergebnis bewerteten Vermögenswerten
4, 39
48.286
19.268
Anteil am sonstigen Ergebnis von at equity bilanzierten Unternehmen
39, 25
4.689
2.688
Sonstiges Ergebnis
 
69.360
32.768
Gesamtes Konzernergebnis
 
325.327
91.063
davon entfallen auf
 
 
 
nicht beherrschende Anteile
41
105.097
109.381
Anteilseigner der United Internet AG
 
220.230
18.319
- fortgeführte Geschäftsbereiche
 
195.398
45.048
- nicht fortgeführte Geschäftsbereiche
 
24.831
26.729
*: Vorjahreswert aufgrund der Umgliederung des Geschäftsfelds AdTech angepasst; es wird auf Anhangangabe 16 verwiesen
Konzern-Kapitalflussrechnung
vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2025 in T€
 
 
2025
2024
 
Anmerkung
Januar - Dezember
Januar - Dezember
Bereinigungen des Konzernergebnisses um nicht zahlungswirksame Effekte
 
 
 
Konzernergebnis (aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen)
 
27.924
40.434
Konzernergebnis (aus fortgeführten Geschäftsbereichen)
 
366.762
17.861
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
11
607.885
541.192
Abschreibungen auf im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierte Vermögenswerte
11
89.182
114.058
Nettoeffekt aus Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen
37
13.893
10.307
Ergebnis aus at-equity bilanzierten Unternehmen
25
7.151
199.379
Ausgeschüttete Gewinne assoziierter Unternehmen
25, 47
0
123
Veränderungen der Ausgleichsposten für latente Steuern
15
11.390
72.307
Zahlungsunwirksame Wertänderungen der operativen Derivate
9.1, 9.2, 42
43
2.042
Zahlungsunwirksame Wertänderungen der nicht operativen Derivate
13, 14, 42
3.503
9.191
Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung der Leasingverbindlichkeiten
13, 46
48.186
35.645
Übrige Finanzierungsaufwendungen
 
125.455
113.134
Finanzerträge
 
32.341
2.815
Sonstige nicht zahlungswirksame Positionen
 
4.980
1.500
Cashflow vor Veränderung der Bilanzposten (Zwischensumme)
 
1.192.181
1.128.891
Veränderungen der Vermögenswerte und Schulden
 
 
 
Veränderung der Forderungen und sonstigen Vermögenswerte
 
44.713
5.543
Veränderung der Vorräte
 
25.831
58.416
Veränderung der Vertragsvermögenswerte
 
14.125
64.483
Veränderung der Ertragsteueransprüche
 
1.890
58.365
Veränderung der abgegrenzten Aufwendungen
 
74.202
211.863
Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
 
124.371
35.171
Veränderung der sonstigen Rückstellungen
 
33.313
7.752
Veränderung der Ertragsteuerschulden
 
16.231
39.993
Veränderung der sonstigen Verbindlichkeiten
 
45.028
32.780
Veränderung der Vertragsverbindlichkeiten
 
3.716
7.951
Veränderungen der Vermögenswerte und Schulden, gesamt
 
44.623
174.770
Nettozahlungen der betrieblichen Tätigkeit
 
1.236.804
954.121
 
 
2025
2024
 
Anmerkung
Januar - Dezember
Januar - Dezember
Cashflow aus dem Investitionsbereich
 
 
 
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
27, 28
730.785
774.598
Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen
 
2.243
4.981
Einzahlungen aus Unternehmensverkäufen abzüglich veräußerter Zahlungsmittel
47
2.405
0
Erwerb von Anteilen an assoziierten Unternehmen
4.1, 25
0
1.030
Erhaltene Zinsen
 
20.748
1.826
Investitionen in sonstige finanzielle Vermögenswerte
26
5.487
463
Nachträgliche Auszahlungen im Zusammenhang mit Unternehmenstransaktionen
35.1
34.000
5.572
Nachträgliche Einzahlungen im Zusammenhang mit Unternehmenstransaktionen
43
54.868
0
Einzahlungen aus den Rückzahlungen von sonstigen finanziellen Vermögenswerten
 
164
1.890
Nettozahlungen im Investitionsbereich
 
689.844
765.602
Cashflow aus dem Finanzierungsbereich
 
 
 
Aufnahme von Krediten
47
877.181
1.303.475
Tilgung von Krediten
47
451.000
946.797
Gezahlte Zinsen
 
157.169
149.455
Tilgung von Frequenzverbindlichkeiten
44, 47
61.266
61.266
Tilgung von Leasingverbindlichkeiten
45, 46
187.641
137.092
Dividendenzahlungen
18
328.391
86.408
Ausschüttung an Minderheitsaktionäre
41
1.673
1.893
Auszahlungen an Minderheitsgesellschafter
 
303.140
22.319
Nettozahlungen im Finanzierungsbereich
 
613.100
101.754
Nettoveränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
 
66.140
86.765
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zu Beginn des Geschäftsjahres
 
114.857
27.689
Wechselkursbedingte Änderungen der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
 
703
403
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Ende der Berichtsperiode*
19
48.014
114.857
* Der in der Kapitalflussrechnung ausgewiesene Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten stimmt aufgrund der IFRS5Darstellung des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs nicht mit dem Bilanzwert überein. Die Differenz beträgt 3.239 T€.
Konzern-Eigenkapital-
Veränderungsrechnung
im Geschäftsjahr 2025 und 2024 in T€
 
Grundkapital
Kapitalrücklage
Kumuliertes Konzernergebnis
Eigene Anteile
 
Anmerkung
38
39
39
40
 
 
Stückelung
T€
T€
T€
Stückelung
T€
 
Stand am 1. Januar 2024
192.000.000
192.000
2.197.720
2.980.528
19.183.705
459.793
 
Konzernergebnis (nach nicht fortgeführten Geschäftsbereichen)
0
0
0
47.583
0
0
 
Sonstiges Konzernergebnis
0
0
0
19.323
0
0
 
Gesamtergebnis
0
0
0
28.260
0
0
 
Ausgabe von eigenen Anteilen
0
0
0
503
–21.016
503
 
Mitarbeiterbeteiligungsprogramm
0
0
1.738
0
0
0
 
Dividendenzahlungen
0
0
0
86.408
0
0
 
Gewinnausschüttungen
0
0
0
0
0
0
 
Transaktionen mit Eigenkapitalgebern
0
0
0
14.292
0
0
 
Sonstige Transaktionen
0
0
0
429
0
0
 
Stand am 31. Dezember 2024
192.000.000
192.000
2.199.458
2.851.493
19.162.689
459.290
 
Stand am 1. Januar 2025
192.000.000
192.000
2.199.458
2.851.493
19.162.689
459.290
 
Konzernergebnis (nach nicht fortgeführten Geschäftsbereichen)
0
0
0
284.915
0
0
 
Sonstiges Konzernergebnis
0
0
0
48.286
0
0
 
Gesamtergebnis
0
0
0
236.629
0
0
 
Mitarbeiterbeteiligungsprogramm
0
0
27.920
0
0
0
 
Dividendenzahlungen
0
0
0
328.391
0
0
 
Gewinnausschüttungen
0
0
0
0
0
0
 
Transaktionen mit Eigenkapitalgebern
0
0
68.319
32.886
0
0
 
Sonstige Transaktionen
0
0
0
19
0
0
 
Stand am 31. Dezember 2025
192.000.000
192.000
2.239.857
2.726.826
19.162.689
459.290
 

 
Neubewertungsrücklage
Währungsumrechnungsdifferenz
Auf die Anteilseigner der United Internet AG entfallendes Eigenkapital
Nicht beherrschende Anteile
Summe Eigenkapital
 
39, 26
39
 
41
 
 
T€
T€
T€
T€
T€
 
104
12.535
4.898.024
657.028
5.555.052
 
0
0
47.583
105.878
58.295
 
2.633
7.309
29.265
3.503
32.768
 
2.633
7.309
18.319
109.381
91.063
 
0
0
0
0
0
 
0
0
1.738
526
1.212
 
0
0
86.408
0
86.408
 
0
0
0
1.893
1.893
 
0
0
14.292
503
14.794
 
0
74
503
0
503
 
2.737
5.152
4.781.247
763.487
5.544.734
 
2.737
5.152
4.781.247
763.487
5.544.734
 
0
0
284.915
109.772
394.687
 
4.689
11.710
64.685
4.675
69.360
 
4.689
11.710
220.230
105.097
325.327
 
0
0
27.920
12.572
40.492
 
0
0
328.391
0
328.391
 
0
0
0
1.673
1.673
 
0
0
35.433
307.761
272.328
 
0
19
0
0
0
 
1.952
16.843
4.680.598
546.578
5.227.176
Konzernanhang zum 31. Dezember 2025
Abschlussgrundlagen und Rechnungslegungsmethoden
1.
Allgemeine Informationen zum Unternehmen
und zum Abschluss
Die United Internet AG (im Folgenden auch „United Internet Gruppe“ oder „Gesellschaft“) ist der führende europäische Internet-Spezialist, mit den Geschäftsfeldern Access (festnetz- und mobilfunkbasierte Internetzugangsprodukte) und Applications (Applikationen für den Einsatz des Internets), die jeweils in die Segmente Business und Consumer unterteilt werden.
Die United Internet AG hat ihren Sitz in 56410 Montabaur, Elgendorfer Straße 57, Bundesrepublik Deutschland, und ist dort beim Amtsgericht unter HR B 5762 eingetragen. Der Konzern verfügt in Deutschland und weltweit über zahlreiche Niederlassungen und Tochtergesellschaften.
Der Konzernabschluss der United Internet AG wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, und den nach § 315e Abs. 1 HGB ergänzend zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt.
Die Berichtswährung ist Euro (€). Die Angaben im Anhang erfolgen entsprechend der jeweiligen Angabe in Euro (€), Tausend Euro (T€) oder Millionen Euro (Mio. €). Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskostenprinzips. Hiervon ausgenommen sind einzelne Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden.
Der Bilanzstichtag ist der 31. Dezember 2025.
Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung am 25. März 2025 den Konzernabschluss 2024 gebilligt. Der Konzernabschluss wurde am 27. März 2025 veröffentlicht.
Der Konzernabschluss 2025 wurde vom Vorstand der Gesellschaft am 17. März 2026 aufgestellt und im Anschluss an den Aufsichtsrat weitergeleitet. Der Konzernabschluss wird am 18. März 2026 dem Aufsichtsrat zur Billigung vorgelegt. Bis zur Billigung des Konzernabschlusses und Freigabe zur Veröffentlichung durch den Aufsichtsrat könnten sich theoretisch noch Änderungen ergeben. Der Vorstand geht jedoch von einer Billigung des Konzernabschlusses in der vorliegenden Fassung aus. Die Veröffentlichung erfolgt am 19. März 2026.
2.
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
In diesem Abschnitt werden zunächst sämtliche Rechnungslegungsgrundsätze dargestellt, die einheitlich für die in diesem Konzernabschluss dargestellten Perioden angewendet worden sind. Im Anschluss daran werden die in diesem Abschluss erstmalig angewendeten Rechnungslegungsstandards sowie die kürzlich veröffentlichten, aber noch nicht angewendeten Rechnungslegungsstandards erläutert.

2.1
Erläuterung wesentlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Konsolidierungsgrundsätze
Der Konzernabschluss umfasst den Abschluss der United Internet AG sowie alle von ihr beherrschten inländischen und ausländischen Tochtergesellschaften (Mehrheitsbeteiligungen). Beherrschung ist dann gegeben, wenn ein Investor Verfügungsgewalt über die maßgeblichen Tätigkeiten eines Unternehmens hat, variablen Rückflüssen aus der Beziehung zu diesem Unternehmen ausgesetzt ist und mittels seiner Verfügungsmacht die Möglichkeit zur Beeinflussung der Höhe dieser Rückflüsse hat. Die United Internet AG übt derzeit ausschließlich über die Mehrheit der Stimmrechte Beherrschung über ihre Tochtergesellschaften aus.
Aufwendungen und Erträge, Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Ergebnisse zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden eliminiert.
Der Gewinn oder Verlust und jeder Bestandteil des sonstigen Ergebnisses werden Inhabern von Stammaktien des Mutterunternehmens und den nicht beherrschenden Anteilen zugerechnet, selbst wenn dies zu einem negativen Saldo der nicht beherrschenden Anteile führt.
Bei Bedarf werden Anpassungen an den Abschlüssen von Tochterunternehmen vorgenommen, um deren Rechnungslegungsmethoden denen des Konzerns anzugleichen.
Eine Veränderung der Beteiligungshöhe an einem Tochterunternehmen ohne Verlust der Beherrschung wird als Eigenkapitaltransaktion bilanziert.
Verliert der Konzern die Beherrschung über das Tochterunternehmen, so erfolgt eine Ausbuchung der damit verbundenen Vermögenswerte (einschließlich Geschäfts- oder Firmenwert), Schulden, nicht beherrschenden Anteile und sonstigen Eigenkapitalbestandteile. Jeder daraus entstehende Gewinn oder Verlust wird in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Jede zurückbehaltene Beteiligung wird zum beizulegenden Zeitwert erfasst.
Mit Verlust des beherrschenden Einflusses wird in der konsolidierten Gesamtergebnisrechnung ein Gewinn oder Verlust aus dem Abgang des Tochterunternehmens erfasst. Dieser Gewinn oder Verlust ermittelt sich in Höhe des Unterschiedsbetrags zwischen (i) dem Erlös aus der Veräußerung des Tochterunternehmens, dem beizulegenden Zeitwert zurückbehaltener Anteile, dem Buchwert der nicht beherrschenden Anteile sowie der kumulierten auf das Tochterunternehmen entfallenden Beträge des sonstigen Konzernergebnisses (soweit eine Umgliederung in die Gewinn- und Verlustrechnung vorgesehen ist) und (ii) dem Buchwert des abgehenden Nettovermögens des Tochterunternehmens.
Nicht beherrschende Anteile stellen den Anteil des Ergebnisses und des Nettovermögens dar, der nicht den Anteilseignern des Konzerns zuzurechnen ist. Nicht beherrschende Anteile werden in der Konzernbilanz separat ausgewiesen. Der Ausweis in der Konzernbilanz erfolgt innerhalb des Eigenkapitals, getrennt von dem auf die Anteilseigner der United Internet AG entfallenden Eigenkapital. Bei Erwerben von Anteilen ohne beherrschenden Einfluss (Minderheitsanteile) oder Veräußerungen von Anteilen mit beherrschendem Einfluss, ohne dass der beherrschende Einfluss verloren geht, werden die Buchwerte der Anteile ohne beherrschenden Einfluss angepasst, um die Änderung der jeweiligen Beteiligungsquote widerzuspiegeln. Der Betrag, um den die für die Änderung der Beteiligungsquote zu zahlende oder zu erhaltende Gegenleistung den Buchwert des betreffenden Anteils ohne beherrschenden Einfluss übersteigt, ist als Transaktion mit den Gesellschaftern direkt im Eigenkapital in der Kapitalrücklage zu erfassen.
Unternehmenszusammenschlüsse werden unter Anwendung der Erwerbsmethode bilanziert. Dies beinhaltet die Erfassung aller identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten des erworbenen Geschäftsbetriebs zum beizulegenden Zeitwert im Erwerbszeitpunkt. Soweit die Summe aus Anschaffungskosten, dem Wert der nicht beherrschenden Anteile und dem Zeitwert der möglicherweise bereits vor dem Erwerbsstichtag gehaltenen Eigenkapitalanteile den Zeitwert der identifizierbaren Vermögenswerte abzüglich Schulden und Eventualverbindlichkeiten übersteigt, entsteht ein aktivierungspflichtiger Firmenwert.
Anteile an assoziierten Unternehmen
Anteile an assoziierten Unternehmen sind nach der Equity-Methode bewertet. Ein assoziiertes Unternehmen ist ein Unternehmen, bei dem der Konzern über maßgeblichen Einfluss verfügt und das weder ein Tochterunternehmen noch ein Joint Venture ist. Maßgeblicher Einfluss ist die Möglichkeit, an den finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungen des Beteiligungsunternehmens mitzuwirken, nicht aber die Beherrschung oder die gemeinschaftliche Führung der Entscheidungsprozesse.
Nach der Equity-Methode werden die Anteile an einem assoziierten Unternehmen in der Bilanz zu Anschaffungskosten zuzüglich nach dem Erwerb eingetretener Änderungen des Anteils der Gesellschaft am Reinvermögen des assoziierten Unternehmens erfasst. Der mit einem assoziierten Unternehmen verbundene Firmenwert ist im Buchwert des Anteils enthalten und wird nicht planmäßig abgeschrieben. Die Gewinn- und Verlustrechnung enthält den Anteil der Gesellschaft am Erfolg des assoziierten Unternehmens. Unmittelbar im Eigenkapital des assoziierten Unternehmens ausgewiesene Änderungen werden von der Gesellschaft in Höhe ihres Anteils erfasst und – sofern zutreffend – in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt. Gewinne und Verluste aus Transaktionen zwischen der Gesellschaft und dem assoziierten Unternehmen werden entsprechend dem Anteil am assoziierten Unternehmen eliminiert.
Mit Verlust des maßgeblichen Einflusses wird ein Gewinn oder Verlust aus dem Abgang des assoziierten Unternehmens in Höhe des Unterschiedsbetrags zwischen (i) dem Erlös aus der Veräußerung der Anteile, dem beizulegenden Zeitwert zurückbehaltener Anteile sowie der kumulierten auf das assoziierte Unternehmen entfallenden Beträge des sonstigen Konzernergebnisses (soweit eine Umgliederung in die GuV vorgesehen ist) und (ii) dem Buchwert der abgehenden Beteiligung erfasst.
Die reguläre Wertfortschreibung und Bewertung von Anteilen an assoziierten Unternehmen wird – soweit sie ergebniswirksame Effekte betrifft – im Ergebnis aus at-equity bilanzierten Unternehmen ausgewiesen.
Gewinne aus der Veräußerung von solchen Anteilen werden grundsätzlich unter den sonstigen betrieblichen Erträgen, Veräußerungsverluste unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Bei einem Verlust des maßgeblichen Einflusses auf das Unternehmen ohne Veräußerungsvorgang, der durch eine Reduzierung der Beteiligungsquote (Verwässerungseffekt) entsteht, werden die daraus resultierenden Verluste als Wertminderungen der Beteiligung erfasst. Diese werden gesondert unterhalb des Ergebnisses aus at-equity bilanzierten Unternehmen als „Ergebnis aus dem Verlust des maßgeblichen Einflusses“ ausgewiesen.
Die Abschlüsse des assoziierten Unternehmens werden in der Regel zum gleichen Bilanzstichtag aufgestellt wie der Abschluss des Mutterunternehmens. Soweit erforderlich, werden Anpassungen an konzerneinheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden vorgenommen.
Im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfung wird der Buchwert eines nach der Equity-Methode bewerteten Unternehmens mit dessen erzielbarem Betrag verglichen. Falls der Buchwert den erzielbaren Betrag übersteigt, ist eine Wertminderung in Höhe des Differenzbetrags vorzunehmen. Besteht ein objektiver Hinweis, dass eine Wertminderung eingetreten ist, erfolgt ein Werthaltigkeitstest entsprechend der Vorgehensweise für den Firmenwert. Objektive Hinweise liegen beispielsweise vor, wenn ein assoziiertes Unternehmen erhebliche finanzielle Schwierigkeiten hat, es Vertragsbrüche begeht, hohe Wahrscheinlichkeit für eine Insolvenz oder Notwendigkeit eines Sanierungsplans beim Beteiligungsunternehmen auftritt oder es zum Wegfall eines aktiven Marktes für die Nettoinvestition aufgrund finanzieller Schwierigkeiten des assoziierten Unternehmens kommt. Ein signifikanter oder länger anhaltender Rückgang des beizulegenden Zeitwerts eines assoziierten Unternehmens unter dessen Anschaffungskosten ist ebenfalls ein objektiver Hinweis auf eine Wertminderung. Ein signifikanter Rückgang wird angenommen, wenn die Verringerung des beizulegenden Zeitwerts eines assoziierten Unternehmens am Bilanzstichtag mehr als 25 % der Anschaffungskosten beträgt. Ein länger anhaltender Rückgang wird angenommen, wenn die Verringerung des beizulegenden Zeitwerts über einen Zeitraum von mindestens 12 Monate mehr als 10 % der Anschaffungskosten beträgt.
Sofern die Gründe für eine zuvor erfasste Wertminderung entfallen sind, erfolgt eine entsprechende erfolgswirksame Zuschreibung.
Fremdwährungsumrechnung
Funktionale Währung und Berichtswährung
Der Konzernabschluss wird in Euro, der funktionalen und der Darstellungswährung der Gesellschaft, aufgestellt. Jedes Unternehmen innerhalb des Konzerns legt seine eigene funktionale Währung fest. Die im Abschluss des jeweiligen Unternehmens enthaltenen Posten werden unter Verwendung dieser funktionalen Währung bewertet.
Transaktionen und Salden
Fremdwährungstransaktionen werden zunächst zu dem am Tag des Geschäftsvorfalls gültigen Kassakurs in die funktionale Währung umgerechnet. Monetäre Vermögenswerte und Schulden in einer Fremdwährung werden zu jedem Stichtag unter Verwendung des Stichtagskurses in die funktionale Währung umgerechnet. Alle Währungsdifferenzen werden erfolgswirksam erfasst. Sie werden im Eigenkapital abgegrenzt, wenn sie aus der Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb resultieren.
Nicht monetäre Posten, die zu historischen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten in einer Fremdwährung bewertet wurden, werden mit dem Kurs am Tag des Geschäftsvorfalls umgerechnet. Nicht-monetäre Posten, die mit ihrem beizulegenden Zeitwert in einer Fremdwährung bewertet werden, werden mit dem Kurs umgerechnet, der zum Zeitpunkt der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts gültig war.
Konzernunternehmen
Die Vermögenswerte und Schulden der ausländischen Geschäftsbetriebe werden zum Stichtagskurs in Euro umgerechnet. Die Umrechnung von Erträgen und Aufwendungen erfolgt zum Wechselkurs am Tag des Geschäftsvorfalls. Aus praktischen Erwägungen wird zur Umrechnung bei nicht stark schwankenden Wechselkursen ein gewichteter Jahresdurchschnittskurs gewählt. Die resultierenden Umrechnungsdifferenzen werden als sonstiges Ergebnis erfasst. Der im Eigenkapital für einen ausländischen Geschäftsbetrieb erfasste kumulative Betrag wird bei der Veräußerung dieses Geschäftsbetriebs erfolgswirksam aufgelöst.
Jegliche im Zusammenhang mit dem Erwerb eines ausländischen Geschäftsbetriebs entstehende Geschäfts- oder Firmenwerte sowie jegliche am beizulegenden Zeitwert ausgerichtete Anpassungen der Buchwerte der Vermögenswerte und Schulden, die aus dem Erwerb dieses ausländischen Geschäftsbetriebs resultieren, werden als Vermögenswerte und Schulden des ausländischen Geschäftsbetriebs bilanziert und zum Stichtagskurs umgerechnet.
Die Wechselkurse der wesentlichen Währungen entwickelten sich wie folgt:
(im Verhältnis zu 1 Euro)
Stichtagskurs
Durchschnittskurse
 
31.12.2025
31.12.2024
2025
2024
US-Dollar
1,175
1,041
1,127
1,082
Britisches Pfund
0,873
0,830
0,856
0,847
Umsatzrealisierung
Umsatzerlöse werden entsprechend der Leistungserbringung erfasst. Umsatzerlöse aus Verträgen, die mehrere separate Leistungsverpflichtungen beinhalten, werden anteilig erfasst, wenn die jeweilige Leistungsverpflichtung erfüllt wurde.
Ein Vertragsvermögenswert ist anzusetzen, sofern der Konzern aufgrund der Erfüllung einer vertraglichen Leistungsverpflichtung Erlöse erfasst hat, bevor der Kunde eine Zahlung geleistet hat bzw. bevor die Voraussetzungen für eine Rechnungstellung und damit den Ansatz einer Forderung vorliegen.
Eine Vertragsverbindlichkeit ist anzusetzen, sofern der Kunde eine Zahlung geleistet hat bzw. eine Forderung gegenüber dem Kunden fällig wird, bevor der Konzern eine vertragliche Leistungsverpflichtung erfüllt und damit Erlöse erfasst hat.
Bei der Umsatzrealisierung des United Internet Konzerns ist zwischen den unterschiedlichen Geschäftssegmenten des Konzerns zu unterscheiden (siehe auch Erläuterungen zu Segmentberichterstattung Anhangangabe 5).
Geschäftssegment „Consumer Access“
Das Geschäftssegment „Consumer Access“ umfasst im Wesentlichen festnetz- und mobilfunkbasierte Internetzugangsprodukte. Das Angebot umfasst „Mobile Internet“ und „Breitband“.
In diesen Produktlinien erzielt der Konzern Umsätze aus der Bereitstellung der genannten Zugangsprodukte sowie aus etwaigen zusätzlichen Leistungen wie Internet- und Mobilfunktelefonie. Der Transaktionspreis besteht dabei aus festen monatlichen Grundgebühren sowie variablen, zusätzlichen Nutzungsentgelten für bestimmte Leistungen (z. B. für Auslands- und Mobilfunkverbindungen, die nicht mit einer Flatrate abgedeckt sind) sowie aus Erlösen aus dem Verkauf von dazugehöriger Hardware.
Der Umsatzrealisierung liegt eine Aufteilung des Transaktionspreises aus dem Kundenvertrag auf Basis der relativen Einzelveräußerungspreise einzelner Leistungsverpflichtungen zugrunde. In der Regel bietet die United Internet Gruppe vergleichbare Tarife jeweils mit und ohne Hardware an. Die Ermittlung des Einzelveräußerungspreises für die Service Komponente basiert daher in diesen Fällen auf den Tarifkonditionen eines Service-Tarifs ohne Hardware. Im Gegensatz dazu erfolgt die Bestimmung der Einzelveräußerungspreise für die Hardware auf Basis des sog. Adjusted Market Assessment Approach, da nur in sehr geringem Umfang relevante Hardware ohne Mobilfunkvertrag an Kunden veräußert wird. Hierbei greift der Konzern vor allem auf durch einen Drittanbieter ermittelte und regelmäßig bereitgestellte Hardwarepreise zurück und verknüpft diese mit den gegebenen Vertragskonditionen bei Vertragsabschluss
Der auf dieser Basis allokierte Umsatzanteil für die Hardware wird bei Auslieferung an den Kunden erfasst (zeitpunktbezogene Erlösrealisierung). Er übersteigt in der Regel das an den Kunden fakturierte Entgelt und führt dann zur Erfassung eines Vertragsvermögenswertes. Dieser Vertragsvermögenswert reduziert sich über die Zahlungen des Kunden im Laufe des Vertragszeitraums. Der auf die Service-Komponente entfallende Umsatzanteil wird über die Mindestlaufzeit des Kundenvertrags erfasst (zeitraumbezogene Erlösrealisierung).
Sofern die bei Vertragsabschluss an den Kunden fakturierten Einmalentgelte, wie zum Beispiel Bereitstellungsentgelte oder Aktivierungsgebühren, kein wesentliches Recht (z. B. günstige Verlängerungsoption) darstellen, werden diese nicht als separate Leistungsverpflichtung erfasst, sondern als Teil des Transaktionspreises auf die identifizierten Leistungsverpflichtungen allokiert und entsprechend deren Leistungserbringung realisiert. Werden dem Kunden wesentliche Rechte im Rahmen von Optionen zur Nutzung zusätzlicher Güter oder Dienstleistungen eingeräumt, stellen diese eine zusätzliche Leistungsverpflichtung dar, auf welche ein Teil des Transaktionspreises unter Berücksichtigung der erwarteten Inanspruchnahme allokiert wird. Die entsprechenden Erlöse werden dann erfasst, wenn diese zukünftigen Güter oder Dienstleistungen übertragen werden oder wenn die Option ausläuft. Qualifizieren Einmalgebühren als günstige Verlängerungsoption, erfolgt insoweit eine Umsatzrealisierung über die erwartete Dauer des Kundenvertrags.
Die United Internet Gruppe gewährt ihren Kunden im Rahmen der Vertragsabschlüsse zeitlich begrenzte monetäre Aktionsrabatte. Diese Rabatte fließen in die Ermittlung des Transaktionspreises ein und werden über den Allokationsmechanismus auf Leistungsverpflichtungen verteilt.
Im Rahmen des 1&1 Prinzips gewährt United Internet ihren Kunden ein freiwilliges, auf 30 Tage begrenztes Widerrufsrecht. Wenn ein Kunde vom 1&1 Prinzip Gebrauch macht und seinen Vertrag widerruft, so hat er Anspruch auf Erstattung einzelner Transaktionsbestandteile wie fakturierte Einmalentgelte und Grundgebühren. Eventuelle Verbrauchsgebühren sind von dem Erstattungsanspruch ausgeschlossen. Im Gegenzug hat United Internet einen Rückforderungsanspruch aus gelieferter Hardware. Für zu erwartende Kundenstornierungen erfolgt insoweit keine Umsatzrealisierung. Die vom Kunden erhaltenen und zu erstattenden Zahlungen werden als Rückerstattungsverbindlichkeiten passiviert und die aus dem 1&1 Prinzip resultierenden Rückforderungsansprüche aus gelieferter Hardware werden als nichtfinanzielle Vermögenswerte angesetzt.
Wesentliche Finanzierungskomponenten sind in den aktuellen Kundenverträgen nicht enthalten.
1&1 wendet für einen Teil des Vertragsbestandes den nach IFRS 15.4 zulässigen Portfolio-Ansatz an. Dabei werden gleichartige Kundenverträge zusammengefasst und für bestimmte bewertungsrelevante Parameter, insbesondere Transaktionspreise, Einzelveräußerungspreise sowie Amortisationsdauern, durchschnittliche Wertgrößen angenommen. Nach vernünftigem Ermessen kann davon ausgegangen werden, dass es keine wesentlichen Auswirkungen auf den Abschluss hat, ob ein Portfolio oder die einzelnen Verträge oder Leistungsverpflichtungen innerhalb dieses Portfolios beurteilt werden.
Geschäftssegment „Business Access“
Das Geschäftssegment „Business Access“ beinhaltet Umsatzerlöse aus verschiedenen standardisierten und individuell zugeschnittenen Telekommunikationsprodukten für Geschäfts- und
Wholesalekunden. Die Telekommunikationsdienstleistungen umfassen neben der Bereitstellung von klassischen Festnetzanschlüssen auch Breitbanddienste, Vernetzungslösungen als Telekommunikationsinfrastruktur (sog. Leased Lines) oder VPN, Mehrwertdienste, Interconnection, IP Dienste sowie Cloud Solutions.
Bei Produkten, welche nicht die Definition eines Finanzierungsleasingvertrags gem. IFRS 16 erfüllen, besteht der Transaktionspreis aus festen monatlichen Grundgebühren und/oder variablen, zusätzlichen minutenabhängigen Nutzungsentgelten für bestimmte Leistungen (die nicht mit einer Flatrate abgedeckt sind) sowie in unwesentlichem Umfang aus Erlösen aus dem Verkauf von dazugehöriger Hardware. Der Umsatzrealisierung liegt eine Aufteilung des Transaktionspreises aus dem Kundenvertrag auf Basis der relativen Einzelveräußerungspreise einzelner Leistungsverpflichtungen zugrunde. Der Transaktionspreis für den Verkauf von Hardware orientiert sich am marktüblichen Preisniveau. Die Ermittlung des Einzelveräußerungspreises für die Service-Komponente basiert auf den Tarifkonditionen eines vergleichbaren Service-Tarifs ohne Hardware.
In geringem Umfang werden auch befristete Rabatte oder befristete Grundgebührbefreiungen zu Beginn der Laufzeit gewährt. Diese Rabatte werden in den Transaktionspreis einbezogen und im Rahmen der Umsatzerfassung linearisiert.
Bestimmte Produkte werden auf Basis von Leasingverhältnissen zur Verfügung gestellt. Werden im Rahmen eines Leasingverhältnisses alle wesentlichen Chancen und Risiken auf den Leasingnehmer übertragen, wird der Barwert der Mindestleasingzahlungen aus diesem wirtschaftlichen Verkauf mit Beginn der Vermietung als Umsatzerlöse realisiert; im Rahmen der Folgebilanzierung der Finanzierungsleasingforderungen werden in Folgeperioden Zinserträge realisiert. Die vermieteten Vermögenswerte werden über die Umsatzkosten ausgebucht. Die Mindestleasingzahlungen beinhalten neben den monatlichen Zahlungen auch etwaige zu Beginn der Leasinglaufzeit zu zahlende Bereitstellungsentgelte.
Im Falle von sogenannten Operating Leasingverhältnissen, bei denen die wesentlichen wirtschaftlichen Chancen und Risiken bei dem Leasinggeber verbleiben, werden die Leasingzahlungen linear über die Vertragslaufzeit als Umsatz erfasst. Bereitstellungsentgelte von Operating Leasingverhältnissen werden passivisch abgegrenzt und über die Vertragslaufzeit aufgelöst.
Geschäftssegment „Consumer Applications“
Das Geschäftssegment „Consumer Applications“ umfasst die Vermarktung der Portale GMX, mail.com und WEB.DE – werbefinanziert oder im kostenpflichtigen Abonnement – sowie Anwendungen für Personal Information Management und Vertriebsplattformen für kostenpflichtige Partnerprodukte und Energie. Das Geschäftsfeld Energy wurde zum 15. Oktober 2025 veräußert.
Neben Deutschland ist die United Internet Gruppe in diesem Geschäftsbereich in Österreich und den USA aktiv.
Im Bereich der werbefinanzierten Applikationen generiert der Konzern im Wesentlichen über die Portale WEB.DE, 1&1 und GMX Werbeeinnahmen und eCommerce-Provisionen. Basis dieses Geschäfts ist die hohe Frequentierung der Portale durch die häufige Inanspruchnahme der Applikationen. Dabei werden Werbeflächen auf den Websites der Portale angeboten. Die Umsätze werden in Abhängigkeit von der Platzierung der Werbung sowie der Anzahl der Einblendungen bzw. Clickraten generiert. Im eCommerce-Geschäft erhält der Konzern Provisionen für den Verkauf von Produkten oder die Vermittlung von Kunden. Für diese Produkte erfolgt eine zeitpunkbezogene Umsatzrealisierung.
Im Bereich der kostenpflichtigen Abonnements der Portale WEB.DE, 1&1, GMX und smartshopping werden primär feste monatliche Beträge für die Nutzung erweiterter Applikationen sowie für die Verwaltung und Speicherung erzielt. Die Umsatzrealisierung erfolgt über den Zeitraum der Inanspruchnahme der Dienstleistung. Die im Voraus erhaltenen Zahlungen führen zu Vertragsverbindlichkeiten, die sich über den Leistungszeitraum entsprechend abbauen.
Die Bilanzierung und Bewertung von Umsatzerlösen aus Partnerprodukten erfolgt unter Berücksichtigung und Ausgestaltung der intermediären Funktion des Konzerns. Dabei wird unterschieden, ob das Unternehmen die Lieferung bzw. Leistung dem Kunden gegenüber selbst erbringt (Prinzipal) oder ob das Unternehmen nur als Agent für den Lieferanten tätig ist. Maßstab ist dabei Kontrolle über das spezifische Gut bzw. die Leistung vor Übertragung auf den Kunden. Als Prinzipal werden Umsatzerlöse brutto, als Agent netto nach Abzug der Kosten gegenüber dem Lieferanten, d.h. nur in Höhe der verbleibenden Marge, erfasst.
Segment „Business Applications“
Im Geschäftssegment „Business Applications“ ist United Internet im Markt für Webhosting- und Cloud-Applikationen aktiv. Dies umfasst im Wesentlichen Design-Lösungen für Internetpräsenz (Domainregistrierung, Webhosting, Website-Building) sowie Dienste im Bereich Infrastructure as a Service, Platform as a Service und Software-as-a-Service. Darüber hinaus bietet der Konzern seinen Kunden über Sedo erfolgsbasierte Werbe- und Vertriebsmöglichkeiten an.
Neben Deutschland ist die United Internet Gruppe in diesem Geschäftsbereich insbesondere in Frankreich, Großbritannien, Spanien, Österreich, Schweiz, Polen, Italien, Kanada, Mexiko und den USA aktiv und zählt in allen genannten Ländern zu den führenden Unternehmen. Die Dienstleistungen werden jeweils über unterschiedliche Tochterunternehmen der United Internet Gruppe im In- und Ausland angeboten.
Die Kunden zahlen in der Regel im Voraus für einen vertraglich fixierten Zeitraum für die von der Gesellschaft zu erbringenden Leistungen. Die Hauptleistung in der Produktgruppe Domains besteht in der Domainregistrierung für den Endkunden bei der jeweiligen Registry. Bezüglich der zeitlichen Erfassung der Umsatzerlöse aus der Domainregistrierung wird auf die speziellen Regelungen hinsichtlich Lizenzen zurückgegriffen. Da im Falle einer Domain ein Nutzungsrecht an einem im Zeitpunkt der Lizenzgewährung bestehendem (statischen) geistigen Eigentum eingeräumt wird, erfolgt grundsätzlich eine zeitpunktorientierte Umsatzrealisierung.
Produktgruppen, die im Rahmen von Mehrkomponentengeschäften Domains enthalten, betreffen vor allem Webhosting Produkte. Die angebotenen Webhosting-Pakete fassen üblicherweise Domainregistrierungen mit weiteren Dienstleistungen wie Speicherkapazität (Webspace) sowie Software-as-a-Service (SaaS) zusammen. Das Leistungsversprechen Webspace betrifft die Zurverfügungstellung von Speicherplatz auf Servern in den Rechenzentren der United Internet Gruppe. SaaS betrifft die Nutzung von Anwendungssoftware durch den Kunden (beispielsweise für die Erstellung von Websites), die auf Servern der United Internet Gruppe gehostet wird. Bei den Leistungsversprechen Webspace als auch SaaS handelt es sich jeweils um zeitraumbezogene Leistungsverpflichtungen, da der Kunde kontinuierlich durch entsprechenden Nutzenzufluss profitiert.
Die Kundenverträge der Produktkategorie Webhosting umfassen üblicherweise Domainregistrierungen sowie weitere zeitraumbezogen Dienstleistungen wie Speicherkapazität (Webspace) und Sofware-as-a-Service (SaaS). Das Gesamtentgelt aus dem Kundenvertrag wird auf die verschiedenen Leistungsverpflichtungen aufgeteilt. Mangels separater Einzelveräußerungspreise für Webspace und SaaS sowie einer hohen Variabilität der Preise kommt die Residualwertmethode für die Aufteilung des Gesamtentgelts zur Anwendung.
Den Kunden werden zeitlich begrenzte monetäre Aktionsrabatte auf die Grundgebühr der Hosting Dienstleistung und/oder auf Domains gewährt. Diese Rabatte werden über die Vertragslaufzeit der vereinbarten Leistungsverpflichtungen aus den Kundenverträgen analog den zugehörigen Leistungsverpflichtungen realisiert. Bei den Domains wirken sich Rabatte auf Grund der zeitpunkbezogenen Realisierung sofort umsatzmindernd aus.
Die bei Vertragsabschluss an den Kunden fakturierten Einmalentgelte wie zum Beispiel Aktivierungs- und Einrichtegebühren werden auf die identifizierten Leistungsverpflichtungen allokiert und entsprechend deren Leistungserbringung linearisiert. Einrichtegebühren für Domains werden sofort zeitpunkbezogen realisiert.
Eine weitere Umsatzgruppe stellen Umsätze aus der erfolgsabhängigen Werbeform Domain-Marketing dar. Im Domain-Marketing betreibt United Internet (über die Sedo GmbH) eine Handelsplattform für den Domain-Sekundärmarkt (Domain-Handel). Gleichzeitig wird den Domain-Inhabern angeboten, nicht genutzte Domains an Werbetreibende zu vermarkten (Domain-Parking). Im September 2025 wurde entschieden, die Sedo GmbH mit ihren Tochterunternehmen und somit das IONOS Geschäftsfeld „AdTech“ (früher: Aftermarket) zu veräußern. Das Geschäftsfeld wird gemäß IFRS 5 als nicht fortgeführter Geschäftsbereich ausgewiesen. Neben diesen Kunden-Domains hält der Konzern auch ein eigenes Portfolio an verkauf- bzw. vermarktbaren Domains. Im Domain-Handel erhält der Konzern Provisionen bei erfolgtem Verkauf einer Domain über die Handelsplattform und erzielt darüber hinaus Umsatzerlöse aus Dienstleistungen rund um den Themenbereich Domain-Bewertung und -Transfer. Die Verkaufsprovisionen und Dienstleistungen bemessen sich dabei in der Regel prozentual vom erzielten Verkaufspreis, während es sich bei den sonstigen Dienstleistungen regelmäßig um Festpreise handelt. Beim Domain-Parking erfolgt die Vermarktung (primär über Kooperationen mit Suchmaschinen) hauptsächlich über Textlinks, d. h. über Verweise auf den geparkten Domains auf die Angebote der Werbetreibenden. Die Gesellschaft erhält dabei durch den Kooperationspartner monatlich eine erfolgsabhängige Vergütung auf Basis der generierten Klicks, die durch den Kooperationspartner ermittelt werden.
Verkaufsprovisionen werden mit Leistungserbringung in den Umsatzerlösen erfasst. Die Realisierung des Umsatzes erfolgt daher nach Abschluss der Transaktion bzw. nach der Erbringung der Dienstleistung. In den Umsatzerlösen des Domain-Parkings wird monatlich die von den Kooperationspartnern gutgeschriebene Vergütung erfasst.
Die Bilanzierung und Bewertung von Umsatzerlösen aus Partnerprodukten erfolgt unter Berücksichtigung und Ausgestaltung der intermediären Funktion des Konzerns. Grundsätzlich agiert der Konzern bei Partnerprodukten als Prinzipal und bilanziert die Umsätze brutto. Die Umsatzerlöse werden jedoch netto bilanziert (nach Abzug der Kosten gegenüber dem Lieferanten, d.h. nur in Höhe der verbleibenden Marge), wenn der Konzern insbesondere bei der Zurverfügungstellung von Softwarelizenzen gegenüber dem Kunden eine reine Vermittlertätigkeit ausübt und dabei keine signifikante Integrationsleistung erbringt sowie der Konzern kein Recht auf die diesbezügliche Preisgestaltung hat.
Zuwendungen der öffentlichen Hand
Zuwendungen der öffentlichen Hand werden erfasst, wenn eine hinreichende Sicherheit dafür besteht, dass die Zuwendungen gewährt werden und das Unternehmen die damit verbundenen Bedingungen erfüllt. Aufwandsbezogene Zuwendungen werden planmäßig als Ertrag über den Zeitraum erfasst, der erforderlich ist, um sie mit den entsprechenden Aufwendungen, die sie kompensieren sollen, zu verrechnen. Zuwendungen für einen Vermögenswert kürzen den Buchwert des Vermögenswerts.
Finanzerträge
Zinserträge werden erfasst, wenn die Zinsen entstanden sind. Die Bewertung erfolgt unter Verwendung des Effektivzinssatzes, d. h. des Kalkulationszinssatzes, mit dem geschätzte künftige Zahlungsmittelzuflüsse über die erwartete Laufzeit des Finanzinstruments auf den Nettobuchwert des finanziellen Vermögenswerts abgezinst werden. Dividendenerträge werden mit der Entstehung des Rechtsanspruchs auf Zahlung erfasst.
Ertragsteuern
Der Steueraufwand einer Periode setzt sich zusammen aus tatsächlichen Steuern und latenten Steuern. Steuern werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, es sei denn, sie beziehen sich auf Transaktionen, die im sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital erfasst werden. In diesen Fällen werden die Steuern entsprechend im sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital erfasst.
Tatsächliche Steuern werden mit dem Betrag bemessen, in dessen Höhe eine Erstattung von der Steuerbehörde bzw. eine Zahlung an die Steuerbehörde erwartet wird. Der Berechnung des Betrags werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die zum Abschlussstichtag in den Ländern, in denen der Konzern tätig ist und zu versteuerndes Einkommen erzielt, gelten oder in Kürze gelten werden.
Latente Steuern werden für zukünftige Auswirkungen ermittelt, die sich aus den temporären Differenzen zwischen den im Konzernabschluss zugrunde gelegten Werten für die Aktiva und Passiva und den steuerlich angesetzten Werten ergeben. Abweichend von diesem Grundsatz werden keine latenten Steuern aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswerts oder einer Schuld bei einem Geschäftsvorfall, der kein Unternehmenszusammenschluss ist und der zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das Periodenergebnis nach IFRS noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst und nicht zu betragsgleichen abzugsfähigen als auch zu versteuernden temporären Differenzen führt, gebildet. Des Weiteren werden keine latenten Steuern im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Anteilen an Joint Ventures erfasst, wenn der zeitliche Verlauf der Umkehrung der temporären Differenzen gesteuert werden kann, es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Unterschiede in absehbarer Zeit nicht umkehren werden und im Falle latenter Steueransprüche kein ausreichendes zu versteuerndes Einkommen zur Verfügung stehen wird, gegen das die temporären Differenzen verwendet werden können. Ebenfalls werden keine latenten Steuerschulden aus dem erstmaligen Ansatz eines Firmenwerts gebildet.
Des Weiteren werden latente Steueransprüche für erwartete Steuervorteile aus der künftigen Nutzung steuerlicher Verlust- und Zinsvorträge angesetzt. Der Berechnung liegen die am Abschlussstichtag gültigen Steuersätze zugrunde, es sei denn, eine Steuersatzänderung ist für den Zeitraum der voraussichtlichen Umkehr der temporären Differenzen bzw. der erwarteten Nutzung von Verlustvorträgen und Steuergutschriften bereits beschlossen. Latente Steueransprüche werden nur berücksichtigt, wenn eine Realisierung der Steuervorteile innerhalb des Planungshorizontes überwiegend wahrscheinlich erscheint.
Latente Steueransprüche und -schulden werden anhand der Steuersätze bemessen, deren Gültigkeit für die Periode, in der ein Vermögenswert realisiert wird oder eine Schuld erfüllt wird, erwartet wird. Dabei werden die Steuersätze (und Steuergesetze) zugrunde gelegt, die zum Abschlussstichtag gelten oder gesetzlich angekündigt sind.
Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der latente Steueranspruch zumindest teilweise verwendet werden kann. Nicht angesetzte latente Steueransprüche werden an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich geworden ist, dass ein künftig zu versteuerndes Ergebnis die Realisierung des latenten Steueranspruchs ermöglicht.
Die aktiven und passiven latenten Steuern werden pro Gesellschaft bzw. steuerlichem Organkreis saldiert, sofern sie sich auf Ertragsteuern beziehen, die gegenüber der gleichen Steuerbehörde bestehen und dem Konzern ein einklagbares Recht zur Aufrechnung tatsächlicher Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden zusteht.
Immaterielle Vermögenswerte
Der Konzern hat Verfügungsgewalt über einen Vermögenswert, wenn er in der Lage ist, sich den künftigen wirtschaftlichen Nutzen, der aus der zugrunde liegenden Ressource zufließt, zu verschaffen, und er den Zugriff Dritter auf diesen Nutzen beschränken kann.
Software/Lizenzen, Frequenzlizenzen, konzessionsähnliche Rechte
Die erstmalige Bewertung dieser überwiegend einzeln erworbenen immateriellen Vermögenswerte erfolgt zu Anschaffungskosten. Sie werden planmäßig linear über den Nutzungszeitraum abgeschrieben. Die Abschreibung der 5G-Frequenzen im Spektrum 3,6 GHz begann zum Zeitpunkt der Betriebsbereitschaft des Netzes am 28. Dezember 2022. Im Fall der 5G-Frequenzen im Spektrum 2 GHz handelt es sich um noch nicht betriebsbereite immaterielle Vermögenswerte, deren Abschreibung erst mit Beginn der Laufzeit der zugeteilten Frequenzen im Jahr 2026 startet. Anlassbezogen erfolgt die Identifikation von Anhaltspunkten für Wertminderungen und im Falle deren Vorliegens wird ein Wertminderungstest durchgeführt.
Kundenstamm
Kundenstamm wurde im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen initial zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und verfügt über eine begrenzte Nutzungsdauer. Die Abschreibung erfolgt planmäßig linear über den Nutzungszeitraum. Anlassbezogen erfolgt die Identifikation von Anhaltspunkten für Wertminderungen und im Falle deren Vorliegens wird ein Wertminderungstest durchgeführt.
Markenrechte
Markenrechte wurden im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen initial zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und weisen eine unbestimmte Nutzungsdauer auf. Sie unterliegen keiner planmäßigen Abschreibung. Die Ermittlung möglicher Wertminderungen folgt den Ausführungen unter dem Gliederungspunkt Wertminderungen. Einmal jährlich wird überprüft, ob die Einschätzung hinsichtlich der unbestimmten Nutzungsdauer weiterhin gerechtfertigt ist. Ist dies nicht der Fall, wird die Änderung der Einschätzung von einer unbestimmten Nutzungsdauer zur begrenzten Nutzungsdauer auf prospektiver Basis vorgenommen.
Firmenwerte
Firmenwert entsteht, soweit im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses die Summe aus Anschaffungskosten, Wert der nicht beherrschenden Anteile und bereits vor dem Erwerbsstichtag gehaltenen Eigenkapitalanteile den Zeitwert der identifizierbaren Vermögenswerte abzüglich Schulden und Eventualverbindlichkeiten übersteigt. Nach dem erstmaligen Ansatz wird der Firmenwert zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Die Ermittlung möglicher Wertminderungen folgt den Ausführungen unter dem Gliederungspunkt Wertminderungen.
Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte
Bei selbst erstellten immateriellen Vermögenswerten werden die Ausgaben für die Entwicklungsphase aktiviert, sofern eine eindeutige Aufwandszuordnung möglich ist und sowohl die technische Realisierbarkeit als auch die Vermarktung oder bei künftig interner Nutzung, der Nutzen der neu entwickelten Produkte sichergestellt sind. Die Entwicklungstätigkeit muss ferner mit hinreichender Wahrscheinlichkeit zu künftigen Nutzenzuflüssen führen. Die aktivierten Entwicklungskosten umfassen alle direkt dem Entwicklungsprojekt zurechenbaren Einzel- und Gemeinkosten. Im United Internet Konzern handelt es sich hierbei im Wesentlichen um technologische Entwicklungen im Produktbereich des Geschäftsbereichs „Consumer Applications“ sowie um ein Abrechnungssystem im Geschäftsbereich „Business Applications“. Sämtliche aktivierten Entwicklungskosten weisen eine begrenzte Nutzungsdauer auf. Die Abschreibung von aktivierten Entwicklungskosten beginnt ab dem Zeitpunkt, ab dem der Vermögenswert in der Art und Weise, wie es durch das Management beabsichtigt ist, genutzt werden kann.
Die angesetzten Nutzungsdauern ergeben sich aus der folgenden Übersicht:
 
Nutzungsdauer in Jahren
Markenrechte
unbestimmt
Kundenstamm
4 bis 25
Frequenzlizenzen
bis zu 19
Konzessionsähnliche Rechte
5
Sonstige Rechte und Lizenzen
2 bis 15
Software
2 bis 5
Nutzungsrechte an immateriellen Vermögenswerten
6
Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte
3 bis 5

Die Abschreibungen werden unter der Aufwandskategorie erfasst, die der Funktion des immateriellen Vermögenswerts im Unternehmen entspricht.
Sachanlagen
Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um kumulierte planmäßige Abschreibungen und ggf. Wertminderungsaufwendungen angesetzt.
Sachanlagevermögen wird entsprechend des Nutzungsverlaufs planmäßig linear abgeschrieben und die Aufwendungen funktionskostengerecht allokiert.
Den planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen liegen die folgenden Nutzungsdauern zugrunde:
 
Nutzungsdauer in Jahren
Mietereinbauten
Bis zu 10
Gebäude
10 bis 50
Kraftfahrzeuge
5 bis 6
Telekommunikationsanlagen
7 bis 10
Verteilernetze
25
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
3 bis 19
Büroeinrichtung
5 bis 13
Server
3 bis 5
Mietereinbauten und Gebäude sind in der Darstellung der „Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen“ in der Position „Grundstücke und Bauten“ enthalten, Kraftfahrzeuge, andere Anlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattung, Büroeinrichtung und Server in der Position „2. Betriebs- und Geschäftsausstattung“ und Telekommunikationsanlagen und Verteilernetze in der Position „Netzinfrastruktur“.
Die Restwerte, Nutzungsdauern und Abschreibungsmethoden werden am Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft und gegebenenfalls angepasst. Beim Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung wird ein Wertminderungstest entsprechend den Ausführungen im Gliederungspunkt Wertminderungen durchgeführt.
Eine Sachanlage wird entweder beim Abgang ausgebucht oder dann, wenn aus der weiteren Nutzung oder Veräußerung des Vermögenswerts kein wirtschaftlicher Nutzen mehr erwartet wird. Die aus dem Abgang des Vermögenswerts resultierenden Gewinne oder Verluste werden erfolgswirksam in der Gesamtergebnisrechnung erfasst.
Fremdkapitalkosten
Fremdkapitalkosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie angefallen sind, es sei denn, sie stehen im Zusammenhang mit der Herstellung oder dem Erwerb eines „Qualifying Assets“. United Internet definiert „qualifying assets“ als Vermögenswerte, für die notwendigerweise mindestens zwölf Monate erforderlich sind, um sie in ihren beabsichtigten gebrauchs- oder verkaufsfähigen Zustand zu versetzen. In der Berichtsperiode sowie im Vorjahr waren keine Fremdkapitalkosten zu aktivieren.
Wertminderungen
Zu jedem Bilanzstichtag werden die Buchwerte der Sachanlagen, immateriellen Vermögenswerte und Nutzungsrechte mit begrenzter Nutzungsdauer daraufhin geprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Liegen diese vor, wird ein Werthaltigkeitstest durchgeführt. Bei immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmbarer Nutzungsdauer (Firmenwert, Markenrechte) sowie bei aktivierten Kosten während der Entwicklungsphase wird darüber hinaus regelmäßig ein jährlicher Werthaltigkeitstest zum Bilanzstichtag durchgeführt. Hierbei wird der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswerts mit dem entsprechenden Buchwert verglichen. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Zur Ermittlung des Nutzungswerts werden die erwarteten künftigen Cashflows unter Zugrundelegung eines Abzinsungssatzes vor Steuern, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffekts und der spezifischen Risiken des Vermögenswerts widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst. Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Veräußerungskosten wird ein angemessenes Bewertungsmodell angewandt. Dieses stützt sich auf DCF-Modelle, Bewertungsmultiplikatoren, Börsenkurse von börsengehandelten Tochterunternehmen oder andere zur Verfügung stehende Indikatoren für den beizulegenden Zeitwert. Sofern kein erzielbarer Betrag für einen einzelnen Vermögenswert ermittelt werden kann, wird der erzielbare Betrag für die zahlungsmittelgenerierende Einheit bestimmt, der der betreffende Vermögenswert zugeordnet werden kann und die unabhängig Mittelzuflüsse generiert. Dies betrifft regelmäßig den Firmenwert, der den jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet wird, die voraussichtlich von den Synergien aus dem Unternehmenszusammenschluss profitiert, aus dem der Firmenwert hervorgegangen ist. Übersteigt der Buchwert eines Vermögenswerts bzw. einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit den erzielbaren Betrag, wird der Vermögenswert bzw. die zahlungsmittelgenerierende Einheit als wertgemindert betrachtet und auf den erzielbaren Betrag abgeschrieben. Ein für den Firmenwert erfasster Wertminderungsaufwand darf in den nachfolgenden Berichtsperioden nicht aufgeholt werden. Für alle anderen Vermögenswerte ist bei Wegfall der Gründe für eine Wertminderung die Wertaufholung auf den fortgeführten Buchwert begrenzt, der sich ohne die Wertminderung in der Vergangenheit ergeben hätte. Im Fall einer erforderlichen Wertminderung wird diese in den Funktionsbereichen ausgewiesen, denen das betreffende Anlagengut zugeordnet wird.
Vorräte
Vorräte sind mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte, im normalen Geschäftsgang erzielbare Verkaufserlös abzüglich der geschätzten Vertriebskosten. Zur Berücksichtigung von Bestandsrisiken werden angemessene Wertberichtigungen für Überbestände vorgenommen.
Die Bewertung fußt dabei unter anderem auch auf zeitabhängigen Gängigkeitsabschlägen. Sowohl die Höhe als auch die zeitliche Verteilung der Abschläge stellen eine bestmögliche Schätzung des Nettoveräußerungswerts dar und sind daher mit Schätzungsunsicherheiten behaftet. Bei Anzeichen für einen gesunkenen Nettoveräußerungserlös werden die Vorratsbestände durch entsprechende Wertminderungsaufwendungen korrigiert.
Vertragsanbahnungs- und Vertragserfüllungskosten
Zusätzliche Kosten, die bei der Anbahnung eines Vertrages mit einem Kunden anfallen (z. B. Vertriebsprovisionen), sowie Vertragserfüllungskosten werden aktiviert, wenn der Konzern davon ausgeht, dass er diese Kosten zurückerlangen wird.
Vertragserfüllungskosten (z.B. Bereitstellungsentgelte und erwartete Kündigungsentgelte) sind Kosten, die mit einem bestehenden oder erwarteten Vertrag zusammenhängen, nicht in den Anwendungsbereich eines anderen Standards als IFRS 15 fallen, zur Schaffung von Ressourcen oder zur Verbesserung von Ressourcen des Unternehmens führen und die künftig zur Erfüllung von Leistungsverpflichtungen genutzt werden.
Aktivierte Vertragsanbahnungs- und Vertragserfüllungskosten werden planmäßig linear über die Vertragsdauer aufwandswirksam erfasst, die Vertragsanbahnungskosten in den Vertriebskosten und die Vertragserfüllungskosten in den Umsatzkosten. Der Ansatz in der Bilanz erfolgt innerhalb der abgegrenzten Aufwendungen.
Die angesetzten Amortisationsdauern betragen für Vertragsanbahnungskosten 1 bis 5 Jahre und für Vertragserfüllungskosten 2 bis 4 Jahre.
Eine Wertminderung wird vorgenommen, wenn der Buchwert der aktivierten Kosten den verbleibenden Teil der erwarteten Gegenleistung des Kunden für die Lieferung von Gütern oder die Erbringung von Dienstleistungen abzüglich der hierfür noch anfallenden Kosten übersteigt.
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche
Der Konzern klassifiziert langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen als zur Veräußerung gehalten, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Als zur Veräußerung gehalten klassifizierte langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen werden mit dem niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet. Veräußerungskosten sind die zusätzlich anfallenden Kosten, die direkt der Veräußerung eines Vermögenswerts (einer Veräußerungsgruppe) zuzurechnen sind, mit Ausnahme der Finanzierungskosten und des Ertragsteueraufwands.
Die Kriterien, damit ein Vermögenswert oder eine Veräußerungsgruppe als zur Veräußerung gehalten klassifiziert wird, gelten nur dann als erfüllt, wenn die Veräußerung höchst wahrscheinlich und der Vermögenswert oder die Veräußerungsgruppe im gegenwärtigen Zustand sofort veräußerbar ist. Aus den für die Durchführung der Veräußerung erforderlichen Maßnahmen sollte hervorgehen, dass es unwahrscheinlich ist, dass wesentliche Änderungen an der Veräußerung vorgenommen werden oder dass die Entscheidung für die Veräußerung rückgängig gemacht wird. Das Management muss beschlossen haben, die geplante Veräußerung durchzuführen, und es muss zu erwarten sein, dass sie innerhalb von einem Jahr ab dem Zeitpunkt der Klassifizierung erfolgen wird.
Als zur Veräußerung gehalten klassifizierte Vermögenswerte und Schulden werden in der Bilanz separat als kurzfristige Posten ausgewiesen. Aufgegebene Geschäftsbereiche sind nicht im Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen enthalten und werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in einem gesonderten Posten als Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen dargestellt. Die Kapitalflussrechnung des Konzerns stellt eine Überleitung des gesamten Zahlungsmittelbestands dar. Entsprechend umfasst die Darstellung sowohl die Zahlungsströme aus fortgeführten als auch jene des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs.
Leasingverhältnisse
Ein Leasingverhältnis liegt vor, wenn vom Leasinggeber das Recht auf Nutzung eines eindeutig spezifizierten Vermögenswerts gegen Zahlung eines Entgelts für einen bestimmten Zeitraum auf den Leasingnehmer übertragen wird und dieser dadurch die Kontrolle über das Nutzungsrecht erlangt. Damit verbunden ist das Recht, im Wesentlichen den gesamten wirtschaftlichen Nutzen aus der Verwendung des identifizierten Vermögenswerts zu ziehen und allein über dessen Nutzung zu entscheiden.
United Internet agiert als Leasingnehmer und als Leasinggeber.
Der Großteil der Leasingnehmerverträge im Konzern entfällt auf die Anmietung von Netzinfrastrukturen, Gebäuden, technischen Anlagen und Fahrzeugen. Die angemietete Netzinfrastruktur beinhaltet im Wesentlichen unbeleuchtete Glasfasern (Dark Fibre), Leerrohrsysteme, Kupferdoppeladern, Anmietungen von Teilnehmeranschlussleitungen (TAL) sowie Antennenstandorte.
United Internet als Leasingnehmer
Leasingverbindlichkeiten
Der Barwert der zukünftigen Leasingzahlungen wird als Leasingverbindlichkeit angesetzt und unter den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Die Leasingzahlungen beinhalten feste Zahlungen (einschließlich de facto fester Zahlungen) abzüglich etwaiger zu erhaltender Leasinganreize, variable Leasingzahlungen, die an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind und Beträge, die voraussichtlich im Rahmen von Restwertgarantien entrichtet werden müssen. Die Leasingzahlungen umfassen ferner den Ausübungspreis einer Kaufoption, wenn hinreichend sicher ist, dass der Konzern sie auch tatsächlich wahrnehmen wird, und Strafzahlungen für eine Kündigung des Leasingverhältnisses, wenn in der Laufzeit berücksichtigt ist, dass der Konzern die Kündigungsoption wahrnehmen wird. Variable Leasingzahlungen, die nicht an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind, werden in der Periode, in der das Ereignis oder die Bedingung, das bzw. die diese Zahlung auslöst, eingetreten ist, aufwandswirksam erfasst.
Die Leasingzahlungen werden nach der Effektivzinsmethode in Tilgungs- und Zinsanteile aufgeteilt. Für die Barwertbestimmung erfolgt eine Abzinsung mit einem risiko- und laufzeitäquivalenten Grenzfremdkapitalzinssatz. Zur Ermittlung des Grenzfremdkapitalzinssatzes werden Referenzzinssätze für einen Zeitraum von bis zu 25 Jahren aus laufzeitadäquaten risikolosen Zinssätzen, erhöht um Kreditrisikoaufschläge sowie adjustiert um eine Liquiditäts- und Länderrisikoprämie, abgeleitet.
Nutzungsrechte
Korrespondierend zur Leasingverbindlichkeit wird zu Beginn des Leasingverhältnisses das Nutzungsrecht am geleasten Vermögenswert aktiviert. Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen werden innerhalb der Sachanlagen und der immateriellen Vermögenswerte ausgewiesen. Die Anschaffungskosten von Nutzungsrechten beinhalten die erfassten Leasingverbindlichkeiten, die entstandenen anfänglichen direkten Kosten, die bei oder vor der Bereitstellung geleisteten Leasingzahlungen sowie Rückbaukosten abzüglich aller etwaigen erhaltenen Leasinganreize.
Nutzungsrechte werden planmäßig linear über den kürzeren der beiden Zeiträume aus Laufzeit des Leasingverhältnisses und erwarteter Nutzungsdauer des Nutzungsrechtes wie folgt abgeschrieben:
 
Nutzungsdauer in Jahren
Gebäude
1 bis 16
Netzinfrastruktur
0,5 bis 25
Immaterielle Vermögenswerte
6
Betriebs- und Geschäftsausstattung
1 bis 7
Wenn das Eigentum an dem Leasinggegenstand am Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses auf den Konzern übergeht oder in den Kosten die Ausübung einer Kaufoption berücksichtigt ist, werden die Abschreibungen anhand der erwarteten Nutzungsdauer des Leasinggegenstands ermittelt.
Für Leasingverhältnisse von geringem Wert (z.B. PCs) wird die Anwendungserleichterung des IFRS 16.5 fallweise und für Leasingvereinbarungen mit einer Laufzeit von weniger als zwölf Monaten vollständig in Anspruch genommen. Derartige Leasingverhältnisse bestehen im Konzern nur in geringem Umfang.
Es besteht das Wahlrecht zur Portfoliobildung von Verträgen mit gleichen oder ähnlichen Eigenschaften, das für Assetklassen Teilnehmeranschlussleitungen (TAL) und Hauptverteilerstandorte (HVT) wahrgenommen wird.
Die Ausnahmeregelung, jede Leasingkomponente eines Vertrags und alle damit verbundenen Nichtleasingkomponenten als eine einzige Leasingkomponente zu erfassen, wird für die Klasse der zugrundeliegenden Glasfasern, HVT und KFZ in Anspruch genommen, nicht jedoch für die Leasingvereinbarungen für Gebäude. Der Leasingstandard IFRS 16 wird nicht angewendet auf Rechte, die ein Leasingnehmer im Rahmen von Lizenzvereinbarungen im Anwendungsbereich von IAS 38 hält.
Der Konzern bestimmt die Laufzeit des Leasingverhältnisses unter Zugrundelegung der unkündbaren Grundlaufzeit des Leasingverhältnisses sowie unter Einbeziehung der Zeiträume, die sich aus einer Option zur Verlängerung des Leasingverhältnisses ergeben, sofern hinreichend sicher ist, dass er diese Option ausüben wird, oder der Zeiträume, die sich aus einer Option zur Kündigung des Leasingverhältnisses ergeben, sofern hinreichend sicher ist, dass er diese Option nicht ausüben wird. Es werden dabei alle maßgeblichen Fakten und Umstände berücksichtigt, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung von bestehenden Optionen bieten.
United Internet als Leasinggeber
In den Fällen, in denen Konzerngesellschaften Finanzierungsleasingverträge als Leasinggeber vereinbaren, erfolgt ein Ansatz einer Forderung in Höhe des Nettoinvestitionswertes des Leasingverhältnisses. Die Leasingzahlungen werden in Tilgung der Leasingforderung sowie in Finanzerträge aufgeteilt.
Trägt der Konzern die wesentlichen Chancen und Risiken (Operating Lease), wird der Leasing-Gegenstand vom Leasinggeber in der Bilanz angesetzt. Die Bewertung des Leasing-Gegenstands richtet sich nach den für den Leasing-Gegenstand einschlägigen Bilanzierungsvorschriften. Die Leasingraten werden vom Leasinggeber erfolgswirksam in den Umsatzerlösen vereinnahmt.
Finanzinstrumente
Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der bei dem einen Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und beim anderen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt. Die Bilanzierung und Bewertung erfolgt gemäß den Vorschriften des IFRS 9. Der Ansatz erfolgt an dem Tag, an dem der Konzern Vertragspartei wird. Bei marktüblichen Käufen erfolgt der Ansatz zum Handelstag.
Finanzielle Vermögenswerte – erstmalige Erfassung und Bewertung
Mit Ausnahme von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die keine signifikante Finanzierungskomponente enthalten oder deren Laufzeit weniger als ein Jahr beträgt, bewertet der Konzern alle finanziellen Vermögenswerte bei ihrer erstmaligen Erfassung mit dem beizulegenden Zeitwert und im Fall eines finanziellen Vermögenswerts, der in der Folge nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wird, zuzüglich der direkt zurechenbaren Transaktionskosten. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die keine signifikante Finanzierungskomponente enthalten oder deren Laufzeit weniger als ein Jahr beträgt, werden mit dem Transaktionspreis bewertet. In diesem Zusammenhang wird auf die Rechnungslegungsmethoden im Abschnitt Umsatzrealisierung – Erlöse aus Verträgen mit Kunden verwiesen.
Finanzielle Vermögenswerte – Folgebewertung
Die Klassifizierung der finanziellen Vermögenswerte für die Folgebewertung in zu fortgeführten Anschaffungskosten (Amortized Cost, ac), erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value through OCI, FVOCI) und erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte finanzielle Vermögenswerte (Fair Value through P&L, FVTPL) erfolgt auf Grundlage des Geschäftsmodells sowie der Eigenschaften der Zahlungsströme.
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten (ac)
Wird ein finanzieller Vermögenswert bis zur Fälligkeit mit dem Ziel der Vereinnahmung vertraglicher Zahlungsströme gehalten und stellen die Zahlungsströme des finanziellen Vermögenswerts ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag zu festgelegten Zeitpunkten dar, erfolgt eine Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten (ac).
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten umfassen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, ausgereichte Darlehen sowie sonstige finanzielle Vermögenswerte.
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente bestehen aus Bankguthaben, sonstigen Geldanlagen, Schecks und Kassenbeständen, die allesamt einen hohen Liquiditätsgrad und eine – gerechnet vom Erwerbszeitpunkt – Restlaufzeit von unter 3 Monaten aufweisen.
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte werden in Folgeperioden unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet und sind auf Wertminderungen zu überprüfen. Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst, wenn der Vermögenswert ausgebucht, modifiziert oder wertgemindert wird.
Finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert
Als finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert werden im Konzern Eigenkapitalinstrumente und derivative finanzielle Vermögenswerte bilanziert, die grundsätzlich erfolgswirksam bewertet werden. Eigenkapitalinstrumente umfassen im United Internet Konzern Beteiligungen. Für Eigenkapitalinstrumente, die nicht zu Handelszwecken gehalten werden, besteht die einmalige Option zur unwiderruflichen erfolgsneutralen Erfassung der Zeitwertänderungen. Vor allem für die Beteiligung an der Kublai GmbH wurde das Wahlrecht ausgeübt, diese über das sonstige Ergebnis ohne nachträgliche Umklassifizierung in die Gewinn- und Verlustrechnung zu bewerten. Dividenden werden in der Gewinn- und Verlustrechnung als sonstiger Ertrag erfasst, wenn der Rechtsanspruch auf Zahlung besteht. Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertete Eigenkapitalinstrumente werden nicht auf Wertminderung überprüft.
Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn deren vertragliche Zahlungsströme ausgelaufen sind und dabei alle wesentlichen Chancen und Risiken daraus auf den Erwerber übergehen.
Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten
Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerten und Leasingforderungen wendet der Konzern eine vereinfachte (einstufige) Methode zur Berechnung der erwarteten Kreditverluste an, wobei zu jedem Abschlussstichtag eine Risikovorsorge in Höhe der über die Restlaufzeit erwarteten Kreditverluste erfasst wird.
Die Erwartungsbildung bezüglich künftiger Kreditverluste erfolgt anhand regelmäßiger Überprüfungen sowie Bewertungen im Rahmen der Kreditüberwachung. Aus historischen Daten werden regelmäßig Zusammenhänge zwischen Kreditverlusten und verschiedenen Faktoren (z. B. Zahlungsvereinbarung, Überfälligkeit, Mahnstufe, etc.) abgeleitet. Auf Basis dieser Zusammenhänge ergänzt um aktuelle Beobachtungen und zukunftsbezogene Annahmen bezüglich des zum Stichtag im Bestand befindlichen Portfolios an Forderungen und Vertragsvermögenswerten erfolgt eine Schätzung künftiger Kreditverluste.
Das operative Geschäft des Konzerns liegt im Wesentlichen im Massenkundengeschäft. Ausfallrisiken wird somit mittels Einzelwertberichtigungen und pauschalierten Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Die Einzelwertberichtigung überfälliger Forderungen erfolgt im Wesentlichen in Abhängigkeit der Altersstruktur der Forderungen mit unterschiedlichen Bewertungsabschlägen, die im Wesentlichen aus den Erfolgsquoten der mit dem Einzug überfälliger Forderungen beauftragten Inkassobüros abgeleitet werden. Alle Forderungen, die mehr als 365 Tage überfällig sind, werden zu 100 % einzelwertberichtigt, es sei denn es liegen objektive Hinweise auf einen Beitreibungserfolg vor. Die Ausbuchung vollständig wertberichtigter Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfolgt 180 Tage nach Inkassoübergabe, sofern keine positive Rückmeldung von Seiten des Inkassounternehmens erfolgt und auch kein unerwarteter Zahlungseingang des Kunden auf eine wertberichtigte Forderung eingeht, oder bei Kenntnis der Zahlungsunfähigkeit des Kunden vor oder nach Übergabe zu den Inkassobüros.
Der Konzern erfasst bei allen anderen Schuldinstrumenten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden und nicht Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerte oder Leasingforderungen sind, ebenfalls eine Wertberichtigung für erwartete Kreditverluste. Für Finanzinstrumente, deren Ausfallrisiko sich seit dem erstmaligen Ansatz nicht signifikant erhöht hat, wird eine Risikovorsorge in Höhe der erwarteten Kreditverluste erfasst, die auf einem Ausfallereignis innerhalb der nächsten zwölf Monate beruhen. Für Finanzinstrumente, deren Ausfallrisiko sich seit dem erstmaligen Ansatz signifikant erhöht hat, wird eine Risikovorsorge in Höhe der über die Restlaufzeit erwarteten Kreditverluste erfasst, unabhängig davon, wann das Ausfallereignis eintritt.
Wertminderungsaufwendungen im Zusammenhang mit langfristigen Ausleihungen an Beteiligungen werden im Finanzergebnis erfasst.
Weitere Einzelheiten zur Wertminderung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten sind in den folgenden Anhangangaben enthalten:
Wesentliche Ermessensentscheidungen und Schätzungen (Anhangangabe 3)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Anhangangabe 20)
Vertragsvermögenswerte (Anhangangabe 21)
Zielsetzung und Methoden des Finanzrisikomanagements (Anhangangabe 44)
Finanzielle Verbindlichkeiten
Finanzielle Verbindlichkeiten enthalten insbesondere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen sowie Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Finanzielle Verbindlichkeiten werden, mit Ausnahme der Leasingverbindlichkeiten, entweder der Kategorie erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert oder den zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten zugeordnet.
Derivate und bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten aus dem Erwerb eines Tochterunternehmens werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Alle weiteren finanziellen Verbindlichkeiten werden der Kategorie zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten zugeordnet. Diese werden beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert nach Abzug direkt zurechenbarer Transaktionskosten bewertet. In den Folgeperioden werden diese finanziellen Verbindlichkeiten grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bilanziert. Die Amortisation mittels der Effektivzinsmethode ist in der Gewinn- und Verlustrechnung als Teil der Finanzierungsaufwendungen enthalten.
Eine finanzielle Verbindlichkeit wird ausgebucht, wenn die ihr zugrunde liegende Verpflichtung erfüllt, aufgehoben oder erloschen ist.
Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinstrumenten
Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, oder deren beizulegender Zeitwert im Abschluss ausgewiesen wird, werden in die nachfolgend beschriebene Fair-Value-Hierarchie eingeordnet, basierend auf dem Inputparameter der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert insgesamt wesentlich ist:
Stufe 1 – In aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Schulden notierte (nicht berichtigte) Preise. Soweit Finanzinstrumente mit ihrem beizulegenden Zeitwert in der Bilanz bewertet werden, werden dieser Stufe im Konzern Derivate zugeordnet.
Stufe 2 – Bewertungsverfahren, bei denen der Inputparameter der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert insgesamt wesentlich ist, auf dem Markt direkt oder indirekt beobachtbar ist. Soweit Finanzinstrumente mit ihrem beizulegenden Zeitwert in der Bilanz bewertet werden, werden dieser Stufe aktuell keine Finanzinstrumente zugeordnet.
Stufe 3 – Bewertungsverfahren, bei denen der Inputparameter der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert insgesamt wesentlich ist, auf dem Markt nicht beobachtbar ist. Soweit Finanzinstrumente mit ihrem beizulegenden Zeitwert in der Bilanz bewertet werden, werden dieser Stufe im Konzern Derivate und bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten zugeordnet.
Saldierung von Finanzinstrumenten
Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden saldiert und der Nettobetrag in der Konzernbilanz ausgewiesen, wenn zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein Rechtsanspruch besteht, die erfassten Beträge miteinander zu verrechnen, und beabsichtigt ist, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig mit der Realisierung des betreffenden Vermögenswerts die dazugehörige Verbindlichkeit abzulösen.
Rückstellungen
Eine Rückstellung wird dann angesetzt, wenn der Konzern eine gegenwärtige (gesetzliche oder faktische) Verpflichtung aufgrund eines vergangenen Ereignisses besitzt, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung der Verpflichtung wahrscheinlich und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Sofern der Konzern für eine passivierte Rückstellung zumindest teilweise eine Rückerstattung erwartet (wie z. B. bei einem Versicherungsvertrag), wird die Erstattung als gesonderter Vermögenswert nur dann erfasst, wenn der Zufluss der Erstattung so gut wie sicher ist. Der Aufwand aus der Bildung einer Rückstellung wird nach Abzug der Erstattung erfolgswirksam erfasst.
Die Bewertung der Rückstellungen erfolgt zum Barwert auf der Basis der bestmöglichen Schätzung des Managements hinsichtlich der Aufwendungen, die zur Erfüllung der gegenwärtigen Verpflichtung am Ende der Berichtsperiode erforderlich sind.
Rückstellungen bestehen insbesondere für Kündigungsentgelte, Prozessrisiken und für Rückbauverpflichtungen.
Eigene Anteile
Eigene Anteile werden vom Eigenkapital abgezogen. Der Kauf, der Verkauf, die Ausgabe oder die Einziehung von eigenen Anteilen wird nicht erfolgswirksam erfasst.
Die Einziehung eigener Anteile bewirkt eine anteilige Auflösung der im Eigenkapital ausgewiesenen Posten „Eigene Anteile“ zulasten des übrigen Eigenkapitals. Hierzu nutzt der Konzern die folgende Verwendungsreihenfolge:
In Höhe des Nennbetrags erfolgt die Erfassung der Einziehung immer zu Lasten des Grundkapitals.
Der den Nennbetrag übersteigende Betrag wird zunächst bis in Höhe des Wertbeitrags aus Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen (SAR und Wandelschuldverschreibungen) gegen die Kapitalrücklage ausgebucht.
Ein den Wertbeitrag aus Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen übersteigender Betrag wird gegen das kumulierte Konzernergebnis ausgebucht.
Aktienbasierte Vergütung
Als Entlohnung für die geleistete Arbeit erhalten Mitarbeiter und Vorstände des Konzerns eine aktienbasierte Vergütung in Form von Eigenkapitalinstrumenten und in Form der Gewährung von Wertsteigerungsrechten, die für den überwiegenden Teil der Pläne nach Wahl der Gesellschaft in bar oder durch Eigenkapitalinstrumente ausgeglichen werden können. Da bei keiner Vereinbarung mit einem solchen Wahlrecht für die United Internet Gruppe eine gegenwärtige Verpflichtung zum Barausgleich vorliegt, werden sämtliche dieser aktienbasierten Vergütungstransaktionen als Transaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente bilanziert.
Die Kosten aus Vereinbarungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente werden mit dem beizulegenden Zeitwert dieser Eigenkapitalinstrumente zum Zeitpunkt ihrer Gewährung bemessen. Der beizulegende Zeitwert wird unter Anwendung eines geeigneten Optionspreismodells ermittelt; hier kommen das Black-Scholes-Modell und die Monte-Carlo-Simulation zur Anwendung. Zu jedem Bilanzierungsstichtag wird eine Neueinschätzung des zu erwartenden Ausübungsvolumens vorgenommen und der Zuführungsbetrag entsprechend angepasst. Notwendige Anpassungsbuchungen sind jeweils in der Periode vorzunehmen, in der neue Informationen über das Ausübungsvolumen bekannt werden. Die Erfassung der aus der Gewährung von Vereinbarungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente resultierenden Aufwendungen erfolgt über den Zeitraum, über den die zugehörige Arbeitsleistung erbracht wird (sog. Erdienungszeitraum). Dieser Zeitraum endet an dem Tag, an dem alle Ausübungsbedingungen (Dienst- und Leistungsbedingungen) erfüllt sind, d. h. dem Zeitpunkt, an dem der betreffende Mitarbeiter unwiderruflich bezugsberechtigt wird. Die an jedem Bilanzstichtag bis zum Zeitpunkt der ersten Ausübungsmöglichkeit ausgewiesenen kumulierten Aufwendungen reflektieren den bereits abgelaufenen Teil des Erdienungszeitraums sowie die Anzahl der zugesagten Rechte, die nach bestmöglicher Schätzung des Konzerns mit Ablauf des Erdienungszeitraums tatsächlich ausübbar werden. Hierbei wird jeweils eine Fluktuationswahrscheinlichkeit von 0 % angesetzt. Der im Periodenergebnis im Personalaufwand erfasste Ertrag oder Aufwand entspricht der Entwicklung der zu Beginn und am Ende des Berichtszeitraums erfassten kumulierten Aufwendungen.
Bei der Gewährung neuer Eigenkapitalinstrumente infolge einer Annullierung der bisher gewährten Eigenkapitalinstrumente ist gem. IFRS 2.28(c) zu prüfen, ob die neu gewährten Eigenkapitalinstrumente einen Ersatz der bisherigen bzw. annullierten Instrumente darstellen. Für annullierte Eigenkapitalinstrumente wird im Zeitpunkt der Annullierung der vollständige ausstehende Aufwand sofort erfasst.
Neue Eigenkapitalinstrumente, die nicht als Ersatz für annullierte Eigenkapitalinstrumente gewährt wurden, werden als neu gewährte Eigenkapitalinstrumente bilanziert. Bei einer Klassifikation als Ersatz erfolgt eine Bilanzierung der neuen Eigenkapitalinstrumente in gleicher Weise wie eine Änderung der ursprünglich gewährten Instrumente. Die erhaltenen Leistungen werden mindestens mit dem am Tag der Gewährung (der ursprünglichen Instrumente) ermittelten beizulegenden Zeitwert erfasst. Sind die Änderungen für den Arbeitnehmer vorteilhaft, so wird der zusätzliche beizulegende Zeitwert der neuen Eigenkapitalinstrumente bestimmt und als zusätzlicher Aufwand über den Erdienungszeitraum verteilt. Der zusätzliche beizulegende Zeitwert wird aus der Differenz zwischen dem beizulegenden Zeitwert der als Ersatz bestimmten Eigenkapitalinstrumente und dem beizulegenden Nettozeitwert der annullierten Eigenkapitalinstrumente am Tag der Gewährung der Ersatzinstrumente bestimmt.
Ergebnis je Aktie
Das „unverwässerte“ Ergebnis je Aktie (Basic Earnings per Share) wird berechnet, indem das den Inhabern von Namensaktien zuzurechnende Ergebnis durch den für den Zeitraum gewogenen Durchschnitt der ausgegebenen Aktien geteilt wird.
Das „verwässerte“ Ergebnis je Aktie (Diluted Earnings per Share) wird ähnlich dem Ergebnis je Aktie ermittelt, mit der Anpassung, dass die durchschnittliche Anzahl der ausgegebenen Aktien um die Anzahl erhöht wird, die sich ergeben würde, wenn die aus dem bestehenden Mitarbeiterbeteiligungsprogramm resultierenden ausübbaren Bezugsrechte ausgeübt worden wären.

2.2
Zusammenfassung der Bewertungsgrundsätze
Die Bewertungsgrundsätze des Konzerns stellen sich – soweit keine Wertminderungen vorliegen – zusammengefasst und vereinfachend im Wesentlichen wie folgt dar:
Bilanzposten
Bewertung
VERMÖGENSWERTE
 
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Fortgeführte Anschaffungskosten
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Fortgeführte Anschaffungskosten
Vertragsvermögenswerte
Fortgeführte Anschaffungskosten
Immaterielle Vermögenswerte
 
mit bestimmter Nutzungsdauer
Fortgeführte Anschaffungskosten
mit unbestimmter Nutzungsdauer
Impairment-only-Ansatz
Sachanlagen
Fortgeführte Anschaffungskosten
Anteile an assoziierten Unternehmen
Equity Methode
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
 
Eigenkapitalinstrumente
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertete finanzielle Vermögenswerte ohne Umgliederung kumulierter Gewinne und Verluste bei Ausbuchung
Derivate
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
Übrige
Fortgeführte Anschaffungskosten
Vorräte
Niedrigerer Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert
Abgegrenzte Aufwendungen
Fortgeführte Anschaffungskosten
Ertragsteueransprüche
Erwarteter Zahlungseingang gegenüber Steuerbehörden, welche auf Steuersätzen basiert, die am Abschlussstichtag gelten oder in Kürze gelten werden
Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte
Fortgeführte Anschaffungskosten
Latente Steueransprüche
Undiskontierte Bewertung mit den Steuersätzen, die in der Periode gültig sind, in der ein Vermögenswert realisiert oder eine Schuld erfüllt wird
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen
Niedrigerer Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten (inkl. zurechenbarer Schulden)
SCHULDEN
 
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Fortgeführte Anschaffungskosten
Latente Steuerschulden
Undiskontierte Bewertung mit den Steuersätzen, die in der Periode gültig sind, in der ein Vermögenswert realisiert oder eine Schuld erfüllt wird
Ertragsteuerschulden
Erwartete Zahlung an Steuerbehörden, welche auf Steuersätzen basiert, die am Abschlussstichtag gelten oder in Kürze gelten werden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Fortgeführte Anschaffungskosten
Vertragsverbindlichkeiten
Fortgeführte Anschaffungskosten
Sonstige Rückstellungen
Erwarteter diskontierter Betrag der zum Abfluss von Ressourcen führen wird
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
 
Derivate / Bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
Übrige
Fortgeführte Anschaffungskosten
Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten
Fortgeführte Anschaffungskosten
2.3
Auswirkungen neuer bzw. geänderter IFRS
Für das Geschäftsjahr ab dem 1. Januar 2025 wurden folgende Standards erstmalig angewendet:
Standard
Anwendungspflicht
für Geschäftsjahre beginnend ab
Übernahme durch EU-Kommission
IAS 21
Änderung: Mangelnde Umtauschbarkeit einer Währung
1. Januar 2025
Ja
Diese Änderungen hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss und werden sich voraussichtlich auch nicht in Zukunft auf den Konzern wesentlich auswirken.
2.4
Bereits veröffentlichte, aber noch nicht anzuwendende Rechnungslegungsstandards
Neben den vorgenannten, verpflichtend anzuwendenden IFRS wurden vom IASB noch weitere IFRS und IFRIC veröffentlicht, die das Endorsement der EU bereits teilweise durchlaufen haben, aber erst zu einem späteren Zeitpunkt verpflichtend anzuwenden sind. Die United Internet AG wird diese Standards voraussichtlich erst zum Zeitpunkt der verpflichtenden Anwendung im Konzernabschluss umsetzen.
Standard
Anwendungspflicht für Geschäftsjahre beginnend ab
Übernahme durch EU-Kommission
IFRS 9, IFRS 7
Änderung: Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten
1. Januar 2026
Ja
IFRS 9, IFRS 7
Änderung: Abbildung von Verträgen über naturabhängige Stromversorgung
1. Januar 2026
Ja
Jährliche Verbesserungen an den IFRS-Rechnungslegungsstandards - Band 11
Änderung: IFRS 1 (Hedge Accounting bei einem IFRS-Erstanwender), IFRS 7 (Gewinn oder Verlust bei Ausbuchung, Angaben zu Kreditrisiken und bei Abweichungen des Transaktionspreises vom beizulegenden Zeitwert), IFRS 9 (Ermittlung des Transaktionspreises und Ausbuchung einer Leasing-Verbindlichkeit), IFRS 10 (Bestimmung eines "de facto"-Agenten), IAS 7 (Anschaffungsnebenkosten)
1. Januar 2026
Ja
IFRS 18
Der Standard regelt die Darstellung und Offenlegung in Abschlüssen und ersetzt IAS 1
1. Januar 2027
Ja
IFRS 19 / Änderung IFRS 19
Der Standard ermöglicht reduzierte Angabepflichten für Tochterunternehmen ohne öffentliche Rechenschaftspflicht
1. Januar 2027
Nein
IAS 21
Änderung: Klarstellung der Übersetzung von Abschlüssen aus einer nicht hyperinflationären funktionalen in eine hyperinflationäre Darstellungswährung
1. Januar 2027
Nein
Der neue Rechnungslegungsstandard IFRS 18 ersetzt den bisherigen IAS 1 – Darstellung des Abschlusses. Ziel ist eine verbesserte Struktur und Vergleichbarkeit der Finanzberichterstattung.
Die wesentlichen Änderungen durch IFRS 18 umfassen:
Einführung verpflichtender Zwischensummen in der Gewinn- und Verlustrechnung, wie beispielsweise das „betriebliche Ergebnis vor Finanzierung und Steuern“, sowie eine Einteilung in klar definierte Kategorien (Operating, Investing, Financing).
Erweiterte Angaben zu unternehmensspezifischen Leistungskennzahlen („Management Performance Measures“), die in der öffentlichen Kommunikation genutzt werden, um die finanzielle Sichtweise des Managements darzustellen.
Neue Grundsätze zur Aggregation und Disaggregation von Finanzposten, um eine detailliertere und konsistentere Berichterstattung zu gewährleisten.
Anpassungen in der Kapitalflussrechnung, insbesondere zur Vereinheitlichung der Darstellung, unter anderem durch den Wegfall bestimmter Ausweiswahlrechte.
Die erstmalige Anwendung von IFRS 18 wird nach derzeitiger Einschätzung zu Anpassungen in der Gliederung und Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung führen. Inhaltlich werden Änderungen in der Darstellung der erfassten Erträge und Aufwendungen erwartet, jedoch erwarten wir insgesamt keine signifikanten Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Die konkreten Auswirkungen werden derzeit im Rahmen eines konzernweiten Implementierungsprojekts analysiert.
Aus den übrigen bereits veröffentlichten, aber noch nicht anzuwendenden Änderungen der IFRS werden keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzern erwartet.

3.
Wesentliche Ermessensentscheidungen und Schätzungen
Bei der Erstellung des Konzernabschlusses werden Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen vom Management getroffen, die sich auf die Höhe der zum Stichtag ausgewiesenen Erträge, Aufwendungen, Vermögenswerte und Schulden sowie den Ausweis von Eventualschulden auswirken. Durch die mit diesen Annahmen und Schätzungen verbundene Unsicherheit könnten jedoch Ergebnisse entstehen, die in der Zukunft zu erheblichen Anpassungen des Buchwerts der betroffenen Vermögenswerte oder Schulden führen.
Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen
Bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden hat die Unternehmensleitung folgende Ermessensentscheidungen, die die Beträge im Abschluss wesentlich beeinflussen, getroffen.
Die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sowie sonstige am Stichtag bestehende wesentliche Quellen von Schätzungsunsicherheiten, aufgrund derer ein beträchtliches Risiko besteht, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden erforderlich sein wird, werden nachstehend erläutert.
Auswirkungen geopolitischer Konflikte
Gesellschaft, Politik und Wirtschaft stehen momentan vor komplexen makroökonomischen Herausforderungen, die sich aus einer Kombination eines erhöhten Zinsniveaus, gedämpften Wachstumserwartungen, einem angespannten Finanzierungsrahmen, sinkendem Handelswachstum und einem abnehmenden Vertrauen von Unternehmen und Verbrauchern zusammensetzen. Neben den destabilisierenden Effekten der Konflikte in der Ukraine und im Mittleren und Nahen Osten trägt auch der aktuelle Kurs der US-Regierung zu einer erhöhten Unsicherheit bezüglich der politischen und wirtschaftlichen Zukunft bei. Der United Internet Konzern reagiert darauf, indem er die aktuellen Herausforderungen aktiv annimmt und in seine geschäftlichen Entscheidungen integriert, insbesondere durch die Entwicklung von Strategien zur Risikominimierung, wie die Verringerung des Anteils an variabel verzinslichen Schulden oder durch diversifizierte Beschaffungsstrategien zur Sicherstellung einer sicheren und fairen Energieversorgung.
Der United Internet Konzern, der in seinen Geschäftsaktivitäten nicht in den an den Konflikten beteiligten Ländern aktiv ist, sieht sich dennoch mit den indirekten Auswirkungen konfrontiert. Vor dem Hintergrund der durch den Konflikt im Mittleren und Nahen Osten und den Krieg in der Ukraine bedingten unsicheren Sicherheitslage, insbesondere im Umfeld der Zufahrt und Durchfahrt des Suezkanals, und den möglichen indirekten Auswirkungen auf globale Geschäftsabläufe, hat United Internet proaktive Risikomanagement- und Minderungsstrategien entwickelt.
Cybersicherheitsrisiken: Angesichts der mit den Konflikten im Mittleren und Nahen Osten und in der Ukraine verbundenen gestiegenen Cybersicherheitsbedrohungen intensiviert die Gesellschaft ihre Investitionen in Cybersicherheitsmaßnahmen. Dazu gehören der Einsatz fortschrittlicher Überwachungstechniken, die Durchführung regelmäßiger Sicherheitsaudits und die Schulung ihrer Mitarbeiter, um die Abwehrfähigkeit gegenüber Cyberangriffen zu stärken.
Vorstand und operativ Verantwortliche werden die weiteren Entwicklungen genau beobachten und gegebenenfalls (sofern möglich) geeignete Gegenmaßnahmen einleiten.
Ebenfalls berücksichtigt United Internet die Entwicklungen des wirtschaftlichen Umfelds bei der Bilanzierung und Berichterstattung im Konzernabschluss, z. B. bei der Ermittlung der Werthaltigkeit der Geschäfts- und Firmenwerte oder der Bewertung von Vermögenswerten und Schulden.
Hieraus werden keine unmittelbaren signifikanten Auswirkungen für United Internet erwartet.
Auswirkungen Umwelt- und soziale Belange
Umwelt- und soziale Belange können auf verschiedene Arten eine Auswirkung auf die Werthaltigkeit der Vermögenswerte des Konzerns haben. So können sich Risiken für die Werthaltigkeit etwa aus steigenden Energiepreisen für erneuerbare Energien zur Bewirtschaftung unseres 5G-Mobilfunknetzes ergeben. Die Werthaltigkeit des 5G-Funkspektrums wurde im Rahmen des Impairment Tests (Anhangangabe 30) überprüft.
Das Unternehmen geht derzeit davon aus, dass Auswirkungen der durch Umwelt- und soziale Belange bewirkten Folgen keinen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss haben werden.
Umsatzrealisierung
Die Bestimmung der Einzelveräußerungspreise für die Hardware erfolgt auf Basis des sog. Adjusted
Market Assessment Approach, welcher eine Schätzung der relevanten Marktpreise für die Hardware erforderlich macht. Änderungen dieser Schätzungen können die Allokation des Transaktionsentgelts auf die einzelnen Leistungsverpflichtungen beeinflussen und somit auch Auswirkungen auf die Höhe und den zeitlichen Verlauf der Umsatzrealisierung haben.
Darüber hinaus werden im Rahmen der Anwendung des Portfolioansatzes verschiedene weitere Annahmen und Schätzungen getroffen, die auf Erfahrungen aus der Vergangenheit und auf vorliegende Erkenntnisse zum Zeitpunkt des Abschlussstichtages beruhen. Änderungen dieser Annahmen und Schätzungen können sich in ihrer Gesamtheit ebenfalls wesentlich auf die Höhe und den zeitlichen Verlauf der Umsatzrealisierung auswirken.
Das Leitprinzip für die Abwägung, ob ein Unternehmen als Prinzipal oder als Agent handelt, ist, ob es die Verfügungsgewalt über das spezifizierte Gut oder die Dienstleistung hat, bevor es dieses bzw. diese auf den Kunden überträgt. Bei der Prüfung der Frage der Verfügungsgewalt sind häufig wesentliche Ermessensentscheidungen zu treffen. Dies betrifft insbesondere Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Vermarktung von Webseiten sowie den Vertrieb von Produkten und Dienstleistungen von Drittanbietern durch den Konzern. Wenn ein Dritter in den Leistungserbringungsprozess einbezogen wird, muss das Unternehmen bestimmen, ob die Art seiner Zusage eine Leistungsverpflichtung ist, die spezifische Ware/Dienstleistung selbst bereitzustellen (d. h. das Unternehmen ist ein „Prinzipal“) oder ob die Leistungsverpflichtung darin besteht, die Bereitstellung dieser Güter/Dienstleistungen durch den Dritten zu organisieren (d. h. das Unternehmen ist ein „Agent“). Ein Unternehmen bestimmt für jede spezifische Ware/Dienstleistung, ob es als Prinzipal oder Agent auftritt. Agiert der Konzern als Agent, werden die Umsätze netto ausgewiesen. Handeln wir als Prinzipal, erfolgt der Ausweis brutto.
Im Geschäftssegment „Business Applications“ wird bei neuen Partnern oder neu in das Produktportfolio integrierten fremden Dienstleistungen wie etwa Fremdlizenzen (beispielsweise Microsoft Office Lizenzen) untersucht, inwieweit Lizenzen oder Services dem Konzern bereits vor einem Vertragsabschluss mit Kunden zur Verfügung stehen, das heißt, ob die Lizenzen ohne weitere Freigabe selbst genutzt werden können. Zum anderen wird geprüft, ob der Lizenz- oder Servicevertrag mit dem Kunden erst durch den eigentlichen Lizenzgeber bestätigt oder freigegeben werden muss. Trifft beides zu, wird von einer Agentenstellung ausgegangen. Eine vollständige Flexibilität bezüglich der Tarif- bzw. Preisgestaltung ändert aus Sicht des Konzerns nichts an der zuvor getroffenen Einschätzung.
Ebenfalls im Geschäftssegment „Business Applications“ wird im Bereich Domain-Parking die Stellung als Prinzipal festgelegt, da es sich nicht um ein reines Vermittlungsgeschäft handelt. Vielmehr wird eine Plattform bereitgestellt, auf welcher der Konzern Werbung auf den geparkten Domains platziert, an deren Erfolg der Eigentümer der Domain partizipiert. Da der Konzern sowohl die Plattform unterhält und hinsichtlich der Auswahl der Werbepartner und Bepreisung ein Wahlrecht innehat, ist im Bereich des Domains-Parkings von Verfügungsmacht auszugehen. Demgegenüber bietet der Konzern im Domain-Trading zwar auch die Plattform an, allerdings geschieht die Preisfindung und der Vertragsabschluss in der Regel zwischen Käufer und Verkäufer der Domain, ohne dass der Konzern ein Eingriffsrecht hat. Damit ist der Konzern in diesem Bereich als Agent tätig.
Im Geschäftssegment „Consumer Applications“ ist insbesondere beim programmatischen Vertrieb von Werbeflächen für Online-Werbung bei jedem Vertrag mit einer Agentur zu entscheiden, ob der Konzern als Prinzipal oder Agent agiert. Wenn der Konzern die überwiegende Verantwortung für die Vertragserfüllung trägt, da er die Kontrolle über das Werbeinventar hat, einen bestimmten Mindestpreis festlegen und bestimmte Werbeinhalte ablehnen darf, agiert der Konzern als Prinzipal. Dies ist im programmatischen Vertrieb von Werbeflächen für den Konzern überwiegend der Fall.
Warenrückvergütung
Für die Registrierung von .de-Domains werden zwingend erforderliche technische Leistungen von der DENIC eG bezogen. Gemäß deren Satzung schüttet die DENIC überschüssige Mittel in Form einer volumenbasierten Warenrückvergütung an ihre Mitglieder aus. Das Management hat die Ermessensentscheidung getroffen, diese Rückvergütungen wirtschaftlich als lieferungsbezogenen Preisnachlass (Discount) auf die Domainregistrierungsleistungen und nicht als Gewinnausschüttung aus einem Finanzinstrument im Sinne des IFRS 9 zu qualifizieren. Folglich werden diese Zahlungen als aufwandsmindernde Korrektur der Umsatzkosten erfasst.
Eine weitere Ermessensentscheidung betrifft den Zeitpunkt der Erfassung: Obwohl der formelle Beschluss der DENIC über die finale Rückvergütung (insbesondere für das vierte Quartal) erst nach dem Bilanzstichtag der IONOS erfolgt, stuft das Management den Zufluss des wirtschaftlichen Nutzens zum Stichtag als nahezu sicher ein. Die Bewertung unterliegt hierbei einer stabilen, verlässlich bestimmbaren Bemessungsgrundlage. Ein Ansatz dem Grunde nach als sonstiger Vermögenswert ist somit zum Bilanzstichtag gegeben.
Kosten der Vertragserfüllung und der Vertragsanbahnung
Die Ermittlung der geschätzten Amortisationsdauern für die Vertragskosten basiert auf Erfahrungswerten und ist mit wesentlichen Unsicherheiten, insbesondere bezüglich unvorhergesehener Kunden- oder Technologieentwicklung, behaftet. Eine Änderung der geschätzten Amortisationsdauern beeinflusst den zeitlichen Verlauf der Aufwandserfassung. Der Buchwert der aktivierten Vertragsanbahnungs- und Vertragserfüllungskosten betrug zum 31. Dezember 2025 370.318 T€ (Vorjahr: 344.738 T€).
Wertminderung von nicht-finanziellen Vermögenswerten
Der Konzern überprüft den Firmenwert und andere immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer sowie noch nicht nutzbare Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer mindestens einmal jährlich sowie bei Vorliegen entsprechender Anhaltspunkte auf mögliche Wertminderung. Hierbei wird der erzielbare Betrag der entsprechenden zahlungsmittelgenerierenden Einheit, der der Firmenwert bzw. die immateriellen Vermögenswerte zugeordnet ist, entweder als „Nutzungswert“ oder als beizulegender Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten ermittelt. Der Buchwert der Firmenwerte betrug zum 31. Dezember 2025 3.623.146 T€ (Vorjahr: 3.632.744 T€).
Zur Schätzung des Nutzungswerts oder des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten muss das Management die voraussichtlichen künftigen Cashflows des Vermögenswerts oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit schätzen und einen angemessenen Abzinsungssatz wählen, um den Barwert dieser Cashflows zu ermitteln.
Für weitere Einzelheiten, einschließlich einer Sensitivitätsanalyse der wesentlichen Annahmen, wird auf die Anhangangabe zu „Wertminderungen des Geschäfts- oder Firmenwerts und der immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer“ verwiesen.
Zu den wesentlichen Annahmen des Managements im Hinblick auf die Bestimmung des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten gehören Annahmen bezüglich der Umsatzentwicklung, Margenentwicklung und des Diskontierungszinssatzes.
Fortschreibung und Werthaltigkeitsprüfung von Beteiligungen an
assoziierten Unternehmen
Der United Internet Konzern hält zum Bilanzstichtag Anteile an verschiedenen assoziierten Unternehmen. Soweit die Gegenleistung zum Erwerb der Anteile durch Einbringung eines Tochterunternehmens oder einer anderen Beteiligung erfolgt, sind die Anschaffungskosten des assoziierten Unternehmens durch eine Unternehmensbewertung zu ermitteln. Diese Bewertung ist eng verbunden mit den Annahmen und Schätzungen, die das Management bezüglich der künftigen Entwicklung des jeweiligen Unternehmens getroffen hat sowie des anzuwendenden Diskontierungszinssatzes.
Zum Bilanzstichtag überprüft der Konzern gemäß IAS 28.40, ob hinsichtlich der Nettoinvestition des
United Internet Konzerns in das jeweilige assoziierte Unternehmen die Berücksichtigung eines zusätzlichen Wertminderungsaufwands erforderlich ist.
Die Fortschreibung der Anteile an assoziierten Unternehmen erfolgt auf Basis der anteiligen Jahresergebnisse. Sofern die Jahresergebnisse für das Geschäftsjahr nicht bekannt sind, erfolgt eine Schätzung auf Basis der letzten öffentlich zugänglichen Finanzinformationen des jeweiligen assoziierten Unternehmens.
Die erzielbaren Beträge nicht börsennotierter Unternehmen berücksichtigen neben den für das jeweilige Unternehmen vorliegenden Vergangenheitserfahrungen auch Erwartungen über die voraussichtliche zukünftige Entwicklung. Diesen Erwartungen liegen zahlreiche Annahmen zugrunde, so dass die Ermittlung der erzielbaren Beträge ermessensabhängig ist. Der Buchwert der Anteile an nicht-börsennotierten assoziierten Unternehmen belief sich zum 31. Dezember 2025 auf 127.138 T€ (Vorjahr: 124.943 T€).
Aktienbasierte Vergütung
Für aktienbasierte Vergütungsvereinbarungen werden die Kosten aus Vereinbarungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente mit dem beizulegenden Zeitwert dieser Eigenkapitalinstrumente zum Zeitpunkt ihrer Gewährung bemessen. Zur Schätzung des beizulegenden Zeitwerts muss für die Gewährung von Eigenkapitalinstrumenten ein geeignetes Bewertungsverfahren bestimmt werden; dieses ist abhängig von den Vertragsbedingungen. Es ist weiterhin die Bestimmung geeigneter in dieses Bewertungsverfahren einfließender Daten, darunter insbesondere die voraussichtliche Optionslaufzeit, Volatilität, Ausübungsverhalten und Dividendenrendite sowie entsprechende Annahmen erforderlich.
Im Geschäftsjahr sind Aufwendungen aus aktienbasierter Vergütung in Höhe von 9.277 T€ (Vorjahr: 10.617 T€) entstanden.
Steuern
Unsicherheiten bestehen hinsichtlich der Auslegung komplexer steuerrechtlicher Vorschriften sowie der Höhe und des Entstehungszeitpunkts künftig zu versteuernder Ergebnisse. Dem folgend sowie angesichts der Komplexität bestehender vertraglicher Vereinbarungen ist es möglich, dass Abweichungen zwischen den tatsächlichen Ergebnissen und den getroffenen Annahmen bzw. künftige Änderungen solcher Annahmen in Zukunft Anpassungen des bereits erfassten Steuerertrags und Steueraufwands erfordern.
Der Konzern bildet, basierend auf vernünftigen Schätzungen, Verbindlichkeiten für mögliche Auswirkungen steuerlicher Außenprüfungen in den Ländern, in denen er tätig ist. Die Höhe solcher Verbindlichkeiten basiert auf verschiedenen Faktoren, wie beispielsweise der Erfahrung aus früheren steuerlichen Außenprüfungen und unterschiedlichen Auslegungen der steuerrechtlichen Vorschriften durch das steuerpflichtige Unternehmen und die zuständige Steuerbehörde. Solche unterschiedlichen Auslegungen können sich aus einer Vielzahl verschiedener Sachverhalte ergeben, abhängig von den Bedingungen, die im Sitzland des jeweiligen Konzernunternehmens vorherrschen. Der Buchwert der Ertragssteuerschulden betrug zum 31. Dezember 2025 63.054 T€ (Vorjahr: 48.004 T€) und betrifft im Wesentlichen die laufenden Steuern des Geschäftsjahres.
Latente Steueransprüche werden für nicht genutzte steuerliche Verluste in dem Maße angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass hierfür zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, sodass die Verlustvorträge tatsächlich genutzt werden können. Bei der Ermittlung der Höhe der latenten Steueransprüche, die aktiviert werden können, ist eine wesentliche Ermessensausübung des Managements bezüglich des erwarteten Eintrittszeitpunkts und der Höhe des künftig zu versteuernden Einkommens sowie der zukünftigen Steuerplanungsstrategien erforderlich.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte werden in der Bilanz abzüglich der vorgenommenen Wertberichtigungen ausgewiesen. Die Wertberichtigung erfolgt auf der Grundlage von erwarteten Kreditverlusten anhand regelmäßiger Überprüfungen sowie Bewertungen im Rahmen der Kreditüberwachung. Die hierzu getroffenen Annahmen über das Zahlungsverhalten und die Bonität der Kunden unterliegen wesentlichen Unsicherheiten. Der Buchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrug zum 31. Dezember 2025 497.307 T€ (Vorjahr: 545.713 T€). Der Buchwert der Vertragsvermögenswerte betrug zum 31. Dezember 2025 804.125 T€ (Vorjahr: 818.250 T€).
Vorräte
Vorräte sind mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte Verkaufserlös abzüglich der erwarteten notwendigen Kosten bis zum Veräußerungszeitpunkt. Die Bewertung fußt dabei unter anderem auch auf Gängigkeitsabschlägen. Die Höhe der Abschläge stellt eine bestmögliche Schätzung des Nettoveräußerungswerts dar und ist daher mit Schätzungsunsicherheiten behaftet. Die Buchwerte der Vorräte zum Bilanzstichtag betrugen 93.792 T€ (Vorjahr: 119.667 T€). Zu weiteren Informationen wird auf Anhangangabe 22 verwiesen.
Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte
Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte werden beim erstmaligen Ansatz zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden nach erstmaligem Ansatz linear über die angenommene wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Die angenommenen Nutzungsdauern basieren auf Erfahrungswerten und sind mit wesentlichen Unsicherheiten, insbesondere bezüglich unvorhergesehener technologischer Entwicklung, behaftet. Bei der Festlegung des Zeitpunkts der Aktivierung und des Abschreibungsbeginns für das 5G Funkspektrum wurden Ermessensentscheidungen getroffen.
Der Buchwert der Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer betrug zum 31. Dezember 2025 4.730.605 T€ (Vorjahr: 4.365.860 T€). Darin enthalten sind Frequenzlizenzen in Höhe von 947.283 T€ (Vorjahr: 988.102 T€).
Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten
Für die Dauer des Leasingverhältnisses wird ein Nutzungsrecht in Höhe des Barwerts der künftigen Leasingzahlungen zuzüglich anfänglicher direkter Kosten, Vorauszahlungen und Rückbaukosten sowie abzüglich erhaltener Anreizzahlungen aktiviert, der planmäßig über die Vertragslaufzeit amortisiert wird. Gleichzeitig erfolgt die Passivierung einer Leasingverbindlichkeit in Höhe der künftigen Leasingzahlungen vermindert um den Zinsanteil.
Die Verträge über die Geschäftsräume an den Standorten in Montabaur und Karlsruhe enthalten Verlängerungsoptionen. Für die Laufzeit dieser Verträge wurde aufgrund ihrer strategischen Bedeutung für den Konzern eine Laufzeit bis 2033 angenommen, mit Ausnahme zweier Verträge für im Jahr 2020 bezogene Gebäude in Karlsruhe mit einer angenommenen eine Laufzeit bis 2035. Für die Verträge für Bürogebäude an den anderen Standorten werden Verlängerungsoptionen überwiegend nicht in die Bestimmung der Laufzeit einbezogen, da diese Vermögenswerte vom Konzern ohne wesentliche Kosten ersetzt werden könnten.
Die Leasingverhältnisse für Antennenstandorte im Zusammenhang mit dem 1&1 Mobilfunknetz haben üblicherweise eine unkündbare Grundmietzeit von zwanzig Jahren. Verlängerungsoptionen werden nicht in die Laufzeit einbezogen, da zum Zeitpunkt des Abschlusses des Leasingverhältnisses nicht hinreichend sicher von einer Inanspruchnahme der Verlängerungsoptionen ausgegangen werden kann.
Für die Bewertung der Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten wird der Grenzfremdkapitalzinssatz herangezogen. Zur Ermittlung des Grenzfremdkapitalzinssatzes werden Referenzzinssätze für einen Zeitraum von bis zu 25 Jahren aus laufzeitadäquaten risikolosen Zinssätzen, erhöht um Kreditrisikoaufschläge abgeleitet.
Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen
Unternehmenszusammenschlüsse werden unter Zugrundelegung der Erwerbsmethode bilanziert. Geschäfts- oder Firmenwerte aus einem Unternehmenszusammenschluss ergeben sich bei erstmaligem Ansatz als Überschuss der Anschaffungskosten des Unternehmenserwerbs über die beizulegenden Zeitwerte der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden. Im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses anfallende Kosten werden als Aufwand erfasst und im sonstigen betrieblichen Aufwand ausgewiesen.
Die Bestimmung der zum Erwerbsstichtag jeweils beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten unterliegt dabei wesentlichen Schätzungsunsicherheiten. Bei der Identifizierung von immateriellen Vermögenswerten wird in Abhängigkeit von der Art des immateriellen Vermögenswerts und der Komplexität der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts entweder auf unabhängige Gutachten externer Bewertungsgutachter zurückgegriffen oder der beizulegende Zeitwert wird intern unter Verwendung einer angemessenen Bewertungstechnik für den jeweiligen immateriellen Vermögenswert ermittelt, deren Basis üblicherweise die Prognose der insgesamt erwarteten künftigen generierten Zahlungsmittel ist. Diese Bewertungen sind eng verbunden mit den Annahmen und Schätzungen, die das Management bezüglich der künftigen Entwicklung der jeweiligen Vermögenswerte getroffen hat, sowie des anzuwendenden Diskontierungszinssatzes.
Rückstellungen
Eine Rückstellung wird dann gebildet, wenn der Konzern eine rechtliche oder faktische Verpflichtung aufgrund eines vergangenen Ereignisses hat, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung der Verpflichtung wahrscheinlich und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Solche Schätzungen unterliegen wesentlichen Unsicherheiten. Der Buchwert der Rückstellungen betrug zum 31. Dezember 2025 122.191 T€ (Vorjahr: 93.752 T€).
Klassifizierung als nicht fortgeführter Geschäftsbereich
Eine Klassifizierung als aufgegebener Geschäftsbereich erfolgt erst dann, wenn – zusätzlich zur Erfüllung der Kriterien für eine Einstufung als zur Veräußerung gehalten gemäß IFRS 5 – die betreffende Aktivität eine eigenständige, gesondert wesentliche Geschäftseinheit oder geografische Region darstellt bzw. Teil eines einheitlichen Plans zur Veräußerung einer solchen Komponente ist. Die Beurteilung beinhaltet wesentliche Ermessensentscheidungen, insbesondere zur Abgrenzung der relevanten Komponente und ihrer strategischen Bedeutung.

4.
Unternehmenszusammenschlüsse und -beteiligungen
4.1
Unternehmenszusammenschlüsse des Geschäftsjahres
Im Geschäftsjahr 2025 sind wie im Vorjahr keine Unternehmenszusammenschlüsse durchgeführt worden.
4.2
Unternehmensbeteiligungen des Geschäftsjahres
Konzerninterne Veräußerung der 1&1 Versatel an die 1&1 AG
Die United Internet Management Holding SE (UIMH) wurde konzernintern inklusive ihrer Tochtergesellschaft 1&1 Versatel GmbH an die 1&1 AG mit wirtschaftlicher Wirkung zum Ablauf des 30. November 2025 veräußert. Durch diese konzerninterne Umstrukturierung wurden die Aktivitäten und Kompetenzen im Telekommunikationsgeschäft unter dem Dach der 1&1 AG gebündelt.
Die konzerninterne Veräußerung der UIMH an die 1&1 AG, die nur zu 86,46 % im Eigentum der United Internet AG ist, führte zu einer Erhöhung des auf die Anteilseigner der United Internet AG entfallenden Eigenkapitals in Höhe von 33.652 T€ und einer dementsprechenden Reduzierung der nicht beherrschenden Anteile. Für weitere Details wird auf Anhangangabe 41 verwiesen.
Veräußerung des Geschäftsfelds „Energy“
Zum 15. Oktober 2025 wurde das Geschäftsfeld „Energy“, welches das Energie- und Gaskundengeschäft im Segment „Consumer Applications“ umfasste, veräußert. Der Saldo der veräußerten Vermögenswerte und Schulden war nicht wesentlich. Hieraus resultierte ein Ertrag aus der Entkonsolidierung in Höhe von 6,0 Mio. €.
Geplante Aufgabe des Geschäftsfeld „AdTech“
Die zu United Internet gehörende IONOS Group SE hat im September 2025 entschieden, die Sedo GmbH inkl. ihrer Tochterunternehmen und somit das IONOS Geschäftsfeld „AdTech“ zu veräußern. Das Geschäftsfeld AdTech hat sich insbesondere im letzten Halbjahr 2025 – auch bedingt durch veränderte Marktgegebenheiten – zunehmend vom Zweitmarkt für die Nutzung und den Handel von Domains hin zu einer Plattform für Traffic-Monetarisierung und damit einem Bestandteil des digitalen Werbemarkts entwickelt. Gleichzeitig hat sich der Bereich AdTech damit vom Kerngeschäft der IONOS Gruppe entfernt. Infolge der Entscheidung zur Veräußerung wird Sedo gemäß IFRS 5 als nicht fortgeführter Geschäftsbereich bilanziert. Es wird auf die Anhangangabe 16 verwiesen.
Ausstieg von Warburg Pincus bei IONOS
Warburg Pincus hat am 27. März 2025 seine Anteile an der IONOS Group SE vollständig veräußert (Beteiligungsquote zum 31. Dezember 2024: 16,2%). Durch den Ausstieg wurden unter anderem bedingte Kaufpreiszahlungen von Warburg Pincus an United Internet in Höhe von insgesamt 45,0 Mio. € und von IONOS an die Deutsche Telekom aus dem Erwerb der STRATO AG im Jahr 2017 in Höhe von 34,0 Mio. € fällig. Des Weiteren sind im Zusammenhang mit dem Ausstieg von Warburg Pincus weitere Anschaffungspreisanpassungen aus dem Rückerwerb des Jahres 2021 in Höhe von 9,9 Mio. € fällig geworden, die ergebnisneutral im Eigenkapital erfasst wurden.
Zukauf von 1&1 Aktien
Im Geschäftsjahr 2025 hat die United Internet AG ihre Beteiligungsquote an der 1&1 AG in mehreren Schritten erhöht. Im April 2025 wurden 4,4 Mio. Aktien der 1&1 AG zu einem Kaufpreis von rund 60,8 Mio. € erworben, wodurch sich die Beteiligungsquote von 78,32 % auf 80,81 % erhöhte. Im Juni 2025 veröffentlichte die Gesellschaft ein freiwilliges öffentliches Erwerbsangebot über 18,50 € je Aktie. Im Rahmen dieses Angebots wurden insgesamt rund 7,6 Mio. Aktien für etwa 140,3 Mio. € erworben, sodass die Beteiligungsquote auf 85,10 % anstieg. Ende August 2025 erfolgte ein weiterer Erwerb von 2,4 Mio. Aktien für rund 44,9 Mio. €, wodurch sich die Beteiligungsquote auf 86,46 % erhöhte. Insgesamt erwarb die United Internet AG im Jahr 2025 damit rund 14,4 Mio. Aktien der 1&1 AG im Gesamtvolumen von rund 247,0 Mio. € (inkl. Erwerbsnebenkosten), und erhöhte ihre Beteiligungsquote entsprechend.
4.3
Unternehmensbeteiligungen des Vorjahres
Verwässerung und Verlust des maßgeblichen Einflusses auf die Beteiligung an Kublai/Tele Columbus
Zum 31. Dezember 2023 hielt United Internet eine Beteiligung von 40% an der Kublai GmbH, die 97,67 % (Vorjahr 95,39 %) der Tele Columbus AG hält. Ende 2023 beantragte die Mitgesellschafterin Hilbert Management GmbH, eine mittelbare Tochtergesellschaft der Morgan Stanley Infrastructure Inc. („MSI“), eine bedingte Kapitalerhöhung, der United Internet aufgrund der bestehenden Regelungen des Shareholders‘ Agreement zustimmen musste.
Aufgrund unterschiedlicher Auffassungen zwischen den Mitgesellschaftern MSI und United Internet über die zukünftige Finanzierung der Kublai GmbH nahm United Internet nicht an der Kapitalerhöhung teil. Weiterhin erachtete United Internet die der Kapitalerhöhung zugrunde gelegte Bewertung als unangemessen niedrig und die sich damit ergebende Verwässerung als zu weitreichend. United Internet kündigte daher bereits Ende 2023 das vertraglich vorgesehene Verwässerungsschutzverfahren an und behielt sich das Recht vor, die vertraglich angelegten Catch-up-Rechte zu einem späteren Zeitpunkt geltend zu machen und ihren Kapitalanteil wieder aufzustocken.
Die Kapitalerhöhung wurde Ende des ersten Quartals 2024 durchgeführt und führte rechnerisch zu einer Verwässerung der Beteiligung von United Internet an Kublai auf 4,71%. Da die Catch-up-Rechte zunächst als potenzielle Stimmrechte zu berücksichtigen waren, war mit der Verwässerung nicht unmittelbar der Verlust des maßgeblichen Einflusses verbunden.
Am 14. Juni 2024 gab die United Internet AG bekannt, keine weiteren Investitionen in die Kublai GmbH zu tätigen. Mit dieser Entscheidung verzichtete United Internet auf das Catch-up-Recht, die im Rahmen der Kapitalerhöhung erfolgte Verwässerung ihrer Anteile an Kublai von 4,71% wieder auf 40% aufzustocken. Die der durch MSI vollzogenen Kapitalerhöhung der Kublai GmbH zugrunde gelegte Bewertung wird weiterhin als unangemessen niedrig erachtet.
Erst mit dieser Entscheidung und deren Bekanntgabe am 14. Juni 2024 verlor United Internet letztlich den maßgeblichen Einfluss auf Kublai.
Bis zum Zeitpunkt des Verlusts des maßgeblichen Einflusses wurde ein Equity-Ergebnis mit der jeweils anteiligen Quote von insgesamt -32,3 Mio. € erfasst.
Ab dem Zeitpunkt des Verlusts maßgeblichen Einflusses stellte die Beteiligung einen finanziellen Vermögenswert nach IFRS 9 dar. Infolgedessen wurde die Beteiligung von "Anteilen an assoziierten Unternehmen" in "Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte" umgegliedert (siehe auch Anhangangaben 25 und 26).
Der zurückbehaltene Anteil war seitdem zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten und eine etwaige Differenz im Zeitpunkt des Übergangs zwischen
(a) dem beizulegenden Zeitwert des zurückbehaltenen Anteils und
(b) dem Buchwert der Beteiligung zum Zeitpunkt der Beendigung der Anwendung der Equity-Methode
erfolgswirksam zu erfassen.
Für das Geschäftsjahr 2024 ergab sich aus dem Verwässerungsverlust und dem Verlust des maßgeblichen Einflusses eine nicht-cashwirksame Wertminderung auf die Beteiligung an der Kublai GmbH in Höhe von insgesamt 170.533 T€.
Nach der Umgliederung werden die Anteile gemäß IFRS 9 zum beizulegenden Zeitwert erfasst, wobei Wertänderungen erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis (Fair Value through Other Comprehensive Income – FVOCI) berücksichtigt werden. Das Wahlrecht zur Abbildung der Wertänderung im OCI wurde getroffen, da die entsprechenden Werteffekte nicht Teil der operativen Ergebnisse der UI-Gruppe darstellen.
Zum Zeitpunkt des Verlusts des maßgeblichen Einflusses im zweiten Quartal 2024 wurde die verbleibende 4,71%ige Beteiligung mit einem beizulegenden Zeitwert von 52,5 Mio. € erfasst. Die Wertänderung der Anteile auf 71,8 Mio. € bis zum Stichtag des Vorjahres wurde in Höhe von 19,3 Mio. € im sonstigen Ergebnis (OCI) erfasst. Für Angaben zur weiteren Entwicklung der Bewertung der Beteiligung im Geschäftsjahr 2025 verweisen wir auf Anhangangabe 26.
United Internet hat bereits das vertraglich vorgesehene Verwässerungsschutzverfahren eingeleitet und die von MSI vorgenommene Bewertung zur Überprüfung einem Schiedsgericht vorgelegt. Sollte das Gericht der Auffassung von United Internet folgen und die vor der Kapitalerhöhung beauftragte Bewertung bestätigen, könnte United Internet ein Ausgleichsbetrag von ca. 300 Mio. € zugesprochen werden. Bei einer abweichenden Auffassung des Gerichts könnte der zugesprochene Anspruch bzw. Ausgleichsbetrag entsprechend geringer ausfallen. Die bilanziellen Voraussetzungen für eine erfolgswirksame Erfassung eines etwaigen Ausgleichsbetrags sind bislang nicht erfüllt (Eventualforderung).
Einstellung des Geschäftsfeldes „De-Mail“
Zum 31. Dezember 2024 wurde das Geschäftsfeld „De-Mail“ im Segment ‚Consumer Applications‘ eingestellt. Der aus der Einstellung resultierende Saldo der Vermögenswerte und Schulden war nicht wesentlich.
Veräußerung IONOS Aktien durch Warburg Pincus
Nach der Veräußerung von IONOS Aktien durch Warburg Pincus im Geschäftsjahr 2024 hatte sich deren Beteiligungsquote von 21,2 % auf 16,2 % reduziert. 19,7 % befanden sich im Streubesitz. Der Anteil der United Internet an IONOS hatte sich durch die Veräußerung nicht geändert und lag weiterhin bei 63,8 %. Darüber hinaus hielt die IONOS Group zum 31. Dezember 2024 0,3 % eigene Aktien.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
Aufgrund der Klassifizierung des Geschäftsfelds „AdTech“ als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 werden die entsprechenden Ergebnisbeiträge in der Gewinn- und Verlustrechnung separat ausgewiesen. In den einzelnen Zeilen der Gewinn- und Verlustrechnung sind ausschließlich die Ergebnisse aus fortgeführten Geschäftsbereichen enthalten. Zur Wahrung der Vergleichbarkeit wurden die Vorjahreszahlen entsprechend rückwirkend angepasst.
5.
Umsatzerlöse / Segmentberichterstattung
Nach IFRS 8 basiert die Identifikation von berichtspflichtigen operativen Segmenten auf dem sogenannten Managementansatz. Danach erfolgt die externe Berichterstattung auf Basis der konzerninternen
Organisations- und Managementstruktur sowie der internen Finanzberichterstattung an das oberste Führungsgremium (Chief Operating Decision Maker). In der United Internet Gruppe ist der Vorstand der United Internet AG verantwortlich für die Bewertung und Steuerung des Geschäftserfolgs der Segmente.
Die operative Geschäftstätigkeit des Konzerns gliedert sich in die beiden Geschäftsbereiche „Access“ und „Applications“, die sich wiederum in die Segmente „Consumer Access“ und „Business Access“ sowie „Consumer Applications“ und „Business Applications“ unterteilen.
Eine Beschreibung der Produkte und Dienstleistungen findet sich in Abschnitt 2.1 unter den Ausführungen zur Umsatzrealisierung. Unter dem Segment „Corporate“ werden im Wesentlichen Holdingfunktionen subsumiert.
Die Steuerung durch den Vorstand der United Internet AG erfolgt überwiegend auf Basis von Ergebniskennzahlen. Dabei misst der Vorstand der United Internet AG den Erfolg der Segmente primär anhand der Umsatzerlöse und des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA). Transaktionen zwischen den Segmenten werden zu Marktpreisen berechnet. Die Informationen zu den Umsatzerlösen sind dem Land, in dem das Unternehmen seinen Sitz hat, zugeordnet. Bei der Überleitung werden die Ergebnisse der Segmente auf die Gesamtsumme der United Internet Gruppe übergeleitet.
Die Segmentberichterstattung der United Internet AG stellt sich für das Geschäftsjahr 2025 wie folgt dar:
Januar - Dezember 2025 (Mio. €)
Segment Consumer Access
Segment Business Access
Segment Consumer Applications
Segment Business Applications (1)
Corporate
Überleitung/
Konsolidierung
United Internet-Gruppe
Segmentumsatz
4.095,9
586,7
338,7
1.316,9
81,3
–299,6
6.119,9
- davon Inland
4.095,9
586,7
336,6
733,4
81,3
–299,6
5.534,2
- davon Ausland
0,0
0,0
2,1
583,5
0,0
0,0
585,6
Segmentumsatz aus Transaktionen mit anderen Segmenten
27,1
120,5
31,9
43,6
76,6
0,0
299,7
Segmentumsatz aus Verträgen mit Kunden
4.068,8
466,2
306,9
1.273,3
4,7
0,0
6.119,9
- davon Inland
4.068,8
466,2
304,8
689,8
4,7
0,0
5.534,2
- davon Ausland
0,0
0,0
2,1
583,5
0,0
0,0
585,6
Umsatzkosten
–3.164,0
–572,9
–139,6
–534,6
–25,8
228,7
–4.208,1
EBITDA
521,5
167,2
130,9
464,1
6,5
–0,4
1.289,8
Finanzergebnis
 
 
 
 
 
 
–137,7
Ergebnis aus at-equity bilanzierten Unternehmen
 
 
 
 
 
 
8,4
Ergebnis aus dem Verlust des maßgeblichen Einflusses
 
 
 
 
 
 
0
EBT
 
 
 
 
 
 
463,7
Steueraufwendungen
 
 
 
 
 
 
–96,9
Konzernergebnis (aus fortgeführten Geschäftsbereichen)
 
 
 
 
 
 
366,8
Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen
 
 
 
27,3
 
0,6
27,9
Vermögenswerte (langfristig)
2.935,8
402,3
229,7
1.191,3
2.009,3
–2.989,8
3.778,6
- davon Inland
2.935,8
402,3
229,4
851,8
2.009,3
–2.989,8
3.438,7
- davon Anteile an assoziierten Unternehmen
0,0
0,0
0,0
0,8
114,5
---
115,4
- davon sonstige finanzielle Vermögenswerte
2,9
4,0
3,9
364,9
1.894,7
–2.235,3
35,0
- davon Firmenwerte
2.932,9
398,3
225,5
486,1
0,0
–754,5
3.288,4
- davon Ausland
0,0
0,0
0,3
339,5
0,0
0,0
339,9
- davon Anteile an assoziierten Unternehmen
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
---
0,0
- davon sonstige finanzielle Vermögenswerte
0,0
0,0
0,0
5,1
0,0
0,0
5,1
- davon Firmenwerte
0,0
0,0
0,3
334,5
0,0
0,0
334,8
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
(ohne Firmenwerte)
575,7
445,9
18,5
85,4
7,5
–13,9
1.119,0
Anzahl der Mitarbeitenden
3.063
1.615
1.089
4.115
665
---
10.547
- davon Inland
3.063
1.615
1.088
2.008
665
---
8.439
- davon Ausland
0
0
1
2.107
0
---
2.108
(1)Nach Bilanzierung von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 zum 31. Dezember 2025; Vorjahr angepasst.

Die Segmentberichterstattung der United Internet AG stellt sich für das Geschäftsjahr 2024 wie folgt dar:
Januar - Dezember 2024 (Mio. €)
Segment Consumer Access
Segment Business Access
Segment Consumer Applications
Segment Business Applications (1)
Corporate
Überleitung/
Konsolidierung
United Internet-Gruppe
Segmentumsatz
4.064,3
574,9
324,5
1.248,1
151,0
–345,8
6.017,0
- davon Inland
4.064,3
574,9
322,4
687,0
151,0
–345,8
5.453,8
- davon Ausland
0,0
0,0
2,1
561,0
0,0
0,0
563,2
Segmentumsatz aus Transaktionen mit anderen Segmenten
16,0
105,6
33,6
45,7
144,9
0,0
345,8
Segmentumsatz aus Verträgen mit Kunden
4.048,3
469,3
291,0
1.202,4
6,1
0,0
6.017,0
- davon Inland
4.048,3
469,3
288,8
641,3
6,1
0,0
5.453,8
- davon Ausland
0,0
0,0
2,1
561,0
0,0
0,0
563,2
Umsatzkosten
–3.022,1
–548,2
–141,1
–539,5
–29,6
216,4
–4.063,9
EBITDA
590,8
165,0
112,5
387,4
2,4
–7,3
1.250,9
Finanzergebnis
 
 
 
 
 
 
–136,7
Ergebnis aus at-equity bilanzierten Unternehmen
 
 
 
 
 
 
–27,4
Ergebnis aus dem Verlust des maßgeblichen Einflusses
 
 
 
 
 
 
–170,5
EBT
 
 
 
 
 
 
261,3
Steueraufwendungen
 
 
 
 
 
 
–243,4
Konzernergebnis (aus fortgeführten Geschäftsbereichen)
 
 
 
 
 
 
17,9
Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen
 
 
 
40,1
 
0,3
40,4
Vermögenswerte (langfristig)
2.935,7
402,2
227,5
1.197,4
1.065,5
–1.984,8
3.843,6
- davon Inland
2.935,7
402,2
227,2
858,4
1.065,5
–1.984,8
3.504,3
- davon Anteile an assoziierten Unternehmen
0,0
0,0
0,0
2,4
122,5
---
124,9
- davon sonstige finanzielle Vermögenswerte
2,7
4,0
1,7
364,9
943,0
–1.230,3
85,9
- davon Firmenwerte
2.932,9
398,3
225,5
491,2
0,0
–754,5
3.293,5
- davon Ausland
0,0
0,0
0,4
339,0
0,0
0,0
339,3
- davon Anteile an assoziierten Unternehmen
0,0
0,0
0,0
0,1
0,0
---
0,1
- davon sonstige finanzielle Vermögenswerte
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
- davon Firmenwerte
0,0
0,0
0,4
338,9
0,0
0,0
339,3
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
(ohne Firmenwerte)
625,0
576,3
14,4
91,5
12,4
–3,2
1.316,3
Anzahl der Mitarbeitenden (2)
3.268
1.635
1.095
4.072
713
---
10.783
- davon Inland
3.268
1.635
1.092
2.115
713
---
8.823
- davon Ausland
0
0
3
1.957
0
---
1.960
(1)Nach Bilanzierung von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 zum 31. Dezember 2025; Vorjahr angepasst.
(2)Anpassung der Anzahl der Mitarbeitenden 2024 aufgrund geänderter Berechnungslogik: Seit Juli 2025 werden freigestellte Mitarbeitende sowie Mitarbeitende in der Passivphase der Altersteilzeit bei den inaktiven Mitarbeitenden ausgewiesen.

Das EBITDA entspricht dem in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung ausgewiesenen Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) zuzüglich der in Anhangangabe 11 berichteten Abschreibungen, die insoweit auch für eine Überleitung zum Konzernergebnis zu berücksichtigen sind. Die Spalte „Überleitung/Konsolidierung“ umfasst primär Eliminierungen und Konsolidierungseffekte und stellt keine vollständige Überleitungsrechnung dar.
Der Umsatz des Geschäftssegments „Consumer Access“ aus Verträgen mit Kunden beinhaltet im Geschäftsjahr 2025 762.138 T€ Umsatz mit Hardware (Vorjahr: 745.171 T€). Der Umsatz des Geschäftssegments „Business Access“ aus Verträgen mit Kunden beinhaltet im Geschäftsjahr 2025 7.874 T€ Umsatz mit Hardware (Vorjahr: 15.385 T€). Die restlichen Umsätze der beiden Geschäftssegmente entfallen jeweils auf Umsätze mit Dienstleistungen. Die übrigen Geschäftssegmente beinhalten ausschließlich Umsätze mit Dienstleistungen.
Aus der Kundenstruktur hat sich in den Berichtsjahren keine wesentliche Konzentration auf einzelne Kunden ergeben. In der United Internet Gruppe wurden, wie im Vorjahr, mit keinem Kunden mehr als 10 % der gesamten externen Umsatzerlöse generiert. Die Auslandsumsätze betrugen 9,6 % (Vorjahr: 10,5 %) des Konzernumsatzes.
Das oberste Führungsgremium überwacht neben Investitionen lediglich die Anteile an assoziierten Unternehmen, die langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte sowie die Firmenwerte. Die in den Segmenten dargestellten Abschreibungen beziehen sich auf übrige, nicht überwachte immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, da diese nach Festlegung der entsprechenden Nutzungsdauer weitgehend einem gewissen Automatismus unterliegen. Die langfristigen Vermögenswerte ohne Finanzinstrumente und aktive latente Steuern betragen 8.998,8 Mio. € (Vorjahr: 8.657,6 Mio. €) und entfallen mit 8.510,2Mio.€ (Vorjahr: 8.143,5 Mio. €) auf das Inland und 488,6Mio.€ (Vorjahr: 514,1 Mio. €) auf das Ausland.
Die Vertragssalden haben sich im Geschäftsjahr 2025 wie nachfolgend dargestellt entwickelt:
in T€
31.12.2025
31.12.2024
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Anhangangabe 20)
497.307
545.713
Vertragsvermögenswerte (Anhangangabe 21)
804.125
818.250
Vertragsverbindlichkeiten (Anhangangabe 33)
218.611
215.009
Der Rückgang der Vertragsvermögenswerte gegenüber dem Vorjahr ist im Wesentlichen auf den reduzierten Hardware-Umsatz im Geschäftsjahr 2025 zurückzuführen.
Im Geschäftsjahr 2025 wurden 184.019 T€ (Vorjahr: 175.033 T€) als Umsatzerlöse realisiert, die in den Vertragsverbindlichkeiten zu Beginn des Geschäftsjahres enthalten waren.
Der Gesamtbetrag des Transaktionspreises der zum Ende der Berichtsperiode nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen beträgt zum 31. Dezember 2025 1.819.075 T€. Die folgende Tabelle zeigt die Zeitbänder, in denen mit einer Realisierung der zum Stichtag bestehenden Transaktionspreise aus noch nicht erfüllten oder teilweise unerfüllten Leistungsverpflichtungen zu rechnen ist:
in T€
Gesamt
2026
2027
>2027
Consumer Access
1.543.680
1.124.518
419.163
0
Business Access
249.616
132.900
52.522
64.195
Consumer Applications (1)
0
0
0
0
Business Applications
25.778
19.594
4.851
1.334
Summe
1.819.075
1.277.011
476.536
65.528
(1)Infolge der Veräußerung und Einstellung des Geschäftsfelds "Energy“ am 15.10.2025 bestehen zum 31.12.2025 im Segment "Consumer Applications“ keine ausstehenden Leistungsverpflichtungen.
Der Gesamtbetrag des Transaktionspreises der zum Ende der Berichtsperiode nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen betrug zum 31. Dezember 2024 1.740.603 T€. Die folgende Tabelle zeigt die Zeitbänder, in denen mit einer Realisierung der zum Stichtag bestehenden Transaktionspreise aus noch nicht erfüllten oder teilweise unerfüllten Leistungsverpflichtungen zu rechnen war:
in T€
Gesamt
2025
2026
>2026
Consumer Access
1.496.901
1.144.073
352.828
0
Business Access
228.764
105.084
54.740
68.940
Consumer Applications
7.808
7.416
392
0
Business Applications
7.129
4.560
2.199
370
Summe
1.740.603
1.261.133
410.159
69.311
Die dargestellten Transaktionspreise beziehen sich auf unerfüllte Leistungsverpflichtungen aus Verträgen mit Kunden mit einer ursprünglichen Vertragslaufzeit von mehr als 12 Monaten. Sie beziehen sich auf Dienstleistungskomponenten mit zeitraumbezogener Umsatzrealisierung und auf Verträge, für die ein Einmalentgelt fakturiert wurde und welches nun über die einschlägige ursprüngliche Mindestvertragslaufzeit als Umsatzerlös erfasst wird.
6.
Umsatzkosten
T€
2025
2024
Aufwand für bezogene Leistungen
2.302.777
2.147.913
Aufwand für bezogene Waren
865.879
878.763
Abschreibungen
555.757
494.353
Personalaufwendungen
345.405
330.036
Sonstiges
138.317
212.880
Gesamt
4.208.135
4.063.945
Die Umsatzkosten sind im Verhältnis zu den Umsatzerlösen gegenüber dem Vorjahr auf 68,8 % (Vorjahr: 67,5 %) gestiegen, was zu einem Rückgang der Bruttomarge auf 31,2 % (Vorjahr: 32,5 %) führte.
Der Anstieg der Umsatzkosten resultiert im Wesentlichen aus Aufwendungen für Aufbau und Betrieb des 1&1Mobilfunknetzes sowie aus Vorleistungskosten aus der NationalRoamingVereinbarung mit Vodafone und spiegelt zudem höhere Abschreibungen im 5GBereich wider. Im Geschäftsjahr 2025 sind hingegen die Betriebskosten der Rechenzentren gesunken. Zusammen mit den Logistikaufwendungen bilden sie den wesentlichen Bestandteil der Sonstigen Umsatzkosten. Für weitere Details wird auf die Anhangangabe 11 verwiesen.
7.
Vertriebskosten
T€
2025
2024
Personalaufwendungen
350.973
355.712
Marketingaufwendungen
281.273
292.564
Vertriebsprovisionen
155.269
147.322
Abschreibungen
96.643
121.563
Sonstiges
62.365
57.880
Gesamt
946.523
975.042
Die Vertriebskosten sind im Verhältnis zu den Umsatzerlösen leicht auf 15,5 % gesunken (Vorjahr: 16,2 %). Der Rückgang ist im Wesentlichen auf niedrigere Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus Unternehmenserwerben zurückzuführen. Die sonstigen Vertriebskosten beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen für Kundenpflege und Produktmanagement.
8.
Verwaltungskosten
T€
2025
2024
Personalaufwendungen
130.365
123.182
Abschreibungen
44.380
39.004
Rücklastschriftgebühren und sonstige Kosten des Geldverkehrs
29.991
28.683
Rechts- und Beratungskosten
26.883
19.567
Instandhaltungskosten
16.735
14.407
Sonstiges
52.631
59.096
Gesamt
300.985
283.939
Die sonstigen Verwaltungskosten beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen im Zusammenhang mit Debitorenmanagement, Fremdleistungen, Versicherungsbeiträge sowie Abschluss und Prüfungskosten.
9.
Sonstige betriebliche Aufwendungen / Erträge
9.1
Sonstige betriebliche Aufwendungen
T€
2025
2024
Aufwendungen aus Fremdwährungsumrechnung
8.130
10.815
Periodenfremde Aufwendungen
1.974
4.787
Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen
1.315
282
Sonstige Steuern
1.053
1.038
Derivate
97
30
Sonstiges
8.543
6.133
Gesamt
21.112
23.085
Die Aufwendungen aus der Fremdwährungsumrechnung enthalten im Wesentlichen Verluste aus Kursänderungen zwischen Entstehungs- und Zahlungszeitpunkt von Fremdwährungsforderungen und - verbindlichkeiten sowie Kursverluste aus der Bewertung zum Stichtagskurs. Kursgewinne aus diesen Posten werden unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Eine saldierte Betrachtung führt zu einem Nettoertrag von 6.743 T€ (Vorjahr: Nettoaufwand von 5.985 T€). Der Anstieg der aus Fremdwährungstransaktionen resultierenden Netto-Wechselkurseffekte resultiert aus der Erhöhung des Durchschnittskurses des Euro gegenüber dem US-Dollar und dem Britischen Pfund im Geschäftsjahr 2025.
9.2
Sonstige betriebliche Erträge
T€
2025
2024
Erträge aus Mahngebühren und Rücklastschriften
46.774
39.125
Erträge aus Fremdwährungsumrechnung
14.873
4.830
Projektzuschüsse
11.155
5.465
Erträge aus Entkonsolidierung
5.985
0
Periodenfremde Erträge
3.543
2.630
Erträge Abgang Sachanlagen
1.563
1.754
Erträge Auflösung Rückstellungen
970
1.791
Derivate
92
2.071
Sonstiges
6.695
8.242
Gesamt
91.649
65.908
Die Erträge aus der Fremdwährungsumrechnung enthalten im Wesentlichen Gewinne aus Kursänderungen zwischen Entstehungs- und Zahlungszeitpunkt von Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten sowie Kursgewinne aus der Bewertung zum Stichtagskurs. Kursverluste aus diesen Posten werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.
Die Erträge aus Projektzuschüssen enthalten im Wesentlichen Kostenbeteiligungen an Projekten im Segment „Business Applications“.
Die Erträge aus Entkonsolidierung in Höhe von 5.985 T€ resultieren aus der Veräußerung des Geschäftsfelds „Energy“ zum 15. Oktober 2025. Für weitere Details wird auf die Anhangangabe 4 verwiesen.
10.
Wertminderungsaufwendungen auf Forderungen und
Vertragsvermögenswerte
Die Wertminderungsaufwendungen auf Forderungen und Vertragsvermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:
T€
2025
2024
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
81.981
82.467
Vertragsvermögenswerte
59.714
58.451
Gesamt
141.695
140.918
11.
Abschreibungen und Wertminderungen
Die Abschreibungen und Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen setzen sich wie folgt zusammen:
T€
2025
2024
Umsatzkosten
555.757
494.353
Vertriebskosten
96.643
121.563
Verwaltungskosten
44.380
39.004
Gesamt
696.779
654.920
Die ausgewiesenen Abschreibungen enthalten nicht die Abschreibungen des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs und weichen daher von den in der Kapitalflussrechnung dargestellten Abschreibungen ab, die beide Geschäftsbereiche umfassen.
Die Abschreibungen beinhalten auch die Abschreibungen auf die im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierten Vermögenswerte. Diese verteilen sich auf die aktivierten Vermögenswerte wie folgt:
T€
2025
2024
Immaterielle Vermögenswerte
 
 
Kundenstamm / Auftragsbestand
84.843
108.629
Software
1.340
2.264
 
86.182
110.893
Materielle Vermögenswerte
 
 
Netzinfrastruktur
3.000
3.165
Gesamt
89.182
114.058
Die Werthaltigkeitsüberprüfung der immateriellen Vermögenswerte, die einer unbestimmten Nutzungsdauer unterliegen, wurde zum Bilanzstichtag auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten vorgenommen.
Die Abschreibungen auf im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierte Vermögenswerte verteilen sich auf die Unternehmenszusammenschlüsse wie folgt:
T€
2025
2024
1&1
60.913
84.696
STRATO
13.247
13.297
1&1 Versatel
8.607
8.772
home.pl
3.064
3.017
we22
1.492
2.416
World4You
1.847
1.847
Cronon
12
12
Gesamt
89.182
114.058
Der Rückgang der Abschreibungen resultiert im Wesentlichen aus dem planmäßigen Auslaufen der Abschreibung auf den im Zuge der Erstkonsolidierung der DrillischAG erworbenen Kundenstamm im August2025.
12.
Personalaufwendungen
Die Personalaufwendungen verteilen sich auf die Funktionsbereiche wie folgt:
T€
2025
2024
Umsatzkosten
345.405
330.036
Vertriebskosten
350.973
355.712
Verwaltungskosten
130.365
123.182
Gesamt
826.743
808.930
Die Personalaufwendungen beinhalten Aufwendungen für Löhne und Gehälter in Höhe von 700.482 T€ (Vorjahr: 689.789 T€) und Aufwendungen im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von 126.261 T€ (Vorjahr: 119.141 T€). Der Anstieg der Personalaufwendungen ist im Wesentlichen bedingt durch Gehaltanpassungen. Personalaufwendungen im Zusammenhang mit Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen belaufen sich auf insgesamt 9.277 T€ (Vorjahr: 10.617 T€).
Die Zahl der Mitarbeitenden verringerte sich gegenüber dem Vorjahr leicht von 10.783 auf 10.547 zum Jahresende:
 
2025
2024
Inland
8.439
8.823
Ausland
2.108
1.960
davon Philippinen
648
504
davon Spanien
458
444
davon Polen
306
319
davon Großbritannien
239
242
davon Rumänien
287
284
davon USA
108
100
davon Österreich
50
58
davon Frankreich
12
9
Gesamt
10.547
10.783
davon männlich
68 %
67 %
davon weiblich
32 %
33 %
*Anpassung der Anzahl der Mitarbeitenden 2024 aufgrund geänderter Berechnungslogik: Seit Juli 2025 werden freigestellte Mitarbeitende sowie Mitarbeitende in der Passivphase der Altersteilzeit bei den inaktiven Mitarbeitenden ausgewiesen.
Die durchschnittliche Zahl der nach § 314 HGB berechneten Arbeitnehmer (also aktive Mitarbeitende, ohne Vorstände, Geschäftsführer, Auszubildende, Volontäre, Praktikanten, Studierende im dualen Studium) belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf 10.447 (Vorjahr: 10.598), davon 8.413 (Vorjahr: 8.647) im Inland und 2.034 (Vorjahr: 1.951) im Ausland. Darin enthalten sind auch Arbeitnehmer aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen.
Für die betriebliche Altersversorgung bestehen im Konzern beitragsorientierte Zusagen. Bei den beitragsorientierten Zusagen (Defined Contribution Plans) zahlt das Unternehmen aufgrund gesetzlicher Bestimmungen Beiträge an staatliche Rentenversicherungsträger. Mit Zahlung der Beiträge bestehen für das Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen. Die laufenden Beitragszahlungen sind als Aufwand des jeweiligen Jahres ausgewiesen. Sie beliefen sich im Geschäftsjahr 2025 auf insgesamt 49.568T€ (Vorjahr: 48.529 T€) und betrafen überwiegend in Deutschland für die gesetzliche Rentenversicherung geleistete Beiträge.
Hiervon entfielen aufgrund von Beitragsbefreiungen 0 T€ (Vorjahr: 0 T€) auf Beitragszahlungen für
nahestehende Personen.
13.
Finanzierungsaufwendungen
T€
2025
2024
Darlehen und Kontokorrentkredite
118.971
105.338
Finanzierungskosten aus Leasingverhältnissen
48.132
35.572
Folgebewertung Kaufpreisverbindlichkeit
10.347
15.155
Bewertung eingebettete Derivate
0
3.381
Zinsaufwand aus Stundung der Frequenzverbindlichkeiten
5.211
5.631
Zinsaufwand aus steuerlicher Betriebsprüfung
571
1.404
Sonstige
687
754
Summe Finanzierungsaufwendungen
183.918
167.235
Die Folgebewertung Kaufpreisverbindlichkeit und die Bewertung eingebettete Derivate betreffen die ergebniswirksame Bewertung der im Rahmen der Beteiligung von Warburg Pincus im Geschäftsbereich Business Applications vereinbarten Kaufpreisverbindlichkeiten und Derivate, deren Bewertung insbesondere vom Unternehmenswert der IONOS Group SE abhängt. Warburg Pincus hat seine Anteile an der IONOS Group SE am 27. März 2025 vollständig veräußert. Die Kaufpreisverbindlichkeit sowie die eingebetteten Derivate wurden dadurch fällig. Für weitere Informationen wird auf die Anhangangabe 35.1 verwiesen.
Der Zinsaufwand aus Stundung der Frequenzverbindlichkeiten resultiert aus der Vereinbarung mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Netzinfrastruktur, nach der die Zahlungsverpflichtung für die Mobilfunkfrequenzen bis zum Jahr 2030 gestreckt wurde. Für weitere Details wird auf die Anhangangabe 24.1 und 35.3 verwiesen.
Bezüglich der Finanzierungskosten aus Leasingverhältnissen wird auf Anhangangabe 46 verwiesen.
14.
Finanzerträge
T€
2025
2024
Bewertung eingebettete Derivate
13.850
25.303
Zinserträge aus steuerlicher Betriebsprüfung
30.299
643
Zinserträge aus Leasingverhältnissen
576
739
Erträge aus Ausleihungen an assoziierte Unternehmen
285
293
Folgebewertung Kaufpreisverbindlichkeit
0
2.424
Sonstige Finanzerträge
1.181
1.140
Summe Finanzerträge
46.191
30.541
Die Bewertung eingebettete Derivate und die Folgebewertung Kaufpreisverbindlichkeit betreffen die ergebniswirksame Bewertung der im Rahmen der Beteiligung von Warburg Pincus im Geschäftsbereich Business Applications vereinbarten Derivate und Kaufpreisverbindlichkeiten. Warburg Pincus hat seine Anteile an der IONOS Group SE am 27. März 2025 vollständig veräußert. Die eingebetteten Derivate sowie die Kaufpreisverbindlichkeit wurden dadurch fällig. Für weitere Informationen wird auf die Anhangangabe 35.1 verwiesen.
Die Zinserträge aus steuerlicher Betriebsprüfung resultieren aus der Verzinsung erstatteter Steuervorauszahlungen. Die Erstattungen wurden aufgrund eines Urteils des Bundesfinanzhofs in einem Rechtsstreit zur Körperschaftsteuer 2008 gewährt.
Die sonstigen Finanzerträge umfassen im Wesentlichen Zinserträge aus Guthaben bei Kreditinstituten. Hinsichtlich der Erträge aus Ausleihungen an assoziierte Unternehmen wird auf die Anhangangabe 43 verwiesen.
15.
Ertragsteuern
Die Steueraufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:
T€
2025
2024
Tatsächliche Ertragsteuern
 
 
- Deutschland
–93.169
–156.263
- Ausland
–18.145
–15.993
Gesamt (laufende Periode)
–111.314
–172.255
Latente Steuern
 
 
- aufgrund steuerlicher Verlustvorträge
–14.407
–70.890
- aufgrund steuerlicher Zinsvorträge
–4.407
4.241
- steuerliche Wirkung auf temporäre Unterschiede
14.631
–4.364
- aufgrund von Steuersatzänderungen
18.569
–162
Gesamte latente Steuern
14.386
–71.175
Gesamter Steueraufwand
–96.928
–243.430
Nach dem deutschen Steuerrecht setzen sich die Ertragsteuern aus Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer sowie Solidaritätszuschlag zusammen.
Der effektive Gewerbesteuersatz hängt davon ab, in welchen Gemeinden der Konzern tätig ist. Der durchschnittliche Gewerbesteuersatz im Geschäftsjahr 2025 beträgt ca. 15,67 % (Vorjahr: 15,55 %).
Unabhängig davon, ob das Ergebnis thesauriert oder ausgeschüttet wird, betrug der Körperschaftsteuersatz in Deutschland unverändert zum Vorjahr 15 %. Zusätzlich wird ein Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 % auf die festgesetzte Körperschaftsteuer erhoben.
Die tatsächlichen Ertragsteueraufwendungen enthalten neben den Steuern auf das laufende Ergebnis periodenfremde Steuererträge in Höhe von 30.806 T€ (Vorjahr: 49 T€).
Die latenten Steueransprüche und -verbindlichkeiten wurden zum Bilanzstichtag auf Basis der künftig geltenden Steuersätze neu bewertet. Hintergrund ist die im Jahr 2025 beschlossene und ab 2028 stufenweise wirksam werdende Senkung des deutschen Körperschaftsteuersatzes von derzeit 15 % auf 10 % bis 2032.
Latente Steueransprüche auf steuerliche Verlustvorträge, Zinsvorträge sowie temporäre Differenzen werden angesetzt, sofern es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuerndes Ergebnis verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähige temporäre Differenz verwendet werden kann.
Die aktiven latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge verteilen sich auf die Länder wie folgt:
T€
2025
2024
Deutschland
1.201
15.608
Gesamt
1.201
15.608
Latente Steuern auf Verlustvorträge betrafen im Vorjahr insbesondere die steuerlichen Verlustvorträge eines ertragsteuerlichen Organkreises im Konzern, dem die 1&1 Versatel Gruppe im Geschäftsjahr 2024 hinzugefügt worden war. Zum 1. Januar 2025 ist die 1&1 Versatel Gruppe in einen anderen ertragsteuerlichen Organkreis im Konzern überführt worden. Im vorherigen Organkreis wurden im Geschäftsjahr 2025 die im Vorjahr noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge vollständig verwertet. In der Folge wurden die auf diese Verlustvorträge bilanzierten latenten Steueransprüche vollständig aufgelöst.
Für die Nutzung steuerlicher Verlustvorträge bestehen in den einzelnen Ländern folgende Fristen:
USA: 20 Jahre für die vor 2018 entstandenen Verlustvorträge, zeitlich unbeschränkt für ab 2018 entstandene Verlustvorträge
Deutschland: Zeitlich unbeschränkt, jedoch Mindestbesteuerung
Die steuerlichen Verlustvorträge, auf die keine latenten Steuern gebildet wurden, betreffen folgende Länder (ohne Deutschland):
T€
2025
2024
USA Federal *
31.081
35.072
USA State **
521
587
Frankreich
15
0
Gesamt
31.617
35.659
*
Steuersatz 21,0 %
**
Steuersatz 0,2 %
Aufgeteilt nach den Ertragsteuerarten ergeben sich für Deutschland folgende Verlustvorträge, auf die keine latenten Steuern gebildet wurden:
 
2025
2024
T€
Körperschaftsteuer
Gewerbesteuer
Körperschaftsteuer
Gewerbesteuer
Deutschland
408.896
345.481
383.566
324.446
Die Verlustvorträge in Deutschland, auf die keine latenten Steuern gebildet wurden, betreffen vor allem Verlustvorträge der 1&1 Versatel Gruppe, sowie der 1&1 Mail & Media Inc., der 1&1 Energy GmbH und der we22 Solutions GmbH. Die Verlustvorträge der 1&1 Versatel GmbH, auf die im Vorjahr zum Teil keine latenten Steuern gebildet worden waren, wurden mit dem Beitritt in den ertragsteuerlichen UI-Organkreis im Geschäftsjahr 2024 festgeschrieben und können zu einem späteren Zeitpunkt wieder genutzt werden.
Die im deutschen Steuerrecht verankerte Zinsschranke begrenzt die Abzugsfähigkeit von Zinsaufwendungen für die Ermittlung der Ertragssteuern von Körperschaften. Zinsaufwendungen, die demnach nicht abgezogen werden können, werden zeitlich unbefristet in die folgenden Wirtschaftsjahre vorgetragen (Zinsvortrag).
Zum 31. Dezember 2025 wurden auf sämtliche Zinsvorträge des Konzerns latente Steuern gebildet. Auf den Zinsvortrag in Höhe von 1.138 T€ wurden latente Steuer neu gebildet und ein Zinsvortrag in Höhe von 29.037 T€ wurde genutzt, für den ein bestehender latenter Steueranspruch in Höhe von 8.236 T€ aufgelöst wurde. Im Vorjahr betrug der Zinsvortrag, auf den keine latenten Steuern gebildet wurden, 13.259 T€.
Im Geschäftsjahr 2025 konnten 95.621 T€ Verlustvorträge genutzt werden (Vorjahr: 0 T€), für die im Vorjahr eine latente Steuer angesetzt worden war.
Für temporäre Differenzen in Höhe von 329,8 Mio. € im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen wurden keine latenten Steuerschulden erfasst, da eine Umkehr dieser Differenzen in absehbarer Zeit nicht als wahrscheinlich gilt.
Die latenten Steuern haben sich aus den folgenden Posten abgeleitet:
 
2025
2025
2024
2024
T€
Latente Steueransprüche
Passive
latente Steuern
Latente Steueransprüche
Passive
latente Steuern
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
1.422
6.420
2.040
8.237
Vorräte
64
20
158
94
Vertragsvermögenswerte - kurzfristig
0
151.071
0
168.796
Vertragsvermögenswerte - langfristig
0
68.596
0
54.427
Sonstige finanzielle Vermögenswerte – kurzfristig
937
339
2.094
12
Sonstige finanzielle Vermögenswerte – langfristig
30
3.476
39
941
Sonstige Vermögenswerte
0
6.015
0
6.673
Abgegrenzte Aufwendungen
241.289
142.943
215.202
122.957
Sachanlagen
8.584
26.334
1.990
21.050
Nutzungsrecht Leasing
831
362.412
595
341.384
Immaterielle Vermögenswerte
14.641
195.670
20.420
240.141
Sonstige Rückstellungen
42.836
5.845
51.975
6.910
Vertragsverbindlichkeiten
30.702
55.967
29.700
54.409
Sonstige Verbindlichkeiten
4.036
8.208
4.269
10.429
Leasingverbindlichkeit - kurzfristig
41.096
327
42.190
204
Leasingverbindlichkeit - langfristige
307.055
7.450
295.963
8.361
Bruttowert
693.522
1.041.093
666.633
1.045.026
Steuerliche Verlustvorträge
1.201
n.a.
15.608
n.a.
Steuerliche Zinsvorträge
66.600
n.a.
71.008
n.a.
Saldierung
–712.116
–712.116
–694.282
–694.282
Konzernbilanz
49.207
328.978
58.967
350.745
Der Passivüberhang der latenten Steuern aus dem Vorjahr hat sich von 291.778 T€ auf einen Passivüberhang in Höhe von 279.771 T€ reduziert. Somit belief sich der Gesamtbetrag der Veränderung des Saldos latenter Steuern auf 12.007 T€ (Vorjahr: -65.850 T€). Ursächlich für diese Veränderung sind im Wesentlichen folgende Faktoren:
Verminderung der latenten Steueransprüche auf Verlustvorträge in Höhe von 14,4 Mio. € und auf Zinsvorträge in Höhe von 4,4 Mio. €;
Verminderung der passiven latenten Steuern aus immateriellen Vermögenswerten im Zusammenhang mit den Abschreibungen aus Unternehmenserwerben um 23,0 Mio. €;
Verminderung des Passivüberhangs infolge der Neubewertung der latenten Steueransprüche und passiven latenten Steuern auf Basis des ab 2028 stufenweise bis 2032 von 15 % auf 10 % sinkenden Körperschaftsteuersatzes in Deutschland um 18,8 Mio. €;
Verminderung der latenten Steueransprüche auf Rückstellungen für Mitarbeiterbeteiligungsprogramme in Höhe von 10,5 Mio. € infolge im Geschäftsjahr 2025 erfolgter Auszahlungen.
Die Veränderung des Saldos latenter Steuern im Vorjahresvergleich lässt sich wie folgt überleiten:
T€
2025
2024
Latenter Steuerertrag + / Latenter Steueraufwand -
14.386
–71.175
Erfolgsneutral erfasste latente Steuereffekte
–1.507
5.057
Nicht fortgeführter Geschäftsbereich
–872
268
Veränderung des Saldos latenter Steuern
12.007
–65.850
Die erfolgsneutral erfassten Steuereffekte resultieren zum größten Teil aus den Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen, welche direkt im Eigenkapital erfasst wurden.
Die Überleitung vom Gesamtsteuersatz auf den effektiven Steuersatz der fortgeführten Aktivitäten stellt sich wie folgt dar:
%
2025
2024
Erwarteter Steuersatz
31,5
31,4
Tatsächliche und latente Steuern Vorjahre
–6,2
0,2
Steuerlich nicht abzugsfähige Abschreibungen auf finanzielle Vermögenswerte
–0,2
–0,4
Veränderung aufgrund von Steuersatzdifferenzen
–1,9
–3,1
Steuervergünstigte Veräußerungsgewinne sowie Beteiligungserträge
–0,3
–1,2
Steuereffekte im Zusammenhang mit konzerninternen Ausschüttungen und Veräußerungen
0,5
0,4
Veränderung aufgrund der Körperschaftsteuersatzsenkung ab 2028
–3,7
0,0
Mitarbeiterbeteiligungsprogramme
–1,9
0,7
Nicht steuerbares Ergebnis aus dem Verlust des maßgeblichen Einflusses auf assoziierte Unternehmen
0,0
17,7
Wertberichtigung von in Vorjahren aktivierten steuerlichen Verlustvorträgen
0,0
28,4
Nutzung von Verlustvorträgen, auf die keine aktiven latenten Steuern angesetzt waren
–0,1
–0,9
Nicht steuerbare At-equity-Ergebnisse
–0,5
3,0
Steuereffekte aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich
0,7
12,4
Gewerbesteuerliche Hinzurechnungen
2,3
2,1
Steuereffekte aus Zinsvorträgen
–0,6
2,0
Saldo von sonstigen steuerfreien Erträgen und nicht abzugsfähigen Aufwendungen
1,3
0,5
Effektiver Steuersatz
20,9
93,2
Die steuerliche Überleitung des Vorjahres wurde entsprechend der Darstellung in der Gewinn- und Verlustrechnung angepasst und weist den Effekt aus dem nicht fortgeführten Geschäftsbereich nun separat aus.
Der Posten „Nicht steuerbares Ergebnis aus dem Verlust des maßgeblichen Einflusses auf assoziierte Unternehmen“ steht im Zusammenhang mit der Wertminderung auf die Beteiligung an der Kublai GmbH im Vorjahr (siehe auch Anhangangabe 4.3).
Der Posten „Wertberichtigung von in Vorjahren aktivierten steuerlichen Verlustvorträgen“ in 2024 betrifft die in Vorjahren gebildeten latenten Steueransprüche auf Verlustvorträge der 1&1 Versatel Gruppe. Diese Verlustvorträge wurden im Geschäftsjahr 2024 infolge der Aufnahme der Gruppe in den ertragsteuerlichen UI Organkreis festgeschrieben und die latenten Steueransprüche dementsprechend aufgelöst.
Der Posten „Nicht steuerbare At-Equity-Ergebnisse“ betrifft im Wesentlichen anteilige Ergebnisse an dem assoziierten Unternehmen AWIN AG und im Vorjahr zusätzlich der Kublai GmbH.
Der erwartete Steuersatz entspricht dem Steuersatz des Mutterunternehmens, United Internet AG.
Gemäß IAS 12 International Tax Reform – Pillar Two Model Rules wendet die United Internet Gruppe die vorübergehende, verpflichtende Ausnahme von der Bilanzierung latenter Steuern an, die sich aus der Einführung der globalen Mindestbesteuerung ergeben.
Von den für Pillar-Two-Zwecke einzubeziehenden Jurisdiktionen haben die Nachfolgenden bereits finale Umsetzungsgesetze erlassen: Deutschland, Frankreich, Kanada, Polen, Österreich, Spanien, Rumänien, Singapur und UK.
Eine umfassende Analyse der Finanzzahlen des Geschäftsjahre 2025 ergibt, dass sich nach dem derzeitigen Stand kein Land innerhalb der Gruppe als Niedrigsteuerland für Pillar-Two-Zwecke qualifiziert. Folglich ist im Geschäftsjahr 2025 keine zusätzliche Steuerbelastung zu erwarten.
Die Ertragsteueransprüche betreffen wie im Vorjahr vor allem Forderungen gegenüber Finanzbehörden in Deutschland und beliefen sich zum Stichtag auf 91.229 T€ (Vorjahr: 93.119 T€).
Die Ertragsteuerschulden betreffen wie im Vorjahr vor allem Verbindlichkeiten gegenüber Finanzbehörden in Deutschland und beliefen sich zum Stichtag auf 63.054 T€ (Vorjahr: 48.004 T€).
16.
Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen
Die United Internet Tochter IONOS Group SE hat im September 2025 entschieden, die Sedo GmbH inkl. ihrer Tochterunternehmen („Sedo“) und somit das IONOS Geschäftsfeld „AdTech“ (früher: Aftermarket) zu veräußern. Nach der aktuellen Zeitplanung des Managements wird mit einem Abschluss der Veräußerung im dritten Quartal 2026 gerechnet. Gemäß IFRS 5 wurden die Einzelposten in der Gewinn- und Verlustrechnung ab September 2025 erstmals in die Position „Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen“ umgegliedert; die Vorjahresvergleichszahlen der Gewinn- und Verlustrechnung wurden entsprechend angepasst.
Im Folgenden werden die Auswirkungen des aufgegebenen Geschäftsbereichs auf Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanz sowie Kapitalflussrechnung zusammenfassend erläutert.
In der nachfolgenden Tabelle wird das Ergebnis nach Steuern aus aufgegebenen Geschäftsbereichen aufgegliedert. Die Werte zeigen die Geschäftstätigkeit des aufgegebenen Geschäftsbereichs mit Dritten. Die Eliminierungen aus der Aufwands- und Ertragskonsolidierung wurden dem aufgegebenen Geschäftsbereich zugeordnet, da dies die Gegebenheiten im Zusammenhang mit einer zukünftigen Veräußerung am treffendsten widerspiegelt.
T€
2025
2024
Nicht fortgeführter Geschäftsbereich - Gewinn und Verlust
 
 
Umsatzerlöse
291.530
312.231
Umsatzkosten
–239.568
–261.765
Bruttoergebnis vom Umsatz
51.963
50.466
Vertriebskosten
–10.489
–6.823
Verwaltungskosten
–4.173
–3.831
Sonstige betriebliche Aufwendungen und Erträge
–5.764
2.968
Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit
31.537
42.780
Finanzierungsaufwendungen
–70
–79
Ergebnis aus at-equity bilanzierten Unternehmen
–1.210
–1.431
Ergebnis vor Steuern
30.256
41.270
Ertragsteuern
–2.331
–836
Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen
27.924
40.434
Die im Konzerneigenkapital ausgewiesenen Währungsumrechnungsdifferenzen beinhalten kumulierte Währungsumrechnungsdifferenzen in Höhe von -1.321 T€, die auf den nicht fortgeführten Geschäftsbereich entfallen.
Die Aktiva und Passiva aus dem nicht fortgeführten Geschäftsbereich AdTech setzen sich zum 31. Dezember 2025 wie folgt zusammen:
T€
2025
Nicht fortgeführter Geschäftsbereich - Vermögenswerte und verbundene Schulden
 
Aktiva
 
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
3.239
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (kurzfristig)
2.402
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte
1.611
Kurzfristige nicht-finanzielle Vermögenswerte
1.483
Geschäfts- oder Firmenwert
5.097
Nicht-finanzielle langfristige Vermögenswerte
877
Summe
14.710
 
 
Passiva
 
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (kurzfristig)
6.337
Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten
2.568
Sonstige kurzfristige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten
2.016
Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten
522
Langfristige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten
634
Summe
12.077
Folgende Beträge in der Kapitalflussrechnung sind dem nicht fortgeführten Geschäftsbereich AdTech zuzuordnen:
T€
2025
2024
Nicht fortgeführter Geschäftsbereich - Kapitalflussrechnung
 
 
Nettozahlungen der betrieblichen Tätigkeit
1.084
73
Nettozahlungen im Investitionsbereich
–44
–123
Nettozahlungen im Finanzierungsbereich
–261
–286
Nettozunahme/-abnahme der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
779
–336
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zu Beginn des Geschäftsjahres
2.721
2.936
Wechselkursbedingte Änderungen der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
–261
121
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Ende des Geschäftsjahres
3.239
2.721
17.
Ergebnis je Aktie
Zum 31. Dezember 2025 ist das Grundkapital eingeteilt in 192.000.000 Stück (Vorjahr: 192.000.000 Stück) auf den Namen lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 1,00 €. United Internet hielt zum 31. Dezember 2025 19.162.689 Stück eigene Aktien (Vorjahr: 19.162.689 Stück eigene Aktien). Aus eigenen Aktien stehen der Gesellschaft keine Rechte und damit auch keine anteilige Ausschüttung zu, so dass die zurückgekauften Aktien eigenkapitalmindernd erfasst werden. Der gewogene Durchschnitt der für die Berechnung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie zugrunde gelegten Anzahl an Aktien beläuft sich für das Geschäftsjahr 2025 auf 172.837.311 Stück (Vorjahr: 172.837.311 Stück).
Zum Stichtag ergibt sich aus den Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen der Tochtergesellschaften ein Verwässerungseffekt (Vorjahr: aufgrund des negativen Ergebnisses ein negativer Verwässerungseffekt, wodurch der Verwässerungsschutz zum Tragen kam).
Die Berechnung des Verwässerungseffekts aus dem Umtausch erfolgt, indem zunächst die Anzahl der potenziellen Aktien festgestellt wird. Anschließend wird auf der Basis des durchschnittlich beizulegenden Zeitwerts der Aktien die Aktienanzahl ermittelt, die aus der Gesamthöhe der Zahlungen (Nennwert der Rechte zuzüglich Zuzahlung) erworben werden könnte. Ist die aus beiden Werten ermittelte Differenz null, entspricht die gesamte Zahlung genau dem beizulegenden Zeitwert der potenziellen Aktien, so dass keine verwässernde Wirkung zu berücksichtigen ist. Ist der Differenzbetrag positiv, wird davon ausgegangen, dass diese Aktien im Wert des Differenzbetrags unentgeltlich ausgegeben werden.
Basierend auf einem durchschnittlichen Marktpreis von 22,70 € (Vorjahr: 20,28 €) würden 159.437 Stück Aktien (Vorjahr: 408.086 Stück) unentgeltlich ausgegeben. Weiterhin ergibt sich ein verwässernder Effekt von -1.646.843 € (Vorjahr: -3.261.482 €) auf das verwässerte Konzernergebnis aus den Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen von IONOS und 1&1. Demnach beläuft sich die für die Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie zugrunde gelegte Anzahl an Aktien für das Geschäftsjahr 2025 auf 172.996.748 Stück (Vorjahr: 173.245.397 Stück).
Nachfolgende Tabelle enthält die der Berechnung des unverwässerten und des verwässerten Ergebnisses zugrunde gelegten Beträge:
T€
2025
2024
Ergebnisse, die den Anteilseignern der United Internet AG zuzurechnen sind
284.915
–47.583
Ergebnis je Aktie (in €)
 
 
- unverwässert
1,65
–0,28
- verwässert
1,64
–0,28
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien (in Mio. Stück)
 
 
- unverwässert
172,84
172,84
- verwässert
173,00
173,25
18.
Dividende je Aktie
Die ordentliche Hauptversammlung der United Internet AG hat am 15. Mai 2025 dem Beschlussvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat über die Zahlung einer Dividende in Höhe von 1,90 € je Aktie zugestimmt. Die Dividendenzahlung in einer Gesamthöhe von 328,4 Mio. € erfolgte am 20. Mai 2025.
Über die Verwendung eines Bilanzgewinns beschließt nach § 21 der Satzung der United Internet AG die Hauptversammlung. Für das Geschäftsjahr 2025 schlägt der Vorstand dem Aufsichtsrat eine Dividende in Höhe von 0,50 € je für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 je dividendenberechtigte Aktie vor.
Über diesen Dividendenvorschlag werden Vorstand und Aufsichtsrat in der Aufsichtsratssitzung am 18. März 2026 beraten.
Aus eigenen Aktien stehen der Gesellschaft gemäß § 71b AktG keine Rechte und damit auch keine anteilige Ausschüttung zu. Zum Datum der Unterzeichnung des Konzernabschlusses hält die United Internet Gruppe 19.162.689 Stück (Vorjahr: 19.162.689 Stück) eigene Aktien. Bis zur Hauptversammlung kann sich die Zahl der dividendenberechtigten Aktien verändern. In diesem Fall wird der Hauptversammlung bei unveränderter Ausschüttung von 0,50 € je dividendenberechtigter Stückaktie ein entsprechend angepasster Gewinnverwendungsvorschlag unterbreitet werden.

Erläuterungen zur Bilanz
19.
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Zum Stichtag bestehen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 44.775 T€ (Vorjahr: 114.857 T€). Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente bestehen aus Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbeständen. Guthaben bei Kreditinstituten werden in der Regel mit variablen Zinssätzen für täglich verfügbare Guthaben verzinst. Im Geschäftsjahr hat die United Internet auf das in Euro denominierte Guthaben bei Kreditinstituten eine geringe Verzinsung von rd. 0,5 % (Vorjahr: 0,75 %) erhalten.
Die Entwicklung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ist der Konzern-Kapitalflussrechnung zu entnehmen.
20.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
T€
2025
2024
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
580.993
648.072
Abzüglich
 
 
Wertberichtigungen
–83.686
–102.359
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, netto
497.307
545.713
davon Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - kurzfristig
473.468
515.832
davon Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - langfristig
23.839
29.881
Zum 31. Dezember 2025 beliefen sich die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf 83.686 T€ (Vorjahr: 102.359 T€). Die Entwicklung des Wertberichtigungskontos stellt sich wie folgt dar:
T€
2025
2024
Stand 1. Januar
102.359
91.499
Inanspruchnahme
–93.555
–65.583
Aufwandswirksame Zuführungen
81.988
81.903
Auflösung
–6.749
–5.472
Währungsdifferenzen
–738
12
Nicht fortgeführter Geschäftsbereich
381
 
Stand 31. Dezember
83.686
102.359
Die aufwandswirksamen Zuführungen des Geschäftsjahres umfassen jeweils nicht die unterjährig begründeten und vor dem Bilanzstichtag ausgebuchten Forderungen.
Zum 31. Dezember 2025 stellt sich die Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach Berücksichtigung der vorgenannten Wertberichtigungen wie folgt dar:
T€
2025
2024
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, netto
 
 
< 5 Tage
437.488
475.814
6 – 15 Tage
12.572
16.054
16 – 30 Tage
10.515
17.973
31 – 180 Tage
26.824
26.919
181 – 365 Tage
8.541
7.953
> 365 Tage
1.367
1.000
 
497.307
545.713
21.
Vertragsvermögenswerte
T€
2025
2024
Vertragsvermögenswerte
887.804
894.820
Abzüglich
 
 
Wertberichtigungen
–83.680
–76.569
Vertragsvermögenswerte, netto
804.125
818.250
davon Vertragsvermögenswerte - kurzfristig
571.998
630.307
davon Vertragsvermögenswerte - langfristig
232.127
187.943
Die Entwicklung des Wertberichtigungskontos stellt sich wie folgt dar:
T€
2025
2024
Stand 1. Januar
76.569
70.466
Inanspruchnahme
–52.603
–52.348
Aufwandswirksame Zuführungen
59.714
58.451
Stand 31. Dezember
83.680
76.569
22.
Vorräte
Das Vorratsvermögen zum 31. Dezember 2025 besteht aus den folgenden Posten:
T€
2025
2024
Handelswaren
 
 
Mobilfunk / Mobile Internet
79.217
101.043
DSL-Hardware
8.249
12.040
SIM-Karten
1.378
1.701
IP-TV
9.479
9.741
Sonstige
800
940
Domainbestand
0
2.231
 
99.124
127.697
Abzüglich
 
 
Wertberichtigungen
–5.333
–8.030
Vorräte, netto
93.792
119.667
Der Rückgang der Handelswaren Mobilfunk / Mobile Internet im Vergleich zum Vorjahr resultiert insbesondere aus dem planmäßigen Abverkauf von Smartphones und Hardware. Der Domainbestand betrifft vollständig den nicht fortgeführten Geschäftsbereich AdTech und wird hier damit nicht mehr ausgewiesen.
Der im Geschäftsjahr aus dem Absatz von Vorräten unter den Umsatzkosten als Materialaufwand erfasste Wareneinsatz belief sich auf 865.879 T€ (Vorjahr: 878.763 T€). Hiervon entfallen 2.731 T€ (Vorjahr: 2.241 T€) auf Wertminderungen auf Vorräte.
Die Wertberichtigungen entfallen mit 5.333 T€ (Vorjahr: 5.853 T€) auf Mobilfunk / Mobile Internet und
IP-TV und mit 0 T€ (Vorjahr: 2.177 T€) auf den Domainbestand.
23.
Abgegrenzte Aufwendungen
 
31.12.2025
 
Kurzfristig
Langfristig
Schlusssalden
Kosten der Vertragsanbahnung
124.869
138.758
263.627
Kosten der Vertragserfüllung
60.158
46.534
106.692
Geleistete Vorauszahlungen an Vorleister
145.649
527.890
673.539
Sonstige
65.214
11.609
76.823
 
395.890
724.790
1.120.681
 
 
 
 
 
 
 
 
 
31.12.2024
 
Kurzfristig
Langfristig
Schlusssalden
Kosten der Vertragsanbahnung
109.660
133.810
243.470
Kosten der Vertragserfüllung
54.949
46.320
101.268
Geleistete Vorauszahlungen an Vorleister
148.476
616.043
764.519
Sonstige
81.111
5.070
86.181
 
394.196
801.242
1.195.438
Der Rückgang der abgegrenzten Aufwendungen ist im Wesentlichen auf die Nutzung von Kontingenten im Rahmen der Vereinbarung über den Bezug von Breitband-Vorleistungen zurückzuführen, für die in den Vorjahren erhebliche Vorauszahlungen geleistet worden waren.
Die abgegrenzten Aufwendungen werden auf Basis des zugrunde liegenden Vertragszeitraums abgegrenzt und periodengerecht als Aufwand erfasst.
 
2025
2024
Aufwandswirksame Erfassung der Vorleistungsentgelte
120.596
128.785
Amortisation der aktivierten Vertragsanbahnungskosten
141.671
97.650
Amortisation der aktivierten Vertragserfüllungskosten
65.742
52.212
 
328.009
278.647
24.
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte
24.1
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte
T€
2025
2024
Debitorische Kreditoren
26.644
6.163
Geleistete Anzahlungen
14.313
12.703
Forderungen gegenüber Vorleistern
13.081
37.659
Bedingte Kaufpreisforderungen
1.051
0
Derivate
0
31.208
Kautionen
888
1.718
Subventionen Arsys
169
416
Sonstige
19.702
16.272
Sonstige finanzielle Vermögenswerte, netto
75.849
106.140
Im Vorjahr betrafen die Derivate im Wesentlichen die im Rahmen der Beteiligung von Warburg Pincus am Geschäftsbereich Business Applications vereinbarten eingebetteten Derivate. Mit dem vollständigen Ausstieg von Warburg Pincus zum 27. März 2025 traten die vertraglichen Ausübungsbedingungen ein und die Derivate wurden infolgedessen vollständig beglichen. Hieraus resultierten Zahlungen in Höhe von 45.015 T€.
Bezüglich weiterer Informationen wird auf Anhangangabe 35 verwiesen.
Die bedingte Kaufpreisforderung wurde im Rahmen der Veräußerung des Geschäftsfelds „Energy“ im Segment „Consumer Applications“ im Oktober 2025 vereinbart.
Die geleisteten Anzahlungen betreffen im Wesentlichen Anzahlungen für Domains.
Die Forderungen gegenüber Vorleistern betreffen im Wesentlichen Werbekostenzuschüsse.
Bei den debitorischen Kreditoren handelt es sich im Wesentlichen um finanzielle Rückforderungen von Lieferanten.
24.2
Sonstige kurzfristige nicht-finanzielle Vermögenswerte
T€
2025
2024
Forderungen Finanzamt
14.662
9.536
Rückforderungsansprüche Hardware
6.133
5.617
Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte
20.795
15.153
25.
Anteile an assoziierten Unternehmen
Der Konzern hält Beteiligungen an mehreren assoziierten Unternehmen. Die im Jahr 2025 wesentliche Beteiligung ist die AWIN AG, Berlin, die der Konzern über seine Tochtergesellschaft United Internet Investments Holding AG & Co. KG, Montabaur, hält. Die Kublai GmbH, Frankfurt am Main, war im Vorjahr aufgrund des Verlusts des maßgeblichen Einflusses infolge der Anteilsverwässerung auf 4,71 % aus den Anteilen an assoziierten Unternehmen in Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte umgegliedert worden. Für weitere Details wird auf die Anhangangabe 4 verwiesen.
Die AWIN AG, Berlin, ist ein globales Affiliate-Marketing-Netzwerk, das Leistungen im Bereich
E-Commerce- und Online-Marketing anbietet. AWIN ist der weltweit größte Anbieter für Affiliate-
Marketing und verbindet als Netzwerk Advertiser und Publisher weltweit. Der Konzern hält unverändert zum Vorjahr 20 % der Anteile an der AWIN AG.
Die Bewertung der Anteile an der AWIN AG und bis zum 14. Juni 2024 der Kublai GmbH erfolgte nach der Equity-Methode.
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Entwicklung der Anteile an assoziierten Unternehmen:
T€
2025
2024
Buchwert zu Beginn des Geschäftsjahres
124.943
373.205
nicht fortgeführte Geschäftsbereiche
–1.265
 
Zugänge
 
1.006
Korrekturen
 
 
- Ausschüttungen
 
–123
- Ergebnisanteile
8.361
–27.692
- Aufwand aus dem Verlust des maßgeblichen Einflusses
 
–170.533
- Wertberichtigung
 
–1.154
- Sonstiges
–4.901
2.688
Abgänge
 
–52.454
Anteile an assoziierten Unternehmen
127.138
124.943
Nachfolgende Tabelle enthält zusammengefasste Finanzinformationen des wesentlichen assoziierten Unternehmens AWIN AG auf Basis eines Anteilsbesitzes von 100 % zum 31. Dezember 2025:
Zusammengefasste Finanzinformationen AWIN AG:
AWIN AG
T€
Kurzfristige Vermögenswerte
733.228
Langfristige Vermögenswerte
307.593
Kurzfristige Schulden
536.246
Langfristige Schulden
19.650
Auf die Anteilseigner entfallendes Eigenkapital
484.925
Nicht beherrschende Anteile
0
Eigenkapital
484.925
Umsatzerlöse
188.632
Sonstiges Ergebnis
–24.507
Periodenergebnis
34.490
Gesamtergebnis
9.983
Die Überleitungsrechnung auf den Konzern-Buchwert zum 31. Dezember 2025 stellt sich unter Schätzung der Beteiligungsergebnisse für das 4. Quartal folgendermaßen dar:
T€
AWIN AG
Auf die Anteilseigner entfallendes Eigenkapital
484.925
Anteilsquote der United Internet AG
20 %
Anteil des UI Konzerns an den Nettovermögenswerten
96.985
Buchwert zum 31. Dezember 2025
96.985
Nachfolgende Tabelle enthält zusammengefasste Finanzinformationen der wesentlichen assoziierten Unternehmen auf Basis eines Anteilsbesitzes von 100 % zum Stichtag 31. Dezember 2024:
Zusammengefasste Finanzinformationen wesentlicher assoziierter Unternehmen:
AWIN AG
T€
Kurzfristige Vermögenswerte
696.894
Langfristige Vermögenswerte
315.141
Kurzfristige Schulden
497.336
Langfristige Schulden
42.227
Auf die Anteilseigner entfallendes Eigenkapital
472.472
Nicht beherrschende Anteile
0
Eigenkapital
472.472
Umsatzerlöse
189.850
Sonstiges Ergebnis
13.434
Periodenergebnis
40.281
Gesamtergebnis
53.715
Die Überleitungsrechnung auf den Konzern-Buchwert zum 31. Dezember 2024 stellte sich unter Schätzung der Beteiligungsergebnisse für das 4. Quartal folgendermaßen dar:
T€
AWIN AG
Auf die Anteilseigner entfallendes Eigenkapital
472.472
Anteilsquote der United Internet AG
20 %
Anteil des UI Konzerns an den Nettovermögenswerten
94.494
Buchwert zum 31. Dezember 2024
94.494
Die sonstigen assoziierten Unternehmen weisen zum 31. Dezember 2025 einen aggregierten Buchwert in Höhe von 30.153 T€ (Vorjahr: 30.449 T€) und einen aggregierten Gewinn in Höhe von 970 T€ (Vorjahr aggregierter Verlust: 2.090 T€) auf. In den aggregierten Verlusten sind die Ergebnis-/ Verlustbeiträge der sonstigen assoziierten Unternehmen nur anteilig enthalten. Zum Teil basieren die Finanzinformationen auf lokalen Rechnungslegungsvorschriften, da eine Überleitung dieser Finanzinformationen auf IFRS unverhältnismäßig hohe Kosten verursachen würde.
26.
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte
T€
2025
2024
Beteiligung Kublai
23.514
71.800
Ausleihungen an verbundene Unternehmen
2.872
7.769
Andere sonstige langfristige Vermögenswerte
13.691
6.341
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte, netto
40.077
85.910
 
 
 
Der Buchwert der Beteiligung an der Kublai GmbH wurde im Geschäftsjahr um 48.286 T€ von 71.800 T€ auf 23.514 T€ anpasst. Die daraus resultierende erfolgsneutrale Änderung des beizulegenden Zeitwerts wurde im sonstigen Ergebnis im Eigenkapital erfasst.
Für weitere Details wird auf die Anhangangabe 4 verwiesen.
27.
Sachanlagen
T€
2025
2024
Anschaffungskosten
 
 
- Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen
2.079.316
1.752.812
- Telekommunikationsanlagen
1.868.969
1.676.783
- Betriebs- und Geschäftsausstattung
1.223.826
1.089.738
- Geleistete Anzahlungen
401.651
399.017
- Netzinfrastruktur
276.576
266.254
- Grundstücke und Bauten
72.471
39.294
 
5.922.809
5.223.899
Abzüglich
 
 
Aufgelaufene Abschreibungen
–2.338.438
–2.078.884
Sachanlagen, netto
3.584.371
3.145.015
Für weitere Angaben und eine alternative Darstellung der Entwicklung der Sachanlagen in den Geschäftsjahren 2025 und 2024 wird auf die Anlage zum Konzernanhang verwiesen (Konzernanlagenspiegel).
Der Buchwert der im Rahmen von Leasingverhältnissen als Leasingnehmer gehaltenen Sachanlagen beläuft sich zum 31. Dezember 2025 auf 1.315,9 Mio. € (Vorjahr: 1.104,7 Mio. €).
Zum Bilanzstichtag bestehen Abnahmeverpflichtungen für Sachanlagevermögen in einem Gesamtbetrag von 259,2 Mio. € (Vorjahr: 342,4 Mio. €).
28.
Immaterielle Vermögenswerte (ohne Firmenwerte)
T€
2025
2024
Historische Anschaffungskosten
 
 
- Kundenstamm
1.236.895
1.239.769
- Frequenzlizenzen
1.070.187
1.070.187
- Software / Lizenzen
681.506
556.860
- Markenrechte
212.229
215.408
- Konzessionsähnliche Rechte
165.000
165.000
- Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte
86.991
77.894
- Geleistete Anzahlungen
61.085
61.846
- Sonstige immaterielle Vermögenswerte
82.001
82.789
 
3.595.895
3.469.752
Abzüglich
 
 
Aufgelaufene Abschreibungen
–1.804.605
–1.589.959
Immaterielle Vermögenswerte, netto
1.791.290
1.879.794
Weitere Informationen sowie eine alternative Darstellung der Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte in den Geschäftsjahren 2025 und 2024 sind dem Konzernanlagenspiegel in der Anlage zum Konzernanhang zu entnehmen.
Der Buchwert des Kundenstamms resultiert aus den folgenden Unternehmenserwerben:
T€
31.12.2025
31.12.2024
1&1
682
57.195
Strato
41.210
54.376
1&1 Versatel
73.791
79.784
World4You
10.407
12.256
home.pl
0
3.123
we22
1.170
1.314
 
127.260
208.048
Die Restamortisationsdauer für den Kundenstamm aus dem Erwerb der Drillisch Gruppe (jetzt
1&1 AG) beläuft sich abhängig von den Kundengruppen auf 1 bis 5 Jahre, wobei der wesentliche Anteil bereits amortisiert wurde. Die Restamortisationsdauer für den Kundenstamm aus dem Erwerb der
STRATO AG beläuft sich abhängig von den Produktgruppen auf 1 bis 6 Jahre, wobei der wesentliche Anteil bei 4 Jahren liegt. Der Kundenstamm aus der home.pl Transaktion wurde im Geschäftsjahr 2025 vollständig amortisiert. Die Restamortisationsdauer für den Kundenstamm aus World4You beträgt 6 Jahre und aus der we22 8 Jahre. Die Restamortisationsdauer für den Kundenstamm aus dem Erwerb der Versatel Gruppe beläuft sich abhängig von Produkten und Dienstleistungen zwischen 1 bis 16 Jahren, wobei der wesentliche Anteil bei 15 Jahren liegt.
Frequenzlizenzen
Die United Internet Tochter 1&1 AG hat im Geschäftsjahr 2019 an der 5G-Frequenzauktion teilgenommen und zwei Frequenzblöcke à 2 x 5 MHz im Bereich 2 GHz, die bis 31. Dezember 2040 befristet sind und fünf Frequenzblöcke à 10 MHz im Bereich 3,6 GHz, die bis 2040 befristet sind, ersteigert. Dabei stehen die Frequenzblöcke im Bereich 3,6 GHz ab sofort und die Frequenzblöcke im Bereich 2 GHz ab dem 1. Januar 2026 zur Verfügung.
Die aus dem Erwerb resultierenden immateriellen Vermögenswerte wurden zu Anschaffungskosten angesetzt. 
Die Buchwerte der Frequenzblöcke setzen sich wie folgt zusammen:
T€
31.12.2025
31.12.2024
3,6 GHz
612.286
653.105
2 GHz
334.997
334.997
 
947.283
988.102
Im Geschäftsjahr 2025 erfolgten Abschreibungen in Höhe von 40.819 T€ (Vorjahr: 40.819 T€) für die Frequenzblöcke im Bereich 3,6 GHz. Im Fall der 5G-Frequenzen im Spektrum 2 GHz handelt es sich um noch nicht betriebsbereite immaterielle Vermögenswerte, deren Abschreibung erst mit Beginn der Laufzeit der zugeteilten Frequenzen im Jahr 2026 startet. Diese Frequenzlizenzen sind derzeit noch nicht nutzbar und wurden deshalb im Geschäftsjahr 2025 dem Impairment-Test unterzogen. Die Werthaltigkeitsüberprüfung wurde zum Bilanzstichtag auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit 5G vorgenommen. Daraus ergab sich im Geschäftsjahr keine Wertminderung.
Die folgende Darstellung gibt einen Überblick über die Markenrechte nach zahlungsmittelgenerierenden Einheiten:
T€
31.12.2025
31.12.2024
1&1 Versatel
62.000
62.000
1&1
48.800
53.200
Mail.com
23.270
26.258
Strato
20.070
20.070
WEB.DE
17.173
17.173
home.pl
11.466
11.329
Arsys
7.278
7.278
united-domains
4.198
4.198
Fasthosts
3.841
4.169
World4You
3.494
3.494
Cronon
463
463
 
202.053
209.632
Die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte, die einer unbestimmten Nutzungsdauer unterliegen (Markenrechte), betragen 202.053 T€ (Vorjahr: 209.632 T€).
Die Nutzungsdauer von Markenrechten wird als unbestimmt eingestuft, da keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der Nutzenzufluss zukünftig endet. Die Werthaltigkeitsüberprüfung der immateriellen Vermögenswerte, die einer unbestimmten Nutzungsdauer unterliegen, wurde zum Bilanzstichtag auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten vorgenommen.
Die konzessionsähnlichen Rechte resultieren aus einer Einmalzahlung im Geschäftsjahr 2020 im Zuge der Ausübung der ersten Verlängerungsoption des MBA MVNO–Vertrags zur Sicherung des unmittelbaren Zugangs zur 5G-Technologie sowie als notwendiger Baustein zum Aufbau des eigenen Mobilfunknetzes.
Die selbsterstellten immateriellen Vermögenswerte betreffen aktivierte Kosten aus der Entwicklung von Software.
Zum Bilanzstichtag bestehen Abnahmeverpflichtungen für immaterielle Vermögenswerte in einem Gesamtbetrag von 97,7 Mio. € (Vorjahr: 19,9 Mio. €).
Die geleisteten Anzahlungen liegen im Geschäftsjahr 2025 auf einem betriebsüblichen Niveau. Im Vorjahr betrafen die geleisteten Anzahlungen im Wesentlichen Software für den Betrieb des 1&1 Mobilfunknetzes.
29.
Firmenwerte
Für weitere Angaben inklusive der Darstellung der Entwicklung der Firmenwerte in den Geschäftsjahren 2025 und 2024 wird auf die Anlage zum Konzernanhang verwiesen (Konzernanlagenspiegel).
30.
Wertminderungen des Geschäfts- oder Firmenwerts und der immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer
Die vorhandenen Firmenwerte und immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden mindestens einmal jährlich einem Impairment-Test unterzogen. Der jährliche Impairment-Test wird auf den Stichtag 31. Dezember durchgeführt.
Die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen Firmenwerte wurden für Zwecke der Werthaltigkeitsprüfung zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet.
Die Wertminderungsaufwendungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie im Konzernanlagespiegel grundsätzlich gesondert ausgewiesen.
Die Firmenwerte zum 31. Dezember stellen sich nach zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wie folgt dar:
T€
31.12.2025
31.12.2024
Consumer Access
 
 
1&1 Consumer Access
2.178.460
2.178.460
2.178.460
2.178.460
Business Access
 
 
1&1 Versatel
398.261
398.261
398.261
398.261
Consumer Applications
 
 
1&1 Mail & Media
225.837
225.879
225.837
225.879
Business Applications
 
 
Strato
401.823
401.823
home.pl
122.307
121.607
Arsys
100.496
100.496
Fasthosts
60.412
65.571
World4You
51.250
51.250
united-domains
35.925
35.925
IONOS SE
43.138
43.138
InterNetX
5.237
5.237
Domain-Marketing
0
5.097
820.588
830.144
Buchwert laut Bilanz
3.623.146
3.632.744
Firmenwerte nach Unternehmenserwerben
Die Buchwerte der Firmenwerte nach zahlungsmittelgenerierenden Einheiten resultieren aus diversen Transaktionen der vergangenen Jahre. Im Wesentlichen resultieren die Firmenwerte des Konzerns aus den folgenden Unternehmenserwerben:
Der Firmenwert der zahlungsmittelgenerierende Einheit we22 resultiert aus der in 2021 erfolgten Übernahme der we22 AG und ist seit dem Geschäftsjahr 2022 Teil der zahlungsmittelgenerierenden Einheit IONOS SE.
Der Firmenwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit World4You resultiert aus der in 2018 erfolgten Übernahme der World4You.
Der Firmenwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit 1&1 Consumer Access (ehemals Drillisch) resultiert aus der in 2017 erfolgten Übernahme der Drillisch Gruppe und der in 2018 erfolgten Zusammenlegung der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten 1&1 Telecom und Drillisch.
Der Firmenwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit IONOS Cloud (vormals: ProfitBricks) resultiert aus der in 2017 erfolgten Übernahme der ProfitBricks Gruppe. Aufgrund der Verschmelzung im Geschäftsjahr 2019 ist die zahlungsmittelgenerierende Einheit IONOS Cloud auf die zahlungsmittelgenerierenden Einheit IONOS SE übergegangen.
Die Firmenwerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Versatel und 1&1 Telecom spiegeln den Geschäfts- und Firmenwert aus dem in 2014 erfolgten Erwerb der Versatel Gruppe wider. Im Geschäftsjahr 2018 wurde der Firmenwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit 1&1 Telecom mit der zahlungsmittelgenerierenden Einheit 1&1 Consumer Access zusammengelegt.
Der Firmenwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit STRATO resultiert aus der in 2017 durchgeführten Übernahme der STRATO Gruppe.
Der Firmenwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit der home.pl resultiert aus der in 2015 durchgeführten Übernahme der home.pl S.A.
Der Firmenwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Arsys resultiert aus der in 2013 durchgeführten Übernahme der Arsys Internet S.L.
Der Firmenwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit united-domains resultiert aus der in 2008 durchgeführten Übernahme der united-domains AG.
Der Firmenwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Fasthosts resultiert aus der in 2006 durchgeführten Übernahme der Fasthosts Internet Ltd. und der in 2008 durchgeführten Übernahme der Dollamore Ltd.
Der Firmenwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit InterNetX resultiert aus der in 2005 durchgeführten Übernahme der InterNetX GmbH.
Der Firmenwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit 1&1 Mail & Media beinhaltet im Wesentlichen den Geschäfts- und Firmenwert aus dem in 2005 erfolgten Erwerb des Portalgeschäfts der WEB.DE AG.
Planmäßiger Wertminderungstest zum 31. Dezember 2025
Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Kosten des Abgangs
Die erzielbaren Beträge der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten werden für die Geschäftssegmente Business Access, Consumer Applications und Business Applications auf Basis der Berechnung von beizulegendem Zeitwert abzüglich Kosten des Abgangs unter Verwendung von Cashflow-Prognosen ermittelt. Die Hierarchie des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten des Abgangs im Sinne von IFRS 13 wird bei diesen Wertminderungstests als Level 3 eingestuft.
Die Cashflow-Prognosen basieren auf Budgets der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2026. Diese Planungsrechnungen wurden vom Management auf Basis von externen Marktstudien sowie internen Annahmen für die jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten für einen Zeitraum von bis zu 10 Jahren (Vorjahr: bis zu 10 Jahren) extrapoliert. Der Planungszeitraum von 10 Jahren trägt dem langfristigen Charakter der Investitionszyklen und Entwicklungsphasen der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten angemessen Rechnung. Für das Segment Business Access wurde der Detailplanungszeitraum von 10 Jahren durch Extrapolation bis 2046 erweitert. Nach diesem Zeitraum unterstellt das Management folgenden Anstieg der Cashflows:
 
31.12.2025
31.12.2024
Business Access
1,0 %
1,0 %
Consumer Applications
1,0 %
1,0 %
Business Applications
1,0 % - 1,8 %
1,0 % - 2,1 %
davon Strato
1,0 %
1,0 %
Der erwartete Anstieg entspricht der langfristigen durchschnittlichen Wachstumsrate des Sektors, in dem die jeweilige zahlungsmittelgenerierende Einheit tätig ist.
Im Geschäftsjahr wurden für die Cashflow-Prognose folgende Abzinsungssätze verwendet:
 
31.12.2025
31.12.2024
Business Access
4,8 %
4,6 %
Consumer Applications
7,4 %
7,5 %
Business Applications
8,0 % - 9,3 %
7,4 % - 9,4 %
davon Strato
8,0 %
7,4 %
Die Cashflow-Prognosen hängen wesentlich von der Schätzung zukünftiger Umsatzerlöse ab. Die Geschäftsführungen der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten erwarten im Planungshorizont unterschiedliche Entwicklungen der Umsatzerlöse.
Den Werten der Umsatzerlöse im Detailplanungszeitraum liegen folgende durchschnittliche jährliche Wachstumsraten der Umsatzerlöse zugrunde:
 
31.12.2025
31.12.2024
Business Access
2,0 %
3,1 %
Consumer Applications
4,7 %
3,5 %
Business Applications
–9,8 % - 8,2 %
3,5 % - 7,8 %
davon Strato
5,2 %
4,7 %
Der beizulegende Zeitwert, abzüglich Kosten des Abgangs, wird hauptsächlich durch den Barwert der ewigen Rente bestimmt, der besonders sensitiv auf Veränderungen der Annahmen zur langfristigen Wachstumsrate und zum Abzinsungssatz reagiert. Für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten des Abgangs wurden Abgangskostensätze zwischen 0,4 % und 3,0 % angenommen (Vorjahr: zwischen 0,3 % und 3,0 %).
Die Geschäftssegmente beinhalten folgende Markenrechte:
 
31.12.2025
31.12.2024
Business Access
62.000
62.000
Consumer Applications
40.443
43.431
Business Applications
50.810
51.001
davon Strato
20.070
20.070
Bewertungen zum Nutzungswert
Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit 1&1 Consumer Access wird auf Basis der Berechnung des Nutzungswerts unter Verwendung von Cashflow-Prognosen ermittelt.
Die Cashflow-Prognosen basieren auf einer Budgetrechnung des Konzerns für das Geschäftsjahr 2026 sowie einer Planungsrechnung für die Geschäftsjahre 2026 bis 2030. Diese Planungsrechnungen wurden vom Management auf Basis von externen Marktstudien sowie internen Annahmen für die zahlungsmittelgenerierende Einheit erstellt. Da zum Ende des Detailplanungszeitraums (2030) erwartet wird, dass noch kein nachhaltiges Umsatz- und Ergebnisniveau erreicht ist, wurde der Detailplanungszeitraum um eine Interimsphase für die Jahre 2031 bis einschließlich 2045 erweitert, bis ein nachhaltiges Umsatz- und Ergebnisniveau erreicht werden soll.
Die Cashflow-Prognosen hängen wesentlich von der Schätzung zukünftiger Umsatzerlöse ab. Eine weitere wesentliche Grundannahme für die Planung der zahlungsmittelgenerierenden Einheit 1&1 Consumer Access sind die Teilnehmerzahlen, die auf diesen Teilnehmerzahlen und auf Erfahrungswerten basierende Rohertragsplanung sowie zugrunde gelegte Diskontierungssätze. Für die künftigen Jahre werden steigende Teilnehmerzahlen und leicht rückläufige Roherträge erwartet.
Der Nutzungswert wird maßgeblich durch den Barwert der ewigen Rente bestimmt, der besonders sensitiv auf Veränderungen der Annahmen zur langfristigen Wachstumsrate und zum Abzinsungssatz reagiert.
Im Rahmen der Wertermittlung wurden folgende Parameter verwendet:
 
31.12.2025
31.12.2024
Abzinsungssatz vor Steuern
8,4 %
9,3 %
Abzinsungssätze nach Steuern
5,6 %
5,9 %
Jährliche Wachstumsraten
1,0 %
1,7 %
Buchwert der Markenrechte
48.800
53.200
Diese Wachstumsrate entspricht der langfristigen durchschnittlichen Wachstumsrate der Branche.

Grundlegende Annahmen der Wertminderungstests
Die folgende Tabelle zeigt die grundlegenden Annahmen, die bei der Wertminderungsüberprüfung der einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen Geschäfts- oder Firmenwerte zugeordnet worden sind, zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten des Abgangs bzw. für die zahlungsmittelgenerierende Einheit 1&1 Consumer Access des Nutzungswertes, herangezogen worden sind:
Berichtsjahr
Anteil Firmenwert gesamt
langfristige Wachstumsrate
Abzinsungsfaktor nach Steuern
Planungshorizont
Consumer Access
 
 
 
 
 
1&1 Consumer Access
2025
60,1 %
1,00 %
5,63 %
2026 - 2045
 
2024
60,0 %
1,00 %
5,86 %
2025 - 2045
Business Access
 
 
 
 
 
1&1 Versatel
2025
11,0 %
1,00 %
4,85 %
2026 - 2046
2024
11,0 %
1,00 %
4,62 %
2025 - 2041
Consumer Applications
 
 
 
 
 
1&1 Mail & Media
2025
6,2 %
1,00 %
7,36 %
2026 - 2033
2024
6,2 %
1,00 %
7,49 %
2025 - 2032
Business Applications
 
 
 
 
 
Strato
2025
11,1 %
1,01 %
7,99 %
2026 - 2035
 
2024
11,1 %
1,02 %
7,43 %
2025 - 2034
home.pl
2025
3,4 %
1,55 %
9,03 %
2026 - 2035
 
2024
3,3 %
1,56 %
8,54 %
2025 - 2034
Arsys
2025
2,8 %
1,78 %
9,34 %
2026 - 2035
2024
2,8 %
2,07 %
9,42 %
2025 - 2034
Fasthosts
2025
1,7 %
1,39 %
8,66 %
2026 - 2035
2024
1,8 %
1,40 %
8,15 %
2025 - 2034
World4You
2025
1,4 %
1,18 %
8,25 %
2026 - 2035
 
2024
1,4 %
1,27 %
7,92 %
2025 - 2034
united-domains
2025
1,0 %
1,00 %
7,99 %
2026 - 2035
2024
1,0 %
1,00 %
7,39 %
2025 - 2034
InterNetX
2025
0,1 %
1,00 %
7,98 %
2026 - 2035
 
2024
0,1 %
1,00 %
7,37 %
2025 - 2034
Domain-Marketing
2025
0,0 %
1,01 %
7,97 %
2026 - 2035
 
2024
0,1 %
1,00 %
7,36 %
2025 - 2034
IONOS SE (Vormals 1&1 Hosting)
2025
1,2 %
1,19 %
8,30 %
2026 - 2035
 
2024
1,2 %
1,22 %
7,80 %
2025 - 2034
Sensitivität der getroffenen Annahmen
Die Sensitivität der getroffenen Annahmen in Bezug auf eine Wertminderung der Firmenwerte bzw.
der Markenwerte ist abhängig von den jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten.
Im Vorjahr führten die Änderungen der für möglich gehaltenen Parameter, einschließlich der Anpassung der Abzinsungssätze sowie eines CGU-spezifisch angemessenen Rückgangs der langfristigen Wachstumsrate oder der EBITDA-Marge der ewigen Rente, bei keiner zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zu einem Impairment.
Für das laufende Jahr führen die Änderungen der für möglich gehaltenen Parameter, einschließlich der Anpassung der Abzinsungssätze sowie eines CGUspezifisch angemessenen Rückgangs der langfristigen Wachstumsrate oder der EBITDAMarge der ewigen Rente, bei keiner zahlungsmittelgenerierenden Einheit zu einem Impairment; ein solches würde lediglich in den nachfolgend beschriebenen beiden Sachverhalten eintreten.
Im Rahmen von Sensitivitätsanalysen für die zahlungsmittelgenerierende Einheit Business Access (1&1 Versatel) wurden verschiedene Änderungen zentraler Bewertungsparameter untersucht. Dabei wurde analysiert, wie sich eine Erhöhung des Abzinsungssatzes (WACC, nach Steuern) in der ewigen Rente um 0,5 Prozentpunkt, eine Senkung der langfristigen Wachstumsrate in der ewigen Rente um 1,0 Prozentpunkt sowie eine Senkung der EBITDA-Marge der ewigen Rente um 1,0 Prozentpunkt jeweils auf den Buchwert und dem aktuellen Wertüberhang (Headroom) von 102 Mio. € auswirken.
Während die Erhöhung des WACC in der ewigen Rente eine Wertminderung von 72 Mio. € zur Folge hätte, würde eine Senkung der Wachstumsrate um 1,0 Prozentpunkt eine Wertminderung von 217 Mio. € zur Folge haben. Eine Reduktion der EBITDA-Marge der ewigen Rente um 1,0 Prozentpunkt würde keine Wertminderung bewirken; es verbliebe ein Wertüberhang (Headroom) von 36 Mio. €.
Funkspektrum
Das bilanzierte 5G-Funkspektrum resultiert aus der 5G-Frequenzauktion in 2019. 1&1 hat dabei zwei Frequenzblöcke à 2 x 5 MHz im Bereich 2 GHz und fünf Frequenzblöcke à 10 MHz im Bereich 3,6 GHz, jeweils bis zum 31. Dezember 2040 befristet nutzbar, ersteigert. Dabei stehen die Frequenzblöcke im Bereich 3,6 GHz seit Erwerb und die Frequenzblöcke im Bereich 2 GHz ab dem 1. Januar 2026 zur Verfügung.
Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit 5G wird auf Basis der Berechnung des Nutzungswerts unter Verwendung von Cashflow-Prognosen ermittelt.
Die Cashflow-Prognosen hängen wesentlich von der Schätzung zukünftiger Umsatzerlöse, den Annahmen über die Investitionen in die Netzinfrastruktur sowie den laufenden Betriebskosten des Netzbetriebs ab. Wesentlicher Umsatztreiber für die zahlungsmittelgenerierende Einheit 5G sind das Wachstum des Teilnehmerbestandes im 1&1 Netz sowie die Planungen des zukünftigen Datenverbrauchs der Kunden. Für die Planungsrechnungen wurde auf die Teilnehmerentwicklung in der zahlungsmittelgenerierenden Einheit 1&1 Consumer Access abgestellt, die Annahmen über den zukünftigen Datenverbrauch der Kunden ergeben sich aus Erfahrungswerten. Den Planungen zu den Investitionen in die Netzinfrastruktur liegen konkrete Ausbaupläne zugrunde, die im Wesentlichen auf den Ausbauverpflichtungen aus dem Frequenzerwerb sowie den vertraglich vereinbarten Aufbaukosten beruhen. Die Planungen für die laufenden Kosten des Netzbetriebs beruhen auf bereits geschlossenen Verträgen sowie erfahrungsbedingten Annahmen über die Entwicklung von Energiekosten. Eine weitere wesentliche Grundannahme für die Planung der zahlungsmittelgenerierenden Einheit sind die zugrunde gelegten Diskontierungssätze.
Im Rahmen der Bewertung wurden folgende Parameter verwendet:
Funkspektrum
31.12.2025
31.12.2024
Anstieg des Cashflows für die ewige Rente
1,0 %
1,0 %
Abzinsungssatz vor Steuern
5,1 %
5,2 %
Abzinsungssätze nach Steuern
4,8 %
4,6 %
Die dem Impairment-Test zugrunde liegende Planungsrechnung beinhaltet eine Gewinn- und Verlustplanung und eine Investitionsplanung für die Geschäftsjahre 2026 bis 2045. Ausgehend von der Planungsrechnung beginnt die ewige Rente im Jahr 2046, was ein nachhaltiges Umsatz- und Ergebnisniveau darstellen soll. Der Planung liegt die Annahme zugrunde, dass 1&1 auch zukünftig über ausreichend Funkspektrum zur Bewirtschaftung eines eigenen Mobilfunknetzes verfügen wird. Im Vorjahr erfolgte die Bewertung über den Zeitraum 2025 bis 2045, da in diesem Jahr die Zuteilung des aktuell verfügbaren Funkspektrums ausläuft. Entsprechend sind die im Vorjahr verwendeten Parameter nur bedingt vergleichbar.
Es lag im Geschäftsjahr kein Wertminderungsbedarf vor. Dies spiegelt auch qualitativ die Erwartung des Vorstands aufgrund der hohen strategischen Bedeutung wider.
Sensitivität der getroffenen Annahmen
Die Sensitivität der getroffenen Annahmen in Bezug auf eine Wertminderung des Funkspektrums ist abhängig von den Grundannahmen für die jeweilige zahlungsmittelgenerierende Einheit.
Im Rahmen von Sensitivitätsanalysen für die zahlungsmittelgenerierende Einheit 1&1 Mobilfunknetz wurden verschiedene Änderungen zentraler Bewertungsparameter untersucht. Dabei wurde analysiert, wie sich eine Erhöhung des Abzinsungssatzes (WACC, vor Steuern) um 0,5 Prozentpunkte, eine Senkung der langfristigen Wachstumsrate in der ewigen Rente um 1,0 Prozentpunkt sowie eine Senkung der EBITDA-Marge der ewigen Rente um 1,0 Prozentpunkt jeweils auf den Buchwert und dem aktuellen Wertüberhang (Headroom) von 817 Mio. € auswirken. Vor dem Hintergrund der aktuellen Kapitalmarktsituation wurde eine Erhöhung des Abzinsungssatzes (WACC, vor Steuern) um 0,5 Prozentpunkte anstatt von 1,0 Prozentpunkt (Vorjahr) herangezogen.
Eine Erhöhung des WACC um 0,5 Prozentpunkte hätte wie eine Senkung der Wachstumsrate um 1,0 Prozentpunkt keine Wertminderung zur Folge. Bei einer Erhöhung des WACC um 0,5 Prozentpunkte ergibt sich ein Wertüberhang (Headroom) von 82 Mio. € und aus einer Reduktion der Wachstumsrate um 1,0 Prozentpunkt resultiert ein Wertüberhang (Headroom) von 137 Mio. €.
Im Vorjahr hätte sich bei einer angenommenen Erhöhung des Kapitalkostensatzes um 1,0 Prozentpunkt eine Wertminderung von 388 Mio. € ergeben, eine Senkung der Wachstumsrate um 1,0 Prozentpunkt hätte keine Wertminderung zur Folge gehabt und es hätte sich weiterhin ein Wertüberhang (Headroom) von 436 Mio. € ergeben. Eine Reduktion der EBITDA-Marge der ewigen Rente um 1,0 Prozentpunkt hätte ebenfalls keine Wertminderung zur Folge gehabt und es wäre ein Wertüberhang (Headroom) von 1.096 Mio. € verblieben. Chancen aus möglichen Preisanpassungen infolge gestiegener Betriebskosten wurden in der Sensitivitätsanalyse nicht berücksichtigt.
31.
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen in Höhe von 632.206 T€ (Vorjahr: 800.496 T€), davon haben Verbindlichkeiten in Höhe von 1.355 T€ (Vorjahr: 2.425 T€) eine Laufzeit
von über einem Jahr.
32.
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
in Mio. 
Schuldscheindarlehen
Konsortialkredit
Bilaterale Kreditvereinbarungen
Gesamt
Darlehensverbindlichkeit zum 31. Dezember 2025
1.217,0
1.690,0
321,0
3.228,0
abgegrenzte Kosten
–1,6
–8,7
0,0
–10,3
Zinsverbindlichkeiten
13,2
11,4
2,4
27,1
Stand 31. Dezember 2025
1.228,7
1.692,7
323,4
3.244,8
davon kurzfristig
399,5
808,4
27,4
1.235,3
davon langfristig
829,1
884,3
296,0
2.009,4
in Mio. 
Schuldscheindarlehen
Konsortialkredit
Bilaterale Kreditvereinbarungen
Gesamt
Darlehensverbindlichkeit zum 31. Dezember 2024
1.217,0
1.500,0
94,0
2.811,0
abgegrenzte Kosten
–1,7
–11,9
0,0
–13,6
Zinsverbindlichkeiten
11,2
5,0
0,1
16,3
Stand 31. Dezember 2024
1.226,4
1.493,2
94,1
2.813,7
davon kurzfristig
260,4
2,0
94,1
356,5
davon langfristig
966,0
1.491,2
0,0
2.457,2
Schuldscheindarlehen
Die United Internet AG hat im Geschäftsjahr 2025 ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 250,0 Mio. € platziert. Die Mittel aus dieser Transaktion dienen der allgemeinen Unternehmensfinanzierung. Das neue Schuldscheindarlehen ist an keine sogenannten Covenants gebunden.
Im Geschäftsjahr 2025 wurden zudem zwei fällige Schuldschein-Tranchen in Höhe von insgesamt 250,0 Mio. € fristgerecht zurückgezahlt.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 bestanden somit insgesamt 1.217 Mio. € (Vorjahr: 1.217 Mio. €) Verbindlichkeiten aus den Schuldscheindarlehen mit maximalen Laufzeiten bis April 2031.
Konsortialkredite & Konsortialkreditrahmen
Im Dezember 2024 refinanzierte die United Internet ihren revolvierenden Konsortialkreditrahmen mit ihren Kernbanken; ein Bankenkonsortium räumte der Gesellschaft hierzu einen bis Dezember 2029 laufenden Kreditrahmen über 950 Mio. € ein. Der Kredit ist variabel verzinslich, mit der Möglichkeit zur Wahl zwischen dem 1-, 3- oder 6-Monats-EURIBOR, und enthält vertraglich vereinbarte Verlängerungsoptionen. Im Geschäftsjahr 2025 hat United Internet von einer vertraglich zugesagten Verlängerungsoption Gebrauch gemacht und hat die Laufzeit des revolvierenden Konsortialkreditrahmens für den Zeitraum Dezember 2029 bis Dezember 2030 verlängert. Zum Bilanzstichtag waren 0 Mio. € (Vorjahr: 150 Mio. €) in Anspruch genommen, sodass noch nicht abgerufene Mittel in Höhe von 950 Mio. € (Vorjahr: 800 Mio. €) zur Verfügung standen.
Zusätzlich wurde im Dezember 2024 ein im Dezember 2027 endfälliger Konsortialkredit über 550 Mio.€ abgeschlossen. Dieser wurde im Januar 2025 durch Ausübung einer vertraglich zugesicherten Erhöhungsoption um 50 Mio. € auf 600 Mio. € aufgestockt. Der Kredit ist ebenfalls variabel verzinslich und ermöglicht die Wahl zwischen dem 3- oder 6-Monats-EURIBOR. Zum Bilanzstichtag war dieser Kredit in Höhe von 600 Mio. € (Vorjahr: 550 Mio. €) in Anspruch genommen.
Darüber hinaus unterzeichneten United Internet und die Japan Bank for International Cooperation (JBIC) im Dezember 2024 einen Darlehensvertrag über bis zu 800 Mio. €. Die Finanzierung erfolgt über eine direkte Tranche der vollständig im Eigentum der japanischen Regierung stehenden JBIC sowie eine durch JBIC garantierte Tranche eines Konsortiums europäischer und japanischer Geschäftsbanken. Auch dieses Darlehen ist variabel verzinslich und an den 6-Monats-EURIBOR gekoppelt. Die Mittel aus diesem Darlehen sind für den Aufbau eines 5G-Netzes auf Basis der Open-RAN-Technologie durch die Tochtergesellschaft 1&1 in Deutschland vorgesehen. Zum Bilanzstichtag war dieses Darlehen in Höhe von 290 Mio.€ (Vorjahr: 0 Mio. €) in Anspruch genommen, sodass 510 Mio. € (Vorjahr: 800 Mio. €) zur Verfügung standen.
Neben den 890 Mio. € beinhaltet die ausgewiesene Darlehensverbindlichkeit in Höhe von 1.690 Mio. € auch den im Dezember 2023 mit einem Bankenkonsortium abgeschlossenen Kredit von IONOS über 800 Mio. €. Dieser Kredit wurde vollständig für die teilweise Refinanzierung des mit der United Internet AG bestehenden Shareholder Loans genutzt. Die Refinanzierung erfolgt zu einem festen jährlichen Zinssatz von 4,67 %. Der Konsortialkredit hat eine Laufzeit bis zum 15. Dezember 2026 und ist endfällig.
Die im Geschäftsjahr 2024 abgeschlossenen Kreditvereinbarungen sind an sogenannte Financial Covenants (Kreditauflagen) gebunden. Eine Verletzung der festgelegten Nettoschulden-zu-EBITDA-Relation könnte dazu führen, dass die Kreditgeber die ausstehenden Darlehen kündigen. Die Einhaltung der bestehenden Covenants zum 31. Dezember 2025 wurde im Aufstellungszeitraum überprüft und es ergaben sich keine Auswirkungen auf den Abschluss.
Bilaterale Kreditvereinbarungen / bilaterale Betriebsmittellinien
Ferner hat United Internet im Mai 2025 eine Brückenfinanzierung für Aktienkäufe in Höhe von bis zu 325 Mio. € abgeschlossen. Hintergrund der Brückenfinanzierung war das freiwillige öffentliche Erwerbsangebot in Form eines Teilangebots zum Erwerb von bis zu 16.250.827 auf den Inhaber lautende Stückaktien der 1&1 AG. Die Brückenfinanzierung hat eine originäre Laufzeit von einem Jahr mit einer vertraglich zugesicherten Verlängerungsoption um bis zu zwei weiteren Jahren. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 war das vorgenannte Darlehen mit 245 Mio. € in Anspruch genommen. Mit Ablauf der Ziehungsfrist zum 31. Dezember 2025 ist eine darüberhinausgehende Inanspruchnahme nicht mehr vorgesehen.
Die United Internet AG verfügt über bestehende bilaterale Betriebsmittellinien (ohne Konsortialkredite und Konsortialkreditrahmen) in Höhe von 339 Mio. € (Vorjahr: 294 Mio. €). Diese sind bis auf weiteres bzw. teilweise bis maximal Januar 2027 eingeräumt und marktüblich verzinst. Die United Internet AG ist alleiniger Kreditnehmer unter dieser Linie. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 waren die Betriebsmittellinien mit 76 Mio. € (Vorjahr: 94 Mio. €) in Anspruch genommen, so dass Mittel in Höhe von 263 Mio. € (Vorjahr: 200 Mio. €) zur Verfügung stehen.
Eine Besicherung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erfolgte nicht.
Mit Ausnahme der festverzinslichen Tranchen des Schuldscheindarlehens entsprechen die beizulegenden Zeitwerte der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten im Wesentlichen den Buchwerten. Bezüglich weiterer Informationen zu dem Schuldscheindarlehen wird auf Anhangangabe 42 verwiesen.
Seit Juli 2012 besteht zwischen der United Internet AG und bestimmten Tochterunternehmen eine Vereinbarung über die Durchführung eines Euro Cash Poolings (Zero Balancing). Hierdurch werden banktäglich die Guthaben und Fehlbeträge der angebundenen Konzerntöchter über mehrere Kaskaden auf ein zentrales Bankkonto der United Internet AG konzentriert bzw. von diesem ausgeglichen und stehen täglich zur Verfügung.
b) Avalkreditrahmen
Zusätzlich zu den oben genannten Kreditlinien stehen dem Konzern zum Bilanzstichtag Avalkreditrahmen in Höhe von 136,0 Mio. € (Vorjahr: 106,0 Mio. €) zur Verfügung, die teilweise auch von anderen Konzerngesellschaften genutzt werden können. Die Avalkreditrahmen stehen insbesondere für die Stellung von operativen Bank-Garantien zur Verfügung.
Avalkreditrahmen:
 
 
T€
2025
2024
Zusagen Avallinien
136.000
106.000
Inanspruchnahme Avallinien
84.343
77.067
Verfügbare Avallinien
51.657
28.933
Durchschnittlicher Zinssatz
0,40 %
0,40 %
Die eingeräumten Avalkreditrahmen stehen größtenteils unbefristet („bis auf weiteres“) zur Verfügung. Eine Vereinbarung sieht eine Befristung bis zum 30. Dezember 2028 vor. Eine Besicherung gegenüber Kreditinstituten erfolgte nicht.
Der angegebene durchschnittliche Zinssatz zum Bilanzstichtag bezieht sich auf Inanspruchnahmen.
33.
Vertragsverbindlichkeiten
T€
2025
2024
Vertragsverbindlichkeiten
218.611
215.009
davon kurzfristig
193.248
184.019
davon langfristig
25.363
30.990
Die Vertragsverbindlichkeiten betreffen im Wesentlichen erhaltene Anzahlungen, abgegrenzte Erlöse sowie abgegrenzte Aktivierungsgebühren.
34.
Sonstige Rückstellungen
Die Entwicklung der Rückstellungen im Geschäftsjahr 2025 stellt sich wie folgt dar:
T€
Kündigungsentgelte
Prozessrisiken
Rückbauverpflichtung
Übrige
Gesamt
Stand 1. Januar
28.566
14.121
41.891
9.173
93.752
Verbrauch
6.240
1.484
554
7.667
15.945
Auflösung
0
281
411
182
874
Zuführung
4.853
15.006
24.260
845
44.964
Nicht fortgeführter Geschäftsbereich
0
–8
–16
0
–24
Effekte aus der Aufzinsung
0
0
319
0
319
Stand 31. Dezember
27.179
27.354
65.489
2.169
122.191
Die Rückstellung für Kündigungsentgelte betrifft die an die Netzbetreiber zu leistenden Zahlungen im Falle der Kündigung eines Anschlusses.
Die Prozessrisiken setzen sich aus diversen Rechtsstreitigkeiten bei unterschiedlichen Konzerngesellschaften sowie aus potenziellen Bußgeldern durch Behörden zusammen. Die Zuführung ergibt sich aus einer aktuellen rechtlichen Entwicklung in einem Rechtsstreit mit einem Vorleister.
Die Rückstellungen für Rückbauverpflichtungen betreffen im Wesentlichen die Antennenstandorte im 1&1 Mobilfunknetz sowie mögliche Verpflichtungen zum Rückbau von aktiver Telekommunikationstechnik in angemieteten Hauptverteilerstandorten (HVT). Die Auflösung wurde soweit anwendbar erfolgsneutral mit dem Anlagevermögen verrechnet.
Bei den übrigen Rückstellungen handelt es sich im Wesentlichen um Gewährleistungs- und Drohverlustrückstellungen.
35.
Sonstige Verbindlichkeiten
35.1
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten
T€
2025
2024
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten
 
 
- Leasingverbindlichkeiten
147.135
140.888
- Frequenzverbindlichkeiten
128.265
61.266
- Marketing- und Vertriebskosten / Vertriebsprovisionen
34.405
31.992
- Rechts- und Beratungskosten, Abschlusskosten
13.491
11.443
- Kreditorische Debitoren
12.412
14.818
- Wartung / Instandhaltung / Rückbauverpflichtungen
3.493
3.102
- Bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten
0
23.653
- Sonstiges
19.425
18.642
Gesamt
358.626
305.806
Die kurzfristigen bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten betrafen im Vorjahr variable Kaufpreisbestandteile aus dem Erwerb der STRATO AG in Höhe von 23.653 T€. Warburg Pincus hat seine Anteile an der IONOS Group SE am 27. März 2025 vollständig veräußert. Durch den Ausstieg wurde die bedingte Kaufpreisverbindlichkeit in Höhe von 34.000 T€ fällig. Die Bewertung der Kaufpreisverbindlichkeit basierte auf der Bewertung der IONOS Gruppe auf Basis des Börsenkurses.
35.2
Sonstige kurzfristige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten
T€
2025
2024
Sonstige kurzfristige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten
 
 
- Verbindlichkeiten Finanzamt
62.823
96.092
- Verbindlichkeiten aus Gehalt
48.907
51.661
- Sonstige
22.000
18.147
Gesamt
133.730
165.900
Bei den Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt handelt es sich im Wesentlichen um Umsatzsteuerschulden.
35.3
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten
T€
2025
2024
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten
 
 
- Leasingverbindlichkeiten
1.108.410
932.109
- Frequenzverbindlichkeiten
513.061
641.326
- Sonstige Darlehen
8.148
8.149
- Sonstige
7.461
15.978
Gesamt
1.637.080
1.597.562
Bezüglich der Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen wird auf Anhangangabe 46 verwiesen.
Die Zahlungsverpflichtung aus Lizenzersteigerung betreffen die im Geschäftsjahr 2019 ersteigerten Frequenzlizenzen. Die United Internet Tochter 1&1 AG hat im Geschäftsjahr 2019 eine Vereinbarung mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) sowie dem Bundesministerium der Finanzen (BMF) über den Bau von Mobilfunkstandorten in sogenannten „weißen Flecken“ geschlossen. Damit hilft die 1&1 AG, bestehende Versorgungslücken zu schließen, und leistet mit dem Bau der Antennenstandorte einen Beitrag zur Verbesserung der Mobilfunkversorgung in ländlichen Regionen. Im Gegenzug profitiert die 1&1 AG durch die Vereinbarung von Ratenzahlungen für die Kosten der erworbenen 5G-Frequenzen. Damit können die ursprünglich in 2019 und 2024 zu zahlenden Lizenzkosten nun in Raten bis 2030 verteilt an den Bund überwiesen werden.
36.
Fristigkeiten der Verbindlichkeiten
Die Fristigkeiten der Verbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:
 
31.12.2025
T€
Gesamt
bis 1 Jahr
1 bis 5 Jahre
über 5 Jahre
Finanzielle Verbindlichkeiten
 
 
 
 
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
 
 
 
 
- Konsortialkredite
1.692.685
808.401
826.284
58.000
- Bilaterale Kreditvereinbarungen
323.416
27.416
296.000
0
- Schuldscheindarlehen
1.228.661
399.514
813.647
15.500
 
 
 
 
 
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
632.206
630.851
1.355
0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
 
 
 
 
- Leasingverbindlichkeiten
1.255.546
147.135
396.033
712.378
- Übrige
740.160
211.491
522.914
5.755
Summe finanzielle Verbindlichkeiten
5.872.674
2.224.808
2.856.233
791.633
Nicht finanzielle Verbindlichkeiten
 
 
 
 
Ertragsteuerschulden
63.054
63.054
0
0
Vertragsverbindlichkeiten
218.611
193.248
25.363
0
Sonstige Rückstellungen
122.191
30.759
30.833
60.599
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten
133.730
133.730
0
0
Summe nicht finanzielle Verbindlichkeiten
537.586
420.791
56.196
60.599
Verbindlichkeiten
6.410.260
2.645.599
2.912.429
852.232

Die Verbindlichkeiten wiesen im Vorjahr folgende Fristigkeiten auf:
 
31.12.2024
T€
Gesamt
bis 1 Jahr
1 bis 5 Jahre
über 5 Jahre
Finanzielle Verbindlichkeiten
 
 
 
 
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
 
 
 
 
- Revolvierender Konsortialkreditrahmen
150.000
0
150.000
0
- Konsortialkredite
793.012
1.813
791.200
0
- Term Loan UI
550.240
240
550.000
0
- Schuldscheindarlehen
1.226.449
260.402
926.547
39.500
- Kredit
94.000
94.000
0
0
 
 
 
 
 
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
800.496
798.071
2.425
0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
 
 
 
 
- Leasingverbindlichkeiten
1.072.997
140.888
359.734
572.375
- Übrige
830.371
164.918
524.728
140.726
Summe finanzielle Verbindlichkeiten
5.517.565
1.460.331
3.304.633
752.601
Nicht finanzielle Verbindlichkeiten
 
 
 
 
Ertragsteuerschulden
48.004
48.004
0
0
Vertragsverbindlichkeiten
215.010
184.019
30.990
0
Sonstige Rückstellungen
93.752
23.313
30.698
39.741
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten
165.900
165.900
0
0
Summe nicht finanzielle Verbindlichkeiten
522.665
421.236
61.688
39.741
Verbindlichkeiten
6.040.230
1.881.568
3.366.321
792.341
Im Rahmen der Ermittlung der Fristigkeiten aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ist die Unternehmensleitung davon ausgegangen, dass der zum jeweiligen Bilanzstichtag aus dem revolvierenden Konsortialkreditrahmen gezogene Betrag bis zum Ende der Laufzeit (2030) konstant gezogen bleibt.

37.
Aktienbasierte Vergütung –
Mitarbeiterbeteiligungsprogramme
Im Berichtsjahr 2025 existierten sechs unterschiedliche Mitarbeiterbeteiligungsprogramme. Ein Modell, das sog. Stock Appreciation Rights-Modell United Internet (SAR UI), richtet sich dabei an die Gruppe der Vorstände, Führungskräfte bzw. leitenden Mitarbeiter und basiert auf virtuellen Aktienoptionen der United Internet AG. Das zweite Programm, das Long Term Incentive Plan Hosting (LTIP Hosting) wurde in der 2. Jahreshälfte 2017 eingeführt und richtet sich an den Vorstand, die Führungskräfte und weitere Mitarbeiter in Schlüsselpositionen im Bereich Business Applications. Dieses Programm ist in Q1 2025 ausgelaufen. Das dritte Programm, der Long Term Incentive Plan Versatel (LTIP Versatel) wurde in der 1. Jahreshälfte 2018 eingeführt und richtet sich an Geschäftsführer, Führungskräfte und Mitarbeiter in Schlüsselpositionen im Bereich Business Access. Das vierte Programm, das Stock Appreciation Rights Drillisch (SAR Drillisch) wurde in der 1. Jahreshälfte 2020 eingeführt, richtet sich ebenfalls an Vorstände, Führungskräfte und Mitarbeiter in Schlüsselpositionen im Bereich Consumer Access und hat in 2020 z. T. das ehemalige SAR Programm der Drillisch ersetzt. Das fünfte Programm, das Long Term Incentive Plan Portal (LTIP Portal) wurde in der 1. Jahreshälfte 2019 eingeführt und richtet sich an Vorstände, Führungskräfte und Mitarbeiter in Schlüsselpositionen im Bereich Consumer Applications. Das sechste Programm, das Stock Appreciation Rights IONOS (SAR IONOS) wurde in im Zuge des Börsengangs der IONOS 2023 eingeführt und richtet sich an Vorstände und Führungskräfte in Schlüsselpositionen der IONOS Group SE. Im Jahr 2024 wurde das Programm auf ausgewählte Führungskräfte ausgeweitet.
37.1
Stock Appreciation Rights (SAR United Internet)
Bei der United Internet AG besteht seit 2009 ein Stock Appreciation Right Programm (SAR Programm). Als Stock Appreciation Right (SAR) wird die Zusage der United Internet AG (oder einer Tochtergesellschaft) bezeichnet, den Berechtigten eine Zahlung in Höhe der Differenz zwischen dem Börsenkurs bei Einräumung (vereinbarter Ausübungspreis) und dem Börsenkurs bei Ausübung der Option zu leisten. Die Ausübungshürde beträgt 120 % des Ausübungspreises. Der Ausübungspreis ergibt sich als der Mittelwert der Schlusskurse im Xetra-Handel für die Aktie der Gesellschaft an der Frankfurter Wertpapierbörse während der letzten 10 Börsentage vor dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option. Die Zahlung des Wertzuwachses für den Berechtigten ist begrenzt, abhängig von den Vereinbarungen einzelner Tranchen auf 100 % des ermittelten Börsenpreises (Ausübungspreis).
Ein SAR entspricht einem virtuellen Bezugsrecht auf eine Aktie der United Internet AG, ist aber kein Anteilsrecht und somit keine (echte) Option auf den Erwerb von Aktien der United Internet AG. Auf eine mögliche Dividendenzahlung der Gesellschaft haben die Berechtigten keinen Anspruch. Grundsätzlich ist eine Erfüllung durch Barausgleich vorgesehen. Die United Internet AG behält sich jedoch das Recht vor, ihrer Verpflichtung (bzw. der Verpflichtung der Tochtergesellschaft) zur Auszahlung des SAR in bar stattdessen nach freiem Ermessen auch durch die Übertragung von Aktien der United Internet AG aus dem Bestand eigener Aktien an die Berechtigten zu erfüllen. Das Programm wird daher als equity-settled Plan bilanziert.
Das Optionsrecht kann im Regelfall hinsichtlich eines Teilbetrags von bis zu 25 % frühestens nach Ablauf von 24 Monaten seit dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option, hinsichtlich eines Teilbetrags von insgesamt bis zu 50 % frühestens 36 Monate nach dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option, hinsichtlich eines Teilbetrags von insgesamt bis zu 75 % frühestens 48 Monate nach dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option und hinsichtlich des Gesamtbetrags frühestens nach Ablauf von 60 Monaten nach dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option ausgeübt werden, unter der Voraussetzung, dass der betroffene Berechtigte zum Ende eines jeden Jahres nicht gekündigt hat. Die SARs haben eine grundsätzliche Laufzeit von 6 Jahren, sodass nach Ablauf dieses Zeitraums alle nicht ausgeübten SARs entschädigungslos entfallen. Darüber hinaus sind keine weiteren Bedingungen für eine erfolgreiche Zuteilung der SARs zu erfüllen.
Die Ermittlung des Zeitwerts der ausgegebenen Optionen zum Zusagezeitpunkt erfolgt unter Verwendung eines Optionspreismodells (Black-Scholes-Modell) sowie der Kalkulation im Rahmen der Monte-Carlo Simulation in Übereinstimmung mit IFRS 2.
Unter Verwendung eines Optionspreismodells (Black-Scholes-Modell) sowie der Kalkulation im Rahmen der Monte-Carlo Simulation in Übereinstimmung mit IFRS 2 wurden die ausgegebenen Optionen auf Basis folgender wesentlicher Bewertungsparameter ermittelt:
Ausgabestichtag
01.01.2024
01.01.2025
Volumen
13.840
SARs
492.598
SARs
Durchschnittlicher Marktwert je Option
1,46
3,39
Ausübungspreis
21,72
15,57 - 15,62
Aktienkurs
15,67
15,67
Dividendenrendite
3,19
%
11,44
%
Volatilität der Aktie
39,57
%
39,57
%
Erwartete Dauer (Jahre)
5
 
5
 
Risikofreier Zins
1,99
%
2,0 - 2,1
%
Hierbei wurde die begrenzte Auszahlung je SAR durch Abzug des Wertes einer Optionsbewertung mit dem doppelten Ausübungspreis abgebildet. Hinsichtlich der Ausübungsfenster der SARs wurde im Rahmen der Black-Scholes Bewertung von einer frühestmöglichen Ausübung ausgegangen. Im Rahmen der Monte-Carlo Simulation wurde grundsätzlich ebenfalls mit einer frühestmöglichen Ausübung kalkuliert. Unabhängig der gewählten Bewertungsmethode wurden im Rahmen der Ausübung zusätzlich die jeweiligen Ausübungshürden berücksichtigt.
Da die SARs nicht dividendenberechtigt sind, wurde im Einklang mit IFRS 2.B34 eine Dividendenrendite auf Basis der Dividende für das jeweilige Geschäftsjahr und dem Aktienkurs der United Internet AG zum Stichtag bei der Bewertung der SARs berücksichtigt.
Die für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts zugrunde gelegte Volatilität wurde durch einen gewichteten Mittelwert auf Basis der historischen Volatilität für die letzten 6 (Gewichtung zu 1/3) resp. 12 Monate (Gewichtung zu 2/3) vor dem Bewertungsstichtag ermittelt. Der Ausübungspreis wird auf Basis des durchschnittlichen Aktienkurses der letzten 10 Tage vor dem Ausgabestichtag berechnet.
Aus dem Programm SAR United Internet ergeben sich folgende Effekte:
T€
2025
2024
Gesamtaufwand des Programms
39.741
37.988
Kumulierter Aufwand bis zum Ende des Geschäftsjahres
38.584
37.974
Auf künftige Jahre entfallener Aufwand
1.157
14
Personalaufwand im Geschäftsjahr
610
–102
Die Veränderungen bei den ausgegebenen bzw. ausstehenden virtuellen Aktienoptionen ergeben sich aus der folgenden Tabelle:
 
SAR
Durchschnittl. Ausübungspreis (€)
Ausstehend zum 31. Dezember 2023
475.000
21,73
Ausübbar zum 31. Dezember 2023
175.000
n/a
Verfallen/verwirkt
–344.827
23,67
Ausgeübt
–75.000
16,91
Neuausgabe
40.275
19,88
Ausstehend zum 31. Dezember 2024
95.448
17,75
Ausübbar zum 31. Dezember 2024
75.000
n/a
Verfallen/verwirkt
–6.608
18,92
Ausgeübt
–75.000
16,91
Neuausgabe
492.598
15,57
Ausstehend zum 31. Dezember 2025
506.438
15,74
Ausübbar zum 31. Dezember 2025
0
n/a
Ausübbar zum 31. Dezember 2024
0
n/a
Gewogene durchschnittliche Restlaufzeit
zum 31. Dezember 2025 (in Monaten)
60
 
Gewogene durchschnittliche Restlaufzeit
zum 31. Dezember 2024 (in Monaten)
13
 
Die Bandbreite der Ausübungspreise für die zum Abschlussstichtag ausstehenden Aktienoptionen liegt zwischen 15,57 € und 21,72 € (Vorjahr: 16,91 € und 21,72 €).
37.2
Long Term Incentive Plan Business Applications (LTIP Hosting)
Im IONOS-Konzern besteht zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 als Mitarbeiterbeteiligungsprogramm ausschließlich noch das Programm Stock Appreciation Rights (SAR IONOS), das im Zuge des Börsengangs der IONOS im 1. Quartal 2023 eingeführt wurde. Die im Vorjahr noch bestehenden Programme – der Long Term Incentive Plan (LTIP Hosting) von 2017 sowie die IPO-Überleitungsvereinbarung (sog. Rollover Agreement) – wurden im Zuge des vollständigen Anteilsverkaufs durch die WP XII Venture Holdings II SCSp, Luxemburg / Luxemburg am 27. März 2025 beglichen und sind damit beendet. Der Long Term Incentive Plan der we22-Gruppe ist im Vorjahr verfallen.
Im Rahmen des LTIP Programms wurden den teilnahmeberechtigten Mitarbeitern sogenannte Management Incentive Plan (MIP)-Einheiten (Wertsteigerungsrechte) zugewiesen. Die Erdienung erfolgte linear über einen Zeitraum von vier Jahren (beginnend mit der Ausgabe) und unter der Voraussetzung, dass der betreffende Mitarbeiter bis zum Eintritt eines gemäß der LTIP-Vereinbarung definierten Ereignisses (Trigger Event) nicht gekündigt hat. Hierbei handelt es sich um die vollständige Veräußerung aller Anteile an der IONOS Group SE, die Warburg Pincus hält.
Während die Teilverkäufe der Anteile durch Warburg Pincus in den Jahren 2021, 2023 und 2024 kein solches Trigger Event darstellten, qualifizierte sich der vollständige Anteilsverkauf am 27. März 2025 als Trigger Event, in dessen Zuge es zur Bedienung der Ansprüche kam.
Die MIP-Einheiten stellen im Falle eines Trigger Events einen Wertanspruch in Höhe der Differenz zwischen dem individuell festgelegten Ausübungspreis und dem Unternehmenswert der IONOS Group SE dar. Der Ausübungspreis wird hierbei um Eigenkapitaleinlagen bzw. -rückführungen erhöht bzw. vermindert.
Die Erfüllung der Ansprüche unter dem LTIP Programm kann durch Anteils- oder Barausgleich erfolgen. Im Falle der Erfüllung als Anteilsausgleich kann die Erfüllung der Ansprüche durch Hingabe von Anteilen oder Optionen zum Anteilserwerb erfolgen. Da keine gegenwärtige Verpflichtung zum Barausgleich besteht, wurde der Plan als Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente (equity-settled) bilanziert.
Analog zum Vorjahr wurden auch im abgelaufenen Geschäftsjahr keine neuen Aufwendungen im Rahmen des Management Incentive Plans (MIP) für das LTIP Hosting Programm erfasst. Hintergrund hierfür ist die bereits erfolgte, vollständige Bedienung und Abwicklung des Programms. Gemäß den zugrunde liegenden Planbedingungen stellte der Ausstieg des Investors Warburg Pincus das vertraglich definierte auslösende Ereignis (Triggering Event) dar, welches zur vollumfänglichen Fälligkeit und Abgeltung der verbliebenen Ansprüche führte. Das Programm ist damit abschließend bedient, sodass für die IONOS Group SE hieraus keine künftigen Ergebnisbelastungen mehr resultieren.
Die Veränderungen in den ausgegebenen bzw. ausstehenden MIP-Einheiten ergeben sich aus der folgenden Tabelle:
 
Units
Durchschnittl. Ausübungspreis (€)
Ausstehend zum 31. Dezember 2022
460.071
173,36
Ausgabe IPO
20.429
329,98
Wechsel ins Programm "Rollover"
–389.625
168,58
Verfallen/verwirkt
–625
358,8
Ausstehend zum 31. Dezember 2023
90.250
130,29
Verfallen/verwirkt
–1.500
310
Ausstehend zum 31. Dezember 2024
88.750
127,25
Verfallen/verwirkt
–750
182,40
Korrektur Leaver Status
625
156,50
Ausgeübt
–88.625
126,99
Ausstehend zum 31. Dezember 2025
0
0,00
Im Rahmen des IPO erfolgte kein vollständiger Exit von Warburg Pincus, sondern lediglich ein Teilverkauf. Die erstmalige Börsennotierung der IONOS Group SE am 8. Februar 2023 stellte daher kein Triggering Event im Sinne der LTIP Hosting Vereinbarung dar. Der IPO führte dementsprechend nicht dazu, dass die Ansprüche der einzelnen Teilnehmer fällig geworden wären. Für verbleibende Teilnehmer des LTIP Hosting werden jedoch weitere rd. 11% der Ansprüche aus dem LTIP Hosting mit dem Ausgabekurs zum IPO am 8. Februar 2023 festgeschrieben.
Vor diesem Hintergrund wurde allen aktiven Mitarbeitern des LTIP Hosting Programms eine sogenannte IPO-Überleitungsvereinbarung (Rollover Agreement; im Folgenden „Rollover“) angeboten. Im Rahmen des Rollovers konnten die aktiven Mitarbeiter ihre LTIP Hosting MIP-Einheiten in Bezugsrechte für Aktien der IONOS Group SE wandeln.
Die Bestimmung des IPO Awards (virtuelle Aktienoptionen im Rahmen des Rollovers) folgte einem zweistufigen Prozess, basierend auf der Annahme eines vollständigen Desinvestments von Warburg Pincus. Im ersten Schritt wurde die Wertsteigerung je Teilnehmer auf Basis der Konditionen des LTIP Hosting abgeleitet. Für rund 25% der MIP-Einheiten wurde eine Wertsteigerung aufgrund eines Aktienrückkaufs im Jahr 2021 und eines Enterprise Value von 4,8 Milliarden Euro festgestellt. Für die restlichen ca. 75% der MIP-Einheiten wurde die Wertsteigerung zum Zeitpunkt des IPO als relevant betrachtet, wobei der IPO-Ausgabekurs von 18,50 EUR zur Ermittlung der Wertsteigerung herangezogen wurde. Aus diesen Berechnungen wurde die gesamte Wertsteigerung je Teilnehmer ermittelt.
Im zweiten Schritt wurde die erzielte Wertsteigerung je Teilnehmer durch den IPO-Ausgabekurs geteilt, um die Anzahl der virtuellen Aktien an der IONOS Group SE zu bestimmen. Teilnehmer, die bis zum IPO keine Wertsteigerung verzeichnen konnten, erhielten keine virtuellen Aktien, hatten jedoch die Möglichkeit, im LTIP Hosting zu verbleiben. Die ermittelte Anzahl an IPO Awards wurde anschließend fixiert und auf drei Tranchen verteilt.
Die Veränderungen in der virtuellen Aktienoptionen, die aus der Umwandlung der MIP-Einheiten ermittelt wurden, ergeben sich aus der folgenden Tabelle:
 
Virtuelle Aktienoptionen
Durchschnittl. Ausübungspreis (€)
Ausstehend zum 31. Dezember 2022
0
n/a
Ausgabe IPO
2.210.243
n/a
Auszahlung IPO
–736.756
n/a
Verfallen/verwirkt
–13.743
n/a
Ausstehend zum 31. Dezember 2023
1.459.744
n/a
Auszahlung 2. Tranche
–729.877
n/a
Vorabauszahlung 3. Tranche
–6.411
n/a
Verfallen/verwirkt
–10.023
n/a
Ausstehend zum 31. Dezember 2024
713.433
n/a
in Cash bedient
–3.984
n/a
Ausgeübt
–709.449
n/a
Ausstehend zum 31. Dezember 2025
0
n/a
Mit dieser Auszahlung infolge des Triggering Events ist das Programm vollumfänglich bedient und beendet.
Die Auszahlungen im Geschäftsjahr haben einen Gegenwert von 35.539 T€. Die Berechnung erfolgte im Rahmen der Lohnsteuerermittlung auf Basis des jeweils zugrunde liegenden geldwerten Vorteils. Der Anspruch wurde im Wesentlichen durch die Übertragung eigener Aktien bedient und die Lohnnebenkosten von der IONOS abgeführt.
Im Vorjahr erfolgte eine Auszahlung in Höhe von 16.566 T€ der Tranche 2 an die Berechtigten erfolgte. Der Anspruch wurde ebenfalls durch die Übertragung eigener Aktien bedient und die Lohnnebenkosten von der IONOS abgeführt.
37.3
Stock Appreciation Right (SAR IONOS)
Im Dezember 2022 wurde ebenfalls ein neuer Incentive Plan für die Vorstände und Führungskräfte in Schlüsselpositionen der IONOS Group SE unter Vorbehalt eines erfolgreichen IPO aufgelegt. Das SAR Programm erfolgt über sog. Stock Appreciation Rights und wird als aktienbasierte Vergütungstransaktion mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente behandelt. Als Stock Appreciation Right (SAR) wird die Zusage der IONOS Group SE bezeichnet, den Berechtigten eine Zahlung in Höhe der Differenz zwischen dem Börsenkurs bei Einräumung (vereinbarter Ausübungspreis) und dem Börsenkurs bei Ausübung der Option zu leisten. Die Ausübungshürde beträgt 110 % des Ausübungspreises nach drei Jahren, 115 % nach vier Jahren und 120 % nach 5 Jahren. Der Ausübungspreis ergibt sich als der Mittelwert der Schlusskurse im Xetra-Handel für die Aktie der Gesellschaft an der Frankfurter Wertpapierbörse während der letzten 10 Börsentage vor dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option. Die Zahlung des Wertzuwachses für den Berechtigten ist begrenzt, abhängig von den Vereinbarungen einzelner Tranchen auf 100 % des ermittelten Börsenpreises (Ausübungspreis) bzw. 150 % des ermittelten Börsenpreises (Ausübungspreis).
Ein SAR entspricht einem virtuellen Bezugsrecht auf eine Aktie der IONOS Group SE, ist aber kein Anteilsrecht und somit keine (echte) Option auf den Erwerb von Aktien der IONOS Group SE. Auf eine mögliche Dividendenzahlung der Gesellschaft haben die Berechtigten keinen Anspruch. Die IONOS Group SE behält sich jedoch das Recht vor, ihrer Verpflichtung zur Auszahlung des SAR in bar stattdessen nach freiem Ermessen auch durch die Übertragung von Aktien der IONOS Group SE aus dem Bestand eigener Aktien an die Berechtigten zu erfüllen. Das Programm wird daher als equity-settled Plan bilanziert, da keine gegenwärtige Verpflichtung zur Erfüllung in bar besteht.
Das Optionsrecht kann hinsichtlich eines Teilbetrags von bis zu 33,33 % frühestens nach Ablauf von 36 Monaten seit dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option, hinsichtlich eines Teilbetrags von insgesamt bis zu 66,66 % frühestens 48 Monate nach dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option und hinsichtlich des Gesamtbetrags frühestens nach Ablauf von 60 Monaten nach dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option ausgeübt werden, unter der Voraussetzung, dass der betroffene Berechtigte zum Ende eines jeden Jahres nicht gekündigt hat. Die Erdienung erfolgt somit zu jeweils einem Drittel über die genannten Zeiträume.
Die SARs haben jedoch eine grundsätzliche Laufzeit von 6 Jahren, sodass nach Ablauf dieses Zeitraums alle nicht ausgeübten SARs entschädigungslos entfallen. Darüber hinaus sind für die Vorstände zusätzlich Kürzungen der Auszahlungsbeträge im Zusammenhang mit vordefinierten ESG-Zielen möglich. Im Rahmen der ESG-Ziele können die Ansprüche bei Nichterreichen der Vorgaben um maximal 10 % reduziert werden. Der Börsengang der IONOS Group SE erfolgte am 8. Februar 2023, was auch dem Zuteilungsdatum entspricht.
Das Ausübungsverhalten für Vorstände und weitere Führungskräfte basiert auf der Annahme, dass Teilnehmer ihre SARs zum frühestmöglichen Zeitpunkt ausüben, ähnlich wie bei vergleichbaren Programmen innerhalb des United Internet Konzerns. Es wird erwartet, dass ein Drittel der SARs im ersten Fenster nach dem dritten Jahr, ein weiteres Drittel nach dem vierten Jahr und das letzte Drittel nach dem fünften Jahr ausgeübt wird, da die Tranchen für die Führungskräfte zu je einem Viertel ausgeübt werden, sofern möglich. Die Ausübung der SARs ist auf zwei 10-tägige Fenster pro Kalenderjahr begrenzt, die kurz nach der Hauptversammlung und der Veröffentlichung des 9-Monatsberichts beginnen.
Neben den Vorständen erstreckt sich das SAR-Programm auch auf die Führungsebene unterhalb des Vorstands. Im laufenden Geschäftsjahr wurde der Teilnehmerkreis hierbei um neue Personen erweitert. Das Programm für diese Führungsebene basiert grundsätzlich auf den Regelungen des SAR-Programms für die Vorstände, weist jedoch folgende Abweichungen auf:
Die SAR können nicht beliebig durch die Teilnehmer ausgeübt werden, sondern müssen zunächst durch Arbeitsleistung anteilig in Tranchen erdient werden („Service Condition“). Erdiente SAR können nur in definierten Ausübungsfenstern und unter Erfüllung definierter Ausübungskriterien („Performance Condition“) ausgeübt werden. 
Es bestehen vier Tranchen zu je 25% der SAR, wobei das erstmalige Ausübungsrecht nach 24 Monaten als vollständig erdient angesehen wird. Die weiteren Tranchen werden in 12-Monatszeiträumen erdient. Bereits erdiente SAR, welche aber aufgrund der Nichterfüllung der Ausübungskriterien nicht im erstmöglichen Ausübungsfenster ausgeübt werden können, verfallen nicht, sondern können in den folgenden Ausübungsfenster ausgeübt werden, sofern die Ausübungskriterien erfüllt sind.
Die Gesamtlaufzeit des Plans beträgt für diese Teilnehmer ebenfalls 6 Jahre.
Die Ausübungshürden betragen 110% des Ausgabekurses nach 24 Monaten, 115% nach 36 Monaten, 120% nach 48 Monaten und 125% nach 60 Monaten. Die Wertsteigerung (ermittelt in Relation zum Ausgabekurs) je SAR ist grundsätzlich auf 150% begrenzt.
Es wird kein ESG-Malus berücksichtigt.
Unter Verwendung eines Optionspreismodells (Monte-Carlo Simulation) in Übereinstimmung mit IFRS 2 wurde der Zeitwert zum Zusagezeitpunkt der ausgegebenen Optionen wie folgt ermittelt:
Ausgabestichtag
22.11.2024
01.01.2025
26.05.2025
02.06.2025
24.06.2025
Anzahl SAR
8.729
10.588
2.815
3.896
4.956
Anfangskurs
22,90 
21,85 
38,00 
41,65 
40,90 
Ausübungspreis
25,50 
25,50 
24,41 
38,50 
40,38 
Durchschnittlicher Marktwert je Option
5,57 
5,06 
12,62 
11,77 
11,13 
Dividendenrendite
0,17 %
0,18 %
0,11 %
0,10 %
0,10 %
Volatilität der Aktie
35,52 %
35,05 %
38,44 %
38,46 %
37,86 %
Erwartete Dauer (Jahre)
6
6
6
6
6
risikoloser Zinssatz
1,9 % - 2,19 %
1,99 % - 2,14 %
1,74 % - 2,17 %
1,74 % - 2,14 %
1,81 % - 2,18 %
Ausgabestichtag
01.09.2025
22.10.2025
15.11.2025
17.11.2025
19.12.2025
Anzahl SAR
134.000
4.640
177.000
6.720
254.000
Anfangskurs
38,20 
32,60 
26,55 
26,20 
26,50 
Ausübungspreis
37,35 
32,34 
28,25 
32,75 
13,13 
Durchschnittlicher Marktwert je Option
10,57 
8,99 
7,07 
6,30 
6,43 
Dividendenrendite
0,10 %
0,12 %
0,15 %
0,15 %
0,15 %
Volatilität der Aktie
38,92 %
40,39 %
40,35 %
40,35 %
39,07 %
Erwartete Dauer (Jahre)
6
6
6
6
1
risikoloser Zinssatz
1,96 % - 3,14 %
1,87 % - 2,23 %
2,01 % - 3,07 %
1,97 % - 2,37 %
1,99 % - 1,99 %
Im Rahmen der Simulation wurde sowohl die Begrenzung der Auszahlung je SAR als auch die jeweiligen Ausübungshürden je Tranche berücksichtigt. Da die SARs nicht dividendenberechtigt sind, wurde im Einklang mit IFRS 2.B34 eine Dividendenrendite auf Basis der Dividende für das jeweilige Geschäftsjahr und dem Aktienkurs der IONOS Group SE zum Stichtag bei der Bewertung der SARs berücksichtigt.
Die für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts zugrunde gelegte Volatilität wurde aus dem gewichteten Mittelwert der Preisschwankungen der letzten 180 Tage (Gewichtung zu 1/3) bzw. der letzten 360 Tage (Gewichtung zu 2/3) der IONOS Group SE berechnet.
Aus dem Programm SAR IONOS ergaben sich im Geschäftsjahr folgende Effekte:
T€
2025
2024
Gesamtaufwand des Programms
25.262
24.089
Kumulierter Aufwand bis zum Ende des Geschäftsjahres
15.913
11.586
Auf künftige Jahre entfallener Aufwand
9.348
12.503
Personalaufwand im Geschäftsjahr
4.327
5.880
Die Veränderungen in den ausgegebenen bzw. ausstehenden SARs ergeben sich aus der folgenden Tabelle:
 
Anzahl
Durchschnittl.
Ausübungspreis
(€)
Ausstehend am 31. Dezember 2023
4.973.216
17,51
Verfallen/verwirkt
–135.135
18,50
Ausgaben
329.776
18,98
Ausstehend am 31. Dezember 2024
5.167.857
17,57
Verfallen/verwirkt
–961.172
14,30
Ausgaben
734.376
25,15
Ausstehend am 31. Dezember 2025
4.941.061
19,24
37.4
Long Term Incentive Plan Versatel (LTIP Versatel)
Im Geschäftsjahr 2018 wurde ein zusätzliches Mitarbeiterbeteiligungsprogramm (Long Term Incentive Plan, LTIP) für den Geschäftsbereich Business Access aufgelegt. Zielsetzung des LTIP Programms ist eine langfristige Ausrichtung der Interessen der Mitglieder der Unternehmensleitung sowie weiterer Schlüsselmitarbeiter der 1&1 Versatel Gruppe (Geschäftsbereich Business Access) an den Interessen der Gesellschaft, um den Eigenkapitalwert der Gesellschaft (1&1 Versatel GmbH) und anderer Gesellschaften der 1&1 Versatel Gruppe zu steigern.
Das Programm berechtigt die Begünstigten, grundsätzlich an einem bestimmten Anteil der Wertsteigerung der 1&1 Versatel-Gruppe teilzuhaben. Im Rahmen des LTIP Programms werden den teilnahmeberechtigten Mitarbeitern im Bereich Business Access Wertsteigerungsanteile zugewiesen.
Die Erdienung erstreckt sich grundsätzlich linear über einen Zeitraum von sechs Jahren (beginnend mit der Ausgabe) oder bis zum Eintritt eines gemäß den LTIP Programmbedingungen definierten Ereignisses (sogenanntes Trigger Event) und unter der Voraussetzung, dass der betreffende Mitarbeiter zum Ende eines jeden Jahres bzw. bis zum Eintritt eines Trigger Events nicht gekündigt hat. Der LTIP-Anspruch entsteht, sobald die volle Laufzeit des LTIP-Vertrags endet (d. h. nach 6 Jahren) oder ein gemäß LTIP Programmbedingungen definiertes Ereignis eintritt. Nach Ablauf von 6 Jahren oder mit Eintritt eines Trigger Events entsteht der jeweilige LTIP-Anspruch.
Der LTIP Anspruch ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Endwert und einem individuellen Anfangswert (jeweils auf Basis des Unternehmenswertes zum betrachteten Zeitpunkt), der mit dem jeweiligen Wertsteigerungsanteil und einem Verwässerungsfaktor multipliziert wird.
Die Aufwandserfassung je Teilnehmer erfolgt linear über den Zeitraum bis zum Auslaufen des jeweiligen LTIP-Vertrags, sofern kein Trigger Event eintritt. Im Falle eines (bevorstehenden) Trigger Events erfolgt eine vollständige Aufwandserfassung bis zum (erwarteten) Eintritt des Trigger Events. Da aktuell kein Trigger Event erwartet wird, wird diese Variante in der Bewertung der Ansprüche nicht berücksichtigt. Diese Einschätzung wird zu jedem Stichtag neu überprüft. Auf Basis der aktuellen Einschätzungen wird jeweils ein Gesamtzeitraum von 6 Jahren zugrunde gelegt.
Die Erfüllung der Ansprüche unter dem LTIP Programm kann durch Anteils- oder Barausgleich erfolgen. Im Falle der Erfüllung als Anteilsausgleich kann die Erfüllung der Ansprüche durch Hingabe von Anteilen oder Optionen zum Anteilserwerb erfolgen. Da keine gegenwärtige Verpflichtung zum Barausgleich besteht, wird der Plan als Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente (equity-settled) bilanziert.
Die Ermittlung des Zeitwerts der ausgegebenen Optionen zum Zusagezeitpunkt erfolgt unter Verwendung eines Optionspreismodells (Black-Scholes-Modell) in Übereinstimmung mit IFRS 2.
Die für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts zugrunde gelegte Volatilität wurde aus dem gewichteten Mittelwert der Preisschwankungen der letzten 180 Tage (Gewichtung zu 1/3) bzw. der letzten 360 Tage (Gewichtung zu 2/3) der Peer Group des Bereichs Versatel berechnet.
Aus dem Long Term Incentive Plan Programm Versatel ergeben sich zum Stichtag folgende Effekte:
T€
2025
2024
Gesamtaufwand des Programms
13.031
14.818
Kumulierter Aufwand bis zum Ende des Geschäftsjahres
7.837
6.161
Auf künftige Jahre entfallender Aufwand
5.194
8.657
Personalaufwand im Geschäftsjahr
1.676
1.283
Die Veränderungen in den ausgegebenen bzw. ausstehenden virtuellen Aktienoptionen ergeben sich aus der folgenden Tabelle:
 
 
Durchschnittlicher Fair Value des Wertsteigerungsanteils je % (T€)
Ausstehend zum 31. Dezember 2024
4,3 %
3.446,00
Verfallen / Ausgeübt
1,1 %
3.045,00
Ausstehend zum 31. Dezember 2025
3,2 %
3.591,00
37.5
Stock Appreciation Rights Drillisch (SAR 1&1)
Bis zum 17. April 2020 existierte ein Programm, das Stock Appreciation Right Drillisch (SAR Drillisch), das in der 1. Jahreshälfte 2018 eingeführt wurde. Das Programm richtete sich an Vorstände, Führungskräfte und Mitarbeiter in Schlüsselpositionen und basierte auf virtuellen Aktienoptionen der 1&1 AG (Vormals 1&1 Drillisch AG).
Das alte SAR Drillisch Programm wurde im Laufe des Geschäftsjahres 2020 annulliert. Zum Zeitpunkt der Annullierung standen 77.400 Aktienoptionen aus, die z. T. durch neue Eigenkapitalinstrumente ersetzt wurden.
Zum 17. April 2020 wurde ein neues Programm eingeführt. Das neue Mitarbeiterbeteiligungsmodell, das sog. Stock Appreciation Rights Drillisch (SAR Drillisch), richtet sich an Vorstände, Führungskräfte und Mitarbeiter in Schlüsselpositionen und basiert auf virtuellen Aktienoptionen der 1&1 AG. Gemäß den aktuellen Bedingungen umfasst ein SAR Drillisch die Zusage der 1&1 AG (oder eines ihrer Tochterunternehmen) dem Optionsberechtigten Leistungen zu erbringen, deren Höhe der Differenz zwischen dem Börsenkurs bei Einräumung (Ausübungspreis) und dem Börsenkurs bei Ausübung der Option entspricht. Die Ausübungshürde beträgt 120 % des Ausübungspreises. Der Ausübungspreis ergibt sich als der Mittelwert der Schlusskurse im Xetra-Handel für die Aktie der Gesellschaft an der Frankfurter Wertpapierbörse während der letzten 10 Börsentage vor dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option. Die Zahlung des Wertzuwachses für den Berechtigten ist gleichzeitig auf 100 % des ermittelten Börsenpreises (Ausübungspreis) begrenzt (CAP). Im Jahr 2024 erfolgte für bereits bestehende Teilnehmer eine zusätzliche Ausgabe (Zweitausgabe) von SAR. Im Rahmen der Zweitausgabe erfolgte abweichend für einen Teilnehmer von den bisherigen Ausgaben, eine Verrechnung des Auszahlungsbetrags der Erstausgabe mit der Zweitausgabe. Im Jahr 2025 erfolgten für bereits bestehende Teilnehmer fünf zusätzliche Ausgaben (Zweitausgaben) von SAR sowie zwei Neuausgaben von SAR für neue Teilnehmer. Im Rahmen der zusätzlichen Ausgaben (Zweitausgaben), erfolgte für den jeweiligen Teilnehmer von den bisherigen Ausgaben eine Verrechnung des Auszahlungsbetrages der Erstausgabe mit der Zweitausgabe.
Ein SAR entspricht einem virtuellen Bezugsrecht auf eine Aktie der 1&1 AG, ist aber kein Anteilsrecht und somit keine (echte) Option auf den Erwerb von Aktien der 1&1 AG. Auf eine mögliche Dividendenzahlung der Gesellschaft haben die Berechtigten keinen Anspruch. Grundsätzlich ist eine Erfüllung der Ansprüche durch Barausgleich vorgesehen. Die 1&1 AG behält sich jedoch das Recht vor, ihrer Verpflichtung (bzw. der Verpflichtung der Tochtergesellschaft) zur Auszahlung des SAR in bar stattdessen nach freiem Ermessen auch durch die Übertragung von Aktien der 1&1 AG aus dem Bestand eigener Aktien an die Berechtigten zu erfüllen. Da aus Konzernsicht gegenwärtig keine Verpflichtung zum Barausgleich vorliegt, werden diese Zusagen als Transaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente bilanziert.
Zur Ausübung steht den Optionsberechtigten ein Ausübungsfenster von 10 Tagen zur Verfügung. Dieses beginnt jeweils am 3. Tag nach der Hauptversammlung bzw. nach der Veröffentlichung des 9-Monatsberichts. Das Optionsrecht kann hinsichtlich eines Teilbetrags von bis zu 25 % frühestens nach Ablauf von 24 Monaten seit dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option, hinsichtlich eines Teilbetrags von insgesamt bis zu 50 % frühestens 36 Monate nach dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option, hinsichtlich eines Teilbetrags von insgesamt bis zu 75 % frühestens 48 Monate nach dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option und hinsichtlich des Gesamtbetrags frühestens nach Ablauf von 60 Monaten nach dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option ausgeübt werden, unter der Voraussetzung, dass der betroffene Berechtigte zum Ende eines jeden Jahres nicht gekündigt hat. Die SARs haben jedoch eine grundsätzliche Laufzeit von 6 Jahren, sodass nach Ablauf dieses Zeitraums alle nicht ausgeübten SARs entschädigungslos entfallen. Tranchen, die im zur Verfügung stehenden Ausübungsfenster nicht ausgeübt werden, sind im nächsten regulären Ausübungszeitfenster der Tranche ausübbar. Darüber hinaus sind keine weiteren Bedingungen für eine erfolgreiche Zuteilung der SARs zu erfüllen.
Unter Verwendung eines Optionspreismodells (Black-Scholes-Modell / Monte-Carlo Simulation) in Übereinstimmung mit IFRS 2 wurde der Zeitwert zum Zusagezeitpunkt der ausgegebenen Optionen wie folgt ermittelt:
Ausgabestichtag
17.04.2023
01.08.2023
01.01.2025
Anzahl SAR
361.000
60.000
198.000
Anfangskurs
10,64 
€ 10,24
€ 12,60
Ausübungspreis
10,14 
€ 10,50
€ 11,85
Durchschnittlicher Marktwert je Option
2,44 
€ 2,08
€ 3,02
Dividendenrendite
0,47 %
0,49 %
0,40 %
Volatilität der Aktie
29,05 %
29,65 %
31,17 %
Erwartete Dauer (Jahre)
5
5
5
risikoloser Zinssatz
2,4-3,0 %
2,5-3,3 %
2,0-2,1 %
Ausgabestichtag
01.01.2025
01.01.2025
15.05.2025
Anzahl SAR
253.000
506.000
94.800
Anfangskurs
€ 12,50
€ 12,60
€ 15,38
Ausübungspreis
€ 11,85
€ 11,85
€ 15,83
Durchschnittlicher Marktwert je Option
€ 2,76
€ 2,86
€ 1,80
Dividendenrendite
0,40 %
0,40 %
0,32 %
Volatilität der Aktie
31,54 %
31,17 %
31,88 %
Erwartete Dauer (Jahre)
5
5
5
risikoloser Zinssatz
2,0-2,1 %
2,0-2,1 %
1,8-2,3 %
Ausgabestichtag
01.07.2025
01.10.2025
31.12.2025 / 01.04.2026
Anzahl SAR
265.300
147.800
10.100
Anfangskurs
€ 18,68
€ 20,15
€ 24,75
Ausübungspreis
€ 15,83
€ 20,31
€ 24,75
Durchschnittlicher Marktwert je Option
€ 4,88
€ 4,82
€ 6,01
Dividendenrendite
0,27 %
0,25 %
0,20 %
Volatilität der Aktie
35,04 %
34,03 %
35,18 %
Erwartete Dauer (Jahre)
5
5
5
risikoloser Zinssatz
1,8-2,2 %
2,0-2,4 %
2,0-2,5 %
Die für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts zugrunde gelegte Volatilität wurde auf Basis des gewichteten Mittelwertes der historischen Volatilität für die letzten 6 (Gewichtung zu 1/3) resp. 12 Monate (Gewichtung zu 2/3) vor dem Bewertungsstichtag ermittelt. Der Ausübungspreis wird auf Basis des durchschnittlichen Aktienkurses der letzten 10 Tage vor dem Ausgabestichtag berechnet.
Hierbei wurde die begrenzte Auszahlung je SAR durch Abzug des Wertes einer Optionsbewertung mit dem doppelten Ausübungspreis abgebildet. Hinsichtlich der Ausübungsfenster der SARs wurde im Rahmen der Optionsbewertung von einer frühestmöglichen Ausübung ausgegangen. Da die SARs nicht dividendenberechtigt sind, wurde im Einklang mit IFRS 2.B34 eine Dividendenrendite auf Basis der Dividende für das jeweilige Geschäftsjahr und dem Aktienkurs der 1&1 AG zum Stichtag bei der Bewertung der SARs berücksichtigt.
Zur Abbildung der Verrechnung des Auszahlungsbetrags zwischen der Alttranche und der Zweittranche für ausgewählte Teilnehmer wurde zur Ermittlung des Zeitwerts der Zweitausgaben auf eine Monte-Carlo Simulation abgestellt. Im Rahmen der Simulation wurde hinsichtlich der Ausübungsfenster von einer frühestmöglichen Ausübung ausgegangen. Zusätzlich wurde sowohl die Begrenzung der Auszahlung je SAR als auch die jeweiligen Ausübungshürden je Tranche berücksichtigt. Im Einklang mit IFRS 2.B34 wurde eine Dividendenrendite auf Basis der Dividende für das jeweilige Geschäftsjahr und dem Aktienkurs der 1&1 AG zum Stichtag bei der Bewertung der SARs berücksichtigt.
Aus dem SAR Programm Drillisch ergeben sich folgende Effekte:
T€
2025
2024
Gesamtaufwand des Programms
19.155
16.838
Kumulierter Aufwand bis zum Ende des Geschäftsjahres
13.960
11.158
Auf künftige Jahre entfallener Aufwand
5.195
5.679
Personalaufwand im Geschäftsjahr
2.802
2.907
Die Veränderungen in den ausgegebenen bzw. ausstehenden virtuellen Aktienoptionen ergeben sich aus der folgenden Tabelle:
 
Anzahl
Durchschnittl.
Ausübungspreis
(€)
Ausstehend am 31. Dezember 2024
5.876.750
13,75
Verfallen/verwirkt
–1.108.000
12,78
Ausgeübt
–924.750
10,22
Ausgegeben - Neuvergabe
1.201.000
13,61
Ausstehend am 31. Dezember 2025
5.045.000
14,57
37.6
Long Term Incentive Plan Portal (LTIP Consumer Application)
Im Geschäftsjahr 2019 wurde von der 1&1 Mail & Media Applications SE ein zusätzliches Mitarbeiterbeteiligungsprogramm (LTIP Portal) aufgesetzt. Zielsetzung des LTIP Programms ist die Gewinnung und Haltung qualifizierter Mitarbeiter sowie eine langfristige Ausrichtung der Interessen der Vorstände, Führungskräfte und weiterer Schlüsselmitarbeiter des Konzerns an den Interessen der Gesellschaft, um den Eigenkapitalwert der Gesellschaft (1&1 Mail & Media Applications SE) und anderer Gesellschaften des Konzerns zu steigern.
Das Programm berechtigt die Begünstigten grundsätzlich an einem bestimmten Anteil der Wertsteigerung der 1&1 Mail & Media-Gruppe teilzuhaben. Im Rahmen des LTIP Programms werden den teilnahmeberechtigten Mitarbeiter Wertsteigerungsanteile zugewiesen.
Die Erdienung erfolgt grundsätzlich linear über einen individuell festgelegten Zeitraum (4 bis 6 Jahre, beginnend mit der Ausgabe) oder bis zum Eintritt eines gemäß den LTIP Programmbedingungen definierten besonderen Ereignisses (sogenanntes Trigger Event) und unter der Voraussetzung, dass der betreffende Mitarbeiter zum Ende eines jeden Jahres bzw. bis zum Eintritt eines Trigger Events nicht gekündigt hat. Der LTIP-Anspruch entsteht, sobald die volle Laufzeit des LTIP-Vertrags endet oder ein Trigger Event eintritt.
Die Aufwandserfassung je Teilnehmer erfolgt linear über den Zeitraum bis zum Auslaufen des jeweiligen LTIP-Vertrags, sofern kein Trigger Event eintritt. Im Falle eines (bevorstehenden) Trigger Events erfolgt eine vollständige Aufwandserfassung bis zum (erwarteten) Eintritt des Trigger Events. Da aktuell kein Trigger Event erwartet wird, wird diese Variante in der Bewertung der Ansprüche nicht berücksichtigt. Diese Einschätzung wird zu jedem Stichtag neu überprüft. Auf Basis der aktuellen Einschätzungen wird (je nach individueller Vereinbarung) ein Gesamtzeitraum von 4 bis 6 Jahren zugrunde gelegt.
Die Erfüllung der Ansprüche unter dem LTIP Programm kann durch Anteils- oder Barausgleich erfolgen. Im Falle der Erfüllung als Anteilsausgleich kann die Erfüllung der Ansprüche durch Hingabe von Anteilen an der Gesellschaft, sofern diese zwischenzeitlich an einer Börse gehandelt werden, oder durch Aktien eines anderen an einer Börse notierten Unternehmens oder entsprechenden Optionen zum Anteilserwerb erfolgen. Da keine gegenwärtige Verpflichtung zum Barausgleich besteht, wird der Plan als Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente (equity-settled) bilanziert.
Die Ermittlung des Zeitwerts der ausgegebenen Optionen zum Zusagezeitpunkt erfolgt unter Verwendung eines Optionspreismodells (Black-Scholes-Modell) in Übereinstimmung mit IFRS 2.
Die für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts zugrunde gelegte Volatilität wurde aus dem gewichteten Mittelwert der Preisschwankungen der letzten 180 Tage (Gewichtung zu 1/3) bzw. der letzten 360 Tage (Gewichtung zu 2/3) der Peer Group des Bereichs Portal berechnet.
Aus dem LTIP Consumer Application ergeben sich folgende Effekte:
T€
2025
2024
Gesamtaufwand des Programms
7.178
8.943
Kumulierter Aufwand bis zum Ende des Geschäftsjahres
6.696
6.747
Auf künftige Jahre entfallener Aufwand
482
2.195
Personalaufwand im Geschäftsjahr
–51
842
Fair Value der gewährten Zusagen des Geschäftsjahres
0
0
Die Veränderungen in den ausgegebenen bzw. ausstehenden virtuellen Aktienoptionen ergeben sich aus der folgenden Tabelle:
 
Wertsteigerungsanteile
Durchschnittl. Ausübungspreis (€)
Ausstehend zum 31. Dezember 2024
4,4 %
1.905
Zuteilung
0,8 %
975
Verfallen / Ausgeübt
–3,8 %
1.531
Ausstehend zum 31. Dezember 2025
1,4 %
1.442
Ausübbar zum 31. Dezember 2025
0,0 %
0
38.
Grundkapital
Das voll eingezahlte Grundkapital zum 31. Dezember 2025 betrug 192.000.000 € (Vorjahr: 192.000.000 €), eingeteilt in 192.000.000 auf den Namen lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 1,00 €.
Genehmigtes Kapital
Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital bis zum 31. August 2026 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer Stückaktien gegen Bareinlagen und/oder gegen Sacheinlagen einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 75.000.000,00 € zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2023). Bei Bareinlagen können die neuen Aktien nach Wahl des Vorstands mit Zustimmung des Aufsichtsrats auch von einem oder mehreren Kreditinstituten bzw. einem anderen die Voraussetzungen des § 186 Abs. 5 S. 1 AktG erfüllenden Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie ausschließlich den Aktionären zum Bezug anzubieten (mittelbares Bezugsrecht).
Den Aktionären ist mit den nachfolgenden Einschränkungen ein Bezugsrecht einzuräumen. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats Spitzenbeträge von dem Bezugsrecht der Aktionäre auszunehmen und das Bezugsrecht auch insoweit auszuschließen, wie es erforderlich ist, um den Inhabern der von der Gesellschaft oder ihren Tochtergesellschaften ausgegebenen Optionsscheinen und Wandelschuldverschreibungen ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung des Options- bzw. Wandlungsrechts bzw. Erfüllung der Wandlungspflicht zustehen würde.
Der Vorstand ist darüber hinaus ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre bei einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen für einen Betrag von bis zu 10 % des im Zeitpunkt des Wirksamwerdens des „Genehmigten Kapitals 2023“ oder – falls dieses geringer ist – des bei Beschlussfassung über die Ausnutzung des „Genehmigten Kapitals 2023“ vorhandenen Grundkapitals auszuschließen, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien der Gesellschaft zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabebetrages, die möglichst zeitnah zur Platzierung der Aktien erfolgen soll, nicht wesentlich unterschreitet. Auf diese Höchstgrenze sind Aktien anzurechnen, die aufgrund Options- oder Wandelschuldverschreibungen ausgegeben werden oder auszugeben sind, sofern die Schuldverschreibungen während der Laufzeit dieser Ermächtigung in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben werden; ferner sind auf diese Zahl Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung in direkter oder entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben oder veräußert werden.
Der Vorstand ist weiter ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen zur Gewährung von Aktien zum Zweck des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen, Beteiligungen an Unternehmen oder sonstigen Vermögensgegenständen einschließlich Rechten und Forderungen oder im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen auszuschließen.
Die vorstehenden Ermächtigungen zum Bezugsrechtsausschluss sind insgesamt auf einen Betrag von bis zu 20 % des im Zeitpunkt des Wirksamwerdens des „Genehmigten Kapitals 2023“ oder – falls dieses geringer ist – des bei Beschlussfassung über die Ausnutzung des „Genehmigten Kapitals 2023“ vorhandenen Grundkapitals beschränkt. Auf diese Höchstgrenze von 20 % des Grundkapitals ist der anteilige Betrag des Grundkapitals anzurechnen, der auf Aktien entfällt, auf die sich Wandlungs- und/oder Optionsrechte bzw. Wandlungspflichten aus Schuldverschreibungen beziehen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts mit Options- und/oder Wandlungsrecht oder Wandlungspflicht ausgegeben werden, sowie derjenige anteilige Betrag des Grundkapitals, der auf eigene Aktien entfällt, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung in anderer Weise als über die Börse oder durch ein Angebot an alle Aktionäre veräußert oder verwendet werden.
Der Vorstand ist ferner ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung mit Zustimmung des Aufsichtsrats festzulegen.
Bedingtes Kapital
Das Grundkapital ist um bis zu 18.500.000,00 € eingeteilt in bis zu Stück 18.500.000 auf den Namen lautende Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2023). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber oder Gläubiger von Options- oder Wandlungsrechten oder die zur Wandlung Verpflichteten aus ausgegebenen Options- oder Wandelanleihen, die von der Gesellschaft oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen der Gesellschaft aufgrund der Ermächtigung des Vorstands durch Hauptversammlungsbeschluss vom 17. Mai 2023 bis zum 31. August 2026 ausgegeben oder garantiert werden, von ihren Options- oder Wandlungsrechten Gebrauch machen oder, soweit sie zur Wandlung verpflichtet sind, ihre Verpflichtung zur Wandlung erfüllen, oder, soweit die Gesellschaft ein Wahlrecht ausübt, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Aktien der Gesellschaft zu gewähren, soweit nicht jeweils ein Barausgleich gewährt oder eigene Aktien oder Aktien einer anderen börsennotierten Gesellschaft zur Bedienung eingesetzt werden. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe des vorstehend bezeichneten Ermächtigungsbeschlusses jeweils zu bestimmenden Options- oder Wandlungspreis. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie entstehen, am Gewinn teil; soweit rechtlich zulässig, kann der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Gewinnbeteiligung neuer Aktien hiervon und auch abweichend von § 60 Abs. 2 AktG, auch für ein bereits abgelaufenes Geschäftsjahr, festlegen.
Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.
Abschlagsdividende
Die Hauptversammlung am 20. Mai 2020 hat Schaffung der Möglichkeit der Zahlung einer Abschlagsdividende sowie entsprechende Ergänzung des § 21 der Satzung beschlossen.
39.
Rücklagen
Die Kapitalrücklage betrug zum 31. Dezember 2025 2.240 Mio. € (Vorjahr: 2.199 Mio. €).
Das kumulierte Konzernergebnis enthält die in der Vergangenheit erzielten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, vermindert um die Ausgaben für Dividendenausschüttung, sowie das sonstige Ergebnis aus der Bewertung der Beteiligungen, für die die Option der unwiderruflichen erfolgsneutralen Erfassung der Zeitwertänderungen gewählt wurde.
Die Neubewertungsrücklage in Bezug auf die Anteilseigner der United Internet AG zum Bilanzstichtag setzt sich wie folgt zusammen:
T€
31.12.2025
31.12.2024
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertete finanzielle Vermögenswerte
 
 
Anteile am sonstigen Ergebnis von At-Equity bilanzierten Unternehmen
–1.294
3.607
sonstige Beteiligungen
–658
–870
Gesamt
–1.952
2.737
Unter der Währungsumrechnungsdifferenz werden die Differenzen aus der erfolgsneutralen Umrechnung von Abschlüssen ausländischer Tochtergesellschaften erfasst.
Eine Übersicht zur Zusammensetzung und Veränderung der oben beschriebenen Rücklagen in den
Geschäftsjahren 2025 und 2024 ist in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt.
40.
Eigene Anteile
Die Hauptversammlung am 17. Mai 2023 hat den Vorstand ermächtigt, bis zum 31. August 2026 mit der Zustimmung des Aufsichtsrats gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG eigene Aktien zu jedem zulässigen Zweck im Rahmen der gesetzlichen Beschränkungen und nach Maßgabe der in dem Tagesordnungspunkt 11 dargelegten Bestimmungen zu erwerben. Diese Ermächtigung ist insgesamt auf einen Anteil von 10 % des im Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung oder – falls dieser Wert geringer ist – des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals beschränkt. Zum Bilanzstichtag wurden 19.162.689 Stück eigene Aktien gehalten.
Der Erwerb eigener Aktien kann über die Börse oder mittels eines an sämtliche Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots oder mittels einer an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten oder durch die Ausgabe von Andienungsrechten an die Aktionäre erfolgen.
Der Vorstand ist ferner ermächtigt, eigene Aktien zusätzlich zu einer Veräußerung über die Börse oder einer anderen das Gebot der Gleichbehandlung aller Aktionäre wahrenden Weise zu folgenden Zwecken zu verwenden:
Im Rahmen des Erwerbs von Unternehmen oder Beteiligungen daran oder von Unternehmensteilen oder im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen als (Teil-)Gegenleistung.
Zur Einführung von Aktien der Gesellschaft an ausländischen Börsen, an denen sie bisher nicht zum Handel zugelassen sind.
Zur Gewährung von Aktien der Gesellschaft in Erfüllung von Ansprüchen aus virtuellen Aktienbeteiligungsprogrammen an gegenwärtige und frühere Mitglieder des Vorstands und Arbeitnehmer der Gesellschaft sowie an gegenwärtige und frühere Mitglieder der Vorstände bzw. Geschäftsführungen und Arbeitnehmer von mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen im Sinne der §§ 15 ff. AktG. Soweit Vorstandsmitgliedern der Gesellschaft Aktien gewährt werden sollen, entscheidet hierüber der Aufsichtsrat der Gesellschaft.
Das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre auf diese eigenen Aktien wird gemäß §§ 71 Abs. 1 Nr. 8, 186 Abs. 3, 4 AktG insoweit ausgeschlossen, wie diese Aktien gemäß den vorstehenden Ermächtigungen verwendet werden. Darüber hinaus kann der Vorstand im Falle der Veräußerung der eigenen Aktien durch Angebot an alle Aktionäre das Bezugsrecht der Aktionäre für Spitzenbeträge ausschließen.
Die Ermächtigung darf nicht zum Zwecke des Handels mit eigenen Aktien genutzt werden.
Im Geschäftsjahr 2025 hat der Konzern wie im Vorjahr keine eigenen Aktien erworben.
Zum Bilanzstichtag wurden 19.162.689 Stück (Vorjahr: 19.162.689 Stück) eigene Aktien gehalten.
Eigene Anteile kürzen das Eigenkapital und sind nicht dividendenberechtigt.
41.
Nicht beherrschende Anteile
Die nicht beherrschenden Anteile haben sich wie folgt entwickelt:
T€
1&1 AG / Consumer Access (13,42 %)
IONOS TopCo SE/Business Applications (35,32 %)
Gesamt
01.01.2025
701.485
62.002
763.487
Anteiliges Ergebnis
28.072
81.700
109.772
Anteiliges sonstiges Ergebnis
0
–4.675
–4.675
Anteilsmäßige Veränderungen
–302.135
–5.626
–307.761
Sonstige EK Veränderungen
–701
–11.871
–12.572
Ausschüttung
–1.673
0
–1.673
31.12.2025
425.048
121.530
546.578
T€
1&1 AG / Consumer Access (21,68 %)
IONOS Group SE/Business Applications (36,16 %)
Gesamt
01.01.2024
657.042
–14
657.028
Anteiliges Ergebnis
45.703
60.176
105.878
Anteiliges sonstiges Ergebnis
9
3.494
3.503
Anteilsmäßige Veränderungen
0
–503
–503
Sonstige EK Veränderungen
625
–1.151
–526
Ausschüttung
–1.893
0
–1.893
31.12.2024
701.485
62.002
763.487
Die in der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung des Geschäftsjahres 2025 abgebildeten Transaktionen mit Eigenkapitalgebern bilden zum einen die Effekte aus der konzerninternen Veräußerung der United Internet Management Holding SE (UIMH) an die 1&1 AG und den Rückkauf von Aktien an der 1&1 AG ab. Die konzerninterne Veräußerung der UIMH an die 1&1 AG, die nur zu 86,46 % im Eigentum der United Internet AG ist, führte zu einer Erhöhung des auf die Anteilseigner der United Internet AG entfallenden Eigenkapitals in Höhe von 33.652 T€. Infolge des Rückkaufs von Aktien an der 1&1 AG wurde die Differenz zwischen dem gezahlten Kaufpreis und dem anteiligen Buchwert des erworbenen Nettovermögens in Höhe von 21.676 T€ vollständig im Eigenkapital erfasst. Zum anderen wurde eine Erhöhung um 9.853 T€ aus der nachträglichen Kaufpreisanpassung für den Erwerb von 8,43 % der Anteile an der IONOS Group SE im Geschäftsjahr 2021 im Eigenkapital erfasst. Die Reduzierung des kumulierten Konzernergebnisses resultiert aus dem Erwerb eigener Aktien durch IONOS.
Die anteilsmäßigen Veränderungen im Geschäftsjahr 2025 resultieren im Wesentlichen aus dem konzerninternen Verkauf der UIMH an die 1&1 AG (-33.652 T€) sowie aus dem Erwerb der Anteile an der 1&1 AG (-268.483 T€).
Die nachfolgenden Finanzinformationen umfassen in zusammengefasster Form Informationen zu Vermögenswerten, Verbindlichkeiten, Gewinn oder Verlust und Cashflows der Teilkonzerne mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen.
1&1 AG (Consumer Access)
 
 
in Mio. 
2025
2024
Kurzfristige Vermögenswerte
1.900
1.844
Langfristige Vermögenswerte
9.108
6.286
Kurzfristige Schulden
1.207
731
Langfristige Schulden
3.805
1.306
Eigenkapital
5.995
6.094
Erlöse
4.136
4.064
Ergebnis vor Steuern
178
305
Steueraufwendungen
–12
–92
Konzernergebnis
166
213
Nettozahlungen der betrieblichen Tätigkeit
610
311
Nettozahlungen im Investitionsbereich
–805
–181
Nettozahlungen im Finanzierungsbereich
198
–130
IONOS Group SE (Business Applications)
 
 
in Mio. 
2025
2024
Kurzfristige Vermögenswerte
246
270
Langfristige Vermögenswerte
1.324
1.374
Kurzfristige Schulden
1.123
360
Langfristige Schulden
147
1.125
Eigenkapital
300
159
Erlöse
1.608
1.560
Ergebnis vor Steuern
326
244
Steueraufwendungen
–96
–74
Konzernergebnis
230
170
Nettozahlungen der betrieblichen Tätigkeit
392
387
Nettozahlungen im Investitionsbereich
–96
–100
Nettozahlungen im Finanzierungsbereich
–295
–279
42.
Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten
Die folgende Tabelle weist die Buchwerte jeder Kategorie von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten für das Geschäftsjahr 2025 aus:
T€
Bewertungskategorie nach IFRS 9
Buchwert per 31.12.2025
Fortgeführte Anschaffungskosten
Fair Value erfolgsneutral
Fair Value erfolgswirksam
Wertansatz nach IFRS 16
Fair Value per 31.12.2025
Finanzielle Vermögenswerte
 
 
 
 
 
 
 
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
ac
44.775
44.775
 
 
 
44.775
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
 
 
 
 
 
 
 
- Forderungen aus Finanzierungsleasing
n.a.
30.304
 
 
 
30.304
27.792
- Übrige
ac
467.003
467.003
 
 
 
467.003
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte
 
 
 
 
 
 
 
- Zu fortgeführten Anschaffungskosten
ac
74.798
74.798
 
 
 
74.798
- Fair Value erfolgswirksam
fvtpl
1.051
 
 
1.051
 
1.051
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte
 
 
 
 
 
 
 
- Zu fortgeführten Anschaffungskosten
ac
9.752
9.752
 
 
 
9.575
- Fair Value über das sonstige Ergebnis
fvoci
28.542
0
28.542
 
 
28.542
- Fair Value erfolgswirksam
fvtpl
1.783
0
 
1.783
 
1.783
Finanzielle Verbindlichkeiten
 
 
 
 
 
 
 
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
flac
–632.206
–632.206
 
 
 
–632.206
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
flac
–3.244.761
–3.244.761
 
 
 
–3.252.948
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
 
 
 
 
 
 
 
- Leasingverbindlichkeiten
n.a.
–1.255.545
 
 
 
–1.255.545
-
- Fair Value erfolgswirksam
fvtpl
0
 
 
0
 
0
- Übrige
flac n.a
–740.161
–740.161
 
 
 
–683.087
 
 
 
 
 
 
 
 
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien:
 
 
 
 
 
 
 
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten (At Amortized Cost)
ac
596.328
596.328
 
 
 
596.151
Finanzielle Vermögenswerte zum Fair Value über das sonstige Ergebnis ohne nachträgliche Umklassifizierung in die Gewinn- und Verlustrechnung (At Fair Value through Other Comprehensive Income without Recycling to Profit or Loss)
fvoci
28.542
0
28.542
 
 
28.542
Finanzielle Vermögenswerte zum Fair Value erfolgswirksam (At Fair Value through Profit or Loss)
fvtpl
2.834
 
 
2.834
 
2.834
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten (At Amortized Cost)
flac
–4.617.129
–4.617.129
 
 
 
–4.568.241
Finanzielle Verbindlichkeiten zum Fair Value erfolgswirksam (At Fair Value through Profit or Loss)
fvtpl
0
 
 
0
 
0
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Für die einzelnen Kategorien von Finanzinstrumenten nach IFRS 9 wurden im Geschäftsjahr 2025 folgende Nettoergebnisse ausgewiesen:
Nettoergebnis nach Bewertungskategorien 2025 (in T€)
 
 
Nettogewinne und -verluste aus der Folgebewertung
 
T€
Bewertungs-kategorie IFRS 9
aus Zinsen und Dividenden
zum Fair Value
Währungsumrechnung
Wertberichtigung
Nettoergebnis
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten
ac
285
--
4.720
–81.981
–76.976
Finanzielle Vermögenswerte zum Fair Value
 
 
 
 
 
 
- Erfolgsneutral
fvoci
 
–48.286
 
 
–48.286
- Erfolgswirksam
fvtpl
 
13.821
--
--
13.821
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten
flac
–128.899
--
2.023
--
–126.876
Finanzielle Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert
 
 
 
 
 
 
- Erfolgswirksam
fvtpl
 
–10.323
 
 
–10.323
Gesamt
 
–128.614
–44.788
6.743
–81.981
–248.641

Die folgende Tabelle weist die Buchwerte jeder Kategorie von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten für das Geschäftsjahr 2024 aus:
T€
Bewertungskategorie nach IFRS 9
Buchwert per 31.12.2024
Fortgeführte Anschaffungskosten
Fair Value erfolgsneutral
Fair Value erfolgswirksam
Wertansatz nach IFRS 16
Fair Value per 31.12.2024
Finanzielle Vermögenswerte
 
 
 
 
 
 
 
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
ac
114.857
114.857
 
 
 
114.857
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
 
 
 
 
 
 
 
- Forderungen aus Finanzierungsleasing
n.a.
36.342
 
 
 
36.342
33.200
- Übrige
ac
509.371
509.371
 
 
 
509.371
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte
 
 
 
 
 
 
 
- Zu fortgeführten Anschaffungskosten
ac
74.931
74.931
 
 
 
74.931
- Fair Value erfolgswirksam
fvtpl
31.208
 
 
31.208
 
31.208
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte
 
 
 
 
 
 
 
- Zu fortgeführten Anschaffungskosten
ac
14.110
14.110
 
 
 
13.865
- Fair Value über das sonstige Ergebnis
fvoci
71.800
0
71.800
 
 
71.800
Finanzielle Verbindlichkeiten
 
 
 
 
 
 
 
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
flac
–800.496
–800.496
 
 
 
–800.496
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
flac
–2.813.701
–2.813.701
 
 
 
–2.811.308
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
 
 
 
 
 
 
 
- Leasingverbindlichkeiten
n.a.
–1.072.997
 
 
 
–1.072.997
-
- Fair Value erfolgswirksam
fvtpl
–23.715
 
 
–23.715
 
–23.715
- Übrige
flac n.a
–806.656
–806.656
 
 
 
–719.065
 
 
 
 
 
 
 
 
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien:
 
 
 
 
 
 
 
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten (At Amortized Cost)
ac
713.270
713.270
 
 
 
713.024
Finanzielle Vermögenswerte zum Fair Value über das sonstige Ergebnis ohne nachträgliche Umklassifizierung in die Gewinn- und Verlustrechnung (At Fair Value through Other Comprehensive Income without Recycling to Profit or Loss)
fvoci
71.800
0
71.800
 
 
71.800
Finanzielle Vermögenswerte zum Fair Value erfolgswirksam (At Fair Value through Profit or Loss)
fvtpl
31.208
 
 
31.208
 
31.208
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten (At Amortized Cost)
flac
–4.420.852
–4.373.788
 
 
 
–4.330.868
Finanzielle Verbindlichkeiten zum Fair Value erfolgswirksam (At Fair Value through Profit or Loss)
fvtpl
–23.715
 
 
–23.715
 
–23.715

Für die einzelnen Kategorien von Finanzinstrumenten nach IFRS 9 wurden im Geschäftsjahr 2024 folgende Nettoergebnisse ausgewiesen:
Nettoergebnis nach Bewertungskategorien 2024 (in T€)
 
 
Nettogewinne und -verluste aus der Folgebewertung
 
T€
Bewertungs-kategorie IFRS 9
aus Zinsen und Dividenden
zum Fair Value
Währungsumrechnung
Wertberichtigung
Nettoergebnis
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten
ac
293
--
–2.458
–82.486
–84.650
Finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert
 
 
 
 
 
 
- Erfolgswirksam
fvtpl
 
21.929
--
--
21.929
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten
flac
–140.989
--
–1.053
--
–142.042
Finanzielle Verbindlichkeiten zum Fair Value
 
 
 
 
 
 
- Erfolgswirksam
fvtpl
 
–10.696
 
 
–10.696
Gesamt
 
–140.696
11.233
–3.511
–82.486
–215.460
Der beizulegende Zeitwert der finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten ist mit dem Betrag angegeben, zu dem das betreffende Instrument in einer gegenwärtigen Transaktion (ausgenommen erzwungene Veräußerung oder Liquidation) zwischen vertragswilligen Geschäftspartnern getauscht werden könnte.
Die zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte angewandten Methoden und Annahmen stellen sich wie folgt dar:
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (bis auf Forderungen aus Finanzierungsleasing), Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte und Verbindlichkeiten kommen hauptsächlich aufgrund der kurzen Laufzeiten dieser Instrumente ihrem Buchwert sehr nahe. Gleiches gilt für kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.
Langfristige festverzinsliche und variabel verzinsliche Forderungen / Darlehen werden vom Konzern basierend auf Parametern wie Zinssätzen, bestimmten länderspezifischen Risikofaktoren, Kreditwürdigkeit der einzelnen Kunden und den Risikocharakteristiken des finanzierten Projekts bewertet. Der Fair Value dieser Finanzinstrumente wird der Hierarchiestufe 2 zugeordnet. Basierend auf dieser Bewertung werden Wertberichtigungen vorgenommen, um erwarteten Ausfällen dieser Forderungen Rechnung zu tragen. Zum 31. Dezember 2025 wie auch im Vorjahr unterschieden sich die Buchwerte dieser Forderungen, abzüglich der Wertberichtigungen, nicht wesentlich von ihren berechneten beizulegenden Zeitwerten.
Beteiligungen, bedingte Kaufpreisforderungen und Derivate werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Für die übrigen sonstigen langfristigen Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden, wird unterstellt, dass ihr Buchwert dem beizulegenden Zeitwert entspricht.
Forderungen im Zusammenhang mit Finanzierungsleasingverhältnissen weisen aufgrund des geänderten Zinsniveaus geringfügige Abweichungen zwischen Buchwert und beizulegendem Zeitwert auf.
Bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Für die übrigen sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden, wird unterstellt, dass ihr Buchwert dem beizulegenden Zeitwert entspricht.
Der beizulegende Zeitwert von Bankdarlehen und sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten wird durch Diskontierung der künftigen Cashflows unter Verwendung von derzeit für Fremdkapital zu vergleichbaren Konditionen, Kreditrisiken und Restlaufzeiten verfügbaren Zinssätzen geschätzt und daher der Fair Value Hierarchie der Stufe zwei zugeordnet.
Bei den langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten handelt es sich im Wesentlichen um Schuldscheindarlehen, Konsortialkredite, Bankdarlehen und Betriebsmittellinien. Je nach Ausgestaltung sind diese entweder fest oder variabel verzinst. Bei den variabel verzinslichen Verbindlichkeiten sind im Wesentlichen sowohl Basisverzinsung als auch Marge variabel ausgestaltet. Die Marge hängt von vordefinierten Kennzahlen der United Internet Gruppe ab. Aufgrund dieser Faktoren wird davon ausgegangen, dass der Buchwert der langfristigen Verbindlichkeiten annähernd dem beizulegenden Zeitwert entspricht. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der Schuldscheindarlehen basiert auf am Markt beobachtbaren Input-Parametern. Es liegt somit eine Level 2 – Bewertung vor. Hinsichtlich weiterer Details zu Verzinsung und Fälligkeit wird auf die Anhangangabe 32 verwiesen.
Der Bewertung der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Schulden liegen geeignete Bewertungsverfahren zugrunde. Sofern verfügbar, werden Börsenpreise auf aktiven Märkten verwendet. Die Bewertung von Anteilen an nicht börsennotierten Unternehmen basiert im Wesentlichen auf Barwertmodellen. Für die Bewertung der Derivate sowie der bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten und -forderungen werden vorwiegend Optionspreismodelle verwendet.
Hierarchie beizulegender Zeitwerte
Der Konzern verwendet folgende Hierarchie zur Bestimmung und zum Ausweis beizulegender Zeitwerte von Finanzinstrumenten je Bewertungsverfahren:
Stufe 1: Notierte (unangepasste) Preise auf aktiven Märkten für gleichartige Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten
Stufe 2: Verfahren, bei denen sämtliche Input-Parameter, die sich wesentlich auf den erfassten beizulegenden Zeitwert auswirken, entweder direkt oder indirekt, beobachtbar sind
Stufe 3: Verfahren, die Input-Parameter verwenden, die sich wesentlich auf den erfassten beizulegenden Zeitwert auswirken und nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren.
Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert
bewertet werden
T€
zum 31.12.2025
Stufe 1
Stufe 2
Stufe 3
Finanzielle Vermögenswerte zum Fair Value über das sonstige Ergebnis ohne nachträgliche Umklassifizierung in die Gewinn- und Verlustrechnung (At Fair Value through Other Comprehensive Income without Recycling to Profit or Loss)
28.542
 
28.542
 
Nicht börsennotierte Eigenkapitalinstrumente
28.542
 
28.542
 
 
 
 
 
 
Finanzielle Vermögenswerte zum Fair Value erfolgswirksam (At Fair Value through Profit or Loss)
2.834
 
 
2.834
Kaufpreisforderungen
2.834
 
 
2.834
 
 
 
 
 
Während der Berichtsperiode gab es eine Umbuchung des nicht börsennotierten Eigenkapitalinstruments aus der Fair-Value-Hierarchiestufe 3 in Stufe 2. Im Vorjahr gab es keine Umbuchungen zwischen den Bewertungsstufen.
T€
zum 31.12.2024
Stufe 1
Stufe 2
Stufe 3
Finanzielle Vermögenswerte zum Fair Value über das sonstige Ergebnis ohne nachträgliche Umklassifizierung in die Gewinn- und Verlustrechnung (At Fair Value through Other Comprehensive Income without Recycling to Profit or Loss)
71.800
 
 
71.800
Nicht börsennotierte Eigenkapitalinstrumente
71.800
 
 
71.800
 
 
 
 
 
Finanzielle Vermögenswerte zum Fair Value erfolgswirksam (At Fair Value through Profit or Loss)
31.208
43
 
31.165
Derivate
31.208
43
 
31.165
 
 
 
 
 
Finanzielle Verbindlichkeiten zum Fair Value erfolgswirksam (At Fair Value through Profit or Loss)
–23.715
–62
 
–23.653
Kaufpreisverbindlichkeiten
–23.653
 
 
–23.653
Derivate
–62
–62
 
 
Aufgrund der im Berichtszeitraum erfolgten Umgliederung des nicht börsennotierten Eigenkapitalinstruments aus der Fair-Value-Hierarchiestufe 3 in Stufe 2 sind für dieses Instrument keine nicht beobachtbaren Bewertungsparameter mehr anzugeben. Für die Bewertung stehen nun überwiegend beobachtbare Marktinputs zur Verfügung, sodass gemäß IFRS 13 keine zusätzlichen Angaben zu Level-3-Inputfaktoren erforderlich sind. Die Bewertung der bedingten Kaufpreisforderung erfolgte zeitlich sehr nah am Bilanzstichtag. Daher ergeben sich zum Geschäftsjahresende keine gesondert anzugebenden Inputparameter, da keine wesentlichen Änderungen der Bewertungsannahmen eingetreten sind. Die wesentlichen nicht beobachtbaren Inputfaktoren für die Bewertung der bedingten Kaufpreisforderung sind die Gewinnmarge aus den Umsätzen mit dem veräußerten Kundenstamm sowie die Churn-Rate des Kundenstamms.
Die wesentlichen nicht beobachtbaren Inputfaktoren für die Fair Value-Bewertungen, die in Stufe 3 der Fair Value-Hierarchie kategorisiert sind, sowie eine quantitative Sensitivitätsanalyse zum 31. Dezember 2024 sind nachfolgend dargestellt:
31.12.2024
Bewertungsmethode
Wesentliche nicht beobachtbare Inputfaktoren
In der Bewertung berücksichtigt
Sensitivität des Inputfaktor auf den Fair Value
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Fremdwährungsbasierte Derivate
Monte-Carlo Simulation
Exitzeitpunkt von Warburg Pincus aus dem Business Application Segment
0,50 Jahre
0,75 Jahre
0,25 Jahre
 
 
 
 
–0,3 Mio. 
+0,3 Mio. 
 
 
Volatilität
4,2 %
+1 %
–1 %
 
 
 
 
+0,0 Mio. 
–0,0 Mio. 
Ergebnisbasierte Derivate
Black-Scholes Modell
Exitzeitpunkt von Warburg Pincus aus dem Business Application Segment
0,50 Jahre
0,75 Jahre
0,25 Jahre
 
 
 
 
–1,9 Mio. 
+3,6 Mio. 
 
 
Volatilität
35,0 %
+1 %
–1 %
 
 
 
 
–0,3 Mio. 
+0,3 Mio. 
Bedingte Kaufpreis verbindlichkeit
Black-Scholes Modell
Exitzeitpunkt von Warburg Pincus aus dem Business Application Segment
0,50 Jahre
0,75 Jahre
0,25 Jahre
 
 
 
 
–1,7 Mio. 
+3,1 Mio. 
 
 
Volatilität
35,0 %
+1 %
–1 %
 
 
 
 
–0,3 Mio. 
+0,3 Mio. 
Beteiligung an Kublai
DCF
WACC
5,0 %
+0,5 %
–0,5 %
 
 
 
 
–17,8 Mio. 
+22,8 Mio. 
 
 
EBITDA-Marge in der ewigen Rente
46,5 %
+1 %
–1 %
 
 
 
 
+3,8 Mio. 
–3,8 Mio. 
Überleitungsrechnung der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert in Stufe 3:
T€
Nicht börsennotierte Eigenkapitalinstrumente
Derivate
Bedingte Kaufpreisverbindlichkeit
Bedingte Kaufpreisforderung
Stand 1. Januar 2024
 
12.755
–10.922
0
Zugang durch Umgliederung aus Anteilen an assoziierten Unternehmen
52.477
 
 
 
In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasste Wertänderungen
 
–30
 
 
In den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasste Wertänderungen
 
2.071
 
 
In den Finanzierungsaufwendungen erfasste Wertänderungen
 
–3.381
–15.155
 
In den Finanzerträgen erfasste Wertänderungen
 
25.303
2.424
 
Im sonstigen Ergebnis erfasste Neubewertung
19.323
 
 
 
Abgang
 
–5.572
 
 
Stand 31. Dezember 2024
71.800
31.146
–23.653
0
In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasste Wertänderungen
 
–97
 
 
In den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasste Wertänderungen
 
92
 
 
In den Finanzierungsaufwendungen erfasste Wertänderungen
 
 
–10.347
 
In den Finanzerträgen erfasste Wertänderungen
 
13.850
 
 
Im sonstigen Ergebnis erfasste Neubewertung
–48.286
 
 
 
Umgliederung in Fair-Value-Hierarchiestufe 2
–23.514
 
 
 
Zugang
 
 
 
2.834
Abgang
 
–44.991
34.000
 
Stand 31. Dezember 2025
0
0
0
2.834
43.
Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen
Als nahestehende Personen im Sinne von IAS 24 gelten Personen und Unternehmen, wenn eine der Parteien über die Möglichkeit verfügt, die andere Partei zu beherrschen oder einen maßgeblichen Einfluss auszuüben. Herr Ralph Dommermuth als wesentlicher Aktionär sowie die Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG und deren nahe Familienangehörigen wurden als nahestehende Personen eingestuft. Darüber hinaus werden Unternehmen, auf die die nahestehenden Personen einen beherrschenden Einfluss haben, als nahestehende Unternehmen qualifiziert.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats waren im Geschäftsjahr 2025 außerdem in den Aufsichtsräten oder vergleichbaren Gremien folgender Unternehmen vertreten:
Phillip von Bismarck
maincubes Holding & Service GmbH, Frankfurt am Main, Mitglied des Beirats
Asteria TopCo B.V., Amsterdam, Niederlande, Vorsitzender des Beirats
Greenscale Data Centres Ltd., London, Vereinigtes Königreich, Mitglied des Beirats
Dr. Manuel Cubero del Castillo-Olivares
Nürnberg Institut für Marktentscheidung e.V., Nürnberg, Vorsitzender des Gesellschafterrats
Semper idem Underberg AG, Rheinberg, Vorsitzender des Aufsichtsrats
Stefan Rasch
Fond Of Group Holding GmbH, Köln, Vorsitzender des Beirats
Prof. Dr. Yasmin Mei-Yee Weiß
Zeppelin GmbH, Friedrichshafen, Mitglied des Aufsichtsrats
Bayerische Beamten Lebensversicherung AG, München, Mitglied des Aufsichtsrats (bis 1. Oktober 2025)
Accenture GmbH, Kronberg im Taunus, Mitglied des Beirats
Prof. Dr. Franca Ruhwedel
Verve Group SE, Stockholm, Schweden, Board-Mitglied, non-exekutive
thyssenkrupp nucera AG & Co. KGaA, Dortmund, Mitglied des Aufsichtsrats
NATIONAL-BANK Aktiengesellschaft, Essen, Mitglied des Aufsichtsrats (bis 14. Mai 2025)
Christian Unger
USIC LLC (Kommanditgesellschaft), Indianapolis, USA, Board-Mitglied, non-executive
Power Transitions LLC, Houston, Texas, USA, Board-Mitglied
Deskcenter AG, Leipzig, Mitglied des Verwaltungsrats (seit 19. Juni 2025)
Côte Restaurants (UK PLC), London, Großbritanien, Board-Mitglied, non-executive (bis 3. Oktober 2025)
Das Vergütungssystem für die Mitglieder des Aufsichtsrats richtet sich nach den gesetzlichen Vorgaben und berücksichtigt die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK). Die Aufsichtsratsmitglieder erhalten eine feste Jahresvergütung sowie Sitzungsgelder, jedoch keine variable oder aktienbasierte Vergütung. Die Gesellschaft hat die Mitglieder des Aufsichtsrats bei der Wahrnehmung von notwendigen Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen für ihre Tätigkeit im Aufsichtsrat und im Prüfungs- und Risikoausschuss zu unterstützen und auch die dafür anfallenden Kosten in einem angemessenen Umfang zu übernehmen.
Die feste Jahresvergütung beträgt EUR 30.000,00. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält EUR 120.000,00, sein Stellvertreter EUR 45.000,00. Der Vorsitzende des Prüfungs- und Risikoausschusses erhält zusätzlich EUR 65.000,00, jedes andere Mitglied des Ausschusses EUR 25.000,00. Für jede Teilnahme an physisch stattfindenden Sitzungen erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Ausschusses ein Sitzungsgeld von EUR 1.500,00. Kein Anspruch auf Sitzungsgeld entsteht, wenn die Sitzungen virtuell stattfinden und maximal eine Stunde dauern. Im Falle der virtuellen Teilnahme an einer physischen Sitzung erhalten die Mitglieder 25 % des Sitzungsgelds.
Für das Geschäftsjahr 2025 belaufen sich die Gesamtvergütungen nach IAS 24 sowie die Gesamtbezüge gemäß §314 HGB Abs. 1 Nr. 6 für die Mitglieder des Aufsichtsrats, einschließlich Sitzungsgeldern, auf insgesamt 505 T€ (Vorjahr: 522 T€). Die Vergütung zuzüglich etwaiger Umsatzsteuer wird nach Ablauf des Geschäftsjahres fällig, und die Erstattung der Auslagen erfolgt sofort.
Der Vorstand der United Internet AG bestand im Geschäftsjahr 2025 aus folgenden Mitgliedern:
Vorstandsmitglieder zum 31. Dezember 2025
Ralph Dommermuth, Vorstandsvorsitzender / CEO
Carsten Theurer, Finanzvorstand
Markus Huhn, Vorstand Shared Services
Das von der Hauptversammlung vom 15. Mai 2025 gebilligte Vergütungssystem der United Internet AG bildet seit der Hauptversammlung 2025 die Grundlage für den Abschluss von Vorstandsdienstverträgen (einschließlich solcher Regelungen in Vorstandsdienstverträgen, die ab diesem Zeitpunkt gelten sollen). Die zu diesem Zeitpunkt bereits bestehenden Dienstverträge der United Internet AG („Altverträge“) bleiben hiervon vorbehaltlich einer abweichenden Vereinbarung unberührt. Wie im Vergütungssystem der United Internet AG (und auch im weitgehend vergleichbaren Vergütungssystem der 1&1 AG) festgelegt, erhalten Vorstandsmitglieder der Gesellschaft grundsätzlich eine Gesamtvergütung, bestehend aus einem festen, erfolgsunabhängigen Grund- bzw. Festgehalt, Nebenleistungen sowie einem variablen, erfolgsabhängigen Anteil. Der variable Anteil besteht seinerseits wiederum aus einer kurzfristigen (STI) und einer langfristigen (LTI) Komponente.
Die Festvergütung hat die Funktion einer garantierten Grundvergütung und wird monatlich als Gehalt ausgezahlt. Die Höhe der STI ist von der Erreichung bestimmter, zu Beginn des Geschäftsjahres fixierter finanzieller Ziele abhängig, die sich im Wesentlichen an Umsatz- und Ergebniszahlen orientieren. Für die Zielerreichung gilt eine Bandbreite von 90 % bis 120 %. Unter 90 % Zielerreichung entfällt der Anspruch auf Zahlung des STI vollständig und bei über 120 % Zielerreichung wird die Übererfüllung nur bis zu 120 % der Zielgröße des STI berücksichtigt. Eine nachträgliche Änderung der Erfolgsziele ist ausgeschlossen. Ein Mindestbetrag des STI wird im Regelfall nicht garantiert. Die Auszahlung erfolgt nach der Feststellung des Jahresabschlusses durch den Aufsichtsrat. Als LTI existiert ein auf virtuellen Aktienoptionen basierendes Programm (Stock Appreciation Rights („SAR“)-Programm). Für weitere Details zum SAR-Programm von United Internet wird auf die Anhangangabe 37 verwiesen.
Herr Ralph Dommermuth hat sich in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat der Gesellschaft dazu entschieden, seit dem Geschäftsjahr 2016 auf seine Vorstandsvergütung zu verzichten.
Die Gesamtbezüge des Vorstands im Sinne § 314 Abs. 1 Nr. 6 a und b HGB beliefen sich im Geschäftsjahr auf 3.319 T€ (Vorjahr: 1.456 T€). Darin enthalten ist der beizulegende Zeitwert des SAR Programms (453.998 SARs) zum Zeitpunkt der Gewährung in Höhe von 1.540 T€ (Vorjahr: 0 T€).
Die Gesamtvergütung des Vorstandes und des Aufsichtsrats gemäß IAS 24 ergibt sich wie folgt:
T€
2025
2024
Kurzfristig fällige Leistungen
2.284
1.977
Anteilsbasierte Vergütungen
8
675
 
2.292
2.653
Die kurzfristige variable Vergütung (STI) im Geschäftsjahr 2025 wurde unterjährig teilweise ausgezahlt. Am 31.12.2025 wurde eine Rückstellung für Vorstandsvergütungen in Höhe von 200 T€ gebildet, die im kommenden Geschäftsjahr ausgezahlt wird. Im Vorjahr wurden Rückstellungen für noch ausstehende Zahlungen im Zusammenhang mit der kurzfristigen variablen Vergütung (STI) der Vorstandsmitglieder in Höhe von 450 T€ gebildet.
Zum 31. Dezember 2025 halten von den Mitgliedern des Vorstands Herr Ralph Dommermuth 93.955.205 (Vorjahr: 93.955.205), und Herr Markus Huhn 500 (Vorjahr: 500) Aktien an der United Internet AG und von den Mitgliedern des Aufsichtsrats Herr Stefan Rasch 0 (Vorjahr: 12.500) und Herr Prof. Dr. Andreas Söffing 0 (Vorjahr: 3.500) Aktien an der United Internet AG.
Wie im Vorjahr wurden keine Vorschüsse oder Kredite an aktuelle oder ehemalige Vorstandsmitglieder sowie an aktuelle oder ehemalige Aufsichtsratsmitglieder gewährt. Ebenso wurden keine Haftungsverhältnisse zugunsten dieses Personenkreises eingegangen.
Weitere individualisierte Angaben und Erläuterungen sowie die Darstellung des Systems der Vergütung der Mitglieder der Geschäftsleitung und des Aufsichtsrats befinden sich im Vergütungsbericht.
Darüber hinaus kann die United Internet Gruppe einen maßgeblichen Einfluss auf ihre assoziierten Unternehmen ausüben.
Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Unternehmen und Personen
Verkäufe an und Käufe von nahestehende(n) Unternehmen und Personen erfolgen zu marktüblichen Konditionen. Die zum Geschäftsjahresende bestehenden offenen Salden sind unbesichert, unverzinslich (Cash Pool ausgenommen) und werden durch Barzahlung beglichen. Für Forderungen gegen oder Verbindlichkeiten gegenüber nahestehende(n) Unternehmen und Personen bestehen keine Garantien. Die Forderungen werden regelmäßig auf Wertminderung untersucht. Forderungen gegen nahestehende Unternehmen und Personen wurden im Geschäftsjahr 2025 und im Vorjahr nicht wertberichtigt. Ein Werthaltigkeitstest wird laufend durchgeführt. Dieser beinhaltet eine Beurteilung der Finanzlage des nahestehenden Unternehmens oder der nahestehenden Person sowie die Entwicklung des Markts, in dem diese(s) tätig ist.
Wie auch im Vorjahr sind die Geschäftsräume von United Internet in Montabaur und Karlsruhe zum Teil von Herrn Ralph Dommermuth, dem Vorstandsvorsitzenden und einem wesentlichen Aktionär der Gesellschaft sowie dessen nahen Familienangehörigen, gemietet. Die entsprechenden Mietverträge weisen unterschiedliche Laufzeiten bis Ende 2035 auf. Die daraus entstehenden Mietaufwendungen liegen auf ortsüblichem Niveau und beliefen sich im Geschäftsjahr 2025 auf 18.671 T€ (Vorjahr: 18.355 T€).
Frau Judith Dommermuth ist Aufsichtsratsmitglied der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA. In diesem Zusammenhang sind die im abgelaufenen Geschäftsjahr geleisteten Sponsoringzahlungen an Borussia Dortmund in Höhe von 10.000 T€ als Geschäftsvorfall mit nahestehenden Unternehmen zu klassifizieren.
Darüber hinaus werden Transaktionen mit folgenden Stiftungen als Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen klassifiziert:
Ralph und Judith Dommermuth Stiftung
Stiftung United Internet for UNICEF
Internet Economy Foundation
Westerwelle Foundation
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 hat die Stiftung United Internet for UNICEF 100 T€ gegenüber der United Internet AG berechnet. Darüber hinaus haben keine weiteren Transaktionen stattgefunden.
In der folgenden Tabelle werden Nutzungsrechte im Zusammenhang mit nahestehenden Unternehmen und Personen im Geschäftsjahr 2025 dargestellt.
T€
Anfangsbestand
Zugang des Geschäftsjahres
Abschreibung
Buchwert
Nutzungsrechte
137.576
2.134
–14.780
124.930
In der folgenden Tabelle werden Leasingverbindlichkeiten im Zusammenhang mit nahestehenden Unternehmen und Personen im Geschäftsjahr 2025 dargestellt.
T€
Anfangsbestand
Zugang des Geschäftsjahres
Tilgung/Zinsen
Buchwert
Leasingverbindlichkeiten
144.986
2.134
–13.551
133.569
Zum Stichtag bestehen zwei Darlehensverträge mit assoziierten Unternehmen mit einem Gesamtvolumen von 4.996 T€ (Vorjahr: 4.996 T€).
Die Darlehen haben Laufzeiten von bis zu einem Jahr. Die Tranchen sind jeweils fest verzinslich mit bis zu 11,75 % p.a.
In der folgenden Tabelle werden die ausstehenden Salden sowie die Gesamthöhe der Transaktionen mit assoziierten Unternehmen, nahstehenden Unternehmen und Personen im jeweiligen Geschäftsjahr dargestellt:
 
Käufe / Dienstleistungen von nahestehenden Unternehmen / Personen
Verkäufe / Dienstleistungen an nahestehende Unternehmen / Personen
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen / Personen
Forderungen gegen nahestehende Unternehmen / Personen
T€
2025
2024
2025
2024
2025
2024
2025
2024
Gesamt
38.918
36.439
564
540
1.548
899
72
40
davon nahestehend
22.304
21.826
432
411
386
2
58
30
davon assoziiert
16.614
14.613
132
129
1.162
897
15
10
 
Finanzerträge
T€
2025
2024
Gesamt
17
293
davon nahestehend
1
0
davon assoziiert
16
293
In den Käufen / Dienstleistungen sind neben den Liefer- und Leistungsbeziehungen im Wesentlichen Mietzahlungen an nahestehende Unternehmen / Personen enthalten.
44.
Zielsetzung und Methoden des Finanzrisikomanagements
Grundsätze des Risikomanagements
Die Systematik des in der United Internet Gruppe eingeführten Risikomanagementsystems orientiert sich am COSO-ERM-Framework und wird im Lagebericht ausführlich beschrieben.
Die Grundzüge der Finanzpolitik werden vom Vorstand festgelegt und vom Aufsichtsrat überwacht.
Bestimmte Transaktionen bedürfen der vorherigen Zustimmung durch den Aufsichtsrat.
Die wesentlichen finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns umfassen Bankdarlehen, Schuldscheindarlehen und Kontokorrentkredite, Schulden aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Verbindlichkeiten.
Der Konzern verfügt über verschiedene finanzielle Vermögenswerte, die unmittelbar aus seiner Geschäftstätigkeit resultieren. Sie umfassen im Wesentlichen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie kurzfristige Einlagen.
Der Konzern verfügt zum Bilanzstichtag im Wesentlichen über originäre Finanzinstrumente.
Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, diese Risiken durch die laufenden operativen und finanzorientierten Aktivitäten zu begrenzen. Dabei unterliegt der Konzern hinsichtlich seiner Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und geplanten Transaktionen insbesondere Liquiditätsrisiken sowie Marktrisiken, die im Folgenden dargestellt werden.
Liquiditätsrisiko
Das Liquiditätsrisiko stellt das Risiko dar, dass ein Unternehmen Schwierigkeiten bei der Erfüllung der Zahlungsverpflichtungen hat, die sich aus seinen finanziellen Verbindlichkeiten ergeben. Für United
Internet besteht das Liquiditätsrisiko grundsätzlich und damit unverändert zum Vorjahr darin, dass der Konzern möglicherweise seinen laufenden finanziellen Verpflichtungen nicht fristgerecht nachkommen kann. Insbesondere vor dem Hintergrund des sich über die kommenden Jahre erstreckenden kostenintensiven Ausbaus des Mobilfunknetzes, wird neben einer kurzfristigen Liquiditätsvorschau auch eine längerfristige Finanzplanung vorgenommen, um jederzeit die Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität der UI Gruppe sicherstellen zu können. Wir gehen davon aus, die Investitionen in das Mobilfunknetz zum überwiegenden Teil aus der vorhandenen Liquidität sowie den zukünftigen Cashflows aus dem operativen Geschäft und Krediten bedienen zu können.
Durch den erwarteten positiven operativen Beitrag zur Liquidität sowie der zinsoptimierten Nutzung von eingeräumten Kreditlinien kann der Konzern die kontinuierliche Deckung des Finanzmittelbedarfs zu jeder Zeit sicherstellen. Die der Gesellschaft von Kreditinstituten eingeräumten Kreditzusagen und der bestehende Konsortialkreditrahmen bieten hierfür ausreichend Flexibilität. Zur Aufrechterhaltung der finanziellen Stabilität wird eine ausgewogene Finanzstruktur angestrebt, die sowohl die Diversifizierung von Finanzierungsinstrumenten als auch ein ausgeglichenes Fälligkeitenprofil vorsieht.
Im zentralen Liquiditäts-Management werden weltweit alle Zahlungsmittelbedarfe und -überschüsse ermittelt und gesteuert. Durch die täglich automatisierte Konzentration der Bankguthaben angebundener Konzerngesellschaften (Cash Pooling) steht der United Internet AG zu jeder Zeit der maßgebliche Anteil der in Euro denominierten Zahlungsmittel zur Verfügung. Der Konzern hat zur Steuerung der Bank- und Verrechnungskonten sowie zur Durchführung von Zahlungsvorgängen standardisierte Prozesse und Systeme etabliert.
Zum Stichtag verfügt die Gesellschaft über liquide Mittel von insgesamt 44,8 Mio. € (Vorjahr: 114,9 Mio. €) sowie über weitere, in Anhangangabe 32 ausgewiesen, freie Kreditlinien und damit über eine mehr als ausreichende Liquiditätsreserve für das Geschäftsjahr 2026. Der Vorstand geht davon aus, dass bei Bedarf weitere Linien am Kapitalmarkt aufgenommen werden können, sofern dies erforderlich sein sollte.s
Die folgenden Tabellen zeigen alle zum 31. Dezember 2025 bzw. 31. Dezember 2024 vertraglich fixierten Zahlungsströme für Tilgungen, Rückzahlungen und Zinsen aus bilanzierten finanziellen Verbindlichkeiten:
 
Buchwert zum
 
 
 
 
 
 
T€
31.12.2025
2026
2027
2028
2029
> 2029
Gesamt
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
3.244.761
1.317.304
1.034.354
489.910
147.750
471.035
3.460.354
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
632.206
630.851
0
0
0
1.355
632.206
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
740.161
222.218
129.021
128.443
128.444
132.449
740.575
 
4.617.129
2.170.373
1.163.376
618.353
276.195
604.839
4.833.136
Leasingverbindlichkeiten
1.255.546
176.974
139.699
137.621
119.476
973.940
1.547.711
 
5.872.675
2.347.348
1.303.075
755.974
395.670
1.578.780
6.380.847
Die Zahlungen aus sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten umfassen im Wesentlichen Zahlungsverpflichtungen im Zusammenhang mit der 5G-Lizenzersteigerung in Höhe von 61,3 Mio. € (Vorjahr: 61,3 Mio. €) im Geschäftsjahr 2025. Die Zahlungen an den Bund haben keinen linearen Verlauf. In den Geschäftsjahren 2026 bis 2029 werden Zahlungen von jeweils 128 Mio. € (Vorjahr: 128 Mio. €) erwartet.
 
Buchwert zum
 
 
 
 
 
 
T€
31.12.2024
2025
2026
2027
2028
> 2028
Gesamt
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
2.813.701
437.323
1.272.736
914.798
100.644
330.375
3.055.876
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
800.496
798.071
0
0
0
2.425
800.496
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
830.371
179.428
133.701
128.437
128.438
260.367
830.371
 
4.444.568
1.414.822
1.406.436
1.043.235
229.082
593.167
4.686.743
Leasingverbindlichkeiten
1.072.997
162.795
119.028
118.121
107.124
798.895
1.305.963
 
5.517.565
1.577.617
1.525.465
1.161.356
336.206
1.392.062
5.992.706
Für die Ermittlung der vertraglichen Zahlungsabflüsse aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurde unterstellt, dass die zum Bilanzstichtag aus dem revolvierenden Konsortialkredit in Anspruch genommene Tranche bis zur vertraglichen Endfälligkeit (2029) in unveränderter Höhe fortbesteht. Zum 31. Dezember 2025 bestand keine Inanspruchnahme (Vorjahr: 150 Mio. €).
Zu den Zins- und Tilgungszahlungen bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wird auf Anhangangabe 32 verwiesen.
Bei der Gesellschaft besteht keine wesentliche Liquiditätsrisikokonzentration.
Marktrisiko
Die Aktivitäten von United Internet sind in erster Linie finanziellen Risiken aus der Änderung von Zins-sätzen, Wechselkursen, Börsenkursen sowie dem Kredit- und Ausfallrisiko ausgesetzt.
Zinsrisiko
Zins(änderungs)risiko bezeichnet das Risiko, dass beizulegende Zeitwerte oder künftige Zinszahlungen auf bestehende und zukünftige Finanzverbindlichkeiten aufgrund von Änderungen von Marktzinssätzen schwanken.
Der Konzern ist grundsätzlich Zinsänderungsrisiken ausgesetzt, da zum Bilanzstichtag Teile der Finanzierungsinstrumente variabel verzinslich und mit unterschiedlichen Laufzeiten aufgenommen worden sind. Ein Zinsänderungsrisiko besteht für die Inanspruchnahmen unter dem revolvierenden Konsortialkredit, dem Konsortialkredit, den bilateralen Kreditlinien und den variabel verzinslichen Schuldscheindarlehen in Höhe von insgesamt 1.596,0 Mio. € (Vorjahr: 1.080,5 Mio. €).
Mit Hilfe der Liquiditätsplanung werden laufend verschiedene Anlagemöglichkeiten bzw. Möglichkeiten zur Rückführung überschüssiger Liquidität analysiert. Die Fälligkeitenstruktur wie auch die Höhe der variabel verzinslichen Finanzinstrumente der Gruppe werden regelmäßig überprüft und geeignete Maßnahmen zur Sicherung der Liquidität und Steuerung der Zinsänderungsrisiken getroffen.
Marktzinsänderungen könnten sich auf das Zinsergebnis auswirken und gehen in die Berechnung der ergebnisbezogenen Sensitivitäten ein. Zur Darstellung von Marktrisiken verwendet United Internet eine Sensitivitätsanalyse, die Auswirkungen hypothetischer Änderungen von relevanten Risikovariablen auf das Ergebnis vor Steuern zeigt. Die periodischen Auswirkungen werden bestimmt, indem die hypothetischen Änderungen der Risikovariablen auf den Bestand der Finanzinstrumente zum Bilanzstichtag bezogen werden. Eine Erhöhung bzw. Verringerung des Euribor um 1 % hätte sich auf das Finanzergebnis des Geschäftsjahres um -9.257 T€ bzw. +9.257 T€ ausgewirkt.
Der Konzern erwartet in absehbarer Zeit keine wesentliche Änderung in den Risikoaufschlägen. United Internet stuft das Zinsänderungsrisiko für die bestehenden variabel verzinslichen Finanzinstrumente derzeit als gering ein.
Für die übrigen verzinslichen Schulden kann das Zinsänderungsrisiko vernachlässigt werden. Zum Stichtag bestanden keine externen Zinssicherungsgeschäfte.
Währungsrisiko
Währungsrisiko ist das Risiko, dass beizulegende Zeitwerte oder künftige Cashflows von Finanzinstrumenten aufgrund von Änderungen der Wechselkurse schwanken. Die Konzernunternehmen sind vor allem Wechselkursrisiken aus ihrer Geschäftstätigkeit (wenn Umsatzerlöse und / oder Aufwendungen auf eine von der funktionalen Währung der jeweiligen Gesellschaft abweichende Währung lauten) ausgesetzt. Zur Absicherung solcher Fremdwährungsrisiken ist United Internet bestrebt ein Gleichgewicht zwischen den Ein- und Auszahlungen in nicht funktionaler Währung herzustellen (sogenanntes Natural-Hedging). Fremdwährungsrisiken, die die Cashflows nicht beeinflussen (d. h. die Risiken, die aus der Umrechnung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten ausländischer Unternehmenseinheiten resultieren), bleiben grundsätzlich ungesichert. Im operativen Bereich wickeln die einzelnen Konzernunternehmen ihre Aktivitäten überwiegend in ihrer jeweiligen funktionalen Währung ab. Deshalb wird das Währungskursrisiko aus der laufenden operativen Tätigkeit, wie bereits im Vorjahr, als gering eingeschätzt. Im Berichtszeitraum lagen keine die Cashflows wesentlich beeinflussenden Währungsrisiken vor. Zum Stichtag bestanden keine externen Währungssicherungsgeschäfte.
Die Währungsrisiken aus den zum Bilanzstichtag bestehenden originären Finanzinstrumenten, welche in einer von der funktionalen Währung abweichenden Währung und monetärer Art sind, wurden von der Gesellschaft bewertet. Aus dieser Analyse ergaben sich keine wesentlichen Währungsrisiken.
Börsenkursrisiko (Bewertungsrisiko)
Der United Internet Konzern erfasst finanzielle Vermögenswerte (Eigenkapitalinstrumente) wie folgt:
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertet ohne Umgliederung kumulierter Gewinne und Verluste bei Ausbuchung oder
erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.
Abhängig von der Bewertungskategorie und der Kursentwicklung von börsennotierten Beteiligungen können sich ergebnisneutrale Eigenkapitaländerungen oder Erträge und Aufwendungen ergeben.
Zum Stichtag gab es keine börsennotierten Eigenkapitalinstrumente.
Kredit- und Ausfallrisiko
Der Konzern ist aufgrund seiner Geschäftstätigkeit einem Ausfallrisiko ausgesetzt. Zur Reduzierung von Ausfallrisiken ist ein aufwendiges auch bereits präventiv wirkendes Fraud-Management-System etabliert worden, das permanent weiterentwickelt wird. Die Außenstände werden bereichsbezogen, also dezentral, fortlaufend überwacht. Nicht vermeidbaren Ausfallrisiken wird mittels Einzelwertberichtigungen und pauschalierten Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen.
Hinsichtlich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen besteht das maximale Kreditrisiko im Bruttobetrag der bilanzierten Forderung vor Wertberichtigungen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die zum Bilanzstichtag nicht wertgemindert sind, werden in der Anhangangabe 20 nach Zeitbändern, in denen sie überfällig sind, gegliedert.
Internes Ratingsystem
Grundsätzlich wird ein vorvertraglicher Fraud-Check durchgeführt sowie das Forderungsmanagement unter Inanspruchnahme von Inkassobüros abgewickelt. Darüber hinaus wird für das Media-Sales-Geschäft eine vorvertragliche Überprüfung der Bonität des Vertragspartners durchgeführt.
Bei der Gesellschaft bestehen keine wesentlichen Kreditrisikokonzentrationen.
Risiken aus Financial Covenants
Die bestehenden Kredite der United Internet AG sind an sogenannte Financial Covenants (Kreditauflagen) gebunden. Die Verletzung einer bestimmten Nettoschulden-zu-EBITDA-Relation könnte dazu führen, dass die einzelnen Kreditgeber die mit der Gesellschaft ausstehenden Darlehen kündigen können. Angesicht der derzeit geringen Relation von Nettoschulden-zu-EBITDA von United Internet wird die Eintrittswahrscheinlichkeit als gering eingeschätzt. Die Einhaltung der Kreditauflagen wird vom Vorstand der Gesellschaft fortlaufend überwacht und war ganzjährig gegeben.
Kapitalsteuerung
Die United Internet AG unterliegt über die aktienrechtlichen Bestimmungen hinaus keinen weitergehenden satzungsmäßigen oder vertraglichen Verpflichtungen zum Kapitalerhalt. Die im Rahmen der Unternehmenssteuerung von der Gesellschaft herangezogenen Finanzkennzahlen sind überwiegend erfolgsorientiert. Ziele, Methoden und Prozesse des Kapitalmanagements sind den erfolgsorientierten Finanzkennzahlen untergeordnet.
Zur Aufrechterhaltung oder Anpassung der Kapitalstruktur kann die Gesellschaft Anpassungen der Dividendenzahlungen an die Anteilseigner oder eine Kapitalrückzahlung an die Anteilseigner vornehmen, eigene Anteile erwerben und bei Bedarf wieder platzieren oder auch neue Anteile ausgeben. Es wird diesbezüglich auf die Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung verwiesen. Zum 31. Dezember 2025 bzw. 31. Dezember 2024 wurden keine Änderungen der Ziele, Richtlinien und Verfahren vorgenommen.
Für weitere Informationen verweisen wir auf die Anhangangabe 32.
45.
Erfolgsunsicherheiten, Eventualschulden und andere
Verpflichtungen
Eventualschulden
Eventualschulden stellen eine mögliche Verpflichtung dar, deren Existenz vom Eintreten einer oder mehrerer unsicherer zukünftiger Ereignisse abhängt, oder eine gegenwärtige Verpflichtung, deren Zahlung nicht wahrscheinlich ist oder deren Höhe nicht ausreichend verlässlich geschätzt werden kann.
In den Vorjahren haben Vorleister Ansprüche im niedrigen dreistelligen Millionenbereich angemeldet (im Rahmen der internen Klassifizierung sind Beträge bis zu 333 Mio. € als niedriger dreistelliger Millionenbetrag definiert, die angemeldeten Ansprüche übersteigen diesen Betrag auch in Summe nicht). Zum Bilanzstichtag am 31. Dezember 2025 sieht die United Internet AG die Ansprüche der jeweiligen Gegenpartei als unbegründet an und hält für diese Eventualschulden einen Ressourcenabfluss weiterhin für nicht wahrscheinlich.
Rechtsstreitigkeiten
Bei den Rechtsstreitigkeiten handelt es sich im Wesentlichen um diverse Rechtsstreitigkeiten der Tochtergesellschaften des Konzerns.
Für etwaige Verpflichtungen aus diesen Rechtsstreitigkeiten wurden Rückstellungen für Prozessrisiken gebildet (siehe Anhangangabe 34).
Garantien
Der Konzern hat zum Bilanzstichtag keine Garantien abgegeben.
Haftungsverhältnisse und sonstige Verpflichtungen
Im Hinblick auf den Gesellschaften der United Internet Gruppe von einer Bank gewährten Kreditrahmen besteht gesamtschuldnerische Mithaftung der Gesellschaft. Zum Bilanzstichtag wurde der Kreditrahmen nur durch Avale in Anspruch genommen.
Darüber hinaus sind dem Vorstand keine Tatsachen bekannt, die eine materielle nachteilige Auswirkung auf die Geschäftstätigkeit, auf die finanziellen Umstände oder auf das Geschäftsergebnis der Gesellschaft haben könnten.
46.
Angaben zu Leasingverhältnissen und sonstigen finanziellen Verpflichtungen
Konzern als Leasingnehmer
Die Verpflichtungen umfassen im Wesentlichen Verpflichtungen für Miete für Netzinfrastruktur inklusive Teilnehmeranschlussleitungen, Gebäude, technische Anlagen und Fahrzeuge.
Hinsichtlich der Mehrzahl der Mietverträge bestehen Optionen auf Verlängerung der Vertragsverhältnisse. Die Konditionen dieser Verlängerungsoptionen sind frei verhandelbar oder identisch mit den derzeit geltenden Konditionen. Die Gesellschaft beabsichtigt derzeit, alle wesentlichen Verlängerungsoptionen in Anspruch zu nehmen. Die Gesellschaft beabsichtigt nicht, wesentliche Kündigungsoptionen auszuüben. Bei Leasingverhältnissen für Antennenstandorte im Zusammenhang mit dem 1&1 Mobilfunknetz wird hingegen keine Verlängerungsoption über die unkündbare Grundmietzeit hinaus in die Laufzeit einbezogen, da über die Inanspruchnahme keine hinreichende Sicherheit besteht (Siehe Anhangangabe 3). Aus den nicht in die Bewertung nach IFRS 16 einbezogenen Verlängerungsoptionen ergeben sich im Falle der Ausübung zukünftige Zahlungsverpflichtungen in Höhe von 634 Mio. € (31. Dezember 2024: 482 Mio. €). Im Wesentlichen handelt es sich hierbei um Zahlungsverpflichtungen für die Netzinfrastruktur.
Im Geschäftsjahr sind folgende Aufwendungen aus Leasingverhältnissen angefallen:
T€
2025
2024
Abschreibungen auf Nutzungsrechte
- Grundstücke und Bauten
57.144
53.524
- Betriebs- und Geschäftsausstattung
3.200
2.446
- Netzinfrastruktur
103.677
77.019
- Lizenzen
1.591
1.591
Summe Abschreibungen auf Nutzungsrechte
165.612
134.580
Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten
48.132
35.572
Aufwand für kurzfristige Leasingverhältnisse
1.504
1.703
Aufwand für Leasingverhältnisse über einen Vermögenswert von geringem Wert
416
596

Zum 31. Dezember 2024 ergeben sich folgende Buchwerte der Nutzungsrechte nach Klassen zugrunde liegender Vermögenswerte:
T€
Buchwert zum 31.12.2025
Buchwert zum 31.12.2024
Grundstücke und Bauten
405.910
413.153
Betriebs- und Geschäftsausstattung
8.817
4.976
Netzinfrastruktur
901.179
686.597
Lizenzen
0
1.591
Zum 31. Dezember 2025 bestehende Leasingverpflichtungen haben folgende Laufzeiten:
T€
31.12.2025
31.12.2024
Bis 1 Jahr
147.135
140.888
1 bis 5 Jahre
396.033
359.734
Über 5 Jahre
712.378
572.375
Gesamt
1.255.546
1.072.997
Zum 31. Dezember 2025 haben sich die Leasingverpflichtungen wie folgt entwickelt:
T€
31.12.2025
31.12.2024
Stand 1. Januar
1.072.997
797.250
Zugänge
422.010
450.689
Zinseffekt
48.132
35.645
Auszahlungen
–238.389
–172.738
Abgänge
–48.429
–37.849
Nicht fortgeführter Geschäftsbereich
–775
0
Stand 31. Dezember
1.255.546
1.072.997
davon kurzfristig
147.135
140.888
davon langfristig
1.108.411
932.109
Die Auszahlungen aufgrund der Leasingverpflichtungen werden im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen.
Für weitere Informationen wird auf die Erläuterungen unter Anhangangabe 44 verwiesen.

Konzern als Leasinggeber
Finanzierungsleasingverhältnisse
Der Konzern tritt über die 1&1 Versatel Gruppe als Leasinggeber von Finanzierungsleasingverhältnissen auf. Die Forderungen aus Finanzierungsleasingverhältnissen werden unter den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen. Die Überleitung der Bruttoinvestitionen der Leasingverhältnisse auf den Barwert der ausstehenden Mindestleasingzahlungen sowie deren Fälligkeiten stellen sich wie folgt dar:
T€
31.12.2025
31.12.2024
Bruttoinvestitionen
 
 
(davon nicht garantierte Restwerte)
 
 
davon fällig bis 1 Jahr
5.719
6.276
davon fällig in 1-5 Jahren
14.143
18.150
davon fällig nach über 5 Jahren
10.158
13.189
Noch nicht realisierter Finanzertrag
–1.827
–2.598
Nettoinvestitionen
28.193
35.016
Kumulierte Wertminderungen
0
0
Forderungen aus Umsatzsteuer und sonstigen
846
1.326
Buchwert der Forderungen aus Finanzierungsleasing
29.039
36.342
davon Barwert der nicht garantierten Restwerte
0
0
Barwert der ausstehenden Mindestleasingzahlungen
28.193
35.016
davon fällig bis 1 Jahr
5.644
6.146
davon fällig in 1-5 Jahren
13.499
17.132
davon fällig nach über 5 Jahren
8.846
11.739
Den Forderungen aus Finanzierungsleasing liegen ausschließlich Verträge über die Nutzung und Bereitstellung von Dark Fibre-Leitungen zugrunde.
Im Geschäftsjahr 2025 sind keine neuen Finanzierungsleasing-Verträge über die Zurverfügungstellung von Faserpaaren abgeschlossen worden (Vorjahr: 0 Mio. €). Die Laufzeiten betragen wie im Vorjahr zwischen 15 und 29 Jahre.
Operating Leasing-Verhältnisse
1&1 Versatel ist Leasinggeber im Rahmen von Operating Leasing-Verhältnissen. Bei den zugrunde liegenden Verträgen handelt es sich im Wesentlichen um die Vermietung von Glasfaserpaaren. Die Verträge enthalten keine Restwertgarantien oder variablen Leasing-Zahlungen. Aufgrund der strategischen Bedeutung der vermieteten Glasfaserpaare für die jeweiligen Leasingnehmer wird das Restwertrisiko als eher gering eingeschätzt.
Der Gesamtertrag aus Operating Leasing-Verhältnissen belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf 39.917 T€ (Vorjahr 39.848 T€). Diese entfallen vollständig auf fixe Leasingzahlungen.
Die Fälligkeitsanalyse der Leasingzahlungen aus Operating Leasing-Verhältnissen kann der folgenden Tabelle entnommen werden:
Fälligkeiten in T€
31.12.2025
31.12.2024
Bis 1 Jahr
21.304
22.137
1 bis 2 Jahre
20.006
18.121
2 bis 3 Jahre
17.618
17.093
3 bis 4 Jahre
7.070
14.539
4 bis 5 Jahre
4.803
6.321
Über 5 Jahre
13.179
16.297
Gesamt
83.980
94.507
Die Einzahlungen aufgrund der Leasingverhältnisse als Leasingeber werden im Cashflow aus der operativen Tätigkeit ausgewiesen.
Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Die wesentlichen sonstigen finanziellen Verpflichtungen werden nachfolgend beschrieben:
31.12.2025
 
 
T€
kurzfristig
langfristig
nicht bilanzierte Leasingverpflichtungen
1.370
28
Liefer- und Leistungsbeziehungen
120.574
613.804
davon aus Werbeverträgen
0
0
Gesamt
121.944
613.832
31.12.2024
 
 
T€
kurzfristig
langfristig
nicht bilanzierte Leasingverpflichtungen
1.488
306
Liefer- und Leistungsbeziehungen
124.981
683.974
davon aus Werbeverträgen
10.105
0
Gesamt
126.469
684.280
Der Konzern nimmt die im Standard IFRS 16 vorgesehenen Befreiungen für Leasingverträge in Anspruch, deren Laufzeit innerhalb von 12 Monaten ab dem Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung endet sowie bei denen der zugrundeliegende Vermögenswert von geringem Wert ist. Die Leasingverpflichtungen, die durch diese Anwendungserleichterungen nicht in der Bilanz angesetzt wurden, betrugen zum 31. Dezember 2025 1.948 T€ (Vorjahr: 1.794 T€). In den sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus Liefer- und Leistungsbeziehungen sind 88 T€ kurzfristige und 1.230 T€ langfristige Mietnebenkosten für nicht fortgeführte Geschäftsbereiche enthalten.
Die United Internet Tochter 1&1 AG hat im Sommer 2024 eine National Roaming Vereinbarung mit Vodafone abgeschlossen und verringert schrittweise Vorleistungen von Telefónica Deutschland. Die Zahlungen für die Dienstleistungskomponenten des Vertrages belaufen sich jährlich auf einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag. Ein genauer Betrag kann nicht bestimmt werden, da die Zahlungen abhängig von verschiedenen vertraglichen Variablen sowie der künftigen Reduzierung oder Erhöhung der Kapazitäten sind. Die National Roaming Leistungen von Vodafone sind mit rund 575.000 T€ (Vorjahr: 635.337 T€) in den Verpflichtungen aus Liefer- und Leistungsbeziehungen enthalten.
Daneben resultieren aus einem Einkaufsvertrag Abnahmeverpflichtungen bis zum 30. September 2027 in einer Höhe von kurzfristig 160,2 Mio. € und langfristig 378,7 Mio. €.
Die United Internet Tochter 1&1 AG hat am 5. September 2019 eine Vereinbarung mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) sowie dem Bundesministerium der Finanzen (BMF) über den Bau von Mobilfunkstandorten in sogenannten „weißen Flecken“ geschlossen. Die 1&1 ist hiernach zu einer Investition von insgesamt 50 Mio. € verpflichtet. Damit hilft 1&1 bestehende Versorgungslücken zu schließen und leistet mit dem Bau der Antennenstandorte einen Beitrag zur Verbesserung der Mobilfunkversorgung in ländlichen Regionen. Diese Verpflichtungen sind in den oben aufgeführten anderen sonstigen Verpflichtungen nicht enthalten, da diese einen zinsähnlicher Charakter aufweisen.
47.
Kapitalflussrechnung
Die Auszahlungen des Geschäftsjahres 2025 für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beliefen sich auf 176,4 Mio. € (Vorjahr: 301,9 Mio. €) und die Einzahlungen für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag auf 84,5 Mio. € (Vorjahr: 29,7 Mio. €). Die Steuereinzahlungen und -auszahlungen werden im Cashflow der betrieblichen Tätigkeit ausgewiesen.
In den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sind wie im Vorjahr keine Beträge bedingt verfügbar.
Überleitungsrechnung der bilanziellen Veränderung von Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeiten:
 
01.01.2025
Bare Transaktionen
Unbare Transaktionen
31.12.2025
 
Buchwerte
Tilgung
Zinszahlungen
Aufnahmen von Verbindlichkeiten
Zinsaufwendungen
Umbuchungen und sonstige Veränderungen
Buchwerte
Kreditverbindlichkeiten
2.813,7
–451,0
–109,1
877,2
114,0
 
3.244,8
Leasingverbindlichkeiten
1.073,0
–187,6
–48,1
373,6
48,1
–3,4
1.255,6
Frequenzverbindlichkeiten
702,6
–61,3
0,0
0,0
5,2
–5,2
641,3
Summe Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeiten
4.589,3
–699,8
–157,2
1.250,8
167,3
–8,6
5.141,7
 
01.01.2024
Bare Transaktionen
Unbare Transaktionen
31.12.2024
 
Buchwerte
Tilgung
Zinszahlungen
Aufnahmen von Verbindlichkeiten
Zinsaufwendungen
Umbuchungen und sonstige Veränderungen
Buchwerte
Kreditverbindlichkeiten
2.463,8
–946,8
–113,9
1.303,5
113,0
–5,9
2.813,7
Leasingverbindlichkeiten
797,2
–137,1
–35,6
412,9
35,6
0,0
1.073,0
Frequenzverbindlichkeiten
763,6
–61,3
0,0
0,0
5,6
–5,4
702,6
Summe Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeiten
4.024,6
–1.145,2
–149,5
1.716,4
154,2
–11,2
4.589,3
Die Ersterfassung des 5G-Funkspektrums im Geschäftsjahr 2019 erfolgte vor dem Hintergrund der Stundungs- und Ratenzahlung mit dem Bund bilanzverlängernd und somit zahlungsmittelneutral. Die Bilanzierung von Leasingverhältnissen erfolgte bei Ersterfassung grundsätzlich zahlungsmittelneutral. Laufende Zahlungen beinhalten Zins- und Tilgungskomponenten und werden im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen.
Die Zahlungsströme im Zusammenhang mit der Veränderung der übrigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten in Höhe von -185,1 Mio. € (Vorjahr: 131,1 Mio. €) sind im Cashflow aus der operativen Geschäftstätigkeit erfasst.
48.
Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB und § 264b HGB
Die folgenden Tochtergesellschaften der United Internet AG nehmen Befreiungen gemäß § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch:
1&1 De-Mail GmbH, Montabaur
1&1 Energy GmbH, Montabaur
1&1 Mail & Media Development & Technology GmbH, Montabaur
1&1 Mail & Media Service GmbH, Montabaur
1&1 Mail & Media Applications SE, Montabaur
United Internet Corporate Holding SE, Montabaur
United Internet Corporate Services GmbH, Montabaur
United Internet Investments Holding AG & Co. KG, Montabaur
United Internet Media GmbH, Montabaur
United Internet Service SE, Montabaur
United Internet Sourcing & Apprenticeship GmbH, Montabaur
49.
Aufstellung des Anteilsbesitzes des United Internet AG-Konzerns gemäß § 313 Abs. 2 HGB
Der Konzern umfasst zum 31. Dezember 2025 folgende Gesellschaften, an denen die United Internet AG unmittelbar oder mittelbar mehrheitlich (entsprechend den in Klammern angegebenen Anteilen am Kapital) beteiligt ist. Der Anteil am Kapital entspricht, soweit nicht anderslautend beschrieben, dem Anteil der Stimmrechte:
1&1 Mail & Media Applications SE, Montabaur (100,0 %)
1&1 Mail & Media Development & Technology GmbH, Montabaur (100,0 %)
1&1 Mail & Media GmbH, Montabaur (100,0 %)
1&1 De-Mail GmbH, Montabaur (100,0 %)
1&1 Energy GmbH, Montabaur (100,0 %)
1&1 Mail & Media Inc., Philadelphia / USA (100,0 %)
1&1 Mail & Media Service GmbH, Montabaur (100,0 %)
UIM United Internet Media Austria GmbH, Wien / Österreich (100,0 %)
United Internet Media GmbH, Montabaur (100,0 %)
1&1 AG, Montabaur (86,46 %)
United Internet Management Holding SE, Montabaur (100,0 %)
1&1 Versatel GmbH, Düsseldorf (100,0 %)
TROPOLYS Service GmbH (in Liquidation), Düsseldorf (100,0 %)
TROPOLYS Netz GmbH (in Liquidation), Düsseldorf (100,0 %)
Versatel Immobilien Verwaltungs GmbH (in Liquidation), Düsseldorf (100,0 %)
1&1 Telecommunication SE, Montabaur (100,0 %)
1&1 Logistik GmbH, Montabaur (100,0 %)
1&1 Telecom Holding GmbH, Montabaur (100,0 %)
1&1 Telecom GmbH, Montabaur (100,0 %)
1&1 Telecom Sales GmbH, Montabaur (100,0 %)
1&1 Telecom Service Montabaur GmbH, Montabaur (100,0 %)
1&1 Telecom Service Zweibrücken GmbH, Zweibrücken (100,0 %)
Blitz 17-665 SE, Frankfurt am Main (100,0 %)
Blitz 17-666 SE, Frankfurt am Main (100,0 %)
CA BG AlphaPi AG, Wien / Österreich (100,0 %)
Drillisch Logistik GmbH, Frankfurt am Main (100,0 %)
Drillisch Online GmbH, Frankfurt am Main (100,0 %)
1&1 Mobilfunk GmbH, Düsseldorf (100,0 %)
1&1 Towers GmbH, Düsseldorf (100,0 %)
IQ-optimize Software GmbH, Frankfurt am Main (100,0 %)
A 1 Marketing Kommunikation und neue Medien GmbH, Montabaur (100,0 %)
IONOS Group SE, Montabaur (63,84 %)
IONOS Holding SE, Montabaur (100,0 %)
STRATO GmbH, Berlin (100,0 %)
Cronon GmbH, Berlin (100,0 %)
STRATO Customer Service GmbH, Berlin (100,0 %)
IONOS SE, Montabaur (100,0 %)
IONOS SRL (vormals 1&1 Internet Development SRL), Bukarest / Rumänien (100,0 %)
IONOS Inc., Philadelphia / USA (100,0 %)
A1 Media USA LLC, Philadelphia / USA (100,0 %)
1&1 Cardgate LLC, Philadelphia / USA (100,0 %)
IONOS Cloud Inc., Newark / USA (100,0 %)
IONOS Datacenter SAS, Niederlauterbach / Frankreich (100,0 %)
IONOS Cloud S.L.U., Madrid / Spanien (100,0 %)
IONOS Cloud Ltd., Gloucester / Großbritannien (100,0 %)
IONOS (Philippines) Inc., Cebu City / Philippinen (99,96 %)
IONOS S.A.R.L., Saargemünd / Frankreich (100,0 %)
IONOS Cloud France SAS, Neuvilly-sur-Seine / Frankreich (100,0 %)
IONOS Service GmbH, Montabaur (100,0 %)
IONOS INTERNATIONAL PTE. LTD., Singapur / Südostasien (100 %)
IONOS Cloud Holdings Ltd., Gloucester / Großbritannien (100,0 %)
Fasthosts Internet Ltd., Gloucester / Großbritannien (100,0 %)
Arsys Internet S.L.U., Logroño / Spanien (100,0 %)
Arsys Internet E.U.R.L., Perpignan / Frankreich (100,0 %)
Tesys Internet S.L.U., Logroño / Spanien (100,0 %)
home.pl Sp. z o.o. (vormals home.pl S.A.), Stettin / Polen (100,0 %)
AZ.pl Sp. z o.o., Stettin / Polen (100,0 %)
HBS Cloud Sp. z o.o., Stettin / Polen (100,0 %)
premium.pl Sp. z o.o., Stettin / Polen (75,0 %)
Immobilienverwaltung AB GmbH, Montabaur (100,0 %)
InterNetX Holding GmbH, Regensburg (100,00 %)
InterNetX GmbH, Regensburg (100,0 %)
Domain Robot Enterprises Inc., Vancouver / Kanada (100 %)
InterNetX, Corp., Miami / USA (100,0 %)
PSI-USA, Inc., Las Vegas / USA (100,0 %)
Schlund Technologies GmbH, Regensburg (100,0 %)
PrivateName Services Inc., Richmond / Kanada (100,0 %)
Sedo GmbH, Köln (100,0 %)
DomCollect International GmbH, Montabaur (100,0 %)
Sedo.com LLC, Cambridge / USA (100,0 %)
Sedo.cn Ltd., Shenzhen / China (100,0 %)
united-domains GmbH, Starnberg (100,0 %)
united-domains Reselling GmbH, Starnberg (100,0 %)
we22 GmbH, Köln (100,0 %)
we22 Solutions GmbH, Berlin (100,0 %)
CM4all GmbH, Köln (100,0 %)
Content Management Inc., New York / USA (100,0 %)
World4You Internet Services GmbH, Linz / Österreich (100,0 %)
IONOS Cloud GmbH, Frankfurt am Main (100,0 %)
IONOS Networks GmbH, Frankfurt am Main (100,0 %)
Sonstige:
CA BG AlphaRho AG, Wien / Österreich (100,0 %)
United Internet Corporate Holding SE, Montabaur (100,0 %)
United Internet Corporate Services GmbH, Montabaur (100,0 %)
United Internet Investments Holding AG & Co. KG, Montabaur (100,0 %)
United Internet Service SE, Montabaur (100,0 %)
United Internet Sourcing & Apprenticeship GmbH, Montabaur (100,0 %)
Assoziierte Unternehmen
Beteiligungen, auf deren Finanz- und Geschäftspolitik der Konzern einen maßgeblichen Einfluss ausüben kann, werden als assoziierte Unternehmen gemäß IAS 28 nach der Equity-Methode bilanziert und bestehen aus den folgenden wesentlichen Gesellschaften:
rankingCoach GmbH, Köln (31,52 %)
Street Media GmbH, Berlin (28,70 %)
Stackable GmbH, Pinneberg (27,54 %)
Open-Xchange AG, Köln (25,39 %)
uberall GmbH, Berlin (25,1 %)
AWIN AG, Berlin (20,0 %)
Sonstige Beteiligungen
Beteiligungen, auf deren Finanz- und Geschäftspolitik der Konzern keinen maßgeblichen Einfluss ausüben kann (< 20 % der Stimmrechte), fallen als Finanzinstrumente grundsätzlich in den Anwendungsbereich von IFRS 9 und werden als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertete finanzielle Vermögenswerte (Eigenkapitalinstrumente ohne Umgliederung kumulierter Gewinne und Verluste bei Ausbuchung) eingestuft:
MMC Investments Holding Company Ltd., Port Louis / Mauritius (in Liquidation) (11,36 %)
Worcester Six Management Company Ltd., Birmingham / Großbritannien (6,45 %)
High-Tech Gründerfonds III GmbH & Co. KG, Bonn (0,95 %)
Growth Brands Opportunity Group LLC, Wilmington / USA) (10,00 %)
Kublai GmbH, Frankfurt am Main (4,71 %)
Entri LLC, Middletown / USA (15,0 %)
Änderungen in der berichtenden Unternehmenseinheit
Folgende Gesellschaften wurden im Geschäftsjahr 2025 erworben:
Kein Vorgang
Folgende Gesellschaften wurden im Geschäftsjahr 2025 gegründet:
IONOS Cloud France SAS, Neuvilly-sur-Seine / Frankreich
IONOS INTERNATIONAL PTE. LTD., Singapur / Südostasien
Blitz F25-73 GmbH (seit 15.01.2026 IONOS Cloud GmbH), Frankfurt am Main
Blitz F25-74 GmbH (seit 16.01.2026 IONOS Networks GmbH), Frankfurt am Main
NEO Energy DE GmbH, Montabaur
Folgende Gesellschaften wurden im Geschäftsjahr 2025 umgewandelt:
home.pl Sp. z o.o. (vormals home.pl S.A.), Stettin / Polen
Folgende Gesellschaften wurden im Geschäftsjahr 2025 umfirmiert:
IONOS SRL (vormals 1&1 Internet Development SRL), Bukarest / Rumänien
Folgende Gesellschaften wurden im Geschäftsjahr 2025 auf eine bereits bestehende Konzerngesellschaft verschmolzen:
1&1 Versatel Deutschland GmbH / Verschmelzung auf die 1&1 Versatel GmbH
Folgende Gesellschaften sind zum 31.12.2025 nicht mehr Bestandteil des UI-Konzerns:
DomainsBot S.r.l., Rom / Italien
NEO Energy DE GmbH, Montabaur
Folgende Gesellschaften wurden im Geschäftsjahr 2025 liquidiert:
kein Vorgang

50.
Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Abschluss eines KfW-Förderdarlehens nach dem Bilanzstichtag
Im Januar 2026 hat United Internet ein KfW-Förderdarlehen mit einem Bankenkonsortium unter Führung der IKB Deutsche Industriebank AG in Höhe von 260 Mio. € abgeschlossen. Die Mittel werden in Green IT der United Internet Gruppe investiert und unterstützen die United Internet AG bei ihrem Beitrag zur nachhaltigen Transformation ihrer Industrie. Dieser Vorgang hat keine Auswirkungen auf die zum Bilanzstichtag aufgestellten Finanzinformationen.
Weitere Inanspruchnahme des JBIC-Darlehens nach dem Bilanzstichtag
Des Weiteren hat die United Internet AG im Januar 2026 eine weitere Ziehung in Höhe von 225 Mio. € unter dem internationalen Förderdarlehen, das im Dezember 2024 mit der Japan Bank for International Cooperation (JBIC) in Höhe von insgesamt 800 Mio. € abgeschlossen wurde, getätigt. Damit stehen noch 285 Mio. € (Vorjahr: 510 Mio. €) als freie Kreditlinie unter dieser Finanzierung zur Verfügung. Dieser Vorgang hat keine Auswirkungen auf die zum Bilanzstichtag aufgestellten Finanzinformationen.
Auswirkungen des Krieges im Iran
Der Ende Februar gestartete Großangriff der USA und Israels auf den Iran bedeutete den Beginn des Iran-Krieges 2026. Der Iran reagierte auf diese Angriffe mit Gegenangriffen auf Israel und auf verschiedene Länder und Ziele im gesamten Nahen Osten einschließlich der für die weltweite Schifffahrt sowie die globale Energieversorgung sowie die globalen Lieferketten wichtigen Straße von Hormus.
Der United Internet Konzern ist im Rahmen seiner Geschäftsaktivitäten nicht im Iran und dem Nahen Osten aktiv tätig. Israel und der Iran sowie der gesamte Nahe Osten sind auch keine Zielländer der United Internet Gesellschaften und es werden in den vorgenannten Ländern und Regionen auch keine Standorte unterhalten. Vor diesem Hintergrund erwartet United Internet aktuell keine wesentlichen Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung und die Lage des Unternehmens bzw. des Konzerns, zumal das Geschäftsmodell des Konzerns auf einer Vielzahl elektronischer Abonnements mit festen und moderaten monatlichen Beträgen sowie vertraglich festgelegten Laufzeiten basiert. Dies sichert stabile und planbare Umsätze und Cashflows und bietet Schutz gegen konjunkturelle Einflüsse.
Gleichwohl können die wirtschaftlichen Folgen des Krieges (wie etwa die Verknappung / Verteuerung von Öl, Gas und Rohstoffen oder unterbrochene Lieferketten aus Fernost) für die Zielländer der United Internet Gesellschaften und für United Internet selbst heute noch nicht konkret eingeschätzt werden. Gleiches gilt für die potenzielle Gefahr einer Ausweitung des Krieges auf weitere Länder.
Darüber hinaus sind nach dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 bei United Internet keine weiteren Ereignisse von besonderer Bedeutung eingetreten, die größere Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Unternehmens bzw. des Konzerns mit Auswirkungen auf Rechnungslegung und Berichterstattung haben.
51.
Honorare des Abschlussprüfers
Im Geschäftsjahr 2025 wurden im Konzernabschluss Honorare des Abschlussprüfers in Höhe von insgesamt 5,9 Mio. € (Vorjahr: 5,4 Mio. €) berechnet. Diese beziehen sich mit 5,0 Mio. € (Vorjahr 4,5 Mio. €) auf Abschlussprüfungen, mit 0,8 Mio. € (Vorjahr: 0,9 Mio. €) auf andere Bestätigungsleistungen und 0,1 Mio. € (Vorjahr 0 Mio. €) auf sonstige Leistungen. Die Abschlussprüfungsleistungen umfassen sowohl gesetzliche Pflichtprüfungen als auch Prüfungen von Konzernpackages. Andere Bestätigungsleistungen betreffen im Wesentlichen freiwillige Abschlussprüfungen und Bestätigungen im Zusammenhang mit dem Nachhaltigkeitsbericht. Die sonstigen Leistungen betreffen überwiegend Honorare für projektbezogene Beratungsleistungen.
52.
Corporate Governance Kodex
Die Erklärung nach § 161 AktG zur Beachtung des Deutschen Corporate Governance Kodex wurde durch den Vorstand und den Aufsichtsrat abgegeben und ist den Aktionären im Internetportal der United
Internet AG unter www.united-internet.de zugänglich. Für die 1&1 AG ist diese Erklärung unter www.1und1.de und für die IONOS Group SE unter www.ionos.de verfügbar.
Montabaur, den 17. März 2026
Der Vorstand
Ralph DommermuthCarsten Theurer

Entwicklung der immateriellen
Vermögenswerte und Sachanlagen
im Geschäftsjahr 2025 und 2024 in T€
2025
 
ANSCHAFFUNGS- UND HERSTELLUNGSKOSTEN
 
 
 
01.01.2025
Zugänge
Abgänge
Umbuchungen
Währungsdifferenzen
31.12.2025
 
Immaterielle Vermögenswerte
 
 
 
 
 
 
 
Software / Lizenzen
556.860
96.648
22.016
50.786
–395
681.884
 
Frequenzlizenzen
1.070.187
-
-
-
-
1.070.187
 
Markenrechte
215.409
-
-
-
–3.179
212.229
 
Kundenstamm
1.239.769
-
-
-
–1.188
1.238.581
 
Firmenwerte
3.676.428
-
-
-
–4.381
3.672.047
 
Konzessionsähnlichen Rechte
165.000
-
-
-
-
165.000
 
Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte
77.893
9.233
246
-
110
86.991
 
Sonstige immaterielle Vermögenswerte
73.506
211
26
-
-
73.691
 
Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen
9.282
-
-
-
-
9.282
 
geleistete Anzahlungen
61.846
50.389
171
–50.975
–5
61.085
 
Summe (I)
7.146.180
156.482
22.458
–189
–9.038
7.270.977
 
Sachanlagen
 
 
 
 
 
 
 
Grundstücke und Bauten
39.294
7.398
676
27.303
–848
72.471
 
Telekommunikationsanlagen
1.676.784
184.833
87.177
94.530
-
1.868.969
 
Netzinfrastruktur
266.253
7.946
8.187
10.563
-
276.576
 
Betriebs- und Geschäftsausstattung
1.089.738
170.880
49.349
27.802
–14.299
1.224.771
 
Geleistete Anzahlungen
399.017
169.477
4.011
–162.743
–88
401.651
 
Leasing
1.752.813
422.010
95.584
2.735
–832
2.081.142
 
Summe (II)
5.223.899
962.544
244.984
189
–16.068
5.925.581
 
Summe total
12.370.079
1.119.026
267.442
-
–25.106
13.196.558
 
 
 
 
AUFGELAUFENE ABSCHREIBUNGEN
 
 
NETTOBUCHWERTE
 
01.01.2025
Zugänge
Abgänge
Umbuchungen
Währungsdifferenzen
31.12.2025
Nicht fortgeführte Geschäftsbereiche
31.12.2024
31.12.2025
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
207.976
88.754
21.837
-
–245
274.649
78
348.884
407.157
 
82.085
40.819
-
-
-
122.904
-
988.102
947.283
 
5.777
4.400
-
-
-
10.177
-
209.632
202.053
 
1.031.720
80.813
0
-
–1.213
1.111.321
-
208.048
127.260
 
43.684
-
-
-
120
43.805
5.097
3.632.744
3.623.146
 
148.500
16.500
-
-
-
165.000
-
16.500
-
 
35.041
8.179
246
-
36
43.011
-
42.852
43.980
 
71.168
76
26
-
-
71.218
-
2.338
2.473
 
7.690
1.591
-
-
-
9.282
-
1.591
-
 
-
-
-
-
-
-
-
61.846
61.085
 
1.633.642
241.133
22.108
-
–1.301
1.851.366
5.175
5.512.538
5.414.436
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
16.191
1.279
–300
–7.860
–55
9.854
-
23.103
62.617
 
756.610
128.106
83.073
-
-
801.643
-
920.174
1.067.326
 
144.938
10.682
7.456
-
-
148.164
-
121.315
128.412
 
501.512
140.825
42.094
7.887
–10.791
597.339
173
588.226
627.260
 
11.546
10.833
3.524
-
-
18.856
-
387.471
382.796
 
648.088
164.209
47.154
–27
–560
764.556
627
1.104.725
1.315.960
 
2.078.884
455.935
183.001
--
–11.406
2.340.411
799
3.145.015
3.584.371
 
3.712.527
697.067
205.109
--
–12.708
4.191.777
5.974
8.657.553
8.998.807
Die im Anlagespiegel ausgewiesenen Abschreibungen sind aufgrund des Ausweises des Geschäftsfelds AdTech als nicht fortgeführter Geschäftsbereich nicht direkt mit den Angaben des Anhangs abgleichbar.

2024
 
ANSCHAFFUNGS- UND HERSTELLUNGSKOSTEN
 
 
 
01.01.2024
Zugänge
Abgänge
Umbuchungen
Währungsdifferenzen
31.12.2024
 
Immaterielle Vermögenswerte
 
 
 
 
 
 
 
Software / Lizenzen
247.090
78.665
20.533
251.288
351
556.860
 
Frequenzlizenzen
1.070.187
-
-
-
--
1.070.187
 
Markenrechte
213.460
-
2
-
1.950
215.409
 
Kundenstamm
1.238.396
-
-
-
1.373
1.239.769
 
Firmenwerte
3.672.371
-
-
-
4.057
3.676.428
 
Konzessionsähnlichen Rechte
165.000
-
-
-
-
165.000
 
Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte
66.664
11.119
8
-
118
77.893
 
Sonstige immaterielle Vermögenswerte
73.513
26
33
-
–1
73.506
 
Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen
9.282
-
-
-
0
9.282
 
geleistete Anzahlungen
262.410
53.634
-
–254.198
-
61.846
 
Summe (I)
7.018.373
143.444
20.575
–2.910
7.848
7.146.180
 
Sachanlagen
 
 
 
 
 
 
 
Grundstücke und Bauten
37.798
729
355
351
770
39.294
 
Telekommunikationsanlagen
1.432.196
121.401
60.231
183.418
-
1.676.784
 
Netzinfrastruktur
268.315
470
12.943
10.412
0
266.253
 
Betriebs- und Geschäftsausstattung
700.098
235.017
50.304
196.276
8.652
1.089.738
 
Geleistete Anzahlungen
454.031
336.283
3.837
–387.547
87
399.017
 
Leasing
1.329.878
478.984
56.487
-
438
1.752.813
 
Summe (II)
4.222.314
1.172.884
184.156
2.910
9.948
5.223.899
 
Summe total
11.240.687
1.316.328
204.732
-
17.796
12.370.079
 
 
 
 
AUFGELAUFENE ABSCHREIBUNGEN
 
NETTOBUCHWERTE
 
01.01.2024
Zugänge
Abgänge
Umbuchungen
Währungsdifferenzen
31.12.2024
31.12.2023
31.12.2024
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
154.635
73.525
19.860
–574
250
207.976
92.456
348.884
 
41.266
40.819
-
-
-
82.085
1.028.921
988.102
 
5.778
-
2
-
-
5.777
207.682
209.632
 
921.489
108.935
-
-
1.297
1.031.720
316.908
208.048
 
43.522
-
-
-
162
43.684
3.628.849
3.632.744
 
115.500
33.000
-
-
-
148.500
49.500
16.500
 
28.468
6.535
-
-
38
35.041
38.196
42.852
 
71.183
15
31
-
0
71.168
2.330
2.338
 
6.099
1.591
-
-
0
7.690
3.182
1.591
 
-
-
-
-
-
-
262.410
61.846
 
1.387.940
264.420
19.892
–574
1.749
1.633.642
5.630.433
5.512.538
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
15.898
614
354
-
33
16.191
21.900
23.103
 
690.029
119.455
53.448
574
-
756.610
742.166
920.174
 
146.243
10.328
11.633
-
-
144.938
122.071
121.315
 
420.749
122.899
48.800
-
6.664
501.512
279.349
588.226
 
8.650
4.333
1.437
-
-
11.546
445.380
387.471
 
535.431
133.202
20.833
-
287
648.088
794.447
1.104.725
 
1.817.001
390.830
136.505
574
6.984
2.078.884
2.405.313
3.145.015
 
3.204.941
655.250
156.397
-
8.733
3.712.527
8.035.746
8.657.553
Die im Anlagespiegel ausgewiesenen Abschreibungen sind aufgrund des Ausweises des Geschäftsfelds AdTech als nicht fortgeführter Geschäftsbereich nicht direkt mit den Angaben des Anhangs abgleichbar.