Zusammengefasster Lagebericht
Hinweis auf ungeprüfte Abschnitte des Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns zum 31. Dezember 2025
Im Rahmen der Lageberichterstattung kann es vorkommen, dass neben lageberichtstypischen Angaben ebenfalls lageberichtsfremde Angaben (gesetzlich nicht gefordert) enthalten sind, die keiner inhaltlichen Prüfung durch den Abschlussprüfer unterzogen werden müssen. Daneben kann es vorkommen, dass bestimmte Angaben für den Abschlussprüfer nicht prüfbar sind. „Nicht prüfbare Angaben“ sind solche, die aufgrund der Art der Angaben bzw. aufgrund nicht vorhandener geeigneter Kriterien für den Abschlussprüfer nicht beurteilbar sind.
Im Bericht der United Internet AG über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns zum 31. Dezember 2025 wurden folgende Kapitel bzw. Angaben als „nicht geprüfte Lageberichtsangaben“ identifiziert:
Bei den im Unterkapitel „1.4 Schwerpunkte Produkte und Innovationen“ enthaltenen Angaben handelt es sich um „nicht geprüfte Lageberichtsangaben“, da „lageberichtsfremde Angaben“ inhaltlich nicht geprüft werden.
Bei den in den Unterkapiteln „2.2 Geschäftsverlauf“ und „2.3 Lage des Konzerns“ enthaltenen Tabellen „Quartalsentwicklung“ mit Finanzkennzahlen auf Quartalsbasis für die Segmente und den Konzern handelt es sich um „nicht geprüfte Lageberichtsangaben“, da United Internet ihre Zwischenabschlüsse keiner prüferischen Durchsicht oder Prüfung unterzieht. Die Quartalsangaben
sind entsprechend als „ungeprüft“ gekennzeichnet.
Die in Kapitel „4. Nichtfinanzielle Konzernerklärung“ veröffentlichten Inhalten unterliegen einer inhaltlichen Prüfung mit begrenzter Sicherheit („limited Assurance“) und nicht mit hinreichender Sicherheit („reasonable Assurance“).
Der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) sieht zusätzliche Angaben zum internen Kontroll- und Risikomanagementsystem vor, die über die gesetzlichen Anforderungen an den Lagebericht hinausgehen und sind von der inhaltlichen Prüfung des Lageberichts durch den Abschlussprüfer ausgenommen („lageberichtsfremde Angaben“). Sie werden in Kapitel 6 „Internal Control System und Risk Management System“ thematisch den wesentlichen Elementen des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems zugeordnet und sind von den inhaltlich zu prüfenden Angaben durch separate Absätze abgegrenzt und entsprechend als „ungeprüft“ gekennzeichnet.
Bei Kapitel „8. Erklärung zur Unternehmensführung“ handelt es sich um „nicht geprüfte Lageberichtsangaben“, da die Prüfung der Angaben in der Erklärung zur Unternehmensführung durch den Abschlussprüfer gem. § 317 Abs. 2 S. 6 HGB darauf zu beschränken ist, dass die Angaben gemacht wurden und der ebenfalls in Kapitel 8 enthaltene Corporate Governance Bericht nach Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex eine „lageberichtsfremde Angabe“ darstellt, die inhaltlich nicht geprüft wird.
Allgemeine Hinweise
Aus rechentechnischen Gründen können in Tabellen und bei Verweisen Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch exakt ergebenden Werten (Geldeinheiten, Prozentangaben usw.) auftreten.
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im Jahresabschluss bei geschlechtsspezifischen Bezeichnungen die männliche Form gewählt. United Internet weist darauf hin, dass die Verwendung der männlichen Form explizit als geschlechtsunabhängig zu verstehen ist.
Dieser Jahresabschluss liegt in deutscher und englischer Sprache vor. Beide Fassungen stehen auch im Internet unter www.united-internet.de zum Download bereit. Im Zweifelsfall ist die deutsche Version maßgeblich.
1. Grundlagen der Gesellschaft und
des Konzerns
Konzernstruktur
Die 1988 gegründete United Internet AG („United Internet“) mit Hauptsitz in Montabaur, Deutschland, ist die Konzernobergesellschaft der United Internet Gruppe.
Die United Internet AG konzentriert sich zusammen mit ihrer Servicegesellschaft United Internet
Corporate Services GmbH im Wesentlichen auf zentrale Funktionen in den Bereichen Finanzen,
Corporate Controlling & Accounting, Tax, Beteiligungsmanagement, Presse, Investor Relations, Legal, Corporate Governance, Compliance & Sustainability, Risikomanagement, Corporate Audit (Interne Revision), Personalmanagement, Facility-Management, Einkauf sowie Corporate IT.
Die Konzernstruktur zum 31. Dezember 2025 blieb im Vergleich zum Vorjahr weitgehend unverändert. Die wesentlichste Veränderung ergab sich aus dem konzerninternen Verkauf der United Internet Management Holding SE, inklusive deren Tochter 1&1 Versatel GmbH, an die 1&1 AG mit wirtschaftlicher Wirkung zum Ablauf des 30. November 2025.
Das operative Geschäft im Segment „Consumer Access“ wird im Wesentlichen durch die – unter dem Dach der 1&1 AG agierenden Gesellschaften – Drillisch Online GmbH und 1&1 Telecom GmbH betrieben.
Im Segment „Business Access“ ist United Internet insbesondere über die – inzwischen ebenfalls von der 1&1 AG über die Holdinggesellschaften Blitz 17-665 SE und United Internet Management Holding SE gehaltene – 1&1 Versatel GmbH tätig.
Das operative Geschäft im Segment „Consumer Applications“ wird im Wesentlichen über die – unter der 1&1 Mail & Media Applications SE zusammengefassten Gesellschaften – 1&1 Mail & Media GmbH, 1&1 Mail & Media Inc. und United Internet Media GmbH betrieben.
Im Segment „Business Applications“ ist United Internet primär über die – von den Holdinggesellschaften IONOS Group SE und IONOS Holding SE – gehaltenen Anteile an der STRATO GmbH und deren Tochter Cronon GmbH sowie der IONOS SE inklusive derer wesentlicher Tochterunternehmen im In- und Ausland tätig. Dazu zählen – neben den Auslandsgesellschaften IONOS Inc. (USA), IONOS Cloud Ltd. (Großbritannien), IONOS S.A.R.L. (Frankreich) und IONOS Cloud S.L.U. (Spanien) – insbesondere die Arsys Internet S.L.U. (Spanien), die Fasthosts Internet Ltd. (Großbritannien), die home.pl Sp. z o.o. (Polen), die deutschen Gesellschaften InterNetX GmbH, united-domains GmbH, we22 GmbH und die World4You Internet Services GmbH (Österreich) sowie – im nicht fortgeführten Geschäftsbereich – die Sedo GmbH.
Neben diesen operativ tätigen und vollkonsolidierten Tochterunternehmen hielt United Internet zum 31. Dezember 2025 eine Reihe weiterer Beteiligungen. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um die
– von der United Internet Investments Holding AG & Co. KG gehaltene – Beteiligung an der Kublai GmbH, Frankfurt am Main (4,71 %), die wiederum 97,67 % der Anteile an der Tele Columbus AG, Berlin, hält, sowie um Beteiligungen an den strategischen Partnern Open-Xchange AG, Köln (25,39 %), rankingCoach GmbH, Köln (31,52 %), uberall GmbH, Berlin (25,10 %) und AWIN AG, Berlin (20,00 %), sowie die – von der IONOS SE gehaltene – Beteiligung an der Stackable GmbH, Pinneberg (27,54 %).
Einzelheiten zu den Beteiligungen sowie Veränderungen bei den Beteiligungen finden sich im Kapitel
2.2 „Geschäftsverlauf“ unter „Beteiligungen im Konzern“.
Eine vereinfachte Darstellung der Konzernstruktur von United Internet inklusive wesentlicher operativ tätiger Tochterunternehmen sowie wesentlicher Beteiligungen – mit Stand 31. Dezember 2025 – zeigt das folgende Organigramm.
(1)Steht zum Verkauf und wird als nicht fortgeführter Geschäftsbereich ausgewiesen
Geschäftstätigkeit
United Internet ist mit über 29 Mio. kostenpflichtigen Kundenverträgen sowie rund 39 Mio. werbefinanzierten Free-Accounts ein führender europäischer Internet-Spezialist.
Die operative Geschäftstätigkeit des Konzerns gliedert sich in die Geschäftsbereiche „Access“ und
„Applications“, die sich wiederum in die Segmente „Consumer Access“ und „Business Access“ sowie „Consumer Applications“ und „Business Applications“ unterteilen.
Segment „Consumer Access“
Im Segment „Consumer Access“ sind festnetzbasierte Breitband-Produkte (inklusive der damit verbundenen Anwendungen, wie Heimvernetzung, Online-Storage, Smart Home, IPTV und Video-on-Demand) sowie Mobile Internet Produkte für Privatanwender zusammengefasst.
Diese Internet-Zugangsprodukte werden den Kunden als Abonnementverträge mit festen monatlichen Beträgen (und variablen, verbrauchsabhängigen Zusatzentgelten) angeboten.
Mit den Breitband-Produkten (insbesondere VDSL-/Vectoring- und Glasfaser-Anschlüsse) der Marke 1&1 ist United Internet einer der führenden Anbieter in Deutschland.
Dabei nutzt die Gesellschaft das Glasfasernetz von 1&1 Versatel als Transportnetz und erschließt darüber bei VDSL-/Vectoring-Anschlüssen sowie bei direkten Glasfaser-Anschlüssen (FTTH) die „letzte Meile“ über City-Carrier sowie die Deutsche Telekom (hauptsächlich Layer-2).
Auch bei Mobile Internet Produkten ist United Internet einer der führenden Anbieter in Deutschland.
1&1 betreibt ein leistungsfähiges Mobilfunknetz, das von über 12 Mio. Kunden genutzt wird. Im Dezember 2025, und damit nur zwei Jahre nach dem Start der mobilen Dienste, erreichte das 1&1 Mobilfunknetz eine Abdeckung von 27 % der deutschen Haushalte. Es wird permanent weiter ausgebaut. Überall dort, wo 1&1 in den Jahren des Netzausbaus noch über keine ausreichende Funkabdeckung verfügt, nutzt die Gesellschaft National Roaming. Ende August 2024 ist eine National-Roaming-Partnerschaft mit Vodafone gestartet. Seit Ende 2025 wird National Roaming von Vodafone von allen 1&1 Mobilfunkkunden genutzt. Zuvor wurden National-Roaming-Vorleistungen über Telefónica bezogen.
Vermarktet werden die Mobile Internet Produkte über die Premium-Marke 1&1 sowie Discount-Marken, wie winSIM und yourfone, mit denen der Mobilfunk-Markt umfassend und zielgruppenspezifisch adressiert wird.
Segment „Business Access“
Im Segment „Business Access“ offeriert 1&1 Versatel Geschäftskunden ein umfassendes Portfolio an
Telekommunikationsprodukten und -lösungen.
Kern des Geschäftsmodells ist der Betrieb eines Glasfasernetzes mit über 68.000 km Länge, das zu den größten Netzen in Deutschland gehört und kontinuierlich ausgebaut wird.
Über dieses Netz bietet 1&1 Versatel Firmen und Behörden Telekommunikationsprodukte von standardisierten Glasfaser-Direktanschlüssen bis zu maßgeschneiderten, individuellen ITK-Lösungen (Sprach-, Daten- und Netzwerklösungen). Außerdem wird das 1&1 Glasfasernetz zur Bereitstellung von 1&1 DSL- und FTTH-Anschlüssen sowie zur Anbindung von Antennenstandorten genutzt. Hinzu kommen Infrastrukturleistungen (Wholesale) für nationale und internationale Carrier.
Segment „Consumer Applications“
Im Segment „Consumer Applications“ sind Applikationen für Privatanwender zusammengefasst. Zu diesen Applikationen zählen insbesondere Anwendungen für Personal Information Management
(E-Mail, Aufgaben, Termine, Adressen), Online-Storage (Cloud Speicher) und Office-Applikationen.
Im Zuge des sukzessiven Portfolio-Ausbaus wurden die Marken GMX und WEB.DE, die seit vielen Jahren größten E-Mail-Anbieter für Privatkunden in Deutschland, in den letzten Jahren zu umfassenden Zentralen für das Kommunikations-, Informations- und Identitäts-Management der Nutzer erweitert, in die zunehmend innovative KI-Anwendungen integriert werden.
Die Privatkunden-Applikationen werden überwiegend selbst entwickelt und in konzerneigenen Rechenzentren betrieben. Die Produkte werden als kostenpflichtige Abonnements (Pay-Accounts) oder – kostenfrei – in Form von werbefinanzierten Free-Accounts angeboten. Diese werden durch Online-Werbung monetarisiert. Die Vermarktung erfolgt über United Internet Media.
Mit den werbefinanzierten Applikationen sowie den kostenpflichtigen Consumer Applikationen ist
United Internet über GMX und WEB.DE insbesondere in Deutschland, Österreich und der Schweiz aktiv und zählt zu den führenden Unternehmen. Über die Marke mail.com wird das Geschäft internationalisiert. Neben den USA adressiert mail.com Länder wie Großbritannien, Frankreich und Spanien.
Segment „Business Applications“
Im Segment „Business Applications“ eröffnet IONOS Freiberuflern sowie kleinen und mittleren Unternehmen Geschäftschancen im Internet und unterstützt sie bei der Digitalisierung ihrer Prozesse. Dazu wird eine breite Palette an leistungsstarken Applikationen wie z. B. Domains, Homepages, Webhosting, Server, E Shops, Groupwork, Online-Storage (Cloud-Speicher) und Office-Applikationen angeboten, die über Abonnementverträge genutzt werden. Außerdem werden Cloud-Solutions und Cloud-Infrastruktur angeboten.
Die Applikationen werden in eigenen Entwicklungszentren oder in Kooperation mit Partnerfirmen entwickelt und auf rund 95.000 Servern betrieben.
Mit Aktivitäten in diversen europäischen Ländern (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien, Italien, Niederlande, Österreich, Polen, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Tschechien, Slowakei und Schweden) sowie in Nordamerika (USA, Kanada, Mexiko) gehört IONOS auch international zu den führenden Unternehmen.
Die zielgruppenspezifische Vermarktung der Business-Applikationen erfolgt über die Marken IONOS,
Arsys, Fasthosts, home.pl, InterNetX, STRATO, united-domains und World4You. Darüber hinaus offeriert we22 anderen Hosting-Anbietern einen White-Label-Website-Builder zur Erstellung hochwertiger Websites.
Geschäftsbereiche, Segmente und wesentliche Marken (Stand: 31. Dezember 2025)
Unternehmensleitung
Der Vorstand der United Internet AG bestand im Geschäftsjahr 2025 aus folgenden Mitgliedern:
Vorstandsmitglieder zum 31. Dezember 2025
○ Ralph Dommermuth, Unternehmensgründer und Vorstandsvorsitzender
(seit 1988 im Unternehmen)
○ Carsten Theurer, Finanzvorstand
(seit 1. Januar 2025 im Unternehmen)
○ Markus Huhn, Vorstand Shared Services
(seit 1994 im United Internet Konzern; bis 31. Dezember 2025)
Markus Huhn, Vorstand Shared Services der United Internet AG, beendete auf eigenen Wunsch seine Vorstandstätigkeit bei der United Internet AG zum 31. Dezember 2025. Finanzvorstand Carsten Theurer hat die bisherigen Aufgaben von Herrn Huhn seit Ende des Geschäftsjahres 2025 mit übernommen.
Der Aufsichtsrat der United Internet AG bestand im Geschäftsjahr 2025 aus folgenden Mitgliedern:
Aufsichtsratsmitglieder zum 31. Dezember 2025
○ Philipp von Bismarck, Aufsichtsratsvorsitzender
(Mitglied seit Juli 2020; Vorsitz seit Mai 2021; Mitglied „Prüfungs- und Risikoausschuss“ seit Mai 2021)
○ Dr. Manuel Cubero del Castillo-Olivares, stellv. Aufsichtsratsvorsitzender
(Mitglied seit Mai 2020; stellv. Vorsitz seit Mai 2021)
○ Stefan Rasch
(Mitglied seit Mai 2021; Mitglied „Prüfungs- und Risikoausschuss“ seit Mai 2021)
○ Prof. Dr. Franca Ruhwedel
(Mitglied seit Mai 2023; Vorsitz „Prüfungs- und Risikoausschuss“ seit Januar 2024)
○ Christian Unger
(Mitglied seit Mai 2025; Mitglied „Prüfungs- und Risikoausschuss“ seit Mai 2025)
○ Prof. Dr. Yasmin Mei-Yee Weiß
(Mitglied seit Juli 2020)
Wesentliche Absatzmärkte und Wettbewerbsposition
Mit einem Umsatzanteil von rund 90 % am weltweiten Gesamtumsatz im Geschäftsjahr 2025 ist
Deutschland der bei weitem wichtigste Absatzmarkt der United Internet Gruppe.
Neben Deutschland sind
○ Österreich die wesentlichsten Absatzmärkte des Konzerns.
Wettbewerbsposition im Segment „Consumer Access“
Nach dem Zusammenschluss mit der Drillisch AG (inzwischen 1&1 AG) in 2017 ist United Internet im rein
national aufgestellten Segment „Consumer Access“ – gemessen an Kundenverträgen und Umsätzen – nach der Deutschen Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland die 4. Kraft im deutschen Telekommunikationsmarkt mit Festnetz- und Mobilfunkprodukten.
Wettbewerbsposition im Segment „Business Access“
Auch im ebenfalls auf Deutschland beschränkten Segment „Business Access“ gehört United Internet
zu den führenden Unternehmen. Mit dem über 68.000 km Länge umfassenden Glasfasernetz von 1&1 Versatel betreibt United Internet eines der größten Glasfasernetze in Deutschland.
Wettbewerbsposition im Segment „Consumer Applications“
Im Segment „Consumer Applications“ ist United Internet über die Marken GMX und WEB.DE in Deutschland, der Schweiz und Österreich sowie zudem über die internationale Marke mail.com in Ländern wie den USA, Großbritannien, Frankreich und Spanien aktiv. Im Heimatmarkt Deutschland ist United Internet der – gemessen an der Anzahl der Nutzer – führende E-Mail-Anbieter und einer der führenden Cloud-Anbieter.
Wettbewerbsposition im Segment „Business Applications“
Mit seinen Hosting- und Cloud-Applikationen ist United Internet im ebenfalls international aufgestellten Segment „Business Applications“ in insgesamt 17 Ländern aktiv. Dabei ist die Gesellschaft – gemessen an der Zahl der gemanagten Länder-Domains – seit Jahren Marktführer im deutschen Hosting-Geschäft und konnte diese Position mit der Übernahme des Wettbewerbers STRATO in 2017 weiter festigen. Im europäischen Ausland ist United Internet mit seinen Hosting-Applikationen inzwischen – direkt vor Ort oder aus Deutschland heraus – in allen wichtigen Märkten aktiv. Dazu zählen neben dem Heimatmarkt Deutschland vor allem die großen europäischen Volkswirtschaften Frankreich, Großbritannien, Italien, Polen und Spanien. Mit Ausnahme von Italien gehört die Gesellschaft – gemessen an der Zahl der gemanagten Länder-Domains – in den anderen vorgenannten Ländern zu den führenden Anbietern. Damit steht United Internet auch insgesamt – gemessen an der Zahl der gemanagten Länder-Domains – mit an der Spitze der europäischen Hosting-Anbieter. Neben Europa sind auch die nordamerikanischen Länder Kanada, USA und Mexiko wesentliche Zielmärkte. Im dort wichtigsten Markt, den USA, gehört United Internet – gemessen an der Zahl der gemanagten Länder-Domains – ebenfalls zu den führenden Unternehmen in diesem Bereich.
Damit zählt United Internet auch global gesehen zu den führenden Unternehmen im weltweiten Hosting-Geschäft.
Wesentliche Standorte
Der United Internet Konzern beschäftigte zum 31. Dezember 2025 in seinen fortgeführten Geschäftsbereichen weltweit insgesamt 10.547 Mitarbeitende an rund 40 in- und ausländischen Standorten.
Wesentliche Standorte (gemessen an der Anzahl der Beschäftigten; > 50 Mitarbeitende)
Standort | Segment | Wesentliche Gesellschaft |
Montabaur (Headquarter) | Corporate / Zentralfunktionen | United Internet |
| Consumer Access | 1&1 |
Karlsruhe | Corporate / Zentralfunktionen | United Internet |
| Consumer Access | 1&1 |
| Consumer Applications | 1&1 Mail & Media Applications |
| Business Applications | IONOS |
Berlin | Consumer Access | 1&1 |
| Business Access | 1&1 Versatel |
| Business Applications | IONOS, Strato, we22 |
Düsseldorf | Consumer Access | 1&1 |
| Business Access | 1&1 Versatel |
Cebu City (Philippinen) | Business Applications | IONOS |
Madrid / Logroño / Barcelona / Lugo ... (Spanien) | Business Applications | IONOS, Arsys |
Essen | Business Access | 1&1 Versatel |
München | Consumer Access | 1&1 |
| Consumer Applications | 1&1 Mail & Media Applications |
Zweibrücken | Consumer Access | 1&1 |
| Business Applications | IONOS |
Stettin (Polen) | Business Applications | home.pl |
Flensburg | Business Access | 1&1 Versatel |
Frankfurt am Main | Consumer Access | 1&1 |
| Business Access | 1&1 Versatel |
Bukarest (Rumänien) | Business Applications | IONOS |
Gloucester / Worcester (Großbritannien) | Business Applications | IONOS, Fasthosts |
Krefeld | Consumer Access | 1&1 |
Stuttgart | Business Access | 1&1 Versatel |
Philadelphia / Lenexa (USA) | Business Applications | IONOS |
Regensburg | Business Applications | InterNetX |
Köln | Business Applications | we22 |
Starnberg | Business Applications | united-domains |
Linz / Wien (Österreich) | Business Applications | World4You |
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Das Geschäftsmodell von United Internet basiert überwiegend auf Kundenverträgen (elektronischen Abonnements) mit festen monatlichen Beträgen sowie vertraglich festgelegten Laufzeiten. Ein solches Geschäftsmodell sichert in der Regel stabile und planbare Umsätze und Cashflows, bietet Schutz gegen konjunkturelle Einflüsse und eröffnet finanzielle Spielräume, um Chancen in neuen oder erweiterten Geschäftsfeldern und neuen oder erweiterten Märkten zu nutzen – organisch oder durch Übernahmen und Beteiligungen.
Die große Zahl an Kundenbeziehungen hilft der Gesellschaft, sogenannte Skaleneffekte zu nutzen: Je mehr Kunden die Produkte nutzen, die von den Entwicklungsteams erstellt und in den firmeneigenen Rechenzentren betrieben werden, und / oder in eigenen Netzen Daten transportieren, desto größer der „Gewinn“. Diese „Gewinne“ können anschließend wiederum in neue Kunden, neue Entwicklungen und neue oder erweiterte Geschäftsfelder investiert werden.
Aus heutiger Sicht sind Mobile Internet und Cloud-Applikationen die Wachstumsmärkte der nächsten Jahre. Mit ihrer klaren Positionierung in den Geschäftsfeldern „Access“ und „Applications“ ist die
United Internet Gruppe strategisch gut aufgestellt, um das erwartete Marktpotenzial zu nutzen.
Angesichts der dynamischen Marktentwicklung in den Bereichen Cloud-Applikationen und Mobile
Internet liegen die Wachstumschancen der Gesellschaft auf der Hand: Überall verfügbare, immer
leistungsfähigere Breitband-Anschlüsse ermöglichen neue, aufwändigere Cloud-Applikationen. Diese internetbasierten Anwendungen für Privatanwender und Unternehmen sind auch die Wachstumstreiber für United Internet in den nächsten Jahren – sowohl als eigenständige Produkte im Geschäftsbereich „Applications“ wie auch in Kombination mit den festnetz- und mobilfunkbasierten Zugangsprodukten im Geschäftsbereich „Access“.
Dank der langjährigen Erfahrung als Zugangs- und Applikations-Provider, den Kompetenzen bei Software-Entwicklung und Rechenzentrums-Betrieb, Marketing, Vertrieb und Kundenbetreuung, den starken und bekannten Marken (wie z. B. 1&1, GMX und WEB.DE) sowie den bestehenden Kundenbeziehungen zu Millionen Privatanwendern, Freiberuflern und kleinen Unternehmen im In- und Ausland (aktuell weltweit über 68 Mio. Kunden-Accounts) ist die Gesellschaft sehr gut positioniert.
Um diese Positionierung auch für weiteres und nachhaltiges Wachstum zu nutzen, wird United Internet auch künftig stark in neue Kunden, neue Produkte und neue / erweiterte Geschäftsfelder sowie die weitere Internationalisierung investieren.
Neben dem organischen Wachstum prüft United Internet kontinuierlich auch mögliche Firmenübernahmen, Beteiligungen und Kooperationen, um Marktpositionen, Wertschöpfungstiefen und Kompetenzen weiter auszubauen.
Dank der planbaren und hohen Free Cashflows verfügt United Internet über eine hohe Eigenfinanzierungskraft und einen guten Zugang zu Fremdfinanzierungsmärkten. Weitere Informationen zu Eigenfinanzierungskraft und Fremdfinanzierung finden sich in den Kapitel 2.2 „Geschäftsverlauf“ und 2.3 „Lage des Konzerns“.
Weitere Informationen zu Strategie, Chancen und Zielen enthält der „Risiko-, Chancen- und Prognosebericht“ in Kapitel 5.
Die internen Steuerungssysteme unterstützen das Management bei der Steuerung und Überwachung des Konzerns und der Segmente. Die Systeme bestehen aus Ist-, Planungs- und Forecast-Rechnungen und basieren auf der jährlich überarbeiteten strategischen Planung des Konzerns. Dabei werden insbesondere Marktentwicklungen, technologische Entwicklungen und Trends, deren Einfluss auf die eigenen Produkte und Services sowie die finanziellen Möglichkeiten des Konzerns berücksichtigt. Die Unternehmenssteuerung hat das Ziel, die United Internet AG und ihre Tochterunternehmen kontinuierlich und nachhaltig zu entwickeln.
Das Konzern-Berichtswesen umfasst monatliche Ergebnisrechnungen sowie quartalsweise erstellte IFRS-Reportings aller konsolidierten Tochtergesellschaften und stellt die Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Konzerns sowie der Unternehmensbereiche dar. Die Finanzberichterstattung wird durch weitere Detailinformationen ergänzt, die für die Beurteilung und Steuerung des operativen Geschäfts notwendig sind.
Ein weiterer Bestandteil der Steuerungssysteme sind vierteljährlich erstellte Berichte zu den wesentlichen Risiken des Unternehmens.
Die genannten Berichte werden in den Vorstands- und Aufsichtsratssitzungen diskutiert und stellen
wesentliche Beurteilungs- und Entscheidungsgrundlagen dar.
Zur Steuerung des Konzerns verwendet die United Internet AG insbesondere Kennzahlen der Gewinn- und Verlustrechnung (Umsatz, EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen), EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern), EPS (Ergebnis pro Aktie)), der Kapitalflussrechnung (Free Cashflow) sowie der Bilanz (Vermögenspositionen, Finanzverbindlichkeiten).
Informationen zu Verwendung und Definition relevanter finanzieller Kennzahlen finden sich in Kapitel 2.2 „Geschäftsverlauf“.
Die Steuerung der Segmente durch den Vorstand der United Internet AG erfolgt überwiegend auf Basis von Ergebniskennzahlen. Dabei misst der Vorstand der United Internet AG den Erfolg der Segmente primär anhand der Umsatzerlöse, des EBITDA und des EBIT gemäß IFRS.
Als nicht-finanzielle Steuerungskennzahlen dienen zudem insbesondere die Anzahl und das Wachstum der kostenpflichtigen Kundenverträge sowie der werbefinanzierten Free-Accounts.
Die Steuerungsgrößen der United Internet Gruppe für das oberste Führungsgremium sind auch in der „Segmentberichterstattung“ des Konzernanhangs unter Anhangangabe 5 dargestellt.
Die für die Unternehmensleitung zentralen Steuerungsgrößen sind der Umsatz und das operative (das heißt, das um Sondereffekte bereinigte) EBITDA nach IFRS auf Konzernebene. Diese Größen finden sich entsprechend auch in der Prognoseberichterstattung.
Die United Internet AG (Einzelgesellschaft) ist aufgrund ihrer Rolle als Holding-Gesellschaft im Wesentlichen durch das Beteiligungsergebnis (Ergebnisabführungen und Ausschüttungen) und das Zinsergebnis beeinflusst und fokussiert sich von daher auf ihr Beteiligungsergebnis und das Jahresergebnis.
Als Frühwarnindikatoren dienen insbesondere die Anzahl der Kundenverträge, die Brutto- und Netto-Vertriebszahlen sowie die damit verbundenen Kundengewinnungskosten – im Vergleich zu den Planungs- und Forecast-Rechnungen der Gesellschaft.
Die verwendeten Steuerungskennzahlen blieben im Geschäftsjahr 2025 unverändert zum Vorjahr.
Ein Vergleich zwischen den in der Prognose benannten Steuerungskennzahlen und den Ist-Werten dieser Steuerungskennzahlen findet sich in diesem Lagebericht im Kapitel 2.2 „Geschäftsverlauf“ im Bereich „Tatsächlicher und prognostizierter Geschäftsverlauf“.
1.4 Schwerpunkte Produkte und Innovationen
Bei den im Unterkapitel „1.4 Schwerpunkte Produkte und Innovationen“ enthaltenen Angaben handelt es sich um „nicht geprüfte Lageberichtsangaben“, da „lageberichtsfremde Angaben“ inhaltlich nicht geprüft werden.
Als Internet Service Provider betreibt die United Internet Gruppe keine mit produzierenden Unternehmen vergleichbare Forschung und Entwicklung (F&E). Auch im Branchenkontext spielen Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen eine eher untergeordnete Rolle. Vor diesem Hintergrund weist United Internet keine F&E-Kennzahlen aus.
Gleichwohl stehen die United Internet Marken für leistungsstarke Internet-Access-Lösungen sowie für innovative, webbasierte Produkte und Applikationen, die zumeist im eigenen Haus entwickelt werden. Die Fähigkeit, innovative Produkte und Dienste zu entwickeln, zu kombinieren, anzupassen und in große Märkte einzuführen, bildet die Basis für den Erfolg der Gesellschaft.
Dank leistungsfähiger Entwicklungszentren (insbesondere in Karlsruhe, Berlin und Bukarest) mit rund 3.750 Programmierern, Produktmanagern und technischen Administratoren kann United Internet dabei schnell und flexibel auf neue Ideen und Trends reagieren und etablierte Produkte weiterentwickeln und wechselnden Bedürfnissen anpassen – ein wichtiges Erfolgsmerkmal im überaus dynamischen Internet-Markt. Durch die Kompetenz bei Produktentwicklung, -weiterentwicklung und -rollout ist die Gesellschaft in vielen Bereichen unabhängig von Entwicklungsarbeiten und Zulieferungen Dritter und kann damit wichtige Wettbewerbs- und Geschwindigkeitsvorteile nutzen.
Aufgrund der stetig wachsenden Kundenzahl werden die Anforderungen an Zuverlässigkeit, Benutzerfreundlichkeit und Verfügbarkeit immer höher. Neben der Weiterentwicklung der Produkte und den ständigen Optimierungen im Backend-Bereich gilt es dabei auch, vorhandene Prozesse ständig zu verbessern, um die Zuverlässigkeit der Systeme und damit auch die Kundenzufriedenheit zu erhöhen.
Schwerpunkte 2025
„Consumer Access”
○ Erweiterung des Footprints für den Vertrieb der 1&1 Glasfaserprodukte (FTTH) durch die Anschaltung von Partnern wie Gelsennet, EWE-TEL und Deutsche Glasfaser
○ Einführung von WLAN Calling im Ausland: Dies ermöglicht Mobilfunkkunden auch im Ausland die automatische Telefonie-Nutzung über einen WLAN-Zugang
○ Optimierung der E-SIM Wechselprozesse: Für Apple- und Google-Endgeräte wurden automatisierte Prozesse bereitgestellt, mit denen der Kunde mit geringem Aufwand in einem digitalisierten Prozess seine E-SIM von einem Gerät auf ein anderes Gerät übertragen kann
○ Neuer Prozess für einen Anbieterwechsel: durch den neuen Prozess kann der Kunde einen unterbrechungsfreien Anbieterwechsel zu 1&1 auch ohne Mitnahme der Rufnummer beauftragen
○ Optimierung der Schnellanschaltung bei DSL und Glasfaseranschlüssen: durch die eindeutige Erkennung der verwendeten Endgeräte (Router) im Netz (Hardwareidentifikation) kann die Aktivierung von Breitbandanschlüssen erheblich beschleunigt werden
○ Optimierung von Produkt- und Lieferantensteuerung: im Zuge des Breitbandausbaus stehen an vielen Standorten mehrere Leitungen für die Bereitstellung eines Breitbandanschlusses zur Verfügung; durch eine optimierte Steuerung und der Wahl des bestmöglichen Vorproduktes (Leitung) kann 1&1 dem Kunden den besten Anschluss an seinem Standort bieten
„Business Access”
○ Rollout der neuen XGS-PON-Technologie, einem Standard für passive optische Netzwerke (PON), der die symmetrische Datenübertragung mit hoher Geschwindigkeit von bis zu 10 Gbit/s unterstützt
○ Einführung neuer Verschlüsselungstechnologien zur Erhöhung der Sicherheit von Business-Anschlüssen
○ Erweiterung der Angebote für die NE4 („letzte Meile“) der 1&1 Versatel Kunden, u. a. durch die Einführung eines Glas-Kupfer-Wandlers
○ Einführung einer zusätzlichen SD-WAN Lösung mit LANCOM als Standort-Vernetzungslösung „made in Germany“
○ Erweiterung des Glasfaser Footprints für 1&1 Versatel-Kunden über Einkauf von FttH-Access via Drittcarrier mittels der 1&1 Versatel Open Access Plattform
„Consumer Applications”
○ Aufbau einer LLM-Infrastruktur (LLM=Large Language Model), zur sicheren und performanten Bereitstellung großer Sprachmodelle für die Integration in E-Mail-Produkte und interne Anwendungsfälle
○ Einführung des “Inbox Ad Image”-Produkts im Ad-Manager für 1&1 Mail & Media-Kunden
○ Unterstützung des Dauer-Logins von GMX-Kunden zur Erhöhung der Sicherheit und Vereinfachung der Nutzung
○ Erweiterung des Cloud-Produkts durch Einführung einer Foto-Timeline auf iOS, Pooling von Fotos nach Social Events sowie Foto-Erinnerungen im Web
○ Neue KI-Features für E-Mails (Pay): Übersetzung, Zusammenfassung und Schreibunterstützung
○ Neue, flexible Registrierungsstrecke zur Verbesserung der Conversion durch einfachere Bedienung und modernes Design, mit besserer Basis für Monetarisierung und Fraud-Bekämpfung
○ Entwicklung und Launch eines Identity Hubs, der unterschiedliche Identifizierungsmethoden verbindet (u. a. Video-Ident und eID), Kosten reduziert und Kunden mehr Optionen bietet
○ CMS-basiertes Upselling in Mobile Apps zur Steigerung des Vertriebs
○ Weiterentwicklung der Premium-Order-Plattform zur Einführung neuer, flexibler Mail-Premium-Tarife
○ Event-getriebene Subscription- und Retention-Architektur zur Unterstützung von personalisierten Angeboten und Churn-Prevention
○ Customer-Selfcare-Relaunch mit konfigurierbaren Kündigungsflüssen und value-basierten Retention-Discounts zur Churn-Prevention für Web und Mobile
○ Einführung KI-unterstützter Automatisierungen im Customer-Service-System zur vollautomatisierten Bearbeitung ausgewählter Kundenanliegen, basierend auf der LLM-Infrastruktur
○ Aufbau und Rollout der personalisierten „Deals & Offers“-Plattform in der App mit Freephone-Integration und personalisiertem Targeting auf Basis von Mail-&-Media-Profileigenschaften
„Business Applications”
○ IONOS startet mit IONOS GPT eine sichere und souveräne europäische ChatGPT-Alternative – kostenlos und datenschutzkonform
○ Erweiterung des Private Cloud um Bring Your Own IP (BYOIP), vSAN Enterprise und NFS Snapshots
○ Erweiterung der Image Factory auf Managed Kubernetes (MK8s)-Images für IONOS Cloud
○ Eröffnung eines neuen Colocation-Rechenzentrums in Frankfurt am Main
○ Globale Erweiterung des Content Delivery Networks (CDN) minimiert durch intelligentes Routing Latenzzeiten und sichert die weltweite Verfügbarkeit von Inhalten
○ IONOS Network File Storage (NFS) bietet auf Basis des NFSv4.2-Protokolls und SSD-Technologie skalierbare Performance für anspruchsvolle Workloads
○ SUSE LINUX Enterprise Server (SLES) bieten Kunden die kosteneffiziente Nutzung eigener Lizenzen (BYOS) in der IONOS Public Cloud
○ Mit der Entwicklung einer leistungsfähigen Videokonferenz-Lösung wurde das Nextcloud-Portfolio zu einer umfassenden, digital souveränen Kollaborationsplattform ausgebaut
○ IONOS Cloud GPU VMs bieten auf Basis von NVIDIA H200 GPUs direkten Hardware-Zugriff für anspruchsvolles KI- und High-Performance-Computing
○ IONOS Dedicated GPU Server stellen NVIDIA H100/H200 GPUs ohne Virtualisierungs-Overhead bereit, um maximale Leistung für komplexes KI-Training zu liefern
○ Mit IONOS Momentum wird ein integriertes Ökosystem entwickelt, das Infrastruktur und Anwendungen für eine datenschutzkonforme KI-Nutzung bündelt und Unternehmen einen nahtlosen Einstieg in KI-gestützte Prozesse ermöglicht
○ Der AI Phone Receptionist automatisiert als intelligenter Sprachassistent Geschäftsanrufe in natürlicher Sprache und integriert sich nahtlos in bestehende Systeme
2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene
Rahmenbedingungen
Entwicklung der Gesamtwirtschaft
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat im Rahmen seines letzten Konjunkturausblicks (World Economic Outlook, Update Januar 2026) nach vorläufigen Berechnungen für 2025 ein Plus von 3,3 % für die Weltwirtschaft ausgewiesen. Das Wachstum lag damit genau auf Vorjahresniveau (3,3 %).
In den nordamerikanischen Zielländern der United Internet Gruppe erwartet der Fonds in 2025 ein sichtbares, wenngleich schwächeres Wachstum als im Vorjahr. So errechnete der IWF für die USA ein Plus von 2,1 % (Vorjahr: 2,8 %), für Kanada ein Plus von 1,6 % (Vorjahr: 2,0 %) und für Mexiko ein Plus von 0,6 % (Vorjahr: 1,4 %).
Ein Blick auf die wichtigsten Zielländer von United Internet in Europa zeigt folgendes Bild: Für Frankreich erwartet der IWF für 2025 ein Wachstum um 0,8 % (Vorjahr: 1,1 %), für Spanien um 2,9 % (Vorjahr: 3,5 %), für Italien um 0,5 % (Vorjahr: 0,7 %) und für Polen um 3,3 % (Vorjahr: 3,0 %). Für Großbritannien wird ein Wachstum um 1,4 % (Vorjahr: 1,1 %) prognostiziert.
Für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland, dem aus Sicht von United Internet mit Abstand wichtigsten Markt (Umsatzanteil 2025: rund 90 %), erwartet der Fonds erstmals wieder einen Anstieg der Wirtschaftsleistung in 2025 um 0,2 % (Vorjahr: -0,5 %).
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung des BIP in wesentlichen Zielländern und -regionen von United Internet
| 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 | Veränderung zum Vorjahr |
Welt | 6,2 % | 3,5 % | 3,3 % | 3,3 % | 3,3 % | +/- 0,0 Prozentpunkte |
USA | 5,9 % | 1,9 % | 2,9 % | 2,8 % | 2,1 % | –0,7 Prozentpunkte |
Kanada | 5,0 % | 3,8 % | 1,5 % | 2,0 % | 1,6 % | –0,4 Prozentpunkte |
Mexiko | 4,7 % | 3,9 % | 3,3 % | 1,4 % | 0,6 % | –0,8 Prozentpunkte |
Frankreich | 6,8 % | 2,5 % | 1,1 % | 1,1 % | 0,8 % | –0,3 Prozentpunkte |
Spanien | 5,5 % | 5,8 % | 2,7 % | 3,5 % | 2,9 % | –0,6 Prozentpunkte |
Italien | 6,7 % | 3,7 % | 0,7 % | 0,7 % | 0,5 % | –0,2 Prozentpunkte |
Polen | 6,9 % | 5,3 % | 0,1 % | 3,0 % | 3,3 % | + 0,3 Prozentpunkte |
Großbritannien | 7,6 % | 4,3 % | 0,3 % | 1,1 % | 1,4 % | + 0,3 Prozentpunkte |
Deutschland | 2,6 % | 1,8 % | –0,3 % | –0,5 % | 0,2 % | + 0,7 Prozentpunkte |
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Quelle: Internationaler Währungsfonds, World Economic Outlook (Update), Januar 2026
Die Berechnungen des IWF für Deutschland decken sich mit den vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis), das ebenfalls für 2025 im Rahmen der Pressekonferenz „Bruttoinlandsprodukt 2025“ am 15. Januar 2026 erstmals wieder seit 2022 (+1,8 %) einen leichten Anstieg des (preisbereinigten) Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,2 % (Vorjahr: -0,5 %) festgestellt hat.
Das leichte Wachstum ist nach Einschätzung des Statistischen Bundesamtes vor allem auf die gestiegenen Konsumausgaben der privaten Haushalte und des Staates zurückzuführen. Demgegenüber gaben die Exporte erneut nach, da sich die Exportwirtschaft einem „heftigen Gegenwind“ durch die höheren US-Zölle, die Euro-Aufwertung und die stärkere Konkurrenz aus China gegenübersah. Zudem hielt die Investitionsschwäche weiter an. Sowohl in Ausrüstungen als auch Bauten wurde weniger investiert als im Vorjahr.
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung des preisbereinigten BIP in Deutschland
| 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 | Veränderung zum Vorjahr |
BIP | 3,9 % | 1,8 % | –0,9 % | –0,5 % | 0,2 % | + 0,7 Prozentpunkte |
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Quelle: Destatis, Januar 2026
Entwicklung der Branche / Kernmärkte
Während viele Branchen mit schwacher Nachfrage ringen, zeigt sich die Digitalwirtschaft robust. Trotz des aktuell schwierigen konjunkturellen Umfelds erwartet der Digitalverband Bitkom im deutschen Markt für IT und Telekommunikation (ITK) für 2025 ein Umsatzplus von 3,9 % (Vorjahr: 4,8 %) auf 234,8 Mrd. €.
Der Anstieg des Gesamtmarktes ITK resultiert insbesondere aus den gestiegenen Umsätzen in der Informationstechnik (IT). In diesem größten Teilmarkt stiegen die Umsätze laut BITKOM-Prognose 2025 um 5,3 % (Vorjahr: 6,4 %) auf 160,6 Mrd. €. Dabei entwickelten sich alle Segmente des Teilmarktes positiv: So legten die Bereiche Software (dazu gehören u. a. KI-Plattformen, Kollaborationstools und Cloud Services) um 9,4 % (Vorjahr: 13,9 %), IT-Hardware um 3,8 % (Vorjahr: 3,2 %) und IT-Services um 2,9 % (Vorjahr: 3,5 %) zu.
Die aus Sicht des Geschäftsmodells von United Internet wichtigsten ITK-Märkte sind insbesondere
der deutsche Telekommunikationsmarkt im überwiegend abonnementfinanzierten Geschäftsbereich
„Access“ sowie der weltweite Webhosting- und Cloud-Markt und der deutsche Online-Werbemarkt im abonnement- und werbefinanzierten Geschäftsbereich „Applications“.
Telekommunikationsmarkt in Deutschland
Für den ITK-Teilmarkt Telekommunikation erwartet der Branchenverband Bitkom in 2025 einen Anstieg um 1,2 % (Vorjahr: 1,4 %) auf 74,2 Mrd. €. Dabei entwickeln sich im deutschen Telekommunikationsmarkt die einzelnen Segmente recht unterschiedlich: So legte das Infrastrukturgeschäft um 6,6 % (Vorjahr: -6,3 %) und Telekommunikationsdienste um 1,4 % (Vorjahr: 1,7 %) zu, während das Geschäft mit Endgeräten um -2,6 % (Vorjahr: 5,8 %) zurückging.
Markt-Kennzahlen: Telekommunikationsmarkt in Deutschland
in Mrd. € | 2025 | 2024 | Veränderung |
Telekommunikations-Umsätze | 74,2 | 73,3 | + 1,2 % |
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Quelle: Bitkom, Januar 2026
Bei den für United Internet wichtigen Service-Umsätzen erwartet die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) laut der Studie „German Entertainment and Media Outlook 2025 - 2029“ (Juni 2025) für 2025 einen Anstieg um 4,1 % auf 34,2 Mrd. €. Dabei sollen die
Service-Umsätze im Mobilfunkgeschäft um 5,8 % auf 19,4 Mrd. € und die Service-Umsätze im Breitbandgeschäft um 2,0 % auf 14,8 Mrd. € zulegen.
Die Anzahl der Mobilfunkverträge soll laut PwC in 2025 um 3,7 % auf 191,9 Mio. zulegen. Das Wachstum resultiert aus einem Plus von 47,9 % bei 5G Verträgen auf 75,5 Mio., während Verträge für geringere Datenraten deutlich zurückgingen.
Die Anzahl der Breitbandanschlüsse im Festnetz stieg gemäß PwC-Erwartung in 2025 um 1,2 % auf 39,3 Mio. Dabei soll die Anzahl an DSL-Anschlüssen (-7,3 % auf rund 21,5 Mio.) und Kabel-Anschlüssen
(-1,4 % auf rund 8,3 Mio.) jeweils zurückgehen, während Glasfaser-Anschlüsse um 35,5 % auf rund
8,2 Mio. zulegen sollen.
Webhosting Services weltweit
Die weltweiten Umsätze mit Webhosting Services sollen laut des Marktreports „Web Hosting Services Market Size, Share & Industry Analysis“ von Fortune Business Insights im Geschäftsjahr 2025 um 18,1 % auf rund 149,3 Mrd. USD zulegen. Der Report beinhaltet insbesondere Umsätze in den Bereichen Shared Hosting, Dedicated Hosting, Colocated Hosting, Virtual Private Server Hosting, Managed Hosting und Self-Managed Hosting.
Geographisch dominiert Nordamerika mit einem Anteil von 41 % den globalen Markt, gefolgt von Europa. Schnellst wachsender Markt ist hingegen Asia / Pacific.
Markt-Kennzahlen: Webhosting Services weltweit
in Mrd. USD | 2025 | 2024 | Veränderung |
Umsatz Webhosting Services weltweit | 149,30 | 126,41 | + 18,1 % |
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Quelle: Fortune Business Insights; Web Hosting Services Market Size, Share & Industry Analysis, Update Dezember 2025
Cloud Services weltweit
Der Markt für Cloud Services hat sich auch in 2025 dynamisch weiterentwickelt. Precedence Research erwartet laut des Marktreports „Cloud Computing Market Size“ ein weltweites Wachstum für Cloud Services um 21,2 % auf rund 912,8 Mrd. USD in 2025. Der Anteil der reinen Private Cloud Services für
z. B. Firmen und Behörden soll unverändert ca. 47 % ausmachen, der Anteil der Public Cloud Services, die für eine Vielzahl von Kunden gleichzeitig bereitgestellt werden, und mit hybrider Nutzung ca. 53 %.
Geographisch dominiert auch bei Cloud Services Nordamerika mit einem Anteil von 39 % den globalen Markt, gefolgt von Europa mit 25 %. Auch bei Cloud Services ist die Region Asia / Pacific der am schnellsten wachsende Markt mit einem Marktanteil von 21 %.
Nach Services entfällt der größte Teil der weltweiten Umsätze auf Software-as-a-Service (SaaS) mit rund 55 %.
Markt-Kennzahlen: Cloud Services weltweit
in Mrd. USD | 2025 | 2024 | Veränderung |
Umsatz Cloud Services weltweit | 912,77 | 753,11 | + 21,2 % |
davon Private Cloud | 429,00 | 353,96 | + 21,2 % |
davon Public Cloud (inkl. Hybrid) | 483,77 | 399,15 | + 21,2 % |
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Quelle: Precedence Research; Cloud Computing Market Size, Share, and Growth Forecast, Update Oktober 2025
Online-Werbemarkt in Deutschland
Bei den im deutschen Online-Werbemarkt (Mobile Werbung und Desktop-Werbung) erzielten Gesamt-umsätzen (Paid-Search, Display, Video, Affiliate / Classifieds) erwartet die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) laut der Studie „German Entertainment and Media Outlook 2025 - 2029“ (Juni 2025) - nach einem Wachstum von 14,7 % in 2024 – für 2025 ein Wachstum um 10,6 % auf insgesamt rund 21,5 Mrd. €.
Markt-Kennzahlen: Gesamtmarkt Online-Werbung in Deutschland – nach PwC
in Mrd. € | 2025 | 2024 | Veränderung |
Online-Werbeumsätze | 21,45 | 19,40 | + 10,6 % |
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Quelle: PricewaterhouseCoopers, German Entertainment and Media Outlook 2025 – 2029, Juni 2025
Nicht viel anders als PwC bewertet auch der Online-Vermarkterkreis (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. die Lage im deutschen Online-Werbemarkt. Dabei berücksichtigt der OVK bei seinen Marktzahlen ausschließlich Nettoumsätze und fokussiert sich ausschließlich auf den für United Internet wichtigsten Teilmarkt, den Display- und Video-Werbemarkt (Mobile und Desktop), wobei die United Internet Marken GMX und WEB.DE ihre Umsätze heute noch überwiegend im Display-Werbemarkt und nur zu einem kleinen Teil im Video-Werbemarkt generieren.
Ausgehend von seiner aktualisierten Prognose im September 2025 erwartet der OVK – im Rahmen seines OVK-Report 2025/02 – für den Display- und Video-Werbemarkt einen Anstieg der Nettoumsätze in 2025 auf rund 7,5 Mrd. €. Dies bedeutet ein Plus von 8,5 % – nach einem Wachstum von 12,8 % im Vorjahr. Das im Vergleich zum Vorjahr geringere Marktwachstum führt der OVK insbesondere auf geopolitische und makroökonomische Unsicherheiten zurück, auf die die Werbetreibenden teilweise mit kurzfristigem und taktischem Buchungsverhalten reagierten.
Das vorgenannte Wachstum von 8,5 % resultiert primär aus dem Video-Werbemarkt, der um 16,6 % auf 3,65 Mrd. € zulegen soll. Im Display-Werbemarkt wird hingegen lediglich mit einem Plus von 1,6 % auf 3,81 Mrd. € gerechnet.
Markt-Kennzahlen: Display- und Video-Werbemarkt in Deutschland – nach OVK
in Mrd. € | 2025 | 2024 | Veränderung |
Display- und Video-Werbeumsätze | 7,46 | 6,88 | + 8,5 % |
davon Video | 3,65 | 3,13 | + 16,6 % |
davon Display | 3,81 | 3,75 | + 1,6 % |
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Quelle: Online-Vermarkterkreis (OVK), OVK-Report 2025/02, September 2025
Rechtliche Rahmenbedingungen / wesentliche Ereignisse
Rechtliche Rahmenbedingungen
Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Geschäftstätigkeit von United Internet blieben im Geschäftsjahr 2025 im Vergleich zum Geschäftsjahr 2024 im Wesentlichen konstant und hatten keinen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung im United Internet Konzern.
Wesentliche Ereignisse
Entscheidung der Bundesnetzagentur zu Low- und Mid-Band-Frequenzen
Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat am 24. März 2025 ihre Entscheidung zur Bereitstellung der ab
Januar 2026 zur Verfügung stehenden Low- und Mid-Band-Frequenzen bekanntgegeben. Diese basiert in den wesentlichen Punkten auf dem im Mai 2024 veröffentlichten Konsultationsentwurf und sieht eine Verlängerung bestehender Frequenznutzungsrechte für Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica vor. Die Verlängerung ist mit der Verpflichtung verbunden, dass Telefónica weiterhin 2*10 MHz seiner 2,6 GHz-Frequenzen sowie Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica, einen Teil des ihnen zur Verfügung stehenden Low-Band-Spektrums 1&1 zur gemeinsamen Nutzung bereitstellen müssen. Um dies zu erreichen, verpflichtete die Behörde die etablierten Netzbetreiber zu fairen Verhandlungen mit 1&1. Sollte 1&1 bis zum 1. Januar 2026 keine Nutzung von Low-Band-Frequenzen gewährt werden, behält die BNetzA sich vor, diese anzuordnen. Die Verhandlungen von 1&1 mit den übrigen Mobilfunknetzbetreibern zur kooperativen, gemeinsamen Nutzung gleichwertiger Funkfrequenzen unterhalb von 1 GHz sind bislang ergebnislos verlaufen. Die Bundesnetzagentur hat daraufhin am 17. Februar 2026 eine schriftliche Anhörung zu einer Anordnung einer kooperativen, gemeinsamen Nutzung von Low-Band-Spektrum in den Ausbaugebieten der 1&1 Mobilfunk GmbH gestartet. Die Anhörung der Mobilfunknetzbetreiber endet am 18. März 2026
Ausstieg von Warburg Pincus bei IONOS
Warburg Pincus hat am 27. März 2025 seine Anteile an der IONOS Group SE vollständig veräußert (Beteiligungsquote zum 31. Dezember 2024: 16,2 %). Durch den Ausstieg wurden unter anderem bedingte Kaufpreiszahlungen von Warburg Pincus an United Internet in Höhe von insgesamt 45,0 Mio. € und von IONOS an die Deutsche Telekom aus dem Erwerb der STRATO AG im Jahr 2017 in Höhe von 34,0 Mio. € fällig. Des Weiteren sind im Zusammenhang mit dem Ausstieg von Warburg Pincus weitere Anschaffungspreisanpassungen aus dem Rückerwerb des Jahres 2021 in Höhe von 9,9 Mio. € fällig geworden, die ergebnisneutral im Eigenkapital erfasst wurden.
Zukauf von 4,4 Mio. 1&1 Aktien
Die United Internet AG hat Anfang April 2025 insgesamt 4,4 Mio. Aktien der Konzerntochter 1&1 AG
erworben. Der Kaufpreis belief sich auf rund 60,8 Mio. €. Durch den Zukauf erhöhte sich der von der
United Internet AG gehaltene Anteil an der 1&1 AG von zuvor 78,32 % auf 80,81 % vom Grundkapital.
Vorläufige rechtliche Einschätzung des Bundeskartellamtes wegen der mangelnden Bereitstellung von Antennenstandorten für 1&1
Das Bundeskartellamt hat am 11. April 2025 seine vorläufige rechtliche Einschätzung wegen der mangelnden Bereitstellung von Antennenstandorten von Vodafone und Vantage Towers für 1&1 veröffentlicht. Das Bundeskartellamt wertet in dieser Einschätzung die verzögerte Bereitstellung der vertraglich vereinbarten Standorte als kartellrechtswidrige Behinderung von 1&1 bei seinem Markteintritt als vierter Netzbetreiber. Vantage Towers hatte Ende 2021 mit 1&1 eine vertragliche Vereinbarung über die Mitnutzung einer vierstelligen Zahl an Antennenstandorten geschlossen, die in mehreren Chargen bis insgesamt Ende 2025 realisiert werden sollte. Die Termine für die vereinbarten Bereitstellungsziele wurden dann nochmals vertraglich um ein Jahr nach hinten verschoben.
Die Bereitstellung der 1&1 zugesagten Standorte verzögert sich allerdings seit Vertragsschluss massiv. Vodafone und Vantage Towers hatten anschließend Gelegenheit, zur Einschätzung des Bundeskartellamts Stellung zu beziehen. Eine abschließende Entscheidung des Amtes steht derzeit noch aus.
Öffentliches Erwerbsangebot für 1&1 Aktien
Nach Ankündigung vom 16. Mai 2025 hat United Internet am 5. Juni 2025 die Angebotsunterlage für ihr freiwilliges öffentliches Erwerbsangebot in Form eines Teilangebots (Barangebot) an die Aktionäre der 1&1 AG zum Erwerb von bis zu 16.250.827 nicht bereits unmittelbar von der United Internet AG gehaltenen auf den Inhaber lautenden Stückaktien von 1&1 (dies entspricht ca. bis zu 9,19 % des Grundkapitals), jeweils mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 1,10 €, gegen Zahlung einer Gegenleistung von 18,50 € je 1&1 Aktie veröffentlicht. Das Angebot von 18,50 € je 1&1 Aktie entsprach einer Prämie von ca. 20 % gegenüber dem XETRA-Schlusskurs bzw. ca. 29 % gegenüber dem volumengewichteten 3-Monats-Durchschnittskurs (XETRA) zum 15. Mai 2025. Mit dem Angebot bot United Internet allen Aktionären der 1&1 AG, also auch denjenigen mit größeren Beständen, eine attraktive Gelegenheit, sich Liquidität mit einer erheblichen Prämie zu verschaffen.
United Internet verfolgte mit dem öffentliches Erwerbsangebot das Ziel, die zuvor bestehende Beteiligung von 80,81 % an 1&1 weiter auszubauen und die Stimmrechtsmehrheit zu festigen. Insbesondere mit Blick auf die in den nächsten Jahren anstehenden Investitionen in den Ausbau des 1&1 Mobilfunknetzes ist eine klare und stabile Aktionärsstruktur von besonderer Bedeutung. Zugleich sollte ein angemessener Freefloat (Streubesitz) erhalten bleiben.
Die Frist für die Annahme des Angebots endete am 3. Juli 2025, 24:00 Uhr (MEZ). Insgesamt wurden United Internet im Rahmen des freiwilligen öffentlichen Erwerbsangebotes 7.585.033 1&1 Aktien angeboten (dies entspricht ca. 4,29 % des Grundkapitals). Der daraus resultierende Erwerbspreis belief sich auf 140,3 Mio. € und wurde im Juli 2025 gezahlt. Damit stiegen die von United Internet gehaltenen Anteile von zuvor 80,81 % im Juli 2025 auf 85,10 % des Grundkapitals der 1&1 AG.
Zukauf von weiteren 2,4 Mio. 1&1 Aktien
Ende August 2025 hat United Internet weitere insgesamt 2,4 Mio. Aktien der 1&1 AG erworben. Der Kaufpreis belief sich auf rund 44,9 Mio. €. Durch den Zukauf erhöhte sich der von United Internet
gehaltene Anteil an der 1&1 AG von zuvor 85,10 % auf 86,46 % vom Grundkapital.
United Internet verkauft 1&1 Versatel an die 1&1 AG
Im November 2025 haben sich United Internet und die 1&1 AG (United Internet Anteil: 86,46 %) über einen konzerninternen Verkauf der United Internet Management Holding SE (United Internet Anteil:
100 %), inklusive derer 100%-iger Tochter 1&1 Versatel GmbH (zusammen: 1&1 Versatel), an die 1&1 AG verständigt.
Der wirtschaftlich vereinbarte Kaufpreis beläuft sich auf ca. 1,3 Mrd. €. Zusätzlich zahlt die 1&1 AG im Zusammenhang mit der Transaktion einen Ausgleichsbetrag in Höhe von 246 Mio. €. Hintergrund ist, dass die Transaktion bei der United Internet Management Holding SE zu einer Wertminderung der Beteiligung an der 1&1 Versatel auf den niedrigeren beizulegenden Wert geführt hat. Der daraus resultierende Verlust war aufgrund des bestehenden Ergebnisabführungsvertrags (Verlustübernahme gemäß § 302 AktG) von der United Internet AG zu tragen und wurde im Januar 2026 durch Zahlung der United Internet AG an die United Internet Management Holding SE ausgeglichen. Der Ausgleichsbetrag wird außerhalb der Kaufpreiserfüllung zurückgeführt, formal wird er den Anschaffungskosten zugerechnet. Insgesamt belaufen sich die Anschaffungskosten bei 1&1 damit auf 1.546 Mio. €.
Die 1&1 AG übernahm 1&1 Versatel mit allen Vermögenswerten, insbesondere Netzinfrastruktur und Schulden, inkl. 950 Mio. € Darlehensverbindlichkeiten gegenüber United Internet. Dieses bei 1&1 Versatel verbleibende Darlehen wurde im Zuge des Verkaufes durch eine Garantie der 1&1 AG abgesichert.
Die Erfüllung der Kaufpreisforderung erfolgt durch Aufrechnung mit Gegenforderungen aus einem Cash‑Management‑Guthaben in Höhe von 650 Mio. € sowie durch die Gewährung eines Gesellschafterdarlehen von der United Internet AG an die 1&1 AG von ebenfalls 650 Mio. €. Ergänzend erfolgte die Rückführung des Ausgleichsbetrags für die erfolgte Verlustübernahme. In einer Gesamtbetrachtung der gegenseitigen Zahlungen gleichen sich diese aus, so dass United Internet aus der Transaktion keine liquiden Mittel zuflossen.
In Abhängigkeit von der künftigen Geschäftsentwicklung von 1&1 Versatel in den Jahren 2027, 2028 und 2029 kann sich der Kaufpreis um bis zu 300 Mio. € erhöhen oder reduzieren. Ein etwaiger Anpassungsbetrag würde im Jahr 2030 fällig werden.
Durch die konzerninterne Umstrukturierung und den Verkauf von 1&1 Versatel an 1&1 hat United Internet ihre Aktivitäten und Kompetenzen im Telekommunikationsgeschäft unter dem Dach der 1&1 AG gebündelt.
Der Anteilsverkauf erfolgte mit wirtschaftlicher Wirkung zum Ablauf des 30. November 2025.
1&1 erfüllt Vorgaben der Bundesnetzagentur
Die 1&1 AG hat nur zwei Jahre nach dem Start der mobilen Dienste im vierten deutschen Mobilfunknetz im Dezember 2025 eine Abdeckung von 27 Prozent der deutschen Haushalte erreicht. Damit erfüllt 1&1 das erste Flächenversorgungsziel von 25 Prozent, welches dem Unternehmen im Rahmen der 5G-Frequenzauktion von der Bundesnetzagentur vorgegeben wurde, fristgerecht vor dem 31. Dezember 2025.
Bereits im November 2025 hat 1&1 mit dem Abschluss der Migration aller auf Basis früherer Wholesale-Verträge versorgter Bestandskunden ins 1&1 Mobilfunknetz die Auflage der Bundesnetzagentur zur “wettbewerblichen Unabhängigkeit” frühzeitig erfüllt.
Darüber hinaus fanden im Geschäftsjahr 2025 keine wesentlichen Ereignisse statt, die einen maßgeblichen Einfluss auf den Geschäftsverlauf hatten.
Verwendung und Definition relevanter finanzieller Kennzahlen
Für eine klare und transparente Darstellung der Geschäftsentwicklung von United Internet werden in den Jahres- und Zwischenabschlüssen des Konzerns – neben den nach International Financial Reporting Standards (IFRS) geforderten Angaben – weitere finanzielle Kennzahlen wie z. B. EBITDA, EBITDA-Marge, EBIT, EBIT-Marge oder der Free Cashflow angegeben.
Diese Kennzahlen sind bei United Internet wie folgt definiert:
○ EBIT: Das EBIT (Earnings before Interest and Taxes; Ergebnis vor Zinsen und Steuern) stellt das in der Gesamtergebnisrechnung ausgewiesene Ergebnis der betrieblichen Tätigkeiten dar.
○ EBIT-Marge: Die EBIT-Marge stellt das Verhältnis von EBIT zu Umsatz dar.
○ EBITDA: Das EBITDA (Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization; Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) errechnet sich aus dem EBIT / Ergebnis der betrieblichen Tätigkeiten zuzüglich der (in der Kapitalflussrechnung ausgewiesenen Positionen) Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sowie Abschreibungen auf im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierte Vermögenswerte abzüglich der darin gegebenenfalls enthaltenen Abschreibungen aus nicht-fortgeführten Geschäftsbereichen.
○ EBITDA-Marge: Die EBITDA-Marge stellt das Verhältnis von EBITDA zu Umsatz dar.
○ Cashflow vor Veränderung der Bilanzposten (Zwischensumme): Der Cashflow vor Veränderung der Bilanzposten ergibt sich aus dem Konzernergebnis, bereinigt um zahlungsunwirksame Effekte. Dazu zählen u. a. Abschreibungen, das At-equity-Ergebnis, latente Steuern sowie Zins- und Finanzierungsaufwendungen. Diese Zwischensumme stellt den operativen Mittelzufluss dar, bevor Veränderungen im Working Capital und sonstigen Bilanzposten berücksichtigt werden.
○ Free Cashflow: Der Free Cashflow errechnet sich aus den (in der Kapitalflussrechnung ausgewiesenen Positionen) Nettozahlungen der betrieblichen Tätigkeit, verringert um Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, zuzüglich Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen.
○ Free Cashflow nach Leasing: Der Free Cashflow nach Leasing ergibt sich aus dem Free Cashflow inkl. des Tilgungsanteils von Leasingverbindlichkeiten, die seit dem Geschäftsjahr 2019 (IFRS 16) in den Nettozahlungen im Finanzierungsbereich ausgewiesen werden.
○ Capex: Der Capex ist die Summe der gebuchten Ausgaben für Investitionen in immaterielle Vermö-genswerte und Sachanlagen.
○ Cash-Capex: Der Cash-Capex ist die Summe der zahlungswirksamen Ausgaben für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen.
Die vorgenannten Kennzahlen werden, soweit es für eine klare und transparente Darstellung notwendig ist, um Sonderfaktoren / Sondereffekte bereinigt und unter der Bezeichnung „operative Kennzahlen“ (also z. B. operatives EBITDA, operatives EBIT oder operatives EPS) ausgewiesen. Eine Herleitung von EBITDA, EBIT, EBT, Konzernergebnis und EPS (laut Gesamtergebnisrechnung) auf die um Sondereffekte bereinigten Werte findet sich im Kapitel 2.3 „Lage des Konzerns“.
Die Sondereffekte betreffen in der Regel nur solche Effekte, die aufgrund ihrer Art, ihrer Häufigkeit und / oder ihres Umfangs geeignet sind, die Aussagekraft der finanziellen Kennzahlen für die Finanz- und Ertragsentwicklung des Konzerns zu beeinträchtigen. Alle Sondereffekte werden zum Zwecke der Überleitung von den unbereinigten finanziellen Kennzahlen zu den operativen Kennzahlen im jeweiligen Abschnitt des Abschlusses aufgezeigt und erläutert.
Aufwendungen für den Ausbau des 1&1 Mobilfunknetzes oder Anlaufkosten in neuen Geschäftsfeldern bei 1&1 Versatel werden dagegen nicht bereinigt, sondern – sofern vorhanden – in den jeweiligen Abschnitten aufgezeigt.
Währungsbereinigte Umsatz- und Ergebniszahlen werden berechnet, indem Umsatz und Ergebnis mit den durchschnittlichen Wechselkursen der Vergleichsperiode anstatt der laufenden Periode umgerechnet werden.
Die für die Steuerung des Konzerns bedeutsamsten finanziellen Kennzahlen sind der Umsatz sowie das operative EBITDA gemäß IFRS.
Sondereffekte im Geschäftsjahr 2025
Einstellung / Verkauf der Geschäftsfelder „Energy“ und „De-Mail“
Nach eingehender Prüfung haben Vorstand und Aufsichtsrat im März 2024 beschlossen, die Geschäftsfelder „Energy“ und „De-Mail“ im Segment „Consumer Applications“ nicht weiterzuführen.
Vor diesem Hintergrund weist United Internet seit dem 1. Quartal 2024 im Rahmen der Lageberichterstattung die Umsatz- und Ergebnisbeiträge der beiden Geschäftsfelder sowohl im Segment „Consumer Applications“ als auch auf Konzernebene separat aus und bereinigt die aktuellen operativen Kennzahlen sowie die Vergleichswerte aus Vorperioden um diese Beiträge. Auch die Darstellung der Kundenverträge erfolgt entsprechend bereinigt. Die Finanzkennzahlen der Jahre 2021 und 2022 in den Mehrperiodenübersichten blieben hingegen unverändert.
Nachdem „De-Mail“ bereits zum Jahresende 2024 eingestellt wurde, ergab sich im Geschäftsjahr 2025 lediglich noch ein Umsatz- und Ergebnisbeitrag aus dem Mitte Oktober 2025 verkauften Geschäftsfeld „Energy“, der separat ausgewiesen und bereinigt wird. Dieser betrug im Geschäftsjahr 2025 16,1 Mio. € Umsatz sowie +7,8 Mio. € EBITDA und EBIT (netto inkl. des Verkaufserlöses). Zum Vergleich: Im Geschäftsjahr 2024 lagen die bereinigten Umsatz- und Ergebnisbeiträge aus „Energy“ und „De-Mail“ bei 26,2 Mio. € Umsatz sowie bei -0,7 Mio. € EBITDA und -0,9 Mio. € EBIT.
Entscheidung des Bundesfinanzhofs zugunsten von United Internet
Per Gerichtsbescheid von Juli 2025 hat der Bundesfinanzhof (BFH) in einem Rechtsstreit zur Körperschaftssteuer 2008 zwischen United Internet und der zuständigen Finanzbehörde zugunsten von United Internet entschieden.
Aus der Entscheidung resultierten im Geschäftsjahr 2025 eine Steuerrückerstattung sowie eine damit verbundene Zinserstattung, die jeweils zum Großteil bereits erstattet wurden. Die Höhe der Steuerrückerstattung belief sich auf 37,4 Mio. €, die in Höhe von 8,5 Mio. € bereits in Vorjahren als Forderungen gegenüber den Finanzbehörden erfasst wurden, so dass sich netto ein Steuerertrag von 28,9 Mio. € ergab. Die Höhe der Zinserstattung (inkl. Kosten) belief sich auf 34,9 Mio. €, die in Höhe von 4,7 Mio. € ebenfalls bereits in Vorjahren als Forderungen gegenüber den Finanzbehörden erfasst wurden, so dass sich netto ein Zinsertrag von 30,2 Mio. € ergab. Vor dem Hintergrund dieser einmaligen Sondereffekte bei Steuern und Zinsen bereinigt United Internet im Rahmen der Lageberichterstattung auf Konzernebene die aktuellen operativen Kennzahlen um diese Beträge.
IONOS stellt Sedo zum Verkauf und bilanziert die Gesellschaft gemäß IFRS 5
Die United Internet Tochter IONOS Group SE hat im September 2025 entschieden, die Sedo GmbH inkl. ihrer Tochterunternehmen („Sedo“) und somit das IONOS Geschäftsfeld „AdTech“ (früher: Aftermarket) zu veräußern. Übergeordnetes Ziel des Verkaufs ist es, den Fokus des Managements der IONOS Group ganz auf deren Kerngeschäftsfelder „Web Presence & Productivity“ und „Cloud Solutions“ auszurichten.
Sedo hat sich in letzter Zeit zunehmend vom Zweitmarkt rund um die Nutzung und den Handel von Domains hin zu einer Plattform für Traffic-Monetarisierung und damit zu einem Teil des digitalen Werbemarktes entwickelt. Damit haben sich die Sedo-Aktivitäten von den IONOS Kerngeschäftsfeldern entfernt. Durch den geplanten Gesellschafterwechsel soll Sedo die vielfältigen Chancen des AdTech-Geschäfts zukünftig noch besser nutzen und sich positiv weiterentwickeln können.
Mit der Entscheidung Sedo zu veräußern, wird Sedo aufgrund der Größe und Bedeutung (anders als das von der Größenordnung her zu kleine und unbedeutende Geschäftsfeld „Energy“) gemäß IFRS 5 als nicht fortgeführter Geschäftsbereich ausgewiesen. Die aktuellen Geschäftszahlen 2025 sowie die Vorjahreszahlen der Gesamtergebnisrechnung (GuV) bei der IONOS Group SE sowie der United Internet AG wurden entsprechend angepasst. Die Umsatzerlöse und Aufwendungen des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs sind in den jeweiligen GuV-Positionen nicht mehr enthalten. Der nicht fortgeführte Geschäftsbereich wird mit seinem Periodenergebnis nach Steuern separat dargestellt. Die Auswirkungen auf die Kapitalflussrechnung zum 31. Dezember 2025 und 31. Dezember 2024 werden im Konzernanhang unter Anhangangabe 16 separat ausgewiesen. Die Auswirkungen auf die Bilanz zum 31. Dezember 2025 werden innerhalb der Bilanz separat dargestellt. Die Bilanz zum 31. Dezember 2024 ist dagegen unverändert darzustellen.
Für weitere Informationen wird auf den Konzernanhang unter Anhangangabe 16 verwiesen.
Tatsächlicher und prognostizierter Geschäftsverlauf 2025
Prognostizierter Geschäftsverlauf
Die United Internet AG hat per Ad-hoc-Mitteilung vom 25. März 2025 ihre Prognose für das Geschäftsjahr 2025 veröffentlicht und unterjährig wie folgt konkretisiert bzw. bereinigt:
Prognose 2025(1)
| Prognose 2025 (März 2025) | Konkretisierung (Mai 2025) | Bereinigung(2) (November 2025) |
Umsatz | ca. 6,4 Mrd. € | ca. 6,45 Mrd. € | ca. 6,05 Mrd. € |
EBITDA | ca. 1,35 Mrd. € | ca. 1,35 Mrd. € | ca. 1,30 Mrd. € |
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(1)Ohne Berücksichtigung des Geschäftsfeldes „Energy“
(2)Bereinigung um die bisher in der Prognose enthaltenen Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Sedo infolge der Bilanzierung von Sedo gemäß IFRS 5 als nicht fortgeführter Geschäftsbereich
Tatsächlicher Geschäftsverlauf
Ohne Berücksichtigung des Geschäftsfeldes „Energy“ in 2025 bzw. „Energy“ und „De-Mail“ in 2024 entwickelten sich die zentralen Steuerungskennzahlen Umsatz und operatives EBITDA aus fortgeführten Geschäftsbereichen wie folgt:
○ Der Umsatz auf Konzernebene stieg im Geschäftsjahr 2025 von 5,991 Mrd. € (vergleichbarer Vorjahreswert) um 1,9 % auf 6,104 Mrd. € und übertraf damit die Umsatzprognose von November 2025 (ca. 6,05 Mrd. €).
○ Das operative EBITDA auf Konzernebene verbesserte sich im Geschäftsjahr 2025 von 1,252 Mrd. € (vergleichbarer Vorjahreswert) um 2,4 % auf 1,282 Mrd. € und lag damit im Zielkorridor der EBITDA-Prognose von November 2025 (ca. 1,30 Mrd. €).
Zusammenfassung: Tatsächlicher und prognostizierter Geschäftsverlauf 2025(1)
| Prognose 2025 (März 2025) | Konkretisierung (Mai 2025) | Bereinigung(2) (November 2025) | Ist 2025 |
Umsatz | ca. 6,4 Mrd. € | ca. 6,45 Mrd. € | ca. 6,05 Mrd. € | 6,104 Mrd. € |
EBITDA | ca. 1,35 Mrd. € | ca. 1,35 Mrd. € | ca. 1,30 Mrd. € | 1,282 Mrd. € |
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(1)Ohne Berücksichtigung des Geschäftsfeldes „Energy“
(2)Bereinigung um die bisher in der Prognose enthaltenen Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Sedo infolge der Bilanzierung von Sedo gemäß IFRS 5 als nicht fortgeführter Geschäftsbereich
Der Jahresfehlbetrag der United Internet AG (Einzelgesellschaft) belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf
-260,8 Mio. € und lag damit deutlich unter der Prognose 2025, die (vorbehaltlich eventueller Sondereffekte) von einem ausgeglichenen Jahresergebnis ausging. Ursächlich hierfür war insbesondere der konzerninterne Verkauf der United Internet Management Holding und deren Tochter 1&1 Versatel an 1&1 (mit wirtschaftlicher Wirkung zum Ablauf des 30. November 2025), der auf Ebene der United Internet Management Holding zu einer außerplanmäßigen Wertminderung der Beteiligung an 1&1 Versatel in Höhe von 246,1 Mio. € und einer entsprechenden Verlustausgleichsverpflichtung im Zusammenhang mit dem Ergebnisabführungsvertrags durch United Internet führte. Hinzu kam eine außerplanmäßige Abschreibung der Beteiligung an Kublai in Höhe von 37,2 Mio. €. Bereinigt um diese außerplanmäßigen Faktoren lag das Jahresergebnis 2025 der Einzelgesellschaft im Zielkorridor der Prognose der Einzelgesellschaft.
Entwicklung der Geschäftsbereiche und Segmente
Die operative Geschäftstätigkeit des Konzerns gliedert sich in die Geschäftsbereiche „Access“ und
„Applications“, die sich wiederum in die Segmente „Consumer Access“ und „Business Access“ sowie „Consumer Applications“ und „Business Applications“ unterteilen.
Einzelheiten zu den Geschäftsmodellen der einzelnen Segmente finden sich in Kapitel 1.1 „Geschäftsmodell“.
Segment „Consumer Access“
Im Segment „Consumer Access“ stand im Geschäftsjahr 2025 – neben dem Betrieb und Ausbau des 1&1 Mobilfunknetzes sowie der Kundenmigration aufs eigene Netz – die weitere Gewinnung von werthaltigen Mobile-Internet-Verträgen im Fokus, während bei Breitband-Anschlüssen ein Rückgang erwartet wurde.
Entsprechend ging die Zahl der kostenpflichtigen Verträge im Segment „Consumer Access“ im Geschäftsjahr 2025 insgesamt um 70.000 Verträge auf 16,32 Mio. zurück. Dabei stand einem Plus von 40.000 Mobile Internet Verträgen erwartungsgemäß ein Minus von 110.000 Breitband-Verträgen gegenüber.
Entwicklung der Consumer-Access-Verträge im Geschäftsjahr 2025
in Mio. | 31.12.2025 | 31.12.2024 | Veränderung |
Consumer Access, Verträge gesamt | 16,32 | 16,39 | - 0,07 |
davon Mobile Internet | 12,48 | 12,44 | + 0,04 |
davon Breitband-Anschlüsse | 3,84 | 3,95 | - 0,11 |
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Entwicklung der Consumer-Access-Verträge im 4. Quartal 2025
in Mio. | 31.12.2025 | 30.09.2025 | Veränderung |
Consumer Access, Verträge gesamt | 16,32 | 16,34 | - 0,02 |
davon Mobile Internet | 12,48 | 12,48 | 0,00 |
davon Breitband-Anschlüsse | 3,84 | 3,86 | - 0,02 |
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Der Umsatz im Segment „Consumer Access“ stieg im Geschäftsjahr 2025 von 4.064,3 Mio. € im Vorjahr um 0,8 % auf 4.095,9 Mio. €. Dabei stiegen die von rückläufigen Breitband-Anschlüssen belasteten margenstarken Service-Umsätze, die das Kerngeschäft des Segments darstellen, von 3.303,1 Mio. € im Vorjahr leicht um 0,1 % auf 3.306,6 Mio. € im Geschäftsjahr 2025. Die margenschwachen Hardware-Umsätze legten mit 789,3 Mio. € um 3,7 % gegenüber dem Vorjahr (761,2 Mio. €) zu. Das Hardware-Geschäft schwankt saisonal und hängt von der Attraktivität neuer Geräte und den Modellzyklen der Hersteller ab.
Das Segment-EBITDA ging auf 521,5 Mio. € zurück (Vorjahr: 590,8 Mio. €). Die darin enthaltenen Aufwendungen für den Ausbau des 1&1 Mobilfunknetzes beliefen sich unverändert zum Vorjahr auf -265,3 Mio. €. Der EBITDA-Rückgang resultiert insbesondere aus gestiegenen Vorleistungskosten infolge des langsamer als von 1&1 geplanten Wachstums des Vodafone Netzes (und damit höherer Kosten für 1&1 durch das im National Roaming-Vertrag zugrunde liegende Kapazitätsmodell) sowie dem Wechsel des National Roaming-Anbieters von Telefónica auf Vodafone. Bei der National Roaming-Vereinbarung mit Vodafone werden die von 1&1 genutzten Kapazitäten vollständig EBITDA-wirksam erfasst, während sie beim National Roaming mit Telefónica teilweise aktiviert und planmäßig abgeschrieben wurden.
Dadurch sowie durch die gestiegenen Abschreibungen infolge der Investitionen in den Aufbau des
1&1 Mobilfunknetzes blieb das Segment-EBIT mit 219,5 Mio. € hinter dem Vorjahr (309,4 Mio. €) zurück.
Die EBITDA-Marge sank von 14,5 % auf 12,7 % und die EBIT-Marge von 7,6 % auf 5,4 %.
Die Zahl der Mitarbeitenden in diesem Segment ging in 2025 um 6,3 % auf 3.063 (Vorjahr: 3.268) zurück. Für weitere Informationen wird auf den Personalbericht verwiesen.
Wesentliche Umsatz- und Ergebniskennzahlen im Segment „Consumer Access“ (in Mio. €)
(1) Hauptsächlich Hardware-Umsätze
(2) Inklusive periodenfremde Aufwendungen für den Netzaufbau aus 2022 und 2023 (EBITDA- und EBIT-Effekt: -14,3 Mio. €)
Quartalsentwicklung; Veränderung zum Vorjahresquartal(1)
in Mio. € | Q1 2025 | Q2 2025 | Q3 2025 | Q4 2025 | Q4 2024 | Veränderung |
Umsatz | 1.018,5 | 987,9 | 1.009,8 | 1.079,7 | 1.047,1 | + 3,1 % |
davon Service-Umsatz | 821,9 | 824,6 | 832,8 | 827,3 | 824,4 | + 0,4 % |
davon Sonstiger Umsatz(2) | 196,6 | 163,3 | 177,0 | 252,4 | 222,7 | + 13,3 % |
EBITDA | 155,9 | 128,0 | 125,9 | 111,7 | 127,8 | - 12,6 % |
EBIT | 73,2 | 44,9 | 57,3 | 44,1 | 21,9 | + 101,4 % |
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(1)Ungeprüft; siehe Hinweis „ungeprüfte Abschnitte“ am Anfang des Lageberichts
(2)Hauptsächlich Hardware-Umsätze
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung wesentlicher Umsatz- und Ergebniskennzahlen
in Mio. € | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 |
Umsatz | 3.909,7 | 3.963,7 | 4.096,7 | 4.064,3 | 4.095,9 |
davon Service-Umsatz | 3.123,4 | 3.175,4 | 3.243,2 | 3.303,1 | 3.306,6 |
davon Sonstiger Umsatz(1) | 786,3 | 788,3 | 853,5 | 761,2 | 789,3 |
EBITDA | 671,9(2) | 693,3 | 653,8 | 590,8(3) | 521,5 |
EBITDA-Marge | 17,2 % | 17,5 % | 16,0 % | 14,5 % | 12,7 % |
EBIT | 507,3(2) | 534,9 | 455,8 | 309,4(3) | 219,5 |
EBIT-Marge | 13,0 % | 13,5 % | 11,1 % | 7,6 % | 5,4 % |
(1)Hauptsächlich Hardware-Umsätze
(2)Exklusive eines periodenfremden positiven Ergebniseffekts, der dem 2. Halbjahr 2020 zuzuordnen ist (EBITDA- und EBIT-Effekt: +39,4 Mio. €)
(3)Inklusive periodenfremde Aufwendungen für den Netzaufbau aus 2022 und 2023 (EBITDA- und EBIT-Effekt: -14,3 Mio. €)
Segment „Business Access“
Zentrale Themen im Segment „Business Access“ waren – neben dem operativen Geschäft – im Geschäftsjahr 2025 der Ausbau des Glasfasernetzes sowie die Erschließung weiterer Standorte.
Der Umsatz im Segment „Business Access“ stieg im Geschäftsjahr 2025 von 574,9 Mio. € im Vorjahreszeitraum um 2,1 % auf 586,7 Mio. €.
Das Segment-EBITDA verbesserte sich von 165,1 Mio. € um 1,3 % auf 167,2 Mio. €. Die EBITDA-Marge sank leicht von 28,7 % auf 28,5 %.
Im neuen Geschäftsfeld „5G“ errichtet 1&1 Versatel im Rahmen eines „Intercompany-Vertrages“ Rechenzentren und Glasfaseranbindungen für Antennenstandorte des 1&1 Mobilfunknetzes und überlässt 1&1 diese mietweise. Im weiteren neuen Geschäftsfeld „Ausbau von Gewerbegebieten“ schließt 1&1
Versatel über neu errichtete regionale Ausbau-Cluster Unternehmen in Gewerbegebieten an Glasfaser an. Die in den neuen Geschäftsfeldern insgesamt entstandenen Anlaufkosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2025 auf -15,4 Mio. € beim EBITDA (Vorjahr: -21,6 Mio. €) sowie auf -131,2 Mio. € beim EBIT (Vorjahr: -117,4 Mio. €).
Aufgrund gestiegener Abschreibungen infolge der damit verbundenen Investitionen in die Netzinfrastruktur ging das Segment-EBIT von -78,6 Mio. € im Vorjahr auf -100,5 Mio. € zurück.
Die Zahl der Mitarbeitenden in diesem Segment sank in 2025 um 1,2 % auf 1.615 (Vorjahr: 1.635).

Wesentliche Umsatz- und Ergebniskennzahlen im Segment „Business Access“ (in Mio. €)
Quartalsentwicklung; Veränderung zum Vorjahresquartal(1)
in Mio. € | Q1 2025 | Q2 2025 | Q3 2025 | Q4 2025 | Q4 2024 | Veränderung |
Umsatz | 144,0 | 143,3 | 148,1 | 151,3 | 144,2 | + 4,9 % |
EBITDA | 36,6 | 43,8 | 42,7 | 44,1 | 44,5 | - 0,9 % |
EBIT | –27,7 | –21,3 | –23,8 | –27,7 | –21,3 | |
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(1)Ungeprüft; siehe Hinweis „ungeprüfte Abschnitte“ am Anfang des Lageberichts
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung wesentlicher Umsatz- und Ergebniskennzahlen
in Mio. € | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 |
Umsatz | 514,4 | 543,4 | 564,0 | 574,9 | 586,7 |
EBITDA | 158,8 | 154,1 | 162,9 | 165,1 | 167,2 |
EBITDA-Marge | 30,9 % | 28,4 % | 28,9 % | 28,7 % | 28,5 % |
EBIT | –22,9 | –39,5 | –51,5 | –78,6 | –100,5 |
EBIT-Marge | - | - | - | - | - |
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Segment „Consumer Applications“
Wie bereits im Kapitel 2.2 „Geschäftsverlauf“ unter „Sondereffekte im Geschäftsjahr 2025“ ausgeführt, haben Vorstand und Aufsichtsrat im März 2024 entschieden, die Geschäftsfelder „Energy“ und „De-Mail“ im Segment „Consumer Applications“ nicht fortzuführen. Die Kennzahlen 2023, 2024 und 2025 werden im Folgenden entsprechend bereinigt dargestellt. Die Finanzkennzahlen der Jahre 2021 und 2022 in der Mehrperiodenübersicht bleiben hingegen unverändert.
Nachdem das Geschäftsfeld „De-Mail“ bereits zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 eingestellt wurde, wurde das Geschäftsfeld „Energy“ Mitte Oktober 2025 verkauft.
Im Segment „Consumer Applications“ waren 2025 der weitere Aufbau datengetriebener Geschäftsmodelle sowie der Ausbau der Kundenverhältnisse die zentralen Themen.
Die Anzahl der Pay-Accounts (kostenpflichtige Verträge) im Segment „Consumer Applications“ stieg im Geschäftsjahr 2025 um 310.000 auf 3,35 Mio. Werbefinanzierte Free-Accounts blieben hingegen mit 38,68 Mio. aufgrund der hohen Konvertierung in kostenpflichtige Kundenverhältnisse um 250.000 hinter dem 31. Dezember 2024 (38,93 Mio.) zurück. Insgesamt legte die Anzahl der Accounts um 60.000 auf 42,03 Mio. zu.
Entwicklung der Consumer-Applications-Accounts im Geschäftsjahr 2025
in Mio. | 31.12.2025 | 31.12.2024 | Veränderung |
Consumer Applications, Accounts gesamt | 42,03 | 41,97 | + 0,06 |
davon mit Premium-Mail-Subscription (Verträge) | 2,46 | 2,22 | + 0,24 |
davon mit Value-Added-Subscription (Verträge) | 0,89 | 0,82(1) | + 0,07 |
davon Free-Accounts | 38,68 | 38,93 | - 0,25 |
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Entwicklung der Consumer-Applications-Accounts im 4. Quartal 2025
in Mio. | 31.12.2025 | 30.09.2025 | Veränderung |
Consumer Applications, Accounts gesamt | 42,03 | 41,73 | + 0,30 |
davon mit Premium-Mail-Subscription (Verträge) | 2,46 | 2,39 | + 0,07 |
davon mit Value-Added-Subscription (Verträge) | 0,89 | 0,87(1) | + 0,02 |
davon Free-Accounts | 38,68 | 38,47 | + 0,21 |
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(1)Vertragszahlen zum 30.09.2025 und 31.12.2024 ohne 0,02 Mio. Energy-Verträge (Value-Added-Subscription)
Trotz eines insgesamt schwachen Display‑Werbemarktes in Deutschland konnten die Werbeerlöse erheblich gesteigert werden. Zusammen mit dem anhaltend starken Wachstum bei Pay-Verträgen führte dies im Geschäftsjahr 2025 zu deutlichen Umsatz- und Ergebnissteigerungen.
Bereinigt um Umsätze von 26,2 Mio. € aus „Energy“ und „De-Mail“ im Vorjahreszeitraum bzw. 16,1 Mio. € aus „Energy“ im Geschäftsjahr 2025 stieg der Umsatz im Segment „Consumer Applications" von 298,3 Mio. € um 8,1 % auf 322,6 Mio. €.
Bereinigt um Ergebnisbeiträge aus „Energy“ und „De-Mail“ von -0,7 Mio. € (EBITDA) bzw. -0,9 Mio. €
(EBIT) im Vorjahreszeitraum und +7,8 Mio. € (EBITDA und EBIT, jeweils netto inkl. des Erlöses aus dem Verkauf des Geschäftsfeldes Mitte Oktober 2025) aus „Energy“ im Geschäftsjahr 2025 lag das operative Segment-EBITDA mit 123,1 Mio. € um 8,7 % über Vorjahresniveau (113,2 Mio. €). Infolge leicht höherer Abschreibungen legte das operative Segment-EBIT mit 111,9 Mio. € etwas weniger stark um 8,0 % gegenüber dem Vorjahr (103,6 Mio. €) zu.
Damit einhergehend legte die operative EBITDA-Marge leicht von 37,9 % auf 38,2 % zu, während die operative EBIT-Marge unverändert bei 34,7 % lag.
Die Zahl der Mitarbeitenden in diesem Segment sank in 2025 um 0,5 % auf 1.089 (Vorjahr: 1.095).

Wesentliche Umsatz- und Ergebniskennzahlen im Segment „Consumer Applications“ (in Mio.
€)
(1)Exklusive des Umsatz- und Ergebnisbeitrages von Energy
(Umsatz-Beitrag: 16,1 Mio. €, EBITDA-Beitrag: +7,8 Mio. € netto inkl. Verkaufserlös, EBIT-Beitrag: +7,8 Mio. € netto inkl. Verkaufserlös)
(2)Exklusive der Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Energy und De-Mail
(Umsatz-Beitrag: 26,2 Mio. €, EBITDA-Beitrag: -0,7 Mio. €, EBIT-Beitrag: -0,9 Mio. €)
Quartalsentwicklung; Veränderung zum Vorjahresquartal(1)
in Mio. € | Q1 2025(2) | Q2 2025(2) | Q3 2025(2) | Q4 2025(2) | Q4 2024(3) | Veränderung |
Umsatz | 73,7 | 75,2 | 80,8 | 92,9 | 80,7 | + 15,1 % |
EBITDA | 25,4 | 28,5 | 29,0 | 40,2 | 34,3 | + 17,2 % |
EBIT | 22,4 | 25,8 | 26,3 | 37,4 | 31,9 | + 17,2 % |
| | | | | | |
(1)Ungeprüft; siehe Hinweis „ungeprüfte Abschnitte“ am Anfang des Lageberichts
(2)Exklusive des Umsatz- und Ergebnisbeitrages von Energy
(Umsatz-Beitrag: 5,9 Mio. €, EBITDA-Beitrag: +0,2 Mio. €, EBIT-Beitrag: +0,2 Mio. € in Q1 2025;
Umsatz-Beitrag: 5,3 Mio. €, EBITDA-Beitrag: +1,0 Mio. €, EBIT-Beitrag: +1,0 Mio. € in Q2 2025);
Umsatz-Beitrag: 4,9 Mio. €, EBITDA-Beitrag: +0,7 Mio. €, EBIT-Beitrag: +0,7 Mio. € in Q3 2025;
Umsatz-Beitrag: 0,0 Mio. €, EBITDA-Beitrag: +5,9 Mio. € netto inkl. Verkaufserlös, EBIT-Beitrag: +5,9 Mio. € netto inkl. Verkaufserlös in Q4 2025)
(3)Exklusive der Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Energy und De-Mail
(Umsatz-Beitrag: 6,3 Mio. €, EBITDA-Beitrag: -0,5 Mio. €, EBIT-Beitrag: -0,6 Mio. € in Q4 2024)
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung wesentlicher Umsatz- und Ergebniskennzahlen
in Mio. € | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 |
Umsatz | 285,2 | 288,6 | 277,0(3) | 298,3(4) | 322,6(5) |
EBITDA | 102,4(1) | 104,4(2) | 106,2(3) | 113,2(4) | 123,1(5) |
EBITDA-Marge | 35,9 % | 36,2 % | 38,3 % | 37,9 % | 38,2 % |
EBIT | 93,3(1) | 94,6(2) | 96,6(3) | 103,6(4) | 111,9(5) |
EBIT-Marge | 32,7 % | 32,8 % | 34,9 % | 34,7 % | 34,7 % |
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(1)Exklusive eines nicht-cashwirksamen Bewertungseffekts aus Derivaten (EBITDA- und EBIT-Effekt: +4,9 Mio. €) sowie der konzerninternen Beteiligungsveräußerung der AWIN AG (EBITDA- und EBIT-Effekt: +50,1 Mio. €)
(2)Exklusive eines nicht-cashwirksamen Bewertungseffekts aus Derivaten (EBITDA- und EBIT-Effekt: -0,5 Mio. €)
(3)Exklusive der Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Energy und De-Mail (Umsatz-Beitrag: 27,3 Mio. €, EBITDA-Beitrag: -2,7 Mio. €,
EBIT-Beitrag: -2,8 Mio. €)
(4)Exklusive der Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Energy und De-Mail (Umsatz-Beitrag: 26,2 Mio. €, EBITDA-Beitrag: -0,7 Mio. €,
EBIT-Beitrag: -0,9 Mio. €)
(5)Exklusive des Umsatz- und Ergebnisbeitrages von Energy (Umsatz-Beitrag: 16,1 Mio. €, EBITDA-Beitrag: +7,8 Mio. € netto inkl. Verkaufserlös,
EBIT-Beitrag: +7,8 Mio. € netto inkl. Verkaufserlös)
Segment „Business Applications“
In 2025 lag der Fokus bei „Business Applications“ auf Up- und Cross-Selling-Maßnahmen bei Bestandskunden sowie auf der Gewinnung neuer Kundenbeziehungen.
Insgesamt konnte die Zahl der kostenpflichtigen Verträge für Business-Applikationen im Geschäftsjahr 2025 um 460.000 Verträge auf 10,05 Mio. Verträge zulegen. Der Zuwachs resultiert aus 170.000 Verträgen im Inland sowie 290.000 im Ausland.
Entwicklung der Business-Applications-Verträge im Geschäftsjahr 2025
in Mio. | 31.12.2025 | 31.12.2024 | Veränderung |
Business Applications, Verträge gesamt | 10,05 | 9,59 | + 0,46 |
davon „Inland“ | 4,80 | 4,63 | + 0,17 |
davon „Ausland“ | 5,25 | 4,96 | + 0,29 |
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Entwicklung der Business-Applications-Verträge im 4. Quartal 2025
in Mio. | 31.12.2025 | 30.09.2025 | Veränderung |
Business Applications, Verträge gesamt | 10,05 | 9,90 | + 0,15 |
davon „Inland“ | 4,80 | 4,75 | + 0,05 |
davon „Ausland“ | 5,25 | 5,15 | + 0,10 |
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Nach der Entscheidung, Sedo (IONOS Geschäftsfeld „AdTech“) zu veräußern, wird Sedo gemäß IFRS 5 als nicht fortgeführter Geschäftsbereich bilanziert und nicht mehr in den Umsatz- und Ergebniskennzahlen des Segments „Business Applications“, sondern mit seinem Periodenergebnis nach Steuern separat unter den nicht fortgeführten Geschäftsbereichen ausgewiesen. Die Umsatz- und Ergebniskennzahlen des Vorjahres wurden entsprechend angepasst. Für weitere Informationen wird auf Kapitel 2.2 „Geschäftsverlauf“ unter „Sondereffekte im Geschäftsjahr 2025“ verwiesen.
Der Umsatz im Segment „Business Applications“ stieg im Geschäftsjahr 2025 von 1.248,1 Mio. € im Vorjahreszeitraum um 5,5 % auf 1.316,9 Mio. €.
Deutlicher noch konnten die Ergebniskennzahlen zulegen. So stiegen das Segment-EBITDA von 387,4 Mio. € um 19,8 % auf 464,1 Mio. € und das Segment-EBIT von 275,7 Mio. € um 29,0 % auf 355,7 Mio. €.
Die EBITDA-Marge sowie die EBIT-Marge legten entsprechend deutlich von 31,0 % auf 35,2 % bzw. von 22,1 % auf 27,0 % zu.
Die Zahl der Mitarbeitenden in diesem Segment stieg in 2025 leicht um 1,1 % auf 4.115 (Vorjahr: 4.072).
Wesentliche Umsatz- und Ergebniskennzahlen im Segment „Business Applications“ (in Mio. €)
(1)Nach Bilanzierung von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 zum 30. September 2025; Vorjahr 2024 angepasst
Quartalsentwicklung; Veränderung zum Vorjahresquartal(1)
in Mio. € | Q1 2025(2) | Q2 2025(2) | Q3 2025(2) | Q4 2025(2) | Q4 2024(2) | Veränderung |
Umsatz | 329,6 | 326,4 | 324,2 | 336,7 | 325,0 | + 3,6 % |
EBITDA | 106,4 | 120,2 | 126,8 | 110,7 | 96,5 | + 14,7 % |
EBIT | 79,0 | 93,2 | 100,1 | 83,4 | 66,5 | + 25,4 % |
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(1)Ungeprüft; siehe Hinweis „ungeprüfte Abschnitte“ am Anfang des Lageberichts
(2)Nach Bilanzierung von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 zum 30. September 2025; Vorquartale angepasst
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung wesentlicher Umsatz- und Ergebniskennzahlen
in Mio. € | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 |
Umsatz | 1.103,3 | 1.293,0 | 1.423,7 | 1.248,1(4) | 1.316,9(4) |
EBITDA | 329,3(1) | 329,2(2) | 373,7(3) | 387,4(4) | 464,1(4) |
EBITDA-Marge | 29,8 % | 25,5 % | 26,2 % | 31,0 % | 35,2 % |
EBIT | 216,7(1) | 216,8(2) | 265,8(3) | 275,7(4) | 355,7(4) |
EBIT-Marge | 19,6 % | 16,8 % | 18,7 % | 22,1 % | 27,0 % |
| | | | | |
(1)Exklusive IPO-Kosten (EBITDA- und EBIT-Effekt: -3,0 Mio. €)
(2)Exklusive IPO-Kosten (EBITDA- und EBIT-Effekt: -8,8 Mio. €)
(3)Exklusive IPO-Kosten (EBITDA- und EBIT-Effekt: +11,7 Mio. € netto (IPO-Kosten und gegenläufig Kostenübernahme durch die IONOS Gesellschafter))
(4)Nach Bilanzierung von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 zum 30. September 2025; Vorjahr 2024 angepasst
Beteiligungen im Konzern
Minderheitsbeteiligungen an Partnerunternehmen
Neben den (vollkonsolidierten) operativen Kerngesellschaften hielt United Internet zum 31. Dezember 2025 folgende weitere Minderheitsbeteiligungen, die in das at-equity Ergebnis einbezogen werden.
Im Juli 2013 hat sich United Internet an der Open-Xchange AG (Tätigkeitsschwerpunkt: E-Mail- und
Collaboration-Lösungen) beteiligt. United Internet arbeitet in ihrem Applications-Geschäft bereits seit vielen Jahren erfolgreich mit der Gesellschaft zusammen. Zum 31. Dezember 2025 betrug der Stimmrechtsanteil von United Internet 25,39 %. Für das Geschäftsjahr 2025 erwartet United Internet bei
Open-Xchange steigende Umsätze sowie ein positives EBITDA.
Im April 2014 hat United Internet eine Beteiligung an der uberall GmbH (Tätigkeitsschwerpunkt: Online-Listings) gezeichnet. Darüber hinaus haben uberall und IONOS einen langfristigen Kooperationsvertrag zur Nutzung der uberall-Lösungen geschlossen. Zum 31. Dezember 2025 betrug der Stimmrechtsanteil von United Internet 25,10 %. Für 2025 erwartet United Internet bei uberall steigende Umsätze sowie ein positives EBITDA.
Im April 2017 hat sich United Internet an der rankingCoach GmbH (Tätigkeitsschwerpunkt: Online-Marketing-Lösungen) beteiligt. Über die Beteiligung hinaus haben sich rankingCoach und IONOS auf einen langfristigen Kooperationsvertrag zur Nutzung der Online-Marketing-Lösungen von rankingCoach durch IONOS im Rahmen ihrer in Europa und Nordamerika angebotenen Hosting- und Cloud-Produkte verständigt. Zum 31. Dezember 2025 betrug der Stimmrechtsanteil von United Internet 31,52 %. Bei
rankingCoach erwartet United Internet in 2025 ein weiteres Umsatzwachstum sowie ein positives
EBITDA.
Darüber hinaus hält United Internet infolge der Einbringung der affilinet GmbH in AWIN im Oktober 2017 auch einen Anteil an der AWIN AG (Tätigkeitsschwerpunkt: Affiliate-Marketing). Aktuell arbeiten mehrere Konzernunternehmen von United Internet mit AWIN zusammen und nutzen das Affiliate-Netzwerk der Gesellschaft im Rahmen ihres Marketing-Mix. Zum 31. Dezember 2025 betrug der Stimmrechtsanteil von United Internet 20,00 %. Auch im Geschäftsjahr 2025 erwartet United Internet bei AWIN stabile Umsätze und ein deutlich positives EBITDA.
Beteiligung an Kublai / Tele Columbus AG
Die United Internet AG hat im Juni 2024 bekannt gegeben, keine weiteren Investitionen in die Beteiligungsholding Kublai GmbH zu tätigen. Kublai hält aktuell rund 95 % der Aktien der Tele Columbus AG.
Mit dieser Entscheidung verzichtete United Internet auf das Recht, die im Rahmen einer Kapitalerhöhung im 1. Quartal 2024 erfolgte Verwässerung ihrer Anteile an Kublai auf rund 5 % wieder auf 40 % aufzustocken. Vor diesem Hintergrund ergab sich aus dem Verlust des maßgeblichen Einflusses im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2024 eine nicht-cashwirksame Wertminderung auf die Beteiligung an Kublai in Höhe von 170,5 Mio. €, die im Ergebnis aus dem Verlust des maßgeblichen Einflusses ausgewiesen ist.
Wie bereits im Konzernabschluss 2024 berichtet, hat Kublai zur Eigenkapitalausstattung von Tele Columbus eine Kapitalerhöhung durchgeführt, an der sich United Internet nicht beteiligte. Weiterer Gesellschafter von Kublai ist die Hilbert Management GmbH, eine mittelbare Tochtergesellschaft der Morgan Stanley Infrastructure Inc. (MSI), ein von der Investmentbank Morgan Stanley verwalteter Infrastrukturfonds, welche die Kapitalerhöhung in Höhe von 300 Mio. € vollumfänglich gezeichnet hat. Dadurch wurden die Anteile von United Internet am Kublai-Stammkapital auf rund 5 % (zuvor: 40 %) reduziert. Bis zum 17. Juni 2024 bestand für United Internet die Möglichkeit, ihren Anteil am Stammkapital von Kublai durch einen Erwerb von Geschäftsanteilen von MSI gegen eine Zahlung von 120 Mio. € wieder auf 40 % zu erhöhen.
United Internet erachtet die der Kapitalerhöhung zugrunde gelegte Bewertung der Tele Columbus AG als unangemessen niedrig. Die Stimmenmehrheit in der Gesellschafterversammlung ermöglichte es MSI jedoch, die Kapitalerhöhung auf Basis einer von MSI festgelegten Bewertung durchzuführen. United Internet hat das vertraglich vorgesehene Verwässerungsschutzverfahren eingeleitet und lässt die von MSI vorgenommene Bewertung vor der Deutschen Institution für Schiedsgerichtsbarkeit (DIS) überprüfen. Wenn die DIS der Auffassung von United Internet folgt, könnte United Internet ein Ausgleichsbetrag von ca. 300 Mio. € zugesprochen werden. Bei einer abweichenden Auffassung des Gerichts könnte der zugesprochene Anspruch bzw. Ausgleichsbetrag entsprechend geringer ausfallen.
Ein abschließender Schiedsspruch steht unverändert aus.
Hintergrund der Entscheidung von Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG gegen weitere Investitionen in Kublai waren unterschiedliche Auffassungen zwischen MSI und United Internet über die zukünftige Finanzierung von Kublai.
Infolge der Reduzierung der Anteile von 40 % auf einen Anteil von rund 5 % im Geschäftsjahr 2024 wurde Kublai aus den Anteilen an assoziierten Unternehmen in die Beteiligungen umgegliedert. Entsprechend wird das anteilige Ergebnis der Gesellschaft nicht mehr in der Gesamtergebnisrechnung (im Ergebnis aus dem Verlust des maßgeblichen Einflusses) erfasst. Der beizulegende Wert der Beteiligung an Kublai verringerte sich im Geschäftsjahr 2025 um 48,3 Mio. €. Diese Veränderung wurde in der Bilanz über das sonstige Ergebnis im Eigenkapital erfasst.
Aktie und Dividende
Aktie
Die Aktie der United Internet AG stieg im Geschäftsjahr 2025 deutlich um +76,6 % auf 27,68 € zum 31. Dezember 2025 (31. Dezember 2024: 15,67 €). Damit hat sich die Aktie nochmals besser entwickelt als die ebenfalls deutlich gestiegenen Indices DAX (+23,0 %) und MDAX (+19,7 %).
Entwicklung des Aktienkurses 2025, indexiert
Die Marktkapitalisierung der United Internet AG stieg entsprechend von rund 3,0 Mrd. € im Vorjahr auf rund 5,3 Mrd. € zum 31. Dezember 2025.
Im Geschäftsjahr 2025 wurden über das elektronische Computerhandelssystem XETRA täglich durchschnittlich rund 250.000 Aktien (Vorjahr: rund 200.000) im Wert von durchschnittlich rund 5,4 Mio. € (Vorjahr: rund 3,9 Mio. €) gehandelt.
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung der Aktie
(Stand: 31. Dezember 2025; in €; alle Börsenangaben beziehen sich auf den Xetra-Handel)
| 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 |
Schlusskurs | 34,94 | 18,89 | 23,04 | 15,67 | 27,68 |
Performance | +1,5 % | –45,9 % | +22,0 % | –32,0 % | +76,6 % |
Jahreshoch | 39,34 | 35,45 | 23,06 | 25,00 | 29,18 |
Jahrestief | 31,63 | 18,14 | 12,54 | 15,15 | 14,71 |
Ø Börsenumsatz am Tag | 8.149.290 | 5.777.474 | 7.078.087 | 3.913.674 | 5.418.363 |
Ø Börsenumsatz am Tag (Stück) | 233.717 | 221.596 | 413.556 | 196.616 | 245.656 |
Anzahl Aktien (Stück) | 194.000.000 | 194.000.000 | 192.000.000 | 192.000.000 | 192.000.000 |
Börsenwert | 6.778.360.000 | 3.664.660.000 | 4.423.680.000 | 3.008.640.000 | 5.314.560.000 |
EPS(1) | 2,23 | 1,97 | 1,35 | –0,43(3) | 1,55(3) |
Bereinigtes EPS(2) | 2,11 | 2,00 | 1,41 | 0,86(3) | 1,23(3) |
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(1)EPS aus fortgeführten Geschäftsbereichen
(2)EPS aus fortgeführten Geschäftsbereichen und ohne Sonderfaktoren
(3)Nach Bilanzierung von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 zum 30. September 2025; Vorjahr angepasst
Daten zur Aktie
Aktientyp | Namens-Stammaktien |
Rechnerischer Anteil am Grundkapital | 1,00 € |
Wertpapierkennnummer (WKN) | 508903 |
Internationale Wertpapierkennnummer (ISIN) | DE0005089031 |
Börsenkürzel Xetra | UTDI |
Reuters-Symbol | UTDI.DE |
Bloomberg-Symbol | UTDI.GR |
Segment | Prime Standard |
Index | MDAX, TecDAX |
Sektor | Telekommunikation & Technologieservices |
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Aktionärsstruktur
(Stand: 31. Dezember 2025)
Aktionär | Anteil |
Ralph Dommermuth - Ralph Dommermuth GmbH (45,01 %) - Ralph Dommermuth Investments GmbH & Co. KG (2,88 %) - RD Holding GmbH & Co. KG (1,04 %) | 48,94 % |
United Internet (eigene Aktien) | 9,98 % |
Wellington | 4,95 % |
Bank of America | 4,93 % |
Helikon | 4,91 % |
Streubesitz | 26,29 % |
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Darstellung der oben gezeigten Gesamtstimmrechtsanteile basiert auf der jeweils letzten Stimmrechtsmitteilung gemäß §§ 33 ff. des Wertpapierhandelsgesetzes. Demnach werden nur Stimmrechtsmitteilungen berücksichtigt, die mindestens die erste Meldeschwelle von 3 % erreicht haben. Zudem sind der Gesellschaft vorliegende Directors' Dealings Mitteilungen entsprechend berücksichtigt.
Die von United Internet gehaltenen eigenen Aktien sind weder stimm- noch dividendenberechtigt. Aufgrund der Stimmrechtslosigkeit von eigenen Aktien beläuft sich der Anteil der in von Herrn Dommermuth kontrollierten Gesellschaften gehaltenen stimmberechtigten Aktien an der Gesamtzahl der Stimmrechte der United Internet AG auf 54,37 %, der von Wellington gehaltenen stimmberechtigten Aktien auf 5,50 %, der von Bank of America gehaltenen stimmberechtigten Aktien auf 5,48 %, der von Helikon gehaltenen stimmberechtigten Aktien auf 5,46 % sowie der vom Streubesitz gehaltenen stimmberechtigten Aktien auf 29,19 %.
Dividende
Die Dividenden-Policy von United Internet sieht vor, ca. 20 – 40 % des bereinigten Konzernergebnisses nach Minderheitenanteilen (das auf die „Anteilseigner der United Internet AG“ entfallende bereinigte Konzernergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen – gemäß Konzern-Gesamtergebnisrechnung) an die Aktionäre auszuschütten, sofern die Mittel nicht für die weitere Unternehmensentwicklung benötigt werden.
Im Rahmen der am 15. Mai 2025 stattgefundenen Hauptversammlung der United Internet AG wurde der Dividendenvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat mit 99,97 % der abgegebenen Stimmen angenommen. Der Dividendenvorschlag für das Geschäftsjahr 2024 sah eine reguläre Dividende in Höhe von 0,40 € je Aktie vor. Hinzu kam eine einmalige Nachholdividende von 1,50 € zur Kompensation der geschmälerten Dividendenzahlungen für die Geschäftsjahre 2018 bis 2023. Ausgehend von rund 172,8 Mio. dividendenberechtigten Aktien wurden am 20. Mai 2025 insgesamt 328,4 Mio. € ausgeschüttet.
Aus der regulären Dividende für das Geschäftsjahr 2024 ergab sich eine Ausschüttungssumme von 69,1 Mio. €. Die Ausschüttungsquote lag damit bei 39,4 % des bereinigten Konzernergebnisses 2024 nach Minderheitenanteilen (175,5 Mio. €) und damit – trotz der getätigten und weiterhin anstehenden Investitionen in das 1&1 Mobilfunknetz sowie in den Ausbau des Glasfasernetzes – am oberen Rand der Dividenden-Policy.
Für das Geschäftsjahr 2025 schlägt der Vorstand der United Internet AG dem Aufsichtsrat eine reguläre Dividende in Höhe von 0,50 € je Aktie vor (Vorjahr: 0,40 €). Über diesen Dividendenvorschlag beraten Vorstand und Aufsichtsrat in der Aufsichtsratssitzung am 18. März 2026 (und somit nach Aufstellung dieses Lageberichts). Über den gemeinsamen Beschlussvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat entscheidet dann die Hauptversammlung der United Internet AG am 21. Mai 2026.
Ausgehend von rund 172,8 Mio. dividendenberechtigten Aktien (Stand: 31. Dezember 2025) ergäbe sich aus der regulären Dividende für das Geschäftsjahr 2025 eine Ausschüttungssumme von 86,4 Mio. €. Die Ausschüttungsquote läge damit bei 40,8 % des bereinigten Konzernergebnisses 2025 nach Minderheitenanteilen (211,8 Mio. €) und damit – trotz der getätigten und weiterhin anstehenden Investitionen in das 1&1 Mobilfunknetz sowie in den Ausbau des Glasfasernetzes – leicht oberhalb der Dividenden-Policy. Die Dividendenrendite beliefe sich – bezogen auf den Schlusskurs der Aktie zum 31. Dezember 2025 – auf 1,8 %.
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung der regulären Dividende
| Für 2021 | Für 2022 | Für 2023 | Für 2024 | Für 2025(1) |
Dividende je Aktie (in €) | 0,50 | 0,50 | 0,50 | 0,40(4) | 0,50 |
Gesamtausschüttung (in Mio. €) | 93,4 | 86,4 | 86,4 | 69,1 | 86,4 |
Ausschüttungsquote | 22,4 % | 23,5 % | 37,1 % | - | 32,3 % |
Bereinigte Ausschüttungsquote(2) | 23,7 % | 23,1 % | 35,6 % | 39,4 % | 40,8 % |
Dividendenrendite(3) | 1,4 % | 2,6 % | 2,2 % | 2,6 % | 1,8 % |
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(1)Vorbehaltlich der Zustimmung von Aufsichtsrat und Hauptversammlung 2026
(2)Ohne Sonderfaktoren
(3)Stand: 31. Dezember
(4)Plus Nachholdividende (1,50 €)
Hauptversammlung 2025
Die Hauptversammlung der United Internet AG fand am 15. Mai 2025 in Frankfurt am Main statt.
Vom eingetragenen Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von 192.000.000,00 €, eingeteilt in 192.000.000 Stückaktien, davon 19.162.689 nicht stimmberechtigte eigene Aktien, waren 134.682.706 Stückaktien mit ebenso vielen Stimmen vertreten. Einschließlich der eingegangenen Briefwahlstimmen für 408.175 Stückaktien entsprach dies insgesamt 135.090.881 Stückaktien bzw. 70,36 % des eingetragenen Grundkapitals bzw. 78,16 % des Grundkapitals abzüglich eigener Aktien.
Die Aktionäre erteilten allen abstimmungspflichtigen Tagesordnungspunkten mit großer Mehrheit ihre Zustimmung.
Grundkapital und eigene Aktien
Die United Internet AG hielt zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 unverändert zum 31. Dezember 2024 insgesamt 19.162.689 eigene Aktien, die 9,98 % des Grundkapitals von 192.000.000 Aktien entsprechen.
Investor Relations
United Internet ist es wichtig, im engen Kontakt zu institutionellen Investoren, Privatanlegern und Finanzanalysten zu stehen. Dabei ist es der Anspruch der Gesellschaft, alle Zielgruppen zeitnah und gleichberechtigt mit Informationen zu versorgen, da für die langfristige Wertsteigerung des Unternehmenswerts eine kontinuierliche und offene Kapitalmarktkommunikation essenziell ist. Hierfür waren auch im Geschäftsjahr 2025 Vorstand und Investor Relations im regelmäßigen Austausch mit den Stakeholdern des Kapitalmarkts.
Im Rahmen von Quartalsmitteilungen, dem Halbjahresfinanz- und Geschäftsbericht, Presse- und Analystenkonferenzen sowie über virtuelle Formate setzt United Internet ihr aktives Engagement fort, um Fortschritte bei der Geschäftsstrategie zu diskutieren und zu erläutern. Darüber hinaus steht die jährlich stattfindende ordentliche Hauptversammlung in Präsenz für einen intensiven Dialog mit den Aktionären. Neben diesen Formaten nahm das Management mit Investor Relations an zahlreichen virtuellen und persönlichen Gesprächen am Unternehmenssitz in Montabaur sowie auf Roadshows und Konferenzen im In- und Ausland teil.
In den Gesprächen mit den Stakeholdern wurde eine Reihe an Themen behandelt, darunter die strategischen Prioritäten des Konzerns inklusive potenzieller zukünftiger Kapitalallokationen, der Fortschritt beim Ausbau des 1&1 O-RAN Mobilfunknetzes, Fragen rund um die digitale Souveränität sowie die Bedeutung von KI für das Geschäftsmodell von United Internet. Weiterhin waren externe Faktoren wie die wettbewerblichen Entwicklungen von starkem Interesse.
Auch außerhalb persönlicher Treffen können sich Stakeholder auf der umfangreichen und zweisprachigen Webseite unter www.united-internet.de jederzeit über die aktuellen Entwicklungen des Unternehmens informieren. Da United Internet von zahlreichen deutschen und internationalen Finanzanalysten beobachtet und analysiert wird, sind die aktuellen Analystenempfehlungen zur Aktie sowie der durchschnittliche Zielkurs, den Analysten der United Internet-Aktie beimessen, online unter united-internet.de/investor-relations/aktie/analysten-coverage abrufbar. Zusätzlich sind unter www.united-internet.de/investor-relations/finanzkalender neben den Publikationsterminen der Finanzberichte, auch Termine und Ortsangaben von Roadshows und Konferenzen öffentlich zugänglich. Digitale Versionen der Geschäftsberichte gehören ebenfalls zum umfassenden Informationsangebot auf der Internetseite der Gesellschaft.
Personalbericht
Als Telekommunikations- und Internet-Unternehmen unterliegt United Internet den prägenden Merkmalen der Branche: hohe Dynamik, kurze Innovationszyklen und ein intensiver Wettbewerb. Diesen Herausforderungen stellt sich die United Internet AG seit vielen Jahren mit großem Erfolg. Einer der Schlüsselfaktoren für den Erfolg und das Wachstum der United Internet Gruppe stellen die engagierten, kompetenten sowie gleichzeitig unternehmerisch denkenden und eigenverantwortlich handelnden Mitarbeitenden und Führungskräfte der Gesellschaft dar. Das Unternehmen legt deshalb großen Wert auf eine nachhaltige und ausgewogene Strategie über alle Aspekte des Personalbereichs: von der Mitarbeitergewinnung über zielgruppengerechte Einstiegs- und Ausbildungsformate, aufgabenbezogene Qualifizierungsangebote und die Begleitung auf individuellen Karrierepfaden bis hin zur Entwicklung und langfristigen Bindung von Führungskräften, Potenzial- und Leistungsträgern.
Die United Internet AG ist auch 2025 wieder anerkannter Top Arbeitgeber. Basierend auf einer unabhängigen Studie des „Top Employers Institute“ wurde United Internet, wie schon in den vergangenen
Jahren, die Auszeichnung als „TOP Arbeitgeber“ verliehen. Die Zertifizierung wird an Unternehmen vergeben, die ihren Mitarbeitenden attraktive Arbeitsbedingungen bieten. Die Bewertung erfolgt anhand der Karrieremöglichkeiten, Arbeitgeberleistungen, Arbeitsbedingungen, Fortbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten.
Mitarbeiterbestand und Personalaufwand
Im stark umkämpften Markt um Fachkräfte im ITK-Sektor ist es United Internet erneut gelungen, Schlüsselpositionen mit Top-Kräften zu besetzen und damit der Geschäftsausweitung gerecht zu werden.
Neben einem zielgruppengerechten Arbeitgebermarketing, Kooperationen mit Aus- und Weiterbildungsträgern und dem positiven Abstrahleffekt der Produktmarken steht ein kandidatenfreundlicher, wettbewerbsfähiger Akquise- und Auswahlprozess im Bereich Recruiting im Mittelpunkt der erfolgreichen Personalgewinnung.
Im Geschäftsjahr 2025 ging die Gesamtzahl der Mitarbeitenden gegenüber dem Vorjahr um 2,2 % bzw. 236 Mitarbeitende auf 10.547 (Vorjahr: 10.783) zurück.
Dabei sank die Zahl der Beschäftigten in Deutschland um 4,4 % bzw. 384 Mitarbeitende auf 8.439 zum 31. Dezember 2025 (Vorjahr: 8.823), während die Zahl der Beschäftigten in den ausländischen Gesellschaften um 7,6 % bzw. 148 Mitarbeitende auf 2.108 Mitarbeitende (Vorjahr: 1.960) anstieg.
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung der Mitarbeitenden nach Inland / Ausland(1); Veränderung zum Vorjahr
| 2021 | 2022 | 2023 | 2024(2) | 2025(2) | Veränderung |
Mitarbeitende, gesamt | 9.975 | 10.474 | 10.962 | 10.783 | 10.547 | - 2,2 % |
davon Inland | 8.199 | 8.550 | 8.981 | 8.823 | 8.439 | - 4,4 % |
davon Ausland | 1.776 | 1.924 | 1.981 | 1.960 | 2.108 | + 7,6 % |
| | | | | | |
(1)Aktive Mitarbeitende zum 31. Dezember des jeweiligen Geschäftsjahres
(2)(Aktive) Mitarbeitende 2024 restated nach Anpassung der Berechnungslogik seit Q3 2025 (Ausweis der freigestellten Mitarbeitenden und Mitarbeitenden in der Passiv-Phase der Altersteilzeit bei den inaktiven Mitarbeitenden) und Ausweis von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich seit Q3 2025; Vorjahre 2021-2023 unverändert dargestellt
Aus Sicht der Geschäftssegmente waren 3.063 Mitarbeitende im Segment „Consumer Access“ (Vorjahr: 3.268) tätig, 1.615 im Segment „Business Access“ (Vorjahr: 1.635), 1.089 im Segment „Consumer Applications“ (Vorjahr: 1.095) sowie 4.115 im Segment „Business Applications“ (Vorjahr: 4.072). Weitere 665 Mitarbeitende waren im Bereich „Corporate / Zentralfunktionen“ (Vorjahr: 713) beschäftigt.
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung der Mitarbeitenden nach Segmenten(1) ; Veränderung zum Vorjahr
| 2021 | 2022 | 2023 | 2024(2) | 2025(2) | Veränderung |
Mitarbeitende, gesamt | 9.975 | 10.474 | 10.962 | 10.783 | 10.547 | - 2,2 % |
davon Consumer Access | 3.167 | 3.163 | 3.320 | 3.268 | 3.063 | - 6,3 % |
davon Business Access | 1.238 | 1.336 | 1.522 | 1.635 | 1.615 | - 1,2 % |
davon Consumer Applications | 1.004 | 1.036 | 1.072 | 1.095 | 1.089 | - 0,5 % |
davon Business Applications | 3.998 | 4.247 | 4.364 | 4.072 | 4.115 | + 1,1 % |
davon Corporate/Shared Services | 568 | 692 | 684 | 713 | 665 | - 6,7 % |
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(1)Aktive Mitarbeitende zum 31. Dezember des jeweiligen Geschäftsjahres
(2)(Aktive) Mitarbeitende 2024 restated nach Anpassung der Berechnungslogik seit Q3 2025 (Ausweis der freigestellten Mitarbeitenden und Mitarbeitenden in der Passiv-Phase der Altersteilzeit bei den inaktiven Mitarbeitenden) und Ausweis von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich seit Q3 2025; Vorjahre 2021-2023 unverändert dargestellt
Der Personalaufwand erhöhte sich im Geschäftsjahr 2025 infolge von Gehaltsanpassungen um 2,2 % auf 826,7 Mio. € (Vorjahr: 808,9 Mio. €). Die Personalaufwandsquote lag unverändert bei 13,5 %.
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung des Personalaufwands; Veränderung zum Vorjahr
in Mio. € | 2021 | 2022 | 2023 | 2024(1) | 2025(1) | Veränderung |
Personalaufwand | 645,4 | 675,5 | 760,0 | 808,9 | 826,7 | + 2,2 % |
Personalaufwandsquote | 11,4 % | 11,4 % | 12,3 % | 13,5 % | 13,5 % | |
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(1)Nach Bilanzierung von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 zum 30. September 2025; Vorjahr angepasst
Der Umsatz pro Mitarbeitenden bezogen auf die Mitarbeiterzahl im Jahresdurchschnitt betrug für das Geschäftsjahr 2025 ca. 0,57 Mio. € (Vorjahr: ca. 0,55 Mio. €).
Für weitere Informationen zu Themen wie Arbeitsbedingungen, Weiterbildung und Entwicklungsprogrammen, Chancengleichheit und Inklusion sowie Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit wird auf das Kapitel „4. Nichtfinanzielle Konzernerklärung“ verwiesen.
Liquidität und Finanzierung
Die Konzernfinanzierung orientiert sich primär an den strategischen Geschäftsplänen der operativen Geschäftseinheiten. Um ausreichende Flexibilität für weiteres Wachstum zur Verfügung zu stellen, verfolgt United Internet daher laufend Trends der sich an den Finanzmärkten ergebenden Finanzierungsmöglichkeiten. Verschiedene Finanzierungsoptionen wie auch Potenziale zur Optimierung von bestehenden Finanzierungsinstrumenten werden regelmäßig geprüft. Die jederzeitige Sicherstellung ausreichender Liquidität sowie die finanzielle Unabhängigkeit des Konzerns stehen dabei im Vordergrund. Neben der starken Innenfinanzierungskraft unterhält der Konzern ausreichend Liquiditätsreserven bei Kernbanken. Die flexible Ausnutzung dieser Liquiditätsreserven ermöglicht eine effiziente Steuerung der Konzernliquidität und ein optimales Verschuldungsmanagement zur Reduzierung von Zinskosten.
Seit Juli 2012 besteht zwischen der United Internet AG und bestimmten Tochterunternehmen eine Vereinbarung über die Durchführung eines Euro Cash-Poolings (Zero Balancing). Hierdurch werden banktäglich die Guthaben und Fehlbeträge der angebundenen Konzerntöchter über mehrere Kaskaden auf ein zentrales Bankkonto der United Internet AG konzentriert bzw. von diesem ausgeglichen und stehen täglich zur Verfügung.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten beliefen sich im Konzern zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 auf 3.244,8 Mio. € (Vorjahr: 2.813,7 Mio. €) und setzen sich im Wesentlichen aus Schuldscheindarlehen, Konsortialkrediten und bilateralen Kreditvereinbarungen / Betriebsmittellinien zusammen.
Schuldscheindarlehen
Die United Internet AG hat im Geschäftsjahr 2025 – wie auch bereits in den Jahren 2021, 2023 und 2024 – erfolgreich ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 250 Mio. € platziert. Die Mittel aus dieser Transaktion dienen der allgemeinen Unternehmensfinanzierung. Das neue Schuldscheindarlehen ist an keine sogenannten Covenants gebunden.
Zugleich wurden im Geschäftsjahr 2025 zwei fällige Schuldschein-Tranchen in Höhe von insgesamt
250 Mio. € fristgerecht zurückgezahlt.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 bestanden somit unverändert insgesamt 1.217 Mio. € (Vorjahr: 1.217 Mio. €) Verbindlichkeiten aus den Schuldscheindarlehen 2021, 2023, 2024 und 2025 mit maximalen Laufzeiten bis April 2031.
Rückführung des Shareholder Loans durch IONOS Group SE
Die IONOS Group SE hat im Dezember 2023 mit einem Bankenkonsortium einen Kredit über 800 Mio. € zur teilweisen Refinanzierung ihres mit der United Internet AG bestehenden Shareholder Loans abgeschlossen. Die Refinanzierung erfolgt zu einem festen jährlichen Zinssatz von 4,67 %. Der Konsortialkredit hat eine Laufzeit bis zum 15. Dezember 2026 und ist endfällig.
Der Shareholder Loan mit United Internet (ursprüngliche Laufzeit: bis zum 15. Dezember 2026; jährliche feste Verzinsung: 6,75 %) wurde – nach weiteren Teilrückführungen – bereits vorzeitig im Geschäftsjahr 2025 vollständig getilgt.
Konsortialkreditrahmen & Konsortialkredite
Ein Bankenkonsortium hat der United Internet AG im Dezember 2024 einen revolvierenden Konsortialkreditrahmen über 950 Mio. € bis Dezember 2029 eingeräumt. Im Geschäftsjahr 2025 hat United
Internet von einer vertraglich zugesagten Verlängerungsoption Gebrauch gemacht und hat die Laufzeit des revolvierenden Konsortialkreditrahmens für den Zeitraum Dezember 2029 bis Dezember 2030 verlängert.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 war der Konsortialkreditrahmen nicht (Vorjahr: 150 Mio. €) in Anspruch genommen. Damit stehen aus dem noch nicht abgerufenen Kreditrahmen zum Bilanzstichtag Mittel in Höhe von 950 Mio. € (Vorjahr: 800 Mio. €) zur Verfügung.
Zusätzlich hat der Konzern im Dezember 2024 einen im Dezember 2027 endfälligen Konsortialkredit über 550 Mio. € abgeschlossen. Dieser wurde im Januar 2025 durch Ausübung einer vertraglich zugesicherten Erhöhungsoption um 50 Mio. € auf 600 Mio. € aufgestockt. Dabei hat United Internet AG einen Teil ihrer mit Kernbanken bestehenden bilateralen Betriebsmittellinien in den Konsortialkredit eingebracht, so dass diese erfolgreich langfristig refinanziert werden konnten.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 war vorgenannter Konsortialkredit mit 600 Mio. € (Vorjahr: 550 € Mio.) vollständig in Anspruch genommen.
Darüber hinaus haben United Internet und die Japan Bank for International Cooperation (JBIC) ebenfalls im Dezember 2024 einen Darlehensvertrag in Höhe von bis zu 800 Mio. € unterzeichnet. Die Mittel werden durch eine direkte Tranche der vollständig im Eigentum der japanischen Regierung stehenden Japan Bank for International Cooperation und eine durch JBIC garantierte Tranche eines Konsortiums europäischer und japanischer Geschäftsbanken bereitgestellt. Mit dem Darlehen sollen United Internet Mittel zur Verfügung gestellt werden, um über ihre Tochtergesellschaft 1&1 in Deutschland ein 5G-Netz auf Basis der Open-RAN-Technologie aufzubauen.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 war das Darlehen mit 290 Mio. € (Vorjahr: 0 €) in Anspruch genommen, so dass 510 Mio. € (Vorjahr: 800 Mio. €) weiter zur Verfügung stehen.
Bilaterale Kreditvereinbarungen / bilaterale Betriebsmittellinien
Ferner hat der Konzern im Mai 2025 eine Brückenfinanzierung für Aktienkäufe in Höhe von bis zu 325 Mio. € abgeschlossen. Hintergrund der Brückenfinanzierung war das freiwillige öffentliche Erwerbsangebot in Form eines Teilangebots zum Erwerb von bis zu 16.250.827 auf den Inhaber lautende Stückaktien der 1&1 AG. Die Brückenfinanzierung hat eine originäre Laufzeit von einem Jahr mit einer vertraglich zugesicherten Verlängerungsoption um bis zu zwei weiteren Jahren.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 war das vorgenannte Darlehen mit 245 Mio. € in Anspruch genommen. Durch Ablauf der Ziehungsfrist zum 31. Dezember 2025 ist eine darüber hinausgehende Inanspruchnahme ausgeschlossen.
Darüber hinaus verfügt die Gesellschaft weiterhin über verschiedene bilaterale Betriebsmittellinien in Höhe von 339 Mio. € (Vorjahr: 294 Mio. €). Diese sind teils bis auf weiteres eingeräumt, teils bis zum
31. Januar 2027 befristet.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 waren die Betriebsmittellinien mit 76 Mio. € (Vorjahr: 94 Mio. €) in Anspruch genommen, so dass Mittel in Höhe von 263 Mio. € (Vorjahr: 200 Mio. €) zur Verfügung stehen.
Für weitere Informationen wird auf den „Nachtragsbericht“ verwiesen.
Zusätzlich zu den oben genannten Kreditlinien stehen dem Konzern zum Bilanzstichtag Avalkreditrahmen in Höhe von 136,0 Mio. € (Vorjahr: 106,0 Mio. €) zur Verfügung, die teilweise auch von anderen Konzerngesellschaften genutzt werden können. Die Avalkreditrahmen stehen insbesondere für die Stellung von operativen Bank-Garantien zur Verfügung.
Weitere Angaben zu den verschiedenen Finanzinstrumente, zu Inanspruchnahmen, Zinssätzen und Laufzeiten finden sich auch im Konzernanhang unter Anhangangabe 32.
Zum Bilanzstichtag bestehen Abnahmeverpflichtungen für Sachanlagevermögen (insbesondere für
Netzinfrastruktur) in einem Gesamtbetrag von 259,2 Mio. € (Vorjahr: 342,4 Mio. €). Zudem bestehen
zum Bilanzstichtag Abnahmeverpflichtungen für immaterielle Vermögenswerte (insbesondere Software) in einem Gesamtbetrag von 97,7 Mio. € (Vorjahr: 19,9 Mio. €).
Für weitere Angaben zu den wesentlichen Investitionsverpflichtungen wird auf den Konzernanhang unter Anhangangabe 27 und 28 verwiesen.
Im Geschäftsjahr 2025 ergaben sich keine wesentlichen Akquisitions- und Desinvestitionseffekte
auf Umsatz und EBITDA von Konzern und Segmenten. Gleichwohl haben sich mit der IONOS-Entscheidung, Sedo zu veräußern sowie dem Ausweis von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5, wesentliche Änderungen in der Gesamtergebnisrechnung (GuV), der Kapitalflussrechnung sowie der Bilanz ergeben.
Insbesondere wurden gemäß IFRS 5 die Geschäftszahlen 2025 sowie die Vorjahreszahlen der Gesamtergebnisrechnung angepasst. Die Umsatzerlöse und Aufwendungen des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs sind in den jeweiligen GuV-Positionen nicht mehr enthalten. Der nicht fortgeführte Geschäftsbereich wird mit seinem Periodenergebnis nach Steuern separat dargestellt. Die Auswirkungen auf die Kapitalflussrechnung zum 31. Dezember 2025 und 31. Dezember 2024 werden im Konzernanhang unter Anhangangabe 16 separat ausgewiesen. Die Auswirkungen auf die Bilanz zum 31. Dezember 2025 werden innerhalb der Bilanz separat dargestellt. Die Bilanz zum 31. Dezember 2024 ist dagegen unverändert darzustellen. Es ergaben sich daraus keine wesentlichen Einflüsse auf die Kommentierung der Vermögenslage.
Im Geschäftsjahr 2025 ergaben sich nur geringfügig negative Währungseffekte auf Konzern- und Segmentebene (überwiegend Segment „Business Applications“) in Höhe von -10,4 Mio. € beim Umsatz und
-3,8 Mio. € beim EBITDA. Gleiches gilt für die Vermögenslage im Konzern, für die sich keine wesentlichen Effekte aus Währungsschwankungen ergaben.
Ertragslage im Konzern
Die Zahl der kostenpflichtigen Kundenverträge im United Internet Konzern konnte im Geschäftsjahr 2025 um insgesamt 700.000 Verträge auf 29,72 Mio. gesteigert werden. Werbefinanzierte Free-Accounts blieben hingegen mit 38,68 Mio. aufgrund der hohen Konvertierung in kostenpflichtige Kundenverhältnisse um 250.000 bzw. 0,6 % hinter dem 31. Dezember 2024 zurück.
Nach Bilanzierung von Sedo nach IFRS 5 und bereinigt um die Umsatzbeiträge aus „Energy“ und „De-Mail“ (26,2 Mio. €) im Vorjahr bzw. aus „Energy“ im Geschäftsjahr 2025 (16,1 Mio. €) stieg der Umsatz auf Konzernebene von 5.990,8 Mio. € (vergleichbarer Vorjahreswert) um 1,9 % auf 6.103,8 Mio. € im Geschäftsjahr 2025. Die Umsätze im Ausland stiegen trotz negativer Währungseffekte um 4,0 % auf 585,6 Mio. € (Vorjahr: 563,2 Mio. €).
Die Umsatzkosten stiegen deutlich von 4.063,9 Mio. € im Vorjahr auf 4.208,1 Mio. €. Die Umsatzkostenquote erhöhte sich damit überproportional von 67,5 % (vom Umsatz) im Vorjahr auf 68,8 % (vom Umsatz) im Geschäftsjahr 2025. Die Bruttomarge sank entsprechend von 32,5 % auf 31,2 % und das Bruttoergebnis ging von 1.953,0 Mio. € um -2,1 % auf 1.911,7 Mio. € zurück. Ursächlich für diesen Rückgang waren insbesondere die höheren Abschreibungen infolge der Investitionen in den Ausbau des Glasfasernetzes von 1&1 Versatel und des Mobilfunknetzes von 1&1.
Die Vertriebskosten sanken von 975,0 Mio. € (16,2 % vom Umsatz) im Vorjahr auf 946,5 Mio. € (15,5 % vom Umsatz). Die Verwaltungskosten stiegen hingegen von 283,9 Mio. € (4,7 % vom Umsatz) auf 301,0 Mio. € (4,9 % vom Umsatz).
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung wesentlicher Kostenpositionen
in Mio. € | 2021 | 2022 | 2023 | 2024(1) | 2025(1) |
Umsatzkosten | 3.684,9(2) | 3.906,3 | 4.145,1 | 4.063,9 | 4.208,1 |
Umsatzkostenquote | 65,3 % | 66,0 % | 66,7 % | 67,5 % | 68,8 % |
Bruttomarge | 34,7 % | 34,0 % | 33,3 % | 32,5 % | 31,2 % |
Vertriebskosten | 835,7 | 907,2 | 943,2 | 975,0 | 946,5 |
Vertriebskostenquote | 14,8 % | 15,3 % | 15,2 % | 16,2 % | 15,5 % |
Verwaltungskosten | 243,0 | 248,5 | 275,9 | 283,9 | 301,0 |
Verwaltungskostenquote | 4,3 % | 4,2 % | 4,4 % | 4,7 % | 4,9 % |
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(1)Nach Bilanzierung von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 zum 30. September 2025; Vorjahr angepasst
(2)Inklusive eines periodenfremden positiven Ergebniseffekts, der dem 2. Halbjahr 2020 zuzuordnen ist (Effekt: +39,4 Mio. €)
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen gingen leicht von -23,1 Mio. € im Vorjahr auf -21,1 Mio. € in 2025 zurück. Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen von 65,9 Mio. € auf 91,6 Mio. €. Wertminderungsaufwendungen auf Forderungen und Vertragsvermögenswerte blieben mit -141,7 Mio. € nahezu unverändert (Vorjahr: -140,9 Mio. €).
Die Ergebniskennzahlen waren in 2025 und 2024 von folgenden Sondereffekten geprägt:
○ Der Sondereffekt „Ergebnisbeitrag aus Energy“ resultiert aus der Entscheidung, die Geschäftsfelder „Energy und De-Mail“ nicht fortzuführen. Nach der Einstellung des Geschäftsfeldes „De-Mail“ in 2024 wurden die Kennzahlen 2025 im Rahmen des Lageberichts nur noch um das Mitte Oktober 2025 veräußerte Geschäftsfeld „Energy“ bereinigt. Inklusive des Verkaufserlöses wirkte sich das vorgenannte Geschäftsfeld in 2025 positiv auf EBITDA, EBIT, EBT, Konzernergebnis und EPS aus.
○ Der Sondereffekt „Zinsertrag aus BFH-Verfahren 2025“ resultiert aus einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) in 2025 in einem steuerlichen Rechtsstreit zwischen United Internet und der zuständigen Finanzbehörde zugunsten von United Internet. Aus der Entscheidung resultierte ein Zinsertrag, der sich in 2025 positiv auf EBT, Konzernergebnis und EPS auswirkte.
○ Der Sondereffekt „Steuerertrag aus BFH-Verfahren 2025“ beruht ebenfalls auf vorgenanntem Sachverhalt und wirkte sich in Form eines Steuerertrages in 2025 positiv auf Konzernergebnis und EPS aus.
Weitere Einzelheiten zu den vorgenannten Sondereffekten finden sich im Kapitel 2.2 „Geschäftsverlauf“ unter „Sondereffekte im Geschäftsjahr 2025“.
○ Der Sondereffekt „Ergebnisbeitrag aus Energy und De-Mail“ resultiert aus der Entscheidung, die Geschäftsfelder „Energy“ und „De-Mail“ nicht fortzuführen und die Finanzkennzahlen im Rahmen des Lageberichts entsprechend zu bereinigen. Die vorgenannten Geschäftsfelder wirkten sich in 2024 negativ auf EBITDA, EBIT, EBT, Konzernergebnis und EPS aus.
○ Der Sondereffekt „Nicht-cashwirksame Wertminderung auf die Beteiligung an Kublai“ resultiert aus einer außerplanmäßigen, nicht-cashwirksamen Wertminderung auf die Kublai-/Tele Columbus-Beteiligung und wirkte sich in 2024 negativ auf EBT, Konzernergebnis und EPS aus.
○ Der Sondereffekt „Einmalige Steuereffekte 2024“ resultiert aus einer einmaligen Wertberichtigung von in Vorjahren aktivierten latenten Steuern auf Verlustvorträge auf Ebene der 1&1 Versatel GmbH. Gegenläufig erfolgte eine direkte Verrechnung der laufenden Verluste von 1&1 Versatel auf Ebene der United Internet AG infolge eines in 2024 mit 1&1 Versatel geschlossenen Ergebnisabführungsvertrages. Der Sondereffekt wirkte sich in 2024 negativ auf Konzernergebnis und EPS aus.
Herleitung von EBITDA, EBIT, EBT sowie Konzernergebnis und EPS aus fortgeführten Geschäftsbereichen (laut Gesamtergebnisrechnung) auf die um Sondereffekte bereinigten Werte (operativ)
in Mio. €; EPS in € | Geschäftsjahr 2025(1) | Geschäftsjahr 2024(1) |
EBITDA | 1.289,8 | 1.250,9 |
Ergebnisbeitrag Energy | –7,8 | |
Ergebnisbeitrag Energy und De-Mail | | 0,7 |
EBITDA bereinigt (operativ) | 1.282,0 | 1.251,6 |
EBIT | 593,1 | 595,9 |
Ergebnisbeitrag Energy | –7,8 | |
Ergebnisbeitrag Energy und De-Mail | | 0,9 |
EBIT bereinigt (operativ) | 585,3 | 596,8 |
EBT | 463,7 | 261,3 |
Ergebnisbeitrag Energy | –7,8 | |
Ergebnisbeitrag Energy und De-Mail | | 0,9 |
Zinsertrag aus BFH-Verfahren | –30,2 | |
Nicht-cashwirksame Wertminderung auf die Beteiligung an Kublai | | 170,5 |
EBT bereinigt (operativ) | 425,7 | 432,7 |
Konzernergebnis(2) | 366,8 | 17,9 |
Ergebnisbeitrag Energy | –6,1 | |
Ergebnisbeitrag Energy und De-Mail | | 0,6 |
Zinsertrag aus BFH-Verfahren | –20,3 | |
Steuerertrag aus BFH-Verfahren | –28,9 | |
Nicht-cashwirksame Wertminderung auf die Beteiligung an Kublai | | 170,5 |
Einmalige Steuereffekte | | 52,0 |
Konzernergebnis bereinigt (operativ)(2) | 311,5 | 241,0 |
Konzernergebnis "Anteilseigner United Internet"(2) | 267,1 | –73,4 |
Ergebnisbeitrag Energy | –6,1 | |
Ergebnisbeitrag Energy und De-Mail | | 0,6 |
Zinsertrag aus BFH-Verfahren | –20,3 | |
Steuerertrag aus BFH-Verfahren | –28,9 | |
Nicht-cashwirksame Wertminderung auf die Beteiligung an Kublai | | 170,5 |
Einmalige Steuereffekte | | 52,0 |
Konzernergebnis "Anteilseigner United Internet" bereinigt (operativ)(2) | 211,8 | 149,7 |
EPS(2) | 1,55 | –0,43 |
Ergebnisbeitrag Energy | –0,03 | |
Ergebnisbeitrag Energy und De-Mail | | 0,00 |
Zinsertrag aus BFH-Verfahren | –0,12 | |
Steuerertrag aus BFH-Verfahren | –0,17 | |
Nicht-cashwirksame Wertminderung auf die Beteiligung an Kublai | | 0,99 |
Einmalige Steuereffekte | | 0,30 |
EPS bereinigt (operativ)(2) | 1,23 | 0,86 |
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(1)Nach Bilanzierung von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 zum 30. September 2025; Vorjahr angepasst
(2)Aus fortgeführten Geschäftsbereichen
Bereinigt um den vorgenannten Ergebnisbeitrag aus „Energy“ im Geschäftsjahr 2025 sowie um die Ergebnisbeiträge aus „Energy“ und „De-Mail“ im Geschäftsjahr 2024 entwickelten sich die operativen Ergebniskennzahlen des Konzerns (EBITDA und EBIT) wie folgt:
Das operative EBITDA im Konzern belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf 1.282,0 Mio. € und lag damit um 2,4 % über dem Vorjahr (1.251,6 Mio. €). Die darin enthaltenen Aufwendungen für den Ausbau des 1&1 Mobilfunknetzes beliefen sich auf unverändert zum Vorjahr auf -265,3 Mio. €.
Infolge gestiegener Abschreibungen blieb das operative EBIT mit 585,3 Mio. € hingegen leicht um 1,9 % hinter dem vergleichbaren Vorjahreswert (596,8 Mio. €) zurück. Die darin enthaltenen Abschreibungen erhöhten sich, insbesondere infolge der Investitionen in den Ausbau des Glasfasernetzes von 1&1 Versatel sowie des Mobilfunknetzes von 1&1, auf insgesamt 696,7 Mio. € (Vorjahr: 654,8 Mio. €).
Entsprechend stieg die operative EBITDA-Marge von 20,9 % im Vorjahr auf 21,0 %, während die operative EBIT-Marge auf 9,6 % (Vorjahr: 10,0 %) zurück ging.
Die Zahl der Mitarbeitenden im Konzern sank in 2025 um 2,2 % auf 10.547 (Vorjahr: 10.783).
Wesentliche Umsatz- und Ergebniskennzahlen im Konzern (in Mio. €)
(1)Nach Bilanzierung von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 zum 30. September 2025;
exklusive des Umsatz- und Ergebnisbeitrages von Energy (Umsatz-Beitrag: 16,1 Mio. €, EBITDA-Beitrag: +7,8 Mio. € netto inkl. Verkaufserlös, EBIT-Beitrag: +7,8 Mio. € netto inkl. Verkaufserlös)
(2)Vorjahr angepasst nach Bilanzierung von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 zum 30. September 2025;
exklusive der Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Energy und De-Mail (Umsatz-Beitrag: 26,2 Mio. €, EBITDA-Beitrag: -0,7 Mio. €, EBIT-Beitrag:
-0,9 Mio. €); inklusive periodenfremde Aufwendungen für den Netzaufbau aus 2022 und 2023 (EBITDA- und EBIT-Effekt: -14,3 Mio. €)
Quartalsentwicklung; Veränderung zum Vorjahresquartal(1)
in Mio. € | Q1 2025(2) | Q2 2025(2) | Q3 2025(2) | Q4 2025(2) | Q4 2024(3) | Veränderung |
Umsatz | 1.514,1 | 1.478,6 | 1.509,5 | 1.601,6 | 1.548,5 | + 3,4 % |
EBITDA | 324,0 | 318,9 | 323,5 | 315,6 | 303,5 | + 4,0 % |
EBIT | 144,4 | 140,9 | 157,9 | 142,1 | 97,4 | + 45,9 % |
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(1)Ungeprüft; siehe Hinweis „ungeprüfte Abschnitte“ am Anfang des Lageberichts
(2)Nach Bilanzierung von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 zum 30. September 2025; Vorquartale angepasst;
exklusive des Umsatz- und Ergebnisbeitrages von Energy
(Umsatz-Beitrag: 5,9 Mio. €, EBITDA-Beitrag: +0,2 Mio. €, EBIT-Beitrag: +0,2 Mio. € in Q1 2025;
Umsatz-Beitrag: 5,3 Mio. €, EBITDA-Beitrag: +1,0 Mio. €, EBIT-Beitrag: +1,0 Mio. € in Q2 2025;
Umsatz-Beitrag: 4,9 Mio. €, EBITDA-Beitrag: +0,7 Mio. €, EBIT-Beitrag: +0,7 Mio. € in Q3 2025;
Umsatz-Beitrag: 0,0 Mio. €, EBITDA-Beitrag: +5,9 Mio. € netto inkl. Verkaufserlös, EBIT-Beitrag: +5,9 Mio. € in Q4 2025 netto inkl. Verkaufserlös)
(3)Nach Bilanzierung von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 zum 30. September 2025; Vorquartale angepasst;
exklusive der Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Energy und De-Mail
(Umsatz-Beitrag: 6,3 Mio. €, EBITDA-Beitrag: -0,5 Mio. €, EBIT-Beitrag: -0,6 Mio. € in Q4 2024)
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung wesentlicher Umsatz- und Ergebniskennzahlen
in Mio. € | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 |
Umsatz | 5.646,2 | 5.915,1 | 6.185,9(3) | 5.990,8(4) | 6.103,8(5) |
EBITDA | 1.262,4(1) | 1.271,8(2) | 1.296,5(3) | 1.251,6(4) | 1.282,0(5) |
EBITDA-Marge | 22,4 % | 21,5 % | 21,0 % | 20,9 % | 21,0 % |
EBIT | 788,6(1) | 790,7(2) | 758,5(3) | 596,8(4) | 585,3(5) |
EBIT-Marge | 14,0 % | 13,4 % | 12,3 % | 10,0 % | 9,6 % |
| | | | | |
(1)Exklusive des periodenfremden positiven Ergebniseffekts, der dem 2. Halbjahr 2020 zuzuordnen ist (EBITDA- und EBIT-Effekt: +39,4 Mio. €) und exklusive eines nicht-cashwirksamen Bewertungseffekts aus Derivaten (EBITDA- und EBIT-Effekt: +3,0 Mio. €)
(2)Exklusive eines nicht-cashwirksamen Bewertungseffekts aus Derivaten (EBITDA- und EBIT-Effekt: -0,5 Mio. €) und exklusive IPO-Kosten IONOS (EBITDA- und EBIT-Effekt: -8,8 Mio. €)
(3)Exklusive der Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Energy und De-Mail (Umsatz-Beitrag: 27,3 Mio. €, EBITDA-Beitrag: -2,7 Mio. €, EBIT-Beitrag:
-2,8 Mio. €) und exklusive IPO-Kosten IONOS (EBITDA- und EBIT-Effekt: -1,7 Mio. € netto (IPO-Kosten und gegenläufig anteilige Kostenübernahme durch den IONOS Mitgesellschafter))
(4)Vorjahr angepasst nach Bilanzierung von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 zum 30. September 2025;
exklusive der Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Energy und De-Mail (Umsatz-Beitrag: 26,2 Mio. €, EBITDA-Beitrag: -0,7 Mio. €, EBIT-Beitrag:
-0,9 Mio. €); inklusive periodenfremde Aufwendungen für den Netzaufbau aus 2022 und 2023 (EBITDA- und EBIT-Effekt: -14,3 Mio. €)
(5)Nach Bilanzierung von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 zum 30. September 2025;
exklusive des Umsatz- und Ergebnisbeitrages von Energy (Umsatz-Beitrag: 16,1 Mio. €, EBITDA-Beitrag: +7,8 Mio. € netto inkl. Verkaufserlös, EBIT-Beitrag: +7,8 Mio. € netto inkl. Verkaufserlös)
Zusätzlich bereinigt um die nicht-cashwirksame Wertminderung auf die Beteiligung an Kublai / Tele Columbus (ausgewiesen im Ergebnis aus dem Verlust des maßgeblichen Einflusses) in 2024 sowie Zinserträge aus dem BFH-Verfahren in 2025 blieb das operative Ergebnis vor Steuern (EBT) – ausgehend von dem aus vorgenannten Gründen leicht zurückgegangenen operativen EBIT– ebenfalls leicht mit 425,7 Mio. € hinter dem Vorjahr (432,7 Mio. €) zurück.
Abschließend bereinigt um einmalige Steuereffekte in 2024 sowie der einmaligen Steuerrückerstattung aus dem BFH-Verfahren in 2025 entwickelten sich die weiteren operativen Ergebniskennzahlen des Konzerns wie folgt:
Das operative Konzernergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen stieg hingegen von 241,0 Mio. € auf 311,5 Mio. €. Ursächlich für diesen Anstieg waren vor allem deutlich geringere Steueraufwendungen, insbesondere infolge einer Neubewertung der latenten Steuern auf Basis des ab 2028 stufenweise sinkenden Körperschaftsteuersatzes in Deutschland.
Gleiches gilt für das auf die Anteilseigner der United Internet AG entfallende operative Konzernergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen, das von 149,7 Mio. € auf 211,8 Mio. € anstieg.
Dadurch verbesserte sich auch das operative EPS aus fortgeführten Geschäftsbereichen entsprechend von 0,86 € auf 1,23 €.
Finanzlage im Konzern
Der Cashflow vor Veränderung der Bilanzposten (Zwischensumme) verbesserte sich von 1.128,9 Mio. € im Vorjahr auf 1.192,2 Mio. € im Geschäftsjahr 2025.
Die Nettozahlungen der betrieblichen Tätigkeit stiegen deutlich von 954,1 Mio. € auf 1.236,8 Mio. €. Ursächlich hierfür waren vor allem der Wegfall der im Vorjahr letztmalig erfolgten jährlichen Vorauszahlung im Rahmen des Kontingentvertrages mit der Deutschen Telekom.
Die Nettozahlungen im Investitionsbereich weisen im Berichtszeitraum Nettoauszahlungen in Höhe von -689,8 Mio. € (Vorjahr: -765,6 Mio. €) aus. Diese resultieren im Wesentlichen aus Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in Höhe von -730,8 Mio. € (Vorjahr: -774,6 Mio. €). Hinzu kamen nachträgliche Einzahlungen und gegenläufige Auszahlungen im Zusammenhang mit Unternehmenstransaktionen in Zusammenhang mit dem Ausstieg von Warburg Pincus, die sich netto auf 20,9 Mio. € summierten (Vorjahr: 5,6 Mio. €), sowie erhaltene Zinsen von 20,7 Mio. € (Vorjahr: 1,8 Mio. €).
Der Free Cashflow ist bei United Internet definiert als Nettoeinzahlungen der betrieblichen Tätigkeit, verringert um Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, zuzüglich Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen. Der Free Cashflow verbesserte sich deutlich von 184,5 Mio. € im Vorjahr auf 508,3 Mio. € im Geschäftsjahr 2025.
Abzüglich der Cashflow-Position „Tilgung von Leasingverbindlichkeiten“, die seit der Erstanwendung des Rechnungslegungsstandards IFRS 16 im Cashflow aus dem Finanzierungsbereich ausgewiesen werden, verbesserte sich der Free Cashflow (nach Leasing) ebenfalls deutlich von 47,4 Mio. € im Vorjahr auf 320,6 Mio. € im Geschäftsjahr 2025.
Bestimmend in den Nettozahlungen im Finanzierungsbereich waren im Geschäftsjahr 2025 die Aufnahme von Krediten (netto 426,2 Mio. €; Vorjahr: 356,7 Mio. €), die Auszahlungen für Zinsen (-157,2 Mio. €; Vorjahr: (-149,5 Mio. €), die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten (-187,6 Mio. €; Vorjahr: -137,1 Mio. €) sowie Dividendenzahlungen (-328,4 Mio. €; Vorjahr: -86,4 Mio. €) sowie die Auszahlungen an Minderheitsgesellschafter im Rahmen zweier Aktienrückkaufprogramme der Konzerntochter IONOS Group SE sowie des Erwerbs von Aktien der Konzerntochter 1&1 AG durch die United Internet AG (-303,1 Mio. €; Vorjahr: -22,3 Mio. €)
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beliefen sich zum 31. Dezember 2025 stichtagsbedingt auf 48,0 Mio. €, nach 114,9 Mio. € zum Vorjahresstichtag.
Entwicklung der wesentlichen Cashflow-Kennzahlen
in Mio. € | 2025 | 2024 | Veränderung |
Cashflow vor Veränderung der Bilanzposten (Zwischensumme) | 1.192,2 | 1.128,9 | + 63,3 |
Nettozahlungen der betrieblichen Tätigkeit | 1.236,8 | 954,1 | + 282,7 |
Nettozahlungen im Investitionsbereich | –689,8 | –765,6 | + 75,8 |
Free Cashflow(1) | 320,6(2) | 47,4(3) | + 273,2 |
Nettozahlungen im Finanzierungsbereich | –613,1 | –101,8 | - 511,3 |
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 31. Dezember | 48,0 | 114,9 | - 66,9 |
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(1)Free Cashflow ist definiert als Nettozahlungen der betrieblichen Tätigkeit, verringert um Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, zuzüglich Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen
(2)2025 inkl. des Tilgungsanteils von Leasingverbindlichkeiten (-187,6 Mio. €), die seit dem Geschäftsjahr 2019 (IFRS 16) in den Nettozahlungen im Finanzierungsbereich ausgewiesen werden
(3)2024 inkl. des Tilgungsanteils von Leasingverbindlichkeiten (-137,1 Mio. €), die seit dem Geschäftsjahr 2019 (IFRS 16) in den Nettozahlungen im Finanzierungsbereich ausgewiesen werden
Für weitere Angaben zu Garantien, Leasing- und anderen Finanzierungsverpflichtungen wird auf
das Kapitel 2.2 „Geschäftsverlauf“, „Liquidität und Finanzierung“ sowie den Konzernanhang unter
Anhangangabe 46 verwiesen.
Vermögenslage im Konzern
Die Bilanzsumme stieg von 11,936 Mrd. € per 31. Dezember 2024 auf 11,978 Mrd. € zum 31. Dezember 2025.
Entwicklung der kurzfristigen Vermögenswerte
in Mio. € | 31.12.2025 | 31.12.2024 | Veränderung |
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 44,8 | 114,9 | - 70,1 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 473,5 | 515,8 | - 42,4 |
Vertragsvermögenswerte | 572,0 | 630,3 | - 58,3 |
Vorräte | 93,8 | 119,7 | - 25,9 |
Abgegrenzte Aufwendungen | 395,9 | 394,2 | + 1,7 |
Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 75,8 | 106,1 | - 30,3 |
Ertragsteueransprüche | 91,2 | 93,1 | - 1,9 |
Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte | 20,8 | 15,2 | + 5,6 |
Summe kurzfristige Vermögenswerte | 1.767,8 | 1.989,3 | - 221,5 |
| | | |
Kurzfristige Vermögenswerte gingen von 1.989,3 Mio. € per 31. Dezember 2024 auf 1.767,8 Mio. € zum 31. Dezember 2025 zurück. Dabei ging der in den kurzfristigen Vermögenswerten ausgewiesene Bestand an liquiden Mitteln stichtagsbedingt von 114,9 Mio. € auf 44,8 Mio. € zurück. Kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gingen von 515,8 Mio. € auf 473,5 Mio. zurück. Kurzfristige Vertragsvermögenswerte sanken infolge des aktuell (im Vergleich zu Vorperioden) geringeren Kundenwachstums im Segment „Consumer Access“ sowie einer Verschiebung von kurz- in langfristige Vertragsvermögenswerten von 630,3 Mio. € auf 572,0 Mio. €. Vorräte gingen leicht von 119,7 Mio. € auf 93,8 Mio. € zurück. Kurzfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte sanken insbesondere infolge geleisteter bedingter Kaufpreiszahlungen nach dem Ausstieg von Warburg Pincus bei IONOS von 106,1 Mio. € auf 75,8 Mio. €.
Die Bilanzposten kurzfristige abgegrenzte Aufwendungen, Ertragsteueransprüche sowie sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte blieben weitgehend unverändert.
Entwicklung der langfristigen Vermögenswerte
in Mio. € | 31.12.2025 | 31.12.2024 | Veränderung |
Anteile an assoziierten Unternehmen | 127,1 | 124,9 | + 2,2 |
Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 40,1 | 85,9 | - 45,8 |
Sachanlagen | 3.584,4 | 3.145,0 | + 439,4 |
Immaterielle Vermögenswerte | 1.791,3 | 1.879,8 | - 88,5 |
Firmenwerte | 3.623,1 | 3.632,7 | - 9,6 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 23,8 | 29,9 | - 6,0 |
Vertragsvermögenswerte | 232,1 | 187,9 | + 44,2 |
Abgegrenzte Aufwendungen | 724,8 | 801,2 | - 76,5 |
Latente Steueransprüche | 49,2 | 59,0 | - 9,8 |
Summe langfristige Vermögenswerte | 10.196,0 | 9.946,4 | + 249,5 |
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Langfristige Vermögenswerte stiegen von 9.946,4 Mio. € per 31. Dezember 2024 auf 10.196,0 Mio. € zum 31. Dezember 2025. Dabei gingen langfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte, insbesondere durch eine erfolgsneutral erfasste Änderung des beizulegenden Wertes der Kublai GmbH, von 85,9 Mio. € auf 40,1 Mio. € zurück. Sachanlagen stiegen infolge der im Berichtszeitraum getätigten Investitionen (insbesondere 5G-Netzausbau sowie Glasfaser-Netzausbau in den Segmenten „Consumer Access“ und „Business Access“) deutlich von 3.145,0 Mio. € auf 3.584,4 Mio. €, während immaterielle Vermögenswerte im Wesentlichen infolge gestiegener Abschreibungen von 1.879,8 Mio. € auf 1.791,3 Mio. € zurückgingen. Langfristige Vertragsvermögenswerte stiegen insbesondere infolge der Einführung von neuen Vertragsmodellen bei 1&1 mit 24-monatiger Laufzeit und 36-monatiger Gerätezahlung von 187,9 Mio. € auf 232,1 Mio. €, wohingegen langfristig abgegrenzte Aufwendungen stichtagsbedingt infolge der Auflösung von geleisteten Vorauszahlungen an Vorleister von 801,2 Mio. € auf 724,8 Mio. € sanken.
Die weiteren Bilanzposten Anteile an assoziierten Unternehmen, Firmenwerte, langfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie latente Steueransprüche blieben weitgehend unverändert.
Die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte beliefen sich auf 14,7 Mio. € (Vorjahr: 0 €).
Entwicklung der kurzfristigen Schulden
in Mio. € | 31.12.2025 | 31.12.2024 | Veränderung |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 630,9 | 798,1 | - 167,2 |
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 1.235,3 | 356,5 | + 878,9 |
Ertragsteuerschulden | 63,1 | 48,0 | + 15,1 |
Vertragsverbindlichkeiten | 193,2 | 184,0 | + 9,2 |
Sonstige Rückstellungen | 30,8 | 23,3 | + 7,4 |
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 358,6 | 305,8 | + 52,8 |
Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten | 133,7 | 165,9 | - 32,2 |
Summe kurzfristige Schulden | 2.645,6 | 1.881,6 | + 764,0 |
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Kurzfristige Schulden stiegen deutlich von 1.881,6 Mio. € per 31. Dezember 2024 auf 2.645,6 Mio. € zum 31. Dezember 2025. Dabei sanken die kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen insbesondere infolge von Phasing-Effekten aus 2024 von 798,1 Mio. € auf 630,9 Mio. €. Gegenläufig stiegen die kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten infolge von Umgliederungen entsprechend der Fälligkeiten der Verbindlichkeiten deutlich von 356,5 Mio. € auf 1.235,3 Mio. € an. Sonstige finanziellen Verbindlichkeiten erhöhten sich ebenfalls insbesondere infolge von Umgliederungen aus langfristigen Verbindlichkeiten (insbesondere Frequenzverbindlichkeiten) von 305,8 Mio. € auf 358,6 Mio. €. Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten gingen hingegen durch den Rückgang von Umsatzsteuerverbindlichkeiten von 165,9 Mio. € auf 133,7 Mio. € zurück.
Die Bilanzposten Ertragsteuerschulden, kurzfristige Vertragsverbindlichkeiten sowie kurzfristige sonstige Rückstellungen blieben weitgehend unverändert.
Entwicklung der langfristigen Schulden
in Mio. € | 31.12.2025 | 31.12.2024 | Veränderung |
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 2.009,4 | 2.457,2 | - 447,8 |
Latente Steuerschulden | 329,0 | 350,7 | - 21,8 |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1,4 | 2,4 | - 1,1 |
Vertragsverbindlichkeiten | 25,4 | 31,0 | - 5,6 |
Sonstige Rückstellungen | 91,4 | 70,4 | + 21,0 |
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 1.637,1 | 1.597,6 | + 39,5 |
Summe langfristige Schulden | 4.093,6 | 4.509,4 | - 415,8 |
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Langfristige Schulden gingen hingegen von 4.509,4 Mio. € per 31. Dezember 2024 auf 4.093,6 Mio. € zum 31. Dezember 2025 zurück. Ursächlich hierfür waren insbesondere die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, die trotz Inanspruchnahme bestehender und neuer langfristiger Kreditlinien (Schuldscheindarlehen 2025) durch Umgliederungen entsprechend der Fälligkeiten in kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von 2.457,2 Mio. € auf 2.009,4 Mio. € zurückgingen. Latente Steuerschulden gingen insbesondere infolge einer Neubewertung der latenten Steuern auf Basis des ab 2028 stufenweise sinkenden Körperschaftsteuersatzes in Deutschland von 350,7 Mio. € auf 329,0 Mio. € zurück. Langfristige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten erhöhten sich insbesondere aufgrund von höheren Leasing-Zugängen (IFRS 16) von 1.597,6 Mio. € auf 1.637,1 Mio. €.
Langfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, langfristige Vertragsverbindlichkeiten sowie langfristige sonstige Rückstellungen blieben weitgehend unverändert.
Die mit den zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte verbundenen Schulden beliefen sich auf 12,1 Mio. € (Vorjahr: 0 €).
Entwicklung des Eigenkapitals
in Mio. € | 31.12.2025 | 31.12.2024 | Veränderung |
Grundkapital | 192,0 | 192,0 | 0,0 |
Kapitalrücklage | 2.239,9 | 2.199,5 | + 40,4 |
Kumuliertes Konzernergebnis | 2.726,8 | 2.851,5 | - 124,7 |
Eigene Anteile | –459,3 | –459,3 | 0,0 |
Neubewertungsrücklage | –2,0 | 2,7 | - 4,7 |
Währungsumrechnungsdifferenz | –16,8 | –5,2 | - 11,7 |
Auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital | 4.680,6 | 4.781,2 | - 100,6 |
Nicht beherrschende Anteile | 546,6 | 763,5 | - 216,9 |
Summe Eigenkapital | 5.227,2 | 5.544,7 | - 317,6 |
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Das Eigenkapital im Konzern sank von 5.544,7 Mio. € per 31. Dezember 2024 auf 5.227,2 Mio. € zum 31. Dezember 2025. Dabei ging das kumulierte Konzernergebnis, das die in der Vergangenheit erzielten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen (soweit sie nicht ausgeschüttet wurden) enthält, trotz des guten Konzernergebnisses im Geschäftsjahr 2025 von 2.851,5 Mio. € auf 2.726,8 Mio. € zurück. Ursächlich hierfür war insbesondere die Dividendenzahlung (bestehend aus einer regulären Dividende sowie einer einmaligen Nachholdividende) in deren Rahmen insgesamt 328,4 Mio. € ausgeschüttet wurden. Nicht beherrschende Anteile gingen insbesondere infolge des Aktienerwerbs im Rahmen des freiwilligen öffentlichen Erwerbsangebotes an die Aktionäre der 1&1 AG sowie durch die weiteren Erwerbe von 1&1 Aktien Anfang April und Ende August von 763,5 Mio. € auf 546,6 Mio. € zurück. Die Eigenkapitalquote im Konzern sank entsprechend um 2,9 Prozentpunkte von 46,5 % auf 43,6 %.
Die Netto-Bankverbindlichkeiten (d. h. der Saldo aus Bankverbindlichkeiten und liquiden Mitteln) erhöhten sich von 2.698,8 Mio. € per 31. Dezember 2024 auf 3.200,0 Mio. € zum 31. Dezember 2025. Der im Vergleich zum Vorjahr angestiegene Finanzbedarf ergab sich insbesondere aus der höheren Dividendenzahlung 2025 (inkl. einer einmaligen Nachholdividende) von insgesamt 328,4 Mio. € (Vorjahr: 86,4 Mio. €) sowie aus den Erwerben von 1&1 Aktien in Höhe von insgesamt 247,0 Mio. € (Vorjahr: 0 €).
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung der relativen Verschuldung
| 31.12.2021 | 31.12.2022 | 31.12.2023 | 31.12.2024(1) | 31.12.2025(1) |
Netto-Bankverbindlichkeiten(2) / EBITDA | 1,31 | 1,68 | 1,89 | 2,16 | 2,48 |
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(1)Nach Bilanzierung von Sedo als nicht fortgeführter Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 zum 30. September 2025; Vorjahr angepasst
(2)Netto-Bankverbindlichkeiten = Saldo aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und liquiden Mittel
Weitere Angaben zu Zielsetzung und Methoden des Finanzrisiko-Managements im Konzern finden sich auch im Konzernanhang unter Anhangangabe 44.
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung wesentlicher Bilanzpositionen
in Mio. € | 31.12.2021 | 31.12.2022 | 31.12.2023 | 31.12.2024 | 31.12.2025 |
Bilanzsumme | 9.669,1 | 10.358,5 | 11.245,6 | 11.935,7 | 11.978,5 |
Liquide Mittel | 110,1 | 40,5 | 27,7 | 114,9 | 44,8 |
Anteile an assoziierten Unternehmen | 431,6 | 429,3 | 373,2 | 124,9(2) | 127,1 |
Sachanlagen | 1.379,6 | 1.851,0 | 2.405,3 | 3.145,0 | 3.584,4 |
Immaterielle Vermögenswerte | 2.059,4 | 2.029,3 | 2.001,6 | 1.879,8 | 1.791.3 |
Firmenwerte | 3.627,8 | 3.623,4 | 3.628,8 | 3.632,7 | 3.623,1 |
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 1.822,7 | 2.155,5 | 2.464,3 | 2.813,7 | 3.244,8 |
Grundkapital | 194,0 | 194,0 | 192,0(1) | 192,0 | 192,0 |
Eigenkapital | 4.923,2 | 5.298,4 | 5.555,1 | 5.544,7 | 5.227,2 |
Eigenkapitalquote | 50,9 % | 51,2 % | 49,4 % | 46,5 % | 43,6 % |
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(1)Rückgang durch Einzug eigener Aktien (2023)
(2)Rückgang durch die nicht-cashwirksame Wertminderung auf die Beteiligung an Kublai und der Umgliederung / Umwidmung der Beteiligung (infolge des Verlusts des maßgeblichen Einflusses) in die langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte (2024)
Gesamtaussage des Vorstands zur wirtschaftlichen Lage
des Konzerns
Der Internationale Währungsfonds hat im Rahmen seines Konjunkturausblicks nach vorläufigen Berechnungen für 2025 ein Plus von 3,3 % für die Weltwirtschaft ausgewiesen. Für Deutschland, dem mit einem Umsatzanteil von rund 90 % wichtigsten Markt für United Internet, decken sich die Berechnungen des Fonds mit den vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes, das für 2025 ebenfalls nur einen leichten Anstieg des (preisbereinigten) Bruttoinlandsprodukts um 0,2 % (Vorjahr: -0,5 %) festgestellt hat.
Trotz der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen entwickelten sich die Anzahl der Kundenverträge sowie Umsatz- und Ergebniskennzahlen von United Internet – dank des stabilen und weitgehend konjunkturunabhängigen Geschäftsmodells – auch im Geschäftsjahr 2025 positiv. So konnte die Gesellschaft um insgesamt 700.000 Verträge auf 29,72 Mio. zulegen und den Umsatz um 1,9 % auf 6,104 Mrd. € steigern. Das operative EBITDA belief sich auf 1,282 Mrd. € und lag damit um 2,4 % über dem Vorjahr. Die darin enthaltenen Aufwendungen für den Ausbau des 1&1 Mobilfunknetzes beliefen sich unverändert zum Vorjahr auf -265,3 Mio. €.
Die Unternehmensentwicklung zeigt erneut die Vorteile des Geschäftsmodells von United Internet, das überwiegend auf elektronischen Abonnements mit festen monatlichen Beträgen basiert. Dies sichert stabile und planbare Umsätze und Cashflows, bietet Schutz gegen konjunkturelle Einflüsse und eröffnet finanzielle Spielräume, um neue Kunden zu gewinnen, Kundenbeziehungen auszubauen und Chancen in neuen Geschäftsfeldern bzw. neuen Märkten zu nutzen. Organisch oder durch Beteiligungen und Übernahmen.
Insgesamt sieht der Vorstand die United Internet Gruppe – zum Abschlussstichtag des Geschäftsjahres 2025 wie auch zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Lageberichts – für die weitere Unternehmensentwicklung gut aufgestellt. Er schätzt die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage – vorbehaltlich eventueller Sondereffekte – positiv ein und blickt optimistisch in die Zukunft.
2.4 Lage der Gesellschaft
Ertragslage der United Internet AG
Die Ertragslage der United Internet AG als reine Holding-Gesellschaft ist üblicherweise durch das Beteiligungs- und Finanzergebnis geprägt. Der Umsatz der Einzelgesellschaft belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf 0,9 Mio. € (Vorjahr: 0,6 Mio. €) und resultiert überwiegend aus der internen Leistungsverrechnung.
Die sonstigen betrieblichen Erträge beliefen sich auf 47,7 Mio. € (Vorjahr: 6,4 Mio. €) und bestehen – neben periodenfremden Erträgen und konzerninternen Weiterbelastungen – im Wesentlichen aus Erträgen aus dem Abgang von Finanzanlagen in Höhe von 45,0 Mio. € (Vorjahr: 5,6 Mio. €). Diese resultieren aus nachträglichen Kaufpreisanpassungen der United Internet AG gegenüber dem ehemaligen
IONOS‑Mitgesellschafter Warburg Pincus im Rahmen der vollständigen Veräußerung der Anteile von Warburg Pincus an der IONOS Group SE im Geschäftsjahr 2025.
Löhne und Gehälter stiegen auf 3,2 Mio. € (Vorjahr: 1,0 Mio. €). Der Anstieg ist im Wesentlichen auf die erstmalige Erfassung der Rückstellung für die im Geschäftsjahr 2025 gewährten SARs zurückzuführen.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich auf 14,8 Mio. € (Vorjahr: 15,5 Mio. €) und beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen aus internen Weiterbelastungen für konzernintern erbrachte Dienstleistungen sowie Rechts-, Prüfungs- und Beratungskosten.
Die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen von 120,6 Mio. € (Vorjahr: 112,7 Mio. €) resultieren aus den Gewinnabführungen der 1&1 Mail & Media Applications SE von 113,8 Mio. € (Vorjahr: 110,0 Mio. €), der United Internet Corporate Services GmbH von 6,6 Mio. € (Vorjahr: 2,5 Mio. €) und der United Internet Service SE von 0,2 Mio. € (Vorjahr: 0,2 Mio. €).
Die Erträge aus Beteiligungen beliefen sich auf 7,9 Mio. € (Vorjahr: 13,8 Mio. €). Der Rückgang ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass im Vorjahr neben der regulären Dividende der 1&1 AG für das Geschäftsjahr 2023 aufgrund phasengleicher Gewinnvereinnahmung zusätzlich die Dividende für das Geschäftsjahr 2024 erfasst wurde. Im Geschäftsjahr 2025 wurden – neben einer Dividende in Höhe von 0,2 Mio. € für im April 2025 neu erworbene, dividendenberechtigte Aktien der 1&1 AG – die Dividendenansprüche für das Geschäftsjahr 2025 ebenfalls im Rahmen phasengleicher Gewinnvereinnahmung ergebniswirksam erfasst.
Die Aufwendungen aus Verlustübernahmen in Höhe von 412,7 Mio. € (Vorjahr: 486,5 Mio. €) betrafen den Ergebnisausgleich der United Internet Management Holding SE von 372,5 Mio. € (Vorjahr: 148,8 Mio. €), der United Internet Investments Holding AG & Co. KG von 40,1 Mio. € (Vorjahr: 337,7 Mio. € inkl. eines Verlustes in Höhe von 316,0 Mio. € aus der Verwässerung der Anteile an Kublai) sowie der United Internet Corporate Holding SE von 0,09 Mio. € (Vorjahr: 0,03 Mio. €).
Der Verlust der United Internet Management Holding in 2025 in Höhe von 372,5 Mio. € resultiert insbesondere aus dem konzerninternen Verkauf der United Internet Management Holding und deren Tochter 1&1 Versatel an 1&1 (mit wirtschaftlicher Wirkung zum Ablauf des 30. November 2025), der auf Ebene der United Internet Management Holding zu einer außerplanmäßigen Wertminderung der Beteiligung an 1&1 Versatel in Höhe von 246,1 Mio. € führte. Weitere Einzelheiten dazu finden sich im Kapitel 2.1 „Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen“ unter „Wesentliche Ereignisse“ sowie im Anhang des Einzelabschlusses 2025 nach HGB.
Der Verlust der United Internet Investments Holding in Höhe von 40,1 Mio. € in 2025 resultiert insbesondere aus einer außerplanmäßigen Abschreibung der Beteiligung an Kublai in Höhe von 37,2 Mio. €.
Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beliefen sich auf einen Steuerertrag von 3,5 Mio. € (Vorjahr: Steuerertrag in Höhe von 17,0 Mio. €).
Der Jahresfehlbetrag im Einzelabschluss der United Internet AG belief sich im Geschäftsjahr 2025
infolge der hohen und zum Teil außerplanmäßigen Aufwendungen aus Verlustübernahmen auf
-260,8 Mio. € (Vorjahr: -365,3 Mio. €).
Finanz- und Vermögenslage der United Internet AG
Die Bilanzsumme der Einzelgesellschaft verringerte sich von 5.777,2 Mio. € zum 31. Dezember 2024 auf 5.486,9 Mio. € zum 31. Dezember 2025.
Das Anlagevermögen der Einzelgesellschaft in Höhe von 5.133,2 Mio. € (Vorjahr: 5.442,3 Mio. €) ist im Wesentlichen geprägt durch die Finanzanlagen. Dabei gingen die Anteile an verbundenen Unternehmen von 4.502,2 Mio. € auf 3.193,1 Mio. € zurück, während die Ausleihungen an verbundene Unternehmen von 940,0 Mio. € auf 1.940,0 Mio. € anstiegen. Beide Veränderungen bei den Finanzanlagen resultieren im Wesentlichen aus dem Verkauf der United Internet Management Holding SE einschließlich derer 100%iger Tochtergesellschaft 1&1 Versatel GmbH im Rahmen einer konzerninternen Umstrukturierung an die 1&1 AG. Insbesondere durch diesen Anteilsverkauf verminderten sich die Anteile an verbundenen Unternehmen gegenüber dem Vorjahr um rund 1,3 Mrd. €, während sich die Ausleihungen an verbundene Unternehmen gegenüber dem Vorjahr um rund 1,0 Mrd. € erhöhten.
Das Umlaufvermögen der Einzelgesellschaft in Höhe von 353,7 Mio. € (Vorjahr: 334,9 Mio. €) umfasst die Forderungen gegen verbundene Unternehmen sowie sonstige Vermögensgegenstände. Dabei stiegen die Forderungen gegen verbundene Unternehmen auf 314,1 Mio. € (Vorjahr: 222,0 Mio. €). Sie enthalten Forderungen im Rahmen des Cash-Managements von 75,6 Mio. € (Vorjahr: 500,1 Mio. €), Forderungen aus umsatzsteuerlicher Organschaft von 4,2 Mio. € (Vorjahr: 59,0 Mio. €), saldierte Verbindlichkeiten gegen verbundene Unternehmen aus Ergebnisabführungsverträgen in Höhe von -33,3 Mio. € (Vorjahr: - 335,0 Mio. €) sowie sonstige Forderungen gegen verbundene Unternehmen (insbesondere Verlustausgleichsforderung gegenüber 1&1 aus der Veräußerung der United Internet Management Holding) in Höhe von 267,6 Mio. € (Vorjahr: - 2,2 Mio. €). Die sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von 30,3 Mio. € (Vorjahr: 33,0 Mio. €) beinhalten im Wesentlichen Forderungen gegen das Finanzamt. Die liquiden Mittel beliefen sich auf 9,3 Mio. € (Vorjahr: 80,0 Mio. €).
Das Eigenkapital der Einzelgesellschaft belief sich zum 31. Dezember 2025 auf 2.477,0 Mio. € (Vorjahr: 3.066,2 Mio. €). Der Rückgang des Eigenkapitals im Berichtsjahr resultiert insbesondere aus der Dividendenzahlung in Höhe von 328,4 Mio. € und dem Jahresfehlbetrag in Höhe von 260,8 Mio. €. Die Eigenkapitalquote ging entsprechend von 53,1 % im Vorjahr auf 45,1 % zum 31. Dezember 2025 zurück.
Bei den Rückstellungen der Einzelgesellschaft in Höhe von 22,4 Mio. € (Vorjahr: 9,9 Mio. €) handelt es sich insbesondere um Steuerrückstellungen in Höhe von 17,2 Mio. € (Vorjahr: 6,2 Mio. €) sowie um sonstige Rückstellungen für Mitarbeiterbeteiligungsprogramme, Rechts-, Prüfungs- und Beratungskosten, Tantiemen und Sonstige in Höhe von 5,2 Mio. € (Vorjahr: 3,7 Mio. €).
Die Verbindlichkeiten der Einzelgesellschaft sind insbesondere von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie gegenüber verbundenen Unternehmen geprägt. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten stiegen dabei im Geschäftsjahr 2025 auf 2.455,0 Mio. € (Vorjahr: 2.027,2 Mio. €). Die Bankverbindlichkeiten setzen sich aus vier Schuldscheindarlehen in Höhe von insgesamt 1.217 Mio. € (Vorjahr: 1.217 Mio. €), diversen Konsortialkrediten über 890 Mio. € (Vorjahr: 700 Mio. €), bilateralen Kreditvereinbarungen in Höhe von 245 Mio. € (Vorjahr: 0 €), Betriebsmittellinien über 76 Mio. € (Vorjahr: 94 Mio. €) sowie Zinsen in Höhe von 27 Mio. € (Vorjahr: 16 Mio. €) zusammen. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen gingen auf 516,4 Mio. € zurück (Vorjahr: 608,1 Mio. €). Sie beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus dem Cash-Management innerhalb der United Internet Gruppe, Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen aus Ergebnisabführungsverträgen sowie Verbindlichkeiten aus umsatzsteuerlicher Organschaft. Bei den sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 5,2 Mio. € (Vorjahr: 65,9 Mio. €) handelt es sich im Wesentlichen um Umsatzsteuerverbindlichkeiten.
Der Cashflow im Einzelabschluss der Gesellschaft ist geprägt durch Zahlungsmittelzuflüsse aus den Gewinnabführungsverträgen sowie den Dividenden der Beteiligungen.
Gesamtaussage des Vorstands zur wirtschaftlichen Lage der Einzelgesellschaft
Die wirtschaftliche Lage der United Internet AG auf Ebene des Einzelabschlusses ist aufgrund ihrer Rolle als Holding-Gesellschaft im Wesentlichen durch das Beteiligungs- und Finanzergebnis beeinflusst. Insofern gilt die Gesamtaussage des Vorstandes zur wirtschaftlichen Lage im Konzern qualitativ auch für die United Internet AG selbst.
Abschluss eines KfW-Förderdarlehens nach dem Bilanzstichtag
Im Januar 2026 hat United Internet ein KfW-Förderdarlehen mit einem Bankenkonsortium unter Führung der IKB Deutsche Industriebank AG in Höhe von 260 Mio. € abgeschlossen. Die Mittel werden in Green IT der United Internet Gruppe investiert und unterstützen die United Internet AG bei ihrem Beitrag zur nachhaltigen Transformation ihrer Industrie. Da dieser Vorgang erst nach dem Bilanzstichtag eingetreten ist, hat er keine Auswirkungen auf die zum Stichtag aufgestellten Finanzinformationen.
Weitere Inanspruchnahme des JBIC-Darlehens nach dem Bilanzstichtag
Des Weiteren hat die United Internet AG im Januar 2026 eine weitere Ziehung in Höhe von 225 Mio. € unter dem internationalen Förderdarlehen, das im Dezember 2024 mit der Japan Bank for International Cooperation (JBIC) in Höhe von insgesamt 800 Mio. € abgeschlossen wurde, getätigt. Damit stehen noch 285 Mio. € (31. Dezember 2025: 510 Mio. €) als freie Kreditlinie unter dieser Finanzierung zur Verfügung. Da dieser Vorgang erst nach dem Bilanzstichtag eingetreten ist, hat er keine Auswirkungen auf die zum Stichtag aufgestellten Finanzinformationen.
Auswirkungen des Krieges im Iran
Der Ende Februar gestartete Großangriff der USA und Israel auf den Iran bedeutete den Beginn des Iran-Krieges 2026. Der Iran reagierte auf diese Angriffe mit Gegenangriffen auf Israel und auf verschiedene Länder und Ziele im gesamten Nahen Osten einschließlich der für die weltweite Schifffahrt sowie die globale Energieversorgung und die globalen Lieferketten wichtigen Straße von Hormus.
Der United Internet Konzern ist im Rahmen seiner Geschäftsaktivitäten nicht im Iran und dem Nahen Osten aktiv tätig. Israel und der Iran sowie der gesamte Nahe Osten sind auch keine Zielländer der United Internet Gesellschaften und es werden in den vorgenannten Ländern und Regionen auch keine Standorte unterhalten.
Vor diesem Hintergrund erwartet United Internet aktuell keine wesentlichen Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung und die Lage des Unternehmens bzw. des Konzerns, zumal das Geschäftsmodell des Konzerns auf einer Vielzahl elektronischer Abonnements mit festen und moderaten monatlichen Beträgen sowie vertraglich festgelegten Laufzeiten basiert. Dies sichert stabile und planbare Umsätze und Cashflows und bietet Schutz gegen konjunkturelle Einflüsse.
Gleichwohl können die wirtschaftlichen Folgen des Krieges (wie etwa die Verknappung / Verteuerung von Öl, Gas und Rohstoffen oder unterbrochene Lieferketten aus Fernost) für die Zielländer der United Internet Gesellschaften und für United Internet selbst heute noch nicht konkret eingeschätzt werden. Gleiches gilt für die potenzielle Gefahr einer Ausweitung des Krieges auf weitere Länder.
Darüber hinaus sind nach dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 bei United Internet keine weiteren Ereignisse von besonderer Bedeutung eingetreten, die größere Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Unternehmens bzw. des Konzerns mit Auswirkungen auf Rechnungslegung und Berichterstattung haben. Aussagen zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns und der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Lageberichts finden sich in Kapitel 5.3 im „Prognosebericht“.
4. Nichtfinanzielle Konzernerklärung
Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG sehen sich in der Verpflichtung, durch eine verantwortungsbewusste und langfristig ausgerichtete Unternehmensführung für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens und eine nachhaltige Wertschöpfung zu sorgen. Nach dem Selbstverständnis von United Internet geht unternehmerisches Handeln dabei über die Verfolgung wirtschaftlicher Ziele hinaus und beinhaltet auch eine Verpflichtung gegenüber Gesellschaft, Umwelt und Mitarbeitenden.
Nachhaltigkeit ist bereits in vielen Geschäftsprozessen integraler Bestandteil der unternehmerischen Steuerung. Entsprechend wird Nachhaltigkeit kontinuierlich konzernweit weiterentwickelt und organisatorisch verankert. Im Geschäftsjahr 2025 arbeiteten die Nachhaltigkeitsverantwortlichen aller Segmente in einem wöchentlich abgehaltenen Sustainability-Gremium eng und auf Augenhöhe zusammen. Zudem wurden die zuständigen Teams und Fachbereiche von United Internet weiter gestärkt und ein konzernübergreifendes Sustainability Board auf Vorstandsebene eingeführt. Dies ermöglicht die konzernweite Koordination von Nachhaltigkeitsinitiativen.
Vor dem Hintergrund eines weiterhin herausfordernden und sich dynamisch entwickelnden regulatorischen Umfelds richtet United Internet die Nachhaltigkeitsarbeit konsequent auf Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Ergebnisorientierung aus. Nachhaltigkeit wird dabei als Wert verstanden, an dem Fortschritt messbar gemacht wird. So wurde im Geschäftsjahr 2025 eine konzernweite Klimastrategie etabliert, die sich an der Methodik der Science Based Targets initiative (SBTi) orientiert. Auch im Bereich der sozialen Nachhaltigkeit sowie bei sensiblen Themen der digitalen Verantwortung, etwa der Bekämpfung von Fake News und dem verantwortungsvollen Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI), wurden messbare Ziele und Maßnahmen definiert und aufgebaut bzw. befinden sich im Aufbau.
In der folgenden Erklärung legt das Kapitel „Allgemeine Angaben“ die grundlegenden Querschnittsanforderungen für die Nachhaltigkeitsberichterstattung dar, einschließlich der Angabe von Unternehmensstrategie, Unternehmensführung, Wesentlichkeit und Einbezug von Stakeholderinnen und Stakeholdern. Das zweite Kapitel bildet die Umweltinformationen in Bezug auf den Klimawandel sowie Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft ab und wird ergänzt durch Angaben zur EU-Taxonomie. Innerhalb des Kapitels zu sozialer Nachhaltigkeit werden Informationen und Kennzahlen in Bezug auf die eigenen Arbeitskräfte, die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette sowie Verbraucherinnen und Verbraucher und Endnutzende dargelegt. Dabei werden auch Themen mit besonderer Relevanz für die Digitalwirtschaft, wie bspw. Informationssicherheit, beschrieben. Zuletzt folgt ein Kapitel mit Inhalten zur Unternehmensführung.
Über diese Erklärung
Die nichtfinanzielle Konzernerklärung (Nachhaltigkeitserklärung) von United Internet wurde auf konsolidierter Basis erstellt. Sie reflektiert die Praktiken und Verpflichtungen des Konzerns ganzheitlich, einschließlich aller Segmente, Standorte sowie Konzerngesellschaften, an denen eine Mehrheitsbeteiligung besteht. Der Konsolidierungskreis entspricht dem des Konzernabschlusses.
United Internet hat wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte sowohl in der vor- als auch in der nachgelagerten Wertschöpfungskette bei der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse und Datenerhebung berücksichtigt, die sich über den Einkauf und Handel mit Hardware, die Bereitstellung von IT-Infrastruktur sowie digitale Dienstleistungen erstrecken. Für die nachgelagerte Wertschöpfung untersucht United Internet die Nachhaltigkeitsdimensionen im Zusammenhang mit dem Transport, der Nutzung und der Entsorgung der Produkte und Dienstleistungen. Das Geschäftsmodell des Unternehmens zeichnet sich durch langfristige Bindungen zu den Kundinnen und Kunden aus, getrieben durch Abonnementmodelle und Free Accounts. Die Basis dafür ist ein starker Fokus auf Datenschutz und Informationssicherheit während der Nutzungsphase. In der nachgelagerten Wertschöpfungskette sind der Umgang mit ausgedienter IT-Hardware und die Vermeidung von Elektroschrott ein zentrales Thema. United Internet betreibt zudem intensive Risikoanalysen bzgl. der menschenrechtlichen und umweltbezogenen Risiken in der unmittelbaren Lieferkette, insbesondere bei elektronischen Bauteilen, die aus internationalen Märkten stammen.
Die nichtfinanzielle Konzernerklärung wurde in Übereinstimmung mit § 315c i. V. m. §§ 289c bis 289e HGB aufgestellt. Dies schließt auch die in dieser nichtfinanziellen Berichterstattung enthaltenen Angaben zur Erfüllung der Anforderungen nach Artikel 8 der Verordnung (EU) 2020/852 (im Folgenden „EU-Taxonomie-Verordnung“) ein. Hinsichtlich Struktur und Darstellung der Informationen orientiert sich die Berichterstattung an den European Sustainability Reporting Standards (ESRS). Dies gilt insbesondere für folgende Aspekte:
○ qualitative Merkmale von Informationen
○ Doppelte Wesentlichkeit als Grundlage für die Angabe von Nachhaltigkeitsinformationen
○ Erstellung und Darstellung von Nachhaltigkeitsinformationen
○ Aufbau der Nachhaltigkeitserklärung
Die gemäß der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse identifizierten Auswirkungen, Risiken und Chancen (Impacts, Risks and Opportunities, IROs) bilden, in Anlehnung an das Konzept der ESRS, den Ausgangspunkt für die Identifikation der wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen. Im Anschluss werden für diese Nachhaltigkeitsthemen qualitative und im Einzelfall auch quantitative Informationen berichtet. Bei der Auswahl der qualitativen Informationen orientiert sich diese Erklärung an dem Konzept der „Richtlinien, Maßnahmen und Ziele“, wie es in ESRS 2 verankert ist.
Dadurch wird formal betrachtet im Sinne des § 315c HGB i. V. m. § 289d HGB kein anerkanntes Rahmenwerk verwendet. Die Entscheidung für den Inhalt der Berichterstattung wurde vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen getroffen: der anhaltenden Unsicherheit im Zusammenhang mit der Umsetzung der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und damit auch der ESRS in deutsches Recht und der von der EU angekündigten Vorschläge für eine signifikante Reduzierung der Berichterstattungspflichten.
Nachhaltigkeitsmanagement und Organisation
Im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen gemäß Artikel 19a Absatz 3 und Artikel 29a Absatz 3 der Richtlinie (EU) 2013/34 besteht für Unternehmen die Option, auf die Offenlegung von Informationen über bevorstehende Entwicklungen oder sich in Verhandlungsphasen befindende Angelegenheiten zu verzichten. United Internet hat diese Möglichkeit im Geschäftsjahr 2025 nicht in Anspruch genommen. Von der Möglichkeit, bestimmte Informationen zu geistigem Eigentum, Know-how oder Innovationsergebnissen aus dem Bericht auszuschließen, wurde kein Gebrauch gemacht.
Anforderungen an die Zusammensetzung des Gesamtgremiums
Der Aufsichtsrat der United Internet AG besteht ausschließlich aus von den Anteilseignerinnen und Anteilseignern gewählten Mitgliedern. Im Zeitraum vom 4. Juli 2024 bis zum 14. Mai 2025 setzte er sich aus fünf Mitgliedern zusammen, darunter zwei Frauen (40 %). Mit der turnusgemäßen Neuwahl der Aufsichtsratsmitglieder durch die Hauptversammlung am 15. Mai 2025 umfasst das Gremium sechs Mitglieder, darunter zwei Frauen. Das entspricht einem Verhältnis von eins zu zwei. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats gelten als unabhängig.
Der Vorstand von United Internet bestand im Jahr 2025 aus drei Mitgliedern. Durch das planmäßige Ausscheiden eines Vorstandsmitglieds zum Ablauf des 31. Dezember 2025 setzt sich der Vorstand seit dem 1. Januar 2026 aus zwei Mitgliedern zusammen. Im Geschäftsjahr 2025 waren im Vorstand keine Frauen vertreten.
Sowohl die Mitglieder des Vorstands als auch die Mitglieder des Aufsichtsrats von United Internet verfügen in ihrem jeweiligen Gremium über umfassende Erfahrungen, die für die Sektoren, Produkte und geografischen Standorte des Unternehmens relevant sind. Sie verfügen in ihrer Gesamtheit über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen, sodass sowohl im Vorstand als auch im Aufsichtsrat jeweils ein möglichst breites Spektrum der für das Unternehmen relevanten Kenntnisse und Erfahrungen abgedeckt wird und insbesondere die folgenden Voraussetzungen erfüllt werden:
○ vertiefte Kenntnisse und Erfahrungen in der Telekommunikations-, Medien- und / oder IT-Branche
○ Fachkenntnisse oder Erfahrungen aus anderen Wirtschaftsbereichen
○ unternehmerische bzw. operative Erfahrungen
○ mindestens ein Mitglied mit Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung, wobei der Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung in besonderen Kenntnissen und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontroll- und Risikomanagementsystemen zu bestehen und sich auch auf die Nachhaltigkeitsberichterstattung zu beziehen hat
○ mindestens ein weiteres Mitglied mit Sachverstand auf dem Gebiet der Abschlussprüfung, wobei der Sachverstand auf dem Gebiet der Abschlussprüfung in besonderen Kenntnissen und Erfahrungen auf dem Gebiet der Abschlussprüfung zu bestehen und sich auch auf die Prüfung der Nachhaltigkeitsberichterstattung zu beziehen hat
○ Kenntnisse und Erfahrungen im Bereich der ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit
○ vertiefte Kenntnisse und Erfahrungen in den Gebieten Governance und Compliance
○ Kenntnisse und Erfahrungen bei der Strategieentwicklung und -umsetzung
○ vertiefte Kenntnisse und Erfahrungen im Controlling und Risikomanagement
○ Kenntnisse und Erfahrungen bei der Personalplanung und -führung (Human Resources, HR)
○ Expertise zu den Bedürfnissen kapitalmarktorientierter Unternehmen
○ mindestens ein Mitglied mit mehrjähriger im Ausland oder in einem international tätigen Unternehmen erworbener operativer Erfahrung
Herr Ralph Dommermuth verfügt als Gründer und langjähriger Vorsitzender des Vorstands von United Internet über umfangreiche Kenntnisse und Erfahrungen auf den vorgenannten Gebieten sowie über langjährige Expertise in der Telekommunikations- und Internet-Branche. Darüber hinaus verfügt er über umfassende Praxiserfahrung und Kenntnisse in allen wesentlichen Teilbereichen der Unternehmensführung, konkret in den Bereichen Unternehmensstrategie, operative Unternehmensführung, Organisation und Personalführung, Finanz- und Risikomanagement, Corporate Governance, Recht und Compliance sowie Kommunikation und Stakeholder Management. Als Vorstandsvorsitzender achtet er darauf, dass Nachhaltigkeitsaspekte bei allen wesentlichen Entscheidungen berücksichtigt und in den maßgeblichen Prozessen implementiert werden.
Das bis zum 31. Dezember 2025 amtierende Vorstandsmitglied Markus Huhn war seit 1994 in verschiedenen leitenden Funktionen innerhalb der United Internet Gruppe tätig. Seit 2013 verantwortete er als Vorstandsmitglied der 1&1 Telecommunication SE bis März 2023 den Finanzbereich und bis Ende 2025 das Personalressort. Vom 1. Juli 2019 bis Ende 2024 war er zudem Finanzvorstand der 1&1 AG. Seit dem 1. April 2023 war er bis zu seinem Ausscheiden am 31. Dezember 2025 Mitglied des Vorstands von United Internet mit dem Ressort Shared Services und der Verantwortung für die Bereiche Commercial and ICS Services, Corporate HR & HR Services, Corporate Real Estate Management sowie Technology Services. Dementsprechend verfügt auch Herr Huhn über Kenntnisse und Erfahrungen auf den o. g. Gebieten. Insbesondere verfügt er über langjährige Erfahrungen in der Telekommunikationsbranche auf den geografischen Märkten, in denen das Segment „Consumer Access“ Festnetz- und Mobilfunkprodukte anbietet. Im Rahmen seiner Verantwortlichkeiten hat er die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten in den maßgeblichen Prozessen implementiert.
Das seit dem 1. Januar 2025 amtierende Vorstandsmitglied Carsten Theurer verantwortet das Vorstandsressort Finanzen. Herr Theurer war zuvor über 20 Jahre in unterschiedlichen Sparten der global agierenden Schwarz Gruppe tätig, zuletzt als Group-CFO. Er verfügt über umfangreiche Kenntnisse und Erfahrungen auf allen o. g. Gebieten sowie Erfahrung in der strategischen und operativen Unternehmensführung in anderen Wirtschaftsbereichen, konkret im Handel und der Lebensmittelproduktion. In diesem Zusammenhang hat Herr Theurer auch langjährige Expertise in den für Unternehmen bedeutsamen Nachhaltigkeitsfragen gesammelt, die größtenteils auch für die United Internet Gruppe relevant sind, insbesondere hinsichtlich der Entwicklung und Umsetzung einer Nachhaltigkeitsstrategie. Als Betriebswirt und aufgrund seiner langjährigen Erfahrung als CFO verfügt Herr Theurer über Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung und Abschlussprüfung und ist vertraut mit Rechnungslegungsgrundsätzen, Kontroll- und Risikomanagementsystemen, Controlling, Governance und Compliance sowie Personalplanung und -führung. Im Vorstandsressort von Herrn Theurer ist das Team Corporate Sustainability angesiedelt, mit dem er intensiv zusammenarbeitet und die Weiterentwicklung und Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie maßgeblich mitgestaltet.
Auch die Mitglieder des Aufsichtsrats verfügen über einschlägige Kenntnisse und Erfahrungen auf den vorgenannten Gebieten. Die entsprechende Expertise jedes einzelnen Aufsichtsratsmitglieds ist aus der Qualifikationsmatrix ersichtlich, die in der nach den §§ 289f und 315d HGB abgegebenen Erklärung zur Unternehmensführung im Lagebericht in Kapitel 8 enthalten ist.
Vorstand und Aufsichtsrat stellen die erforderlichen Fähigkeiten und Fachkenntnisse zur Überwachung von Nachhaltigkeitsaspekten sicher. Die Mitglieder verfügen über Kenntnisse der CSRD und der einschlägigen ESRS. Darüber hinaus werden sie durch den Bereich Corporate Sustainability regelmäßig über aktuelle rechtliche und fachliche Entwicklungen im Bereich Nachhaltigkeit informiert und geschult. Die vorhandenen und fortlaufend erweiterten und vertieften Fähigkeiten und Sachkenntnisse der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats im Bereich Nachhaltigkeit werden von diesen bei allen unternehmerischen Entscheidungen genutzt, um wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen von Nachhaltigkeitsaspekten im Zusammenhang mit unternehmerischen Entscheidungen und auch allgemein bei der Leitung und Überwachung des Unternehmens zu berücksichtigen.
Die Namen der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats werden in der nach den §§ 289f und 315d HGB abgegebenen Erklärung zur Unternehmensführung in Kapitel 8 wiedergegeben. Dort ist auch angegeben, welche Aufsichtsratsmitglieder dem vom Aufsichtsrat gebildeten Prüfungs- und Risikoausschuss angehören, ebenso wie die Kompetenzbereiche der einzelnen Aufsichtsratsmitglieder in den Bereichen ökologische und soziale Nachhaltigkeit, Governance sowie Compliance.
Der Prüfungs- und Risikoausschuss des Aufsichtsrats hat verschiedene Aufgaben und Zuständigkeiten inne, die in einer Geschäftsordnung festgelegt sind. Danach unterstützt er den Gesamtaufsichtsrat u. a. bei der umfangreichen Überwachung der Rechnungslegung und beschäftigt sich ferner intensiv mit dem Jahresabschluss und dem Konzernabschluss sowie dem zusammengefassten Lagebericht, inkl. der Nachhaltigkeitserklärung. In diesem Zusammenhang erörtert er mit dem Vorstand und dem Abschlussprüfer die Berichte, den Ablauf, die Schwerpunkte und die Methodik der Prüfung, nimmt die Ergebnisberichte des Abschlussprüfers entgegen und gibt insoweit Empfehlungen an den Aufsichtsrat. Zudem beurteilt er regelmäßig die Qualität der Abschlussprüfung und überwacht in Zusammenarbeit mit dem Vorstand die Wirksamkeit und Funktionsfähigkeit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems, des Compliance-Management-Systems und des internen Revisionssystems, einschließlich der Fraud-Berichterstattung. Dabei umfasst die Risikodarstellung auch wesentliche Rechtstreitigkeiten, sowie damit verbundene Risiken für den Konzern und neben den finanziellen Risiken auch Reputationsrisiken sowie Nachhaltigkeitsrisiken.
Bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben berücksichtigt der Prüfungs- und Risikoausschuss stets Nachhaltigkeitsaspekte, wie es in seiner Geschäftsordnung explizit festgelegt ist und darüber hinaus. In diesem Zusammenhang liegt auch die Überwachung der wesentlichen IROs, die sich aus der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse ergeben, in der Verantwortung des Prüfungs- und Risikoausschusses.
Der Vorstand und der Aufsichtsrat von United Internet werden im Rahmen regelmäßiger Gremiensitzungen (mindestens viermal jährlich) über wesentliche, nachhaltigkeitsbezogene IROs sowie damit verbundene Strategien, Richtlinien, Konzepte, Maßnahmen, Kennzahlen und Ziele informiert. Diese und weitere nachhaltigkeitsbezogene Themen sind im Bericht des Aufsichtsrats dokumentiert.
Bei strategischen Entscheidungen, wesentlichen Transaktionen im Rahmen des Risikomanagements sowie bei anderen bedeutenden unternehmerischen Angelegenheiten berücksichtigen Vorstand und Aufsichtsrat neben strategischen, wirtschaftlichen und finanziellen Aspekten auch ökologische und soziale Auswirkungen, Risiken und Chancen. Werden im Einzelfall Kompromisse eingegangen, werden mögliche Zielkonflikte zwischen Nachhaltigkeitskriterien und wirtschaftlichen Erfordernissen gegeneinander abgewogen.
Über die Aufbau- und Ablauforganisation und den jeweiligen Status der Zielerreichungen lässt sich der Aufsichtsrat regelmäßig sowohl direkt aus den entsprechenden Fachbereichen sowie durch den Vorstand informieren.
Ziele im Zusammenhang mit wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen werden durch die Fachbereiche in Zusammenarbeit mit dem Nachhaltigkeitsmanagement erarbeitet und durch die jeweiligen Fachbereichsleitungen freigegeben. Ziele mit strategischer Relevanz für das Unternehmen werden mit dem Vorstand abgestimmt und dem Prüfungs- und Risikoausschuss des Aufsichtsrats vorgestellt. Die Fortschritte der Zielerreichung werden durch den Bereich Corporate Sustainability laufend überwacht, welcher dem Vorstand und dem Prüfungs- und Risikoausschuss in regelmäßigen Abständen darüber berichtet, sodass diese Gremien diesbezüglich ihre Leitungs- bzw. Überwachungsfunktion erfüllen können. Für die Strategie und Zielsetzung im Bereich Klima sowie die Strategie im Bereich der sozialen Nachhaltigkeit mit Fokus auf die eigene Belegschaft gab es im Geschäftsjahr 2025 Sondertermine mit dem Aufsichtsrat. Die Klimastrategie für die direkten Unternehmensemissionen (Scope 1 und 2) wurde durch den Vorstand und Aufsichtsrat offiziell verabschiedet.
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Aktuelle Berichte - United Internet |
Die Anreizsysteme für die Vorstandsmitglieder von United Internet integrieren ESG-Kriterien als Bestandteil der kurzfristigen, variablen Vergütung. Dies steht im Einklang mit der Verpflichtung zu Nachhaltigkeit und wurde in der Hauptversammlung im Mai 2021 erstmals beschlossen. Seit dem Geschäftsjahr 2022 ist diese Regelung bei neuen Vorstandsdienstverträgen implementiert. Der Ansatz zielt darauf ab, Nachhaltigkeitsziele in den Entscheidungshorizont des Vorstands zu rücken und ein gezieltes Nachhaltigkeitsengagement zu fördern. Detaillierte Informationen zur Vergütungsstruktur von Vorstand und Aufsichtsrat können dem nach § 162 AktG veröffentlichten Vergütungsbericht entnommen werden, der auf der Internetseite des Unternehmens verfügbar ist.
Due Diligence bei United Internet
Die Erfüllung der Sorgfaltspflicht in Nachhaltigkeitsfragen wird bei United Internet durch eine klare Organisationsstruktur gewährleistet. Das konzernweite Nachhaltigkeitsmanagement koordiniert die Implementierung entsprechender Prozesse und Prinzipien. Auf Konzernebene erfolgt die Formulierung übergeordneter Grundsätze. Diese zentralen Grundsätze werden in einem iterativen Prozess in die Nachhaltigkeitsarbeit der Segmente eingebettet, wobei die Segmentvorstände für die konkrete Umsetzung und Anpassung an spezifische Gegebenheiten und Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit verantwortlich sind. Konzernweite Richtlinien unterliegen einem Freigabeprozess durch den Finanzvorstand von United Internet, die Finanzvorstände der Segmente sowie die jeweils zuständigen Fachbereichsvorstände. Maßnahmen werden i. d. R. durch die Fachbereiche verantwortet, in enger Abstimmung mit den Leitungsorganen. Die periodische Berichterstattung an den Gesamtvorstand und die Einbeziehung des Aufsichtsrats sichern eine kontinuierliche Überprüfung und Förderung der Nachhaltigkeitsbemühungen im gesamten Konzern.
Übersicht der wichtigsten Aspekte und Schritte des Verfahrens zur Erfüllung der Sorgfaltspflicht in der Nachhaltigkeitserklärung:
Kernelemente | Abschnitte in der Nachhaltigkeitserklärung |
a) Einbindung der Sorgfaltspflicht in Governance, Strategie und Geschäftsmodell | Nachhaltigkeitsmanagement und Organisation: Anforderungen an die Zusammensetzung des Gesamtgremiums Geschäftsmodell, Strategie und Wertschöpfungskette: wesentliche IROs und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell Klimawandel: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen Klimawandel: Ermittlung und Bewertung der wesentlichen klimabezogenen Auswirkungen, Risiken und Chancen Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen Arbeitskräfte von United Internet: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen Verbraucherinnen und Verbraucher, Endnutzende: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen Governance-Informationen: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen |
b) Einbindung betroffener Stakeholderinnen und Stakeholder in alle wichtigen Schritte der Verfahren zur Erfüllung der Sorgfaltspflicht | Nachhaltigkeitsmanagement und Organisation: Anforderungen an die Zusammensetzung des Gesamtgremiums Geschäftsmodell, Strategie und Wertschöpfungskette: Interessen und Standpunkte der Stakeholder-Gruppen Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen: Doppelte Wesentlichkeitsanalyse Klimawandel: Richtlinien Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft: Richtlinien Einführung in den Bereich Soziales: Schutz der Menschenrechte und Grundsatzerklärung Arbeitskräfte von United Internet: Richtlinien Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette: Richtlinien Verbraucherinnen und Verbraucher, Endnutzende: Richtlinien Governance-Informationen: Richtlinien |
c) Ermittlung und Bewertung negativer Auswirkungen | Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen: Doppelte Wesentlichkeitsanalyse Geschäftsmodell, Strategie und Wertschöpfungskette: wesentliche IROs und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell Klimawandel: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen Klimawandel: Ermittlung und Bewertung der wesentlichen klimabezogenen Auswirkungen, Risiken und Chancen Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen Arbeitskräfte von United Internet: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen Verbraucherinnen und Verbraucher, Endnutzende: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen Governance-Informationen: wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen |
d) Maßnahmen gegen diese negativen Auswirkungen | Klimawandel: Maßnahmen Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft: Maßnahmen Arbeitskräfte von United Internet: Maßnahmen Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette: Maßnahmen Verbraucherinnen und Verbraucher, Endnutzende: Maßnahmen Governance-Informationen: Maßnahmen |
e) Nachverfolgung der Wirksamkeit dieser Bemühungen und Kommunikation | Klimawandel: Ziele Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft: Ziele Arbeitskräfte von United Internet: Ziele Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette: Ziele Verbraucherinnen und Verbraucher, Endnutzende: Ziele Governance-Informationen: Ziele |
| Klimawandel: Kennzahlen Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft: Kennzahlen Arbeitskräfte von United Internet: Kennzahlen Governance-Informationen: Kennzahlen |
Risikomanagement und internes Kontrollsystem
Ziel des Risikomanagement- und internen Kontrollsystems (RMS und IKS) ist das frühzeitige Erkennen und Begrenzen von Risiken. Das Risikomanagement- und Kontrollsystem für die Nachhaltigkeitsberichterstattung orientiert sich im Ansatz an den Methoden und Prozessen der Finanzberichterstattungssysteme, welche im Kapitel 5.1 „Risikobericht“ des Lageberichts näher erläutert werden. Diese werden laufend an sich ändernde Rahmenbedingungen angepasst und kontinuierlich weiterentwickelt.
Risiken für die Nachhaltigkeitsberichterstattung beziehen sich insbesondere auf die Nichtveröffentlichung oder die Veröffentlichung fehlerhafter Daten innerhalb der nichtfinanziellen Konzernerklärung. Diese Risiken wurden durch das Risikomanagement in Zusammenarbeit mit Corporate Sustainability geprüft. Es wurden keine meldepflichtigen Risken identifiziert, die den Erwartungswert von 250.000 € überschreiten. Zusätzliche Risiken können durch alle Mitarbeitenden laufend an das Risikomanagement gemeldet werden, wo sie gemeinsam mit den Fachabteilungen geprüft und bewertet werden. Anschließend werden neue Risiken durch den Finanzvorstand von United Internet bestätigt.
Eine Integration von Risiken in Bezug auf die Berichterstattung in das systemunterstützte IKS wurde ebenfalls geprüft. Im Geschäftsjahr 2025 ist die Entscheidung gegen eine systemseitige Integration gefallen, dies wird im kommenden Geschäftsjahr aber erneut geprüft. Kontrollen zur Vollständigkeit, Qualität und Richtigkeit der qualitativen und quantitativen Daten finden durch das Corporate Sustainability Team statt, das für die zentrale Nachhaltigkeitsberichterstattung zuständig ist. Um sicherzustellen, dass innerhalb der dezentral aufgestellten Konzernstruktur Informationen fristgerecht durch die Fachbereiche und Segmente zugeliefert werden, sind klare, einheitliche Prozesse etabliert, die sich in einer kontinuierlichen Weiterentwicklung befinden. Der Status der Datenzulieferung wird sowohl in Tabellen als auch in der Nachhaltigkeits-Software Footprint Intelligence nachverfolgt. Für zentrale Kennzahlen, bspw. für Mitarbeitenden-Kennzahlen, gibt es Fachbereichsverantwortliche, die Daten nach dem Bottom-up-Prinzip aus den Segmenten erheben und konsolidieren. Dort wird fachlich bereits auf Vollständigkeit und Plausibilität der Daten geprüft, Corporate Sustainability prüft die Kennzahlen nach Übergabe durch den Fachbereich zusätzlich.
Sowohl mit Fachbereichen als auch mit dem Sustainability Management der Segmente finden regelmäßige Austauschtermine statt, um Risiken bei der Datenlieferung frühzeitig zu besprechen und Lösungsansätze zu finden. Wird ein Risiko erkannt, das auf operativer Ebene nicht gelöst werden kann, bilden die Finanzvorstände der Segmente die Eskalationsstufe. Vorstand und Prüfungsausschuss von United Internet werden regelmäßig über den Status der Datenerhebung und Berichterstattung sowie damit zusammenhängende Risiken informiert, ebenso über den Zielerreichungsstand der Klimastrategie.
Geschäftsmodell, Strategie und Wertschöpfungskette
Geschäftstätigkeit
United Internet ist ein Konzern mit insgesamt 10.970 Mitarbeitenden. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Anzahl an Mitarbeitenden nach geografischen Regionen:
Zahl der Beschäftigten nach geografischen Regionen | 2025 | 2024 |
Gesamtzahl der Beschäftigten | 10.970 | 11.154 |
davon: Deutschland | 8.831 | 9.157 |
davon: weitere europäische Staaten | 1.370 | 1.379 |
davon: außerhalb Europas | 769 | 618 |
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Der Konzern gliedert sich in mehrere Segmente mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen. Einzelheiten zu den Segmenten und deren Geschäftsmodellen sowie angebotenen Produkten und Dienstleistungen, bedeutenden Märkten und Kundengruppen finden sich in Kapitel 1 „Grundlagen der Gesellschaft und des Konzerns“.
United Internet verwendet die nichtfinanziellen Steuerungskennzahlen „Anzahl und Wachstum der kostenpflichtigen Kundenverträge“ sowie „werbefinanzierte Free Accounts“. Diese sind jedoch nicht als „bedeutsamste nichtfinanzielle Leistungsindikatoren“ im Sinne des Deutschen Rechnungslegungsstandards Nr. 20 eingestuft. Weiterführende Informationen sind in den Kapiteln 1.3 „Steuerungssysteme“, 2.2 „Geschäftsverlauf“ und 2.3 „Lage des Konzerns“ enthalten.
Nachhaltigkeitsstrategie
Im Geschäftsjahr 2025 lag der Fokus der Nachhaltigkeitsstrategie auf der Erarbeitung einer konzernweiten Klimastrategie für die betriebsbedingten Emissionen. Im Rahmen der Klimastrategie wurden konkrete, wissenschaftsbasierte Reduktionsziele angelehnt an die SBTi festgelegt, welche im Kapitel „Klimawandel – Ziele“ detailliert dargestellt werden. Die beschlossenen Reduktionspfade entsprechen dem 1,5°-Pfad des Pariser Klimaabkommens. Im Jahr 2026 sollen die Emissionsreduktionsziele konzernweit auf die Emissionen der Wertschöpfungskette ausgeweitet werden.
Eng verzahnt mit der Emissionsreduktion ist das Thema der Energieeffizienz, das insbesondere für die Rechenzentren sowie das 1&1 O-RAN eine zentrale Rolle spielt. Um Energie und andere Ressourcen möglichst effizient zu nutzen, wurden neue, ISO-zertifizierte Energie- und Umweltmanagementsysteme in den Segmenten aufgebaut. Dadurch können Umweltkennzahlen systematisch erfasst, bewertet und optimiert werden.
Die Nachhaltigkeitsstrategie in Bezug auf die Mitarbeitenden von United Internet konzentrierte sich im Geschäftsjahr 2025 auf die Stärkung der sozialen Sicherheit, die Förderung interner Entwicklungswege, die Weiterentwicklung der Arbeitgeberattraktivität, den systematischen Ausbau von Lernen und Beschäftigungsfähigkeit sowie die Etablierung einer modernen Führungs- und Unternehmenskultur. Ein besonderer Schwerpunkt lag und liegt weiterhin auf Diversität und Inklusion, um Chancengleichheit zu fördern und vielfältige Perspektiven im Unternehmen zu stärken. Konkrete Ziele werden in Kapitel „Arbeitskräfte von United Internet“ beschrieben.
Im Bereich der Digitalen Ethik und Verantwortung war der Umgang mit Künstlicher Intelligenz ein strategisch relevantes Themenfeld. Die Integration von KI in Produkte und Services birgt die Gefahr von KI-Verzerrung, also systematischen Verzerrungen in Daten oder Algorithmen, die zu einer Benachteiligung bestimmter Kundengruppen führen können. Um Mitarbeitende für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz zu sensibilisieren, wurden Richtlinien sowie segmentspezifische Schulungen zum Thema der Künstlichen Intelligenz im Konzern ausgerollt. Der Verbreitung von Fake News, die sich u. a. durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz in den sozialen Medien verbreiten und die eine Gefahr für die faktenbasierte Meinungsbildung darstellen, wird insbesondere im Segment „Consumer Applications“ durch verschiedene Strategien und Maßnahmen begegnet.
Weiter wurde im Geschäftsjahr 2025 daran gearbeitet, Nachhaltigkeitsaspekte auf verschiedenen Organisationsebenen zu verankern und damit den Wandel hin zu einer konsistenten Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsbelangen in Steuerungs‑, Anreiz‑ und Arbeitsprozessen zu unterstützen. In der Holding (Corporate) sowie den Segmenten „Consumer Access“ und „Business Applications“ wurden zu diesem Zweck ESG-Ziele in die variable Vergütung der Vorstandsmitglieder integriert, im Fall von „Consumer Access“ gilt dies zusätzlich für die erste Führungsebene unterhalb des Vorstands. Im Segment „Business Applications“ sind Energieeffizienzziele mit der Vorstandsvergütung verknüpft. Um umweltbewusstes Handeln im operativen Arbeitsalltag zu fördern, wurde eine verpflichtende Nachhaltigkeitsweiterbildung für alle Mitarbeitenden, ausgenommen jene im Segment „Business Applications“, entwickelt, deren Einführung für das Geschäftsjahr 2026 vorgesehen ist.
Aufgrund der unterschiedlichen Geschäftsfelder haben die Segmente jeweils eigene Nachhaltigkeitsstrategien mit spezifischen Zielen für das jeweilige Geschäftsmodell und die damit verbundenen Produkte und Dienstleistungen entwickelt. Diese Strategien beinhalten Maßnahmen zur Förderung ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit in den Kernprodukten und -dienstleistungen, in der Interaktion mit Kundinnen und Kunden und Stakeholderinnen und Stakeholdern sowie in der Wertschöpfungskette.
Soweit nicht anders beschrieben, beziehen sich die Strategie und die Ziele auf den gesamten Konzern, also alle Standorte und Länder, an bzw. in denen das Unternehmen tätig ist, alle Kundenkategorien oder Produkte und Services.
Die Analyse der tatsächlichen oder potenziellen Auswirkungen der Geschäftstätigkeit und -beziehung von United Internet auf Nachhaltigkeitsaspekte im Rahmen der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse ist Teil der laufenden Strategieentwicklung. Das Unternehmen ist bestrebt, durch diesen Strategieprozess wesentliche Herausforderungen zu identifizieren, sie in Bezug zu ihrer finanziellen Materialität zu setzen und hieraus strategische Schwerpunkte zu entwickeln und Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.
Wertschöpfungskette und Geschäftsmodell
United Internet hat wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte sowohl in der vor- als auch in der nachgelagerten Wertschöpfungskette bei der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse und Datenerhebung berücksichtigt, die sich von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung erstreckt. Die Darstellung erfolgt aus Segmentsicht. Alle genannten Konzernsegmente gehören zur eigenen Geschäftstätigkeit und sind nicht Teil der vor- bzw. nachgelagerten Wertschöpfungskette im Sinne der Konzernperspektive.
Die Grafik stellt die drei wesentlichen Wertschöpfungsketten „Hardware-Einkauf und -Handel“, „IT-Infrastruktur Bereitstellung“ und „Digitale Dienstleistungen“ von United Internet dar. Im Folgenden wird auf jede dieser Wertschöpfungsketten einzeln eingegangen.
Die Wertschöpfungskette „Hardware-Einkauf und -Handel“ liegt im Bereich des Segments „Consumer Access“ sowie im Bereich von Corporate. Während „Consumer Access“ primär Privatkundinnen und Privatkunden in Deutschland bedient, betreibt Corporate den Einkauf der von den Mitarbeitenden genutzten Geräte für die Segmente „Business Applications“ und „Consumer Applications“.
○ Hardware-Einkauf und -Handel
Zur vorgelagerten Wertschöpfungskette gehören in erster Linie Gerätehersteller wie Samsung, Apple und Dell, die insbesondere Smartphones und Laptops liefern, sowie Versanddienstleistungsunternehmen. Vor dem Start der Produktion erfolgt der Rohstoffabbau für zahlreiche notwendige Rohstoffe, u. a. Erdöl zur Kunststoffproduktion, Aluminium, Silizium, Lithium, Kupfer und kritische Rohstoffe wie Indium, leichte seltene Erden und Kobalt, welche primär in Ländern wie China, Australien, den USA, Chile oder der Demokratischen Republik Kongo abgebaut werden. Die Geräteherstellung selbst findet hauptsächlich in asiatischen Ländern wie China, Vietnam oder Indien statt, während die vorgelagerte Logistik als global zu betrachten ist.
Die eigene Wertschöpfung findet in Deutschland statt, ebenso wie die nachgelagerte Wertschöpfung, zu welcher sowohl der Transport zu Kundinnen und Kunden als auch die Entsorgung bzw. die Wiederaufbereitung von Altgeräten zählt. Die umweltgerechte Wiederaufbereitung und Entsorgung von Endgeräten und IT-Altgeräten ist ein signifikanter Umweltaspekt der nachgelagerten Aktivitäten. Hierfür setzt United Internet auf spezialisierte Geschäftspartner, um Ressourcen zu schonen und Umweltauswirkungen zu minimieren.
○ IT-Infrastruktur Bereitstellung
Die IT-Infrastruktur, bestehend aus Rechenzentren und Telekommunikationsinfrastruktur, wird durch die Segmente „Business Applications“, „Business Access“ und „Consumer Access“ betrieben. Dabei nimmt „Business Applications“ eine Sonderrolle ein, da die durch das Segment betriebenen Rechenzentren innerhalb des Unternehmens von den Segmenten „Consumer Access“, „Consumer Applications“ und Corporate genutzt werden. Ebenso wird die Telekommunikationsinfrastruktur von „Business Access“ auch von „Consumer Access“ genutzt, sodass sich die Abbildung der Wertschöpfungsketten zwischen den beiden Segmenten überlagert. In der vorgelagerten Wertschöpfungskette sind die Segmente „Business Applications“ und „Business Access“, aber auch Hardware-Lieferanten, Energie-, Rechenzentrums- und Softwareanbieter und weitere Netzvorleister zu finden. Weiterhin werden der Anlagenbau bzgl. Glasfaser- und Antennennetz, Netzvorleistungen und auch die Produktion von Hardware, wie z. B. den Servern, und die Versorgung mit Elektrizität hier verortet.
Am Anfang der Wertschöpfungskette steht der Abbau von Rohstoffen für die benötigte Hardware in Ländern wie China, den USA, Chile und der Demokratischen Republik Kongo. Die Hardware-Produktion selbst findet u. a. in den USA, Taiwan und Japan statt. Zusätzlich zu den Rohstoffen für die Geräteherstellung werden Rohstoffe für den Anlagenbau benötigt, wie z. B. Zement, Quarzsand, Kupfer oder Stahl. Die Vorleistungen zum Netz wurden im Geschäftsjahr 2025 aus Deutschland, u. a. von Telefónica und Vodafone, bezogen. Vorgelagerte Rechenzentren befinden sich in ganz Europa, aber auch in den USA. Hierzu zählen sowohl die Co-Location-Rechenzentren von externen Partnern als auch die Rechenzentren von „Business Applications“. Die Stromversorgung der Rechenzentren findet generell lokal statt.
Die eigene Wertschöpfung ist in erster Linie in Deutschland verortet, da sich hier die wesentlichen Bürostandorte und das Glasfaser- und Antennennetz befinden. Zusätzlich gibt es vereinzelt Büros in anderen europäischen Ländern, auf den Philippinen und in den USA.
Die nachgelagerte Wertschöpfung kann grundsätzlich weltweit erfolgen. Die Kunden von „Business Applications“ sind jedoch primär in Europa und Nordamerika zu finden, während die Kundinnen und Kunden von „Business Access“ und „Consumer Access“ hauptsächlich in Deutschland verortet sind.
○ Digitale Dienstleistungen
Die dritte Wertschöpfungskette erfolgt durch die Segmente „Consumer Applications“ und „Business Applications“. „Consumer Applications“ nutzt wiederum digitale Dienstleistungen von „Business Applications“, weshalb dieses Segment auch in der vorgelagerten Wertschöpfungskette zu finden ist. In der vorgelagerten Wertschöpfung befindet sich zudem die benötigte IT-Infrastruktur, die sowohl durch „Business Applications“ als auch durch Co-Location-Rechenzentren geliefert wird. Rohstoffabbau, Hardware-Produktion und Stromversorgung erfolgen analog zur Wertschöpfungskette „IT-Infrastruktur-Bereitstellung“. Gleiches gilt für die Rechenzentren und Büros der eigenen Wertschöpfung.
Während das Segment „Business Applications“ sich primär an Geschäftskunden in Europa und Nordamerika richtet, liegt der Fokus der Aktivitäten von „Consumer Applications“ im DACH-Raum. Grundsätzlich können die digitalen Dienstleistungen jedoch weltweit abgerufen und verwendet werden.
United Internet hat keine wesentlichen Aktivitäten im fossilen Brennstoffsektor sowie in der Förderung, Verarbeitung oder im Handel von Kohle und Öl. Bislang stellte der Energiehandel im Segment „Consumer Applications“ einen zusätzlichen Teil der Wertschöpfungskette von United Internet dar, in der Strom- und Gasverträge für Endkundinnen und Endkunden angeboten wurden. Der Anteil dieser Tätigkeiten am Konzernumsatz belief sich in der Vergangenheit auf unter 1 %. Der Geschäftsbereich wurde im Oktober 2025 veräußert.
Interessen und Standpunkte der Stakeholder-Gruppen
Die Geschäftstätigkeit von United Internet setzt einen kontinuierlichen Dialog und eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von Stakeholder-Gruppen voraus. Besonders mit Blick auf die Auswirkungen auf Gesellschaft und Umwelt, bei der Identifikation wesentlicher Nachhaltigkeitsaspekte im Rahmen der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse, der Entwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie, der Festlegung von Zielen sowie der Feststellung der Zielerreichung ist ein enger Kontakt mit verschiedenen Stakeholder-Gruppen essenziell. Um die Kommunikation und Kooperation mit Stakeholderinnen und Stakeholdern weiter zu stärken und deren Interessen zu berücksichtigen, steht United Internet über unterschiedliche Plattformen und Formate mit diesen im Austausch:
○ Kundinnen und Kunden: United Internet orientiert sich konsequent an den Bedürfnissen und der Zufriedenheit der Kundinnen und Kunden. An zahlreichen Stellen holt United Internet deren Rückmeldungen ein. Zudem wird ein fortlaufender Austausch mit den Kundinnen und Kunden aufrechterhalten, z. B. durch Umfragen und in Service-Gesprächen. Die Produkte von United Internet ermöglichen als Informationsplattform den Kundinnen und Kunden Zugang zu Informationen des Internets. Hinzu kommen speziell aufbereitete redaktionelle Inhalte auf den Portalen von United Internet.
○ Eigenkapitalgeber / Aktionärinnen und Aktionäre: Mit ihnen stehen die Investor-Relations-Abteilung und der Vorstand regelmäßig in Form von persönlichen Gesprächen und Roadshows im Austausch. Das Vertrauen von Aktionärinnen und Aktionären wird durch eine offene und transparente Berichterstattung gestärkt. Investorinnen und Investoren partizipieren am wirtschaftlichen Erfolg von United Internet durch die Ausschüttung von Dividenden und Aktienrückkäufen.
○ Fremdkapitalgeber / Banken: Corporate Finance steht in einem aktiven Dialog mit den Fremdkapitalgebern, um die jederzeitige Sicherstellung ausreichender Liquidität sowie die finanzielle Unabhängigkeit des Konzerns zu gewährleisten. Die Konzernfinanzierung orientiert sich primär an den strategischen Geschäftsplänen der operativen Segmente. Um ausreichende Flexibilität für weiteres Wachstum zur Verfügung zu stellen, verfolgt United Internet daher laufend Trends zu Finanzierungsmöglichkeiten, die sich an den Finanzmärkten ergeben. Nachhaltigkeitskriterien spielen für Fremdkapitalgeber eine wichtige Rolle, da sie Berücksichtigung in der Risikoanalyse finden und Kreditkonditionen positiv beeinflussen können.
○ Mitarbeitende: Die Mitarbeitenden von United Internet sind der Schlüssel zum Erfolg des Konzerns. Da für United Internet die Rückmeldung der Mitarbeitenden essenziell ist, werden regelmäßig Umfragen durchgeführt, daraus Maßnahmen abgeleitet und über deren Umsetzung und die erzielten Fortschritte im Konzern informiert. Ergänzt werden diese Umfragen durch kontinuierlich verfügbare Feedback-Systeme, die es den Mitarbeitenden ermöglichen, jederzeit Vorschläge und Anregungen einzubringen. Zu gezielten Themen tritt der Vorstand zudem direkt mit den Mitarbeitenden im Rahmen von virtuellen aber auch Präsenzformaten in Kontakt.
○ Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette: United Internet steht u. a. über persönliche Gespräche mit Geschäftspartnern im Austausch zu Belangen der Arbeitskräfte der unmittelbaren sowie vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette. Über das Hinweisgebersystem besteht für Arbeitskräfte entlang der Wertschöpfungskette die Möglichkeit, mit United Internet in Kontakt zu treten. Mit den Arbeitskräften der mittelbaren Wertschöpfungskette (z. B. bei Sub-Lieferanten) besteht i. d. R. kein direkter Austausch.
○ Geschäftspartner: Die Geschäftstätigkeit von United Internet erfordert die Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von Geschäftspartnern und Zulieferfirmen. Hierzu zählen u. a. Vorleistungspartner, Hardware-Lieferanten, Call-Center-Dienstleistungsunternehmen und Versanddienstleistungsunternehmen. Mit diesen Partnern werden u. a. persönliche Gespräche geführt; bei Trainings von Arbeitskräften unterstützt United Internet bspw. auch Call-Center-Dienstleistungsunternehmen.
○ Politik und Verbände: Im Dialog mit politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern sowie Behörden wirkt United Internet auf Rahmenbedingungen hin, die eine erfolgreiche und verantwortungsbewusste Digitalwirtschaft in Deutschland ermöglichen. Besonders wichtig ist dabei die Gewährleistung von Wettbewerb als Motor für Innovation, Investition und den Nutzen für Verbraucherinnen und Verbraucher. Dafür ist United Internet Mitglied in Verbänden wie Bitkom (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V.), BREKO (Bundesverband Breitbandkommunikation e. V.), BVDW (Bundesverband Digitale Wirtschaft e. V.), eco (Verband der Internetwirtschaft e. V.) und VATM (Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e. V.). Darüber hinaus sind einzelne Fachbereiche in weiteren relevanten Verbänden und Gremien aktiv.
○ Nichtregierungsorganisationen: Seit 2006 arbeitet United Internet im Rahmen der Stiftung „United Internet for UNICEF“ mit dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen bei der Akquise von Spendengeldern und langfristigen Patenschaften zusammen.
Die Geschäftsmodelle von United Internet unterliegen einem kontinuierlichen Transformationsprozess und werden laufend an die Interessen der Stakeholder-Gruppen angepasst. So wird zum Schutz von Umwelt und Gesellschaft daran gearbeitet, Emissionen und Ressourcenverbrauch weiter zu reduzieren, auch entlang der Wertschöpfungskette. Als Internet-Unternehmen bildet zudem das Thema der Informationssicherheit eine wichtige Säule der sozialen Verantwortung. Maßnahmen zum Schutz sensibler Daten von Kundinnen und Kunden, Mitarbeitenden und Partnerunternehmen werden stetig weiterentwickelt, um Cyberangriffen und neuen Methoden zum Datendiebstahl zuvorzukommen. Der Verantwortung als Arbeitgeber kommt United Internet nach, indem wichtige Belange der Mitarbeitenden im eigenen Unternehmen, aber auch in der Wertschöpfungskette in die HR-Strategie sowie in verschiedene Governance-Aspekte einfließen. Im Zuge der Digitalen Ethik und Verantwortung reagiert United Internet auf Trends wie Fake News und Künstliche Intelligenz, indem neue Richtlinien eingeführt werden, Mitarbeitende geschult werden und Transparenz für Verbraucherinnen und Verbraucher geschaffen wird. Die Einzelheiten zu den beschriebenen Themenfeldern sowie den zugehörigen Zielen, Maßnahmen, Richtlinien und Kennzahlen können den einzelnen Kapiteln des Berichts entnommen werden.
Wesentliche IROs und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell
Die im Rahmen der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse ermittelten wesentlichen IROs, ihre Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft sowie ihre Wechselwirkungen mit der Strategie, dem Geschäftsmodell und den Geschäftsbeziehungen von United Internet werden in den jeweiligen Themenstandards erläutert.
Im Geschäftsjahr 2025 wurden die wesentlichen IROs überprüft und aktualisiert. Gegenüber dem Vorjahr wurden einige IRO-Kategorien durch alle Segmente neu strukturiert und bewertet (z. B. spezifische Auswirkungen und Risiken im Bereich Kreislaufwirtschaft), um die Qualität der Datenerhebung zu verbessern und die Einheitlichkeit im Vorgehen über alle Segmente hinweg zu stärken. Zudem wurden IROs zu Themen wie Künstliche Intelligenz und Informationssicherheit in ihren Formulierungen nachgeschärft, um aktuellen Marktentwicklungen gerecht zu werden. Gemeinsam mit den Personalverantwortlichen wurden IRO-Formulierungen für soziale Themen wie Inklusion, Chancengleichheit und Arbeitsbedingungen überarbeitet, um sicherzustellen, dass die wesentlichen Belange der Mitarbeitenden wiedergegeben sind.
Im Bereich Governance sind im Vorjahr ermittelte Auswirkungen entfallen, da durch die Neubewertung die Wesentlichkeitsschwelle unterschritten wurde. Dies war insbesondere der Fall, da die IROs aus dem Vorjahr um Dopplungen und enthaltene Maßnahmen bereinigt wurden. Als Beispiel dafür wurden die Auswirkung „Fehlende Prävention und Sensibilisierung der Mitarbeitenden hinsichtlich interner Richtlinien, wie des Code of Conduct, kann zu einer negativen Unternehmenskultur oder respektlosem Verhalten führen. Die Auswirkungen können zu psychischer Belastung mit gesundheitlichen Folgeschäden bei Mitarbeitenden führen“ in die soziale Auswirkung zur psychischen Belastung von Mitarbeitenden und ein Risiko zu Fehlverhalten mit finanziellen Auswirkungen überführt, was beides berichtet wird. Die Auswirkung „Nachhaltige Wertschöpfung und Resilienz durch verantwortungsbewusste und langfristig ausgerichtete Unternehmensführung“ war sehr allgemein formuliert, was die Ableitung konkreter Maßnahmen und Ziele erschwert hat. In der Praxis bedeutet die Integration dieser Auswirkung eine bessere Steuerung von Auswirkungen im Bereich Umwelt und Soziales, was umfassend berichtet wird. Die Auswirkung „Ausbeutung von Dienstleistungsunternehmen in der nachgelagerten Wertschöpfungskette“ ist durch die Neubewertung des Umfangs nicht mehr wesentlich.
Diese Veränderungen spiegeln die Weiterentwicklung des internen Nachhaltigkeits-Steuerungsrahmens wider. Anpassungen in der Methodik finden sich im Kapitel „Prozess zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen IROs“ wieder.
Die im Rahmen der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse identifizierten Nachhaltigkeitsrisiken wurden dahingehend geprüft, ob sie die Wesentlichkeitsschwelle des § 315c i. V. m. § 289c Absatz 3 Nr. 3 und 4 HGB erreichen und damit sehr wahrscheinlich schwerwiegende negative Auswirkungen auf nichtfinanzielle Belange haben oder haben werden. Dies ist für keines der identifizierten Risiken der Fall. Der Prozess zur Ermittlung von Brutto-Nachhaltigkeitsrisiken anhand der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse wird im Abschnitt „Prozess zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen IROs“ beschrieben.
Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen
Doppelte Wesentlichkeitsanalyse
Seit dem Geschäftsjahr 2022 wird jährlich eine Aktualisierung der konzernweiten Doppelten Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt. Im Geschäftsjahr 2025 erfolgte die Festlegung der Wesentlichkeit auf IRO-Ebene, in Anlehnung an die ESRS, die FAQ und die Wesentlichkeitsanalyse-Guidance der EFRAG (European Financial Reporting Advisory Group). Die Ergebnisse des Vorjahres wurden aktualisiert. Hierzu wurden alle aus dem Vorjahr bestehenden IROs auf Vollständigkeit und Konsistenz und ihre Bewertungen auf Änderungen hin überprüft. Wenn nötig, wurden neue IROs ergänzt. Die Aktualisierung der Bewertungen wurde primär durch die Nachhaltigkeitsmanagerinnen und Nachhaltigkeitsmanager der Segmente durchgeführt, je nach Bedarf wurden Fachverantwortliche hinzugezogen. Dies traf insbesondere auf neu zu bewertende IROs zu.
Prozess zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen IROs
Die Identifizierung der IROs basiert auf einer Longlist, die in Anlehnung an die Themen, Sub-Themen und Sub-Sub-Themen der ESRS sowie auf Basis unternehmensspezifischer Themen (inkl. der segmentspezifischen Themen) generiert wurde. Die inhaltliche Wesentlichkeit der Nachhaltigkeitsthemen wurde durch die Doppelte Wesentlichkeitsanalyse in Anlehnung an die Vorgaben des ESRS 1, Kapitel 3.2 festgestellt.
Wesentlichkeits-Workshop
Neben der Longlist bildet der Mitte 2024 durch Corporate Sustainability durchgeführte Wesentlichkeits-Workshop mit dem Nachhaltigkeitsmanagement der Segmente weiterhin die Grundlage für die aktualisierte Doppelte Wesentlichkeitsanalyse. Ziel war es, sämtliche in der Longlist aufgeführten Themen unter Berücksichtigung und Analyse der Wertschöpfungskette nach ihrer Relevanz zu kategorisieren und dies zu begründen. Außerdem diente der Workshop dazu, neue IROs zu erfassen, um sie bei der Bewertung berücksichtigen zu können. Ein besonderes Augenmerk wurde auf die geografische Region und die Regulatorik (Arbeitssicherheit, Arbeitsbedingungen und Umweltverschmutzung) der eigenen Standorte sowie auf die Herkunftsgebiete der eingekauften Produkte und der dazu benötigten Rohstoffe gelegt. Zudem wurde die nachgelagerte Wertschöpfungskette betrachtet, bspw. der Umgang mit Elektroschrott. Eine Sonderrolle kam dem zentralen Thema des Klimawandels zu. Hier wurden in die Sammlung und Bewertung der IROs auch die Ergebnisse der Klimarisikoanalyse und des CO2-Fußabdrucks von United Internet einbezogen.
Die im Workshop gesammelten IROs wurden durch Corporate Sustainability mit den IROs der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse aus den Vorjahren in einer konsolidierten Liste zusammengeführt. Dabei wurden die IROs den entsprechenden Themen (Sub-Sub-Themen) sowie den Segmenten zugeordnet, sofern dies für deren Geschäftsmodell oder deren vor- und nachgelagerte Lieferkette passend war.
Einbezug der Belange von Stakeholder-Gruppen
Sowohl für die Identifikation von IROs als auch für deren Bewertung wurden betroffene Stakeholderinnen und Stakeholder stellvertretend durch das Nachhaltigkeitsmanagement und die Fachbereiche der Segmente repräsentiert. Ansichten der eigenen Mitarbeitenden wurden bspw. durch Vertreterinnen und Vertreter der HR-Abteilung miteinbezogen. Die Perspektiven von Kundinnen und Kunden wurden durch die Abteilungen „Customer Experience“ und „Legal“ bzw. das Partnermanagement abgedeckt. Um sicherzustellen, dass betroffene Stakeholder-Gruppen abgedeckt werden, wurde eine entsprechende Mapping-Tabelle angelegt.
Im Rahmen dieser Analyse wurde auch geprüft, ob bestimmte Gruppen von Mitarbeitenden in der Wertschöpfungskette – etwa aufgrund ihrer Merkmale, Arbeitsbedingungen oder Tätigkeiten – potenziell höheren Risiken ausgesetzt sein könnten. Die Einschätzung erfolgte auf Basis der verfügbaren internen Informationen und der fachlichen Expertise der beteiligten Bereiche.
Bewertung der IROs im Bottom-up-Ansatz und Konsolidierung
Die konzernweite Doppelte Wesentlichkeitsanalyse wird nach dem Bottom-up Prinzip über alle Segmente hinweg erhoben. Jedes Segment bewertet auf Basis einer durch Corporate Sustainability bereitgestellten Longlist die einzelnen Themen und ergänzt diese bei Bedarf um segmentspezifische Punkte. Alle ermittelten Themen werden im Anschluss durch Corporate Sustainability konsolidiert.
Die Bewertung der IROs erfolgte durch Corporate Sustainability und die Nachhaltigkeitsmanagerinnen und Nachhaltigkeitsmanager der Segmente sowie die jeweiligen Stakeholderinnen und Stakeholder bzw. deren repräsentierende Fachabteilungen und die Risikoverantwortlichen in Abstimmung mit dem Risikomanagement. Die Bewertung der Auswirkungen erfolgte in einer Bruttobetrachtungsweise anhand der Dimensionen Ausmaß, Umfang, Unabänderlichkeit und Eintrittswahrscheinlichkeit.
Der Schweregrad ergibt sich aus dem Durchschnitt von Ausmaß, Umfang und Unabänderlichkeit. Risiken und Chancen wurden ebenfalls in einer Bruttobetrachtungsweise anhand ihres finanziellen Ausmaßes und ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet. Dabei wurden die Skalen auf Segmentebene entsprechend der Skalen des klassischen Risikomanagements angepasst.
Die bewertenden Stakeholderinnen und Stakeholder waren dazu angehalten, neben der eigenen Perspektive auch öffentlich zugängliche Studien zur Bewertung zu berücksichtigen. Die Bewertungen der einzelnen Segmente wurden auf Konzernebene konsolidiert, um die aus Konzernsicht wesentlichen IROs zu bestimmen.
Festlegung der Wesentlichkeitsschwelle
Die Wesentlichkeitsschwelle auf IRO-Ebene ergibt sich aus einer Einzelbetrachtung von Wahrscheinlichkeit und Schweregrad bzw. finanziellem Ausmaß. Eine Ausnahme stellen die tatsächlichen Auswirkungen dar: Hier wird nur der Schweregrad berücksichtigt. Alle IROs, die mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von mehr als 35 % bewertet wurden und deren Schweregrad auf der Risikoskala von eins bis fünf mit mehr als drei bewertet wurde (analog zum finanziellen Ausmaß bei Risiken und Chancen), wurden als wesentlich eingestuft. Außerdem wurden IROs, bei denen mindestens eines der Kriterien mit Schweregrad fünf bewertet wurde (analog zum finanziellen Ausmaß), von Corporate Sustainability einer Einzelfallprüfung hinsichtlich der Wesentlichkeit unterzogen. Auch Auswirkungen, die im Zusammenhang mit einer Menschenrechtsverletzung stehen, wurden im Rahmen von Einzelfallprüfungen explizit hinsichtlich der Wesentlichkeit geprüft, falls ihr Schweregrad unter der Wesentlichkeitsschwelle lag.
Weiterführende Informationen zur Doppelten Wesentlichkeitsanalyse
In der IRO-Bewertung sehen die ESRS eine Betrachtung von drei Zeithorizonten vor: kurzfristig, mittelfristig und langfristig. Diese beziehen sich auf den Zeitpunkt des Eintretens der IROs. Die Bewertung von Auswirkungen orientiert sich jeweils am Zeitpunkt des Eintretens der schwerwiegendsten Auswirkung. So werden bspw. Auswirkungen durch Treibhausgasemissionen aufgrund ihres kumulativen Effekts auf einem langfristigen Zeithorizont bewertet.
Sofern im Prozess Unstimmigkeiten hinsichtlich der Wesentlichkeitsbewertung aufkamen, wurden diese Punkte individuell zwischen den Verantwortlichen der Segmente oder Fachbereiche und Corporate Sustainability besprochen. Da die Gesamtsteuerung des Wesentlichkeitsprozesses in der Verantwortung von Corporate Sustainability lag, konnte die Konsistenz der Bewertung durch eine zentrale Stelle sichergestellt werden.
Für die Bewertung der IROs wurden, soweit verfügbar, quantitative Grundlagen eingesetzt, um die Einordnung möglichst objektiv vorzunehmen. Sofern zweckmäßig und verfügbar, nutzten die Bewertenden externe, objektive Quellen wie wissenschaftliche Studien, Branchenanalysen und Fachpublikationen.
Die Bewertung erfolgte themenspezifisch auf Basis unterschiedlicher Datenquellen. Da die Methodik eine Einordnung von Ausmaß, Umfang und Unabänderlichkeit auf einer einheitlichen fünfstufigen Skala vorsieht, war in vielen Fällen eine begrenzte Detailtiefe ausreichend. Im Themenfeld Klimawandel dienten insbesondere Vorjahreswerte des konzernweiten CO₂-Fußabdrucks als quantitative Grundlage. Für Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft lagen zum Zeitpunkt der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse noch keine vollständigen unternehmensweiten Kennzahlen vor, jedoch wurden bereits verfügbare Daten zur Wiederaufbereitung von IT-Hardware berücksichtigt.
Risiken wurden überwiegend mittels modellbasierter Berechnungen auf Grundlage von Kennzahlen wie Umsatz, Anzahl an Mitarbeitenden sowie Anzahl an Kundinnen und Kunden abgeschätzt. Im Bereich Unternehmensführung wurden Umsatzzahlen u. a. zur Abschätzung potenzieller Sanktionshöhen verwendet. Mögliche Reputationsschäden wurden nicht quantifiziert.
Soweit quantitative Daten nicht vorlagen, erfolgte die Einordnung auf Basis plausibilisierter Annahmen und fachlicher Schätzungen; hierfür wurden – wo erforderlich – konservative Näherungswerte sowie branchenübliche Vergleichswerte verwendet. Die maßgeblichen Grenzen der Datengrundlage betreffen insbesondere unvollständige Kennzahlen zur Ressourcennutzung in Teilen der Wertschöpfungskette. Diese Unsicherheiten wurden durch vorsichtige Annahmen und transparente Offenlegung berücksichtigt.
Die Bewertungen beziehen sich auf sämtliche Geschäftsaktivitäten entlang der Wertschöpfungskette. Die Ermittlung erfolgte ausgehend von der Segmentebene und wurde auf Konzernebene konsolidiert.
Um die wesentlichen Nachhaltigkeitsrisiken, die sich aus der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse ergeben haben, systemisch zu verankern, wurden diese im Jahr 2025 in das allgemeine Risikomanagement überführt und mit dem dort bereits vorhandenen Risikoportfolio (Nettorisiken) in Einklang gebracht. Dabei wurden die Nachhaltigkeitsrisiken bereits bestehenden, übergeordneten Geschäftsrisiken zugeordnet. Eine Risikopriorisierung erfolgte anhand der Größe des Erwartungswerts (Schadenshöhe multipliziert mit der Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos). Die Strategie zur Risikominderung beinhaltet die Erstellung und Umsetzung von angemessenen und wirksamen Maßnahmen. Die zusammengeführten Risiken werden durch die jeweiligen Risikoverantwortlichen in einem regelmäßigen Turnus (vierteljährlich) im Risikomanagementsystem des Konzerns geprüft und bei Bedarf aktualisiert. Zudem betreibt United Internet Analysen zu menschenrechtlichen und umweltbezogenen Risiken in der Lieferkette, die aus internationalen Märkten stammen, wie in den Kapiteln „Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette“ und „Governance-Informationen“ näher beschrieben. Im Geschäftsjahr 2026 ist vorgesehen, die wesentlichen Nachhaltigkeitsrisiken aus der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse unabhängig von den Geschäftsrisiken zu betrachten, die Nettorisikowerte zu evaluieren und bei Bedarf einen Risikomanagementprozess dafür aufzubauen.
Die Festlegung von Nachhaltigkeitszielen in Bezug auf wesentliche IROs erfolgt bei United Internet dezentral durch die jeweils verantwortlichen Fachbereiche. Grundlage hierfür sind die spezifische fachliche Expertise, vorhandene Kennzahlen, Risikoanalysen sowie die operativen Anforderungen der jeweiligen Organisationseinheit. Die Fachbereiche evaluieren dabei regelmäßig ihren Bedarf und leiten auf Basis ihrer Erfahrung und der beobachteten Entwicklungen im Zeitverlauf die Notwendigkeit neuer oder angepasster Ziele ab. Bei der Formulierung von Zielen greifen die Fachbereiche auf quantitative und qualitative Daten aus internen Systemen, Monitoring-Prozessen und relevanten Managementindikatoren zurück. Falls erforderlich, werden zusätzlich externe Informationsquellen und Vorgaben herangezogen bzw. beachtet, bspw. regulatorische Vorgaben, Branchenstandards oder öffentlich verfügbare Marktdaten.
Die Zielsetzung erfolgt im Einklang mit geltenden nationalen und europäischen gesetzlichen Anforderungen sowie relevanten internationalen Rahmenwerken, sofern diese für den jeweiligen Themenbereich einschlägig sind. Darüber hinaus wird berücksichtigt, in welchem lokalen und unternehmensspezifischen Kontext die zugrunde liegenden Auswirkungen entstehen, sodass die Ziele sowohl praktikabel als auch wirksam in Bezug auf die identifizierten wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen sind. Die Annahmen basieren dabei auf dem aktuellen Wissensstand der Fachbereiche, den erwarteten organisatorischen oder technologischen Entwicklungen sowie auf realistischen Einschätzungen zu Ressourcen, Machbarkeit und zeitlichen Horizonten. Entsprechend werden Ziele bei Bedarf angepasst, sobald sich Rahmenbedingungen, regulatorische Anforderungen oder interne Prioritäten verändern.
Als wesentliche Handlungsfelder für United Internet wurden im Rahmen der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse folgende Themen ermittelt: Klimawandel (E1), Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft (E5), Arbeitskräfte des Unternehmens (S1), Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette (S2), Verbraucher und Endnutzer (S4) sowie Unternehmensführung (G1). Zu den identifizierten Auswirkungen, Risiken und Chancen wird in den nachfolgenden Kapiteln berichtet.
Ein wichtiger Hebel für den Klimaschutz ist die Reduktion der eigenen CO2-Emissionen. Dafür wurde konzernweit eine Klimastrategie mit ambitionierten Klimazielen entwickelt, orientiert am 1,5°-Pfad des Pariser Klimaabkommens. Im Zuge dessen legt United Internet einen großen Fokus auf das Energiemanagement der eigenen Rechenzentren, der Bürogebäude sowie des Glasfasernetzes, u. a. durch den Einsatz von Strom aus erneuerbaren Quellen sowie durch die Implementierung ISO-zertifizierter Energie- und Umweltmanagementsysteme. Effizienzsteigerungen sowie die Reduktion der Treibhausgasemissionen werden somit aktiv angegangen. Weitere Informationen finden sich im Kapitel „Klimawandel“.
United Internet prüft schrittweise, inwieweit wirtschaftliche Tätigkeiten den Umweltzielen der EU-Taxonomie zugeordnet werden können. Der aktuelle Stand der Taxonomiefähigkeit ist im Kapitel „EU-Taxonomie“ dargestellt.
Darüber hinaus ist es United Internet ein Anliegen, schonend mit Ressourcen umzugehen. Bereits heute wird Elektroschrott durch Konzepte der Kreislaufwirtschaft, wie der Wiederaufbereitung und dem fachgerechten Recycling gebrauchter IT-Hardware, vermieden – sowohl im eigenen Betrieb als auch bei Kundinnen und Kunden. Ein Schwerpunkt im Geschäftsjahr 2025 lag auf der erstmaligen standardisierten und konzernweiten Konsolidierung von Daten zu Ressourcenzuflüssen und Abfällen. Diese bildet die Grundlage, auf welcher United Internet bestehende Ansätze zur effizienten Ressourcennutzung und Abfallminimierung künftig systematisch weiterentwickeln wird. Details hierzu finden sich im Kapitel „Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft“.
EU-Taxonomie
Die EU-Taxonomie (Verordnung (EU) 2020/852) ist ein einheitliches und verbindliches Klassifizierungssystem für ökologisch nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten. Unternehmen sind verpflichtet, über die Ergebnisse dieser Klassifikation jährlich zu berichten. Damit sollen sie einen Überblick bieten, welche ihrer Tätigkeiten und Investitionen ökologisch nachhaltig sind. In Artikel 9 der EU-Taxonomie-Verordnung werden sechs Umweltziele genannt. Seit dem Geschäftsjahr 2023 liegen erstmals konkrete Vorgaben (technische Bewertungskriterien) zur ökologischen Nachhaltigkeit für alle sechs Umweltziele vor (Delegierte Verordnung (DelVO) (EU) 2021/2139 und DelVO (EU) 2023/2486). Für das Geschäftsjahr 2025 werden gemäß Artikel 4 der DelVO (EU) 2026/73 (Omnibus Delegated Act) weiterhin die Berichterstattungsregeln der DelVO (EU) 2021/2178, (EU) 2021/2139 und (EU) 2023/2486 in der bis zum 31. Dezember 2025 geltenden Fassung (ohne die im Januar 2026 durch den Omnibus Delegated Act eingeführten Erleichterungen) angewandt. Analog zum Vorgeschäftsjahr wurden bei United Internet für die folgenden Umweltziele sowohl die Taxonomiefähigkeit als auch die Taxonomiekonformität ermittelt:
○ „Klimaschutz“ (Climate Change Mitigation, CCM)
○ „Anpassung an den Klimawandel“ (Climate Change Adaptation, CCA)
○ „Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft“ (Circular Economy, CE)
Für folgende drei Umweltziele wurde für das Geschäftsjahr 2025 nur die Taxonomiefähigkeit ermittelt. Die Konformitätsprüfung entfällt gemäß den Anforderungen der EU-Taxonomie, da keine taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten vorliegen:
○ „Nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen“
○ „Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung“
○ „Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität und der Ökosysteme“
Taxonomiefähige Wirtschaftstätigkeiten
United Internet hat eine Überprüfung und Neubewertung der taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten für das Geschäftsjahr 2025 vorgenommen. Folgende umsatzgenerierende Wirtschaftstätigkeiten aus Anhang 1 der DelVO 2021/2139 (Umweltziel „Klimaschutz“) sowie aus Anhang 2 der DelVO 2023/2486 (Umweltziel „Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft“) wurden als taxonomiefähig identifiziert:
Im Kontext des ersten Umweltziels („Klimaschutz“) können insbesondere die Geschäftsaktivitäten der Tätigkeit 8.1 „Datenverarbeitung, Hosting und damit verbundene Tätigkeiten“ zugeordnet werden. Im Segment „Business Applications“ bietet United Internet Anwendungen für Geschäftskunden an, u. a. Domains, Homepages, Webhosting, Server, Cloud Solutions und Cloud-Infrastruktur, E-Shops, Groupwork Shops, Groupwork und Online Storage (Cloud-Speicher). Dieses Segment weist daher mit seinem internationalen Leistungsangebot den Großteil der taxonomiefähigen Tätigkeiten des United Internet Konzerns auf. Im Segment „Consumer Applications“ werden Anwendungen für Privatanwenderinnen und Privatanwender zusammengefasst, wie etwa Online Storage oder Personal Information Management. Auch in diesem Segment wurden Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Tätigkeit 8.1 identifiziert. In geringfügigem Ausmaß beinhalten die Segmente „Consumer Access“ und „Business Access“ durch das Anbieten von Online Storage oder von Cloud-Telefonie auch taxonomiefähige Wirtschaftstätigkeiten, die der Tätigkeit 8.1 zuzuordnen sind.
United Internet hat für das Geschäftsjahr 2025 analog zum Vorjahr jene Tätigkeiten, bei denen Hosting und die Speicherung von Daten im Vordergrund stehen (wie bspw. bei Online Storage), als taxonomiefähige Tätigkeiten identifiziert. Dabei wurde nicht zwischen Hosting- bzw. Datenspeicheraktivitäten unterschieden, die über eigene und fremde Rechenzentren erfolgen. Andere Tätigkeiten, die lediglich die Übertragung von Daten (am Rande) involvieren, werden nicht unter der Tätigkeit 8.1 berücksichtigt.
Hinsichtlich der Umweltziele drei bis sechs lassen sich umsatzgenerierende Wirtschaftstätigkeiten von United Internet derzeit nur dem Umweltziel „Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft“ zuordnen. Unter der Tätigkeit 5.4 „Verkauf von Gebrauchtwaren“ werden im Segment „Consumer Access“ Smartphones aus Rücksendungen wiederaufbereitet („refurbished“) und erneut an Kundinnen und Kunden als wiederaufbereitete Gebrauchtware verkauft.
Die Kerngeschäftstätigkeiten anderer Teilbereiche des United Internet Konzerns werden durch die EU-Taxonomie nach aktuellem Verständnis nicht erfasst. Daher wurden wie bereits in den ersten beiden Jahren der Berichterstattung Wirtschaftstätigkeiten im Zusammenhang mit dem Ausbau und der Nutzung von Telekommunikationsnetzwerken als nicht taxonomiefähig eingestuft. Darunter fällt der Netzausbau für das öffentliche Glasfaser- und Mobilfunknetz sowie jegliche Geschäftsaktivitäten und Investitionen, die mit dem Ausbau der Netzinfrastruktur, einschließlich der Technikstandorte, in Zusammenhang stehen.
Darüber hinaus wurden wesentliche Querschnitts- bzw. Infrastrukturtätigkeiten im Zusammenhang mit Investitions- und Betriebsausgaben bei United Internet identifiziert:
○ CCM 6.5 „Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen“, d. h. Ausgaben im Zusammenhang mit dem Fuhrpark
○ CCM 7.3 „Installation, Wartung und Reparatur von energieeffizienten Geräten“,
d. h. Ausgaben für energieeffiziente Anlagen und Geräte im Geschäftsbetrieb
○ CCM 7.7 „Erwerb von und Eigentum an Gebäuden“,
insbesondere durch IFRS 16 „Leasingverhältnisse“ bzw. Nutzungsrechte an Vermögenswerten
○ CE 1.2 „Herstellung von Elektro- und Elektronikgeräten“,
nach Klarstellung der EU-Kommission umfasst dies die internen IT-Geräte zum Geschäftsbetrieb
Die Tätigkeiten CCM 6.5, CCM 7.3 und CCM 7.7 werden ausschließlich dem Umweltziel „Klimaschutz“ zugeordnet, da derzeit keine Anpassungspläne mit spezifischen Maßnahmen für die jeweiligen Tätigkeiten vorliegen. Demnach werden gemäß der Bekanntmachung der Kommission (C/2023/305 (FAQ)) weder Investitions- noch Betriebsausgaben dem Umweltziel „Anpassung an den Klimawandel“ zugeordnet. Da es sich auch um keine ermöglichenden Tätigkeiten handelt, die im Sinne dieses Umweltziels einer anderen Tätigkeit Anpassungslösungen bietet, um einen wesentlichen Beitrag leisten zu können, werden keine Umsätze dem Umweltziel zugeordnet. Eine Doppelzählung ist damit ausgeschlossen.
Taxonomiekonforme Wirtschaftstätigkeiten
United Internet hat die taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten unter dem Umweltziel „Klimaschutz“ und „Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft“ anhand der relevanten technischen Bewertungskriterien im Austausch mit den jeweiligen Fachbereichen auf Taxonomiekonformität überprüft.
Bei der Analyse der Wirtschaftstätigkeiten unter dem Umweltziel „Klimaschutz“ und „Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft“ wurden folgende Ergebnisse erzielt.
Tätigkeit 8.1 „Datenverarbeitung, Hosting und damit verbundene Tätigkeiten“
United Internet betreibt für die eigenen Rechenzentren ein zertifiziertes Energiemanagementsystem nach ISO 50001. Mit den vorhandenen Maßnahmen sind die technischen Bewertungskriterien der EU-Taxonomie jedoch nicht ausreichend erfüllt, da u. a. eine Verifizierung der Kriterien des EU-Verhaltenskodex für die Energieeffizienz von Rechenzentren durch eine unabhängige Stelle nicht durchgeführt wurde. Zudem liegt keine Bestätigung zur Erfüllung der technischen Bewertungskriterien der EU-Taxonomie von den Betreibern der fremden Rechenzentren vor. United Internet weist daher für das Geschäftsjahr 2025 keine Taxonomiekonformität unter Tätigkeit 8.1 aus.
Tätigkeit 5.4 „Verkauf von Gebrauchtwaren“
United Internet vertreibt wiederaufbereitete Smartphones an Kundinnen und Kunden als Gebrauchtwaren. Trotz umfassender Maßnahmen im Bereich Recyclingmaterial sind die technischen Bewertungskriterien nicht erfüllt, da die gesetzlichen Anforderungen der EU-Taxonomie an einen Abfallbewirtschaftungsplan nicht abgedeckt sind. United Internet weist aufgrund dessen für das Geschäftsjahr 2025 keine Taxonomiekonformität für die Tätigkeit 5.4 aus.
Anmerkungen zu Querschnitts- bzw. Infrastrukturtätigkeiten
Es handelt sich bei den Investitions- bzw. Betriebsausgaben in Verbindung mit Querschnitts- bzw. Infrastrukturtätigkeiten zum einen um den Erwerb von Produktion aus taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten sowie zum anderen um einzelne Maßnahmen, durch die die Zieltätigkeiten kohlenstoffarm ausgeführt werden oder der Ausstoß von Treibhausgasen gesenkt wird. Diese Investitions- und Betriebsausgaben sind damit auf das Umweltziel „Klimaschutz“ begrenzt („Kategorie (c)“).
Zur Erfüllung der Taxonomiekonformität beim Erwerb von Produktion aus taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten ist eine Nachweiserbringung der Partnerunternehmen erforderlich. Für die Investitions- und Betriebsausgaben in Zusammenhang mit den Wirtschaftstätigkeiten CCM 6.5, CCM 7.3, CCM 7.7 und CE 1.2 wurden diese Nachweise von den Partnerunternehmen angefragt. Nach aktuellem Stand liegen keine hinreichenden Nachweise zur Erfüllung der geforderten Kriterien vor. Die entsprechenden Ausgaben werden somit für das Geschäftsjahr 2025 als nicht taxonomiekonform ausgewiesen.
Hinweise zu den Kennzahlen
Gemäß der Bekanntmachung der Kommission (C/2023/305 (FAQ)) hat United Internet bei Tätigkeiten, die für die Geschäftstätigkeit nicht wesentlich sind, aufgrund fehlender Daten und Nachweise über die Einhaltung der technischen Bewertungskriterien auf eine Konformitätsprüfung verzichtet.
Erläuterungen zu den Kennzahlen
Die gemäß den Vorgaben der EU-Taxonomie-Verordnung berichteten Kennzahlen Umsatz, CapEx (Capital Expenditures = Investitionsausgaben) und OpEx (Operational Expenditures = Betriebsausgaben) basieren auf den Zahlen des Konzernabschlusses der United Internet AG. Dieser wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, und den nach § 315e Absatz 1 HGB ergänzend zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt.
Die ermittelten, mit einer taxonomiefähigen Aktivität verbundenen Umsätze, CapEx und OpEx sowie die herangezogenen Gesamtbeträge wurden mit der entsprechenden Grundgesamtheit auf Konzernebene abgestimmt. Dadurch konnten Doppelzählungen kontrolliert und ausgeschlossen werden.
Umsatz
Die Umsatzerlöse umfassen laut dem Delegierten Rechtsakt zu den Berichtspflichten die nach IAS 1.82 (a) berichteten Erträge. Die für den United Internet Konzern angegebene Umsatzkennzahl stellt das Verhältnis der Umsatzerlöse aus taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten zu den Gesamtumsatzerlösen dar. Die Gesamtumsatzerlöse können der Gewinn- und Verlustrechnung des Konzernabschlusses der United Internet AG unter „Erläuterung zur Gewinn- und Verlustrechnung – 5. Umsatzerlöse / Segmentberichterstattung“ entnommen werden. Der Nenner der Umsatzkennzahl basiert auf dem konsolidierten Nettoumsatz.
Der Zähler der Umsatzkennzahl ist der Teil des Nettoumsatzes mit Waren oder Dienstleistungen, die mit taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind. Die Produkte in Verbindung mit Rechenzentren sowie der Verkauf von wiederaufbereiteten Geräten sind derzeit die einzigen umsatzgenerierenden Aktivitäten von United Internet, die taxonomiefähig sind. In den betroffenen Segmenten wurden jene Produkt- und Tarifumsätze, die in Verbindung mit der Tätigkeit 8.1 „Datenverarbeitung, Hosting und damit verbundene Tätigkeiten“ oder mit der Tätigkeit 5.4 „Verkauf von Gebrauchtwaren“ stehen, entsprechend zugeordnet. Für das Geschäftsjahr 2025 beträgt der Anteil der taxonomiefähigen Umsätze am Gesamtumsatz 24,0 %. Es können keine taxonomiekonformen Umsatzerlöse ausgewiesen werden.
CapEx
Die Basis der CapEx-Kennzahl sind die Zugänge an Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten im betrachteten Geschäftsjahr vor Abschreibungen und etwaigen Neubewertungen für das betreffende Geschäftsjahr sowie ohne Änderungen des beizulegenden Zeitwerts (insbesondere unter Anwendung von IAS 16 und 38 sowie IFRS 16 „Leasingverhältnisse“ mit Nutzungsrechten an Leasinggegenständen). Die für die EU-Taxonomie herangezogenen Gesamtinvestitionsausgaben werden im Konzernabschluss unter „Erläuterung zur Gewinn- und Verlustrechnung – 5. Umsatzerlöse / Segmentberichterstattung“ in der Tabellenzeile „Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen (ohne Firmenwerte)“ in der letzten Spalte „United Internet Gruppe“ ausgewiesen. Diese Investitionsausgaben stellen den Nenner der CapEx-Kennzahl dar.
Der Zähler der CapEx-Kennzahl entspricht den Anteilen des Nenners, die
○ sich auf Vermögenswerte oder Prozesse beziehen, die mit taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind („Kategorie (a)“), oder
○ sich auf den Erwerb von Produktion aus taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten und einzelne Maßnahmen beziehen, durch die die Zieltätigkeiten kohlenstoffarm ausgeführt werden oder der Ausstoß von Treibhausgasen gesenkt wird („Kategorie (c)“).
Anhand der Anlagenklassen konnten die Investitionen den entsprechenden Taxonomie-Tätigkeiten zugeordnet werden. Bei der Anlagenklasse „Leasing IFRS 16“ wurde zudem zwischen Gebäuden und Rechenzentren unterschieden. Investitionsausgaben dieser Anlagenklassen wurden grundsätzlich der Wirtschaftstätigkeit 7.7 „Erwerb von und Eigentum an Gebäuden“ zugeordnet. Wenn diese Investitionsausgaben im Zusammenhang mit Rechenzentren stehen, erfolgte eine Zuordnung zu der Wirtschaftstätigkeit 8.1 „Datenverarbeitung, Hosting und damit verbundene Tätigkeiten“. Für das Geschäftsjahr 2025 beträgt der Anteil der taxonomiefähigen Investitionen 24,0 %. Es können keine taxonomiekonformen Investitionen ausgewiesen werden.
OpEx
Die Basis der OpEx-Kennzahl stellen die direkten, nicht aktivierten Kosten für Forschung und Entwicklung (F&E), Gebäudesanierungsmaßnahmen, kurzfristige Leasingverhältnisse (Short Term Leasing), Wartung und Instandhaltung von Sachanlagen durch das Unternehmen oder durch Dritte dar, die notwendig sind, um die fortlaufende Funktionsfähigkeit dieser Anlagen zu gewährleisten. Schulungskosten sind gemäß der DelVO 2021/2178 im Zähler zu berücksichtigen. Daher sind diese Kostenstellen ebenfalls im Nenner zu inkludieren.
Bei United Internet gibt die OpEx-Kennzahl den Anteil der Betriebsausgaben im Sinne der EU-Taxonomie an, der
○ mit einer taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeit verbunden ist („Kategorie (a)“) oder
○ sich auf den Erwerb von Produktion und einzelne Maßnahmen bezieht, durch die die Zieltätigkeit kohlenstoffarm ausgeführt oder der Ausstoß von Treibhausgasen gesenkt wird, sowie auf einzelne Gebäudesanierungsmaßnahmen („Kategorie (c)“).
Zur Bestimmung des taxonomiefähigen Anteils von United Internet wurden die entsprechenden Kostenstellen für Gebäudesanierungsmaßnahmen und kurzfristiges Leasing sowie Wartungs- und Instandhaltungsaufwendungen analysiert. Für das Geschäftsjahr 2025 beträgt der Anteil der taxonomiefähigen Betriebsausgaben 21,2 %. Es können keine taxonomiekonformen Betriebsausgaben ausgewiesen werden.
Kennzahlen gemäß EU-Taxonomie
Der Vorstand der IONOS Group SE hat im September 2025 entschieden, die Sedo GmbH nebst Tochterunternehmen („Sedo“) und somit das Geschäftsfeld „AdTech“ zum Verkauf zu stellen. Im Rahmen der EU-Taxonomie-Berichterstattung sind gemäß den FAQ (Bekanntmachung der Kommission C/2023/305), die am 20. Oktober 2023 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht wurden, die Umsatzerlöse der Sedo GmbH nicht in den Umsatzkennzahlen für 2025 auszuweisen. Die Betriebsausgaben der Sedo GmbH sind in der OpEx-Kennzahl für 2025 vollständig enthalten. Der OpEx-Nenner der EU-Taxonomie basiert auf einer eigenständigen Definition gemäß DelVO 2021/2178 und ist nicht unmittelbar aus der IFRS-Gewinn- und Verlustrechnung abgeleitet. Die Investitionsausgaben der Sedo GmbH sind für den Zeitraum vom 1. Januar 2025 bis zum 30. September 2025 in den CapEx-Kennzahlen berücksichtigt.
| | Umsatz | Investitionsausgaben | Betriebsausgaben |
| | in Mio. € | in % | in Mio. € | in % | in Mio. € | in % |
| Gesamt | 6.119,9 | 100,0 | 1.119,0 | 100,0 | 112,7 | 100,0 |
| davon nicht taxonomiefähig | 4.648,8 | 76,0 | 850,2 | 76,0 | 88,8 | 78,8 |
| davon taxonomiefähig | 1.471,1 | 24,0 | 268,8 | 24,0 | 23,9 | 21,2 |
CE (1) | 1.2 Herstellung von Elektro- und Elektronikgeräten | 0,0 | 0,0 | 160,2 | 14,3 | 1,7 | 1,5 |
CE | 5.4 Verkauf von Gebrauchtwaren | 24,9 | 0,4 | 0,0 | 0,0 | 0,1 | 0,1 |
CCM (2) | 6.5 Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen | 0,0 | 0,0 | 5,4 | 0,5 | 1,3 | 1,2 |
CCM | 7.3 Installation, Wartung und Reparatur von energieeffizienten Geräten | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,7 | 0,6 |
CCM | 7.7 Erwerb von und Eigentum an Gebäuden | 0,0 | 0,0 | 32,5 | 2,9 | 0,0 | 0,0 |
CCM | 8.1 Datenverarbeitung, Hosting und damit verbundene Tätigkeiten | 1.446,2 | 23,6 | 70,7 | 6,3 | 20,0 | 17,8 |
| davon taxonomiekonform | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| | | | | | | |
(1) CE = Circular Economy
(2) CCM = Climate Change Mitigation
Die Kennzahlen gemäß EU-Taxonomie sind im Anhang abgebildet. United Internet ist von keiner Wirtschaftstätigkeit in Zusammenhang mit der Energieerzeugung aus fossilem Gas oder Kernenergie betroffen. Daher wird auf den Ausweis der Meldebögen zwei bis fünf nach dieser Verordnung verzichtet.
Klimawandel
Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen
United Internet hat ihm Rahmen der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse eine wesentliche Auswirkung für den Klimawandel identifiziert:
IRO-Kategorie | Beschreibung des wesentlichen IRO | Wertschöpfungskette |
Energiebedarf und Treibhausgasemissionen durch das Geschäftsmodell von United Internet |
Tatsächliche und potenzielle negative Auswirkung auf die Umwelt | Die Bereitstellung der Internet- und Telekommunikationsdienstleistungen verbraucht Energie und verursacht Treibhausgasemissionen, die den Klimawandel negativ beeinflussen. In der vorgelagerten Lieferkette betrifft dies insbesondere den Ausbau der eigenen Rechenzentren und Netzinfrastruktur sowie eingekaufte Güter und Dienstleistungen einschließlich der damit verbundenen Transportemissionen. Im eigenen Betrieb entstehen Emissionen sowohl durch den Energieverbrauch der unternehmenseigenen Rechenzentren und Mobilfunknetze als auch durch die Bürogebäude und die Mobilität der Mitarbeitenden (Pendelfahrten, Dienstreisen), auch können durch Leckagen Kältemittel in Rechenzentren oder Büros austreten. Der Energiebedarf steigt insgesamt, da die Datenlast und der Bedarf an Telekommunikationsdienstleistungen weiter zunehmen. Nachgelagert entstehen Emissionen durch Endgeräte, mit denen Nutzende auf die Services von United Internet zugreifen. | Vorgelagert, im eigenen Betrieb, nachgelagert |
Der Energiebedarf und die Treibhausgasemissionen, die durch das Geschäftsmodell von United Internet entstehen, haben Auswirkungen auf die Strategie. Aus diesem Grund integriert United Internet Klimaschutz in die Geschäftsprozesse, als ein wichtiges Element in der operativen Steuerung. Ein Hauptfokus liegt dabei auf energieeffizientem Handeln. Bereits heute nutzt United Internet erneuerbare Energien in Rechenzentren und Büros, steigert die Effizienz der Rechenzentren durch Virtualisierung und treibt den Ausbau des 5G-Netzes mit Blick auf weitere Effizienzsteigerungen voran. Auswirkungen von Treibhausgasemissionen sowie Energiebedarf werden ebenfalls bei Geschäftsbeziehungen von United Internet relevant und mitbedacht. Momentan sind keine finanziellen Auswirkungen durch die über die Doppelte Wesentlichkeitsanalyse identifizierten Auswirkungen gegeben. Alle weiteren Angaben zur Beschreibung der wesentlichen IROs werden im Kapitel „Allgemeine Angaben“ berichtet.
Ermittlung und Bewertung der wesentlichen klimabezogenen Auswirkungen, Risiken und Chancen
Die klimabezogenen Auswirkungen, Risiken und Chancen wurden im regulären Prozess der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse identifiziert (siehe Kapitel „Allgemeine Angaben – Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen“). Zur Sammlung und Bewertung der klimabezogenen IROs wurden interne Expertinnen und Experten, vor allem die Nachhaltigkeitsmanagerinnen und Nachhaltigkeitsmanager der Segmente, sowie relevante Fachabteilungen (wie z. B. Technical Operations) konsultiert.
Im Geschäftsjahr 2024 hat United Internet eine szenariobasierte Klimarisikoanalyse sowohl für physische Risiken als auch Übergangsrisiken innerhalb des eigenen Betriebs und entlang der Wertschöpfungskette durchgeführt. Diese dient als Basis für die Aktualisierung der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse im Geschäftsjahr 2025.
Szenarioanalyse für physische Risiken durch Klimaveränderungen
Im Rahmen der Analyse physischer Risiken wurden insgesamt 27 relevante Standorte identifiziert und hinsichtlich ihrer Gefährdungsexposition untersucht. Hierzu gehören zwölf Bürostandorte, an denen insgesamt 70 % der Mitarbeitenden tätig sind. Der Fokus bei den Technikstandorten lag auf den vier Hauptrechenzentren, die zwar durch ein Redundanzkonzept abgesichert sind, bei gleichzeitigem Ausfall jedoch einen kritischen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit haben könnten. Zudem wurden die durch United Internet betriebenen Rechenzentren, ein Standort für Forschung und Entwicklung und zwei Logistikstandorte einbezogen. Aus der Analyse ausgeschlossen wurden Standorte mit einer geringen Anzahl an Mitarbeitenden sowie Standorte, für die eine ausreichende Absicherung besteht – z. B. ein Redundanzkonzept bei kleinen Rechenzentren oder die Absicherung durch National Roaming für Antennenstandorte. Die nachgelagerte Wertschöpfungskette wurde ebenfalls nicht analysiert, da z. B. die Nutzung digitaler Dienste nicht standortspezifisch ist.
Die Bewertung erfolgte mithilfe der „Location Risk Intelligence Platform“ der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft (Munich Re). Dabei wurden Daten des „Intergovernmental Panel on Climate Change“ (IPCC) verwendet. Das IPCC ist ein internationales Gremium der Vereinten Nationen, das wissenschaftliche Erkenntnisse zum Klimawandel bewertet. Für die Standorte wurden zur Ermittlung der potenziellen Klimagefahren jeweils verschiedene Zukunftsszenarien für den fortschreitenden Klimawandel angewandt. Der Fokus der Analyse lag für United Internet auf dem sogenannten „SSP5- /RCP8.5-Szenario“. Dieses Zukunftsszenario, das auch Hochkohlenstoffpfad genannt wird, geht von einem globalen Temperaturanstieg von 4,4 °C bis zum Jahr 2100 aus. Das Szenario prognostiziert hohe globale Emissionen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten und ermöglicht so eine detaillierte Bewertung und einen Stresstest für physische Klimarisiken. Die 28 von der EU-Taxonomie und der CSRD definierten klimabezogenen Gefahren wurden anhand spezifischer Indikatoren für jeden Standort projiziert und auf einer Skala von eins (sehr niedrig) bis fünf (sehr hoch) normalisiert. Für diese Analyse hat sich das Unternehmen auf drei zentrale Zeiträume konzentriert: die Gegenwart, die mittelfristige Zukunft (2030) und die langfristige Zukunft (2050).
Um die Netto-Klimarisiken aus den Klimagefahren abzuleiten, wurde definiert, dass bei einer hohen (4) oder sehr hohen (5) Gefährdungsexposition eine Gefahr besteht, unabhängig vom prognostizierten Eintrittszeitraum. Für jeden Standort wurde je Gefahr bewertet, ob prinzipiell eine Exposition besteht – also ob die Unternehmensressourcen des Standorts einer Gefahr ausgesetzt sein könnten – und wie sensitiv die Unternehmensressourcen gegenüber der jeweiligen Gefahr sind. Dabei wurden folgende Brutto-Gefahren für Büro- und Technikstandorte in Deutschland identifiziert:
○ Temperaturveränderungen
Für Standorte im Ausland wurden zu den bereits genannten Gefahren noch weitere Bruttorisiken identifiziert:
Diese Gefahren wurden folgend genauer untersucht. Im Falle bereits genügender, bestehender Anpassungsmöglichkeiten und Vorkehrungsmaßnahmen erfolgte keine weitere Bewertung der Klimagefahr, da kein Netto-Klimarisiko identifiziert wurde.
United Internet hat bereits umfassende Vorkehrungsmaßnahmen getroffen. So ermöglicht die Nutzung der internen Cover-Day-Regelung die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs bei klimabedingten Beeinträchtigungen wie Frost, Bodensenkungen oder Wasserknappheit. Die Cover-Day-Regelung ermöglicht Mitarbeitenden, bis zu zwei Tage pro Woche mobil zu arbeiten. Dadurch kann der Geschäftsbetrieb auch außerhalb des Bürostandorts aufrechterhalten werden. Da sämtliche Bürostandorte angemietet sind, obliegen sowohl die bauliche Instandhaltung als auch finanzielle Risiken aufgrund von klimabedingten Gebäudeschäden in erster Linie den jeweiligen Vermietungsgesellschaften. Die Standorte sind mit Heiz- und Klimatisierungssystemen ausgestattet, wodurch potenzielle Auswirkungen von Hitzeereignissen und Temperaturveränderungen auf die Mitarbeitenden wirksam begrenzt werden.
Auch Auslandsstandorte greifen auf solche Maßnahmen zurück. Der Standort Lenexa wurde bspw. besonders flach, massiv und inkl. eines Schutzbereichs errichtet, um so die Auswirkungen extremer Wetterereignisse wie Tornados zu minimieren.
Aufgrund der umfassenden Vorkehrungsmaßnahmen wurden für United Internet im Rahmen der Klimarisikoanalyse keine Netto-Klimarisiken identifiziert.
Szenarioanalyse für transitorische Risiken durch Maßnahmen zum Klimaschutz
Im Hinblick auf die Übergangsrisiken und -chancen wurde eine Analyse basierend auf einem Szenario durchgeführt, das eine erfolgreiche Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 °C annimmt. Dieses Szenario berücksichtigt Faktoren wie regulatorische Entwicklungen, wirtschaftliche Trends, technologische Fortschritte sowie ein verändertes Verbraucherverhalten. Es ist als Stresstest für transitorische Risiken geeignet. Wo verfügbar und erforderlich, wurden Daten aus 1,5°-bzw. Netto-Null-Szenarien von Quellen wie der International Energy Agency (IEA) und dem „Network for Greening the Financial System“ (NGFS) verwendet. Zur Identifikation von Übergangsrisiken und -chancen wurde eine umfassende Liste erstellt, die auf Industriestandards, Best Practices und Recherche basiert und an das spezifische Geschäftsmodell von United Internet angepasst wurde. Die Risiken wurden in vier Hauptkategorien unterteilt: Politik & Recht, Technologie, Markt und Reputation.
Nach der Identifikation der Risiken und Chancen wurden die Exposition und die Sensitivität des Unternehmens gegenüber diesen Bruttorisiken und -chancen durch Corporate Sustainability und die Nachhaltigkeitsmanagerinnen und Nachhaltigkeitsmanager der Segmente bewertet. Dabei wurde die Exposition der Risiken auf einer fünfstufigen Skala (von „keine Exposition“ bis „sehr hohe Exposition“) eingestuft. Das Ausmaß der Exposition wurde danach bewertet, wie sehr United Internet von dem Risiko oder der Chance betroffen ist – gemessen an der Wertschöpfung des gesamten Unternehmens. Dies wurde z. B. danach beurteilt, wie viele Segmente des Unternehmens dem Risiko ausgesetzt sind. Neben der Exposition wurde auch die Sensitivität gegenüber dem Risiko oder der Chance bewertet. Hierbei wurde beurteilt, wie stark die potenziellen Auswirkungen beim Eintritt des Risikos bzw. der Chance auf das Unternehmen wären. Wenn möglich, wurden hierfür bereits Prognosen für die finanziellen Auswirkungen (gemessen am EBIT) herangezogen, um eine fundiertere Schätzung der Sensitivität angeben zu können. Die Bewertung der Übergangsrisiken und -chancen erfolgte in der zeitlichen Perspektive im Einklang mit der Wesentlichkeitsbewertung: weniger als zwei Jahre (kurzfristig), zwei bis fünf Jahre (mittelfristig) und mehr als fünf Jahre (langfristig).
Wenn die Beurteilungen bei den Faktoren Exposition oder Sensitivität einen Schwellenwert überschritten, wurde das Risiko bzw. die Chance als wesentliches Bruttorisiko bzw. wesentliche Bruttochance eingestuft. Die Ergebnisse fließen künftig in die strategische Planung des Unternehmens ein, um robuste Maßnahmen zur Risikominimierung und Nutzung von Chancen durch den Klimawandel zu entwickeln.
Im Rahmen der Finanzberichterstattung von United Internet wurden bisher standortbezogene, kritische klimabezogene Annahmen behandelt, zu denen Naturkatastrophen und physische Klimarisiken zählen. Diese sind in Teilen mit denen der physischen Klimarisikoanalyse kompatibel. Die Klimarisikoanalyse trifft im Rahmen des SSP5- / RCP8.5-Szenarios zwar extremere Annahmen, weicht in den Ergebnissen jedoch nur marginal ab. Transitorische Risiken, die sich aufgrund von Maßnahmen zum Klimaschutz in einem 1,5°-Szenario ergeben, werden nur in der Klimarisikoanalyse der Nachhaltigkeitserklärung betrachtet, nicht aber in der Finanzberichterstattung.
Resilienzanalyse
Für die Resilienzanalyse hat United Internet wesentliche Bruttorisiken, die sich aus der Klimarisikoanalyse ergeben haben, betrachtet. Diese Risiken schließen alle wesentlichen Teile der vorgelagerten, eigenen und nachgelagerten Wertschöpfungskette mit ein. Die physische Klimarisikoanalyse der standortbezogenen Klimarisiken hat ergeben, dass die wesentlichen Standorte von United Internet aktuell keinen Netto-Klimarisiken ausgesetzt sind. Durch die Analyse der Übergangsrisiken infolge von Maßnahmen zum Klimaschutz basierend auf dem 1,5°-Szenario wurden drei wesentliche transitorische Risiken festgestellt.
Als wesentliche transitorische Risiken wurden
○ steigende Beschaffungskosten, u. a. für Hardware, infolge steigender Rohstoffpreise aufgrund von Nachhaltigkeitsregulatorik und Emissionskosten,
○ Kundenverluste durch unzureichende Nachhaltigkeitsinitiativen, durch die Nichterreichung von Klimazielen, durch umweltfreundlichere alternative Anbieter und durch Greenwashing-Vorwürfe aufgrund intransparenter Berichterstattung sowie
○ Einschränkungen in der Lieferkette infolge von Nachhaltigkeitsregulatorik
identifiziert. Diese Risiken wurden in die Doppelte Wesentlichkeitsanalyse übergeleitet.
Klimastrategie und Transitionsplan für den Klimaschutz
Der Klimatransitionsplan fasst bestehende sowie geplante Aktivitäten zusammen, definiert Reduktionsziele und bildet damit einen strategischen Rahmen für die Reduktion von Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen).
Im Geschäftsjahr 2025 hat sich United Internet intensiv mit der Entwicklung des Klimatransitionsplans befasst. In diesem Zuge wurde erfolgreich eine konzernweite Klimastrategie für die betriebsbedingten Emissionen, also Scope 1 und 2, erarbeitet. Mit dieser Strategie leistet United Internet einen Beitrag zum Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft sowie zur Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 °C. Vor diesem Hintergrund hat sich United Internet im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen sowie den Vorgaben der Verordnung (EU) 2021/1119 zur Erreichung der Netto-Null-Emissionen bis 2045 verpflichtet. Um die Erreichung der Netto-Null-Emissionen bis 2045 für Scope 1 und 2 sicherzustellen, wurden ebenfalls Zwischenziele zur Reduktion der Treibhausgasemissionen im Geschäftsbetrieb definiert. Details dazu finden sich im Kapitel „Ziele“. Der Zielpfad ist zudem mit dem deutschen nationalen Reduktionsziel harmonisiert, welches ebenfalls Netto-Null-Emissionen bis 2045 vorsieht.
Zur Erreichung der Klimaziele setzt United Internet auf den Einsatz erneuerbarer Energien, die Verwendung von emissionsärmeren alternativen Energieträgern sowie die Steigerung der Energieeffizienz im eigenen Geschäftsbetrieb. Diese Maßnahmen werden im Kapitel „Maßnahmen“ beschrieben.
Die „Locked-in Emissions“, also künftige Emissionen, die durch bereits bestehende oder geplante Anlagen und Infrastrukturen unvermeidlich sind, wurden für die wesentlichen Vermögenswerte von United Internet bislang nicht bestimmt. Gründe dafür sind die hohe Komplexität der Datenerhebung sowie fehlende geeignete Berechnungsmethoden. Ab dem Geschäftsjahr 2026 wird mit dem Schließen dieser Datenlücke begonnen, um den Stakeholderinnen und Stakeholdern künftig ein ganzheitliches Bild der eingeschlossenen Emissionen zu vermitteln sowie den Einfluss der Emissionen auf die Emissionsreduktionsziele abzuschätzen.
Für die Erreichung der gesetzten Klimaziele werden bis 2045 Investitionen in Höhe eines mittleren einstelligen Millionenbetrags erwartet. Im Geschäftsjahr 2025 fielen keine signifikanten CapEx-Beträge an, die im Zusammenhang mit Investitionen in Wirtschaftstätigkeiten in den Bereichen Kohle, Öl und Gas standen. Die Kosten für Dekarbonisierungsmaßnahmen, insbesondere für Maßnahmen mit einem Umsetzungshorizont in der ferneren Zukunft, wurden bislang nur grob abgeschätzt und werden im Zeitverlauf weiter präzisiert. Wie im Lagebericht beschrieben, bestehen derzeit keine Liquiditätsengpässe.
Die Integration von Nachhaltigkeit und Klimaschutz in die Geschäftsprozesse von United Internet ist, wie in Kapitel „Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen“ beschrieben, ein wichtiges Element der operativen Steuerung des Unternehmens. Diese Ausrichtung bietet die Grundlage für die zukünftige Ausgestaltung einer nachhaltigen und CO2-armen Geschäftstätigkeit.
Die oberste operative Verantwortlichkeit für alle Strategien und Maßnahmen zum Klimaschutz trägt der United Internet Finanzvorstand. Die Klimastrategie wurde durch den Vorstand und Aufsichtsrat offiziell verabschiedet. Weitere Informationen dazu finden sich im Kapitel „Allgemeine Angaben – Anforderungen an die Zusammensetzung des Gesamtgremiums“.
Im Geschäftsjahr 2025 wurde die Grundlage für den Klimatransitionsplan gelegt. In den kommenden Geschäftsjahren liegt der Fokus auf der Umsetzung der definierten Maßnahmen sowie auf der systematischen Erfassung und Nachverfolgung der Fortschritte. Die Aktualisierung und Quantifizierung erfolgt dabei jährlich.
Da die Emissionen entlang der Wertschöpfungskette einen wesentlichen Anteil an den Gesamtemissionen ausmachen, erarbeitet United Internet ebenfalls eine konzernweite Klimastrategie für Scope 3, einschließlich Klimazielen und Dekarbonisierungsmaßnahmen. Die Segmente weisen bereits unterschiedliche Reifegrade ihrer Scope-3-Klimastrategie auf, die im nächsten Geschäftsjahr gebündelt und konsolidiert werden. Auf dieser Basis ist vorgesehen, den übergeordneten Klimatransitionsplan im Geschäftsjahr 2026 zu finalisieren und zu veröffentlichen.
Richtlinien
Ziel der Richtlinie | Geltungsbereich | Verantwortlicher Fachbereich | Nationale und internationale Standards und Gesetzgebung |
Reiserichtlinie IRO-Bezug: Energiebedarf und Treibhausgasemissionen durch das Geschäftsmodell von United Internet |
Inlandsflugverbot für Reisen in Deutschland | Konzernweit für alle Mitarbeitenden | Vorstand Shared Services / HR / Commercial and ICS Services | |
Dienstwagenrichtlinie IRO-Bezug: Energiebedarf und Treibhausgasemissionen durch das Geschäftsmodell von United Internet |
Elektrifizierung des Fuhrparks | Für deutsche Gesellschaften, alle Mitarbeitenden mit Dienstwagen-Zugang. | Commercial Services | |
Anlage zur Einkauf-Richtlinie für die 1&1 Mobilfunk GmbH IRO-Bezug: Energiebedarf und Treibhausgasemissionen durch das Geschäftsmodell von United Internet |
Ressourcenschonung und Energieeffizienz bei der Beschaffung | Diese Anlage ergänzt die bestehende Einkauf-Richtlinie von United Internet und findet ausschließlich Anwendung für die 1&1 Mobilfunk GmbH. | Einkaufsorganisation | ISO 50001 |
Integrierte Managementsystemrichtlinie für das Segment „Business Applications“ IRO-Bezug: Energiebedarf und Treibhausgasemissionen durch das Geschäftsmodell von United Internet |
Energiemanagement: kontinuierliche Verbesserung der Energieeffizienz des Betriebs der Rechenzentren Umweltmanagement: negative Umweltauswirkungen durch den Betrieb dauerhaft minimieren bzw. vermeiden | Entwicklung und Betrieb von Rechenzentren für Internet-Produkte und -Dienstleistungen innerhalb des Segments „Business Applications“ | TechOps DC | ISO 14001 ISO 50001 |
Reiserichtlinie
Im Geschäftsjahr 2025 hat United Internet eine konzernweite Anpassung der Reiserichtlinie beschlossen. Die Richtlinie umfasst ein generelles Verbot von Inlandsflügen innerhalb Deutschlands und ist über das Buchungssystem SAP Concur umgesetzt. In der Software sind Inlandsflüge nicht buchbar, Ausnahmen können nur gebucht werden, wenn eine Begründung für eine Ausnahmeregelung besteht. In diesem Fall ist die Prüfung durch den Fachbereich „Fleet & Travel“ sowie die Freigabe durch die Vorgesetzte bzw. den Vorgesetzten und den Fachbereichsvorstand erforderlich. Mit der überarbeiteten Richtlinie sollen Treibhausgasemissionen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette reduziert werden. Die Richtlinie leistet damit einen direkten Beitrag zum Klimaschutz.
Dienstwagenrichtlinie
Auf Grundlage der Dienstwagenrichtlinie wird die Fahrzeugflotte bis 2030 schrittweise elektrifiziert. Die Umsetzung wird über den internen Dienstwagen-Konfigurator gesteuert und überwacht. Seit 2025 können ausschließlich Elektrodienstwagen bestellt werden, Ausnahmen müssen explizit begründet und genehmigt werden. Die Förderung der Elektromobilität trägt direkt zum Klimaschutz bei. Die Scope-1-Emissionen werden durch die Elektrifizierung der Fahrzeugflotte reduziert, während der Stromverbrauch und damit die Scope-2-Emissionen ansteigen. Aufgrund der höheren Effizienz von Elektrofahrzeugen werden jedoch insgesamt Emissionen eingespart. Langfristig soll die Richtlinie zusätzlich zur Emissionsreduktion in Scope 2 beitragen, da United Internet eine umfassende Nutzung erneuerbarer Energien anstrebt. Die Richtlinie gilt für alle Mitarbeitenden mit Dienstwagenzugang. Für ausländische Gesellschaften findet die Richtlinie keine Anwendung. Um eine reibungslose Umstellung von Verbrennerfahrzeugen auf Elektroautos zu unterstützen, werden Zuschüsse für die Installation einer Ladeinfrastruktur im Eigenheim bereitgestellt.
Anlage zur Einkauf-Richtlinie für die 1&1 Mobilfunk GmbH
Die 1&1 Mobilfunk GmbH des Segments „Consumer Access“ bildet gemeinsam mit ihrer Tochtergesellschaft alle Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Bau und Betrieb des eigenen 1&1 Mobilfunknetzes ab. Die 1&1 Mobilfunk GmbH betreibt ein Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001:2018. Die Richtlinie „Anlage zur Einkauf-Richtlinie für die 1&1 Mobilfunk GmbH“ ergänzt die bestehende Einkauf-Richtlinie von United Internet und findet ausschließlich für die 1&1 Mobilfunk GmbH Anwendung. Die Anlage verfolgt das Ziel, die Beschaffung von Waren und Dienstleistungen über den Zentraleinkauf von United Internet als aktiven Hebel zur Erreichung der unternehmensweiten Nachhaltigkeits- und Energieziele zu nutzen. Durch die systematische Berücksichtigung von Energieeffizienzkriterien in allen Phasen des Beschaffungsprozesses sollen künftig Ressourcen geschont und der Energieverbrauch gesenkt, transparente und nachvollziehbare Entscheidungen im Einkauf ermöglicht sowie in Lieferantenbeziehungen die Energieeffizienz verstärkt berücksichtigt werden. Die Einhaltung der ergänzenden Beschaffungsrichtlinie wird durch ihre verbindliche Integration in die Beschaffungsprozesse sichergestellt werden. Relevante energiebezogene Kriterien werden bei geeigneten Beschaffungsentscheidungen berücksichtigt werden. Die Umsetzung sowie die Dokumentation der Anwendung der Richtlinie werden durch das interne Energiemanagement begleitet.
Integrierte Managementsystemrichtlinie für das Segment „Business Applications“
Das Segment „Business Applications“ betreibt ein Energie- und Umweltmanagementsystem nach ISO 50001 und ISO 14001 für die eigenen Rechenzentren, deren Grundsätze in einer integrierten Managementsystemrichtlinie festgelegt sind.
Das übergreifende Ziel der Richtlinie im Bereich des Energiemanagements ist eine kontinuierliche Verbesserung der Energieeffizienz von Rechenzentren. Dafür werden auch Unterziele festgelegt, wie z. B. die Minimierung des wichtigen Kennwerts „Power Usage Effectiveness“ (PUE), der die Energieeffizienz anhand des Verhältnisses zwischen dem Gesamtenergieverbrauch und dem Energieverbrauch ausschließlich für die IT-Technik aufzeigt.
Ziel der Richtlinie im Bereich des Umweltmanagements ist es, negative Auswirkungen durch den Betrieb dauerhaft zu minimieren bzw. zu vermeiden. Dazu zählen bspw. die Treibhausgasemissionen, deren Minimierung anhand des Kennwerts „Carbon Usage Effectiveness“ (CUE) gemessen wird.
Durch das Energiemanagementsystem und das Umweltmanagementsystem werden jährlich Managementberichte erstellt, mit denen überwacht wird, inwieweit die Systeme die festgelegten Ziele erfüllt haben. Die Richtlinie fördert somit die Senkung der betriebseigenen Energieverbräuche und Treibhausgasemissionen, was sich positiv auf den Klimaschutz auswirkt.
Maßnahmen
Maßnahmen zur Auswirkung „Energiebedarf und Treibhausgasemissionen durch das Geschäftsmodell von United Internet“
Im Zusammenhang mit der Klimastrategie wurden verschiedene Dekarbonisierungsmaßnahmen identifiziert. Diese können nach den folgenden Dekarbonisierungshebeln unterteilt werden:
○ Nutzung erneuerbarer Energien
Die genannten Hebel zielen darauf ab, die Scope-1- und Scope-2-Emissionen zu verringern. Bei der Maßnahmenentwicklung wurde ein expliziter Bezug zu den wesentlichen Auswirkungen der Geschäftstätigkeiten von United Internet hergestellt, die im Rahmen der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse identifiziert wurden. Die Einbindung der Unternehmensführung erfolgt einheitlich und ist im Kapitel „Allgemeine Angaben – Due Diligence bei United Internet“ dokumentiert. Die CO2-Einsparpotenziale der Maßnahmen, die Ziele sowie die Bilanzierung werden in Tonnen CO2-Äquivalenten (t CO2e) ausgedrückt.
Reduktion von CO2-Emissionen durch Elektrifizierung der Fahrzeugflotte
Die Emissionen der Fahrzeugflotte stellen einen wesentlichen Anteil der Scope-1-Emissionen dar. Durch die Dienstwagenrichtlinie wird die Fahrzeugflotte bis 2030 schrittweise elektrifiziert. Zusätzlich stellt United Internet eine flächendeckende Ladeinfrastruktur an den Standorten bereit.
Das freigegebene CapEx-Budget beläuft sich hierbei auf 1,2 Mio €. Im Geschäftsjahr 2025 wurden dafür die ersten Investitionen in Höhe von 250.000 € durchgeführt. Es wird erwartet, dass diese Maßnahme mittelfristig zu einer Verringerung der THG-Emissionen in Höhe von ca. 3.000 t CO2e führt.
Reduktion von CO2-Emissionen durch Nutzung erneuerbarer Energien
United Internet setzt seit 2018 an fast allen deutschen Standorten auf Strom aus erneuerbaren Energien, um die Scope-2-Emissionen zu reduzieren. Bis Ende 2024 wurden hierfür Grünstromzertifikate von verschiedenen Anbietern genutzt. Ab 2025 wurde die Strombelieferung konzernweit weitestgehend gebündelt. Ein Großteil der Grünstromzertifikate erfolgt aus erneuerbaren Quellen auf Basis von Wasserkraft. Zur Setzung eines langfristigen Signals wurden die Lieferverträge für mindestens drei Jahre abgeschlossen, in einzelnen Segmenten auch mit unbegrenzter Laufzeit.
Zur weiteren Reduktion der Scope-2-Emissionen werden die verbleibenden Graustrombezüge für Auslandsstandorte, Co-Locations der Rechenzentren sowie die Fahrzeugflotte schrittweise auf Strom aus erneuerbaren Energien umgestellt. In diesem Zusammenhang werden Emissionsminderungen von rund 1.200 t CO2e erwartet. Die Umstellung soll bis 2030 abgeschlossen sein und ist ausschließlich mit laufenden Betriebskosten verbunden, erhebliche Investitionsausgaben fallen nicht an.
Um die Qualität des Gesamtstrombezugs weiter zu optimieren, setzt United Internet auf Strom aus eigener, regenerativer Erzeugung. Bis 2025 wurden im Segment „Business Applications“ für drei Rechenzentren Photovoltaikanlagen installiert. Zusätzlich wurde im Geschäftsjahr 2025 im Rahmen eines Pilotprojekts eine Photovoltaikanlage am Standort Montabaur installiert, welche ab 2026 in die Stromerzeugung eingebunden wird.
Reduktion von CO2-Emissionen durch Wechsel auf emissionsfreundlichere Kraftstoffe für Notstromgeneratoren für Rechenzentren und Technikstandorte
Für den Betrieb von Rechenzentren und Technikstandorten sind Notstromaggregate erforderlich, um im Falle eines Stromausfalls ein stabiles Netz und eine stabile Server-Verbindung sicherzustellen. Diese Aggregate werden derzeit mit fossilen Energieträgern betrieben. Die Umstellung auf Biokraftstoffe stellt einen wesentlichen Dekarbonisierungshebel für die Segmente „Business Applications“ und „Consumer Access“ und damit für United Internet insgesamt dar. Bis 2030 ist eine schrittweise Umstellung von Diesel oder Heizöl auf Biodiesel oder Hydrotreated Vegetable Oil (HVO) vorgesehen. Durch diese Maßnahme können die Scope-1-Emissionen um rund 800 t CO2e weiter reduziert werden.
Die Umsetzung der Maßnahme im Segment „Business Applications“ begann bereits im Geschäftsjahr 2024 mit der Umstellung eines Rechenzentrums. Im Geschäftsjahr 2025 konnten dabei erhebliche Fortschritte erzielt werden, sodass sechs der neun eigenen Rechenzentren auf den Einsatz von Biokraftstoffen umgestellt wurden. Der Wechsel von fossilen Energieträgern auf Biokraftstoffe erfolgt durch eine schrittweise Nachbefüllung der Tanks, sodass keine technischen Umbauten erforderlich sind. Infolgedessen fallen weder CapEx-Kosten noch erhebliche zusätzliche OpEx-Kosten an.
Reduktion von CO2-Emissionen durch die marktbedingte Emissionsentwicklung von Fernwärme
United Internet nutzt an rund einem Drittel der Standorte Fernwärme zur Wärmeversorgung. Vor diesem Hintergrund ist die zukünftige Entwicklung der mit Fernwärme verbundenen Emissionen für das Unternehmen von Relevanz. Da sich Deutschland das Ziel gesetzt hat, bis 2045 Netto-Null-Emissionen zu erreichen, treiben viele Fernwärmeversorger bereits die Reduktion ihrer Emissionen sowie die Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien für die Fernwärmezufuhr voran. Durch den direkten Austausch mit den jeweiligen Versorgern konnte für die Bürogebäude von United Internet eine Emissionsreduktion des Fernwärmeverbrauchs bis 2045 abgeschätzt werden. Demnach können die Scope-2-Emissionen im Zeitraum von 2023 bis 2045 um rund 1.450 t CO2e reduziert werden. Da diese Entwicklung überwiegend marktgetrieben ist, fallen weder zusätzliche Investitionsausgaben noch erhöhte Betriebskosten an. Da der erneuerbare Anteil der Fernwärme voraussichtlich bis 2045 auf 100 % steigen wird, wird diese Maßnahme dem Dekarbonisierungshebel „Nutzung erneuerbarer Energien“ zugeordnet.
Reduktion von CO2-Emissionen durch die Verbesserung von Kältemittel-Leckagen
Ein weiterer Ansatz von United Internet ist die systematische Reduktion von Kältemittel-Leckagen. Zur Identifikation dieser Leckagen wurde für die deutschen Bürostandorte ein externes Dienstleistungsunternehmen damit beauftragt, die Datenqualität der erfassten Leckagen deutlich zu verbessern. Für Technikstandorte und Rechenzentren sind zudem Umweltmanagementsysteme installiert, die der Überwachung und Reduktion von Kältemittel-Leckagen dienen. So können Emissionen in Scope 1 reduziert werden. Das erwartete Einsparpotenzial liegt bei rund 640 t CO2e, wobei es sich aufgrund der derzeit begrenzten Datenbasis um eine grobe Abschätzung handelt. Für diese Maßnahme fallen weder erhebliche Investitionsausgaben noch zusätzliche Betriebskosten an.
Ausblick: weitere angedachte Dekarbonisierungshebel
Um die Treibhausgasemissionen bis 2045 möglichst umfassend zu reduzieren, sind weitere Maßnahmen geplant, die sich derzeit noch in einer frühen Planungsphase befinden. United Internet plant u. a. den Einsatz von Wärmepumpen als Ersatz für die bisherige Wärmezufuhr durch Erdgas. Diese Maßnahme erfordert bauliche Anpassungen und muss für jeden Bürostandort individuell bewertet werden, um verlässliche Abschätzungen zu den erforderlichen Investitionskosten sowie Reduktionspotenzialen zu ermöglichen. Eine weitere geplante Maßnahme, die bauliche Eingriffe erfordert, ist der Austausch bestehender Kühlsysteme durch emissionsfreundlichere Varianten. Dadurch können an den Standorten Kältemittel mit deutlich geringerem Emissionsfaktor eingesetzt werden. Auch diese Maßnahme wird standortspezifisch bewertet, um belastbare Aussagen zu Kosten und Emissionseinsparpotenzialen treffen zu können.
Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz
Neben der Nutzung erneuerbarer Energien ist die Steigerung der Energieeffizienz ein zentraler Hebel zur Förderung der Dekarbonisierung des eigenen Geschäftsbetriebs. Energie- und Umweltmanagementsysteme dienen dabei als Instrumente, um die Energieeffizienz systematisch zu erhöhen.
United Internet hat für energieintensive Unternehmensbereiche Managementsysteme nach den ISO-Normen 50001 und 14001 implementiert, mit besonderem Fokus auf eigenen Rechenzentren. Die Anwendung dieser Systeme wird über die Richtlinie zum integrierten Managementsystem gesteuert (siehe Kapitel „Richtlinie“). Durch den Einsatz der Managementsysteme lassen sich belastbare Aussagen zur Entwicklung der Energieeffizienz ableiten, bspw. anhand der zentralen PUE-Kennzahl. Auf Grundlage dieser Kennzahl können gezielt Maßnahmen abgeleitet und priorisiert werden. Durch die implementierten Systeme sind Emissionseinsparungen im eigenen Betrieb sowie in der vorgelagerten Wertschöpfungskette zu erwarten. Exakte Potenziale können jedoch erst in den kommenden Geschäftsjahren genauer quantifiziert werden.
Ein weiterer Hebel zur Steigerung der Energieeffizienz liegt in der Optimierung der genutzten IT-Infrastruktur. Hierzu wird durch effiziente Server die Anzahl trotz wachsender Datenmengen reduziert und Umzüge in energieeffizientere Rechenzentren werden gefördert.
Nachhaltigkeitsweiterbildung mit Klimaschwerpunkt für Mitarbeitende
United Internet hat im Geschäftsjahr 2025 eine verpflichtende Nachhaltigkeitsweiterbildung mit Klimaschwerpunkt entwickelt. Das Segment „Business Applications“ verfolgt eine eigene Lernstrategie und ist daher nicht Teil dieser Maßnahme. Die Inhalte wurden in enger Zusammenarbeit mit den beteiligten Segmenten sowie einem externen Anbieter konzipiert. Ziel der Schulung ist es, alle Mitarbeitenden über den Klimawandel und dessen Folgen zu informieren, das Verständnis für die strategische Ausrichtung von United Internet im Bereich Nachhaltigkeit zu stärken und aufzuzeigen, wie jede Person aktiv zum Klimaschutz beitragen kann. Im Geschäftsjahr 2025 wurden die Inhalte vollständig erarbeitet und im Rahmen eines Testpiloten erfolgreich umgesetzt. Im Geschäftsjahr 2026 soll die Nachhaltigkeitsweiterbildung für alle Beteiligten verpflichtend bereitgestellt werden. Es wird erwartet, dass die Schulung zu einem bewussteren ökologischen Verhalten beiträgt und daraus mögliche positive Auswirkungen auf die Emissionsreduktion entlang der gesamten Wertschöpfungskette sowie im eigenen Betrieb entstehen.
Ziele
Ziele zur Auswirkung „Energiebedarf und Treibhausgasemissionen durch das Geschäftsmodell von United Internet“
Die Reduktion von Treibhausgasemissionen steht im Mittelpunkt der Klimastrategie von United Internet. Mit der Festlegung wissenschaftlich fundierter Ziele verfolgt United Internet das übergeordnete Ziel, einen Beitrag zu einer CO2-ärmeren Wirtschaft zu leisten. Die Klimaziele spiegeln dabei die strategische Ausrichtung des Unternehmens wider.
Reduzierung der Scope-1- und Scope-2-Emissionen
United Internet hat im Rahmen der Klimastrategie Klimaziele für die Emissionen des eigenen Geschäftsbetriebs (Scope 1 und 2) auf Basis aktueller wissenschaftlicher und regulatorischer Rahmenbedingungen festgelegt. Die Ziele stehen im Einklang mit dem 1,5°-Ziel des Pariser Klimaabkommens sowie den Empfehlungen des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) und orientieren sich an der Methodik der Science Based Targets initiative (SBTi). Damit erfüllen sie auch die Anforderungen des Europäischen Klimagesetzes (Verordnung (EU) 2021/1119) sowie der deutschen Klimaziele.
Es liegt kein sektorspezifischer Emissionspfad vor. Die Methodik der SBTi basiert auf Klimaszenarien des Integrated Assessment Modeling Consortium (IAMC) und der Internationalen Energieagentur (IEA). Das IAMC bündelt über 400 begutachtete Emissionspfade, die im „Special Report on Global Warming of 1.5°C“ des IPCC bewertet wurden. Die IEA ergänzt diese um detaillierte sektorale Szenarien. Die SBTi leitet daraus unter Berücksichtigung von Plausibilität, Konsistenz und Verantwortung konkrete Emissionsbudgets und Emissionspfade ab. Zukünftige Entwicklungen, wie Veränderungen im Absatzvolumen, Kundenpräferenzen, regulatorische Faktoren, neue Technologien und deren CO2-Auswirkungen sowie Energiepreisentwicklungen, wurden bei der Zielsetzung berücksichtigt. Auch die konzernspezifische Wachstumsrate wurde in die Klimastrategie einbezogen, um die zukünftigen Geschäftsaktivitäten und Absatzmärkte realistisch abzubilden.
Die Reduktionsziele umfassen alle relevanten Emissionskategorien von Scope 1 und 2 und berücksichtigen für die Emissionsberechnung die folgenden Treibhausgase: Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Distickstoffoxid (N2O), Hydrofluorkohlenwasserstoffe (HFCs), Perfluorkohlenwasserstoffe (PFCs), Schwefelhexafluorid (SF6) sowie Stickstofftrifluorid (NF3). Im Basisjahr 2023 beliefen sich die konzernweiten Emissionen auf insgesamt 9.347 t CO2e, davon 6.241 t CO2e in Scope 1 und 3.106 t CO2e in Scope 2. Diese Emissionen sollen langfristig bis Ende 2045 um 90 % gegenüber dem Basisjahr reduziert werden, was einer absoluten Reduktion von 8.412 t CO2e entspricht. Auf Grundlage der derzeit geplanten Maßnahmen ergibt sich daraus eine Reduktion von rund 5.449 t CO2e in Scope 1 sowie rund 2.963 t CO2e in Scope 2. Der Fortschritt der Zielerreichung wird jährlich über die Berechnung des unternehmensweiten CO2-Fußabdrucks geprüft. Als Zwischenziel ist eine Emissionsminderung von 55 % bzw. 5.141 t CO2e der Scope-1- und Scope-2-Emissionen bis Ende 2030 vorgesehen. Für die Zielsetzung wurden die Tool-Lösungen der Science Based Targets initiative verwendet, um die Konformität mit dem 1,5°-Ziel sicherzustellen und einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Die Klimaziele wurden bereits vom Vorstand und Aufsichtsrat offiziell verabschiedet.
Für die Scope-2-Zielsetzung wurde die marktbasierte Methode angewandt. Die Ziele gelten für alle Standorte, die gemäß den definierten Systemgrenzen unter die operative Kontrolle von United Internet fallen. Die meisten Standorte befinden sich in Deutschland, mit wenigen Ausnahmen bspw. in den USA oder auf den Philippinen.
Die Treibhausgasbilanz wurde zwischen 2023 und dem Geschäftsjahr 2025 nur geringfügig angepasst. Somit kann das Basisjahr als repräsentativ angesehen und als Grundlage für die Klimastrategie genutzt werden. Die Ziele stehen im Einklang mit der Abgrenzung des Treibhausgasinventars.
Die Erreichung der Klimaziele wird durch die beschriebenen Richtlinien sichergestellt. Diese gewährleisten eine konsistente Umsetzung der Maßnahmen, die im Kapitel „Maßnahmen“ beschrieben sind.
Die Nachverfolgung der Wirksamkeit von Strategien und Maßnahmen erfolgt durch ein kontinuierliches Tracking der Emissionen. Der CO2-Fußabdruck von United Internet wird jährlich aktualisiert und mit der Klimastrategie abgeglichen, sodass die Wirksamkeit der Maßnahmen über die Zeit überprüft werden kann.
Ausblick: Reduzierung der Scope-3-Emissionen
Für die Reduzierung der Scope-3-Emissionen weisen die Segmente unterschiedliche Reifegrade auf. So haben die Segmente „Consumer Access“ und „Business Applications“ bereits eigene Scope-3-Klimastrategien erarbeitet, die in den segmentspezifischen Nachhaltigkeitserklärungen eingesehen werden können. Eine konzernweite Scope-3-Strategie liegt hingegen noch nicht vor. Trotzdem existieren bereits erste Richtlinien und Maßnahmen, die auf die Dekarbonisierung der Wertschöpfungskette abzielen (siehe Kapitel „Richtlinien“ und „Maßnahmen“). Weitere Maßnahmen werden im Rahmen der konzernweiten Strategie entwickelt und quantifiziert. Die finalen konzernweiten Klimaziele sowie die zugehörigen Dekarbonisierungsmaßnahmen für die Scope-3-Emissionen sollen im Geschäftsjahr 2026 finalisiert werden.
Kennzahlen
Kennzahlen zur Auswirkung „Energiebedarf und Treibhausgasemissionen durch das Geschäftsmodell von United Internet“
Energieverbrauch und Energiemix
Der angegebene Energieverbrauch fasst sämtliche in den Geschäftsaktivitäten von United Internet eingesetzten Energiemengen zusammen.
Der Gesamtverbrauch fossiler Energie umfasst den Kraftstoffverbrauch der Notstromaggregate an Technikstandorten und Rechenzentren sowie der firmeneigenen Fahrzeugflotte. Darüber hinaus umfasst er den Einsatz von Erdgas und Heizöl zur Wärmeversorgung. Der Verbrauch erneuerbarer Energien setzt sich aus eingekauftem Strom aus erneuerbaren Quellen, selbst erzeugtem Strom aus Photovoltaik-Anlagen sowie dem an Technikstandorten und Rechenzentren genutzten Biodiesel und HVO zusammen.
Die nachfolgende Tabelle fasst den Energieverbrauch nach Energiequellen für den Konzern zusammen. Der Energieverbrauch wurde ursprünglich in Kilowattstunden (kWh) und Litern (l) gemessen und zur Konsolidierung in Megawattstunden (MWh) umgerechnet.
Energieverbrauch und Energiemix | 2025 | 2024 |
Gesamtverbrauch fossiler Energie (MWh) | 44.561 | 42.935 |
Anteil fossiler Quellen am Gesamtenergieverbrauch (in %) | 15 | 14 |
Gesamtverbrauch aus nuklearen Quellen (MWh) | 409 | 1.541 |
Anteil des Verbrauchs aus nuklearen Quellen am Gesamtenergieverbrauch (in %) | 0 | 0 |
Brennstoffverbrauch für erneuerbare Quellen, einschließlich Biomasse (auch Industrie- und Siedlungsabfälle biologischen Ursprungs, Biogas, Wasserstoff aus erneuerbaren Quellen, usw. (MWh) | 380 | 33 |
Verbrauch aus erworbener oder erhaltener Elektrizität, Wärme, Dampf und Kühlung und aus erneuerbaren Quellen (MWh) | 250.719 | 263.529 |
Verbrauch selbst erzeugter erneuerbarer Energie, bei der es sich nicht um Brennstoffe handelt (MWh) | 2.821 | 2.116 |
Gesamtverbrauch erneuerbarer Energie (MWh) | 253.920 | 265.678 |
Anteil erneuerbarer Quellen am Gesamtenergieverbrauch (in %) | 85 | 86 |
Gesamtenergieverbrauch (MWh) | 298.890 | 310.153 |
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Beim Strom- und Wärmeverbrauch der Bürostandorte von United Internet wurde auf die von den Strom- und Gaslieferanten zur Verfügung gestellten Primärdaten sowie die durch Vermieterinnen und Vermieter zur Verfügung gestellten Verbrauchsdaten zurückgegriffen. Sofern keine aktuellen Verbrauchsdaten für Büro-, Technikstandorten oder Rechenzentren vorlagen, wurden Nachweise aus den Geschäftsjahren 2024 oder 2023 herangezogen. Dies betrifft vor allem die Daten zu den Wärmeverbräuchen, jedoch auch einzelne Standorte hinsichtlich der Stromverbräuche. Bei Standorten, an denen keine zuverlässigen Verbrauchsdaten zur Verfügung standen, wurde mittels der nachgewiesenen Daten ein für United Internet spezifischer Verbrauchsfaktor berechnet. Auf Basis dieses Werts sowie der Mietfläche und der Anzahl an Mitarbeitenden am jeweiligen Standort wurde ein Verbrauchswert geschätzt. Hierbei wurde, sofern möglich, zwischen reinen Bürostandorten und Standorten mit Logistik- oder Technikflächen unterschieden.
Für die Konsolidierung des Energieverbrauchs reiner Technikstandorte wurde sowohl auf die durch Geschäftspartner und Strom- und Diesellieferanten zur Verfügung gestellten Primärdaten als auch auf Daten aus eigenen Energiemanagement- und Trackingsystemen zurückgegriffen. Diese wurden durch kosten- und energiebasierte Schätzungen ergänzt, um einen vollständigen Energieverbrauch zu berechnen.
Da United Internet zum Zeitpunkt der Erstellung der Erklärung nicht für alle Büro- bzw. Technikstandorte und nicht für die gesamte Fahrzeugflotte detaillierte Informationen der Stromlieferanten zur Zusammensetzung der Energie vorlagen, wurden konventionelle Energiequellen angenommen. Der Verbrauch wurde anhand von Daten der IEA sowie der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen e. V. nach Kernenergie und fossilen Quellen aufgeschlüsselt. Die bezogene Fernwärme wird bilanziell als fossile Energiequelle gewertet.
Die Verbrauchsdaten der konzerneigenen Fahrzeugflotte basieren auf der Anzahl der durch den Leasing-Vertragspartner ermittelten Tankvorgänge. Dabei wurde ein Maximalwert von 100 kWh pro Ladevorgang für ein durchschnittliches E-Fahrzeug angenommen.
In den Rechenzentren in Niederlauterbach, Lenexa und Worcester werden bereits Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung eingesetzt. Des Weiteren wurde im Geschäftsjahr 2025 am Standort Montabaur eine Photovoltaik-Anlage zur Stromerzeugung installiert, welche ab 2026 dann zur Stromerzeugung genutzt wird. Kennzahlen zur Quantifizierung der erzeugten Energie fließen in die diesjährige Erhebung des CO2-Fußabdrucks von United Internet mit ein.
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GHG Protocol (Greenhouse Gas Protocol) |
THG-Bruttoemissionen der Kategorien Scope 1, 2 und 3 sowie THG-Gesamtemissionen
Um einen Überblick über die von United Internet verursachten Emissionen zu erhalten, wird seit dem Geschäftsjahr 2023 ein konzernweiter CO2e-Fußabdruck nach dem Greenhouse Gas Protocol (GHG-Protocol) erstellt. Auf Ebene der Segmente war dies teilweise schon seit dem Geschäftsjahr 2022 der Fall.
United Internet nutzt gemäß dem GHG-Protocol den operativen Kontrollansatz. Dadurch werden alle Standorte und Gesellschaften, über welche operative Kontrolle besteht, konsolidiert in der Treibhausgasbilanz berücksichtigt. Minderheitsbeteiligungen an Gesellschaften ohne operative Kontrolle werden anteilig in Scope-Kategorie 3.15 berücksichtigt, was bei dem Segment „Business Applications“ und bei Corporate relevant ist.
Zur Identifikation der wesentlichen relevanten und nicht relevanten Scope-3-Kategorien hat jedes Segment von United Internet eine Scope-3-Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt. Die Analyse orientiert sich an den Vorgaben des GHG-Protocols. Jede Scope-3-Kategorie wurde gemäß der voraussichtlichen Emissionshöhe und Beeinflussbarkeit eingeschätzt und in eines von drei Clustern eingeordnet.
○ Im ersten Cluster befinden sich wesentliche Scope-3-Kategorien, bei denen angenommen wird, dass es sich um Emissions-Hotspots handelt. Diese Kategorien wurden detailliert berechnet.
○ Im zweiten Cluster befinden sich relevante Scope-3-Kategorien, die jedoch keine Emissions-Hotspots darstellen. Für relevante Kategorien wurden Emissionen mit geeigneten Methoden und / oder Schätzungen berechnet.
○ Im dritten Cluster sind nicht relevante Scope-3-Kategorien zusammengefasst, hier finden keine Aktivitäten statt, sodass sie weder berechnet noch geschätzt wurden.
Die Berichtsgrenzen für die Schätzung der Scope-3-Emissionen bei United Internet umfassen die in der folgenden Tabelle dargestellten Scope-3-Emissionskategorien. Hierbei werden segmentübergreifend und segmentspezifisch erhobene Kategorien unterschieden.
Scope-3-Treibhausgas-Emissionskategorien |
Segmentübergreifende Scope-3-Kategorien (wesentlich oder relevant) |
Scope 3.1 Eingekaufte Güter und Dienstleistungen |
Scope 3.2 Kapitalgüter |
Scope 3.3 Brennstoff- und energiebezogene Emissionen |
Scope 3.4 Transport und Verteilung (vorgelagert) |
Scope 3.5 Abfall |
Scope 3.6 Geschäftsreisen |
Scope 3.7 Pendeln der Mitarbeitenden |
Segmentspezifische Scope-3-Kategorien (wesentlich oder relevant) |
Segment „Consumer Access“: Scope 3.11 Nutzung der verkauften Produkte, Scope 3.12 Umgang mit verkauften Produkten am Lebenszyklusende |
Segment „Business Access“: Scope 3.8 Angemietete oder geleaste Sachanlagen, Scope 3.11 Nutzung der verkauften Produkte, Scope 3.12 Umgang mit verkauften Produkten am Lebenszyklusende |
Segment „Business Applications“: Scope 3.8 Angemietete oder geleaste Sachanlagen, Scope 3.15 Investitionen |
Segment „Consumer Applications“: Scope 3.3 Brennstoff- und energiebezogene Emissionen (Energiehandel mit Erdgas), Scope 3.11 Nutzung der verkauften Produkte |
Corporate: Scope 3.10 Verarbeitung der verkauften Produkte, Scope 3.11 Nutzung der verkauften Produkte, Scope 3.12 Umgang mit verkauften Produkten am Lebenszyklusende, Scope 3.15 Investitionen |
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Die konzernweite Treibhausgasbilanz ergibt sich aus der Summe der segmentspezifischen Treibhausgasbilanzen. Dabei werden konzerninterne Leistungen herausgerechnet, um Doppelzählungen zu vermeiden. Bspw. nehmen einige Segmente Rechenzentrumsleistungen (Scope 3.1) von unternehmensinternen Anbietern (Scope 1 und 2) in Anspruch.
Aufgrund nicht vorhandener Aktivitäten wurden die folgenden Scope-3-Kategorien als nicht relevant eingeordnet und aus der Bilanzierung ausgeschlossen:
Ausgeschlossene Scope-3-Emissionen |
3.9 Transport und Verteilung (nachgelagert). Es existieren keine Logistikprozesse, die von Kundinnen und Kunden bezahlt werden. |
3.13 Vermietete oder verleaste Sachanlagen. Es sind keine vermieteten Sachanlagen vorhanden. |
3.14 Franchises. Es existieren keine Franchises. |
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Das Segment „Consumer Applications“ hat im Geschäftsjahr 2025 den Geschäftsbereich Energiehandel und -vertrieb mit wirtschaftlichem Übergang zum 1. August veräußert. Infolgedessen verringern sich die im aktuellen CO2-Fußabdruck von United Internet ausgewiesenen Treibhausgasemissionen in den Kategorien 3.3 und 3.11. Da der Einfluss des Energiehandels auf den konzernweiten CO2-Fußabdruck deutlich unter 5 % liegt, ist keine Neuberechnung des Basisjahres vorgesehen.
United Internet hat analog zum Vorjahr die Treibhausgasemissionen gemäß dem GHG-Protocol, einschließlich der „Corporate Accounting and Reporting Standards“ und der technischen Anleitung zur Berechnung von Scope-3-Emissionen, bilanziert. Zusätzlich wurde die sektorspezifische Guidance der „Groupe Spéciale Mobile Association“ (GSMA) für Telekommunikationsbetreiber berücksichtigt.
Bei der Berechnung der Emissionen wendet United Internet die beschriebenen, anerkannten Methoden und Standards an, um eine präzise und nachvollziehbare Berichterstattung zu gewährleisten.
Um eine möglichst hohe Datenqualität bei der Berechnung der Treibhausgasemissionen sicherzustellen, wurden, sofern verfügbar, lieferantenspezifische Primärdaten in CO2e herangezogen. Diese lieferantenspezifischen Primärdaten wurden teilweise von den Lieferanten eigenständig auditiert (z. B. Logistikemissionen von DHL).
Sofern keine lieferantenspezifischen Primärdaten vorlagen, wurden die Emissionen über Mengen oder Gewichte mit Emissionsfaktoren aus Sekundärquellen berechnet. Für den Fall, dass Mengen oder Gewichte nicht verfügbar waren, hat United Internet die Emissionen über Finanzdaten bzw. Ausgaben mit ausgabenbasierten Emissionsfaktoren berechnet. Falls keine detaillierten Auswertungen über die Aktivitätsdaten verfügbar waren, wurden die Emissionen mittels Studien hochgerechnet. Um bestehende Datenlücken zu schließen, wurden für einzelne Emissionsquellen Hochrechnungen auf Basis von begründeten Annahmen vorgenommen, bspw. bei der Schätzung relevanter, jedoch nicht wesentlicher Scope-3-Kategorien, wie dem Abfallaufkommen internationaler Standorte.
Grundsätzlich ergibt sich dadurch eine hybride Berechnungsmethode. Die Berechnungen erfolgten ausgabenbasiert, mengenbasiert, distanzbasiert oder lieferantenspezifisch.
In Scope 1 und 2 betreffen die wichtigsten Annahmen den Energieverbrauch und Kältemittelverbrauch der Bürostandorte. Da nicht für alle Energieträger sämtlicher Bürostandorte Messwerte vorlagen, wurden diese Datenlücken unter der Annahme geschlossen, dass alle Standorte von United Internet vergleichbare Energieintensitäten aufweisen. In diesen Fällen wurden die Datenlücken über die Anzahl der Quadratmeter oder Mitarbeitenden pro Segment geschätzt.
In Scope 3 betreffen wesentliche Annahmen die Hochrechnung von Emissionen aus dem Einkauf, für die keine passenden Emissionsfaktoren vorhanden waren. Emissionen aus eingekauften Vorleistungen wurden bspw. mittels Studien zu Emissionsintensitäten im Netzausbau hochgerechnet. Weiterhin wurden konzernweit für die Berechnung der Emissionen aus dem Einkauf und den Kapitalgütern OpEx- bzw. CapEx-Listen verwendet. Dabei wurden Ausgaben auf Kontenebene in „relevant“ und „nicht relevant“ eingeteilt. Die Einteilung wurde teilweise auf Basis von Annahmen getroffen, stets in enger Abstimmung mit den jeweiligen Fachbereichen. Im Zweifelsfall wurde der konservativeren Annahme gefolgt, wonach ein Konto als „relevant“ eingestuft wurde. Zudem liegen United Internet aktuell nur unzureichende Informationen über die vorgelagerte Logistik vor. Deshalb nimmt United Internet an, dass Warenlieferanten im Verkaufspreis einen prozentualen Anteil für Logistikkosten einkalkulieren. Dieser Anteil wurde genutzt, um die Emissionen aus der vorgelagerten Logistik (Scope 3.4) zu berechnen.
Für Scope 3.7 (Pendeln der Mitarbeitenden) wurden Befragungen der Mitarbeitenden für einen Teil der Belegschaft von United Internet durchgeführt. Die Ergebnisse bildeten die Grundlage für die Hochrechnung der restlichen Emissionsdaten dieser Kategorie. Im Vergleich zu 2024 konnten hier 2025 höhere Umfrageteilnahmen erzielt werden, wodurch die Datenqualität nachgebessert wurde.
In den nachgelagerten Scope-3-Kategorien wurden Annahmen zur Nutzungsdauer von Geräten in Abstimmung mit den Fachbereichen getroffen. Falls keine produktbezogenen CO₂-Fußabdrücke (Product Carbon Footprints, PCFs) verfügbar waren, wurden zusätzlich Annahmen zum Stromverbrauch der Geräte zur Berechnung herangezogen.
Die Berechnung der Emissionen von Scope 3.15 (Investitionen) für Corporate wurde analog zu den Vorjahren ermittelt. Sofern verfügbar, basiert die Berechnung auf den CO2-Fußabdrücken der Beteiligungsgesellschaften, andernfalls auf den Umsatzzahlen. Für die diesjährige Berechnung konnte die Datenqualität durch die Verwendung der CO2-Fußabdrücke bei zwei Beteiligungsgesellschaften verbessert werden. Aufgrund fehlender aktueller Berichte für das Geschäftsjahr 2025 wurden Vorjahresdaten verwendet und unter Berücksichtigung der Umsatzentwicklung von den Geschäftsjahren 2023 auf 2024 hochgerechnet. Die gleiche Methodik wird für das Segment „Business Applications“ angewandt.
Für die Berechnung des CO2-Fußabdrucks wurden branchenübliche, inflationsbereinigte Emissionsfaktoren verwendet, z. B. von ecoinvent, der Datenbank für Lebenszyklusanalysen, der Association of Issuing Bodies (AIB; Organisation, die das europäische System für Herkunftsnachweise von Strom verwaltet), Ember und dem Department for Business, Energy & Industrial Strategy (DBEIS). Diese sind Sekundärquellen und bilden CO2e-Intensitäten verschiedener Sektoren ab. Sie unterliegen damit statistischen Unsicherheiten. Durchschnittswerte von Emissionsfaktoren wurden gebildet, wenn Datenlücken vorhanden waren. Diese Herangehensweise wurde bspw. bei der Abschätzung der Scope-3.4-Emissionen (vorgelagerter Transport) verwendet, für die keine Angaben zu den Transportmitteln vorhanden waren. Auch bei der Berechnung von Emissionen in Scope 3.1, 3.2, 3.11 und 3.12 wurden Durchschnittswerte über die Emissionsfaktoren verschiedener Produktgruppen gebildet, um Datenlücken in den Aktivitätsdaten oder Emissionsfaktoren zu schließen.
Eine Übersicht aller verwendeten Emissionsfaktorquellen zeigt die nachfolgende Tabelle.
Übersicht aller verwendeten Emissionsfaktorquellen | Quelle |
Scope 1 |
Energieträger (z. B. Erdgas, Diesel) | DEFRA/DESNZ (2025) |
Flüchtige Gase | Ecoinvent 3.12/DESNZ (2025) |
Scope 2 |
Strom Residualmix | AIB (2024) |
Strom location-based | Ember (2024) |
Vorkette konventioneller Strom | AIB (2024)/Ember (2025) |
Vorkette Grünstrom | Ember (2025) |
Fernwärme | DEFRA/DESNZ (2025) |
Scope 3 | |
| Lieferantenspezifische Daten (z. B. Auswertungen von DHL) oder produktbezogene CO2-Fußabdrücke (z. B. Router von CISCO) |
Mengen- und gewichtsbasierte Berechnungen | ecoinvent 3.12 |
Ausgabenbasierte Berechnungen | DBEIS (2021 inflationsbereinigt auf 2025) |
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Zusammenfassend ergeben sich für das Geschäftsjahr 2025 folgende konzernweite Treibhausgasemissionen:
THG-Emissionen in tCO2e | 2025 | 2024 | 2023 |
Scope-1-Treibhausgasemissionen | | | |
Scope-1- THG-Bruttoemissionen | 4.199 | 6.498 | 6.241 |
Scope-2-Treibhausgasemissionen | | | |
Standortbezogene Scope-2- THG-Bruttoemissionen | 65.515 | 75.798 | 64.750 |
Marktbezogene Scope-2-THG-Bruttoemissionen | 2.764 | 2.620 | 3.106 |
Signifikante Scope-3-Treibhausgasemissionen | | | |
Gesamte indirekte (Scope-3-)THG-Bruttoemissionen | 985.505 | 1.127.124 | 1.116.033 |
(1) Gekaufte Waren und Dienstleistungen | 702.141 | 723.944 (1) | 683.033 |
(2) Investitionsgüter | 120.015 | 120.668 | 169.918 |
(3) Brennstoff- und energiebezogene Aktivitäten (nicht in Scope 1 und 2 enthalten) | 3.112 | 11.368 | 13.136 |
(4) Vorgelagerter Transport und Vertrieb | 48.752 | 51.792 (2) | 38.340 |
(5) Im Betrieb anfallende Abfälle | 151 | 402 | 525 |
(6) Geschäftsreisen | 1.985 | 2.060 | 1.793 |
(7) Pendeln der Mitarbeitenden | 13.922 | 14.235 | 14.905 |
(8) Vorgelagerte geleaste Vermögenswerte | 6.882 | 10.794 | 9.062 |
(9) Nachgelagerter Transport | n. r. | n. r. | n. r. |
(10) Verarbeitung der verkauften Produkte | 11 | 0 | 20 |
(11) Verwendung der verkauften Produkte | 79.156 | 179.774 | 175.425 |
(12) End-of-Life-Behandlung von verkauften Produkten | 2.563 | 3.577 | 3.630 |
(13) Nachgelagerte geleaste Vermögenswerte | n. r. | n. r. | n. r. |
(14) Franchises | n. r. | n. r. | n. r. |
(15) Investitionen | 6.815 | 8.511 (3) | 6.246 |
THG-Emissionen insgesamt | | | |
THG-Emissionen insgesamt (standortbezogen) | 1.055.218 | 1.209.420 | 1.187.024 |
THG-Emissionen insgesamt (marktbezogen) | 992.467 | 1.136.242 | 1.125.380 |
| | | |
(1) Gekaufte Waren und Dienstleistungen (Kategorie 1): Wertänderung im Geschäftsjahr 2024 von 996.805 t CO2e auf 723.943 t CO2e.
(2) Vorgelagerter Transport und Vertrieb (Kategorie 4): Wertänderung im Geschäftsjahr 2024 von 31.550 t CO2e auf 51.792 t CO2e.
(3) Investitionen (Kategorie 15): Wertänderung im Geschäftsjahr 2024 von 15.001 t CO2e auf 8.511 t CO2e.
Die biogenen Emissionen von United Internet betragen 97 t CO2e und sind im Vergleich zu den Gesamtemissionen gering.
Zur Gewährleistung der Vergleichbarkeit der Ergebnisse über die drei Geschäftsjahre wurde, sofern möglich, in allen Kategorien eine einheitliche Methodik angewandt. Vor diesem Hintergrund wurden für den CO2-Fußabdruck 2024 entsprechende Anpassungen vorgenommen. Änderungen im Vergleich zur vorherigen Nachhaltigkeitserklärung sind entsprechend gekennzeichnet. Im Segment „Consumer Access“ wurde der CO2-Fußabdruck rückwirkend gemäß den Anforderungen des GHG Protocol angepasst, nachdem Methodikfehler identifiziert und die Emissionen in den Scope-3-Kategorien 3.1 und 3.4 entsprechend korrigiert wurden. Darüber hinaus wurden Anpassungen in Scope 3.15 für Coporate und das Segment „Business Applications“ vorgenommen, da Corporate die Methodik zur Berechnung des Basisjahres angepasst hat.
Vertragliche Instrumente in der Bilanzierung der THG-Emissionen
Vertragliche Instrumente bezeichnen Zertifikate, die es Unternehmen ermöglichen, transparent die Herkunft und Umweltauswirkungen ihrer Energiequellen bei der Berechnung der Treibhausgasbilanz nachzuvollziehen.
Für die Qualitätssicherung der Scope-2-Bilanzierung wurden Grünstromverträge der Vertragspartner und Anbieter berücksichtigt. An Standorten oder bei Anbietern, die keine entsprechenden Nachweise vorlegen konnten, wurde konventionelle Energie angenommen.
Vertragliche Instrumente für Scope-2-THG-Emissionen | 2025 | 2024 |
Anteil ge-/verkaufter Energie mit vertraglichen Instrumenten (in %) | 95,3 | 95,4 |
Anteil ungebündelter vertraglicher Instrumente (in %) | 0,0 | 0,0 |
Anteil gebündelter vertraglicher Instrumente am Gesamtstromverbrauch (in %) | 99,0 | 99,0 |
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Die Unterscheidung von gebündelten bzw. ungebündelten vertraglichen Instrumenten bezieht sich auf die Art der Beschaffung. Bei gebündelten vertraglichen Instrumenten wird Strom zusammen mit Herkunftsnachweisen bzw. Energy Attribute Certificates (EACs) eingekauft. Bei ungebündelten vertraglichen Instrumenten werden Herkunftsnachweise bzw. EACs unabhängig vom eingekauften Strom erworben.
Abbau von Treibhausgasen und Projekte zur Verringerung von Treibhausgasen, finanziert über CO2-Gutschriften
Auch beim Betrieb des Glasfasernetzes sollen der Stromverbrauch und die damit verbundenen Umweltauswirkungen reduziert werden. Wichtigste Maßnahme in diesem Zusammenhang ist die Nutzung von Ökostrom an den eigenen Technikstandorten. Soweit das Segment „Business Access“ Glasfasernetze von Dritten (City Carrier, Deutsche Telekom etc.) nutzt, steuert es den Stromeinkauf dort nicht selbst. Der Stromverbrauch ist in diesen Fällen über entsprechende Nutzungsentgelte abgegolten. An Technikstandorten, an denen das Segment keinen Einfluss auf den bezogenen Strom hat, beabsichtigt es, für das jeweilige Geschäftsjahr nach Eingang und Kontrolle der aktuellen Verbrauchsabrechnungen im Laufe des jeweiligen Folge-Geschäftsjahres einen Ausgleich der Emissionen über geprüfte Zertifikate durchzuführen.
Im Geschäftsjahr 2025 hat das Segment „Business Access“ eine Zertifikatsmenge in Höhe von 4.713 t CO2e stillgelegt. Die Menge basiert auf dem CO2-Fußabdruck 2023. Bei den Zertifikaten handelt es sich um „Verified Emission Reductions“ (VERs). Das Stilllegen von VERs bedeutet, dass diese CO₂-Zertifikate dauerhaft aus dem Handel genommen werden. Für die Kompensation wurden zu 100 % Zertifikate aus Projekten aus dem renommierten Gold Standard genutzt. Projekte können nach dem Gold Standard nur zertifiziert werden, wenn sie über den sogenannten „Marktplatz“ registriert sind. Darüber hinaus muss jedes Gold-Standard-Projekt einen messbaren Beitrag zu mindestens drei der Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen leisten. Der Gold Standard wird von einem breiten Netzwerk von Nichtregierungsorganisationen unterstützt und ist der einzige klimabezogene Standard, der den Kodex der „International Social and Environmental Accreditation and Labelling Alliance“ (ISEAL) für gute Unternehmensführung bei der Festlegung, Sicherung und Überwachung von Standards erfüllt. Das Segment „Business Access“ plant die Kompensation der durch den Energieverbrauch im Betrieb des Glasfasernetzes entstehenden Restemissionen über geprüfte Zertifikate bis auf Weiteres fortzuführen. Die Menge der in Zukunft stillzulegenden Carbon Credits außerhalb der Wertschöpfungskette des Unternehmens beruhen nicht auf bestehenden vertraglichen Vereinbarungen.
Interne CO2-Bepreisung
United Internet wendet kein internes CO2-Bepreisungssystem an, daher werden keine weiteren Angaben hierzu veröffentlicht.
Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen
Im Rahmen der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse wurden die folgenden Auswirkungen und Risiken für United Internet als wesentlich im Themenfeld Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft identifiziert.
IRO-Kategorie | Beschreibung der wesentlichen IROs | Wertschöpfungskette |
Ressourcenzuflüsse für die Informations- und Telekommunikationstechnik |
Tatsächliche negative Auswirkung auf die Umwelt | Aufgrund des Ausbaus von Mobilfunknetz und Rechenzentren steigt der Bedarf an endlichen Rohstoffen für Informations- und Telekommunikationstechnik und es findet ein erhöhter Rohstoffabbau statt. Der Abbau dieser Rohstoffe geht einher mit der Zerstörung und Verschmutzung der Umwelt. | Im eigenen Betrieb |
Ressourcenzuflüsse für verkaufte Produkte |
Tatsächliche negative Auswirkung auf die Umwelt | Der Bedarf an Rohstoffen und Ressourcen für die durch United Internet verkauften Produkte, hauptsächlich Smartphones und andere IT-Endgeräte, führt zum Abbau von Rohstoffen, was mit Umweltzerstörung und -verschmutzung einhergehen kann. Hierzu gehört auch der Abbau kritischer Rohstoffe wie seltener Erden. | Vorgelagert |
Elektroschrott im Unternehmen |
Tatsächliche negative Auswirkung auf die Umwelt | Bedingt durch das Geschäftsmodell von United Internet erfolgt regelmäßig die Beschaffung größerer Mengen an Hardware, darunter Server sowie von Mitarbeitenden genutzte IT-Endgeräte. Am Ende ihres Lebenszyklus fallen diese Geräte als Elektroschrott an. Insbesondere bei nicht fachgerechter Aufbereitung führt dies zu einer Belastung von Umwelt und Ressourcen. | Im eigenen Betrieb |
Elektroschrott auf Kundenseite |
Tatsächliche negative Auswirkung auf die Umwelt | Bedingt durch das Geschäftsmodell von United Internet entsteht Elektroschrott auf Seiten der Kundinnen und Kunden durch ausgegebene IT-Hardware wie Smartphones, Router und Zugangstechnologie. Elektroschrott ist ein Müllsegment, das weltweit stark zunimmt und die Umwelt belastet. | Nachgelagert |
Zunehmende Ressourcen- und Materialknappheit im Sektor Informations- und Telekommunikationsinfrastruktur |
Risiko | Geopolitische Konflikte, Naturkatastrophen und die zunehmende Verknappung von Rohstoffen können zu Verzögerungen oder Ausfällen in Lieferketten führen und die Kosten erhöhen, da die Konkurrenz um Rohstoffe und strategische Metalle steigt, bspw. für den materialintensiven Ausbau des Glasfasernetzes. Der Zeitverzug kann zu verzögertem Wachstum von Neukundinnen und Neukunden sowie Finanzierungsrisiken führen. Wird Hardware in Rechenzentren durch Störungen in der Lieferkette nicht ersetzt, kann es zu Umsatzausfällen durch Betriebsunterbrechungen kommen. | Vorgelagert |
Ressourcenzuflüsse
Die nachfolgenden Ausführungen stellen die wesentlichen Ressourcenzuflüsse entlang der Wertschöpfungskette dar, wie sie im Kapitel „Allgemeine Angaben – Wertschöpfungskette und Geschäftsmodell“ beschrieben sind. Dort werden auch die wesentlichen, enthaltenen kritischen Rohstoffe beschrieben.
○ Im Hardware-Einkauf und -Handel stellen Handelswaren den wesentlichen Ressourcenzufluss dar, insbesondere Smartphones, Router, Laptops und weitere IT-Endgeräte. Ergänzend werden Verbrauchsmaterialien bezogen, die für die Vermarktung und den Versand dieser Produkte eingesetzt werden.
○ Für den Betrieb und die Instandhaltung von Rechenzentren ist die Ausstattung der Rechenzentren ein wesentlicher Zufluss. Dies beinhaltet u. a. Server und Server Racks. Hinzu kommen Batteriespeicher sowie Diesel und Biokraftstoffe für den Betrieb der Netzersatzanlagen. Kältemittel sind von der Menge her zwar nicht wesentlich, allerdings für den Betrieb der Rechenzentren unverzichtbar. Es ist davon auszugehen, dass die wesentlichen Ressourcenzuflüsse auch denen der Co-Location-Rechenzentren in der vorgelagerten Wertschöpfungskette entsprechen, ggf. kommen zusätzlich Baumaterialien für den Umbau sowie den Neubau von Rechenzentren hinzu.
○ Für den Ausbau des Glasfasernetzes sind Bau- und Infrastrukturelemente wie Beton und Asphalt, elektronische Komponenten wie Glasfasermodule und Transceiver, aber auch Netzwerktechnik sowie Glasfaserkabel und Rohrleitungen wesentlich. Für die Errichtung sogenannter Technikstandorte, die als Knotenpunkte des Glasfasernetzes dienen, werden Compact-Point-of-Presence (PoP-Gebäude) erworben. Dabei handelt es sich um Container i. d. R. aus einem Stahlgerippe mit Beplankung, in denen die erforderliche technische Infrastruktur untergebracht wird. Ebenso werden Teilnehmer-Endgeräte (Customer Premises Equipment, CPE) bzw. Router, die zur Nutzung der Glasfaserleitung benötigt werden, zur Weitergabe an die Kundinnen und Kunden erworben.
○ Für den Ausbau des Mobilfunknetzes werden Antennensysteme, Transportequipment sowie eine umfangreiche Server‑Infrastruktur in zentralen- und Edge‑Rechenzentren benötigt. Werden Vorleister in Anspruch genommen, ist davon auszugehen, dass diese vergleichbare wesentliche Ressourcenzuflüsse aufweisen.
○ Als wesentlicher Zufluss wird zudem die Arbeitsplatzausstattung für die Mitarbeitenden an Bürostandorten angesehen, zu der u. a. Laptops und Tische zählen.
Abfälle
Bei United Internet fallen prinzipiell Abfälle in Rechenzentren, an Glasfaserbaustellen, im Logistikzentrum und an den Bürostandorten an. Die für United Internet relevanten Abfallströme setzen sich wie folgt zusammen:
○ In Rechenzentren fallen hauptsächlich Metallschrott und Elektro- und Elektronik-Altgeräte an; darüber hinaus entstehen Kabelabfälle, Papierabfälle sowie Restabfälle.
○ Im Rahmen der Glasfaser-Bautätigkeiten fällt Abfall an, der aufgrund vertraglicher Verpflichtungen im Verantwortungsbereich der beauftragten Baudienstleistungsunternehmen liegt und damit der vorgelagerten Wertschöpfungskette zuzuordnen ist. Die Entsorgung erfolgt durch die jeweiligen Dienstleistungsunternehmen gemäß den geltenden gesetzlichen Vorgaben.
○ Ein wesentlicher Anteil des Abfallaufkommens entfällt auf Siedlungsabfälle und Altpapier. Diese entstehen sowohl an den Bürostandorten als auch im Logistikzentrum.
○ Abfälle aus dem Rückbau bzw. Umbau von Technikstandorten oder Rechenzentren sind im Geschäftsjahr 2025 nur in geringen Mengen angefallen.
Ein erheblicher Anteil der IT-Geräte wird der IT-Wiederaufbereitung zugeführt, um eine Zweitnutzung zu ermöglichen. Per Definition handelt es sich dabei nicht um Abfall von United Internet, da die Geräte ausschließlich zur Wiederverwendung weitergegeben werden.
Richtlinien
Ziel der Richtlinie | Geltungsbereich | Verantwortlicher Fachbereich | Nationale und internationale Standards und Gesetzgebung |
Konzernrichtlinie zum Umgang mit Endgeräten IRO-Bezug: Elektroschrott im Unternehmen |
Ermöglichen einer langfristigen Nutzung, einer Wiederaufbereitung und des Recyclings unternehmensinterner Hardware | Konzernweit im eigenen Betrieb an allen Standorten von United Internet, mit Ausnahme des Segments „Business Access“ | Corporate IT | |
Geschäftspartnerkodex IRO-Bezug: Ressourcenzuflüsse für die Informations- und Telekommunikationstechnik, Ressourcenzuflüsse für verkaufte Produkte |
Forderung eines effektiven Umweltmanagementsystems für Geschäftspartner mit „signifikanten Auswirkungen auf die Umwelt“ | Konzernweit im eigenen Betrieb und für alle Geschäftspartner (vorgelagerte Wertschöpfungskette) ohne geografische Einschränkung | Corporate Compliance und Zentraleinkauf | |
Refurbishment-Prozess P3-AP2.4.3.3 IRO-Bezug: Elektroschrott auf Kundenseite |
Regelung des weiteren Vorgehens nach der Nutzungsphase von CPE | Kundinnen und Kunden des Segments „Business Access“ (nachgelagerte Wertschöpfungskette) ohne geografische Einschränkung | Business Access Logistic Solutions | |
RL 1151 Verschrottungsrichtlinie IRO-Bezug: Elektroschrott auf Kundenseite, Elektroschrott im Unternehmen |
Regelung des internen Prozesses bei Rückbau, Verkauf bzw. Verschrottung von Vermögensgegenständen | An sämtlichen Standorten des Segments „Business Access“ im eigenen Betrieb | Accounting CFO | |
RL 7111 Lieferantenmanagement IRO-Bezug: Zunehmende Ressourcen- und Materialknappheit im Sektor Informations- und Telekommunikationsinfrastruktur |
Schmälerung des Ausfallrisikos der Lieferketten | Im Einkauf des Segments „Business Access“ ohne geografische Einschränkung | CFO-Bereich | |
Aufgrund der heterogenen Geschäftsmodelle der Segmente und der daraus resultierenden unterschiedlichen Ressourcenströme erfolgt das Ressourcenmanagement bei United Internet derzeit überwiegend segmentbezogen.
Im Geschäftsjahr 2025 erfolgte erstmals eine konzernweite Datenerhebung zum Gewicht der wesentlichen Ressourcenzuflüsse sowie zum Gesamtgewicht der anfallenden Abfälle. Diese Datenerhebung dient als Grundlage, um Transparenz über die konzernweiten Ressourcenströme zu schaffen. Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse sollen im folgenden Geschäftsjahr mögliche konzernweite Ziele evaluiert und erste übergreifende Richtlinien und Steuerungsansätze im Bereich Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft entwickelt werden.
United Internet strebt durch eine möglichst effiziente Nutzung einen schonenden Umgang mit Ressourcen, die Minimierung von Abfällen sowie einen hohen Grad an Wiederverwendung und Recycling an. Die Umsetzung dieser Zielsetzung erfolgt derzeit überwiegend über segmentspezifische Richtlinien und Maßnahmen, die den jeweiligen Geschäftsmodellen und Ressourcenströmen Rechnung tragen.
Konzernrichtlinie zum Umgang mit Endgeräten
In dieser Richtlinie werden Vorgaben zum Umgang mit dienstlichen und privaten Endgeräten beschrieben. Ziel ist es, einen verantwortungsvollen und werterhaltenden Umgang mit den überlassenen Endgeräten sicherzustellen. Die Vorgaben unterstützen insbesondere die Wiederverwendbarkeit der Geräte und sind eine wesentliche Voraussetzung für einen erfolgreichen Wiederaufbereitungsprozess.
Geschäftspartnerkodex
United Internet verpflichtet seine Geschäftspartner, Lieferanten und Dienstleister im Rahmen des Verhaltenskodex für Geschäftspartner – kurz: Geschäftspartnerkodex – alle jeweils geltenden Umweltgesetze einzuhalten sowie die international anerkannten Standards des betrieblichen Umweltschutzes bestimmungsgemäß umzusetzen. Dazu gehört die Einhaltung sozialer und ökologischer Sorgfaltspflichten. Geschäftspartner mit signifikanten Auswirkungen auf die Umwelt sollten über ein effektives Umweltmanagement verfügen. Hierdurch soll ein Beitrag zum Schutz der Umwelt geleistet werden und negative Auswirkungen auf die Umwelt sollen verringert werden. Weitere Informationen zum Geschäftspartnerkodex finden sich im Kapitel „Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette“.
Wiederaufbereitungsprozess P3-AP2.4.3.3
Der Prozess P3-AP2.4.3.3 des Segments „Business Access“ beschreibt das Vorgehen nach der Rückgabe von CPE durch die Kundinnen und Kunden nach der Nutzungsphase. CPE sind alle Geräte, die sich bei den Kundinnen und Kunden befinden und für die Anbindung an das Glasfasernetz genutzt werden, z. B. Router. Der Prozess legt den Pfad und die Kriterien fest, anhand derer CPE ggf. wiederaufbereitet bzw. erneut dem Lebenszyklus zugeführt wird, mit dem Ziel der Ressourcenschonung und der Reduktion von Abfall und des Bedarfs an Neugeräten.
RL 1151 Verschrottungsrichtlinie
Die Verschrottungsrichtlinie des Segments „Business Access“ regelt den internen Prozess für Rückbau, Verkauf bzw. Verschrottung von Vermögensgegenständen. Die Richtlinie eröffnet die Möglichkeit, Vermögensgegenstände (z. B. Elektronik), die technisch und qualitativ noch nutzbar sind, zur weiteren Nutzung rückzubauen oder sie an Dritte zur Weiternutzung zu verkaufen. Sämtliche Vermögensgegenstände (z. B. Hardware, Software, Mobiliar usw.) sind dem Entscheidungsprozess gemäß der Richtlinie zu unterziehen. Ausgenommen hiervon ist technisches Material, das auf der CPE-Negativliste aufgeführt ist. Der Rückbau sowie die Weiternutzung oder der Weiterverkauf verlängern den Lebenszyklus der Vermögensgegenstände und reduzieren sowohl den Bedarf an Neuproduktion als auch das Abfallaufkommen.
RL 7111 Lieferantenmanagement
Die Richtlinie 7111 zum Lieferantenmanagement des Segments „Business Access“ regelt den Lieferantenmanagementprozess, der der Auswahl von Lieferanten, der Erfüllung von Vertragsbedingungen, Zuständigkeiten, Vereinbarungen und Zielen der Verträge mit Dienstleistungsunternehmen und Lieferanten dient. Durch den risikobasierten Ansatz des Lieferantenmanagements werden entsprechende Maßnahmen definiert, die das Ausfallrisiko der Lieferketten durch bspw. geopolitische Konflikte, Naturkatastrophen und die zunehmende Verknappung von Rohstoffen schmälern sollen.
Maßnahmen
Im Folgenden werden die Maßnahmen in Bezug auf Ressourcen und Kreislaufwirtschaft von United Internet beschrieben. Wie auch bei den Richtlinien sind aufgrund der heterogenen Geschäftsmodelle der Segmente und der daraus resultierenden unterschiedlichen Ressourcenströme die Maßnahmen überwiegend segmentbezogen. So hat das Segment „Business Applications“ als erstes Segment ein nach ISO 14001 zertifiziertes Umweltmanagementsystem implementiert, welches ein zentrales Instrument zur systematischen Steuerung von Ressourceneffizienz ist. Das Segment „Business Access“ hat ebenfalls im Geschäftsjahr 2025 die Zertifizierung für das Umweltmanagement nach ISO 14001 erlangt.
Der Schwerpunkt der Maßnahmen im Kontext von Materialeffizienz und Kreislaufwirtschaft liegt sowohl auf dem Umgang mit den Endgeräten der Kundinnen und Kunden als auch auf der unternehmensinternen IT-Hardware. Sofern nicht anders angegeben, handelt es sich bei den beschriebenen Maßnahmen um fortlaufende Maßnahmen.
Maßnahmen zu den Auswirkungen „Ressourcenzuflüsse für verkaufte Produkte“ und „Elektroschrott auf Kundenseite“
Wiederverwendung der Hardware von Kundinnen und Kunden im Segment „Consumer Access“
Das Segment „Consumer Access“ setzt das Prinzip der Kreislaufwirtschaft sowohl in internen Unternehmensprozessen als auch entlang der gesamten Wertschöpfungskette um. Dabei setzt es insbesondere auf die Reparatur, die Wiederaufbereitung, die Wiederverwendung und das Recycling verkaufter Produkte.
Seit 2019 bietet das Segment generalüberholte Geräte an. Alle zurückgesendeten Geräte in den Produktgruppen Tablets, Mobilfunkgeräte und Laptops werden detailliert vom Team „Rückwärtslogistik & Refurbishment“ geprüft und auf Wiederverwertbarkeit getestet. Geräte, die nach Durchlaufen dieses Prozesses alle relevanten Qualitätskriterien erfüllen – insbesondere hinsichtlich Funktion und Datenschutz – werden mit Zubehör vervollständigt und können auf diese Weise dem Markt mit 24 Monaten Gewährleistung wieder zur Verfügung gestellt werden. Wiederverwertbare Geräte, die nicht durch „Consumer Access“ wiederaufbereitet werden können, werden an ein externes Dienstleistungsunternehmen zur Reparatur abgegeben. Geräte, bei denen eine Wiederaufbereitung nicht möglich oder nicht wirtschaftlich ist, werden an Drittverwerter weiterverkauft.
Zudem bietet das Segment Kundinnen und Kunden einen Prozess zur Rückgabe von gebrauchten Smartphones, Tablets und Notebooks an. Im Geschäftsjahr 2025 hat „Consumer Access“ über 35.000 Altgeräte entgegengenommen und einem Wiederaufbereitungsprozess zugeführt. Informationen über die Anzahl der zurückgegebenen Altgeräte erhält das Segment durch das externe Dienstleistungsunternehmen, welches die Geräte vereinnahmt und den Eingang systemisch erfasst.
Im Falle eines Hardware-Defekts haben die Kundinnen und Kunden die Möglichkeit, ihr Defektgerät reparieren zu lassen und für die Dauer der Reparatur ein Leihgerät zu nutzen. Alternativ können die Kundinnen und Kunden im Rahmen eines Austausch-Services direkt ein Neugerät bekommen. Das Defektgerät wird an das Unternehmen oder ein zertifiziertes Reparaturdienstleistungsunternehmen zurückgeführt. Dort werden die Gerätefunktionen überprüft, eventuell vorliegende Defekte, sofern möglich, repariert und das Gerät gegebenenfalls aufbereitet. Dadurch wird die Lebenszeit der Geräte verlängert und die Entsorgung möglichst weit hinausgezögert.
Im Geschäftsjahr 2025 konnten so insgesamt 28.654 Mobilfunkgeräte, Tablets und Laptops, sowie 115.762 DSL-Router an United Internet oder ein zertifiziertes Reparaturdienstleistungsunternehmen zurückgeführt werden. Informationen über die Menge der zurückgeführten Mobilfunkgeräte, Tablets und Laptops erhält das Segment „Consumer Access“ durch das externe Dienstleistungsunternehmen, welches die Geräte vereinnahmt und deren Eingang systemisch erfasst. Angaben zur Menge der zurückgeführten DSL-Router werden durch die eigene Logistik erfasst, in der die Geräteeingänge ebenfalls systemisch dokumentiert werden.
Umgang mit Teilnehmer-Endgeräten bei „Business Access“
Im Rahmen diverser Dienstleistungen des Segments „Business Access“ werden Teilnehmer-Endgeräte vor Ort installiert oder den Geschäftskunden zur Nutzung überlassen. Diese technischen Geräte und Einrichtungen verbleiben regelmäßig im Eigentum von United Internet. Sie werden nach dem Ende der Vertragslaufzeit entweder durch das Unternehmen deinstalliert oder durch die Geschäftskunden selbstständig abgegeben bzw. zurückgesendet. Hierzu bietet United Internet den Kundinnen und Kunden kostenfreie Rücksendungen an. Bei der Rücksendung des CPE greift der Wiederaufbereitungsprozess. Geräte, deren Einsatz mit Blick auf ihren Produktlebenszyklus weiterhin möglich ist, werden nach einer Prüfung wiederaufbereitet. Sind eine Wiederaufbereitung und ein weiterer Einsatz nicht mehr sinnvoll, werden die Komponenten einem fachgerechten Entsorgungsprozess zugeführt. Dies wirkt der Entstehung von Elektroschrott auf Kundenseite entgegen.
Maßnahmen zur Auswirkung „Ressourcenzuflüsse für die Informations- und Telekommunikationstechnik“
Ab dem Geschäftsjahr 2026 soll konzernweit im Rahmen der Auswahl neuer Lieferanten systematisch geprüft werden, ob deren Geschäftstätigkeiten mit signifikanten Umweltauswirkungen verbunden sind. Sofern dies der Fall ist, soll zusätzlich erhoben werden, ob ein wirksames Umweltmanagement besteht, etwa in Form eines Umweltmanagementsystems nach DIN ISO 14001 oder eines vergleichbaren Standards. Durch die Einführung dieser Kontrolle soll sichergestellt werden, dass Lieferanten ihre negativen Umweltauswirkungen, z. B. durch Ressourcennutzung, überwachen und minimieren. United Internet plant, die Überprüfung bei allen direkten Lieferanten mit einem jährlichen Einkaufsvolumen ab 1,5 Mio. € ohne geografische Einschränkungen durchzuführen.
Maßnahmen zur Auswirkung „Elektroschrott im Unternehmen“
Umgang mit der eigenen Hardware
Für alle Mitarbeitenden von United Internet, ausgenommen diejenigen des Segments „Business Access“, gilt die Richtlinie zum Umgang mit Endgeräten, die sich mit dem sorgsamen und verantwortungsbewussten Umgang der intern überlassenen Endgeräte befasst. Ziel der Richtlinie ist es, eine langfristige Nutzung, die Wiederaufbereitung und das Recycling unternehmensinterner Hardware zu ermöglichen. Für die verschiedenen Gerätegruppen sind standardmäßige Mindestnutzungsdauern festgelegt, von denen nur in Ausnahmefällen abgewichen wird. Bspw. liegt die Mindestnutzungsdauer eines Laptops bei 48 Monaten. Am Ende der Nutzungsdauer werden die Geräte an die Abteilung „Office IT“ zurückgegeben. Office IT sorgt für eine sichere und umweltfreundliche Wiederaufbereitung, sonstige Weiterverwertung oder Entsorgung.
Wiederaufbereitung und Recycling der eigenen Hardware
IT- und Mobilgeräte, wie Laptops, Smartphones und Server, werden bei United Internet möglichst lange im unternehmensinternen Kreislauf gehalten. Reparaturen werden nach Möglichkeit intern durchgeführt. Mobilfunkgeräte werden durch die firmeninterne Wiederaufbereitung erneut nutzbar gemacht, sodass Mitarbeitende bevorzugt gebrauchte Smartphones erhalten.
Nach Ende der jeweiligen Gerätenutzungsphase prüft Corporate IT, ob eine weitere interne Verwendung der Geräte möglich ist, bspw. durch Werkstudierende.
Um intern genutzte Geräte, die nicht weiterverwendet werden können, umweltgerecht zu verwerten, spendet und verkauft United Internet die ausgedienten IT-Altgeräte der deutschen Standorte an Wiederaufbereitungsspezialisten. Eines der Hauptpartnerunternehmen für die Wiederaufbereitung von Altgeräten ist die AfB gGmbH. Allein die AfB gGmbH hat im Geschäftsjahr 2025 195,5 Tonnen IT- und Mobilgeräte von United Internet erhalten, von denen 37 % wiederverwendet werden konnten. Falls eine Wiederverwendung nicht mehr möglich ist, werden die Geräte durch den Wiederaufbereitungsspezialisten dem fachgerechten Recycling zugeführt.
Die Server der Rechenzentren des Segments „Business Applications“ werden selbst zusammengebaut, was eine bessere Kontrolle über das Design und die Auswahl der Komponenten ermöglicht sowie die Wiederverwendung und den Austausch erleichtert. Durch regelmäßige Überwachung und Wartung werden Leistung und Energieeffizienz weiter optimiert und die Lebensdauer der Server verlängert.
Elektroschrott, der nicht an die Wiederaufbereitungsspezialisten übergeben wird, und sonstige Abfälle aus den Rechenzentren des Segments „Business Applications” werden im Rahmen des Umweltmanagementsystems in einem Abfallregister dokumentiert. Dadurch sind die Entsorgungsprozesse nachvollziehbar und können kontrolliert werden, was potenzielle Vorfälle mit gefährlichen Abfällen verhindert.
Rückbau und Weiternutzung von technischem Equipment im Segment „Business Access“
Im Rahmen der RL 1151 zur Verschrottung werden Vermögensgegenstände, z. B. Equipment der technischen Infrastruktur, zurückgebaut und Möglichkeiten des Weiterverkaufs oder der Weiternutzung eröffnet, wodurch die Ressourcen erneut in den Lebenszyklus gebracht werden und Abfall reduziert wird. Technisches Equipment, welches nicht weitergenutzt oder -verkauft werden kann, wird an einen zertifizierten Entsorgungsbetrieb übergeben, welcher die Möglichkeit des professionellen Recyclings bietet und die Ressourcen dem Wirtschaftskreislauf wieder zuführen und so der End-of-Life-Entsorgung der Ressourcen entgegenwirken kann. Ausnahmen für den Rückbau ergeben sich für technisches Material, das im Unternehmen nicht weiter eingesetzt werden kann und aufgrund von Alter und / oder technischer Beschaffenheit keinen Marktwert mehr erzielen kann. Etwaiges technisches Equipment wird von Technik und Logistik Solutions mittels Negativliste gelistet.
Maßnahmen zum Risiko „Zunehmende Ressourcen- und Materialknappheit im Sektor Informations- und Telekommunikationsinfrastruktur“
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Commercial off-the-shelf (COTS)-Server |
Ressourceneffiziente Netzinfrastruktur des Segments „Consumer Access“
Die vollständige Virtualisierung der Cloud-Architektur des 1&1 O-RANs ermöglicht den Einsatz von standardisierter Hardware (Commercial off-the-shelf - COTS) und beschleunigt Innovationszyklen durch effiziente, ressourcenschonende und kostengünstige Softwareupdates. Hierbei entfällt die Notwendigkeit einer aufwendigen Aktualisierung und Umrüstung der Basisstationen. Die standardisierte Hardware erleichtert die Rückführung in den Verwertungskreislauf nach Gebrauchsende. Im Aufbau des Mobilfunknetzes werden auch bereits bestehende Antennenstandorte genutzt. Dafür kooperiert das Segment „Consumer Access“ mit Funkturmunternehmen, die ihre Antennenstandorte langfristig für die Anbringung von Hochleistungsantennen zur Verfügung stellen. Damit werden wertvolle Ressourcen effizient geschont.
Maßnahmen des Segments „Business Access“
Um u. a. das Risiko innerhalb der Lieferkette, bspw. durch geopolitische Konflikte, Naturkatastrophen und die zunehmende Verknappung von Rohstoffen, zu schmälern, hat das Segment „Business Access“ verschiedene Maßnahmen etabliert, wie z. B. den Aufbau von Lagerhaltung und den Abschluss langfristiger Verträge. Hardware und Beistellmaterialien für den Glasfaserausbau sind lagerfähig und werden entsprechend langfristig im Voraus geplant und beschafft. Begünstigend ist, dass z. B. für Hardware im Rechenzentrum sowie Glasfaserkabel und Leerrohre keine Herstellerabhängigkeit besteht. Für diese Güter wird eine Mehrlieferanten-Strategie verfolgt, um die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten zu reduzieren.
Um die Lieferketten weiter zu diversifizieren und Risiken von Lieferausfällen oder längeren Lieferzeiten zu minimieren, wurden Lieferanten substituiert oder Vergabemengen auf mehrere Partner verteilt.
Das Segment „Business Access“ setzt verstärkt auf deutsche oder europäische Hersteller, wie bspw. beim Einkauf von Glasfaserkabeln und den zur Installation benötigten Leerrohren, die neben dem Einkauf bei mehreren deutschen und europäischen Herstellern fast ausnahmslos in Europa produziert werden.
Zur frühzeitigen Erkennung von Risiken im Lieferprozess überprüft und informiert das Lieferantenmanagement termingerecht über Änderungen und dokumentiert sowie pflegt Informationen über eingesetzte Lieferanten. Änderungen werden entsprechend an die jeweiligen Business Owner, welche die Leistung nutzen, kommuniziert.
Maßnahmen des Segments „Business Applications“
Das Segment „Business Applications“ nutzt einen Lieferanten‑Lebenszyklusprozess, um die Kritikalität der Lieferanten im Hinblick auf die Rechenzentren zu prüfen. In diesem Prozess wird zunächst die Relevanz der Verfügbarkeit der Leistungen der Lieferanten bewertet. Wird ein Lieferant als kritisch eingestuft, können die Ergebnisse des Bewertungsprozesses zu weiterführenden Analysen sowie Auditierungen bis hin zur Festlegung eines minimalen Reifegrades für den Lieferanten führen. Der Prozess überprüft und sichert damit die Leistungserbringung der Lieferanten basierend auf individuellen Bewertungen ab.
Zusätzlichen Schutz vor Lieferschwierigkeiten bietet die Nutzung flexibler Architektur und modularer Server-Designs der Rechenzentren des Segments „Business Applications“. Dadurch kann Hardware von unterschiedlichen Herstellern genutzt werden, was Abhängigkeiten verringert. In einzelnen Bereichen, in denen bestimmte Lieferanten äußerst dominant sind, werden alternative Lieferanten eruiert, um Abhängigkeiten auszuschließen bzw. so weit wie möglich zu minimieren. Durch die langfristige Planung von Hardware-Einkäufen und einen eigenen Logistikstandort mit Lagermöglichkeiten werden negative Auswirkungen von Störungen der Lieferkette weiter minimiert.
Ziele
Zum Berichtszeitpunkt hat United Internet keine konzernweiten Ziele im Bereich Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft festgelegt. Aufgrund der heterogenen Geschäftsmodelle der Segmente und der damit verbundenen unterschiedlichen Ressourcenzuflüsse und -abflüsse erfolgt das Ressourcenmanagement derzeit überwiegend segmentbezogen.
Im Geschäftsjahr 2025 wurde erstmals eine konzernweite, konsolidierte Datenerhebung zum Gewicht wesentlicher Ressourcenzuflüsse sowie zum Gesamtgewicht der Abfälle durchgeführt. Auf dieser Datengrundlage wird United Internet im folgenden Geschäftsjahr die Einführung geeigneter konzernweiter, messbarer Zielsetzungen prüfen.
Unabhängig von der fehlenden konzernweiten Zieldefinition verfolgt United Internet die Wirksamkeit bestehender Richtlinien und Maßnahmen zur Ressourcennutzung und Abfallvermeidung. Die Nachverfolgung erfolgt derzeit dezentral auf Segmentebene, insbesondere durch die Dokumentation von Wiederverwendungs-, Wiederaufbereitungs- und Recyclingprozessen.
Kennzahlen
Kennzahlen zu den Auswirkungen „Ressourcenzuflüsse für die Informations- und Telekommunikationstechnik“ und „Ressourcenzuflüsse für verkaufte Produkte“
Für die wesentlichen Ressourcenzuflüsse ergibt sich ein Gesamtgewicht der im Berichtszeitraum verwendeten Produkte sowie technischer und biologischer Materialien von 6.866 Tonnen. Das Gesamtgewicht umfasst alle wesentlichen Ressourcenzuflüsse, die für die Erbringung der Service-Leistungen von United Internet im Geschäftsjahr 2025 verwendet wurden. Handelswaren werden bei der Quantifizierung des Gesamtgewichts der Ressourcenzuflüsse nicht berücksichtigt.
Wenn möglich, wurden bei der Erfassung der Mengen der Ressourcenzuflüsse die bereits im Kapitel „Klimawandel – Kennzahlen“ verwendeten Datenquellen verwendet, insbesondere Einkaufsdaten. Den Einkaufsdaten wurden die Stückzahlen für erworbene IT-Hardware und Büromöbel entnommen. Das Gewicht ergab sich jeweils durch eine Multiplikation mit dem durchschnittlichen Gewicht je Warengruppe. Als Hauptquelle für die Ermittlung der Durchschnittsgewichte wurde ecoinvent genutzt, das auch als Quelle für Emissionsfaktoren dient. Auf Basis der Stückzahlen wurden die Warengewichte, die 80 % des Einkaufsvolumens ausmachen, berechnet. Die verbleibenden 20 % wurden hochgerechnet.
Für die Ermittlung der für den Bau von Glasfaserleitungen benötigten Ressourcen wurde die Gesamtlänge der verlegten Leitungen mit einem durchschnittlichen Gewicht je Längeneinheit multipliziert. Im Rahmen des Glasfaserausbaus werden zudem sogenannte Compact-PoP-Gebäude eingesetzt, die als dezentrale Netzknoten dienen. Die entsprechenden Ressourcenzuflüsse wurden auf Basis der Anzahl der aufgestellten Compact-PoP-Gebäude multipliziert mit dem jeweiligen Gewicht je Compact-PoP-Gebäude berechnet.
Für den Bau der neuen Antennenanlagen werden Stahl und Beton als zentrale Materialzuflüsse benötigt. Die dafür erforderlichen Mengen wurden von den jeweiligen Baupartnern bereitgestellt. Zur Ermittlung des Gesamtbedarfs an Ressourcen wurden die von den Baupartnern gemeldeten Einzelmengen anschließend konsolidiert und summiert.
Das Gewicht des wiederaufbereiteten (refurbishten) Anteils der Ressourcenzuflüsse wurde auf Geräteebene bewertet. Da United Internet nur Neuwaren einkauft und die Kreislaufwirtschaft primär durch die Wiederaufbereitung der Altgeräte fördert, wurde dieser Anteil mit 0 % angesetzt. Dementsprechend beträgt das Gesamtgewicht wiederverwendeter oder recycelter sekundärer Komponenten, Zwischenprodukte oder Materialien, die zur Herstellung der Produkte und Dienstleistungen eingesetzt werden, 0 Tonnen.
Kennzahlen zu den Auswirkungen „Elektroschrott im Unternehmen“ und „Elektroschrott auf Kundenseite“
In folgender Tabelle wird das Gesamtabfallaufkommen des eigenen Geschäftsbereichs der United Internet im Geschäftsjahr 2025 dargestellt:
| Gesamtmenge in t | Davon gefährlicher Abfall in t | Davon nicht gefährlicher Abfall in t |
Abfallmenge insgesamt | 1.363,5 | 17,9 | 1.345,6 |
Vom Entsorgungsweg abgezweigter Abfall (Verwertung) | 987,1 | 17,9 | 969,2 |
Vorbereitung zur Wiederverwendung | 6,4 | 2,5 | 3,9 |
Recycling | 953,2 | 15,4 | 937,8 |
Sonstige Verwertungsverfahren | 27,5 | 0,0 | 27,5 |
Zur Entsorgung bestimmter Abfall | 376,4 | 0,0 | 376,4 |
Verbrennung | 370,7 | 0,0 | 370,7 |
Deponierung | 5,7 | 0,0 | 5,7 |
Sonstige Entsorgungsverfahren | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Nicht recycelter Abfall | 410,3 | 2,5 | 407,8 |
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Abfälle aus Rechenzentren, dem Logistikzentrum und Technikstandorten wurden überwiegend auf Basis der bestehenden Rahmenverträge mit Entsorgungsdienstleistungsunternehmen geschätzt. Teilweise stellten die Entsorgungsdienstleistungsunternehmen auch konkrete Gewichtsangaben zur Verfügung.
Das Segment „Business Access“ ermittelt die Abfallmengen u. a. für Batteriespeicher, Kabelreste, Racks und Gehäuse, Router, Server-Hardware und weiteres IT-Equipment auf Basis der Daten des ökologischen Fußabdrucks.
Die Abfallmengen an den Bürostandorten wurden auf Grundlage der vorliegenden Daten des Standorts Montabaur auf die übrigen Bürostandorte hochgerechnet, wobei die Anzahl an Mitarbeitenden als Extrapolationsbasis diente. Zu den Abfällen zählen Restabfälle, Kantinenabfälle und Altpapier.
Sofern zum Zeitpunkt der Berichterstattung keine Angaben der Entsorgungsdienstleistungsunternehmen zu Entsorgungsarten vorlagen, wurden diese auf Basis geeigneter öffentlicher Quellen, wie etwa der Webseite des Bundesumweltministeriums, geschätzt. Demnach wurde Restabfall der Müllverbrennung zugeordnet.
Radioaktiver Abfall ist im Geschäftsjahr 2025 nicht angefallen.
4.3 Soziale Informationen
Im Gefüge von Kundinnen und Kunden, Mitarbeitenden und Lieferanten trägt United Internet als Arbeitgeber, Geschäftspartner sowie Anbieter von Netzinfrastrukturen und Internetdiensten eine erhebliche soziale Verantwortung. Diese reicht vom Schutz sensibler Daten über faire, sichere und inklusive Arbeitsbedingungen bis zur Achtung von Menschenrechten entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Der wirtschaftliche Erfolg des Unternehmens basiert zum großen Teil auf dem Engagement und den Qualifikationen der Mitarbeitenden, die die Zukunftsfähigkeit von United Internet sichern. Angesichts vielfältiger wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Veränderungen gewinnen soziale Sicherheit, Stabilität und Zufriedenheit an Bedeutung. Entsprechend lag der Fokus im Geschäftsjahr 2025 auf der Stärkung von Diversität, Inklusion und Chancengleichheit, der Förderung interner Entwicklungswege sowie der Weiterentwicklung der Arbeitgeberattraktivität (siehe Kapitel „Arbeitskräfte von United Internet“).
Auch entlang der Wertschöpfungskette nimmt United Internet die soziale Verantwortung ernst und engagiert sich durch Maßnahmen und Sorgfaltsprozesse für faire und respektvolle Arbeitsbedingungen. Partnerschaftliche Geschäftsbeziehungen bilden dabei eine wichtige Grundlage für resiliente Lieferketten (siehe Kapitel „Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette“).
Die digitalen Services von United Internet beeinflussen, wie Menschen Informationen nutzen und weitergeben. Durch die Inhalte von GMX und WEB.DE trägt das Unternehmen zu einer sachlichen Informationsvermittlung und fundierten Meinungsbildung bei. Gleichzeitig ist United Internet für Datenschutz, Cybersecurity, den ethischen Einsatz von KI und den zuverlässigen Betrieb technischer Systeme verantwortlich – zentrale Elemente für das Vertrauen der Endnutzenden. Die zugehörigen Richtlinien und Maßnahmen sind im Kapitel „Verbraucherinnen und Verbraucher, Endnutzende“ beschrieben.
Einführung in den Bereich Soziales
Stakeholder-Gruppen
Im Rahmen des sozialen Nachhaltigkeitsverständnisses des Unternehmens trägt United Internet Verantwortung gegenüber mehreren zentralen Stakeholder-Gruppen. Dabei strebt United Internet faire, sichere und vertrauenswürdige Arbeits- und Geschäftsbeziehungen entlang der unmittelbaren Wertschöpfungskette an. Die folgenden Stakeholder-Gruppen stehen dabei im Mittelpunkt des Handelns:
○ Eigene Mitarbeitende: Zu diesen zählen alle direkt bei United Internet beschäftigten Personen. Im Fokus stehen faire Arbeitsbedingungen, Chancengleichheit, Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz sowie Möglichkeiten zur persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung.
○ Fremdarbeitskräfte: Hierzu zählen externe Mitarbeitende, die über Dienstleistungs-, Werk- oder Leiharbeitsverhältnisse für United Internet tätig sind. Der Anspruch ist es, für diese Personengruppe sozialverträgliche, sichere und respektvolle Arbeitsbedingungen sicherzustellen.
○ Geschäftspartner und Arbeitskräfte in der unmittelbaren Wertschöpfungskette: Diese umfassen Lieferanten, Dienstleistungsunternehmen und weitere Partner entlang der Wertschöpfungskette. United Internet setzt auf transparente, verantwortungsbewusste und langfristige Geschäftsbeziehungen sowie die Einhaltung von Standards hinsichtlich Integrität, Compliance und Nachhaltigkeit. Diese werden z. B. im Geschäftspartnerkodex im Kapitel „Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette“ beschrieben.
○ Kundinnen und Kunden: Das Unternehmen stellt für die Kundinnen und Kunden sichere, zuverlässige und datenschutzkonforme Produkte und Services bereit und fördert einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Technologien.
Hinweismanagementsystem
United Internet hat ein Hinweismanagementsystem (kurz: Hinweismanagement) eingerichtet, das sich an den Leitlinien der ISO 37002 orientiert und es internen sowie externen Hinweisgebenden ermöglicht, menschenrechtliche und umweltbezogene Verstöße sowie sonstiges relevantes Fehlverhalten im eigenen Geschäftsbereich und entlang der Wertschöpfungskette zu melden. Das Hinweismanagement berücksichtigt die Bestimmungen der EU-Direktive zum Hinweisgeberschutz, die entsprechenden nationalen Umsetzungsgesetze sowie das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Es ist für alle o. g. Stakeholder-Gruppen anwendbar.
Das System erfüllt zwei wichtige Funktionen. Zum einen dient es als Frühwarnsystem, über das u. a. menschenrechtliche Risiken frühzeitig erkannt werden, zum anderen bietet es Zugang zu angemessener Abhilfe.
Kernelemente des Hinweismanagements sind vertrauliche Meldekanäle für die Entgegennahme von Hinweisen, klare Prozesse zur Bewertung und zum Umgang mit Hinweisen, der Schutz von hinweisgebenden Personen und die Sicherstellung der Vertraulichkeit der hinweisbearbeitenden Personen sowie Maßnahmen zur Überprüfung der Wirksamkeit des Hinweismanagements. Die hier genannten Aspekte werden im Folgenden erläutert. Der Umgang mit Hinweisen wird zudem im Kapitel „Governance-Informationen – Richtlinien“ näher beschrieben.
United Internet hat vertrauliche Meldewege eingerichtet, über die Bedenken geäußert werden können. Hierzu zählen elektronische Meldewege sowie ergänzend persönliche Anlaufstellen für Mitarbeitende:
○ Elektronisches Hinweisgebersystem „Integrity Line“: Das Hinweisgebersystem ermöglicht anonyme Meldungen von internen und externen Stakeholderinnen und Stakeholdern. Es ist durchgehend 24 Stunden täglich an sieben Tagen in der Woche in verschiedenen Sprachen sowohl intern über das Intranet als auch extern über die Unternehmenswebseiten erreichbar. Über die Fußzeilen auf den Unternehmensseiten gelangen hinweisgebende Personen mit nur einem Klick zum öffentlich zugänglichen Hinweisgebersystem. Mit dieser „1-Klick-Lösung“ macht United Internet das Hinweisgebersystem leicht und einfach zugänglich. Um Zugang zum eigenen, sicheren Postfach zu erhalten, benötigt die hinweisgebende Person die Fallnummer und ihr Fallpasswort. Die Kommunikation zwischen der hinweisgebenden Person und der Meldestelle erfolgt ausschließlich über das sichere individuelle Postfach. Die dedizierte Meldekachel für das Melden von Fehlverhalten in der Lieferkette ermöglicht weiterhin eine anlassbezogene Einbeziehung der Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette.
○ Vertrauliche Ansprechpersonen für eigene Mitarbeitende: Ein zentraler Bestandteil des Beschwerdeverfahrens ist der persönliche Dialog mit betroffenen Mitarbeitenden. Dieser inklusive Prozess der Einbindung ermöglicht es dem Unternehmen, Abhilfemaßnahmen zu entwickeln, die die Bedürfnisse und Erwartungen der Betroffenen reflektieren. Konflikte versucht United Internet durch Mediation und Verhandlungen zu lösen, um nachhaltige und einvernehmliche Lösungen zu erreichen. Compliance-Managerinnen und Compliance-Manager sowie die United Internet Vertrauenspersonen bieten Mitarbeitenden die Möglichkeit, ihre Anliegen oder Bedenken außerhalb ihres direkten Arbeitsumfelds auf persönlichem Wege im vertraulichen Dialog zu äußern. Die United Internet Vertrauenspersonen bieten insbesondere bei professionellen und privaten Herausforderungen Unterstützung.
Die Konzernrichtlinie zum Schutz von hinweisgebenden Personen sowie zum Einsatz des elektronischen Hinweisgebersystems „Integrity Line“ (kurz: „Hinweisgeberschutz-Richtlinie“) beinhaltet klare Regelungen, die den Schutz hinweisgebender Personen sicherstellen und gilt für alle hinweisgebenden Personen entlang der gesamten Wertschöpfungskette ohne geografische Einschränkung. Sie beschreibt die Meldewege für die Abgabe vertraulicher Hinweise auf Compliance-Verstöße und Beschwerden in Bezug auf menschenrechtliche und umweltbezogene Verletzungen. So unterzeichnen alle hinweisempfangenden Personen (Compliance-Managerinnen und Compliance-Manager und Vertrauenspersonen) besondere Vertraulichkeitsvereinbarungen, die den Schutz hinweisgebender Personen gewährleisten. Die Richtlinie ist über das firmeneigene Intranet für alle Mitarbeitenden zugänglich.
United Internet stellt eigenen Mitarbeitenden zusätzlich umfangreiche Informationen rund um das Thema Hinweisgeberschutz und -management zur Verfügung. Hierzu zählen die relevanten Richtlinien, die im Intranet auf einem dedizierten Richtlinienportal zugänglich sind, ein Compliance-Wiki sowie Blog-Artikel.
Des Weiteren wird im öffentlichen „Leitfaden zur Meldung von Fehlverhalten bei United Internet“ beschrieben, für welche Art von Beschwerden oder Hinweisen das Beschwerdeverfahren genutzt werden kann, über welche Beschwerdekanäle Beschwerden oder Hinweise eingegeben werden können, wie das Beschwerdeverfahren abläuft und wie United Internet den wirksamen Schutz vor Benachteiligung aufgrund einer Beschwerde gewährleistet. Der Leitfaden ist über die Webseite der „Integrity Line“ öffentlich zugänglich und gilt für alle hinweisgebenden Personen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, inkl. der Mitarbeitenden des eigenen Betriebs, ohne geografische Einschränkung.
Die Wirksamkeit des Hinweismanagementsystems wird regelmäßig sowie anlassbezogen geprüft. Für die Überprüfung der Wirksamkeit orientiert sich United Internet an den Effektivitätskriterien der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Anpassung der Sorgfaltsprozesse ein.
Schutz der Menschenrechte und Grundsatzerklärung
United Internet bekennt sich zur „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen“ und orientiert sich an den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte (UN Guiding Principles on Business and Human Rights).
Die übergreifenden Prinzipien für die Achtung der menschenrechtlichen und umweltbezogenen Sorgfaltspflichten (kurz: Sorgfaltspflichten) sind in den Betriebsabläufen von United Internet verankert und in der veröffentlichten Grundsatzerklärung beschrieben. Diese betrifft sowohl die Mitarbeitenden und die Fremdarbeitskräfte von United Internet als auch Geschäftspartner und Arbeitskräfte in der unmittelbaren Wertschöpfungskette.
Das Unternehmen hat ein zweigliedriges System etabliert, um das menschenrechtsbezogene Risikomanagement wirksam umzusetzen: Die operative Umsetzung der Sorgfaltspflichten erfolgt in den maßgeblichen Geschäftsprozessen wie z. B. HR, Einkauf und Nachhaltigkeit. Dort stellen Menschenrechtskoordinatorinnen und Menschenrechtskoordinatoren eine effiziente Umsetzung der Sorgfaltspflichten sicher. Die Überwachung der Umsetzung obliegt den Menschenrechtsbeauftragten von United Internet.
Die Basis einer angemessenen Umsetzung der Sorgfaltspflichten ist eine umfassende Risikoanalyse. Dabei untersucht United Internet die menschenrechtlichen und umweltbezogenen Risiken, die aus der eigenen Geschäftstätigkeit entstehen. Die Ergebnisse dieser Risikoanalyse bilden die Grundlage für die Identifikation angemessener Präventions- und Abhilfemaßnahmen. Hierzu gehören z. B. zielgruppenorientierte Schulungsmaßnahmen, ein wirksames Beschwerdeverfahren mit vertraulichen Meldewegen oder geschäftspartnerspezifische Maßnahmen.
Arbeitskräfte von United Internet
Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen
Die Aktivitäten von United Internet können sowohl eigene Arbeitnehmende als auch Fremdarbeitskräfte, die im Rahmen der Geschäftstätigkeit eingesetzt werden, wesentlich betreffen. Zu den Fremdarbeitskräften zählen Selbstständige sowie durch Drittunternehmen bereitgestellte Personen. Im Rahmen der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse hat United Internet nachfolgende Auswirkungen und Risiken für Arbeitskräfte von United Internet identifiziert. Sofern nicht anders angegeben, beziehen sich diese auf beide Personengruppen.
IRO-Kategorie | Beschreibung der wesentlichen IROs | Wertschöpfungskette |
Soziale Sicherheit durch faire Arbeitsbedingungen |
Potenzielle positive Auswirkung auf die Gesellschaft | Sichere und unbefristete Arbeitsverträge mit Kündigungsschutz sowie faire, transparente Entlohnung können soziale Absicherung bieten und die gesellschaftliche Stabilität fördern. Klare Entwicklungsmöglichkeiten sowie Schulungen und Kompetenzentwicklungsprogramme für Mitarbeitende können das Gefühl der Wertschätzung fördern und die Zufriedenheit der Mitarbeitenden verbessern. | Im eigenen Betrieb |
Fachkräftemangel und Fluktuation der Mitarbeitenden durch unattraktive Arbeitsbedingungen |
Risiko | United Internet steht mit anderen Unternehmen im Wettbewerb um gute Fach- und Führungskräfte, in einigen Bereichen herrscht Fachkräftemangel. Wird nicht ausreichend in die Personalentwicklung (z. B. durch Schulungen und Kompetenzentwicklung) und attraktive, sichere Arbeitsbedingungen investiert, sinken die Arbeitgeberattraktivität und die Zufriedenheit der Mitarbeitenden. Es kommt zu höherer Fluktuation und krankheitsbedingten Ausfällen. Ebenso wird die Neu-Gewinnung von qualifizierten Fachkräften erschwert. Langfristig kann dies zum Verlust von Innovationskraft, Umsetzungsgeschwindigkeit und Wachstumspotenzialen und damit zu Kosten, Verlust von Kundinnen und Kunden und Wettbewerbsnachteilen führen. | Im eigenen Betrieb |
Fehlende Chancengleichheit und Inklusion |
Potenzielle negative Auswirkung auf die Gesellschaft | Eine inklusive Unternehmenskultur ist entscheidend, um soziale Gerechtigkeit, Chancengleichheit und das Wohlbefinden aller Mitarbeitenden zu fördern. Fehlen strukturelle, kulturelle und organisatorische Maßnahmen zur Inklusion, kann dies dazu führen, dass Mitarbeitende aus unterrepräsentierten Gruppen systematisch benachteiligt werden – etwa aufgrund von Geschlecht, Alter, ethnischer Herkunft, Sprache, körperlichen Einschränkungen, Neurodiversität oder Arbeitszeitmodellen wie Teilzeit. Dies kann sich in eingeschränktem Zugang zu Karrieremöglichkeiten, mangelnder Teilhabe an Entscheidungsprozessen und fehlender Transparenz in Informationsflüssen äußern. Folgen können psychische und finanzielle Belastungen für die Betroffenen sein. | Im eigenen Betrieb |
IRO-Kategorie | Beschreibung der wesentlichen IROs | Wertschöpfungskette |
Gesundheitliche Gefährdung am Arbeitsplatz |
Tatsächliche negative Auswirkung auf die Gesellschaft | Übermäßige Arbeitslast, mangelnde Work-Life-Balance und unzureichende Arbeitsschutzmaßnahmen können zu erhöhtem Stress, Arbeitsunfällen sowie körperlichen und psychischen Erkrankungen führen. Zudem können unangebrachtes Verhalten, körperliche Übergriffe, Mobbing und Belästigung zu ernsthaften psychischen Belastungen bis hin zur Arbeitsunfähigkeit führen. | Im eigenen Betrieb |
Datenschutzverletzungen im Umgang mit Daten von Mitarbeitenden |
Potenzielle negative Auswirkung auf die Gesellschaft | Die unbefugte Veröffentlichung von sensiblen personenbezogenen Daten der Mitarbeitenden durch menschliches Versagen oder Hacking-Angriffe kann zu Störung der Privatsphäre, Kündigung und psychischer Belastung führen. | Im eigenen Betrieb |
Datenschutzverletzungen im Umgang mit Daten von Mitarbeitenden |
Risiko | Durch unzureichende Cybersecurity, Datenschutzverstöße oder menschliches Fehlverhalten können sensible Daten der Mitarbeitenden, wie bspw. Gehalts- oder Adressdaten, an die Öffentlichkeit gelangen. Dies kann finanzielle Sanktionen nach sich ziehen und dazu führen, dass qualifizierte Mitarbeitende das Unternehmen verlassen sowie offene Stellen schwer nachbesetzt werden können. | Im eigenen Betrieb |
Richtlinien, Maßnahmen und Ziele in Bezug auf die Auswirkung und das Risiko „Datenschutzverletzungen im Umgang mit Daten von Mitarbeitenden“ werden im Kapitel „Verbraucherinnen und Verbraucher, Endnutzende“ berichtet.
Einbezug der eigenen Mitarbeitenden
United Internet legt großen Wert darauf, mehr über die Perspektiven der eigenen Mitarbeitenden zu erfahren. Dabei verfolgt das Unternehmen einen strukturierten und umfassenden Ansatz, um die Meinungen und Bedürfnisse der Mitarbeitenden systematisch zu erfassen und in die Unternehmensentscheidungen, wie die Festlegung von sozialen Nachhaltigkeitszielen, einzubeziehen. So wird die Perspektive der Mitarbeitenden in Workshops, Feedbackrunden und Befragungen der Mitarbeitenden kontinuierlich miteinbezogen. Darüber hinaus werden Mitarbeitende aktiv in die Entwicklung und Nachverfolgung von Verbesserungsmaßnahmen eingebunden. Dies erfolgt über segmentspezifisch ausgestaltete Formate, die auf die jeweiligen Anforderungen und Besonderheiten der Unternehmensbereiche zugeschnitten sind. Dazu zählen Sounding Boards, Arbeit in Fokusgruppen oder der „Meine Ideen“-Prozess. Durch diese Ansätze wird sichergestellt, dass Zielsetzungen praxisnah sind und Maßnahmen eine Wirkung entfalten.
United Internet stellt unternehmensrelevante Informationen zielgruppengerecht zur Verfügung, indem Inhalte für alle Mitarbeitenden aufbereitet werden. Das Intranet dient als zentraler Informationskanal, ergänzt durch E-Mails und ChatTools wie Microsoft Teams für die schnelle und direkte Kommunikation. Persönliche Kommunikationskanäle wie Meetings und Townhall-Veranstaltungen fördern den direkten Austausch und unternehmensweite Updates. Feedbackmöglichkeiten durch digitale Umfragen und Q&A-Sessions stärken den Dialog. Zusätzlich werden Dialogformate wie Fokusgruppen und Workshops eingesetzt, um Mitarbeitende aktiv in Entscheidungsprozesse einzubinden, ihre Identifikation mit dem Unternehmen zu fördern und die nachhaltige Unternehmensentwicklung zu unterstützen.
Um die Perspektiven von Frauen im Unternehmen gezielt zu beleuchten, hat United Internet im Geschäftsjahr 2025 ein „Gender Equity Audit“ durch eine externe Diversitäts-Beratung durchführen lassen. Mehr Details dazu finden sich im Abschnitt „Maßnahmen zur Auswirkung ‚Fehlende Chancengleichheit und Inklusion‘ - Gender Equity & Female Empowerment“.
Richtlinien
Im Folgenden werden Richtlinien vorgestellt, die dazu dienen, Risiken zu steuern, negative Auswirkungen zu vermeiden oder zu beheben und gleichzeitig positive Auswirkungen zu fördern. Die Richtlinien gelten für eigene Mitarbeitende und, sofern nicht ausdrücklich ausgeschlossen, für Fremdarbeitskräfte innerhalb der eigenen Geschäftstätigkeit.
Ziel der Richtlinie | Geltungsbereich | Verantwortlicher Fachbereich | Nationale und internationale Standards und Gesetzgebung |
IRO-Bezug: gesundheitliche Gefährdung am Arbeitsplatz, fehlende Chancengleichheit und Inklusion, soziale Sicherheit durch faire Arbeitsbedingungen, Fachkräftemangel und Fluktuation der Mitarbeitenden durch unattraktive Arbeitsbedingungen |
Einhaltung der menschenrechtlichen und umweltbezogenen Sorgfaltspflichten | Konzernweit und segmentspezifisch | Corporate Compliance | Allgemeine Erklärung der Menschenrechte Lieferkettensorgfalts-pflichtengesetz (LkSG) OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen zu verantwortungsvollem unternehmerischen Handeln |
Verhaltenskodex für Mitarbeitende IRO-Bezug: gesundheitliche Gefährdung am Arbeitsplatz, fehlende Chancengleichheit und Inklusion, soziale Sicherheit durch faire Arbeitsbedingungen, Fachkräftemangel und Fluktuation der Mitarbeitenden durch unattraktive Arbeitsbedingungen |
Etablierung von Unternehmenswerten und eines regelkonformen Umgangs mit Mitarbeitenden, Kundinnen und Kunden, Zulieferern, Wettbewerbern, Aktionärinnen und Aktionären sowie Behörden und Medien | Konzernweit | Corporate Compliance | ILO ‑ Arbeits- und Sozialstandards UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte Lieferkettensorgfalts-pflichtengesetz (LkSG) Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG) |
Diversity-Leitbild IRO-Bezug: gesundheitliche Gefährdung am Arbeitsplatz, fehlende Chancengleichheit und Inklusion, soziale Sicherheit durch faire Arbeitsbedingungen, Fachkräftemangel und Fluktuation der Mitarbeitenden durch unattraktive Arbeitsbedingungen |
Diversity Mindset, Gender Equity & Female Empowerment, Inklusion & Barrierefreiheit | Konzernweit | UI Health & Diversity | |
Richtlinie zur gendersensiblen und diskriminierungsfreien externen Kommunikation IRO-Bezug: gesundheitliche Gefährdung am Arbeitsplatz, fehlende Chancengleichheit und Inklusion, soziale Sicherheit durch faire Arbeitsbedingungen, Fachkräftemangel und Fluktuation der Mitarbeitenden durch unattraktive Arbeitsbedingungen |
Konsequenter, zeitgemäßer und konzernweit einheitlicher Gebrauch diskriminierungsfreier und gendersensibler (Bild-)Sprache | Konzernweit | Corporate Communications | |
Ziel der Richtlinie | Geltungsbereich | Verantwortlicher Fachbereich | Nationale und internationale Standards und Gesetzgebung |
Vergütungsrichtlinie IRO-Bezug: gesundheitliche Gefährdung am Arbeitsplatz, fehlende Chancengleichheit und Inklusion, soziale Sicherheit durch faire Arbeitsbedingungen, Fachkräftemangel und Fluktuation der Mitarbeitenden durch unattraktive Arbeitsbedingungen |
Sicherstellung einer vergleichbaren, rechtssicheren und fairen Vergütung | Konzernweit, ausgenommen internationale Standorte des Segments „Business Applications“ und Fremdarbeitskräfte | Corporate Compensation & Benefit | |
Die Einhaltung des Verhaltenskodex, des Diversity-Leitbilds und der Richtlinie zur gendersensiblen und diskriminierungsfreien externen Kommunikation wird über definierte HR-Prozesse sowie durch die Mitarbeitenden mitgetragen und überwacht. Für mögliche Verstöße stehen verschiedene Meldewege zur Verfügung, die im Kapitel „Einführung in den Bereich Soziales“ näher beschrieben sind.
Verhaltenskodex für Mitarbeitende
Die Grundlage für die tägliche Arbeit bei United Internet bilden definierte Unternehmenswerte, die in den Verhaltenskodex sowie die Führungsleitlinien einfließen.
Der Verhaltenskodex schlägt die Brücke zwischen den Unternehmenswerten und den internen Richtlinien. Er zeigt, wie United Internet im Einklang mit den Werten, Gesetzen und Richtlinien handelt, verdeutlicht die wesentlichen Grundsätze anhand anschaulicher Beispiele und gibt konkrete Handlungsempfehlungen. Diese Informationen sind dauerhaft im Intranet zugänglich und teilweise auch auf der Unternehmenswebseite verfügbar, um Transparenz und eine leichte Zugänglichkeit für alle Stakeholderinnen und Stakeholder zu gewährleisten. Die Inhalte des Verhaltenskodex finden ihre Konkretisierung und Ausgestaltung in den operativen Segmenten.
Die Einhaltung des Verhaltenskodex wird durch präventive Maßnahmen wie E-Learnings gefördert, durch aufdeckende Mechanismen, wie vertrauliche Meldewege, gesichert und durch reaktive Maßnahmen überwacht. Es gibt aktuell keine Richtlinie, die die Durchführung von Schulungen rund um Compliance und den Verhaltenskodex konzernweit regelt, auch wenn diese Schulungen regelmäßig durchgeführt werden.
Im Geschäftsjahr 2025 wurde der Verhaltenskodex aufgrund von gesetzlichen Neuregelungen sowie organisatorischen Veränderungen aktualisiert und redaktionell überarbeitet. So wurden die Themenfelder „Respektvoller und angemessener Umgang“, „Faire Arbeitsbedingungen“, „Gendersensible und diskriminierungsfreie Sprache“, „Politische Kommunikation und Interessenvertretung“, „Umgang mit Umwelt, Ressourcen und Energie“ und „Verantwortungsvolle Lieferketten“ neu aufgenommen.
Diversity-Leitbild
United Internet ist bewusst, dass eine inklusive Unternehmenskultur die soziale Gerechtigkeit und das Wohlbefinden aller Mitarbeitenden fördert. Ebenso können fehlende Chancengleichheit und Inklusion negative Auswirkungen auf die Unternehmenskultur, die Zusammenarbeit und Performance, die mentale Gesundheit der Mitarbeitenden und die Gesellschaft als solche haben. Durch Maßnahmen, wie die Sensibilisierung von Mitarbeitenden, werden Chancengleichheit, Teilhabe und faire Karrieremöglichkeiten für alle geschaffen – unabhängig von bspw. Geschlecht, Alter, Herkunft oder individuellen Bedürfnissen.
Die Diversitätsmaßnahmen zur Beseitigung von Diskriminierung und Belästigung, zur Förderung von Chancengleichheit sowie zur Förderung von Vielfalt und Inklusion werden seit dem Geschäftsjahr 2020 von einem konzernübergreifenden Projektteam unter Leitung einer zentralen Diversitätsorganisationseinheit koordiniert und weiterentwickelt.
Bereits im Geschäftsjahr 2023 wurde ein Diversitätsstrategieprozess gestartet. Daraus resultierten ein Diversity-Leitbild und drei strategische Fokusziele („Diversity Mindset“, „Gender Equity & Female Empowerment“, „Inklusion“) für die weitere Diversitätsarbeit im Konzern. Im Prozess wurden neben Umfrageergebnissen von der Abteilung HR sowie Vorstands- und Aufsichtsratsinterviews auch die Ergebnisse aus Befragungen der Mitarbeitenden und der Befragung der bis dahin vier bestehenden internen Diversity Employee Resource Groups (queer.united; Generationenübergreifende Zusammenarbeit; Teilzeit-Netzwerk; International Community) einbezogen. Durch den Einbezug unterschiedlicher Stakeholder-Gruppen wurde die Berücksichtigung der Sichtweisen und Interessen betroffener Stakeholderinnen und Stakeholder gestärkt.
In dem Leitbild werden sämtliche Diversitätsdimensionen berücksichtigt, die auch vom AGG geschützt werden:
Diversity-Leitbild Eine vielfältige Belegschaft und die Nutzung dieser Vielfalt schaffen einen Mehrwert für unseren Unternehmenserfolg und unsere Unternehmenskultur. Mit der Förderung von Vielfalt kommen wir unserer gesellschaftlichen Verantwortung nach und schaffen einen positiven Impact. Vielfalt zeigt sich für uns in den Dimensionen Alter, ethnische Herkunft & Nationalität, Geschlecht und geschlechtliche Identität, körperliche und geistige Fähigkeiten, Religion und Weltanschauung, sexuelle Orientierung und soziale Herkunft. Unsere Vision ist, dass ein diskriminierungsfreies Diversity Mindset Teil unserer Unternehmens-DNA ist. Diese Haltung zeigt sich sowohl in unseren Arbeitsbedingungen als auch im Umgang mit unseren Kundinnen und Kunden. Jedes Segment von United Internet engagiert sich für die Erhaltung und Stärkung dieses Bewusstseins, z. B. mit eigenen Diversity-Maßnahmen, um einen Austausch zu Vielfalt anzuregen, Aufklärung zu fördern und Wissen zum Thema in der jeweiligen Organisation aufzubauen. Hindernisse bei der Chancengleichheit mit Blick auf die genannten Diversity-Dimensionen sollen verstanden und abgebaut werden. Hierfür möchten wir segmentübergreifend voneinander lernen, Synergien nutzen, und unternehmensweite Diversity-Netzwerke fördern. Denn: Vielfalt schaffen und wertschätzend leben ist eine Verantwortung aller. Vorstand und Führungskräfte nehmen hierbei ihre Vorbildrolle wahr. |
Richtlinie zur gendersensiblen und diskriminierungsfreien externen Kommunikation
United Internet misst dem Thema Diversität eine hohe Bedeutung bei. Dies möchte das Unternehmen auch in der alltäglichen Kommunikation gegenüber den externen Stakeholderinnen und Stakeholdern widerspiegeln und auf eine diskriminierungsfreie und gendersensible Sprache setzen. Zu diesem Zweck wurde die Richtlinie zur wertschätzenden und gendersensiblen externen Kommunikation eingeführt. Anwendungsbereiche sind bspw. Webseiten, Magazine, Newsletter, Pressemitteilungen, Marketing-Kampagnen und Stellenausschreibungen.
Vergütungsrichtlinie
Die Vergütungsrichtlinie des Unternehmens legt verbindliche Grundsätze für eine faire, konsistente und nachvollziehbare Vergütung der eigenen Mitarbeitenden fest. Sie definiert zentrale Elemente wie transparente Entscheidungslogiken, einheitliche Bewertungs- und Einstufungskriterien, die Berücksichtigung von Verantwortung sowie Grundsätze zur Sicherstellung von Chancengleichheit und Nichtdiskriminierung.
Die Umsetzung und Einhaltung der Richtlinie wird durch klar definierte HR-Prozesse und regelmäßige Überprüfungen sichergestellt. Führungskräfte und HR-Verantwortliche sind verpflichtet, personalrelevante Entscheidungen entsprechend den Vorgaben zu treffen und dokumentiert zu begründen. Bei der Weiterentwicklung der Vergütungsrichtlinie werden die Interessen aller HR-Personalleitungen und der Unternehmensleitung (Vorstand) einbezogen. Ziel ist eine Vergütungssystematik, die sowohl unternehmensstrategische Anforderungen als auch Fairness-, Transparenz- und Marktanforderungen berücksichtigt.
Maßnahmen
United Internet hat Prozesse eingerichtet, um potenzielle und tatsächliche negative Auswirkungen auf die Arbeitskräfte zu identifizieren und zu adressieren. Durch die Durchführung von umfassenden Risikoanalysen werden potenzielle Gefahren im Bereich Arbeitsschutz, psychische Gesundheit, Diskriminierung und Chancengleichheit systematisch bewertet. Des Weiteren ermöglichen Branchen- und Marktanalysen die Antizipation externer Trends, wie regulatorische Veränderungen oder wirtschaftliche Entwicklungen, die sich negativ auf die Belegschaft auswirken könnten. Darüber hinaus werden Kennzahlen wie Fluktuationsraten und Unfallstatistiken fortlaufend analysiert, um rechtzeitig auf negative Entwicklungen reagieren zu können.
Diese Prozesse versetzen United Internet in die Lage, angemessene und notwendige Schritte zu ergreifen, um das Wohlergehen und die Sicherheit der Arbeitskräfte zu gewährleisten.
Die Wirksamkeit der Maßnahmen wird kontinuierlich im Rahmen der bestehenden Prozesse überprüft und in Bezug auf Mitarbeitende anhand vielfältiger Kennzahlen gesteuert und überwacht. Diese werden in den Abschnitten „Ziele“ und „Kennzahlen“ näher erläutert.
Im Geschäftsjahr 2025 war kein Aktionsplan in Bezug auf die eigene Belegschaft in Umsetzung, sodass keine aktuellen finanziellen und sonstigen Ressourcen für den Aktionsplan bereitgestellt wurden.
Maßnahmen zur Auswirkung „Soziale Sicherheit durch faire Arbeitsbedingungen“
Zur Stärkung der sozialen Sicherheit und zur Sicherstellung fairer Arbeitsbedingungen setzt das Unternehmen mehrere strukturelle Maßnahmen um, die auf Transparenz, Chancengleichheit und planbare Beschäftigungsverhältnisse ausgerichtet sind.
Bereits heute stellt United Internet durch regelmäßige Vergütungsbenchmarks sowie Equal-Pay-Analysen sicher, dass sowohl bei internen als auch externen Beschäftigungsverhältnissen eine faire Vergütung gewährleistet ist. Darüber hinaus führt United Internet regelmäßige Analysen zur Einhaltung des gesetzlichen Mindestlohns durch, um sicherzustellen, dass alle Vergütungen nicht nur marktgerecht, sondern auch rechtskonform sind.
Dieses analytische Fundament wird im kommenden Geschäftsjahr durch die Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie (EU) 2023/970 ausgebaut und durch erweiterte Informations-, Berichts- und Auskunftspflichten ergänzt.
Zur Förderung transparenter und diskriminierungsfreier Vergütungsstrukturen ist weiterhin die sukzessive Einführung von Gehaltsbändern auf Segmentebenen bis zum Ende des Geschäftsjahres 2026 geplant.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Einführung digitaler Prozesse zur Leistungs- und Potenzialeinschätzung, um faire, einheitliche und dokumentierte Bewertungsgrundlagen sicherzustellen. Durch digitale Tools und strukturierte Kriterien werden subjektive Verzerrungen reduziert, Bewertungen transparenter gestaltet und Karriereentscheidungen enger an Entwicklungszielen ausgerichtet. Diese Maßnahme unterstützt zudem das Ziel, interne Karrierewege zu stärken und Nachfolgeprozesse systematisch aufzubauen.
Darüber hinaus strebt das Unternehmen an, befristete Arbeitsverträge zu reduzieren, um die Beschäftigungssicherheit zu erhöhen und die langfristige Bindung der Mitarbeitenden zu fördern. Die Maßnahme unterstützt das Ziel, stabile, verlässliche Arbeitsverhältnisse zu schaffen. Der Geltungsbereich umfasst alle Fach- und Unternehmensbereiche, in denen befristete Beschäftigungsmodelle bislang genutzt wurden; die Reduktion erfolgt schrittweise und orientiert sich am strategischen Personalbedarf.
Die hier aufgeführten Maßnahmen begreift United Internet nicht lediglich als Compliance-Thema, sondern als Chance, das Vertrauen der Belegschaft zu stärken und die Positionierung als fairer, werteorientierter Arbeitgeber im Wettbewerb um Talente zu festigen.
In ihrer Gesamtheit tragen diese Maßnahmen dazu bei, faire und sichere Arbeitsbedingungen zu schaffen, soziale Risiken zu reduzieren und die Attraktivität des Unternehmens nachhaltig zu stärken. Sie bilden ein strukturiertes Fundament für die Erreichung der sozialen Nachhaltigkeitsziele und werden kontinuierlich im Rahmen des HR- und Compliance-Monitorings überprüft.
Maßnahmen zum Risiko „Fachkräftemangel und Fluktuation der Mitarbeitenden durch unattraktive Arbeitsbedingungen“
Zur Stärkung der sozialen Nachhaltigkeit und zur Reduzierung personalbezogener Risiken setzt das Unternehmen mehrere ineinandergreifende Maßnahmen um. So fördert United Internet durch Organisations- und Kulturentwicklung sowohl eine moderne Führungskultur als auch eine ausgeprägte Lernkultur. Datenbasierte Personalanalysen dienen hierbei zur Steuerung von Fluktuation, Zufriedenheit und Entwicklung.
Personal- und Führungskräfteentwicklung
Durch Maßnahmen zur Förderung interner Karrierepfade sowie den Aufbau eines systematischen Talent- und Nachfolgemanagements sollen interne Entwicklungs- und Wechselmöglichkeiten gestärkt und die Besetzung von Schlüsselpositionen langfristig abgesichert werden. Hierauf zahlt auch die Weiterentwicklung von Führungskräften ein, insbesondere durch Weiterbildungsangebote zu Zukunftskompetenzen sowie die Einführung standardisierter Prozesse zur strategischen Nachfolgeplanung. Letztere schaffen verlässliche Entscheidungsgrundlagen und stärken die Führungsqualität. Individuelle Entwicklungspläne, die auf zukünftig angestrebte Positionen abgestimmt sind, ermöglichen es Mitarbeitenden, ihre Fähigkeiten und Karrieren zu gestalten. Dies geschieht durch vielfältige interne Programme: Das Programm „MyWayTo“ unterstützt aufstrebende Führungskräfte bei ihrer Karriereentwicklung in unterschiedlichen Rollen. Das Programm „Navigate“ fördert talentierte Mitarbeitende frühzeitig in unternehmerischem Denken und bei der Entwicklung essenzieller Soft Skills. Das Programm „Women explore“ unterstützt speziell Frauen darin, im Unternehmen sichtbarer zu werden, sich zu vernetzen und gezielt eigene Stärken sowie Karriere- und Netzwerkstrategien weiterzuentwickeln. Das „Discovery & Development Camp“ ermöglicht erfahrenen Mitarbeitenden auf Senior-Ebene, sich gezielt im Rahmen ihrer Rolle weiterzuentwickeln, ihr Wissen ins Unternehmen einzubringen und ihre eigene Sichtbarkeit im Unternehmen zu erhöhen. Diese strategisch ausgerichteten Entwicklungsprogramme unterstreichen das Engagement von United Internet, Kompetenzentwicklung zu fördern und individuelle Karrierepfade zu ermöglichen. Die zugehörigen Maßnahmen unterstützen das Ziel, Führungs- und Schlüsselrollen zunehmend mit eigenen Mitarbeitenden zu besetzen und die Beschäftigungsfähigkeit zu fördern.
Digitale Lernplattformen
Die Lernmanagementplattform „UI-Campus“ bildet eine wichtige Säule innerhalb der Fortbildung. Sie erfasst sowohl die Teilnahme an Weiterbildungsprogrammen als auch die erfolgreich abgeschlossenen Qualifikationen und Teilnahmequoten. Zusätzlich steht allen Mitarbeitenden von United Internet LinkedIn Learning zur Verfügung. LinkedIn Learning unterstützt die fachliche Qualifizierung sowie den Auf- und Ausbau von Digitalisierungskompetenzen. Weiterhin soll ein strukturiertes Wissensmanagementsystem aufgebaut und implementiert werden, um den organisationsweiten Wissenstransfer zu stärken. Die Umsetzung erfolgt seit Anfang 2025 kontinuierlich. Der Fortschritt wird über definierte Meilensteine im Implementierungsprozess überwacht.
Feedback-Kultur
Eine ausgeprägte Feedback-Kultur fördert zusätzlich das Bewusstsein für die Notwendigkeit kontinuierlichen Lernens und die Motivation für Weiterentwicklung. Im Unternehmen haben die Mitarbeitenden die Möglichkeit, ihre Entwicklungsgespräche über einen regelmäßig wiederkehrenden, strukturierten und systemgestützten Prozess durchzuführen und auch selbst zusätzliches Feedback einzuholen. Auf diese Weise wird Feedback zu einem selbstverständlichen Bestandteil des Arbeitsalltags und kann kontinuierlich für die persönliche Weiterentwicklung genutzt werden.
„Learning Days“
Mit der unternehmensweiten Konferenz „Learning Days“, die bereits zum vierten Mal im virtuellen Format stattgefunden hat, unterstützt United Internet die Bereitstellung von Wissen von Mitarbeitenden für Mitarbeitende.
Ausbildung und Aktivitäten zur Gewinnung von Nachwuchskräften
Die berufliche Erstausbildung hat einen hohen Stellenwert für das Unternehmen. United Internet bildet Nachwuchskräfte aus und ermöglicht jungen Menschen einen erfolgreichen Start ins Berufsleben. In Zusammenarbeit mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) bietet United Internet zudem an den Hochschulstandorten Karlsruhe und Mannheim duale Studiengänge an. Ganz bewusst und sehr erfolgreich bildet United Internet auch Menschen mit Fluchterfahrung aus, insbesondere aus Syrien, Afghanistan und zuletzt vor allem aus der Ukraine und Russland. Etwa ein Viertel der Jugendlichen, die bei United Internet eine Ausbildung oder ein duales Studium absolvieren, haben eine Fluchterfahrung durchlebt. Seit Juni 2020 ist United Internet als „Best Place to Learn“ ausgezeichnet. Die Rezertifizierung ist alle drei Jahre vorgesehen, die letzte Zertifizierung fand im Geschäftsjahr 2023 statt. Um junge Talente frühzeitig einzubinden, arbeitet United Internet auch mit Schulen zusammen. Schülerinnen und Schüler können United Internet und das Berufsleben allgemein im Rahmen von Kurzpraktika kennenlernen. Neben Kooperationen und Veranstaltungen mit Schulen bietet United Internet außerdem Berufsberatungen und Berufserkundungen, u. a. im Kontext von Rechenzentrums- oder Logistikführungen, an. In den Ferien führen Auszubildende von United Internet einwöchige Programmierkurse für Kinder und Jugendliche ab 13 Jahren durch, die auf große Nachfrage stoßen.
Flexible Arbeitszeitmodelle wie Cover Day und Sabbatical
Zur Förderung der Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben, Eigenverantwortung und der Zufriedenheit der Mitarbeitenden bietet das Unternehmen flexible Arbeitszeitmodelle an. Dazu zählen Vertrauensarbeitszeit sowie die Cover-Day-Regelung. Dadurch wird Mitarbeitenden ermöglicht, bis zu zwei Tage pro Woche mobil zu arbeiten, um individuelle Arbeitsbedürfnisse und betriebliche Anforderungen in Einklang zu bringen. Darüber hinaus wurde im Geschäftsjahr 2025 die Möglichkeit zur Inanspruchnahme eines Sabbaticals eingeführt. Dieses Angebot unterstützt Auszeiten zur persönlichen Weiterentwicklung oder Regeneration und trägt zur langfristigen Beschäftigungsfähigkeit und Bindung der Mitarbeitenden bei.
Parallel zu den bereits beschriebenen Maßnahmen wird durch gezielte Employer-Branding-Aktivitäten die Arbeitgeberattraktivität ausgebaut, insbesondere durch Kampagnen mit Fokus auf Nachhaltigkeit, Diversität und Entwicklungsmöglichkeiten.
Maßnahmen zur Auswirkung „Fehlende Chancengleichheit und Inklusion“
Das unternehmensweite Engagement für Chancengleichheit wird durch eine zentrale Organisationseinheit „Health & Diversity“ in Zusammenarbeit mit Diversity-Verantwortlichen aus den HR-Bereichen aller Segmente (Projektteam „United in Diversity“) gestärkt, welches zentrale Maßnahmen entwickelt und sie konzernweit umsetzt. Darüber hinaus sind Führungskräfte dazu angehalten, diese Prinzipien in ihren jeweiligen Bereichen aktiv zu leben. Durch gezielte Workshops und Schulungen wird bei den Führungskräften das Bewusstsein für Diversität, Inklusion und eine diskriminierungsfreie Unternehmenskultur gefördert.
Diversity Mindset: Charta der Vielfalt
2021 hat United Internet die Charta der Vielfalt unterzeichnet und bekennt sich damit zu einem wertschätzenden und vorurteilsfreien Arbeitsumfeld. Die Charta der Vielfalt ist eine Arbeitgeberinitiative unter der Schirmherrschaft der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung. Sie verpflichtet Unternehmen, Vielfalt in all ihren Dimensionen – wie Alter, Geschlecht, Migrationsgeschichte, Religion und Weltanschauung, Behinderung sowie sexuelle Orientierung und Identität – zu fördern. Mit der Unterzeichnung setzt United Internet ein klares Zeichen für Inklusion und Chancengleichheit im Unternehmen.
Diversity Mindset: E-Learning „Diversität & Inklusion“
Zum Ende des Geschäftsjahres 2024 hat United Internet gemäß dem ersten strategischen Fokusziel ein maßgeschneidertes E-Learning zum Thema „Diversität & Inklusion“ entwickelt und in allen Segmenten, bis auf „Business Applications“, ausgerollt. Den Mitarbeitenden des Segments „Business Access“ steht das E-Learning seit Januar 2025 zur Verfügung. Es besteht aus fünf „Learning Nuggets“ zu den Themen „Vielfalt leben – die Verantwortung von uns allen“, „Unbewusste Wahrnehmungsverzerrungen erkennen“, „Das AGG verstehen – Gemeinsam gegen Diskriminierung“, „Inklusion gestalten – (Dis)ability Awareness fördern“ und „Sensible Sprache“. Das E-Learning hat einen Umfang von ca. 60 Minuten und ist verpflichtend für alle Mitarbeitenden und Führungskräfte. Im Geschäftsjahr 2025 wurde dieses E-Learning um passende Zusatzmodule für HR-Mitarbeitende ergänzt.
Diversity Mindset: Diversity Days und Diversity Talks
Im Geschäftsjahr 2025 hat United Internet zum fünften Mal die virtuelle Inhouse-Konferenz „Diversity Days“ mit 26 Sessions zum Thema Vielfalt durchgeführt. Bestandteile des Konferenzprogramms waren u. a. Keynotes, interaktive Workshops, Erfahrungsberichte von Mitarbeitenden und Podiumsdiskussionen. Die Rückmeldungen der rund 750 teilnehmenden Mitarbeitenden waren sehr positiv, sodass eine Fortsetzung des Formats auch für das Geschäftsjahr 2026 geplant ist.
Wie in den Vorjahren wurde im Geschäftsjahr 2025 ergänzend zu den Diversity Days einmal pro Quartal ein offener, virtueller Vortrag („Diversity Talks“) von externen Diversitätsexpertinnen und Diversitätsexperten angeboten. Die Themen waren u. a. „Male Allyship“ und „Neurodivergenz und KI“.
Diversity Mindset: interne Informationsplattform
Bereits in den Onboarding-Veranstaltungen für neue Mitarbeitende und Führungskräfte wird die Bedeutung von Vielfalt thematisiert. In diesem Kontext wird auch auf die interne Informationsplattform zum Thema Diversität verwiesen. Hier finden Mitarbeitende und Führungskräfte Statements des Vorstands zum Thema, praktische Tipps für einen vorurteilsfreien Arbeitsalltag und einen Überblick aller internen Angebote zur Förderung von Diversität. Darüber hinaus sind dort neben dem unternehmensweit abgestimmten Leitfaden für diskriminierungsfreie und gendersensible (Bild-)Sprache auch ausführliche Informationen zum AGG und zum Thema der sexuellen Belästigung integriert. Im Geschäftsjahr 2025 wurde im Intranet ein „Diversity-Blog“ gestartet, in dem regelmäßig zu Diversitätsthemen informiert wird, z. B. anlässlich von Feier- oder Gedenktagen wie dem Weltfrauentag oder dem Tag der Menschen mit Sehbehinderungen.
Gender Equity & Female Empowerment
Im Geschäftsjahr 2025 hat United Internet in Zusammenarbeit mit einer externen Beratung ein „Gender Equity Audit“ durchgeführt. Hierbei wurden mittels Fragebögen und Fokusgruppen Hypothesen identifiziert und verifiziert, die Frauen aktuell an einer Führungskarriere im Unternehmen hindern. Passend hierzu wurden bestehende Maßnahmen bewertet und Handlungsmöglichkeiten für die kommenden Geschäftsjahre abgeleitet. Der Ergebnisbericht liefert United Internet wertvolle Hinweise, um in den nächsten Geschäftsjahren mit passenden Maßnahmen auf das Ziel von mehr Frauen in Führungspositionen hinzuarbeiten. Gleichzeitig hat United Internet im laufenden Geschäftsjahr die bewährten Maßnahmen zum Thema Female Empowerment umgesetzt. Dazu gehören etwa das Talent- und Vernetzungsprogramm „Women explore“, das im Abschnitt „Maßnahmen zum Risiko ‚Fachkräftemangel und Fluktuation der Mitarbeitenden durch unattraktive Arbeitsbedingungen‘“ näher beschrieben wird, oder die Teilnahme an Frauenkarrieremessen wie das „Women in Technology“ Event von e-fellows.net in München.
Seit Januar 2025 ist United Internet Mitglied der Initiative „Klischeefrei“, die sich für eine Berufs- und Studienwahl frei von Geschlechterstereotypen einsetzt. Mit diesem Schritt unterstreicht das Unternehmen das Engagement für Geschlechtergerechtigkeit, indem es aktiv dazu beiträgt, traditionelle Rollenbilder aufzubrechen und gleiche Chancen für alle Geschlechter zu fördern. Darüber hinaus hat United Internet erneut am Girls’ und Boys’ Day teilgenommen. Diese bundesweite Aktion ermöglicht Schülerinnen und Schülern, Berufe kennenzulernen, die häufig nicht dem klassischen Rollenbild entsprechen.
Inklusion: Erarbeitung eines Aktionsplans
Um einen Aktionsplan für Inklusion zu entwickeln, hat United Internet das Sozialunternehmen myAbility beauftragt, eine umfassende Bestandsaufnahme durchzuführen. Diese erfolgte nach internationalen Standards des Global Business and Disability Network der International Labour Organization und bezog verschiedene Stakeholderinnen und Stakeholder ein – insbesondere Mitarbeitende mit Behinderung. Die Ergebnisse dieser Analyse bilden die Grundlage für den Entwurf eines Aktionsplans Inklusion.
Ergänzend dazu hat United Internet an allen Standorten eine Status-quo-Analyse zur baulichen Barrierefreiheit vorgenommen. Ziel war es, den aktuellen Stand zu bewerten und konkrete Handlungsfelder sowie notwendige Nachrüstungen für den Aktionsplan zu identifizieren.
Maßnahmen zur Auswirkung „Gesundheitliche Gefährdung am Arbeitsplatz“
Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz sind Teil der Fürsorgepflicht des Unternehmens gegenüber den Mitarbeitenden. United Internet verfolgt das Ziel, Unfälle, Erkrankungen und gesundheitliche Risiken so weit wie möglich zu verringern und die Gesundheit der Mitarbeitenden zu fördern. Dabei wird der Fokus auf zwei Bereiche gelegt: das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) und den Arbeitsschutz inkl. Arbeitssicherheit in Rechenzentren.
In regelmäßigen Sitzungen des Arbeitsschutzausschusses (ASA) werden alle relevanten Themen rund um diese beiden Fokusbereiche besprochen – sowohl standortbezogen als auch standortübergreifend.
Die BGM-Maßnahmen werden an allen deutschen Standorten umgesetzt und umfassen folgende Angebote:
○ Arbeitsmedizin und Erste Hilfe: betriebsärztliches Angebot und Vorsorgeuntersuchungen, Ausbildungen von betrieblichen Ersthelfenden
○ Bewegung & Ergonomie: Sport- und Gesundheitskurse, Events, Videos und Überprüfung von Arbeitsplätzen, mobile Massagen sowie eine Ergonomie-Kampagne
○ Stressprävention & Krisenberatung: Entspannungs- und Achtsamkeitstrainings, Coachings und vertrauliche Anlaufstellen – inkl. der Mental Health First Aiders (MHFA) sowie einer Stresspräventions-Kampagne
Diese Angebote basieren auf einer ganzheitlichen Gesundheitsstrategie, welche im Rahmen einer umfassenden Bedarfsermittlung entwickelt wurde. Die Bedarfsabfrage in Bezug auf „Health & Care“ wurde im Segment „Business Access“ nicht durchgeführt.
Die Wirksamkeit der BGM-Maßnahmen wird regelmäßig überprüft. Dazu nutzt United Internet verschiedene Instrumente wie Feedbackbefragungen und die Auswertung von Kennzahlen wie Nutzungs- und Teilnahmequoten, um bei Bedarf Anpassungen vorzunehmen und die Angebote kontinuierlich zu verbessern. Ergänzend dient das „Sounding Board Gesundheit“ als wichtiges Format, um neue Ideen und Konzepte direkt mit den Mitarbeitenden zu diskutieren und wertvolles Feedback zu laufenden Projekten einzuholen.
Interne und externe Anlaufstellen
Anlaufstellen wie das interne BGM-Team, die United Internet Vertrauenspersonen (oder die externen Fachansprechpersonen des „Employee Assistance Program“ (EAP)) stehen Mitarbeitenden und Führungskräften an deutschen Standorten auch persönlich beratend zur Seite.
Für das EAP kooperiert United Internet mit einem externen Anbieter. Die Ansprechpersonen des Dienstleistungsunternehmens sind rund um die Uhr telefonisch erreichbar und stehen für eine vertrauliche und kostenfreie Beratung zu Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen sowie für Lebenslagen-Coaching bei persönlichen Herausforderungen zur Verfügung. Auch die im Abschnitt „Maßnahmen zum Risiko ‚Fachkräftemangel und Fluktuation der Mitarbeitenden durch unattraktive Arbeitsbedingungen‘“ beschriebenen, flexiblen Arbeitszeitmodelle zählen als Maßnahme zur Vermeidung von Überbelastung der Mitarbeitenden. Weitere Maßnahmen sind Gefährdungsbeurteilungen, arbeitsmedizinische Betreuung und das Angebot der Gesundheitswoche bzw. Health Days, mit einem vielseitigen Kurs- und Beratungsangebot.
Arbeitsschutz inkl. Arbeitssicherheit in den Rechenzentren
Unter Berücksichtigung der berufsgenossenschaftlichen und gesetzlichen Vorschriften und Regeln werden jährliche (im Segment „Business Access“ an kleinen Standorten mit weniger als 20 Mitarbeitenden alle drei Jahre) Sicherheitsbegehungen mit Expertinnen und Experten externer Dienstleistungsunternehmen an den Standorten in Deutschland durchgeführt. Die Auswertung der Berichte, die Umsetzung von Maßnahmen und die Durchführung von Arbeitsschutzausschusssitzungen finden ebenfalls an diesen Standorten statt.
Schulungen Arbeitssicherheit und Erste Hilfe
Der Arbeitsschutz befindet sich auf Grundlage der gesetzlichen und berufsgenossenschaftlichen Vorschriften und Regeln in kontinuierlicher Entwicklung. Zu den Rechenzentren erhalten nur berechtigte Mitarbeitende permanenten Zutritt. Diese Mitarbeitenden sind verpflichtet, an (digitalen) Schulungen teilzunehmen, in denen u. a. auf die Themen „Verhalten im Notfall“ oder „Erste Hilfe“ eingegangen wird.
Darüber hinaus werden Schulungen und Trainings für Mitarbeitende organisiert, die für die elektrische und IT-technische Inbetriebnahme von Servern in den o. g. Rechenzentren zuständig sind. In Zusammenarbeit mit der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) werden pro „Operation Team“ Sicherheitsbeauftragte ausgebildet und regelmäßig geschult. Zusätzlich wird United Internet durch externe Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Brandschutz unterstützt. Neben Notfallhandbüchern werden Arbeitsanweisungen und Vorschriften für Mitarbeitende auf einer internen Austauschplattform bereitgestellt.
Anlaufstellen für mentale Erste Hilfe
United Internet hat im Geschäftsjahr 2024 erstmalig 33 Mitarbeitende zu „Mentalen Ersthelfenden“ (bzw. „Psychologischen Ersthelfenden“ im Segment „Consumer Applications“) ausgebildet, um Kolleginnen und Kollegen bei psychischen Belastungen anonym und vertraulich zu unterstützen, erste Maßnahmen anzubieten und professionelle Hilfe zu vermitteln. Im Geschäftsjahr 2025 wurden weitere 42 Mentale Ersthelfende qualifiziert. Seit diesem Geschäftsjahr finden vierteljährliche Treffen statt, die der Wissensauffrischung und dem kollegialen Austausch dienen.
Regelung zu „Achtsamen Betriebsfeiern“
Im unternehmenseigenen Intranet wird konzernweit darüber informiert, wie ein wertschätzender und respektvoller Umgang auf Betriebsfeiern aussieht und eingehalten werden kann und welche Maßnahmen ergriffen werden können, wenn es zu Vorfällen kommen sollte. Zudem gibt es Anlaufstellen (Vertrauenspersonen, „Integrity Line“) zum Thema der sexuellen Belästigung und entsprechende Infoseiten im Intranet.
Ziele
Die Ziele im Bereich „Arbeitskräfte von United Internet“ wurden auf Grundlage definierter Basisjahre und anhand quantitativer und qualitativer Daten, wie Personalstatistiken, abgeleitet. Sie basieren auf realistischen Einschätzungen zu Ressourcen, Machbarkeit und zeitlichen Horizonten und werden bei Bedarf angepasst, sobald sich Rahmenbedingungen, regulatorische Anforderungen oder interne Prioritäten verändern. Annahmen betreffen u. a. Marktprognosen, demografische Trends sowie die erwartete Wirksamkeit von Maßnahmenprogrammen.
Ziele zur Auswirkung „Soziale Sicherheit durch faire Arbeitsbedingungen“
Zur weiteren Stärkung der sozialen Sicherheit und Fairness bei United Internet hat sich das Unternehmen konkrete Ziele gesetzt, die Chancengleichheit, soziale Sicherheit und Transparenz in Vergütungs- und Personalprozessen fortlaufend verbessern sollen.
○ Ziel ist es, dass konzernweit alle Arbeitnehmenden durch öffentliche Programme oder durch vom Unternehmen angebotene Leistungen gegen Verdienstausfälle aufgrund von Krankheit, Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfällen, Erwerbsunfähigkeit, Elternzeit und Ruhestand abgesichert sind. Im Geschäftsjahr 2025, das gleichzeitig das Basisjahr für die Erhebung dieser Kennzahl darstellt, wurde dieses Ziel erreicht – mit Ausnahme der Absicherung von Arbeitnehmenden in den USA gegen Verdienstausfälle aufgrund von Elternzeit.
○ Ziel ist es, den Anteil unbefristeter Arbeitsverträge dauerhaft auf einem Niveau von mindestens 85 % zu halten, um langfristige Beschäftigungssicherheit und die Bindung der Mitarbeitenden zu fördern. Der Anteil lag im Geschäftsjahr 2025, welches zugleich Basisjahr ist, bei 92 %.
Ziele zum Risiko „Fachkräftemangel und Fluktuation der Mitarbeitenden durch unattraktive Arbeitsbedingungen“
○ Die Quote der freiwilligen Kündigungen in der Stammbelegschaft soll dauerhaft in einem verträglichen Maß gehalten werden. Der angestrebte Zielkorridor der Fluktuation der Mitarbeitenden liegt zwischen 5 % und 10 %. Im Geschäftsjahr 2025, welches auch als Basisjahr dient, betrug die Quote 5,8 %.
○ Für die Geschäftsjahre 2026 und 2027 strebt United Internet an, die Übernahmequote von Auszubildenden nach erfolgreichem Ausbildungsabschluss in einen Zielkorridor von 60 % bis 70 % zu erhöhen. Das Geschäftsjahr 2024 bildet das Basisjahr mit einer Übernahmequote von 48 %.
Ziele zur Auswirkung „Fehlende Chancengleichheit und Inklusion“
United Internet verfolgt konkrete Ziele zur Förderung von Vielfalt, Chancengleichheit und Inklusion der Mitarbeitenden. Diese Ziele tragen zur Umsetzung der Selbstverpflichtung der Charta der Vielfalt, des Code of Conducts und des Diversity-Leitbilds bei und stehen in Verbindung mit der Gesamtstrategie im Bereich HR.
○ Diversity Mindset: United Internet beabsichtigt, im kommenden Geschäftsjahr ein konzernweit gültiges Ziel zur Durchführungsquote der Schulung „Diversität & Inklusion“ festzulegen. Die Entwicklung und der Roll-out der Schulung fanden bereits in den Geschäftsjahren 2024 und 2025 in allen Segmenten, ausschließlich des Segments „Business Applications“, statt.
○ Gender Equity & Female Empowerment: Der Anteil von Frauen in Führungspositionen soll von 21,2 % (2024) auf ca. 25 % bis Ende des Geschäftsjahres 2030 steigen. Die Zielquote von ca. 25 % bezieht sich auf die aktiven Mitarbeitenden der obersten vier Führungsebenen unterhalb der Verwaltungs- und Aufsichtsorgane inkl. des Konzernvorstands.
○ Inklusion: Für 2026 plant United Internet, einen Aktionsplan zur Förderung von Inklusion in die Umsetzung zu bringen. Hierzu sollen themenspezifische Arbeitsgruppen messbare Kriterien zur Bewertung von Maßnahmen und Fortschritten festlegen. Darauf aufbauend soll erstmals eine strukturierte Berichterstattung erfolgen, die auch Rückmeldungen aus Befragungen der Mitarbeitenden und weiteren Meldewegen einbezieht.
Ziele zur Auswirkung „Gesundheitliche Gefährdung am Arbeitsplatz“
Die Maßnahmen des BGM dienen dem Schutz der physischen und psychischen Gesundheit der Mitarbeitenden am Arbeitsplatz. Die Steuerung erfolgt maßnahmenbasiert und ist nicht an aggregierte oder quantitative Gesamtziele gebunden. Der Fortschritt sowie die Wirksamkeit der umgesetzten Maßnahmen werden anhand verschiedener Kennzahlen überwacht; hierzu wird auf den Abschnitt „Kennzahlen“ verwiesen.
Kennzahlen
Im Geschäftsjahr 2025 wurde die zugrunde liegende Datenbasis für die Anzahl an Mitarbeitenden angepasst. Die Anpassungen erfolgen, um Beschäftigte, die von den wesentlichen sozialen Auswirkungen und Risiken betroffen sein können, ganzheitlich zu berücksichtigen. Die Berichtszahlen des Geschäftsjahres 2024 wurden in der diesjährigen Nachhaltigkeitserklärung für eine bessere Vergleichbarkeit rückwirkend auf die neue Definition der eigenen Belegschaft angepasst.
○ Änderung in Bezug auf inaktive Mitarbeitende: Im Vorjahr wurden inaktive Mitarbeitende nicht ausgewiesen. Für die Erstellung der Nachhaltigkeitserklärung wurde die Berichtslogik dahingehend angepasst, dass alle aktiven und inaktiven Mitarbeitenden berichtet werden.
○ Änderung in Bezug auf Leitungsorgane: Im vergangenen Geschäftsjahr wurden unter den Arbeitnehmenden auch Vorstände und Geschäftsführende des Konzerns und der Tochtergesellschaften erfasst. In der diesjährigen Nachhaltigkeitserklärung werden Vorstände bzw. Geschäftsführungen, die i. S. d. § 611a BGB keine Arbeitnehmenden sind, nicht einbezogen.
Für die nachfolgenden Tabellen gilt daher für den Kennzahlenausweis 2024 und 2025, sofern nicht anders angegeben, folgende Definition: Die eigene Belegschaft umfasst alle Personen, die zum Stichtag 31. Dezember 2025 in einem bestehenden Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis mit dem Unternehmen stehen, unabhängig von Beschäftigungsart, Arbeitszeit oder vorübergehender Abwesenheit. Neben der Stammbelegschaft sind Aushilfen wie Praktikantinnen und Praktikanten, Werkstudierende und Trainees inkludiert. Eingeschlossen sind auch inaktive Mitarbeitende (z. B. während Elternzeit, Freistellung, Passivphase der Altersteilzeit oder Langzeiterkrankung), sofern das Arbeitsverhältnis fortbesteht. Vorstände, Geschäftsführung sowie ehemalige Mitarbeitende (z. B. Betriebsrentnerinnen und Betriebsrentner) sind nicht Teil der eigenen Belegschaft. Für die Definition der eigenen Belegschaft werden die nationalen Rechtsvorschriften und Gepflogenheiten des Landes angewendet, in dem United Internet seinen Hauptsitz hat (Deutschland). Maßgeblich sind insbesondere § 611a BGB (Arbeitsvertrag) sowie die einschlägigen arbeits- und sozialrechtlichen Bestimmungen (u. a. SGB, MuSchG, BEEG, BBiG, AltTZG). Diese Auslegung gilt konzernweit für alle Kategorien von Mitarbeitenden, unabhängig vom Einsatzort.
Merkmale der Beschäftigten des Unternehmens
Die nachfolgenden Tabellen geben einen Überblick über die wesentlichen Merkmale der Beschäftigten von United Internet.
Anzahl an Arbeitnehmenden nach Geschlecht | 2025 | 2024 |
Männlich | 7.299 | 7.384 |
Weiblich | 3.664 | 3.763 |
Divers | 7 | 7 |
Keine Angaben | - | - |
Gesamtanzahl an Arbeitnehmenden | 10.970 | 11.154 |
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Abweichend von der oben eingeführten Definition zur eigenen Belegschaft werden für die im Konzernabschluss ausgewiesene Anzahl an Mitarbeitenden alle aktiven Mitarbeitenden, inkl. Vorstände und Geschäftsführung, korrigiert um die Anzahl an Mitarbeitenden aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen, einbezogen. Im Konzernabschluss beläuft sich die Gesamtanzahl an Arbeitnehmenden auf 10.547.
Anzahl an Arbeitnehmenden pro Land | 2025 | 2024 |
Deutschland | 8.831 | 9.157 |
Österreich | 50 | 58 |
Spanien | 460 | 447 |
Frankreich | 12 | 9 |
Großbritannien | 239 | 242 |
Philippinen | 648 | 504 |
Polen | 320 | 339 |
Rumänien | 289 | 284 |
Vereinigte Staaten | 121 | 114 |
Gesamtanzahl an Arbeitnehmenden | 10.970 | 11.154 |
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Information über Arbeitnehmende nach Art des Vertrags, aufgeschlüsselt nach Geschlecht | 2025 |
| Weiblich | Männlich | Divers(*) | Insgesamt |
Anzahl an Arbeitnehmenden (Personenanzahl) | 3.664 | 7.299 | 7 | 10.970 |
Anzahl an Arbeitnehmenden mit unbefristeten Arbeitsverträgen (Personenanzahl) | 3.369 | 6.735 | 7 | 10.111 |
Anzahl an Arbeitnehmenden mit befristeten Arbeitsverträgen (Personenanzahl) | 295 | 564 | 0 | 859 |
Anzahl an Vollzeitkräften (Personenanzahl) | 2.539 | 6.613 | 6 | 9.158 |
Anzahl an Teilzeitkräften (Personenanzahl) | 1.125 | 686 | 1 | 1.812 |
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(*) Geschlecht, wie von den Arbeitnehmenden selbst angegeben.
Information über Arbeitnehmende nach Art des Vertrags, aufgeschlüsselt nach Geschlecht | 2024 |
| Weiblich | Männlich | Divers(*) | Insgesamt |
Anzahl an Arbeitnehmenden (Personenanzahl) | 3.763 | 7.384 | 7 | 11.154 |
Anzahl an Arbeitnehmenden mit unbefristeten Arbeitsverträgen (Personenanzahl) | 3.411 | 6.789 | 6 | 10.206 |
Anzahl an Arbeitnehmenden mit befristeten Arbeitsverträgen (Personenanzahl) | 352 | 595 | 1 | 948 |
Anzahl an Vollzeitkräften (Personenanzahl) | 2.581 | 6.700 | 6 | 9.287 |
Anzahl an Teilzeitkräften (Personenanzahl) | 1.182 | 684 | 1 | 1.867 |
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(*) Geschlecht, wie von den Arbeitnehmenden selbst angegeben.
Arbeitnehmende in Vollzeit nach Region | 2025 | 2024 |
Deutschland | 7.105 | 7.389 |
Österreich | 34 | 38 |
Spanien | 426 | 399 |
Frankreich | 12 | 7 |
Großbritannien | 217 | 225 |
Philippinen | 648 | 504 |
Polen | 306 | 329 |
Rumänien | 289 | 283 |
Vereinigte Staaten | 121 | 113 |
Gesamtanzahl an Arbeitnehmenden in Vollzeit | 9.158 | 9.287 |
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Arbeitnehmende in Teilzeit nach Region | 2025 | 2024 |
Deutschland | 1.726 | 1.768 |
Österreich | 16 | 20 |
Spanien | 34 | 48 |
Frankreich | 0 | 2 |
Großbritannien | 22 | 17 |
Philippinen | 0 | 0 |
Polen | 14 | 10 |
Rumänien | 0 | 1 |
Vereinigte Staaten | 0 | 1 |
Gesamtanzahl an Arbeitnehmenden in Teilzeit | 1.812 | 1.867 |
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Gesamtanzahl an Arbeitnehmenden in Voll- und Teilzeit | 10.970 | 11.154 |
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Arbeitnehmende mit unbefristeten Arbeitsverträgen nach Region | 2025 | 2024 |
Deutschland | 8.004 | 8.256 |
Österreich | 49 | 57 |
Spanien | 449 | 434 |
Frankreich | 12 | 9 |
Großbritannien | 239 | 242 |
Philippinen | 648 | 497 |
Polen | 310 | 328 |
Rumänien | 279 | 269 |
Vereinigte Staaten | 121 | 114 |
Gesamtanzahl an Arbeitnehmenden mit unbefristeten Arbeitsverträgen | 10.111 | 10.206 |
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Arbeitnehmende mit befristeten Arbeitsverträgen nach Region | 2025 | 2024 |
Deutschland | 827 | 901 |
Österreich | 1 | 1 |
Spanien | 11 | 13 |
Frankreich | 0 | 0 |
Großbritannien | 0 | 0 |
Philippinen | 0 | 7 |
Polen | 10 | 11 |
Rumänien | 10 | 15 |
Vereinigte Staaten | 0 | 0 |
Gesamtanzahl an Arbeitnehmenden mit befristeten Arbeitsverträgen | 859 | 948 |
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Gesamtanzahl an Arbeitnehmenden mit unbefristeten und befristeten Arbeitsverträgen | 10.970 | 11.154 |
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Kennzahlen zur Auswirkung „Soziale Sicherheit durch faire Arbeitsbedingungen“
Zur Steuerung der Auswirkung „Soziale Sicherheit durch faire Arbeitsbedingungen“ werden die folgenden Kennzahlen verwendet.
○ Prozentsatz unbefristeter Arbeitsverträge: Dieser wird als Verhältnis der Gesamtanzahl an Arbeitnehmenden mit unbefristeten Verträgen zur Gesamtzahl an Arbeitnehmenden berechnet und beträgt im Geschäftsjahr 2025 92 %. Befristete Arbeitsverträge nutzt United Internet vorwiegend, um Stellen zu besetzen, die vorübergehend vakant sind, wie z. B. Elternzeitvertretungen.
○ Soziale Absicherung: Diese Kennzahl gibt an, ob Arbeitnehmende durch öffentliche Programme oder durch vom Unternehmen angebotene Leistungen gegen Verdienstausfälle aufgrund von Krankheit, Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfällen, Erwerbsunfähigkeit, Elternzeit und Ruhestand abgesichert sind. Die soziale Absicherung bestand im Geschäftsjahr 2025 konzernweit für alle Mitarbeitenden – mit Ausnahme der Absicherung von Arbeitnehmenden in den USA gegen Verdienstausfälle aufgrund von Elternzeit.
○ Geschlechterspezifisches Verdienstgefälle: Dieses entspricht der Differenz zwischen dem durchschnittlichen Bruttostundenverdienst weiblicher und männlicher Arbeitnehmender, ausgedrückt als Prozentsatz des durchschnittlichen Bruttostundenverdienstes männlicher Arbeitnehmer. Es betrug im Geschäftsjahr 2025 20,5 %. Für die Berechnung des durchschnittlichen Bruttostundenverdienstes wurden alle fixen Gehaltsbestandteile sowie sonstigen Geld- und Sachleistungen der Mitarbeitenden zum Stichtag 31. Dezember 2025 ausgewertet und die Vergütungskomponenten zur Berechnung der jährlichen Gesamtzielvergütung annualisiert. Dabei bleiben unterjährige Gehaltsanpassungen unberücksichtigt. Darüber hinaus wurden kurz- und langfristige variable Gehaltsbestandteile berücksichtigt: Provisionen mit einem festgelegten Zielwert werden auf Basis einer angenommenen Zielerreichung von 100 % angesetzt, Provisionen ohne festgelegten Zielwert werden auf Grundlage der tatsächlichen Abrechnungsergebnisse ermittelt. Die langfristige variable Vergütung besteht in einem auf virtuellen Aktienoptionen basierenden Beteiligungsprogramm (Stock Appreciation Rights, SARs) und wird in dem Geschäftsjahr als gewährt und geschuldet ausgewiesen, in dem die SARs ausgeübt werden. Beträge in Fremdwährungen werden anhand der durchschnittlichen Wechselkurse für das Geschäftsjahr 2025 in Euro umgerechnet. Abschließend wird aus der jährlichen Gesamtvergütung der Bruttostundenlohn auf Basis der hinterlegten Standardarbeitszeit ermittelt.
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Berichte - IONOS Group SE |
○ Jährliches Gesamtvergütungsverhältnis: Das Vergütungsverhältnis der höchstbezahlten Person zum Median der jährlichen Gesamtvergütung aller Mitarbeitenden (mit Ausnahme der höchstbezahlten Person) lag im Geschäftsjahr 2025 bei 108:1. Für die Ermittlung wurde die unter „Geschlechterspezifisches Verdienstgefälle“ verwendete Methode für die Berechnung der jährlichen Gesamtvergütung zugrunde gelegt, wobei diese zusätzlich um Kaufkraftunterschiede zwischen den Ländern bereinigt wurde. Dazu wurde das BIP pro Kopf der jeweiligen Länder in aktuellen Preisen ins Verhältnis zum deutschen BIP pro Kopf gesetzt und das Jahreszielgehalt durch diesen Faktor geteilt. Die Methodik zur Ermittlung der Vergütung der höchstverdienenden Person wird im Vergütungsbericht des Segments „Business Applications“ erläutert.
○ Angemessene Entlohnung: Alle Mitarbeitenden von United Internet erhalten einen angemessenen Lohn, der den im jeweiligen Land geltenden Maßstäben entspricht. Als Referenzwerte wurden jeweils die national oder regional geltenden Mindestlöhne herangezogen. Eine Ausnahme bildet Österreich: Mangels eines gesetzlichen Mindestlohns wurde der Tarifvertrag für Angestellte in der Informationstechnologie als Referenz herangezogen. Für die Prüfung der Maßstabserfüllung wurden die Grundgehälter ausgewertet und daraus der jeweilige Stundenlohn auf Basis der hinterlegten Standardarbeitszeit berechnet. Inaktive Personen, Praktikantinnen und Praktikanten, Bachelorstudierende sowie Auszubildende sind von der Auswertung ausgeschlossen.
Kennzahlen zum Risiko „Fachkräftemangel und Fluktuation der Mitarbeitenden durch unattraktive Arbeitsbedingungen“
Das Risiko „Fachkräftemangel und Fluktuation der Mitarbeitenden durch unattraktive Arbeitsbedingungen“ wird mithilfe der folgenden Kennzahlen überwacht:
○ Fluktuation der Arbeitnehmenden: Für das Geschäftsjahr 2025 betrug die Quote 14 %, basierend auf 1.530 Austrittsereignissen im Geschäftsjahr (2024: 1.677 Austritte; 15 %). Die Fluktuationsquote wurde berechnet aus der Summe aller Austrittsereignisse im Geschäftsjahr dividiert durch den durchschnittlichen, monatlichen Mitarbeitendenbestand im Geschäftsjahr. Zu den berücksichtigten Austrittsereignissen zählen Arbeitnehmenden- und Arbeitgeberkündigungen, Aufhebungsverträge, Renteneintritte, ausgelaufene Verträge, Todesfälle sowie Austritte von Aushilfen, Werkstudierenden, Praktikantinnen und Praktikanten sowie Diplomanden und Diplomandinnen.
○ Quote der freiwilligen Kündigungen in der Stammbelegschaft (unternehmensspezifische Kennzahl): Diese Kennzahl wird zusätzlich zur Fluktuation der Arbeitnehmenden erhoben. Sie berücksichtigt in Bezug auf die aktiven Arbeitnehmenden der Stammbelegschaft, d. h. exkl. der Aushilfen und inkl. Vorstände und Geschäftsführung, selbst initiierte Kündigungen. Im Geschäftsjahr 2025 betrug die Quote 5,8 %.
○ Übernahmequote (unternehmensspezifische Kennzahl): Diese Kennzahl ist definiert als das Verhältnis der Anzahl an übernommenen Auszubildenden zur Anzahl an Auszubildenden, die ihre Ausbildung im jeweiligen Geschäftsjahr erfolgreich abgeschlossen haben. Als übernommen gelten Personen, die im jeweiligen Geschäftsjahr eine Festanstellung, ein duales Studium oder eine Werkstudierendentätigkeit bei United Internet begonnen haben. Die Übernahmequote betrug im Geschäftsjahr 2025 48 % (2024: 48 %).
Kennzahlen zur Auswirkung „Fehlende Chancengleichheit und Inklusion“
Im Einklang mit dem Engagement für Transparenz und Chancengleichheit wurden bei United Internet spezifische Kennzahlen definiert, die eine kontinuierliche Aktualisierung und Überprüfung bzgl. Einstellungen, Schulungen und Beförderungen gewährleisten. Dadurch erhält United Internet einen klaren Überblick über die Entwicklungs- und Aufstiegschancen der Mitarbeitenden. Innerhalb des Rekrutierungsprozesses werden Daten zu Geschlecht, Alter und Qualifikation erhoben, um die Vielfalt sowie Gerechtigkeit bei der Einstellung sicherzustellen. Die Rekrutierungs- und Förderprozesse sind spezifisch darauf ausgelegt, Qualifikationen, Kompetenzen und berufliche Erfahrungen als zentrale Säulen bei allen Personalentscheidungen zu nutzen.
Zur Steuerung der Auswirkung „Fehlende Chancengleichheit und Inklusion“ werden die folgenden Kennzahlen verwendet:
Anzahl an Arbeitnehmenden nach Altersgruppe | 2025 | 2024 | 2025 | 2024 |
| Anzahl | Anzahl | in % | in % |
Arbeitnehmende unter 30 Jahren | 2.213 | 2.354 | 20,2 | 21,1 |
Arbeitnehmende (30–50 Jahre) | 6.561 | 6.686 | 59,8 | 59,9 |
Arbeitnehmende über 50 Jahren | 2.196 | 2.114 | 20,0 | 19,0 |
Arbeitnehmende insgesamt | 10.970 | 11.154 | 100,0 | 100,0 |
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Die oberste Führungsebene bei der Verteilung der Geschlechter wird in der folgenden Tabelle als zwei Ebenen unterhalb der Verwaltungs- und Aufsichtsorgane, d. h. exkl. Vorstand und Aufsichtsrat des Konzerns und inkl. der Organe der Tochtergesellschaften, definiert.
Geschlechterverteilung der obersten Führungsebene | 2025 | 2024 | 2025 | 2024 |
| Anzahl | Anzahl | in % | in % |
Weiblich | 30 | 38 | 13,2 | 14,6 |
Männlich | 198 | 223 | 86,8 | 85,4 |
Divers(*) | 0 | 0 | 0,0 | 0,0 |
Insgesamt | 228 | 261 | 100,0 | 100,0 |
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(*) Geschlecht, wie von den Arbeitnehmenden selbst angegeben.
Zusätzlich dienen folgende Kennzahlen dazu, die Zielerreichung in Bezug auf die Auswirkung zu monitoren:
○ Anteil von Frauen in Führungspositionen (unternehmensspezifische Kennzahl): Die Kennzahl bezieht sich auf die aktiven Mitarbeitenden der vier obersten Führungsebenen unterhalb der Verwaltungs- und Aufsichtsorgane und schließt den Konzernvorstand ein. Der Anteil betrug im Geschäftsjahr 2025 20,1 % (2024: 21,2 %) und lag damit unter dem Vorjahreswert. Die Entwicklung unterliegt jährlichen Schwankungen, u. a. aufgrund von personellen Veränderungen in einem begrenzten Führungskreis. Diese Kennzahl dient primär der Bewertung von Chancengleichheit im Unternehmen.
○ Abschlussquote der „Diversität & Inklusion“-Schulung (unternehmensspezifische Kennzahl): Die Abschlussquote der „Diversität & Inklusion“-Schulung betrug für alle verpflichtend eingebuchten Mitarbeitenden seit dem Roll-out im Geschäftsjahr 2024 bis zum Ende des Geschäftsjahres 2025 89 %. Die Berechnung basiert auf dem Anteil der Mitarbeitenden mit nachgewiesener, erfolgreicher Teilnahme an allen verpflichtend eingebuchten Mitarbeitenden. Eingebucht wurden alle aktiven Mitarbeitenden inkl. Aushilfen, ausgenommen jene des Segments „Business Applications“. Zusätzlich wurden außerhalb des Segments „Business Access“ auch Mitarbeitende in Elternzeit und aufgrund von Krankheit längere Zeit abwesende Mitarbeitende eingebucht. Insgesamt wurden somit 6.512 Personen auf das Training gebucht. Die Kennzahl dient der Überwachung des Fortschritts bei der Umsetzung der Schulungspflicht sowie der Bewertung der Verankerung von Diversität und Inklusion im Unternehmen.
Kennzahlen zur Auswirkung „Gesundheitliche Gefährdung am Arbeitsplatz“
United Internet nimmt die Auswirkung „Gesundheitliche Gefährdung am Arbeitsplatz“ sehr ernst und verfolgt das Ziel, belastungsbedingte Abwesenheiten zu senken und Unfälle am Arbeitsplatz zu vermeiden. Auch zukünftig werden die Ursachen für Abwesenheiten und Unfälle genau analysiert. Die Effektivität des Arbeitsschutzmanagements zeigt sich in Unfall- und Abwesenheitsquoten.
Folgende Kennzahlen dienen zur Überwachung und Steuerung der Auswirkung:
○ Abdeckung durch das Gesundheits- und Sicherheitsmanagementsystem: Die Abdeckung betrug im Geschäftsjahr 2025 81 % (2024: 82 %). Dies entspricht den Mitarbeitenden aller deutschen Standorte von United Internet.
○ Todesfälle, Verletzungen und Erkrankungen: Im Geschäftsjahr 2025 wurden keine Todesfälle von Mitarbeitenden aufgrund von arbeitsbedingten Verletzungen und Erkrankungen verzeichnet (2024: 0). Im Geschäftsjahr 2025 wurden keine tödlichen Arbeitsunfälle oder sonstige Todesfälle unter anderen Arbeitskräften an den Standorten des Unternehmens festgestellt.
○ Arbeitsunfälle: Im Geschäftsjahr 2025 wurden 37 meldepflichtige Arbeitsunfälle gemeldet, was einer Quote von 2,2 % entspricht (2024: 34 Unfälle, Quote: 2,0 %). Die Quote repräsentiert die Zahl der jeweiligen Unfälle pro einer Mio. geleisteter Arbeitsstunden, was 500 Vollzeitbeschäftigten in einem Zeitraum von einem Jahr entspricht. Dafür wurden die geleisteten Arbeitsstunden auf Grundlage der Standardarbeitsstunden unter Berücksichtigung der Ansprüche auf Abwesenheit mit Lohnfortzahlung durch Urlaub, Krankheitsausfälle und Feiertage geschätzt.
Vorfälle und Beschwerden im Zusammenhang mit Menschenrechten
Im Geschäftsjahr 2025 wurden der Compliance-Organisation 38 Hinweise auf mögliche Compliance-Verstöße über die zuvor beschriebenen Kanäle gemeldet und durch sie geprüft (2024: 32 Hinweise). Davon hatten zwölf Hinweise einen Bezug zu Diskriminierung, einschließlich Belästigung (2024: fünf), sechs weitere standen im Zusammenhang mit anderen sozialen Faktoren oder Aspekten innerhalb der eigenen Belegschaft (2024: acht). Von den zwölf potenziellen Diskriminierungs-Vorfällen konnte in zwei Fällen ein tatsächlicher Verstoß festgestellt werden (2024: zwei), woraufhin Abhilfemaßnahmen abgeleitet und umgesetzt wurden. Es wurden keine Hinweise auf Menschenrechtsverletzungen gemeldet (2024: ebenfalls keine Hinweise).
Aus den vorstehend beschriebenen Vorfällen und Beschwerden, inkl. derer im Zusammenhang mit Beschwerden über Vorfälle von Diskriminierung und Belästigung, resultierten im Geschäftsjahr 2025 keine Geldbußen, Sanktionen oder Schadensersatzzahlungen. Daher sind auch im Jahresabschluss keine entsprechenden Beträge für das Geschäftsjahr 2025 ausgewiesen (2024: ebenfalls Nullmeldung).
Der Vorstand sowie der Prüfungs- und Risikoausschuss des Aufsichtsrats werden quartalsweise über Hinweise auf mögliche Compliance-Verstöße informiert. Diese klaren Berichtswege tragen aktiv zur Förderung einer Vertrauenskultur bei und die Erkenntnisse aus der Bearbeitung von Hinweisen fließen in die Anpassung der Sorgfaltsprozesse ein.
Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette
Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen
United Internet ist in Europa und Nordamerika, also auch außerhalb des Heimatmarkts Deutschland, geschäftlich aktiv. Für das Unternehmen ist die Verantwortung in der Wertschöpfungskette ein wesentliches Thema, insbesondere mit Blick auf den Schutz von Umwelt und Menschenrechten. Dabei umfassen Menschenrechte nicht nur sehr grundlegende Rechte wie Leben, Freiheit und Gleichheit, sondern auch zahlreiche Aspekte aus dem Bereich Arbeit, etwa das Verbot von Diskriminierung und („moderner“) Sklaverei sowie das Recht auf Erholung.
Nicht nur die Beschäftigten von United Internet selbst, sondern auch die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette – außerhalb des direkten Wirkungskreises der Geschäftsaktivität von United Internet – können Gefahren oder Missständen ausgesetzt sein. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf die Nichteinhaltung fairer Arbeitsbedingungen sowie auf Menschenrechtsverletzungen. Im Rahmen der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse hat United Internet folgende positive und negative wesentliche Auswirkungen auf Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette identifiziert.
IRO-Kategorie | Beschreibung der wesentlichen IROs | Wertschöpfungskette |
Nichteinhaltung fairer Arbeitsbedingungen und Menschenrechtsverletzungen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette |
Potenzielle negative Auswirkung auf die Gesellschaft | Zur Bereitstellung von Internet- und Telekommunikationsdiensten ist IT-Hardware und Infrastruktur erforderlich, in der Rohstoffe wie seltene Erden zum Einsatz kommen. Beim Abbau dieser Rohstoffe kann es im Rahmen globaler Lieferketten zur Missachtung von Arbeitsrechten sowie zu gravierenden Menschenrechtsverletzungen bis hin zum Tod kommen, besonders in Ländern mit schwachen regulatorischen Rahmenbedingungen. | Vorgelagert |
Beschäftigung und Inklusion von Menschen mit Behinderungen in der Wertschöpfungskette |
Tatsächliche positive Auswirkung auf die Gesellschaft | Die Zusammenarbeit mit inklusiven Geschäftspartnern unterstützt aktiv die Inklusion und fördert die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen in der Wertschöpfungskette. Dies trägt nicht nur zur Schaffung eines vielfältigeren und integrativeren Arbeitsumfelds bei, sondern stärkt auch die Chancengleichheit und soziale Gerechtigkeit. Gleichzeitig werden die Eigenständigkeit, der Selbstwert und die soziale Integration von Menschen mit Behinderungen gefördert. | Nachgelagert |
Weiterführende Informationen zur Auswirkung „Nichteinhaltung fairer Arbeitsbedingungen und Menschenrechtsverletzungen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette“
IT-Hardware, die United Internet vertreibt oder zur Bereitstellung von Internet- und Telekommunikationsdiensten verwendet, beinhaltet diverse Rohstoffe. Es werden u. a. Erdöl für die Kunststoffproduktion sowie seltene Erden, Lithium, Silizium und Kupfer benötigt. Diese Rohstoffe kommen primär aus China, Australien, den USA, Chile und der Demokratischen Republik Kongo. Der Abbau dieser Rohstoffe kann durch ausbeuterische Arbeitsbedingungen und Menschenrechtsverletzungen geprägt sein. Insbesondere die Wertschöpfungskette für Minerale kann bestimmte Risiken bergen. Neben der Gefahr der Kinderarbeit in Kobaltminen sowie den gefährlichen Arbeitsbedingungen für Minenarbeiterinnen und Minenarbeiter können auch die Angestellten von Zulieferbetrieben oder Selbstständige sowie Arbeitskräfte, die über Drittunternehmen tätig sind, von Risiken bedroht sein. Fehlende Arbeitssicherheitsmaßnahmen können schwere gesundheitliche Schäden oder im schlimmsten Fall sogar den Tod zur Folge haben. Zudem können Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette Missbrauch, Gewalt und Zwangsarbeit ausgesetzt sein, ohne ausreichenden Schutz oder Rechtssicherheit zu genießen.
Die von United Internet benötigte IT-Hardware wird primär im Ausland hergestellt, u. a. in China, Vietnam, Indien, Taiwan und Japan. In IT-Hardware-Fabriken sind besonders migrantische Arbeitskräfte, Frauen und Zeitarbeitskräfte gefährdet. Sie können bspw. unter niedrigen Löhnen, langen Arbeitszeiten, fehlendem Arbeitsschutz, Diskriminierung und unsicheren Verträgen leiden, oftmals ohne oder nur mit geringen Möglichkeiten, ihre Rechte durchzusetzen. Die Arbeitskräfte können zudem sexueller Belästigung ausgesetzt sein. All diese Umstände beeinträchtigen potenziell die körperliche und psychische Gesundheit der Arbeitskräfte erheblich und stellen eine Missachtung der Menschenrechte dar.
Alle weiteren Angaben zur Beschreibung der wesentlichen Auswirkungen und Risiken werden im Kapitel „Allgemeine Angaben“ berichtet.
Richtlinien
Im Folgenden werden Richtlinien aufgeführt, die das Unternehmen zur Prävention, Minderung oder Behebung negativer Auswirkungen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette eingeführt hat.
Ziel der Richtlinie | Geltungsbereich | Verantwortlicher Fachbereich | Nationale und internationale Standards und Gesetzgebung |
Grundsatzerklärung, siehe „Einführung in den Bereich Soziales“ IRO-Bezug: Arbeitsbedingungen und Menschenrechtsverletzungen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette |
Geschäftspartnerkodex (Verhaltenskodex für Geschäftspartner der United Internet AG) IRO-Bezug: Arbeitsbedingungen und Menschenrechtsverletzungen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette |
Vermeidung von Verletzungen von Menschenrechten in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette | Konzernweit im eigenen Betrieb und für alle Geschäftspartner (vorgelagerte und nachgelagerte Wertschöpfungskette) ohne geografische Einschränkung | Corporate Compliance und Zentraleinkauf | UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte |
Leitlinie zur Umsetzung der Lieferkettensorgfaltspflichten IRO-Bezug: Arbeitsbedingungen und Menschenrechtsverletzungen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette |
Effektive Umsetzung der Lieferkettensorgfalts-pflichten | Konzernweit im eigenen Betrieb und für alle Geschäftspartner (vorgelagerte Wertschöpfungskette) ohne geografische Einschränkung | Corporate Compliance | Lieferkettensorgfalts-pflichtengesetz (LkSG) |
Hinweisgeberschutz-Richtlinie, siehe „Einführung in den Bereich Soziales“ IRO-Bezug: Arbeitsbedingungen und Menschenrechtsverletzungen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette |
Leitfaden zur Meldung von Fehlverhalten bei United Internet, siehe „Einführung in den Bereich Soziales“ IRO-Bezug: Arbeitsbedingungen und Menschenrechtsverletzungen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette |
Konzernrichtlinie Umgang mit Hinweisen auf Compliance-Verstöße und Durchführung interner Untersuchungen, siehe „Governance-Informationen“ IRO-Bezug: Arbeitsbedingungen und Menschenrechtsverletzungen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette |
Geschäftspartnerkodex
Von den Lieferanten und Dienstleistungsunternehmen erwartet United Internet, dass sie denselben Grundsätzen folgen wie das Unternehmen selbst. Diese Erwartungen sind konkret im Geschäftspartnerkodex beschrieben und Teil eines sorgfältigen Auswahlprozesses der Geschäftspartner von United Internet. Durch den Kodex soll die Gewährleistung entsprechender Arbeitsbedingungen in der Wertschöpfungskette unterstützt werden. Gleichzeitig sollen so Verletzungen von Menschenrechten in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette sowie damit zusammenhängende potenzielle negative Auswirkungen durch Geschäftsaktivitäten von United Internet vermieden werden.
United Internet bekennt sich ausdrücklich zum Verbot von Menschenhandel, Zwangsarbeit und Kinderarbeit. Dies ist im Geschäftspartnerkodex verankert und von den Lieferanten und Geschäftspartnern einzuhalten.
Leitlinie zur Umsetzung der Lieferkettensorgfaltspflichten
Die Leitlinie zur Umsetzung der Lieferkettensorgfaltspflichten (LkS) beschreibt die strukturelle Umsetzung lieferkettenbezogener Sorgfaltspflichten bei United Internet und definiert Rollen und Verantwortlichkeiten in der konzernweiten LkS-Organisation.
Maßnahmen
Im Folgenden werden Maßnahmen beschrieben, die United Internet umgesetzt hat, um wesentliche Auswirkungen und Risiken in der vorgelagerten Wertschöpfungskette zu steuern und die Ziele der damit verbundenen Richtlinien zu erreichen.
Maßnahmen zur Auswirkung „Nichteinhaltung fairer Arbeitsbedingungen und Menschenrechtsverletzungen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette“
Die Maßnahmen in Bezug auf faire Arbeitsbedingungen und die Vermeidung von Menschenrechtsverletzungen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette sind risikoorientiert ausgestaltet und umfassen grundsätzlich alle Arbeitskräfte der unmittelbaren Zulieferer, mit denen eine vertragliche Beziehung besteht.
Auf Ebene der mittelbaren Zulieferer erfolgen anlassbezogene Risikoanalysen im Falle substantiierter Kenntnis, d. h. bei Vorliegen tatsächlicher Anhaltspunkte, die eine Verletzung einer menschenrechtsbezogenen Pflicht bei mittelbaren Zulieferern möglich erscheinen lassen. Dies kann bspw. über eine Meldung an das Hinweisgebersystem oder Hinweise in den Medien der Fall sein.
Die Maßnahmen finden auf drei Handlungsebenen statt.
Erste Ebene: Präventionsmaßnahmen
Der Geschäftspartnerkodex und Vertragsklauseln sowie IT-Lösungen für die Durchführung der zweistufigen Risikoanalyse bilden das organisatorische und technische Fundament der lieferkettenbezogenen Maßnahmen. Sie werden anlass- oder risikobezogen um dedizierte Präventions- und Abhilfemaßnahmen ergänzt.
Im Rahmen der abstrakten Bruttorisikoanalyse werden zunächst die branchen- und länderspezifischen Risiken der unmittelbaren Zulieferer ermittelt. Zur Prävention der potenziellen negativen Auswirkungen in Bezug auf Arbeitsbedingungen und Menschenrechtsverletzungen in der Wertschöpfungskette werden direkte Lieferanten jährlich einer abstrakten Risikoanalyse unterzogen. Die Analyse der direkten Lieferanten erfolgt anhand ökologischer, sozialer und ethischer Kriterien, um potenzielle abstrakte Risiken frühzeitig zu identifizieren.
Bei der Entwicklung von Präventionsmaßnahmen baut United Internet auf den Ergebnissen der Bruttorisikoanalyse auf. Identifizierte Bruttorisikolieferanten der Risikokategorie „Prio A“ (prioritäre Bruttorisikolieferanten) werden zu einer konkreten ESG-Bewertung eingeladen und jährlich einer konkreten Risikobetrachtung unterzogen. Dies dient dazu, die individuellen Risiken in Bezug auf den jeweiligen Bruttorisikolieferanten zu ermitteln und letztlich Präventionsmaßnahmen risikoorientiert und adressatengerecht abzuleiten. Für die Analyse wird eine Lieferantensoftware genutzt. Falls dort keine verwertbaren Informationen vorliegen, wird der Lieferant in Abstimmung mit den Fachbereichen überprüft. Zur Risikokategorie „Prio A“ zählen unmittelbare Zulieferer, die basierend auf einer sechsstufigen Risikoskala:
○ ein Bruttorisiko von „Mittelhoch“, „Hoch“ oder „Sehr hoch“ und ein Umsatzvolumen YTD 30.09. > 100.000 € aufweisen oder
○ ein Bruttorisiko von „Hoch“ oder „Sehr hoch“ und ein Umsatzvolumen YTD 30.09. > 10.000 € aufweisen.
Im Geschäftsjahr 2025 wurden im Rahmen der abstrakten Risikoanalyse 7.080 Zulieferer zwecks Identifizierung branchen- und länderspezifischer Risiken analysiert. Hiervon wurden 116 Kreditoren als prioritär eingeschätzt. Diese werden einer Nettorisikoanalyse unterzogen, deren Ergebnis zum Zeitpunkt der Erstellung der Nachhaltigkeitserklärung noch aussteht.
Zusätzlich werden menschenrechtsbezogene Erwartungen bei der Auswahl der unmittelbaren Zulieferer integriert. Seit dem 1. März 2025 werden alle neuen Lieferanten ab einem potenziellen Auftragsvolumen von über 500.000 € einer abstrakten Risikoanalyse und ab einem potenziellen Auftragsvolumen von über 1,5 Mio. € einer konkreten Risikoanalyse unterzogen. Auf Basis der konkret ermittelten Risikodisposition des jeweiligen Zulieferers leitet United Internet gegebenenfalls angemessene Verbesserungsmaßnahmen, i. d. R. Schulungen, ab.
Zweite Ebene: Feststellen von Verletzungen
Auf Ebene der mittelbaren Zulieferer erfolgen anlassbezogene Risikoanalysen im Falle substantiierter Kenntnis, d. h. bei Vorliegen tatsächlicher Anhaltspunkte, die eine Verletzung einer menschenrechtsbezogenen Pflicht bei mittelbaren Zulieferern möglich erscheinen lassen. Dies kann bspw. über eine Meldung an das Hinweisgebersystem oder Hinweise in den Medien der Fall sein. Mehr Details zum Hinweisgebersystem finden sich in der „Einführung in den Bereich Soziales“.
Im Geschäftsjahr 2025 wurden keine schwerwiegenden Probleme oder Vorfälle im Zusammenhang mit Menschenrechten in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette über das Hinweisgebersystem von United Internet gemeldet.
In Bezug auf Zulieferunternehmen, die über ein EcoVadis-Rating verfügen, erfolgen automatisierte regelmäßige Screenings sowie Live-News-Überwachungen. So kann United Internet Themen und Entwicklungen identifizieren, die die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette betreffen könnten.
Im Rahmen des sogenannten „Due Diligence Outsourcing“ werden angebundene Outsourcing-Partner einer dedizierten Prüfung unterzogen, um mögliche Risiken in Bezug auf die dort angestellten Call-Center-Agentinnen und -Agenten zu identifizieren und risikospezifische Maßnahmen ableiten und adressieren zu können.
Dritte Ebene: Anlassbezogene Abhilfemaßnahmen
Sofern Verstöße festgestellt oder konkrete Risiken ermittelt wurden, werden angemessene und geeignete Abhilfemaßnahmen ergriffen. Die Strategien zur Verhinderung und Minderung negativer Auswirkungen hängen von der Beziehung zwischen United Internet und dem Verursacher des Risikos, der Schwere einer Verletzung und der Möglichkeit der Einflussnahme auf den jeweiligen Zulieferer ab.
Überwachungsmechanismen
Die Wirksamkeit der Maßnahmen wird durch technische und organisatorische Ansätze überwacht.
Zur Überwachung des lieferkettenbezogenen Risikomanagements wurde die Funktion der bzw. des Menschenrechtsbeauftragten etabliert. Wesentliche Aufgaben des Menschenrechtsbeauftragten von United Internet sind die Überwachung der Durchführung der jährlichen Risikoanalyse und die Initiierung abzuleitender Maßnahmen, die Initiierung anlassbezogener Risikoanalysen sowie ggf. die Initiierung erforderlicher Maßnahmen, die Erstellung und ggf. die anlassbezogene Aktualisierung der Grundsatzerklärung und die Berichterstattung an die Geschäftsleitung.
Eine zentrale Menschenrechtskoordinatorin bzw. ein zentraler Menschenrechtskoordinator koordiniert die Umsetzung der Sorgfaltspflichten in den dezentralen Einkaufseinheiten. Dezentrale Menschenrechtskoordinatorinnen und Menschenrechtskoordinatoren in den dezentralen Einkaufseinheiten sorgen für die Umsetzung der Sorgfaltspflichten in den maßgeblichen Beschaffungsprozessen.
Maßnahmen zur Auswirkung „Beschäftigung und Inklusion von Menschen mit Behinderungen in der Wertschöpfungskette“
United Internet fördert Vielfalt und Inklusion aktiv – nicht nur als Arbeitgeber gegenüber den eigenen Mitarbeitenden, sondern auch in der Wertschöpfungskette. Dies geschieht durch die gezielte Zusammenarbeit mit inklusiven Geschäftspartnern, insbesondere im Bereich der Wiederaufbereitung von IT-Hardware. So pflegt United Internet langjährige Partnerschaften mit den Recycling-Spezialisten AfB gGmbH und GDW. Beide Unternehmen leisten wertvolle Beiträge für die Beschäftigungschancen von Menschen mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen, wodurch deren Eigenständigkeit, Selbstwert und die soziale Integration gestärkt werden. Das trägt nicht nur zu einem vielfältigeren und integrativeren Arbeitsumfeld bei, sondern auch zu mehr Chancengleichheit und sozialer Gerechtigkeit in der Gesellschaft.
Ziele
Ziele zur Auswirkung „Nichteinhaltung fairer Arbeitsbedingungen und Menschenrechtsverletzungen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette“
Die Wirksamkeit von Richtlinien, Konzepten und Maßnahmen im Zusammenhang mit Arbeitsbedingungen und Menschenrechten in der Wertschöpfungskette wird regelmäßig verfolgt, auch wenn derzeit keine spezifischen Zielvorgaben zur Messung definiert sind. Hierzu nutzt United Internet insbesondere die Ergebnisse der regelmäßigen abstrakten Risikoanalysen direkter Lieferanten sowie der konkreten ESG-Bewertungen prioritärer Bruttorisikolieferanten. Ergänzend fließen Erkenntnisse aus dem etablierten Hinweisgebersystem in die Bewertung der Wirksamkeit ein. Das Ambitionsniveau besteht darin, regelkonformes Verhalten durch Präventionsmaßnahmen sicherzustellen sowie potenzielle Verstöße frühzeitig zu erkennen, vollständig aufzuklären, abzustellen und konsequent zu sanktionieren.
Ziele zur Auswirkung „Beschäftigung und Inklusion von Menschen mit Behinderungen in der Wertschöpfungskette“
Für das Geschäftsjahr 2025 liegen keine spezifischen Ziele zur „Beschäftigung und Inklusion von Menschen mit Behinderungen in der Wertschöpfungskette“ vor. Grund hierfür ist die noch ausstehende Entwicklung einer entsprechenden Richtlinie. Die Wirksamkeit der Zusammenarbeit mit der AfB wird jährlich in einer von der AfB ausgestellten Urkunde quantifiziert. So konnten allein durch die im Geschäftsjahr 2025 von United Internet abgegebenen Altgeräte neun Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen finanziert werden. Diese Kennzahl eignet sich jedoch nicht zur Ableitung eines Zielniveaus, da sie unmittelbar an die Menge der abgegebenen Altgeräte gekoppelt ist.
Mittelfristig wird angestrebt, soziale und ökologische Nachhaltigkeit im Einkauf weiter zu verankern. Um die positive Auswirkung in Bezug auf die Beschäftigung und Inklusion von Menschen mit Behinderungen in der Wertschöpfungskette zu sichern und weiterzuentwickeln, sollen entsprechende Richtlinien ausgebaut sowie bestehende und neue Partnerunternehmen anhand definierter Kriterien bewertet werden. Die Festlegung konkreter Ziele wird nach Abschluss der konzeptionellen Vorarbeiten und dem Aufbau geeigneter Prozesse und Messgrößen geprüft.
Verbraucherinnen und Verbraucher, Endnutzende
Vorbemerkung: Die Begriffe „Verbraucherinnen und Verbraucher“, „Kundinnen und Kunden“, „Endkundinnen und Endkunden“, „Endnutzende“ und „Kundschaft“ werden in diesem Kapitel synonym verwendet.
Einbezug von Endkundinnen und Endkunden
Die Zufriedenheit der Verbraucherinnen und Verbraucher mit den Produkten und Services von United Internet ist ein zentraler Baustein für den Erfolg des Unternehmens. Um den stetig wachsenden Ansprüchen der Kundinnen und Kunden an ein Telekommunikations- und Internet-Unternehmen gerecht zu werden, sind kontinuierliche Verbesserungen unter Einbezug von Feedback notwendig. Daher nutzt United Internet regelmäßige Befragungen der Kundschaft und ergänzende Marktforschungsinstrumente, um Optimierungspotenziale für Produkte, Prozesse und den Kundenservice abzuleiten. In die Doppelte Wesentlichkeitsanalyse von United Internet wurde die Sichtweise der Verbraucherinnen und Verbraucher durch entsprechende Fachabteilungen wie Customer Experience einbezogen. Die gewonnenen Erkenntnisse wurden durch Umfrage- sowie Marktforschungsergebnisse gestützt.
Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen
Im Rahmen der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse wurden folgende wesentliche Auswirkungen und Risiken identifiziert:
IRO-Kategorie | Beschreibung der wesentlichen IROs | Wertschöpfungskette |
Gefahren für faktenbasierte Meinungsbildung |
Potenzielle negative Auswirkung auf die Gesellschaft | Die redaktionellen Inhalte auf Seiten wie GMX und WEB.DE bringen eine soziale Verantwortung mit sich, insbesondere in Bezug auf informierte und fundierte Meinungsbildung. Durch die Verbreitung von Fake News kann bei den Lesenden eine verzerrte Wahrnehmung der Realität entstehen. Subjektiv gefärbte Berichterstattung führt auf Dauer dazu, dass Menschen Nachrichten nicht mehr vertrauen. Dies begünstigt die Bildung von Filterblasen, in denen einseitige Inhalte, Fake News und Algorithmen die eigenen Perspektiven immer weiter verstärken und andere Sichtweisen ausblenden. Langfristig hat dies gravierende Auswirkungen auf die Demokratie, da eine vielfältige und ausgewogene Meinungsbildung unterdrückt wird. | Nachgelagert |
Verletzung von Jugendschutz im digitalen Raum |
Potenzielle negative Auswirkung auf die Gesellschaft | Mangelnde Schutzmaßnahmen für einen sicheren Internetzugang für Kinder und Jugendliche können schwerwiegende Folgen haben. Durch unzureichende Kontrolle können jugendschädliche oder illegale Inhalte, wie rechtsextreme Beiträge, per E-Mail, Werbung oder im redaktionellen Bereich verbreitet werden. Dies kann zu psychischen Schäden bei jungen Nutzenden führen und ihre digitale Bildung beeinträchtigen, was langfristig ihre Lebensqualität negativ beeinflusst. Auch Eltern können durch die Gefährdung ihrer Kinder indirekt betroffen sein. | Nachgelagert |
Unzureichende digitale Sicherheit und mangelnder Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher |
Potenzielle negative Auswirkung auf die Gesellschaft | Als Betreiber digitaler Dienste hat United Internet eine hohe Verantwortung für die an das Unternehmen übertragenen Daten, z. B. E-Mails, persönliche Fotos oder Bezahldaten. Fehlender Datenschutz, unzureichende Cybersecurity oder Rechenzentrumsausfälle können zum Verlust oder zur Veröffentlichung sensibler Daten von Nutzenden führen. Dies kann psychische oder finanzielle Schäden für die Betroffenen nach sich ziehen, z. B. durch Identitätsdiebstahl oder betrügerische Aktivitäten. | Nachgelagert |
Unzureichender Schutz personenbezogener Daten von Kundinnen und Kunden sowie Endnutzenden |
Risiko | Es besteht das Risiko, dass personenbezogene oder sensible Daten von Kundinnen, Kunden und Endnutzenden durch mangelhafte Datenschutzprozesse, Nichteinhaltung gesetzlicher Vorgaben (z. B. DSGVO, EU–U.S. Data Privacy Framework) oder technische Vorfälle gefährdet werden. Datenverlust, unbefugter Zugriff, unrechtmäßige Datenverarbeitung sowie die Nichteinhaltung gesetzlicher Datenschutzvorgaben können zu Sanktionen und Kundenverlust führen. | Im eigenen Betrieb |
Anwendung von KI in Prozessen und Services |
Potenzielle negative Auswirkung auf die Gesellschaft | Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in unternehmensinternen Prozessen und Anwendungen kann negative, ethische Auswirkungen mit sich bringen. Die in KI-Anwendungen enthaltenen Vorurteile (Biases) können zu diskriminierenden Entscheidungen in der Produktentwicklung führen. Haben Mitarbeitende Unklarheiten im Umgang mit KI, können zudem personenbezogene Daten in die KI-Modelle gelangen - mit bislang nicht abschätzbaren Konsequenzen für die betroffenen Personen. | Im eigenen Betrieb |
Befähigung zu digitaler Teilhabe |
Tatsächliche positive Auswirkung auf die Gesellschaft | Durch das Angebot, den Ausbau und den Betrieb von Telekommunikationsdiensten und -infrastruktur sowie den Verkauf von Endgeräten und Dienstleistungen befähigt United Internet Endkundinnen und Endkunden und Verbraucherinnen und Verbraucher zur Teilhabe an der digitalen Welt. | Nachgelagert |
Ausfall des eigenen Mobilfunknetzes |
Risiko | Durch den Ausfall des eigenen Mobilfunknetzes, bspw. durch Überlastung in Rechenzentren, kann es zu Regressansprüchen, Vertragskündigungen, Reputationsschäden und verminderter Gewinnung von neuen Kundinnen und Kunden kommen. | Im eigenen Betrieb |
Folgende wesentliche IROs wurden im Zusammenhang mit Geschäftskunden identifiziert, betreffen jedoch auch die Gruppe der Endnutzenden, weshalb sie ebenso in diesem Kapitel aufgeführt werden. Mit den im folgenden Kapitel beschriebenen Richtlinien und Maßnahmen zu den IROs „Digitale Sicherheit und Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher“ und „Unzureichender Schutz personenbezogener Daten von Kundinnen und Kunden sowie Endnutzenden“ wirkt United Internet auch den möglichen Auswirkungen der IROs „Auswirkungen von Cybersecurity-Vorfällen für die Wertschöpfungskette“ und „Verletzung von Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Integrität von Daten führt zu Datenverlust und Datenmissbrauch“ entgegen. Die Richtlinien und Maßnahmen zur Auswirkung „Ausfälle der kritischen Infrastruktur“ werden separat aufgeführt.
IRO-Kategorie | Beschreibung der wesentlichen IROs | Wertschöpfungskette |
Auswirkungen von Cybersecurity-Vorfällen für die Wertschöpfungskette |
Potenzielle negative Auswirkung auf die Gesellschaft | Werden Cybersecurity-Maßnahmen nicht in ausreichendem Maße etabliert und eingehalten, werden IT-Systeme anfällig für großflächige Angriffe. Dies kann Betriebsausfälle und den Abfluss sensibler Daten zur Folge haben. Darüber hinaus könnten Rechenzentren und -dienste von Angreiferinnen und Angreifern missbraucht werden, um massive Angriffe auf andere Internetseiten oder -dienste durchzuführen und diese zu überlasten. Innerhalb der Wertschöpfungskette kann dadurch erheblicher wirtschaftlicher Schaden entstehen, bspw. durch Erpressung und Datenmissbrauch. | Nachgelagert |
Verletzung von Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Integrität von Daten führt zu Datenverlust und Datenmissbrauch |
Risiko | Sicherheitslücken in Software, unzureichende technische Schutzmaßnahmen und fehlende organisatorische Kontrollen (z. B. Schulungen) erhöhen das Risiko von Datenverlust, unbefugtem Zugriff und Datenmanipulation. Dies kann zu rechtlichen Konsequenzen, Betriebsausfällen und Erpressung führen. Dem Unternehmen entstehen hohe Folgekosten durch Kundenverlust, Wiederherstellungsaufwände, Systemausfälle, etc. | Im eigenen Betrieb |
Ausfälle der kritischen Infrastruktur |
Potenzielle negative Auswirkung auf die Gesellschaft | Ein Ausfall oder eine Beeinträchtigung der durch United Internet bereitgestellten Telekommunikationsinfrastruktur sowie der Rechenzentren, die für kritische staatliche Behörden betrieben werden, kann das staatliche Gemeinwesen erheblich beeinträchtigen, indem dadurch nachhaltige Versorgungsengpässe, schwerwiegende Störungen der öffentlichen Sicherheit oder andere dramatische Folgen für die kritische Infrastruktur verursacht werden. Da Telekommunikationssysteme die Grundlage für zahlreiche zentrale Dienste wie Notfallkommunikation, Verkehrssteuerung, Energieversorgung und Finanztransaktionen bilden, können Ausfälle dieser Systeme zu einem Dominoeffekt führen. Dieser kann die Funktionsfähigkeit lebenswichtiger Sektoren unterbrechen und die Koordination von Rettungseinsätzen und staatlichen Maßnahmen behindern. | Nachgelagert |
Richtlinien
Die nachfolgende Tabelle fasst die Richtlinien in Bezug auf Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Endnutzende zusammen.
Ziel der Richtlinie | Geltungsbereich | Verantwortlicher Fachbereich | Nationale und internationale Standards und Gesetzgebung |
Informationssicherheitsleitlinie IRO-Bezug: Unzureichende digitale Sicherheit und mangelnder Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher, Risiko durch unzureichenden Schutz personenbezogener Daten von Kundinnen und Kunden sowie Endnutzenden |
Gewährleistung der Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit von Informationen durch angemessene Informationssicherheitsmaßnahmen | Gesamter Tätigkeitsbereich von United Internet | Group Information Security Officer (GISO) | ISO 27001 NIS-2 Verordnung |
Richtlinie Informationsklassifizierung IRO-Bezug: Unzureichende digitale Sicherheit und mangelnder Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher, Risiko durch unzureichenden Schutz personenbezogener Daten von Kundinnen und Kunden sowie Endnutzenden |
Definition von Anforderungen für die korrekte Klassifizierung und den korrekten Umgang mit Informationen (inkl. Klassifizierungsstufen) | Alle Mitarbeitenden und Organisationseinheiten aus der Informations-sicherheitsleitinie | Segment Information Security Officer (SISO) | ISO 27001 NIS-2 Verordnung |
Ziel der Richtlinie | Geltungsbereich | Verantwortlicher Fachbereich | Nationale und internationale Standards und Gesetzgebung |
Richtlinie Handhabung von Informationssicherheitsvorfällen IRO-Bezug: Unzureichende digitale Sicherheit und mangelnder Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher, Risiko durch unzureichenden Schutz personenbezogener Daten von Kundinnen und Kunden sowie Endnutzenden |
Definition der Anforderungen an die Analyse, Bewertung und Bearbeitung von Informationssicherheitsvorfällen | Alle Mitarbeitenden und Organisationseinheiten aus der Informations-sicherheitsleitlinie | SISO | ISO 27001 NIS-2 Verordnung |
Konzernrichtlinie zum Umgang mit Endgeräten IRO-Bezug: Unzureichende digitale Sicherheit und mangelnder Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher, Risiko durch unzureichenden Schutz personenbezogener Daten von Kundinnen und Kunden sowie Endnutzenden |
Definition grundlegender Vorgaben für die Handhabung von Endgeräten des Arbeitgebers zum sicheren Umgang der darauf verarbeiteten Daten sowie Anforderungen an die Sicherheit der Geräte | Konzernweit im eigenen Betrieb an sämtlichen Standorten von United Internet | Corporate IT Service Center | ISO 27001 ITIL 4 |
Datenschutzleitlinie IRO-Bezug: Unzureichende digitale Sicherheit und mangelnder Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher, Risiko durch unzureichenden Schutz personenbezogener Daten von Kundinnen und Kunden sowie Endnutzenden |
Sicherstellung eines einheitlichen Datenschutzniveaus bei United Internet | Verpflichtend für alle Beschäftigten der United Internet | Corporate Privacy | Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) |
Richtlinie Löschkonzept IRO-Bezug: Unzureichende digitale Sicherheit und mangelnder Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher, Risiko durch unzureichenden Schutz personenbezogener Daten von Kundinnen und Kunden sowie Endnutzenden |
Festlegung von Verantwortlichkeiten zur Erfüllung datenschutzrechtlicher Pflichten zur Löschung personenbezogener Daten | Segmentspezifisch | Corporate Privacy | Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) |
Leitlinie zum Einsatz künstlicher Intelligenz in der United Internet Gruppe IRO-Bezug: Unzureichende digitale Sicherheit und mangelnder Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher, Negative ethische Auswirkungen durch die Anwendung von KI in Prozessen und Services |
Bildung eines Rahmens für den rechtskonformen und ethischen Umgang mit KI-Technologien im Gesamtkonzern | Konzernweit alle Mitarbeitenden | Corporate Compliance | Verordnung (EU) 2024/1689 über Künstliche Intelligenz (AI Act) |
Leitlinie zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz in der Redaktion IRO-Bezug: Unzureichende digitale Sicherheit und mangelnder Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher, Negative ethische Auswirkungen durch die Anwendung von KI in Prozessen und Services |
Grundsätze zum verantwortungsvollen, transparenten und rechtssicheren Einsatz von KI in der Redaktion – unter Wahrung journalistischer Standards und ethischer Prinzipien | Segmentspezifisch (Consumer Applications) Mitarbeitende im Bereich Editorial Content | Editorial Content | Verordnung (EU) 2024/1689 über Künstliche Intelligenz (AI Act) DSGVO |
Redaktionelle Leitlinien IRO-Bezug: Gefahren für faktenbasierte Meinungsbildung |
Gewährleistung einer seriösen, aufrichtigen und transparenten Berichterstattung durch hohe journalistische Standards | Segmentspezifisch (Consumer Applications) Mitarbeitende im Bereich Editorial Content | Editorial Content | Pressekodex des Deutschen Presserats |
Ziel der Richtlinie | Geltungsbereich | Verantwortlicher Fachbereich | Nationale und internationale Standards und Gesetzgebung |
United Internet Media: Allgemeine Richtlinien (Werberichtlinien) IRO-Bezug: Gefahren für faktenbasierte Meinungsbildung, Verletzung von Jugendschutz im digitalen Raum |
Sicherstellung der Seriosität und Vertrauenswürdigkeit der Werbeumfelder | Segmentspezifisch (Consumer Applications) | | u. a. Jugendmedienschutz-Staatsvertrages (JMStV) |
LL 3700 Business Continuity Management (BCM) IRO-Bezug: Ausfall des eigenen Mobilfunknetzes, Ausfälle der kritischen Infrastruktur |
Ziel des BCM ist die schnelle Wiederherstellung zeitkritischer Geschäftsprozesse im definierten Notbetrieb sowie die anschließende Rückkehr in den Normalbetrieb | Segmentspezifisch (Business Access) im eigenen Betrieb, in der nachgelagerten Wertschöpfungskette und bundesweit | CFO-Bereich | Anlehnung an ISO 22301 |
RL6326 Notfallmanagement IRO-Bezug: Ausfall des eigenen Mobilfunknetzes, Ausfälle der kritischen Infrastruktur |
Die RL 6326 zum Notfallmanagement stellt sicher, dass wichtige Geschäftsprozesse der Kundinnen und Kunden und sowie von 1&1 Business Access selbst in kritischen Situationen nicht oder nur temporär unterbrochen werden | Segmentspezifisch (Business Access) im eigenen Betrieb, in der nachgelagerten Wertschöpfungskette und bundesweit | Operations & Services (COO) | Anlehnung an ISO 23001 |
Informationssicherheitsleitlinie
Die Informationssicherheitsleitlinie regelt Mindestanforderungen an die Informationssicherheit für den gesamten Konzern. Die Mindestanforderungen orientieren sich an dem ISO Standard 27001:2022. Die Leitlinie befindet sich zum Zeitpunkt der Berichterstattung in der Überarbeitung, um innerhalb dieser ein Security Governance Framework (SGF) zu definieren. Das SGF definiert die zentralen Berichtspflichten und Möglichkeiten der Überprüfung und soll bis zum Ende des dritten Quartals 2026 operationalisiert werden.
Richtlinie Informationsklassifizierung
In der Richtlinie zur Informationsklassifizierung werden zentrale Informationsklassen und Vertraulichkeitsstufen für den Konzern festgelegt, um ein einheitliches Vorgehen sicherzustellen. Die spezifischen Anforderungen der einzelnen Segmente werden anschließend in lokalen Richtlinien weiter konkretisiert.
Richtlinie Handhabung von Informationssicherheitsvorfällen
Die Richtlinie definiert einheitliche Vorgaben für die Klassifizierung, Bewertung, Analyse und Nachbereitung von Informationssicherheitsvorfällen, wie z. B. Verletzungen der Schutzziele (Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit). Sie enthält Vorgaben an die Zielzeiten je nach Schweregrad des Sicherheitsvorfalls und Eckpunkte für die Zusammenarbeit mit den Segmenten.
Konzernrichtlinie zum Umgang mit Endgeräten
Die Richtlinie zum Umgang mit Endgeräten behandelt neben den im Unterkapitel „Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft“ genannten Inhalten zum Thema Recycling auch datenschutzrelevante Angaben. Dienstliche und private Endgeräte, die auf das Unternehmensnetzwerk zugreifen, müssen sicher und gemäß den Vorgaben genutzt werden. Dies umfasst den Schutz vor unberechtigtem Zugriff sowie die Einhaltung von Datenschutz- und Informationssicherheitsrichtlinien. Der gesamte Lebenszyklus von Endgeräten – von der Beschaffung über die Übergabe bis zur Rückgabe – wird geregelt. Dazu gehört auch, dass die Beschädigung oder der Verlust von Geräten unverzüglich gemeldet werden muss. Zudem müssen Geschäftsdaten auf dienstlichen und privaten Geräten so behandelt werden, dass das Risiko eines Datenabflusses an unberechtigte Dritte minimiert wird.
Datenschutzleitlinie
Die interne Datenschutzleitlinie soll in ihrem Geltungsbereich ein einheitlich hohes Datenschutzniveau und einen verantwortungsvollen Umgang mit personenbezogenen Daten durch eine effektive Datenschutzorganisation und die Ausrichtung an übergeordneten Datenschutzzielen gewährleisten. Zu den übergeordneten Datenschutzzielen gehört insbesondere die Einhaltung der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und weiterer relevanter Datenschutzgesetze im Rahmen ihrer Anwendbarkeit.
Richtlinie Löschkonzept
Die interne Richtlinie zum Löschkonzept legt in ihrem Geltungsbereich die Verantwortlichkeiten zur Erfüllung datenschutzrechtlicher Pflichten im Zusammenhang mit der Löschung personenbezogener Daten fest. Darüber hinaus werden die konkreten Rahmenbedingungen und Anforderungen für die Definition und Implementierung von Löschkonzepten beschrieben.
Leitlinie zum Einsatz Künstlicher Intelligenz in der United Internet Gruppe
Die Leitlinie stellt allgemeine Grundsätze für den ethischen und rechtskonformen Einsatz von KI-Technologien durch United Internet auf. Ziel der Leitlinie ist es, einen konzernweiten Rahmen (ausgenommen Gesellschaften ohne Weisungsrecht) für den Umgang mit KI-Technologien zu bilden. Insbesondere soll diese Leitlinie dazu dienen, auf eine Umsetzung der Anforderungen der Verordnung (EU) 2024/1689 („KI-Verordnung“, kurz: „KI-VO“) in sämtlichen Segmenten des Konzerns hinzuwirken. Sie umfasst bspw. die Sicherstellung eines Freigabeprozesses für KI-Systeme, die Einführung eines „KI-Inventars“, das einen Überblick über die freigegebenen KI-Systeme und -Modelle liefert, und die Etablierung von Schulungsangeboten zur Sicherstellung der angemessenen KI-Kompetenz.
Sie ist für Corporate sowie für das Segment „Consumer Applications“ bindend. Für die übrigen Segmente stellt die Leitlinie eine Empfehlung dar. Alle Segmente, ausgenommen Corporate, haben bereits eigene schriftlich fixierte Ordnungen im Einklang mit der KI-Leitlinie erlassen.
Redaktionelle Leitlinien
Um der Verbreitung von Fake News sowie den damit verbundenen Gefahren für die Lesenden entgegenzuwirken, hat die Redaktion verschiedene Konzepte entwickelt. Die Regeln, nach denen die Redaktion arbeitet, werden gegenüber der Öffentlichkeit transparent gemacht, regelmäßig aktualisiert und veröffentlicht. Zudem hat sich die Redaktion dem Pressekodex des Deutschen Presserats verpflichtet. Ergänzend zur KI-Leitlinie des Segments wurde eine spezifische KI-Leitlinie für die Redaktion eingeführt.
United Internet Media: Allgemeine Richtlinien (Werberichtlinien)
Das Segment „Consumer Applications“ stellt die Seriosität und Vertrauenswürdigkeit der Werbeumfelder auf den Portalen GMX und WEB.DE sicher, insbesondere durch Jugendschutzmaßnahmen wie dem Unterlassen des Targetings Minderjähriger. Werbung für Alkohol, Tabak und Erotik ist stark eingeschränkt. Richtlinien verbieten Werbemittel, die gegen Gleichberechtigung oder Diversität gerichtet sind. Nicht zugelassen sind Werbemittel, die gesellschaftliche Gruppen diffamieren oder verfassungswidrige, staatsgefährdende, sexistische, rassistische, gewalt- oder kriegsverherrlichende Inhalte enthalten.
RL 6326 Notfallmanagement & LL 3700 Business Continuity Management
„RL 6326 Notfallmanagement“ und „RL 3700 Business Continuity Management“ im Segment „Business Access“ dienen dazu, den Mitarbeitenden festgelegte Regeln für Notfallsituationen bekannt zu machen. Damit soll bei Eintritt eines Notfalls, z. B. in Form eines Netzausfalls, der möglicherweise entstehende Schaden mindestens begrenzt, besser jedoch verhindert werden. Das Notfallmanagement des Segments „Business Access“ stellt sicher, dass wichtige Geschäftsprozesse der Kundinnen und Kunden selbst in kritischen Situationen nicht oder nur temporär unterbrochen werden.
Maßnahmen
Maßnahmen zur Auswirkung „Unzureichende digitale Sicherheit und mangelnder Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher“
Sicherheit im Netz ausbauen
Als datenverarbeitendes Unternehmen trägt United Internet eine hohe soziale Verantwortung dafür, sensible Daten zu schützen und damit Kundinnen und Kunden vor schädigenden Einflüssen zu bewahren. Informationssicherheit bildet die Grundlage dafür, dass Kundinnen und Kunden United Internet ihre Informationen in Form digitaler Daten wie Fotos, Dokumente und E-Mails anvertrauen.
Der Anspruch von United Internet ist es, die genannten Informationen vor unerlaubten Zugriffen und Missbrauch zu schützen. Die Sicherheitsstrategien der einzelnen Segmente zielen darauf ab, die Schutzziele Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität konzernweit zu erreichen. Dabei setzt das Security Management der Segmente auf zielgerichtete technische und organisatorische Maßnahmen. Diese ergeben sich aus den Anforderungen der Sicherheitsrichtlinien, die sich wiederum an verschiedenen Kriterien orientieren. Dazu gehören international anerkannte Standards wie insbesondere ISO 27001, aber auch gesetzliche Vorgaben, wie z. B. das Telekommunikationsgesetz (TKG), die europäische NIS-2 oder das BSI-Gesetz (BSIG).
Um die Produktlandschaft vor unerlaubten Zugriffen und Missbrauch zu schützen, werden die Maßnahmen kontinuierlich weiterentwickelt. Das Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS) von United Internet orientiert sich an international anerkannten Standards wie z. B. ISO 27001 sowie am IT-Grundschutz und C5-Katalog des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).
Auf Grundlage dieser Standards analysiert United Internet, ob ein angemessener, risikoorientierter und effektiver Umgang mit Herausforderungen bei der Informationssicherheit gegeben ist – vom Sicherheitsmanagement bis zur Umsetzung der Sicherheitsanforderungen in den operativen Security-Einheiten. Zudem ist die Planung und das Erreichen von Informationssicherheitszielen ein wesentliches Element bei der Implementierung und Aufrechterhaltung des ISMS.
Steuerung mit dem Informationssicherheits-Managementsystem
Die Segmente haben jeweils ein ISMS im Einsatz. In Abstimmung mit der jeweiligen Geschäftsstrategie der Segmente wird das ISMS in den Segmenten „Consumer Access“, „Consumer Applications“ und „Business Applications“ durch den United Internet Group Information Security Officer (GISO) und die Segment Information Security Officers (SISOs) gesteuert, im Segment „Business Access“ durch den Head of Information Security Management. Ebenso ist ein Richtlinienmanagement im Einsatz. Die SISOs übernehmen das Informationssicherheits-Risikomanagement. Zudem erarbeiten sie Sicherheitshinweise, Schulungen für Mitarbeitende und übernehmen die Behördenkommunikation, bspw. bei meldepflichtigen Sicherheitsvorfällen.
Der Fachbereich „Technical Security & Abuse Management“ verantwortet beratende Aufgaben in Bezug auf Sicherheitsarchitekturen sowie Applikations-, System- und Netzwerksicherheit. Hierbei werden Mitarbeitende in sicherer Entwicklung und sicherem Betrieb geschult, Sicherheitstests durchgeführt und eventuelle Sicherheitsvorfälle gemeinsam mit weiteren Fachbereichen behandelt. Darüber hinaus entwickelt und betreibt der Fachbereich Systeme, die in Abuse-Management-Prozessen genutzt werden. Diese Prozesse stellen sicher, dass Kundinnen und Kunden bei Sicherheitsvorfällen, die in ihrer eigenen Verantwortung liegen, dabei unterstützt werden, die Produkte von United Internet wieder sicher zu benutzen.
Die SISOs erfüllen segmentspezifische Rollen von Sicherheitsbeauftragten, z. B. nach dem TKG. Sie berichten regelmäßig an die Technikvorstände der Segmente. Die Berichterstattung umfasst das Informationssicherheits-Risikoportfolio, aufgetretene relevante Sicherheitsvorfälle, ergriffene spezifische Maßnahmen, Ergebnisse von Sicherheitsprüfungen sowie die wichtigsten Sicherheitstrends. Unternehmensinterne Expertinnen und Experten für Sicherheitsarchitektur unterstützen GISO und SISOs bei der Konzeption und Umsetzung umfangreicher, segmentübergreifender Sicherheitsverbesserungen. Die finale Verantwortung für Informationssicherheit im Segment „Business Access“ liegt bei der Geschäftsleitung. Sie beauftragt den Head of Information Security Management und seinen Fachbereich sowie die unterstützenden Organisationen mit dem Betrieb und der kontinuierlichen Verbesserung des ISMS. Damit etabliert United Internet ein strukturiertes und zielgerichtetes Sicherheitsmanagement.
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Three-Lines-of-Defence-Modell (TLoD) |
Im Segment „Business Access“ organisiert United Internet die Informationssicherheit im „Three-Lines-of-Defence-Modell” (TLoD). Hierbei bildet der Bereich „Information Security Management“ die „Second Line of Defence“. Der Fachbereich erstellt und verabschiedet u. a. Richtlinien und Arbeitsanweisungen, welche die Grundlage für die operativen Security-Maßnahmen, Anforderungen und Aktivitäten bilden. Diese werden dann in den verschiedenen Fachbereichen, der sogenannten „First Line of Defence“, durch die entsprechenden Verantwortlichen umgesetzt. Zur Erkennung und einsteuernden Behebung von Security-Angriffen ist ein „Security Operations Center“ rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche tätig. Der Head of Information Security ist gleichzeitig der Sicherheitsbeauftragte gemäß TKG für das Segment „Business Access“ und berichtet regelmäßig an die Geschäftsführung.
Maßnahmen zum Schutz von Informationen
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) konstatiert eine kontinuierlich hohe Bedrohung im Cyberraum. Neben den Telekommunikationstechnologien werden bei United Internet auch Informationstechnologien zur Erbringung von Dienstleistungen im Rahmen von Geschäftsprozessen eingesetzt, deren Verfügbarkeit und korrekte Funktionsweise durch Bedrohungen aus dem Internet oder von innen heraus gefährdet werden können. Neben dem Verfügbarkeitsrisiko besteht auch das Risiko, dass bei Hackerangriffen bspw. Daten von Kundinnen und Kunden ausspioniert, gelöscht oder missbräuchlich genutzt werden könnten.
Potenzielle Bedrohungen aus dem Internet stellen hinsichtlich ihrer Auswirkungen eine der größten Risikogruppen für United Internet dar. Sicherheitslücken können für Kundinnen und Kunden weitreichende Folgen haben. Zur Eindämmung dieser Risiken bestehen bei United Internet u. a. die nachfolgend beschriebenen technischen und organisatorischen Sicherheitsmaßnahmen. Im Geschäftsjahr 2025 wurden bei United Internet keine Sanktionen in Form von Geldbußen für Sicherheitsverletzungen oder andere sicherheitsrelevante Vorfälle verhängt.
Technische Maßnahmen
○ Einführung der Zwei-Faktor-Authentifizierung (inkl. Externe): Der Schutz der IT-Systeme beginnt bereits mit der eigentlichen Anmeldung der Benutzerinnen und Benutzer. In der heutigen Zeit sind Benutzernamen und Passwörter mittels diverser Angriffsmethoden (bspw. Phishing) schnell gestohlen, sodass eine Zwei-Faktor-Authentifizierung essenziell ist, um die Verwendung für Unbefugte so schwer wie möglich zu machen. Für die Nutzerinnen und Nutzer von United Internet, inkl. der Externen, wird die Verwendung eines zweiten Faktors (rollierende Einmalpasswörter, Challenge-Response-Verfahren via Authenticator-Apps) technisch erzwungen, sodass die Einwahl in das Firmennetz angemessen abgesichert ist. Die Maßnahmen zur Etablierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung wurden vollständig umgesetzt.
○ Verschärfung von Passwortregeln und Anpassung von Zieldaten für die Passwortrotation: Die IT-Security-Welt ist im fortlaufenden Wandel, hierbei stellt die bisherige Herangehensweise regelmäßiger Passwortwechsel mittlerweile ein Risiko dar (das klassische „Passwort2023-Passwort2024“ -Muster). Sicherheit entsteht durch Komplexität (mindestens zwölf Zeichen unter Verwendung von Groß- und Kleinschreibung sowie Zahlen und Sonderzeichen) und einen zweiten Faktor, nicht durch reine Rotationsfrequenz. Der Einsatz einer Zwei-Faktor-Authentifizierung sichert die Nutzerinnen und Nutzer dementsprechend angemessen ab und ermöglicht das Deaktivieren des Ablaufdatums eines Passworts. Es erfolgt eine Orientierung an den Standards des NIST (National Institute of Standards and Technology (SP 800-63B)) sowie des BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik). Die Maßnahme zur Verschärfung der Passwortregeln wird bis zum Ende des ersten Quartals 2026 vollständig umgesetzt.
○ Überarbeitung der technisch-organisatorischen Maßnahmen (TOM): Die TOM wurden überarbeitet, um den Schutz von Kundendaten im Rahmen von Verarbeitungstätigkeiten sicherzustellen. Im Rahmen der Überarbeitung erfolgte eine Überprüfung anhand gängiger Best-Practice-Standards in Form von ISO 27001 sowie dem IT-Grundschutz des BSI. Die Struktur der Anlage zur Definition der TOM wurde mittels einer feineren Detaillierung erweitert, sodass damit verbundene Überprüfungshandlungen effizienter abgebildet werden können. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass Verarbeitungstätigkeiten angemessen und sicher im Auftrag abgewickelt werden. Die Maßnahme zur Überarbeitung der TOM wurde zum dritten Quartal 2025 abgeschlossen und befindet sich bereits in Verwendung.
○ Einsatz des Microsoft Defenders: Das Solution-Set „Defender Suite“ von Microsoft befindet sich bereits im Einsatz und soll vollständig ausgerollt werden, um insbesondere Endgeräte vollumfänglich zu schützen. Aktuell finden Pilotierungen statt, um das Geräte-Tracking und Möglichkeiten zur Fernsperre (Remote Lockdown und Remote Wipe) bei Kompromittierung abzuwickeln. Dieser Modern Workplace (Initiative „New Work“) soll zeitnah alle Endgeräte der Mitarbeitenden ersetzen. Die vollständige Umsetzung ist bis Ende des vierten Quartals 2026 geplant.
○ Sichere Softwareentwicklung: Die beste Maßnahme gegen Sicherheitslücken ist deren präventive Vermeidung. Ein sicherer Softwareentwicklungs-Zyklus (Secure Software Development Lifecycle, SSDLC), der von Beginn an durchgehend die Sicherheit in der Softwareentwicklung methodisch berücksichtigt, findet in unterschiedlichen Reifegraden in allen Segmenten Anwendung. Integrale Bestandteile der Produktentwicklung sind u. a. Maßnahmen wie Bedrohungsanalysen, Quellcode-Reviews im Vier-Augen-Prinzip, automatisierte Checks, Entwicklerdokumentationen sowie Anwendungstests. Im Zuge agiler Entwicklungsmethoden und neuer technischer Plattformen wird der SSDLC kontinuierlich in Richtung Softwareabhängigkeitsanalysen bis hin zu sicherem (Software-) Containerbetrieb ergänzt.
○ Global verteilter DDoS-Schutzschild: „Distributed Denial of Service“-Angriffe (DDoS) sind verteilte sowie konzentrierte Angriffe aus dem Internet, welche die Verfügbarkeit von Diensten einschränken sollen. Um United Internet vor diesen Angriffen zu schützen, betreibt der Konzern zusammen mit Partnern einen selbstentwickelten, weltweit verteilten DDoS-Schutzschild, der kontinuierlich optimiert wird und in den Segmenten „Consumer Access“, „Consumer Applications“ und „Business Applications“ zum Einsatz kommt. Ein internes Team aus Expertinnen und Experten ist mit der kontinuierlichen Verbesserung der DDoS-Mitigierungs-Plattformen sowie der Erhaltung eines gleichbleibend hohen Sicherheitsniveaus betraut. Das Segment „Business Access“ nutzt das DDoS-Produkt eines externen Anbieters.
○ Konsequenter Einsatz von Verschlüsselung – Transport Layer Security (TLS): TLS wird bei United Internet durchgehend für die verschlüsselte Übertragung der Daten von Kundinnen und Kunden eingesetzt. Die TLS-Absicherung stellt United Internet den Kundinnen und Kunden auch zur Verfügung, um ihren Datenverkehr zu schützen, etwa beim Eingeben von Passwörtern oder Zahlungsinformationen. United Internet orientiert sich bzgl. der Stärke der Verschlüsselung an anerkannten internationalen Autoritäten wie dem US-amerikanischen NIST oder dem deutschen BSI.
○ Georedundanz: United Internet betreibt in Europa und den USA Rechenzentren an mehreren geografisch verteilten Standorten. So kann das Unternehmen Informationen an verschiedenen Standorten speichern und sichern sowie das Risiko von Betriebsunterbrechungen und Datenverlusten durch äußere Einflüsse minimieren.
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PCI DSS: Payment Card Industry Data Security Standard |
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Business Continuity Management (BCM) |
○ Zertifizierung der eigenen Rechenzentren: Um zu gewährleisten, dass United Internet den Kundinnen und Kunden höchste Sicherheitsstandards bietet, werden eigene Rechenzentren zertifiziert. Dazu gehören die Rechenzentren des Segments „Business Applications“, die im Zertifizierungs-Scope befindlichen Rechenzentren und Technikflächen des Segments „Business Access“ sowie Teile des Systembetriebs des Kundensupports und der Software-Entwicklung, die alle nach ISO 27001 und dem IT-Grundschutz des BSI zertifiziert werden. Über die Rechenzentren hinaus finden weitere Sicherheitszertifizierungen Anwendung, bspw. die in Deutschland anerkannten IT-Grundschutz- oder BSI-C5-Zertifizierungen zur Cloud-Sicherheit, aber auch internationale Standards wie PCI DSS im Bereich der elektronischen Bezahlsysteme. Im Geschäftskundensegment wird darüber hinaus das Business Continuity Management (BCM) fortlaufend verbessert.
Organisatorische Maßnahmen
○ Informationssicherheitsschulungen für Mitarbeitende: Neben der Technik ist der Mensch ein wichtiger und allgegenwärtiger Teil der Sicherheitskette von United Internet. Basis-Trainings und Auffrischungskurse informieren Mitarbeitende in Form von E-Learnings zu Sicherheitsthemen. Das E-Learning ist eine verpflichtende Maßnahme, die alle zwei Jahre wiederholt werden muss. Schulungen zum Wissensaufbau werden auch in Präsenz angeboten.
○ Spielregeln der Informationssicherheit: Mit einem umfassenden Regelwerk bietet United Internet den Mitarbeitenden Orientierung in jedem Bereich der Informationssicherheit. Als formale Grundlage dienen die verpflichtenden Informationssicherheitsrichtlinien innerhalb des Konzerns. Dieses Regelwerk wird auf Segmentebene ständig weiterentwickelt und aktualisiert, um den neuesten technologischen Herausforderungen Rechnung zu tragen. Über unterschiedliche Kommunikationskanäle wird das Regelwerk zielgruppengerecht verbreitet. Neben den bereits erwähnten Schulungsangeboten gibt es im Intranet Hinweise und Erläuterungen zu den Regeln für die wichtigsten Rollen von Mitarbeitenden. Auch in der regelmäßigen Einführungsveranstaltung, in Security Trainings sowie im Intranet sind Anlaufstellen benannt, denen Mitarbeitende mögliche Sicherheitsvorfälle oder einen entsprechenden Verdacht unverzüglich melden müssen. Diese Meldepflicht umfasst Ereignisse, bei denen gegen die bestehenden Regelungen verstoßen wird oder die eine sonstige Bedrohung für United Internet darstellen können.
○ Security Audits: Um die Wirksamkeit der ISMS in den Segmenten sicherzustellen, werden Produkt-, Prozess- und System-Audits durchgeführt. Diese werden durch eigenverantwortliche Prüfungen der Fachbereiche sowie durch weitere Audits ergänzt. Diese oft extern vergebenen Audits werden durch die dezentrale Sicherheitsorganisation unterstützt. Ein vermehrt genutztes Instrument sind Reifegradmodelle. Reifegradmodelle bieten eine effiziente Möglichkeit, aufwendige und gleichzeitig tiefergehende Audits zielgerichteter zu steuern. Sie ermöglichen es, Audits in der Planung dort zu platzieren, wo sie eine Reifegradentwicklung am effektivsten unterstützen. Insbesondere in den technischen Fachbereichen mit Verantwortung für die Daten von Kundinnen und Kunden wird ein von der Informationssicherheit entwickeltes Sicherheitsreifegradmodell verwendet. Die Fachbereiche profitieren dabei von einer klaren Analyse ihrer Entwicklung. Das Modell stellt zudem ein Instrument zur eigenverantwortlichen, gezielten und vergleichbaren Weiterentwicklung dar.
○ Kontinuierliches Monitoring: Um eine etwaige Gefährdung von Daten schnellstmöglich zu entdecken, werden die verschiedenen IT-Systeme im Rahmen eines kontinuierlichen Monitorings überwacht. Ein intern angepasstes und auf eine modernere Plattform migriertes „Security Incident and Event Management System“ (SIEM) unterstützt neben dem lokalen Monitoring die Erfassung von Vorfällen und kann angemessene Reaktionen anstoßen. Für eine kontinuierliche Verbesserung werden die Erkennungszeiten gemessen, um sicherheitsrelevante Vorfälle (z. B. Angriffe) von nicht sicherheitsrelevanten Vorfällen (z. B. unterbrochene Stromkreisläufe) zu unterscheiden. Ebenso werden die Reaktionszeiten erfasst, die von der Meldung bis zur Behebung eines Problems vergehen. Für bestimmte sicherheitsrelevante Schutzziele, z. B. „Verfügbarkeit“, hat United Internet zudem interne Zielgrößen definiert.
Umgang mit Sicherheitsvorfällen
In jedem Geschäftssegment besteht ein standardisierter Prozess für den Umgang mit Sicherheitsvorfällen im Einklang mit Standards wie dem ISO 27001. Nach dem Erkennen eines wesentlichen Vorfalls wird die Entstörung durch einen geschulten „Incident Manager“ übernommen. Dieser zieht bei Bedarf das Sicherheitsteam oder externe Beratungsunterstützung hinzu.
Bei der Integration von übernommenen Gesellschaften prüft United Internet vor dem Zusammenschluss sowie an Schlüsselstellen im weiteren Integrationsprozess grundsätzlich die bestehenden technischen und organisatorischen Informationssicherheitsmaßnahmen (gilt nicht für das Segment „Business Access“). Hierbei wird eine Reifegradanalyse basierend auf internationalen Standards durchgeführt. Der ermittelte Reifegrad wird um eine Risikobetrachtung mit Handlungsempfehlungen ergänzt. Je nach Ergebnis und Geschäftsstrategie werden verschiedene Integrationsmaßnahmen beschlossen und umgesetzt. Die Sicherheitsorganisationen der Segmente bewerten den Reifegrad und die anzusetzenden Maßnahmen und prüfen, ob es sinnvoll ist, die übernommene Gesellschaft in das ISMS von United Internet zu integrieren. Ziel ist es, einen angemessenen und konzernweiten Sicherheitsstandard zu etablieren und zu erhalten.
E-Mail-Accounts mit hohen Sicherheitsstandards
Im Geschäftsjahr 2025 ist es den E-Mail-Anbietern durch verbesserte Methoden und die Anwendung von „Data Science“ gelungen, den Anteil der erkannten und herausgefilterten Spam-Mails durch die kontinuierliche Weiterentwicklung der Spam-Scanner erneut zu verbessern. So konnte die Rate der durch die Kundinnen und Kunden als Spam markierten E-Mails im Posteingang erneut reduziert werden – um 2 % im Vergleich zum Vorjahr. Dadurch wurde nicht nur die Relevanz der eingehenden E-Mails, sondern auch deren Sicherheit für die weitere Nutzung gesteigert.
Phishing gehört zu den größten Bedrohungen für die Verbraucherinnen und Verbraucher von United Internet. Mit der sogenannten „Hall of Fame“ honoriert das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gemeinsam mit Bitkom e.V. und eco e.V. Unternehmen, die E-Mail-Kommunikation messbar sicherer machen: GMX, WEB.DE und IONOS wurde der Goldstatus verliehen. Zusätzlich bietet das BSI einen E-Mail-Sicherheitscheck für Verbraucherinnen und Verbraucher an, der anspruchsvolle technische Sicherheitseigenschaften eines E-Mail-Anbieters prüft. GMX und WEB.DE erfüllen alle BSI-Kriterien.
Darüber hinaus werden Sensibilisierungskampagnen für Kundinnen und Kunden durchgeführt, um zu Cyberbedrohungen zu informieren und zu sensibilisieren. In diesem Zusammenhang wurden bspw. die Maßnahmen „Halten Sie Ihre Account-Daten aktuell“ oder „Prüfen Sie Ihre Passwortstärke“ ausgespielt. Diese erreichten erfolgreich mehrere Mio. Nutzerinnen und Nutzer und führten zu einer Verhaltensänderung.
Maßnahmen zum Risiko „Unzureichender Schutz personenbezogener Daten von Kundinnen und Kunden sowie Endnutzenden“
United Internet sichert den Schutz personenbezogener Daten und die Prüfung der Zulässigkeit von Datenverarbeitungen gemäß der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sowie der nationalen Vorschriften der Länder, in denen United Internet aktiv ist. Dies ist nicht nur eine Compliance-Anforderung, sondern liegt im eigenen Interesse von United Internet. Denn der rechtmäßige, sichere und verantwortungsvolle Umgang mit personenbezogenen Daten, insbesondere im Zusammenhang mit der Internetnutzung, steht permanent im Fokus der Öffentlichkeit. Insbesondere die Kundinnen und Kunden vertrauen United Internet im Rahmen der weltweit über 29 Mio. kostenpflichtigen Verträge sowie der rund 39 Mio. werbefinanzierten Free Accounts ihre Daten an. Daher gehört es zum Selbstverständnis des Unternehmens, ein hohes Maß an Sicherheit zu gewährleisten und Daten konsequent zu schützen. Der Datenschutz und die Informationssicherheit bei United Internet orientieren sich stets an den aktuellen Anforderungen und dem hohen Niveau des europäischen und deutschen Datenschutzes.
Das Ziel der Maßnahmen im Bereich Datenschutz ist es, die Datenschutzkonformität bei United Internet konzernweit sicherzustellen und in den Systemen, Prozessen und Produkten zu verankern. In der Praxis gilt es, Entwicklungen auf gesetzgeberischer Ebene, bei der Rechtsprechung und in der Praxis der Aufsichtsbehörden zu verfolgen, genau wie auch technologische Risiken und Bedrohungsszenarien zu überwachen und das Datenschutzmanagementsystem auf dieser Grundlage kontinuierlich anzupassen. Hierfür haben die Segmente für ihre Bereiche jeweils eigene Datenschutzorganisationen, Richtlinien und Prozesse geschaffen. In den Segmenten sind eigene Datenschutzfachbereiche aufgebaut und Datenschutzbeauftragte benannt worden. Die Datenschutzbeauftragten berichten regelmäßig der höchsten Managementebene der jeweiligen Konzerngesellschaft. Weitere Datenschutzrollen sind an jenen Stellen implementiert, wo dies zur Umsetzung der Datenschutzziele unter Berücksichtigung des jeweiligen Segments, seiner Größe und der Risiken erforderlich ist. Mit den nachfolgenden Instrumenten stellt United Internet die Datenschutzkonformität im Konzern sicher:
○ Einbindung der Datenschutzexpertise in den Produktentwicklungsprozess: Die Datenschutzfachbereiche sowie die Datenschutzkoordinatorinnen und Datenschutzkoordinatoren beraten intern zu datenschutzrechtlichen Fragestellungen, die z. B. bei Produktdesign und Produktentwicklung („Privacy by Design“ oder „Privacy by Default“) oder im Rahmen von vertraglichen Vereinbarungen auftreten.
○ Prävention durch verpflichtende Datenschutzschulungen: Der Anspruch von United Internet ist es, dass alle Mitarbeitenden dazu beitragen, personenbezogene Daten rechtmäßig zu verarbeiten und dafür Sorge zu tragen, dass insbesondere sensible Informationen nicht in unbefugte Hände gelangen. Dafür schult United Internet die Mitarbeitenden regelmäßig, mindestens jedoch alle zwei Jahre. Es werden zudem regelmäßig Maßnahmen zur weiteren Sensibilisierung von Mitarbeitenden im Datenschutzbereich durchgeführt.
○ Kontakt zu den Aufsichtsbehörden: Die Datenschutzfachbereiche von United Internet stehen im regelmäßigen Kontakt mit den zuständigen Datenschutzaufsichtsbehörden, insbesondere um Anliegen von Kundinnen und Kunden zu bearbeiten, die über Aufsichtsbehörden weitergeleitet wurden. Für Datenschutzvorfälle sind Melde- und Prüfprozesse festgelegt. Im Falle einer Meldepflicht werden sie an die Aufsichtsbehörden gemeldet. Im Geschäftsjahr 2025 gab es 29 Meldungen an die zuständigen Aufsichtsbehörden für Datenschutz.
○ Wirksame Detektion durch Beschwerdemechanismen: Datenschutzbezogene Anfragen und Beschwerden von Kundinnen und Kunden werden von geschulten Mitarbeitenden in speziellen Datenschutzteams in enger Abstimmung mit den Datenschutzfachbereichen der jeweiligen Unternehmenssegmente bearbeitet. Darüber hinaus haben Mitarbeitende jederzeit die Möglichkeit, sich vertraulich an die Datenschutzfachbereiche oder ihre Datenschutzbeauftragte bzw. ihren Datenschutzbeauftragten zu wenden, um datenschutzrelevante Vorgänge ihres Arbeitsalltags zu besprechen.
○ Wirksamkeitsüberwachung durch Kontrollen: Die Datenschutzfachbereiche von United Internet führen regelmäßig fachspezifische Bewertungen und Kontrollen durch. Ergänzend können bei Bedarf unabhängige Audit-Organisationen beauftragt werden, externe objektive Datenschutzaudits durchzuführen, um interne Verbesserungspotenziale zu identifizieren. Daneben sind die Datenschutzfachbereiche im Rahmen von Kontrollmaßnahmen zur Überprüfung von Dienstleistungsunternehmen und Subdienstleistungsunternehmen berechtigt.
○ Mehr Datensicherheit durch stetige Weiterentwicklung der technischen und organisatorischen Schutzmaßnahmen: Kundinnen und Kunden vertrauen United Internet ihre persönlichen Daten an. Um diese Daten schützen zu können, werden die implementierten Sicherheitsstandards der Segmente kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert.
○ Umsetzung von Betroffenenrechten: Durch klar geregelte Abläufe für die fristgerechte und transparente Bearbeitung von Anfragen ermöglicht United Internet, dass betroffene Personen ihre Datenschutzrechte wie insbesondere das Recht auf Auskunft, Berichtigung und Löschung wirksam ausüben können. Betroffenenanfragen werden unverzüglich, in jedem Fall aber innerhalb eines Monats nach Eingang des Antrags bearbeitet. Diese Frist kann gemäß den gesetzlichen Vorgaben unter bestimmten Umständen um weitere zwei Monate verlängert werden.
○ Löschung personenbezogener Daten: Im Sinne des Speicherbegrenzungsprinzips werden personenbezogene Daten bei United Internet nur so lange verarbeitet, wie dies für die jeweils festgelegten Zwecke erforderlich ist. Danach erfolgt eine datenschutzkonforme Löschung.
Maßnahmen zur Auswirkung „Anwendung von KI in Prozessen und Services“
Konzernweite KI-Arbeitsgruppe
Die KI-Community befindet sich derzeit im Aufbau und soll als konzernweite Plattform für den Austausch, die Vernetzung und die Zusammenarbeit rund um Künstliche Intelligenz dienen. Ihr Ziel ist es, Anwendungsfälle zu identifizieren, Wissen zu teilen und die Einführung von KI-Lösungen im Unternehmen zu unterstützen. Darüber hinaus soll die Community Impulse für die Evaluierung und Bereitstellung von KI-Tools geben und Mitarbeitende befähigen, KI verantwortungsvoll anzuwenden. Die Initiative fördert Transparenz, Synergien und interdisziplinäre Zusammenarbeit, um den Einsatz von KI nachhaltig und effizient zu gestalten.
Schulungen zur verantwortungsvollen und sicheren KI-Nutzung
Im Geschäftsjahr 2025 wurden interne E-Learning Programme zu den Grundlagen der KI bei Corporate und allen Segmenten entwickelt. Ziel der Trainings ist die Förderung einer angemessenen KI-Kompetenz innerhalb der Organisation. Den Mitarbeitenden werden dabei insbesondere Kenntnisse zur Funktionsweise von KI-Technologien, zur sicheren und erfolgreichen Integration in den Arbeitsalltag, zu relevanten rechtlichen Rahmenbedingungen (insbesondere Datenschutz, Informationssicherheit und Urheberrecht) sowie zu ethischen Fragestellungen und deren Auswirkungen auf Kundinnen und Kunden, Mitarbeitende und die Gesellschaft vermittelt. Darüber hinaus werden Risiken und Grenzen im Zusammenhang mit dem Einsatz von KI-Technologien aufgezeigt.
Einführung eigener KI-Compliance-Teams und KI-Beauftragter
Zur Sicherstellung einer verantwortungsvollen und regelkonformen Nutzung von Künstlicher Intelligenz wurde bei Corporate im Geschäftsjahr 2025 ein eigenes KI-Compliance-Team, das Legal AI Management, etabliert. Dieses setzt sich abteilungsübergreifend aus Expertinnen und Experten der Bereiche Corporate Legal und Corporate Privacy zusammen. Das Team befasst sich mit praktischen Fragestellungen der KI-Compliance und prüft insbesondere die Einhaltung relevanter Compliance-Aspekte im Rahmen der Einführung neuer Softwarelösungen. Die KI-Compliance-Prüfung im Rahmen des Software-Freigabeprozesses stellt sicher, dass die Anforderungen der europäischen KI-Verordnung frühzeitig erkannt und eingehalten werden. Darüber hinaus dient die Prüfung der Identifikation und Mitigation von KI-spezifischen Compliance-Risiken zur Gewährleistung einer verantwortungsvollen und regelkonformen Einführung neuer Technologien.
Maßnahmen zur Auswirkung „Gefahren für faktenbasierte Meinungsbildung“
Das World Economic Forum hat die Themen „misinformation“ und „disinformation“ im Global Risks Report 2026 als zweithöchstes globales Risiko für die kommenden zwei Jahre benannt. Aufgrund der hohen Reichweiten der redaktionellen Angebote der Marken GMX und WEB.DE im Segment „Consumer Applications“ wird diesen eine hohe Meinungsmacht zugemessen. Laut Medienvielfaltsmonitor der Landesmedienanstalten 2024 nehmen GMX mit 3,0 % und WEB.DE mit 3,5 % die Plätze drei und zwei im Online-Meinungsmarkt ein.
Vor diesem Hintergrund werden folgende Maßnahmen in Bezug auf die Auswirkung „Gefahren für faktenbasierte Meinungsbildung“ eingesetzt:
Transparenz
○ Spezifische Fragestellungen der Leserinnen und Leser werden in weiterführenden Artikeln in der Rubrik „So arbeitet die Redaktion“ aufgegriffen und erklärt.
○ Die Redaktion macht gegenüber der Öffentlichkeit transparent, welche externen Nachrichtenquellen, z. B. Nachrichtenagenturen, genutzt werden oder mit welchen Kolumnistinnen und Kolumnisten gearbeitet wird.
○ Das Nachrichtenangebot von GMX und WEB.DE wird im Rhythmus von zwei Jahren nach dem von „Reporter ohne Grenzen“ initiierten „Journalism Trust Initiative“-Programm und CWA 17493:2019 durch eine unabhängige Prüfung durch Deloitte rezertifiziert. Die nächste Rezertifizierung erfolgt Anfang 2026.
Ausgewogenheit der Nachrichten
○ Redaktionelle Nachrichten werden personalisiert. Zur Vermeidung von Filterblasen legt die Redaktion Wert darauf, Leserinnen und Lesern nicht ausschließlich Inhalte aus bevorzugten Rubriken anzuzeigen, sondern eine abwechslungsreiche und dynamische Themenauswahl bereitzustellen.
○ Das Nachrichtenangebot von GMX und WEB.DE nutzt kontinuierlich den Faktencheck des unabhängigen und gemeinnützigen Recherchezentrums Correctiv, um über verbreitete Falschmeldungen und die tatsächliche Faktenlage zu berichten.
○ GMX und WEB.DE veröffentlichen regelmäßig Artikel zum Thema Klima, um Leserinnen und Leser zum Thema Klimakrise und Klimaschutz faktenbasiert zu erreichen. Der Klimakanal wird auch 2026 mit fortlaufender, mindestens wöchentlicher Berichterstattung fortgeführt.
Feedback von Nutzerinnen und Nutzern
Die Redaktion veröffentlicht regelmäßig in der tagesaktuellen Berichterstattung Aufrufe an die Leserinnen und Leser, sich aktiv durch Meinungen, Perspektiven und persönliche Geschichten zu beteiligen. Die daraus entstandenen Artikel werden in den Nachrichtenkanälen von GMX und WEB.DE veröffentlicht und entsprechend gekennzeichnet. Leserinnen und Leser finden direkt unter jedem Artikel die Schaltfläche „Feedback an die Redaktion“ bzw. „Feedback“, um Rückfragen, Hinweise oder mögliche Fehler unkompliziert und direkt an die Redaktion zu übermitteln. Ein eigenes Community-Management bearbeitet täglich Hunderte Rückmeldungen von Nutzerinnen und Nutzern, um auf deren Feedback unmittelbar eingehen zu können. Zudem werden regelmäßige Aktionstage für Leserinnen und Leser genutzt, um mögliche Verbesserungspotenziale in der Berichterstattung zu identifizieren.
Nachhaltigkeitspakt Medien
Die Marken GMX und WEB.DE sind mit ihren reichweitenstarken Nachrichtenangeboten Mitglied der Initiative „Nachhaltigkeitspakt Medien“ der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien. Ziel ist die aktive Gestaltung einer nachhaltigen Medienwirtschaft sowie die Entwicklung eines branchenspezifischen Verständnisses von Nachhaltigkeit. Alle Mitglieder des „Nachhaltigkeitspakts Medien“ beantworten einen ausführlichen Fragenkatalog und veröffentlichen diesen. Im aktuellen Bericht 2025 des Nachhaltigkeitspakts werden Fragen zur Unternehmensstruktur, zu den Klima- und Umweltzielen, zur Diversität sowie zum journalistischen Angebot beantwortet.
Maßnahmen zur Auswirkung „Verletzung von Jugendschutz im digitalen Raum“
United Internet setzt sich für Jugendschutz und Aufklärung zum Verhalten im Internet für Kinder und Jugendliche ein. Das Internet spielt für Kinder und Jugendliche im Alltag eine zentrale Rolle – ob zur Kommunikation, für Unterrichtsrecherchen oder zur Unterhaltung. Oft fehlt es ihnen jedoch an der erforderlichen Medienkompetenz und Erfahrung, um mit ihnen unbekannten Lebenssachverhalten oder nicht für sie geeigneten Inhalten im Netz umzugehen. Dies führt dazu, dass sie Risiken schwer einschätzen und sich daher nicht ausreichend selbst schützen können. Es bedarf, je nach Entwicklungsstand, daher geeigneter Maßnahmen und Aufklärung zu möglichen Gefahren und Risiken. Nur so kann United Internet einen angemessenen Schutz für Kinder und Jugendliche gewährleisten und ihnen einen sicheren und altersgerechten Umgang mit dem Internet ermöglichen.
United Internet achtet sowohl bei eigenen Produkten und Services als auch bei Partnerangeboten auf die Einhaltung der jugendschutzrechtlichen Vorgaben. Dies gilt für alle Segmente, in denen potenziell negative Auswirkungen für den Jugendschutz bestehen. Im Rahmen von Produktentwicklungen und -einführungen finden interne Prüfungen zur Einhaltung der jugendschutzrechtlichen Vorgaben und, falls erforderlich, entsprechende Anpassungen statt. So stellt United Internet sicher, dass Kinder und Jugendliche nicht mit ungeeigneten Inhalten konfrontiert werden. Als Ansprechpersonen für den Jugendschutz haben die Segmente, für deren Produkte und Services Jugendschutz eine wichtige Rolle spielt, Jugendschutzbeauftragte bestellt, die intern die verschiedenen Fachbereiche und Funktionen beraten. Gleichzeitig sind sie zentrale Ansprechpersonen für externe Stakeholderinnen und Stakeholder, stehen in regelmäßigem Austausch mit anderen Jugendschutzbeauftragten und vertreten United Internet bei Verbänden sowie gegenüber Aufsichtsbehörden. Darüber hinaus sind für die Segmente „Consumer Access“, „Consumer Applications“ und „Business Applications“ Jugendschutz-E-Mail-Postfächer eingerichtet, die im jeweiligen Impressum und Jugendschutzbereich angegeben sind. Bei Fragen oder Beanstandungen können Externe die Jugendschutzbeauftragten über die hinterlegten Postfächer kontaktieren. Über diese Kontaktinformationen hinaus sind in den Jugendschutzbereichen der Segmente Erläuterungen und Hinweise zusammengestellt, die zur Aufklärung und Stärkung der Medienkompetenz von Kindern, Jugendlichen und Eltern dienen. Dazu zählen Verweise auf Jugendschutzprogramme sowie Hinweise zu Beratungsangeboten und Anlaufstellen für bestimmte Themen und Problemfelder in Verbindung mit der Internetnutzung.
Maßnahmen zur Auswirkung „Befähigung zu digitaler Teilhabe“
Ausbau der digitalen Infrastruktur durch Open-RAN-Technologie
Als Telekommunikationsunternehmen ermöglicht das Segment „Consumer Access“ einem Großteil der Gesellschaft den Zugang zu einer digitalisierten Welt und leistet somit einen wichtigen Beitrag zur digitalen Transformation. Deshalb setzt die zum Unternehmen gehörende Marke 1&1 als neuer Mobilfunknetzbetreiber von Beginn an auf die neueste Technologie mit dem Bau des europaweit ersten vollständig virtualisierten Mobilfunknetzes auf Basis der Open-RAN-Technologie.
Seit Dezember 2023 werden mobile Dienste im eigenen 5G-Mobilfunknetz angeboten. Sämtliche Netzfunktionen werden per Software in der privaten Cloud gesteuert. Dafür werden bis 2030 über 500 dezentrale Edge-Rechenzentren in Betrieb genommen. Überall kommen ausschließlich Glasfaserleitungen und Gigabit-Antennen zum Einsatz. Damit wurde ein besonders zukunftsfähiges Netz geschaffen, von dem Verbraucherinnen und Verbraucher profitieren.
Auch der Ausbau der eigenen Antennenstandorte im 1&1 5G-Netz hat im vergangenen Jahr deutlich zugenommen. Zum Ende des Jahres 2025 erreichte das 1&1 O-RAN bereits 27 % der deutschen Haushalte. Damit übertrifft 1&1 die Vorgabe der Bundesnetzagentur, die eine Abdeckung eines Viertels der Haushalte bis zum 31. Dezember 2025 vorsah. Um Mobilfunkkundinnen und Mobilfunkkunden bereits während der Aufbauphase des innovativen 1&1 O-RAN bundesweit zu versorgen, nutzen Kundinnen und Kunden überall dort, wo 1&1 zunächst noch über keine eigenen Antennenstandorte verfügt, automatisch Antennen des National-Roaming-Partners Vodafone. Gleichzeitig bleibt es das zentrale Ziel, das 1&1 Mobilfunknetz schnellstmöglich auszubauen und die innovative Open-RAN-Technologie in immer mehr Gebieten verfügbar zu machen.
Digitalisierung durch das Segment „Business Access“
Die Netzinfrastruktur des Segments „Business Access“ bietet die Möglichkeit, das Geschäft mit Daten und Infrastruktur für Selbstständige, kleine, mittelständische und große Unternehmen, öffentliche Einrichtungen, Gemeinden und kommunale Unternehmen sowie Schulen konsequent weiter auszubauen und durch maßgeschneiderte IT-Sicherheitslösungen abzusichern. Durch die Anbindung an eine schnelle, digitale Infrastruktur ermöglicht United Internet diesen Einrichtungen bspw. die Digitalisierung von Verwaltungs- und Dienstleistungsprozessen. Um den Fortschritt der Glasfaseranbindung hinsichtlich Schulen und Bibliotheken abzubilden, dokumentiert „Business Access“ die Anzahl aller final abgeschlossenen Projekte in diesen Bereichen. Im Geschäftsjahr 2025 wurden 135 Schulen und zwölf Bibliotheken an das Glasfasernetz angeschlossen.
Zusammenarbeit an EU-Projekten
Das Segment „Business Applications“ beteiligt sich an verschiedenen Initiativen zur Förderung der digitalen Infrastruktur in Europa. Zentral hierfür ist die Beteilungen an den Rahmeninitiativen GAIA‑X und IDSA, die föderierte, sichere und interoperable Datenräume ermöglichen und die Abhängigkeit von Nicht-EU-Anbietern verringern. Das Segment engagiert sich ebenfalls in Plattformen wie dem NexusForum, der EU Cloud Alliance und der Open Source Business Alliance, um offene Standards und transparente Regulierungen zu fördern. Durch diese Aktivitäten wird die digitale Resilienz Europas gestärkt und die sichere, nachhaltige und selbstbestimmte Nutzung der digitalen Transformation ermöglicht.
Digitale Kompetenzen vermitteln
Über die Marken GMX und WEB.DE des Segments „Consumer Applications“ werden E-Mail-Postfächer mit zugehörigem Cloud-Speicherplatz angeboten. Die FreeMail-Angebote sind für Nutzerinnen und Nutzer kostenlos und ermöglichen damit auch sozial benachteiligten Gruppen die Teilhabe am digitalen Alltag. Informationskanäle, wie die Blogs der Portale von United Internet, vermitteln mit ihren leicht verständlichen Tipps rund um E-Mail, Digitales und Sicherheit wichtige Kompetenzen für den Umgang mit den neuen Medien. Im Kontext der digitalen Teilhabe für Kinder und Jugendliche werden Eltern und Erziehungsberechtigte im Blog sowie im Quartals-Newsletter für einen gesunden Umgang mit digitalen Medien sensibilisiert, z. B. zu „Cybersicherheit für Kids“. In diversen Blog-Artikeln werden gesellschaftspolitische Gefahren im digitalen Raum adressiert, die durch Hassrede, Fake News oder gefälschte Bilder entstehen. Zusätzlich werden kritisch zu betrachtende Internet-Trends wie Sharenting oder Kinder-Influencer thematisiert, und es wird auf Gefahren z. B. durch Phishing aufmerksam gemacht. Durchschnittlich werden je Marke ca. 30 Artikel pro Jahr zu diesen Themen veröffentlicht.
Kostenlose digitale Grundversorgung
Mit dem kostenlosen eSIM-Handytarif erweitert GMX die digitale Grundversorgung: Verbraucherinnen und Verbrauchern stehen nun E-Mail, Cloud-Speicher, Nachrichten und auch Mobilfunk aus einer Hand kostenfrei zur Verfügung. Damit wird die Grundlage für digitale Teilhabe für alle – insbesondere für Menschen mit geringem Einkommen – geschaffen.
Frei zugängliche Nachrichtenquellen
GMX und WEB.DE bieten Nutzerinnen und Nutzern neben E-Mail- und Cloud Services auch unbeschränkten Zugang zu Inhalten aus der eigenen, unabhängigen Redaktion. Das redaktionelle Nachrichtenangebot ist nicht auf den deutschen Markt beschränkt, sondern existiert ebenso auf den angepassten Länder-Portalen, z. B. in Österreich und der Schweiz. Für weitere Länder-Portale in den USA, Großbritannien, Frankreich und Spanien wird den Nutzerinnen und Nutzern ein automatisiertes Nachrichtenangebot in der jeweiligen Landessprache angeboten. Jeweils 8 % und 12 % der deutschen Internetnutzerinnen und Internetnutzer verwenden wöchentlich GMX und WEB.DE als Nachrichtenquellen. 5 % (GMX) bzw. 6 % (WEB.DE) der Nutzerinnen und Nutzer greifen sogar mindestens dreimal in der Woche auf die beiden FreeMail-Portale zu, um sich zu informieren. Dies belegt der Digital News Report 2025 des Reuters Instituts.
Maßnahmen zum Risiko „Ausfall des eigenen Mobilfunknetzes“
Mit insgesamt vier Core-Rechenzentren verfügt das Netz über die notwendige Geo-Redundanz, wodurch eine verlässliche Stabilität im 1&1 Mobilfunknetz gewährleistet ist.
Darüber hinaus werden spezifische technische und organisatorische Maßnahmen, insbesondere Redundanz-Review, erweiterte Redundanztests und die Überprüfung der Kapazität pro Core-Rechenzentrum umgesetzt, um bei Ausfall eines Rechenzentrums auch in den verbleibenden Rechenzentren eine ausreichende Kapazität für alle Endkundinnen und Endkunden bereitstellen zu können.
Stabilität des Mobilfunknetzes
Um die Sicherheit in Open-RAN-Netzen zu gewährleisten, bedarf es – ebenso wie bei herkömmlichen Mobilfunknetzen – intensiver Risikoanalysen sowie der kontinuierlichen Überprüfung aller sicherheitsrelevanten Einrichtungen und Systeme. Im Auftrag des Segments „Consumer Access“ hat der Generalunternehmer Rakuten detaillierte Risikoanalysen durchgeführt und betreibt ein zertifiziertes Sicherheitsmanagementsystem nach ISO 27001. Sowohl 1&1 Mobilfunk als auch der Partner Rakuten arbeiten kontinuierlich an der Verbesserung und Optimierung der bestehenden Sicherheitssysteme und im Rahmen der Security Operations. Neue Dienste im Angebot an die Mobilfunkkundinnen und Mobilfunkkunden werden frühzeitig im Rahmen von „Security by Design“ durch die Security Teams begleitet. Das Segment ist Mitglied in der internationalen O-RAN Alliance, deren Expertengremien die Sicherheit in Open-RAN-Netzen intensiv analysieren und fortlaufend weiterentwickeln.
Die Produkte des Segments „Consumer Access“ sowie die dazu benötigten Geschäftsprozesse basieren auf einer komplexen technischen Infrastruktur und einer Vielzahl an Softwaresystemen (für Mobilfunkmasten, Rechenzentren, Kundenverwaltungsdatenbanken, Statistiksysteme etc.). Im Falle von Anpassungen, seien es kleinere Wartungsarbeiten oder größere technische Umstellungen, kann es aufgrund der Komplexität zu Störungen oder Ausfällen kommen. Sollten davon z. B. Leistungssysteme betroffen sein, könnte das Segment „Consumer Access“ gegenüber Kundinnen und Kunden die zugesicherte Leistung vorübergehend nicht mehr erbringen.
Diesen Risiken begegnet das Segment durch gezielte Architekturanpassungen, Qualitätssicherungsmaßnahmen und eine räumlich getrennte (georedundante) Auslegung der Kernfunktionalitäten. Darüber hinaus werden verschiedene soft- und hardwarebasierte Sicherheitsvorkehrungen eingesetzt, die dazu dienen, Infrastruktur und Verfügbarkeit zu schützen. Durch die Teilung von Aufgaben werden risikobehaftete Handlungen oder Geschäftsvorfälle nicht von einer Mitarbeitenden bzw. einem Mitarbeitenden allein, sondern nach dem „Vier-Augen-Prinzip“ ausgeführt. Manuelle und technische Zugriffsbeschränkungen stellen darüber hinaus sicher, dass Mitarbeitende nur in ihren Verantwortungsbereichen tätig sind. Als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme gegen Datenverlust werden die vorhandenen Datenbestände einer regelmäßigen Datensicherung unterzogen und in georedundanten Rechenzentren gespeichert.
Beim Aufbau und Betrieb des vollständig virtualisierten 5G-Mobilfunknetzes auf Basis der neuen Open-RAN-Technologie arbeiten die Segmente „Consumer Access“ und „Business Access“ zusammen. Ergebnis der Kooperation ist die Anbindung der 5G-Standorte, bestehend aus Front-, Mid- und Backhaul-Anbindungen, der Betrieb des Backbone-Netzes und der Ausbau dedizierter Rechenzentren für den Netzbetrieb.
Maßnahmen zur Auswirkung „Ausfälle der kritischen Infrastruktur“
Um die Resilienz des Netzes zu stärken, werden verschiedene organisatorische und technische Maßnahmen basierend auf der LL 3700 zum Business Continuity Management sowie der RL 6326 zum Notfallmanagement verfolgt.
Organisatorische Maßnahmen
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Business Process Framework (eTOM) |
Das Unternehmen hat sich in der Aufbau- und Ablauforganisation auf den Betrieb eines der größten und leistungsfähigsten Glasfasernetze Deutschlands ausgerichtet. So sorgen spezialisierte Fachbereiche und -abteilungen, wie der Bereich für die Netzausbauplanung oder das Team Network Management Center, für eine hohe Leistungsfähigkeit des Glasfasernetzes. Das Team Network Management Center ist dabei 24 Stunden an sieben Tagen der Woche für die Überwachung, den Betrieb und die Entstörung des Glasfasernetzes aller Kundinnen und Kunden bundesweit verantwortlich. Auch in der Ablauforganisation orientiert sich das Unternehmen an spezifischen Standards und orientiert sich beim Design der Geschäftsprozesse am „Business Process Framework“ (eTOM).
Das Segment „Business Access“ hat zudem detaillierte Notfallpläne und Krisenmanagementstrategien entwickelt, um im Falle eines unerwarteten Ereignisses schnell und effektiv reagieren zu können. Diese Pläne beinhalten definierte Verantwortlichkeiten und klare Kommunikationswege, um eine schnelle Wiederherstellung des normalen Betriebs zu ermöglichen.
Technische Maßnahmen
○ Orientierung an internationalen Standards für den Netzbetrieb: Um den Kundinnen und Kunden stabile und sichere Telekommunikationsprodukte zu bieten, implementiert das Segment „Business Access“ die Anforderungen internationaler Normen in seine Geschäftsprozesse. Dies wird jährlich durch externe Zertifizierungsgesellschaften überprüft und nach ISO/IEC 27001, ISO/IEC 20000 und ISO 9001 zertifiziert. Durch die Zertifizierungen belegt das Segment, dass es nach anerkannten internationalen Standards für Qualität, IT-Service-Management und Informationssicherheit arbeitet. Die Erfüllung der Standards hat das Ziel, die zuverlässige, sichere und kosteneffiziente Erbringung von Serviceleistungen sowie die Bereitstellung effizienter Prozesse zu Planung und Betrieb der Netze zu fördern. Neben den ISO-Zertifizierungen erfüllt das Segment „Business Access“ als anerkannt sicheres Dienstleistungsunternehmen die hohen Informationssicherheitsanforderungen der Automobilindustrie nach dem TISAX-Verfahren.
○ Redundanz: Die Netzwerkinfrastruktur ist so konzipiert, dass sie über mehrere redundante Systeme verfügt. So kann bspw. der Datenverkehr kurzfristig auf eine andere Leitung umgelenkt werden, um eine weitgehend unterbrechungsfreie Verbindung zu gewährleisten. Wenn eine bestimmte Infrastruktur kurzfristig nicht mehr zur Verfügung steht, wird so eine mögliche Beeinträchtigung der Dienste minimiert.
○ Unterbrechungsfreie Stromversorgung: Um die Resilienz der Telekommunikationsnetze zu steigern stattet das Segment die für den Betrieb relevante Infrastruktur mit Netzersatzanlagen sowie Technik zur unterbrechungsfreien Stromversorgung aus. So wird die Funktionstüchtigkeit der Technik aufrechterhalten.
Monitoring / Wartung
Das Segment „Business Access“ führt regelmäßige Wartungen und kontinuierliche Überwachungen der Netzwerkinfrastruktur durch. Durch den Einsatz moderner Monitoring-Tools können potenzielle Abweichungen und Probleme frühzeitig erkannt und behoben werden, bevor sie zu Ausfällen führen. Dabei werden eingehende Meldungen erfasst und Störungs-, Warn- sowie Statusmeldungen bewertet. Auf dieser Grundlage kann über die einzuleitenden Maßnahmen entschieden werden.
Um die Stabilität und Verfügbarkeit des Netzes zu gewährleisten und Ausfälle zu verhindern, wurden im Geschäftsjahr 2025 unterschiedliche zielführende Maßnahmen durchgeführt:
○ Business Continuity Management System (BCMS): Im Rahmen des Business Continuity Managements bzw. der LL3700 BCM, welches sich methodisch am ISO-Standard 22301 orientiert, werden Risikoanalysen, Schulungen sowie regelmäßige Tests und Übungen von Notfallsituationen durchgeführt, um den reibungslosen Ablauf in Notsituationen zu verbessern und zu prüfen.
○ Risikoanalyse von „Untergeschoss-Standorten“: Zur Erhöhung der Betriebssicherheit des Netzes wurden im Rahmen einer umfangreichen Risikoanalyse relevante Technikstandorte, die sich jeweils in Untergeschossen befinden, hinsichtlich ihres Ausfallrisikos durch einen potenziellen Schaden infolge eines Wassereintritts (z. B. durch Hochwasser) untersucht und bewertet. Infolge dieser Analyse wurden entsprechende Handlungsempfehlungen zu notwendigen Maßnahmen (wie z. B. Umzüge oder Ertüchtigungen der Technikstandorte) abgeleitet und in Teilen bereits umgesetzt.
Ziele
Die wesentlichen Themen des Kapitels „Verbraucherinnen und Verbraucher, Endnutzende“ werden über die in diesem Kapitel genannten Maßnahmen gesteuert und nicht über konkrete quantifizierbare Ziele. Dies lässt sich anhand folgender Beispiele begründen:
○ Gefahren für faktenbasierte Meinungsbildung: Um die Leserinnen und Leser vor Fake News zu schützen und eine faktenbasierte Meinungsbildung zu fördern, kommen zahlreiche Maßnahmen zur Sicherstellung eines faktenbasierten Journalismus und zur Förderung von Transparenz zum Einsatz. Da dies ein schwer messbares Ergebnis ist, hat das Segment „Consumer Applications“ zu diesem Zeitpunkt kein quantifizierbares, übergeordnetes Ziel definiert. Ob ein solches Ziel sinnvoll ist, wird in den folgenden Geschäftsjahren geprüft.
○ Negative ethische Auswirkungen durch die Anwendung von KI in Prozessen und Services: Das Bestreben von United Internet ist es, negative Auswirkungen, die durch den Einsatz von KI in Produkten und Services auftreten können, möglichst zu unterbinden. Dafür ist es essenziell, die Mitarbeitenden von United Internet für die Gefahren von KI, wie KI-Verzerrung, zu sensibilisieren. Ein messbares, übergreifendes Ziel, bspw. ob KI ethisch korrekt eingesetzt wurde, ist zu diesem Zeitpunkt nicht eindeutig quantifizierbar. Darum fokussiert United Internet sich auf wirksame Maßnahmen zu diesem Thema, wie die Durchführung der KI-Schulungen, und wird in den folgenden Geschäftsjahren prüfen, ob sinnvolle Kennzahlen zur Messung und Terminierung einer Zielformulierung abgeleitet werden können.
○ Ausfall des eigenen Mobilfunknetzes: Da die Netzstabilität nicht anhand eines einzelnen messbaren Zielwerts adäquat abgebildet werden kann, steuert United Internet dieses Risiko durch einen klar definierten Maßnahmenkatalog und kontinuierliche technische und organisatorische Verbesserungen. Dazu zählen insbesondere die Durchführung regelmäßiger Redundanz‑Reviews, erweiterte Redundanztests sowie die Überprüfung der Kapazitäten pro Core‑Rechenzentrum, um sicherzustellen, dass auch bei Ausfall eines Standorts die Versorgung aller Endkundinnen und Endkunden bestmöglich aufrechterhalten werden kann. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Auswirkungen eines Rechenzentrumsausfalls zu begrenzen und die Serviceverfügbarkeit möglichst hochzuhalten.
4.4 Governance-Informationen
Als tragende Säule der Nachhaltigkeit sorgt eine verantwortungsvolle Unternehmensführung dafür, dass ökologische und soziale Verantwortung in den Strukturen und Prozessen bei United Internet verankert sind. Im Fokus stehen dabei sowohl die Prävention von Fehlverhalten als auch der transparente Umgang mit Risiken, Hinweisen und potenziellen Verstößen. Eine wirksame Governance schafft durch transparente Prozesse und verlässliche Werte Vertrauen bei Mitarbeitenden, Endnutzenden und weiteren Stakeholderinnen und Stakeholdern.
Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen
United Internet hat ihm Rahmen der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse ein wesentliches Governance-Risiko identifiziert:
IRO-Kategorie | Beschreibung des wesentlichen IRO | Wertschöpfungskette |
Fehlverhalten und Regelwidrigkeiten |
Risiko | Der Verstoß gegen bestehende Gesetze und Richtlinien kann zu Umsatzeinbußen durch den Verlust von Kundinnen und Kunden führen, wenn diese das Vertrauen in das Unternehmen verlieren. Gesetzeswidrige oder unethische Geschäftspraktiken können zudem zu Bußgeldern und in Einzelfällen zu strafrechtlicher Verfolgung führen (Korruption, Bestechung und andere Formen illegalen Verhaltens). | Im eigenen Betrieb |
Richtlinien
Die nachfolgende Tabelle fasst die Richtlinien in Bezug auf das Risiko „Fehlverhalten und Regelwidrigkeiten“ zusammen.
Ziel der Richtlinie | Geltungsbereich | Verantwortlicher Fachbereich | Nationale und internationale Standards und Gesetzgebung |
Compliance-Leitlinie IRO-Bezug: Fehlverhalten und Regelwidrigkeiten |
Beschreibung des Compliance-Management-Systems, Definition von Rollen und Verantwortlichkeiten in der konzernweiten Compliance-Organisation | Konzernweit im eigenen Betrieb an sämtlichen Standorten von United Internet | Corporate Compliance | |
Richtlinie zur Korruptionsprävention IRO-Bezug: Fehlverhalten und Regelwidrigkeiten |
Schärfen des Bewusstseins der Mitarbeitenden im Hinblick auf Korruption, Vorbeugen von Interessenkonflikten, Regeln sowohl für die Annahme als auch für die Gewährung von Zuwendungen | Konzernweit im eigenen Betrieb an sämtlichen Standorten von United Internet | Corporate Compliance | Gesetz zur Bekämpfung der Korruption |
Ziel der Richtlinie | Geltungsbereich | Verantwortlicher Fachbereich | Nationale und internationale Standards und Gesetzgebung |
Richtlinie zur Vergabe von Incentives an Externe IRO-Bezug: Fehlverhalten und Regelwidrigkeiten |
Ergänzung der Richtlinie zur Korruptionsprävention insbesondere für die Vertriebsbereiche, z. B. verbindliche Vorgaben zur Ausschreibung, Ausgestaltung und Organisation von Incentives (Anreizen) | Konzernweit im eigenen Betrieb an sämtlichen Standorten von United Internet | Corporate Compliance | |
Konzernrichtlinie Umgang mit Hinweisen auf Compliance-Verstöße und Durchführung interner Untersuchungen IRO-Bezug: Fehlverhalten und Regelwidrigkeiten |
Vorgaben für den Umgang mit Hinweisen auf Compliance-Verstöße und Gewährleistung fairer und rechtssicherer interner Untersuchungen | Konzernweit im eigenen Betrieb an sämtlichen Standorten von United Internet | Corporate Compliance | Lieferkettensorgfalts-pflichtengesetz (LkSG) |
Verhaltenskodex, siehe Kapitel „Arbeitskräfte von United Internet“ IRO-Bezug: Fehlverhalten und Regelwidrigkeiten |
Hinweisgeberschutz-Richtlinie (Konzernrichtlinie zum Schutz von hinweisgebenden Personen sowie zum Einsatz des elektronischen Hinweisgebersystems „Integrity Line“ in der United-Internet-Gruppe), siehe „Einführung in den Bereich Soziales“ IRO-Bezug: Fehlverhalten und Regelwidrigkeiten |
Geschäftspartnerkodex, für Details siehe Kapitel „Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette“ IRO-Bezug: Fehlverhalten und Regelwidrigkeiten |
Leitlinie zur Umsetzung der Lieferkettensorgfaltspflichten (LkS) in der United Internet Gruppe, für Details siehe Kapitel „Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette“ IRO-Bezug: Fehlverhalten und Regelwidrigkeiten |
Compliance-Leitlinie und Compliance-Management-System
Die verbindliche „Leitlinie für die Compliance-Funktionen bei United Internet“ (kurz: Compliance-Leitlinie) beschreibt das Compliance-Management-System (CMS) von United Internet (kurz: UI CMS) und definiert Rollen und Verantwortlichkeiten in der konzernweiten, segmentübergreifenden Compliance-Organisation.
United Internet ist sich bewusst, dass Verstöße gegen gesetzliche Bestimmungen und Vorgaben nicht nur juristische Konsequenzen und drohende Bußgelder zur Folge haben, sondern auch den Verlust des Vertrauens von Anteilseignerinnen und Anteilseignern, Kundinnen und Kunden, Geschäftspartnern sowie Mitarbeitenden. Um dieses Vertrauen zu wahren und die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und internen Richtlinien sicherzustellen, hat der Vorstand von United Internet das konzernweite, risikoorientierte UI CMS eingerichtet.
Das UI CMS wird vervollständigt durch dezentrale Compliance-Einheiten auf Segmentebene und eine Corporate-Compliance-Abteilung auf Corporate-Ebene. Sogenannte Segment-Compliance-Manager sind für die konkrete Ausgestaltung des segmentbezogenen CMS verantwortlich und setzen Compliance-Maßnahmen auf Segmentebene um.
Das „Group Compliance Committee“ dient als Plattform für einen strukturellen Austausch zwischen Corporate Compliance und Segment-Compliance und verfolgt den Zweck, das UI CMS harmonisiert weiterzuentwickeln und die Compliance im Konzern einheitlich zu gestalten. Die Einheitlichkeit der Konzern-Compliance wird u. a. über konzerneinheitliche Regelwerke, gemeinsame technische Systeme und abgestimmte Berichtswege sichergestellt.
Die Segmente von United Internet stellen in eigener Verantwortung die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen, die Einhaltung der Compliance-Leitlinie sowie weiterer interner Compliance-Richtlinien in ihrem jeweiligen Segment sicher. Stellvertretend für die konzernweite Compliance-Organisation berichtet der Head of Corporate Compliance direkt an den Group General Counsel von United Internet, den Finanzvorstand des Konzerns sowie den Prüfungs- und Risikoausschuss des Aufsichtsrats von United Internet.
Die Compliance-Leitlinie behandelt sowohl die Compliance-Organisation, bestehend aus einer klaren Festlegung der Rollen und Verantwortlichkeiten im UI CMS einschließlich der Aufgaben und organisatorischen Einordnung sowie der Berichtslinien, als auch die Compliance-Überwachung, die darauf abzielt festzustellen, ob das Segment-CMS unter Beachtung der durch Corporate vorgegebenen Mindestanforderungen angemessen ausgestaltet und wirksam ist.
Richtlinie zur Korruptionsprävention
Die Richtlinie zur Korruptionsprävention legt eindeutige Regeln für die Annahme und Gewährung von Zuwendungen fest und erläutert die daraus folgenden Maßnahmen und Prozesse. Gleichzeitig bietet sie Mitarbeitenden von United Internet eine praktische Anleitung, wie sie unangemessene Forderungen von Dritten auf wirksame und ethisch vertretbare Weise vermeiden und ihnen begegnen können. Zur Aufdeckung von Korruptions- oder Bestechungsvorwürfen sind persönliche und elektronische Meldewege eingerichtet.
Richtlinie zur Vergabe von Incentives an Externe
Die Richtlinie zur Vergabe von Incentives an Externe ergänzt die Richtlinie zur Korruptionsprävention insbesondere für die Vertriebsbereiche. Sie enthält verbindliche Vorgaben zu Ausschreibung, Ausgestaltung und Organisation von Incentives und Veranstaltungen mit Incentive-Charakter.
Konzernrichtlinie Umgang mit Hinweisen auf Compliance-Verstöße und Durchführung interner Untersuchungen
Die Konzernrichtlinie „Umgang mit Hinweisen auf Compliance-Verstöße und Durchführung interner Untersuchungen“ legt konzernweit verbindliche Vorgaben fest. Sie definiert einen hohen Standard für den Umgang mit Hinweisen auf Compliance-Verstöße, einschließlich Verletzungen menschenrechtlicher und umweltbezogener Sorgfaltspflichten, und gewährleistet die Durchführung fairer und rechtssicherer interner Untersuchungen. Das Unternehmen hat somit Verfahren eingerichtet, um (mögliche) Compliance-Verstöße unverzüglich aufzuklären, festgestellte Verstöße abzustellen und Fehlverhalten angemessen zu sanktionieren.
Die Richtlinie stellt Anforderungen an die Plausibilisierung eines Anfangsverdachts, definiert Sachverhalte, die eine interne Untersuchung auslösen und legt klare Zuständigkeiten sowie den Ablauf einer internen Untersuchung fest. Darüber hinaus bestimmt sie klare Berichtswege in Bezug auf die Ergebnisse einer internen Untersuchung und berücksichtigt die Anforderungen des LkSG an sogenannte Beschwerdeverfahren.
Kernelement einer angemessenen Sachverhaltsaufklärung ist der „Hinweisausschuss“. Als internes, anlassbezogenes Beratungsgremium bewertet er plausibilisierte Hinweise auf mögliche Compliance-Verstöße von erheblicher Bedeutung und spricht Handlungsempfehlungen im Umgang mit diesen Hinweisen aus, z. B. die Durchführung einer internen Untersuchung. Der Ausschuss besteht aus Vertreterinnen und Vertretern des Bereichs Corporate Compliance und der entsprechenden Segment-Compliance sowie gegebenenfalls weiteren relevanten Funktionen wie z. B. der Internen Revision (Corporate Audit) oder HR.
Wird Corporate Audit in bestimmten Fällen mit der Durchführung einer internen Untersuchung beauftragt, werden die Prüfungsfeststellungen und die daraus abgeleiteten Empfehlungen in einem Untersuchungsbericht dokumentiert und an die verantwortliche Geschäftsleitung kommuniziert. Auf Basis der Empfehlungen werden Maßnahmen definiert und von der verantwortlichen Geschäftsleitung beschlossen. Die beschlossenen Maßnahmen werden dokumentiert und die Maßnahmenumsetzung wird durch Corporate Audit überwacht.
Maßnahmen
Die Compliance-Richtlinien beinhalten aufbau- und ablauforganisatorische Maßnahmen, bei denen es sich um permanente und zyklische wiederkehrende Maßnahmen handelt, für die kein Enddatum vorgesehen ist.
Das übergeordnete Ziel aller Compliance-Aktivitäten ist es, Compliance-Verstöße zu verhindern. Dieses Ziel soll durch angemessene, an der Risikolage des Unternehmens ausgerichtete Maßnahmen erreicht werden. Dabei werden stets die drei Handlungsebenen „Vorbeugen“, „Erkennen“ und „Reagieren“ berücksichtigt (vgl. Kapitel „Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette“; dort entsprechend „Präventionsmaßnahmen“, „Feststellen von Verletzungen“ und „Anlassbezogene Abhilfemaßnahmen“).
Risikobewertung
Zur Verhinderung und Aufdeckung von Korruption und Bestechung stellen Risikobewertungen eine Schlüsselkomponente dar. Diese Risikobewertung zielt darauf ab, dass United Internet die mit Korruption bzw. Bestechung verbundenen Risiken unter Berücksichtigung
○ der in den Segmenten verankerten Geschäftsmodelle und Aktivitäten,
○ des geografischen Standorts der Aktivitäten
○ und der inhärenten Risiken von Korruption bzw. Bestechung (in einigen Geschäftsbereichen, Funktionen und / oder Regionen sind die Risiken im Zusammenhang mit diesen Verhaltensweisen stärker ausgeprägt)
bewertet.
Die Risikobewertungen tragen dazu bei, das Potenzial für Vorfälle einzuschätzen und bei der Gestaltung von Strategien und Verfahren zur Bekämpfung solcher Verhaltensweisen risikoorientiert zu unterstützen.
Durchführungen von Schulungen
Die Vermittlung von Unternehmensleitlinien erfolgt über umfassende Schulungsprogramme. E-Learnings, wie das E-Learning zum Verhaltenskodex, sind integraler Bestandteil des Onboardings und machen Mitarbeitenden die Inhalte interaktiv zugänglich.
Die Schulungskonzepte können auf Ebene der Segmente sowie in Abhängigkeit vom Themenfeld variieren. Datenschutz-Schulungen werden alle zwei Jahre für alle Mitarbeitenden verpflichtend wiederholt und durch Abschlusstests evaluiert. Grundsätzlich werden Schulungen im E-Learning-Format sowie unternehmens- und zielgruppengerecht vermittelt.
Schulungen zur Korruptionsprävention in Bezug auf risikobehaftete Funktionen
Im Geschäftsjahr 2025 führte United Internet ein E-Learning zur Korruptionsprävention in allen Segmenten, „Business Applications“ ausgenommen, durch. Für Mitarbeitende risikobehafteter Funktionen war die Schulung verpflichtend. Zu den risikobehafteten Funktionen zählen:
○ Vertriebs- und Einkaufsfunktionen
○ Handlungsbevollmächtigte
○ Bereiche, die in die Genehmigung und Abwicklung von Zahlungen eingebunden sind
○ Bereiche, die im Austausch mit Amts- oder Mandatsträgerinnen und -trägern stehen
○ Bereiche, die Kontakt zu Genehmigungs- und Überwachungsbehörden pflegen
Neben diesen risikobehafteten Funktionen wurden Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger (Vorstand, Geschäftsführung und Führungskräfte) sowie Funktionen, die an Prozessen im Rahmen der Korruptionsprävention beteiligt sind, in das verpflichtende E-Learning einbezogen.
Compliance-Onboarding
United Internet stellt im Rahmen des Mitarbeitenden-Onboardings, der virtuellen „Welcome Days“, sicher, dass neue Mitarbeitende von Beginn an über die bestehenden Meldekanäle und wesentlichen Compliance-Prozesse informiert werden. Dadurch werden von Anfang an ein klares Verständnis und das Vertrauen in die vorhandenen Systeme gefördert.
E-Learning zum Verhaltenskodex
Die Einhaltung des Verhaltenskodex wird durch ein E-Learning gefördert. Die erfolgreiche Wissensvermittlung wird im E-Learning zum Verhaltenskodex durch Multiple-Choice-Fragen geprüft. Das E-Learning zum Verhaltenskodex ist im Segment „Business Access“ derzeit in Planung. Das Segment „Business Applications“ hat seit Ende des Geschäftsjahres 2024 Verhaltenskodex-Schulungen zum eigenen Verhaltenskodex.
Compliance-Schulungen
Compliance-Managerinnen und Compliance-Manager, United Internet Vertrauenspersonen und HR-Mitarbeitende erhalten gezielte Schulungen, um hinweisgebende Personen effektiv zu unterstützen und eine Kultur der Offenheit zu fördern.
Ziele
Die Themen „Anti-Korruption“ und „Hinweismanagement“ werden über Richtlinien, Maßnahmen und Kontrollen gesteuert – nicht durch definierte Ziele. Das Ambitionsniveau besteht darin, regelkonformes Verhalten durch Präventionsmaßnahmen sicherzustellen sowie potenzielle Verstöße frühzeitig zu erkennen, vollständig aufzuklären, abzustellen und konsequent zu sanktionieren.
Die Wirksamkeit der bestehenden Richtlinien und Maßnahmen wird laufend überwacht. Dies erfolgt insbesondere durch die regelmäßige Durchführung und Auswertung verpflichtender Schulungen (z. B. Korruptionsprävention) und ein aktives Monitoring des Hinweisgebersystems. Zur Bewertung der Wirksamkeit werden u. a. Teilnahmequoten in Bezug auf Compliance-Schulungen sowie Kennzahlen zur Effektivität des Hinweisgebersystems herangezogen. Zum Letztgenannten zählen Nutzungskennzahlen (z. B. Anzahl an eingegangenen Meldungen), Kennzahlen zur Qualität der Meldungen (z. B. Anteil substantiierter Meldungen) sowie Bearbeitungskennzahlen.
Kennzahlen
Im Geschäftsjahr 2025 wurde das E-Learning zur Korruptionsprävention in sämtlichen Segmenten von United Internet durchgeführt – mit Ausnahme des Segments „Business Applications“, das die Schulung zuletzt im Geschäftsjahr 2024 durchgeführt hat.
Im Segment „Business Access“ erfolgt die Schulung turnusgemäß alle zwei Jahre. Da die letzte Schulung dort im Geschäftsjahr 2025 stattfand, wurde dieses Segment – im Gegensatz zur Nachhaltigkeitserklärung 2024 – in die diesjährigen Auswertungen einbezogen.
Im Geschäftsjahr 2026 soll das konzernweite Schulungskonzept einschließlich des Durchführungsrhythmus vereinheitlicht werden.
Die Zielgruppe der Schulung umfasst alle Mitarbeitenden in risikobehafteten und prozessbeteiligten Funktionen (2.610), Führungskräfte (776) sowie Mitglieder der Geschäftsleitung (23). Im Geschäftsjahr 2025 umfasste die Zielgruppe damit 3.409 Personen. Bei insgesamt 6.432 Mitarbeitenden in den Segmenten, in denen die Schulung planmäßig durchgeführt wurde, d. h. unter Ausschluss des Segments „Business Applications“, entspricht dies einem Anteil von 53 % der Belegschaft.
Insgesamt haben 2.684 der eingeladenen Mitarbeitenden die Schulung erfolgreich abgeschlossen. Dies entspricht bezogen auf die diesjährige Zielgruppe einer Teilnahmequote von 79 %.
Im Geschäftsjahr 2024 lag die Teilnahmequote in Bezug auf die Zielgruppe bei 67 %. Die Vergleichbarkeit ist hier aufgrund der unterschiedlichen Grundgesamtheiten begrenzt, da im Geschäftsjahr 2024 das Segment „Business Access“ ausgeschlossen war.
Der Schulungszeitraum erstreckte sich sowohl im Geschäftsjahr 2025 als auch im Vorjahr über den Stichtag der Berichterstattung hinaus. Die genannten Teilnahmequoten repräsentieren daher nicht den finalen Stand am Ende des jeweiligen Schulungszeitraums.
Aufgrund des Menschenrechtsbezugs finden sich weitere Compliance-Kennzahlen im Kapitel „Soziale Informationen – Arbeitskräfte von United Internet – Kennzahlen – Vorfälle und Beschwerden im Zusammenhang mit Menschenrechten“.
Annex
Kennzahlen gemäß EU-Taxonomie
Meldebogen: Anteil des Umsatzes aus Waren oder Dienstleistungen, die mit taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind — Offenlegung für das Jahr 2025
Geschäftsjahr 2025 | | Kriterien für einen wesentlichen Beitrag | |
Wirtschaftstätigkeiten (1) | Code(s) (1) (2) | Umsatz (3) | Umsatzanteil, Jahr 2025 (4) | Klimaschutz (5) | Anpassung an den Klimawandel (6) | Wasser (7) | Umweltver-schmutzung (8) | Kreislauf-wirtschaft (9) | Biologische Vielfalt (10) | |
| | Mio. € | % | J; N; N/EL | J; N; N/EL | J; N; N/EL | J; N; N/EL | J; N; N/EL | J; N; N/EL | |
A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | | | | | | | | | | |
A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) | | | | | | | | | | |
Umsatz ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) | | 0,0 | 0,0 % | 0,0 % | 0,0 % | 0,0 % | 0,0 % | 0,0 % | 0,0 % | |
Davon ermöglichende Tätigkeiten | | 0,0 | 0,0 % | 0,0 % | 0,0 % | 0,0 % | 0,0 % | 0,0 % | 0,0 % | |
Davon Übergangstätigkeiten | | 0,0 | 0,0 % | 0,0 % | | | | | | |
A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) | | | | | | | | | | |
| | Mio. € | % | EL; N/EL | EL; N/EL | EL; N/EL | EL; N/EL | EL; N/EL | EL; N/EL | |
Datenverarbeitung, Hosting und damit verbundene Tätigkeiten | CCM 8.1 | 1.446,2 | 23,6 % | EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | |
Verkauf von Gebrauchtwaren | CE 5.4 | 24,9 | 0,4 % | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | EL | N/EL | |
Umsatz taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) (A.2) | | 1.471,1 | 24,0 % | 23,6 % | 0,0 % | 0,0 % | 0,0 % | 0,4 % | 0,0 % | |
A. Umsatz taxonomiefähiger Tätigkeiten (A.1+A.2) | | 1.471,1 | 24,0 % | 23,6 % | 0,0 % | 0,0 % | 0,0 % | 0,4 % | 0,0 % | |
B. NICHT TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | | | | | | | | | | |
Umsatz nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten | | 4.648,8 | 76,0 % | | | | | | | |
Gesamt | | 6.119,9 | 100,0 % | | | | | | | |
| | | | | | | | | | |
(1)Der Code stellt die Abkürzung des jeweiligen Ziels dar, zu dem die Wirtschaftstätigkeit einen wesentlichen Beitrag leisten kann, sowie die Nummer des Abschnitts der Tätigkeit im entsprechenden Anhang, der das Ziel abdeckt, d. h.:
- Klimaschutz: CCM (Climate Change Mitigation)
- Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft: CE (The transition to a circular economy)
J – Ja, taxonomiefähige und mit dem relevanten Umweltziel taxonomiekonforme Tätigkeit
N – Nein, taxonomiefähige, aber mit dem relevanten Umweltziel nicht taxonomiekonforme Tätigkeit
EL – 'eligible', für das jeweilige Umweltziel taxonomiefähige Tätigkeit
N/EL – 'not eligible", für das jeweilige Umweltziel nicht taxonomiefähige Tätigkeit
| DNSH-Kriterien ('Keine erhebliche Beeinträchtigung') | | | | |
| Klimaschutz (11) | Anpassung an den Klimawandel (12) | Wasser (13) | Umweltver-schmutzung (14) | Kreislauf-wirtschaft (15) | Biologische Vielfalt (16) | Mindest-schutz (17) | Anteil taxonomiekonformer (A.1.) oder taxonomie-fähiger (A.2.) Umsatz, Jahr 2024 (18) | Kategorie ermöglichende Tätigkeit (19) | Kategorie Übergangstätigkeit (20) |
| J/N | J/N | J/N | J/N | J/N | J/N | J/N | % | E | T |
| | | | | | | | | | |
| | | | | | | | | | |
| N | N | N | N | N | N | N | 0,0 % | | |
| N | N | N | N | N | N | N | 0,0 % | E | |
| N | N | N | N | N | N | N | 0,0 % | | T |
| | | | | | | | | | |
| | | | | | | | | | |
| | | | | | | | 25,8 % | | |
| | | | | | | | 0,4 % | | |
| | | | | | | | 26,1 % | | |
| | | | | | | | 26,1 % | | |
| | | | | | | | | | |
| | | | | | | | | | |
| | | | | | | | | | |
| | | | | | | | | | |
Meldebogen: CapEx-Anteil aus Waren oder Dienstleistungen, die mit taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind — Offenlegung für das Jahr 2025
Geschäftsjahr 2025 | | | | Kriterien für einen wesentlichen Beitrag | |
Wirtschaftstätigkeiten (1) | Code(s) (1) (2) | CapEx (3) | CapEx-Anteil, Jahr 2025 (4) | Klimaschutz (5) | Anpassung an den Klimawandel (6) | Wasser (7) | Umweltver-schmutzung (8) | Kreislauf-wirtschaft (9) | Biologische Vielfalt (10) | |
| | Mio. € | % | J; N; N/EL | J; N; N/EL | J; N; N/EL | J; N; N/EL | J; N; N/EL | J; N; N/EL | |
A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | | | | | | | | | | |
A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) | | | | | | | | | | |
CapEx ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) | | 0,0 | 0,0 % | 0,0 % | 0,0 % | 0,0 % | 0,0 % | 0,0 % | 0,0 % | |
Davon ermöglichende Tätigkeiten | | 0,0 | 0,0 % | 0,0 % | 0,0 % | 0,0 % | 0,0 % | 0,0 % | 0,0 % | |
Davon Übergangstätigkeiten | | 0,0 | 0,0 % | 0,0 % | | | | | | |
A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) | | | | | | | | | | |
| | Mio. € | % | EL; N/EL | EL; N/EL | EL; N/EL | EL; N/EL | EL; N/EL | EL; N/EL | |
Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen | CCM 6.5 | 5,4 | 0,5 % | EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | |
Erwerb von und Eigentum an Gebäuden | CCM 7.7 | 32,5 | 2,9 % | EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | |
Datenverarbeitung, Hosting und damit verbundene Tätigkeiten | CCM 8.1 | 70,7 | 6,3 % | EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | |
Herstellung von Elektro- und Elektronikgeräten | CE 1.2 | 160,2 | 14,3 % | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | EL | N/EL | |
CapEx taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) (A.2) | | 268,8 | 24,0 % | 9,7 % | 0,0 % | 0,0 % | 0,0 % | 14,3 % | 0,0 % | |
A. CapEx taxonomiefähiger Tätigkeiten (A.1+A.2) | | 268,8 | 24,0 % | 9,7 % | 0,0 % | 0,0 % | 0,0 % | 14,3 % | 0,0 % | |
B. NICHT TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | | | | | | | | | | |
CapEx nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten | | 850,2 | 76,0 % | | | | | | | |
Gesamt | | 1.119,0 | 100,0 % | | | | | | | |
| | | | | | | | | | |
(1)Der Code stellt die Abkürzung des jeweiligen Ziels dar, zu dem die Wirtschaftstätigkeit einen wesentlichen Beitrag leisten kann, sowie die Nummer des Abschnitts der Tätigkeit im entsprechenden Anhang, der das Ziel abdeckt, d. h.:
- Klimaschutz: CCM (Climate Change Mitigation)
- Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft: CE (The transition to a circular economy)
J – Ja, taxonomiefähige und mit dem relevanten Umweltziel taxonomiekonforme Tätigkeit
N – Nein, taxonomiefähige, aber mit dem relevanten Umweltziel nicht taxonomiekonforme Tätigkeit
EL – 'eligible', für das jeweilige Umweltziel taxonomiefähige Tätigkeit
N/EL – 'not eligible", für das jeweilige Umweltziel nicht taxonomiefähige Tätigkeit
| DNSH-Kriterien ('Keine erhebliche Beeinträchtigung') | | | | |
| Klimaschutz (11) | Anpassung an den Klimawandel (12) | Wasser (13) | Umweltver-schmutzung (14) | Kreislauf-wirtschaft (15) | Biologische Vielfalt (16) | Mindest-schutz (17) | Anteil taxonomie-konformer (A.1.) oder taxonomie-fähiger (A.2.) CAPEX, Jahr 2024 (18) | Kategorie ermöglichende Tätigkeit (19) | Kategorie Übergangstätigkeit (20) |
| J/N | J/N | J/N | J/N | J/N | J/N | J/N | % | E | T |
| | | | | | | | | | |
| | | | | | | | | | |
| N | N | N | N | N | N | N | 0,0 % | | |
| N | N | N | N | N | N | N | 0,0 % | E | |
| N | N | N | N | N | N | N | 0,0 % | | T |
| | | | | | | | | | |
| | | | | | | | | | |
| | | | | | | | 0,7 % | | |
| | | | | | | | 2,5 % | | |
| | | | | | | | 5,9 % | | |
| | | | | | | | 21,2 % | | |
| | | | | | | | 30,3 % | | |
| | | | | | | | 30,3 % | | |
| | | | | | | | | | |
| | | | | | | | | | |
| | | | | | | | | | |
| | | | | | | | | | |
Meldebogen: OpEx-Anteil von Waren oder Dienstleistungen, die mit taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind — Offenlegung für das Jahr 2025
Geschäftsjahr 2025 | | | | Kriterien für einen wesentlichen Beitrag | |
Wirtschaftstätigkeiten (1) | Code(s)(1) (2) | OpEx (3) | OpEx-Anteil, Jahr 2025 (4) | Klimaschutz (5) | Anpassung an den Klimawandel (6) | Wasser (7) | Umweltver-schmutzung (8) | Kreislauf-wirtschaft (9) | Biologische Vielfalt (10) | |
| | Mio. € | % | J; N; N/EL | J; N; N/EL | J; N; N/EL | J; N; N/EL | J; N; N/EL | J; N; N/EL | |
A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | | | | | | | | | | |
A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) | | | | | | | | | | |
OpEx ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) | | 0,0 | 0,0 % | 0,0 % | 0,0 % | 0,0 % | 0,0 % | 0,0 % | 0,0 % | |
Davon ermöglichende Tätigkeiten | | 0,0 | 0,0 % | 0,0 % | 0,0 % | 0,0 % | 0,0 % | 0,0 % | 0,0 % | |
Davon Übergangstätigkeiten | | 0,0 | 0,0 % | 0,0 % | | | | | | |
A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) | | | | | | | | | | |
| | Mio. € | % | EL; N/EL | EL; N/EL | EL; N/EL | EL; N/EL | EL; N/EL | EL; N/EL | |
Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen | CCM 6.5 | 1,3 | 1,1 % | EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | |
Installation, Wartung und Reparatur von energieeffizienten Geräten | CCM 7.3 | 0,7 | 0,6 % | EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | |
Datenverarbeitung, Hosting und damit verbundene Tätigkeiten | CCM 8.1 | 20,0 | 17,8 % | EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | |
Verkauf von Gebrauchtwaren | CE 5.4 | 0,1 | 0,1 % | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | EL | N/EL | |
Herstellung von Elektro- und Elektronikgeräten | CE 1.2 | 1,7 | 1,5 % | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | EL | N/EL | |
OpEx taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) (A.2) | | 23,9 | 21,2 % | 19,6 % | 0,0 % | 0,0 % | 0,0 % | 1,6 % | 0,0 % | |
A. OpEx taxonomiefähiger Tätigkeiten (A.1+A.2) | | 23,9 | 21,2 % | 19,6 % | 0,0 % | 0,0 % | 0,0 % | 1,6 % | 0,0 % | |
B. NICHT TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN | | | | | | | | | | |
OpEx nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten | | 88,8 | 78,8 % | | | | | | | |
Gesamt | | 112,7 | 100,0 % | | | | | | | |
| | | | | | | | | | |
(1)Der Code stellt die Abkürzung des jeweiligen Ziels dar, zu dem die Wirtschaftstätigkeit einen wesentlichen Beitrag leisten kann, sowie die Nummer des Abschnitts der Tätigkeit im entsprechenden Anhang, der das Ziel abdeckt, d. h.:
- Klimaschutz: CCM (Climate Change Mitigation)
- Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft: CE (The transition to a circular economy)
J – Ja, taxonomiefähige und mit dem relevanten Umweltziel taxonomiekonforme Tätigkeit
N – Nein, taxonomiefähige, aber mit dem relevanten Umweltziel nicht taxonomiekonforme Tätigkeit
EL – 'eligible', für das jeweilige Umweltziel taxonomiefähige Tätigkeit
N/EL – 'not eligible", für das jeweilige Umweltziel nicht taxonomiefähige Tätigkeit
(2) Die Vorjahreswerte wurden angepasst. Im Zuge der diesjährigen Überprüfung der Zuordnungssystematik zur EU-Taxonomie wurde festgestellt, dass im Vorjahr Reparatur- und Wartungskosten für Elektronikgeräte der Aktivität CE 1.2 zugeordnet wurden. Die entsprechenden OPEX-Positionen wurden daher rückwirkend korrigiert, um eine konsistente Darstellung sicherzustellen.
| DNSH-Kriterien ('Keine erhebliche Beeinträchtigung') | | | | |
| Klimaschutz (11) | Anpassung an den Klimawandel (12) | Wasser (13) | Umweltver-schmutzung (14) | Kreislauf-wirtschaft (15) | Biologische Vielfalt (16) | Mindest-schutz (17) | Anteil taxonomie-konformer (A.1.) oder taxonomiefähiger (A.2.) OpEx, Jahr 2024 (18) | Kategorie ermö-glichende Tätigkeit (19) | Kategorie Übergangs-tätigkeit (20) |
| J/N | J/N | J/N | J/N | J/N | J/N | J/N | % | E | T |
| | | | | | | | | | |
| | | | | | | | | | |
| N | N | N | N | N | N | N | 0,0 % | | |
| N | N | N | N | N | N | N | 0,0 % | E | |
| N | N | N | N | N | N | N | 0,0 % | | T |
| | | | | | | | | | |
| | | | | | | | | | |
| | | | | | | | 1,2 % | | |
| | | | | | | | 0,0 % | | |
| | | | | | | | 16,5 % | | |
| | | | | | | | 0,0 % | | |
| | | | | | | | 0,5 % (2) | | |
| | | | | | | | 18,3 % (2) | | |
| | | | | | | | 18,3 % (2) | | |
| | | | | | | | | | |
| | | | | | | | | | |
| | | | | | | | | | |
| | | | | | | | | | |
Meldebogen 1 – Tätigkeiten in den Bereichen „Kernenergie“ und „Fossiles Gas“
Zeile | Tätigkeiten im Bereich „Kernenergie“ | |
1. | Das Unternehmen ist im Bereich Erforschung, Entwicklung, Demonstration und Einsatz innovativer Stromerzeugungsanlagen, die bei minimalem Abfall aus dem Brennstoffkreislauf Energie aus Nuklearprozessen erzeugen, tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten. | NEIN |
2. | Das Unternehmen ist im Bau und sicheren Betrieb neuer kerntechnischer Anlagen zur Erzeugung von Strom oder Prozesswärme – auch für die Fernwärmeversorgung oder industrielle Prozesse wie die Wasserstofferzeugung –sowie bei deren sicherheitstechnischer Verbesserung mithilfe der besten verfügbaren Technologie tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten. | NEIN |
3. | Das Unternehmen ist im sicheren Betrieb bestehender kerntechnischer Anlagen zur Erzeugung von Strom oder Prozesswärme – auch für die Fernwärmeversorgung oder industrielle Prozesse wie die Wasserstofferzeugung – sowie bei deren sicherheitstechnischer Verbesserung tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten. | NEIN |
| Tätigkeiten im Bereich „Fossiles Gas“ | |
4. | Das Unternehmen ist im Bau oder Betrieb von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus fossilen gasförmigen Brennstoffen tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten. | NEIN |
5. | Das Unternehmen ist im Bau, in der Modernisierung und im Betrieb von Anlagen für die Kraft-Wärme/Kälte-Kopplung mit fossilen gasförmigen Brennstoffen tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten. | NEIN |
6. | Das Unternehmen ist im Bau, in der Modernisierung und im Betrieb von Anlagen für die Wärmegewinnung, die Wärme/Kälte aus fossilen gasförmigen Brennstoffen erzeugen, tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten. | NEIN |
| | |
Die inhaltliche Prüfung der Nachhaltigkeitsberichterstattung obliegt dem Aufsichtsrat der Gesellschaft. Unterstützt wird der Aufsichtsrat dabei durch eine inhaltliche Prüfung mit begrenzter Sicherheit („limited assurance“) des nichtfinanziellen Konzernberichts durch die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.
5. Risiko-, Chancen- und Prognosebericht
Die Risiko- und Chancenpolitik des United Internet Konzerns orientiert sich an dem Ziel, die Werte des Unternehmens zu erhalten und nachhaltig zu steigern, indem Chancen wahrgenommen und Risiken frühzeitig erkannt und gesteuert werden. Das „gelebte“ Risiko- und Chancenmanagement stellt sicher, dass der United Internet Konzern („United Internet“) seine Geschäftstätigkeiten in einem kontrollierten Unternehmensumfeld ausüben kann. Das Risiko- und Chancenmanagement regelt den verantwortungsvollen Umgang mit Unsicherheiten, die mit unternehmerischem Handeln stets verbunden sind.
Risikomanagement
Konzeption, Organisation und Aufgabe des Risikomanagements von United Internet werden von Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG vorgegeben und im Rahmen einer konzernweit verfügbaren und gültigen Risikomanagementstrategie sowie dem Risikomanagementhandbuch dokumentiert. Diese Vorgaben werden laufend an die sich ändernden gesetzlichen Rahmenbedingungen angepasst und kontinuierlich weiterentwickelt. Das Konzern-Risikomanagement koordiniert die Umsetzung und Weiterentwicklung des Risk Management Systems und ist im Auftrag des Vorstands für den zentral gesteuerten Risikomanagementprozess verantwortlich. Das Risikomanagementsystem umfasst ausschließlich die Risiken des Konzerns, während die Verantwortung für das frühzeitige und kontinuierliche Identifizieren, Bewerten und Steuern von Chancen direkt dem Konzernvorstand sowie den operativen Führungsebenen in den jeweiligen Segmenten obliegt.
Das Konzern-Risikomanagement (Corporate Risk Management) wird vom Risikomanagement der jeweiligen Segmente (Company Risk Management) unterstützt. Zur Unterstützung des Segment-Risikomanagements sind zusätzlich dezentrale Risikomanager in den für den Geschäftserfolg der Gesellschaft
besonders wesentlichen Geschäftsbereichen (bspw. in den Bereichen „Technik und Entwicklung“ der Gesellschaften) installiert. Für den konzernweiten Austausch und den Abgleich von Risikoinformationen finden regelmäßige Risk-Manager-Meetings zwischen den Risikomanagern sowie auch mit den unternehmensweiten, querschnittsverantwortlichen Stellen statt.
Die Abteilung Corporate Audit (Interne Revision) prüft in regelmäßigen Abständen die Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit des Risk Management Systems. Der Abschlussprüfer prüft im Rahmen des gesetzlichen Prüfungsauftrags für den Jahresabschluss und den Konzernabschluss, ob das Risikofrüherkennungssystem grundsätzlich geeignet ist, bestandsgefährdende Risiken und Entwicklungen so frühzeitig zu erkennen, dass diesen rechtzeitig entgegengewirkt werden kann. Das System entspricht den gesetzlichen Anforderungen an ein Risikofrüherkennungssystem, steht im Einklang mit dem zum Zeitpunkt der letzten Entsprechenserklärung der United Internet AG geltenden Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex und orientiert sich in seiner Ausgestaltung an den in der ISO-Norm 31000:2018 festgelegten Merkmalen. Der Aufsichtsrat überwacht gemäß den Vorschriften des Aktiengesetzes die Wirksamkeit des Risk Management Systems (RMS). Das RMS wird regelmäßig extern geprüft. Die aktuelle Prüfung wurde 2024 begonnen und wurde im 1. Quartal 2025 abgeschlossen.
Methoden und Ziele des Risikomanagements
Das Risk Management System umfasst die Maßnahmen, die es United Internet erlauben, mögliche Risiken, die die Erreichung der Unternehmensziele gefährden könnten, frühzeitig durch Assessments und Frühwarnsysteme zu erkennen, monetär und szenario-orientiert zu bewerten, zu steuern und zu überwachen. Das Ziel des konzernweit etablierten und IT-unterstützten Risikomanagements ist es, dem Management die größtmögliche Transparenz über die tatsächliche Risikosituation, deren Veränderung sowie der verfügbaren Handlungsoptionen zu verschaffen, um so das bewusste Eingehen oder das Vermeiden von Risiken zu ermöglichen. Unternehmensgefährdende Risiken sind dabei grundsätzlich zu vermeiden. Hierbei ist konzernweit immer eine über die regulären Berichtswege etablierte indirekte Anbindung und für alle wesentlichen Geschäftsbereiche eine direkte Anbindung an das konzernweit etablierte zentrale Risikomanagement mit definierten Zuständigkeiten realisiert. Damit wird die Vollständigkeit der erfassten Risiken im Risk Management System sichergestellt.
Der Status der wesentlichen Risiken wird viermal im Jahr in Berichtsform an Vorstand und Aufsichtsrat kommuniziert.
Bei identifizierten, unvermittelt wirkenden, erheblichen Risiken und Risikoveränderungen wird eine
Ad-hoc-Berichtspflicht ausgelöst. Das Risiko wird dann unverzüglich an den Finanzvorstand der United Internet AG gemeldet und von diesem gegebenenfalls auch an den Aufsichtsrat berichtet. Auf diesem Wege können wesentliche Risiken schnellstmöglich adressiert werden.
Die Bewertung der Risiken erfolgt in einer Netto-Betrachtung, d. h. Effekte durch mitigierende Maßnahmen werden erst nach deren Umsetzungen in der Risikobewertung berücksichtigt.
Risiken im United Internet Konzern
Die Einschätzung der Gesamtrisikosituation ist das Ergebnis einer konsolidierten Betrachtung aller bekannten wesentlichen Risiken. Aus der Gesamtheit dieser im Konzern identifizierten Risiken erläutern die folgenden Abschnitte die aus Sicht der Gesellschaft wesentlichen Risikofelder.
Ausgangspunkt zur Einschätzung der Wesentlichkeit der Risiken bilden die Ausprägungen „Eintrittswahrscheinlichkeit“ in Prozent und „potenzieller Schaden“ in Mio. €. Der potenzielle Schaden umfasst dabei sämtliche negativen Ergebnisbeeinflussungen. Ausgehend von der Kombination aus Eintrittswahrscheinlichkeit und potenziellem Schaden werden die Risiken wie folgt in die drei Risikoeinstufungen „Bedeutend“, „Moderat“ und „Gering“ kategorisiert.
Konkrete Einschätzungen seitens des Vorstands der Gesellschaft zur Risikosituation des Konzerns sowie zu Eintrittswahrscheinlichkeit, potenziellem Schaden und der daraus abgeleiteten Risikoeinstufung der im Folgenden beschriebenen Risiken befinden sich am Ende dieses Risikoberichts.
Strategische Markt- & Geschäftsrisiken
Absatzmarkt & Wettbewerb
Die Märkte, in denen United Internet aktiv ist, sind durch einen starken und anhaltenden Wettbewerb geprägt. Abhängig von der Strategie der am Markt beteiligten Parteien können unterschiedliche Effekte auftreten, die u. a. eine Anpassung der eigenen Geschäftsmodelle oder der eigenen Preispolitik nach sich ziehen können. Auch durch den Markteintritt von neuen Wettbewerbern könnten Marktanteile, Wachstumsziele oder Margen gefährdet werden. United Internet steigt zudem selbst gelegentlich in neue Märkte mit großen Wettbewerbern ein. Mit einer solchen unternehmerischen Entscheidung sind stets auch neue Risiken verbunden.
Die rasante Entwicklung und zunehmende Marktdurchdringung von KI-Technologien erhöhen das Risiko, dass bestehende Absatzmärkte schrumpfen oder sich zulasten des Unternehmens verschieben.
United Internet begegnet diesen Risiken mit einer detaillierten Planung auf Basis interner Erfahrungswerte und externer Marktstudien sowie durch ein ständiges Monitoring von Markt und Wettbewerb.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als moderat eingestuft.
Beschaffungsmarkt
Eine Lücke in der Beschaffung bzw. der Lieferung von zum Unternehmensbetrieb benötigen Ressourcen kann zu Engpässen oder Ausfällen bei United Internet führen. Dies betrifft sowohl den Einkauf von Hardware, z. B. KI-Hochleistungsprozessoren, als auch den Bezug von Vorleistungen. Preiserhöhungen der eingekauften Produkte und Leistungen stellen ein Risiko für die zu erzielenden Produktmargen dar. Eingeplante positive Effekte aus vertraglich fixierten Preisanpassungsrunden können aufgrund von zeitlichen Verzögerungen zu Risiken für die periodische Zielerreichung des Unternehmens werden.
United Internet begegnet diesen Risiken durch die Zusammenarbeit mit mehreren und langfristig gebundenen Dienstleistern und Lieferanten, vertraglichen Verpflichtungen sowie – sofern wirtschaftlich sinnvoll – einem Ausbau der eigenen Wertschöpfungskette. Zwar können erhebliche und unvorhersehbare Entwicklungen auf dem Beschaffungsmarkt durch Ereignisse, wie z. B. dem Ukraine-Krieg, nicht vollständig abgefedert, aber durch präventive Maßnahmen, wie zum Beispiel der zügigen Aufstockung der Lagerbestände, entgegengewirkt werden.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als
moderat eingestuft.
Beteiligungen & Investitionen
Der Erwerb und das Halten von Beteiligungen sowie die Tätigung von strategischen Investitionen stellen einen wesentlichen Erfolgsfaktor der United Internet AG dar. Neben einem besseren Zugang zu bestehenden und neuen Wachstumsmärkten sowie zu neuen Technologien / Know-how dienen Beteiligungen und Investitionen auch der Erschließung von Synergie- und Wachstumspotenzialen. Mit diesen Chancen gehen gleichzeitig auch Risiken einher. So besteht die Gefahr, dass die erhofften Potenziale nicht wie erwartet ausgeschöpft werden können oder erworbene Beteiligungen sich nicht wie prognostiziert entwickeln (außerplanmäßige Abschreibungen / Impairments, Veräußerungsverluste, Dividendenausfall oder Verminderung der stillen Reserven).
Alle Beteiligungen unterliegen deshalb einem kontinuierlichen Überwachungsprozess durch das Beteiligungsmanagement. Die Werthaltigkeit der getätigten Investitionen wird von Management und Controlling fortlaufend überwacht.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als moderat eingestuft.
Geschäftsentwicklung & Innovationen
Ein weiterer wichtiger Erfolgsfaktor für United Internet ist es, neue und ständig verbesserte Produkte und Services zu entwickeln, um Umsätze und Ergebnisse zu steigern, neue Kunden zu gewinnen und bestehende Kundenverhältnisse auszubauen. Dabei besteht das Risiko, dass Neuentwicklungen zu spät auf den Markt kommen oder seitens der Zielgruppe nicht wie erwartet angenommen werden.
Diesen Risiken begegnet United Internet durch eine intensive und permanente Markt-, Produkt- und Wettbewerbsbeobachtung sowie eine ständig auf das Feedback der Kunden reagierende Produktentwicklung.
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Risikoeinschätzung von gering auf moderat angestiegen. Grund hierfür ist die Identifikation möglicher Veränderungen im Konsumentenverhalten.
Höhere Gewalt
Aufgrund von externen Ereignissen wie beispielweise Naturkatastrophen (Erdbeben, Überschwemmung, Tsunamis usw.), personellen Krisen (Pandemien, Streiks usw.), infrastrukturellen Krisen (Stromausfälle, Beschädigungen von Straßen usw.) oder Gewaltereignissen (Amokläufe, Terrorangriffe usw.) kann es zur Beeinträchtigung des Geschäftsbetriebs von United Internet kommen.
United Internet begegnet diesen Risiken soweit möglich mit einer Vielzahl verschiedener Maßnahmen. Beispiele sind die Einrichtung von Gebäudezutrittsbeschränkungen, der Betrieb von georedundanten Rechenzentren, Hygienevorkehrungen, standortunabhängige Arbeitsplätze, die Nutzung moderner Kommunikationsmedien zur Vermeidung von Reisetätigkeiten sowie die Ausarbeitung von Notfallkonzepten.
Letzteres hat durch die zunehmenden geopolitischen Spannungen an Bedeutung gewonnen. Die United Internet Gruppe hat dies zum Anlass genommen, die bestehenden Sicherheitsmaßnahmen und Konzepte zu überarbeiten und ggf. den höheren Bedrohungslagen anzupassen.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als moderat eingestuft.
Regulatorisches Umfeld
Änderungen der bestehenden Gesetzgebung, der Erlass neuer Gesetze sowie Änderungen bei staatlichen Regulierungsthemen können unerwartete negative Auswirkungen auf die durch United Internet verfolgten Geschäftsmodelle und deren Weiterentwicklung haben. Die Entscheidungen der Bundesnetzagentur und des Bundeskartellamts haben Einfluss auf den Netzzugang und die (Preis-)Gestaltung der Internetzugangstarife. Da United Internet Vorleistungen für die eigenen Kunden bezieht, könnten sich regulatorische Änderungen negativ auf die Profitabilität der eigenen Tarife auswirken. Gleichermaßen besteht die Möglichkeit, dass eine fehlende Regulierung das Marktumfeld für United Internet verschlechtert.
Das Verwaltungsgericht Köln hatte im Jahr 2024 die 5G-Entscheidung über die Vergabebedingungen und Auktionsregeln aus dem Jahr 2018 für rechtswidrig erklärt und die Bundesnetzagentur zur Neubescheidung verpflichtet. Das Urteil ist seit der Zurückweisung der Nichtzulassungsbeschwerden der Bundesnetzagentur rechtskräftig. Nach Aussage der Bundesnetzagentur bleiben die 5G-Frequenzvergabeentscheidung als auch die bestehenden Frequenzzuteilungen an die Unternehmen aber unverändert wirksam, solange sie nicht von der Bundesnetzagentur aufgehoben oder geändert werden. Diese Neubescheidung birgt für 1&1 Chancen als auch Risiken. Unter anderem könnten die regulatorischen Auflagen zum Vor- oder Nachteil verändert werden oder im Fall einer erneuten Auktion, sich ein niedrigerer oder höherer Preis für den Frequenzerwerb ergeben.
Das bisher berichtete Risiko eines möglichen Bußgelds infolge des verfehlten Ausbauziels von 1.000 5G-Basisstationen zum Jahresende 2022, wird von der Bundesnetzagentur aufgrund des oben genannten Urteils, nicht weiterverfolgt.
Auch das bisher berichtete Risiko eines Bußgelds im Falle einer Verfehlung des Ausbauziels zum Jahresende 2025 hat sich nicht materialisiert. Nur zwei Jahre nach dem Start der mobilen Dienste im vierten deutschen Mobilfunknetz, erreichte das 1&1 5G-Netz im Dezember 2025 27 % der deutschen Haushalte. Damit erfüllt 1&1 das erste Flächenversorgungsziel fristgerecht vor dem 31. Dezember 2025.
Im Zusammenhang mit dem Aufbau eines leistungsstarken Mobilfunknetzes ist 1&1 auf die Zuteilung relevanter Frequenzen durch die Bundesnetzagentur angewiesen. Ende des Jahres 2025 sind die Nutzungsrechte in den Bereichen 800 MHz, 1.800 MHz und 2.600 MHz ausgelaufen. Die Frequenzen werden derzeit von den drei etablierten Mobilfunknetzbetreibern genutzt. Im März 2025 hat die Bundesnetzagentur die Verlängerung dieser Frequenzen im Mid- und Low-Band-Spektrum an Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica um fünf Jahre bekannt gegeben. Die Verlängerung ist mit der Verpflichtung verbunden, dass die drei etablierten Netzbetreiber 1&1 einen Teil des ihnen zur Verfügung stehenden Low-Band-Spektrums zur gemeinsamen Nutzung bereitstellen. Die Verhandlungen hierzu sind bis zum Jahresende jedoch erfolglos geblieben. Insbesondere die Low-Band-Frequenzen sind zum wirtschaftlichen Betrieb eines Mobilfunknetzes unumgänglich. Ohne Zugriff auf diese Frequenzen müsste 1&1 deutliche mehr Vorleistungen über National Roaming bei Vodafone einkaufen. 1&1 geht davon aus, dass die Bundesnetzagentur entweder 1&1 den Zugriff auf Frequenzen im Low-Band-Spektrum ermöglicht oder den durch die höheren Vorleistungskosten entstehenden Schaden gegenüber 1&1 ausgleicht.
United Internet begegnet dem tendenziell steigenden Regulierungsrisiko durch eine Zusammenarbeit mit mehreren Vorleistungspartnern und einer aktiven Verbandsarbeit.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als bedeutend eingestuft.
Operationelle Risiken
Arbeitsabläufe & -prozesse
Vor dem Hintergrund der stetig steigenden Komplexität und Interoperabilität der angebotenen Produkte sind zunehmend steigende Anforderungen an die Weiterentwicklung der internen Arbeitsabläufe und -prozesse zu verzeichnen. Dies geht mit ständig wachsenden Abstimmungs- und Koordinationsaufwänden einher. Die besondere Herausforderung liegt hierbei neben der Sicherstellung der Qualitätsstandards vor allem in der Anpassung an das sich immer schneller vollziehende Marktgeschehen – und das auf vielen unterschiedlichen in- und ausländischen Märkten.
Diesen Risiken begegnet die Gesellschaft mit einer ständigen Weiterentwicklung und Verbesserung der internen Abläufe und Prozesse, der gezielten Bündelung und Bindung von Experten und Kompetenzträgern sowie der kontinuierlichen Optimierung der organisatorischen Strukturen.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als moderat eingestuft.
Betrug & Forderungsausfall
Um dem dynamischen Kundenwachstum sowie einer möglichst schnellen Leistungsbereitstellung im Sinne des Kunden Rechnung zu tragen, sind die Bestell- und Bereitstellungsprozesse der United Internet – wie bei vielen großen Unternehmen im Massenmarktgeschäft – weitgehend automatisiert. Diese automatisierten Prozesse bieten naturgemäß Angriffsmöglichkeiten für Betrüger. Wegen der hohen Attraktivität der angebotenen Produkte und Services, erhöhen sich neben der Anzahl der Kunden auch das Risiko für einen Anstieg der Anzahl von Nichtzahlern und Betrügern sowie möglicher unbefugter Zugriffe über Benutzerkonten.
United Internet versucht, durch den permanenten Ausbau des Fraud-Managements, durch eine enge Zusammenarbeit mit Vordienstleistern sowie durch entsprechende Produktgestaltung Fraud-Angriffe zu vermeiden oder zumindest frühzeitig zu erkennen und zu unterbinden.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als moderat eingestuft.
Cyber- & Informationssicherheit
United Internet realisiert den Unternehmenserfolg im Wesentlichen im Telekommunikationsmarkt sowie im Umfeld des Internets. Zur Leistungserbringung werden im Rahmen der Geschäftsprozesse Informations- und Telekommunikationstechnologien (Rechenzentren, Übertragungssysteme, Vermittlungsknoten u. a.) eingesetzt, die stark mit dem Internet vernetzt sind und deren Verfügbarkeit durch Bedrohungen aus dem Internet gefährdet werden können.
Die Bedrohungspotenziale aus dem Internet stellen für United Internet hinsichtlich ihrer Auswirkungen eine der größten Risikogruppen dar, die insgesamt durch eine Vielzahl an technischen und organisatorischen Maßnahmen überprüft und vermindert werden. Insbesondere seien hier der Betrieb und die kontinuierliche Verbesserung des Sicherheitsmanagementsystems sowie der stetige Ausbau der Widerstandsfähigkeit (Resilienz) der Systeme genannt.
Um solchen Risiken weiterhin schnell begegnen zu können, wird das bestehende Überwachungs-, Gebäudezutritts- und Alarmierungssystem inklusive der nötigen Prozesse und Dokumentationen kontinuierlich optimiert.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als bedeutend eingestuft.
Datenschutz
Es kann nie vollständig ausgeschlossen werden, dass Datenschutzbestimmungen, bspw. durch menschliches Fehlverhalten oder technische Schwachstellen, verletzt werden. In einem solchen Fall drohen
United Internet Bußgelder und der Verlust von Kundenvertrauen.
United Internet speichert die Daten seiner Kunden auf Servern in nach internationalen Sicherheitsstandards zertifizierten firmeneigenen sowie in angemieteten Rechenzentren. Der Umgang mit diesen Daten unterliegt umfangreichen gesetzlichen Vorgaben.
Die Gesellschaft ist sich dieser großen Verantwortung bewusst und räumt dem Datenschutz einen hohen Stellenwert und besondere Beachtung ein. Durch den Einsatz neuester Technologien, die ständige Überprüfung der datenschutzrechtlichen und sonstigen gesetzlichen Vorgaben, durch umfangreiche Schulungsprogramme für Mitarbeitende sowie die möglichst frühzeitige Einbindung von Datenschutzaspekten und -anforderungen in die Produktentwicklung investiert United Internet kontinuierlich in die Verbesserung des Datenschutzniveaus.
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Risikoeinschätzung von bedeutend auf moderat gesunken, da der Eintritt von befürchteten Restriktionen im Absatzgeschäft als unwahrscheinlicher eingeschätzt wird.
Mitarbeitende
Es ist von zentraler Bedeutung für United Internet, dass die personellen Ressourcen effektiv gesteuert werden, damit der kurz-, mittel- und auch langfristige Bedarf an Mitarbeitenden und die erforderlichen Fachkenntnisse sichergestellt werden. Wenn es nicht gelingt, Führungskräfte und Mitarbeitende mit speziellem Fach- und Technologiewissen zu gewinnen, wäre die United Internet nicht in der Lage, ihrer Geschäftstätigkeit effektiv nachzugehen und ihre Wachstumsziele zu erreichen.
Hoch qualifizierte und gut ausgebildete Mitarbeitende bilden die Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg von United Internet. Neben der erfolgreichen Rekrutierung von qualifiziertem Personal, sind die Personalentwicklung und die langfristige Bindung von Leistungsträgern an das Unternehmen von strategischer Bedeutung. Wenn es nicht gelingt, Führungskräfte und Mitarbeitende mit speziellem Fach- oder Technologiewissen weiterzuentwickeln und an die Gesellschaft zu binden, besteht die Gefahr, dass United Internet nicht in der Lage sein könnte, ihrer Geschäftstätigkeit effektiv nachzugehen und ihre Wachstumsziele zu erreichen. Durch eine konzentrierte Ansammlung von strategischem Wissen und Fähigkeiten (sogenanntes Kopfmonopol) kann es bei einem Ausfall eines entsprechenden Mitarbeitenden zu erheblichen Auswirkungen bei der Leistungserstellung der Gesellschaft kommen.
United Internet wirkt diesem Risiko entgegen, indem Mitarbeitenden- und Führungskompetenzen ständig gefördert werden. So werden gezielt Maßnahmen zur beruflichen Weiterentwicklung, Mentoren- und Coaching-Programme sowie besondere Angebote für Potenzialträger angeboten, die auf die Personalentwicklung und -bindung von Talenten und Führungskompetenzen ausgerichtet sind.
In den letzten Jahren hat das Thema Fachkräftemangel weiter an Bedeutung gewonnen, dennoch sieht sich United Internet als attraktiver Arbeitgeber gut aufgestellt, um auch künftig hervorragend qualifizierte Fach- und Führungskräfte mit Potenzial zur Steigerung des Geschäftserfolgs einstellen zu können.
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Risikoeinschätzung von bedeutend auf moderat gesunken. Dies wurde durch die Besetzung von vakanten Stellen erreicht.
Partnermanagement
Einige Unternehmensbereiche von United Internet arbeiten mit spezialisierten Kooperations- und Outsourcing-Partnern zusammen. Dabei stehen Ziele wie bspw. die Konzentration auf das eigentliche Kerngeschäft, die Kostenreduktion oder das Partizipieren am Fachwissen des Partners im Vordergrund. Mit diesen Chancen gehen gleichzeitig auch Gefahren in Form von Abhängigkeiten von externen Dienstleistern sowie Vertrags- und Ausfallrisiken einher.
Zur Reduzierung dieser Risiken wird vor größeren Vertragsabschlüssen mit externen Dienstleistern eine detaillierte Marktanalyse sowie eine Due Diligence Prüfung durchgeführt und auch nach Vertragsabschluss ein enger und partnerschaftlicher Austausch mit den Kooperations- und Outsourcing-Partnern aufrechterhalten.
1&1 arbeitet beim Ausbau des 1&1 Mobilfunknetzes mit ausgewählten Partnern zusammen, mit denen überwiegend langfristige Verträge mit klaren Kostenstrukturen geschlossen wurden. Aufgrund der hohen Komplexität des Projektes sowie der signifikanten Größenordnung besteht das Risiko, dass Vertragsinhalte zwischen den Parteien abweichend interpretiert werden könnten. Im Jahr 2025 wurde ein Verfahren mit einem Ausbaupartner eröffnet, in dem gegenseitige Ansprüche diskutiert werden. Der Ausgang des Verfahrens ist derzeit offen und bietet Chancen und Risiken gleichermaßen.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als moderat eingestuft.
Rechtsstreitigkeiten
United Internet ist gegenwärtig an verschiedenen Rechtsstreitigkeiten und Schiedsverfahren beteiligt, die sich aus den normalen Geschäftstätigkeiten ergeben. Der Ausgang von Rechtsstreitigkeiten ist naturgemäß ungewiss und stellt daher ein Risiko dar. Sofern in ausgewählten Fällen negative Erfolgsaussichten bestehen und die Höhe der Verpflichtung zuverlässig geschätzt werden kann, sind die Risiken aus den Rechtsstreitigkeiten in den Rückstellungen berücksichtigt.
Im Jahr 2019 hat ein Vorleister Ansprüche im niedrigen dreistelligen Millionenbereich gegenüber der 1&1 angemeldet (im Rahmen der internen Klassifizierung sind Beträge bis zu 333 Mio. € als niedriger dreistelliger Millionenbetrag definiert, die angemeldeten Ansprüche übersteigen diesen Betrag auch in Summe nicht). 1&1 sieht die Ansprüche der jeweiligen Gegenpartei als unbegründet an und hält einen Ressourcenabfluss für nicht wahrscheinlich.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als bedeutend eingestuft.
Technischer Anlagenbetrieb
Die Produkte von United Internet sowie die dazu benötigten Geschäftsprozesse basieren auf einer komplexen technischen Infrastruktur und einer Vielzahl erfolgskritischer Softwaresysteme (Server, Kundenverwaltungsdatenbanken, Statistiksysteme etc.). Die ständige Anpassung an sich verändernde Kundenbedürfnisse führt zu einer zunehmenden Komplexität dieser technischen Infrastruktur, an der regelmäßige Änderungen vorgenommen werden müssen. In der Folge, aber auch durch größere Umstellungen wie bspw. Migrationen von Datenbeständen, kann es zu vielfältigen Störungen oder Ausfällen kommen. Sollten davon z. B. Leistungssysteme betroffen sein, könnte United Internet gegenüber seinen Kunden die zugesicherte Leistung nicht oder vorübergehend nicht mehr erbringen.
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Risikoeinschätzung von bedeutend auf moderat gesunken, da zusätzliche Kapazitäten aufgebaut und die Kundenmigration ins eigene Netz abgeschlossen werden konnten.
Finanz- & Steuerrisiken
Finanz- & Liquiditätsrisiken
Die im Wesentlichen bei der United Internet AG im Zuge der Finanzierung ihrer Geschäftstätigkeit entstehenden finanziellen Verbindlichkeiten umfassen Bankdarlehen, Kontokorrentkredite sowie sonstige finanzielle Verbindlichkeiten. Teile der Bankdarlehen sind an Auflagen gebunden (sogenannte Financial Covenants). Die Nichteinhaltung dieser Auflagen kann negative Auswirkungen auf die Finanzierung der United Internet Gruppe haben. Im Extremfall könnte die Kündigung eines Darlehens drohen. Die Gesellschaft verfügte zum Bilanzstichtag fast ausschließlich über originäre Finanzinstrumente. Ziel des Finanzrisikomanagements ist es, Risiken durch die laufenden operativen und finanzorientierten Aktivitäten zu begrenzen.
Das Liquiditätsrisiko der United Internet AG besteht grundsätzlich darin, dass die Gesellschaft möglicherweise ihren finanziellen Verpflichtungen – bspw. der Tilgung von Finanzschulden – nicht nachkommen könnte. Ziel der Gesellschaft ist die kontinuierliche Deckung des Finanzmittelbedarfs und die Sicherstellung der Flexibilität, auch durch die Nutzung von Kontokorrentkrediten und Darlehen. Im Cash-Management wird der konzernweite Bedarf und Überschuss an Zahlungsmitteln zentral ermittelt. Durch das konzerninterne Saldieren (Netting) von Bedarf und Überschuss wird die Anzahl externer Bankgeschäfte auf ein Mindestmaß reduziert. Dies geschieht unter anderem durch den Einsatz von Cash-Pooling-Verfahren. Die Gesellschaft hat zur Steuerung ihrer Bankkonten und der internen Verrechnungskonten sowie zur Durchführung automatisierter Zahlungsvorgänge standardisierte Prozesse und Systeme etabliert. Neben der operativen Liquidität unterhält die United Internet AG auch weitere Liquiditätsreserven, die kurzfristig verfügbar sind.
Die Gesellschaft ist Zinsrisiken ausgesetzt, da Finanzmittel im Wesentlichen zu variablen Zinssätzen mit unterschiedlichen Laufzeiten aufgenommen wurden. Die Gesellschaft prüft auf der Grundlage der Liquiditätsplanung ständig die verschiedenen Anlagemöglichkeiten der liquiden Mittel und die Konditionen der Finanzschulden. Ein entstehender Finanzierungsbedarf wird mittels geeigneter Instrumente zur Liquiditätssteuerung gedeckt. Liquiditätsüberschüsse werden bestmöglich im Geldmarkt angelegt. Aufgrund der Entwicklung auf den weltweiten Finanzmärkten, also der globalen Anpassungen der Leitzinsen, erhöhte sich das Zinsrisiko zwar leicht, ermöglicht aber auch Chancen aus verbesserten Geldanlagemöglichkeiten. Marktzinsänderungen können sich auf das Zinsergebnis auswirken und gehen in die Berechnung der ergebnisbezogenen Sensitivitäten ein. Zur Darstellung von Marktrisiken verwendet United Internet eine Sensitivitätsanalyse, die Auswirkungen hypothetischer Änderungen von relevanten Risikovariablen auf das Ergebnis vor Steuern zeigt. Die periodischen Auswirkungen werden bestimmt, indem die hypothetischen Änderungen der Risikovariablen auf den Bestand der Finanzinstrumente zum Bilanzstichtag bezogen werden. Die Gesellschaft prüft regelmäßig den Abschluss von Zinssicherungsgeschäften, um die negativen Auswirkungen von steigenden Zinsen zu mitigieren.
Das Währungsrisiko resultiert vornehmlich aus der operativen Geschäftstätigkeit (wenn Umsatzerlöse und / oder Aufwendungen auf eine von der funktionalen Währung des Konzerns abweichende Währung lauten) und den Netto-Investitionen in ausländischen Tochterunternehmen.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als moderat eingestuft.
Steuerliche Risiken
United Internet als international agierendes Unternehmen unterliegt den in den jeweiligen Ländern geltenden steuerlichen Rechtsvorschriften. Aus Änderungen der Steuergesetze und Doppelbesteuerungsabkommen, der Rechtsprechung sowie der unterschiedlichen Auslegung existierender Vorschriften können sich Risiken ergeben.
United Internet begegnet diesen Risiken durch den kontinuierlichen Ausbau des bestehenden Tax-
Managements.
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Risikoeinschätzung von bedeutend auf moderat gesunken. Die Reduzierung ist das Ergebnis der fortschreitenden Entwicklung einer laufenden Betriebsprüfung und der Eliminierung bisheriger Unsicherheiten infolge der Entwicklung.
Zusätzliche Angaben zu Risiken, Finanzinstrumenten und Finanzrisikomanagement
Zusätzliche Angaben zu Risiken, Finanzinstrumenten und dem Finanzrisikomanagement finden sich in Kapitel 44 „Zielsetzungen und Methoden des Finanzrisikomanagements“ in den Erläuterungen zum Konzernabschluss.
Zusätzliche Angaben zu Nachhaltigkeitsrisiken
Angaben zu Nachhaltigkeitsrisiken finden sich im Kapitel „4. Nichtfinanzielle Konzernerklärung“.
Gesamtaussage des Vorstands zur Risikosituation des Konzerns
Die Einschätzung der Gesamtrisikosituation ist das Ergebnis der konsolidierten Betrachtung aller wesentlichen Risikofelder bzw. Einzelrisiken unter Berücksichtigung der Interdependenzen.
○ Die bedeutendsten Herausforderungen umfassen aus heutiger Sicht die thematischen Bereiche „Rechtsstreitigkeiten“, „Cyber- & Informationssicherheit“ und „Regulatorisches Umfeld“.
○ Die Risikoeinstufung des Risikofeldes „Geschäftsentwicklung & Innovation“ stieg von gering auf moderat an. Grund hierfür ist die Identifikation möglicher Veränderungen im Konsumentenverhalten.
○ Die Risikoeinstufung des Risikofeldes „Datenschutz“ sank von bedeutend auf moderat. Grund hierfür ist, dass der Eintritt von befürchteten Restriktionen im Absatzgeschäft als unwahrscheinlicher eingeschätzt wird.
○ Die Risikoeinstufung des Risikofeldes „Mitarbeitende“ sank von bedeutend auf moderat. Dies wurde durch die Besetzung von vakanten Stellen erreicht.
○ Die Risikoeinstufung des Risikofeldes „Technischer Anlagenbetrieb“ sank von bedeutend auf moderat, da zusätzliche Kapazitäten aufgebaut und die Kundenmigration ins eigene Netz abgeschlossen werden konnten.
○ Die Risikoeinstufung des Risikofeldes „Steuerliche Risiken“ sank von bedeutend auf moderat. Die Reduzierung ist das Ergebnis der fortschreitenden Entwicklung einer laufenden Betriebsprüfung und der Eliminierung bisheriger Unsicherheiten infolge der Entwicklung.
○ Ansonsten blieben die Risikoeinstufungen der Risikofelder von United Internet zum 31. Dezember 2025 im Vergleich zum 31. Dezember 2024 unverändert.
Durch den kontinuierlichen Ausbau des Risikomanagements begegnet United Internet Risiken und begrenzt sie, soweit wirtschaftlich sinnvoll, mit der Umsetzung konkreter Maßnahmen auf ein Minimum.
Die Gesamtrisikosituation ist für United Internet im Vergleich zum Vorjahr mäßig gestiegen. Der Anstieg der Risikogesamtposition resultiert, trotz Verbesserungen in vier Risikofeldern, aus dem Anstieg des Gesamtrisikos im Risikobereich „Operationelle Risiken“.
Bei der Beurteilung der Gesamtrisikosituation blieben die für United Internet bestehenden Chancen unberücksichtigt. Bestandsgefährdende Risiken für United Internet waren im Geschäftsjahr 2025 sowie zum Aufstellungsstichtag dieses Lageberichts weder aus Einzelrisikopositionen noch aus der Gesamtrisikosituation erkennbar.
Eintrittswahrscheinlichkeit, potenzieller Schaden und Risikoeinstufung der Risiken aus Konzernsicht und ihre Relevanz für die verschiedenen Segmente / Bereiche:
| Wesentliche Segment-Relevanz | Eintrittswahrscheinlichkeit | Potenzieller Schaden | Risikoeinstufung | Änderung ggü. Vorjahr |
Risiken im Bereich „Strategische Markt- & Geschäftsrisiken“ | | | | | |
Absatzmarkt & Wettbewerb | Consumer Applications Business Applications | Hoch | Hoch | Moderat | Unverändert |
Beschaffungsmarkt | Consumer Access Business Applications | Hoch | Hoch | Moderat | Unverändert |
Beteiligungen & Investitionen | Holding / Corporate | Gering | Gering | Moderat | Unverändert |
Geschäftsentwicklung & Innovationen | Consumer Applications Business Applications | Hoch | Gering | Moderat | Verschlechtert |
Höhere Gewalt | Consumer Access Business Applications | Gering | Gering | Moderat | Unverändert |
Regulatorisches Umfeld | Consumer Access | Sehr gering | Extrem hoch | Bedeutend | Unverändert |
Risiken im Bereich „Operationelle Risiken“ | | | | | |
Arbeitsabläufe & -prozesse | Business Applications | Hoch | Gering | Moderat | Unverändert |
Betrug & Forderungsausfall | Business Applications | Gering | Gering | Moderat | Unverändert |
Cyber- & Informationssicherheit | Consumer Access | Gering | Extrem hoch | Bedeutend | Unverändert |
Datenschutz | Consumer Access | Gering | Sehr hoch | Moderat | Verbessert |
Mitarbeitende | Business Applications | Gering | Hoch | Moderat | Verbessert |
Partnermanagement | Consumer Access | Hoch | Hoch | Moderat | Unverändert |
Rechtsstreitigkeiten | Consumer Access | Gering | Extrem hoch | Bedeutend | Unverändert |
Technischer Anlagenbetrieb | Consumer Access Business Applications | Gering | Sehr hoch | Moderat | Verbessert |
Risiken im Bereich „Finanz- & Steuerrisiken“ | | | | | |
Finanz- & Liquiditätsrisiken | Business Applications | Gering | Hoch | Moderat | Unverändert |
Steuerliche Risiken | Business Applications | Hoch | Hoch | Moderat | Verbessert |
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Gesellschaft, Politik und Wirtschaft stehen zur Zeit vor komplexen makroökonomischen Herausforderungen. Die Zunahme geopolitischer Spannungen weltweit führt allgemein zu erhöhter Unsicherheit, die sich durch die Kombination aus volatilen Zinsensätzen, gedämpften Wachstumserwartungen, einem angespannten Finanzierungsrahmen, sinkendem Handelswachstum, unterbrochenen Lieferketten und einem abnehmenden Vertrauen von Unternehmen und Verbrauchern bemerkbar macht könnte.
Neben den destabilisierenden Effekten der Kriege in der Ukraine und im Iran sowie den damit verbundenen Auswirkungen auf den gesamten Nahen Osten, Länder und Regionen in denen United Internet geschäftlich selbst nicht aktiv ist, kommt es zunehmend auch zu geoökonomischen Unsicherheiten durch einen steigenden Protektionismus. Dieser kann neben einer abnehmenden internationalen Zusammenarbeit, zum Beispiel auch die rigorose Einführung von Zöllen und in Folge Preissteigerungen für Rohstoffe und Waren bedeuten. So agiert etwa die US-Regierung mit einer kaum kalkulierbaren Zollpolitik mit Zöllen und/oder Zolldrohungen gegen Länder und Staatenverbünde, auf die diese wiederum mit Gegenzöllen und/oder Zolldrohungen reagieren.
Der United Internet Konzern reagiert auf solche komplexen Herausforderungen, indem er die aktuellen Herausforderungen aktiv annimmt und in seine geschäftlichen Entscheidungen integriert. Hierbei liegt der Fokus auf der Entwicklung von Strategien zur Risikominimierung, wie beispielsweise durch diversifizierte Beschaffungsstrategien etwa zur Sicherstellung einer konstanten und fairen Energieversorgung sowie der Bevorratung von Hardware.
Um möglichen Auswirkungen auf die globalen Geschäftsabläufe des Konzerns entgegenzuwirken, hat United Internet zudem proaktive Risikomanagement- und Minderungsstrategien entwickelt. So intensiviert der Konzern zum Beispiel, angesichts der durch die Kriege und Konflikte in der Ukraine und im Mittleren Osten gestiegenen Cybersicherheitsbedrohungen, ihre Investitionen in Cybersicherheitsmaßnahmen. Dazu gehören der Einsatz fortschrittlicher Überwachungstechniken, die Durchführung regelmäßiger Sicherheitsaudits und die Schulung ihrer Mitarbeitenden, um die Abwehrfähigkeit gegenüber Cyberangriffen zu stärken.
Vorstand und operativ Verantwortliche werden die weiteren Entwicklungen genaustens beobachten und gegebenenfalls (sofern möglich) geeignete Gegenmaßnahmen einleiten.
Chancenmanagement
Das Chancenmanagement hat seine Grundlage in der strategischen Planung und den daraus abgeleiteten Maßnahmen für die Entwicklung von Produkten und deren Positionierung in den unterschiedlichen Zielgruppen, Märkten und Ländern während des Produkt-Lebenszyklus.
Die direkte Verantwortung für das frühzeitige und kontinuierliche Identifizieren, Bewerten und Steuern von Chancen obliegt dem Konzernvorstand sowie der operativen Führungsebene in den jeweiligen Geschäftssegmenten.
Das Management der United Internet AG beschäftigt sich intensiv mit detaillierten Auswertungen, Modellen und Szenarien zu aktuellen und künftigen Branchen- und Technologietrends, Produkten, Märkten / Marktpotenzialen und Wettbewerbern im Umfeld der Gesellschaft. Die bei diesen strategischen Analysen identifizierten Chancenpotenziale werden anschließend unter Betrachtung der kritischen Erfolgsfaktoren sowie der bestehenden Rahmenbedingungen und Möglichkeiten der United Internet AG analysiert, in den Planungsgesprächen zwischen Vorstand, Aufsichtsrat und den operativ verantwortlichen Führungskräften diskutiert und in konkrete Maßnahmen, Ziele und Meilensteine umgesetzt.
Fortschritt und Erfolg der Maßnahmen werden fortlaufend von den operativ Verantwortlichen sowie von den Geschäftsführern und Vorständen der Gesellschaften überwacht.
Chancen für United Internet
Das stabile und weitgehend konjunkturunabhängige Geschäftsmodell von United Internet sichert planbare Umsätze und Cashflows und eröffnet so finanzielle Spielräume, um Chancen in neuen Geschäftsfeldern und neuen Märkten zu nutzen – organisch oder durch Beteiligungen und Übernahmen.
Breite strategische Positionierung in Wachstumsmärkten
Angesichts der breiten Positionierung in den heutigen Wachstumsmärkten liegen die rein strategischen Wachstumschancen der Gesellschaft auf der Hand: Überall und ständig verfügbare, immer leistungsfähigere Breitband-Anschlüsse ermöglichen neue, aufwändigere Cloud-Applikationen. Diese internetbasierten Anwendungen für Privatanwender, Freiberufler und kleine Unternehmen sind für United Internet aus heutiger Sicht die Wachstumstreiber der nächsten Jahre – sowohl als eigenständige Produkte in den Segmenten „Consumer Applications“ und „Business Applications“ wie auch in Kombination mit den festnetz- und mobilfunkbasierten Zugangsprodukten im Segment „Consumer Access“.
Partizipation am Marktwachstum
Trotz der unsicheren volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen erwartet United Internet wie auch viele der führenden Branchenanalysten eine positive Entwicklung in den für die Gesellschaft wesentlichen Märkten. United Internet gehört in diesen Märkten zu den führenden Marktteilnehmern – national und international. Mit den sehr wettbewerbsfähigen Access-Produkten, dem wachsenden Portfolio an Cloud-Applikationen, den starken und spezialisierten Marken, der hohen Vertriebskraft sowie den bereits bestehenden Geschäftsbeziehungen zu Millionen Privat- und Geschäftskunden (Cross- und Up-Selling-Potenzial) ist United Internet gut aufgestellt, um in beiden Geschäftsbereichen auch am erwarteten Marktwachstum zu partizipieren.
Ausbau der Marktpositionen
Die United Internet AG gehört heute in vielen Unternehmensbereichen zu den führenden Unternehmen. Aufbauend auf dem vorhandenen technologischen Know-how, der hohen Produkt- und Servicequalität, der hohen Bekanntheit der Konzernmarken wie z. B. 1&1, GMX oder WEB.DE, der Geschäftsbeziehungen zu Millionen Privat- und Geschäftskunden sowie der hohen Kundenbindung sieht United Internet gute Chancen, die heutigen Marktanteile weiter auszubauen.
Einstieg in neue Geschäftsfelder
Zu den Kernkompetenzen von United Internet gehört es auch, Kundenwünsche, Trends und somit neue Märkte frühzeitig zu erkennen. Die breit angelegte Wertschöpfungskette (von Produktentwicklung und Rechenzentrumsbetrieb, über effektives Marketing und einen schlagkräftigen Vertrieb bis hin zur aktiven Kundenbetreuung) ermöglicht es United Internet dabei, oft schneller als andere mit Innovationen am Markt zu sein und diese – dank der hohen Cash-Generierung in den bestehenden Geschäftsfeldern – kraftvoll zu vermarkten.
Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI)
Insbesondere in der IT-Branche sind die Potenziale von KI-Anwendungen immens. So nutzt United
Internet KI zur Optimierung von Prozessen und zur Steigerung der Effizienz, wie etwa durch die Automatisierung von Routineaufgaben in der Softwareentwicklung, im Kundenservice und im Marketing sowie bei der Analyse großer Datenmengen.
Aber auch auf Produktebene bieten sich Unternehmen wie United Internet bei der Neukundengewinnung sowie der Kundenbindung vielfältige Möglichkeiten, mittels KI bestehende Produkte für ihre Kunden zu optimieren oder neue Produkte im KI-Bereich zu entwickeln.
So unterstützt etwa IONOS ihre Kunden bei der Erstellung ihrer Website durch den Einsatz eines KI-Website-Generators. Damit kann der Kunde eigenständig und in Sekundenschnelle Website-Vorschläge auf Basis weniger Angaben (etwa Branche und relevante Stichworte) generieren – die KI kümmert sich dabei um Design, Bilder, Texte und die Suchmaschinenoptimierung.
Ende 2025 startete IONOS mit „IONOS Momentum“ ein KI-Ökosystem für den Einsatz von künstlicher Intelligenz in Unternehmen und dem Public Sector. Mit Momentum liefert IONOS einen europäischen Gegenentwurf zu globalen KI-Plattformen. Das neue Ökosystem ist leistungsfähig, transparent und datenschutzkonform. Bislang mussten Anwender auf eine Vielzahl einzelner KI-Tools zurückgreifen – oft teuer, kompliziert und schwer zu kombinieren. Mit „Momentum“ entwickelte IONOS ein einheitliches, souveränes und DSGVO-konformes Ökosystem, das Infrastruktur, Automatisierung und Anwendungen in einer Plattform bündelt. Die Plattform basiert auf der souveränen Cloud-Infrastruktur von IONOS, die höchste Anforderungen an Datenschutz und Datensouveränität erfüllt. Darauf aufbauend bietet das „Momentum Studio“ Zugang zu verschiedenen AI-Modellen, Optionen zur individuellen Anpassung und Anwendungsentwicklung.
Dank der hohen Kundenzahl verfügt IONOS über eine einzigartige Basis, um künstliche Intelligenz flächendeckend zu verankern. Wenn kleine und mittlere Unternehmen diese Technologien sicher und integriert einsetzen, entsteht ein spürbarer Hebel für Kundenzufriedenheit, Effizienz und wirtschaftliches Wachstum.
Im November 2025 startete der AI-Telefonassistent in Deutschland und im Dezember auch in den USA. Dieser soll z. B. zunehmend die Kommunikation mit Kunden übernehmen, ist rund um die Uhr erreichbar und bietet Unternehmen einen direkten, praxisnahen Einstieg in die Welt der künstlichen Intelligenz, ganz ohne technisches Vorwissen.
Vertiefung der Wertschöpfung: eigene Festnetz-Infrastruktur
United Internet betreibt seit der Übernahme von 1&1 Versatel (2014) ein eigenes Telekommunikationsnetz, das ständig ausgebaut wird. Mit aktuell über 68.000 km Länge ist es eines der größten Glasfasernetze in Deutschland. Diese Netz-Infrastruktur gibt United Internet die Möglichkeit, ihre Wertschöpfung zu vertiefen und zunehmend intern produzierte Breitband-Vorleistungen im Privatkundengeschäft zu beziehen.
Zudem bietet das eigene Netz United Internet die Chance, auch das Geschäft mit Daten und Infrastruktur im B-to-B Business mit mittelständischen Firmen sowie Großunternehmen konsequent weiter auszubauen. Diese Chance wird deutlich bei einem Blick auf den hohen Nachholbedarf bei direkten Glasfaseranschlüssen in Deutschland. So waren – laut letzter Auswertung der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) von Dezember 2024– nur 13,7 % (Ende 2023: 11,2 %) aller Breitband-Anschlüsse in Deutschland Glasfaseranschlüsse. Damit liegt Deutschland noch immer weit abgeschlagen auf Platz 36 der untersuchten 38 OECD-Mitgliedsländern und gleichzeitig weit hinter den Spitzenreitern Island (93,2%), Korea (90,5 %) und Spanien (89,3 %) sowie deutlich unter dem OECD-Durchschnitt von 46,9 % (Ende 2023: 42,5 %).
Vertiefung der Wertschöpfung: Aufbau eines eigenen Mobilfunknetzes
Mit dem Start der mobilen Dienste im 1&1 Mobilfunknetz im Dezember 2023 hat die United Internet Tochter 1&1 zentrale Voraussetzungen geschaffen, um auch in diesem Markt – ähnlich wie im Festnetz – die Wertschöpfung zunehmend zu vertiefen. Seitdem produziert 1&1 Vorleistungen für Neukunden zunehmend im eigenen Netz. Überall dort, wo 1&1 in den Jahren des Netzausbaus noch über keine ausreichende Funkabdeckung verfügt, nutzt die Gesellschaft National Roaming. Ende August 2024 ist die National-Roaming-Partnerschaft mit Vodafone gestartet. Seit Ende 2025 steht National Roaming mit Vodafone für alle 1&1 Mobilfunkkunden bereit. National-Roaming-Vorleistungen, die bis zuvor über Telefónica bezogen wurden, wurden parallel dazu vollständig zurückgefahren. National Roaming ist ein beim Bau neuer Mobilfunknetze übliches Verfahren, durch das Kunden in noch nicht versorgten Gebieten unterbrechungsfrei surfen und telefonieren können. Dazu werden in diesen Gebieten automatisch Antennen des Roaming-Partners genutzt.
Bis zum Start der mobilen Dienste im eigenen Netz hatte 1&1 einen weitreichenden Zugriff auf das Mobilfunknetz von Telefónica in Deutschland (als sogenannter MBA MVNO) und nutzte zudem Kapazitäten anderer Vorleistungsanbieter wie Vodafone. Die 1&1 Bestandskunden auf diesen Fremdnetzen wurden seit Beginn des Jahres 2024 sukzessive in das 1&1 Mobilfunknetz migriert, um den Vorleitungseinkauf bei Dritten zunehmend zu ersetzen und stattdessen intern produzierte Vorleistungen zu nutzen. Die Migration auf das 1&1 Mobilfunknetz wurde Ende 2025 abgeschlossen.
Breite Wertschöpfung bei Applikationen
Im Geschäftsfeld „Applications“ deckt United Internet die komplette Wertschöpfungskette ab. Die Applikationen werden in den eigenen Entwicklungszentren oder in Kooperation mit Partnerfirmen entwickelt und auf rund 95.000 Servern in eigenen Rechenzentren und Co-Locations betrieben.
Damit kann United Internet eine hohe Qualität und eine datenschutzkonforme Speicherung und Archivierung sicherstellen, zeitnah auf Kundenbedürfnisse und veränderte Marktsituationen reagieren und so Neukunden gewinnen und Bestandskunden halten.
Internationalisierung
Cloud-Applikationen sind weltweit einsetzbar und funktionieren in Frankfurt am Main nach den gleichen Regeln wie in London, Rom oder New York. So hat United Internet bereits in der Vergangenheit vielfach zunächst für Deutschland entwickelte Webhosting- und Cloud-Produkte auf Sprache und länderspezifische Unterschiede angepasst und diese sukzessive in andere Länder ausgerollt.
Dank der guten Exportierbarkeit dieser Produkte ist United Internet im Geschäftsfeld „Applications“ schon heute in zahlreichen europäischen Ländern (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien, Niederlande, Österreich, Polen, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Tschechien, Slowakei und Schweden), aber auch in Nordamerika (USA, Kanada und Mexiko) tätig. Weitere Länder und Produkt-Rollouts werden sukzessive folgen.
Übernahmen und Beteiligungen
Neben dem organischen Wachstum prüft United Internet kontinuierlich auch Möglichkeiten von Firmenübernahmen und strategischen Beteiligungen. Dank der planbaren hohen Cashflows verfügt United Internet über eine hohe Eigenfinanzierungskraft und hat auch einen guten Zugang zum Kapitalmarkt sowie zu Fremdfinanzierungsmärkten, um Chancen in Form von Übernahmen und Beteiligungen zu nutzen.
So hat United Internet ihre Marktpositionen im In- und Ausland auch durch mehrere Übernahmen sowie durch strategische Beteiligungen weiter verbessert und sich gleichzeitig eine hohe Kompetenz in den Bereichen „Mergers & Acquisitions“ (M&A) und „Firmen-Integration“ aufgebaut. Zu den wichtigsten M&A-Aktivitäten der Vergangenheit zählen dabei die Übernahme des Portalgeschäfts von WEB.DE (im Jahr 2005), die Übernahmen von Fasthosts (2006) und united-domains (2008), die Übernahme des Breitband-Geschäfts von freenet (2009) sowie die Übernahmen von mail.com (2010), Arsys (2013),
Versatel (2014; inzwischen 1&1 Versatel), home.pl (2015), STRATO (2017), ProfitBricks (2017; inzwischen
IONOS Cloud), Drillisch (2017; inzwischen 1&1), World4You (2018) und we22 (2021). Zu den wichtigsten strategischen Beteiligungen zählen die Beteiligungen an Open-Xchange (2013), uberall (2014), rankingCoach (2017), AWIN (2017; durch die Einbringung von affilinet) und Stackable (2021).
Gesamtaussage des Vorstands zur Chancensituation des
Konzerns
Angesichts der breiten Positionierung in den heutigen Wachstumsmärkten liegen die Wachstumschancen der Gesellschaft auf der Hand: Überall und ständig verfügbare, immer leistungsfähigere Breitband-Anschlüsse ermöglichen neue, aufwändigere Cloud-Applikationen. Diese internetbasierten Anwendungen für Privatanwender, Freiberufler und kleine Unternehmen sind für United Internet aus heutiger Sicht die Wachstumstreiber der nächsten Jahre – sowohl als eigenständige Produkte in den Segmenten „Consumer Applications“ und „Business Applications“ wie auch in Kombination mit den festnetz- und mobilfunkbasierten Zugangsprodukten im Segment „Consumer Access“. Das Geschäftsmodell von United Internet, das überwiegend auf elektronischen Abonnements basiert mit festen monatlichen Beträgen sowie vertraglich festgelegten Laufzeiten, sichert stabile und planbare Umsätze und Cashflows. Vor diesem Hintergrund ist der Vorstand der Gesellschaft davon überzeugt, auch in Zukunft Herausforderungen meistern und Chancen nutzen zu können.
Konjunkturerwartungen
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat in seinem Weltwirtschaftsausblick vom 19. Januar 2026 seine Prognosen für die Entwicklung der globalen Volkswirtschaften in den Jahren 2026 und 2027 aktualisiert.
Mit Blick auf die Weltwirtschaft insgesamt fällt die IWF-Prognose besser aus als zuvor. Global geht der Fonds im Jahr 2026 von einem Wirtschaftswachstum um erneut 3,3 % aus, das sind 0,2 Prozentpunkte mehr als in seiner Herbstprognose. Für 2027 werden 3,2 % Wachstum erwartet.
Die Prognosen beruhen allerdings auf den Ende Dezember 2025 geltenden Maßnahmen und unterstellen, dass diese dauerhaft gelten. So können etwa unvorhersehbare Entwicklungen wie beispielsweise die (inzwischen wieder zurückgenommene) Zolldrohung von US-Präsident Donald Trump, vom 1. Februar 2026 an 8 europäische Länder mit zusätzlichen Zöllen von zusätzlich 10 % zu belegen, in solchen Prognosen natürlich nicht abgebildet werden. Gleiches gilt für den Krieg im Iran (seit Ende Februar 2026) mit seinen direkten Auswirkungen auf den gesamten Nahen Osten und den indirekten globalen makroökonomischen Auswirkungen, die in den Prognosen nicht abgebildet sind.
In den nordamerikanischen Zielländern von United Internet erwartet der IWF in 2026 für die USA ein Wachstum um 2,4 % (2025: 2,1 %), für Kanada um 1,6 % (2025: 1,6 %) und für Mexiko um 1,5 % (2025: 0,6 %).
Bei den wichtigsten Zielländern von United Internet in Europa sieht der IWF 2026 Polen mit 3,5 % (2025: 3,3 %) und Spanien mit 2,3 % (2025: 2,9 %) vorne. Danach sollen Großbritannien mit 1,3 % (2025: 1,4 %), Deutschland mit 1,1 % (2025: 0,2 %), Frankreich mit 1,0 % (2025: 0,8 %) und Italien mit 0,7 % (2025: 0,5 %) folgen.
Markt-Prognose: Entwicklung wesentlicher Bruttoinlandsprodukte aus Sicht von United Internet
| 2027e | 2026e | 2025 |
Welt | 3,2 % | 3,3 % | 3,3 % |
USA | 2,0 % | 2,4 % | 2,1 % |
Kanada | 1,9 % | 1,6 % | 1,6 % |
Mexiko | 2,1 % | 1,5 % | 0,6 % |
Frankreich | 1,2 % | 1,0 % | 0,8 % |
Spanien | 1,9 % | 2,3 % | 2,9 % |
Italien | 0,7 % | 0,7 % | 0,5 % |
Polen | 2,7 % | 3,5 % | 3,3 % |
Großbritannien | 1,5 % | 1,3 % | 1,4 % |
Deutschland | 1,5 % | 1,1 % | 0,2 % |
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Quelle: Internationaler Währungsfonds, World Economic Outlook (Update), Januar 2026
Mit dem erwarteten Wachstum für 2026 liegt der IWF leicht oberhalb der Prognose der Bundesregierung, die am 28. Januar 2026 im Rahmen des vom Bundeskabinett beschlossenen Jahreswirtschaftsberichts in Deutschland von einem Wachstum des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts von 1,0 % in 2026 und 1,3 % in 2027 ausgeht. Im Herbst hatte die Regierung noch mit einem Plus des Bruttoinlandsproduktes 2026 von 1,3 % gerechnet.
Laut Bundesregierung ist das erwartete Wachstum allerdings größtenteils schuldenfinanziert und bleibt ohne konsequente Reformen der Standortbedingungen ein Strohfeuer. Entscheidend dafür sind Strukturreformen, die Investitionen erleichtern, Produktivität stärken und das Wachstum dauerhaft erhöhen.
Ein Teil der Wachstumsschwäche kommt von außen, aber die Antwort liegt auch im Inland: Entscheidend laut Bundesregierung ist es, dass schneller und entschlossener an der Verbesserung der Standortbedingungen gearbeitet wird. Die bisher erfolgten erste Schritte in diese Richtung reichen nicht aus. Nur mit höherem, selbsttragendem Wachstum können laut Bundesregierung die Folgen geopolitischen Umwälzungen und der tiefgreifende Strukturwandel bewältigt, die Tragfähigkeit der Staatsfinanzen und der Sozialsysteme gesichert und damit auch der soziale Frieden erhalten werden.
Laut Jahresprojektion soll die binnenwirtschaftliche Dynamik angesichts steigender Konsumausgaben und Investitionen zunehmen. Die Bunderegierung erwartet, dass anhaltende Reallohnzuwächse und staatliche Entlastungsmaßnahmen die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte erhöhen. Hinzukommen soll eine allmähliche Verbesserung der Arbeitsmarktperspektiven im Jahresverlauf, die das Konsumklima zusätzlich stärken soll. Auch die Investitionen dürften nach mehreren Jahren des Rückgangs im Jahresverlauf 2026 wieder Tritt fassen. Öffentliche, aber auch private Ausrüstungs- und Bauinvestitionen sollen durch umfangreiche staatliche Programme sowie durch verbesserte steuerliche Rahmenbedingungen stimuliert werden.
Der Außenhandel bleibt laut Bunderegierung hingegen weiterhin ein struktureller Schwachpunkt. Die globalen Rahmenbedingungen sind weiterhin von geopolitischen Spannungen, gestiegenem Protektionismus und einer schwächeren internationalen Nachfrage geprägt. Insbesondere die anhaltende, latente Drohung höherer US-Zölle sowie der zunehmende Wettbewerbsdruck aus China belasten die Exportperspektiven. Trotz einer robusten Nachfrage aus dem EU-Binnenmarkt rechnet die Bundesregierung auch 2026 mit einem negativen Wachstumsbeitrag des Außenhandels.
Branchen-/Markterwartungen
Weltweit
Weltweit sollen die Umsätze mit IT und Telekommunikation 2026 der Prognose zufolge um 6,4 % auf 5,7 Bio. € zulegen. Das stärkste Wachstum verzeichnen die USA mit einem Plus von 9,2 %, gefolgt von China (5,5 %), der EU ohne Deutschland (5,1 %), Indien (4,9 %) und dem Vereinigten Königreich (4,7 %). Deutschland liegt mit einem Wachstum von 4,4 % zwei Punkte unter dem globalen Durchschnitt, während Japan mit 1,1 % abgeschlagen ist.
Insgesamt entfallen 41 % der weltweiten Ausgaben für ITK auf die USA, die ihre dominante Stellung damit auch gegenüber China weiter ausbauen können. Mit deutlichem Abstand folgen China (11 %) und Japan (4,4 %). Deutschland erreicht einen Weltmarktanteil von 3,9 %, das Vereinigte Königreich kommt auf 3,8 %, Indien auf 2,4 %. Auf die EU ohne Deutschland entfallen 11 % des globalen ITK-Markts.
Deutschland
In Deutschland soll die digitale Wirtschaft trotz der Herausforderungen durch die schwierigen konjunkturellen Bedingungen weiter auf Wachstumskurs bleiben. So erwartet der Digitalverband Bitkom im deutschen Markt für IT und Telekommunikation (ITK) für 2026 ein Umsatzplus von 4,4 % (Vorjahr: +3,9 %) auf 245,1 Mrd. €.
Die Informationstechnik ist weiterhin der wichtigste Wachstumstreiber. Dieser Markt soll nach aktueller Bitkom-Prognose in 2026 um 5,8 % (Vorjahr: 5,3 %) auf 170,0 Mrd. € zulegen.
Vor allem das darin enthaltene Geschäft mit Software soll mit einem Plus von 10,2 % auf 58,3 Mrd. € nochmals stark zulegen. Ein wesentlicher Teil entfällt dabei auf Software für den Betrieb öffentlicher Clouds. Allein mit dieser Cloud-Software werden 2026 voraussichtlich 38,3 Mrd. € umgesetzt – ein Plus von 16,4 % im Vergleich zum Vorjahr. Künstliche Intelligenz gewinnt ebenfalls weiter an Dynamik, wenngleich der KI-Markt bislang ein deutlich kleineres Volumen hat. So sollen die Umsätze mit KI-Plattformen 2026 nach Bitkom-Berechnungen um 61 % auf 4,1 Mrd. € steigen, nachdem sie 2025 bereits um 62 % zulegen konnten.
Auch IT-Dienstleistungen sollen um 3,5 % auf 54,3 Mrd. € wachsen. Davon machen cloudbasierte Services mit 35,7 Mrd. € inzwischen rund zwei Drittel dieser Umsätze aus.
Last but not least soll auch der Markt für IT-Hardware 2026 insgesamt zulegen. Bitkom rechnet mit einem Umsatzwachstum von 3,9 % auf 57,4 Mrd. €, getragen vor allem durch Investitionen in digitale Infrastrukturen. Wichtigster Wachstumstreiber bleibt Infrastructure-as-a-Service (SaaS) – also gemietete Server-, Netzwerk- und Speicherkapazitäten. Dieser Bereich soll 2026 um 21,0 % zulegen und damit erneut deutlich stärker wachsen als andere Segmente. Zuwächse verzeichnen zudem Workstations (5,1 %), Mobile PCs (4,5 %) sowie Server (4,3 %). Leicht rückläufig bleiben dagegen weiterhin Consumer Electronics (-3,2 %) sowie Tablets (-3,5 %).
Die aus Sicht des Geschäftsmodells von United Internet wichtigsten ITK-Märkte sind insbesondere der deutsche Telekommunikationsmarkt im überwiegend abonnementfinanzierten Geschäftsbereich
„Access“ sowie der weltweite Webhosting- und Cloud-Markt und der deutsche Online-Werbemarkt im abonnement- und werbefinanzierten Geschäftsbereich „Applications“.
Telekommunikationsmarkt in Deutschland
Für den deutschen Telekommunikationsmarkt erwartet der Branchenverband Bitkom, dass der Markt in 2026 insgesamt um 1,2 % (Vorjahr: 1,2 %) auf 75,1 Mrd. € zulegen kann. Den größten Anteil daran haben weiterhin die Telekommunikationsdienste, deren Umsätze um 1,3 % (Vorjahr: 1,4 %) auf 54,1 Mrd. € steigen. Das Geschäft mit Endgeräten geht dagegen nochmals leicht um -1,2 % (Vorjahr: -2,6 %) auf 12,5 Mrd. € zurück, da Smartphones zunehmend länger genutzt werden. Deutlich dynamischer entwickeln sich auch weiterhin die Investitionen in die Telekommunikations-Infrastruktur, die um 4,6 % (Vorjahr: 6,6 %) auf 8,5 Mrd. € zulegen sollen.
Markt-Prognose: Telekommunikationsmarkt in Deutschland
in Mrd. € | 2026e | 2025 | Veränderung |
Telekommunikations-Umsätze | 75,1 | 74,2 | + 1,2 % |
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Quelle: Bitkom, Januar 2026
Webhosting Services weltweit
Die weltweiten Umsätze mit Webhosting Services sollen laut des Marktreports „Web Hosting Services Market Size, Share & Industry Analysis“ von Fortune Business Insights – nach einem Plus von 18,1 % in 2025 – im Geschäftsjahr 2026 um 19,7 % auf rund 178,8 Mrd. USD zulegen. Geographisch dominiert weiterhin Nordamerika mit einem Anteil von 41 % den globalen Markt, gefolgt von Europa. Der am schnellsten wachsende Markt ist hingegen die Region Asia / Pacific.
Mit Blick auf einzelne Länder erwartet Fortune Business Insights in 2026 einen Umsatz von 64,9 Mrd. USD in den USA, 16,4 Mrd. USD in China, 11,9 Mrd. USD in Deutschland, 11,5 Mrd. USD in Japan, 10,8 Mrd. USD in Großbritannien und 5,1 Mrd. USD in Indien.
Markt-Prognose: Webhosting Services weltweit
in Mrd. USD | 2026e | 2025 | Veränderung |
Umsatz Webhosting Services weltweit | 178,76 | 149,30 | + 19,7 % |
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Quelle: Fortune Business Insights; Web Hosting Services Market Size, Share & Industry Analysis, Update Dezember 2025
Cloud Services weltweit
Der Markt für Cloud Services hat sich auch in 2026 dynamisch weiterentwickelt. Precedence Research erwartet laut des Marktreports „Cloud Computing Market Size“ erneut ein weltweites Wachstum für Cloud Services um 21,2 % auf dann rund 1.106,3 Mrd. USD.
Markt-Prognose: Cloud Services weltweit
in Mrd. USD | 2026e | 2025 | Veränderung |
Umsatz Cloud Services weltweit | 1.106,28 | 912,77 | + 21,2 % |
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Quelle: Precedence Research; Cloud Computing Market Size, Share, and Growth Forecast, Update Oktober 2025
Online-Werbemarkt in Deutschland
Nach einem Anstieg des Online-Werbemarktes um 10,6 % in 2025 rechnet PricewaterhouseCoopers auch für 2026 mit weiterem Wachstum und erwartet für den Gesamtmarkt (Mobile-Werbung & Desktop-Werbung) ein Plus von 8,9 % auf rund 23,4 Mrd. €.
Markt-Prognose: Gesamtmarkt Online-Werbung in Deutschland (Mobile-Werbung & Desktop-Werbung) – nach PwC
in Mrd. € | 2026e | 2025 | Veränderung |
Online-Werbeumsätze | 23,36 | 21,45 | + 8,9 % |
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Quelle: PricewaterhouseCoopers, German Entertainment and Media Outlook 2025 – 2029, Juni 2025
Unternehmenserwartungen 2026
Prognose für das Geschäftsjahr 2026
Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet United Internet die folgende Umsatz- und Ergebnisentwicklung im Konzern:
○ Der Umsatz 2026 (nach IFRS) soll auf ca. 6,25 Mrd. € ansteigen (2025: 6,10 Mrd. € ohne „Energy“).
○ Das operative EBITDA 2026 (nach IFRS) soll auf ca. 1,45 Mrd. € zulegen (2025: 1,28 Mrd. € ohne „Energy“).
Auch 2026 wird die Gesellschaft weiter stark investieren, vor allem in den Ausbau ihres Glasfasernetzes und ihres Mobilfunknetzes. Der Cash-Capex soll bei 600 – 650 Mio. € liegen (2025: 730,8 Mio. €).
Nach dem konzerninternen Verkauf der 1&1 Versatel GmbH an die 1&1 AG Ende 2025 wird die United Internet AG im Geschäftsjahr 2026 ihre Segmentberichterstattung an die veränderte interne Unternehmenssteuerung und an die neue Segmentierung von 1&1 anpassen. Das Segment „Consumer Access“ wird zukünftig in „Consumer & Small Business“ umbenannt und das bisher darin enthaltene 1&1 Segment „1&1 Mobilfunknetz“ bildet ab 2026 zusammen mit dem Business Access Geschäft von 1&1 Versatel das neue Segment „Enterprises & Networks“. Die Segmente „Consumer Applications“ und „Business Applications“ bleiben unverändert.
Das Ergebnis der United Internet AG auf Ebene des Einzelabschlusses ist aufgrund ihrer Rolle als Holding-Gesellschaft im Wesentlichen durch das Beteiligungsergebnis (Ergebnisabführungen und Ausschüttungen) und das Zinsergebnis beeinflusst. Für das Geschäftsjahr 2026 geht der Vorstand aus heutiger Sicht (vorbehaltlich eventueller Sondereffekte) von einem leicht positiven Jahresergebnis aus (2025: - 260,8 Mio. € inkl. außerplanmäßige Sondereffekte).
Die auf Kontinuität ausgerichtete aktionärsfreundliche Dividendenpolitik der United Internet AG soll sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Die Gesellschaft beabsichtigt auch zukünftig ca. 20 – 40 % des bereinigten Konzernergebnisses aus fortgeführten Geschäftsbereichen nach Minderheitenanteilen (das auf die „Anteilseigner der United Internet AG“ entfallende bereinigte Konzernergebnis – gemäß Konzern-Gesamtergebnisrechnung) an ihre Aktionäre auszuschütten. Voraussetzung ist, dass die Mittel nicht für die weitere Unternehmensentwicklung benötigt werden.
Gesamtaussage des Vorstands zur voraussichtlichen Entwicklung
Der Vorstand der United Internet AG blickt optimistisch in die Zukunft. Dank des überwiegend auf elektronischen Abonnements beruhenden Geschäftsmodells sieht sich United Internet weitgehend stabil gegen konjunkturelle Einflüsse aufgestellt. Und mit den in den vergangenen Jahren getätigten Investitionen in Kundenbeziehungen, neue Geschäftsfelder, Netzinfrastrukturen (insbesondere ins Glasfasernetz von 1&1 Versatel und das Mobilfunknetz von 1&1) und die weitere Internationalisierung sowie durch Übernahmen und Beteiligungen wurde das Fundament für weiteres Wachstum verbreitert.
Diese nachhaltige Geschäftspolitik wird United Internet auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Dabei stehen in den Segmenten im Geschäftsjahr 2026 folgende Themen im Vordergrund.
○ Im Segment „Consumer & Small Business“ werden die Schwerpunkte – neben dem Ausbau des 1&1 Mobilfunknetzes – auf der Vermarktung von Mobile-Internet-Produkten und Breitband-Anschlüssen liegen.
○ Im Segment „Enterprises & Networks““ soll in 2026 das Glasfasernetz weiter ausgebaut werden. Zudem soll das Firmenkundengeschäft weiterentwickelt werden.
○ Zentrale Themen im Segment „Consumer Applications“ sind der weitere Ausbau datengetriebener Geschäftsmodelle sowie die Vermarktung kostenpflichtiger Premium-Produkte.
○ Im Segment „Business Applications“ liegt der Schwerpunkt unverändert auf dem Ausbau des Bestandskundengeschäfts und der Gewinnung neuer Kunden. Darüber hinaus soll vor allem das Cloud-Geschäft vergrößert werden.
Zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Lageberichts sieht der Vorstand die Gesellschaft auf gutem Wege, die im voranstehenden Abschnitt „Prognose für das Geschäftsjahr 2026“ näher erläuterte Prognose zu erreichen.
Zukunftsgerichtete Aussagen und Prognosen
Der vorliegende Lagebericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Erwartungen, Annahmen und Prognosen des Vorstands der United Internet AG sowie den ihm derzeit verfügbaren Informationen basieren. Die zukunftsgerichteten Aussagen sind verschiedenen Risiken und Unwägbarkeiten unterworfen und beruhen auf Erwartungen, Annahmen und Prognosen, die sich künftig möglicherweise als nichtzutreffend erweisen könnten. United Internet garantiert nicht, dass sich die zukunftsgerichteten Aussagen als richtig erweisen, übernimmt keine Verpflichtung und hat auch nicht die Absicht, die in diesem Bericht gemachten zukunftsgerichteten Aussagen anzupassen bzw. zu aktualisieren.
6. Internal Control System und Risk
Management System
Der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) sieht zusätzliche Angaben zum internen Kontroll- und Risikomanagementsystem vor, die über die gesetzlichen Anforderungen an den Lagebericht gemäß §§ 289, 315 HGB hinausgehen. Diese Angaben betreffen insbesondere die Ausgestaltung, Organisation und Governance des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems insgesamt. Sie sind nicht Bestandteil der gesetzlich vorgeschriebenen Lageberichterstellung und unterliegen daher nicht der inhaltlichen Prüfung durch den Abschlussprüfer. Entsprechend werden diese DCGK-bezogenen Angaben im Kapitel 6 „Internal Control System und Risk Management System“ durch separate Absätze von den prüfungspflichtigen Angaben abgegrenzt und als „ungeprüft“ gekennzeichnet.
Internal Control System (ungeprüft)
Das interne Kontrollsystem (IKS) bzw. Internal Control System der United Internet AG umfasst die gesamte Organisation, Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Erhaltung der Funktionsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit von Geschäftsprozessen, der Zuverlässigkeit von betrieblichen Informationen, der Vermögenssicherung und der Regeleinhaltung. In der Richtlinie bzw. im Handbuch zum Internen Kontrollsystem der United Internet AG werden die Ziele, die Grundprinzipien bis hin zur periodischen Berichterstattung der Aufbau sowie der Ablauf und die Überwachung des IKS beschrieben. In diesem Zusammenhang beinhalten die durchgeführten Kontrollen die Einhaltung der Soll-Prozesse, das „Vier-Augen-Prinzip“, die Berechtigungsvergabe und die Funktionstrennung. Die Kontrollen werden auf Basis einheitlicher Kategorisierungen je Prozess definiert und teilweise zentral sowie dezentral im gesamten Konzern ausgeführt. In definierten Prozessen, die die Verantwortlichen der Fachbereiche und auch Prozessexperten einbeziehen, wird sichergestellt, dass den Prozess- und Organisationsrisiken präventiv begegnet wird. Gemeinschaftlich und im Zusammenspiel mit dem Risikomanagement beurteilen alle Einheiten des Konzerns das Vorliegen von Organisations- und Prozessrisiken und schätzen ein, ob diese Auswirkungen auf das IKS haben können. Die Verbesserung des IKS, auch unter Einbeziehung von Experten, findet regelmäßig statt. Die Überwachung erfolgt u. a. durch IKS Governance, die Corporate Audit (Interne Revision) und externe Prüfer. Corporate Audit (Interne Revision) bewertet und verbessert die Governance-Prozesse und das Risikomanagement und beurteilt darüber hinaus die Angemessenheit und Effektivität des IKS durch Prüfungen. Die Berichterstattung an Vorstand und Prüfungsausschuss erfolgt regelmäßig.
Rechnungslegungsbezogenes Internal Control System und Risk Management System
Gemäß § 289 Abs. 4 und § 315 Abs. 4 HGB ist die United Internet AG verpflichtet, im Lagebericht die wesentlichen Merkmale ihres rechnungslegungsbezogenen Internal Control System und Risk Management System zu beschreiben.
Die United Internet AG betrachtet das Risikomanagement als Teil des internen Kontrollsystems (IKS). Dabei umfasst das IKS Organisations-, Kontroll- und Überwachungsstrukturen, um die Einhaltung der gesetzlichen und unternehmerischen Vorgaben jederzeit zu gewährleisten.
Der Vorstand der United Internet AG ist verantwortlich für den Umfang und die Ausgestaltung des IKS und berücksichtigt hierbei die unternehmensspezifischen Anforderungen. Die Überwachung der Wirksamkeit des IKS gehört zu den Aufgaben des Aufsichtsrates der United Internet AG, der sich vom Vorstand regelmäßig über den Zustand des IKS und die Ergebnisse des internen Revisionssystems berichten lässt. Corporate Audit (Interne Revision) überprüft unabhängig die Angemessenheit, Wirksamkeit und Funktionsfähigkeit des IKS im United Internet Konzern und verfügt zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben über umfassende Informations-, Prüf- und Eintrittsrechte. Ihre Prüfungshandlungen basieren auf einem risikoorientierten Prüfungsplan, der regelmäßig auch Prüfungen bei Tochtergesellschaften vorsieht. Darüber hinaus prüft Corporate Audit (Interne Revision) grundsätzlich die Ordnungsmäßigkeit wesentlicher Anlage- und Vorratsinventuren. Der Abschlussprüfer prüft darüber hinaus die für die Finanzberichterstattung relevanten Teile des IKS im Rahmen seines risikoorientierten Prüfungsansatzes auf Wirksamkeit.
Das rechnungslegungsbezogene IKS umfasst Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sowie zur Sicherung der Einhaltung der maßgeblichen Gesetze und Normen und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses unterstützt das IKS dabei, die Anwendung der International Financial Reporting Standards (IFRS) wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, und die Anwendung der nach § 315e HGB ergänzend anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften sicherzustellen. Das IKS trägt bei der Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts dazu bei, dass die handelsrechtlichen Vorschriften eingehalten werden.
Bei jedem IKS muss berücksichtigt werden, dass es, unabhängig von seiner Ausgestaltung, keine absolute Sicherheit dafür bieten kann, dass wesentliche Fehlaussagen in der Rechnungslegung vermieden oder aufgedeckt werden. Ursache dafür könnten bspw. fehlerhafte Ermessensentscheidungen, unzureichende Kontrollen oder kriminelle Handlungen sein.
Die folgenden Aussagen beziehen sich nur auf die im Konzernabschluss der United Internet AG vollkonsolidierten Tochterunternehmen, bei denen die United Internet AG mittelbar oder unmittelbar über die Möglichkeit verfügt, deren Finanz- und Liquiditätspolitik zu bestimmen, um aus der Tätigkeit dieser Unternehmen Nutzen zu ziehen.
Die Aufgabe des Risikomanagements der United Internet AG ist unter anderem die Festlegung von Maßnahmen, um Risiken zu erkennen, zu bewerten, auf ein vertretbares Maß abzumildern und um die erkannten Risiken zu überwachen. Ein Risikomanagement verlangt organisiertes Handeln, um mit Unsicherheit und Bedrohung angemessen umgehen zu können und hält Mitarbeitende dazu an, Vorschriften und Instrumente einzusetzen, um die Einhaltung der Grundsätze für das Risikomanagement zu gewährleisten. Es umfasst neben dem operativen Risikomanagement auch die systematische Risikofrüherkennung, -steuerung und -überwachung. Das rechnungslegungsbezogene Risikomanagement ist dabei auf das Risiko einer Falschaussage in der Buchführung sowie in der externen Berichterstattung ausgerichtet.
Spezifische rechnungslegungsbezogene Risiken können z. B. aus dem Abschluss ungewöhnlicher oder komplexer Geschäfte auftreten. Weiterhin sind Geschäftsvorfälle, die nicht routinemäßig verarbeitet werden, mit einem latenten Risiko behaftet. Einem begrenzten Personenkreis sind notwendigerweise Ermessensspielräume bei Ansatz und Bewertung von Vermögensgegenständen und Schulden eingeräumt, woraus weitere rechnungslegungsbezogene Risiken resultieren können.
Das rechnungslegungsbezogene IKS umfasst anhand von Risikoaspekten definierte interne Kontrollen der für die Rechnungslegung relevanten Prozesse sowie der Prozesse, die die IT-Systeme unterstützen. Hierbei sind die IT-Sicherheit, das Veränderungsmanagement und die operativen IT-Vorgänge von besonderer Bedeutung. Dabei werden organisatorische, präventive und aufdeckende Kontrollen angewendet, die sowohl IT-gestützt als auch manuell erfolgen können. Für die Wirksamkeit und Effizienz des rechnungslegungsbezogenen IKS ist für die United Internet Gruppe die hohe Qualifikation der Mitarbeitenden, deren regelmäßige Schulung, das „Vier-Augen-Prinzip“ und die Funktionstrennung von Verwaltungs-, Ausführungs- und Genehmigungsprozessen unverzichtbar. Die Steuerung der Prozesse zur Rechnungslegung erfolgt durch den Bereich Konzernrechnungslegung und weitere zuständige Rechnungslegungsabteilungen. Gesetze, Rechnungslegungsstandards und andere Verlautbarungen werden fortlaufend bezüglich der Relevanz und Auswirkungen auf die Rechnungslegung analysiert. In der Bilanzierungsrichtlinie des Konzerns werden relevante Anforderungen festgehalten, kommuniziert und bilden die Grundlage für den Abschlusserstellungsprozess. Zusätzlich unterstützen ergänzende Verfahrensanweisungen wie z. B. die Intercompany-Richtlinie, standardisierte Meldeformate, IT-Systeme sowie IT-unterstützte Reporting- und Konsolidierungsprozesse den Prozess der einheitlichen und ordnungsgemäßen Konzernrechnungslegung. Der Bereich Konzernrechnungslegung stellt sicher, dass diese Anforderungen konzernweit einheitlich eingehalten werden. Die Konzerngesellschaften sind für die Einhaltung des ordnungsgemäßen und zeitgerechten Ablaufs ihrer rechnungslegungsbezogenen Prozesse und Systeme verantwortlich und werden dabei von den Rechnungslegungsabteilungen unterstützt.
Bei festgestellten wesentlichen Kontrollschwächen oder Verbesserungsmöglichkeiten werden diese bewertet und mit den verantwortlichen Personen Gegenmaßnahmen ausgearbeitet, um die Wirksamkeit des IKS zu verbessern. Die Umsetzung der Maßnahmen wird durch Corporate Audit (Interne Revision) überwacht und kann Gegenstand von Prüfungen oder Folgeprüfungen sein.
Wirksamkeitsaussage (ungeprüft)
Aus der regelmäßigen Befassung mit dem Internal Control System und Risk Management System sind dem Vorstand bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts keine wesentlichen Umstände bekannt, welche gegen die Angemessenheit und Wirksamkeit dieser Systeme sprechen.
7. Übernahmerechtliche Angaben
Die folgenden Angaben nach §§ 289 a, 315 a HGB geben die Verhältnisse zum Bilanzstichtag wieder. Wie in § 176 Abs. 1 Satz 1 AktG vorgesehen, werden die Angaben in den einzelnen Abschnitten erläutert.
Hinsichtlich der Angaben zur Zusammensetzung des Gezeichneten Kapitals sowie der direkten und indirekten Beteiligungen am Kapital gemäß § 289a Satz 1 Nr. 1 und Nr. 3 HGB bzw. § 315a Satz 1 Nr. 1 und 3 HGB verweisen wir auf Anhangangabe 38 im Konzernanhang sowie auf die Erläuterungen zum Eigenkapital im Jahresabschluss der United Internet AG zum 31. Dezember 2025.
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siehe Seite 211 und Seite 252 |
Darüber hinaus wird auf die Ausführungen im Konzernanhang unter Anhangangabe 17 sowie 38 - 40 verwiesen.
Zusammensetzung des Kapitals
Seit Abschluss der am 14. Februar 2023 vom Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossenen Kapitalherabsetzung durch Einziehung von 2.000.000 Mio. eigenen Aktien, beläuft sich das gezeichnete Kapital der United Internet AG auf 192.000.000 € (unveränderter Stand zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025) und ist in 192.000.000 nennwertlose, auf den Namen lautende Stammaktien eingeteilt. Jede Aktie gewährt eine Stimme, weitere Aktiengattungen existieren nicht. Bei einer Erhöhung des Grundkapitals kann der Beginn der Gewinnberechtigung der neuen Aktien abweichend von dem Zeitpunkt der Leistung der Einlagen festgelegt werden. Alle Stammaktien sind börsennotiert.
Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen
Gesetzliche Beschränkungen hinsichtlich der Stimmrechte liegen in Bezug auf eigene Aktien gem.
§ 71b AktG und gem. § 71d S. 4 i. V. m. § 71b AktG vor. Die United Internet AG hielt zum Bilanzstichtag
31. Dezember 2025 unverändert insgesamt 19.162.689 eigene Aktien, die 9,98 % des Grundkapitals von 192 Mio. Aktien entsprechen.
Gesetzliche Beschränkungen hinsichtlich der Stimmrechte liegen weiterhin in Bezug auf die Interessenkollision gem. § 136 Abs. 1 AktG bei Aktien vor, die im Besitz des Vorstands und des Aufsichtsrats sind.
Herr Dommermuth hielt zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 indirekt unverändert 93.955.205 Aktien der United Internet AG (48,94 % des Grundkapitals). Von den weiteren Mitgliedern des Vorstandes hielten Herr Theurer 4.000 (0,00 % des Grundkapitals) und Herr Huhn unverändert 500 Aktien der Gesellschaft (0,00 % des Grundkapitals) zum 31. Dezember 2025.
Von den aktuellen Mitgliedern des Aufsichtsrats wurden zum 31. Dezember 2025 keine Aktien der United Internet AG gehalten (31. Dezember 2024: 12.500 Aktien der United Internet AG, gehalten von Herrn Rasch).
Beschränkungen, die die Übertragung von Aktien betreffen, liegen nicht vor.
Direkte und indirekte Beteiligungen am Kapital mit mehr als 10 % der Stimmrechte
Per 31. Dezember 2025 hielt der Vorstandsvorsitzende der Gesellschaft, Herr Ralph Dommermuth, wohnhaft in Deutschland, indirekt 93.955.205 Aktien bzw. 48,94 % der Anteile am Grundkapital von 192.000.000 Aktien der United Internet AG. Weitere Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten bestehen nach Kenntnis des Vorstands nicht.
Sonderrechte
Herrn Ralph Dommermuth steht das persönliche Recht zu, zwei Mitglieder in den Aufsichtsrat zu entsenden. Das Entsendungsrecht wird ausgeübt durch Benennung der Person des Aufsichtsratsmitglieds gegenüber dem Vorstand der Gesellschaft. Die Benennung wird wirksam durch Erklärung der Annahme des Aufsichtsratsmandats durch die benannte Person gegenüber dem Vorstand. Das vorstehende Entsendungsrecht setzt voraus, dass Herr Ralph Dommermuth selbst oder durch gemäß §§ 15 ff. AktG verbundene Unternehmen bei Ausübung des Entsendungsrechts Aktien hält, die mindestens 25 % des stimmberechtigten Grundkapitals der Gesellschaft repräsentieren und dies dem Vorstand bei der Benennung des Aufsichtsratsmitglieds durch Depotauszüge oder ähnliche Unterlagen nachweist. Herr Dommermuth hat bisher von seinem Entsendungsrecht keinen Gebrauch gemacht.
Weitere Aktien mit Sonderrechten bestehen nach Kenntnis des Vorstands nicht.
Ernennung und Abberufung der Vorstandsmitglieder, Satzungsänderungen
Die Bestellung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands richtet sich nach den §§ 84, 85 AktG in Verbindung mit Ziffer 1 der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat. Gemäß § 6 Abs. 1 der Satzung besteht der Vorstand mindestens aus einer Person. Der Aufsichtsrat bestellt und entlässt die Mitglieder des Vorstands, bestimmt ihre Zahl und kann ein Mitglied des Vorstands zum Vorsitzenden ernennen.
Jede Satzungsänderung bedarf eines Hauptversammlungsbeschlusses mit einer Mehrheit von mindestens drei Viertel des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals. Zu Änderungen der Satzung, die lediglich die Fassung betreffen, ist der Aufsichtsrat nach § 22 der Satzung in Verbindung mit
§ 179 Abs. 1 Satz 2 AktG ermächtigt (Änderungen bei Grundkapital und Aktienzahl).
Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe von neuen Aktien
Der Vorstand hat die Möglichkeit, unter folgenden Umständen neue Aktien auszugeben:
Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital bis zum 31. August 2026 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer Stückaktien gegen Bareinlagen und/oder gegen Sacheinlagen einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 75.000.000,00 € zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2023). Bei Bareinlagen können die neuen Aktien nach Wahl des Vorstands mit Zustimmung des Aufsichtsrats auch von einem oder mehreren Kreditinstituten bzw. einem anderen die Voraussetzungen des § 186 Abs. 5 S. 1 AktG erfüllenden Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie ausschließlich den Aktionären zum Bezug anzubieten (mittelbares Bezugsrecht).
Den Aktionären ist mit den nachfolgenden Einschränkungen ein Bezugsrecht einzuräumen.
Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats Spitzenbeträge von dem Bezugsrecht der Aktionäre auszunehmen und das Bezugsrecht auch insoweit auszuschließen, wie es erforderlich ist, um den Inhabern der von der Gesellschaft oder ihren Tochtergesellschaften ausgegebenen Optionsscheinen und Wandelschuldverschreibungen ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung des Options- bzw. Wandlungsrechts bzw. Erfüllung der Wandlungspflicht zustehen würde.
Der Vorstand ist darüber hinaus ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre bei einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen für einen Betrag von bis zu 10 % des im Zeitpunkt des Wirksamwerdens des Genehmigten Kapitals 2023 oder – falls dieses geringer ist – des bei Beschlussfassung über die Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2023 vorhandenen Grundkapitals auszuschließen, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien der Gesellschaft zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabebetrages, die möglichst zeitnah zur Platzierung der Aktien erfolgen soll, nicht wesentlich unterschreitet. Auf diese Höchstgrenze sind Aktien anzurechnen, die aufgrund Options- oder Wandelschuldverschreibungen ausgegeben werden oder auszugeben sind, sofern die Schuldverschreibungen während der Laufzeit dieser Ermächtigung in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben werden; ferner sind auf diese Zahl Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung in direkter oder entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben oder veräußert werden.
Der Vorstand ist weiter ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen zur Gewährung von Aktien zum Zweck des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen, Beteiligungen an Unternehmen oder sonstigen Vermögensgegenständen einschließlich Rechten und Forderungen oder im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen auszuschließen.
Die vorstehenden Ermächtigungen zum Bezugsrechtsausschluss sind insgesamt auf einen Betrag von bis zu 20 % des im Zeitpunkt des Wirksamwerdens des Genehmigten Kapitals 2023 oder – falls dieses geringer ist – des bei Beschlussfassung über die Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2023 vorhandenen Grundkapitals beschränkt. Auf diese Höchstgrenze von 20 % des Grundkapitals ist der anteilige Betrag des Grundkapitals anzurechnen, der auf Aktien entfällt, auf die sich Wandlungs- und/oder Optionsrechte bzw. Wandlungspflichten aus Schuldverschreibungen beziehen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts mit Options- und/oder Wandlungsrecht oder Wandlungspflicht ausgegeben werden, sowie derjenige anteilige Betrag des Grundkapitals, der auf eigene Aktien entfällt, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung in anderer Weise als über die Börse oder durch ein Angebot an alle Aktionäre veräußert oder verwendet werden.
Der Vorstand ist ferner ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung mit Zustimmung des Aufsichtsrats festzulegen.
Das Grundkapital ist um bis zu 18.500.000,00 € eingeteilt in bis zu Stück 18.500.000 auf den Namen lautende Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2023). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber oder Gläubiger von Options- oder Wandlungsrechten oder die zur Wandlung Verpflichteten aus ausgegebenen Options- oder Wandelanleihen, die von der Gesellschaft oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen der Gesellschaft aufgrund der Ermächtigung des Vorstands durch Hauptversammlungsbeschluss vom 17. Mai 2023 bis zum 31. August 2026 ausgegeben oder garantiert werden, von ihren Options- oder Wandlungsrechten Gebrauch machen oder, soweit sie zur Wandlung verpflichtet sind, ihre Verpflichtung zur Wandlung erfüllen, oder, soweit die Gesellschaft ein Wahlrecht ausübt, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Aktien der Gesellschaft zu gewähren, soweit nicht jeweils ein Barausgleich gewährt oder eigene Aktien oder Aktien einer anderen börsennotierten Gesellschaft zur Bedienung eingesetzt werden.
Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe des vorstehend bezeichneten Ermächtigungsbeschlusses jeweils zu bestimmenden Options- oder Wandlungspreis. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie entstehen, am Gewinn teil; soweit rechtlich zulässig, kann der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Gewinnbeteiligung neuer Aktien hiervon und auch abweichend von § 60 Abs. 2 AktG, auch für ein bereits abgelaufenes Geschäftsjahr, festlegen.
Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.
Befugnisse des Vorstands bei Erwerb und Verwendung eigener Aktien
Die von der Hauptversammlung am 20. Mai 2020 gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG erteilte Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien und zu deren Verwendung war bis zum 31. August 2023 befristet. Vor diesem Hintergrund hat die Hauptversammlung am 17. Mai 2023 eine neue Ermächtigung gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG zum Erwerb eigener Aktien und zu deren Verwendung erteilt. Diese Ermächtigung gilt vom 1. September 2023 bis zum 31. August 2026.
Die Ermächtigung ist insgesamt auf einen Anteil von 10 % des im Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung oder – falls dieser Wert geringer ist – des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals beschränkt. Die Ermächtigung kann unmittelbar durch die Gesellschaft oder durch ein von der Gesellschaft abhängiges oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehendes Unternehmen oder durch von der Gesellschaft oder von der Gesellschaft abhängige oder in ihrem Mehrheits-besitz stehende Unternehmen beauftragte Dritte ausgeübt werden und erlaubt den Erwerb eigener Aktien im ganzen Umfang oder in Teilbeträgen sowie den einmaligen oder mehrmaligen Erwerb.
Der Erwerb eigener Aktien kann über die Börse oder mittels eines an sämtliche Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots oder mittels einer an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten oder durch die Ausgabe von Andienungsrechten an die Aktionäre erfolgen.
○ Erfolgt der Erwerb über die Börse oder über ein öffentliches Kaufangebot, darf die Gesellschaft je Aktie nur einen Gegenwert (ohne Erwerbsnebenkosten) zahlen, der den arithmetischen Mittelwert der Kurse der Stückaktien der Gesellschaft in der Schlussauktion im Xetra-Handel (oder einem entsprechenden Nachfolgesystem) an der Frankfurter Wertpapierbörse während der letzten fünf Börsenhandelstage vor dem Abschluss des Verpflichtungsgeschäftes, sofern der Erwerb über die Börse stattfindet, oder vor der Veröffentlichung der Entscheidung zur Abgabe des öffentlichen Kaufangebots, sofern der Erwerb im Wege eines öffentlichen Kaufangebots erfolgt, um nicht mehr als 10 % über- oder unterschreitet. Ergeben sich nach Veröffentlichung eines öffentlichen Kaufangebots erhebliche Kursabweichungen vom gebotenen Kaufpreis oder den Grenzwerten der gebotenen Kaufpreisspanne, so kann das Angebot angepasst werden. In diesem Fall bestimmt sich der maßgebliche Betrag nach dem entsprechenden Kurs am letzten Handelstag vor der Veröffentlichung der Anpassung; die 10 %-Grenze für das Über- oder Unterschreiten ist auf diesen Betrag anzuwenden.
Das Volumen des öffentlichen Kaufangebots kann begrenzt werden. Sofern bei einem öffentlichen Kaufangebot das Volumen der angebotenen Aktien das vorhandene Rückkaufvolumen überschreitet, kann unter insoweit partiellem Ausschluss eines eventuellen Andienungsrechts der Erwerb nach dem Verhältnis der angedienten Aktien (Andienungsquoten) statt nach dem Verhältnis der Beteiligung der andienenden Aktionäre an der Gesellschaft (Beteiligungsquote) erfolgen. Darüber hinaus können unter insoweit partiellem Ausschluss eines eventuellen Andienungsrechts eine bevorrechtigte Annahme geringerer Stückzahlen bis zu 100 Stück angedienter Aktien je Aktionär sowie zur Vermeidung rechnerischer Bruchteile von Aktien eine Rundung nach kaufmännischen Gesichtspunkten vorgesehen werden.
○ Erfolgt der Erwerb mittels einer an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten, legt die Gesellschaft eine Kaufpreisspanne je Aktie fest, innerhalb derer Verkaufsangebote abgegeben werden können. Die Kaufpreisspanne kann angepasst werden, wenn sich während der Angebotsfrist erhebliche Kursabweichungen vom Kurs zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten ergeben. Der von der Gesellschaft zu zahlende Kaufpreis je Aktie, den die Gesellschaft aufgrund der eingegangenen Verkaufsangebote ermittelt, darf den arithmetischen Mittelwert der Kurse der Stückaktien der Gesellschaft in der Schlussauktion im Xetra-Handel (oder einem entsprechenden Nachfolgesystem) an der Frankfurter Wertpapierbörse während der letzten fünf Börsenhandelstage vor dem nachfolgend beschriebenen Stichtag ohne Berücksichtigung der Erwerbsnebenkosten um nicht mehr als 10 % über- oder unterschreiten. Stichtag ist der Tag, an dem der Vorstand der Gesellschaft endgültig formell über die Veröffentlichung der Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten oder deren Anpassung entscheidet.
Das Volumen der Annahme kann begrenzt werden. Sofern von mehreren gleichartigen Verkaufsangeboten wegen der Volumenbegrenzung nicht sämtliche angenommen werden können, kann unter insoweit partiellem Ausschluss eines eventuellen Andienungsrechts der Erwerb nach dem Verhältnis der Andienungsquoten statt nach Beteiligungsquoten erfolgen. Darüber hinaus können unter insoweit partiellem Ausschluss eines eventuellen Andienungsrechts eine bevorrechtigte Annahme geringerer Stückzahlen bis zu 100 Stück angedienter Aktien je Aktionär sowie zur Vermeidung rechnerischer Bruchteile von Aktien eine Rundung nach kaufmännischen Grundsätzen vorgesehen werden.
○ Erfolgt der Erwerb mittels den Aktionären zur Verfügung gestellter Andienungsrechte, so können diese pro Aktie der Gesellschaft zugeteilt werden. Gemäß dem Verhältnis des Grundkapitals der Gesellschaft zum Volumen der von der Gesellschaft zurückzukaufenden Aktien berechtigt eine entsprechend festgesetzte Anzahl Andienungsrechte zur Veräußerung einer Aktie der Gesellschaft an diese. Andienungsrechte können auch dergestalt zugeteilt werden, dass jeweils ein Andienungsrecht pro Anzahl von Aktien zugeteilt wird, die sich aus dem Verhältnis des Grundkapitals zum Rückkaufvolumen ergibt. Bruchteile von Andienungsrechten werden nicht zugeteilt; für diesen Fall werden die entsprechenden Teilandienungsrechte ausgeschlossen. Der Preis oder die Grenzwerte der angebotenen Kaufpreisspanne (jeweils ohne Erwerbsnebenkosten), zu dem bei Ausübung des Andienungsrechts eine Aktie an die Gesellschaft veräußert werden kann, wird nach Maßgabe der Regelungen im vorstehenden Absatz bb) bestimmt, wobei maßgeblicher Stichtag derjenige der Veröffentlichung des Rückkaufangebots unter Einräumung von Andienungsrechten ist, und gegebenenfalls angepasst, wobei dann maßgeblicher Stichtag derjenige der Veröffentlichung der Anpassung ist. Die nähere Ausgestaltung der Andienungsrechte, insbesondere ihr Inhalt, die Laufzeit und gegebenenfalls ihre Handelbarkeit, bestimmt der Vorstand der Gesellschaft.
Der Vorstand wird ermächtigt, mit der Zustimmung des Aufsichtsrats bei einer Veräußerung eigener Aktien durch ein Angebot an alle Aktionäre den Inhabern der von der Gesellschaft oder einem ihrer nachgeordneten Konzernunternehmen ausgegebenen Options- und/oder Wandelanleihen ein Bezugsrecht auf die Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung des Options- bzw. Wandlungsrechts bzw. nach Erfüllung der Wandlungspflicht zustehen würde.
Der Vorstand, mit der Zustimmung des Aufsichtsrats, wird weiter ermächtigt, eigene Aktien in anderer Weise als über die Börse oder durch ein Angebot an sämtliche Aktionäre zu veräußern, wenn die Aktien gegen Barzahlung zu einem Preis veräußert werden, der den Börsenkurs von Aktien der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet. Das Bezugsrecht der Aktionäre ist dabei ausgeschlossen. Diese Ermächtigung gilt jedoch nur mit der Maßgabe, dass die unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG veräußerten Aktien insgesamt 10 % des Grundkapitals nicht überschreiten dürfen, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch – falls dieser Wert geringer ist – im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung. Auf diese Begrenzung von 10 % des Grundkapitals sind diejenigen Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung bis zur nach § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG bezugsrechtsfreien Veräußerung eigener Aktien aus genehmigtem Kapital unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben werden. Ferner sind auf diese Begrenzung von 10 % des Grundkapitals diejenigen Aktien anzurechnen, die zur Bedienung von Options- und/oder Wandlungsrechten und/oder Wandlungspflichten ausgegeben bzw. auszugeben sind, sofern die Schuldverschreibungen während der Laufzeit dieser Ermächtigung in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben werden.
Der Vorstand, mit der Zustimmung des Aufsichtsrats, wird ferner ermächtigt, eigene Aktien zusätzlich zu einer Veräußerung über die Börse oder einer anderen das Gebot der Gleichbehandlung aller Aktionäre wahrenden Weise zu folgenden Zwecken zu verwenden:
○ Im Rahmen des Erwerbs von Unternehmen oder Beteiligungen daran oder von Unternehmensteilen oder im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen als (Teil-)Gegenleistung.
○ Zur Einführung von Aktien der Gesellschaft an ausländischen Börsen, an denen sie bisher nicht zum Handel zugelassen sind. Der Preis, zu dem diese Aktien an ausländischen Börsen eingeführt werden, darf den arithmetischen Mittelwert der Kurse der Stückaktien der Gesellschaft in der Schlussauktion im Xetra-Handel (oder einem entsprechenden Nachfolgesystem) an der Frankfurter Wertpapierbörse während der letzten fünf Börsenhandelstage vor dem Tag der Einführung an der ausländischen Börse ohne Berücksichtigung der Erwerbsnebenkosten um nicht mehr als 5 % unterschreiten.
○ Zur Gewährung von Aktien der Gesellschaft in Erfüllung von Ansprüchen aus virtuellen Aktienbeteiligungsprogrammen an gegenwärtige und frühere Mitglieder des Vorstands und Arbeitnehmer der Gesellschaft sowie an gegenwärtige und frühere Mitglieder der Vorstände bzw. Geschäftsführungen und Arbeitnehmer von mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen im Sinne der §§ 15 ff. AktG. Soweit Vorstandsmitgliedern der Gesellschaft Aktien gewährt werden sollen, entscheidet hierüber der Aufsichtsrat der Gesellschaft.
Das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre auf diese eigenen Aktien wird gemäß §§ 71 Abs. 1 Nr. 8, 186 Abs. 3, 4 AktG insoweit ausgeschlossen, wie diese Aktien gemäß den vorstehenden Ermächtigungen verwendet werden. Darüber hinaus kann der Vorstand mit der Zustimmung des Aufsichtsrats im Falle der Veräußerung der eigenen Aktien durch Angebot an alle Aktionäre das Bezugsrecht der Aktionäre für Spitzenbeträge ausschließen.
Die Ermächtigungen zum Bezugsrechtsausschluss sind insgesamt auf einen Betrag von bis zu 10 % des im Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung oder – falls dieses geringer ist – des bei Beschlussfassung über die Veräußerung eigener Aktien vorhandenen Grundkapitals beschränkt. Auf diese Höchstgrenze von 10 % des Grundkapitals ist der anteilige Betrag des Grundkapitals anzurechnen, der auf Aktien entfällt, auf den sich Wandlungs- und/oder Optionsrechte bzw. Wandlungspflichten aus Schuldverschreibungen beziehen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts begeben werden sowie derjenige anteilige Betrag des Grundkapitals, der auf Aktien entfällt, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts aus genehmigtem Kapital ausgegeben werden.
Weiterhin wird der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die eigenen Aktien einzuziehen, ohne dass die Einziehung und ihre Durchführung eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedürfen. Die Einziehung kann auch nach § 237 Abs. 3 Nr. 3 AktG ohne Kapitalherabsetzung in der Weise erfolgen, dass sich durch die Einziehung der Anteil der übrigen Stückaktien der Gesellschaft am Grundkapital gemäß § 8 Abs. 3 AktG erhöht. Der Vorstand wird gemäß § 237 Abs. 3 Nr. 3, 2. Hs. AktG ermächtigt, die Angabe der Zahl der Aktien in der Satzung entsprechend anzupassen. Die Einziehung kann auch mit einer Kapitalherabsetzung verbunden werden; in diesem Fall ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital um den auf die eingezogenen Aktien entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals herabzusetzen. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, die Angabe der Zahl der Aktien und des Grundkapitals in der Satzung entsprechend anzupassen.
Die vorstehenden Ermächtigungen gelten ab dem 1. September 2023. Sie können einmal oder mehrmals, ganz oder in Teilen, einzeln oder gemeinsam ausgenutzt werden. Sie erfassen auch die Verwendung von Aktien der Gesellschaft, die aufgrund früherer Ermächtigungen zum Rückerwerb eigener Aktien zurückerworben wurden, und solche, die aufgrund von § 71d Satz 5 AktG erworben oder (i) durch ein von der Gesellschaft abhängiges oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehendes Unternehmen oder (ii) durch Dritte für Rechnung der Gesellschaft oder durch Dritte für Rechnung eines von der Gesellschaft abhängigen oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehenden Unternehmens erworben werden.
Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen
Ein Bankenkonsortium hat im Dezember 2024 der United Internet AG einen neuen Konsortialkreditrahmen sowie einen Konsortialkredit über insgesamt 1.500 Mio. € eingeräumt. Die Kredite wurde im Januar 2025 durch Ausübung einer vertraglich zugesicherten Erhöhungsoption um 50 Mio. € auf 1.550 Mio. € erhöht. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 waren diese mit 600 Mio. € in Anspruch genommen.
○ Den Mitgliedern des Konsortiums wurde das Recht eingeräumt, ihren Anteil am Konsortialkreditrahmen bzw. dem Konsortialkredit zu kündigen, wenn ein Dritter oder eine Gruppe von gemeinsam handelnden Dritten die Mehrheit der Anteile an der United Internet AG erlangt, oder die Mehrheit der stimmberechtigen Anteile auf einer Hauptversammlung der Gesellschaft hält. Das Recht zur Kündigung steht jedem Mitglied des Bankenkonsortiums einzeln binnen 30 Tagen nach Ankündigung des Kontrollwechsels durch die Gesellschaft offen. Dieses Kündigungsrecht besteht jedoch nicht, wenn die Mehrheit der Anteile, oder der Stimmrechte auf einer Hauptversammlung, durch Herrn Ralph Dommermuth oder seine direkten Angehörigen erlangt wird.
Zudem hat United Internet im Mai 2025 eine Brückenfinanzierung für Aktienkäufe in Höhe von bis zu 325 Mio. € abgeschlossen. Hintergrund der Brückenfinanzierung war das freiwillige öffentliche Erwerbsangebot in Form eines Teilangebots zum Erwerb von bis zu 16.250.827 auf den Inhaber lautende Stückaktien der 1&1 AG. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 war das vorgenannte Darlehen mit 245 Mio. € in Anspruch genommen.
○ Der Bank wurde das Recht eingeräumt, die Kreditvereinbarung zu kündigen, wenn ein Dritter oder eine Gruppe von gemeinsam handelnden Dritten die Mehrheit der Anteile an der United Internet AG erlangt, oder die Mehrheit der stimmberechtigen Anteile auf einer Hauptversammlung der Gesellschaft hält. Das Recht zur Kündigung steht der Bank binnen 30 Tagen nach Ankündigung des Kontrollwechsels durch die Gesellschaft offen. Dieses Kündigungsrecht besteht jedoch nicht, wenn die Mehrheit der Anteile, oder der Stimmrechte auf einer Hauptversammlung, durch Herrn Ralph Dommermuth oder seine direkten Angehörigen erlangt wird.
Des Weiteren stehen zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 mehrere Schuldscheindarlehen der United Internet AG über insgesamt 1.217,0 Mio. € aus.
○ Den Kreditgebern der Schuldscheine wurde das Recht eingeräumt, ihren Anteil am jeweiligen Schuldscheindarlehen zu kündigen, wenn ein Dritter oder eine Gruppe von gemeinsam handelnden Dritten die Mehrheit der Anteile an der United Internet AG erlangt. Das Recht zur Kündigung steht jedem Kreditgeber einzeln binnen 30 Tagen nach Ankündigung des Kontrollwechsels durch die Gesellschaft offen. Dieses Kündigungsrecht besteht jedoch nicht, wenn die Mehrheit der Anteile durch Herrn Ralph Dommermuth erlangt wird.
Die 1&1 Mobilfunk GmbH hat im Geschäftsjahr 2024 einen National-Roaming-Vertrag mit der Vodafone GmbH abgeschlossen. National Roaming ist ein beim Bau neuer Mobilfunknetze übliches Verfahren, durch das Kunden in noch nicht versorgten Gebieten unterbrechungsfrei surfen und telefonieren können. Dazu werden in diesen Gebieten automatisch Antennen des Roaming-Partners genutzt.
○ Im Rahmen des Vertrages wurde Vodafone das Recht eingeräumt, die National-Roaming-Kooperation außerordentlich zu beenden, wenn einer der vertraglich festgeschriebenen 10 Hauptwettbewerber von Vodafone die Mehrheit der Gesellschaftsanteile an der United Internet AG (so lange
United Internet ein beherrschendes Unternehmen der 1&1 Mobilfunk GmbH ist) erwirbt oder in sonstiger Weise erlangt. Gleiches Recht zur außerordentlichen Kündigung besteht, wenn United Internet die Mehrheit der Gesellschaftsanteile an einem der vertraglich festgeschriebenen 10 Hauptwettbewerber von Vodafone erwirbt oder in sonstiger Weise erlangt. Rein konzerninterne Umstrukturierungen sind von diesen Rechten nicht erfasst.
Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots
Weder bei Vorständen noch bei Mitarbeitenden der Gesellschaft wurden Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots getroffen.
8. Erklärung zur Unternehmensführung
Bei Kapitel „8 Erklärung zur Unternehmensführung“ handelt es sich um „nicht geprüfte Lageberichtsangaben“, da die Prüfung der Angaben in der Erklärung zur Unternehmensführung durch den Abschlussprüfer gem. § 317 Abs. 2 S. 6 HGB darauf zu beschränken ist, dass die Angaben gemacht wurden und der ebenfalls in Kapitel 8 enthaltene Corporate Governance Bericht nach Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex eine „lageberichtsfremde Angabe“ darstellt, die inhaltlich nicht geprüft wird.
Grundlagen der Corporate Governance
Die Unternehmensführung der United Internet AG als börsennotierte deutsche Aktiengesellschaft wird durch die einschlägigen gesetzlichen Regelungen sowie durch die Empfehlungen und Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) bestimmt.
Der Begriff Corporate Governance steht für eine verantwortungsbewusste und auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichtete Führung und Kontrolle von Unternehmen. Effiziente Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat, Wahrung der Aktionärsinteressen sowie Offenheit und Transparenz in der Unternehmenskommunikation sind wesentliche Aspekte guter Corporate Governance.
Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG sehen sich in der Verpflichtung, durch eine verantwortungsbewusste und langfristig ausgerichtete Unternehmensführung für den Bestand des Unternehmens und eine nachhaltige Wertschöpfung zu sorgen. Ökologische und soziale Ziele werden hierbei angemessen berücksichtigt.
In dieser Erklärung zur Unternehmensführung berichten Vorstand und Aufsichtsrat über die gesetzlichen Vorgaben gemäß § 289f HGB für die Einzelgesellschaft und gemäß § 315d HGB für den Konzern hinaus auch gemäß Grundsatz 23 DCGK über die Corporate Governance des Unternehmens (Corporate Governance Bericht). Dem Corporate Governance Bericht liegt der DCGK in der aktuellen Fassung vom 28. April 2022 zugrunde, welche am 27. Juni 2022 im Bundesanzeiger veröffentlicht worden ist.
Führungs- und Unternehmensstruktur
Entsprechend ihrer Rechtsform verfügt die United Internet AG mit ihren Organen Vorstand und Aufsichtsrat über eine zweigeteilte Leitungs- und Überwachungsstruktur. Das dritte Organ bildet die Hauptversammlung. Alle drei Organe sind dem Wohl des Unternehmens verpflichtet.
Vorstand
Arbeitsweise des Vorstands
Der Vorstand ist das Leitungsorgan des Konzerns. Er bestand im Geschäftsjahr 2025 aus drei Personen (namentlich Herr Ralph Dommermuth, Herr Carsten Theurer und Herr Markus Huhn). Der Vorstand besteht nach dem Austritt von Herrn Markus Huhn zum Ablauf des 31. Dezember 2025 seit dem 1. Januar 2026 aus zwei Personen.
Für Erstbestellungen wird eine Amtszeit von drei Jahren in Betracht gezogen. Der Aufsichtsrat entscheidet im Einzelfall über die angemessene Bestelldauer innerhalb des gesetzlich zulässigen Rahmens, eine Bestellung über mehr als fünf Jahre hinaus erfolgt nicht.
Der Vorstand führt die Geschäfte nach Gesetz und Satzung, der vom Aufsichtsrat beschlossenen Geschäftsordnung sowie nach den jeweiligen Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex, soweit nicht nach Maßgabe von § 161 AktG Abweichungen erklärt sind.
Der Vorstand bestimmt die Geschäftspolitik in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat. Er ist zuständig für die Unternehmensplanung, die Aufstellung der Zwischen- und Jahresabschlüsse sowie für die Besetzung von personellen Schlüsselpositionen im Unternehmen. Zudem definiert er systematisch die mit den Sozial- und Umweltfaktoren verbundenen Risiken und Chancen für das Unternehmen sowie die ökologischen und sozialen Auswirkungen der Unternehmenstätigkeit und bewertet diese anschließend. In der Unternehmensstrategie werden neben den langfristigen wirtschaftlichen Zielen auch ökologische und soziale Ziele angemessen berücksichtigt. Die Unternehmensplanung umfasst sowohl die entsprechenden finanziellen als auch die nachhaltigkeitsbezogenen Ziele. Die Unternehmenskultur in der United Internet Gruppe ist geprägt von den traditionellen Werten Verantwortung, Erfolgswille, Agilität, Solidität, Fairness und Offenheit, welche das Fundament für nachhaltigen Unternehmenserfolg bilden. Um ein einheitliches vorbildliches Handeln und Verhalten zu gewährleisten, wurden vom Vorstand ethische Leitlinien entwickelt, die in einem Verhaltenskodex niedergelegt sind. Der Verhaltenskodex enthält wesentliche Grundsätze zu einem verantwortungsvollen unternehmerischen Handeln, stellt wichtige Verhaltensregeln auf, die sich aus den Unternehmenswerten ergeben, und gibt konkrete Handlungsempfehlungen. Darüber hinaus wird in der United Internet Gruppe für das eigene Geschäft und für unsere Lieferketten besonders auf die Einhaltung menschenrechtlicher und umweltbezogener Sorgfalt geachtet, worüber jährlich berichtet wird. Weitere Informationen zur Wahrnehmung der Verantwortung und zum Engagement für Nachhaltigkeit finden sich auf der Internetseite des Unternehmens unter www.united-internet.de unter „Unternehmen“ in den Abschnitten Verantwortung und Nachhaltigkeit.
Entscheidungen von grundlegender Bedeutung bedürfen der Zustimmung des Aufsichtsrats. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen des § 90 AktG und gibt dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats mindestens einmal pro Monat mündlich und auf Anforderung des Vorsitzenden des Aufsichtsrats auch schriftlich einen Überblick über den aktuellen Stand der relevanten Berichtsgegenstände. Der Aufsichtsratsvorsitzende wird demnach über wichtige Ereignisse, die für die Beurteilung der Lage und Entwicklung sowie für die Leitung des Unternehmens von wesentlicher Bedeutung sind, unverzüglich durch den Vorsitzenden des Vorstands oder den Finanzvorstand informiert. Ein wichtiger Anlass ist insbesondere auch jede wesentliche Abweichung von der Planung oder sonstigen Prognosen der Gesellschaft. Der Vorsitzende des Vorstands oder der Finanzvorstand informiert den Vorsitzenden des Aufsichtsrats ferner nach Möglichkeit vorab, sonst unverzüglich danach über jede Ad-hoc-Mitteilung der Gesellschaft nach Art. 17 der EU-Marktmissbrauchsverordnung.
Für die Mitglieder des Vorstands gilt eine Altersgrenze von 70 Jahren. Diese Vorgabe wird derzeit ausnahmslos eingehalten.
Der Vorstand führt die Geschäfte der Gesellschaft gesamtverantwortlich nach einheitlichen Zielsetzungen, Plänen und Richtlinien. Unbeschadet der Gesamtverantwortung des Vorstands handelt jedes Vorstandsmitglied in dem ihm zugewiesenen Ressort eigenverantwortlich, ist aber gehalten, die auf das ihm zugewiesene Ressort bezogenen Interessen dem Gesamtwohl des Unternehmens unterzuordnen.
Die Aufgabenverteilung innerhalb des Vorstands regelt der Gesamtvorstand auf Vorschlag des Vorstandsvorsitzenden in einem Geschäftsverteilungsplan.
Die Vorstandsmitglieder unterrichten sich gegenseitig über wichtige Vorgänge innerhalb ihrer Geschäftsbereiche. Angelegenheiten von größerer Bedeutung, die nicht im Budget verabschiedet sind, sind von wenigstens zwei Vorstandsmitgliedern zu erörtern und zu entscheiden, wobei eines der beiden Vorstandsmitglieder das Ressort Finanzen verantworten muss.
Unbeschadet ihrer Ressortzuständigkeit verfolgen alle Vorstandsmitglieder ständig die für den Geschäftsverlauf der Gesellschaft entscheidenden Ereignisse und Daten, um jederzeit auf die Abwendung drohender Nachteile, die Durchführung wünschenswerter Verbesserungen oder zweckmäßiger Änderungen durch Anrufung des Gesamtvorstands oder sonst auf geeignete Weise hinwirken zu können.
Der Gesamtvorstand beschließt über alle Angelegenheiten von besonderer Bedeutung und Tragweite für die Gesellschaft oder ihre Tochter- und Beteiligungsgesellschaften.
Der Gesamtvorstand entscheidet mit einfacher Stimmenmehrheit. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des Vorstandsvorsitzenden den Ausschlag. Die Beschlüsse des Vorstands werden in einer
Niederschrift festgehalten.
Der Gesamtvorstand kommt regelmäßig einmal im Monat und sonst bei Bedarf zu einer Vorstandssitzung zusammen.
Jedes Vorstandsmitglied legt Interessenkonflikte unverzüglich gegenüber dem Aufsichtsratsvorsitzenden und dem Vorsitzenden des Vorstands offen und informiert gegebenenfalls die anderen Vorstandsmitglieder hierüber.
Die Mitglieder des Vorstands nahmen im Berichtszeitraum und nehmen aktuell keine Aufsichtsratsmandate in einer anderen konzernexternen börsennotierten Gesellschaft oder vergleichbare Funktionen und dementsprechend auch keinen Aufsichtsratsvorsitz in solchen Gesellschaften wahr.
Zusammensetzung des Vorstands
Der Vorstand der United Internet AG bestand im Geschäftsjahr 2025 aus den folgenden Mitgliedern:
Vorstandsmitglieder zum 31. Dezember 2025
○ Ralph Dommermuth, Unternehmensgründer und Vorstandsvorsitzender
(Vorstandsmitglied; seit 1988 im Unternehmen)
○ Carsten Theurer, Finanzvorstand
(Vorstandsmitglied seit 1. Januar 2025; seit 2025 im United Internet Konzern)
○ Markus Huhn, Vorstand Shared Services / HR
(Vorstandsmitglied seit 1. April 2023 bis 31. Dezember 2025; seit 1994 im United Internet Konzern)
Aufsichtsrat
Arbeitsweise des Aufsichtsrats
Im Geschäftsjahr 2025 bestand der Aufsichtsrat bis zum 14. Mai 2025 aus fünf Mitgliedern. Da die Amtszeit dieser Mitglieder mit dem Ende der Hauptversammlung endete, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2024 beschlossen hat, erfolgte in der Hauptversammlung am 15. Mai 2025 eine Neuwahl der Mitglieder des Aufsichtsrats. Seit dem 15. Mai 2025 setzt sich der Aufsichtsrat gemäß den Beschlüssen der Hauptversammlung aus folgenden sechs Mitgliedern zusammen: Herr Philipp von Bismarck, Herr Dr. Manuel Cubero del Castillo-Olivares, Herr Stefan Rasch, Frau Prof. Dr. Franca Ruhwedel, Herr Christian Unger sowie Frau Prof. Dr. Yasmin Mei-Yee Weiß. Die Wahl der Aufsichtsratsmitglieder erfolgte bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die im Jahr 2029 über ihre Entlastung für das Geschäftsjahr 2028 beschließt. Damit beträgt die Amtszeit der amtierenden Aufsichtsratsmitglieder rund 4 Jahre.
Der Aufsichtsrat hält mit dem Vorstand regelmäßig Kontakt und überwacht und berät – gemäß Gesetz, Satzung, Geschäftsordnung sowie den jeweiligen Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex, soweit nicht nach Maßgabe von § 161 AktG eine Abweichung erklärt ist – den Vorstand bei der Führung der Geschäfte und dem Risiko- und Chancenmanagement des Unternehmens. Dies umfasst insbesondere auch die Themen Nachhaltigkeit, Compliance und Informationssicherheit.
In regelmäßigen Abständen erörtert der Aufsichtsrat mit dem Vorstand alle für das Unternehmen relevanten Fragen der Strategie und deren Umsetzung, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risk Managements sowie der Compliance. Er diskutiert mit dem Vorstand die Quartalsmitteilungen und Halbjahresberichte vor ihrer Veröffentlichung und verabschiedet die Jahresplanung. Die Jahresplanung umfasst den Jahresfinanzplan, bestehend aus detaillierter Umsatz-, Kosten- und Ergebnisplanung sowie Liquiditätsplanung und Jahresinvestitionsplanung. Der Aufsichtsrat prüft den Jahres- und Konzernabschluss und billigt diese, sofern keine Einwände zu erheben sind. Dabei berücksichtigt er die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers.
In den Aufgabenbereich des Aufsichtsrats fallen auch die Bestellung der Vorstandsmitglieder, die Festlegung der Vorstandsvergütung sowie deren regelmäßige Überprüfung unter Beachtung der jeweils geltenden gesetzlichen Bestimmungen und der Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex, soweit nicht nach § 161 AktG eine Abweichung erklärt ist.
Bei der Bestellung von Vorstandsmitgliedern strebt der Aufsichtsrat eine für die Gesellschaft bestmögliche, vielfältige und sich gegenseitig ergänzende Zusammensetzung an und achtet auf eine langfristige Nachfolgeplanung. Dabei spielen vor allem Erfahrung, Branchenkenntnisse sowie fachliche und persönliche Qualifikationen eine wichtige Rolle.
Im Rahmen der langfristigen Nachfolgeplanung befasst sich der Aufsichtsrat gemeinsam mit dem Vorstand regelmäßig mit hochqualifizierten Führungskräften, die als potenzielle Kandidaten für Vorstandspositionen in Betracht kommen.
Zur Selbstbeurteilung führt der Aufsichtsrat in seiner Gesamtheit, als auch der vom Aufsichtsrat gebildete Prüfungs- und Risikoausschuss regelmäßig eine Effizienzprüfung durch. Im Einklang mit der Empfehlung D.12 DCGK beurteilen der Aufsichtsrat und der Ausschuss, wie wirksam er jeweils als Gremium seine Aufgaben erfüllt. Zu diesem Zweck wird in einem Turnus von ungefähr zwei Jahren eine Selbstbeurteilung mittels umfangreicher Fragebögen sowie anschließender intensiver Befassung und Beratung der jeweiligen Ergebnisse im Plenum und im Prüfungs- und Risikoausschuss vorgenommen. Die anonymisierte Auswertung der Fragebögen liefert eine detaillierte Selbsteinschätzung, aus der etwaige Handlungsfelder abgeleitet werden.
Im 4. Quartal 2025 führte der Aufsichtsrat unter Teilnahme aller Mitglieder und des Vorsitzenden die Selbstbeurteilung für das Geschäftsjahr 2025 durch. Schwerpunkte waren unter anderem Erwartungshaltung, Zeitaufwand, Besetzung, Informationsversorgung, Unabhängigkeit und Vergütung.
Der Aufsichtsrat kam zu dem Ergebnis, dass weiterhin eine professionelle Zusammenarbeit innerhalb des Gremiums sowie eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Abschlussprüfer, Vorstand und Unternehmensbereichen besteht.
Die letzte Selbstbeurteilung des Prüfungs- und Risikoausschusses wurde im 4. Quartal 2024 durchgeführt. Sie umfasste die Themen Arbeitsweise, Größe und Struktur des Ausschusses, Zusammenarbeit mit dem Abschlussprüfer, Umgang mit Interessenkonflikten, Vergütungsthemen sowie den Umgang mit Bilanzierungsfragen.
Die nächste Selbstbeurteilung des Prüfungs- und Risikoausschusses wird voraussichtlich im Laufe des Jahres 2026 erfolgen. Von der Effizienz der Tätigkeit des Aufsichtsrats und des Prüfungs- und Risikoausschusses ist auch weiterhin auszugehen.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats nehmen die für die Wahrung ihrer Aufgaben erforderlichen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen eigenverantwortlich wahr und werden dabei von der Gesellschaft angemessen unterstützt. Über durchgeführte Maßnahmen wird im Bericht des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung berichtet.
Der Aufsichtsrat wird mindestens zweimal im Kalenderhalbjahr einberufen. Die Sitzungen des Aufsichtsrats werden durch seinen Vorsitzenden mindestens 14 Tage vorher schriftlich einberufen. Weitere und ausführlichere Informationen zu der genauen Anzahl der Sitzungstermine sowie zu den dort behandelten Themen finden sich im Bericht des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung.
Mit der Einberufung einer Sitzung des Aufsichtsrats sind die Gegenstände der Tagesordnung mitzuteilen. Ist eine Tagesordnung nicht ordnungsgemäß angekündigt worden, darf hierüber nur beschlossen werden, wenn vor der Beschlussfassung kein Aufsichtsratsmitglied widerspricht.
Beschlüsse des Aufsichtsrats werden in der Regel in Präsenzsitzungen gefasst. Es ist jedoch zulässig, dass Sitzungen des Aufsichtsrats in Form einer Video- oder Telefonkonferenzverbindung abgehalten werden oder dass einzelne Aufsichtsratsmitglieder im Wege der Video- oder Telefonübertragung zugeschaltet werden und dass in diesen Fällen auch die Beschlussfassung oder die Stimmabgabe per Video- oder Telefonkonferenzverbindung erfolgt. Sitzungen werden vom Vorsitzenden des Aufsichtsrats geleitet. Außerhalb von Sitzungen können auf Anordnung des Vorsitzenden Beschlussfassungen auch auf anderem Wege, zum Beispiel per Telefon oder per E-Mail erfolgen, wenn kein Mitglied diesem Verfahren widerspricht.
Der Aufsichtsrat ist beschlussfähig, wenn alle Mitglieder ordnungsgemäß geladen wurden und mindestens 3 Mitglieder an der Beschlussfassung teilnehmen. Ein Mitglied nimmt auch dann an einer Beschlussfassung teil, wenn es sich in der Abstimmung der Stimme enthält.
Beschlüsse des Aufsichtsrats werden, soweit das Gesetz nicht zwingend etwas anderes bestimmt, mit einer einfachen Mehrheit gefasst.
Über die Verhandlungen und Beschlüsse des Aufsichtsrats werden Niederschriften angefertigt.
Der Vorsitzende des Aufsichtsrats ist ermächtigt, im Namen des Aufsichtsrats die zur Durchführung der Beschlüsse des Aufsichtsrats erforderlichen Willenserklärungen abzugeben.
Der Prüfungs- und Risikoausschuss unterstützt den Aufsichtsrat bei der Überwachung der Rechnungslegung, der Integrität des Rechnungslegungsprozesses sowie der Überwachung der Wirksamkeit und Funktionsfähigkeit des Internal Control Systems, des Risk Management Systems, des Compliance Management Systems, der nichtfinanziellen Konzernberichterstattung und des Internal Audit Systems. Des Weiteren unterstützt er den Aufsichtsrat bei der Überwachung der Abschlussprüfung, der vom Abschlussprüfer erbrachten Leistungen, der Prüfhonorare und der von ihm zusätzlich erbrachten Leistungen.
Der Prüfungs- und Risikoausschuss beschäftigt sich intensiv mit dem Jahresabschluss und dem Konzernabschluss, dem zusammengefassten Lagebericht für die Gesellschaft und den Konzern einschließlich der darin enthaltenen nichtfinanziellen Konzernerklärung sowie dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns. Mit Vorstand und Abschlussprüfer erörtert er die Prüfungsberichte, den Prüfungsablauf, die Prüfungsschwerpunkte und -methodik sowie die Prüfungsergebnisse, auch hinsichtlich des internen Kontrollsystems bezogen auf den Rechnungslegungsprozess, und gibt Empfehlungen an den Aufsichtsrat. Er nimmt regelmäßig eine Beurteilung der Qualität der Abschlussprüfung vor. Der Prüfungs- und Risikoausschuss erörtert die Quartalsmitteilungen und den Halbjahresfinanzbericht vor der Veröffentlichung mit dem Vorstand. Zudem setzt sich der Ausschuss intensiv mit der nichtfinanziellen Berichterstattung sowie deren Prüfung auseinander.
Der Prüfungs- und Risikoausschuss bereitet die Verhandlungen und Beschlüsse des Aufsichtsrats über den Wahlvorschlag des Abschlussprüfers an die Hauptversammlung und Entscheidungen zu Corporate-Governance-Themen vor und beschließt über die Zustimmung zu wesentlichen Geschäften mit nahestehenden Unternehmen und Personen gemäß § 111b Abs. 1 AktG (sog. Related Party Transactions). Im Berichtszeitraum gab es keine derartigen Geschäfte.
Der Prüfungs- und Risikoausschuss diskutiert mit dem Abschlussprüfer die Einschätzung des Prüfungsrisikos, die Prüfungsstrategie und Prüfungsplanung sowie die Prüfungsergebnisse. Die Vorsitzende des Prüfungs- und Risikoausschusses tauscht sich regelmäßig auch unter Anwesenheit sämtlicher Mitglieder des Prüfungs- und Risikoausschusses mit dem Abschlussprüfer über aktuelle Themen der Abschlussprüfung und über den Fortgang der Prüfung aus. Der Prüfungs- und Risikoausschuss berät sich regelmäßig mit dem Abschlussprüfer auch ohne den Vorstand. Im Jahr 2025 haben insgesamt drei Abstimmungstermine mit dem Abschlussprüfer stattgefunden. Außerdem nimmt der Abschlussprüfer regelmäßig an den Sitzungen des Prüfungs- und Risikoausschusses teil.
Die Vorsitzende des Prüfungs- und Risikoausschusses erstattet dem Aufsichtsrat regelmäßig Bericht über die Tätigkeit des Prüfungs- und Risikoausschusses. Bei wesentlichen Vorkommnissen und Feststellungen des Prüfungs- und Risikoausschusses wird unverzüglich der Vorsitzende des Aufsichtsrats informiert.
Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats / Stand der Umsetzung
Der Aufsichtsrat der Gesellschaft strebt eine Zusammensetzung des Aufsichtsrats an, die eine qualifizierte Beratung und Überwachung des Vorstands der Gesellschaft ermöglicht.
Vor dem Hintergrund
○ des Geschäftsfeldes, in dem die Gesellschaft tätig ist,
○ der Größe und Struktur der Gesellschaft,
○ des Umfangs der internationalen Tätigkeit der Gesellschaft sowie
○ ihrer aktuellen Aktionärsstruktur
hat der Aufsichtsrat der Gesellschaft folgende Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats beschlossen. Diese berücksichtigen sowohl in Bezug auf die Anforderungen an einzelne Aufsichtsratsmitglieder als auch in Bezug auf die Anforderungen an die Zusammensetzung des Gesamtgremiums die gesetzlichen Vorgaben und – soweit nicht ausdrücklich eine Abweichung erklärt ist – die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Insbesondere wurde im Hinblick auf das Gesamtgremium ein Kompetenzprofil erarbeitet.
Der Aufsichtsrat wird die Ziele bei seinen Vorschlägen an die Hauptversammlung für die Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern berücksichtigen und sich bei den jeweiligen Kandidaten darüber vergewissern, dass sie die Anforderungen zur Ausfüllung des Kompetenzprofils für das Gesamtgremium erfüllen. Dabei wird die spezifische Situation des Unternehmens berücksichtigt.
Anforderungen an einzelne Mitglieder
Der Aufsichtsrat der Gesellschaft strebt an, dass jedes Aufsichtsratsmitglied die nachfolgenden Voraussetzungen erfüllt:
Allgemeines Anforderungsprofil
Jedes Aufsichtsratsmitglied soll über die erforderlichen Kenntnisse und Erfahrungen verfügen, die es befähigen, den Vorstand der Gesellschaft sorgfaltsgemäß zu überwachen und zu beraten und etwaige Risiken für die Geschäfte der Gesellschaft zu beurteilen. Der Aufsichtsrat wird zudem darauf achten, dass sämtliche Aufsichtsratsmitglieder über ein persönliches Profil verfügen, das sie befähigt, das Ansehen der Gesellschaft in der Öffentlichkeit zu wahren.
Zeitliche Verfügbarkeit
Alle Aufsichtsratsmitglieder sollen den für die sorgfältige Wahrnehmung des Mandats erforderlichen Zeitaufwand über ihre gesamte Amtszeit hinweg erbringen können. Die Aufsichtsratsmitglieder müssen die Anforderungen des Gesetzes und sollen die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex im Hinblick auf die zulässige Anzahl von Aufsichtsratsmandaten beachten.
Interessenskonflikte
Aufsichtsratsmitglieder sollen keine Tätigkeiten ausüben, die das häufige oder das dauerhafte Auftreten von Interessenkonflikten wahrscheinlich machen. Dazu gehören Organfunktionen oder Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern oder persönliche Beziehungen zu solchen.
Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder
Mitglieder des Aufsichtsrats sollen in der Regel zum Zeitpunkt ihrer Wahl oder Wiederwahl das
70. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Zudem sollen Mitglieder nach Vollendung des 70. Lebensjahres mit Ablauf der darauffolgenden Hauptversammlung ausscheiden. Diese Zielvorgabe wird eingehalten.
Anforderungen an die Zusammensetzung des Gesamtgremiums
Neben den individuellen Anforderungen an die Aufsichtsratsmitglieder strebt der Aufsichtsrat der
Gesellschaft gemäß C.1 DCGK darüber hinaus folgende Ziele für seine Zusammensetzung als Gesamtgremium an.
Kompetenzprofil für das Gesamtgremium
Die Mitglieder des Aufsichtsrats müssen in ihrer Gesamtheit über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Der Aufsichtsrat strebt an, dass der Aufsichtsrat in seiner Gesamtheit ein möglichst breites Spektrum der für das Unternehmen relevanten Kenntnisse und Erfahrungen abdeckt und insbesondere die folgenden
Voraussetzungen erfüllt:
○ Vertiefte Kenntnisse und Erfahrungen in der Telekommunikations- und Internet-Branche;
○ Fachkenntnisse oder Erfahrungen aus anderen Wirtschaftsbereichen;
○ unternehmerische bzw. operative Erfahrungen;
○ mindestens ein Mitglied mit mehrjähriger im Ausland oder in einem international tätigen Unternehmen erworbener operativer Erfahrung;
○ Expertise in den für das Unternehmen bedeutsamen ESG-Kompetenzen „ökologische Nachhaltigkeit“, „soziale Nachhaltigkeit“ und „Governance sowie Compliance“;
○ mindestens ein Mitglied mit Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung, wobei der Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung in besonderen Kenntnissen und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontroll- und Risikomanagementsysteme zu bestehen und sich auch auf die Nachhaltigkeitsberichterstattung zu beziehen hat;
○ mindestens ein weiteres Mitglied mit Sachverstand auf dem Gebiet der Abschlussprüfung, wobei der Sachverstand auf dem Gebiet der Abschlussprüfung in besonderen Kenntnissen und Erfahrungen auf dem Gebiet der Abschlussprüfung zu bestehen und sich auch auf die Prüfung der Nachhaltigkeitsberichterstattung zu beziehen hat;
○ Kenntnisse und Erfahrungen bei der Strategieentwicklung und -umsetzung;
○ vertiefte Kenntnisse und Erfahrungen im Controlling und Risikomanagement;
○ Kenntnisse und Erfahrungen in der Personalplanung und -führung (Human Resources);
○ vertiefte Kenntnisse und Erfahrungen auf den Gebieten der Governance und Compliance;
○ Expertise zu den Bedürfnissen kapitalmarktorientierter Unternehmen.
Diversität
Der Aufsichtsrat strebt eine vielfältige Zusammensetzung an, um sicherzustellen, dass der Aufsichtsrat als Gesamtgremium über eine hinreichende Meinungs- und Kenntnisvielfalt verfügt. Bei seinen Wahlvorschlägen wird der Aufsichtsrat das von der Gesellschaft festgelegte Diversitätskonzept berücksichtigen, welches nachfolgend in einem gesonderten Abschnitt dargestellt ist.
Unabhängigkeit
Der Aufsichtsrat strebt an, dass eine nach seiner Einschätzung angemessene Anzahl von mindestens vier der sechs Mitglieder des Aufsichtsrats unabhängig im Sinne der Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex ist.
Der Aufsichtsrat hat sich im Berichtsjahr erneut mit vorstehenden Zielen für seine Zusammensetzung befasst und sie insbesondere mit Blick auf das Kompetenzprofil für das Gesamtgremium thematisiert und mit Blick auf die Kompetenzen im Bereich „ökologische Nachhaltigkeit, soziale Nachhaltigkeit und Governance sowie Compliance“ konkretisiert. Der Aufsichtsrat verfolgt weiterhin das Ziel, das von ihm entwickelte Kompetenzprofil für das Gesamtgremium vollständig zu erfüllen.
Zusammensetzung des Aufsichtsrats / Stand der Umsetzung
Der Aufsichtsrat der United Internet AG bestand im Geschäftsjahr 2025 aus den folgenden Mitgliedern:
Aufsichtsratsmitglieder zum 31. Dezember 2025
○ Philipp von Bismarck,
Aufsichtsratsvorsitzender seit Mai 2021, Mitglied des Prüfungs- und Risikoausschusses seit Mai 2021
(Aufsichtsratsmitglied seit Juli 2020)
○ Dr. Manuel Cubero del Castillo-Olivares,
stellv. Aufsichtsratsvorsitzender seit Mai 2021
(Aufsichtsratsmitglied seit Mai 2020)
○ Prof. Dr. Yasmin Mei-Yee Weiß,
Aufsichtsratsmitglied seit Juli 2020
○ Stefan Rasch,
Aufsichtsratsmitglied und Mitglied des Prüfungs- und Risikoausschusses seit Mai 2021
○ Prof. Dr. Franca Ruhwedel
Aufsichtsratsmitglied und Mitglied des Prüfungs- und Risikoausschusses seit Mai 2023; Vorsitzende des Prüfungs- und Risikoausschusses seit Januar 2024
○ Christian Unger,
Aufsichtsratsmitglied und Mitglied des Prüfungs- und Risikoausschusses seit Mai 2025
Qualifikationsmatrix der Mitglieder des Aufsichtsrats zum 31. Dezember 2025:
Die Mitglieder des Prüfungs- und Risikoausschusses verfügen über umfangreichen Sachverstand auf den in D.3 DCGK genannten Gebieten, worüber nachfolgend nähere Angaben gemacht werden.
Die Vorsitzende des Prüfungs- und Risikoausschusses, Frau Prof. Dr. Franca Ruhwedel, verfügt aufgrund ihrer Qualifikation als promovierte Diplom-Kauffrau und langjährige Hochschullehrerin mit Professuren für Rechnungswesen und Controlling an der FOM Hochschule in Essen und für Finance and Accounting an der Hochschule Rhein-Waal in Kamp Lintfort sowie aufgrund ihrer Tätigkeit als Mitglied des Aufsichtsrats und Vorsitzende des Prüfungsausschusses bei der börsennotierten thyssenkrupp nucera AG & Co. KGaA, als Board-Mitglied (non-executive) und Vorsitzende des Audit Committee der schwedischen börsennotierten Verve Group SE, als ehemalige Vorsitzende des Prüfungsausschusses bei der VTG AG sowie aufgrund weiterer Aufsichtsratsmandate und Prüfungsausschussvorsitzende weiterer Aufsichtsräte über umfangreichen Sachverstand auf den Gebieten der Rechnungslegung und der Abschlussprüfung, einschließlich der Nachhaltigkeitsberichterstattung und deren Prüfung. Ihr Sachverstand auf diesen Gebieten besteht bezüglich der Rechnungslegung insbesondere in besonderen Kenntnissen und Erfahrungen in der Anwendung von internationalen und nationalen Rechnungslegungsgrundsätzen und interner Kontroll- und Risikomanagementsysteme sowie bezüglich der Abschlussprüfung in besonderen Kenntnissen und Erfahrungen in der Abschlussprüfung. Des Weiteren verfügt Frau Prof. Dr. Franca Ruhwedel über besondere Kenntnisse und Erfahrungen in Nachhaltigkeitsfragen und der Nachhaltigkeitsberichterstattung sowie deren Prüfung, indem sie sich seit Einführung der §§ 289b und 315b HGB eingehend mit den Inhalten und der Prüfung von nichtfinanziellen Erklärungen befasst hat und seit ihrer Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat und dessen Prüfungs- und Risikoausschusses die Planung, Vorbereitung und Erstellung des Nachhaltigkeitsberichts der United Internet AG und dessen Prüfung eng begleitet hat.
Als weiteres Mitglied des Prüfungs- und Risikoausschusses verfügt Herr Philipp von Bismarck aufgrund seiner Qualifikation und mehr als 20-jährigen Tätigkeit als Rechtsanwalt in renommierten wirtschaftsrechtlich ausgerichteten Anwaltskanzleien im In- und Ausland sowie aufgrund seiner seit mehr als einem Jahrzehnt intensiven Beteiligung an Transaktionen im Bereich der digitalen Infrastruktur über umfangreichen Sachverstand auf den Gebieten der Rechnungslegung und der Abschlussprüfung, einschließlich der Nachhaltigkeitsberichterstattung und deren Prüfung. Sein Sachverstand auf diesen Gebieten besteht bezüglich der Rechnungslegung insbesondere in besonderen Kenntnissen und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und interner Kontroll- und Risikomanagementsysteme sowie bezüglich der Abschlussprüfung in besonderen Kenntnissen und Erfahrungen in der Abschlussprüfung.
Das dritte Mitglied des Prüfungs- und Risikoausschusses, Herr Stefan Rasch, verfügt aufgrund seiner Qualifikation als Diplom-Kaufmann mit zusätzlichem Abschluss als Master of Business Administration der Universität Pittsburgh (USA), aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit als Unternehmensberater bei der renommierten Boston Consulting Group GmbH, bei der er Senior Partner ist, seiner ehemaligen Tätigkeit als Finanzmanager bei der Procter & Gamble Deutschland GmbH sowie aufgrund seiner Tätigkeit als Vorsitzender des Beirats der Fond of Group Holding GmbH und seiner ehemaligen Aufsichtsratsmandate bei der seinerzeit börsennotierten Tele Columbus AG und der Hallhuber GmbH über umfangreichen Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung einschließlich der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Sein Sachverstand bezüglich der Rechnungslegung besteht insbesondere in besonderen Kenntnissen und Erfahrungen in der Anwendung von internationalen und nationalen Rechnungslegungsgrundsätzen und interner Kontroll- und Risikomanagementsysteme.
Herr Christian Unger ist seit dem 15. Mai 2025 das vierte Mitglied des Prüfungs- und Risikoausschusses. Zuvor war er globaler CEO der Ringier AG, dem größten Medienunternehmen der Schweiz, sowie CEO der Tradus Plc in London. Durch diese Funktionen und seine langjährige Erfahrung in verschiedenen Führungspositionen bei der Partners Group verfügt Herr Christian Unger über umfangreichen Sachverstand auf den Gebieten der Rechnungslegung und der Abschlussprüfung, einschließlich der Nachhaltigkeitsberichterstattung und deren Prüfung. Sein Sachverstand auf diesen Gebieten besteht bezüglich der Rechnungslegung insbesondere in besonderen Kenntnissen und Erfahrungen in der Anwendung von internationalen und nationalen Rechnungslegungsgrundsätzen und interner Kontroll- und Risikomanagementsysteme sowie bezüglich der Abschlussprüfung in besonderen Kenntnissen und Erfahrungen in der Abschlussprüfung.
Das jeweilige Amt der Aufsichtsratsmitglieder endet jeweils mit dem Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung des Jahres 2029.
Zielgrößen für den Frauenanteil in Aufsichtsrat, Vorstand und Führungsebenen / Stand der Umsetzung
Aus dem Aktiengesetz ergeben sich für die United Internet AG als börsennotierte Gesellschaft insbesondere folgende Verpflichtungen:
○ Festlegung von Zielgrößen für den Frauenanteil im Aufsichtsrat der United Internet AG durch den Aufsichtsrat (§ 111 Abs. 5 AktG).
○ Festlegung von Zielgrößen für den Frauenanteil im Vorstand der United Internet AG durch den
Aufsichtsrat (§ 111 Abs. 5 AktG).
○ Festlegung von Zielgrößen für den Frauenanteil in der ersten und zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands in der United Internet AG durch den Vorstand (§ 76 Abs. 4 AktG).
Die nachfolgenden Festlegungen dürfen jeweils maximal einen Zeitraum von 5 Jahren umfassen.
Nach eingehender Prüfung haben Aufsichtsrat und Vorstand der United Internet AG folgende Beschlüsse dazu gefasst:
○ Der Aufsichtsrat legt das Ende der Frist für das Erreichen der Zielgrößen des Frauenanteils im Aufsichtsrat und Vorstand auf den Ablauf der Hauptversammlung, die über die Entlastung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2028 entscheidet, fest. In dieser voraussichtlich im Mai 2029 stattfindenden Hauptversammlung ist der Aufsichtsrat neu zu wählen
○ Für den von der Hauptversammlung aktuell gewählten Aufsichtsrat wird die Zielgröße 33,33% festgelegt. Der Aufsichtsrat der United Internet AG wurde in der Hauptversammlung am 15. Mai 2025 neu gewählt, sodass er sich aus zwei Frauen und vier Männern zusammensetzt.
○ Für den Vorstand wurde die Zielgröße „0“ festgelegt. Der Vorstand setzte sich im Geschäftsjahr 2025 ausschließlich aus (drei) Männern zusammen. Der Aufsichtsrat glaubt an die Vorteile von Diversity und hat sich nach umfassenden und sorgfältigen Erwägungen dennoch entschlossen, die Zielgröße auf „0“ festzulegen, um die Kontinuität der erfolgreichen Zusammenarbeit des jetzigen Vorstands sicherzustellen – gerade auch vor dem Hintergrund der herausfordernden Zeiten, die ein eingespieltes Team erforderlich machen. Gleichzeitig wurde entschieden, dass für den Fall einer weiteren Vergrößerung des Vorstands die Zielgröße für den Frauenanteil auf 25 % festgelegt wird.
○ Sowohl hinsichtlich des Frauenanteils im Aufsichtsrat als auch im Vorstand behält sich der Aufsichtsrat vor, über die Zielgröße innerhalb der Frist zur Erreichung erneut zu beschließen, sollte sich eine Neubesetzung abzeichnen.
○ Für den Frauenanteil in der ersten und zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands wurde keine Zielgröße festgelegt, da es bei der United Internet AG aufgrund ihrer Holding-Struktur keine Führungsebenen unterhalb des Vorstands gibt.
Aufsichtsrat und Vorstand der United Internet AG sehen die genannten Zielgrößen derzeit ausnahmslos als erfüllt an.
Diversitätskonzept
Diversitätsaspekte finden bei der Zusammensetzung des Vorstands und des Aufsichtsrats stets Beachtung. Die Gesellschaft erachtet Diversität nicht nur als wünschenswert, sondern als ganz entscheidend für den Erfolg des Unternehmens. Dementsprechend verfolgt die Gesellschaft insgesamt eine wertschätzende Unternehmenskultur, bei der die individuelle Verschiedenheit hinsichtlich Kultur, Nationalität, Geschlecht, Altersgruppe, Bildungs- oder Berufshintergrund sowie Religion gewünscht und entsprechend Chancengerechtigkeit – unabhängig von Alter, Behinderung, ethnisch-kultureller Herkunft, Geschlecht, Religion und Weltanschauung oder sexueller Identität – gefördert wird.
Die Gesellschaft strebt an, dass Vorstand und Aufsichtsrat vielfältig zusammengesetzt sind und sie als Gesamtgremien über eine ausreichende Meinungs- und Kenntnisvielfalt verfügen.
Es sollen insbesondere folgende Kriterien Berücksichtigung finden:
○ Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sollen sich innerhalb des jeweiligen Gremiums im Hinblick auf ihre Erfahrungen und ihren Bildungs- und beruflichen Hintergrund ergänzen, um ein gutes Verständnis des aktuellen Stands sowie der längerfristigen Chancen und Risiken im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit des Unternehmens entwickeln zu können.
○ Vorstand und Aufsichtsrat haben für den Referenzzeitraum bis zum Ablauf der Hauptversammlung im Jahr 2029, die über die Entlastung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2028 entscheidet, für die Geschlechterquote jeweils eine Zielgröße festgesetzt. Gegenwärtig setzt sich der Aufsichtsrat aus zwei Frauen und vier Männern und der Vorstand aus zwei Männern zusammen. Beide Geschlechter werden grundsätzlich gleichberechtigt nach Maßgabe ihre Qualifikation behandelt.
○ Mit Ausnahme der nach B.5 und C.2 DCGK festgelegten Altersgrenze von 70 Jahren bestehen für die Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat keine Differenzierungen nach dem Alter und es soll allein nach den erforderlichen Kenntnissen und Erfahrungen differenziert werden.
○ Bei der gegenwärtigen Größe von Vorstand und Aufsichtsrat von nur zwei bzw. sechs Mitgliedern wurden hinsichtlich der geographischen Herkunft keine Ziele festgelegt. Dem Erfordernis internationaler Erfahrung wird im Fall des Aufsichtsrats bereits dadurch Rechnung getragen, dass mindestens ein Mitglied des Aufsichtsrats mehrjährige im Ausland oder in einem international tätigen Unternehmen erworbene operative Erfahrung aufweisen soll.
Individuelle Stärken – also alles, was die einzelnen Mitarbeiter/-innen innerhalb des Unternehmens einzigartig und unverwechselbar macht – ermöglichten es der Gesellschaft erst, zu dem zu werden, was sie heute ist. Eine Belegschaft, die sich aus verschiedensten Persönlichkeiten zusammensetzt, bietet optimale Rahmenbedingungen für Kreativität und Produktivität – und damit auch Mitarbeiterzufriedenheit. Das daraus resultierende Ideen- und Innovationspotenzial stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der Gesellschaft und steigert die Chancen in Zukunftsmärkten. Diesem Gedanken folgend soll nicht nur für jeden Mitarbeitenden das Tätigkeitsfeld und die Funktion gefunden werden, in der die jeweiligen individuellen Potenziale und Talente bestmöglich ausgeschöpft werden können; auch bei der Zusammensetzung des Vorstands und des Aufsichtsrats soll – bereits im eigenen Interesse des Unternehmens – auf Diversität mit Blick beispielsweise auf Alter, Geschlecht oder Berufserfahrung geachtet werden.
Der Aufsichtsrat hat festgelegt, dass die Gesamtheit der für seine Zusammensetzung maßgeblichen gesetzlichen und selbst festgelegten Bestimmungen (Ziele für die Zusammensetzung, Kompetenzprofil, gesetzliche Zielgröße für den Frauenanteil, Altersgrenze und das weitere vorstehend Dargestellte) als Diversitätskonzept im Sinne von §289f Abs. 2 Nr. 6 HGB gelten soll. Darüberhinausgehende Diversitätsziele für Vorstand oder Aufsichtsrat mit zusätzlichen oder bestimmteren Kriterien hält die Gesellschaft für nicht sachgerecht. Bei einer höheren Anzahl und Bestimmtheit der Diversitätsaspekte würde angesichts der derzeitigen Größe von Vorstand und Aufsichtsrat eine passende Besetzung der Positionen unter Beachtung aller Diversitätskriterien ansonsten erhebliche Schwierigkeiten bereiten.
Das Diversitätskonzept für Vorstand und Aufsichtsrat ist nach Einschätzung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats gegenwärtig erfüllt.
Hauptversammlung
Die jährliche ordentliche Hauptversammlung ist das zentrale Organ der Willensbildung der Aktionäre der United Internet AG. In ihr werden den Anteilseignern der Jahres- und Konzernabschluss sowie der Lagebericht vorgelegt. Die Aktionäre entscheiden über die Verwendung des Bilanzgewinns und stimmen zu weiteren gesetzlich festgelegten Themen wie der Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat und der Wahl des Abschlussprüfers ab. Jede Aktie besitzt eine Stimme. Zur Teilnahme an der Hauptversammlung sind diejenigen Aktionäre berechtigt, die sich rechtzeitig anmelden und die am Tag der Hauptversammlung im Aktienregister eingetragen sind. Die Aktionäre können ihre Stimmrechte in der Hauptversammlung auch durch einen Bevollmächtigten ausüben lassen. Die Gesellschaft stellt hierfür einen Stimmrechtsvertreter bereit, der nach Weisung der Aktionäre abstimmt, soweit er dazu von den Aktionären den Auftrag erhält.
Governance-Funktionen
Bei der United Internet AG sind die Governance-Funktionen Teil einer integrierten „GRC“-Organisation, zu der die Funktionen Corporate Governance, Corporate Risk Management & Internal Control Systems und Corporate Compliance gehören. Die vorgenannten GRC-Funktionen stehen unter der einheitlichen Leitung des Group General Counsel, der direkt an den Finanzvorstand der United Internet AG berichtet. Der operative Betrieb des Internal Control System erfolgt unter der Leitung des Head of Commercial and ICS Service, während der Head of Corporate Audit & ICS Governance für die Internal Control System Governance des internen Kontrollsystems verantwortlich ist. Auch diese berichten an den Finanzvorstand der United Internet AG.
Internal Control System und Risk Management System
Um den Unternehmenserfolg in der United Internet Gruppe langfristig zu sichern, ist es unerlässlich, die Risiken unternehmerischen Handelns konzernweit systematisch zu identifizieren, zu analysieren und durch geeignete Steuerungsmaßnahmen und Kontrollen zu beseitigen oder zu begrenzen. Das Internal Control System und das Risk Management System gewährleisten einen verantwortungsvollen Umgang mit Risiken. Insbesondere sind sie darauf ausgelegt, Risiken konzernweit frühzeitig zu erkennen, zu bewerten, zu steuern und zu überwachen. Die Systeme werden permanent weiterentwickelt und an die sich wandelnden Gegebenheiten angepasst. Der Aufsichtsrat wird durch den Vorstand regelmäßig über bestehende Risiken und deren Behandlung sowie die Wirksamkeit der internen Kontrollen informiert. Die Angemessenheit und Wirksamkeit des Internal Control Systems und des Risk Management Systems wurden durch den Aufsichtsrat in seiner Gesamtheit festgestellt. Im Jahr 2025 wurde das Risk Management System des Vorjahres zudem einer Prüfung durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft unterzogen. Die Prüfung nach dem Prüfungsstandard IDW PS 981 ist zu dem Ergebnis gekommen, dass das Risikomanagementsystem der United Internet AG im Prüfungszeitraum angemessen und wirksam war.
Die wesentlichen Merkmale des Internal Control Systems und Risk Management Systems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess der Gesellschaft und des Konzerns sind gemäß den §§ 289 Abs. 4 und 315 Abs. 4 HGB detailliert im zusammengefassten Lagebericht für die Gesellschaft und den Konzern beschrieben. Dort berichtet der Vorstand zudem ausführlich über bestehende Risiken und deren Entwicklung.
Compliance
Um die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und unternehmensinternen Richtlinien sicherzustellen, hat der Vorstand der United Internet AG ein konzernweites risikoorientiertes Compliance-Management-System (UI-CMS) eingerichtet. Kernstück dieses UI-CMS ist, neben dem Head of Corporate Compliance, eine segmentbezogene, dezentrale Compliance-Organisation bestehend aus Segment- und Corporate-Compliance-Managern.
Auf Segment-Ebene sind Segment-Compliance-Manager für die konkrete Ausgestaltung des segmentbezogenen CMS verantwortlich. In bestimmten Unternehmenseinheiten, insbesondere in wesentlichen Tochterunternehmen der IONOS SE wird die Compliance Organisation durch lokale Compliance Manager und in bestimmten Bereichen wie z. B. HR durch funktionale Compliance Manager unterstützt.
Das übergeordnete Ziel aller Compliance-Aktivitäten ist es, Compliance-Verstöße zu verhindern. Dieses Ziel soll durch angemessene, an der Risikolage der United Internet Gruppe ausgerichtete Maßnahmen entlang der drei Handlungsebenen „Vorbeugen“, „Erkennen“ und „Reagieren“ erreicht werden. Themenschwerpunkte sind das Richtlinienmanagement, das Hinweisgebermanagement, die Korruptionsprävention, das Compliance-Monitoring einschließlich der Sanktionslistenprüfung und das Lieferketten-Compliance-Management-System.
Die wesentlichen Elemente des UI CMS sind im Kapitel „4. Nichtfinanzielle Konzernerklärung“ dieses Lageberichts detailliert beschrieben.
Finanzpublizität / Transparenz
Es ist das erklärte Ziel der United Internet AG, institutionelle Investoren, Privataktionäre, Finanzanalysten, Mitarbeitenden sowie die interessierte Öffentlichkeit durch regelmäßige, offene und aktuelle Kommunikation gleichzeitig und gleichberechtigt über die Lage des Unternehmens zu informieren.
Hierzu werden alle wesentlichen Informationen, wie z. B. Presse- und Ad-hoc-Mitteilungen und andere Pflichtmitteilungen (wie z. B. Directors‘ Dealings oder Stimmrechtsmitteilungen) sowie sämtliche Finanzberichte, entsprechend den gesetzlichen Vorgaben veröffentlicht. Ferner informiert die United Internet AG auch umfangreich über die Internetseite der Gesellschaft (www.united-internet.de). Dort
finden sich auch Dokumente und Informationen zu den Hauptversammlungen der Gesellschaft sowie weitere wirtschaftlich relevante Informationen.
Die United Internet AG berichtet Aktionären, Analysten und Pressevertretern anhand eines festen Finanzkalenders viermal im Geschäftsjahr über die Geschäftsentwicklung sowie über die Finanz- und Ertragslage. Der Finanzkalender wird auf der Internetseite der Gesellschaft und gemäß den Vorgaben des Gesetzgebers veröffentlicht und regelmäßig aktualisiert.
Darüber hinaus informiert der Vorstand durch Ad-hoc-Mitteilungen unverzüglich über nicht öffentlich bekannte Umstände, die dazu geeignet sind, den Aktienkurs erheblich zu beeinflussen.
Im Rahmen der Investor Relations trifft sich das Management regelmäßig mit Analysten und institutionellen Anlegern. Zudem finden zur Vorstellung der Halbjahres- und Jahreszahlen Analystenkonferenzen statt, zu denen Investoren und Analysten auch telefonisch Zugang erhalten.
Rechnungslegung und Abschlussprüfung
Die Rechnungslegung des United Internet Konzerns erfolgt nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind) unter Berücksichtigung von § 315e HGB. Der für Ausschüttungs- und Steuerbelange relevante Jahresabschluss der United Internet AG wird dagegen nach den Regeln des Deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) erstellt. Jahres- und Konzernabschluss werden durch unabhängige Abschlussprüfer geprüft. Die Wahl des Abschlussprüfers erfolgt durch die Hauptversammlung. Der Aufsichtsrat erteilt den Prüfungsauftrag, legt die Prüfungsschwerpunkte und das Prüfungshonorar fest und überprüft die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers.
Die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ist seit dem Geschäftsjahr 2022 Abschlussprüfer für die United Internet AG und den Konzern. Die für die Prüfung verantwortlichen Prüfungspartner sind für das Geschäftsjahr 2025 Herr Erik Hönig und Herr Christian David Simon.
Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat
Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats ist jeweils in einem detaillierten Vergütungsbericht für das Geschäftsjahr 2025 gemäß § 162 AktG nebst dem zugehörigen Vermerk des Abschlussprüfers dargestellt, der auf der Internetseite der Gesellschaft unter https://www.united-internet.de/investor-relations/publikationen/berichte.html veröffentlicht wird und dort öffentlich zugänglich ist. In der Anlage zu diesem Vergütungsbericht ist das geltende Vergütungssystem gemäß § 87a Abs. 1 und 2 Satz 1 AktG ausführlich dargestellt und auch der letzte Vergütungsbeschluss der Hauptversammlung gemäß § 113 Abs. 3 AktG wiedergegeben.
Angaben zur Vorstands- und Aufsichtsratsvergütung finden sich zudem im Anhang des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres 2025 unter Anhangangabe 43.
Entsprechenserklärung nach § 161 AktG zu den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex
Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG haben am 16. Dezember 2025 die nachfolgend wiedergegebene Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und im Anschluss auf der Website der Gesellschaft (www.united-internet.de) sowie im Bundesanzeiger veröffentlicht.
Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG erklären gemäß § 161 Aktiengesetz:
Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG erklären, dass die United Internet AG den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex („Kodex“) in der geltenden Fassung vom 28. April 2022, die mit der Veröffentlichung im Bundesanzeiger am 27. Juni 2022 wirksam geworden sind und der letzten Entsprechenserklärung vom 17. Dezember 2024 zugrunde lagen, mit den dort jeweils erklärten Ausnahmen entsprochen hat und auch zukünftig den Empfehlungen des Kodex mit den nachfolgenden Ausnahmen entsprechen wird:
Bildung eines Nominierungsausschusses
(Empfehlung D.4)
Der Aufsichtsrat bildet neben dem Prüfungs- und Risikoausschuss keine weiteren Ausschüsse, sondern nimmt sämtliche weitere Aufgaben in seiner Gesamtheit wahr. Der Aufsichtsrat erachtet dies für sachgerecht, da auch bei einem sechsköpfigen Aufsichtsrat effiziente Diskussionen im Plenum und ein intensiver Meinungsaustausch möglich sind. Der Aufsichtsrat sieht demnach keine Notwendigkeit zur Einrichtung eines Nominierungsausschusses.
Vergütungssystem für die Mitglieder des Vorstands
(Empfehlungen G.1 bis einschließlich G.5 des Kodex)
Mit der Vorlage an die Hauptversammlung im Mai 2025 wurde das Vergütungssystem die Grundlage für Dienstverträge mit Vorstandsmitgliedern. Bestehende Dienstverträge entsprechen mit unten dargestellten Ausnahmen bereits dem Vergütungssystem. Das erarbeitete Vergütungssystem berücksichtigt die Empfehlungen in G.1 bis einschließlich G.5 des Kodex ohne Einschränkungen.
Vergütung des Vorstands – Langfristige variable Vergütung
(Empfehlung G.10 Kodex)
Nach G.10 des Kodex sollen den Vorstandsmitgliedern gewährte variable Vergütungsbeträge überwiegend in Aktien der Gesellschaft angelegt oder entsprechend aktienbasiert gewährt werden. Daneben soll das jeweilige Vorstandsmitglied über derartige Beträge erst nach vier Jahren verfügen können. Im Rahmen des Stock Appreciation Rights (SARs)-Programms als langfristigem Vergütungsprogramm für den Vorstand wird eine aktienbasierte Vergütung ausgelobt. Die Laufzeit dieses Programms beträgt jeweils insgesamt 6 Jahre. Innerhalb dieser 6 Jahre kann das jeweilige Vorstandsmitglied zu bestimmten Zeitpunkten bereits jeweils einen Teil (25%) zugeteilter SARs – frühestens allerdings nach 2 Jahren – ausüben. Damit kann ein Vorstandsmitglied bereits nach 2 Jahren über einen Teil der langfristigen variablen Vergütung verfügen. Nach Ablauf von 5 Jahren ist erstmals die volle Ausübung aller SARs möglich.
Der Aufsichtsrat ist der Auffassung, dass sich dieses System der Langfristvergütung bewährt hat und sieht keinen Grund dafür, die Verfügungsmöglichkeit über im Rahmen des Programms verdiente Vergütung weiter hinauszuschieben. Durch die Anknüpfung an den Aktienkurs der United Internet AG und deren Möglichkeit, zur Erfüllung der Ansprüche aus dem Programm deren Aktien hinzugeben, findet bereits eine aus Sicht des Aufsichtsrats angemessene Teilhabe des Vorstandsmitglieds an Risiken und Chancen des Unternehmens der United Internet AG statt. Weil das Programm mit einer Laufzeit von 6 Jahren konzipiert ist und die ausgelobten SARs über diese Dauer und frühestens nach 2 Jahren entsprechend anteilig ausgeübt werden können, ist aus Sicht des Aufsichtsrats eine optimale Bindungswirkung und Anreizsteuerung im Interesse der United Internet AG erreicht, die keine Änderungen erforderlich machen.
Vergütung des Vorstands – Leistungen bei Vertragsbeendigung
(Empfehlung G.13 Kodex)
Gemäß G.13 des Kodex sollen Zahlungen an ein Vorstandsmitglied bei vorzeitiger Beendigung der Vorstandstätigkeit den Wert von zwei Jahresvergütungen nicht überschreiten und nicht mehr als die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags vergüten. Im Fall eines nachvertraglichen Wettbewerbsverbots soll eine solche Abfindungszahlung zudem auf die Karenzentschädigung angerechnet werden. In einem inzwischen beendeten Dienstvertrag eines ehemaligen Vorstandsmitglieds war keine Anrechnungsmöglichkeit enthalten. In den aktuellen Dienstverträgen wurde diese Regelung aufgenommen.
Die Erklärung ist auf der Internetseite der Gesellschaft unter Corporate Governance – United Internet AG dauerhaft öffentlich zugänglich. Dort sind auch alle Entsprechenserklärungen der Gesellschaft nach § 161 AktG seit dem Jahr 2008 öffentlich zugänglich.
Der Vorstand erklärt gemäß § 312 AktG, dass die Gesellschaft bei den im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften nach den Umständen, die der Gesellschaft zu dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem das Rechtsgeschäft vorgenommen wurde, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten hat und dadurch nicht benachteiligt worden ist. Im Berichtsjahr wurden weder Maßnahmen getroffen, noch unterlassen.
Montabaur, den 17. März 2026

Der Vorstand
Ralph Dommermuth Carsten Theurer