Zusammengefasster Lagebericht
Hinweis auf ungeprüfte Abschnitte des Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns zum 31. Dezember 2025
Im Rahmen der Lageberichterstattung kann es vorkommen, dass neben lageberichtstypischen Angaben ebenfalls lageberichtsfremde Angaben (gesetzlich nicht gefordert) enthalten sind, die keiner inhaltlichen Prüfung durch den Abschlussprüfer unterzogen werden müssen. Daneben kann es vorkommen, dass bestimmte Angaben für den Abschlussprüfer nicht prüfbar sind. „Nicht prüfbare Angaben“ sind solche, die aufgrund der Art der Angaben bzw. aufgrund nicht vorhandener geeigneter Kriterien für den Abschlussprüfer nicht beurteilbar sind.
Im Bericht der United Internet AG über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns zum 31. Dezember 2025 wurden folgende Kapitel bzw. Angaben als „nicht geprüfte Lageberichtsangaben“ identifiziert:
Bei den im Unterkapitel „1.4 Schwerpunkte Produkte und Innovationen“ enthaltenen Angaben handelt es sich um „nicht geprüfte Lageberichtsangaben“, da „lageberichtsfremde Angaben“ inhaltlich nicht geprüft werden.
Bei den in den Unterkapiteln „2.2 Geschäftsverlauf“ und „2.3 Lage des Konzerns“ enthaltenen Tabellen „Quartalsentwicklung“ mit Finanzkennzahlen auf Quartalsbasis für die Segmente und den Konzern handelt es sich um „nicht geprüfte Lageberichtsangaben“, da United Internet ihre Zwischenabschlüsse keiner prüferischen Durchsicht oder Prüfung unterzieht. Die Quartalsangaben
sind entsprechend als „ungeprüft“ gekennzeichnet.
Die in Kapitel „4. Nichtfinanzielle Konzernerklärung“ veröffentlichten Inhalten unterliegen einer inhaltlichen Prüfung mit begrenzter Sicherheit („limited Assurance“) und nicht mit hinreichender Sicherheit („reasonable Assurance“).
Der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) sieht zusätzliche Angaben zum internen Kontroll- und Risikomanagementsystem vor, die über die gesetzlichen Anforderungen an den Lagebericht hinausgehen und sind von der inhaltlichen Prüfung des Lageberichts durch den Abschlussprüfer ausgenommen („lageberichtsfremde Angaben“). Sie werden in Kapitel 6 „Internal Control System und Risk Management System“ thematisch den wesentlichen Elementen des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems zugeordnet und sind von den inhaltlich zu prüfenden Angaben durch separate Absätze abgegrenzt und entsprechend als „ungeprüft“ gekennzeichnet.
Bei Kapitel „8. Erklärung zur Unternehmensführung“ handelt es sich um „nicht geprüfte Lageberichtsangaben“, da die Prüfung der Angaben in der Erklärung zur Unternehmensführung durch den Abschlussprüfer gem. § 317 Abs. 2 S. 6 HGB darauf zu beschränken ist, dass die Angaben gemacht wurden und der ebenfalls in Kapitel 8 enthaltene Corporate Governance Bericht nach Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex eine „lageberichtsfremde Angabe“ darstellt, die inhaltlich nicht geprüft wird.
Allgemeine Hinweise
Aus rechentechnischen Gründen können in Tabellen und bei Verweisen Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch exakt ergebenden Werten (Geldeinheiten, Prozentangaben usw.) auftreten.
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im Jahresabschluss bei geschlechtsspezifischen Bezeichnungen die männliche Form gewählt. United Internet weist darauf hin, dass die Verwendung der männlichen Form explizit als geschlechtsunabhängig zu verstehen ist.
Dieser Jahresabschluss liegt in deutscher und englischer Sprache vor. Beide Fassungen stehen auch im Internet unter www.united-internet.de zum Download bereit. Im Zweifelsfall ist die deutsche Version maßgeblich.
1. Grundlagen der Gesellschaft und
des Konzerns
Konzernstruktur
Die 1988 gegründete United Internet AG („United Internet“) mit Hauptsitz in Montabaur, Deutschland, ist die Konzernobergesellschaft der United Internet Gruppe.
Die United Internet AG konzentriert sich zusammen mit ihrer Servicegesellschaft United Internet
Corporate Services GmbH im Wesentlichen auf zentrale Funktionen in den Bereichen Finanzen,
Corporate Controlling & Accounting, Tax, Beteiligungsmanagement, Presse, Investor Relations, Legal, Corporate Governance, Compliance & Sustainability, Risikomanagement, Corporate Audit (Interne Revision), Personalmanagement, Facility-Management, Einkauf sowie Corporate IT.
Die Konzernstruktur zum 31. Dezember 2025 blieb im Vergleich zum Vorjahr weitgehend unverändert. Die wesentlichste Veränderung ergab sich aus dem konzerninternen Verkauf der United Internet Management Holding SE, inklusive deren Tochter 1&1 Versatel GmbH, an die 1&1 AG mit wirtschaftlicher Wirkung zum Ablauf des 30. November 2025.
Das operative Geschäft im Segment „Consumer Access“ wird im Wesentlichen durch die – unter dem Dach der 1&1 AG agierenden Gesellschaften – Drillisch Online GmbH und 1&1 Telecom GmbH betrieben.
Im Segment „Business Access“ ist United Internet insbesondere über die – inzwischen ebenfalls von der 1&1 AG über die Holdinggesellschaften Blitz 17-665 SE und United Internet Management Holding SE gehaltene – 1&1 Versatel GmbH tätig.
Das operative Geschäft im Segment „Consumer Applications“ wird im Wesentlichen über die – unter der 1&1 Mail & Media Applications SE zusammengefassten Gesellschaften – 1&1 Mail & Media GmbH, 1&1 Mail & Media Inc. und United Internet Media GmbH betrieben.
Im Segment „Business Applications“ ist United Internet primär über die – von den Holdinggesellschaften IONOS Group SE und IONOS Holding SE – gehaltenen Anteile an der STRATO GmbH und deren Tochter Cronon GmbH sowie der IONOS SE inklusive derer wesentlicher Tochterunternehmen im In- und Ausland tätig. Dazu zählen – neben den Auslandsgesellschaften IONOS Inc. (USA), IONOS Cloud Ltd. (Großbritannien), IONOS S.A.R.L. (Frankreich) und IONOS Cloud S.L.U. (Spanien) – insbesondere die Arsys Internet S.L.U. (Spanien), die Fasthosts Internet Ltd. (Großbritannien), die home.pl Sp. z o.o. (Polen), die deutschen Gesellschaften InterNetX GmbH, united-domains GmbH, we22 GmbH und die World4You Internet Services GmbH (Österreich) sowie – im nicht fortgeführten Geschäftsbereich – die Sedo GmbH.
Neben diesen operativ tätigen und vollkonsolidierten Tochterunternehmen hielt United Internet zum 31. Dezember 2025 eine Reihe weiterer Beteiligungen. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um die
– von der United Internet Investments Holding AG & Co. KG gehaltene – Beteiligung an der Kublai GmbH, Frankfurt am Main (4,71 %), die wiederum 97,67 % der Anteile an der Tele Columbus AG, Berlin, hält, sowie um Beteiligungen an den strategischen Partnern Open-Xchange AG, Köln (25,39 %), rankingCoach GmbH, Köln (31,52 %), uberall GmbH, Berlin (25,10 %) und AWIN AG, Berlin (20,00 %), sowie die – von der IONOS SE gehaltene – Beteiligung an der Stackable GmbH, Pinneberg (27,54 %).
Einzelheiten zu den Beteiligungen sowie Veränderungen bei den Beteiligungen finden sich im Kapitel
2.2 „Geschäftsverlauf“ unter „Beteiligungen im Konzern“.
Eine vereinfachte Darstellung der Konzernstruktur von United Internet inklusive wesentlicher operativ tätiger Tochterunternehmen sowie wesentlicher Beteiligungen – mit Stand 31. Dezember 2025 – zeigt das folgende Organigramm.
(1)Steht zum Verkauf und wird als nicht fortgeführter Geschäftsbereich ausgewiesen
Geschäftstätigkeit
United Internet ist mit über 29 Mio. kostenpflichtigen Kundenverträgen sowie rund 39 Mio. werbefinanzierten Free-Accounts ein führender europäischer Internet-Spezialist.
Die operative Geschäftstätigkeit des Konzerns gliedert sich in die Geschäftsbereiche „Access“ und
„Applications“, die sich wiederum in die Segmente „Consumer Access“ und „Business Access“ sowie „Consumer Applications“ und „Business Applications“ unterteilen.
Segment „Consumer Access“
Im Segment „Consumer Access“ sind festnetzbasierte Breitband-Produkte (inklusive der damit verbundenen Anwendungen, wie Heimvernetzung, Online-Storage, Smart Home, IPTV und Video-on-Demand) sowie Mobile Internet Produkte für Privatanwender zusammengefasst.
Diese Internet-Zugangsprodukte werden den Kunden als Abonnementverträge mit festen monatlichen Beträgen (und variablen, verbrauchsabhängigen Zusatzentgelten) angeboten.
Mit den Breitband-Produkten (insbesondere VDSL-/Vectoring- und Glasfaser-Anschlüsse) der Marke 1&1 ist United Internet einer der führenden Anbieter in Deutschland.
Dabei nutzt die Gesellschaft das Glasfasernetz von 1&1 Versatel als Transportnetz und erschließt darüber bei VDSL-/Vectoring-Anschlüssen sowie bei direkten Glasfaser-Anschlüssen (FTTH) die „letzte Meile“ über City-Carrier sowie die Deutsche Telekom (hauptsächlich Layer-2).
Auch bei Mobile Internet Produkten ist United Internet einer der führenden Anbieter in Deutschland.
1&1 betreibt ein leistungsfähiges Mobilfunknetz, das von über 12 Mio. Kunden genutzt wird. Im Dezember 2025, und damit nur zwei Jahre nach dem Start der mobilen Dienste, erreichte das 1&1 Mobilfunknetz eine Abdeckung von 27 % der deutschen Haushalte. Es wird permanent weiter ausgebaut. Überall dort, wo 1&1 in den Jahren des Netzausbaus noch über keine ausreichende Funkabdeckung verfügt, nutzt die Gesellschaft National Roaming. Ende August 2024 ist eine National-Roaming-Partnerschaft mit Vodafone gestartet. Seit Ende 2025 wird National Roaming von Vodafone von allen 1&1 Mobilfunkkunden genutzt. Zuvor wurden National-Roaming-Vorleistungen über Telefónica bezogen.
Vermarktet werden die Mobile Internet Produkte über die Premium-Marke 1&1 sowie Discount-Marken, wie winSIM und yourfone, mit denen der Mobilfunk-Markt umfassend und zielgruppenspezifisch adressiert wird.
Segment „Business Access“
Im Segment „Business Access“ offeriert 1&1 Versatel Geschäftskunden ein umfassendes Portfolio an
Telekommunikationsprodukten und -lösungen.
Kern des Geschäftsmodells ist der Betrieb eines Glasfasernetzes mit über 68.000 km Länge, das zu den größten Netzen in Deutschland gehört und kontinuierlich ausgebaut wird.
Über dieses Netz bietet 1&1 Versatel Firmen und Behörden Telekommunikationsprodukte von standardisierten Glasfaser-Direktanschlüssen bis zu maßgeschneiderten, individuellen ITK-Lösungen (Sprach-, Daten- und Netzwerklösungen). Außerdem wird das 1&1 Glasfasernetz zur Bereitstellung von 1&1 DSL- und FTTH-Anschlüssen sowie zur Anbindung von Antennenstandorten genutzt. Hinzu kommen Infrastrukturleistungen (Wholesale) für nationale und internationale Carrier.
Segment „Consumer Applications“
Im Segment „Consumer Applications“ sind Applikationen für Privatanwender zusammengefasst. Zu diesen Applikationen zählen insbesondere Anwendungen für Personal Information Management
(E-Mail, Aufgaben, Termine, Adressen), Online-Storage (Cloud Speicher) und Office-Applikationen.
Im Zuge des sukzessiven Portfolio-Ausbaus wurden die Marken GMX und WEB.DE, die seit vielen Jahren größten E-Mail-Anbieter für Privatkunden in Deutschland, in den letzten Jahren zu umfassenden Zentralen für das Kommunikations-, Informations- und Identitäts-Management der Nutzer erweitert, in die zunehmend innovative KI-Anwendungen integriert werden.
Die Privatkunden-Applikationen werden überwiegend selbst entwickelt und in konzerneigenen Rechenzentren betrieben. Die Produkte werden als kostenpflichtige Abonnements (Pay-Accounts) oder – kostenfrei – in Form von werbefinanzierten Free-Accounts angeboten. Diese werden durch Online-Werbung monetarisiert. Die Vermarktung erfolgt über United Internet Media.
Mit den werbefinanzierten Applikationen sowie den kostenpflichtigen Consumer Applikationen ist
United Internet über GMX und WEB.DE insbesondere in Deutschland, Österreich und der Schweiz aktiv und zählt zu den führenden Unternehmen. Über die Marke mail.com wird das Geschäft internationalisiert. Neben den USA adressiert mail.com Länder wie Großbritannien, Frankreich und Spanien.
Segment „Business Applications“
Im Segment „Business Applications“ eröffnet IONOS Freiberuflern sowie kleinen und mittleren Unternehmen Geschäftschancen im Internet und unterstützt sie bei der Digitalisierung ihrer Prozesse. Dazu wird eine breite Palette an leistungsstarken Applikationen wie z. B. Domains, Homepages, Webhosting, Server, E Shops, Groupwork, Online-Storage (Cloud-Speicher) und Office-Applikationen angeboten, die über Abonnementverträge genutzt werden. Außerdem werden Cloud-Solutions und Cloud-Infrastruktur angeboten.
Die Applikationen werden in eigenen Entwicklungszentren oder in Kooperation mit Partnerfirmen entwickelt und auf rund 95.000 Servern betrieben.
Mit Aktivitäten in diversen europäischen Ländern (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien, Italien, Niederlande, Österreich, Polen, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Tschechien, Slowakei und Schweden) sowie in Nordamerika (USA, Kanada, Mexiko) gehört IONOS auch international zu den führenden Unternehmen.
Die zielgruppenspezifische Vermarktung der Business-Applikationen erfolgt über die Marken IONOS,
Arsys, Fasthosts, home.pl, InterNetX, STRATO, united-domains und World4You. Darüber hinaus offeriert we22 anderen Hosting-Anbietern einen White-Label-Website-Builder zur Erstellung hochwertiger Websites.
Geschäftsbereiche, Segmente und wesentliche Marken (Stand: 31. Dezember 2025)
Unternehmensleitung
Der Vorstand der United Internet AG bestand im Geschäftsjahr 2025 aus folgenden Mitgliedern:
Vorstandsmitglieder zum 31. Dezember 2025
○ Ralph Dommermuth, Unternehmensgründer und Vorstandsvorsitzender
(seit 1988 im Unternehmen)
○ Carsten Theurer, Finanzvorstand
(seit 1. Januar 2025 im Unternehmen)
○ Markus Huhn, Vorstand Shared Services
(seit 1994 im United Internet Konzern; bis 31. Dezember 2025)
Markus Huhn, Vorstand Shared Services der United Internet AG, beendete auf eigenen Wunsch seine Vorstandstätigkeit bei der United Internet AG zum 31. Dezember 2025. Finanzvorstand Carsten Theurer hat die bisherigen Aufgaben von Herrn Huhn seit Ende des Geschäftsjahres 2025 mit übernommen.
Der Aufsichtsrat der United Internet AG bestand im Geschäftsjahr 2025 aus folgenden Mitgliedern:
Aufsichtsratsmitglieder zum 31. Dezember 2025
○ Philipp von Bismarck, Aufsichtsratsvorsitzender
(Mitglied seit Juli 2020; Vorsitz seit Mai 2021; Mitglied „Prüfungs- und Risikoausschuss“ seit Mai 2021)
○ Dr. Manuel Cubero del Castillo-Olivares, stellv. Aufsichtsratsvorsitzender
(Mitglied seit Mai 2020; stellv. Vorsitz seit Mai 2021)
○ Stefan Rasch
(Mitglied seit Mai 2021; Mitglied „Prüfungs- und Risikoausschuss“ seit Mai 2021)
○ Prof. Dr. Franca Ruhwedel
(Mitglied seit Mai 2023; Vorsitz „Prüfungs- und Risikoausschuss“ seit Januar 2024)
○ Christian Unger
(Mitglied seit Mai 2025; Mitglied „Prüfungs- und Risikoausschuss“ seit Mai 2025)
○ Prof. Dr. Yasmin Mei-Yee Weiß
(Mitglied seit Juli 2020)
Wesentliche Absatzmärkte und Wettbewerbsposition
Mit einem Umsatzanteil von rund 90 % am weltweiten Gesamtumsatz im Geschäftsjahr 2025 ist
Deutschland der bei weitem wichtigste Absatzmarkt der United Internet Gruppe.
Neben Deutschland sind
○ Österreich die wesentlichsten Absatzmärkte des Konzerns.
Wettbewerbsposition im Segment „Consumer Access“
Nach dem Zusammenschluss mit der Drillisch AG (inzwischen 1&1 AG) in 2017 ist United Internet im rein
national aufgestellten Segment „Consumer Access“ – gemessen an Kundenverträgen und Umsätzen – nach der Deutschen Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland die 4. Kraft im deutschen Telekommunikationsmarkt mit Festnetz- und Mobilfunkprodukten.
Wettbewerbsposition im Segment „Business Access“
Auch im ebenfalls auf Deutschland beschränkten Segment „Business Access“ gehört United Internet
zu den führenden Unternehmen. Mit dem über 68.000 km Länge umfassenden Glasfasernetz von 1&1 Versatel betreibt United Internet eines der größten Glasfasernetze in Deutschland.
Wettbewerbsposition im Segment „Consumer Applications“
Im Segment „Consumer Applications“ ist United Internet über die Marken GMX und WEB.DE in Deutschland, der Schweiz und Österreich sowie zudem über die internationale Marke mail.com in Ländern wie den USA, Großbritannien, Frankreich und Spanien aktiv. Im Heimatmarkt Deutschland ist United Internet der – gemessen an der Anzahl der Nutzer – führende E-Mail-Anbieter und einer der führenden Cloud-Anbieter.
Wettbewerbsposition im Segment „Business Applications“
Mit seinen Hosting- und Cloud-Applikationen ist United Internet im ebenfalls international aufgestellten Segment „Business Applications“ in insgesamt 17 Ländern aktiv. Dabei ist die Gesellschaft – gemessen an der Zahl der gemanagten Länder-Domains – seit Jahren Marktführer im deutschen Hosting-Geschäft und konnte diese Position mit der Übernahme des Wettbewerbers STRATO in 2017 weiter festigen. Im europäischen Ausland ist United Internet mit seinen Hosting-Applikationen inzwischen – direkt vor Ort oder aus Deutschland heraus – in allen wichtigen Märkten aktiv. Dazu zählen neben dem Heimatmarkt Deutschland vor allem die großen europäischen Volkswirtschaften Frankreich, Großbritannien, Italien, Polen und Spanien. Mit Ausnahme von Italien gehört die Gesellschaft – gemessen an der Zahl der gemanagten Länder-Domains – in den anderen vorgenannten Ländern zu den führenden Anbietern. Damit steht United Internet auch insgesamt – gemessen an der Zahl der gemanagten Länder-Domains – mit an der Spitze der europäischen Hosting-Anbieter. Neben Europa sind auch die nordamerikanischen Länder Kanada, USA und Mexiko wesentliche Zielmärkte. Im dort wichtigsten Markt, den USA, gehört United Internet – gemessen an der Zahl der gemanagten Länder-Domains – ebenfalls zu den führenden Unternehmen in diesem Bereich.
Damit zählt United Internet auch global gesehen zu den führenden Unternehmen im weltweiten Hosting-Geschäft.
Wesentliche Standorte
Der United Internet Konzern beschäftigte zum 31. Dezember 2025 in seinen fortgeführten Geschäftsbereichen weltweit insgesamt 10.547 Mitarbeitende an rund 40 in- und ausländischen Standorten.
Wesentliche Standorte (gemessen an der Anzahl der Beschäftigten; > 50 Mitarbeitende)
Standort | Segment | Wesentliche Gesellschaft |
Montabaur (Headquarter) | Corporate / Zentralfunktionen | United Internet |
| Consumer Access | 1&1 |
Karlsruhe | Corporate / Zentralfunktionen | United Internet |
| Consumer Access | 1&1 |
| Consumer Applications | 1&1 Mail & Media Applications |
| Business Applications | IONOS |
Berlin | Consumer Access | 1&1 |
| Business Access | 1&1 Versatel |
| Business Applications | IONOS, Strato, we22 |
Düsseldorf | Consumer Access | 1&1 |
| Business Access | 1&1 Versatel |
Cebu City (Philippinen) | Business Applications | IONOS |
Madrid / Logroño / Barcelona / Lugo ... (Spanien) | Business Applications | IONOS, Arsys |
Essen | Business Access | 1&1 Versatel |
München | Consumer Access | 1&1 |
| Consumer Applications | 1&1 Mail & Media Applications |
Zweibrücken | Consumer Access | 1&1 |
| Business Applications | IONOS |
Stettin (Polen) | Business Applications | home.pl |
Flensburg | Business Access | 1&1 Versatel |
Frankfurt am Main | Consumer Access | 1&1 |
| Business Access | 1&1 Versatel |
Bukarest (Rumänien) | Business Applications | IONOS |
Gloucester / Worcester (Großbritannien) | Business Applications | IONOS, Fasthosts |
Krefeld | Consumer Access | 1&1 |
Stuttgart | Business Access | 1&1 Versatel |
Philadelphia / Lenexa (USA) | Business Applications | IONOS |
Regensburg | Business Applications | InterNetX |
Köln | Business Applications | we22 |
Starnberg | Business Applications | united-domains |
Linz / Wien (Österreich) | Business Applications | World4You |
| | |
Das Geschäftsmodell von United Internet basiert überwiegend auf Kundenverträgen (elektronischen Abonnements) mit festen monatlichen Beträgen sowie vertraglich festgelegten Laufzeiten. Ein solches Geschäftsmodell sichert in der Regel stabile und planbare Umsätze und Cashflows, bietet Schutz gegen konjunkturelle Einflüsse und eröffnet finanzielle Spielräume, um Chancen in neuen oder erweiterten Geschäftsfeldern und neuen oder erweiterten Märkten zu nutzen – organisch oder durch Übernahmen und Beteiligungen.
Die große Zahl an Kundenbeziehungen hilft der Gesellschaft, sogenannte Skaleneffekte zu nutzen: Je mehr Kunden die Produkte nutzen, die von den Entwicklungsteams erstellt und in den firmeneigenen Rechenzentren betrieben werden, und / oder in eigenen Netzen Daten transportieren, desto größer der „Gewinn“. Diese „Gewinne“ können anschließend wiederum in neue Kunden, neue Entwicklungen und neue oder erweiterte Geschäftsfelder investiert werden.
Aus heutiger Sicht sind Mobile Internet und Cloud-Applikationen die Wachstumsmärkte der nächsten Jahre. Mit ihrer klaren Positionierung in den Geschäftsfeldern „Access“ und „Applications“ ist die
United Internet Gruppe strategisch gut aufgestellt, um das erwartete Marktpotenzial zu nutzen.
Angesichts der dynamischen Marktentwicklung in den Bereichen Cloud-Applikationen und Mobile
Internet liegen die Wachstumschancen der Gesellschaft auf der Hand: Überall verfügbare, immer
leistungsfähigere Breitband-Anschlüsse ermöglichen neue, aufwändigere Cloud-Applikationen. Diese internetbasierten Anwendungen für Privatanwender und Unternehmen sind auch die Wachstumstreiber für United Internet in den nächsten Jahren – sowohl als eigenständige Produkte im Geschäftsbereich „Applications“ wie auch in Kombination mit den festnetz- und mobilfunkbasierten Zugangsprodukten im Geschäftsbereich „Access“.
Dank der langjährigen Erfahrung als Zugangs- und Applikations-Provider, den Kompetenzen bei Software-Entwicklung und Rechenzentrums-Betrieb, Marketing, Vertrieb und Kundenbetreuung, den starken und bekannten Marken (wie z. B. 1&1, GMX und WEB.DE) sowie den bestehenden Kundenbeziehungen zu Millionen Privatanwendern, Freiberuflern und kleinen Unternehmen im In- und Ausland (aktuell weltweit über 68 Mio. Kunden-Accounts) ist die Gesellschaft sehr gut positioniert.
Um diese Positionierung auch für weiteres und nachhaltiges Wachstum zu nutzen, wird United Internet auch künftig stark in neue Kunden, neue Produkte und neue / erweiterte Geschäftsfelder sowie die weitere Internationalisierung investieren.
Neben dem organischen Wachstum prüft United Internet kontinuierlich auch mögliche Firmenübernahmen, Beteiligungen und Kooperationen, um Marktpositionen, Wertschöpfungstiefen und Kompetenzen weiter auszubauen.
Dank der planbaren und hohen Free Cashflows verfügt United Internet über eine hohe Eigenfinanzierungskraft und einen guten Zugang zu Fremdfinanzierungsmärkten. Weitere Informationen zu Eigenfinanzierungskraft und Fremdfinanzierung finden sich in den Kapitel 2.2 „Geschäftsverlauf“ und 2.3 „Lage des Konzerns“.
Weitere Informationen zu Strategie, Chancen und Zielen enthält der „Risiko-, Chancen- und Prognosebericht“ in Kapitel 5.
Die internen Steuerungssysteme unterstützen das Management bei der Steuerung und Überwachung des Konzerns und der Segmente. Die Systeme bestehen aus Ist-, Planungs- und Forecast-Rechnungen und basieren auf der jährlich überarbeiteten strategischen Planung des Konzerns. Dabei werden insbesondere Marktentwicklungen, technologische Entwicklungen und Trends, deren Einfluss auf die eigenen Produkte und Services sowie die finanziellen Möglichkeiten des Konzerns berücksichtigt. Die Unternehmenssteuerung hat das Ziel, die United Internet AG und ihre Tochterunternehmen kontinuierlich und nachhaltig zu entwickeln.
Das Konzern-Berichtswesen umfasst monatliche Ergebnisrechnungen sowie quartalsweise erstellte IFRS-Reportings aller konsolidierten Tochtergesellschaften und stellt die Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Konzerns sowie der Unternehmensbereiche dar. Die Finanzberichterstattung wird durch weitere Detailinformationen ergänzt, die für die Beurteilung und Steuerung des operativen Geschäfts notwendig sind.
Ein weiterer Bestandteil der Steuerungssysteme sind vierteljährlich erstellte Berichte zu den wesentlichen Risiken des Unternehmens.
Die genannten Berichte werden in den Vorstands- und Aufsichtsratssitzungen diskutiert und stellen
wesentliche Beurteilungs- und Entscheidungsgrundlagen dar.
Zur Steuerung des Konzerns verwendet die United Internet AG insbesondere Kennzahlen der Gewinn- und Verlustrechnung (Umsatz, EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen), EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern), EPS (Ergebnis pro Aktie)), der Kapitalflussrechnung (Free Cashflow) sowie der Bilanz (Vermögenspositionen, Finanzverbindlichkeiten).
Informationen zu Verwendung und Definition relevanter finanzieller Kennzahlen finden sich in Kapitel 2.2 „Geschäftsverlauf“.
Die Steuerung der Segmente durch den Vorstand der United Internet AG erfolgt überwiegend auf Basis von Ergebniskennzahlen. Dabei misst der Vorstand der United Internet AG den Erfolg der Segmente primär anhand der Umsatzerlöse, des EBITDA und des EBIT gemäß IFRS.
Als nicht-finanzielle Steuerungskennzahlen dienen zudem insbesondere die Anzahl und das Wachstum der kostenpflichtigen Kundenverträge sowie der werbefinanzierten Free-Accounts.
Die Steuerungsgrößen der United Internet Gruppe für das oberste Führungsgremium sind auch in der „Segmentberichterstattung“ des Konzernanhangs unter Anhangangabe 5 dargestellt.
Die für die Unternehmensleitung zentralen Steuerungsgrößen sind der Umsatz und das operative (das heißt, das um Sondereffekte bereinigte) EBITDA nach IFRS auf Konzernebene. Diese Größen finden sich entsprechend auch in der Prognoseberichterstattung.
Die United Internet AG (Einzelgesellschaft) ist aufgrund ihrer Rolle als Holding-Gesellschaft im Wesentlichen durch das Beteiligungsergebnis (Ergebnisabführungen und Ausschüttungen) und das Zinsergebnis beeinflusst und fokussiert sich von daher auf ihr Beteiligungsergebnis und das Jahresergebnis.
Als Frühwarnindikatoren dienen insbesondere die Anzahl der Kundenverträge, die Brutto- und Netto-Vertriebszahlen sowie die damit verbundenen Kundengewinnungskosten – im Vergleich zu den Planungs- und Forecast-Rechnungen der Gesellschaft.
Die verwendeten Steuerungskennzahlen blieben im Geschäftsjahr 2025 unverändert zum Vorjahr.
Ein Vergleich zwischen den in der Prognose benannten Steuerungskennzahlen und den Ist-Werten dieser Steuerungskennzahlen findet sich in diesem Lagebericht im Kapitel 2.2 „Geschäftsverlauf“ im Bereich „Tatsächlicher und prognostizierter Geschäftsverlauf“.
1.4 Schwerpunkte Produkte und Innovationen
Bei den im Unterkapitel „1.4 Schwerpunkte Produkte und Innovationen“ enthaltenen Angaben handelt es sich um „nicht geprüfte Lageberichtsangaben“, da „lageberichtsfremde Angaben“ inhaltlich nicht geprüft werden.
Als Internet Service Provider betreibt die United Internet Gruppe keine mit produzierenden Unternehmen vergleichbare Forschung und Entwicklung (F&E). Auch im Branchenkontext spielen Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen eine eher untergeordnete Rolle. Vor diesem Hintergrund weist United Internet keine F&E-Kennzahlen aus.
Gleichwohl stehen die United Internet Marken für leistungsstarke Internet-Access-Lösungen sowie für innovative, webbasierte Produkte und Applikationen, die zumeist im eigenen Haus entwickelt werden. Die Fähigkeit, innovative Produkte und Dienste zu entwickeln, zu kombinieren, anzupassen und in große Märkte einzuführen, bildet die Basis für den Erfolg der Gesellschaft.
Dank leistungsfähiger Entwicklungszentren (insbesondere in Karlsruhe, Berlin und Bukarest) mit rund 3.750 Programmierern, Produktmanagern und technischen Administratoren kann United Internet dabei schnell und flexibel auf neue Ideen und Trends reagieren und etablierte Produkte weiterentwickeln und wechselnden Bedürfnissen anpassen – ein wichtiges Erfolgsmerkmal im überaus dynamischen Internet-Markt. Durch die Kompetenz bei Produktentwicklung, -weiterentwicklung und -rollout ist die Gesellschaft in vielen Bereichen unabhängig von Entwicklungsarbeiten und Zulieferungen Dritter und kann damit wichtige Wettbewerbs- und Geschwindigkeitsvorteile nutzen.
Aufgrund der stetig wachsenden Kundenzahl werden die Anforderungen an Zuverlässigkeit, Benutzerfreundlichkeit und Verfügbarkeit immer höher. Neben der Weiterentwicklung der Produkte und den ständigen Optimierungen im Backend-Bereich gilt es dabei auch, vorhandene Prozesse ständig zu verbessern, um die Zuverlässigkeit der Systeme und damit auch die Kundenzufriedenheit zu erhöhen.
Schwerpunkte 2025
„Consumer Access”
○ Erweiterung des Footprints für den Vertrieb der 1&1 Glasfaserprodukte (FTTH) durch die Anschaltung von Partnern wie Gelsennet, EWE-TEL und Deutsche Glasfaser
○ Einführung von WLAN Calling im Ausland: Dies ermöglicht Mobilfunkkunden auch im Ausland die automatische Telefonie-Nutzung über einen WLAN-Zugang
○ Optimierung der E-SIM Wechselprozesse: Für Apple- und Google-Endgeräte wurden automatisierte Prozesse bereitgestellt, mit denen der Kunde mit geringem Aufwand in einem digitalisierten Prozess seine E-SIM von einem Gerät auf ein anderes Gerät übertragen kann
○ Neuer Prozess für einen Anbieterwechsel: durch den neuen Prozess kann der Kunde einen unterbrechungsfreien Anbieterwechsel zu 1&1 auch ohne Mitnahme der Rufnummer beauftragen
○ Optimierung der Schnellanschaltung bei DSL und Glasfaseranschlüssen: durch die eindeutige Erkennung der verwendeten Endgeräte (Router) im Netz (Hardwareidentifikation) kann die Aktivierung von Breitbandanschlüssen erheblich beschleunigt werden
○ Optimierung von Produkt- und Lieferantensteuerung: im Zuge des Breitbandausbaus stehen an vielen Standorten mehrere Leitungen für die Bereitstellung eines Breitbandanschlusses zur Verfügung; durch eine optimierte Steuerung und der Wahl des bestmöglichen Vorproduktes (Leitung) kann 1&1 dem Kunden den besten Anschluss an seinem Standort bieten
„Business Access”
○ Rollout der neuen XGS-PON-Technologie, einem Standard für passive optische Netzwerke (PON), der die symmetrische Datenübertragung mit hoher Geschwindigkeit von bis zu 10 Gbit/s unterstützt
○ Einführung neuer Verschlüsselungstechnologien zur Erhöhung der Sicherheit von Business-Anschlüssen
○ Erweiterung der Angebote für die NE4 („letzte Meile“) der 1&1 Versatel Kunden, u. a. durch die Einführung eines Glas-Kupfer-Wandlers
○ Einführung einer zusätzlichen SD-WAN Lösung mit LANCOM als Standort-Vernetzungslösung „made in Germany“
○ Erweiterung des Glasfaser Footprints für 1&1 Versatel-Kunden über Einkauf von FttH-Access via Drittcarrier mittels der 1&1 Versatel Open Access Plattform
„Consumer Applications”
○ Aufbau einer LLM-Infrastruktur (LLM=Large Language Model), zur sicheren und performanten Bereitstellung großer Sprachmodelle für die Integration in E-Mail-Produkte und interne Anwendungsfälle
○ Einführung des “Inbox Ad Image”-Produkts im Ad-Manager für 1&1 Mail & Media-Kunden
○ Unterstützung des Dauer-Logins von GMX-Kunden zur Erhöhung der Sicherheit und Vereinfachung der Nutzung
○ Erweiterung des Cloud-Produkts durch Einführung einer Foto-Timeline auf iOS, Pooling von Fotos nach Social Events sowie Foto-Erinnerungen im Web
○ Neue KI-Features für E-Mails (Pay): Übersetzung, Zusammenfassung und Schreibunterstützung
○ Neue, flexible Registrierungsstrecke zur Verbesserung der Conversion durch einfachere Bedienung und modernes Design, mit besserer Basis für Monetarisierung und Fraud-Bekämpfung
○ Entwicklung und Launch eines Identity Hubs, der unterschiedliche Identifizierungsmethoden verbindet (u. a. Video-Ident und eID), Kosten reduziert und Kunden mehr Optionen bietet
○ CMS-basiertes Upselling in Mobile Apps zur Steigerung des Vertriebs
○ Weiterentwicklung der Premium-Order-Plattform zur Einführung neuer, flexibler Mail-Premium-Tarife
○ Event-getriebene Subscription- und Retention-Architektur zur Unterstützung von personalisierten Angeboten und Churn-Prevention
○ Customer-Selfcare-Relaunch mit konfigurierbaren Kündigungsflüssen und value-basierten Retention-Discounts zur Churn-Prevention für Web und Mobile
○ Einführung KI-unterstützter Automatisierungen im Customer-Service-System zur vollautomatisierten Bearbeitung ausgewählter Kundenanliegen, basierend auf der LLM-Infrastruktur
○ Aufbau und Rollout der personalisierten „Deals & Offers“-Plattform in der App mit Freephone-Integration und personalisiertem Targeting auf Basis von Mail-&-Media-Profileigenschaften
„Business Applications”
○ IONOS startet mit IONOS GPT eine sichere und souveräne europäische ChatGPT-Alternative – kostenlos und datenschutzkonform
○ Erweiterung des Private Cloud um Bring Your Own IP (BYOIP), vSAN Enterprise und NFS Snapshots
○ Erweiterung der Image Factory auf Managed Kubernetes (MK8s)-Images für IONOS Cloud
○ Eröffnung eines neuen Colocation-Rechenzentrums in Frankfurt am Main
○ Globale Erweiterung des Content Delivery Networks (CDN) minimiert durch intelligentes Routing Latenzzeiten und sichert die weltweite Verfügbarkeit von Inhalten
○ IONOS Network File Storage (NFS) bietet auf Basis des NFSv4.2-Protokolls und SSD-Technologie skalierbare Performance für anspruchsvolle Workloads
○ SUSE LINUX Enterprise Server (SLES) bieten Kunden die kosteneffiziente Nutzung eigener Lizenzen (BYOS) in der IONOS Public Cloud
○ Mit der Entwicklung einer leistungsfähigen Videokonferenz-Lösung wurde das Nextcloud-Portfolio zu einer umfassenden, digital souveränen Kollaborationsplattform ausgebaut
○ IONOS Cloud GPU VMs bieten auf Basis von NVIDIA H200 GPUs direkten Hardware-Zugriff für anspruchsvolles KI- und High-Performance-Computing
○ IONOS Dedicated GPU Server stellen NVIDIA H100/H200 GPUs ohne Virtualisierungs-Overhead bereit, um maximale Leistung für komplexes KI-Training zu liefern
○ Mit IONOS Momentum wird ein integriertes Ökosystem entwickelt, das Infrastruktur und Anwendungen für eine datenschutzkonforme KI-Nutzung bündelt und Unternehmen einen nahtlosen Einstieg in KI-gestützte Prozesse ermöglicht
○ Der AI Phone Receptionist automatisiert als intelligenter Sprachassistent Geschäftsanrufe in natürlicher Sprache und integriert sich nahtlos in bestehende Systeme
2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene
Rahmenbedingungen
Entwicklung der Gesamtwirtschaft
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat im Rahmen seines letzten Konjunkturausblicks (World Economic Outlook, Update Januar 2026) nach vorläufigen Berechnungen für 2025 ein Plus von 3,3 % für die Weltwirtschaft ausgewiesen. Das Wachstum lag damit genau auf Vorjahresniveau (3,3 %).
In den nordamerikanischen Zielländern der United Internet Gruppe erwartet der Fonds in 2025 ein sichtbares, wenngleich schwächeres Wachstum als im Vorjahr. So errechnete der IWF für die USA ein Plus von 2,1 % (Vorjahr: 2,8 %), für Kanada ein Plus von 1,6 % (Vorjahr: 2,0 %) und für Mexiko ein Plus von 0,6 % (Vorjahr: 1,4 %).
Ein Blick auf die wichtigsten Zielländer von United Internet in Europa zeigt folgendes Bild: Für Frankreich erwartet der IWF für 2025 ein Wachstum um 0,8 % (Vorjahr: 1,1 %), für Spanien um 2,9 % (Vorjahr: 3,5 %), für Italien um 0,5 % (Vorjahr: 0,7 %) und für Polen um 3,3 % (Vorjahr: 3,0 %). Für Großbritannien wird ein Wachstum um 1,4 % (Vorjahr: 1,1 %) prognostiziert.
Für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland, dem aus Sicht von United Internet mit Abstand wichtigsten Markt (Umsatzanteil 2025: rund 90 %), erwartet der Fonds erstmals wieder einen Anstieg der Wirtschaftsleistung in 2025 um 0,2 % (Vorjahr: -0,5 %).
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung des BIP in wesentlichen Zielländern und -regionen von United Internet
| 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 | Veränderung zum Vorjahr |
Welt | 6,2 % | 3,5 % | 3,3 % | 3,3 % | 3,3 % | +/- 0,0 Prozentpunkte |
USA | 5,9 % | 1,9 % | 2,9 % | 2,8 % | 2,1 % | –0,7 Prozentpunkte |
Kanada | 5,0 % | 3,8 % | 1,5 % | 2,0 % | 1,6 % | –0,4 Prozentpunkte |
Mexiko | 4,7 % | 3,9 % | 3,3 % | 1,4 % | 0,6 % | –0,8 Prozentpunkte |
Frankreich | 6,8 % | 2,5 % | 1,1 % | 1,1 % | 0,8 % | –0,3 Prozentpunkte |
Spanien | 5,5 % | 5,8 % | 2,7 % | 3,5 % | 2,9 % | –0,6 Prozentpunkte |
Italien | 6,7 % | 3,7 % | 0,7 % | 0,7 % | 0,5 % | –0,2 Prozentpunkte |
Polen | 6,9 % | 5,3 % | 0,1 % | 3,0 % | 3,3 % | + 0,3 Prozentpunkte |
Großbritannien | 7,6 % | 4,3 % | 0,3 % | 1,1 % | 1,4 % | + 0,3 Prozentpunkte |
Deutschland | 2,6 % | 1,8 % | –0,3 % | –0,5 % | 0,2 % | + 0,7 Prozentpunkte |
| | | | | | |
Quelle: Internationaler Währungsfonds, World Economic Outlook (Update), Januar 2026
Die Berechnungen des IWF für Deutschland decken sich mit den vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis), das ebenfalls für 2025 im Rahmen der Pressekonferenz „Bruttoinlandsprodukt 2025“ am 15. Januar 2026 erstmals wieder seit 2022 (+1,8 %) einen leichten Anstieg des (preisbereinigten) Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,2 % (Vorjahr: -0,5 %) festgestellt hat.
Das leichte Wachstum ist nach Einschätzung des Statistischen Bundesamtes vor allem auf die gestiegenen Konsumausgaben der privaten Haushalte und des Staates zurückzuführen. Demgegenüber gaben die Exporte erneut nach, da sich die Exportwirtschaft einem „heftigen Gegenwind“ durch die höheren US-Zölle, die Euro-Aufwertung und die stärkere Konkurrenz aus China gegenübersah. Zudem hielt die Investitionsschwäche weiter an. Sowohl in Ausrüstungen als auch Bauten wurde weniger investiert als im Vorjahr.
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung des preisbereinigten BIP in Deutschland
| 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 | Veränderung zum Vorjahr |
BIP | 3,9 % | 1,8 % | –0,9 % | –0,5 % | 0,2 % | + 0,7 Prozentpunkte |
| | | | | | |
Quelle: Destatis, Januar 2026
Entwicklung der Branche / Kernmärkte
Während viele Branchen mit schwacher Nachfrage ringen, zeigt sich die Digitalwirtschaft robust. Trotz des aktuell schwierigen konjunkturellen Umfelds erwartet der Digitalverband Bitkom im deutschen Markt für IT und Telekommunikation (ITK) für 2025 ein Umsatzplus von 3,9 % (Vorjahr: 4,8 %) auf 234,8 Mrd. €.
Der Anstieg des Gesamtmarktes ITK resultiert insbesondere aus den gestiegenen Umsätzen in der Informationstechnik (IT). In diesem größten Teilmarkt stiegen die Umsätze laut BITKOM-Prognose 2025 um 5,3 % (Vorjahr: 6,4 %) auf 160,6 Mrd. €. Dabei entwickelten sich alle Segmente des Teilmarktes positiv: So legten die Bereiche Software (dazu gehören u. a. KI-Plattformen, Kollaborationstools und Cloud Services) um 9,4 % (Vorjahr: 13,9 %), IT-Hardware um 3,8 % (Vorjahr: 3,2 %) und IT-Services um 2,9 % (Vorjahr: 3,5 %) zu.
Die aus Sicht des Geschäftsmodells von United Internet wichtigsten ITK-Märkte sind insbesondere
der deutsche Telekommunikationsmarkt im überwiegend abonnementfinanzierten Geschäftsbereich
„Access“ sowie der weltweite Webhosting- und Cloud-Markt und der deutsche Online-Werbemarkt im abonnement- und werbefinanzierten Geschäftsbereich „Applications“.
Telekommunikationsmarkt in Deutschland
Für den ITK-Teilmarkt Telekommunikation erwartet der Branchenverband Bitkom in 2025 einen Anstieg um 1,2 % (Vorjahr: 1,4 %) auf 74,2 Mrd. €. Dabei entwickeln sich im deutschen Telekommunikationsmarkt die einzelnen Segmente recht unterschiedlich: So legte das Infrastrukturgeschäft um 6,6 % (Vorjahr: -6,3 %) und Telekommunikationsdienste um 1,4 % (Vorjahr: 1,7 %) zu, während das Geschäft mit Endgeräten um -2,6 % (Vorjahr: 5,8 %) zurückging.
Markt-Kennzahlen: Telekommunikationsmarkt in Deutschland
in Mrd. € | 2025 | 2024 | Veränderung |
Telekommunikations-Umsätze | 74,2 | 73,3 | + 1,2 % |
| | | |
Quelle: Bitkom, Januar 2026
Bei den für United Internet wichtigen Service-Umsätzen erwartet die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) laut der Studie „German Entertainment and Media Outlook 2025 - 2029“ (Juni 2025) für 2025 einen Anstieg um 4,1 % auf 34,2 Mrd. €. Dabei sollen die
Service-Umsätze im Mobilfunkgeschäft um 5,8 % auf 19,4 Mrd. € und die Service-Umsätze im Breitbandgeschäft um 2,0 % auf 14,8 Mrd. € zulegen.
Die Anzahl der Mobilfunkverträge soll laut PwC in 2025 um 3,7 % auf 191,9 Mio. zulegen. Das Wachstum resultiert aus einem Plus von 47,9 % bei 5G Verträgen auf 75,5 Mio., während Verträge für geringere Datenraten deutlich zurückgingen.
Die Anzahl der Breitbandanschlüsse im Festnetz stieg gemäß PwC-Erwartung in 2025 um 1,2 % auf 39,3 Mio. Dabei soll die Anzahl an DSL-Anschlüssen (-7,3 % auf rund 21,5 Mio.) und Kabel-Anschlüssen
(-1,4 % auf rund 8,3 Mio.) jeweils zurückgehen, während Glasfaser-Anschlüsse um 35,5 % auf rund
8,2 Mio. zulegen sollen.
Webhosting Services weltweit
Die weltweiten Umsätze mit Webhosting Services sollen laut des Marktreports „Web Hosting Services Market Size, Share & Industry Analysis“ von Fortune Business Insights im Geschäftsjahr 2025 um 18,1 % auf rund 149,3 Mrd. USD zulegen. Der Report beinhaltet insbesondere Umsätze in den Bereichen Shared Hosting, Dedicated Hosting, Colocated Hosting, Virtual Private Server Hosting, Managed Hosting und Self-Managed Hosting.
Geographisch dominiert Nordamerika mit einem Anteil von 41 % den globalen Markt, gefolgt von Europa. Schnellst wachsender Markt ist hingegen Asia / Pacific.
Markt-Kennzahlen: Webhosting Services weltweit
in Mrd. USD | 2025 | 2024 | Veränderung |
Umsatz Webhosting Services weltweit | 149,30 | 126,41 | + 18,1 % |
| | | |
Quelle: Fortune Business Insights; Web Hosting Services Market Size, Share & Industry Analysis, Update Dezember 2025
Cloud Services weltweit
Der Markt für Cloud Services hat sich auch in 2025 dynamisch weiterentwickelt. Precedence Research erwartet laut des Marktreports „Cloud Computing Market Size“ ein weltweites Wachstum für Cloud Services um 21,2 % auf rund 912,8 Mrd. USD in 2025. Der Anteil der reinen Private Cloud Services für
z. B. Firmen und Behörden soll unverändert ca. 47 % ausmachen, der Anteil der Public Cloud Services, die für eine Vielzahl von Kunden gleichzeitig bereitgestellt werden, und mit hybrider Nutzung ca. 53 %.
Geographisch dominiert auch bei Cloud Services Nordamerika mit einem Anteil von 39 % den globalen Markt, gefolgt von Europa mit 25 %. Auch bei Cloud Services ist die Region Asia / Pacific der am schnellsten wachsende Markt mit einem Marktanteil von 21 %.
Nach Services entfällt der größte Teil der weltweiten Umsätze auf Software-as-a-Service (SaaS) mit rund 55 %.
Markt-Kennzahlen: Cloud Services weltweit
in Mrd. USD | 2025 | 2024 | Veränderung |
Umsatz Cloud Services weltweit | 912,77 | 753,11 | + 21,2 % |
davon Private Cloud | 429,00 | 353,96 | + 21,2 % |
davon Public Cloud (inkl. Hybrid) | 483,77 | 399,15 | + 21,2 % |
| | | |
Quelle: Precedence Research; Cloud Computing Market Size, Share, and Growth Forecast, Update Oktober 2025
Online-Werbemarkt in Deutschland
Bei den im deutschen Online-Werbemarkt (Mobile Werbung und Desktop-Werbung) erzielten Gesamt-umsätzen (Paid-Search, Display, Video, Affiliate / Classifieds) erwartet die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) laut der Studie „German Entertainment and Media Outlook 2025 - 2029“ (Juni 2025) - nach einem Wachstum von 14,7 % in 2024 – für 2025 ein Wachstum um 10,6 % auf insgesamt rund 21,5 Mrd. €.
Markt-Kennzahlen: Gesamtmarkt Online-Werbung in Deutschland – nach PwC
in Mrd. € | 2025 | 2024 | Veränderung |
Online-Werbeumsätze | 21,45 | 19,40 | + 10,6 % |
| | | |
Quelle: PricewaterhouseCoopers, German Entertainment and Media Outlook 2025 – 2029, Juni 2025
Nicht viel anders als PwC bewertet auch der Online-Vermarkterkreis (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. die Lage im deutschen Online-Werbemarkt. Dabei berücksichtigt der OVK bei seinen Marktzahlen ausschließlich Nettoumsätze und fokussiert sich ausschließlich auf den für United Internet wichtigsten Teilmarkt, den Display- und Video-Werbemarkt (Mobile und Desktop), wobei die United Internet Marken GMX und WEB.DE ihre Umsätze heute noch überwiegend im Display-Werbemarkt und nur zu einem kleinen Teil im Video-Werbemarkt generieren.
Ausgehend von seiner aktualisierten Prognose im September 2025 erwartet der OVK – im Rahmen seines OVK-Report 2025/02 – für den Display- und Video-Werbemarkt einen Anstieg der Nettoumsätze in 2025 auf rund 7,5 Mrd. €. Dies bedeutet ein Plus von 8,5 % – nach einem Wachstum von 12,8 % im Vorjahr. Das im Vergleich zum Vorjahr geringere Marktwachstum führt der OVK insbesondere auf geopolitische und makroökonomische Unsicherheiten zurück, auf die die Werbetreibenden teilweise mit kurzfristigem und taktischem Buchungsverhalten reagierten.
Das vorgenannte Wachstum von 8,5 % resultiert primär aus dem Video-Werbemarkt, der um 16,6 % auf 3,65 Mrd. € zulegen soll. Im Display-Werbemarkt wird hingegen lediglich mit einem Plus von 1,6 % auf 3,81 Mrd. € gerechnet.
Markt-Kennzahlen: Display- und Video-Werbemarkt in Deutschland – nach OVK
in Mrd. € | 2025 | 2024 | Veränderung |
Display- und Video-Werbeumsätze | 7,46 | 6,88 | + 8,5 % |
davon Video | 3,65 | 3,13 | + 16,6 % |
davon Display | 3,81 | 3,75 | + 1,6 % |
| | | |
Quelle: Online-Vermarkterkreis (OVK), OVK-Report 2025/02, September 2025
Rechtliche Rahmenbedingungen / wesentliche Ereignisse
Rechtliche Rahmenbedingungen
Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Geschäftstätigkeit von United Internet blieben im Geschäftsjahr 2025 im Vergleich zum Geschäftsjahr 2024 im Wesentlichen konstant und hatten keinen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung im United Internet Konzern.
Wesentliche Ereignisse
Entscheidung der Bundesnetzagentur zu Low- und Mid-Band-Frequenzen
Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat am 24. März 2025 ihre Entscheidung zur Bereitstellung der ab
Januar 2026 zur Verfügung stehenden Low- und Mid-Band-Frequenzen bekanntgegeben. Diese basiert in den wesentlichen Punkten auf dem im Mai 2024 veröffentlichten Konsultationsentwurf und sieht eine Verlängerung bestehender Frequenznutzungsrechte für Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica vor. Die Verlängerung ist mit der Verpflichtung verbunden, dass Telefónica weiterhin 2*10 MHz seiner 2,6 GHz-Frequenzen sowie Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica, einen Teil des ihnen zur Verfügung stehenden Low-Band-Spektrums 1&1 zur gemeinsamen Nutzung bereitstellen müssen. Um dies zu erreichen, verpflichtete die Behörde die etablierten Netzbetreiber zu fairen Verhandlungen mit 1&1. Sollte 1&1 bis zum 1. Januar 2026 keine Nutzung von Low-Band-Frequenzen gewährt werden, behält die BNetzA sich vor, diese anzuordnen. Die Verhandlungen von 1&1 mit den übrigen Mobilfunknetzbetreibern zur kooperativen, gemeinsamen Nutzung gleichwertiger Funkfrequenzen unterhalb von 1 GHz sind bislang ergebnislos verlaufen. Die Bundesnetzagentur hat daraufhin am 17. Februar 2026 eine schriftliche Anhörung zu einer Anordnung einer kooperativen, gemeinsamen Nutzung von Low-Band-Spektrum in den Ausbaugebieten der 1&1 Mobilfunk GmbH gestartet. Die Anhörung der Mobilfunknetzbetreiber endet am 18. März 2026
Ausstieg von Warburg Pincus bei IONOS
Warburg Pincus hat am 27. März 2025 seine Anteile an der IONOS Group SE vollständig veräußert (Beteiligungsquote zum 31. Dezember 2024: 16,2 %). Durch den Ausstieg wurden unter anderem bedingte Kaufpreiszahlungen von Warburg Pincus an United Internet in Höhe von insgesamt 45,0 Mio. € und von IONOS an die Deutsche Telekom aus dem Erwerb der STRATO AG im Jahr 2017 in Höhe von 34,0 Mio. € fällig. Des Weiteren sind im Zusammenhang mit dem Ausstieg von Warburg Pincus weitere Anschaffungspreisanpassungen aus dem Rückerwerb des Jahres 2021 in Höhe von 9,9 Mio. € fällig geworden, die ergebnisneutral im Eigenkapital erfasst wurden.
Zukauf von 4,4 Mio. 1&1 Aktien
Die United Internet AG hat Anfang April 2025 insgesamt 4,4 Mio. Aktien der Konzerntochter 1&1 AG
erworben. Der Kaufpreis belief sich auf rund 60,8 Mio. €. Durch den Zukauf erhöhte sich der von der
United Internet AG gehaltene Anteil an der 1&1 AG von zuvor 78,32 % auf 80,81 % vom Grundkapital.
Vorläufige rechtliche Einschätzung des Bundeskartellamtes wegen der mangelnden Bereitstellung von Antennenstandorten für 1&1
Das Bundeskartellamt hat am 11. April 2025 seine vorläufige rechtliche Einschätzung wegen der mangelnden Bereitstellung von Antennenstandorten von Vodafone und Vantage Towers für 1&1 veröffentlicht. Das Bundeskartellamt wertet in dieser Einschätzung die verzögerte Bereitstellung der vertraglich vereinbarten Standorte als kartellrechtswidrige Behinderung von 1&1 bei seinem Markteintritt als vierter Netzbetreiber. Vantage Towers hatte Ende 2021 mit 1&1 eine vertragliche Vereinbarung über die Mitnutzung einer vierstelligen Zahl an Antennenstandorten geschlossen, die in mehreren Chargen bis insgesamt Ende 2025 realisiert werden sollte. Die Termine für die vereinbarten Bereitstellungsziele wurden dann nochmals vertraglich um ein Jahr nach hinten verschoben.
Die Bereitstellung der 1&1 zugesagten Standorte verzögert sich allerdings seit Vertragsschluss massiv. Vodafone und Vantage Towers hatten anschließend Gelegenheit, zur Einschätzung des Bundeskartellamts Stellung zu beziehen. Eine abschließende Entscheidung des Amtes steht derzeit noch aus.
Öffentliches Erwerbsangebot für 1&1 Aktien
Nach Ankündigung vom 16. Mai 2025 hat United Internet am 5. Juni 2025 die Angebotsunterlage für ihr freiwilliges öffentliches Erwerbsangebot in Form eines Teilangebots (Barangebot) an die Aktionäre der 1&1 AG zum Erwerb von bis zu 16.250.827 nicht bereits unmittelbar von der United Internet AG gehaltenen auf den Inhaber lautenden Stückaktien von 1&1 (dies entspricht ca. bis zu 9,19 % des Grundkapitals), jeweils mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 1,10 €, gegen Zahlung einer Gegenleistung von 18,50 € je 1&1 Aktie veröffentlicht. Das Angebot von 18,50 € je 1&1 Aktie entsprach einer Prämie von ca. 20 % gegenüber dem XETRA-Schlusskurs bzw. ca. 29 % gegenüber dem volumengewichteten 3-Monats-Durchschnittskurs (XETRA) zum 15. Mai 2025. Mit dem Angebot bot United Internet allen Aktionären der 1&1 AG, also auch denjenigen mit größeren Beständen, eine attraktive Gelegenheit, sich Liquidität mit einer erheblichen Prämie zu verschaffen.
United Internet verfolgte mit dem öffentliches Erwerbsangebot das Ziel, die zuvor bestehende Beteiligung von 80,81 % an 1&1 weiter auszubauen und die Stimmrechtsmehrheit zu festigen. Insbesondere mit Blick auf die in den nächsten Jahren anstehenden Investitionen in den Ausbau des 1&1 Mobilfunknetzes ist eine klare und stabile Aktionärsstruktur von besonderer Bedeutung. Zugleich sollte ein angemessener Freefloat (Streubesitz) erhalten bleiben.
Die Frist für die Annahme des Angebots endete am 3. Juli 2025, 24:00 Uhr (MEZ). Insgesamt wurden United Internet im Rahmen des freiwilligen öffentlichen Erwerbsangebotes 7.585.033 1&1 Aktien angeboten (dies entspricht ca. 4,29 % des Grundkapitals). Der daraus resultierende Erwerbspreis belief sich auf 140,3 Mio. € und wurde im Juli 2025 gezahlt. Damit stiegen die von United Internet gehaltenen Anteile von zuvor 80,81 % im Juli 2025 auf 85,10 % des Grundkapitals der 1&1 AG.
Zukauf von weiteren 2,4 Mio. 1&1 Aktien
Ende August 2025 hat United Internet weitere insgesamt 2,4 Mio. Aktien der 1&1 AG erworben. Der Kaufpreis belief sich auf rund 44,9 Mio. €. Durch den Zukauf erhöhte sich der von United Internet
gehaltene Anteil an der 1&1 AG von zuvor 85,10 % auf 86,46 % vom Grundkapital.
United Internet verkauft 1&1 Versatel an die 1&1 AG
Im November 2025 haben sich United Internet und die 1&1 AG (United Internet Anteil: 86,46 %) über einen konzerninternen Verkauf der United Internet Management Holding SE (United Internet Anteil:
100 %), inklusive derer 100%-iger Tochter 1&1 Versatel GmbH (zusammen: 1&1 Versatel), an die 1&1 AG verständigt.
Der wirtschaftlich vereinbarte Kaufpreis beläuft sich auf ca. 1,3 Mrd. €. Zusätzlich zahlt die 1&1 AG im Zusammenhang mit der Transaktion einen Ausgleichsbetrag in Höhe von 246 Mio. €. Hintergrund ist, dass die Transaktion bei der United Internet Management Holding SE zu einer Wertminderung der Beteiligung an der 1&1 Versatel auf den niedrigeren beizulegenden Wert geführt hat. Der daraus resultierende Verlust war aufgrund des bestehenden Ergebnisabführungsvertrags (Verlustübernahme gemäß § 302 AktG) von der United Internet AG zu tragen und wurde im Januar 2026 durch Zahlung der United Internet AG an die United Internet Management Holding SE ausgeglichen. Der Ausgleichsbetrag wird außerhalb der Kaufpreiserfüllung zurückgeführt, formal wird er den Anschaffungskosten zugerechnet. Insgesamt belaufen sich die Anschaffungskosten bei 1&1 damit auf 1.546 Mio. €.
Die 1&1 AG übernahm 1&1 Versatel mit allen Vermögenswerten, insbesondere Netzinfrastruktur und Schulden, inkl. 950 Mio. € Darlehensverbindlichkeiten gegenüber United Internet. Dieses bei 1&1 Versatel verbleibende Darlehen wurde im Zuge des Verkaufes durch eine Garantie der 1&1 AG abgesichert.
Die Erfüllung der Kaufpreisforderung erfolgt durch Aufrechnung mit Gegenforderungen aus einem Cash‑Management‑Guthaben in Höhe von 650 Mio. € sowie durch die Gewährung eines Gesellschafterdarlehen von der United Internet AG an die 1&1 AG von ebenfalls 650 Mio. €. Ergänzend erfolgte die Rückführung des Ausgleichsbetrags für die erfolgte Verlustübernahme. In einer Gesamtbetrachtung der gegenseitigen Zahlungen gleichen sich diese aus, so dass United Internet aus der Transaktion keine liquiden Mittel zuflossen.
In Abhängigkeit von der künftigen Geschäftsentwicklung von 1&1 Versatel in den Jahren 2027, 2028 und 2029 kann sich der Kaufpreis um bis zu 300 Mio. € erhöhen oder reduzieren. Ein etwaiger Anpassungsbetrag würde im Jahr 2030 fällig werden.
Durch die konzerninterne Umstrukturierung und den Verkauf von 1&1 Versatel an 1&1 hat United Internet ihre Aktivitäten und Kompetenzen im Telekommunikationsgeschäft unter dem Dach der 1&1 AG gebündelt.
Der Anteilsverkauf erfolgte mit wirtschaftlicher Wirkung zum Ablauf des 30. November 2025.
1&1 erfüllt Vorgaben der Bundesnetzagentur
Die 1&1 AG hat nur zwei Jahre nach dem Start der mobilen Dienste im vierten deutschen Mobilfunknetz im Dezember 2025 eine Abdeckung von 27 Prozent der deutschen Haushalte erreicht. Damit erfüllt 1&1 das erste Flächenversorgungsziel von 25 Prozent, welches dem Unternehmen im Rahmen der 5G-Frequenzauktion von der Bundesnetzagentur vorgegeben wurde, fristgerecht vor dem 31. Dezember 2025.
Bereits im November 2025 hat 1&1 mit dem Abschluss der Migration aller auf Basis früherer Wholesale-Verträge versorgter Bestandskunden ins 1&1 Mobilfunknetz die Auflage der Bundesnetzagentur zur “wettbewerblichen Unabhängigkeit” frühzeitig erfüllt.
Darüber hinaus fanden im Geschäftsjahr 2025 keine wesentlichen Ereignisse statt, die einen maßgeblichen Einfluss auf den Geschäftsverlauf hatten.
Verwendung und Definition relevanter finanzieller Kennzahlen
Für eine klare und transparente Darstellung der Geschäftsentwicklung von United Internet werden in den Jahres- und Zwischenabschlüssen des Konzerns – neben den nach International Financial Reporting Standards (IFRS) geforderten Angaben – weitere finanzielle Kennzahlen wie z. B. EBITDA, EBITDA-Marge, EBIT, EBIT-Marge oder der Free Cashflow angegeben.
Diese Kennzahlen sind bei United Internet wie folgt definiert:
○ EBIT: Das EBIT (Earnings before Interest and Taxes; Ergebnis vor Zinsen und Steuern) stellt das in der Gesamtergebnisrechnung ausgewiesene Ergebnis der betrieblichen Tätigkeiten dar.
○ EBIT-Marge: Die EBIT-Marge stellt das Verhältnis von EBIT zu Umsatz dar.
○ EBITDA: Das EBITDA (Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization; Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) errechnet sich aus dem EBIT / Ergebnis der betrieblichen Tätigkeiten zuzüglich der (in der Kapitalflussrechnung ausgewiesenen Positionen) Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sowie Abschreibungen auf im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierte Vermögenswerte abzüglich der darin gegebenenfalls enthaltenen Abschreibungen aus nicht-fortgeführten Geschäftsbereichen.
○ EBITDA-Marge: Die EBITDA-Marge stellt das Verhältnis von EBITDA zu Umsatz dar.
○ Cashflow vor Veränderung der Bilanzposten (Zwischensumme): Der Cashflow vor Veränderung der Bilanzposten ergibt sich aus dem Konzernergebnis, bereinigt um zahlungsunwirksame Effekte. Dazu zählen u. a. Abschreibungen, das At-equity-Ergebnis, latente Steuern sowie Zins- und Finanzierungsaufwendungen. Diese Zwischensumme stellt den operativen Mittelzufluss dar, bevor Veränderungen im Working Capital und sonstigen Bilanzposten berücksichtigt werden.
○ Free Cashflow: Der Free Cashflow errechnet sich aus den (in der Kapitalflussrechnung ausgewiesenen Positionen) Nettozahlungen der betrieblichen Tätigkeit, verringert um Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, zuzüglich Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen.
○ Free Cashflow nach Leasing: Der Free Cashflow nach Leasing ergibt sich aus dem Free Cashflow inkl. des Tilgungsanteils von Leasingverbindlichkeiten, die seit dem Geschäftsjahr 2019 (IFRS 16) in den Nettozahlungen im Finanzierungsbereich ausgewiesen werden.
○ Capex: Der Capex ist die Summe der gebuchten Ausgaben für Investitionen in immaterielle Vermö-genswerte und Sachanlagen.
○ Cash-Capex: Der Cash-Capex ist die Summe der zahlungswirksamen Ausgaben für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen.
Die vorgenannten Kennzahlen werden, soweit es für eine klare und transparente Darstellung notwendig ist, um Sonderfaktoren / Sondereffekte bereinigt und unter der Bezeichnung „operative Kennzahlen“ (also z. B. operatives EBITDA, operatives EBIT oder operatives EPS) ausgewiesen. Eine Herleitung von EBITDA, EBIT, EBT, Konzernergebnis und EPS (laut Gesamtergebnisrechnung) auf die um Sondereffekte bereinigten Werte findet sich im Kapitel 2.3 „Lage des Konzerns“.
Die Sondereffekte betreffen in der Regel nur solche Effekte, die aufgrund ihrer Art, ihrer Häufigkeit und / oder ihres Umfangs geeignet sind, die Aussagekraft der finanziellen Kennzahlen für die Finanz- und Ertragsentwicklung des Konzerns zu beeinträchtigen. Alle Sondereffekte werden zum Zwecke der Überleitung von den unbereinigten finanziellen Kennzahlen zu den operativen Kennzahlen im jeweiligen Abschnitt des Abschlusses aufgezeigt und erläutert.
Aufwendungen für den Ausbau des 1&1 Mobilfunknetzes oder Anlaufkosten in neuen Geschäftsfeldern bei 1&1 Versatel werden dagegen nicht bereinigt, sondern – sofern vorhanden – in den jeweiligen Abschnitten aufgezeigt.
Währungsbereinigte Umsatz- und Ergebniszahlen werden berechnet, indem Umsatz und Ergebnis mit den durchschnittlichen Wechselkursen der Vergleichsperiode anstatt der laufenden Periode umgerechnet werden.
Die für die Steuerung des Konzerns bedeutsamsten finanziellen Kennzahlen sind der Umsatz sowie das operative EBITDA gemäß IFRS.
Sondereffekte im Geschäftsjahr 2025
Einstellung / Verkauf der Geschäftsfelder „Energy“ und „De-Mail“
Nach eingehender Prüfung haben Vorstand und Aufsichtsrat im März 2024 beschlossen, die Geschäftsfelder „Energy“ und „De-Mail“ im Segment „Consumer Applications“ nicht weiterzuführen.
Vor diesem Hintergrund weist United Internet seit dem 1. Quartal 2024 im Rahmen der Lageberichterstattung die Umsatz- und Ergebnisbeiträge der beiden Geschäftsfelder sowohl im Segment „Consumer Applications“ als auch auf Konzernebene separat aus und bereinigt die aktuellen operativen Kennzahlen sowie die Vergleichswerte aus Vorperioden um diese Beiträge. Auch die Darstellung der Kundenverträge erfolgt entsprechend bereinigt. Die Finanzkennzahlen der Jahre 2021 und 2022 in den Mehrperiodenübersichten blieben hingegen unverändert.
Nachdem „De-Mail“ bereits zum Jahresende 2024 eingestellt wurde, ergab sich im Geschäftsjahr 2025 lediglich noch ein Umsatz- und Ergebnisbeitrag aus dem Mitte Oktober 2025 verkauften Geschäftsfeld „Energy“, der separat ausgewiesen und bereinigt wird. Dieser betrug im Geschäftsjahr 2025 16,1 Mio. € Umsatz sowie +7,8 Mio. € EBITDA und EBIT (netto inkl. des Verkaufserlöses). Zum Vergleich: Im Geschäftsjahr 2024 lagen die bereinigten Umsatz- und Ergebnisbeiträge aus „Energy“ und „De-Mail“ bei 26,2 Mio. € Umsatz sowie bei -0,7 Mio. € EBITDA und -0,9 Mio. € EBIT.
Entscheidung des Bundesfinanzhofs zugunsten von United Internet
Per Gerichtsbescheid von Juli 2025 hat der Bundesfinanzhof (BFH) in einem Rechtsstreit zur Körperschaftssteuer 2008 zwischen United Internet und der zuständigen Finanzbehörde zugunsten von United Internet entschieden.
Aus der Entscheidung resultierten im Geschäftsjahr 2025 eine Steuerrückerstattung sowie eine damit verbundene Zinserstattung, die jeweils zum Großteil bereits erstattet wurden. Die Höhe der Steuerrückerstattung belief sich auf 37,4 Mio. €, die in Höhe von 8,5 Mio. € bereits in Vorjahren als Forderungen gegenüber den Finanzbehörden erfasst wurden, so dass sich netto ein Steuerertrag von 28,9 Mio. € ergab. Die Höhe der Zinserstattung (inkl. Kosten) belief sich auf 34,9 Mio. €, die in Höhe von 4,7 Mio. € ebenfalls bereits in Vorjahren als Forderungen gegenüber den Finanzbehörden erfasst wurden, so dass sich netto ein Zinsertrag von 30,2 Mio. € ergab. Vor dem Hintergrund dieser einmaligen Sondereffekte bei Steuern und Zinsen bereinigt United Internet im Rahmen der Lageberichterstattung auf Konzernebene die aktuellen operativen Kennzahlen um diese Beträge.
IONOS stellt Sedo zum Verkauf und bilanziert die Gesellschaft gemäß IFRS 5
Die United Internet Tochter IONOS Group SE hat im September 2025 entschieden, die Sedo GmbH inkl. ihrer Tochterunternehmen („Sedo“) und somit das IONOS Geschäftsfeld „AdTech“ (früher: Aftermarket) zu veräußern. Übergeordnetes Ziel des Verkaufs ist es, den Fokus des Managements der IONOS Group ganz auf deren Kerngeschäftsfelder „Web Presence & Productivity“ und „Cloud Solutions“ auszurichten.
Sedo hat sich in letzter Zeit zunehmend vom Zweitmarkt rund um die Nutzung und den Handel von Domains hin zu einer Plattform für Traffic-Monetarisierung und damit zu einem Teil des digitalen Werbemarktes entwickelt. Damit haben sich die Sedo-Aktivitäten von den IONOS Kerngeschäftsfeldern entfernt. Durch den geplanten Gesellschafterwechsel soll Sedo die vielfältigen Chancen des AdTech-Geschäfts zukünftig noch besser nutzen und sich positiv weiterentwickeln können.
Mit der Entscheidung Sedo zu veräußern, wird Sedo aufgrund der Größe und Bedeutung (anders als das von der Größenordnung her zu kleine und unbedeutende Geschäftsfeld „Energy“) gemäß IFRS 5 als nicht fortgeführter Geschäftsbereich ausgewiesen. Die aktuellen Geschäftszahlen 2025 sowie die Vorjahreszahlen der Gesamtergebnisrechnung (GuV) bei der IONOS Group SE sowie der United Internet AG wurden entsprechend angepasst. Die Umsatzerlöse und Aufwendungen des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs sind in den jeweiligen GuV-Positionen nicht mehr enthalten. Der nicht fortgeführte Geschäftsbereich wird mit seinem Periodenergebnis nach Steuern separat dargestellt. Die Auswirkungen auf die Kapitalflussrechnung zum 31. Dezember 2025 und 31. Dezember 2024 werden im Konzernanhang unter Anhangangabe 16 separat ausgewiesen. Die Auswirkungen auf die Bilanz zum 31. Dezember 2025 werden innerhalb der Bilanz separat dargestellt. Die Bilanz zum 31. Dezember 2024 ist dagegen unverändert darzustellen.
Für weitere Informationen wird auf den Konzernanhang unter Anhangangabe 16 verwiesen.
Tatsächlicher und prognostizierter Geschäftsverlauf 2025
Prognostizierter Geschäftsverlauf
Die United Internet AG hat per Ad-hoc-Mitteilung vom 25. März 2025 ihre Prognose für das Geschäftsjahr 2025 veröffentlicht und unterjährig wie folgt konkretisiert bzw. bereinigt:
Prognose 2025(1)
| Prognose 2025 (März 2025) | Konkretisierung (Mai 2025) | Bereinigung(2) (November 2025) |
Umsatz | ca. 6,4 Mrd. € | ca. 6,45 Mrd. € | ca. 6,05 Mrd. € |
EBITDA | ca. 1,35 Mrd. € | ca. 1,35 Mrd. € | ca. 1,30 Mrd. € |
| | | |
(1)Ohne Berücksichtigung des Geschäftsfeldes „Energy“
(2)Bereinigung um die bisher in der Prognose enthaltenen Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Sedo infolge der Bilanzierung von Sedo gemäß IFRS 5 als nicht fortgeführter Geschäftsbereich
Tatsächlicher Geschäftsverlauf
Ohne Berücksichtigung des Geschäftsfeldes „Energy“ in 2025 bzw. „Energy“ und „De-Mail“ in 2024 entwickelten sich die zentralen Steuerungskennzahlen Umsatz und operatives EBITDA aus fortgeführten Geschäftsbereichen wie folgt:
○ Der Umsatz auf Konzernebene stieg im Geschäftsjahr 2025 von 5,991 Mrd. € (vergleichbarer Vorjahreswert) um 1,9 % auf 6,104 Mrd. € und übertraf damit die Umsatzprognose von November 2025 (ca. 6,05 Mrd. €).
○ Das operative EBITDA auf Konzernebene verbesserte sich im Geschäftsjahr 2025 von 1,252 Mrd. € (vergleichbarer Vorjahreswert) um 2,4 % auf 1,282 Mrd. € und lag damit im Zielkorridor der EBITDA-Prognose von November 2025 (ca. 1,30 Mrd. €).
Zusammenfassung: Tatsächlicher und prognostizierter Geschäftsverlauf 2025(1)
| Prognose 2025 (März 2025) | Konkretisierung (Mai 2025) | Bereinigung(2) (November 2025) | Ist 2025 |
Umsatz | ca. 6,4 Mrd. € | ca. 6,45 Mrd. € | ca. 6,05 Mrd. € | 6,104 Mrd. € |
EBITDA | ca. 1,35 Mrd. € | ca. 1,35 Mrd. € | ca. 1,30 Mrd. € | 1,282 Mrd. € |
| | | | |
(1)Ohne Berücksichtigung des Geschäftsfeldes „Energy“
(2)Bereinigung um die bisher in der Prognose enthaltenen Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Sedo infolge der Bilanzierung von Sedo gemäß IFRS 5 als nicht fortgeführter Geschäftsbereich
Der Jahresfehlbetrag der United Internet AG (Einzelgesellschaft) belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf
-260,8 Mio. € und lag damit deutlich unter der Prognose 2025, die (vorbehaltlich eventueller Sondereffekte) von einem ausgeglichenen Jahresergebnis ausging. Ursächlich hierfür war insbesondere der konzerninterne Verkauf der United Internet Management Holding und deren Tochter 1&1 Versatel an 1&1 (mit wirtschaftlicher Wirkung zum Ablauf des 30. November 2025), der auf Ebene der United Internet Management Holding zu einer außerplanmäßigen Wertminderung der Beteiligung an 1&1 Versatel in Höhe von 246,1 Mio. € und einer entsprechenden Verlustausgleichsverpflichtung im Zusammenhang mit dem Ergebnisabführungsvertrags durch United Internet führte. Hinzu kam eine außerplanmäßige Abschreibung der Beteiligung an Kublai in Höhe von 37,2 Mio. €. Bereinigt um diese außerplanmäßigen Faktoren lag das Jahresergebnis 2025 der Einzelgesellschaft im Zielkorridor der Prognose der Einzelgesellschaft.
Entwicklung der Geschäftsbereiche und Segmente
Die operative Geschäftstätigkeit des Konzerns gliedert sich in die Geschäftsbereiche „Access“ und
„Applications“, die sich wiederum in die Segmente „Consumer Access“ und „Business Access“ sowie „Consumer Applications“ und „Business Applications“ unterteilen.
Einzelheiten zu den Geschäftsmodellen der einzelnen Segmente finden sich in Kapitel 1.1 „Geschäftsmodell“.
Segment „Consumer Access“
Im Segment „Consumer Access“ stand im Geschäftsjahr 2025 – neben dem Betrieb und Ausbau des 1&1 Mobilfunknetzes sowie der Kundenmigration aufs eigene Netz – die weitere Gewinnung von werthaltigen Mobile-Internet-Verträgen im Fokus, während bei Breitband-Anschlüssen ein Rückgang erwartet wurde.
Entsprechend ging die Zahl der kostenpflichtigen Verträge im Segment „Consumer Access“ im Geschäftsjahr 2025 insgesamt um 70.000 Verträge auf 16,32 Mio. zurück. Dabei stand einem Plus von 40.000 Mobile Internet Verträgen erwartungsgemäß ein Minus von 110.000 Breitband-Verträgen gegenüber.
Entwicklung der Consumer-Access-Verträge im Geschäftsjahr 2025
in Mio. | 31.12.2025 | 31.12.2024 | Veränderung |
Consumer Access, Verträge gesamt | 16,32 | 16,39 | - 0,07 |
davon Mobile Internet | 12,48 | 12,44 | + 0,04 |
davon Breitband-Anschlüsse | 3,84 | 3,95 | - 0,11 |
| | | |
Entwicklung der Consumer-Access-Verträge im 4. Quartal 2025
in Mio. | 31.12.2025 | 30.09.2025 | Veränderung |
Consumer Access, Verträge gesamt | 16,32 | 16,34 | - 0,02 |
davon Mobile Internet | 12,48 | 12,48 | 0,00 |
davon Breitband-Anschlüsse | 3,84 | 3,86 | - 0,02 |
| | | |
Der Umsatz im Segment „Consumer Access“ stieg im Geschäftsjahr 2025 von 4.064,3 Mio. € im Vorjahr um 0,8 % auf 4.095,9 Mio. €. Dabei stiegen die von rückläufigen Breitband-Anschlüssen belasteten margenstarken Service-Umsätze, die das Kerngeschäft des Segments darstellen, von 3.303,1 Mio. € im Vorjahr leicht um 0,1 % auf 3.306,6 Mio. € im Geschäftsjahr 2025. Die margenschwachen Hardware-Umsätze legten mit 789,3 Mio. € um 3,7 % gegenüber dem Vorjahr (761,2 Mio. €) zu. Das Hardware-Geschäft schwankt saisonal und hängt von der Attraktivität neuer Geräte und den Modellzyklen der Hersteller ab.
Das Segment-EBITDA ging auf 521,5 Mio. € zurück (Vorjahr: 590,8 Mio. €). Die darin enthaltenen Aufwendungen für den Ausbau des 1&1 Mobilfunknetzes beliefen sich unverändert zum Vorjahr auf -265,3 Mio. €. Der EBITDA-Rückgang resultiert insbesondere aus gestiegenen Vorleistungskosten infolge des langsamer als von 1&1 geplanten Wachstums des Vodafone Netzes (und damit höherer Kosten für 1&1 durch das im National Roaming-Vertrag zugrunde liegende Kapazitätsmodell) sowie dem Wechsel des National Roaming-Anbieters von Telefónica auf Vodafone. Bei der National Roaming-Vereinbarung mit Vodafone werden die von 1&1 genutzten Kapazitäten vollständig EBITDA-wirksam erfasst, während sie beim National Roaming mit Telefónica teilweise aktiviert und planmäßig abgeschrieben wurden.
Dadurch sowie durch die gestiegenen Abschreibungen infolge der Investitionen in den Aufbau des
1&1 Mobilfunknetzes blieb das Segment-EBIT mit 219,5 Mio. € hinter dem Vorjahr (309,4 Mio. €) zurück.
Die EBITDA-Marge sank von 14,5 % auf 12,7 % und die EBIT-Marge von 7,6 % auf 5,4 %.
Die Zahl der Mitarbeitenden in diesem Segment ging in 2025 um 6,3 % auf 3.063 (Vorjahr: 3.268) zurück. Für weitere Informationen wird auf den Personalbericht verwiesen.
Wesentliche Umsatz- und Ergebniskennzahlen im Segment „Consumer Access“ (in Mio. €)
(1) Hauptsächlich Hardware-Umsätze
(2) Inklusive periodenfremde Aufwendungen für den Netzaufbau aus 2022 und 2023 (EBITDA- und EBIT-Effekt: -14,3 Mio. €)
Quartalsentwicklung; Veränderung zum Vorjahresquartal(1)
in Mio. € | Q1 2025 | Q2 2025 | Q3 2025 | Q4 2025 | Q4 2024 | Veränderung |
Umsatz | 1.018,5 | 987,9 | 1.009,8 | 1.079,7 | 1.047,1 | + 3,1 % |
davon Service-Umsatz | 821,9 | 824,6 | 832,8 | 827,3 | 824,4 | + 0,4 % |
davon Sonstiger Umsatz(2) | 196,6 | 163,3 | 177,0 | 252,4 | 222,7 | + 13,3 % |
EBITDA | 155,9 | 128,0 | 125,9 | 111,7 | 127,8 | - 12,6 % |
EBIT | 73,2 | 44,9 | 57,3 | 44,1 | 21,9 | + 101,4 % |
| | | | | | |
(1)Ungeprüft; siehe Hinweis „ungeprüfte Abschnitte“ am Anfang des Lageberichts
(2)Hauptsächlich Hardware-Umsätze
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung wesentlicher Umsatz- und Ergebniskennzahlen
in Mio. € | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 |
Umsatz | 3.909,7 | 3.963,7 | 4.096,7 | 4.064,3 | 4.095,9 |
davon Service-Umsatz | 3.123,4 | 3.175,4 | 3.243,2 | 3.303,1 | 3.306,6 |
davon Sonstiger Umsatz(1) | 786,3 | 788,3 | 853,5 | 761,2 | 789,3 |
EBITDA | 671,9(2) | 693,3 | 653,8 | 590,8(3) | 521,5 |
EBITDA-Marge | 17,2 % | 17,5 % | 16,0 % | 14,5 % | 12,7 % |
EBIT | 507,3(2) | 534,9 | 455,8 | 309,4(3) | 219,5 |
EBIT-Marge | 13,0 % | 13,5 % | 11,1 % | 7,6 % | 5,4 % |
(1)Hauptsächlich Hardware-Umsätze
(2)Exklusive eines periodenfremden positiven Ergebniseffekts, der dem 2. Halbjahr 2020 zuzuordnen ist (EBITDA- und EBIT-Effekt: +39,4 Mio. €)
(3)Inklusive periodenfremde Aufwendungen für den Netzaufbau aus 2022 und 2023 (EBITDA- und EBIT-Effekt: -14,3 Mio. €)
Segment „Business Access“
Zentrale Themen im Segment „Business Access“ waren – neben dem operativen Geschäft – im Geschäftsjahr 2025 der Ausbau des Glasfasernetzes sowie die Erschließung weiterer Standorte.
Der Umsatz im Segment „Business Access“ stieg im Geschäftsjahr 2025 von 574,9 Mio. € im Vorjahreszeitraum um 2,1 % auf 586,7 Mio. €.
Das Segment-EBITDA verbesserte sich von 165,1 Mio. € um 1,3 % auf 167,2 Mio. €. Die EBITDA-Marge sank leicht von 28,7 % auf 28,5 %.
Im neuen Geschäftsfeld „5G“ errichtet 1&1 Versatel im Rahmen eines „Intercompany-Vertrages“ Rechenzentren und Glasfaseranbindungen für Antennenstandorte des 1&1 Mobilfunknetzes und überlässt 1&1 diese mietweise. Im weiteren neuen Geschäftsfeld „Ausbau von Gewerbegebieten“ schließt 1&1
Versatel über neu errichtete regionale Ausbau-Cluster Unternehmen in Gewerbegebieten an Glasfaser an. Die in den neuen Geschäftsfeldern insgesamt entstandenen Anlaufkosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2025 auf -15,4 Mio. € beim EBITDA (Vorjahr: -21,6 Mio. €) sowie auf -131,2 Mio. € beim EBIT (Vorjahr: -117,4 Mio. €).
Aufgrund gestiegener Abschreibungen infolge der damit verbundenen Investitionen in die Netzinfrastruktur ging das Segment-EBIT von -78,6 Mio. € im Vorjahr auf -100,5 Mio. € zurück.
Die Zahl der Mitarbeitenden in diesem Segment sank in 2025 um 1,2 % auf 1.615 (Vorjahr: 1.635).

Wesentliche Umsatz- und Ergebniskennzahlen im Segment „Business Access“ (in Mio. €)
Quartalsentwicklung; Veränderung zum Vorjahresquartal(1)
in Mio. € | Q1 2025 | Q2 2025 | Q3 2025 | Q4 2025 | Q4 2024 | Veränderung |
Umsatz | 144,0 | 143,3 | 148,1 | 151,3 | 144,2 | + 4,9 % |
EBITDA | 36,6 | 43,8 | 42,7 | 44,1 | 44,5 | - 0,9 % |
EBIT | –27,7 | –21,3 | –23,8 | –27,7 | –21,3 | |
| | | | | | |
(1)Ungeprüft; siehe Hinweis „ungeprüfte Abschnitte“ am Anfang des Lageberichts
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung wesentlicher Umsatz- und Ergebniskennzahlen
in Mio. € | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 |
Umsatz | 514,4 | 543,4 | 564,0 | 574,9 | 586,7 |
EBITDA | 158,8 | 154,1 | 162,9 | 165,1 | 167,2 |
EBITDA-Marge | 30,9 % | 28,4 % | 28,9 % | 28,7 % | 28,5 % |
EBIT | –22,9 | –39,5 | –51,5 | –78,6 | –100,5 |
EBIT-Marge | - | - | - | - | - |
| | | | | |
Segment „Consumer Applications“
Wie bereits im Kapitel 2.2 „Geschäftsverlauf“ unter „Sondereffekte im Geschäftsjahr 2025“ ausgeführt, haben Vorstand und Aufsichtsrat im März 2024 entschieden, die Geschäftsfelder „Energy“ und „De-Mail“ im Segment „Consumer Applications“ nicht fortzuführen. Die Kennzahlen 2023, 2024 und 2025 werden im Folgenden entsprechend bereinigt dargestellt. Die Finanzkennzahlen der Jahre 2021 und 2022 in der Mehrperiodenübersicht bleiben hingegen unverändert.
Nachdem das Geschäftsfeld „De-Mail“ bereits zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 eingestellt wurde, wurde das Geschäftsfeld „Energy“ Mitte Oktober 2025 verkauft.
Im Segment „Consumer Applications“ waren 2025 der weitere Aufbau datengetriebener Geschäftsmodelle sowie der Ausbau der Kundenverhältnisse die zentralen Themen.
Die Anzahl der Pay-Accounts (kostenpflichtige Verträge) im Segment „Consumer Applications“ stieg im Geschäftsjahr 2025 um 310.000 auf 3,35 Mio. Werbefinanzierte Free-Accounts blieben hingegen mit 38,68 Mio. aufgrund der hohen Konvertierung in kostenpflichtige Kundenverhältnisse um 250.000 hinter dem 31. Dezember 2024 (38,93 Mio.) zurück. Insgesamt legte die Anzahl der Accounts um 60.000 auf 42,03 Mio. zu.
Entwicklung der Consumer-Applications-Accounts im Geschäftsjahr 2025
in Mio. | 31.12.2025 | 31.12.2024 | Veränderung |
Consumer Applications, Accounts gesamt | 42,03 | 41,97 | + 0,06 |
davon mit Premium-Mail-Subscription (Verträge) | 2,46 | 2,22 | + 0,24 |
davon mit Value-Added-Subscription (Verträge) | 0,89 | 0,82(1) | + 0,07 |
davon Free-Accounts | 38,68 | 38,93 | - 0,25 |
| | | |
Entwicklung der Consumer-Applications-Accounts im 4. Quartal 2025
in Mio. | 31.12.2025 | 30.09.2025 | Veränderung |
Consumer Applications, Accounts gesamt | 42,03 | 41,73 | + 0,30 |
davon mit Premium-Mail-Subscription (Verträge) | 2,46 | 2,39 | + 0,07 |
davon mit Value-Added-Subscription (Verträge) | 0,89 | 0,87(1) | + 0,02 |
davon Free-Accounts | 38,68 | 38,47 | + 0,21 |
| | | |
(1)Vertragszahlen zum 30.09.2025 und 31.12.2024 ohne 0,02 Mio. Energy-Verträge (Value-Added-Subscription)
Trotz eines insgesamt schwachen Display‑Werbemarktes in Deutschland konnten die Werbeerlöse erheblich gesteigert werden. Zusammen mit dem anhaltend starken Wachstum bei Pay-Verträgen führte dies im Geschäftsjahr 2025 zu deutlichen Umsatz- und Ergebnissteigerungen.
Bereinigt um Umsätze von 26,2 Mio. € aus „Energy“ und „De-Mail“ im Vorjahreszeitraum bzw. 16,1 Mio. € aus „Energy“ im Geschäftsjahr 2025 stieg der Umsatz im Segment „Consumer Applications" von 298,3 Mio. € um 8,1 % auf 322,6 Mio. €.
Bereinigt um Ergebnisbeiträge aus „Energy“ und „De-Mail“ von -0,7 Mio. € (EBITDA) bzw. -0,9 Mio. €
(EBIT) im Vorjahreszeitraum und +7,8 Mio. € (EBITDA und EBIT, jeweils netto inkl. des Erlöses aus dem Verkauf des Geschäftsfeldes Mitte Oktober 2025) aus „Energy“ im Geschäftsjahr 2025 lag das operative Segment-EBITDA mit 123,1 Mio. € um 8,7 % über Vorjahresniveau (113,2 Mio. €). Infolge leicht höherer Abschreibungen legte das operative Segment-EBIT mit 111,9 Mio. € etwas weniger stark um 8,0 % gegenüber dem Vorjahr (103,6 Mio. €) zu.
Damit einhergehend legte die operative EBITDA-Marge leicht von 37,9 % auf 38,2 % zu, während die operative EBIT-Marge unverändert bei 34,7 % lag.
Die Zahl der Mitarbeitenden in diesem Segment sank in 2025 um 0,5 % auf 1.089 (Vorjahr: 1.095).

Wesentliche Umsatz- und Ergebniskennzahlen im Segment „Consumer Applications“ (in Mio.
€)
(1)Exklusive des Umsatz- und Ergebnisbeitrages von Energy
(Umsatz-Beitrag: 16,1 Mio. €, EBITDA-Beitrag: +7,8 Mio. € netto inkl. Verkaufserlös, EBIT-Beitrag: +7,8 Mio. € netto inkl. Verkaufserlös)
(2)Exklusive der Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Energy und De-Mail
(Umsatz-Beitrag: 26,2 Mio. €, EBITDA-Beitrag: -0,7 Mio. €, EBIT-Beitrag: -0,9 Mio. €)
Quartalsentwicklung; Veränderung zum Vorjahresquartal(1)
in Mio. € | Q1 2025(2) | Q2 2025(2) | Q3 2025(2) | Q4 2025(2) | Q4 2024(3) | Veränderung |
Umsatz | 73,7 | 75,2 | 80,8 | 92,9 | 80,7 | + 15,1 % |
EBITDA | 25,4 | 28,5 | 29,0 | 40,2 | 34,3 | + 17,2 % |
EBIT | 22,4 | 25,8 | 26,3 | 37,4 | 31,9 | + 17,2 % |
| | | | | | |
(1)Ungeprüft; siehe Hinweis „ungeprüfte Abschnitte“ am Anfang des Lageberichts
(2)Exklusive des Umsatz- und Ergebnisbeitrages von Energy
(Umsatz-Beitrag: 5,9 Mio. €, EBITDA-Beitrag: +0,2 Mio. €, EBIT-Beitrag: +0,2 Mio. € in Q1 2025;
Umsatz-Beitrag: 5,3 Mio. €, EBITDA-Beitrag: +1,0 Mio. €, EBIT-Beitrag: +1,0 Mio. € in Q2 2025);
Umsatz-Beitrag: 4,9 Mio. €, EBITDA-Beitrag: +0,7 Mio. €, EBIT-Beitrag: +0,7 Mio. € in Q3 2025;
Umsatz-Beitrag: 0,0 Mio. €, EBITDA-Beitrag: +5,9 Mio. € netto inkl. Verkaufserlös, EBIT-Beitrag: +5,9 Mio. € netto inkl. Verkaufserlös in Q4 2025)
(3)Exklusive der Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Energy und De-Mail
(Umsatz-Beitrag: 6,3 Mio. €, EBITDA-Beitrag: -0,5 Mio. €, EBIT-Beitrag: -0,6 Mio. € in Q4 2024)
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung wesentlicher Umsatz- und Ergebniskennzahlen
in Mio. € | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 |
Umsatz | 285,2 | 288,6 | 277,0(3) | 298,3(4) | 322,6(5) |
EBITDA | 102,4(1) | 104,4(2) | 106,2(3) | 113,2(4) | 123,1(5) |
EBITDA-Marge | 35,9 % | 36,2 % | 38,3 % | 37,9 % | 38,2 % |
EBIT | 93,3(1) | 94,6(2) | 96,6(3) | 103,6(4) | 111,9(5) |
EBIT-Marge | 32,7 % | 32,8 % | 34,9 % | 34,7 % | 34,7 % |
| | | | | |
(1)Exklusive eines nicht-cashwirksamen Bewertungseffekts aus Derivaten (EBITDA- und EBIT-Effekt: +4,9 Mio. €) sowie der konzerninternen Beteiligungsveräußerung der AWIN AG (EBITDA- und EBIT-Effekt: +50,1 Mio. €)
(2)Exklusive eines nicht-cashwirksamen Bewertungseffekts aus Derivaten (EBITDA- und EBIT-Effekt: -0,5 Mio. €)
(3)Exklusive der Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Energy und De-Mail (Umsatz-Beitrag: 27,3 Mio. €, EBITDA-Beitrag: -2,7 Mio. €,
EBIT-Beitrag: -2,8 Mio. €)
(4)Exklusive der Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Energy und De-Mail (Umsatz-Beitrag: 26,2 Mio. €, EBITDA-Beitrag: -0,7 Mio. €,
EBIT-Beitrag: -0,9 Mio. €)
(5)Exklusive des Umsatz- und Ergebnisbeitrages von Energy (Umsatz-Beitrag: 16,1 Mio. €, EBITDA-Beitrag: +7,8 Mio. € netto inkl. Verkaufserlös,
EBIT-Beitrag: +7,8 Mio. € netto inkl. Verkaufserlös)
Segment „Business Applications“
In 2025 lag der Fokus bei „Business Applications“ auf Up- und Cross-Selling-Maßnahmen bei Bestandskunden sowie auf der Gewinnung neuer Kundenbeziehungen.
Insgesamt konnte die Zahl der kostenpflichtigen Verträge für Business-Applikationen im Geschäftsjahr 2025 um 460.000 Verträge auf 10,05 Mio. Verträge zulegen. Der Zuwachs resultiert aus 170.000 Verträgen im Inland sowie 290.000 im Ausland.
Entwicklung der Business-Applications-Verträge im Geschäftsjahr 2025
in Mio. | 31.12.2025 | 31.12.2024 | Veränderung |
Business Applications, Verträge gesamt | 10,05 | 9,59 | + 0,46 |
davon „Inland“ | 4,80 | 4,63 | + 0,17 |
davon „Ausland“ | 5,25 | 4,96 | + 0,29 |
| | | |
Entwicklung der Business-Applications-Verträge im 4. Quartal 2025
in Mio. | 31.12.2025 | 30.09.2025 | Veränderung |
Business Applications, Verträge gesamt | 10,05 | 9,90 | + 0,15 |
davon „Inland“ | 4,80 | 4,75 | + 0,05 |
davon „Ausland“ | 5,25 | 5,15 | + 0,10 |
| | | |
Nach der Entscheidung, Sedo (IONOS Geschäftsfeld „AdTech“) zu veräußern, wird Sedo gemäß IFRS 5 als nicht fortgeführter Geschäftsbereich bilanziert und nicht mehr in den Umsatz- und Ergebniskennzahlen des Segments „Business Applications“, sondern mit seinem Periodenergebnis nach Steuern separat unter den nicht fortgeführten Geschäftsbereichen ausgewiesen. Die Umsatz- und Ergebniskennzahlen des Vorjahres wurden entsprechend angepasst. Für weitere Informationen wird auf Kapitel 2.2 „Geschäftsverlauf“ unter „Sondereffekte im Geschäftsjahr 2025“ verwiesen.
Der Umsatz im Segment „Business Applications“ stieg im Geschäftsjahr 2025 von 1.248,1 Mio. € im Vorjahreszeitraum um 5,5 % auf 1.316,9 Mio. €.
Deutlicher noch konnten die Ergebniskennzahlen zulegen. So stiegen das Segment-EBITDA von 387,4 Mio. € um 19,8 % auf 464,1 Mio. € und das Segment-EBIT von 275,7 Mio. € um 29,0 % auf 355,7 Mio. €.
Die EBITDA-Marge sowie die EBIT-Marge legten entsprechend deutlich von 31,0 % auf 35,2 % bzw. von 22,1 % auf 27,0 % zu.
Die Zahl der Mitarbeitenden in diesem Segment stieg in 2025 leicht um 1,1 % auf 4.115 (Vorjahr: 4.072).
Wesentliche Umsatz- und Ergebniskennzahlen im Segment „Business Applications“ (in Mio. €)
(1)Nach Bilanzierung von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 zum 30. September 2025; Vorjahr 2024 angepasst
Quartalsentwicklung; Veränderung zum Vorjahresquartal(1)
in Mio. € | Q1 2025(2) | Q2 2025(2) | Q3 2025(2) | Q4 2025(2) | Q4 2024(2) | Veränderung |
Umsatz | 329,6 | 326,4 | 324,2 | 336,7 | 325,0 | + 3,6 % |
EBITDA | 106,4 | 120,2 | 126,8 | 110,7 | 96,5 | + 14,7 % |
EBIT | 79,0 | 93,2 | 100,1 | 83,4 | 66,5 | + 25,4 % |
| | | | | | |
(1)Ungeprüft; siehe Hinweis „ungeprüfte Abschnitte“ am Anfang des Lageberichts
(2)Nach Bilanzierung von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 zum 30. September 2025; Vorquartale angepasst
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung wesentlicher Umsatz- und Ergebniskennzahlen
in Mio. € | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 |
Umsatz | 1.103,3 | 1.293,0 | 1.423,7 | 1.248,1(4) | 1.316,9(4) |
EBITDA | 329,3(1) | 329,2(2) | 373,7(3) | 387,4(4) | 464,1(4) |
EBITDA-Marge | 29,8 % | 25,5 % | 26,2 % | 31,0 % | 35,2 % |
EBIT | 216,7(1) | 216,8(2) | 265,8(3) | 275,7(4) | 355,7(4) |
EBIT-Marge | 19,6 % | 16,8 % | 18,7 % | 22,1 % | 27,0 % |
| | | | | |
(1)Exklusive IPO-Kosten (EBITDA- und EBIT-Effekt: -3,0 Mio. €)
(2)Exklusive IPO-Kosten (EBITDA- und EBIT-Effekt: -8,8 Mio. €)
(3)Exklusive IPO-Kosten (EBITDA- und EBIT-Effekt: +11,7 Mio. € netto (IPO-Kosten und gegenläufig Kostenübernahme durch die IONOS Gesellschafter))
(4)Nach Bilanzierung von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 zum 30. September 2025; Vorjahr 2024 angepasst
Beteiligungen im Konzern
Minderheitsbeteiligungen an Partnerunternehmen
Neben den (vollkonsolidierten) operativen Kerngesellschaften hielt United Internet zum 31. Dezember 2025 folgende weitere Minderheitsbeteiligungen, die in das at-equity Ergebnis einbezogen werden.
Im Juli 2013 hat sich United Internet an der Open-Xchange AG (Tätigkeitsschwerpunkt: E-Mail- und
Collaboration-Lösungen) beteiligt. United Internet arbeitet in ihrem Applications-Geschäft bereits seit vielen Jahren erfolgreich mit der Gesellschaft zusammen. Zum 31. Dezember 2025 betrug der Stimmrechtsanteil von United Internet 25,39 %. Für das Geschäftsjahr 2025 erwartet United Internet bei
Open-Xchange steigende Umsätze sowie ein positives EBITDA.
Im April 2014 hat United Internet eine Beteiligung an der uberall GmbH (Tätigkeitsschwerpunkt: Online-Listings) gezeichnet. Darüber hinaus haben uberall und IONOS einen langfristigen Kooperationsvertrag zur Nutzung der uberall-Lösungen geschlossen. Zum 31. Dezember 2025 betrug der Stimmrechtsanteil von United Internet 25,10 %. Für 2025 erwartet United Internet bei uberall steigende Umsätze sowie ein positives EBITDA.
Im April 2017 hat sich United Internet an der rankingCoach GmbH (Tätigkeitsschwerpunkt: Online-Marketing-Lösungen) beteiligt. Über die Beteiligung hinaus haben sich rankingCoach und IONOS auf einen langfristigen Kooperationsvertrag zur Nutzung der Online-Marketing-Lösungen von rankingCoach durch IONOS im Rahmen ihrer in Europa und Nordamerika angebotenen Hosting- und Cloud-Produkte verständigt. Zum 31. Dezember 2025 betrug der Stimmrechtsanteil von United Internet 31,52 %. Bei
rankingCoach erwartet United Internet in 2025 ein weiteres Umsatzwachstum sowie ein positives
EBITDA.
Darüber hinaus hält United Internet infolge der Einbringung der affilinet GmbH in AWIN im Oktober 2017 auch einen Anteil an der AWIN AG (Tätigkeitsschwerpunkt: Affiliate-Marketing). Aktuell arbeiten mehrere Konzernunternehmen von United Internet mit AWIN zusammen und nutzen das Affiliate-Netzwerk der Gesellschaft im Rahmen ihres Marketing-Mix. Zum 31. Dezember 2025 betrug der Stimmrechtsanteil von United Internet 20,00 %. Auch im Geschäftsjahr 2025 erwartet United Internet bei AWIN stabile Umsätze und ein deutlich positives EBITDA.
Beteiligung an Kublai / Tele Columbus AG
Die United Internet AG hat im Juni 2024 bekannt gegeben, keine weiteren Investitionen in die Beteiligungsholding Kublai GmbH zu tätigen. Kublai hält aktuell rund 95 % der Aktien der Tele Columbus AG.
Mit dieser Entscheidung verzichtete United Internet auf das Recht, die im Rahmen einer Kapitalerhöhung im 1. Quartal 2024 erfolgte Verwässerung ihrer Anteile an Kublai auf rund 5 % wieder auf 40 % aufzustocken. Vor diesem Hintergrund ergab sich aus dem Verlust des maßgeblichen Einflusses im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2024 eine nicht-cashwirksame Wertminderung auf die Beteiligung an Kublai in Höhe von 170,5 Mio. €, die im Ergebnis aus dem Verlust des maßgeblichen Einflusses ausgewiesen ist.
Wie bereits im Konzernabschluss 2024 berichtet, hat Kublai zur Eigenkapitalausstattung von Tele Columbus eine Kapitalerhöhung durchgeführt, an der sich United Internet nicht beteiligte. Weiterer Gesellschafter von Kublai ist die Hilbert Management GmbH, eine mittelbare Tochtergesellschaft der Morgan Stanley Infrastructure Inc. (MSI), ein von der Investmentbank Morgan Stanley verwalteter Infrastrukturfonds, welche die Kapitalerhöhung in Höhe von 300 Mio. € vollumfänglich gezeichnet hat. Dadurch wurden die Anteile von United Internet am Kublai-Stammkapital auf rund 5 % (zuvor: 40 %) reduziert. Bis zum 17. Juni 2024 bestand für United Internet die Möglichkeit, ihren Anteil am Stammkapital von Kublai durch einen Erwerb von Geschäftsanteilen von MSI gegen eine Zahlung von 120 Mio. € wieder auf 40 % zu erhöhen.
United Internet erachtet die der Kapitalerhöhung zugrunde gelegte Bewertung der Tele Columbus AG als unangemessen niedrig. Die Stimmenmehrheit in der Gesellschafterversammlung ermöglichte es MSI jedoch, die Kapitalerhöhung auf Basis einer von MSI festgelegten Bewertung durchzuführen. United Internet hat das vertraglich vorgesehene Verwässerungsschutzverfahren eingeleitet und lässt die von MSI vorgenommene Bewertung vor der Deutschen Institution für Schiedsgerichtsbarkeit (DIS) überprüfen. Wenn die DIS der Auffassung von United Internet folgt, könnte United Internet ein Ausgleichsbetrag von ca. 300 Mio. € zugesprochen werden. Bei einer abweichenden Auffassung des Gerichts könnte der zugesprochene Anspruch bzw. Ausgleichsbetrag entsprechend geringer ausfallen.
Ein abschließender Schiedsspruch steht unverändert aus.
Hintergrund der Entscheidung von Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG gegen weitere Investitionen in Kublai waren unterschiedliche Auffassungen zwischen MSI und United Internet über die zukünftige Finanzierung von Kublai.
Infolge der Reduzierung der Anteile von 40 % auf einen Anteil von rund 5 % im Geschäftsjahr 2024 wurde Kublai aus den Anteilen an assoziierten Unternehmen in die Beteiligungen umgegliedert. Entsprechend wird das anteilige Ergebnis der Gesellschaft nicht mehr in der Gesamtergebnisrechnung (im Ergebnis aus dem Verlust des maßgeblichen Einflusses) erfasst. Der beizulegende Wert der Beteiligung an Kublai verringerte sich im Geschäftsjahr 2025 um 48,3 Mio. €. Diese Veränderung wurde in der Bilanz über das sonstige Ergebnis im Eigenkapital erfasst.
Aktie und Dividende
Aktie
Die Aktie der United Internet AG stieg im Geschäftsjahr 2025 deutlich um +76,6 % auf 27,68 € zum 31. Dezember 2025 (31. Dezember 2024: 15,67 €). Damit hat sich die Aktie nochmals besser entwickelt als die ebenfalls deutlich gestiegenen Indices DAX (+23,0 %) und MDAX (+19,7 %).
Entwicklung des Aktienkurses 2025, indexiert
Die Marktkapitalisierung der United Internet AG stieg entsprechend von rund 3,0 Mrd. € im Vorjahr auf rund 5,3 Mrd. € zum 31. Dezember 2025.
Im Geschäftsjahr 2025 wurden über das elektronische Computerhandelssystem XETRA täglich durchschnittlich rund 250.000 Aktien (Vorjahr: rund 200.000) im Wert von durchschnittlich rund 5,4 Mio. € (Vorjahr: rund 3,9 Mio. €) gehandelt.
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung der Aktie
(Stand: 31. Dezember 2025; in €; alle Börsenangaben beziehen sich auf den Xetra-Handel)
| 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 |
Schlusskurs | 34,94 | 18,89 | 23,04 | 15,67 | 27,68 |
Performance | +1,5 % | –45,9 % | +22,0 % | –32,0 % | +76,6 % |
Jahreshoch | 39,34 | 35,45 | 23,06 | 25,00 | 29,18 |
Jahrestief | 31,63 | 18,14 | 12,54 | 15,15 | 14,71 |
Ø Börsenumsatz am Tag | 8.149.290 | 5.777.474 | 7.078.087 | 3.913.674 | 5.418.363 |
Ø Börsenumsatz am Tag (Stück) | 233.717 | 221.596 | 413.556 | 196.616 | 245.656 |
Anzahl Aktien (Stück) | 194.000.000 | 194.000.000 | 192.000.000 | 192.000.000 | 192.000.000 |
Börsenwert | 6.778.360.000 | 3.664.660.000 | 4.423.680.000 | 3.008.640.000 | 5.314.560.000 |
EPS(1) | 2,23 | 1,97 | 1,35 | –0,43(3) | 1,55(3) |
Bereinigtes EPS(2) | 2,11 | 2,00 | 1,41 | 0,86(3) | 1,23(3) |
| | | | | |
(1)EPS aus fortgeführten Geschäftsbereichen
(2)EPS aus fortgeführten Geschäftsbereichen und ohne Sonderfaktoren
(3)Nach Bilanzierung von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 zum 30. September 2025; Vorjahr angepasst
Daten zur Aktie
Aktientyp | Namens-Stammaktien |
Rechnerischer Anteil am Grundkapital | 1,00 € |
Wertpapierkennnummer (WKN) | 508903 |
Internationale Wertpapierkennnummer (ISIN) | DE0005089031 |
Börsenkürzel Xetra | UTDI |
Reuters-Symbol | UTDI.DE |
Bloomberg-Symbol | UTDI.GR |
Segment | Prime Standard |
Index | MDAX, TecDAX |
Sektor | Telekommunikation & Technologieservices |
| |
Aktionärsstruktur
(Stand: 31. Dezember 2025)
Aktionär | Anteil |
Ralph Dommermuth - Ralph Dommermuth GmbH (45,01 %) - Ralph Dommermuth Investments GmbH & Co. KG (2,88 %) - RD Holding GmbH & Co. KG (1,04 %) | 48,94 % |
United Internet (eigene Aktien) | 9,98 % |
Wellington | 4,95 % |
Bank of America | 4,93 % |
Helikon | 4,91 % |
Streubesitz | 26,29 % |
| |
Darstellung der oben gezeigten Gesamtstimmrechtsanteile basiert auf der jeweils letzten Stimmrechtsmitteilung gemäß §§ 33 ff. des Wertpapierhandelsgesetzes. Demnach werden nur Stimmrechtsmitteilungen berücksichtigt, die mindestens die erste Meldeschwelle von 3 % erreicht haben. Zudem sind der Gesellschaft vorliegende Directors' Dealings Mitteilungen entsprechend berücksichtigt.
Die von United Internet gehaltenen eigenen Aktien sind weder stimm- noch dividendenberechtigt. Aufgrund der Stimmrechtslosigkeit von eigenen Aktien beläuft sich der Anteil der in von Herrn Dommermuth kontrollierten Gesellschaften gehaltenen stimmberechtigten Aktien an der Gesamtzahl der Stimmrechte der United Internet AG auf 54,37 %, der von Wellington gehaltenen stimmberechtigten Aktien auf 5,50 %, der von Bank of America gehaltenen stimmberechtigten Aktien auf 5,48 %, der von Helikon gehaltenen stimmberechtigten Aktien auf 5,46 % sowie der vom Streubesitz gehaltenen stimmberechtigten Aktien auf 29,19 %.
Dividende
Die Dividenden-Policy von United Internet sieht vor, ca. 20 – 40 % des bereinigten Konzernergebnisses nach Minderheitenanteilen (das auf die „Anteilseigner der United Internet AG“ entfallende bereinigte Konzernergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen – gemäß Konzern-Gesamtergebnisrechnung) an die Aktionäre auszuschütten, sofern die Mittel nicht für die weitere Unternehmensentwicklung benötigt werden.
Im Rahmen der am 15. Mai 2025 stattgefundenen Hauptversammlung der United Internet AG wurde der Dividendenvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat mit 99,97 % der abgegebenen Stimmen angenommen. Der Dividendenvorschlag für das Geschäftsjahr 2024 sah eine reguläre Dividende in Höhe von 0,40 € je Aktie vor. Hinzu kam eine einmalige Nachholdividende von 1,50 € zur Kompensation der geschmälerten Dividendenzahlungen für die Geschäftsjahre 2018 bis 2023. Ausgehend von rund 172,8 Mio. dividendenberechtigten Aktien wurden am 20. Mai 2025 insgesamt 328,4 Mio. € ausgeschüttet.
Aus der regulären Dividende für das Geschäftsjahr 2024 ergab sich eine Ausschüttungssumme von 69,1 Mio. €. Die Ausschüttungsquote lag damit bei 39,4 % des bereinigten Konzernergebnisses 2024 nach Minderheitenanteilen (175,5 Mio. €) und damit – trotz der getätigten und weiterhin anstehenden Investitionen in das 1&1 Mobilfunknetz sowie in den Ausbau des Glasfasernetzes – am oberen Rand der Dividenden-Policy.
Für das Geschäftsjahr 2025 schlägt der Vorstand der United Internet AG dem Aufsichtsrat eine reguläre Dividende in Höhe von 0,50 € je Aktie vor (Vorjahr: 0,40 €). Über diesen Dividendenvorschlag beraten Vorstand und Aufsichtsrat in der Aufsichtsratssitzung am 18. März 2026 (und somit nach Aufstellung dieses Lageberichts). Über den gemeinsamen Beschlussvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat entscheidet dann die Hauptversammlung der United Internet AG am 21. Mai 2026.
Ausgehend von rund 172,8 Mio. dividendenberechtigten Aktien (Stand: 31. Dezember 2025) ergäbe sich aus der regulären Dividende für das Geschäftsjahr 2025 eine Ausschüttungssumme von 86,4 Mio. €. Die Ausschüttungsquote läge damit bei 40,8 % des bereinigten Konzernergebnisses 2025 nach Minderheitenanteilen (211,8 Mio. €) und damit – trotz der getätigten und weiterhin anstehenden Investitionen in das 1&1 Mobilfunknetz sowie in den Ausbau des Glasfasernetzes – leicht oberhalb der Dividenden-Policy. Die Dividendenrendite beliefe sich – bezogen auf den Schlusskurs der Aktie zum 31. Dezember 2025 – auf 1,8 %.
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung der regulären Dividende
| Für 2021 | Für 2022 | Für 2023 | Für 2024 | Für 2025(1) |
Dividende je Aktie (in €) | 0,50 | 0,50 | 0,50 | 0,40(4) | 0,50 |
Gesamtausschüttung (in Mio. €) | 93,4 | 86,4 | 86,4 | 69,1 | 86,4 |
Ausschüttungsquote | 22,4 % | 23,5 % | 37,1 % | - | 32,3 % |
Bereinigte Ausschüttungsquote(2) | 23,7 % | 23,1 % | 35,6 % | 39,4 % | 40,8 % |
Dividendenrendite(3) | 1,4 % | 2,6 % | 2,2 % | 2,6 % | 1,8 % |
| | | | | |
(1)Vorbehaltlich der Zustimmung von Aufsichtsrat und Hauptversammlung 2026
(2)Ohne Sonderfaktoren
(3)Stand: 31. Dezember
(4)Plus Nachholdividende (1,50 €)
Hauptversammlung 2025
Die Hauptversammlung der United Internet AG fand am 15. Mai 2025 in Frankfurt am Main statt.
Vom eingetragenen Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von 192.000.000,00 €, eingeteilt in 192.000.000 Stückaktien, davon 19.162.689 nicht stimmberechtigte eigene Aktien, waren 134.682.706 Stückaktien mit ebenso vielen Stimmen vertreten. Einschließlich der eingegangenen Briefwahlstimmen für 408.175 Stückaktien entsprach dies insgesamt 135.090.881 Stückaktien bzw. 70,36 % des eingetragenen Grundkapitals bzw. 78,16 % des Grundkapitals abzüglich eigener Aktien.
Die Aktionäre erteilten allen abstimmungspflichtigen Tagesordnungspunkten mit großer Mehrheit ihre Zustimmung.
Grundkapital und eigene Aktien
Die United Internet AG hielt zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 unverändert zum 31. Dezember 2024 insgesamt 19.162.689 eigene Aktien, die 9,98 % des Grundkapitals von 192.000.000 Aktien entsprechen.
Investor Relations
United Internet ist es wichtig, im engen Kontakt zu institutionellen Investoren, Privatanlegern und Finanzanalysten zu stehen. Dabei ist es der Anspruch der Gesellschaft, alle Zielgruppen zeitnah und gleichberechtigt mit Informationen zu versorgen, da für die langfristige Wertsteigerung des Unternehmenswerts eine kontinuierliche und offene Kapitalmarktkommunikation essenziell ist. Hierfür waren auch im Geschäftsjahr 2025 Vorstand und Investor Relations im regelmäßigen Austausch mit den Stakeholdern des Kapitalmarkts.
Im Rahmen von Quartalsmitteilungen, dem Halbjahresfinanz- und Geschäftsbericht, Presse- und Analystenkonferenzen sowie über virtuelle Formate setzt United Internet ihr aktives Engagement fort, um Fortschritte bei der Geschäftsstrategie zu diskutieren und zu erläutern. Darüber hinaus steht die jährlich stattfindende ordentliche Hauptversammlung in Präsenz für einen intensiven Dialog mit den Aktionären. Neben diesen Formaten nahm das Management mit Investor Relations an zahlreichen virtuellen und persönlichen Gesprächen am Unternehmenssitz in Montabaur sowie auf Roadshows und Konferenzen im In- und Ausland teil.
In den Gesprächen mit den Stakeholdern wurde eine Reihe an Themen behandelt, darunter die strategischen Prioritäten des Konzerns inklusive potenzieller zukünftiger Kapitalallokationen, der Fortschritt beim Ausbau des 1&1 O-RAN Mobilfunknetzes, Fragen rund um die digitale Souveränität sowie die Bedeutung von KI für das Geschäftsmodell von United Internet. Weiterhin waren externe Faktoren wie die wettbewerblichen Entwicklungen von starkem Interesse.
Auch außerhalb persönlicher Treffen können sich Stakeholder auf der umfangreichen und zweisprachigen Webseite unter www.united-internet.de jederzeit über die aktuellen Entwicklungen des Unternehmens informieren. Da United Internet von zahlreichen deutschen und internationalen Finanzanalysten beobachtet und analysiert wird, sind die aktuellen Analystenempfehlungen zur Aktie sowie der durchschnittliche Zielkurs, den Analysten der United Internet-Aktie beimessen, online unter united-internet.de/investor-relations/aktie/analysten-coverage abrufbar. Zusätzlich sind unter www.united-internet.de/investor-relations/finanzkalender neben den Publikationsterminen der Finanzberichte, auch Termine und Ortsangaben von Roadshows und Konferenzen öffentlich zugänglich. Digitale Versionen der Geschäftsberichte gehören ebenfalls zum umfassenden Informationsangebot auf der Internetseite der Gesellschaft.
Personalbericht
Als Telekommunikations- und Internet-Unternehmen unterliegt United Internet den prägenden Merkmalen der Branche: hohe Dynamik, kurze Innovationszyklen und ein intensiver Wettbewerb. Diesen Herausforderungen stellt sich die United Internet AG seit vielen Jahren mit großem Erfolg. Einer der Schlüsselfaktoren für den Erfolg und das Wachstum der United Internet Gruppe stellen die engagierten, kompetenten sowie gleichzeitig unternehmerisch denkenden und eigenverantwortlich handelnden Mitarbeitenden und Führungskräfte der Gesellschaft dar. Das Unternehmen legt deshalb großen Wert auf eine nachhaltige und ausgewogene Strategie über alle Aspekte des Personalbereichs: von der Mitarbeitergewinnung über zielgruppengerechte Einstiegs- und Ausbildungsformate, aufgabenbezogene Qualifizierungsangebote und die Begleitung auf individuellen Karrierepfaden bis hin zur Entwicklung und langfristigen Bindung von Führungskräften, Potenzial- und Leistungsträgern.
Die United Internet AG ist auch 2025 wieder anerkannter Top Arbeitgeber. Basierend auf einer unabhängigen Studie des „Top Employers Institute“ wurde United Internet, wie schon in den vergangenen
Jahren, die Auszeichnung als „TOP Arbeitgeber“ verliehen. Die Zertifizierung wird an Unternehmen vergeben, die ihren Mitarbeitenden attraktive Arbeitsbedingungen bieten. Die Bewertung erfolgt anhand der Karrieremöglichkeiten, Arbeitgeberleistungen, Arbeitsbedingungen, Fortbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten.
Mitarbeiterbestand und Personalaufwand
Im stark umkämpften Markt um Fachkräfte im ITK-Sektor ist es United Internet erneut gelungen, Schlüsselpositionen mit Top-Kräften zu besetzen und damit der Geschäftsausweitung gerecht zu werden.
Neben einem zielgruppengerechten Arbeitgebermarketing, Kooperationen mit Aus- und Weiterbildungsträgern und dem positiven Abstrahleffekt der Produktmarken steht ein kandidatenfreundlicher, wettbewerbsfähiger Akquise- und Auswahlprozess im Bereich Recruiting im Mittelpunkt der erfolgreichen Personalgewinnung.
Im Geschäftsjahr 2025 ging die Gesamtzahl der Mitarbeitenden gegenüber dem Vorjahr um 2,2 % bzw. 236 Mitarbeitende auf 10.547 (Vorjahr: 10.783) zurück.
Dabei sank die Zahl der Beschäftigten in Deutschland um 4,4 % bzw. 384 Mitarbeitende auf 8.439 zum 31. Dezember 2025 (Vorjahr: 8.823), während die Zahl der Beschäftigten in den ausländischen Gesellschaften um 7,6 % bzw. 148 Mitarbeitende auf 2.108 Mitarbeitende (Vorjahr: 1.960) anstieg.
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung der Mitarbeitenden nach Inland / Ausland(1); Veränderung zum Vorjahr
| 2021 | 2022 | 2023 | 2024(2) | 2025(2) | Veränderung |
Mitarbeitende, gesamt | 9.975 | 10.474 | 10.962 | 10.783 | 10.547 | - 2,2 % |
davon Inland | 8.199 | 8.550 | 8.981 | 8.823 | 8.439 | - 4,4 % |
davon Ausland | 1.776 | 1.924 | 1.981 | 1.960 | 2.108 | + 7,6 % |
| | | | | | |
(1)Aktive Mitarbeitende zum 31. Dezember des jeweiligen Geschäftsjahres
(2)(Aktive) Mitarbeitende 2024 restated nach Anpassung der Berechnungslogik seit Q3 2025 (Ausweis der freigestellten Mitarbeitenden und Mitarbeitenden in der Passiv-Phase der Altersteilzeit bei den inaktiven Mitarbeitenden) und Ausweis von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich seit Q3 2025; Vorjahre 2021-2023 unverändert dargestellt
Aus Sicht der Geschäftssegmente waren 3.063 Mitarbeitende im Segment „Consumer Access“ (Vorjahr: 3.268) tätig, 1.615 im Segment „Business Access“ (Vorjahr: 1.635), 1.089 im Segment „Consumer Applications“ (Vorjahr: 1.095) sowie 4.115 im Segment „Business Applications“ (Vorjahr: 4.072). Weitere 665 Mitarbeitende waren im Bereich „Corporate / Zentralfunktionen“ (Vorjahr: 713) beschäftigt.
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung der Mitarbeitenden nach Segmenten(1) ; Veränderung zum Vorjahr
| 2021 | 2022 | 2023 | 2024(2) | 2025(2) | Veränderung |
Mitarbeitende, gesamt | 9.975 | 10.474 | 10.962 | 10.783 | 10.547 | - 2,2 % |
davon Consumer Access | 3.167 | 3.163 | 3.320 | 3.268 | 3.063 | - 6,3 % |
davon Business Access | 1.238 | 1.336 | 1.522 | 1.635 | 1.615 | - 1,2 % |
davon Consumer Applications | 1.004 | 1.036 | 1.072 | 1.095 | 1.089 | - 0,5 % |
davon Business Applications | 3.998 | 4.247 | 4.364 | 4.072 | 4.115 | + 1,1 % |
davon Corporate/Shared Services | 568 | 692 | 684 | 713 | 665 | - 6,7 % |
| | | | | | |
(1)Aktive Mitarbeitende zum 31. Dezember des jeweiligen Geschäftsjahres
(2)(Aktive) Mitarbeitende 2024 restated nach Anpassung der Berechnungslogik seit Q3 2025 (Ausweis der freigestellten Mitarbeitenden und Mitarbeitenden in der Passiv-Phase der Altersteilzeit bei den inaktiven Mitarbeitenden) und Ausweis von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich seit Q3 2025; Vorjahre 2021-2023 unverändert dargestellt
Der Personalaufwand erhöhte sich im Geschäftsjahr 2025 infolge von Gehaltsanpassungen um 2,2 % auf 826,7 Mio. € (Vorjahr: 808,9 Mio. €). Die Personalaufwandsquote lag unverändert bei 13,5 %.
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung des Personalaufwands; Veränderung zum Vorjahr
in Mio. € | 2021 | 2022 | 2023 | 2024(1) | 2025(1) | Veränderung |
Personalaufwand | 645,4 | 675,5 | 760,0 | 808,9 | 826,7 | + 2,2 % |
Personalaufwandsquote | 11,4 % | 11,4 % | 12,3 % | 13,5 % | 13,5 % | |
| | | | | | |
(1)Nach Bilanzierung von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 zum 30. September 2025; Vorjahr angepasst
Der Umsatz pro Mitarbeitenden bezogen auf die Mitarbeiterzahl im Jahresdurchschnitt betrug für das Geschäftsjahr 2025 ca. 0,57 Mio. € (Vorjahr: ca. 0,55 Mio. €).
Für weitere Informationen zu Themen wie Arbeitsbedingungen, Weiterbildung und Entwicklungsprogrammen, Chancengleichheit und Inklusion sowie Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit wird auf das Kapitel „4. Nichtfinanzielle Konzernerklärung“ verwiesen.
Liquidität und Finanzierung
Die Konzernfinanzierung orientiert sich primär an den strategischen Geschäftsplänen der operativen Geschäftseinheiten. Um ausreichende Flexibilität für weiteres Wachstum zur Verfügung zu stellen, verfolgt United Internet daher laufend Trends der sich an den Finanzmärkten ergebenden Finanzierungsmöglichkeiten. Verschiedene Finanzierungsoptionen wie auch Potenziale zur Optimierung von bestehenden Finanzierungsinstrumenten werden regelmäßig geprüft. Die jederzeitige Sicherstellung ausreichender Liquidität sowie die finanzielle Unabhängigkeit des Konzerns stehen dabei im Vordergrund. Neben der starken Innenfinanzierungskraft unterhält der Konzern ausreichend Liquiditätsreserven bei Kernbanken. Die flexible Ausnutzung dieser Liquiditätsreserven ermöglicht eine effiziente Steuerung der Konzernliquidität und ein optimales Verschuldungsmanagement zur Reduzierung von Zinskosten.
Seit Juli 2012 besteht zwischen der United Internet AG und bestimmten Tochterunternehmen eine Vereinbarung über die Durchführung eines Euro Cash-Poolings (Zero Balancing). Hierdurch werden banktäglich die Guthaben und Fehlbeträge der angebundenen Konzerntöchter über mehrere Kaskaden auf ein zentrales Bankkonto der United Internet AG konzentriert bzw. von diesem ausgeglichen und stehen täglich zur Verfügung.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten beliefen sich im Konzern zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 auf 3.244,8 Mio. € (Vorjahr: 2.813,7 Mio. €) und setzen sich im Wesentlichen aus Schuldscheindarlehen, Konsortialkrediten und bilateralen Kreditvereinbarungen / Betriebsmittellinien zusammen.
Schuldscheindarlehen
Die United Internet AG hat im Geschäftsjahr 2025 – wie auch bereits in den Jahren 2021, 2023 und 2024 – erfolgreich ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 250 Mio. € platziert. Die Mittel aus dieser Transaktion dienen der allgemeinen Unternehmensfinanzierung. Das neue Schuldscheindarlehen ist an keine sogenannten Covenants gebunden.
Zugleich wurden im Geschäftsjahr 2025 zwei fällige Schuldschein-Tranchen in Höhe von insgesamt
250 Mio. € fristgerecht zurückgezahlt.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 bestanden somit unverändert insgesamt 1.217 Mio. € (Vorjahr: 1.217 Mio. €) Verbindlichkeiten aus den Schuldscheindarlehen 2021, 2023, 2024 und 2025 mit maximalen Laufzeiten bis April 2031.
Rückführung des Shareholder Loans durch IONOS Group SE
Die IONOS Group SE hat im Dezember 2023 mit einem Bankenkonsortium einen Kredit über 800 Mio. € zur teilweisen Refinanzierung ihres mit der United Internet AG bestehenden Shareholder Loans abgeschlossen. Die Refinanzierung erfolgt zu einem festen jährlichen Zinssatz von 4,67 %. Der Konsortialkredit hat eine Laufzeit bis zum 15. Dezember 2026 und ist endfällig.
Der Shareholder Loan mit United Internet (ursprüngliche Laufzeit: bis zum 15. Dezember 2026; jährliche feste Verzinsung: 6,75 %) wurde – nach weiteren Teilrückführungen – bereits vorzeitig im Geschäftsjahr 2025 vollständig getilgt.
Konsortialkreditrahmen & Konsortialkredite
Ein Bankenkonsortium hat der United Internet AG im Dezember 2024 einen revolvierenden Konsortialkreditrahmen über 950 Mio. € bis Dezember 2029 eingeräumt. Im Geschäftsjahr 2025 hat United
Internet von einer vertraglich zugesagten Verlängerungsoption Gebrauch gemacht und hat die Laufzeit des revolvierenden Konsortialkreditrahmens für den Zeitraum Dezember 2029 bis Dezember 2030 verlängert.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 war der Konsortialkreditrahmen nicht (Vorjahr: 150 Mio. €) in Anspruch genommen. Damit stehen aus dem noch nicht abgerufenen Kreditrahmen zum Bilanzstichtag Mittel in Höhe von 950 Mio. € (Vorjahr: 800 Mio. €) zur Verfügung.
Zusätzlich hat der Konzern im Dezember 2024 einen im Dezember 2027 endfälligen Konsortialkredit über 550 Mio. € abgeschlossen. Dieser wurde im Januar 2025 durch Ausübung einer vertraglich zugesicherten Erhöhungsoption um 50 Mio. € auf 600 Mio. € aufgestockt. Dabei hat United Internet AG einen Teil ihrer mit Kernbanken bestehenden bilateralen Betriebsmittellinien in den Konsortialkredit eingebracht, so dass diese erfolgreich langfristig refinanziert werden konnten.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 war vorgenannter Konsortialkredit mit 600 Mio. € (Vorjahr: 550 € Mio.) vollständig in Anspruch genommen.
Darüber hinaus haben United Internet und die Japan Bank for International Cooperation (JBIC) ebenfalls im Dezember 2024 einen Darlehensvertrag in Höhe von bis zu 800 Mio. € unterzeichnet. Die Mittel werden durch eine direkte Tranche der vollständig im Eigentum der japanischen Regierung stehenden Japan Bank for International Cooperation und eine durch JBIC garantierte Tranche eines Konsortiums europäischer und japanischer Geschäftsbanken bereitgestellt. Mit dem Darlehen sollen United Internet Mittel zur Verfügung gestellt werden, um über ihre Tochtergesellschaft 1&1 in Deutschland ein 5G-Netz auf Basis der Open-RAN-Technologie aufzubauen.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 war das Darlehen mit 290 Mio. € (Vorjahr: 0 €) in Anspruch genommen, so dass 510 Mio. € (Vorjahr: 800 Mio. €) weiter zur Verfügung stehen.
Bilaterale Kreditvereinbarungen / bilaterale Betriebsmittellinien
Ferner hat der Konzern im Mai 2025 eine Brückenfinanzierung für Aktienkäufe in Höhe von bis zu 325 Mio. € abgeschlossen. Hintergrund der Brückenfinanzierung war das freiwillige öffentliche Erwerbsangebot in Form eines Teilangebots zum Erwerb von bis zu 16.250.827 auf den Inhaber lautende Stückaktien der 1&1 AG. Die Brückenfinanzierung hat eine originäre Laufzeit von einem Jahr mit einer vertraglich zugesicherten Verlängerungsoption um bis zu zwei weiteren Jahren.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 war das vorgenannte Darlehen mit 245 Mio. € in Anspruch genommen. Durch Ablauf der Ziehungsfrist zum 31. Dezember 2025 ist eine darüber hinausgehende Inanspruchnahme ausgeschlossen.
Darüber hinaus verfügt die Gesellschaft weiterhin über verschiedene bilaterale Betriebsmittellinien in Höhe von 339 Mio. € (Vorjahr: 294 Mio. €). Diese sind teils bis auf weiteres eingeräumt, teils bis zum
31. Januar 2027 befristet.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 waren die Betriebsmittellinien mit 76 Mio. € (Vorjahr: 94 Mio. €) in Anspruch genommen, so dass Mittel in Höhe von 263 Mio. € (Vorjahr: 200 Mio. €) zur Verfügung stehen.
Für weitere Informationen wird auf den „Nachtragsbericht“ verwiesen.
Zusätzlich zu den oben genannten Kreditlinien stehen dem Konzern zum Bilanzstichtag Avalkreditrahmen in Höhe von 136,0 Mio. € (Vorjahr: 106,0 Mio. €) zur Verfügung, die teilweise auch von anderen Konzerngesellschaften genutzt werden können. Die Avalkreditrahmen stehen insbesondere für die Stellung von operativen Bank-Garantien zur Verfügung.
Weitere Angaben zu den verschiedenen Finanzinstrumente, zu Inanspruchnahmen, Zinssätzen und Laufzeiten finden sich auch im Konzernanhang unter Anhangangabe 32.
Zum Bilanzstichtag bestehen Abnahmeverpflichtungen für Sachanlagevermögen (insbesondere für
Netzinfrastruktur) in einem Gesamtbetrag von 259,2 Mio. € (Vorjahr: 342,4 Mio. €). Zudem bestehen
zum Bilanzstichtag Abnahmeverpflichtungen für immaterielle Vermögenswerte (insbesondere Software) in einem Gesamtbetrag von 97,7 Mio. € (Vorjahr: 19,9 Mio. €).
Für weitere Angaben zu den wesentlichen Investitionsverpflichtungen wird auf den Konzernanhang unter Anhangangabe 27 und 28 verwiesen.
Im Geschäftsjahr 2025 ergaben sich keine wesentlichen Akquisitions- und Desinvestitionseffekte
auf Umsatz und EBITDA von Konzern und Segmenten. Gleichwohl haben sich mit der IONOS-Entscheidung, Sedo zu veräußern sowie dem Ausweis von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5, wesentliche Änderungen in der Gesamtergebnisrechnung (GuV), der Kapitalflussrechnung sowie der Bilanz ergeben.
Insbesondere wurden gemäß IFRS 5 die Geschäftszahlen 2025 sowie die Vorjahreszahlen der Gesamtergebnisrechnung angepasst. Die Umsatzerlöse und Aufwendungen des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs sind in den jeweiligen GuV-Positionen nicht mehr enthalten. Der nicht fortgeführte Geschäftsbereich wird mit seinem Periodenergebnis nach Steuern separat dargestellt. Die Auswirkungen auf die Kapitalflussrechnung zum 31. Dezember 2025 und 31. Dezember 2024 werden im Konzernanhang unter Anhangangabe 16 separat ausgewiesen. Die Auswirkungen auf die Bilanz zum 31. Dezember 2025 werden innerhalb der Bilanz separat dargestellt. Die Bilanz zum 31. Dezember 2024 ist dagegen unverändert darzustellen. Es ergaben sich daraus keine wesentlichen Einflüsse auf die Kommentierung der Vermögenslage.
Im Geschäftsjahr 2025 ergaben sich nur geringfügig negative Währungseffekte auf Konzern- und Segmentebene (überwiegend Segment „Business Applications“) in Höhe von -10,4 Mio. € beim Umsatz und
-3,8 Mio. € beim EBITDA. Gleiches gilt für die Vermögenslage im Konzern, für die sich keine wesentlichen Effekte aus Währungsschwankungen ergaben.
Ertragslage im Konzern
Die Zahl der kostenpflichtigen Kundenverträge im United Internet Konzern konnte im Geschäftsjahr 2025 um insgesamt 700.000 Verträge auf 29,72 Mio. gesteigert werden. Werbefinanzierte Free-Accounts blieben hingegen mit 38,68 Mio. aufgrund der hohen Konvertierung in kostenpflichtige Kundenverhältnisse um 250.000 bzw. 0,6 % hinter dem 31. Dezember 2024 zurück.
Nach Bilanzierung von Sedo nach IFRS 5 und bereinigt um die Umsatzbeiträge aus „Energy“ und „De-Mail“ (26,2 Mio. €) im Vorjahr bzw. aus „Energy“ im Geschäftsjahr 2025 (16,1 Mio. €) stieg der Umsatz auf Konzernebene von 5.990,8 Mio. € (vergleichbarer Vorjahreswert) um 1,9 % auf 6.103,8 Mio. € im Geschäftsjahr 2025. Die Umsätze im Ausland stiegen trotz negativer Währungseffekte um 4,0 % auf 585,6 Mio. € (Vorjahr: 563,2 Mio. €).
Die Umsatzkosten stiegen deutlich von 4.063,9 Mio. € im Vorjahr auf 4.208,1 Mio. €. Die Umsatzkostenquote erhöhte sich damit überproportional von 67,5 % (vom Umsatz) im Vorjahr auf 68,8 % (vom Umsatz) im Geschäftsjahr 2025. Die Bruttomarge sank entsprechend von 32,5 % auf 31,2 % und das Bruttoergebnis ging von 1.953,0 Mio. € um -2,1 % auf 1.911,7 Mio. € zurück. Ursächlich für diesen Rückgang waren insbesondere die höheren Abschreibungen infolge der Investitionen in den Ausbau des Glasfasernetzes von 1&1 Versatel und des Mobilfunknetzes von 1&1.
Die Vertriebskosten sanken von 975,0 Mio. € (16,2 % vom Umsatz) im Vorjahr auf 946,5 Mio. € (15,5 % vom Umsatz). Die Verwaltungskosten stiegen hingegen von 283,9 Mio. € (4,7 % vom Umsatz) auf 301,0 Mio. € (4,9 % vom Umsatz).
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung wesentlicher Kostenpositionen
in Mio. € | 2021 | 2022 | 2023 | 2024(1) | 2025(1) |
Umsatzkosten | 3.684,9(2) | 3.906,3 | 4.145,1 | 4.063,9 | 4.208,1 |
Umsatzkostenquote | 65,3 % | 66,0 % | 66,7 % | 67,5 % | 68,8 % |
Bruttomarge | 34,7 % | 34,0 % | 33,3 % | 32,5 % | 31,2 % |
Vertriebskosten | 835,7 | 907,2 | 943,2 | 975,0 | 946,5 |
Vertriebskostenquote | 14,8 % | 15,3 % | 15,2 % | 16,2 % | 15,5 % |
Verwaltungskosten | 243,0 | 248,5 | 275,9 | 283,9 | 301,0 |
Verwaltungskostenquote | 4,3 % | 4,2 % | 4,4 % | 4,7 % | 4,9 % |
| | | | | |
(1)Nach Bilanzierung von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 zum 30. September 2025; Vorjahr angepasst
(2)Inklusive eines periodenfremden positiven Ergebniseffekts, der dem 2. Halbjahr 2020 zuzuordnen ist (Effekt: +39,4 Mio. €)
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen gingen leicht von -23,1 Mio. € im Vorjahr auf -21,1 Mio. € in 2025 zurück. Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen von 65,9 Mio. € auf 91,6 Mio. €. Wertminderungsaufwendungen auf Forderungen und Vertragsvermögenswerte blieben mit -141,7 Mio. € nahezu unverändert (Vorjahr: -140,9 Mio. €).
Die Ergebniskennzahlen waren in 2025 und 2024 von folgenden Sondereffekten geprägt:
○ Der Sondereffekt „Ergebnisbeitrag aus Energy“ resultiert aus der Entscheidung, die Geschäftsfelder „Energy und De-Mail“ nicht fortzuführen. Nach der Einstellung des Geschäftsfeldes „De-Mail“ in 2024 wurden die Kennzahlen 2025 im Rahmen des Lageberichts nur noch um das Mitte Oktober 2025 veräußerte Geschäftsfeld „Energy“ bereinigt. Inklusive des Verkaufserlöses wirkte sich das vorgenannte Geschäftsfeld in 2025 positiv auf EBITDA, EBIT, EBT, Konzernergebnis und EPS aus.
○ Der Sondereffekt „Zinsertrag aus BFH-Verfahren 2025“ resultiert aus einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) in 2025 in einem steuerlichen Rechtsstreit zwischen United Internet und der zuständigen Finanzbehörde zugunsten von United Internet. Aus der Entscheidung resultierte ein Zinsertrag, der sich in 2025 positiv auf EBT, Konzernergebnis und EPS auswirkte.
○ Der Sondereffekt „Steuerertrag aus BFH-Verfahren 2025“ beruht ebenfalls auf vorgenanntem Sachverhalt und wirkte sich in Form eines Steuerertrages in 2025 positiv auf Konzernergebnis und EPS aus.
Weitere Einzelheiten zu den vorgenannten Sondereffekten finden sich im Kapitel 2.2 „Geschäftsverlauf“ unter „Sondereffekte im Geschäftsjahr 2025“.
○ Der Sondereffekt „Ergebnisbeitrag aus Energy und De-Mail“ resultiert aus der Entscheidung, die Geschäftsfelder „Energy“ und „De-Mail“ nicht fortzuführen und die Finanzkennzahlen im Rahmen des Lageberichts entsprechend zu bereinigen. Die vorgenannten Geschäftsfelder wirkten sich in 2024 negativ auf EBITDA, EBIT, EBT, Konzernergebnis und EPS aus.
○ Der Sondereffekt „Nicht-cashwirksame Wertminderung auf die Beteiligung an Kublai“ resultiert aus einer außerplanmäßigen, nicht-cashwirksamen Wertminderung auf die Kublai-/Tele Columbus-Beteiligung und wirkte sich in 2024 negativ auf EBT, Konzernergebnis und EPS aus.
○ Der Sondereffekt „Einmalige Steuereffekte 2024“ resultiert aus einer einmaligen Wertberichtigung von in Vorjahren aktivierten latenten Steuern auf Verlustvorträge auf Ebene der 1&1 Versatel GmbH. Gegenläufig erfolgte eine direkte Verrechnung der laufenden Verluste von 1&1 Versatel auf Ebene der United Internet AG infolge eines in 2024 mit 1&1 Versatel geschlossenen Ergebnisabführungsvertrages. Der Sondereffekt wirkte sich in 2024 negativ auf Konzernergebnis und EPS aus.
Herleitung von EBITDA, EBIT, EBT sowie Konzernergebnis und EPS aus fortgeführten Geschäftsbereichen (laut Gesamtergebnisrechnung) auf die um Sondereffekte bereinigten Werte (operativ)
in Mio. €; EPS in € | Geschäftsjahr 2025(1) | Geschäftsjahr 2024(1) |
EBITDA | 1.289,8 | 1.250,9 |
Ergebnisbeitrag Energy | –7,8 | |
Ergebnisbeitrag Energy und De-Mail | | 0,7 |
EBITDA bereinigt (operativ) | 1.282,0 | 1.251,6 |
EBIT | 593,1 | 595,9 |
Ergebnisbeitrag Energy | –7,8 | |
Ergebnisbeitrag Energy und De-Mail | | 0,9 |
EBIT bereinigt (operativ) | 585,3 | 596,8 |
EBT | 463,7 | 261,3 |
Ergebnisbeitrag Energy | –7,8 | |
Ergebnisbeitrag Energy und De-Mail | | 0,9 |
Zinsertrag aus BFH-Verfahren | –30,2 | |
Nicht-cashwirksame Wertminderung auf die Beteiligung an Kublai | | 170,5 |
EBT bereinigt (operativ) | 425,7 | 432,7 |
Konzernergebnis(2) | 366,8 | 17,9 |
Ergebnisbeitrag Energy | –6,1 | |
Ergebnisbeitrag Energy und De-Mail | | 0,6 |
Zinsertrag aus BFH-Verfahren | –20,3 | |
Steuerertrag aus BFH-Verfahren | –28,9 | |
Nicht-cashwirksame Wertminderung auf die Beteiligung an Kublai | | 170,5 |
Einmalige Steuereffekte | | 52,0 |
Konzernergebnis bereinigt (operativ)(2) | 311,5 | 241,0 |
Konzernergebnis "Anteilseigner United Internet"(2) | 267,1 | –73,4 |
Ergebnisbeitrag Energy | –6,1 | |
Ergebnisbeitrag Energy und De-Mail | | 0,6 |
Zinsertrag aus BFH-Verfahren | –20,3 | |
Steuerertrag aus BFH-Verfahren | –28,9 | |
Nicht-cashwirksame Wertminderung auf die Beteiligung an Kublai | | 170,5 |
Einmalige Steuereffekte | | 52,0 |
Konzernergebnis "Anteilseigner United Internet" bereinigt (operativ)(2) | 211,8 | 149,7 |
EPS(2) | 1,55 | –0,43 |
Ergebnisbeitrag Energy | –0,03 | |
Ergebnisbeitrag Energy und De-Mail | | 0,00 |
Zinsertrag aus BFH-Verfahren | –0,12 | |
Steuerertrag aus BFH-Verfahren | –0,17 | |
Nicht-cashwirksame Wertminderung auf die Beteiligung an Kublai | | 0,99 |
Einmalige Steuereffekte | | 0,30 |
EPS bereinigt (operativ)(2) | 1,23 | 0,86 |
| | |
(1)Nach Bilanzierung von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 zum 30. September 2025; Vorjahr angepasst
(2)Aus fortgeführten Geschäftsbereichen
Bereinigt um den vorgenannten Ergebnisbeitrag aus „Energy“ im Geschäftsjahr 2025 sowie um die Ergebnisbeiträge aus „Energy“ und „De-Mail“ im Geschäftsjahr 2024 entwickelten sich die operativen Ergebniskennzahlen des Konzerns (EBITDA und EBIT) wie folgt:
Das operative EBITDA im Konzern belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf 1.282,0 Mio. € und lag damit um 2,4 % über dem Vorjahr (1.251,6 Mio. €). Die darin enthaltenen Aufwendungen für den Ausbau des 1&1 Mobilfunknetzes beliefen sich auf unverändert zum Vorjahr auf -265,3 Mio. €.
Infolge gestiegener Abschreibungen blieb das operative EBIT mit 585,3 Mio. € hingegen leicht um 1,9 % hinter dem vergleichbaren Vorjahreswert (596,8 Mio. €) zurück. Die darin enthaltenen Abschreibungen erhöhten sich, insbesondere infolge der Investitionen in den Ausbau des Glasfasernetzes von 1&1 Versatel sowie des Mobilfunknetzes von 1&1, auf insgesamt 696,7 Mio. € (Vorjahr: 654,8 Mio. €).
Entsprechend stieg die operative EBITDA-Marge von 20,9 % im Vorjahr auf 21,0 %, während die operative EBIT-Marge auf 9,6 % (Vorjahr: 10,0 %) zurück ging.
Die Zahl der Mitarbeitenden im Konzern sank in 2025 um 2,2 % auf 10.547 (Vorjahr: 10.783).
Wesentliche Umsatz- und Ergebniskennzahlen im Konzern (in Mio. €)
(1)Nach Bilanzierung von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 zum 30. September 2025;
exklusive des Umsatz- und Ergebnisbeitrages von Energy (Umsatz-Beitrag: 16,1 Mio. €, EBITDA-Beitrag: +7,8 Mio. € netto inkl. Verkaufserlös, EBIT-Beitrag: +7,8 Mio. € netto inkl. Verkaufserlös)
(2)Vorjahr angepasst nach Bilanzierung von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 zum 30. September 2025;
exklusive der Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Energy und De-Mail (Umsatz-Beitrag: 26,2 Mio. €, EBITDA-Beitrag: -0,7 Mio. €, EBIT-Beitrag:
-0,9 Mio. €); inklusive periodenfremde Aufwendungen für den Netzaufbau aus 2022 und 2023 (EBITDA- und EBIT-Effekt: -14,3 Mio. €)
Quartalsentwicklung; Veränderung zum Vorjahresquartal(1)
in Mio. € | Q1 2025(2) | Q2 2025(2) | Q3 2025(2) | Q4 2025(2) | Q4 2024(3) | Veränderung |
Umsatz | 1.514,1 | 1.478,6 | 1.509,5 | 1.601,6 | 1.548,5 | + 3,4 % |
EBITDA | 324,0 | 318,9 | 323,5 | 315,6 | 303,5 | + 4,0 % |
EBIT | 144,4 | 140,9 | 157,9 | 142,1 | 97,4 | + 45,9 % |
| | | | | | |
(1)Ungeprüft; siehe Hinweis „ungeprüfte Abschnitte“ am Anfang des Lageberichts
(2)Nach Bilanzierung von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 zum 30. September 2025; Vorquartale angepasst;
exklusive des Umsatz- und Ergebnisbeitrages von Energy
(Umsatz-Beitrag: 5,9 Mio. €, EBITDA-Beitrag: +0,2 Mio. €, EBIT-Beitrag: +0,2 Mio. € in Q1 2025;
Umsatz-Beitrag: 5,3 Mio. €, EBITDA-Beitrag: +1,0 Mio. €, EBIT-Beitrag: +1,0 Mio. € in Q2 2025;
Umsatz-Beitrag: 4,9 Mio. €, EBITDA-Beitrag: +0,7 Mio. €, EBIT-Beitrag: +0,7 Mio. € in Q3 2025;
Umsatz-Beitrag: 0,0 Mio. €, EBITDA-Beitrag: +5,9 Mio. € netto inkl. Verkaufserlös, EBIT-Beitrag: +5,9 Mio. € in Q4 2025 netto inkl. Verkaufserlös)
(3)Nach Bilanzierung von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 zum 30. September 2025; Vorquartale angepasst;
exklusive der Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Energy und De-Mail
(Umsatz-Beitrag: 6,3 Mio. €, EBITDA-Beitrag: -0,5 Mio. €, EBIT-Beitrag: -0,6 Mio. € in Q4 2024)
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung wesentlicher Umsatz- und Ergebniskennzahlen
in Mio. € | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 |
Umsatz | 5.646,2 | 5.915,1 | 6.185,9(3) | 5.990,8(4) | 6.103,8(5) |
EBITDA | 1.262,4(1) | 1.271,8(2) | 1.296,5(3) | 1.251,6(4) | 1.282,0(5) |
EBITDA-Marge | 22,4 % | 21,5 % | 21,0 % | 20,9 % | 21,0 % |
EBIT | 788,6(1) | 790,7(2) | 758,5(3) | 596,8(4) | 585,3(5) |
EBIT-Marge | 14,0 % | 13,4 % | 12,3 % | 10,0 % | 9,6 % |
| | | | | |
(1)Exklusive des periodenfremden positiven Ergebniseffekts, der dem 2. Halbjahr 2020 zuzuordnen ist (EBITDA- und EBIT-Effekt: +39,4 Mio. €) und exklusive eines nicht-cashwirksamen Bewertungseffekts aus Derivaten (EBITDA- und EBIT-Effekt: +3,0 Mio. €)
(2)Exklusive eines nicht-cashwirksamen Bewertungseffekts aus Derivaten (EBITDA- und EBIT-Effekt: -0,5 Mio. €) und exklusive IPO-Kosten IONOS (EBITDA- und EBIT-Effekt: -8,8 Mio. €)
(3)Exklusive der Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Energy und De-Mail (Umsatz-Beitrag: 27,3 Mio. €, EBITDA-Beitrag: -2,7 Mio. €, EBIT-Beitrag:
-2,8 Mio. €) und exklusive IPO-Kosten IONOS (EBITDA- und EBIT-Effekt: -1,7 Mio. € netto (IPO-Kosten und gegenläufig anteilige Kostenübernahme durch den IONOS Mitgesellschafter))
(4)Vorjahr angepasst nach Bilanzierung von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 zum 30. September 2025;
exklusive der Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Energy und De-Mail (Umsatz-Beitrag: 26,2 Mio. €, EBITDA-Beitrag: -0,7 Mio. €, EBIT-Beitrag:
-0,9 Mio. €); inklusive periodenfremde Aufwendungen für den Netzaufbau aus 2022 und 2023 (EBITDA- und EBIT-Effekt: -14,3 Mio. €)
(5)Nach Bilanzierung von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 zum 30. September 2025;
exklusive des Umsatz- und Ergebnisbeitrages von Energy (Umsatz-Beitrag: 16,1 Mio. €, EBITDA-Beitrag: +7,8 Mio. € netto inkl. Verkaufserlös, EBIT-Beitrag: +7,8 Mio. € netto inkl. Verkaufserlös)
Zusätzlich bereinigt um die nicht-cashwirksame Wertminderung auf die Beteiligung an Kublai / Tele Columbus (ausgewiesen im Ergebnis aus dem Verlust des maßgeblichen Einflusses) in 2024 sowie Zinserträge aus dem BFH-Verfahren in 2025 blieb das operative Ergebnis vor Steuern (EBT) – ausgehend von dem aus vorgenannten Gründen leicht zurückgegangenen operativen EBIT– ebenfalls leicht mit 425,7 Mio. € hinter dem Vorjahr (432,7 Mio. €) zurück.
Abschließend bereinigt um einmalige Steuereffekte in 2024 sowie der einmaligen Steuerrückerstattung aus dem BFH-Verfahren in 2025 entwickelten sich die weiteren operativen Ergebniskennzahlen des Konzerns wie folgt:
Das operative Konzernergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen stieg hingegen von 241,0 Mio. € auf 311,5 Mio. €. Ursächlich für diesen Anstieg waren vor allem deutlich geringere Steueraufwendungen, insbesondere infolge einer Neubewertung der latenten Steuern auf Basis des ab 2028 stufenweise sinkenden Körperschaftsteuersatzes in Deutschland.
Gleiches gilt für das auf die Anteilseigner der United Internet AG entfallende operative Konzernergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen, das von 149,7 Mio. € auf 211,8 Mio. € anstieg.
Dadurch verbesserte sich auch das operative EPS aus fortgeführten Geschäftsbereichen entsprechend von 0,86 € auf 1,23 €.
Finanzlage im Konzern
Der Cashflow vor Veränderung der Bilanzposten (Zwischensumme) verbesserte sich von 1.128,9 Mio. € im Vorjahr auf 1.192,2 Mio. € im Geschäftsjahr 2025.
Die Nettozahlungen der betrieblichen Tätigkeit stiegen deutlich von 954,1 Mio. € auf 1.236,8 Mio. €. Ursächlich hierfür waren vor allem der Wegfall der im Vorjahr letztmalig erfolgten jährlichen Vorauszahlung im Rahmen des Kontingentvertrages mit der Deutschen Telekom.
Die Nettozahlungen im Investitionsbereich weisen im Berichtszeitraum Nettoauszahlungen in Höhe von -689,8 Mio. € (Vorjahr: -765,6 Mio. €) aus. Diese resultieren im Wesentlichen aus Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in Höhe von -730,8 Mio. € (Vorjahr: -774,6 Mio. €). Hinzu kamen nachträgliche Einzahlungen und gegenläufige Auszahlungen im Zusammenhang mit Unternehmenstransaktionen in Zusammenhang mit dem Ausstieg von Warburg Pincus, die sich netto auf 20,9 Mio. € summierten (Vorjahr: 5,6 Mio. €), sowie erhaltene Zinsen von 20,7 Mio. € (Vorjahr: 1,8 Mio. €).
Der Free Cashflow ist bei United Internet definiert als Nettoeinzahlungen der betrieblichen Tätigkeit, verringert um Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, zuzüglich Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen. Der Free Cashflow verbesserte sich deutlich von 184,5 Mio. € im Vorjahr auf 508,3 Mio. € im Geschäftsjahr 2025.
Abzüglich der Cashflow-Position „Tilgung von Leasingverbindlichkeiten“, die seit der Erstanwendung des Rechnungslegungsstandards IFRS 16 im Cashflow aus dem Finanzierungsbereich ausgewiesen werden, verbesserte sich der Free Cashflow (nach Leasing) ebenfalls deutlich von 47,4 Mio. € im Vorjahr auf 320,6 Mio. € im Geschäftsjahr 2025.
Bestimmend in den Nettozahlungen im Finanzierungsbereich waren im Geschäftsjahr 2025 die Aufnahme von Krediten (netto 426,2 Mio. €; Vorjahr: 356,7 Mio. €), die Auszahlungen für Zinsen (-157,2 Mio. €; Vorjahr: (-149,5 Mio. €), die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten (-187,6 Mio. €; Vorjahr: -137,1 Mio. €) sowie Dividendenzahlungen (-328,4 Mio. €; Vorjahr: -86,4 Mio. €) sowie die Auszahlungen an Minderheitsgesellschafter im Rahmen zweier Aktienrückkaufprogramme der Konzerntochter IONOS Group SE sowie des Erwerbs von Aktien der Konzerntochter 1&1 AG durch die United Internet AG (-303,1 Mio. €; Vorjahr: -22,3 Mio. €)
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beliefen sich zum 31. Dezember 2025 stichtagsbedingt auf 48,0 Mio. €, nach 114,9 Mio. € zum Vorjahresstichtag.
Entwicklung der wesentlichen Cashflow-Kennzahlen
in Mio. € | 2025 | 2024 | Veränderung |
Cashflow vor Veränderung der Bilanzposten (Zwischensumme) | 1.192,2 | 1.128,9 | + 63,3 |
Nettozahlungen der betrieblichen Tätigkeit | 1.236,8 | 954,1 | + 282,7 |
Nettozahlungen im Investitionsbereich | –689,8 | –765,6 | + 75,8 |
Free Cashflow(1) | 320,6(2) | 47,4(3) | + 273,2 |
Nettozahlungen im Finanzierungsbereich | –613,1 | –101,8 | - 511,3 |
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 31. Dezember | 48,0 | 114,9 | - 66,9 |
| | | |
(1)Free Cashflow ist definiert als Nettozahlungen der betrieblichen Tätigkeit, verringert um Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, zuzüglich Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen
(2)2025 inkl. des Tilgungsanteils von Leasingverbindlichkeiten (-187,6 Mio. €), die seit dem Geschäftsjahr 2019 (IFRS 16) in den Nettozahlungen im Finanzierungsbereich ausgewiesen werden
(3)2024 inkl. des Tilgungsanteils von Leasingverbindlichkeiten (-137,1 Mio. €), die seit dem Geschäftsjahr 2019 (IFRS 16) in den Nettozahlungen im Finanzierungsbereich ausgewiesen werden
Für weitere Angaben zu Garantien, Leasing- und anderen Finanzierungsverpflichtungen wird auf
das Kapitel 2.2 „Geschäftsverlauf“, „Liquidität und Finanzierung“ sowie den Konzernanhang unter
Anhangangabe 46 verwiesen.
Vermögenslage im Konzern
Die Bilanzsumme stieg von 11,936 Mrd. € per 31. Dezember 2024 auf 11,978 Mrd. € zum 31. Dezember 2025.
Entwicklung der kurzfristigen Vermögenswerte
in Mio. € | 31.12.2025 | 31.12.2024 | Veränderung |
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 44,8 | 114,9 | - 70,1 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 473,5 | 515,8 | - 42,4 |
Vertragsvermögenswerte | 572,0 | 630,3 | - 58,3 |
Vorräte | 93,8 | 119,7 | - 25,9 |
Abgegrenzte Aufwendungen | 395,9 | 394,2 | + 1,7 |
Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 75,8 | 106,1 | - 30,3 |
Ertragsteueransprüche | 91,2 | 93,1 | - 1,9 |
Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte | 20,8 | 15,2 | + 5,6 |
Summe kurzfristige Vermögenswerte | 1.767,8 | 1.989,3 | - 221,5 |
| | | |
Kurzfristige Vermögenswerte gingen von 1.989,3 Mio. € per 31. Dezember 2024 auf 1.767,8 Mio. € zum 31. Dezember 2025 zurück. Dabei ging der in den kurzfristigen Vermögenswerten ausgewiesene Bestand an liquiden Mitteln stichtagsbedingt von 114,9 Mio. € auf 44,8 Mio. € zurück. Kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gingen von 515,8 Mio. € auf 473,5 Mio. zurück. Kurzfristige Vertragsvermögenswerte sanken infolge des aktuell (im Vergleich zu Vorperioden) geringeren Kundenwachstums im Segment „Consumer Access“ sowie einer Verschiebung von kurz- in langfristige Vertragsvermögenswerten von 630,3 Mio. € auf 572,0 Mio. €. Vorräte gingen leicht von 119,7 Mio. € auf 93,8 Mio. € zurück. Kurzfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte sanken insbesondere infolge geleisteter bedingter Kaufpreiszahlungen nach dem Ausstieg von Warburg Pincus bei IONOS von 106,1 Mio. € auf 75,8 Mio. €.
Die Bilanzposten kurzfristige abgegrenzte Aufwendungen, Ertragsteueransprüche sowie sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte blieben weitgehend unverändert.
Entwicklung der langfristigen Vermögenswerte
in Mio. € | 31.12.2025 | 31.12.2024 | Veränderung |
Anteile an assoziierten Unternehmen | 127,1 | 124,9 | + 2,2 |
Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 40,1 | 85,9 | - 45,8 |
Sachanlagen | 3.584,4 | 3.145,0 | + 439,4 |
Immaterielle Vermögenswerte | 1.791,3 | 1.879,8 | - 88,5 |
Firmenwerte | 3.623,1 | 3.632,7 | - 9,6 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 23,8 | 29,9 | - 6,0 |
Vertragsvermögenswerte | 232,1 | 187,9 | + 44,2 |
Abgegrenzte Aufwendungen | 724,8 | 801,2 | - 76,5 |
Latente Steueransprüche | 49,2 | 59,0 | - 9,8 |
Summe langfristige Vermögenswerte | 10.196,0 | 9.946,4 | + 249,5 |
| | | |
Langfristige Vermögenswerte stiegen von 9.946,4 Mio. € per 31. Dezember 2024 auf 10.196,0 Mio. € zum 31. Dezember 2025. Dabei gingen langfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte, insbesondere durch eine erfolgsneutral erfasste Änderung des beizulegenden Wertes der Kublai GmbH, von 85,9 Mio. € auf 40,1 Mio. € zurück. Sachanlagen stiegen infolge der im Berichtszeitraum getätigten Investitionen (insbesondere 5G-Netzausbau sowie Glasfaser-Netzausbau in den Segmenten „Consumer Access“ und „Business Access“) deutlich von 3.145,0 Mio. € auf 3.584,4 Mio. €, während immaterielle Vermögenswerte im Wesentlichen infolge gestiegener Abschreibungen von 1.879,8 Mio. € auf 1.791,3 Mio. € zurückgingen. Langfristige Vertragsvermögenswerte stiegen insbesondere infolge der Einführung von neuen Vertragsmodellen bei 1&1 mit 24-monatiger Laufzeit und 36-monatiger Gerätezahlung von 187,9 Mio. € auf 232,1 Mio. €, wohingegen langfristig abgegrenzte Aufwendungen stichtagsbedingt infolge der Auflösung von geleisteten Vorauszahlungen an Vorleister von 801,2 Mio. € auf 724,8 Mio. € sanken.
Die weiteren Bilanzposten Anteile an assoziierten Unternehmen, Firmenwerte, langfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie latente Steueransprüche blieben weitgehend unverändert.
Die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte beliefen sich auf 14,7 Mio. € (Vorjahr: 0 €).
Entwicklung der kurzfristigen Schulden
in Mio. € | 31.12.2025 | 31.12.2024 | Veränderung |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 630,9 | 798,1 | - 167,2 |
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 1.235,3 | 356,5 | + 878,9 |
Ertragsteuerschulden | 63,1 | 48,0 | + 15,1 |
Vertragsverbindlichkeiten | 193,2 | 184,0 | + 9,2 |
Sonstige Rückstellungen | 30,8 | 23,3 | + 7,4 |
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 358,6 | 305,8 | + 52,8 |
Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten | 133,7 | 165,9 | - 32,2 |
Summe kurzfristige Schulden | 2.645,6 | 1.881,6 | + 764,0 |
| | | |
Kurzfristige Schulden stiegen deutlich von 1.881,6 Mio. € per 31. Dezember 2024 auf 2.645,6 Mio. € zum 31. Dezember 2025. Dabei sanken die kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen insbesondere infolge von Phasing-Effekten aus 2024 von 798,1 Mio. € auf 630,9 Mio. €. Gegenläufig stiegen die kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten infolge von Umgliederungen entsprechend der Fälligkeiten der Verbindlichkeiten deutlich von 356,5 Mio. € auf 1.235,3 Mio. € an. Sonstige finanziellen Verbindlichkeiten erhöhten sich ebenfalls insbesondere infolge von Umgliederungen aus langfristigen Verbindlichkeiten (insbesondere Frequenzverbindlichkeiten) von 305,8 Mio. € auf 358,6 Mio. €. Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten gingen hingegen durch den Rückgang von Umsatzsteuerverbindlichkeiten von 165,9 Mio. € auf 133,7 Mio. € zurück.
Die Bilanzposten Ertragsteuerschulden, kurzfristige Vertragsverbindlichkeiten sowie kurzfristige sonstige Rückstellungen blieben weitgehend unverändert.
Entwicklung der langfristigen Schulden
in Mio. € | 31.12.2025 | 31.12.2024 | Veränderung |
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 2.009,4 | 2.457,2 | - 447,8 |
Latente Steuerschulden | 329,0 | 350,7 | - 21,8 |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1,4 | 2,4 | - 1,1 |
Vertragsverbindlichkeiten | 25,4 | 31,0 | - 5,6 |
Sonstige Rückstellungen | 91,4 | 70,4 | + 21,0 |
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 1.637,1 | 1.597,6 | + 39,5 |
Summe langfristige Schulden | 4.093,6 | 4.509,4 | - 415,8 |
| | | |
Langfristige Schulden gingen hingegen von 4.509,4 Mio. € per 31. Dezember 2024 auf 4.093,6 Mio. € zum 31. Dezember 2025 zurück. Ursächlich hierfür waren insbesondere die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, die trotz Inanspruchnahme bestehender und neuer langfristiger Kreditlinien (Schuldscheindarlehen 2025) durch Umgliederungen entsprechend der Fälligkeiten in kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von 2.457,2 Mio. € auf 2.009,4 Mio. € zurückgingen. Latente Steuerschulden gingen insbesondere infolge einer Neubewertung der latenten Steuern auf Basis des ab 2028 stufenweise sinkenden Körperschaftsteuersatzes in Deutschland von 350,7 Mio. € auf 329,0 Mio. € zurück. Langfristige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten erhöhten sich insbesondere aufgrund von höheren Leasing-Zugängen (IFRS 16) von 1.597,6 Mio. € auf 1.637,1 Mio. €.
Langfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, langfristige Vertragsverbindlichkeiten sowie langfristige sonstige Rückstellungen blieben weitgehend unverändert.
Die mit den zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte verbundenen Schulden beliefen sich auf 12,1 Mio. € (Vorjahr: 0 €).
Entwicklung des Eigenkapitals
in Mio. € | 31.12.2025 | 31.12.2024 | Veränderung |
Grundkapital | 192,0 | 192,0 | 0,0 |
Kapitalrücklage | 2.239,9 | 2.199,5 | + 40,4 |
Kumuliertes Konzernergebnis | 2.726,8 | 2.851,5 | - 124,7 |
Eigene Anteile | –459,3 | –459,3 | 0,0 |
Neubewertungsrücklage | –2,0 | 2,7 | - 4,7 |
Währungsumrechnungsdifferenz | –16,8 | –5,2 | - 11,7 |
Auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital | 4.680,6 | 4.781,2 | - 100,6 |
Nicht beherrschende Anteile | 546,6 | 763,5 | - 216,9 |
Summe Eigenkapital | 5.227,2 | 5.544,7 | - 317,6 |
| | | |
Das Eigenkapital im Konzern sank von 5.544,7 Mio. € per 31. Dezember 2024 auf 5.227,2 Mio. € zum 31. Dezember 2025. Dabei ging das kumulierte Konzernergebnis, das die in der Vergangenheit erzielten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen (soweit sie nicht ausgeschüttet wurden) enthält, trotz des guten Konzernergebnisses im Geschäftsjahr 2025 von 2.851,5 Mio. € auf 2.726,8 Mio. € zurück. Ursächlich hierfür war insbesondere die Dividendenzahlung (bestehend aus einer regulären Dividende sowie einer einmaligen Nachholdividende) in deren Rahmen insgesamt 328,4 Mio. € ausgeschüttet wurden. Nicht beherrschende Anteile gingen insbesondere infolge des Aktienerwerbs im Rahmen des freiwilligen öffentlichen Erwerbsangebotes an die Aktionäre der 1&1 AG sowie durch die weiteren Erwerbe von 1&1 Aktien Anfang April und Ende August von 763,5 Mio. € auf 546,6 Mio. € zurück. Die Eigenkapitalquote im Konzern sank entsprechend um 2,9 Prozentpunkte von 46,5 % auf 43,6 %.
Die Netto-Bankverbindlichkeiten (d. h. der Saldo aus Bankverbindlichkeiten und liquiden Mitteln) erhöhten sich von 2.698,8 Mio. € per 31. Dezember 2024 auf 3.200,0 Mio. € zum 31. Dezember 2025. Der im Vergleich zum Vorjahr angestiegene Finanzbedarf ergab sich insbesondere aus der höheren Dividendenzahlung 2025 (inkl. einer einmaligen Nachholdividende) von insgesamt 328,4 Mio. € (Vorjahr: 86,4 Mio. €) sowie aus den Erwerben von 1&1 Aktien in Höhe von insgesamt 247,0 Mio. € (Vorjahr: 0 €).
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung der relativen Verschuldung
| 31.12.2021 | 31.12.2022 | 31.12.2023 | 31.12.2024(1) | 31.12.2025(1) |
Netto-Bankverbindlichkeiten(2) / EBITDA | 1,31 | 1,68 | 1,89 | 2,16 | 2,48 |
| | | | | |
(1)Nach Bilanzierung von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 zum 30. September 2025; Vorjahr angepasst
(2)Netto-Bankverbindlichkeiten = Saldo aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und liquiden Mittel
Weitere Angaben zu Zielsetzung und Methoden des Finanzrisiko-Managements im Konzern finden sich auch im Konzernanhang unter Anhangangabe 44.
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung wesentlicher Bilanzpositionen
in Mio. € | 31.12.2021 | 31.12.2022 | 31.12.2023 | 31.12.2024 | 31.12.2025 |
Bilanzsumme | 9.669,1 | 10.358,5 | 11.245,6 | 11.935,7 | 11.978,5 |
Liquide Mittel | 110,1 | 40,5 | 27,7 | 114,9 | 44,8 |
Anteile an assoziierten Unternehmen | 431,6 | 429,3 | 373,2 | 124,9(2) | 127,1 |
Sachanlagen | 1.379,6 | 1.851,0 | 2.405,3 | 3.145,0 | 3.584,4 |
Immaterielle Vermögenswerte | 2.059,4 | 2.029,3 | 2.001,6 | 1.879,8 | 1.791.3 |
Firmenwerte | 3.627,8 | 3.623,4 | 3.628,8 | 3.632,7 | 3.623,1 |
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 1.822,7 | 2.155,5 | 2.464,3 | 2.813,7 | 3.244,8 |
Grundkapital | 194,0 | 194,0 | 192,0(1) | 192,0 | 192,0 |
Eigenkapital | 4.923,2 | 5.298,4 | 5.555,1 | 5.544,7 | 5.227,2 |
Eigenkapitalquote | 50,9 % | 51,2 % | 49,4 % | 46,5 % | 43,6 % |
| | | | | |
(1)Rückgang durch Einzug eigener Aktien (2023)
(2)Rückgang durch die nicht-cashwirksame Wertminderung auf die Beteiligung an Kublai und der Umgliederung / Umwidmung der Beteiligung (infolge des Verlusts des maßgeblichen Einflusses) in die langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte (2024)
Gesamtaussage des Vorstands zur wirtschaftlichen Lage
des Konzerns
Der Internationale Währungsfonds hat im Rahmen seines Konjunkturausblicks nach vorläufigen Berechnungen für 2025 ein Plus von 3,3 % für die Weltwirtschaft ausgewiesen. Für Deutschland, dem mit einem Umsatzanteil von rund 90 % wichtigsten Markt für United Internet, decken sich die Berechnungen des Fonds mit den vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes, das für 2025 ebenfalls nur einen leichten Anstieg des (preisbereinigten) Bruttoinlandsprodukts um 0,2 % (Vorjahr: -0,5 %) festgestellt hat.
Trotz der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen entwickelten sich die Anzahl der Kundenverträge sowie Umsatz- und Ergebniskennzahlen von United Internet – dank des stabilen und weitgehend konjunkturunabhängigen Geschäftsmodells – auch im Geschäftsjahr 2025 positiv. So konnte die Gesellschaft um insgesamt 700.000 Verträge auf 29,72 Mio. zulegen und den Umsatz um 1,9 % auf 6,104 Mrd. € steigern. Das operative EBITDA belief sich auf 1,282 Mrd. € und lag damit um 2,4 % über dem Vorjahr. Die darin enthaltenen Aufwendungen für den Ausbau des 1&1 Mobilfunknetzes beliefen sich unverändert zum Vorjahr auf -265,3 Mio. €.
Die Unternehmensentwicklung zeigt erneut die Vorteile des Geschäftsmodells von United Internet, das überwiegend auf elektronischen Abonnements mit festen monatlichen Beträgen basiert. Dies sichert stabile und planbare Umsätze und Cashflows, bietet Schutz gegen konjunkturelle Einflüsse und eröffnet finanzielle Spielräume, um neue Kunden zu gewinnen, Kundenbeziehungen auszubauen und Chancen in neuen Geschäftsfeldern bzw. neuen Märkten zu nutzen. Organisch oder durch Beteiligungen und Übernahmen.
Insgesamt sieht der Vorstand die United Internet Gruppe – zum Abschlussstichtag des Geschäftsjahres 2025 wie auch zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Lageberichts – für die weitere Unternehmensentwicklung gut aufgestellt. Er schätzt die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage – vorbehaltlich eventueller Sondereffekte – positiv ein und blickt optimistisch in die Zukunft.
2.4 Lage der Gesellschaft
Ertragslage der United Internet AG
Die Ertragslage der United Internet AG als reine Holding-Gesellschaft ist üblicherweise durch das Beteiligungs- und Finanzergebnis geprägt. Der Umsatz der Einzelgesellschaft belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf 0,9 Mio. € (Vorjahr: 0,6 Mio. €) und resultiert überwiegend aus der internen Leistungsverrechnung.
Die sonstigen betrieblichen Erträge beliefen sich auf 47,7 Mio. € (Vorjahr: 6,4 Mio. €) und bestehen – neben periodenfremden Erträgen und konzerninternen Weiterbelastungen – im Wesentlichen aus Erträgen aus dem Abgang von Finanzanlagen in Höhe von 45,0 Mio. € (Vorjahr: 5,6 Mio. €). Diese resultieren aus nachträglichen Kaufpreisanpassungen der United Internet AG gegenüber dem ehemaligen
IONOS‑Mitgesellschafter Warburg Pincus im Rahmen der vollständigen Veräußerung der Anteile von Warburg Pincus an der IONOS Group SE im Geschäftsjahr 2025.
Löhne und Gehälter stiegen auf 3,2 Mio. € (Vorjahr: 1,0 Mio. €). Der Anstieg ist im Wesentlichen auf die erstmalige Erfassung der Rückstellung für die im Geschäftsjahr 2025 gewährten SARs zurückzuführen.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich auf 14,8 Mio. € (Vorjahr: 15,5 Mio. €) und beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen aus internen Weiterbelastungen für konzernintern erbrachte Dienstleistungen sowie Rechts-, Prüfungs- und Beratungskosten.
Die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen von 120,6 Mio. € (Vorjahr: 112,7 Mio. €) resultieren aus den Gewinnabführungen der 1&1 Mail & Media Applications SE von 113,8 Mio. € (Vorjahr: 110,0 Mio. €), der United Internet Corporate Services GmbH von 6,6 Mio. € (Vorjahr: 2,5 Mio. €) und der United Internet Service SE von 0,2 Mio. € (Vorjahr: 0,2 Mio. €).
Die Erträge aus Beteiligungen beliefen sich auf 7,9 Mio. € (Vorjahr: 13,8 Mio. €). Der Rückgang ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass im Vorjahr neben der regulären Dividende der 1&1 AG für das Geschäftsjahr 2023 aufgrund phasengleicher Gewinnvereinnahmung zusätzlich die Dividende für das Geschäftsjahr 2024 erfasst wurde. Im Geschäftsjahr 2025 wurden – neben einer Dividende in Höhe von 0,2 Mio. € für im April 2025 neu erworbene, dividendenberechtigte Aktien der 1&1 AG – die Dividendenansprüche für das Geschäftsjahr 2025 ebenfalls im Rahmen phasengleicher Gewinnvereinnahmung ergebniswirksam erfasst.
Die Aufwendungen aus Verlustübernahmen in Höhe von 412,7 Mio. € (Vorjahr: 486,5 Mio. €) betrafen den Ergebnisausgleich der United Internet Management Holding SE von 372,5 Mio. € (Vorjahr: 148,8 Mio. €), der United Internet Investments Holding AG & Co. KG von 40,1 Mio. € (Vorjahr: 337,7 Mio. € inkl. eines Verlustes in Höhe von 316,0 Mio. € aus der Verwässerung der Anteile an Kublai) sowie der United Internet Corporate Holding SE von 0,09 Mio. € (Vorjahr: 0,03 Mio. €).
Der Verlust der United Internet Management Holding in 2025 in Höhe von 372,5 Mio. € resultiert insbesondere aus dem konzerninternen Verkauf der United Internet Management Holding und deren Tochter 1&1 Versatel an 1&1 (mit wirtschaftlicher Wirkung zum Ablauf des 30. November 2025), der auf Ebene der United Internet Management Holding zu einer außerplanmäßigen Wertminderung der Beteiligung an 1&1 Versatel in Höhe von 246,1 Mio. € führte. Weitere Einzelheiten dazu finden sich im Kapitel 2.1 „Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen“ unter „Wesentliche Ereignisse“ sowie im Anhang des Einzelabschlusses 2025 nach HGB.
Der Verlust der United Internet Investments Holding in Höhe von 40,1 Mio. € in 2025 resultiert insbesondere aus einer außerplanmäßigen Abschreibung der Beteiligung an Kublai in Höhe von 37,2 Mio. €.
Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beliefen sich auf einen Steuerertrag von 3,5 Mio. € (Vorjahr: Steuerertrag in Höhe von 17,0 Mio. €).
Der Jahresfehlbetrag im Einzelabschluss der United Internet AG belief sich im Geschäftsjahr 2025
infolge der hohen und zum Teil außerplanmäßigen Aufwendungen aus Verlustübernahmen auf
-260,8 Mio. € (Vorjahr: -365,3 Mio. €).
Finanz- und Vermögenslage der United Internet AG
Die Bilanzsumme der Einzelgesellschaft verringerte sich von 5.777,2 Mio. € zum 31. Dezember 2024 auf 5.486,9 Mio. € zum 31. Dezember 2025.
Das Anlagevermögen der Einzelgesellschaft in Höhe von 5.133,2 Mio. € (Vorjahr: 5.442,3 Mio. €) ist im Wesentlichen geprägt durch die Finanzanlagen. Dabei gingen die Anteile an verbundenen Unternehmen von 4.502,2 Mio. € auf 3.193,1 Mio. € zurück, während die Ausleihungen an verbundene Unternehmen von 940,0 Mio. € auf 1.940,0 Mio. € anstiegen. Beide Veränderungen bei den Finanzanlagen resultieren im Wesentlichen aus dem Verkauf der United Internet Management Holding SE einschließlich derer 100%iger Tochtergesellschaft 1&1 Versatel GmbH im Rahmen einer konzerninternen Umstrukturierung an die 1&1 AG. Insbesondere durch diesen Anteilsverkauf verminderten sich die Anteile an verbundenen Unternehmen gegenüber dem Vorjahr um rund 1,3 Mrd. €, während sich die Ausleihungen an verbundene Unternehmen gegenüber dem Vorjahr um rund 1,0 Mrd. € erhöhten.
Das Umlaufvermögen der Einzelgesellschaft in Höhe von 353,7 Mio. € (Vorjahr: 334,9 Mio. €) umfasst die Forderungen gegen verbundene Unternehmen sowie sonstige Vermögensgegenstände. Dabei stiegen die Forderungen gegen verbundene Unternehmen auf 314,1 Mio. € (Vorjahr: 222,0 Mio. €). Sie enthalten Forderungen im Rahmen des Cash-Managements von 75,6 Mio. € (Vorjahr: 500,1 Mio. €), Forderungen aus umsatzsteuerlicher Organschaft von 4,2 Mio. € (Vorjahr: 59,0 Mio. €), saldierte Verbindlichkeiten gegen verbundene Unternehmen aus Ergebnisabführungsverträgen in Höhe von -33,3 Mio. € (Vorjahr: - 335,0 Mio. €) sowie sonstige Forderungen gegen verbundene Unternehmen (insbesondere Verlustausgleichsforderung gegenüber 1&1 aus der Veräußerung der United Internet Management Holding) in Höhe von 267,6 Mio. € (Vorjahr: - 2,2 Mio. €). Die sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von 30,3 Mio. € (Vorjahr: 33,0 Mio. €) beinhalten im Wesentlichen Forderungen gegen das Finanzamt. Die liquiden Mittel beliefen sich auf 9,3 Mio. € (Vorjahr: 80,0 Mio. €).
Das Eigenkapital der Einzelgesellschaft belief sich zum 31. Dezember 2025 auf 2.477,0 Mio. € (Vorjahr: 3.066,2 Mio. €). Der Rückgang des Eigenkapitals im Berichtsjahr resultiert insbesondere aus der Dividendenzahlung in Höhe von 328,4 Mio. € und dem Jahresfehlbetrag in Höhe von 260,8 Mio. €. Die Eigenkapitalquote ging entsprechend von 53,1 % im Vorjahr auf 45,1 % zum 31. Dezember 2025 zurück.
Bei den Rückstellungen der Einzelgesellschaft in Höhe von 22,4 Mio. € (Vorjahr: 9,9 Mio. €) handelt es sich insbesondere um Steuerrückstellungen in Höhe von 17,2 Mio. € (Vorjahr: 6,2 Mio. €) sowie um sonstige Rückstellungen für Mitarbeiterbeteiligungsprogramme, Rechts-, Prüfungs- und Beratungskosten, Tantiemen und Sonstige in Höhe von 5,2 Mio. € (Vorjahr: 3,7 Mio. €).
Die Verbindlichkeiten der Einzelgesellschaft sind insbesondere von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie gegenüber verbundenen Unternehmen geprägt. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten stiegen dabei im Geschäftsjahr 2025 auf 2.455,0 Mio. € (Vorjahr: 2.027,2 Mio. €). Die Bankverbindlichkeiten setzen sich aus vier Schuldscheindarlehen in Höhe von insgesamt 1.217 Mio. € (Vorjahr: 1.217 Mio. €), diversen Konsortialkrediten über 890 Mio. € (Vorjahr: 700 Mio. €), bilateralen Kreditvereinbarungen in Höhe von 245 Mio. € (Vorjahr: 0 €), Betriebsmittellinien über 76 Mio. € (Vorjahr: 94 Mio. €) sowie Zinsen in Höhe von 27 Mio. € (Vorjahr: 16 Mio. €) zusammen. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen gingen auf 516,4 Mio. € zurück (Vorjahr: 608,1 Mio. €). Sie beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus dem Cash-Management innerhalb der United Internet Gruppe, Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen aus Ergebnisabführungsverträgen sowie Verbindlichkeiten aus umsatzsteuerlicher Organschaft. Bei den sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 5,2 Mio. € (Vorjahr: 65,9 Mio. €) handelt es sich im Wesentlichen um Umsatzsteuerverbindlichkeiten.
Der Cashflow im Einzelabschluss der Gesellschaft ist geprägt durch Zahlungsmittelzuflüsse aus den Gewinnabführungsverträgen sowie den Dividenden der Beteiligungen.
Gesamtaussage des Vorstands zur wirtschaftlichen Lage der Einzelgesellschaft
Die wirtschaftliche Lage der United Internet AG auf Ebene des Einzelabschlusses ist aufgrund ihrer Rolle als Holding-Gesellschaft im Wesentlichen durch das Beteiligungs- und Finanzergebnis beeinflusst. Insofern gilt die Gesamtaussage des Vorstandes zur wirtschaftlichen Lage im Konzern qualitativ auch für die United Internet AG selbst.
Abschluss eines KfW-Förderdarlehens nach dem Bilanzstichtag
Im Januar 2026 hat United Internet ein KfW-Förderdarlehen mit einem Bankenkonsortium unter Führung der IKB Deutsche Industriebank AG in Höhe von 260 Mio. € abgeschlossen. Die Mittel werden in Green IT der United Internet Gruppe investiert und unterstützen die United Internet AG bei ihrem Beitrag zur nachhaltigen Transformation ihrer Industrie. Da dieser Vorgang erst nach dem Bilanzstichtag eingetreten ist, hat er keine Auswirkungen auf die zum Stichtag aufgestellten Finanzinformationen.
Weitere Inanspruchnahme des JBIC-Darlehens nach dem Bilanzstichtag
Des Weiteren hat die United Internet AG im Januar 2026 eine weitere Ziehung in Höhe von 225 Mio. € unter dem internationalen Förderdarlehen, das im Dezember 2024 mit der Japan Bank for International Cooperation (JBIC) in Höhe von insgesamt 800 Mio. € abgeschlossen wurde, getätigt. Damit stehen noch 285 Mio. € (31. Dezember 2025: 510 Mio. €) als freie Kreditlinie unter dieser Finanzierung zur Verfügung. Da dieser Vorgang erst nach dem Bilanzstichtag eingetreten ist, hat er keine Auswirkungen auf die zum Stichtag aufgestellten Finanzinformationen.
Auswirkungen des Krieges im Iran
Der Ende Februar gestartete Großangriff der USA und Israel auf den Iran bedeutete den Beginn des Iran-Krieges 2026. Der Iran reagierte auf diese Angriffe mit Gegenangriffen auf Israel und auf verschiedene Länder und Ziele im gesamten Nahen Osten einschließlich der für die weltweite Schifffahrt sowie die globale Energieversorgung und die globalen Lieferketten wichtigen Straße von Hormus.
Der United Internet Konzern ist im Rahmen seiner Geschäftsaktivitäten nicht im Iran und dem Nahen Osten aktiv tätig. Israel und der Iran sowie der gesamte Nahe Osten sind auch keine Zielländer der United Internet Gesellschaften und es werden in den vorgenannten Ländern und Regionen auch keine Standorte unterhalten.
Vor diesem Hintergrund erwartet United Internet aktuell keine wesentlichen Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung und die Lage des Unternehmens bzw. des Konzerns, zumal das Geschäftsmodell des Konzerns auf einer Vielzahl elektronischer Abonnements mit festen und moderaten monatlichen Beträgen sowie vertraglich festgelegten Laufzeiten basiert. Dies sichert stabile und planbare Umsätze und Cashflows und bietet Schutz gegen konjunkturelle Einflüsse.
Gleichwohl können die wirtschaftlichen Folgen des Krieges (wie etwa die Verknappung / Verteuerung von Öl, Gas und Rohstoffen oder unterbrochene Lieferketten aus Fernost) für die Zielländer der United Internet Gesellschaften und für United Internet selbst heute noch nicht konkret eingeschätzt werden. Gleiches gilt für die potenzielle Gefahr einer Ausweitung des Krieges auf weitere Länder.
Darüber hinaus sind nach dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 bei United Internet keine weiteren Ereignisse von besonderer Bedeutung eingetreten, die größere Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Unternehmens bzw. des Konzerns mit Auswirkungen auf Rechnungslegung und Berichterstattung haben. Aussagen zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns und der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Lageberichts finden sich in Kapitel 5.3 im „Prognosebericht“.
4. Nichtfinanzielle Konzernerklärung
Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG sehen sich in der Verpflichtung, durch eine verantwortungsbewusste und langfristig ausgerichtete Unternehmensführung für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens und eine nachhaltige Wertschöpfung zu sorgen. Nach dem Selbstverständnis von United Internet geht unternehmerisches Handeln dabei über die Verfolgung wirtschaftlicher Ziele hinaus und beinhaltet auch eine Verpflichtung gegenüber Gesellschaft, Umwelt und Mitarbeitenden.
Nachhaltigkeit ist bereits in vielen Geschäftsprozessen integraler Bestandteil der unternehmerischen Steuerung. Entsprechend wird Nachhaltigkeit kontinuierlich konzernweit weiterentwickelt und organisatorisch verankert. Im Geschäftsjahr 2025 arbeiteten die Nachhaltigkeitsverantwortlichen aller Segmente in einem wöchentlich abgehaltenen Sustainability-Gremium eng und auf Augenhöhe zusammen. Zudem wurden die zuständigen Teams und Fachbereiche von United Internet weiter gestärkt und ein konzernübergreifendes Sustainability Board auf Vorstandsebene eingeführt. Dies ermöglicht die konzernweite Koordination von Nachhaltigkeitsinitiativen.
Vor dem Hintergrund eines weiterhin herausfordernden und sich dynamisch entwickelnden regulatorischen Umfelds richtet United Internet die Nachhaltigkeitsarbeit konsequent auf Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Ergebnisorientierung aus. Nachhaltigkeit wird dabei als Wert verstanden, an dem Fortschritt messbar gemacht wird. So wurde im Geschäftsjahr 2025 eine konzernweite Klimastrategie etabliert, die sich an der Methodik der Science Based Targets initiative (SBTi) orientiert. Auch im Bereich der sozialen Nachhaltigkeit sowie bei sensiblen Themen der digitalen Verantwortung, etwa der Bekämpfung von Fake News und dem verantwortungsvollen Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI), wurden messbare Ziele und Maßnahmen definiert und aufgebaut bzw. befinden sich im Aufbau.
In der folgenden Erklärung legt das Kapitel „Allgemeine Angaben“ die grundlegenden Querschnittsanforderungen für die Nachhaltigkeitsberichterstattung dar, einschließlich der Angabe von Unternehmensstrategie, Unternehmensführung, Wesentlichkeit und Einbezug von Stakeholderinnen und Stakeholdern. Das zweite Kapitel bildet die Umweltinformationen in Bezug auf den Klimawandel sowie Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft ab und wird ergänzt durch Angaben zur EU-Taxonomie. Innerhalb des Kapitels zu sozialer Nachhaltigkeit werden Informationen und Kennzahlen in Bezug auf die eigenen Arbeitskräfte, die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette sowie Verbraucherinnen und Verbraucher und Endnutzende dargelegt. Dabei werden auch Themen mit besonderer Relevanz für die Digitalwirtschaft, wie bspw. Informationssicherheit, beschrieben. Zuletzt folgt ein Kapitel mit Inhalten zur Unternehmensführung.
Über diese Erklärung
Die nichtfinanzielle Konzernerklärung (Nachhaltigkeitserklärung) von United Internet wurde auf konsolidierter Basis erstellt. Sie reflektiert die Praktiken und Verpflichtungen des Konzerns ganzheitlich, einschließlich aller Segmente, Standorte sowie Konzerngesellschaften, an denen eine Mehrheitsbeteiligung besteht. Der Konsolidierungskreis entspricht dem des Konzernabschlusses.
United Internet hat wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte sowohl in der vor- als auch in der nachgelagerten Wertschöpfungskette bei der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse und Datenerhebung berücksichtigt, die sich über den Einkauf und Handel mit Hardware, die Bereitstellung von IT-Infrastruktur sowie digitale Dienstleistungen erstrecken. Für die nachgelagerte Wertschöpfung untersucht United Internet die Nachhaltigkeitsdimensionen im Zusammenhang mit dem Transport, der Nutzung und der Entsorgung der Produkte und Dienstleistungen. Das Geschäftsmodell des Unternehmens zeichnet sich durch langfristige Bindungen zu den Kundinnen und Kunden aus, getrieben durch Abonnementmodelle und Free Accounts. Die Basis dafür ist ein starker Fokus auf Datenschutz und Informationssicherheit während der Nutzungsphase. In der nachgelagerten Wertschöpfungskette sind der Umgang mit ausgedienter IT-Hardware und die Vermeidung von Elektroschrott ein zentrales Thema. United Internet betreibt zudem intensive Risikoanalysen bzgl. der menschenrechtlichen und umweltbezogenen Risiken in der unmittelbaren Lieferkette, insbesondere bei elektronischen Bauteilen, die aus internationalen Märkten stammen.
Die nichtfinanzielle Konzernerklärung wurde in Übereinstimmung mit § 315c i. V. m. §§ 289c bis 289e HGB aufgestellt. Dies schließt auch die in dieser nichtfinanziellen Berichterstattung enthaltenen Angaben zur Erfüllung der Anforderungen nach Artikel 8 der Verordnung (EU) 2020/852 (im Folgenden „EU-Taxonomie-Verordnung“) ein. Hinsichtlich Struktur und Darstellung der Informationen orientiert sich die Berichterstattung an den European Sustainability Reporting Standards (ESRS). Dies gilt insbesondere für folgende Aspekte:
○ qualitative Merkmale von Informationen
○ Doppelte Wesentlichkeit als Grundlage für die Angabe von Nachhaltigkeitsinformationen
○ Erstellung und Darstellung von Nachhaltigkeitsinformationen
○ Aufbau der Nachhaltigkeitserklärung
Die gemäß der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse identifizierten Auswirkungen, Risiken und Chancen (Impacts, Risks and Opportunities, IROs) bilden, in Anlehnung an das Konzept der ESRS, den Ausgangspunkt für die Identifikation der wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen. Im Anschluss werden für diese Nachhaltigkeitsthemen qualitative und im Einzelfall auch quantitative Informationen berichtet. Bei der Auswahl der qualitativen Informationen orientiert sich diese Erklärung an dem Konzept der „Richtlinien, Maßnahmen und Ziele“, wie es in ESRS 2 verankert ist.
Dadurch wird formal betrachtet im Sinne des § 315c HGB i. V. m. § 289d HGB kein anerkanntes Rahmenwerk verwendet. Die Entscheidung für den Inhalt der Berichterstattung wurde vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen getroffen: der anhaltenden Unsicherheit im Zusammenhang mit der Umsetzung der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und damit auch der ESRS in deutsches Recht und der von der EU angekündigten Vorschläge für eine signifikante Reduzierung der Berichterstattungspflichten.
Nachhaltigkeitsmanagement und Organisation
Im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen gemäß Artikel 19a Absatz 3 und Artikel 29a Absatz 3 der Richtlinie (EU) 2013/34 besteht für Unternehmen die Option, auf die Offenlegung von Informationen über bevorstehende Entwicklungen oder sich in Verhandlungsphasen befindende Angelegenheiten zu verzichten. United Internet hat diese Möglichkeit im Geschäftsjahr 2025 nicht in Anspruch genommen. Von der Möglichkeit, bestimmte Informationen zu geistigem Eigentum, Know-how oder Innovationsergebnissen aus dem Bericht auszuschließen, wurde kein Gebrauch gemacht.
Anforderungen an die Zusammensetzung des Gesamtgremiums
Der Aufsichtsrat der United Internet AG besteht ausschließlich aus von den Anteilseignerinnen und Anteilseignern gewählten Mitgliedern. Im Zeitraum vom 4. Juli 2024 bis zum 14. Mai 2025 setzte er sich aus fünf Mitgliedern zusammen, darunter zwei Frauen (40 %). Mit der turnusgemäßen Neuwahl der Aufsichtsratsmitglieder durch die Hauptversammlung am 15. Mai 2025 umfasst das Gremium sechs Mitglieder, darunter zwei Frauen. Das entspricht einem Verhältnis von eins zu zwei. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats gelten als unabhängig.
Der Vorstand von United Internet bestand im Jahr 2025 aus drei Mitgliedern. Durch das planmäßige Ausscheiden eines Vorstandsmitglieds zum Ablauf des 31. Dezember 2025 setzt sich der Vorstand seit dem 1. Januar 2026 aus zwei Mitgliedern zusammen. Im Geschäftsjahr 2025 waren im Vorstand keine Frauen vertreten.
Sowohl die Mitglieder des Vorstands als auch die Mitglieder des Aufsichtsrats von United Internet verfügen in ihrem jeweiligen Gremium über umfassende Erfahrungen, die für die Sektoren, Produkte und geografischen Standorte des Unternehmens relevant sind. Sie verfügen in ihrer Gesamtheit über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen, sodass sowohl im Vorstand als auch im Aufsichtsrat jeweils ein möglichst breites Spektrum der für das Unternehmen relevanten Kenntnisse und Erfahrungen abgedeckt wird und insbesondere die folgenden Voraussetzungen erfüllt werden:
○ vertiefte Kenntnisse und Erfahrungen in der Telekommunikations-, Medien- und / oder IT-Branche
○ Fachkenntnisse oder Erfahrungen aus anderen Wirtschaftsbereichen
○ unternehmerische bzw. operative Erfahrungen
○ mindestens ein Mitglied mit Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung, wobei der Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung in besonderen Kenntnissen und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontroll- und Risikomanagementsystemen zu bestehen und sich auch auf die Nachhaltigkeitsberichterstattung zu beziehen hat
○ mindestens ein weiteres Mitglied mit Sachverstand auf dem Gebiet der Abschlussprüfung, wobei der Sachverstand auf dem Gebiet der Abschlussprüfung in besonderen Kenntnissen und Erfahrungen auf dem Gebiet der Abschlussprüfung zu bestehen und sich auch auf die Prüfung der Nachhaltigkeitsberichterstattung zu beziehen hat
○ Kenntnisse und Erfahrungen im Bereich der ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit
○ vertiefte Kenntnisse und Erfahrungen in den Gebieten Governance und Compliance
○ Kenntnisse und Erfahrungen bei der Strategieentwicklung und -umsetzung
○ vertiefte Kenntnisse und Erfahrungen im Controlling und Risikomanagement
○ Kenntnisse und Erfahrungen bei der Personalplanung und -führung (Human Resources, HR)
○ Expertise zu den Bedürfnissen kapitalmarktorientierter Unternehmen
○ mindestens ein Mitglied mit mehrjähriger im Ausland oder in einem international tätigen Unternehmen erworbener operativer Erfahrung
Herr Ralph Dommermuth verfügt als Gründer und langjähriger Vorsitzender des Vorstands von United Internet über umfangreiche Kenntnisse und Erfahrungen auf den vorgenannten Gebieten sowie über langjährige Expertise in der Telekommunikations- und Internet-Branche. Darüber hinaus verfügt er über umfassende Praxiserfahrung und Kenntnisse in allen wesentlichen Teilbereichen der Unternehmensführung, konkret in den Bereichen Unternehmensstrategie, operative Unternehmensführung, Organisation und Personalführung, Finanz- und Risikomanagement, Corporate Governance, Recht und Compliance sowie Kommunikation und Stakeholder Management. Als Vorstandsvorsitzender achtet er darauf, dass Nachhaltigkeitsaspekte bei allen wesentlichen Entscheidungen berücksichtigt und in den maßgeblichen Prozessen implementiert werden.
Das bis zum 31. Dezember 2025 amtierende Vorstandsmitglied Markus Huhn war seit 1994 in verschiedenen leitenden Funktionen innerhalb der United Internet Gruppe tätig. Seit 2013 verantwortete er als Vorstandsmitglied der 1&1 Telecommunication SE bis März 2023 den Finanzbereich und bis Ende 2025 das Personalressort. Vom 1. Juli 2019 bis Ende 2024 war er zudem Finanzvorstand der 1&1 AG. Seit dem 1. April 2023 war er bis zu seinem Ausscheiden am 31. Dezember 2025 Mitglied des Vorstands von United Internet mit dem Ressort Shared Services und der Verantwortung für die Bereiche Commercial and ICS Services, Corporate HR & HR Services, Corporate Real Estate Management sowie Technology Services. Dementsprechend verfügt auch Herr Huhn über Kenntnisse und Erfahrungen auf den o. g. Gebieten. Insbesondere verfügt er über langjährige Erfahrungen in der Telekommunikationsbranche auf den geografischen Märkten, in denen das Segment „Consumer Access“ Festnetz- und Mobilfunkprodukte anbietet. Im Rahmen seiner Verantwortlichkeiten hat er die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten in den maßgeblichen Prozessen implementiert.
Das seit dem 1. Januar 2025 amtierende Vorstandsmitglied Carsten Theurer verantwortet das Vorstandsressort Finanzen. Herr Theurer war zuvor über 20 Jahre in unterschiedlichen Sparten der global agierenden Schwarz Gruppe tätig, zuletzt als Group-CFO. Er verfügt über umfangreiche Kenntnisse und Erfahrungen auf allen o. g. Gebieten sowie Erfahrung in der strategischen und operativen Unternehmensführung in anderen Wirtschaftsbereichen, konkret im Handel und der Lebensmittelproduktion. In diesem Zusammenhang hat Herr Theurer auch langjährige Expertise in den für Unternehmen bedeutsamen Nachhaltigkeitsfragen gesammelt, die größtenteils auch für die United Internet Gruppe relevant sind, insbesondere hinsichtlich der Entwicklung und Umsetzung einer Nachhaltigkeitsstrategie. Als Betriebswirt und aufgrund seiner langjährigen Erfahrung als CFO verfügt Herr Theurer über Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung und Abschlussprüfung und ist vertraut mit Rechnungslegungsgrundsätzen, Kontroll- und Risikomanagementsystemen, Controlling, Governance und Compliance sowie Personalplanung und -führung. Im Vorstandsressort von Herrn Theurer ist das Team Corporate Sustainability angesiedelt, mit dem er intensiv zusammenarbeitet und die Weiterentwicklung und Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie maßgeblich mitgestaltet.
Auch die Mitglieder des Aufsichtsrats verfügen über einschlägige Kenntnisse und Erfahrungen auf den vorgenannten Gebieten. Die entsprechende Expertise jedes einzelnen Aufsichtsratsmitglieds ist aus der Qualifikationsmatrix ersichtlich, die in der nach den §§ 289f und 315d HGB abgegebenen Erklärung zur Unternehmensführung im Lagebericht in Kapitel 8 enthalten ist.
Vorstand und Aufsichtsrat stellen die erforderlichen Fähigkeiten und Fachkenntnisse zur Überwachung von Nachhaltigkeitsaspekten sicher. Die Mitglieder verfügen über Kenntnisse der CSRD und der einschlägigen ESRS. Darüber hinaus werden sie durch den Bereich Corporate Sustainability regelmäßig über aktuelle rechtliche und fachliche Entwicklungen im Bereich Nachhaltigkeit informiert und geschult. Die vorhandenen und fortlaufend erweiterten und vertieften Fähigkeiten und Sachkenntnisse der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats im Bereich Nachhaltigkeit werden von diesen bei allen unternehmerischen Entscheidungen genutzt, um wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen von Nachhaltigkeitsaspekten im Zusammenhang mit unternehmerischen Entscheidungen und auch allgemein bei der Leitung und Überwachung des Unternehmens zu berücksichtigen.
Die Namen der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats werden in der nach den §§ 289f und 315d HGB abgegebenen Erklärung zur Unternehmensführung in Kapitel 8 wiedergegeben. Dort ist auch angegeben, welche Aufsichtsratsmitglieder dem vom Aufsichtsrat gebildeten Prüfungs- und Risikoausschuss angehören, ebenso wie die Kompetenzbereiche der einzelnen Aufsichtsratsmitglieder in den Bereichen ökologische und soziale Nachhaltigkeit, Governance sowie Compliance.
Der Prüfungs- und Risikoausschuss des Aufsichtsrats hat verschiedene Aufgaben und Zuständigkeiten inne, die in einer Geschäftsordnung festgelegt sind. Danach unterstützt er den Gesamtaufsichtsrat u. a. bei der umfangreichen Überwachung der Rechnungslegung und beschäftigt sich ferner intensiv mit dem Jahresabschluss und dem Konzernabschluss sowie dem zusammengefassten Lagebericht, inkl. der Nachhaltigkeitserklärung. In diesem Zusammenhang erörtert er mit dem Vorstand und dem Abschlussprüfer die Berichte, den Ablauf, die Schwerpunkte und die Methodik der Prüfung, nimmt die Ergebnisberichte des Abschlussprüfers entgegen und gibt insoweit Empfehlungen an den Aufsichtsrat. Zudem beurteilt er regelmäßig die Qualität der Abschlussprüfung und überwacht in Zusammenarbeit mit dem Vorstand die Wirksamkeit und Funktionsfähigkeit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems, des Compliance-Management-Systems und des internen Revisionssystems, einschließlich der Fraud-Berichterstattung. Dabei umfasst die Risikodarstellung auch wesentliche Rechtstreitigkeiten, sowie damit verbundene Risiken für den Konzern und neben den finanziellen Risiken auch Reputationsrisiken sowie Nachhaltigkeitsrisiken.
Bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben berücksichtigt der Prüfungs- und Risikoausschuss stets Nachhaltigkeitsaspekte, wie es in seiner Geschäftsordnung explizit festgelegt ist und darüber hinaus. In diesem Zusammenhang liegt auch die Überwachung der wesentlichen IROs, die sich aus der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse ergeben, in der Verantwortung des Prüfungs- und Risikoausschusses.
Der Vorstand und der Aufsichtsrat von United Internet werden im Rahmen regelmäßiger Gremiensitzungen (mindestens viermal jährlich) über wesentliche, nachhaltigkeitsbezogene IROs sowie damit verbundene Strategien, Richtlinien, Konzepte, Maßnahmen, Kennzahlen und Ziele informiert. Diese und weitere nachhaltigkeitsbezogene Themen sind im Bericht des Aufsichtsrats dokumentiert.
Bei strategischen Entscheidungen, wesentlichen Transaktionen im Rahmen des Risikomanagements sowie bei anderen bedeutenden unternehmerischen Angelegenheiten berücksichtigen Vorstand und Aufsichtsrat neben strategischen, wirtschaftlichen und finanziellen Aspekten auch ökologische und soziale Auswirkungen, Risiken und Chancen. Werden im Einzelfall Kompromisse eingegangen, werden mögliche Zielkonflikte zwischen Nachhaltigkeitskriterien und wirtschaftlichen Erfordernissen gegeneinander abgewogen.
Über die Aufbau- und Ablauforganisation und den jeweiligen Status der Zielerreichungen lässt sich der Aufsichtsrat regelmäßig sowohl direkt aus den entsprechenden Fachbereichen sowie durch den Vorstand informieren.
Ziele im Zusammenhang mit wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen werden durch die Fachbereiche in Zusammenarbeit mit dem Nachhaltigkeitsmanagement erarbeitet und durch die jeweiligen Fachbereichsleitungen freigegeben. Ziele mit strategischer Relevanz für das Unternehmen werden mit dem Vorstand abgestimmt und dem Prüfungs- und Risikoausschuss des Aufsichtsrats vorgestellt. Die Fortschritte der Zielerreichung werden durch den Bereich Corporate Sustainability laufend überwacht, welcher dem Vorstand und dem Prüfungs- und Risikoausschuss in regelmäßigen Abständen darüber berichtet, sodass diese Gremien diesbezüglich ihre Leitungs- bzw. Überwachungsfunktion erfüllen können. Für die Strategie und Zielsetzung im Bereich Klima sowie die Strategie im Bereich der sozialen Nachhaltigkeit mit Fokus auf die eigene Belegschaft gab es im Geschäftsjahr 2025 Sondertermine mit dem Aufsichtsrat. Die Klimastrategie für die direkten Unternehmensemissionen (Scope 1 und 2) wurde durch den Vorstand und Aufsichtsrat offiziell verabschiedet.
|
Aktuelle Berichte - United Internet |
Die Anreizsysteme für die Vorstandsmitglieder von United Internet integrieren ESG-Kriterien als Bestandteil der kurzfristigen, variablen Vergütung. Dies steht im Einklang mit der Verpflichtung zu Nachhaltigkeit und wurde in der Hauptversammlung im Mai 2021 erstmals beschlossen. Seit dem Geschäftsjahr 2022 ist diese Regelung bei neuen Vorstandsdienstverträgen implementiert. Der Ansatz zielt darauf ab, Nachhaltigkeitsziele in den Entscheidungshorizont des Vorstands zu rücken und ein gezieltes Nachhaltigkeitsengagement zu fördern. Detaillierte Informationen zur Vergütungsstruktur von Vorstand und Aufsichtsrat können dem nach § 162 AktG veröffentlichten Vergütungsbericht entnommen werden, der auf der Internetseite des Unternehmens verfügbar ist.
Due Diligence bei United Internet
Die Erfüllung der Sorgfaltspflicht in Nachhaltigkeitsfragen wird bei United Internet durch eine klare Organisationsstruktur gewährleistet. Das konzernweite Nachhaltigkeitsmanagement koordiniert die Implementierung entsprechender Prozesse und Prinzipien. Auf Konzernebene erfolgt die Formulierung übergeordneter Grundsätze. Diese zentralen Grundsätze werden in einem iterativen Prozess in die Nachhaltigkeitsarbeit der Segmente eingebettet, wobei die Segmentvorstände für die konkrete Umsetzung und Anpassung an spezifische Gegebenheiten und Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit verantwortlich sind. Konzernweite Richtlinien unterliegen einem Freigabeprozess durch den Finanzvorstand von United Internet, die Finanzvorstände der Segmente sowie die jeweils zuständigen Fachbereichsvorstände. Maßnahmen werden i. d. R. durch die Fachbereiche verantwortet, in enger Abstimmung mit den Leitungsorganen. Die periodische Berichterstattung an den Gesamtvorstand und die Einbeziehung des Aufsichtsrats sichern eine kontinuierliche Überprüfung und Förderung der Nachhaltigkeitsbemühungen im gesamten Konzern.
Übersicht der wichtigsten Aspekte und Schritte des Verfahrens zur Erfüllung der Sorgfaltspflicht in der Nachhaltigkeitserklärung:
Kernelemente | Abschnitte in der Nachhaltigkeitserklärung |
a) Einbindung der Sorgfaltspflicht in Governance, Strategie und Geschäftsmodell | Nachhaltigkeitsmanagement und Organisation: Anforderungen an die Zusammensetzung des Gesamtgremiums Geschäftsmodell, Strategie und Wertschöpfungskette: wesentliche IROs und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell Klimawandel: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen Klimawandel: Ermittlung und Bewertung der wesentlichen klimabezogenen Auswirkungen, Risiken und Chancen Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen Arbeitskräfte von United Internet: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen Verbraucherinnen und Verbraucher, Endnutzende: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen Governance-Informationen: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen |
b) Einbindung betroffener Stakeholderinnen und Stakeholder in alle wichtigen Schritte der Verfahren zur Erfüllung der Sorgfaltspflicht | Nachhaltigkeitsmanagement und Organisation: Anforderungen an die Zusammensetzung des Gesamtgremiums Geschäftsmodell, Strategie und Wertschöpfungskette: Interessen und Standpunkte der Stakeholder-Gruppen Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen: Doppelte Wesentlichkeitsanalyse Klimawandel: Richtlinien Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft: Richtlinien Einführung in den Bereich Soziales: Schutz der Menschenrechte und Grundsatzerklärung Arbeitskräfte von United Internet: Richtlinien Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette: Richtlinien Verbraucherinnen und Verbraucher, Endnutzende: Richtlinien Governance-Informationen: Richtlinien |
c) Ermittlung und Bewertung negativer Auswirkungen | Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen: Doppelte Wesentlichkeitsanalyse Geschäftsmodell, Strategie und Wertschöpfungskette: wesentliche IROs und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell Klimawandel: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen Klimawandel: Ermittlung und Bewertung der wesentlichen klimabezogenen Auswirkungen, Risiken und Chancen Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen Arbeitskräfte von United Internet: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen Verbraucherinnen und Verbraucher, Endnutzende: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen Governance-Informationen: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen |
d) Maßnahmen gegen diese negativen Auswirkungen | Klimawandel: Maßnahmen Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft: Maßnahmen Arbeitskräfte von United Internet: Maßnahmen Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette: Maßnahmen Verbraucherinnen und Verbraucher, Endnutzende: Maßnahmen Governance-Informationen: Maßnahmen |
e) Nachverfolgung der Wirksamkeit dieser Bemühungen und Kommunikation | Klimawandel: Ziele Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft: Ziele Arbeitskräfte von United Internet: Ziele Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette: Ziele Verbraucherinnen und Verbraucher, Endnutzende: Ziele Governance-Informationen: Ziele |
| Klimawandel: Kennzahlen Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft: Kennzahlen Arbeitskräfte von United Internet: Kennzahlen Governance-Informationen: Kennzahlen |
Risikomanagement und internes Kontrollsystem
Ziel des Risikomanagement- und internen Kontrollsystems (RMS und IKS) ist das frühzeitige Erkennen und Begrenzen von Risiken. Das Risikomanagement- und Kontrollsystem für die Nachhaltigkeitsberichterstattung orientiert sich im Ansatz an den Methoden und Prozessen der Finanzberichterstattungssysteme, welche im Kapitel 5.1 „Risikobericht“ des Lageberichts näher erläutert werden. Diese werden laufend an sich ändernde Rahmenbedingungen angepasst und kontinuierlich weiterentwickelt.
Risiken für die Nachhaltigkeitsberichterstattung beziehen sich insbesondere auf die Nichtveröffentlichung oder die Veröffentlichung fehlerhafter Daten innerhalb der nichtfinanziellen Konzernerklärung. Diese Risiken wurden durch das Risikomanagement in Zusammenarbeit mit Corporate Sustainability geprüft. Es wurden keine meldepflichtigen Risken identifiziert, die den Erwartungswert von 250.000 € überschreiten. Zusätzliche Risiken können durch alle Mitarbeitenden laufend an das Risikomanagement gemeldet werden, wo sie gemeinsam mit den Fachabteilungen geprüft und bewertet werden. Anschließend werden neue Risiken durch den Finanzvorstand von United Internet bestätigt.
Eine Integration von Risiken in Bezug auf die Berichterstattung in das systemunterstützte IKS wurde ebenfalls geprüft. Im Geschäftsjahr 2025 ist die Entscheidung gegen eine systemseitige Integration gefallen, dies wird im kommenden Geschäftsjahr aber erneut geprüft. Kontrollen zur Vollständigkeit, Qualität und Richtigkeit der qualitativen und quantitativen Daten finden durch das Corporate Sustainability Team statt, das für die zentrale Nachhaltigkeitsberichterstattung zuständig ist. Um sicherzustellen, dass innerhalb der dezentral aufgestellten Konzernstruktur Informationen fristgerecht durch die Fachbereiche und Segmente zugeliefert werden, sind klare, einheitliche Prozesse etabliert, die sich in einer kontinuierlichen Weiterentwicklung befinden. Der Status der Datenzulieferung wird sowohl in Tabellen als auch in der Nachhaltigkeits-Software Footprint Intelligence nachverfolgt. Für zentrale Kennzahlen, bspw. für Mitarbeitenden-Kennzahlen, gibt es Fachbereichsverantwortliche, die Daten nach dem Bottom-up-Prinzip aus den Segmenten erheben und konsolidieren. Dort wird fachlich bereits auf Vollständigkeit und Plausibilität der Daten geprüft, Corporate Sustainability prüft die Kennzahlen nach Übergabe durch den Fachbereich zusätzlich.
Sowohl mit Fachbereichen als auch mit dem Sustainability Management der Segmente finden regelmäßige Austauschtermine statt, um Risiken bei der Datenlieferung frühzeitig zu besprechen und Lösungsansätze zu finden. Wird ein Risiko erkannt, das auf operativer Ebene nicht gelöst werden kann, bilden die Finanzvorstände der Segmente die Eskalationsstufe. Vorstand und Prüfungsausschuss von United Internet werden regelmäßig über den Status der Datenerhebung und Berichterstattung sowie damit zusammenhängende Risiken informiert, ebenso über den Zielerreichungsstand der Klimastrategie.
Geschäftsmodell, Strategie und Wertschöpfungskette
Geschäftstätigkeit
United Internet ist ein Konzern mit insgesamt 10.970 Mitarbeitenden. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Anzahl an Mitarbeitenden nach geografischen Regionen:
Zahl der Beschäftigten nach geografischen Regionen | 2025 | 2024 |
Gesamtzahl der Beschäftigten | 10.970 | 11.154 |
davon: Deutschland | 8.831 | 9.157 |
davon: weitere europäische Staaten | 1.370 | 1.379 |
davon: außerhalb Europas | 769 | 618 |
| | |
Der Konzern gliedert sich in mehrere Segmente mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen. Einzelheiten zu den Segmenten und deren Geschäftsmodellen sowie angebotenen Produkten und Dienstleistungen, bedeutenden Märkten und Kundengruppen finden sich in Kapitel 1 „Grundlagen der Gesellschaft und des Konzerns“.
United Internet verwendet die nichtfinanziellen Steuerungskennzahlen „Anzahl und Wachstum der kostenpflichtigen Kundenverträge“ sowie „werbefinanzierte Free Accounts“. Diese sind jedoch nicht als „bedeutsamste nichtfinanzielle Leistungsindikatoren“ im Sinne des Deutschen Rechnungslegungsstandards Nr. 20 eingestuft. Weiterführende Informationen sind in den Kapiteln 1.3 „Steuerungssysteme“, 2.2 „Geschäftsverlauf“ und 2.3 „Lage des Konzerns“ enthalten.
Nachhaltigkeitsstrategie
Im Geschäftsjahr 2025 lag der Fokus der Nachhaltigkeitsstrategie auf der Erarbeitung einer konzernweiten Klimastrategie für die betriebsbedingten Emissionen. Im Rahmen der Klimastrategie wurden konkrete, wissenschaftsbasierte Reduktionsziele angelehnt an die SBTi festgelegt, welche im Kapitel „Klimawandel – Ziele“ detailliert dargestellt werden. Die beschlossenen Reduktionspfade entsprechen dem 1,5°-Pfad des Pariser Klimaabkommens. Im Jahr 2026 sollen die Emissionsreduktionsziele konzernweit auf die Emissionen der Wertschöpfungskette ausgeweitet werden.
Eng verzahnt mit der Emissionsreduktion ist das Thema der Energieeffizienz, das insbesondere für die Rechenzentren sowie das 1&1 O-RAN eine zentrale Rolle spielt. Um Energie und andere Ressourcen möglichst effizient zu nutzen, wurden neue, ISO-zertifizierte Energie- und Umweltmanagementsysteme in den Segmenten aufgebaut. Dadurch können Umweltkennzahlen systematisch erfasst, bewertet und optimiert werden.
Die Nachhaltigkeitsstrategie in Bezug auf die Mitarbeitenden von United Internet konzentrierte sich im Geschäftsjahr 2025 auf die Stärkung der sozialen Sicherheit, die Förderung interner Entwicklungswege, die Weiterentwicklung der Arbeitgeberattraktivität, den systematischen Ausbau von Lernen und Beschäftigungsfähigkeit sowie die Etablierung einer modernen Führungs- und Unternehmenskultur. Ein besonderer Schwerpunkt lag und liegt weiterhin auf Diversität und Inklusion, um Chancengleichheit zu fördern und vielfältige Perspektiven im Unternehmen zu stärken. Konkrete Ziele werden in Kapitel „Arbeitskräfte von United Internet“ beschrieben.
Im Bereich der Digitalen Ethik und Verantwortung war der Umgang mit Künstlicher Intelligenz ein strategisch relevantes Themenfeld. Die Integration von KI in Produkte und Services birgt die Gefahr von KI-Verzerrung, also systematischen Verzerrungen in Daten oder Algorithmen, die zu einer Benachteiligung bestimmter Kundengruppen führen können. Um Mitarbeitende für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz zu sensibilisieren, wurden Richtlinien sowie segmentspezifische Schulungen zum Thema der Künstlichen Intelligenz im Konzern ausgerollt. Der Verbreitung von Fake News, die sich u. a. durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz in den sozialen Medien verbreiten und die eine Gefahr für die faktenbasierte Meinungsbildung darstellen, wird insbesondere im Segment „Consumer Applications“ durch verschiedene Strategien und Maßnahmen begegnet.
Weiter wurde im Geschäftsjahr 2025 daran gearbeitet, Nachhaltigkeitsaspekte auf verschiedenen Organisationsebenen zu verankern und damit den Wandel hin zu einer konsistenten Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsbelangen in Steuerungs‑, Anreiz‑ und Arbeitsprozessen zu unterstützen. In der Holding (Corporate) sowie den Segmenten „Consumer Access“ und „Business Applications“ wurden zu diesem Zweck ESG-Ziele in die variable Vergütung der Vorstandsmitglieder integriert, im Fall von „Consumer Access“ gilt dies zusätzlich für die erste Führungsebene unterhalb des Vorstands. Im Segment „Business Applications“ sind Energieeffizienzziele mit der Vorstandsvergütung verknüpft. Um umweltbewusstes Handeln im operativen Arbeitsalltag zu fördern, wurde eine verpflichtende Nachhaltigkeitsweiterbildung für alle Mitarbeitenden, ausgenommen jene im Segment „Business Applications“, entwickelt, deren Einführung für das Geschäftsjahr 2026 vorgesehen ist.
Aufgrund der unterschiedlichen Geschäftsfelder haben die Segmente jeweils eigene Nachhaltigkeitsstrategien mit spezifischen Zielen für das jeweilige Geschäftsmodell und die damit verbundenen Produkte und Dienstleistungen entwickelt. Diese Strategien beinhalten Maßnahmen zur Förderung ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit in den Kernprodukten und -dienstleistungen, in der Interaktion mit Kundinnen und Kunden und Stakeholderinnen und Stakeholdern sowie in der Wertschöpfungskette.
Soweit nicht anders beschrieben, beziehen sich die Strategie und die Ziele auf den gesamten Konzern, also alle Standorte und Länder, an bzw. in denen das Unternehmen tätig ist, alle Kundenkategorien oder Produkte und Services.
Die Analyse der tatsächlichen oder potenziellen Auswirkungen der Geschäftstätigkeit und -beziehung von United Internet auf Nachhaltigkeitsaspekte im Rahmen der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse ist Teil der laufenden Strategieentwicklung. Das Unternehmen ist bestrebt, durch diesen Strategieprozess wesentliche Herausforderungen zu identifizieren, sie in Bezug zu ihrer finanziellen Materialität zu setzen und hieraus strategische Schwerpunkte zu entwickeln und Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.
Wertschöpfungskette und Geschäftsmodell
United Internet hat wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte sowohl in der vor- als auch in der nachgelagerten Wertschöpfungskette bei der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse und Datenerhebung berücksichtigt, die sich von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung erstreckt. Die Darstellung erfolgt aus Segmentsicht. Alle genannten Konzernsegmente gehören zur eigenen Geschäftstätigkeit und sind nicht Teil der vor- bzw. nachgelagerten Wertschöpfungskette im Sinne der Konzernperspektive.