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Zusammengefasster Lagebericht

Hinweis auf ungeprüfte Abschnitte des Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns zum 31. Dezember 2024
Im Rahmen der Lageberichterstattung kann es vorkommen, dass neben lageberichtstypischen Angaben ebenfalls lageberichtsfremde Angaben (gesetzlich nicht gefordert) enthalten sind, die keiner inhaltlichen Prüfung durch den Abschlussprüfer unterzogen werden müssen. Daneben kann es vorkommen, dass bestimmte Angaben für den Abschlussprüfer nicht prüfbar sind. „Nicht prüfbare Angaben“ sind solche, die aufgrund der Art der Angaben bzw. aufgrund nicht vorhandener geeigneter Kriterien für den Abschlussprüfer nicht beurteilbar sind.
Im Bericht der United Internet AG über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns zum 31. Dezember 2024 wurden folgende Kapitel bzw. Angaben als „nicht geprüfte Lageberichtsangaben“ identifiziert:
Bei den im Unterkapitel „1.4 Schwerpunkte Produkte und Innovationen“ enthaltenen Angaben handelt es sich um „nicht geprüfte Lageberichtsangaben“, da „lageberichtsfremde Angaben“ inhaltlich nicht geprüft werden.
Bei den in den Unterkapiteln „2.2 Geschäftsverlauf“ und „2.3 Lage des Konzerns“ enthaltenen Tabellen „Quartalsentwicklung“ mit Finanzkennzahlen auf Quartalsbasis für die Segmente und den Konzern handelt es sich um „nicht geprüfte Lageberichtsangaben“, da United Internet ihre Zwischenabschlüsse keiner prüferischen Durchsicht oder Prüfung unterzieht. Die Quartalsangaben
sind entsprechend als „ungeprüft“ gekennzeichnet.
Der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) sieht Angaben zum internen Kontroll- und Risikomanagementsystem vor. Diese gehen über die gesetzlichen Anforderungen an den Lagebericht hinaus und sind von der inhaltlichen Prüfung des Lageberichts durch den Abschlussprüfer ausgenommen („lageberichtsfremde Angaben“). Sie werden in Kapitel 5 „Internal Control System und Risk Management System“ thematisch den wesentlichen Elementen des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems zugeordnet und sind von den inhaltlich zu prüfenden Angaben durch separate Absätze abgegrenzt und entsprechend als „ungeprüft“ gekennzeichnet.
Bei Kapitel „7. Erklärung zur Unternehmensführung“ handelt es sich um „nicht geprüfte Lageberichtsangaben“, da die Prüfung der Angaben in der Erklärung zur Unternehmensführung durch den Abschlussprüfer gem. § 317 Abs. 2 S. 6 HGB darauf zu beschränken ist, dass die Angaben gemacht wurden und der ebenfalls in Kapitel 7 enthaltene Corporate Governance Bericht nach Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex eine „lageberichtsfremde Angabe“ darstellt, die inhaltlich nicht geprüft wird.
Allgemeine Hinweise
Aus rechentechnischen Gründen können in Tabellen und bei Verweisen Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch exakt ergebenden Werten (Geldeinheiten, Prozentangaben usw.) auftreten.
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im Jahresabschluss bei geschlechtsspezifischen Bezeichnungen die männliche Form gewählt. United Internet weist darauf hin, dass die Verwendung der männlichen Form explizit als geschlechtsunabhängig zu verstehen ist.
Dieser Jahresabschluss liegt in deutscher und englischer Sprache vor. Beide Fassungen stehen auch im Internet unter www.united-internet.de zum Download bereit. Im Zweifelsfall ist die deutsche Version maßgeblich.
1. Grundlagen der Gesellschaft und
des Konzerns
1.1 Geschäftsmodell
Konzernstruktur
Die 1988 gegründete United Internet AG („United Internet“) mit Hauptsitz in Montabaur, Deutschland, ist die Konzernobergesellschaft der United Internet Gruppe.
Die United Internet AG konzentriert sich zusammen mit ihrer Servicegesellschaft United Internet
Corporate Services GmbH im Wesentlichen auf zentrale Funktionen in den Bereichen Finanzen,
Corporate Controlling & Accounting, Tax, Beteiligungsmanagement, Presse, Investor Relations, Legal, Corporate Governance, Compliance & Sustainability, Risikomanagement, Corporate Audit (Interne Revision), Personalmanagement, Facility-Management, Einkauf sowie Corporate IT.
Die Konzernstruktur zum 31. Dezember 2024 blieb im Vergleich zum Vorjahr weitgehend unverändert.
Das operative Geschäft im Segment „Consumer Access“ wird im Wesentlichen durch die – unter dem Dach der 1&1 AG agierenden Gesellschaften – Drillisch Online GmbH und 1&1 Telecom GmbH betrieben.
Im Segment „Business Access“ ist United Internet insbesondere über die – von der Holdinggesellschaft United Internet Management Holding SE über die 1&1 Versatel GmbH gehaltene – 1&1 Versatel Deutschland GmbH tätig.
Das operative Geschäft im Segment „Consumer Applications“ wird im Wesentlichen über die – unter der 1&1 Mail & Media Applications SE zusammengefassten Gesellschaften – 1&1 Mail & Media GmbH, 1&1 Mail & Media Inc. und United Internet Media GmbH betrieben.
Im Segment „Business Applications“ ist United Internet primär über die von den Holdinggesellschaften IONOS Group SE und IONOS Holding SE gehaltenen Anteile an der STRATO GmbH und deren Tochter Cronon GmbH sowie der IONOS SE inklusive derer wesentlicher Tochterunternehmen im In- und Ausland tätig. Dazu zählen – neben den Auslandsgesellschaften IONOS Inc. (USA), IONOS Cloud Ltd. (Großbritannien), IONOS S.A.R.L. (Frankreich) und IONOS Cloud S.L.U. (Spanien) – insbesondere die Arsys Internet S.L.U. (Spanien), die Fasthosts Internet Ltd. (Großbritannien), die home.pl S.A. (Polen), die deutschen Gesellschaften InterNetX GmbH, Sedo GmbH, united-domains GmbH und we22 GmbH sowie die World4You Internet Services GmbH (Österreich).
Neben diesen operativ tätigen und vollkonsolidierten Tochterunternehmen hielt United Internet zum 31. Dezember 2024 eine Reihe weiterer Beteiligungen. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um die
– von der United Internet Investments Holding AG & Co. KG gehaltene – Beteiligung an der Kublai GmbH, Frankfurt am Main (4,71 %), die wiederum 95,39 % der Anteile an der Tele Columbus AG, Berlin, hält, sowie um Beteiligungen an den strategischen Partnern Open-Xchange AG, Köln (25,39 %),
rankingCoach GmbH, Köln (31,52 %), uberall GmbH, Berlin (25,10 %) und AWIN AG, Berlin (20,00 %), sowie die – von der IONOS SE gehaltene – Beteiligung an der Stackable GmbH, Pinneberg (27,54 %).
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Einzelheiten zu den Beteiligungen sowie Veränderungen bei den Beteiligungen finden sich im Kapitel
2.2 „Geschäftsverlauf“ unter „Beteiligungen im Konzern“.
Eine vereinfachte Darstellung der Konzernstruktur von United Internet inklusive wesentlicher operativ tätiger Tochterunternehmen sowie wesentlicher Beteiligungen – mit Stand 31. Dezember 2024 – zeigt das folgende Organigramm.
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Geschäftstätigkeit
United Internet ist mit rund 29 Mio. kostenpflichtigen Kundenverträgen sowie rund 39 Mio. werbefinanzierten Free-Accounts ein führender europäischer Internet-Spezialist.
Die operative Geschäftstätigkeit des Konzerns gliedert sich in die Geschäftsbereiche „Access“ und
„Applications“, die sich wiederum in die Segmente „Consumer Access“ und „Business Access“ sowie „Consumer Applications“ und „Business Applications“ unterteilen.
Segment „Consumer Access“
Im Segment „Consumer Access“ sind festnetzbasierte Breitband-Produkte (inklusive der damit verbundenen Anwendungen, wie Heimvernetzung, Online-Storage, Smart Home, IPTV und Video-on-Demand) sowie Mobile Internet Produkte für Privatanwender zusammengefasst.
Diese Internet-Zugangsprodukte werden den Kunden als Abonnementverträge mit festen monatlichen Beträgen (und variablen, verbrauchsabhängigen Zusatzentgelten) angeboten.
Mit den Breitband-Produkten (insbesondere VDSL-/Vectoring- und Glasfaser-Anschlüsse) der Marke 1&1 ist United Internet einer der führenden Anbieter in Deutschland.
Dabei nutzt die Gesellschaft das Glasfasernetz von 1&1 Versatel als Transportnetz und erschließt darüber bei VDSL-/Vectoring-Anschlüssen sowie bei direkten Glasfaser-Anschlüssen (FTTH) die „letzte Meile“ über City-Carrier sowie die Deutsche Telekom (hauptsächlich Layer-2).
Auch bei Mobile Internet Produkten ist United Internet einer der führenden Anbieter in Deutschland.
1&1 verfügt über ein voll funktionsfähiges Mobilfunknetz, das permanent ausgebaut wird. Überall dort, wo 1&1 in den Jahren des Netzausbaus noch über keine ausreichende Funkabdeckung verfügt, nutzt die Gesellschaft National Roaming. Ende August 2024 ist eine National-Roaming-Partnerschaft mit Vodafone gestartet. Bis Ende 2025 wird National Roaming mit Vodafone für alle 1&1 Mobilfunkkunden bereitstehen. National-Roaming-Vorleistungen, die zuvor über Telefónica bezogen wurden, werden parallel dazu vollständig zurückgefahren.
Bis zum vollständigen Umzug der über 12 Mio. Bestandskundenverträge auf das 1&1 Mobilfunknetz nutzt 1&1 in Teilen auch das Mobilfunknetz von Telefónica auch als sogenannter Mobile Virtual Network Operator (MVNO) sowie MVNO-Kapazitäten von Vodafone. Die MVNO-Bestandskunden werden seit Beginn des Jahres 2024 sukzessive in das 1&1 Mobilfunknetz migriert. Ende 2025 soll die Migration abgeschlossen sein.
Vermarktet werden die Mobile Internet Produkte über die Premium-Marke 1&1 sowie Discount-Marken, wie winSIM und yourfone, mit denen der Mobilfunk-Markt umfassend und zielgruppenspezifisch adressiert wird.

Segment „Business Access“
Im Segment „Business Access“ offeriert 1&1 Versatel Geschäftskunden ein umfassendes Portfolio an Telekommunikationsprodukten und -lösungen.
Kern des Geschäftsmodells ist der Betrieb eines Glasfasernetzes mit über 66.000 km Länge, das zu den größten Netzen in Deutschland gehört und kontinuierlich ausgebaut wird.
Über dieses Netz bietet 1&1 Versatel Firmen und Behörden Telekommunikationsprodukte von standardisierten Glasfaser-Direktanschlüssen bis zu maßgeschneiderten, individuellen ITK-Lösungen (Sprach-, Daten- und Netzwerklösungen). Außerdem wird das 1&1 Glasfasernetz zur Bereitstellung von 1&1 DSL- und FTTH-Anschlüssen sowie zur Anbindung von Antennenstandorten genutzt. Hinzu kommen Infrastrukturleistungen (Wholesale) für nationale und internationale Carrier.
Segment „Consumer Applications“
Im Segment „Consumer Applications“ sind Applikationen für Privatanwender zusammengefasst. Zu diesen Applikationen zählen insbesondere Anwendungen für Personal Information Management
(E-Mail, Aufgaben, Termine, Adressen), Online-Storage (Cloud Speicher) und Office-Applikationen.
Im Zuge des sukzessiven Portfolio-Ausbaus wurden die Marken GMX und WEB.DE, die seit vielen Jahren größten E-Mail-Anbieter für Privatkunden in Deutschland, in den letzten Jahren zu umfassenden Zentralen für das Kommunikations-, Informations- und Identitäts-Management der Nutzer erweitert.
Die Privatkunden-Applikationen werden überwiegend selbst entwickelt und in konzerneigenen Rechenzentren betrieben. Die Produkte werden als kostenpflichtige Abonnements (Pay-Accounts) oder – kostenfrei – in Form von werbefinanzierten Free-Accounts angeboten. Diese werden sowohl durch klassische als auch zunehmend durch programmatische (datengetriebene) Online-Werbung monetarisiert. Die Vermarktung erfolgt über United Internet Media.
Mit den werbefinanzierten Applikationen sowie den kostenpflichtigen Consumer-Applikationen ist
United Internet über GMX und WEB.DE insbesondere in Deutschland, Österreich und der Schweiz aktiv und zählt zu den führenden Unternehmen. Über die Marke mail.com wird das Geschäft internationalisiert. Neben den USA adressiert mail.com Länder wie Großbritannien, Frankreich und Spanien.

Segment „Business Applications“
Im Segment „Business Applications“ eröffnet IONOS Freiberuflern sowie kleinen und mittleren Unternehmen Geschäftschancen im Internet und unterstützt sie bei der Digitalisierung ihrer Prozesse. Dazu wird eine breite Palette an leistungsstarken Applikationen wie z. B. Domains, Homepages, Webhosting, Server, E Shops, Groupwork, Online-Storage (Cloud-Speicher) und Office-Applikationen angeboten, die über Abonnementverträge genutzt werden. Außerdem werden Cloud-Solutions und Cloud-Infrastruktur angeboten.
Die Applikationen werden in eigenen Entwicklungszentren oder in Kooperation mit Partnerfirmen entwickelt.
Auch international gehört IONOS zu den führenden Unternehmen mit Aktivitäten in diversen europäischen Ländern (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien, Portugal, Italien, Niederlande, Österreich, Polen, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Tschechien, Slowakei und Schweden) sowie in Nordamerika (USA, Kanada, Mexiko).
Die zielgruppenspezifische Vermarktung der Business-Applikationen erfolgt über die Marken IONOS, Arsys, Fasthosts, home.pl, InterNetX, STRATO, united-domains und World4You. Darüber hinaus bietet Sedo professionelle Dienstleistungen rund um das aktive Domain-Management an, während we22 anderen Hosting-Anbietern einen White-Label-Website-Builder zur Erstellung hochwertiger Websites offeriert.
Geschäftsbereiche, Segmente und Marken (Stand: 31. Dezember 2024)
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Unternehmensleitung
Der Vorstand der United Internet AG bestand im Geschäftsjahr 2024 aus folgenden Mitgliedern:
Vorstandsmitglieder zum 31. Dezember 2024
Ralph Dommermuth, Unternehmensgründer und Vorstandsvorsitzender
(seit 1988 im Unternehmen)
Ralf Hartings, Finanzvorstand
(seit 2021 im United Internet Konzern; bis 31. Dezember 2024)
Markus Huhn, Vorstand Shared Services
(seit 1994 im United Internet Konzern)
Neues Vorstandsmitglied seit 1. Januar 2025
Carsten Theurer, Finanzvorstand
(seit 1. Januar 2025 im Unternehmen)
Ralf Hartings, Finanzvorstand der United Internet AG, beendete auf eigenen Wunsch seine Vorstandstätigkeit bei der United Internet AG zum 31. Dezember 2024. Nachfolger von Ralf Hartings als Finanzvorstand (CFO) der United Internet AG ist seit dem 1. Januar 2025 Carsten Theurer. Carsten Theurer war zuvor über 20 Jahre in unterschiedlichen Sparten in der Schwarz Gruppe, in seiner letzten Position als Group-CFO. In diesen Rollen hat er das internationale Wachstum der Schwarz Gruppe im Handel begleitet und war maßgeblich am Aufbau der eigenen Produktionsunternehmen beteiligt.
Der Aufsichtsrat der United Internet AG bestand im Geschäftsjahr 2024 aus folgenden Mitgliedern:
Aufsichtsratsmitglieder zum 31. Dezember 2024
Philipp von Bismarck, Aufsichtsratsvorsitzender
(Mitglied seit Juli 2020; Vorsitz seit Mai 2021; Mitglied „Prüfungs- und Risikoausschuss“ seit Mai 2021)
Dr. Manuel Cubero del Castillo-Olivares, stellv. Aufsichtsratsvorsitzender
(Mitglied seit Mai 2020; stellv. Vorsitz seit Mai 2021)
Stefan Rasch
(Mitglied seit Mai 2021; Mitglied „Prüfungs- und Risikoausschuss“ seit Mai 2021)
Prof. Dr. Franca Ruhwedel
(Mitglied seit Mai 2023; Vorsitz „Prüfungs- und Risikoausschuss“ seit Januar 2024)
Prof. Dr. Yasmin Mei-Yee Weiß
(Mitglied seit Juli 2020)
Ausgeschieden im Geschäftsjahr 2024
Prof. Dr. Andreas Söffing
(Mitglied von Mai 2021 bis Juli 2024)
Wesentliche Absatzmärkte und Wettbewerbsposition
Mit einem Umsatzanteil von fast 90 % am weltweiten Gesamtumsatz im Geschäftsjahr 2024 ist
Deutschland der bei weitem wichtigste Absatzmarkt der United Internet Gruppe.
Neben Deutschland sind
die USA,
Großbritannien,
Spanien,
Frankreich,
Polen und
Österreich die wesentlichsten Absatzmärkte des Konzerns.
Wettbewerbsposition im Segment „Consumer Access“
Nach dem Zusammenschluss mit der Drillisch AG (inzwischen 1&1 AG) in 2017 ist United Internet im rein
national aufgestellten Segment „Consumer Access“ – gemessen an Kundenverträgen und Umsätzen – nach der Deutschen Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland die 4. Kraft im deutschen Telekommunikationsmarkt mit Festnetz- und Mobilfunkprodukten.
Wettbewerbsposition im Segment „Business Access“
Auch im ebenfalls auf Deutschland beschränkten Segment „Business Access“ gehört United Internet
zu den führenden Unternehmen. Mit dem über 66.000 km Länge umfassenden Glasfasernetz von 1&1 Versatel betreibt United Internet eines der größten Glasfasernetze in Deutschland.
Wettbewerbsposition im Segment „Consumer Applications“
Im Segment „Consumer Applications“ ist United Internet über die Marken GMX und WEB.DE in Deutschland, der Schweiz und Österreich sowie zudem über die internationale Marke mail.com in Ländern wie den USA, Großbritannien, Frankreich und Spanien aktiv. Im Heimatmarkt Deutschland ist United Internet der – gemessen an der Anzahl der Nutzer – führende E-Mail-Anbieter und einer der führenden Cloud-Anbieter.
Wettbewerbsposition im Segment „Business Applications“
Mit seinen Hosting- und Cloud-Applikationen ist United Internet im ebenfalls international aufgestellten Segment „Business Applications“ in insgesamt 18 Ländern aktiv. Dabei ist die Gesellschaft – gemessen an der Zahl der gemanagten Länder-Domains – seit Jahren Marktführer im deutschen Hosting-Geschäft und konnte diese Position mit der Übernahme des Wettbewerbers STRATO in 2017 weiter festigen. Im europäischen Ausland ist United Internet mit seinen Hosting-Applikationen inzwischen – direkt vor Ort oder aus Deutschland heraus – in allen wichtigen Märkten aktiv. Dazu zählen neben dem Heimatmarkt Deutschland vor allem die großen europäischen Volkswirtschaften Frankreich, Großbritannien, Italien, Polen und Spanien. Mit Ausnahme von Italien gehört die Gesellschaft – gemessen an der Zahl der gemanagten Länder-Domains – in den anderen vorgenannten Ländern zu den führenden Anbietern. Damit steht United Internet auch insgesamt – gemessen an der Zahl der gemanagten Länder-Domains – mit an der Spitze der europäischen Hosting-Anbieter. Neben Europa sind auch die nordamerikanischen Länder Kanada, USA und Mexiko wesentliche Zielmärkte. Im dort wichtigsten Markt, den USA, gehört United Internet – gemessen an der Zahl der gemanagten Länder-Domains – ebenfalls zu den führenden Unternehmen in diesem Bereich.
Damit zählt United Internet auch global gesehen zu den führenden Unternehmen im weltweiten Hosting-Geschäft.
Wesentliche Standorte
Der United Internet Konzern beschäftigte zum 31. Dezember 2024 weltweit insgesamt 10.972 Mitarbeitende an rund 40 in- und ausländischen Standorten.
Wesentliche Standorte (gemessen an der Anzahl der Beschäftigten; > 50 Mitarbeitende)
Standort
Segment
Wesentliche Gesellschaft
Montabaur (Headquarter)
Corporate / Zentralfunktionen
United Internet
 
Consumer Access
1&1
Karlsruhe
Corporate / Zentralfunktionen
United Internet
 
Consumer Access
1&1
 
Consumer Applications
1&1 Mail & Media Applications
 
Business Applications
IONOS
Berlin
Consumer Access
1&1
 
Business Access
1&1 Versatel
 
Business Applications
IONOS, Strato, we22
Düsseldorf
Consumer Access
1&1
 
Business Access
1&1 Versatel
Cebu City (Philippinen)
Business Applications
IONOS
Essen
Business Access
1&1 Versatel
Madrid / Logroño / Barcelona / Lugo ... (Spanien)
Business Applications
IONOS, Arsys
München
Consumer Access
1&1
 
Consumer Applications
1&1 Mail & Media Applications
Zweibrücken
Consumer Access
1&1
 
Business Applications
IONOS
Flensburg
Business Access
1&1 Versatel
Stettin (Polen)
Business Applications
home.pl
Bukarest (Rumänien)
Business Applications
IONOS
Gloucester (Großbritannien)
Business Applications
IONOS, Fasthosts
Krefeld
Consumer Access
1&1
Maintal
Consumer Access
1&1
Köln
Business Applications
Sedo, we22
Stuttgart
Business Access
1&1 Versatel
Regensburg
Business Applications
InterNetX
Philadelphia / Chesterbrook / Lenexa (USA)
Business Applications
IONOS
Frankfurt am Main
Business Access
1&1 Versatel
Starnberg
Business Applications
united-domains
Linz / Wien (Österreich)
Business Applications
World4You
1.2 Strategie
Das Geschäftsmodell von United Internet basiert überwiegend auf Kundenverträgen (elektronischen Abonnements) mit festen monatlichen Beträgen sowie vertraglich festgelegten Laufzeiten. Ein solches Geschäftsmodell sichert in der Regel stabile und planbare Umsätze und Cashflows, bietet Schutz gegen konjunkturelle Einflüsse und eröffnet finanzielle Spielräume, um Chancen in neuen oder erweiterten Geschäftsfeldern und neuen oder erweiterten Märkten zu nutzen – organisch oder durch Übernahmen und Beteiligungen.
Die große Zahl an Kundenbeziehungen hilft der Gesellschaft, sogenannte Skaleneffekte zu nutzen: Je mehr Kunden die Produkte nutzen, die von den Entwicklungsteams erstellt und in den firmeneigenen Rechenzentren betrieben werden, und / oder in eigenen Netzen Daten transportieren, desto größer der „Gewinn“. Diese „Gewinne“ können anschließend wiederum in neue Kunden, neue Entwicklungen und neue oder erweiterte Geschäftsfelder investiert werden.
Aus heutiger Sicht sind Mobile Internet und Cloud-Applikationen die Wachstumsmärkte der nächsten Jahre. Mit ihrer klaren Positionierung in den Geschäftsfeldern „Access“ und „Applications“ ist die
United Internet Gruppe strategisch gut aufgestellt, um das erwartete Marktpotenzial zu nutzen.
Angesichts der dynamischen Marktentwicklung in den Bereichen Cloud-Applikationen und Mobile
Internet liegen die Wachstumschancen der Gesellschaft auf der Hand: Überall verfügbare, immer
leistungsfähigere Breitband-Anschlüsse ermöglichen neue, aufwändigere Cloud-Applikationen. Diese internetbasierten Anwendungen für Privatanwender und Unternehmen sind auch die Wachstumstreiber für United Internet in den nächsten Jahren – sowohl als eigenständige Produkte im Geschäftsbereich „Applications“ wie auch in Kombination mit den festnetz- und mobilfunkbasierten Zugangsprodukten im Geschäftsbereich „Access“.
Dank der langjährigen Erfahrung als Zugangs- und Applikations-Provider, den Kompetenzen bei Software-Entwicklung und Rechenzentrums-Betrieb, Marketing, Vertrieb und Kundenbetreuung, den starken und bekannten Marken (wie z. B. 1&1, GMX und WEB.DE) sowie den bestehenden Kundenbeziehungen zu Millionen Privatanwendern, Freiberuflern und kleinen Unternehmen im In- und Ausland (aktuell weltweit über 68 Mio. Kunden-Accounts) ist die Gesellschaft sehr gut positioniert.
Um diese Positionierung auch für weiteres und nachhaltiges Wachstum zu nutzen, wird United Internet auch künftig stark in neue Kunden, neue Produkte und neue / erweiterte Geschäftsfelder sowie die weitere Internationalisierung investieren.
Neben dem organischen Wachstum prüft United Internet kontinuierlich auch mögliche Firmenübernahmen, Beteiligungen und Kooperationen, um Marktpositionen, Wertschöpfungstiefen und Kompetenzen weiter auszubauen.
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Dank der planbaren und hohen Free Cashflows verfügt United Internet über eine hohe Eigenfinanzierungskraft und einen guten Zugang zu Fremdfinanzierungsmärkten. Weitere Informationen zu Eigenfinanzierungskraft und Fremdfinanzierung finden sich in den Kapitel 2.2 „Geschäftsverlauf“ und 2.3 „Lage des Konzerns“.
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Weitere Informationen zu Strategie, Chancen und Zielen enthält der „Risiko-, Chancen- und Prognosebericht“ in Kapitel 4.
1.3 Steuerungssysteme
Die internen Steuerungssysteme unterstützen das Management bei der Steuerung und Überwachung des Konzerns und der Segmente. Die Systeme bestehen aus Ist-, Planungs- und Forecast-Rechnungen und basieren auf der jährlich überarbeiteten strategischen Planung des Konzerns. Dabei werden insbesondere Marktentwicklungen, technologische Entwicklungen und Trends, deren Einfluss auf die eigenen Produkte und Services sowie die finanziellen Möglichkeiten des Konzerns berücksichtigt. Die Unternehmenssteuerung hat das Ziel, die United Internet AG und ihre Tochterunternehmen kontinuierlich und nachhaltig zu entwickeln.
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IFRS
Das Konzern-Berichtswesen umfasst monatliche Ergebnisrechnungen sowie quartalsweise erstellte IFRS-Reportings aller konsolidierten Tochtergesellschaften und stellt die Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Konzerns sowie der Unternehmensbereiche dar. Die Finanzberichterstattung wird durch weitere Detailinformationen ergänzt, die für die Beurteilung und Steuerung des operativen Geschäfts notwendig sind.
Ein weiterer Bestandteil der Steuerungssysteme sind vierteljährlich erstellte Berichte zu den wesentlichen Risiken des Unternehmens.
Die genannten Berichte werden in den Vorstands- und Aufsichtsratssitzungen diskutiert und stellen
wesentliche Beurteilungs- und Entscheidungsgrundlagen dar.
Zur Steuerung des Konzerns verwendet die United Internet AG insbesondere Kennzahlen der Gewinn- und Verlustrechnung (Umsatz, EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen), EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern), EPS (Ergebnis pro Aktie)), der Kapitalflussrechnung (Free Cashflow) sowie der Bilanz (Vermögenspositionen, Finanzverbindlichkeiten).
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Informationen zu Verwendung und Definition relevanter finanzieller Kennzahlen finden sich in Kapitel 2.2 „Geschäftsverlauf“.
Die Steuerung der Segmente durch den Vorstand der United Internet AG erfolgt überwiegend auf Basis von Ergebniskennzahlen. Dabei misst der Vorstand der United Internet AG den Erfolg der Segmente primär anhand der Umsatzerlöse, des EBITDA und des EBIT gemäß IFRS.
Als nicht-finanzielle Steuerungskennzahlen dienen zudem insbesondere die Anzahl und das Wachstum der kostenpflichtigen Kundenverträge sowie der werbefinanzierten Free-Accounts.
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siehe Seite 197
Die Steuerungsgrößen der United Internet Gruppe für das oberste Führungsgremium sind auch in der „Segmentberichterstattung“ des Konzernanhangs unter Anhangangabe 5 dargestellt.
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Die für die Unternehmensleitung zentralen Steuerungsgrößen sind der Umsatz und das operative (das heißt, das um Sondereffekte bereinigte) EBITDA nach IFRS auf Konzernebene. Diese Größen finden sich entsprechend auch in der Prognoseberichterstattung.

Die United Internet AG (Einzelgesellschaft) ist aufgrund ihrer Rolle als Holding-Gesellschaft im Wesentlichen durch das Beteiligungsergebnis (Ergebnisabführungen und Ausschüttungen) und das Zinsergebnis beeinflusst und fokussiert sich von daher auf ihr Beteiligungsergebnis und das Jahresergebnis. 
Als Frühwarnindikatoren dienen insbesondere die Anzahl der Kundenverträge, die Brutto- und Netto-Vertriebszahlen sowie die damit verbundenen Kundengewinnungskosten – im Vergleich zu den Planungs- und Forecast-Rechnungen der Gesellschaft.
Die verwendeten Steuerungskennzahlen blieben im Geschäftsjahr 2024 unverändert zum Vorjahr.
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Ein Vergleich zwischen den in der Prognose benannten Steuerungskennzahlen und den Ist-Werten dieser Steuerungskennzahlen findet sich in diesem Lagebericht im Kapitel 2.2 „Geschäftsverlauf“ im Bereich „Tatsächlicher und prognostizierter Geschäftsverlauf“.

1.4 Schwerpunkte Produkte und Innovationen
Bei den im Unterkapitel „1.4 Schwerpunkte Produkte und Innovationen“ enthaltenen Angaben handelt es sich um „nicht geprüfte Lageberichtsangaben“, da „lageberichtsfremde Angaben“ inhaltlich nicht geprüft werden.
Als Internet Service Provider betreibt die United Internet Gruppe keine mit produzierenden Unternehmen vergleichbare Forschung und Entwicklung (F&E). Auch im Branchenkontext spielen Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen eine eher untergeordnete Rolle. Vor diesem Hintergrund weist United Internet keine F&E-Kennzahlen aus.
Gleichwohl stehen die United Internet Marken für leistungsstarke Internet-Access-Lösungen sowie für innovative, webbasierte Produkte und Applikationen, die zumeist im eigenen Haus entwickelt werden. Die Fähigkeit, innovative Produkte und Dienste zu entwickeln, zu kombinieren, anzupassen und in große Märkte einzuführen, bildet die Basis für den Erfolg der Gesellschaft.
Dank leistungsfähiger Entwicklungszentren (insbesondere in Karlsruhe, Berlin und Bukarest) mit rund 3.800 Programmierern, Produktmanagern und technischen Administratoren (und damit rund 35 % aller Mitarbeitenden) kann United Internet dabei schnell und flexibel auf neue Ideen und Trends reagieren und etablierte Produkte weiterentwickeln und wechselnden Bedürfnissen anpassen – ein wichtiges Erfolgsmerkmal im überaus dynamischen Internet-Markt. Durch die Kompetenz bei Produktentwicklung, -weiterentwicklung und -rollout ist die Gesellschaft in vielen Bereichen unabhängig von Entwicklungsarbeiten und Zulieferungen Dritter und kann damit wichtige Wettbewerbs- und Geschwindigkeitsvorteile nutzen.
Aufgrund der stetig wachsenden Kundenzahl werden die Anforderungen an Zuverlässigkeit, Benutzerfreundlichkeit und Verfügbarkeit immer höher. Neben der Weiterentwicklung der Produkte und den ständigen Optimierungen im Backend-Bereich gilt es dabei auch, vorhandene Prozesse ständig zu verbessern, um die Zuverlässigkeit der Systeme und damit auch die Kundenzufriedenheit zu erhöhen.
Schwerpunkte 2024
„Consumer Access”
Seit dem Start der mobilen Dienste im 1&1 Mobilfunknetz im Dezember 2023 produziert 1&1 Vorleistungen für Neukunden im eigenen Netz; überall dort, wo 1&1 während des Netzausbaus noch über keine ausreichende Netzabdeckung verfügt, nutzt 1&1 National-Roaming-Vorleistungen; 1&1 Bestandskunden auf Fremdnetzen (und damit auf Wholesale Basis) werden seit Jahresanfang 2024 sukzessive in das 1&1 Mobilfunknetz migriert
Implementierung und Einführung von 1&1 Cinema als Video on Demand Dienst; Nutzung über die TV-App oder zusammen mit IPTV
Erweiterung der Produkte, Bestellmöglichkeiten und Services für Businesskunden und Aufbau einer neuen Plattform für Festnetzprodukte bei Drillisch Online
Mit der Einführung eines neuen Vertragsmodells erhält der Kunde im Bereich Mobile die Möglichkeit, von günstigeren Hardware-Monatspreisen zu profitieren: statt auf bisher 24 Monate, können die Hardware-Kosten auf 36 Monate umgelegt werden; durch die längere Laufzeit verringern sich die monatlich fälligen Kosten
Mit Einführung der Unlimited on demand Tarife hat der Kunde bei 1&1 erstmals die Möglichkeit zu günstigen Preisen eine mobile Flatrate abzuschließen; der Kunde erhält ein Basisvolumen von 50 GB und kann zusätzlich zum Basisvolumen kostenlos beliebig viele Pakete nachbuchen, wenn das gewählte Grundvolumen einmal nicht ausreichen sollte
„Business Access”
Erweiterung des Footprints für Internetzugänge mit bis zu 10 Gbit/s und Einführung eines neuen Prozesses für automatische Bandbreitenupgrades für Glasfaserprodukte
Launch eines Glasfaserprodukts auf Basis der XGS-PON Technologie mit einem innovativem Zero-Touch-Provisionierungsprozess
SD-WAN Compact basierend auf der Lancom-Plattform speziell für Retailer und Unternehmen mit vielen Standorten
Managed Firewall mit Fokus auf die unter KRITIS und NIS2 Regulierung fallenden Unternehmen
Hardware-Portal zur Bestellung von Telefonen, Headsets oder Adaptern und Start des 1&1 Einrichtungsservices und weiterer Professional Services für Cloud Telefonanlagen
„Consumer Applications”
Absicherung von Kundenkonten durch verbesserte KI-basierte Anomalie-Erkennung
Einsatz der GMX- und WEB.DE-App als zweitem Faktor zur Absicherung von Logins
Verbesserung des KI-basierten Prospectings im Advertising durch Erfolgsauswertung und Reichweitensteigerung
Erweiterung des neuen E-Mail-Webclients inkl. dem Versenden von großen Dateien
Launch eines Alert-Dashboards im Web-E-Mail-Client mit sicherheitsrelevanten Informationen
Launch des „United Internet Media Ad Managers“ zur internen und externen Buchung von Online-Kampagnen in der Schweiz und Österreich und als Whitelabel-Variante
Entwicklung eines neuen Mail-Storage-Systems auf Basis eines verteilten Storage-Netzwerks
Einführung des eSim-basierten kostenlosen Tarifs GMX FreePhone
Entwicklung und Einführung des „UIM Whitelabel Ad Managers“ für B2B-Kunden der IONOS-Gruppe zur Buchung von Onlinekampagnen innerhalb der Mail Inbox auf WEB.DE und GMX
Einführung einer Offline-Kreditkarte in der Cashback-Welt, mit der Kunden auch offline WebCent sammeln können
Launch eines neuen E-Mail-Sammeldienstes zur Integration von Mailboxen anderer Anbieter mit
Unterstützung aktueller Autorisierungsprotokolle
„Business Applications”
Einführung eines auf Basis von KI agierenden Assistenten innerhalb des E-Mail-Produkts
Einführung einer mit KI unterstützten Domain-Suche bei den Marken Arsys und Fasthosts
Einführung eines Chatbots mit KI-Unterstützung für den Kundenservice in Deutschland und UK
Einführung einer multimodalen KI-Inferenz Plattform (AI Model Hub)
Einführung eines Domain-Expiry-Pools zur besseren Monetarisierung nicht mehr benötigter Domains; durch automatisierte Prozesse werden diese Domains gezielt Kunden angeboten und können über Sedo zum Verkauf bereitgestellt werden
Einführung von Shared Webhosting Produkten für WordPress auf Basis einer skalierbaren und hochperformanten neuen Hosting-Plattform
Einführung eines Abmahnschutz-Services bei mehreren IONOS Tochterunternehmen, zur rechtssicheren Erstellung von Webseiten unter Beachtung der gesetzlichen Grundlagen
Einführung von Werbemöglichkeiten (Inbox Ads) für IONOS Kunden in den E-Mail-Postfächern von GMX und Web.de
Rollout des Bare Metal Cloud Produkts im Rechenzentrum Niederlauterbach zur Bedienung des französischen Marktes
Rollout des Services “Build-to-Order” für dedizierte Server in Nordamerika; Kunden sind dadurch in der Lage, ihre Server-Architektur selbstständig mit der passenden Hardware zusammenzustellen
Einführung einer privaten DNS-Lösung
Einführung eines S/3-kompatiblen Objektspeichers mit hoher Skalierbarkeit und Redundanz auf Ceph-Basis
Einführung von Managed MariaDB und Managed Redis mit Verwaltung, Wartung und Skalierung dieser Datenbanken durch IONOS
Einführung von Logging-as-a-Service (LaaS): Eine cloudbasierte Plattform zur Verwaltung von Infrastruktur- und Anwendungsprotokollen
Einführung regionaler Control Planes für Managed Kubernetes, um die Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit von Kunden-Clustern weiter zu verbessern und eine höhere Flexibilität bei der regionalen Zuordnung der Steuerungsebene zu ermöglichen
Ausbau der Managed Kubernetes (MK8S)-Plattform im US-Geschäft, um Kunden ein breiteres Spektrum an verwalteten Kubernetes-Diensten und Kubernetes-Clustern anzubieten und ihre Skalierbarkeit und Flexibilität zu erhöhen
Aufbau einer “airgapped” Cloud-Lösung in einer isolierten Umgebung für ITZBund
Einführung eines bidirektionalen VPNs zur sicheren Verwaltung von Ressourcen in der Private Cloud
2. Wirtschaftsbericht
2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene
Rahmenbedingungen
Entwicklung der Gesamtwirtschaft
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat im Rahmen seines letzten Konjunkturausblicks (World Economic Outlook, Update Januar 2025) nach vorläufigen Berechnungen für 2024 ein Plus von 3,2 % für die Weltwirtschaft ausgewiesen. Das Wachstum lag damit in etwa auf Vorjahresniveau (3,3 %).
In den nordamerikanischen Zielländern der United Internet Gruppe erwartet der Fonds in 2024 ein sichtbares, wenngleich schwächeres Wachstum als im Vorjahr. So erwartet der IWF für die USA ein Plus von 2,8 % (Vorjahr: 2,9 %), für Kanada ein Plus von 1,3 % (Vorjahr: 1,5 %) und für Mexiko ein Plus von
1,8 % (Vorjahr: 3,3 %).
Ein Blick auf die wichtigsten Zielländer von United Internet in Europa zeigt folgendes Bild: Für Frankreich erwartet der IWF für 2024 ein Wachstum um 1,1 % (Vorjahr: 1,1 %), für Spanien um 3,1 % (Vorjahr: 2,7 %) und für Polen um 2,8 % (Vorjahr: 0,1 %). Für Italien und Großbritannien wird hingegen ein etwas schwächeres Wachstum von 0,6 % (Vorjahr: 0,7 %) bzw. 0,9 % (Vorjahr: 0,3 %) prognostiziert.
Die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland, dem aus Sicht von United Internet mit Abstand wichtigsten Markt (Umsatzanteil 2024: ca. 90 %), zeigt dagegen als einziges Zielland von United Internet erneut einen Rückgang der Wirtschaftsleistung in 2024 um -0,2 % (Vorjahr: -0,3 %).
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung des BIP in wesentlichen Zielländern und -regionen von United Internet
 
2020
2021
2022
2023
2024
Veränderung zum Vorjahr
Welt
–3,1 %
6,2 %
3,5 %
3,3 %
3,2 %
–0,1 Prozentpunkte
USA
–3,4 %
5,9 %
1,9 %
2,9 %
2,8 %
–0,1 Prozentpunkte
Kanada
–5,2 %
5,0 %
3,8 %
1,5 %
1,3 %
–0,2 Prozentpunkte
Mexiko
–8,2 %
4,7 %
3,9 %
3,3 %
1,8 %
–1,5 Prozentpunkte
Frankreich
–8,0 %
6,8 %
2,5 %
1,1 %
1,1 %
+/- 0,0 Prozentpunkte
Spanien
–10,8 %
5,5 %
5,8 %
2,7 %
3,1 %
+ 0,4 Prozentpunkte
Italien
–8,9 %
6,7 %
3,7 %
0,7 %
0,6 %
–0,1 Prozentpunkte
Polen
–2,0 %
6,9 %
5,3 %
0,1 %
2,8 %
+ 2,7 Prozentpunkte
Großbritannien
–9,4 %
7,6 %
4,3 %
0,3 %
0,9 %
+ 0,6 Prozentpunkte
Deutschland
–4,6 %
2,6 %
1,8 %
–0,3 %
–0,2 %
+ 0,1 Prozentpunkte
Quelle: Internationaler Währungsfonds, World Economic Outlook (Update), Januar 2025
Die Berechnungen des IWF für Deutschland decken sich damit mit den vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis), das für 2024 – im Rahmen der Pressekonferenz „Bruttoinlandsprodukt 2024“ am 15. Januar 2025 – ebenfalls erneut einen Rückgang des (preisbereinigten) Bruttoinlandsprodukts (BIP) um -0,2 % (Vorjahr: -0,3 %) festgestellt hat.
Verantwortlich dafür waren nach Einschätzung des Statistischen Bundesamtes konjunkturelle und strukturelle Belastungen. Dazu zählen zunehmende Konkurrenz für die deutsche Exportwirtschaft auf wichtigen Absatzmärkten, hohe Energiekosten, ein nach wie vor erhöhtes Zinsniveau, aber auch unsichere wirtschaftliche Aussichten.
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung des preisbereinigten BIP in Deutschland
 
2020
2021
2022
2023
2024
Veränderung zum Vorjahr
BIP
–4,1 %
3,7 %
1,4 %
–0,3 %
–0,2 %
+ 0,1 Prozentpunkte
Quelle: Destatis, Januar 2025
Entwicklung der Branche / Kernmärkte
Die digitale Wirtschaft in Deutschland bleibt dagegen auf Wachstumskurs. Trotz des aktuell schwierigen konjunkturellen Umfelds erwartet der Digitalverband Bitkom im deutschen Markt für IT und Telekommunikation (ITK) für 2024 ein Umsatzplus von 3,3 % (Vorjahr: 2,4 %) auf 222,6 Mrd. €.
Der Anstieg des Gesamtmarktes ITK resultiert insbesondere aus den gestiegenen Umsätzen in der Informationstechnik (IT). Die Umsätze in diesem größten Teilmarkt stiegen laut BITKOM-Prognose 2024 um 4,4 % (Vorjahr: 2,6 %) auf 149,7 Mrd. €. Dabei entwickelten sich die Segmente des Teilmarktes recht unterschiedlich: So legten die Bereiche Software (dazu gehören u. a. KI-Plattformen, Kollaborationstools und Cloud Services) um 9,5 % (Vorjahr: 12,1 %) und IT-Services deutlich um 3,8 % (Vorjahr: 5,0 %) zu. Der Bereich IT-Hardware lag hingegen nur leicht mit 0,7 % im Plus, nachdem er im Vorjahr (nach den überproportional hohen Investitionen während der Pandemie-Jahre) um -6,1 % zurückgegangen war.
Die aus Sicht des Geschäftsmodells von United Internet wichtigsten ITK-Märkte sind insbesondere
der deutsche Telekommunikationsmarkt im überwiegend abonnementfinanzierten Geschäftsbereich
„Access“ sowie der weltweite Cloud-Computing-Markt und der deutsche Online-Werbemarkt im abonnement- und werbefinanzierten Geschäftsbereich „Applications“.
Telekommunikationsmarkt in Deutschland
Für den ITK-Teilmarkt Telekommunikation erwartet der Branchenverband in 2024 einen Anstieg um 1,0 % (Vorjahr: 2,0 %) von 72,3 Mrd. € auf 73,0 Mrd. €. Dabei entwickeln sich auch im deutschen Telekommunikationsmarkt die einzelnen Segmente recht unterschiedlich: So legten die Telekommunikationsdienste um 1,8 % (Vorjahr: 2,1 %) und das Geschäft mit Endgeräten um 1,6 % (Vorjahr: 3,1 %) zu,
während das Infrastrukturgeschäft um -4,8 % (Vorjahr: -0,7 %) zurückging.
Markt-Kennzahlen: Telekommunikationsmarkt in Deutschland
in Mrd. 
2024
2023
Veränderung
Telekommunikations-Umsätze
73,0
72,3
+ 1,0 %
Quelle: Bitkom, Januar 2025
Bei den für United Internet wichtigen Service-Umsätzen erwartet die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) laut der Studie „German Entertainment and Media Outlook 2024 - 2028“ (September 2024) für 2024 einen Anstieg um 1,3 % auf 32,6 Mrd. €. Dabei sollen die Service-Umsätze im Mobilfunkgeschäft um 2,0 % auf 18,0 Mrd. € und die Service-Umsätze im Breitbandgeschäft um 0,4 % auf 14,6 Mrd. € zulegen.
Die Anzahl der Mobilfunkverträge wird von PwC nach einem Plus um 2,8 % in 2024 bei 179,9 Mio. erwartet. Das Wachstum resultiert aus einem Plus von 57,5 % bei 5G Verträgen auf 55,3 Mio., während Verträge für geringere Datenraten deutlich zurückgingen.
Die Anzahl der Breitbandanschlüsse im Festnetz stieg gemäß PwC in 2024 um 0,8 % auf 38,9 Mio. Dabei ging die Anzahl an DSL-Anschlüssen (-5,0 % auf 23,4 Mio.) und Kabel-Anschlüssen (-1,2 % auf 8,5 Mio.) jeweils zurück, während Glasfaser-Anschlüsse um 38,0 % auf 5,8 Mio. zulegten.
Cloud-Computing-Markt weltweit
Der Cloud-Computing-Markt hat sich auch in 2024 dynamisch weiterentwickelt. Gartner, Inc. erwartet im Rahmen seiner Studie „Public Cloud Services, Worldwide, 2022-2028, 3Q24 Update“ (November 2024) ein weltweites Wachstum für Public Cloud Services um 19,2 % von 499,7 Mrd. USD auf 595,7 Mrd. USD in 2024. Am stärksten zulegen sollen dabei die Bereiche Cloud System Infrastructure Services (laaS) mit 21,3 %, Cloud Application Infrastructure Services (PaaS) mit 19,1 % sowie Cloud Application Services (SaaS) mit 18,1 %.
Markt-Kennzahlen: Cloud Computing weltweit
in Mrd. USD
2024
2023
Veränderung
Umsatz Public Cloud Services weltweit
595,65
499,71
+ 19,2 %
davon Application Infrastructure Services (PaaS)
171,57
144,05
+ 19,1 %
davon Application Services (SaaS)
250,80
212,37
+ 18,1 %
davon Desktop as a Service (DaaS)
3,47
3,22
+ 7,7 %
davon System Infrastructure Services (laaS)
169,82
140,00
+ 21,3 %
Quelle: Gartner Forecasts, Worldwide Public Cloud End-User Spending, November 2024
Online-Werbemarkt in Deutschland
Bei den im deutschen Online-Werbemarkt (Mobile Werbung und Desktop-Werbung) erzielten Gesamt-umsätzen (Paid-Search, Display, Video, Affiliate / Classifieds) erwartet die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) laut der Studie „German Entertainment and Media Outlook 2024 - 2028“ (September 2024) - nach einem Wachstum von 11,9 % in 2023 – für 2024 ein Wachstum um 10,7 % von 17,1 Mrd. € auf insgesamt 18,9 Mrd. €.
Markt-Kennzahlen: Gesamtmarkt Online-Werbung in Deutschland – nach PwC
in Mrd. 
2024
2023
Veränderung
Online-Werbeumsätze
18,93
17,09
+ 10,7 %
Quelle: PricewaterhouseCoopers, German Entertainment and Media Outlook 2024 – 2028, September 2024

Nicht viel anders als PwC bewertet auch der Online-Vermarkterkreis (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. die Lage im deutschen Online-Werbemarkt. Dabei berücksichtigt der OVK bei seinen Marktzahlen ausschließlich Nettoumsätze und fokussiert sich ausschließlich auf den für United Internet wichtigsten Teilmarkt, den Display-Werbemarkt (Mobile und Desktop). Ausgehend von seiner aktualisierten Prognose im September 2024 erwartet der OVK – im Rahmen seines OVK-Report 2024/02 – für den Display-Werbemarkt einen Anstieg der Nettoumsätze von 5,5 Mrd. € im Vorjahr auf 6,2 Mrd. €. Dies bedeutet ein Plus von 11,7 % – nach einem Wachstum von 6,4 % im Vorjahr.
Markt-Kennzahlen: Display-Werbemarkt in Deutschland – nach OVK
in Mrd. 
2024
2023
Veränderung
Display-Werbeumsätze
6,16
5,51
+ 11,7 %
Quelle: Online-Vermarkterkreis (OVK), OVK-Report 2024/02, September 2024

Rechtliche Rahmenbedingungen / wesentliche Ereignisse
Rechtliche Rahmenbedingungen
Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Geschäftstätigkeit von United Internet blieben im Geschäftsjahr 2024 im Vergleich zum Geschäftsjahr 2023 im Wesentlichen konstant und hatten keinen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung im United Internet Konzern.
Wesentliche Ereignisse
1&1 startet Bestandskunden-Migration auf das 1&1 Mobilfunknetz
Nach dem Start des 1&1 Mobilfunknetzes für mobile Dienste Ende 2023 startete 1&1 im Januar 2024 auch die Migration ihrer über 12 Millionen Bestandskundenverträgen von Fremdnetzen in das 1&1 Mobilfunknetz.
Durch die sukzessive Migration der Bestandskunden auf das eigene Netz kann 1&1 den Vorleitungseinkauf bei Dritten (auf Wholesale-Basis) zunehmend ersetzen und stattdessen intern produzierte Vorleistungen nutzen und dadurch auch zunehmende Einsparungen im Vorleistungseinkauf realisieren.
IONOS baut Cloud-Lösung für die Bundesverwaltung
Im April 2024 hat das Informationstechnikzentrum Bund (ITZBund) IONOS mit dem Aufbau einer privaten Enterprise-Cloud beauftragt, die in den Rechenzentren des ITZBund betrieben wird. Das ITZBund ist der IT-Dienstleister für 200 Behörden der Bundesverwaltung und soll die öffentliche Verwaltung mit moderner IT unterstützen und in die digitale Zukunft führen.
Der Rahmenvertrag hat eine Laufzeit von fünf Jahren. Bei dem variablen Auftrag wird, wie im Cloud-Bereich üblich, per „pay-per-use“ abgerechnet.
Vorübergehende Einschränkung der Verfügbarkeit des 1&1 Mobilfunknetzes
Umsatz und Ergebnis wurden durch die Auswirkungen eines vorübergehenden Ausfalls des neuen 1&1 Mobilfunknetzes im Mai 2024 sowie damit einhergehenden erhöhten Kündigungsaussprachen außerplanmäßig belastet. Außerdem war die geplante Migration von Bestandskunden auf das 1&1 Mobilfunknetz aufgrund einer unerwarteten Unterdimensionierung einzelner Netzbestandteile vorübergehend stark eingeschränkt und konnte erst im vierten Quartal 2024 wieder umfangreich aufgenommen werden.
Damit konnten die im Geschäftsjahr 2024 erwarteten Einsparungen aus der Migration bestehender Kundenverträge (auf Wholesale-Basis) auf das 1&1 Mobilfunknetz nur zu kleinen Teilen realisiert werden. Darüber hinaus entstanden temporär höhere Aufwendungen für die Beseitigung von in der Folge des Netzausfalls festgestellten Kapazitätsengpässen.

Abschluss des Hauptvertrages für die National-Roaming-Partnerschaft zwischen 1&1 und Vodafone
Im August 2024 starteten Vodafone und 1&1 ihre National-Roaming-Partnerschaft im Mobilfunk. Nachdem sich die beiden Unternehmen bereits im Vorjahr in einem Vorvertrag verbindlich auf die Zusammenarbeit ab Sommer dieses Jahres geeinigt hatten, wurde am 23. August 2024 der ausführliche Hauptvertrag unterzeichnet.
Neukunden von 1&1 nutzen seit dem 29. August 2024 mit ihren Smartphones auch das Mobilfunknetz von Vodafone mit. Auch die Migration von Bestandskunden erfolgt seitdem auf Vodafone als National Roaming Partner. Bis Ende 2025 soll National Roaming mit Vodafone für alle 1&1 Mobilfunkkunden bereitstehen. National-Roaming-Vorleistungen, die bis zuvor über Telefónica bezogen wurden, werden parallel dazu vollständig zurückgefahren. National Roaming ist ein beim Bau neuer Mobilfunknetze übliches Verfahren, durch das Kunden in noch nicht versorgten Gebieten unterbrechungsfrei surfen und telefonieren können. Dazu werden in diesen Gebieten automatisch Antennen des Roaming-Partners genutzt.
Die Kooperation zwischen Vodafone und 1&1 ist langfristig ausgelegt und beinhaltet Mechanismen, die beide Unternehmen bei steigenden Kosten und Datenvolumina wirtschaftlich absichert.
Finanzierungsmaßnahmen
Im Dezember 2024 hat United Internet den bis dato bestehenden Konsortialkreditrahmen erfolgreich mit ihren Kernbanken refinanziert. Für den neuen Konsortialkreditrahmen über 950 Mio. € wurde eine Laufzeit bis Dezember 2029 vereinbart und beinhaltet vertraglich zugesagte Verlängerungsoptionen.
Zugleich hat der Konzern im Dezember 2024 einen im Dezember 2027 endfälligen Konsortialkredit über 550 Mio. € abgeschlossen. Dabei hat United Internet AG einen Teil ihrer mit Kernbanken bestehenden bilateralen Betriebsmittellinien in den Konsortialkredit eingebracht, so dass diese erfolgreich langfristig refinanziert werden konnten.
Darüber hinaus haben United Internet und die Japan Bank for International Cooperation (JBIC) ebenfalls im Dezember 2024 einen Darlehensvertrag in Höhe von bis zu 800 Mio. € unterzeichnet. Die Mittel werden durch eine direkte Tranche der vollständig im Eigentum der japanischen Regierung stehenden Japan Bank for International Cooperation und eine durch JBIC garantierte Tranche eines Konsortiums europäischer und japanischer Geschäftsbanken bereitgestellt.
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Für weitere Informationen wird auf das Kapitel 2.2 „Geschäftsverlauf“, „Liquidität und Finanzierung“ verwiesen.
Darüber hinaus fanden im Geschäftsjahr 2024 keine wesentlichen Ereignisse statt, die einen maßgeblichen Einfluss auf den Geschäftsverlauf hatten.

2.2 Geschäftsverlauf
Verwendung und Definition relevanter finanzieller Kennzahlen
Für eine klare und transparente Darstellung der Geschäftsentwicklung von United Internet werden in den Jahres- und Zwischenabschlüssen des Konzerns – neben den nach International Financial Reporting Standards (IFRS) geforderten Angaben – weitere finanzielle Kennzahlen wie z. B. EBITDA, EBITDA-Marge, EBIT, EBIT-Marge oder der Free Cashflow angegeben.
Diese Kennzahlen sind bei United Internet wie folgt definiert:
EBIT: Das EBIT (Earnings before Interest and Taxes; Ergebnis vor Zinsen und Steuern) stellt das in der Gesamtergebnisrechnung ausgewiesene Ergebnis der betrieblichen Tätigkeiten dar.
EBIT-Marge: Die EBIT-Marge stellt das Verhältnis von EBIT zu Umsatz dar.
EBITDA: Das EBITDA (Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization; Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) errechnet sich aus dem EBIT / Ergebnis der betrieblichen Tätigkeiten zuzüglich der (in der Kapitalflussrechnung ausgewiesenen Positionen) Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sowie Abschreibungen auf im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierte Vermögenswerte.
EBITDA-Marge: Die EBITDA-Marge stellt das Verhältnis von EBITDA zu Umsatz dar.
Cashflow vor Veränderung der Bilanzposten (Zwischensumme): Der Cashflow vor Veränderung der Bilanzposten ergibt sich aus dem Konzernergebnis, bereinigt um zahlungsunwirksame Effekte. Dazu zählen u. a. Abschreibungen, das At-equity-Ergebnis, latente Steuern sowie Zins- und Finanzierungsaufwendungen. Diese Zwischensumme stellt den operativen Mittelzufluss dar, bevor Veränderungen im Working Capital und sonstigen Bilanzposten berücksichtigt werden.
Free Cashflow: Der Free Cashflow errechnet sich aus den (in der Kapitalflussrechnung ausgewiesenen Positionen) Nettozahlungen der betrieblichen Tätigkeit, verringert um Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, zuzüglich Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen.
Free Cashflow nach Leasing: Der Free Cashflow nach Leasing ergibt sich aus dem Free Cashflow inkl. des Tilgungsanteils von Leasingverbindlichkeiten, die seit dem Geschäftsjahr 2019 (IFRS 16) in den Nettozahlungen im Finanzierungsbereich ausgewiesen werden.
Cash-Capex: Der Cash-Capex ist die Summe der zahlungswirksamen Ausgaben für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen.
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Die vorgenannten Kennzahlen werden, soweit es für eine klare und transparente Darstellung notwendig ist, um Sonderfaktoren / Sondereffekte bereinigt und unter der Bezeichnung „operative Kennzahlen“ (also z. B. operatives EBITDA, operatives EBIT oder operatives EPS) ausgewiesen. Eine Herleitung von EBITDA, EBIT, EBT, Konzernergebnis und EPS (laut Gesamtergebnisrechnung) auf die um Sondereffekte bereinigten Werte findet sich im Kapitel 2.3 „Lage des Konzerns“.
Die Sondereffekte betreffen in der Regel nur solche Effekte, die aufgrund ihrer Art, ihrer Häufigkeit und / oder ihres Umfangs geeignet sind, die Aussagekraft der finanziellen Kennzahlen für die Finanz- und Ertragsentwicklung des Konzerns zu beeinträchtigen. Alle Sondereffekte werden zum Zwecke der Überleitung von den unbereinigten finanziellen Kennzahlen zu den operativen Kennzahlen im jeweiligen Abschnitt des Abschlusses aufgezeigt und erläutert.
Aufwendungen für den Ausbau des 1&1 Mobilfunknetzes oder Anlaufkosten in neuen Geschäftsfeldern bei 1&1 Versatel werden dagegen nicht bereinigt, sondern – sofern vorhanden – in den jeweiligen Abschnitten aufgezeigt.
Währungsbereinigte Umsatz- und Ergebniszahlen werden berechnet, indem Umsatz und Ergebnis mit den durchschnittlichen Wechselkursen der Vergleichsperiode anstatt der laufenden Periode umgerechnet werden.
Die für die Steuerung des Konzerns bedeutsamsten finanziellen Kennzahlen sind der Umsatz sowie das operative EBITDA gemäß IFRS.
Sondereffekte im Geschäftsjahr 2024
Einstellung der Geschäftsfelder „Energy“ und „De-Mail“ im Segment
„Consumer Applications“
Nach eingehender Prüfung haben Vorstand und Aufsichtsrat im März 2024 entschieden, die Geschäftsfelder „Energy“ und „De-Mail“ im Segment „Consumer Applications“ nicht fortzuführen.
Vor diesem Hintergrund weist United Internet im Rahmen seiner Lageberichterstattung sowohl im Segment „Consumer Applications“ als auch auf Ebene des Konzerns die Umsatz- und Ergebnisbeiträge dieser Geschäftsfelder separat aus und bereinigt die operativen Kennzahlen 2024 sowie die Vergleichswerte 2023 entsprechend um diese Beiträge. Gleiches gilt für die Kundenverträge, die ebenfalls „bereinigt“ dargestellt werden. Die Finanzkennzahlen der Jahre 2020-2022 in den Mehrperiodenübersichten blieben unverändert.
Die vorgenannten Umsatzbeiträge aus „Energy“ und „De-Mail“ beliefen sich auf 27,3 Mio. € im Vorjahr bzw. 26,2 Mio. € im Geschäftsjahr 2024, die Ergebnis-Beiträge auf -2,7 Mio. € (EBITDA) und -2,8 Mio. €
(EBIT) im Vorjahr bzw. -0,7 Mio. € (EBITDA) und -0,9 Mio. € (EBIT) im Geschäftsjahr 2024.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 wurde das Geschäftsfeld „De-Mail“ eingestellt.
Außerplanmäßige, nicht-cashwirksame Wertminderung auf Tele Columbus-
Beteiligung
Die United Internet AG hat am 14. Juni 2024 per Ad-hoc-Mitteilung bekannt gegeben, keine weiteren Investitionen in die Beteiligungsholding Kublai GmbH zu tätigen. Kublai hält aktuell rund 95 % der Aktien der Tele Columbus AG.
Mit dieser Entscheidung verzichtete United Internet auf das Recht, die im Rahmen einer Kapitalerhöhung im 1. Quartal 2024 erfolgte Verwässerung ihrer Anteile an Kublai auf rund 5 % wieder auf 40 % aufzustocken. Vor diesem Hintergrund ergab sich aus dem Verlust des maßgeblichen Einflusses im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2024 eine nicht-cashwirksame Wertminderung auf die Beteiligung an Kublai in Höhe von 170,5 Mio. €, die im Ergebnis aus dem Verlust des maßgeblichen Einflusses ausgewiesen ist.
Wie bereits in der Quartalsmitteilung Q1 2024 berichtet, hat Kublai zur Eigenkapitalausstattung von Tele Columbus im 1. Quartal 2024 eine Kapitalerhöhung durchgeführt, an der sich United Internet nicht beteiligte. Weiterer Gesellschafter von Kublai ist die Hilbert Management GmbH, eine mittelbare Tochtergesellschaft der Morgan Stanley Infrastructure Inc. (MSI), ein von der Investmentbank Morgan Stanley verwalteter Infrastrukturfonds, welche die Kapitalerhöhung in Höhe von 300 Mio. € vollumfänglich gezeichnet hat. Dadurch wurden die Anteile von United Internet am Kublai-Stammkapital auf rund 5 % (zuvor: 40 %) reduziert. Bis zum 17. Juni 2024 bestand für United Internet die Möglichkeit, ihren Anteil am Stammkapital von Kublai durch einen Erwerb von Geschäftsanteilen von MSI gegen eine Zahlung von 120 Mio. € wieder auf 40 % zu erhöhen.
United Internet erachtet die der Kapitalerhöhung zugrunde gelegte Bewertung der Tele Columbus AG als unangemessen niedrig. Die Stimmenmehrheit in der Gesellschafterversammlung ermöglichte es MSI jedoch, die Kapitalerhöhung auf Basis einer von MSI festgelegten Bewertung durchzuführen. United Internet hat zwischenzeitlich das vertraglich vorgesehene Verwässerungsschutzverfahren eingeleitet und lässt die von MSI vorgenommene Bewertung vor der Deutschen Institution für Schiedsgerichtsbarkeit (DIS) überprüfen. Wenn die DIS der Auffassung von United Internet folgt, könnte United Internet ein Ausgleichsbetrag von ca. 300 Mio. € zugesprochen werden. Bei einer abweichenden Auffassung des Gerichts könnte der zugesprochene Anspruch bzw. Ausgleichsbetrag entsprechend geringer ausfallen.
Hintergrund der Entscheidung von Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG gegen weitere Investitionen in Kublai waren unterschiedliche Auffassungen zwischen MSI und United Internet über die zukünftige Finanzierung von Kublai.
Im Rahmen der Lageberichterstattung hat United Internet die außerplanmäßige, nicht-cashwirksame Wertminderung auf die Kublai-/Tele Columbus-Beteiligung separat ausgewiesen und die operativen Kennzahlen EBT und EPS entsprechend bereinigt.
„Einmalige Steuereffekte 2024“
Dieser Sondereffekt resultiert aus einer einmaligen Wertberichtigung von in Vorjahren aktivierten latenten Steuern auf Verlustvorträge auf Ebene der 1&1 Versatel GmbH. Gegenläufig erfolgte eine direkte Verrechnung der laufenden Verluste von 1&1 Versatel auf Ebene der United Internet AG infolge des im November 2024 mit 1&1 Versatel geschlossenen Ergebnisabführungsvertrages.
Im Rahmen der Lageberichterstattung hat United Internet diese einmaligen negativen Steuereffekte in Höhe von netto -52,0 Mio. € in den operativen Kennzahlen Konzernergebnis und EPS entsprechend bereinigt.
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siehe Seite 173
Für weitere Einzelheiten wird auf den Konzernanhang unter Anhangangabe 15 verwiesen.

Tatsächlicher und prognostizierter Geschäftsverlauf 2024
Prognostizierter Geschäftsverlauf
Die United Internet AG hat per Ad-hoc-Mitteilung vom 19. Dezember 2023 ihre Prognose für das Geschäftsjahr 2024 veröffentlicht und unterjährig wie folgt konkretisiert:
 
Prognose 2024
(Dezember 2023)
Konkretisierung
(August 2024)
Konkretisierung
(November 2024)
Umsatz
ca. 6,5 Mrd. 
ca. 6,4 Mrd. 
ca. 6,35 Mrd. 
EBITDA
ca. 1,42 Mrd. 
ca. 1,38 Mrd. 
ca. 1,38 Mrd. 
Tatsächlicher Geschäftsverlauf
Der Umsatz auf Konzernebene stieg im Geschäftsjahr 2024 von 6,213 Mrd. € im Vorjahr um 1,9 % auf 6,329 Mrd. € und lag damit im Bereich der Umsatzprognose (November 2024: ca. 6,35 Mrd. €). Ursächlich für den eher moderaten Umsatzanstieg waren vor allem geringere margenschwache Hardware-Umsätze (insbesondere Smartphones) im Segment „Consumer Access“ (-92,3 Mio. € im Vergleich zu 2023). Ohne die Geschäftsfelder „Energy“ und „De-Mail“ belief sich der Umsatz auf 6,303 Mrd. € (Vorjahr: 6,186 Mrd. €).
Das EBITDA im Konzern belief sich im Geschäftsjahr 2024 auf 1.294,0 Mio. € (Vorjahr: 1.292,1 Mio. €) und lag – wie bereits im Rahmen der vorläufigen Zahlen 2024 veröffentlicht – damit unter der Prognose der Gesellschaft (ca. 1,38 Mrd. €). Im EBITDA enthalten sind neben Ergebnisbelastungen (aus dem vorübergehenden Ausfall des 1&1 Mobilfunknetzes) stärker als erwartet gestiegene Aufwendungen für den Ausbau des 1&1 Mobilfunknetzes. Insgesamt beliefen sich diese auf -265,3 Mio. € (Vorjahr: -132,4 Mio. €). In dieser Position sind zudem 14,3 Mio. € periodenfremde Aufwendungen für Nachberechnungen beim Netzausbau für 2022 und 2023 enthalten. Ohne „Energy“ und „De-Mail“ belief sich das EBITDA auf 1.294,7 Mio. € (vergleichbarer Vorjahreswert ohne IPO-Kosten IONOS: 1.296,5 Mio. €).
Zusammenfassung: Tatsächlicher und prognostizierter Geschäftsverlauf 2024
 
Prognose 2024
(Dezember 2023)
Konkretisierung
(August 2024)
Konkretisierung
(November 2024)
Ist
2024
Umsatz
ca. 6,5 Mrd. 
ca. 6,4 Mrd. 
ca. 6,35 Mrd. 
6,329 Mrd. 
EBITDA
ca. 1,42 Mrd. 
ca. 1,38 Mrd. 
ca. 1,38 Mrd. 
1,294 Mrd. 
Der Jahresfehlbetrag der United Internet AG (Einzelgesellschaft) belief sich im Geschäftsjahr 2024 auf
-365,3 Mio. € und lag damit deutlich unter der Prognose 2024, die (vorbehaltlich eventueller Sondereffekte) von einem ausgeglichenen Jahresergebnis ausging. Ursächlich hierfür war insbesondere ein außenplanmäßiger Verlust aus der Verwässerung der Anteile an Kublai in Höhe von -316,0 Mio. €. Hinzu kam die Übernahme des Verlustes der 1&1 Versatel GmbH infolge des im November 2024 mit der 1&1 Versatel GmbH geschlossenen Ergebnisabführungsvertrages sowie gegenläufig ein Ertrag aus der Veränderung der passiven latenten Steuern auf Ebene der United Internet AG, die sich netto auf -131,1 Mio. € summierten, und die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Prognose noch nicht in den Planungen enthalten war.
Bereinigt um diese außerplanmäßigen Faktoren lag das Jahresergebnis 2024 der Einzelgesellschaft deutlich über der Prognose der Einzelgesellschaft.
Entwicklung der Geschäftsbereiche und Segmente
Die operative Geschäftstätigkeit des Konzerns gliedert sich in die Geschäftsbereiche „Access“ und „Applications“, die sich wiederum in die Segmente „Consumer Access“ und „Business Access“ sowie „Consumer Applications“ und „Business Applications“ unterteilen.
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Einzelheiten zu den Geschäftsmodellen der einzelnen Segmente finden sich in Kapitel 1.1 „Geschäftsmodell“.
Segment „Consumer Access“
Im Segment „Consumer Access“ stand im Geschäftsjahr 2024 – neben dem weiteren Ausbau des 1&1 Glasfasernetzes und der sukzessiven Migration von Bestandskunden in das neue Mobilfunknetz – die weitere Gewinnung von werthaltigen Breitband- und Mobile-Internet-Verträgen im Fokus.
Die Zahl der kostenpflichtigen Verträge im Segment „Consumer Access“ stieg im Geschäftsjahr 2024 um 130.000 Verträge auf 16,39 Mio. Während Breitband-Anschlüsse leicht um 60.000 Verträge auf 3,95 Mio. zurückgingen, legten Mobile-Internet-Verträge um 190.000 auf 12,44 Mio. Verträge zu. Damit fiel insbesondere das Wachstum im Mobilfunkgeschäft geringer aus als erwartet. Ursächlich hierfür waren vor allem Effekte der Bestandskunden-Netzmigration sowie Sonderkündigungen im Zusammenhang mit der vorübergehenden Störung des Mobilfunknetzes Ende Mai 2024.
Entwicklung der Consumer-Access-Verträge im Geschäftsjahr 2024
in Mio.
31.12.2024
31.12.2023
Veränderung
Consumer Access, Verträge gesamt
16,39
16,26
+ 0,13
davon Mobile Internet
12,44
12,25
+ 0,19
davon Breitband-Anschlüsse
3,95
4,01
- 0,06
Entwicklung der Consumer-Access-Verträge im 4. Quartal 2024
in Mio.
31.12.2024
30.09.2024
Veränderung
Consumer Access, Verträge gesamt
16,39
16,35
+ 0,04
davon Mobile Internet
12,44
12,38
+ 0,06
davon Breitband-Anschlüsse
3,95
3,97
- 0,02
Der Umsatz im Segment „Consumer Access“ sank im Geschäftsjahr 2024 von 4.096,7 Mio. € im Vorjahr um -0,8 % auf 4.064,3 Mio. €. Dabei stiegen die vom geringeren Vertragswachstum belasteten margenstarken Service-Umsätze, die das Kerngeschäft des Segments darstellen, von 3.243,2 Mio. € im Vorjahr um 1,8 % auf 3.303,1 Mio. € im Geschäftsjahr 2024. Die margenschwachen Hardware-Umsätze blieben mit 761,2 Mio. € um -10,8 % bzw. um -92,3 Mio. € hinter dem Vorjahr (853,5 Mio. €) zurück. Das Hardware-Geschäft schwankt saisonal und hängt von der Attraktivität neuer Geräte und den Modellzyklen der Hersteller ab.
Kundenverträge, Umsatz und Ergebnis des Segments wurden im Geschäftsjahr 2024 durch die Auswirkungen eines vorübergehenden Ausfalls des neuen 1&1 Mobilfunknetzes im Mai 2024 sowie damit einhergehenden erhöhten Kündigungsaussprachen außerplanmäßig belastet. Außerdem war die geplante Migration von Bestandskunden auf das 1&1 Mobilfunknetz aufgrund einer unerwarteten Unterdimensionierung einzelner Netzbestandteile vorübergehend stark eingeschränkt und konnte erst im vierten Quartal 2024 wieder umfangreich aufgenommen werden. Damit konnten die im Geschäftsjahr 2024 erwarteten Einsparungen aus der Migration bestehender Kundenverträge (auf Wholesale-Basis) auf das 1&1 Mobilfunknetz nur teilweise realisiert werden. Darüber hinaus entstanden temporär höhere Aufwendungen für die Beseitigung von in der Folge des Netzausfalls festgestellten Kapazitätsengpässen.
Das Segment-EBITDA belief sich im Geschäftsjahr 2024 auf 590,8 Mio. € (Vorjahr: 653,8 Mio. €). Im
EBITDA enthalten sind neben den vorgenannten Ergebnisbelastungen stärker als erwartet gestiegene Aufwendungen für den Ausbau des 1&1 Mobilfunknetzes. Insgesamt beliefen sich diese auf -265,3 Mio. € (Vorjahr: -132,4 Mio. €). In dieser Position sind zudem 14,3 Mio. € periodenfremde Aufwendungen für Nachberechnungen beim Netzausbau für 2022 und 2023 enthalten.
Dadurch sowie durch die gestiegenen Abschreibungen infolge der Investitionen in den Aufbau des
1&1 Mobilfunknetzes blieb das Segment-EBIT mit 309,4 Mio. € hinter dem Vorjahr (455,8 Mio. €) zurück.
Die EBITDA-Marge sank von 16,0 % auf 14,5 % und die EBIT-Marge von 11,1 % auf 7,6 %.
Die Zahl der Mitarbeitenden in diesem Segment ging in 2024 auf 3.281 (Vorjahr: 3.320) zurück.
Wesentliche Umsatz- und Ergebniskennzahlen im Segment „Consumer Access“ (in Mio. €)
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(1) Hauptsächlich Hardware-Umsätze
(2) Inklusive periodenfremde Aufwendungen für den Netzaufbau aus 2022 und 2023 (EBITDA- und EBIT-Effekt: -14,3 Mio. €)
Quartalsentwicklung; Veränderung zum Vorjahresquartal(1)
in Mio. 
Q1 2024
Q2 2024
Q3 2024
Q4 2024
Q4 2023
Veränderung
Umsatz
1.024,4
991,5
1.001,3
1.047,1
1.064,9
- 1,7 %
davon Service-Umsatz
821,9
823,0
833,8
824,4
824,3
+ 0,0 %
davon Sonstiger Umsatz(2)
202,5
168,5
167,5
222,7
240,6
- 7,4 %
EBITDA
182,3
144,3
136,4(3)
127,8
142,7
- 10,4 %
EBIT
117,9
78,2
91,4(3)
21,9
92,1
- 76,2 %
(1)Ungeprüft; siehe Hinweis „ungeprüfte Abschnitte“ auf Seite 3
(2)Hauptsächlich Hardware-Umsätze
(3)Inklusive periodenfremde Aufwendungen für den Netzaufbau aus 2022 und 2023 (EBITDA- und EBIT-Effekt: -14,3 Mio. €)

Mehrperiodenübersicht: Entwicklung wesentlicher Umsatz- und Ergebniskennzahlen
in Mio. 
2020
2021
2022
2023
2024
Umsatz
3.786,8
3.909,7
3.963,7
4.096,7
4.064,3
davon Service-Umsatz
3.020,0
3.123,4
3.175,4
3.243,2
3.303,1
davon Sonstiger Umsatz(1)
766,8
786,3
788,3
853,5
761,2
EBITDA
637,8(2)
671,9(3)
693,3
653,8
590,8(4)
EBITDA-Marge
16,8 %
17,2 %
17,5 %
16,0 %
14,5 %
EBIT
482,4(2)
507,3(3)
534,9
455,8
309,4(4)
EBIT-Marge
12,7 %
13,0 %
13,5 %
11,1 %
7,6 %
(1)Hauptsächlich Hardware-Umsätze
(2)Inklusive des periodenfremden positiven Ergebniseffekts in 2021, der dem 2. Halbjahr 2020 zuzuordnen ist (EBITDA- und EBIT-Effekt: +39,4 Mio. €); exklusive Ausbuchung noch zur Verfügung stehender VDSL-Kontingente (EBITDA- und EBIT-Effekt: -129,9 Mio. €)
(3)Exklusive eines periodenfremden positiven Ergebniseffekts, der dem 2. Halbjahr 2020 zuzuordnen ist (EBITDA- und EBIT-Effekt: +39,4 Mio. €)
(4)Inklusive periodenfremde Aufwendungen für den Netzaufbau aus 2022 und 2023 (EBITDA- und EBIT-Effekt: -14,3 Mio. €)
Im operativen Geschäft lag der Fokus im Segment „Consumer Access“ auf dem Betrieb und dem weiteren Ausbau des 1&1 Mobilfunknetzes.
Ende August startete die National-Roaming-Partnerschaft mit Vodafone. Im Rahmen der Partnerschaft bietet 1&1 ihren Mobilfunkkunden eine hohe Netzqualität auch überall dort, wo 1&1 während der Ausbauphase des 1&1 O-RAN zunächst noch über keine eigene Versorgung verfügt. Bis Ende 2025 wird National Roaming mit Vodafone für alle 1&1 Mobilfunkkunden bereitstehen. National-Roaming-Vorleistungen, die bis dato über Telefónica bezogen wurden, werden parallel dazu vollständig zurückgefahren.
Auch beim zentralen Ziel, das 1&1 Mobilfunknetz schnellstmöglich auszubauen und die Open-RAN-Technologie in immer mehr Gebieten verfügbar zu machen, erzielte 1&1 gute Fortschritte.

Segment „Business Access“
Der Umsatz im Segment „Business Access“ stieg im Geschäftsjahr 2024 von 564,0 Mio. €
im Vorjahreszeitraum um 1,9 % auf 574,9 Mio. €.
Das Segment-EBITDA verbesserte sich trotz der Anlaufkosten in neuen Geschäftsfeldern von
162,9 Mio. € um 1,4 % auf 165,1 Mio. €. Die EBITDA-Marge sank leicht von 28,9 % auf 28,7 %.
Im neuen Geschäftsfeld „5G“ errichtet 1&1 Versatel im Rahmen eines „Intercompany-Vertrages“ Rechenzentren und Glasfaseranbindungen für Antennenstandorte des 1&1 Mobilfunknetzes und überlässt 1&1 diese mietweise. Im weiteren neuen Geschäftsfeld „Ausbau von Gewerbegebieten“ schließt 1&1 Versatel über neu errichtete regionale Ausbau-Cluster Unternehmen in Gewerbegebieten an Glasfaser an. Die in den neuen Geschäftsfeldern insgesamt entstandenen Anlaufkosten beliefen sich in 2024 auf
-21,6 Mio. € (Vorjahr: -21,5 Mio. €) beim EBITDA sowie auf -117,4 Mio. € (Vorjahr: -65,2 Mio. €) beim EBIT.
Aufgrund der vorgenannten Anlaufkosten in den neuen Geschäftsfeldern sowie gestiegener Abschreibungen infolge der damit verbundenen Investitionen in die Netzinfrastruktur ging das Segment-EBIT von -51,5 Mio. € im Vorjahr auf -78,6 Mio. € zurück.
Die Zahl der Mitarbeitenden in diesem Segment stieg in 2024 um 7,8 % auf 1.640 (Vorjahr: 1.522).
Wesentliche Umsatz- und Ergebniskennzahlen im Segment „Business Access“ (in Mio. €)
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Quartalsentwicklung; Veränderung zum Vorjahresquartal(1)
in Mio. 
Q1 2024
Q2 2024
Q3 2024
Q4 2024
Q4 2023
Veränderung
Umsatz
141,7
141,5
147,5
144,2
150,6
- 4,2 %
EBITDA
35,4
43,3
41,9
44,5
44,7
- 0,4 %
EBIT
–23,6
–18,6
–15,1
–21,3
–14,6
 
(1)Ungeprüft; siehe Hinweis „ungeprüfte Abschnitte“ auf Seite 3
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung wesentlicher Umsatz- und Ergebniskennzahlen
in Mio. 
2020
2021
2022
2023
2024
Umsatz
493,3
514,4
543,4
564,0
574,9
EBITDA
148,6
158,8
154,1
162,9
165,1
EBITDA-Marge
30,1 %
30,9 %
28,4 %
28,9 %
28,7 %
EBIT
–48,2
–22,9
–39,5
–51,5
–78,6
EBIT-Marge
-
-
-
-
-
Segment „Consumer Applications“
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Wie bereits im Kapitel 2.2 „Geschäftsverlauf“ unter „Sondereffekte im Geschäftsjahr 2024“ ausgeführt, haben Vorstand und Aufsichtsrat im März 2024 entschieden, die Geschäftsfelder „Energy“ und „De-Mail“ im Segment „Consumer Applications“ nicht fortzuführen. Die Kennzahlen 2023 und 2024 werden im Folgenden entsprechend bereinigt dargestellt. Die Finanzkennzahlen der Jahre 2020-2022 in der Mehrperiodenübersicht bleiben hingegen unverändert.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 wurde das Geschäftsfeld „De-Mail“ eingestellt.
Die Anzahl der Pay-Accounts (kostenpflichtige Verträge) im Segment „Consumer Applications“ stieg im Geschäftsjahr 2024 um 240.000 auf 3,04 Mio. Werbefinanzierte Free-Accounts blieben hingegen mit 38,93 Mio. aufgrund höherer Security-Anforderungen hinter dem 31. Dezember 2023 (39,93 Mio.) zurück.
Entwicklung der Consumer-Applications-Accounts im Geschäftsjahr 2024
in Mio.
31.12.2024
31.12.2023
Veränderung
Consumer Applications, Accounts gesamt
41,97
42,73
- 0,76
davon mit Premium-Mail-Subscription (Verträge)
2,22
2,03(1)
+ 0,19
davon mit Value-Added-Subscription (Verträge)
0,82(1)
0,77(1)
+ 0,05
davon Free-Accounts
38,93
39,93
- 1,00
Entwicklung der Consumer-Applications-Accounts im 4. Quartal 2024
in Mio.
31.12.2024
30.09.2024
Veränderung
Consumer Applications, Accounts gesamt
41,97
41,66
+ 0,31
davon mit Premium-Mail-Subscription (Verträge)
2,22
2,16(1)
+ 0,06
davon mit Value-Added-Subscription (Verträge)
0,82(1)
0,82(1)
0,00
davon Free-Accounts
38,93
38,68
+ 0,25
(1)Vertragszahlen zum 31.12.2024 ohne 0,02 Mio. Energy-Verträge (Value-Added-Subscription);
Vertragszahlen zum 31.12.2023 und 30.09.2024 ohne 0,02 Mio. Energy-Verträge und 0,02 Mio. De-Mail-Verträge (Premium-Mail-Subscription)
Steigende Werbeumsätze und vor allem das Wachstum bei Pay-Verträgen führten im Geschäftsjahr 2024 zu 6,6 % Umsatzwachstum auf 324,5 Mio. € gegenüber von 304,3 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Bereinigt um Umsätze von 27,3 Mio. € im Vorjahreszeitraum bzw. 26,2 Mio. € in 2024 aus „Energy“
und „De-Mail“ stieg der Umsatz im Segment „Consumer Applications" von 277,0 Mio. € um 7,7 % auf 298,3 Mio. €.

Auch die Ergebniskennzahlen konnten deutlich zulegen. Das EBITDA stieg von 103,5 Mio. € im Vorjahreszeitraum um 8,7 % auf 112,5 Mio. € und das EBIT von 93,8 Mio. € um 9,5 % auf 102,7 Mio. € in 2024. Darin enthalten waren EBITDA- und EBIT-Beiträge aus „Energy“ und „De-Mail“ von -2,7 Mio. € (EBITDA) und
-2,8 Mio. € (EBIT) im Vorjahreszeitraum bzw. -0,7 Mio. € (EBITDA) und -0,9 Mio. € (EBIT) in 2024. Bereinigt um die leicht negativen Ergebnisbeiträge aus „Energy“ und „De-Mail“ stieg das operative Segment-
EBITDA von 106,2 Mio. € um 6,6 % auf 113,2 Mio. € und das operative Segment-EBIT von 96,6 Mio. € um 7,2 % auf 103,6 Mio. €.
Damit einhergehend ging die operative EBITDA-Marge leicht von 38,3 % auf 37,9 % und die operative EBIT-Marge von 34,9 % auf 34,7 % leicht zurück.
Die Zahl der Mitarbeitenden in diesem Segment legte in 2024 um 3,5 % auf 1.109 (Vorjahr: 1.072) zu.
Wesentliche Umsatz- und Ergebniskennzahlen im Segment „Consumer Applications“ (in Mio. €)
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(1)Exklusive der Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Energy und De-Mail
(Umsatz-Beitrag: 26,2 Mio. €; EBITDA-Beitrag: -0,7 Mio. €; EBIT-Beitrag: -0,9 Mio. €)
(2)Exklusive der Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Energy und De-Mail
(Umsatz-Beitrag: 27,3 Mio. €; EBITDA-Beitrag: -2,7 Mio. €; EBIT-Beitrag: -2,8 Mio. €)

Quartalsentwicklung; Veränderung zum Vorjahresquartal(1)
in Mio. 
Q1 2024(2)
Q2 2024(2)
Q3 2024(2)
Q4 2024(2)
Q4 2023(2)
Veränderung
Umsatz
71,1
73,3
73,2
80,7
82,2
- 1,8 %
EBITDA
23,8
30,1
25,0
34,3
35,5
- 3,4 %
EBIT
21,3
27,7
22,7
31,9
33,2
- 3,9 %
(1)Ungeprüft; siehe Hinweis „ungeprüfte Abschnitte“ auf Seite 3
(2)Exklusive der Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Energy und De-Mail
(Umsatz-Beitrag: 6,6 Mio. €, EBITDA-Beitrag: -1,3 Mio. €, EBIT-Beitrag: -1,3 Mio. € in Q1 2024;
Umsatz-Beitrag: 6,8 Mio. €, EBITDA-Beitrag: +0,6 Mio. €, EBIT-Beitrag: +0,6 Mio. € in Q2 2024;
Umsatz-Beitrag: 6,5 Mio. €, EBITDA-Beitrag: +0,5 Mio. €, EBIT-Beitrag: +0,4 Mio. € in Q3 2024;
Umsatz-Beitrag: 6,3 Mio. €, EBITDA-Beitrag: -0,5 Mio. €, EBIT-Beitrag: -0,6 Mio. € in Q4 2024;
Umsatz-Beitrag: 6,8 Mio. €, EBITDA-Beitrag: -0,5 Mio. €, EBIT-Beitrag: -0,6 Mio. € in Q4 2023)

Mehrperiodenübersicht: Entwicklung wesentlicher Umsatz- und Ergebniskennzahlen
in Mio. 
2020
2021
2022
2023
2024
Umsatz
257,5
285,2
288,6
277,0(3)
298,3(4)
EBITDA
85,5
102,4(1)
104,4(2)
106,2(3)
113,2(4)
EBITDA-Marge
33,2 %
35,9 %
36,2 %
38,3 %
37,9 %
EBIT
77,8
93,3(1)
94,6(2)
96,6(3)
103,6(4)
EBIT-Marge
30,2 %
32,7 %
32,8 %
34,9 %
34,7 %
(1)Exklusive eines nicht-cashwirksamen Bewertungseffekts aus Derivaten (EBITDA- und EBIT-Effekt: +4,9 Mio. €) sowie der konzerninternen Beteiligungsveräußerung der AWIN AG (EBITDA- und EBIT-Effekt: +50,1 Mio. €)
(2)Exklusive eines nicht-cashwirksamen Bewertungseffekts aus Derivaten (EBITDA- und EBIT-Effekt: -0,5 Mio. €)
(3)Exklusive der Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Energy und De-Mail (Umsatz-Beitrag: 27,3 Mio. €; EBITDA-Beitrag: -2,7 Mio. €;
EBIT-Beitrag: -2,8 Mio. €)
(4)Exklusive der Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Energy und De-Mail (Umsatz-Beitrag: 26,2 Mio. €; EBITDA-Beitrag: -0,7 Mio. €;
EBIT-Beitrag: -0,9 Mio. €)

Segment „Business Applications“
Die Zahl der kostenpflichtigen Verträge für Business-Applikationen legte im Geschäftsjahr 2024 um 220.000 Verträge zu. Der Zuwachs resultiert aus 60.000 Verträgen im Inland sowie 160.000 im Ausland. Somit stieg der Bestand auf insgesamt 9,59 Mio. Verträge.
Entwicklung der Business-Applications-Verträge im Geschäftsjahr 2024
in Mio.
31.12.2024
31.12.2023
Veränderung
Business Applications, Verträge gesamt
9,59
9,37(1)
+ 0,22
davon „Inland“
4,63
4,57(1)
+ 0,06
davon „Ausland“
4,96
4,80
+ 0,16
Entwicklung der Business-Applications-Verträge im 4. Quartal 2024
in Mio.
31.12.2024
30.09.2024
Veränderung
Business Applications, Verträge gesamt
9,59
9,52(1)
+ 0,07
davon „Inland“
4,63
4,60(1)
+ 0,03
davon „Ausland“
4,96
4,92
+ 0,04
(1)Vertragszahlen zum 31.12.2023 und 30.09.2024 rückwirkend um -0,02 Mio. Verträge angepasst nach Umstellung der Policy bei einer
IONOS-Konzerntochter im Rahmen des Jahresabschlusses zum 31.12.2024
Der Umsatz im Segment „Business Applications“ stieg im Geschäftsjahr 2024 von 1.423,7 Mio. € im Vorjahreszeitraum um 9,6 % auf 1.560,3 Mio. €.
Die Ergebniszahlen 2023 waren von Sondereffekten im Zusammenhang mit dem Börsengang (IPO) der IONOS Group SE beeinflusst. In diesem Zusammenhang konnte ein Ertrag von netto +11,7 Mio. € verbucht werden, der insbesondere aus der vertraglich vereinbarten Übernahme der gesamten IPO-Kosten durch die IONOS Gesellschafter United Internet und Warburg Pincus resultierte.
Bereinigt um diese Sondereffekte im Vorjahr stieg das operative Segment-EBITDA von 373,7 Mio. € um 15,1 % auf 430,2 Mio. € und das operative Segment-EBIT legte von 265,8 Mio. € um 19,7 % auf 318,2 Mio. € zu.
Die operative EBITDA-Marge sowie die operative EBIT-Marge stiegen entsprechend deutlich von 26,2 % auf 27,6 % bzw. von 18,7 % auf 20,4 % an.
Die Zahl der Mitarbeitenden ging in 2024 um 3,2 % auf 4.226 (Vorjahr: 4.364)
zurück.
Wesentliche Umsatz- und Ergebniskennzahlen im Segment „Business Applications“ (in Mio. €)
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(1)Exklusive IPO-Kosten (EBITDA- und EBIT-Effekt: +11,7 Mio. € netto (IPO-Kosten und gegenläufig Kostenübernahme durch die IONOS Gesellschafter))

Quartalsentwicklung; Veränderung zum Vorjahresquartal(1)
in Mio. 
Q1 2024
Q2 2024
Q3 2024
Q4 2024
Q4 2023
Veränderung
Umsatz
373,0
378,6
390,0
418,7
365,0
+ 14,7 %
EBITDA
101,3
106,1
112,9
109,9
80,0
+ 37,4 %
EBIT
74,2
78,6
85,5
79,9
52,6
+ 51,9 %
(1)Ungeprüft; siehe Hinweis „ungeprüfte Abschnitte“ auf Seite 3

Mehrperiodenübersicht: Entwicklung wesentlicher Umsatz- und Ergebniskennzahlen
in Mio. 
2020
2021
2022
2023
2024
Umsatz
988,2
1.103,3
1.293,0
1.423,7
1.560,3
EBITDA
340,4
329,3(1)
329,2(2)
373,7(3)
430,2
EBITDA-Marge
34,4 %
29,8 %
25,5 %
26,2 %
27,6 %
EBIT
229,5
216,7(1)
216,8(2)
265,8(3)
318,2
EBIT-Marge
23,2 %
19,6 %
16,8 %
18,7 %
20,4 %
(1)Exklusive IPO-Kosten (EBITDA- und EBIT-Effekt: -3,0 Mio. €)
(2)Exklusive IPO-Kosten (EBITDA- und EBIT-Effekt: -8,8 Mio. €)
(3)Exklusive IPO-Kosten (EBITDA- und EBIT-Effekt: +11,7 Mio. € netto (IPO-Kosten und gegenläufig Kostenübernahme durch die IONOS Gesellschafter))
Neben dem operativen Geschäft hat IONOS im Geschäftsjahr 2024 auch die Akquise von Großkunden in seinem Cloud-Geschäft weiter vorangetrieben.
Im April 2024 hat das Informationstechnikzentrum Bund (ITZBund) IONOS mit dem Aufbau einer privaten Enterprise-Cloud beauftragt, die in den Rechenzentren des ITZBund betrieben wird. Das ITZBund ist der IT-Dienstleister für 200 Behörden der Bundesverwaltung und soll die öffentliche Verwaltung mit moderner IT unterstützen und in die digitale Zukunft führen.
Der Rahmenvertrag hat eine Laufzeit von fünf Jahren. Bei dem variablen Auftrag wird, wie im Cloud-Bereich üblich, per „pay-per-use“ abgerechnet.

Beteiligungen im Konzern
Wesentliche Veränderungen bei Beteiligungen
Beteiligung an Kublai
Die United Internet AG hat im Juni 2024 bekannt gegeben, keine weiteren Investitionen in die Beteiligungsholding Kublai GmbH zu tätigen. Kublai hält aktuell rund 95 % der Aktien der Tele Columbus AG.
Mit dieser Entscheidung verzichtete United Internet auf das Recht, die im Rahmen einer Kapitalerhöhung im 1. Quartal 2024 erfolgte Verwässerung ihrer Anteile an Kublai auf rund 5 % wieder auf 40 % aufzustocken. Vor diesem Hintergrund ergab sich aus dem Verlust des maßgeblichen Einflusses im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2024 eine nicht-cashwirksame Wertminderung auf die Beteiligung an Kublai in Höhe von 170,5 Mio. €, die im Ergebnis aus dem Verlust des maßgeblichen Einflusses ausgewiesen ist.
Wie bereits in der Quartalsmitteilung Q1 2024 berichtet, hat Kublai zur Eigenkapitalausstattung von Tele Columbus im 1. Quartal 2024 eine Kapitalerhöhung durchgeführt, an der sich United Internet nicht beteiligte. Weiterer Gesellschafter von Kublai ist die Hilbert Management GmbH, eine mittelbare Tochtergesellschaft der Morgan Stanley Infrastructure Inc. (MSI), ein von der Investmentbank Morgan Stanley verwalteter Infrastrukturfonds, welche die Kapitalerhöhung in Höhe von 300 Mio. € vollumfänglich gezeichnet hat. Dadurch wurden die Anteile von United Internet am Kublai-Stammkapital auf rund 5 % (zuvor: 40 %) reduziert. Bis zum 17. Juni 2024 bestand für United Internet die Möglichkeit, ihren Anteil am Stammkapital von Kublai durch einen Erwerb von Geschäftsanteilen von MSI gegen eine Zahlung von 120 Mio. € wieder auf 40 % zu erhöhen.
United Internet erachtet die der Kapitalerhöhung zugrunde gelegte Bewertung der Tele Columbus AG als unangemessen niedrig. Die Stimmenmehrheit in der Gesellschafterversammlung ermöglichte es MSI jedoch, die Kapitalerhöhung auf Basis einer von MSI festgelegten Bewertung durchzuführen. United Internet hat zwischenzeitlich das vertraglich vorgesehene Verwässerungsschutzverfahren eingeleitet und lässt die von MSI vorgenommene Bewertung vor der Deutschen Institution für Schiedsgerichtsbarkeit (DIS) überprüfen. Wenn die DIS der Auffassung von United Internet folgt, könnte United Internet ein Ausgleichsbetrag von ca. 300 Mio. € zugesprochen werden. Bei einer abweichenden Auffassung des Gerichts könnte der zugesprochene Anspruch bzw. Ausgleichsbetrag entsprechend geringer ausfallen.
Hintergrund der Entscheidung von Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG gegen weitere Investitionen in Kublai waren unterschiedliche Auffassungen zwischen MSI und United Internet über die zukünftige Finanzierung von Kublai.
Infolge der Reduzierung der Anteile von 40 % auf einen Anteil von rund 5 % im Geschäftsjahr 2024 wurde Kublai aus den Anteilen an assoziierten Unternehmen in die Beteiligungen umgegliedert. Entsprechend wird das anteilige Ergebnis der Gesellschaft nicht mehr in der Gesamtergebnisrechnung (im Ergebnis aus dem Verlust des maßgeblichen Einflusses) erfasst, sondern in der Bilanz abgebildet.

Neben den (vollkonsolidierten) operativen Kerngesellschaften hielt United Internet zum 31. Dezember 2024 folgende weitere Minderheitsbeteiligungen, die in das at-equity Ergebnis einbezogen werden.
Minderheitsbeteiligungen an Partnerunternehmen
Im Juli 2013 hat sich United Internet an der Open-Xchange AG (Tätigkeitsschwerpunkt: E-Mail- und
Collaboration-Lösungen) beteiligt. United Internet arbeitet in ihrem Applications-Geschäft bereits seit vielen Jahren erfolgreich mit der Gesellschaft zusammen. Zum 31. Dezember 2024 betrug der Stimmrechtsanteil von United Internet 25,39 %. Für das Geschäftsjahr 2024 erwartet United Internet bei
Open-Xchange steigende Umsätze sowie ein leicht negatives EBITDA.
Im April 2014 hat United Internet eine Beteiligung an der uberall GmbH (Tätigkeitsschwerpunkt: Online-Listings) gezeichnet. Darüber hinaus haben uberall und IONOS einen langfristigen Kooperationsvertrag zur Nutzung der uberall-Lösungen geschlossen. Zum 31. Dezember 2024 betrug der Stimmrechtsanteil von United Internet 25,10 %. Für 2024 erwartet United Internet bei uberall steigende Umsätze sowie ein leicht positives EBITDA.
Im April 2017 hat sich United Internet an der rankingCoach GmbH (Tätigkeitsschwerpunkt: Online-Marketing-Lösungen) beteiligt. Über die Beteiligung hinaus haben sich rankingCoach und die IONOS SE auf einen langfristigen Kooperationsvertrag zur Nutzung der Online-Marketing-Lösungen von rankingCoach durch IONOS im Rahmen ihrer in Europa und Nordamerika angebotenen Hosting- und Cloud-Produkte verständigt. Zum 31. Dezember 2024 betrug der Stimmrechtsanteil von United Internet 31,52 %. Bei rankingCoach erwartet United Internet in 2024 ein Umsatzwachstum sowie ein positives EBITDA.
Darüber hinaus hält United Internet infolge der Einbringung der affilinet GmbH in AWIN im Oktober 2017 auch einen Anteil an der AWIN AG (Tätigkeitsschwerpunkt: Affiliate-Marketing). Aktuell arbeiten mehrere Konzernunternehmen von United Internet mit AWIN zusammen und nutzen das Affiliate-Netzwerk der Gesellschaft im Rahmen ihres Marketing-Mix. Zum 31. Dezember 2024 betrug der Stimmrechtsanteil von United Internet 20,00 %. Auch im Geschäftsjahr 2024 erwartet United Internet bei AWIN weitere Umsatzzuwächse und ein deutlich positives EBITDA.

Aktie und Dividende
Aktie
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DAX, MDAX, TecDAX
Die Aktie der United Internet AG gab im Geschäftsjahr 2024 deutlich um 32,0 % auf 15,67 € zum 31. Dezember 2024 (31. Dezember 2023: 23,04 €) nach. Damit hat sich die Aktie schlechter entwickelt als der DAX (+18,8 %) sowie der ebenfalls gefallene MDAX (-5,7 %).
Entwicklung des Aktienkurses 2024, indexiert
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Die Marktkapitalisierung der United Internet AG ging entsprechend von rund 4,42 Mrd. € im Vorjahr auf rund 3,00 Mrd. € zum 31. Dezember 2024 zurück.
Im Geschäftsjahr 2024 wurden über das elektronische Computerhandelssystem XETRA täglich durchschnittlich rund 200.000 Aktien (Vorjahr: rund 410.000) im Wert von durchschnittlich 3,9 Mio. € (Vorjahr: 7,1 Mio. €) gehandelt.
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung der Aktie
(Stand: 31. Dezember 2024; in €; alle Börsenangaben beziehen sich auf den Xetra-Handel)
 
2020
2021
2022
2023
2024
Schlusskurs
34,43
34,94
18,89
23,04
15,67
Performance
+ 17,6 %
+ 1,5 %
–45,9 %
+ 22,0 %
–32,0 %
Jahreshoch
43,88
39,34
35,45
23,06
25,00
Jahrestief
20,76
31,63
18,14
12,54
15,15
Ø Börsenumsatz am Tag
13.355.218
8.149.290
5.777.474
7.078.087
3.913.674
Ø Börsenumsatz am Tag (Stück)
414.786
233.717
221.596
413.556
196.616
Anzahl Aktien (Stück)
194.000.000
194.000.000
194.000.000
192.000.000
192.000.000
Börsenwert (in Mio. €)
6.679,4
6.778,4
3.664,7
4.423,7
3.008,6
EPS(1)
1,55
2,23
1,97
1,35
–0,28
Bereinigtes EPS(2)
1,87
2,11
2,00
1,41
1,01
(1)EPS aus fortgeführten Geschäftsbereichen
(2)EPS aus fortgeführten Geschäftsbereichen und ohne Sonderfaktoren
Daten zur Aktie
Aktientyp
Namens-Stammaktien
Rechnerischer Anteil am Grundkapital
1,00 €
Wertpapierkennnummer (WKN)
508903
Internationale Wertpapierkennnummer (ISIN)
DE0005089031
Börsenkürzel Xetra
UTDI
Reuters-Symbol
UTDI.DE
Bloomberg-Symbol
UTDI.GR
Segment
Prime Standard
Index
MDAX, TecDAX
Sektor
Telekommunikation & Technologieservices
Aktionärsstruktur
(Stand: 31. Dezember 2024)
Aktionär
Anteil
Ralph Dommermuth
- Ralph Dommermuth GmbH (45,01 %)
- Ralph Dommermuth Investments GmbH & Co. KG (2,88 %)
- RD Holding GmbH & Co. KG (1,04 %)
48,94 %
United Internet (eigene Aktien)
9,98 %
Helikon
5,05 %
Bank of America
4,93 %
Wellington
3,01 %
Streubesitz
28,09 %
Darstellung der oben gezeigten Gesamtstimmrechtsanteile basiert auf der jeweils letzten Stimmrechtsmitteilung gemäß §§ 33 ff. des Wertpapierhandelsgesetzes. Demnach werden nur Stimmrechtsmitteilungen berücksichtigt, die mindestens die erste Meldeschwelle von 3 % erreicht haben. Zudem sind der Gesellschaft vorliegende Directors' Dealings Mitteilungen entsprechend berücksichtigt.
Die von United Internet gehaltenen eigenen Aktien sind weder stimm- noch dividendenberechtigt. Aufgrund der Stimmrechtslosigkeit von eigenen Aktien beläuft sich der Anteil der in von Herrn Dommermuth kontrollierten Gesellschaften gehaltenen stimmberechtigten Aktien an der Gesamtzahl der Stimmrechte der United Internet AG auf 54,37 %, der von Helikon gehaltenen stimmberechtigten Aktien auf 5,61 %, der von Bank of America gehaltenen stimmberechtigten Aktien auf 5,48 %, der von Wellington gehaltenen stimmberechtigten Aktien auf 3,35 % sowie der vom Streubesitz gehaltenen stimmberechtigten Aktien auf 31,19 %.
Dividende
Die Dividenden-Policy von United Internet sieht vor, ca. 20 – 40 % des bereinigten Konzernergebnisses nach Minderheitenanteilen (das auf die „Anteilseigner der United Internet AG“ entfallende bereinigte Konzernergebnis – gemäß Konzern-Gesamtergebnisrechnung) an die Aktionäre auszuschütten, sofern die Mittel nicht für die weitere Unternehmensentwicklung benötigt werden.
Im Rahmen der am 17. Mai 2024 stattgefundenen Hauptversammlung der United Internet AG wurde der Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat, für das Geschäftsjahr 2023 eine Dividende in Höhe von 0,50 € je Aktie (Vorjahr: 0,50 €) auszuzahlen, mit 99,98 % der abgegebenen Stimmen angenommen. Entsprechend wurden am 23. Mai 2024 insgesamt 86,4 Mio. € (Vorjahr: 86,4 Mio. €) ausgeschüttet. Die Ausschüttungsquote lag damit bei 35,6 % des bereinigten Konzernergebnisses 2023 nach Minderheitenanteilen (243,0 Mio. €) und somit – vor dem Hintergrund der getätigten und weiterhin anstehenden Investitionen in das 1&1 Mobilfunknetz sowie in den Ausbau des Glasfasernetzes – im oberen Bereich der Dividenden-Policy.
Für das Geschäftsjahr 2024 schlägt der Vorstand der United Internet AG dem Aufsichtsrat eine reguläre Dividende in Höhe von 0,40 € je Aktie vor (Vorjahr: 0,50 €). Hinzukommen soll eine einmalige Nachholdividende von 1,50 € je Aktie zur Kompensation der geschmälerten Dividendenzahlungen für die Geschäftsjahre 2018 bis 2023. In den letzten Jahren ging United Internet davon aus, dass die Konzerntochter 1&1 spätestens 2025 weiteres Funkspektrum erwerben könnte. Sofern dafür zusätzliche finanzielle Mittel notwendig gewesen wären, wäre United Internet als 1&1 Hauptaktionär gefordert gewesen. Aufgrund einer am 24. März 2025 getroffenen Entscheidung der Bundesnetzagentur, verschiebt sich der Frequenzerwerb nun um mehrere Jahre. Bis dahin wird 1&1 voraussichtlich in der Lage sein, neben den Investitionen des Netzausbaus auch den Erwerb weiterer Frequenzen allein finanzieren zu können.
Über diesen Dividendenvorschlag beraten Vorstand und Aufsichtsrat in der Aufsichtsratssitzung am 25. März 2025 (und somit nach Aufstellung dieses Lageberichts). Über den gemeinsamen Beschlussvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat entscheidet dann die Hauptversammlung der United Internet AG am 15. Mai 2025.
Ausgehend von rund 172,8 Mio. dividendenberechtigten Aktien (Stand: 31. Dezember 2024) ergäbe sich aus der regulären Dividende für das Geschäftsjahr 2024 eine Ausschüttungssumme von 69,1 Mio. €. Die Ausschüttungsquote läge damit bei 39,4 % des bereinigten Konzernergebnisses 2024 nach Minderheitenanteilen (175,5 Mio. €) und damit – trotz der getätigten und weiterhin anstehenden Investitionen in das 1&1 Mobilfunknetz sowie in den Ausbau des Glasfasernetzes – am oberen Rand der Dividenden-Policy. Die Dividendenrendite beliefe sich – bezogen auf den Schlusskurs der Aktie zum 31. Dezember 2024 – auf 2,6 %.
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung der Dividende
 
Für 2020
Für 2021
Für 2022
Für 2023
Für 2024(1)
Dividende je Aktie (in €)
0,50
0,50
0,50
0,50
0,40
Gesamtausschüttung (in Mio. €)
93,6
93,4
86,4
86,4
69,1
Ausschüttungsquote
32,2 %
22,4 %
23,5 %
37,1 %
-
Bereinigte Ausschüttungsquote(2)
26,7 %
23,7 %
23,1 %
35,6 %
39,4 %
Dividendenrendite(3)
1,5 %
1,4 %
2,6 %
2,2 %
2,6 %
(1)Vorbehaltlich der Zustimmung von Aufsichtsrat und Hauptversammlung 2025
(2)Ohne Sonderfaktoren
(3)Stand: 31. Dezember
Hauptversammlung 2024
Die Hauptversammlung der United Internet AG fand am 17. Mai 2024 in Frankfurt am Main statt.
Vom eingetragenen Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von 192.000.000,00 €, eingeteilt in 192.000.000 Stückaktien, davon 19.183.705 nicht stimmberechtigte eigene Aktien, waren 131.411.711 Stückaktien mit ebenso vielen Stimmen vertreten. Einschließlich der eingegangenen Briefwahlstimmen für 804.467 Stückaktien entsprach dies insgesamt 132.216.178 Stückaktien bzw. 68,86 % des eingetragenen Grundkapitals bzw. 76,51 % des Grundkapitals abzüglich eigener Aktien.
Die Aktionäre erteilten allen abstimmungspflichtigen Tagesordnungspunkten mit großer Mehrheit ihre Zustimmung.
Grundkapital und eigene Aktien
Die United Internet AG hielt zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 – nach Ausgabe von Aktien im Rahmen von Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen – insgesamt 19.162.689 eigene Aktien, die 9,98 % des Grundkapitals von 192.000.000 Aktien entsprechen (31. Dezember 2023: 19.183.705 eigene Aktien bzw. 9,99 % des Grundkapitals)
Investor Relations
United Internet ist es wichtig, engen Kontakt zu institutionellen Investoren, Privatanlegern sowie zu Finanzanalysten zu halten. Dabei ist es der Anspruch der Gesellschaft, alle Zielgruppen zeitnah und gleichberechtigt mit Informationen zu versorgen, da für die langfristige Wertsteigerung des Unternehmenswerts eine kontinuierliche und offene Kapitalmarktkommunikation essenziell ist. Hierfür waren auch im Geschäftsjahr 2024 Vorstand und Investor Relations im regelmäßigen Austausch mit den Teilnehmern des Kapitalmarkts.
Im Rahmen von Quartalsmitteilungen, dem Halbjahresfinanz- und Geschäftsbericht, der Hauptversammlung, Presse- und Analystenkonferenzen sowie über virtuelle Formate setzt United Internet ihr aktives Engagement fort, um die Fortschritte bei der Geschäftsstrategie zu diskutieren und zu erläutern. Gemeinsam nahm das Management mit Investor Relations an zahlreichen persönlichen Gesprächen am Unternehmenssitz in Montabaur sowie auf Roadshows und Konferenzen in Europa und Nordamerika teil.
Auf diesen Treffen wurde eine Reihe an Themen behandelt, wie die strategischen Prioritäten des Konzerns, der Fortschritt beim Ausbau Europas modernsten 5G Mobilfunknetzes, finanzielle Ziele inklusive möglicher zukünftiger Kapitalallokation als auch neue Produkteinführungen. Weiterhin waren externe Faktoren wie die anstehende Frequenzvergabe der Bundesnetzagentur und wettbewerbliche Entwicklungen von starkem Interesse.
Insgesamt präsentierte das Management und Investor Relations die Equity Story von United Internet knapp 20 Tage auf Roadshows sowie bei nationalen und internationalen Konferenzen. Zudem wird das Unternehmen von zahlreichen deutschen und internationalen Finanzanalysten beobachtet und analysiert. Die aktuellen Analystenempfehlungen zur Aktie sowie der durchschnittliche Zielkurs, den Analysten der United Internet-Aktie beimessen, sind online unter united-internet.de/investor-relations/aktie/analysten-coverage abrufbar.
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www.united-internet.de
Auch außerhalb persönlicher Treffen können sich Aktionäre und interessierte Anleger auf der umfangreichen und zweisprachigen Webseite unter www.united-internet.de jederzeit über die aktuelle Entwicklung des Unternehmens informieren. Zudem sind unter https://www.united-internet.de/investor-relations/finanzkalender.html neben den Publikationsterminen der Finanzberichte, auch Termine und Orte von Anlegerkonferenzen und Roadshows öffentlich zugänglich. Auch Online-Versionen der Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichte gehören zum Informationsangebot auf der Internetpräsenz der Gesellschaft.
Personalbericht
Als Telekommunikations- und Internet-Unternehmen unterliegt United Internet den prägenden Merkmalen der Branche: hohe Dynamik, kurze Innovationszyklen und ein intensiver Wettbewerb. Diesen Herausforderungen stellt sich die United Internet AG seit vielen Jahren mit großem Erfolg. Einer der Schlüsselfaktoren für den Erfolg und das Wachstum der United Internet Gruppe stellen die engagierten, kompetenten sowie gleichzeitig unternehmerisch denkenden und eigenverantwortlich handelnden Mitarbeitenden und Führungskräfte der Gesellschaft dar. Das Unternehmen legt deshalb großen Wert auf eine nachhaltige und ausgewogene Strategie über alle Aspekte des Personalbereichs: von der Mitarbeitergewinnung über zielgruppengerechte Einstiegs- und Ausbildungsformate, aufgabenbezogene Qualifizierungsangebote und die Begleitung auf individuellen Karrierepfaden bis hin zur Entwicklung und langfristigen Bindung von Führungskräften, Potenzial- und Leistungsträgern.
Die United Internet AG ist auch 2024 wieder anerkannter Top Arbeitgeber. Basierend auf einer unabhängigen Studie des „Top Employers Institute“ wurde United Internet, wie schon in den vergangenen
Jahren, die Auszeichnung als „TOP Arbeitgeber“ verliehen. Die Zertifizierung wird an Unternehmen vergeben, die ihren Mitarbeitenden attraktive Arbeitsbedingungen bieten. Die Bewertung erfolgt anhand der Karrieremöglichkeiten, Arbeitgeberleistungen, Arbeitsbedingungen, Fortbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten.
Mitarbeiterbestand und Personalaufwand
Im stark umkämpften Markt um Fachkräfte im ITK-Sektor ist es United Internet erneut gelungen, Schlüsselpositionen mit Top-Kräften zu besetzen und damit der Geschäftsausweitung gerecht zu werden.
Neben einem zielgruppengerechten Arbeitgebermarketing, Kooperationen mit Aus- und Weiterbildungsträgern und dem positiven Abstrahleffekt der Produktmarken steht ein kandidatenfreundlicher, wettbewerbsfähiger Akquise- und Auswahlprozess im Bereich Recruiting im Mittelpunkt der erfolgreichen Personalgewinnung.
Im Geschäftsjahr 2024 blieb die Anzahl der Mitarbeitenden gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert. Konkret stieg sie leicht um 0,1 % bzw. 10 Mitarbeitende auf 10.972 (Vorjahr: 10.962).
Dabei legte die Zahl der Beschäftigten in Deutschland um 0,2 % bzw. 17 Mitarbeitende auf 8.998 zum 31. Dezember 2024 (Vorjahr: 8.981) zu, während die Anzahl der Beschäftigten in den ausländischen Gesellschaften leicht um 0,4 % bzw. 7 Mitarbeitende auf 1.974 Mitarbeitende (Vorjahr: 1.981) zurückging.
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung der Mitarbeitenden nach Inland / Ausland(1); Veränderung zum Vorjahr
 
2020
2021
2022
2023
2024
Veränderung
Mitarbeitende, gesamt
9.638
9.975
10.474
10.962
10.972
+ 0,1 %
davon Inland
7.929
8.199
8.550
8.981
8.998
+ 0,2 %
davon Ausland
1.709
1.776
1.924
1.981
1.974
- 0,4 %
(1)Aktive Mitarbeitende zum 31. Dezember des jeweiligen Geschäftsjahres

Die Mitarbeitenden der United Internet AG arbeiten in einem internationalen Umfeld an weltweit rund 40 Standorten.
Mehrperiodenübersicht: Mitarbeitende nach Ländern(1)
 
2020
2021
2022
2023
2024
Mitarbeitende, gesamt
9.638
9.975
10.474
10.962
10.972
davon Deutschland
7.929
8.199
8.550
8.981
8.998
davon Frankreich
3
4
7
8
9
davon Großbritannien
251
251
246
273
242
davon Österreich
44
65
67
72
58
davon Philippinen
395
392
468
464
504
davon Polen
299
333
352
339
319
davon Rumänien
217
229
242
261
284
davon Spanien
340
381
422
445
444
davon USA
160
121
120
119
114
(1)Aktive Mitarbeitende zum 31. Dezember des jeweiligen Geschäftsjahres
Aus Sicht der Geschäftssegmente waren 3.281 Mitarbeitende im Segment „Consumer Access“ (Vorjahr: 3.320) tätig, 1.640 im Segment „Business Access“ (Vorjahr: 1.522), 1.109 im Segment „Consumer Applications“ (Vorjahr: 1.072) sowie 4.226 im Segment „Business Applications“ (Vorjahr: 4.364). Weitere 716 Mitarbeitende waren im Bereich „Corporate / Zentralfunktionen“ (Vorjahr: 684) beschäftigt.
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung der Mitarbeitenden nach Segmenten(1) ; Veränderung zum Vorjahr
 
2020
2021
2022
2023
2024
Veränderung
Mitarbeitende, gesamt
9.638
9.975
10.474
10.962
10.972
+ 0,1 %
davon Consumer Access
3.191
3.167
3.163
3.320
3.281
- 1,2 %
davon Business Access
1.188
1.238
1.336
1.522
1.640
+ 7,8 %
davon Consumer Applications
1.005
1.004
1.036
1.072
1.109
+ 3,5 %
davon Business Applications
3.631
3.998
4.247
4.364
4.226
- 3,2 %
davon Corporate / Shared Services
623
568
692
684
716
+ 4,7 %
(1)Aktive Mitarbeitende zum 31. Dezember des jeweiligen Geschäftsjahres
Der Personalaufwand erhöhte sich im Geschäftsjahr 2024 infolge der Gehaltsanpassungen, die der hohen Inflation Rechnung trugen, um 7,7 % auf 818,4 Mio. € (Vorjahr: 760,0 Mio. €). Die Personalaufwandsquote stieg damit auf 12,9 %.
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung des Personalaufwands; Veränderung zum Vorjahr
in Mio. 
2020
2021
2022
2023
2024
Veränderung
Personalaufwand
592,3
645,4
675,5
760,0
818,4
+ 7,7 %
Personalaufwandsquote
11,0 %
11,4 %
11,4 %
12,2 %
12,9 %
 
Der Umsatz pro Mitarbeitenden bezogen auf die Mitarbeiterzahl im Jahresdurchschnitt betrug für das Geschäftsjahr 2024 ca. 0,58 Mio. € (Vorjahr: ca. 0,58 Mio. €).

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www.united-internet.de
Für weitere Informationen zu Themen wie „Arbeitsbedingungen und Personalstrategie“, „Weiterbildung- und Kompetenzentwicklung“, „Diversität und Chancengleichheit“ sowie „Gesundheitsschutz und Sicherheit“ und weitere, wird auf das Kapitel „Soziale Informationen – S1 – Eigene Belegschaft“ im Nachhaltigkeitsbericht 2024 der United Internet AG verwiesen, der Ende März 2025 (unter https://www.united-internet.de/investor-relations/publikationen/berichte.html) veröffentlicht wird.

Liquidität und Finanzierung
Die Konzernfinanzierung orientiert sich primär an den strategischen Geschäftsplänen der operativen Geschäftseinheiten. Um ausreichende Flexibilität für weiteres Wachstum zur Verfügung zu stellen, verfolgt United Internet daher laufend Trends der sich an den Finanzmärkten ergebenden Finanzierungsmöglichkeiten. Verschiedene Finanzierungsoptionen wie auch Potenziale zur Optimierung von bestehenden Finanzierungsinstrumenten werden regelmäßig geprüft. Die jederzeitige Sicherstellung ausreichender Liquidität sowie die finanzielle Unabhängigkeit des Konzerns stehen dabei im Vordergrund. Neben der starken Innenfinanzierungskraft unterhält der Konzern ausreichend Liquiditätsreserven bei Kernbanken. Die flexible Ausnutzung dieser Liquiditätsreserven ermöglicht eine effiziente Steuerung der Konzernliquidität und ein optimales Verschuldungsmanagement zur Reduzierung von Zinskosten.
Seit Juli 2012 besteht zwischen der United Internet AG und bestimmten Tochterunternehmen eine Vereinbarung über die Durchführung eines Euro Cash-Poolings (Zero Balancing). Hierdurch werden banktäglich die Guthaben und Fehlbeträge der angebundenen Konzerntöchter über mehrere Kaskaden auf ein zentrales Bankkonto der United Internet AG konzentriert bzw. von diesem ausgeglichen und stehen täglich zur Verfügung.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten beliefen sich im Konzern zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 auf 2.813,7 Mio. € (Vorjahr: 2.464,3 Mio. €) und setzen sich im Wesentlichen aus Schuldscheindarlehen, Konsortialkrediten und bilateralen Kreditvereinbarungen / Betriebsmittellinien zusammen.
Schuldscheindarlehen
Die United Internet AG hat im Geschäftsjahr 2024 – wie bereits in den Jahren 2017, 2021 und 2023 – erfolgreich ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 280 Mio. € platziert. Die Mittel aus dieser Transaktion dienen der allgemeinen Unternehmensfinanzierung. Das neue Schuldscheindarlehen ist an keine sogenannten Covenants gebunden.
Im Geschäftsjahr 2024 wurden zudem zwei fällige Schuldschein-Tranchen in Höhe von insgesamt 225,0 Mio. € fristgerecht zurückgezahlt.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 bestanden somit insgesamt 1.217,0 Mio. € (Vorjahr: 1.162,0 Mio. €) Verbindlichkeiten aus den Schuldscheindarlehen 2017, 2021, 2023 und 2024 mit maximalen Laufzeiten bis April 2031.
Teilrückführung des Shareholder Loans durch IONOS Group SE
Die IONOS Group SE hat im Dezember 2023 mit einem Bankenkonsortium einen Kredit über 800 Mio. € zur teilweisen Refinanzierung ihres mit der United Internet AG bestehenden Shareholder Loans abgeschlossen. Die Refinanzierung erfolgt zu einem festen jährlichen Zinssatz von 4,67 %. Der Konsortialkredit hat eine Laufzeit bis zum 15. Dezember 2026 und ist endfällig.
Nach weiteren Teilrückführungen im Geschäftsjahr 2024 beläuft sich der Shareholder Loan mit United Internet auf 170 Mio. € (Vorjahr: 350 Mio. €) und ist nachrangig. Der Shareholder Loan hat eine feste jährliche Verzinsung von unverändert 6,75 %, eine Laufzeit bis zum 15. Dezember 2026 und soll vorher schrittweise zurückgeführt werden.
Konsortialkreditrahmen & Konsortialkredite
Ein Bankenkonsortium hat der United Internet AG am 21. Dezember 2018 einen revolvierenden Konsortialkreditrahmen über 810 Mio. € bis Januar 2025 eingeräumt. Im Geschäftsjahr 2020 hat die Gesellschaft von einer vertraglich zugesagten Verlängerungsoption Gebrauch gemacht und hat die Laufzeit des revolvierenden Konsortialkreditrahmens für den Zeitraum Januar 2025 bis Januar 2026 verlängert. Für diesen Verlängerungszeitraum wurde ein Kreditrahmen über 690 Mio. € vereinbart.
Im Dezember 2024 hat United Internet den vorgenannten Konsortialkreditrahmen erfolgreich mit ihren Kernbanken refinanziert. Für den neuen Konsortialkreditrahmen über 950 Mio. € wurde eine Laufzeit bis Dezember 2029 vereinbart und vertragliche Verlängerungsoptionen zugesagt.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 war der neue Konsortialkreditrahmen mit 150 Mio. € (Vorjahr: 150 Mio. €) in Anspruch genommen. Damit stehen aus dem noch nicht abgerufenen Kreditrahmen zum Bilanzstichtag Mittel in Höhe von 800 Mio. € (Vorjahr: 660 Mio. €) zur Verfügung.
Zusätzlich hat der Konzern im Dezember 2024 einen im Dezember 2027 endfälligen Konsortialkredit über 550 Mio. € abgeschlossen. Dabei hat United Internet AG einen Teil ihrer mit Kernbanken bestehenden bilateralen Betriebsmittellinien in den Konsortialkredit eingebracht, so dass diese erfolgreich langfristig refinanziert werden konnten.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 war vorgenannter Konsortialkredit mit 550 Mio. € (Vorjahr: 0 €) vollständig in Anspruch genommen.
Darüber hinaus haben United Internet und die Japan Bank for International Cooperation (JBIC) ebenfalls im Dezember 2024 einen Darlehensvertrag in Höhe von bis zu 800 Mio. € unterzeichnet. Die Mittel werden durch eine direkte Tranche der vollständig im Eigentum der japanischen Regierung stehenden Japan Bank for International Cooperation und eine durch JBIC garantierte Tranche eines Konsortiums europäischer und japanischer Geschäftsbanken bereitgestellt.
Mit dem Darlehen sollen United Internet Mittel zur Verfügung gestellt werden, um über ihre Tochtergesellschaft 1&1 in Deutschland ein 5G-Netz auf Basis der Open-RAN-Technologie aufzubauen.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 war das vorgenannte Darlehen nicht in Anspruch genommen, so dass unverändert 800 Mio. € (Vorjahr: 0 €) zur Verfügung stehen.
Bilaterale Kreditvereinbarungen / bilaterale Betriebsmittellinien
Darüber hinaus verfügt die Gesellschaft weiterhin über verschiedene bilaterale Betriebsmittellinien in Höhe von 294 Mio. € (Vorjahr: 475 Mio. €). Diese sind teils bis auf weiteres eingeräumt, teils bis zum
30. September 2025 befristet.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 waren die Betriebsmittellinien mit 94 Mio. € (Vorjahr: 295 Mio. €) in Anspruch genommen, so dass Mittel in Höhe von 200 Mio. € zur Verfügung stehen.
Somit verfügt United Internet zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 insgesamt über 1.800 Mio. € (Vorjahr: 840 Mio. €) freie Kreditlinien aus Konsortialkrediten und bilateralen Kreditvereinbarungen.
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Für weitere Informationen wird auf den „Nachtragsbericht“ verwiesen.
Zusätzlich zu den oben genannten Kreditlinien stehen dem Konzern zum Bilanzstichtag Avalkreditrahmen in Höhe von 106,0 Mio. € (Vorjahr: 105,0 Mio. €) zur Verfügung, die teilweise auch von anderen Konzerngesellschaften genutzt werden können. Die Avalkreditrahmen stehen insbesondere für die Stellung von operativen Bank-Garantien zur Verfügung.
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siehe Seite 230
Weitere Angaben zu den verschiedenen Finanzinstrumente, zu Inanspruchnahmen, Zinssätzen und Laufzeiten finden sich auch im Konzernanhang unter Anhangangabe 31.
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siehe Seite 220
Zum Bilanzstichtag bestehen Abnahmeverpflichtungen für Sachanlagevermögen (insbesondere für
Netzinfrastruktur) in einem Gesamtbetrag von 342,4 Mio. € (Vorjahr: 591,4 Mio. €). Zudem bestehen
zum Bilanzstichtag Abnahmeverpflichtungen für immaterielle Vermögenswerte (insbesondere Software) in einem Gesamtbetrag von 19,9 Mio. € (Vorjahr: 68,0 Mio. €).
Für weitere Angaben zu den wesentlichen Investitionsverpflichtungen wird auf den Konzernanhang unter Anhangangabe 26 und 27 verwiesen.
2.3 Lage des Konzerns
Im Geschäftsjahr 2024 ergaben sich keine wesentlichen Akquisitions- und Desinvestitionseffekte
auf Umsatz und EBITDA von Konzern und Segmenten. Ebenso ergaben sich nur geringfügig positive Währungseffekte auf Konzern- und Segmentebene (überwiegend Segment „Business Applications“) in Höhe von 6,0 Mio. € beim Umsatz und 2,7 Mio. € beim EBITDA. Gleiches gilt für die Vermögenslage im Konzern, für die sich keine wesentlichen Effekte aus Währungsschwankungen ergaben.
Ertragslage im Konzern
Im Geschäftsjahr 2024 wurden Kundenverträge, Umsatz und Ergebnis auf Konzernebene durch die Auswirkungen eines vorübergehenden Ausfalls des neuen 1&1 Mobilfunknetzes im Mai 2024 sowie damit einhergehenden erhöhten Kündigungsaussprachen im Segment „Consumer Access“ außerplanmäßig belastet. Außerdem war die geplante Migration von Bestandskunden auf das 1&1 Mobilfunknetz aufgrund einer unerwarteten Unterdimensionierung einzelner Netzbestandteile vorübergehend stark eingeschränkt und konnte erst im vierten Quartal 2024 wieder umfangreich aufgenommen werden. Damit konnten die im Geschäftsjahr 2024 erwarteten Einsparungen aus der Migration bestehender Kundenverträge (auf Wholesale-Basis) auf das 1&1 Mobilfunknetz nur teilweise realisiert werden. Darüber hinaus entstanden temporär höhere Aufwendungen für die Beseitigung von in der Folge des Netzausfalls festgestellten Kapazitätsengpässen.
Die Zahl der kostenpflichtigen Kundenverträge im United Internet Konzern legten im Geschäftsjahr 2024 um insgesamt 590.000 Verträge auf 29,02 Mio. zu. Werbefinanzierten Free-Accounts blieben mit 38,93 Mio. insbesondere aufgrund höherer Security-Anforderungen hinter dem 31. Dezember 2023 (39,93 Mio.) zurück.
Der Umsatz im Konzern belief sich auf 6.329,2 Mio. €, nach 6.213,2 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Bereinigt um die Umsatzbeiträge aus „Energy“ und „De-Mail“ (27,3 Mio. € im Vorjahr bzw. 26,2 Mio. € in 2024) stieg der Umsatz auf Konzernebene von 6.185,9 Mio. € im Vorjahr um 1,9 % auf 6.303,0 Mio. € im Geschäftsjahr 2024. Ursächlich für den nur moderaten Umsatzanstieg waren vor allem im Vergleich zum Vorjahr geringere margenschwache Hardware-Umsätze (insbesondere Smartphones) im Segment „Consumer Access“ (-92,3 Mio. € im Vergleich zu 2023). Die Umsätze im Ausland beliefen sich auf 665,0 Mio. € (Vorjahr: 656,9 Mio. €).
Die Umsatz-, Vertriebs- und Verwaltungskosten stiegen im Geschäftsjahr 2024 überproportional an. Ursächlich hierfür waren insbesondere die gestiegenen Aufwendungen beim 1&1 Mobilfunknetz, die höheren Abschreibungen infolge der Investitionen in den Ausbau des Glasfasernetzes und des Mobilfunknetzes sowie die gestiegenen Personalkosten infolge von Gehaltsanpassungen in 2024, die der hohen Preissteigerung Rechnung trugen.
So stiegen die Umsatzkosten von 4.145,1 Mio. € im Vorjahr auf 4.325,7 Mio. €. Darin enthalten sind
-14,3 Mio. € periodenfremde Aufwendungen aus nachträglichen Rechnungen für Zusatzleistungen beim Netzaufbau in 2022 und 2023. Die Umsatzkostenquote erhöhte sich damit überproportional von 66,7 % (vom Umsatz) im Vorjahr auf 68,3 % (vom Umsatz) im Geschäftsjahr 2024. Die Bruttomarge sank entsprechend von 33,3 % auf 31,7 % und das Bruttoergebnis ging von 2.068,1 Mio. € um -3,1 % auf 2.003,5 Mio. € zurück.
Auch die Vertriebskosten stiegen überproportional von 943,2 Mio. € (15,2 % vom Umsatz) im Vorjahr auf 981,9 Mio. € (15,5 % vom Umsatz) und die Verwaltungskosten von 275,9 Mio. € (4,4 % vom Umsatz) auf 287,8 Mio. € (4,5 % vom Umsatz).
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung wesentlicher Kostenpositionen
in Mio. 
2020
2021
2022
2023
2024
Umsatzkosten
3.769,3
3.684,9(1)
3.906,3
4.145,1
4.325,7
Umsatzkostenquote
70,2 %
65,3 %
66,0 %
66,7 %
68,3 %
Bruttomarge
29,8 %
34,7 %
34,0 %
33,3 %
31,7 %
Vertriebskosten
767,9
835,7
907,2
943,2
981,9
Vertriebskostenquote
14,3 %
14,8 %
15,3 %
15,2 %
15,5 %
Verwaltungskosten
206,0
243,0
248,5
275,9
287,8
Verwaltungskostenquote
3,8 %
4,3 %
4,2 %
4,4 %
4,5 %
(1)Inklusive eines periodenfremden positiven Ergebniseffekts, der dem 2. Halbjahr 2020 zuzuordnen ist (Effekt: +39,4 Mio. €)
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen gingen von 33,3 Mio. € im Vorjahr auf 26,2 Mio. € in 2024 zurück. Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen von 60,6 Mio. € auf 72,0 Mio. €. Wertminderungsaufwendungen auf Forderungen und Vertragsvermögenswerte stiegen infolge erhöhter Zahlungsausfälle von 122,3 Mio. € im Vorjahr auf 140,9 Mio. € in 2024.
Die Ergebniskennzahlen waren in den Geschäftsjahren 2024 und 2023 von folgenden Sondereffekten geprägt:
Der Sondereffekt „Ergebnisbeitrag aus Energy und De-Mail“ resultiert aus der Entscheidung von Vorstand und Aufsichtsrat, die Geschäftsfelder „Energy“ und „De-Mail“ nicht fortzuführen und die Finanzkennzahlen im Rahmen des Lageberichts entsprechend zu bereinigen. Die vorgenannten Geschäftsfelder wirkten sich in den Geschäftsjahren 2024 und 2023 negativ auf EBITDA, EBIT, EBT, Konzernergebnis und EPS aus.
Der Sondereffekt „Nicht-cashwirksame Wertminderung auf die Beteiligung an Kublai“ resultiert aus einer außerplanmäßigen, nicht-cashwirksamen Wertminderung auf die Kublai-/Tele Columbus-Beteiligung und wirkte sich im Geschäftsjahr 2024 negativ auf EBT, Konzernergebnis und EPS aus.
Der Sondereffekt „Einmalige Steuereffekte 2024“ resultiert aus einer einmaligen Wertberichtigung von in Vorjahren aktivierten latenten Steuern auf Verlustvorträge auf Ebene der 1&1 Versatel GmbH. Gegenläufig erfolgte eine direkte Verrechnung der laufenden Verluste von 1&1 Versatel auf Ebene der United Internet AG infolge eines im November 2024 mit 1&1 Versatel geschlossenen Ergebnisabführungsvertrages. Der Sondereffekt wirkte sich im Geschäftsjahr 2024 negativ auf Konzernergebnis und EPS aus.
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Weitere Einzelheiten zu den vorgenannten Sondereffekten 2024 finden sich im Kapitel 2.2 „Geschäftsverlauf“ unter „Sondereffekte im Geschäftsjahr 2024“.
Der Sondereffekt „IPO-Kosten IONOS“ resultiert aus einmaligen Kosten im Zusammenhang mit dem Börsengang (IPO) der IONOS Group SE sowie gegenläufig der anteiligen Kostenübernahme durch den IONOS Mitgesellschafter Warburg Pincus und wirkte sich im Geschäftsjahr 2023 insgesamt negativ auf EBITDA, EBIT, EBT, Konzernergebnis und EPS aus.
Herleitung von EBITDA, EBIT, EBT, Konzernergebnis und EPS (laut Gesamtergebnisrechnung) auf die um Sondereffekte bereinigten Werte (operativ)
in Mio. €; EPS in 
Geschäftsjahr 2024
Geschäftsjahr 2023(1)
EBITDA
1.294,0
1.292,1
Ergebnisbeitrag Energy und De-Mail
0,7
2,7
IPO-Kosten IONOS
 
1,7
EBITDA bereinigt (operativ)
1.294,7
1.296,5
EBIT
638,7
754,0
Ergebnisbeitrag Energy und De-Mail
0,9
2,8
IPO-Kosten IONOS
 
1,7
EBIT bereinigt (operativ)
639,6
758,5
EBT
302,6
597,6
Ergebnisbeitrag Energy und De-Mail
0,9
2,8
Nicht-cashwirksame Wertminderung auf die Beteiligung an Kublai
170,5
 
IPO-Kosten IONOS
 
1,7
EBT bereinigt (operativ)
474,0
602,1
Konzernergebnis
58,3
362,2
Ergebnisbeitrag Energy und De-Mail
0,6
2,0
Nicht-cashwirksame Wertminderung auf die Beteiligung an Kublai
170,5
 
Einmalige Steuereffekte 2024
52,0
 
IPO-Kosten IONOS
 
1,7
Konzernergebnis bereinigt (operativ)
281,4
365,9
Konzernergebnis "Anteilseigner United Internet"
–47,6
232,7
Ergebnisbeitrag Energy und De-Mail
0,6
2,0
Nicht-cashwirksame Wertminderung auf die Beteiligung an Kublai
170,5
 
Einmalige Steuereffekte 2024
52,0
 
IPO-Kosten IONOS
 
5,9
Konzernergebnis "Anteilseigner United Internet" bereinigt (operativ)
175,5
240,6
EPS
–0,28
1,35
Ergebnisbeitrag Energy und De-Mail
0,00
0,01
Nicht-cashwirksame Wertminderung auf die Beteiligung an Kublai
0,99
 
Einmalige Steuereffekte 2024
0,30
 
IPO-Kosten IONOS
 
0,03
EPS bereinigt (operativ)
1,01
1,39
(1)Die im Lagebericht 2023 bereinigten Bewertungseffekte aus Derivaten sind im Ergebnisbeitrag von Energy enthalten.
Bereinigt um die vorgenannten Sondereffekte aus dem IPO von IONOS im Vorjahr sowie um die Ergebnisbeiträge aus „Energy“ und „De-Mail“ im Vorjahr und im Geschäftsjahr 2024 entwickelten sich
die operativen Ergebniskennzahlen des Konzerns wie folgt:
Das operative EBITDA im Konzern belief sich im Geschäftsjahr 2024 auf 1.294,7 Mio. € und lag damit nur leicht unter dem Vorjahr (1.296,5 Mio. €). Im EBITDA enthalten sind neben den Ergebnisbelastungen aus dem vorübergehenden Ausfall des 1&1 Mobilfunknetzes stärker als erwartet gestiegene Aufwendungen für den Ausbau des 1&1 Mobilfunknetzes. Insgesamt beliefen sich diese auf -265,3 Mio. € (Vorjahr:
-132,4 Mio. €). In dieser Position sind zudem 14,3 Mio. € periodenfremde Aufwendungen für Nachberechnungen beim Netzausbau für 2022 und 2023 enthalten.
Das operative EBIT wurde – neben den Kosten des Netzausbaus sowie den periodenfremden Aufwendungen – zusätzlich durch gestiegene Abschreibungen insbesondere auf Investitionen in den Ausbau
des Glasfasernetzes bei 1&1 Versatel sowie des 1&1 Mobilfunknetzes in Höhe von -541,2 Mio. € (Vorjahr:
-424,1 Mio. €) beeinträchtigt. Es belief sich demzufolge auf 639,6 Mio. € (Vorjahr: 758,5 Mio. €).
Entsprechend sank auch die operative EBITDA-Marge von 21,0 % im Vorjahr auf 20,5 % und die operative EBIT-Marge von 12,3 % auf 10,1 %.
Die Zahl der Mitarbeitenden im Konzern blieb in 2024 mit 10.972 (Vorjahr: 10.962) nahezu unverändert.
Wesentliche Umsatz- und Ergebniskennzahlen im Konzern (in Mio. €)
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(1)Exklusive der Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Energy und De-Mail (Umsatz-Beitrag: 26,2 Mio. €; EBITDA-Beitrag: -0,7 Mio. €; EBIT-Beitrag:
-0,9 Mio. €); inklusive periodenfremde Aufwendungen für den Netzaufbau aus 2022 und 2023 (EBITDA- und EBIT-Effekt: -14,3 Mio. €)
(2)Exklusive der Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Energy und De-Mail (Umsatz-Beitrag: 27,3 Mio. €; EBITDA-Beitrag: -2,7 Mio. €; EBIT-Beitrag:
-2,8 Mio. €) und exklusive IPO-Kosten IONOS (EBITDA- und EBIT-Effekt: -1,7 Mio. € netto (IPO-Kosten und gegenläufig anteilige Kostenübernahme durch den IONOS Mitgesellschafter))
Quartalsentwicklung; Veränderung zum Vorjahresquartal(1)
in Mio. 
Q1 2024(2)
Q2 2024(2)
Q3 2024(2)
Q4 2024(2)
Q4 2023(2)
Veränderung
Umsatz
1.565,0
1.534,9
1.560,8
1.642,3
1.617,5
+ 1,5 %
EBITDA
342,1
320,2
316,1(3)
316,3
303,7
+ 4,1 %
EBIT
187,0
160,4
182,1(3)
110,1
162,1
- 32,1 %
(1)Ungeprüft; siehe Hinweis „ungeprüfte Abschnitte“ auf Seite 3
(2)Exklusive der Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Energy und De-Mail
(Umsatz-Beitrag: 6,6 Mio. €, EBITDA-Beitrag: -1,3 Mio. €, EBIT-Beitrag: -1,3 Mio. € in Q1 2024;
Umsatz-Beitrag: 6,8 Mio. €, EBITDA-Beitrag: +0,6 Mio. €, EBIT-Beitrag: +0,6 Mio. € in Q2 2024;
Umsatz-Beitrag: 6,5 Mio. €, EBITDA-Beitrag: +0,5 Mio. €, EBIT-Beitrag: +0,4 Mio. € in Q3 2024;
Umsatz-Beitrag: 6,3 Mio. €, EBITDA-Beitrag: -0,5 Mio. €, EBIT-Beitrag: -0,6 Mio. € in Q4 2024;
Umsatz-Beitrag: 6,8 Mio. €, EBITDA-Beitrag: -0,5 Mio. €, EBIT-Beitrag: -0,6 Mio. € in Q4 2023) und
exklusive IPO-Kosten IONOS (EBITDA- und EBIT-Effekt: -0,1 Mio. € netto in Q4 2023)
(3)Inklusive periodenfremde Aufwendungen für den Netzaufbau aus 2022 und 2023 (EBITDA- und EBIT-Effekt: -14,3 Mio. €)
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung wesentlicher Umsatz- und Ergebniskennzahlen
in Mio. 
2020
2021
2022
2023
2024
Umsatz
5.367,2
5.646,2
5.915,1
6.185,9(4)
6.303,0(4)
EBITDA
1.218,2(1)
1.262,4(2)
1.271,8(3)
1.296,5(4)
1.294,7(5)
EBITDA-Marge
22,7 %
22,4 %
21,5 %
21,0 %
20,5 %
EBIT
744,2(1)
788,6(2)
790,7(3)
758,5(4)
639,6(5)
EBIT-Marge
13,9 %
14,0 %
13,4 %
12,3 %
10,1 %
(1)Inklusive des periodenfremden positiven Ergebniseffekts in 2021, der dem 2. Halbjahr 2020 zuzuordnen ist (EBITDA- und EBIT-Effekt: +39,4 Mio. €); exklusive Ausbuchung noch zur Verfügung stehender VDSL-Kontingente (EBITDA- und EBIT-Effekt: -129,9 Mio. €)
(2)Exklusive des periodenfremden positiven Ergebniseffekts, der dem 2. Halbjahr 2020 zuzuordnen ist (EBITDA- und EBIT-Effekt: +39,4 Mio. €) und exklusive eines nicht-cashwirksamen Bewertungseffekts aus Derivaten (EBITDA- und EBIT-Effekt: +3,0 Mio. €)
(3)Exklusive eines nicht-cashwirksamen Bewertungseffekts aus Derivaten (EBITDA- und EBIT-Effekt: -0,5 Mio. €) und exklusive IPO-Kosten IONOS (EBITDA- und EBIT-Effekt: -8,8 Mio. €)
(4)Exklusive der Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Energy und De-Mail (Umsatz-Beitrag: 27,3 Mio. €; EBITDA-Beitrag: -2,7 Mio. €;
EBIT-Beitrag: -2,8 Mio. €) und exklusive IPO-Kosten IONOS (EBITDA- und EBIT-Effekt: -1,7 Mio. € netto (IPO-Kosten und gegenläufig anteilige Kostenübernahme durch den IONOS Mitgesellschafter))
(5)Exklusive der Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Energy und De-Mail (Umsatz-Beitrag: 26,2 Mio. €; EBITDA-Beitrag: -0,7 Mio. €;
EBIT-Beitrag: -0,9 Mio. €); inklusive periodenfremde Aufwendungen für den Netzaufbau aus 2022 und 2023 (EBITDA- und EBIT-Effekt: -14,3 Mio. €)
Zusätzlich bereinigt um die nicht-cashwirksamen Wertminderung auf die Beteiligung an Kublai / Tele Columbus (ausgewiesen im Ergebnis aus dem Verlust des maßgeblichen Einflusses) blieb auch das operative Ergebnis vor Steuern (EBT) – ausgehend von dem aus vorgenannten Gründen zurückgegangenen operativen EBIT (-118,9 Mio. €) – mit 474,0 Mio. € hinter dem Vorjahr (602,1 Mio. €) zurück.
Nochmals bereinigt um einmalige Steuereffekte 2024 entwickelten sich die weiteren operativen Ergebniskennzahlen des Konzerns wie folgt:
Das operative Konzernergebnis sowie für das auf die Anteilseigner der United Internet AG entfallende operative Konzernergebnis gingen von 365,9 Mio. € auf 281,4 Mio. € bzw. von 240,6 Mio. € auf 175,5 Mio. € zurück.
Das operative EPS ging von 1,39 € auf 1,01 € zurück. Ursächlich hierfür war ebenfalls im Wesentlichen die EBIT-Entwicklung (EPS-Effekt: -0,40 €).

Finanzlage im Konzern
Trotz des geringeren Konzernergebnisses stieg der Cashflow vor Veränderung der Bilanzposten (Zwischensumme) von 1.060,9 Mio. € im Vorjahr auf 1.128,9 Mio. € im Geschäftsjahr 2024.
Die Nettozahlungen der betrieblichen Tätigkeit stiegen ebenfalls von 828,5 Mio. € auf 954,1 Mio. €.
Die Nettozahlungen im Investitionsbereich weist im Berichtszeitraum Nettoauszahlungen in Höhe von -765,6 Mio. € (Vorjahr: -798,2 Mio. €) aus. Diese resultieren im Wesentlichen aus Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in Höhe von -774,6 Mio. € (Vorjahr: -797,9 Mio. €).
Der Free Cashflow ist bei United Internet definiert als Nettoeinzahlungen der betrieblichen Tätigkeit, verringert um Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, zuzüglich Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen. Der Free Cashflow verbesserte sich im Geschäftsjahr 2024 von 36,4 Mio. € im Vorjahr auf 184,5 Mio. €.
Abzüglich der Cashflow-Position „Tilgung von Leasingverbindlichkeiten“, die seit der Erstanwendung des Rechnungslegungsstandards IFRS 16 im Cashflow aus dem Finanzierungsbereich ausgewiesen werden, verbesserte sich der Free Cashflow (nach Leasing) von -85,0 Mio. € im Vorjahr auf 47,4 Mio. €.
Bestimmend in den Nettozahlungen im Finanzierungsbereich waren im Geschäftsjahr 2024 die Aufnahme von Krediten (netto 356,7 Mio. €; Vorjahr: 305,2 Mio. €), die Auszahlungen für Zinsen (-149,5 Mio. €; Vorjahr: -91,0 Mio. €), die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten (-137,1 Mio. €; Vorjahr: -121,3 Mio. €) sowie Dividendenzahlungen (-86,4 Mio. €; Vorjahr: -86,4 Mio. €). Im Cashflow aus dem Finanzierungsbereich des Vorjahres kamen noch der Erwerb eigener Aktien (-291,9 Mio. €) sowie die Einzahlungen von Minderheitsaktionären (305,0 Mio. €) im Rahmen des Börsengangs der IONOS Group SE und infolge von Kaufpreiszahlungen von Warburg Pincus hinzu.
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beliefen sich zum 31. Dezember 2024 stichtagsbedingt auf 114,9 Mio. € – nach 27,7 Mio. € zum Vorjahresstichtag.
Entwicklung der wesentlichen Cashflow-Kennzahlen
in Mio. 
2024
2023
Veränderung
Cashflow vor Veränderung der Bilanzposten (Zwischensumme)
1.128,9
1.060,9
+ 68,0
Nettozahlungen der betrieblichen Tätigkeit
954,1
828,5
+ 125,6
Nettozahlungen im Investitionsbereich
–765,6
–798,2
+ 32,6
Free Cashflow(1)
47,4(2)
–85,0(3)
+ 132,4
Nettozahlungen im Finanzierungsbereich
–101,8
–43,6
- 58,2
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 31. Dezember
114,9
27,7
+ 87,2
(1)Free Cashflow ist definiert als Nettozahlungen der betrieblichen Tätigkeit, verringert um Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, zuzüglich Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen
(2)2024 inkl. des Tilgungsanteils von Leasingverbindlichkeiten (-137,1 Mio. €), die seit dem Geschäftsjahr 2019 (IFRS 16) in den Nettozahlungen im Finanzierungsbereich ausgewiesen werden
(3)2023 inkl. des Tilgungsanteils von Leasingverbindlichkeiten (-121,3 Mio. €), die seit dem Geschäftsjahr 2019 (IFRS 16) in den Nettozahlungen im Finanzierungsbereich ausgewiesen werden
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Seite 276
Für weitere Angaben zu Garantien, Leasing- und anderen Finanzierungsverpflichtungen wird auf
das Kapitel 2.2 „Geschäftsverlauf“, „Liquidität und Finanzierung“ sowie den Konzernanhang unter
Anhangangabe 45 verwiesen.
Vermögenslage im Konzern
Die Bilanzsumme stieg von 11,246 Mrd. € per 31. Dezember 2023 auf 11,936 Mrd. € zum 31. Dezember 2024.
Entwicklung der kurzfristigen Vermögenswerte
in Mio. 
31.12.2024
31.12.2023
Veränderung
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
114,9
27,7
+ 87,2
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
515,8
508,9
+ 6,9
Vertragsvermögenswerte
630,3
676,1
- 45,8
Vorräte
119,7
178,1
- 58,4
Abgegrenzte Aufwendungen
394,2
303,8
+ 90,4
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
106,1
96,9
+ 9,3
Ertragsteueransprüche
93,1
34,8
+ 58,4
Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte
15,2
13,8
+ 1,3
Summe kurzfristige Vermögenswerte
1.989,3
1.840,1
+ 149,2
Kurzfristige Vermögenswerte stiegen von 1.840,1 Mio. € per 31. Dezember 2023 auf 1.989,3 Mio. € zum 31. Dezember 2024. Dabei stieg der in den kurzfristigen Vermögenswerten ausgewiesene Bestand an
liquiden Mitteln stichtagsbedingt von 27,7 Mio. € auf 114,9 Mio. €. Kurzfristige Vertragsvermögenswerte sanken infolge des aktuell (im Vergleich zu Vorperioden) geringeren Kundenwachstums sowie des geringeren Hardware-Absatzes von 676,1 Mio. € auf 630,3 Mio. € und beinhaltet kurzfristige Ansprüche gegenüber Kunden aus der im Rahmen der Anwendung von IFRS 15 vorgezogenen Umsatzrealisierung. Vorräte gingen nach der vorsorglichen Aufstockung zum Jahresende 2023 von 178,1 Mio. € auf 119,7 Mio. € zurück. Kurzfristig abgegrenzte Aufwendungen stiegen stichtagsbedingt infolge von geleisteten Zahlungen an Vorleister von 303,8 Mio. € auf 394,2 Mio. € und beinhalten im Wesentlichen den kurzfristigen Anteil der Aufwendungen im Zusammenhang mit der Kundengewinnung (Vertragserlangung) und der Vertragserfüllung gemäß IFRS 15. Ertragssteueransprüche stiegen von 34,8 Mio. € auf 93,1 Mio. €. Die Positionen kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige finanzielle Vermögenswerte sowie sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte blieben weitgehend unverändert.
Entwicklung der langfristigen Vermögenswerte
in Mio. 
31.12.2024
31.12.2023
Veränderung
Anteile an assoziierten Unternehmen
124,9
373,2
- 248,3
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
85,9
8,3
+ 77,6
Sachanlagen
3.145,0
2.405,3
+ 739,7
Immaterielle Vermögenswerte
1.879,8
2.001,6
- 121,8
Firmenwerte
3.632,7
3.628,8
+ 3,9
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
29,9
34,8
- 4,9
Vertragsvermögenswerte
187,9
206,6
- 18,7
Abgegrenzte Aufwendungen
801,2
679,8
+ 121,4
Latente Steueransprüche
59,0
67,1
- 8,1
Summe langfristige Vermögenswerte
9.946,4
9.405,6
+ 540,9
Langfristige Vermögenswerte erhöhten sich von 9.405,6 Mio. € per 31. Dezember 2023 auf 9.946,4 Mio. € zum 31. Dezember 2024. Dabei gingen die Anteile an assoziierten Unternehmen insbesondere durch die nicht-cashwirksame Wertminderung auf die Beteiligung an Kublai und der Umgliederung / Umwidmung der Kublai-Beteiligung (infolge des Verlusts des maßgeblichen Einflusses) in die langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte von 373,2 Mio. € auf 124,9 Mio. € zurück. Die langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte stiegen entsprechend von 8,3 Mio. € auf 85,9 Mio. €. Sachanlagen legten infolge der im Berichtszeitraum getätigten Investitionen (insbesondere 5G-Netzausbau sowie Glasfaser-Netzausbau in den Segmenten „Consumer Access“ und „Business Access“) deutlich von 2.405,3 Mio. € auf 3.145,0 Mio. € zu, während immaterielle Vermögenswerte im Wesentlichen infolge gestiegener Abschreibungen von 2.001,6 Mio. € auf 1.879,8 Mio. € zurückgingen. Langfristig abgegrenzte Aufwendungen erhöhten sich stichtagsbedingt infolge von geleisteten Zahlungen an Vorleister deutlich von 679,8 Mio. € auf 801,2 Mio. €. Die Positionen Firmenwerte, langfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerte sowie latente Steueransprüche blieben weitgehend unverändert.
Entwicklung der kurzfristigen Schulden
in Mio. 
31.12.2024
31.12.2023
Veränderung
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
798,1
699,2
+ 98,9
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
356,5
582,4
- 225,9
Ertragsteuerschulden
48,0
88,0
- 40,0
Vertragsverbindlichkeiten
184,0
175,0
+ 9,0
Sonstige Rückstellungen
23,3
26,4
- 3,1
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
305,8
274,9
+ 30,9
Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten
165,9
176,7
- 10,8
Summe kurzfristige Schulden
1.881,6
2.022,7
- 141,1
(1)Vorjahr angepasst; die Verbindlichkeiten aus Gehalt wurden aufgrund ihres inhaltlichen Charakters von den finanziellen in die nicht-finanziellen Verbindlichkeiten umgegliedert.
Kurzfristige Schulden verringerten sich von 2.022,7 Mio. € per 31. Dezember 2023 auf 1.881,6 Mio. € zum 31. Dezember 2024. Dabei stiegen die kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stichtagsbedingt von 699,2 Mio. € auf 798,1 Mio. €. Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten gingen infolge deren Rückführung bzw. deren langfristiger Refinanzierung von 582,4 Mio. € auf 356,5 Mio. € zurück. Ertragsteuerschulden gingen stichtagsbedingt von 88,0 Mio. € auf 48,0 Mio. € zurück. Die Positionen kurzfristige Vertragsverbindlichkeiten, die vor allem Einzahlungen aus Kundenverträgen beinhaltet, für die die Leistung noch nicht vollständig erbracht worden ist, sowie kurzfristige sonstige Rückstellungen, kurzfristige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten und kurzfristige sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten blieben weitgehend unverändert.
Entwicklung der langfristigen Schulden
in Mio. 
31.12.2024
31.12.2023
Veränderung
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
2.457,2
1.881,9
+ 575,4
Latente Steuerschulden
350,7
293,0
+ 57,7
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
2,4
3,4
- 0,9
Vertragsverbindlichkeiten
31,0
32,7
- 1,7
Sonstige Rückstellungen
70,4
68,7
+ 1,8
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
1.597,6
1.388,3
+ 209,3
Summe langfristige Schulden
4.509,4
3.667,9
+ 841,5
Langfristige Schulden erhöhten sich von 3.667,9 Mio. € per 31. Dezember 2023 auf 4.509,4 Mio. € zum 31. Dezember 2024. Ursächlich hierfür waren insbesondere die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, die infolge der Inanspruchnahme bestehender und neuer langfristiger Kreditlinien sowie der Aufnahme eines neuen Schuldscheindarlehens von 1.881,9 Mio. € auf 2.457,2 Mio. € anstiegen. Latente Steuerschulden stiegen von 293,0 Mio. € auf 350,7 Mio. €. Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten erhöhten sich insbesondere infolge höherer Leasing-Zugänge (IFRS 16) von 1.388,3 Mio. € auf 1.597,6 Mio. €. Die Positionen langfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, langfristige Vertragsverbindlichkeiten, die vor allem Einzahlungen aus Kundenverträgen beinhaltet, für die die Leistung noch nicht vollständig erbracht worden ist, sowie langfristige sonstige Rückstellungen blieben weitgehend unverändert.
Entwicklung des Eigenkapitals
in Mio. 
31.12.2024
31.12.2023
Veränderung
Grundkapital
192,0
192,0
0,0
Kapitalrücklage
2.199,5
2.197,7
+ 1,7
Kumuliertes Konzernergebnis
2.851,5
2.980,5
- 129,0
Eigene Anteile
–459,3
–459,8
+ 0,5
Neubewertungsrücklage
2,7
0,1
+ 2,6
Währungsumrechnungsdifferenz
–5,2
–12,5
+ 7,4
Auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital
4.781,2
4.898,0
- 116,8
Nicht beherrschende Anteile
763,5
657,0
+ 106,5
Summe Eigenkapital
5.544,7
5.555,1
- 10,3
Das Eigenkapital im Konzern sank von 5.555,1 Mio. € per 31. Dezember 2023 auf 5.544,7 Mio. € zum 31. Dezember 2024. Dabei ging das kumulierte Konzernergebnis, das die in der Vergangenheit erzielten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen (soweit sie nicht ausgeschüttet wurden) enthält, im Geschäftsjahr 2024 von 2.980,5 Mio. € auf 2.851,5 Mio. € zurück. Die Eigenkapitalquote im Konzern sank entsprechend von 49,4 % auf 46,5 %. Ursächlich für den Rückgang waren insbesondere die nicht-cashwirksamen Wertminderungen auf die Beteiligung an Kublai sowie die Auswirkungen des vorübergehenden Ausfalls des 1&1 Mobilfunknetzes im Mai 2024.
Die Netto-Bankverbindlichkeiten (d. h. der Saldo aus Bankverbindlichkeiten und liquiden Mitteln) erhöhten sich von 2.436,6 Mio. € per 31. Dezember 2023 um 262,2 Mio. € auf 2.698,8 Mio. € zum 31. Dezember 2024.
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung der relativen Verschuldung
 
31.12.2020
31.12.2021
31.12.2022
31.12.2023
31.12.2024
Netto-Bankverbindlichkeiten(1) /
EBITDA
1,27
1,31
1,68
1,89
2,09
(1)Netto-Bankverbindlichkeiten = Saldo aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und liquiden Mittel
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siehe Seite 271
Weitere Angaben zu Zielsetzung und Methoden des Finanzrisiko-Managements im Konzern finden sich auch im Konzernanhang unter Anhangangabe 43.
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung wesentlicher Bilanzpositionen
in Mio. 
31.12.2020
31.12.2021
31.12.2022
31.12.2023
31.12.2024
Bilanzsumme
9.230,8
9.669,1
10.358,5
11.245,6
11.935,7
Liquide Mittel
131,3
110,1
40,5
27,7
114,9
Anteile an assoziierten Unternehmen
89,6
431,6(1)
429,3
373,2
124,9
Sachanlagen
1.271,6
1.379,6
1.851,0
2.405,3
3.145,0
Immaterielle Vermögenswerte
2.197,8
2.059,4
2.029,3
2.001,6
1.879,8
Firmenwerte
3.609,4
3.627,8
3.623,4
3.628,8
3.632,7
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
1.466,1
1.822,7
2.155,5
2.464,3
2.813,7
Grundkapital
194,0
194,0
194,0
192,0(2)
192,0
Eigenkapital
4.911,2
4.923,2
5.298,4
5.555,1
5.544,7
Eigenkapitalquote
53,2 %
50,9 %
51,2 %
49,4 %
46,5 %
(1)Anstieg durch Beteiligung an Kublai (2021)
(2)Rückgang durch Einzug eigener Aktien (2023)
Gesamtaussage des Vorstands zur wirtschaftlichen
Lage des Konzerns
Der Internationale Währungsfonds hat im Rahmen seines Konjunkturausblicks nach vorläufigen Berechnungen für 2024 ein Plus von 3,2 % für die Weltwirtschaft ausgewiesen. Für Deutschland, dem mit einem Umsatzanteil von rund 90 % wichtigsten Markt für United Internet, decken sich die Berechnungen des Fonds mit den vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes, das für 2024 erneut einen Rückgang des (preisbereinigten) Bruttoinlandsprodukts um -0,2 % (Vorjahr: -0,3 %) festgestellt hat.
Trotz der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen entwickelten sich die Anzahl der Kundenverträge und der Umsatz von United Internet – dank des stabilen und weitgehend konjunkturunabhängigen Geschäftsmodells – auch im Geschäftsjahr 2024 positiv. So konnte die Gesellschaft um insgesamt 590.000 Verträge auf 29,02 Mio. wachsen und den Umsatz um 1,9 % bzw. 117,1 Mio. € auf 6.303 Mrd. € (ohne „Energy“ und „De-Mail“) steigern. Ursächlich für den auf den ersten Blick eher moderaten Umsatzanstieg waren vor allem im Vergleich zum Vorjahr geringere margenschwache Hardware-Umsätze (insbesondere Smartphones) im Segment „Consumer Access“ (-92,3 Mio. € im Vergleich zu 2023).
Im Geschäftsjahr 2024 wurden Kundenverträge, Umsatz und Ergebnis durch die Auswirkungen des vorübergehenden Ausfalls des neuen 1&1 Mobilfunknetzes im Mai 2024 sowie damit einhergehenden erhöhten Kündigungsaussprachen außerplanmäßig belastet. Außerdem war die geplante Migration von Bestandskunden auf das 1&1 Mobilfunknetz aufgrund einer unerwarteten Unterdimensionierung einzelner Netzbestandteile vorübergehend stark eingeschränkt und konnte erst im vierten Quartal 2024 wieder umfangreich aufgenommen werden. Damit konnten die im Geschäftsjahr 2024 erwarteten Einsparungen aus der Migration bestehender Kundenverträge (auf Wholesale-Basis) auf das 1&1 Mobilfunknetz nur teilweise realisiert werden. Darüber hinaus entstanden temporär höhere Aufwendungen für die Beseitigung von in der Folge des Netzausfalls festgestellten Kapazitätsengpässen.
Trotz der vorgenannten Ergebnisbelastungen lag das operative EBITDA im Konzern mit 1.294,7 Mio. € nur leicht unter dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 1.296,5 Mio. €). Im EBITDA enthalten sind neben den Ergebnisbelastungen aus dem vorübergehenden Ausfall des 1&1 Mobilfunknetzes stärker als erwartet gestiegene Aufwendungen für den Ausbau des 1&1 Mobilfunknetzes. Insgesamt beliefen sich diese auf -265,3 Mio. € (Vorjahr: -132,4 Mio. €). In dieser Position sind zudem rund 14 Mio. € periodenfremde Aufwendungen für Nachberechnungen beim Netzausbau für 2022 und 2023 enthalten.
Die Unternehmensentwicklung zeigt erneut die Vorteile des Geschäftsmodells von United Internet, das überwiegend auf elektronischen Abonnements mit festen monatlichen Beträgen basiert. Dies sichert stabile und planbare Umsätze und Cashflows, bietet Schutz gegen konjunkturelle Einflüsse und eröffnet finanzielle Spielräume, um neue Kunden zu gewinnen, Kundenbeziehungen auszubauen und Chancen in neuen Geschäftsfeldern bzw. neuen Märkten zu nutzen. Organisch oder durch Beteiligungen und Übernahmen.
Insgesamt sieht der Vorstand die United Internet Gruppe – zum Abschlussstichtag des Geschäftsjahres 2024 wie auch zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Lageberichts – für die weitere Unternehmensentwicklung gut aufgestellt. Er schätzt die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage – vorbehaltlich eventueller Sondereffekte – positiv ein und blickt optimistisch in die Zukunft.

2.4 Lage der Gesellschaft
Ertragslage der United Internet AG
Die Ertragslage der United Internet AG als reine Holding-Gesellschaft ist üblicherweise durch das Beteiligungs- und Finanzergebnis geprägt. Der Umsatz der Einzelgesellschaft belief sich im Geschäftsjahr 2024 auf 0,6 Mio. € (Vorjahr: 1,1 Mio. €) und resultiert überwiegend aus für Konzerngesellschaften erbrachten Dienstleistungen.
Die sonstigen betrieblichen Erträge beliefen sich auf 6,4 Mio. € (Vorjahr: 221,4 Mio. €) und resultieren – neben periodenfremden Erträgen und konzerninternen Weiterbelastungen – im Wesentlichen aus Erträgen aus dem Abgang von Finanzanlagen in Höhe von 5,6 Mio. € (Vorjahr: 219,1 Mio. €), die aus bedingten Kaufpreisforderungen der United Internet AG gegenüber dem IONOS-Mitgesellschafter Warburg Pincus aus dem Verkauf der Anteile an der IONOS Group SE stammen. Im Vorjahr waren die hohen Erträge aus dem Abgang von Finanzanlagen im Wesentlichen auf den Anteilsverkauf im Rahmen des Börsengangs der Konzerntochter IONOS Group SE zurückzuführen.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich auf 15,5 Mio. € (Vorjahr: 31,3 Mio. € inkl. der hohen IPO-Kosten im Zusammenhang mit dem Börsengang der Konzerntochter IONOS Group SE in 2023) und beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen aus internen Weiterbelastungen für konzernintern erbrachte Dienstleistungen, Rechts-, Prüfungs- und Beratungskosten sowie periodenfremde Aufwendungen.
Die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen von 112,7 Mio. € (Vorjahr: 101,9 Mio. €) resultieren aus den Gewinnabführungen der 1&1 Mail & Media Applications SE von 110,0 Mio. € (Vorjahr: 98,9 Mio. €), der United Internet Corporate Services GmbH von 2,5 Mio. € (Vorjahr: 2,8 Mio. €) und der United Internet Service SE von 0,2 Mio. € (Vorjahr: 0,1 Mio. €).
Die Erträge aus Beteiligungen beliefen sich auf 13,8 Mio. € (Vorjahr: 0 €) und beinhalten im Wesentlichen Dividenden der 1&1 AG für das Geschäftsjahr 2023 sowie aufgrund der phasengleichen Gewinnvereinnahmung zusätzlich die Dividende für das Geschäftsjahr 2024. Aufgrund der phasengleichen Gewinnvereinnahmung für das Geschäftsjahr 2022 im Geschäftsjahr 2022 sind im Vorjahr keine Erträge aus Beteiligungen erfasst.
Die Aufwendungen aus Verlustübernahmen in Höhe von 486,5 Mio. € (Vorjahr: 19,2 Mio. €) betrafen den Ergebnisausgleich der United Internet Investments Holding AG & Co. KG von 337,7 Mio. € (Vorjahr: 19,2 Mio. €), der United Internet Management Holding SE von 148,8 Mio. € (Vorjahr: 0,04 Mio. €) sowie der United Internet Corporate Holding SE von 0,03 Mio. € (Vorjahr: 0,04 Mio. €).
Der Anstieg des Verlustes der United Internet Investments Holding gegenüber dem Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus dem Rückgang des Anteils an der Kublai GmbH von 40 % auf rund 5 % im Geschäftsjahr 2024. Am 14. Juni 2024 gab die United Internet AG bekannt, keine weiteren Investitionen in die Kublai GmbH zu tätigen, die rund 95 % der Tele Columbus AG hält. United Internet verzichtete damit auf das Recht, die im Rahmen einer Kapitalerhöhung im 1. Quartal 2024 erfolgte Verwässerung ihrer Anteile an Kublai auf rund 5 % wieder auf 40 % aufzustocken. Vor diesem Hintergrund ergab sich im Jahresabschluss der United Internet Investments Holding zum 31. Dezember 2024 ein außerplanmäßiger Verlust aus der Verwässerung der Anteile an Kublai in Höhe von 316,0 Mio. €.
United Internet ist davon überzeugt, dass die der Kapitalerhöhung zugrunde gelegte Bewertung der Tele Columbus AG deutlich zu niedrig und demzufolge die Verwässerung der von United Internet gehaltenen Anteile zu weitreichend ist. Weiterer Gesellschafter von Kublai ist die Hilbert Management GmbH, eine mittelbare Tochtergesellschaft der Morgan Stanley Infrastructure Inc. (MSI), ein von der Investmentbank Morgan Stanley verwalteter Infrastrukturfonds. Die Stimmenmehrheit in der Gesellschafterversammlung ermöglichte es MSI, die Kapitalerhöhung auf Basis einer von MSI festgelegten Bewertung durchzuführen. United Internet hat mittelbar durch die United Internet Investments Holding zwischenzeitlich das vertraglich vorgesehene Verwässerungsschutzverfahren eingeleitet und lässt die von MSI vorgenommene Bewertung durch die Deutsche Institution für Schiedsgerichtsbarkeit (DIS) überprüfen. Wenn die DIS der Auffassung von United Internet folgt, könnte der United Internet Investments Holding ein Ausgleichsbetrag von ca. 300 Mio. € zugesprochen werden. Bei einer abweichenden Auffassung des Gerichts könnte der zugesprochene Anspruch bzw. Ausgleichsbetrag entsprechend geringer ausfallen.
Der Anstieg des Verlustes der United Internet Management Holding gegenüber dem Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus der Übernahme des Verlustes der 1&1 Versatel GmbH infolge des im November 2024 mit der 1&1 Versatel GmbH geschlossenen Ergebnisabführungsvertrages.
Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beliefen sich auf 17,0 Mio. € Steuerertrag (Vorjahr: -44,1 Mio. € Steueraufwand).
Der Jahresfehlbetrag im Einzelabschluss der United Internet AG belief sich im Geschäftsjahr 2024 infolge der hohen Aufwendungen aus Verlustübernahmen auf -365,3 Mio. € (Vorjahr: 274,0 Mio. €).
Finanz- und Vermögenslage der United Internet AG
Die Bilanzsumme der Einzelgesellschaft verringerte sich von 5.865,6 Mio. € zum 31. Dezember 2023 auf 5.777,2 Mio. € zum 31. Dezember 2024.
Das Anlagevermögen der Einzelgesellschaft in Höhe von 5.442,3 Mio. € (Vorjahr: 4.832,2 Mio. €) ist im Wesentlichen geprägt durch die Finanzanlagen. Dabei stiegen die Anteile an verbundenen Unternehmen insbesondere durch eine Einzahlung in Höhe von 370,0 Mio. € in die Kapitalrücklage der 1&1 Versatel GmbH gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB auf 4.502,2 Mio. € (Vorjahr: 4.132,2 Mio. €). Ausleihungen an verbundene Unternehmen stiegen auf 940,0 Mio. € (Vorjahr: 700,0 Mio. €). Die Veränderung in den Ausleihungen resultiert im Wesentlichen aus dem Anstieg der Ausleihungen an die Tochtergesellschaft 1&1 Versatel GmbH sowie aus gegenläufigen Rückzahlungen der Tochtergesellschaft IONOS Group SE.
Das Umlaufvermögen der Einzelgesellschaft in Höhe von 254,9 Mio. € (Vorjahr: 1.033,4 Mio. €) umfasst die Forderungen gegen verbundene Unternehmen sowie sonstige Vermögensgegenstände. Dabei gingen die Forderungen gegen verbundene Unternehmen auf 222,0 Mio. € (Vorjahr: 1.010,6 Mio. €) zurück. Sie enthalten insbesondere Forderungen im Rahmen des Cash-Managements von 500,1 Mio. € (Vorjahr: 973,3 Mio. €), aus umsatzsteuerlicher Organschaft von 59,0 Mio. € (Vorjahr: 54,8 Mio. €) sowie gegenläufig Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen aus Ergebnisabführungsverträgen von 335,0 Mio. € (Vorjahr: 16,2 Mio. €). Der Rückgang der Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen resultiert im Wesentlichen aus dem Rückgang der Forderungen aus dem Cash-Management gegenüber der Tochtergesellschaft 1&1 Versatel GmbH, bedingt durch die Umstellung auf eine langfristige Finanzierung. Der Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen aus Ergebnis-abführungsverträgen resultiert im Wesentlichen aus dem Verlust der United Internet Investments Holding AG & Co. KG, der im Wesentlichen auf den Verlust aus der Verwässerung des Anteils an der Kublai GmbH im Geschäftsjahr 2024 von 40 % auf rund 5 % zurückzuführen ist. Die sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von 33,0 Mio. € (Vorjahr: 22,7 Mio. €) beinhalten im Wesentlichen Forderungen gegen das Finanzamt.
Das Eigenkapital der Einzelgesellschaft belief sich zum 31. Dezember 2024 auf 3.066,2 Mio. € (Vorjahr: 3.517,4 Mio. €). Der Rückgang des Eigenkapitals im Berichtsjahr resultiert insbesondere aus der Dividendenzahlung in Höhe von 86,4 Mio. € und dem Jahresfehlbetrag in Höhe von -365,3 Mio. €. Die Eigenkapitalquote ging von 60,0 % im Vorjahr auf 53,1 % zum 31. Dezember 2024 zurück.
Bei den Rückstellungen der Einzelgesellschaft in Höhe von 9,9 Mio. € (Vorjahr: 7,7 Mio. €) handelt es sich insbesondere um Steuerrückstellungen in Höhe von 6,2 Mio. € (Vorjahr: 5,0 Mio. €) sowie um sonstige Rückstellungen für Mitarbeiterbeteiligungsprogramme, Rechts-, Prüfungs- und Beratungskosten, Tantiemen und Sonstige in Höhe von 3,7 Mio. € (Vorjahr: 2,6 Mio. €).
Die Verbindlichkeiten der Einzelgesellschaft sind insbesondere von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie gegenüber verbundenen Unternehmen geprägt. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten stiegen dabei in 2024 auf 2.027,2 Mio. € (Vorjahr: 1.668,3 Mio. €). Die Bankverbindlichkeiten setzen sich im Wesentlichen aus vier Schuldscheindarlehen in Höhe von insgesamt 1.217 Mio. € (Vorjahr: 1.162 Mio. €), diversen Konsortialkrediten über 700 Mio. € (Vorjahr: 150 Mio. €), Betriebsmittellinien über 94 Mio. € (Vorjahr: 295 Mio. €), bilateralen Kreditvereinbarungen in Höhe von 0 Mio. € (Vorjahr: 50 Mio. €) sowie Zinsen in Höhe von 16 Mio. € (Vorjahr: 11 Mio. €) zusammen. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stiegen auf 608,1 Mio. € (Vorjahr: 564,0 Mio. €). Sie beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus dem Cash-Management innerhalb der United Internet Gruppe, Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen aus Ergebnisabführungsverträgen sowie Verbindlichkeiten aus umsatzsteuerlicher Organschaft. Bei den sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 65,9 Mio. € (Vorjahr: 89,8 Mio. €) handelt es sich im Wesentlichen um Umsatzsteuerverbindlichkeiten.
Der Cashflow im Einzelabschluss der Gesellschaft ist geprägt durch Zahlungsmittelzuflüsse aus den Gewinnabführungsverträgen sowie den Dividenden der Beteiligungen.
Gesamtaussage des Vorstands zur wirtschaftlichen Lage der Einzelgesellschaft
Die wirtschaftliche Lage der United Internet AG auf Ebene des Einzelabschlusses ist aufgrund ihrer Rolle als Holding-Gesellschaft im Wesentlichen durch das Beteiligungs- und Finanzergebnis beeinflusst. Insofern gilt die Gesamtaussage des Vorstandes zur wirtschaftlichen Lage im Konzern qualitativ auch für die United Internet AG selbst.
2.5 Corporate Responsibility
Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG sehen sich in der Verpflichtung, durch eine verantwortungsbewusste und langfristig ausgerichtete Unternehmensführung für den Bestand des Unternehmens und für eine nachhaltige Wertschöpfung zu sorgen. Nach dem Selbstverständnis von United
Internet geht unternehmerisches Handeln dabei über die Verfolgung wirtschaftlicher Ziele hinaus und beinhaltet auch eine Verpflichtung gegenüber Gesellschaft, Umwelt, Mitarbeitenden und weiteren Stakeholdern.
Der nichtfinanzielle Konzernbericht wurde in Übereinstimmung mit §§ 315c i.V.m. 289c bis 289e HGB einschließlich der in dieser nichtfinanziellen Berichterstattung enthaltenen Angaben zur Erfüllung der Anforderungen nach Artikel 8 der Verordnung (EU) 2020/852 (im Folgenden „nichtfinanzielle Berichterstattung“) aufgestellt. Hinsichtlich Struktur und Darstellung der Informationen orientiert sich die Berichterstattung an den European Sustainability Reporting Standards (ESRS). Dies gilt insbesondere für die folgenden Aspekte des ESRS 1:
Qualitative Merkmale von Informationen
Doppelte Wesentlichkeit als Grundlage für die Angabe von Nachhaltigkeitsinformationen
Sorgfaltspflicht
Wertschöpfungskette
Zeithorizonte
Erstellung und Darstellung von Nachhaltigkeitsinformationen
Aufbau der Nachhaltigkeitserklärung
Die gemäß der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse identifizierten Impacts, Risks and Opportunities („IROs“; Auswirkungen, Risiken und Chancen) bilden, in Anlehnung an das Konzept der ESRS, den Ausgangspunkt für die Identifikation der wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen. Im Anschluss werden für diese Nachhaltigkeitsthemen, ebenfalls in Anlehnung an die ESRS, qualitative und im Einzelfall auch quantitative Informationen berichtet.
Bei der Auswahl der qualitativen Informationen orientiert sich der Nachhaltigkeitsbericht an dem Konzept der „Strategien, Maßnahmen und Ziele“ wie es in ESRS 2 verankert ist. Darüber hinaus werden,
sofern relevant und möglich, weitere quantitative Informationen bereitgestellt, die sich, sofern separat gekennzeichnet, im Einklang mit den ESRS ermittelt wurden.
Das Kapitel Allgemeine Angaben legt die grundlegenden Querschnittsanforderungen für die Nachhaltigkeitsberichterstattung fest, einschließlich der Angabe von Unternehmensstrategie, Governance, Wesentlichkeit und Einbeziehung von Stakeholdern, die für alle Unternehmen verpflichtend sind. Das zweite Kapitel bildet die Umweltinformationen in Bezug auf den Klimawandel und Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft ab. Innerhalb des Sozialen Kapitels werden Informationen und Kennzahlen in Bezug auf die eigene Belegschaft, die Arbeitnehmer in der Lieferkette sowie Verbraucher und Endnutzer dargelegt. Zuletzt folgen Kapitel mit Inhalten zur Unternehmensführung und zu unternehmensspezifische Governance-Themen: Digitale Ethik und Verantwortung. Letzteres behandelt unternehmensspezifische Themen insbesondere in Bezug auf die Digitalwirtschaft, die für den United Internet Konzern und die Branche im Allgemeinen relevant ist.
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www.united-internet.de
Der Nachhaltigkeitsbericht 2024 der Gesellschaft, inklusive des nichtfinanziellen Konzernberichts, wird Ende März 2025 (unter https://www.united-internet.de/investor-relations/publikationen/berichte.html) veröffentlicht.
Vor dem Hintergrund der Einführung der europäischen Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) wurde im Geschäftsjahr 2024 intensiv daran gearbeitet, den gestiegenen regulatorischen Anforderungen, soweit möglich, nachzukommen. So wurden die Nachhaltigkeitsziele innerhalb der Geschäftsbereiche geschärft, die zuständigen Teams gestärkt und die Prozesse und Systeme für die Datenerhebung erweitert und optimiert. Damit ist die Gesellschaft in der Lage, Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekte (ESG) detaillierter darzustellen und die Entwicklungen innerhalb der Geschäftsbereiche sichtbarer zu machen. Gleichzeitig wurde das bestehende Risikomanagement fortlaufend angepasst und erweitert, sodass die Robustheit des Geschäftsmodells auch in Zukunft sichergestellt wird. Zudem wurde mit der Erhebung und Aktualisierung des ökologischen Fußabdrucks die Weichen gestellt, um Maßnahmen noch gezielter umsetzen zu können.
Die inhaltliche Prüfung der Nachhaltigkeitsberichterstattung obliegt dem Aufsichtsrat der Gesellschaft. Unterstützt wird der Aufsichtsrat dabei durch eine inhaltliche Prüfung mit begrenzter Sicherheit („limited assurance“) des gesonderten nichtfinanziellen Konzernberichts durch die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.
3. Nachtragsbericht
Wechsel im Vorstand
Ralf Hartings, Finanzvorstand der United Internet AG, beendete auf eigenen Wunsch seine Vorstandstätigkeit bei der United Internet AG zum 31. Dezember 2024. Nachfolger von Ralf Hartings als Finanzvorstand (CFO) der United Internet AG ist seit dem 1. Januar 2025 Carsten Theurer. Carsten Theurer war zuvor über 20 Jahre in unterschiedlichen Sparten in der Schwarz Gruppe, in seiner letzten Position als Group-CFO. In diesen Rollen hat er das internationale Wachstum der Schwarz Gruppe im Handel begleitet und war maßgeblich am Aufbau der eigenen Produktionsunternehmen beteiligt.
Inanspruchnahme des JBIC-Darlehens nach dem Bilanzstichtag
Im Dezember 2024 hat United Internet mit der Japan Bank for International Cooperation (JBIC) einen Darlehensvertrag über bis zu 800 Mio. € unterzeichnet. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 war das Darlehen noch nicht in Anspruch genommen, sodass der volle Betrag von 800 Mio. € (Vorjahr: 0 €) zur Verfügung stand. Im Februar 2025 wurde ein Betrag in Höhe von 290 Mio. € aus dem Darlehen abgerufen. Da dieser Vorgang erst nach dem Bilanzstichtag eingetreten ist, hat er keine Auswirkungen auf die zum Stichtag aufgestellten Finanzinformationen.
Inanspruchnahme des Konsortialkreditrahmens nach dem Bilanzstichtag
Im Dezember 2024 hat United Internet einen Konsortialkreditrahmen erfolgreich mit ihren Kernbanken refinanziert. Für den neuen Konsortialkreditrahmen über 950 Mio. € wurde eine Laufzeit bis Dezember 2029 vereinbart und vertragliche Verlängerungsoptionen zugesagt. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 war der neue Konsortialkreditrahmen mit 150 Mio. € (Vorjahr: 150 Mio. €) in Anspruch genommen, so dass Mittel in Höhe von 800 Mio. € (Vorjahr: 660 Mio. €) zur Verfügung standen. Im März 2025 wurden die bis dato abgerufenen Kredite aus dem Konsortialkreditrahmen vollständig zurückgeführt, so dass der Kreditrahmen in vollem Umfang zur Verfügung steht. Da vorgenannter Vorgang erst nach dem Bilanzstichtag eingetreten ist, hat er keine Auswirkungen auf die zum Stichtag aufgestellten Finanzinformationen.
Entscheidung der Bundesnetzagentur zu Low- und Mid-Band-Frequenzen
Die Bundesnetzagentur hat am 24. März 2025 ihre Entscheidung zur Bereitstellung der ab Januar 2026 zur Verfügung stehenden Low- und Mid-Band-Frequenzen bekanntgegeben. Diese basiert in den wesentlichen Punkten auf dem im Mai 2024 veröffentlichten Konsultationsentwurf und sieht eine Verlängerung bestehender Frequenznutzungsrechte für Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica vor. Die Verlängerung ist mit der Verpflichtung verbunden, dass Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica, 1&1 einen Teil des ihnen zur Verfügung stehenden Low-Band-Spektrums zur gemeinsamen Nutzung bereitstellen. Um dies zu erreichen, verpflichtet die Behörde die etablierten Netzbetreiber zu fairen Verhandlungen mit 1&1. Sollte 1&1 bis zum 1. Januar 2026 keine Nutzung von Low-Band-Frequenzen gewährt werden, behält die Bundesnetzagentur sich vor, diese anzuordnen.
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Darüber hinaus sind nach dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 bei United Internet keine weiteren Ereignisse von besonderer Bedeutung eingetreten, die größere Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Unternehmens bzw. des Konzerns mit Auswirkungen auf Rechnungslegung und Berichterstattung haben. Aussagen zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns und der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Lageberichts finden sich in Kapitel 4.3 im „Prognosebericht“.
4. Risiko-, Chancen- und Prognosebericht
Die Risiko- und Chancenpolitik des United Internet Konzerns orientiert sich an dem Ziel, die Werte des Unternehmens zu erhalten und nachhaltig zu steigern, indem Chancen wahrgenommen und Risiken frühzeitig erkannt und gesteuert werden. Das „gelebte“ Risiko- und Chancenmanagement stellt sicher, dass der United Internet Konzern („United Internet“) seine Geschäftstätigkeiten in einem kontrollierten Unternehmensumfeld ausüben kann. Das Risiko- und Chancenmanagement regelt den verantwortungsvollen Umgang mit Unsicherheiten, die mit unternehmerischem Handeln stets verbunden sind.
4.1 Risikobericht
Risikomanagement
Konzeption, Organisation und Aufgabe des Risikomanagements von United Internet werden von Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG vorgegeben und im Rahmen einer konzernweit verfügbaren und gültigen Risikomanagementstrategie sowie dem Risikomanagementhandbuch dokumentiert. Diese Vorgaben werden laufend an die sich ändernden gesetzlichen Rahmenbedingungen angepasst und kontinuierlich weiterentwickelt. Das Konzern-Risikomanagement koordiniert die Umsetzung und Weiterentwicklung des Risk Management Systems und ist im Auftrag des Vorstands für den zentral gesteuerten Risikomanagementprozess verantwortlich. Das Risikomanagementsystem umfasst ausschließlich die Risiken des Konzerns, während die Verantwortung für das frühzeitige und kontinuierliche Identifizieren, Bewerten und Steuern von Chancen direkt dem Konzernvorstand sowie den operativen Führungsebenen in den jeweiligen Segmenten obliegt.
Das Konzern-Risikomanagement (Corporate Risk Management) wird vom Risikomanagement der jeweiligen Segmente (Company Risk Management) unterstützt. Zur Unterstützung des Segment-Risikomanagements sind zusätzlich dezentrale Risikomanager in den für den Geschäftserfolg der Gesellschaft
besonders wesentlichen Geschäftsbereichen (bspw. in den Bereichen „Technik und Entwicklung“ der Gesellschaften) installiert. Für den konzernweiten Austausch und den Abgleich von Risikoinformationen finden regelmäßige Risk-Manager-Meetings zwischen den Risikomanagern sowie auch mit den unternehmensweiten, querschnittsverantwortlichen Stellen statt.
Die Abteilung Corporate Audit (Interne Revision) prüft in regelmäßigen Abständen die Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit des Risk Management Systems. Der Abschlussprüfer prüft im Rahmen des gesetzlichen Prüfungsauftrags für den Jahresabschluss und den Konzernabschluss, ob das Risikofrüherkennungssystem grundsätzlich geeignet ist, bestandsgefährdende Risiken und Entwicklungen so frühzeitig zu erkennen, dass diesen rechtzeitig entgegengewirkt werden kann. Das System entspricht den gesetzlichen Anforderungen an ein Risikofrüherkennungssystem, steht im Einklang mit dem zum Zeitpunkt der letzten Entsprechenserklärung der United Internet AG geltenden Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex und orientiert sich in seiner Ausgestaltung an den in der ISO-Norm 31000:2018 festgelegten Merkmalen. Der Aufsichtsrat überwacht gemäß den Vorschriften des Aktiengesetzes die Wirksamkeit des Risk Management Systems (RMS). Das RMS wird regelmäßig extern geprüft. Die aktuelle Prüfung wurde 2024 begonnen und wird im 1. Quartal 2025 abgeschlossen.

Methoden und Ziele des Risikomanagements
Das Risk Management System umfasst die Maßnahmen, die es United Internet erlauben, mögliche Risiken, die die Erreichung der Unternehmensziele gefährden könnten, frühzeitig durch Assessments und Frühwarnsysteme zu erkennen, monetär und szenario-orientiert zu bewerten, zu steuern und zu überwachen. Das Ziel des konzernweit etablierten und IT-unterstützten Risikomanagements ist es, dem Management die größtmögliche Transparenz über die tatsächliche Risikosituation, deren Veränderung sowie der verfügbaren Handlungsoptionen zu verschaffen, um so das bewusste Eingehen oder das Vermeiden von Risiken zu ermöglichen. Unternehmensgefährdende Risiken sind dabei grundsätzlich zu vermeiden. Hierbei ist konzernweit immer eine über die regulären Berichtswege etablierte indirekte Anbindung und für alle wesentlichen Geschäftsbereiche eine direkte Anbindung an das konzernweit etablierte zentrale Risikomanagement mit definierten Zuständigkeiten realisiert. Damit wird die Vollständigkeit der erfassten Risiken im Risk Management System sichergestellt.
Der Status der wesentlichen Risiken wird viermal im Jahr in Berichtsform an Vorstand und Aufsichtsrat kommuniziert.
Bei identifizierten, unvermittelt wirkenden erheblichen Risiken und Risikoveränderungen wird eine
Ad-hoc-Berichtspflicht ausgelöst. Das Risiko wird dann unverzüglich an den Finanzvorstand der United Internet AG gemeldet und von diesem gegebenenfalls auch an den Aufsichtsrat berichtet. Auf diesem Wege können wesentliche Risiken schnellstmöglich adressiert werden.
Die Bewertung der Risiken erfolgt in einer Netto-Betrachtung, d. h. Effekte durch mitigierende Maßnahmen werden erst nach deren Umsetzungen in der Risikobewertung berücksichtigt.

Risiken im United Internet Konzern
Die Einschätzung der Gesamtrisikosituation ist das Ergebnis einer konsolidierten Betrachtung aller bekannten wesentlichen Risiken. Aus der Gesamtheit dieser im Konzern identifizierten Risiken erläutern die folgenden Abschnitte die aus Sicht der Gesellschaft wesentlichen Risikofelder.
Ausgangspunkt zur Einschätzung der Wesentlichkeit der Risiken bilden die Ausprägungen „Eintrittswahrscheinlichkeit“ in Prozent und „potenzieller Schaden“ in Mio. €. Der potenzielle Schaden umfasst dabei sämtliche negativen Ergebnisbeeinflussungen. Ausgehend von der Kombination aus Eintrittswahrscheinlichkeit und potenziellem Schaden werden die Risiken wie folgt in die drei Risikoeinstufungen „Bedeutend“, „Moderat“ und „Gering“ kategorisiert.
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Konkrete Einschätzungen seitens des Vorstands der Gesellschaft zur Risikosituation des Konzerns sowie zu Eintrittswahrscheinlichkeit, potenziellem Schaden und der daraus abgeleiteten Risikoeinstufung der im Folgenden beschriebenen Risiken befinden sich am Ende dieses Risikoberichts.
Die Risikokategorien wurden Rahmen des Jahresabschlusses 2024 überarbeitet und in die drei Kategorien „Strategische Markt- & Geschäftsrisiken“, „Operationelle Risiken“ und „Finanz- & Steuerrisiken“ aufgeteilt. Alle Risiken wurden in die neuen Kategorien überführt, so dass auch weiterhin eine Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr gegeben ist.
Folgende Unterkategorien wurden umbenannt:
„Gesetzgebung und Regulierung“ in „Regulatorisches Umfeld“
„Informationssicherheit“ in „Cyber- & Informationssicherheit“
„Kooperationen und Outsourcing“ in „Partnermanagement“
„Fraud- und Forderungsausfall“ in „Betrug & Forderungsausfall“
Folgende Unterkategorien wurden überführt:
„Personalbeschaffungsmarkt“, „Kapazitätsengpässe“ und „Personalentwicklung und -bindung“ in „Mitarbeitende“
„Liquidität/Finanzierung“ und „Finanzmarkt“ in „Finanz- & Liquiditätsrisiken“
Die Unterkategorien „Organisationstruktur und Entscheidungsfindung”, „Projekte” sowie „Fehlverhalten und Regelwidrigkeiten” entfallen, da die wesentlichen Risiken anderen Kategorien zugeordnet worden sind.
Strategische Markt- & Geschäftsrisiken
Absatzmarkt & Wettbewerb
Die Märkte, in denen United Internet aktiv ist, sind durch einen starken und anhaltenden Wettbewerb geprägt. Abhängig von der Strategie der am Markt beteiligten Parteien können unterschiedliche Effekte auftreten, die u. a. eine Anpassung der eigenen Geschäftsmodelle oder der eigenen Preispolitik nach sich ziehen können. Auch durch den Markteintritt von neuen Wettbewerbern könnten Marktanteile, Wachstumsziele oder Margen gefährdet werden. United Internet steigt zudem selbst gelegentlich in neue Märkte mit großen Wettbewerbern ein. Mit einer solchen unternehmerischen Entscheidung sind stets auch neue Risiken verbunden.
United Internet versucht diese Risiken mit einer detaillierten Planung auf Basis interner Erfahrungswerte und externer Marktstudien sowie durch ein ständiges Monitoring von Markt und Wettbewerb zu minimieren.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als moderat eingestuft.
Beschaffungsmarkt
Eine Lücke in der Beschaffung bzw. der Lieferung von zum Unternehmensbetrieb benötigen Ressourcen kann auch zu Engpässen oder Ausfällen bei United Internet führen. Dies betrifft sowohl den Einkauf von Hardware als auch den Bezug von Vorleistungen. Preiserhöhungen der eingekauften Produkte und Leistungen stellen ein Risiko für die zu erzielenden Produktmargen dar. Eingeplante positive Effekte aus vertraglich fixierten Preisanpassungsrunden können aufgrund von zeitlichen Verzögerungen zu Risiken für die periodische Zielerreichung des Unternehmens werden.
United Internet begegnet diesen Risiken durch die Zusammenarbeit mit mehreren und langfristig gebundenen Dienstleistern und Lieferanten, vertraglichen Verpflichtungen sowie – sofern wirtschaftlich sinnvoll – einem Ausbau der eigenen Wertschöpfungskette. Zwar können erhebliche und unvorhersehbare Entwicklungen auf dem Beschaffungsmarkt durch Ereignisse, wie z. B. dem Ukraine-Krieg, nicht vollständig abgefedert, aber durch präventive Maßnahmen, wie zum Beispiel der zügigen Aufstockung der Lagerbestände, entgegengewirkt werden.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als moderat eingestuft.
Beteiligungen & Investitionen
Der Erwerb und das Halten von Beteiligungen sowie die Tätigung von strategischen Investitionen stellen einen wesentlichen Erfolgsfaktor der United Internet AG dar. Neben einem besseren Zugang zu bestehenden und neuen Wachstumsmärkten sowie zu neuen Technologien / Know-how dienen Beteiligungen und Investitionen auch der Erschließung von Synergie- und Wachstumspotenzialen. Mit diesen Chancen gehen gleichzeitig auch Risiken einher. So besteht die Gefahr, dass die erhofften Potenziale nicht wie erwartet ausgeschöpft werden können oder erworbene Beteiligungen sich nicht wie prognostiziert entwickeln (außerplanmäßige Abschreibungen / Impairments, Veräußerungsverluste, Dividendenausfall oder Verminderung der stillen Reserven).
Alle Beteiligungen unterliegen deshalb einem kontinuierlichen Überwachungsprozess durch das Beteiligungsmanagement und werden bei Bedarf zeitnah unterstützt. Dieses Risiko ist weitgehend ohne
EBITDA-Relevanz, da im Eintrittsfall überwiegend nicht-cashwirksame Wertminderungen entstehen. Die Werthaltigkeit der getätigten Investitionen wird von Management und Controlling fortlaufend überwacht.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als moderat eingestuft.
Geschäftsentwicklung & Innovationen
Ein weiterer wichtiger Erfolgsfaktor für United Internet ist es, neue und ständig verbesserte Produkte und Services zu entwickeln, um Umsätze und Ergebnisse zu steigern, neue Kunden zu gewinnen und bestehende Kundenverhältnisse auszubauen. Dabei besteht das Risiko, dass Neuentwicklungen zu spät auf den Markt kommen oder seitens der Zielgruppe nicht wie erwartet angenommen werden.
Diesen Risiken begegnet United Internet durch eine intensive und permanente Markt-, Produkt- und Wettbewerbsbeobachtung sowie eine ständig auf das Feedback der Kunden reagierende Produktentwicklung.
Im Rahmen der Diversifikation des Geschäftsmodells bzw. der Erweiterung der Wertschöpfungskette steigt United Internet gelegentlich in neue Märkte bzw. in vor- oder nachgelagerte Märkte ein. So hat der Vorstand der 1&1 AG, ein Tochterunternehmen der United Internet AG, mit Zustimmung seines Aufsichtsrates auf Basis der in 2019 erworbenen Mobilfunkfrequenzen in den Bereichen 2 GHz und 3,6 GHz den Aufbau und Betrieb eines leistungsfähigen 5G Mobilfunknetzes beschlossen. Mit dem Aufbau und dem Betrieb des eigenen Netzes plant die Gesellschaft die Wertschöpfung im Mobilfunkgeschäft weiter zu vergrößern, neue Geschäftsfelder zu erschließen und eine größere Unabhängigkeit von dem Bezug von Vorleistungen anderer Netzbetreiber zu erlangen.
1&1 baut das Mobilfunknetz insbesondere mit dem japanischen Technologie-Konzern und ausgewiesenen Open-RAN-Experten Rakuten als Generalunternehmer. Gemeinsam bauen Rakuten und 1&1 ein vollständig virtualisiertes Mobilfunknetz auf Basis der neuartigen Open-RAN-Technologie. Durch die Nutzung der Open-RAN-Technologie wird die Unabhängigkeit von den Netzwerkausrüstern vergrößert. Es bestehen Risiken, dass der Netzaufbau nicht in der erwarteten Geschwindigkeit erfolgen kann. Lieferschwierigkeiten bei der erforderlichen Hardware oder Verzögerungen bei der Standortsuche sind potenzielle Risiken.
1&1 hat bei der Auswahl der Partner für den Netzaufbau großen Wert daraufgelegt, diese Risiken zu minimieren. So hat Rakuten, der als Generalunternehmer tätige Partner für die aktive Netztechnik, als erster und einziger Netzausrüster auf der Welt ein Mobilfunknetz auf Basis der neuen Open-RAN-Technologie in Japan gebaut, so dass 1&1 von den dort gewonnen Erfahrungen und der Lernkurve profitieren kann. Die Partner für die passive Technik sind etablierte und in Europa führende Unternehmen für Funkturminfrastruktur, so dass 1&1 von einer bereits vorhandenen Infrastruktur profitieren kann.
Dennoch haben sich in den Jahren 2022 bis 2024 bereits erste Verzögerungen bei der Errichtung von Antennenstandorten ergeben. Die Verzögerungen waren den Lieferproblemen von Vorleistern geschuldet. Verzögerungen beim Netzaufbau können dazu führen, dass bis zur vollständigen Errichtung des Mobilfunknetzes mehr Vorleistungen extern bezogen werden müssen als geplant, was einen negativen Einfluss auf die Wertschöpfung sowie die Profitabilität hätte. Um dem Risiko angemessen zu begegnen, ist 1&1 weitere Partnerschaften für die Akquise von Antennenstandorten sowie für die eigene Errichtung von Antennenstandorten eingegangen.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als gering eingestuft.
Höhere Gewalt
Aufgrund von externen Ereignissen wie beispielweise Naturkatastrophen (Erdbeben, Überschwemmung, Tsunamis usw.), personellen Krisen (Pandemien, Streiks usw.), infrastrukturellen Krisen (Stromausfälle, Beschädigungen von Straßen usw.) oder Gewaltereignissen (Amokläufe, Terrorangriffe usw.) kann es zur Beeinträchtigung des Geschäftsbetriebs von United Internet kommen.
United Internet begegnet diesen Risiken soweit möglich mit einer Vielzahl verschiedener Maßnahmen. Beispiele sind die Einrichtung von Gebäudezutrittsbeschränkungen, der Betrieb von georedundanten Rechenzentren, Hygienevorkehrungen, standortunabhängige Arbeitsplätze, die Nutzung moderner Kommunikationsmedien zur Vermeidung von Reisetätigkeiten sowie die Ausarbeitung von Notfallkonzepten.
Letzteres hat durch die zunehmenden geopolitischen Spannungen an Bedeutung gewonnen. Die United Internet Gruppe hat dies zum Anlass genommen, die bestehenden Sicherheitsmaßnahmen und Konzepte zu überarbeiten und ggf. den höheren Bedrohungslagen anzupassen.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als moderat eingestuft.
Regulatorisches Umfeld
Änderungen der bestehenden Gesetzgebung, der Erlass neuer Gesetze sowie Änderungen bei staatlichen Regulierungsthemen können unerwartete negative Auswirkungen auf die durch United Internet verfolgten Geschäftsmodelle und deren Weiterentwicklung haben. Die Entscheidungen der Bundesnetzagentur und des Bundeskartellamts haben Einfluss auf den Netzzugang und die (Preis-)Gestaltung der Internetzugangstarife. Da United Internet Vorleistungen für die eigenen Kunden bezieht, könnten sich regulatorische Änderungen negativ auf die Profitabilität der eigenen Tarife auswirken. Gleichermaßen besteht die Möglichkeit, dass eine fehlende Regulierung das Marktumfeld für United Internet verschlechtert.
Der Frequenzerwerb im Jahr 2019 durch 1&1 war an die Erfüllung bestimmter regulatorischer Auflagen geknüpft. Unter anderem war 1&1 verpflichtet, bis Ende 2022 1.000 5G-Basisstationen anteilig verteilt auf die einzelnen Bundesländer in Betrieb zu nehmen. Aufgrund von Lieferschwierigkeiten der von 1&1 mit der Bereitstellung der Antennenstandorte beauftragten Vorleister, hat 1&1 diesen Zielwert bis Ende 2022 deutlich verfehlt. Die Einhaltung der Frequenzauflagen wird von der Bundesnetzagentur eng überwacht. Infolge des verfehlten Ausbauziels zum Jahresende 2022 hat die Bundesnetzagentur 1&1 ein Bußgeld angedroht. Infolge des Urteils des Verwaltungsgerichts Köln, welches das Frequenzverfahren für unrechtmäßig erklärt hat, hat die Bundesnetzagentur angekündigt, das Bußgeldverfahren bis auf Weiteres auszusetzen.
Im Zusammenhang mit dem Aufbau eines leistungsstarken Mobilfunknetzes ist 1&1 auf die Zuteilung relevanter Frequenzen durch die Bundesnetzagentur angewiesen. So stehen voraussichtlich im Jahr 2026 Low-Band-Frequenzen zur Neuvergabe an. Es besteht das Risiko, dass 1&1 bei der Vergabe dieser Frequenzen nicht berücksichtigt wird und stattdessen eine Verlängerung der Frequenzzuteilung an die etablierten Netzbetreiber erfolgt. In diesem Fall wäre 1&1 darauf angewiesen, Vorleistungen in erhöhtem Umfang einzukaufen, was einen negativen Einfluss auf die Wertschöpfung hätte. Die Low-Band-Frequenzen haben aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften eine größere Reichweite und ein besseres Durchdringungsvermögen als High-Band-Frequenzen und ermöglichen so eine kostengünstige Versorgung auf dem Land mit weit voneinander entfernten Mobilfunkmasten und tragen zudem zu einem guten Empfang innerhalb von Gebäuden bei. Ohne Zugriff auf diese Low-Band- Frequenzen mit einer größeren Reichweite, würde auch das Risiko der Verfehlung der Ausbauverpflichtungen der BNetzA bis Ende 2025 erheblich steigen.
United Internet begegnet dem tendenziell steigenden Regulierungsrisiko durch eine Zusammenarbeit mit mehreren Vorleistungspartnern und einer aktiven Verbandsarbeit.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als bedeutend eingestuft.
Operationelle Risiken
Arbeitsabläufe & -prozesse
Vor dem Hintergrund der stetig steigenden Komplexität und Interoperabilität der angebotenen Produkte sind zunehmend steigende Anforderungen an die Weiterentwicklung der internen Arbeitsabläufe und
-prozesse zu verzeichnen. Dies geht mit ständig wachsenden Abstimmungs- und Koordinationsaufwänden einher. Die besondere Herausforderung liegt hierbei neben der Sicherstellung der Qualitätsstandards vor allem in der Anpassung an das sich immer schneller vollziehende Marktgeschehen – und das auf vielen unterschiedlichen in- und ausländischen Märkten.
Diesen Risiken begegnet die Gesellschaft mit einer ständigen Weiterentwicklung und Verbesserung der internen Abläufe und Prozesse, der gezielten Bündelung und Bindung von Experten und Kompetenzträgern sowie der kontinuierlichen Optimierung der organisatorischen Strukturen.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als moderat eingestuft.
Betrug & Forderungsausfall
Um dem dynamischen Kundenwachstum sowie einer möglichst schnellen Leistungsbereitstellung im Sinne des Kunden Rechnung zu tragen, sind die Bestell- und Bereitstellungsprozesse der United Internet – wie bei vielen großen Unternehmen im Massenmarktgeschäft – weitgehend automatisiert. Diese automatisierten Prozesse bieten naturgemäß Angriffsmöglichkeiten für Betrüger. Wegen der hohen Attraktivität der angebotenen Produkte und Services, erhöhen sich neben der Anzahl der Kunden auch das Risiko für einen Anstieg der Anzahl von Nichtzahlern und Betrügern sowie möglicher unbefugter Zugriffe über Benutzerkonten.

United Internet versucht, durch den permanenten Ausbau des Fraud-Managements, durch eine enge Zusammenarbeit mit Vordienstleistern sowie durch entsprechende Produktgestaltung Fraud-Angriffe zu vermeiden oder zumindest frühzeitig zu erkennen und zu unterbinden.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als moderat eingestuft.
Cyber- & Informationssicherheit
United Internet realisiert den Unternehmenserfolg im Wesentlichen im Telekommunikationsmarkt sowie im Umfeld des Internets. Zur Leistungserbringung werden im Rahmen der Geschäftsprozesse Informations- und Telekommunikationstechnologien (Rechenzentren, Übertragungssysteme, Vermittlungsknoten u. a.) eingesetzt, die stark mit dem Internet vernetzt sind und deren Verfügbarkeit durch Bedrohungen aus dem Internet gefährdet werden können.
Um solchen Risiken weiterhin schnell begegnen zu können, wird das bestehende Überwachungs-, Gebäudezutritts- und Alarmierungssystem inklusive der nötigen Prozesse und Dokumentationen kontinuierlich optimiert.
Es besteht zudem das Risiko eines Hackerangriffs mit dem Ziel, Kundendaten auszuspionieren, zu löschen oder Leistungen missbräuchlich in Anspruch zu nehmen. Auch im Geschäftsjahr 2024 war eine ansteigende Professionalisierung der Angreifer und ihrer Angriffsmethoden zu beobachten. Die Zahl der täglich neuen Schadprogrammvarianten belief sich nach Angaben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) im Zeitraum vom 1. Juli 2023 bis 30. Juni 2024 auf durchschnittlich 309.000 Varianten. Dies entspricht einem Anstieg von 26% im Vergleich zur vorherigen Betrachtungsperiode.
United Internet begegnet diesem Risiko mit dem Einsatz von Virenscannern, Firewalling-Konzepten, eigens initiierten Tests und diversen technischen Kontrollmechanismen.
Die Bedrohungspotenziale aus dem Internet stellen für United Internet hinsichtlich ihrer Auswirkungen eine der größten Risikogruppe dar, die insgesamt durch eine Vielzahl an technischen und organisatorischen Maßnahmen überprüft und vermindert werden. Insbesondere seien hier der Betrieb und die kontinuierliche Verbesserung des Sicherheitsmanagementsystems sowie der stetige Ausbau der Widerstandsfähigkeit (Resilienz) der Systeme genannt.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als bedeutend eingestuft.
Datenschutz
Es kann nie vollständig ausgeschlossen werden, dass Datenschutzbestimmungen, bspw. durch menschliches Fehlverhalten oder technische Schwachstellen, verletzt werden. In einem solchen Fall drohen
United Internet Bußgelder und der Verlust von Kundenvertrauen.
United Internet speichert die Daten seiner Kunden auf Servern in nach internationalen Sicherheitsstandards zertifizierten firmeneigenen sowie in angemieteten Rechenzentren. Der Umgang mit diesen Daten unterliegt umfangreichen gesetzlichen Vorgaben.
Die Gesellschaft ist sich dieser großen Verantwortung bewusst und räumt dem Datenschutz einen hohen Stellenwert und besondere Beachtung ein. Durch den Einsatz neuester Technologien, die ständige Überprüfung der datenschutzrechtlichen und sonstigen gesetzlichen Vorgaben, durch umfangreiche Schulungsprogramme für Mitarbeitende sowie die möglichst frühzeitige Einbindung von Datenschutzaspekten und -anforderungen in die Produktentwicklung investiert United Internet kontinuierlich in die Verbesserung des Datenschutzniveaus.
Verstöße gegen die EU-DSGVO können hohe Sanktionen nach sich ziehen, daher ist die Auswirkung von Datenschutzrisiken hoch. Zudem wurden im Geschäftsjahr 2024 weitere Risiken in diesem Risikofeld identifiziert.
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Risikoeinschätzung von moderat auf bedeutend angestiegen.
Mitarbeitende
Es ist von zentraler Bedeutung für United Internet, dass die personellen Ressourcen effektiv gesteuert werden, damit der kurz-, mittel- und auch langfristige Bedarf an Mitarbeitenden und die erforderlichen Fachkenntnisse sichergestellt werden. Wenn es nicht gelingt, Führungskräfte und Mitarbeitende mit speziellem Fach- und Technologiewissen zu gewinnen, wäre die United Internet nicht in der Lage, ihrer Geschäftstätigkeit effektiv nachzugehen und ihre Wachstumsziele zu erreichen.
Hoch qualifizierte und gut ausgebildete Mitarbeitende bilden die Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg von United Internet. Neben der erfolgreichen Rekrutierung von qualifiziertem Personal, sind die Personalentwicklung und die langfristige Bindung von Leistungsträgern an das Unternehmen von strategischer Bedeutung. Wenn es nicht gelingt, Führungskräfte und Mitarbeitende mit speziellem Fach- oder Technologiewissen weiterzuentwickeln und an die Gesellschaft zu binden, besteht die Gefahr, dass United Internet nicht in der Lage sein könnte, ihrer Geschäftstätigkeit effektiv nachzugehen und ihre Wachstumsziele zu erreichen. Durch eine konzentrierte Ansammlung von strategischem Wissen und Fähigkeiten (sogenanntes Kopfmonopol) kann es bei einem Ausfall eines entsprechenden Mitarbeitenden zu erheblichen Auswirkungen bei der Leistungserstellung der Gesellschaft kommen.
United Internet wirkt diesem Risiko entgegen, indem Mitarbeitenden- und Führungskompetenzen ständig gefördert werden. So werden gezielt Maßnahmen zur beruflichen Weiterentwicklung, Mentoren- und Coaching-Programme sowie besondere Angebote für Potenzialträger angeboten, die auf die Personalentwicklung und -bindung von Talenten und Führungskompetenzen ausgerichtet sind.
In den letzten Jahren hat das Thema Fachkräftemangel weiter an Bedeutung gewonnen, dennoch sieht sich United Internet als attraktiver Arbeitgeber gut aufgestellt, um auch künftig hervorragend qualifizierte Fach- und Führungskräfte mit Potenzial zur Steigerung des Geschäftserfolgs einstellen zu können. Dies wurde wie schon in den vergangenen Jahren durch das Top Employers Institute mit der Auszeichnung „Top Arbeitgeber 2024“ bestätigt.
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Risikoeinschätzung von moderat auf bedeutend angestiegen.
Partnermanagement
Einige Unternehmensbereiche von United Internet arbeiten mit spezialisierten Kooperations- und Outsourcing-Partnern zusammen. Dabei stehen Ziele wie bspw. die Konzentration auf das eigentliche Kerngeschäft, die Kostenreduktion oder das Partizipieren am Fachwissen des Partners im Vordergrund. Mit diesen Chancen gehen gleichzeitig auch Gefahren in Form von Abhängigkeiten von externen Dienstleistern sowie Vertrags- und Ausfallrisiken einher.
Zur Reduzierung dieser Risiken wird vor größeren Vertragsabschlüssen mit externen Dienstleistern eine detaillierte Marktanalyse sowie eine Due Diligence Prüfung durchgeführt und auch nach Vertragsabschluss ein enger und partnerschaftlicher Austausch mit den Kooperations- und Outsourcing-Partnern aufrechterhalten.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als moderat eingestuft.
Rechtsstreitigkeiten
United Internet ist gegenwärtig an verschiedenen Rechtsstreitigkeiten und Schiedsverfahren beteiligt, die sich aus den normalen Geschäftstätigkeiten ergeben. Der Ausgang von Rechtsstreitigkeiten ist naturgemäß ungewiss und stellt daher ein Risiko dar. Sofern in ausgewählten Fällen negative Erfolgsaussichten bestehen und die Höhe der Verpflichtung zuverlässig geschätzt werden kann, sind die Risiken aus den Rechtsstreitigkeiten in den Rückstellungen berücksichtigt.
Im Jahr 2019 hat ein Vorleister Ansprüche im niedrigen dreistelligen Millionenbereich gegenüber der 1&1 angemeldet (im Rahmen der internen Klassifizierung sind Beträge bis zu 333 Mio. € als niedriger dreistelliger Millionenbetrag definiert, die angemeldeten Ansprüche übersteigen diesen Betrag auch in Summe nicht). 1&1 sieht die Ansprüche der jeweiligen Gegenpartei als unbegründet an und hält einen Ressourcenabfluss für nicht wahrscheinlich.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als bedeutend eingestuft.
Technischer Anlagenbetrieb
Die Produkte von United Internet sowie die dazu benötigten Geschäftsprozesse basieren auf einer komplexen technischen Infrastruktur und einer Vielzahl erfolgskritischer Softwaresysteme (Server, Kundenverwaltungsdatenbanken, Statistiksysteme etc.). Die ständige Anpassung an sich verändernde Kundenbedürfnisse führt zu einer zunehmenden Komplexität dieser technischen Infrastruktur, an der regelmäßige Änderungen vorgenommen werden müssen. In der Folge, aber auch durch größere Umstellungen wie bspw. Migrationen von Datenbeständen, kann es zu vielfältigen Störungen oder Ausfällen kommen. Sollten davon z. B. Leistungssysteme betroffen sein, könnte United Internet gegenüber seinen Kunden die zugesicherte Leistung nicht oder vorübergehend nicht mehr erbringen.
Diesen Risiken begegnet die Gesellschaft durch gezielte Architekturanpassungen, Qualitätssicherheitsmaßnahmen und eine räumlich getrennte (georedundante) Auslegung der Kernfunktionalitäten.
Für den Betrieb der Systeme besteht das Risiko gezielter Angriffe von innen und außen, z. B. durch Hacker oder durch Manipulation seitens zugriffsberechtigter Mitarbeitender, die Ausfälle oder Verschlechterungen der Services nach sich ziehen könnten.
Um diesem Risiko zu begegnen, werden verschiedene soft- und hardwarebasierte Sicherheitsvorkehrungen eingesetzt, die Infrastruktur und Verfügbarkeit schützen. Durch die Teilung von Aufgaben werden risikobehaftete Handlungen oder Geschäftsvorfälle nicht von einem Mitarbeitenden allein, sondern nach dem „Vier-Augen-Prinzip“ ausgeführt. Manuelle und technische Zugriffsbeschränkungen stellen darüber hinaus sicher, dass Mitarbeitende nur in ihren Verantwortungsbereichen tätig sind. Als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme gegen Datenverlust werden die vorhandenen Datenbestände einer regelmäßigen Datensicherung unterzogen und in georedundanten Rechenzentren gespeichert.
Ende Mai 2024 sah 1&1 sich mit einer vorübergehenden Störung des Mobilfunknetzes konfrontiert. Im Zuge der Entstörungsarbeiten wurde deutlich, dass zentrale Komponenten im Kernnetz nicht ausreichend dimensioniert waren. 1&1 hat infolgedessen die Migration von Bestandskunden auf das 1&1 Mobilfunknetz als Vorsichtsmaßnahme zurückgefahren. Es wurden umgehend Maßnahmen ergriffen und im Sommer 2024 fehlende Komponenten für zukünftiges Wachstum in den ersten zwei Core-Rechenzentren nachgerüstet. Parallel dazu verzögerte sich die Bereitstellung von zwei weiteren Core-Rechenzentren, die erst im vierten Quartal 2024 Live gegangen sind. Erst anschließend wurde die Migration von Bestandskundenverträgen auf das 1&1 Mobilfunknetz wieder umfangreich aufgenommen.
Die konkreten Ursachen für diese Störung wurden beseitigt und seither konnten Störungen in größerem Ausmaß verhindert werden. Allerdings lassen sich aufgrund der hohen technischen Komplexität des Aufbaus des Mobilfunknetzes auch zukünftige Störungen nicht mit Sicherheit ausschließen.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als bedeutend eingestuft.
Finanz- & Steuerrisiken
Finanz- & Liquiditätsrisiken
Die im Wesentlichen bei der United Internet AG im Zuge der Finanzierung ihrer Geschäftstätigkeit entstehenden finanziellen Verbindlichkeiten umfassen Bankdarlehen, Kontokorrentkredite sowie sonstige finanzielle Verbindlichkeiten. Teile der Bankdarlehen sind an Auflagen gebunden (sogenannte Financial Covenants). Die Nichteinhaltung dieser Auflagen kann negative Auswirkungen auf die Finanzierung der United Internet Gruppe haben. Im Extremfall könnte die Kündigung eines Darlehens drohen. Die Gesellschaft verfügte zum Bilanzstichtag fast ausschließlich über originäre Finanzinstrumente. Ziel des Finanzrisikomanagements ist es, Risiken durch die laufenden operativen und finanzorientierten Aktivitäten zu begrenzen.
Das Liquiditätsrisiko der United Internet AG besteht grundsätzlich darin, dass die Gesellschaft möglicherweise ihren finanziellen Verpflichtungen – bspw. der Tilgung von Finanzschulden – nicht nachkommen könnte. Ziel der Gesellschaft ist die kontinuierliche Deckung des Finanzmittelbedarfs und die Sicherstellung der Flexibilität, auch durch die Nutzung von Kontokorrentkrediten und Darlehen. Im Cash-Management wird der konzernweite Bedarf und Überschuss an Zahlungsmitteln zentral ermittelt. Durch das konzerninterne Saldieren (Netting) von Bedarf und Überschuss wird die Anzahl externer Bankgeschäfte auf ein Mindestmaß reduziert. Dies geschieht unter anderem durch den Einsatz von Cash-Pooling-Verfahren. Die Gesellschaft hat zur Steuerung ihrer Bankkonten und der internen Verrechnungskonten sowie zur Durchführung automatisierter Zahlungsvorgänge standardisierte Prozesse und Systeme etabliert. Neben der operativen Liquidität unterhält die United Internet AG auch weitere Liquiditätsreserven, die kurzfristig verfügbar sind.
Die Gesellschaft ist Zinsrisiken ausgesetzt, da Finanzmittel im Wesentlichen zu variablen Zinssätzen mit unterschiedlichen Laufzeiten aufgenommen wurden. Die Gesellschaft prüft auf der Grundlage der Liquiditätsplanung ständig die verschiedenen Anlagemöglichkeiten der liquiden Mittel und die Konditionen der Finanzschulden. Ein entstehender Finanzierungsbedarf wird mittels geeigneter Instrumente zur Liquiditätssteuerung gedeckt. Liquiditätsüberschüsse werden bestmöglich im Geldmarkt angelegt. Aufgrund der Entwicklung auf den weltweiten Finanzmärkten, also der globalen Anpassungen der Leitzinsen, erhöhte sich das Zinsrisiko zwar leicht, ermöglicht aber auch Chancen aus verbesserten Geldanlagemöglichkeiten. Marktzinsänderungen können sich auf das Zinsergebnis auswirken und gehen in die Berechnung der ergebnisbezogenen Sensitivitäten ein. Zur Darstellung von Marktrisiken verwendet United Internet eine Sensitivitätsanalyse, die Auswirkungen hypothetischer Änderungen von relevanten Risikovariablen auf das Ergebnis vor Steuern zeigt. Die periodischen Auswirkungen werden bestimmt, indem die hypothetischen Änderungen der Risikovariablen auf den Bestand der Finanzinstrumente zum Bilanzstichtag bezogen werden. Die Gesellschaft prüft regelmäßig den Abschluss von Zinssicherungsgeschäften, um die negativen Auswirkungen von steigenden Zinsen zu mitigieren.
Das Währungsrisiko resultiert vornehmlich aus der operativen Geschäftstätigkeit (wenn Umsatzerlöse und / oder Aufwendungen auf eine von der funktionalen Währung des Konzerns abweichende Währung lauten) und den Netto-Investitionen in ausländischen Tochterunternehmen.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als moderat eingestuft.
Steuerliche Risiken
United Internet als international agierendes Unternehmen unterliegt den in den jeweiligen Ländern geltenden steuerlichen Rechtsvorschriften. Aus Änderungen der Steuergesetze und Doppelbesteuerungsabkommen, der Rechtsprechung sowie der unterschiedlichen Auslegung existierender Vorschriften können sich Risiken ergeben. Im Vergleich zum 31. Dezember 2023 ist ein Anstieg des Risikofeldes zu verzeichnen. Ursache für diesen Anstieg ist die Konkretisierung eines Umsatzsteuerrisikos durch Veröffentlichung einer Verwaltungsauffassung des Bundesfinanzministeriums.
United Internet begegnet diesen Risiken durch den kontinuierlichen Ausbau des bestehenden Tax-
Managements.
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Risikoeinschätzung von moderat auf bedeutend angestiegen.
Zusätzliche Angaben zu Risiken, Finanzinstrumenten und Finanzrisikomanagement
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siehe Seite 271
Zusätzliche Angaben zu Risiken, Finanzinstrumenten und dem Finanzrisikomanagement finden sich in Kapitel 43 „Zielsetzungen und Methoden des Finanzrisikomanagements“ in den Erläuterungen zum Konzernabschluss.
Zusätzliche Angaben zu Nachhaltigkeitsrisiken
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www.united-internet.de
Angaben zu Nachhaltigkeitsrisiken finden sich im Nachhaltigkeitsbericht 2024, der Ende März 2025
(unter https://www.united-internet.de/investor-relations/publikationen/berichte.html) veröffentlicht wird.

Gesamtaussage des Vorstands zur Risikosituation des Konzerns
Die Einschätzung der Gesamtrisikosituation ist das Ergebnis der konsolidierten Betrachtung aller wesentlichen Risikofelder bzw. Einzelrisiken unter Berücksichtigung der Interdependenzen.
Die größten Herausforderungen umfassen aus heutiger Sicht die thematischen Bereiche „Rechtsstreitigkeiten“, „Regulatorisches Umfeld“, „Cyber- & Informationssicherheit“, „Steuerliche Risiken“ und „Datenschutz“.
Die Risikoeinstufung des Risikofeldes „Datenschutz“ stieg von moderat auf bedeutend an. Hintergrund ist die Aufnahme von neuen Risiken.
Die Risikoeinstufung des Risikofeldes „Mitarbeitende“ stieg von moderat auf bedeutend an. Hintergrund ist die Aufnahme neuer Risiken mit hohen Auswirkungen. Des Weiteren wurde aufgrund der neuen Risikokategorien eine Evaluation durchgeführt und ein Risiko von „Cyber- & Informationssicherheit“ zu „Mitarbeitende“ überführt.
Die Risikoeinstufung des Risikofeldes „Steuerliche Risiken“ stieg von moderat auf bedeutend an. Hintergrund ist die Erhöhung der Eintrittswahrscheinlichkeit.
Ansonsten blieben die Risikoeinstufungen der Risikofelder der United Internet AG zum 31. Dezember 2024 im Vergleich zum 31. Dezember 2023 unverändert.
Durch den kontinuierlichen Ausbau des Risikomanagements begegnet die United Internet AG Risiken und begrenzt sie, soweit wirtschaftlich sinnvoll, mit der Umsetzung konkreter Maßnahmen auf ein Minimum.
Die Gesamtrisikosituation ist für United Internet im Vergleich zum Vorjahr in zwei der drei Risikobereiche (Operationelle Risiken und Finanz- & Steuerrisiken) leicht angestiegen.
Bei der Beurteilung der Gesamtrisikosituation blieben die für die United Internet AG bestehenden Chancen unberücksichtigt. Bestandsgefährdende Risiken für die United Internet AG waren im Geschäftsjahr 2024 sowie zum Aufstellungsstichtag dieses Lageberichts weder aus Einzelrisikopositionen noch aus der Gesamtrisikosituation erkennbar.
Eintrittswahrscheinlichkeit, potenzieller Schaden und Risikoeinstufung der Risiken aus Konzernsicht und ihre Relevanz für die verschiedenen Segmente / Bereiche:
 
Wesentliche
Segment-Relevanz
Eintrittswahrscheinlichkeit
Potenzieller
Schaden
Risikoeinstufung
Änderung
ggü. Vorjahr
Risiken im Bereich „Strategische Markt- & Geschäftsrisiken“
 
 
 
 
 
Absatzmarkt & Wettbewerb
Business Applications
Gering
Hoch
Moderat
Unverändert
Beschaffungsmarkt
Business Access
Gering
Hoch
Moderat
Unverändert
Beteiligungen & Investitionen
Holding / Corporate
Gering
Gering
Moderat
Unverändert
Geschäftsentwicklung & Innovationen
Business Applications
Gering
Sehr gering
Gering
Unverändert
Höhere Gewalt
Business Access
Business Applications
Sehr gering
Hoch
Moderat
Unverändert
Regulatorisches Umfeld
Consumer Access
Gering
Extrem hoch
Bedeutend
Unverändert
Risiken im Bereich „Operationelle Risiken“
 
 
 
 
 
Arbeitsabläufe & -prozesse
Business Applications
Gering
Hoch
Moderat
Unverändert
Betrug & Forderungsausfall
Business Applications
Hoch
Gering
Moderat
Unverändert
Cyber- & Informationssicherheit
Business Applications
Sehr gering
Extrem hoch
Bedeutend
Unverändert
Datenschutz
Consumer Access
Business Applications
Gering
Extrem hoch
Bedeutend
Verschlechtert
Mitarbeitende
Business Applications
Sehr gering
Extrem hoch
Bedeutend
Verschlechtert
Partnermanagement
Consumer Access
Hoch
Gering
Moderat
Unverändert
Rechtsstreitigkeiten
Consumer Access
Gering
Extrem hoch
Bedeutend
Unverändert
Technischer Anlagenbetrieb
Consumer Access
Business Applications
Gering
Extrem hoch
Bedeutend
Unverändert
Risiken im Bereich „Finanz- & Steuerrisiken“
 
 
 
 
 
Finanz- & Liquiditätsrisiken
Business Applications
Gering
Hoch
Moderat
Unverändert
Steuerliche Risiken
Consumer Access
Business Applications
Sehr hoch
Hoch
Bedeutend
Verschlechtert
Gesellschaft, Politik und Wirtschaft stehen zur Zeit vor komplexen makroökonomischen Herausforderungen, die sich aus einer Kombination von hohen Zinsen, gedämpften Wachstumserwartungen, einem angespannten Finanzierungsrahmen, sinkendem Handelswachstum und einem abnehmenden Vertrauen von Unternehmen und Verbrauchern zusammensetzen.
Neben den destabilisierenden Effekten der Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten führen die politischen Veränderungen durch die neue US-Regierung zusätzlich zu einer erhöhten Unsicherheit bezüglich der wirtschaftlichen Zukunft. Der United Internet Konzern reagiert darauf, indem er die aktuellen Herausforderungen aktiv annimmt und in seine geschäftlichen Entscheidungen integriert, insbesondere durch die Entwicklung von Strategien zur Risikominimierung, wie beispielsweise durch diversifizierte Beschaffungsstrategien zur Sicherstellung einer sicheren und fairen Energieversorgung.

Der United Internet Konzern, der in seinen Geschäftsaktivitäten nicht in den an den Kriegen beteiligten Ländern aktiv ist, sieht sich dennoch mit den indirekten Auswirkungen konfrontiert. Vor dem Hintergrund der durch den Krieg im Nahen Osten und den Krieg in der Ukraine bedingten bedenklichen Sicherheitslage, hat die United Internet proaktive Risikomanagement- und Minderungsstrategien entwickelt:
Cybersicherheitsrisiken: Angesichts der mit den Kriegen im Mittleren Osten und in der Ukraine verbundenen gestiegenen Cybersicherheitsbedrohungen intensiviert die Gesellschaft ihre Investitionen in Cybersicherheitsmaßnahmen. Dazu gehören der Einsatz fortschrittlicher Überwachungstechniken, die Durchführung regelmäßiger Sicherheitsaudits und die Schulung ihrer Mitarbeitenden, um die Abwehrfähigkeit gegenüber Cyberangriffen zu stärken.
Vorstand und operativ Verantwortliche werden die weiteren Entwicklungen genau beobachten und gegebenenfalls (sofern möglich) geeignete Gegenmaßnahmen einleiten.


4.2 Chancenbericht
Chancenmanagement
Das Chancenmanagement hat seine Grundlage in der strategischen Planung und den daraus abgeleiteten Maßnahmen für die Entwicklung von Produkten und deren Positionierung in den unterschiedlichen Zielgruppen, Märkten und Ländern während des Produkt-Lebenszyklus.
Die direkte Verantwortung für das frühzeitige und kontinuierliche Identifizieren, Bewerten und Steuern von Chancen obliegt dem Konzernvorstand sowie der operativen Führungsebene in den jeweiligen Geschäftssegmenten.
Das Management der United Internet AG beschäftigt sich intensiv mit detaillierten Auswertungen, Modellen und Szenarien zu aktuellen und künftigen Branchen- und Technologietrends, Produkten, Märkten / Marktpotenzialen und Wettbewerbern im Umfeld der Gesellschaft. Die bei diesen strategischen Analysen identifizierten Chancenpotenziale werden anschließend unter Betrachtung der kritischen Erfolgsfaktoren sowie der bestehenden Rahmenbedingungen und Möglichkeiten der United Internet AG analysiert, in den Planungsgesprächen zwischen Vorstand, Aufsichtsrat und den operativ verantwortlichen Führungskräften diskutiert und in konkrete Maßnahmen, Ziele und Meilensteine umgesetzt.
Fortschritt und Erfolg der Maßnahmen werden fortlaufend von den operativ Verantwortlichen sowie von den Geschäftsführern und Vorständen der Gesellschaften überwacht.
Chancen für United Internet
Das stabile und weitgehend konjunkturunabhängige Geschäftsmodell von United Internet sichert planbare Umsätze und Cashflows und eröffnet so finanzielle Spielräume, um Chancen in neuen Geschäftsfeldern und neuen Märkten zu nutzen – organisch oder durch Beteiligungen und Übernahmen.
Breite strategische Positionierung in Wachstumsmärkten
Angesichts der breiten Positionierung in den heutigen Wachstumsmärkten liegen die rein strategischen Wachstumschancen der Gesellschaft auf der Hand: Überall und ständig verfügbare, immer leistungsfähigere Breitband-Anschlüsse ermöglichen neue, aufwändigere Cloud-Applikationen. Diese internetbasierten Anwendungen für Privatanwender, Freiberufler und kleine Unternehmen sind für United Internet aus heutiger Sicht die Wachstumstreiber der nächsten Jahre – sowohl als eigenständige Produkte in den Segmenten „Consumer Applications“ und „Business Applications“ wie auch in Kombination mit den festnetz- und mobilfunkbasierten Zugangsprodukten im Segment „Consumer Access“.
Partizipation am Marktwachstum
Trotz der unsicheren volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen erwartet United Internet wie auch viele der führenden Branchenanalysten eine positive Entwicklung in den für die Gesellschaft wesentlichen Märkten. United Internet gehört in diesen Märkten zu den führenden Marktteilnehmern – national und international. Mit den sehr wettbewerbsfähigen Access-Produkten, dem wachsenden Portfolio an Cloud-Applikationen, den starken und spezialisierten Marken, der hohen Vertriebskraft sowie den bereits bestehenden Geschäftsbeziehungen zu Millionen Privat- und Geschäftskunden (Cross- und Up-Selling-Potenzial) ist United Internet gut aufgestellt, um in beiden Geschäftsbereichen auch am erwarteten Marktwachstum zu partizipieren.
Ausbau der Marktpositionen
Die United Internet AG gehört heute in vielen Unternehmensbereichen zu den führenden Unternehmen. Aufbauend auf dem vorhandenen technologischen Know-how, der hohen Produkt- und Servicequalität, der hohen Bekanntheit der Konzernmarken wie z. B. 1&1, GMX oder WEB.DE, der Geschäftsbeziehungen zu Millionen Privat- und Geschäftskunden sowie der hohen Kundenbindung sieht United Internet gute Chancen, die heutigen Marktanteile weiter auszubauen.
Einstieg in neue Geschäftsfelder
Zu den Kernkompetenzen von United Internet gehört es auch, Kundenwünsche, Trends und somit neue Märkte frühzeitig zu erkennen. Die breit angelegte Wertschöpfungskette (von Produktentwicklung und Rechenzentrumsbetrieb, über effektives Marketing und einen schlagkräftigen Vertrieb bis hin zur aktiven Kundenbetreuung) ermöglicht es United Internet dabei, oft schneller als andere mit Innovationen am Markt zu sein und diese – dank der hohen Cash-Generierung in den bestehenden Geschäftsfeldern – kraftvoll zu vermarkten.
Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI)
Insbesondere in der IT-Branche sind die Potenziale von KI-Anwendungen immens. So nutzt United
Internet KI zur Optimierung von Prozessen und zur Steigerung der Effizienz, wie etwa durch die Automatisierung von Routineaufgaben in der Softwareentwicklung, im Kundenservice und im Marketing sowie bei der Analyse großer Datenmengen.
Aber auch auf Produktebene bieten sich Unternehmen wie United Internet bei der Neukundengewinnung sowie der Kundenbindung vielfältige Möglichkeiten, mittels KI bestehende Produkte für ihre Kunden zu optimieren oder neue Produkte im KI-Bereich zu entwickeln. So unterstützt etwa IONOS ihre Kunden bei der Erstellung ihrer Website durch den Einsatz eines KI-Website-Generators. Damit kann der Kunde eigenständig und in Sekundenschnelle Website-Vorschläge auf Basis weniger Angaben (etwa Branche und relevante Stichworte) generieren – die KI kümmert sich dabei um Design, Bilder, Texte und die Suchmaschinenoptimierung.
Vertiefung der Wertschöpfung: eigene Festnetz-Infrastruktur
United Internet betreibt seit der Übernahme von 1&1 Versatel (2014) ein eigenes Telekommunikationsnetz, das ständig ausgebaut wird. Mit aktuell über 66.000 km Länge ist es eines der größten Glasfasernetze in Deutschland. Diese Netz-Infrastruktur gibt United Internet die Möglichkeit, ihre Wertschöpfung zu vertiefen und zunehmend intern produzierte Breitband-Vorleistungen im Privatkundengeschäft zu beziehen.
Zudem bietet das eigene Netz United Internet die Chance, auch das Geschäft mit Daten und Infrastruktur im B-to-B Business mit mittelständischen Firmen sowie Großunternehmen konsequent weiter auszubauen. Diese Chance wird deutlich bei einem Blick auf den hohen Nachholbedarf bei direkten Glasfaseranschlüssen in Deutschland. So waren – laut letzter Auswertung der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) von Dezember 2023– nur 11,2 % (Ende 2022: 9,2 %) aller Breitband-Anschlüsse in Deutschland Glasfaseranschlüsse. Damit liegt Deutschland noch immer weit abgeschlagen auf Platz 36 der untersuchten 38 OECD-Mitgliedsländern und gleichzeitig weit hinter den Spitzenreitern Korea (89,6 %), Island (88,7 %) und Spanien (85,8 %) sowie deutlich unter dem OECD-Durchschnitt von 42,5 % (Ende 2022: 37,7 %).
Vertiefung der Wertschöpfung: Aufbau eines eigenen Mobilfunknetzes
Mit dem Start der mobilen Dienste im 1&1 Mobilfunknetz im Dezember 2023 hat die United Internet Tochter 1&1 zentrale Voraussetzungen geschaffen, um auch in diesem Markt – ähnlich wie im Festnetz – die Wertschöpfung zu vertiefen. Seitdem produziert 1&1 Vorleistungen für Neukunden zunehmend im eigenen Netz. Überall dort, wo 1&1 in den Jahren des Netzausbaus noch über keine ausreichende Funkabdeckung verfügt, nutzt die Gesellschaft National Roaming. Ende August 2024 ist die National-Roaming-Partnerschaft mit Vodafone gestartet. Bis Ende 2025 wird National Roaming mit Vodafone für alle 1&1 Mobilfunkkunden bereitstehen. National-Roaming-Vorleistungen, die bis zuvor über Telefónica bezogen wurden, werden parallel dazu vollständig zurückgefahren. National Roaming ist ein beim Bau neuer Mobilfunknetze übliches Verfahren, durch das Kunden in noch nicht versorgten Gebieten unterbrechungsfrei surfen und telefonieren können. Dazu werden in diesen Gebieten automatisch Antennen des Roaming-Partners genutzt.
Bis zum Start der mobilen Dienste im eigenen Netz hatte 1&1 einen weitreichenden Zugriff auf das Mobilfunknetz von Telefónica in Deutschland (als sogenannter MBA MVNO) und nutzte zudem Kapazitäten anderer Vorleistungsanbieter wie Vodafone. Die 1&1 Bestandskunden auf diesen Fremdnetzen werden seit Beginn des Jahres 2024 sukzessive in das 1&1 Mobilfunknetz migriert, um den Vorleitungseinkauf bei Dritten zunehmend zu ersetzen und stattdessen intern produzierte Vorleistungen zu nutzen.
Breite Wertschöpfung bei Applikationen
Im Applications-Segment deckt United Internet die komplette Wertschöpfungskette ab. Die Applikationen werden in den firmeneigenen „Internet-Fabriken“ oder in Kooperation mit Partnerfirmen entwickelt und auf über 100.000 Servern in 9 eigenen und 22 Co-Location-Rechenzentren betrieben. Damit kann United Internet eine hohe Qualität sicherstellen und zeitnah auf Kundenbedürfnisse und veränderte Marktsituationen reagieren und so Neukunden gewinnen und Bestandskunden halten.
Internationalisierung
Cloud-Applikationen sind weltweit einsetzbar und funktionieren in Frankfurt am Main nach den gleichen Regeln wie in London, Rom oder New York. So hat United Internet bereits in der Vergangenheit vielfach zunächst für Deutschland entwickelte Cloud-Produkte auf Sprache und länderspezifische Unterschiede angepasst und diese sukzessive in andere Länder ausgerollt.
Dank der guten Exportierbarkeit dieser Produkte ist United Internet im Geschäftsfeld „Applications“ schon heute in zahlreichen europäischen Ländern (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien, Portugal, Niederlande, Österreich, Polen, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Tschechien, Slowakei und Schweden), aber auch in Nordamerika (USA, Kanada und Mexiko) tätig. Weitere Länder und Produkt-Rollouts werden sukzessive folgen.
Übernahmen und Beteiligungen
Neben dem organischen Wachstum prüft United Internet kontinuierlich auch Möglichkeiten von Firmenübernahmen und strategischen Beteiligungen. Dank der planbaren hohen Cashflows verfügt United
Internet über eine hohe Eigenfinanzierungskraft und hat auch einen guten Zugang zum Kapitalmarkt sowie zu Fremdfinanzierungsmärkten, um Chancen in Form von Übernahmen und Beteiligungen zu nutzen.
So hat United Internet ihre Marktpositionen im In- und Ausland auch durch mehrere Übernahmen sowie durch strategische Beteiligungen weiter verbessert und sich gleichzeitig eine hohe Kompetenz in den Bereichen „Mergers & Acquisitions“ (M&A) und „Firmen-Integration“ aufgebaut. Zu den wichtigsten M&A-Aktivitäten der Vergangenheit zählen dabei die Übernahme des Portalgeschäfts von WEB.DE (im Jahr 2005), die Übernahmen von Fasthosts (2006) und united-domains (2008), die Übernahme des Breitband-Geschäfts von freenet (2009) sowie die Übernahmen von mail.com (2010), Arsys (2013),
Versatel (2014; inzwischen 1&1 Versatel), home.pl (2015), STRATO (2017), ProfitBricks (2017; inzwischen
IONOS Cloud), Drillisch (2017; inzwischen 1&1), World4You (2018) und we22 (2021). Zu den wichtigsten strategischen Beteiligungen zählen die Beteiligungen an Open-Xchange (2013), uberall (2014), rankingCoach (2017), AWIN (2017; durch die Einbringung von affilinet) und Stackable (2021).
Gesamtaussage des Vorstands zur Chancensituation des
Konzerns
Angesichts der breiten Positionierung in den heutigen Wachstumsmärkten liegen die Wachstumschancen der Gesellschaft auf der Hand: Überall und ständig verfügbare, immer leistungsfähigere Breitband-Anschlüsse ermöglichen neue, aufwändigere Cloud-Applikationen. Diese internetbasierten Anwendungen für Privatanwender, Freiberufler und kleine Unternehmen sind für United Internet aus heutiger Sicht die Wachstumstreiber der nächsten Jahre – sowohl als eigenständige Produkte in den Segmenten „Consumer Applications“ und „Business Applications“ wie auch in Kombination mit den festnetz- und mobilfunkbasierten Zugangsprodukten im Segment „Consumer Access“. Das Geschäftsmodell von United Internet, das überwiegend auf elektronischen Abonnements basiert mit festen monatlichen Beträgen sowie vertraglich festgelegten Laufzeiten, sichert stabile und planbare Umsätze und Cashflows. Vor diesem Hintergrund ist der Vorstand der Gesellschaft davon überzeugt, auch in Zukunft Herausforderungen meistern und Chancen nutzen zu können.
4.3 Prognosebericht
Konjunkturerwartungen
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat in seinem Weltwirtschaftsausblick vom 17. Januar 2025 seine Prognosen für die Entwicklung der globalen Volkswirtschaften in den Jahren 2025 und 2026 aktualisiert.
Mit Blick auf die Weltwirtschaft insgesamt fällt die IWF-Prognose besser aus als zuvor. Global geht der Fonds im Jahr 2025 von einem Wirtschaftswachstum um 3,3 % aus, das sind 0,1 Prozentpunkte mehr als in seiner Herbstprognose. Und auch für 2026 werden 3,3 % erwartet.
Als Risiken für die Prognose nennt der IWF geopolitische Konflikte wie in der Ukraine und im Nahen Osten sowie die politische Unsicherheit durch die Rückkehr von Donald Trump ins US-Präsidialamt. Dessen politische Vorschläge hat der IWF bislang nicht in seine Prognosen einbezogen.
Insbesondere für die USA verbesserte sich der Ausblick für 2025 deutlich um 0,5 Prozentpunkte auf nun 2,7 %. Ein ganz anderes Bild malen die IWF-Experten dagegen für Deutschland, das für United Internet wichtigste Zielland. Nach zwei Rezessionsjahren 2023 und 2024 dürfte die deutsche Wirtschaft in 2025 lediglich um 0,3 % zulegen. Damit wurde die bisherige IWF-Schätzung (Herbstprognose) um 0,5 Prozentpunkte nach unten korrigiert. Der IWF erwartet für Deutschland damit im laufenden Jahr erneut das schwächste Wachstum unter den führenden westlichen G7-Industriestaaten. Als Gründe werden die Schwäche der Industrie und hohe Energiepreise genannt, die die wirtschaftliche Erholung bremsen.
Deutschland bleibt damit auch innerhalb Europas in 2025 abgeschlagen. Vor allem Spanien (2,3 %) wächst wesentlich stärker, aber auch Großbritannien (1,6 %), Frankreich (0,8 %) und Italien (0,7 %) liegen davor.
Markt-Prognose: Entwicklung wesentlicher Bruttoinlandsprodukte aus Sicht von United Internet
 
2026e
2025e
2024
Welt
3,3 %
3,3 %
3,2 %
USA
2,1 %
2,7 %
2,8 %
Kanada
2,0 %
2,0 %
1,3 %
Mexiko
2,0 %
1,4 %
1,8 %
Frankreich
1,1 %
0,8 %
1,1 %
Spanien
1,8 %
2,3 %
3,1 %
Italien
0,9 %
0,7 %
0,6 %
Polen
3,3 %
3,5 %
2,8 %
Großbritannien
1,5 %
1,6 %
0,9 %
Deutschland
1,1 %
0,3 %
–0,2 %
Quelle: Internationaler Währungsfonds, World Economic Outlook (Update), Januar 2025
Mit dem erwarteten Wachstum für 2025 in Deutschland liegt der Fonds gleichauf mit der Prognose der Bundesregierung, die am 29. Januar 2025 im Rahmen ihres Jahreswirtschaftsberichts 2025 von einem Wachstum des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts von ebenfalls lediglich 0,3 % ausgeht. Im Herbst hatte die Regierung noch mit einem Plus des Bruttoinlandsprodukts von 1,1 % gerechnet.
Als Ursachen für die verschlechterte Aussicht nannte Wirtschaftsminister Robert Habeck die „hohe Unsicherheit“ wegen der US-Wirtschafts- und Handelspolitik unter Donald Trump sowie der politischen Lage in Deutschland. Zudem verwies er auf Maßnahmen in der Wachstumsinitiative der Ampel-Regierung, die jedoch wegen des Endes der Koalition „zu großen Teilen“ nicht umgesetzt werden.
Als zentrale Probleme machte Habeck den Arbeits- und Fachkräftemangel, die überbordende Bürokratie sowie die Investitionsschwäche aus.
Branchen-/Markterwartungen
Trotz der Herausforderungen durch die schwierigen konjunkturellen Bedingungen soll die digitale Wirtschaft in Deutschland weiter auf Wachstumskurs bleiben. So erwartet der Digitalverband Bitkom im deutschen Markt für IT und Telekommunikation (ITK) für 2025 ein Umsatzplus von 4,6 % auf 232,8 Mrd. €. Im vergangenen Jahr hatten die ITK-Umsätze um 3,3 % auf 222,6 Mrd. € zugelegt.
Die Informationstechnik ist weiterhin der wichtigste Wachstumstreiber. Dieser Markt soll nach aktueller Bitkom-Prognose in 2025 um 5,9 % (Vorjahr: 4,4 %) auf 158,5 Mrd. € zulegen.
Vor allem das darin enthaltene Geschäft mit Software soll mit einem Plus von 9,8 % auf 51,1 Mrd. € nochmals stark zulegen. Insbesondere der anhaltende Boom bei Künstlicher Intelligenz (KI) sticht hier hervor: Das Geschäft mit KI-Plattformen, auf denen KI-Anwendungen entwickelt, trainiert und betrieben werden können, soll rasant um 43 % auf 2,3 Mrd. € zulegen. Kollaborationstools zur Zusammenarbeit und zum mobilen Arbeiten in Unternehmen werden mit einem Plus von 12 % auf 1,4 Mrd. € ebenfalls stark erwartet. Auch Sicherheitssoftware soll um 11 % auf 5,1 Mrd. € anwachsen. Zweistellige Wachstumsraten werden außerdem bei Cloud-Services erwartet, die um 17 % auf 20,0 Mrd. € zulegen sollen.
Auch der Markt für IT-Hardware soll in fast allen Segmenten im Plus liegen. Für 2025 wird den Prognosen zufolge für den Hardware-Markt insgesamt ein Wachstum von 3,3 % auf 53,7 Mrd. € erwartet. Größter Wachstumstreiber soll dabei mit einem Plus von 24,4 % auf 6,2 Mrd. € erneut der Bereich Infrastructure-as-a-Service, also gemietete Server, Netzwerk- und Speicherkapazitäten sein.
Die Umsätze mit IT-Dienstleistungen insgesamt steigen laut Bitkom 2025 um 5,0 % auf 53,8 Mrd. €.
Von besonderer Bedeutung für United Internet sind insbesondere der deutsche Telekommunikationsmarkt im überwiegend abonnementfinanzierten Geschäftsbereich „Access“ sowie der weltweite Cloud-Computing-Markt und der deutsche Online-Werbemarkt im abonnement- und werbefinanzierten Geschäftsbereich „Applications“.
Telekommunikationsmarkt in Deutschland
Für den deutschen Telekommunikationsmarkt erwartet der Branchenverband Bitkom, dass der Markt in 2025 insgesamt um 1,8 % (Vorjahr: 1,0 %) auf 74,3 Mrd. € zulegen kann. Das größte Wachstum hat dabei das Geschäft mit Telekommunikations-Infrastruktur, das um 3,5 % (Vorjahr: -4,8 %) auf 8,0 Mrd. € wachsen soll. Die Umsätze mit Endgeräten sollen um 2,7 % (Vorjahr: 1,6 %) auf 12,8 Mrd. € zulegen. Und auch das Geschäft mit Telekommunikationsdiensten soll um 1,4 % (Vorjahr: 1,8 %) auf 53,5 Mrd. € wachsen.
Markt-Prognose: Telekommunikationsmarkt in Deutschland
in Mrd. 
2025e
2024
Veränderung
Telekommunikations-Umsätze
74,3
73,0
+ 1,8 %
Quelle: Bitkom, Januar 2025
Cloud-Computing-Markt weltweit
Der Markt der weltweiten Public Cloud Services soll nach Berechnungen von Gartner in 2025 um 21,5 % (Vorjahr: 19,2 %) auf 723,4 Mrd. USD zulegen. Am stärksten wachsen sollen dabei die Bereiche Cloud System Infrastructure Services (laaS) mit 24,8 %, Cloud Application Infrastructure Services (PaaS) mit 21,6 % sowie Cloud Application Services (SaaS) mit 19,2 %.
Markt-Prognose: Cloud Computing weltweit
in Mrd. USD
2025e
2024
Veränderung
Umsatz Public Cloud Services weltweit
723,42
595,65
+ 21,5 %
davon Application Infrastructure Services (PaaS)
208,64
171,57
+ 21,6 %
davon Application Services (SaaS)
299,07
250,80
+ 19,2 %
davon Desktop as a Service (DaaS)
3,85
3,47
+ 11,1 %
davon System Infrastructure Services (laaS)
211,86
169,82
+ 24,8 %
Quelle: Gartner Forecasts, Worldwide Public Cloud End-User Spending, November 2024
Online-Werbemarkt in Deutschland
Nach einem Anstieg des Online-Werbemarktes um 10,7 % in 2024 rechnet PricewaterhouseCoopers auch für 2025 mit weiterem Wachstum und erwartet für den Gesamtmarkt (Mobile-Werbung & Desktop-Werbung) ein Plus von 9,6 % auf 20,7 Mrd. €.
Markt-Prognose: Gesamtmarkt Online-Werbung in Deutschland (Mobile-Werbung & Desktop-Werbung) – nach PwC
in Mrd. 
2025e
2024
Veränderung
Online-Werbeumsätze
20,74
18,93
+ 9,6 %
Quelle: PricewaterhouseCoopers, German Entertainment and Media Outlook 2024 – 2028, September 2024

Unternehmenserwartungen 2025
Prognose für das Geschäftsjahr 2025
Ohne Berücksichtigung des Geschäftsfeldes „Energy“ erwartet United Internet für das Geschäftsjahr 2025 die folgende Umsatz- und Ergebnisentwicklung im Konzern:
Der Umsatz 2025 (nach IFRS) soll auf ca. 6,4 Mrd. € ansteigen (2024: 6,303 Mrd. € ohne „Energy“ und „De-Mail“).
Das EBITDA 2025 (nach IFRS) soll auf ca. 1,35 Mrd. € zulegen (2024: 1,295 Mrd. € ohne „Energy“ und „De-Mail“), darin enthalten ca. -20 Mio. € aufgrund des Wechsels des National Roaming-Vorleisters bei 1&1. Dabei werden bei der kommerziell gleichwertigen National Roaming-Vereinbarung mit Vodafone die von 1&1 genutzten Kapazitäten vollständig EBITDA-wirksam erfasst, während sie zuvor beim National Roaming mit Telefónica teilweise aktiviert und planmäßig abgeschrieben wurden.
Auch 2025 wird die Gesellschaft weiter stark investieren, vor allem in den Ausbau ihres Glasfasernetzes und ihres Mobilfunknetzes. Der Cash-Capex soll bei ca. 800 Mio. € liegen (2024: 774,6 Mio. €).
Das Ergebnis der United Internet AG auf Ebene des Einzelabschlusses ist aufgrund ihrer Rolle als Holding-Gesellschaft im Wesentlichen durch das Beteiligungsergebnis (Ergebnisabführungen und Ausschüttungen) und das Zinsergebnis beeinflusst. Für das Geschäftsjahr 2025 geht der Vorstand aus heutiger Sicht (vorbehaltlich eventueller Sondereffekte) von einem ausgeglichenen Jahresergebnis aus (2024:
- 365,3 Mio. € inkl. außerplanmäßige Sondereffekte).
Die auf Kontinuität ausgerichtete aktionärsfreundliche Dividendenpolitik der United Internet AG soll sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Die Gesellschaft beabsichtigt auch zukünftig ca. 20 – 40 % des bereinigten Konzernergebnisses aus fortgeführten Geschäftsbereichen nach Minderheitenanteilen (das auf die „Anteilseigner der United Internet AG“ entfallende bereinigte Konzernergebnis – gemäß Konzern-Gesamtergebnisrechnung) an ihre Aktionäre auszuschütten. Voraussetzung ist, dass die Mittel nicht für die weitere Unternehmensentwicklung benötigt werden.
Gesamtaussage des Vorstands zur voraussichtlichen Entwicklung
Der Vorstand der United Internet AG blickt optimistisch in die Zukunft. Dank des überwiegend auf elektronischen Abonnements beruhenden Geschäftsmodells sieht sich United Internet weitgehend stabil gegen konjunkturelle Einflüsse aufgestellt. Und mit den in den vergangenen Jahren getätigten Investitionen in Kundenbeziehungen, neue Geschäftsfelder und die weitere Internationalisierung sowie durch Übernahmen und Beteiligungen wurde das Fundament für weiteres Wachstum verbreitert.
Diese nachhaltige Geschäftspolitik wird United Internet auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Dabeistehen in den Segmenten im Geschäftsjahr 2025 folgende Themen im Vordergrund.
Im Segment „Consumer Access“ werden die Schwerpunkte – neben dem Ausbau des 1&1 Mobilfunknetzes – insbesondere auf der Vermarktung der Mobile-Internet-Produkte und der Gewinnung von hochwertigen Kundenverhältnissen liegen.
Im Segment „Business Access“ sollen das Glasfasernetz weiter ausgebaut und neue Standorte erschlossen werden. Zudem soll das Firmenkundengeschäft weiterentwickelt werden.
Zentrale Themen im Segment „Consumer Applications“ sind der weitere Ausbau datengetriebener Geschäftsmodelle sowie die Fokussierung auf kostenpflichtige Premium-Produkte.
Im Segment „Business Applications“ liegt der Schwerpunkt unverändert auf dem Ausbau des Bestandskundengeschäfts und der Gewinnung hochwertiger Kundenverhältnisse. Darüber hinaus soll vor allem das Cloud-Geschäft vergrößert werden.
Zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Lageberichts sieht der Vorstand die Gesellschaft auf gutem Wege, die im voranstehenden Abschnitt „Prognose für das Geschäftsjahr 2025“ näher erläuterte Prognose zu erreichen.
Zukunftsgerichtete Aussagen und Prognosen
Der vorliegende Lagebericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Erwartungen, Annahmen und Prognosen des Vorstands der United Internet AG sowie den ihm derzeit verfügbaren Informationen basieren. Die zukunftsgerichteten Aussagen sind verschiedenen Risiken und Unwägbarkeiten unterworfen und beruhen auf Erwartungen, Annahmen und Prognosen, die sich künftig möglicherweise als nichtzutreffend erweisen könnten. United Internet garantiert nicht, dass sich die zukunftsgerichteten Aussagen als richtig erweisen, übernimmt keine Verpflichtung und hat auch nicht die Absicht, die in diesem Bericht gemachten zukunftsgerichteten Aussagen anzupassen bzw. zu aktualisieren.
5. Internal Control System und Risk
Management System
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HGB
Der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) sieht Angaben zum internen Kontroll- und Risikomanagementsystem vor. Diese gehen über die gesetzlichen Anforderungen an den Lagebericht hinaus und sind von der inhaltlichen Prüfung des Lageberichts durch den Abschlussprüfer ausgenommen („lageberichtsfremde Angaben“). Sie werden in Kapitel 5. „Internal Control System und Risk Management System“ thematisch den wesentlichen Elementen des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems zugeordnet und sind von den inhaltlich zu prüfenden Angaben durch separate Absätze abgegrenzt und entsprechend als „ungeprüft“ gekennzeichnet.
Internal Control System (ungeprüft)
Das interne Kontrollsystem (IKS) bzw. Internal Control System der United Internet AG umfasst die gesamte Organisation und dient der Erhaltung der Funktionsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit von Geschäftsprozessen, der Zuverlässigkeit von betrieblichen Informationen, der Vermögenssicherung und der Regeleinhaltung. In diesem Zusammenhang beinhalten die durchgeführten Kontrollen die Einhaltung der Soll-Prozesse, das „Vier-Augen-Prinzip“ und die Funktionstrennung. Die Kontrollen werden auf Basis einheitlicher Kategorisierungen je Prozess definiert und teilweise zentral sowie dezentral im gesamten Konzern ausgeführt. In definierten Prozessen, die die Verantwortlichen der Fachbereiche und auch Prozessexperten einbeziehen, wird sichergestellt, dass den Prozess- und Organisationsrisiken präventiv begegnet wird. Gemeinschaftlich und im Zusammenspiel mit dem Risikomanagement beurteilen alle Einheiten des Konzerns das Vorliegen von Organisations- und Prozessrisiken und schätzen ein, ob diese Auswirkungen auf das IKS haben können. Die Verbesserung des IKS, auch unter Einbeziehung von Experten, findet regelmäßig statt. Die Überwachung erfolgt u. a. durch die Konzernrevision und externe Prüfer. Die Konzernrevision bewertet und verbessert die Governance-Prozesse und das Risikomanagement und beurteilt darüber hinaus die Angemessenheit und Effektivität des IKS durch Prüfungen die regelmäßig in Stichproben durchgeführt werden.
Rechnungslegungsbezogenes Internal Control System und Risk Management System
Gemäß § 289 Abs. 4 und § 315 Abs. 4 HGB ist die United Internet AG verpflichtet, im Lagebericht die wesentlichen Merkmale ihres rechnungslegungsbezogenen Internal Control System und Risk Management System zu beschreiben.
Die United Internet AG betrachtet das Risikomanagement als Teil des internen Kontrollsystems (IKS). Dabei umfasst das IKS Organisations-, Kontroll- und Überwachungsstrukturen, um die Einhaltung der gesetzlichen und unternehmerischen Vorgaben jederzeit zu gewährleisten.
Der Vorstand der United Internet AG ist verantwortlich für den Umfang und die Ausgestaltung des IKS und berücksichtigt hierbei die unternehmensspezifischen Anforderungen. Die Überwachung der Wirksamkeit des IKS gehört zu den Aufgaben des Aufsichtsrates der United Internet AG, der sich vom Vorstand regelmäßig über den Zustand des IKS und die Ergebnisse des internen Revisionssystems berichten lässt. Corporate Audit (Interne Revision) überprüft unabhängig die Angemessenheit, Wirksamkeit und Funktionsfähigkeit des IKS im United Internet Konzern und verfügt zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben über umfassende Informations-, Prüf- und Eintrittsrechte. Ihre Prüfungshandlungen basieren auf einem risikoorientierten Prüfungsplan, der regelmäßig auch Prüfungen bei Tochtergesellschaften vorsieht. Darüber hinaus prüft Corporate Audit (Interne Revision) grundsätzlich die Ordnungsmäßigkeit wesentlicher Anlage- und Vorratsinventuren. Der Abschlussprüfer prüft darüber hinaus die für die Finanzberichterstattung relevanten Teile des IKS im Rahmen seines risikoorientierten Prüfungsansatzes auf Wirksamkeit.
Das rechnungslegungsbezogene IKS umfasst Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sowie zur Sicherung der Einhaltung der maßgeblichen Gesetze und Normen und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses dient das IKS insbesondere dazu, die Anwendung der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, und die Anwendung der nach § 315e HGB ergänzend anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften sicherzustellen. Das IKS trägt bei der Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts zusätzlich dazu bei, dass die handelsrechtlichen Vorschriften eingehalten werden.
Bei jedem IKS muss grundsätzlich berücksichtigt werden, dass es, unabhängig von seiner Ausgestaltung, keine absolute Sicherheit dafür bieten kann, dass wesentliche Fehlaussagen in der Rechnungslegung vermieden oder aufgedeckt werden. Ursache dafür könnten bspw. fehlerhafte Ermessensentscheidungen, unzureichende Kontrollen oder kriminelle Handlungen sein.
Die folgenden Aussagen beziehen sich nur auf die im Konzernabschluss der United Internet AG vollkonsolidierten Tochterunternehmen, bei denen die United Internet AG mittelbar oder unmittelbar über die Möglichkeit verfügt, deren Finanz- und Liquiditätspolitik zu bestimmen, um aus der Tätigkeit dieser Unternehmen Nutzen zu ziehen.
Die Aufgabe des Risikomanagements der United Internet AG ist unter anderem die Festlegung von Maßnahmen, um Risiken zu erkennen, zu bewerten, auf ein vertretbares Maß abzumildern und um die erkannten Risiken zu überwachen. Ein Risikomanagement verlangt organisiertes Handeln, um mit Unsicherheit und Bedrohung angemessen umgehen zu können und hält Mitarbeitende dazu an, Vorschriften und Instrumente einzusetzen, um die Einhaltung der Grundsätze für das Risikomanagement zu gewährleisten. Es umfasst neben dem operativen Risikomanagement auch die systematische Risikofrüherkennung, -steuerung und -überwachung. Das rechnungslegungsbezogene Risikomanagement ist dabei auf das Risiko einer Falschaussage in der Buchführung sowie in der externen Berichterstattung ausgerichtet.
Spezifische rechnungslegungsbezogene Risiken können z. B. aus dem Abschluss ungewöhnlicher oder komplexer Geschäfte auftreten. Weiterhin sind Geschäftsvorfälle, die nicht routinemäßig verarbeitet werden, mit einem latenten Risiko behaftet. Einem begrenzten Personenkreis sind notwendigerweise Ermessensspielräume bei Ansatz und Bewertung von Vermögensgegenständen und Schulden eingeräumt, woraus weitere rechnungslegungsbezogene Risiken resultieren können.
Das rechnungslegungsbezogene IKS umfasst anhand von Risikoaspekten definierte interne Kontrollen der für die Rechnungslegung relevanten Prozesse sowie der Prozesse, die die IT-Systeme unterstützen. Hierbei sind die IT-Sicherheit, das Veränderungsmanagement und die operativen IT-Vorgänge von besonderer Bedeutung. Dabei werden organisatorische, präventive und aufdeckende Kontrollen angewendet, die sowohl IT-gestützt als auch manuell erfolgen können. Für die Wirksamkeit und Effizienz des rechnungslegungsbezogenen IKS ist für die United Internet Gruppe die hohe Qualifikation der Mitarbeitenden, deren regelmäßige Schulung, das „Vier-Augen-Prinzip“ und die Funktionstrennung von Verwaltungs-, Ausführungs- und Genehmigungsprozessen unverzichtbar. Die Steuerung der Prozesse zur Rechnungslegung erfolgt durch den Bereich Konzernrechnungslegung und weitere zuständige Rechnungslegungsabteilungen. Gesetze, Rechnungslegungsstandards und andere Verlautbarungen werden fortlaufend bezüglich der Relevanz und Auswirkungen auf die Rechnungslegung analysiert. In der Bilanzierungsrichtlinie des Konzerns werden relevante Anforderungen festgehalten, kommuniziert und bilden die Grundlage für den Abschlusserstellungsprozess. Zusätzlich unterstützen ergänzende Verfahrensanweisungen wie z. B. die Intercompany-Richtlinie, standardisierte Meldeformate, IT-Systeme sowie IT-unterstützte Reporting- und Konsolidierungsprozesse den Prozess der einheitlichen und ordnungsgemäßen Konzernrechnungslegung. Der Bereich Konzernrechnungslegung stellt sicher, dass diese Anforderungen konzernweit einheitlich eingehalten werden. Die Konzerngesellschaften sind für die Einhaltung des ordnungsgemäßen und zeitgerechten Ablaufs ihrer rechnungslegungsbezogenen Prozesse und Systeme verantwortlich und werden dabei von den Rechnungslegungsabteilungen unterstützt.
Bei festgestellten wesentlichen Kontrollschwächen oder Verbesserungsmöglichkeiten werden diese bewertet und mit den verantwortlichen Personen Gegenmaßnahmen ausgearbeitet, um die Wirksamkeit des IKS weiter zu verbessern. Die Umsetzung der Maßnahmen wird durch Corporate Audit (Interne Revision) überwacht und kann Gegenstand von Folgeprüfungen sein. Zur Sicherstellung der hohen Qualität des rechnungslegungsbezogenen IKS ist Corporate Audit (Interne Revision) über alle Stufen hinweg eng mit einbezogen.
Wirksamkeitsaussage (ungeprüft)
Aus der regelmäßigen Befassung mit dem Internal Control System und Risk Management System sind dem Vorstand bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts keine Umstände bekannt, welche gegen die Angemessenheit und Wirksamkeit dieser Systeme sprechen bzw. diese in Frage stellen würden.
6. Übernahmerechtliche Angaben
Die folgenden Angaben nach §§ 289 a, 315 a HGB geben die Verhältnisse zum Bilanzstichtag wieder. Wie in § 176 Abs. 1 Satz 1 AktG vorgesehen, werden die Angaben in den einzelnen Abschnitten erläutert.
Hinsichtlich der Angaben zur Zusammensetzung des Gezeichneten Kapitals sowie der direkten und indirekten Beteiligungen am Kapital gemäß § 289a Satz 1 Nr. 1 und Nr. 3 HGB bzw. § 315a Satz 1 Nr. 1 und 3 HGB verweisen wir auf Anhangangabe 37 im Konzernanhang sowie auf die Erläuterungen zum Eigenkapital im Jahresabschluss der United Internet AG zum 31. Dezember 2024.
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siehe Seite 211 und
Seite 252
Darüber hinaus wird auf die Ausführungen im Konzernanhang unter Anhangangabe 16 sowie 37 - 39 verwiesen.
Zusammensetzung des Kapitals
Seit Abschluss der am 14. Februar 2023 vom Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossenen Kapitalherabsetzung durch Einziehung von 2.000.000 Mio. eigenen Aktien beläuft sich das gezeichnete Kapital der United Internet AG auf 192.000.000 € (unveränderter Stand zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024) und ist in 192.000.000 nennwertlose, auf den Namen lautende Stammaktien eingeteilt. Jede Aktie gewährt eine Stimme, weitere Aktiengattungen existieren nicht. Bei einer Erhöhung des Grundkapitals kann der Beginn der Gewinnberechtigung der neuen Aktien abweichend von dem Zeitpunkt der Leistung der Einlagen festgelegt werden. Alle Stammaktien sind börsennotiert.
Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen
Gesetzliche Beschränkungen hinsichtlich der Stimmrechte liegen in Bezug auf eigene Aktien gem.
§ 71b AktG und gem. § 71d S. 4 i. V. m. § 71b AktG vor. Die United Internet AG hielt zum Bilanzstichtag
31. Dezember 2024 – nach Ausgabe von Aktien im Rahmen von Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen – insgesamt 19.162.689 eigene Aktien, die 9,98 % des Grundkapitals von 192 Mio. Aktien entsprechen
(31. Dezember 2023: 19.183.705 eigene Aktien bzw. 9,99 % des Grundkapitals)
Gesetzliche Beschränkungen hinsichtlich der Stimmrechte liegen weiterhin in Bezug auf die Interessenkollision gem. § 136 Abs. 1 AktG bei Aktien vor, die im Besitz des Vorstands und des Aufsichtsrats sind.
Herr Dommermuth hielt zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 indirekt 93.955.205 Aktien der United Internet AG (48,94 % des Grundkapitals). Von den weiteren Mitgliedern des Vorstandes hielten Herr Hartings 21.016 Aktien der Gesellschaft (0,01 % des Grundkapitals) und Herr Huhn 500 Aktien der Gesellschaft (0,00 % des Grundkapitals) zum 31. Dezember 2024.
Von den aktuellen Mitgliedern des Aufsichtsrats hielt zum 31. Dezember 2024 Herr Rasch 12.500 Aktien (0,01 % des Grundkapitals).
Beschränkungen, die die Übertragung von Aktien betreffen, liegen nicht vor.
Direkte und indirekte Beteiligungen am Kapital mit mehr als 10 % der Stimmrechte
Per 31. Dezember 2024 hielt der Vorstandsvorsitzende der Gesellschaft, Herr Ralph Dommermuth, wohnhaft in Deutschland, indirekt 93.955.205 Aktien bzw. 48,94 % der Anteile am Grundkapital von 192.000.000 Aktien der United Internet AG. Weitere Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten bestehen nach Kenntnis des Vorstands nicht.
Sonderrechte
Herrn Ralph Dommermuth steht das persönliche Recht zu, zwei Mitglieder in den Aufsichtsrat zu entsenden. Das Entsendungsrecht wird ausgeübt durch Benennung der Person des Aufsichtsratsmitglieds gegenüber dem Vorstand der Gesellschaft. Die Benennung wird wirksam durch Erklärung der Annahme des Aufsichtsratsmandats durch die benannte Person gegenüber dem Vorstand. Das vorstehende Entsendungsrecht setzt voraus, dass Herr Ralph Dommermuth selbst oder durch gemäß §§ 15 ff. AktG verbundene Unternehmen bei Ausübung des Entsendungsrechts Aktien hält, die mindestens 25 % des stimmberechtigten Grundkapitals der Gesellschaft repräsentieren und dies dem Vorstand bei der Benennung des Aufsichtsratsmitglieds durch Depotauszüge oder ähnliche Unterlagen nachweist. Herr Dommermuth hat bisher von seinem Entsendungsrecht keinen Gebrauch gemacht.
Weitere Aktien mit Sonderrechten bestehen nach Kenntnis des Vorstands nicht.
Ernennung und Abberufung der Vorstandsmitglieder, Satzungsänderungen
Die Bestellung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands richtet sich nach den §§ 84, 85 AktG in Verbindung mit Ziffer 1 der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat. Gemäß § 6 Abs. 1 der Satzung besteht der Vorstand mindestens aus einer Person. Der Aufsichtsrat bestellt und entlässt die Mitglieder des Vorstands, bestimmt ihre Zahl und kann ein Mitglied des Vorstands zum Vorsitzenden ernennen.
Jede Satzungsänderung bedarf eines Hauptversammlungsbeschlusses mit einer Mehrheit von mindestens drei Viertel des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals. Zu Änderungen der Satzung, die lediglich die Fassung betreffen, ist der Aufsichtsrat nach § 22 der Satzung in Verbindung mit
§ 179 Abs. 1 Satz 2 AktG ermächtigt (Änderungen bei Grundkapital und Aktienzahl).
Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe von neuen Aktien
Der Vorstand hat die Möglichkeit, unter folgenden Umständen neue Aktien auszugeben:
Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital bis zum 31. August 2026 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer Stückaktien gegen Bareinlagen und/oder gegen Sacheinlagen einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 75.000.000,00 € zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2023). Bei Bareinlagen können die neuen Aktien nach Wahl des Vorstands mit Zustimmung des Aufsichtsrats auch von einem oder mehreren Kreditinstituten bzw. einem anderen die Voraussetzungen des § 186 Abs. 5 S. 1 AktG erfüllenden Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie ausschließlich den Aktionären zum Bezug anzubieten (mittelbares Bezugsrecht).
Den Aktionären ist mit den nachfolgenden Einschränkungen ein Bezugsrecht einzuräumen.
Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats Spitzenbeträge von dem Bezugsrecht der Aktionäre auszunehmen und das Bezugsrecht auch insoweit auszuschließen, wie es erforderlich ist, um den Inhabern der von der Gesellschaft oder ihren Tochtergesellschaften ausgegebenen Optionsscheinen und Wandelschuldverschreibungen ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung des Options- bzw. Wandlungsrechts bzw. Erfüllung der Wandlungspflicht zustehen würde.
Der Vorstand ist darüber hinaus ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre bei einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen für einen Betrag von bis zu 10 % des im Zeitpunkt des Wirksamwerdens des Genehmigten Kapitals 2023 oder – falls dieses geringer ist – des bei Beschlussfassung über die Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2023 vorhandenen Grundkapitals auszuschließen, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien der Gesellschaft zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabebetrages, die möglichst zeitnah zur Platzierung der Aktien erfolgen soll, nicht wesentlich unterschreitet. Auf diese Höchstgrenze sind Aktien anzurechnen, die aufgrund Options- oder Wandelschuldverschreibungen ausgegeben werden oder auszugeben sind, sofern die Schuldverschreibungen während der Laufzeit dieser Ermächtigung in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben werden; ferner sind auf diese Zahl Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung in direkter oder entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben oder veräußert werden.
Der Vorstand ist weiter ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen zur Gewährung von Aktien zum Zweck des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen, Beteiligungen an Unternehmen oder sonstigen Vermögensgegenständen einschließlich Rechten und Forderungen oder im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen auszuschließen.
Die vorstehenden Ermächtigungen zum Bezugsrechtsausschluss sind insgesamt auf einen Betrag von bis zu 20 % des im Zeitpunkt des Wirksamwerdens des Genehmigten Kapitals 2023 oder – falls dieses geringer ist – des bei Beschlussfassung über die Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2023 vorhandenen Grundkapitals beschränkt. Auf diese Höchstgrenze von 20 % des Grundkapitals ist der anteilige Betrag des Grundkapitals anzurechnen, der auf Aktien entfällt, auf die sich Wandlungs- und/oder Optionsrechte bzw. Wandlungspflichten aus Schuldverschreibungen beziehen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts mit Options- und/oder Wandlungsrecht oder Wandlungspflicht ausgegeben werden, sowie derjenige anteilige Betrag des Grundkapitals, der auf eigene Aktien entfällt, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung in anderer Weise als über die Börse oder durch ein Angebot an alle Aktionäre veräußert oder verwendet werden.
Der Vorstand ist ferner ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung mit Zustimmung des Aufsichtsrats festzulegen.
Das Grundkapital ist um bis zu 18.500.000,00 € eingeteilt in bis zu Stück 18.500.000 auf den Namen lautende Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2023). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber oder Gläubiger von Options- oder Wandlungsrechten oder die zur Wandlung Verpflichteten aus ausgegebenen Options- oder Wandelanleihen, die von der Gesellschaft oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen der Gesellschaft aufgrund der Ermächtigung des Vorstands durch Hauptversammlungsbeschluss vom 17. Mai 2023 bis zum 31. August 2026 ausgegeben oder garantiert werden, von ihren Options- oder Wandlungsrechten Gebrauch machen oder, soweit sie zur Wandlung verpflichtet sind, ihre Verpflichtung zur Wandlung erfüllen, oder, soweit die Gesellschaft ein Wahlrecht ausübt, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Aktien der Gesellschaft zu gewähren, soweit nicht jeweils ein Barausgleich gewährt oder eigene Aktien oder Aktien einer anderen börsennotierten Gesellschaft zur Bedienung eingesetzt werden.
Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe des vorstehend bezeichneten Ermächtigungsbeschlusses jeweils zu bestimmenden Options- oder Wandlungspreis. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie entstehen, am Gewinn teil; soweit rechtlich zulässig, kann der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Gewinnbeteiligung neuer Aktien hiervon und auch abweichend von § 60 Abs. 2 AktG, auch für ein bereits abgelaufenes Geschäftsjahr, festlegen.
Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.
Befugnisse des Vorstands bei Erwerb und Verwendung eigener Aktien
Die von der Hauptversammlung am 20. Mai 2020 gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG erteilte Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien und zu deren Verwendung war bis zum 31. August 2023 befristet. Vor diesem Hintergrund hat die Hauptversammlung am 17. Mai 2023 eine neue Ermächtigung gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG zum Erwerb eigener Aktien und zu deren Verwendung erteilt. Diese Ermächtigung vom 1. September 2023 bis zum 31. August 2026.
Die Ermächtigung ist insgesamt auf einen Anteil von 10 % des im Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung oder – falls dieser Wert geringer ist – des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals beschränkt. Die Ermächtigung kann unmittelbar durch die Gesellschaft oder durch ein von der Gesellschaft abhängiges oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehendes Unternehmen oder durch von der Gesellschaft oder von der Gesellschaft abhängige oder in ihrem Mehrheits-besitz stehende Unternehmen beauftragte Dritte ausgeübt werden und erlaubt den Erwerb eigener Aktien im ganzen Umfang oder in Teilbeträgen sowie den einmaligen oder mehrmaligen Erwerb.
Der Erwerb eigener Aktien kann über die Börse oder mittels eines an sämtliche Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots oder mittels einer an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten oder durch die Ausgabe von Andienungsrechten an die Aktionäre erfolgen.
Erfolgt der Erwerb über die Börse oder über ein öffentliches Kaufangebot, darf die Gesellschaft je Aktie nur einen Gegenwert (ohne Erwerbsnebenkosten) zahlen, der den arithmetischen Mittelwert der Kurse der Stückaktien der Gesellschaft in der Schlussauktion im Xetra-Handel (oder einem entsprechenden Nachfolgesystem) an der Frankfurter Wertpapierbörse während der letzten fünf Börsenhandelstage vor dem Abschluss des Verpflichtungsgeschäftes, sofern der Erwerb über die Börse stattfindet, oder vor der Veröffentlichung der Entscheidung zur Abgabe des öffentlichen Kaufangebots, sofern der Erwerb im Wege eines öffentlichen Kaufangebots erfolgt, um nicht mehr als 10 % über- oder unterschreitet. Ergeben sich nach Veröffentlichung eines öffentlichen Kaufangebots erhebliche Kursabweichungen vom gebotenen Kaufpreis oder den Grenzwerten der gebotenen Kaufpreisspanne, so kann das Angebot angepasst werden. In diesem Fall bestimmt sich der maßgebliche Betrag nach dem entsprechenden Kurs am letzten Handelstag vor der Veröffentlichung der Anpassung; die 10 %-Grenze für das Über- oder Unterschreiten ist auf diesen Betrag anzuwenden.

Das Volumen des öffentlichen Kaufangebots kann begrenzt werden. Sofern bei einem öffentlichen Kaufangebot das Volumen der angebotenen Aktien das vorhandene Rückkaufvolumen überschreitet, kann unter insoweit partiellem Ausschluss eines eventuellen Andienungsrechts der Erwerb nach dem Verhältnis der angedienten Aktien (Andienungsquoten) statt nach dem Verhältnis der Beteiligung der andienenden Aktionäre an der Gesellschaft (Beteiligungsquote) erfolgen. Darüber hinaus können unter insoweit partiellem Ausschluss eines eventuellen Andienungsrechts eine bevorrechtigte Annahme geringerer Stückzahlen bis zu 100 Stück angedienter Aktien je Aktionär sowie zur Vermeidung rechnerischer Bruchteile von Aktien eine Rundung nach kaufmännischen Gesichtspunkten vorgesehen werden.
Erfolgt der Erwerb mittels einer an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten, legt die Gesellschaft eine Kaufpreisspanne je Aktie fest, innerhalb derer Verkaufsangebote abgegeben werden können. Die Kaufpreisspanne kann angepasst werden, wenn sich während der Angebotsfrist erhebliche Kursabweichungen vom Kurs zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten ergeben. Der von der Gesellschaft zu zahlende Kaufpreis je Aktie, den die Gesellschaft aufgrund der eingegangenen Verkaufsangebote ermittelt, darf den arithmetischen Mittelwert der Kurse der Stückaktien der Gesellschaft in der Schlussauktion im Xetra-Handel (oder einem entsprechenden Nachfolgesystem) an der Frankfurter Wertpapierbörse während der letzten fünf Börsenhandelstage vor dem nachfolgend beschriebenen Stichtag ohne Berücksichtigung der Erwerbsnebenkosten um nicht mehr als 10 % über- oder unterschreiten. Stichtag ist der Tag, an dem der Vorstand der Gesellschaft endgültig formell über die Veröffentlichung der Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten oder deren Anpassung entscheidet.

Das Volumen der Annahme kann begrenzt werden. Sofern von mehreren gleichartigen Verkaufsangeboten wegen der Volumenbegrenzung nicht sämtliche angenommen werden können, kann unter insoweit partiellem Ausschluss eines eventuellen Andienungsrechts der Erwerb nach dem Verhältnis der Andienungsquoten statt nach Beteiligungsquoten erfolgen. Darüber hinaus können unter insoweit partiellem Ausschluss eines eventuellen Andienungsrechts eine bevorrechtigte Annahme geringerer Stückzahlen bis zu 100 Stück angedienter Aktien je Aktionär sowie zur Vermeidung rechnerischer Bruchteile von Aktien eine Rundung nach kaufmännischen Grundsätzen vorgesehen werden.
Erfolgt der Erwerb mittels den Aktionären zur Verfügung gestellter Andienungsrechte, so können diese pro Aktie der Gesellschaft zugeteilt werden. Gemäß dem Verhältnis des Grundkapitals der Gesellschaft zum Volumen der von der Gesellschaft zurückzukaufenden Aktien berechtigt eine entsprechend festgesetzte Anzahl Andienungsrechte zur Veräußerung einer Aktie der Gesellschaft an diese. Andienungsrechte können auch dergestalt zugeteilt werden, dass jeweils ein Andienungsrecht pro Anzahl von Aktien zugeteilt wird, die sich aus dem Verhältnis des Grundkapitals zum Rückkaufvolumen ergibt. Bruchteile von Andienungsrechten werden nicht zugeteilt; für diesen Fall werden die entsprechenden Teilandienungsrechte ausgeschlossen. Der Preis oder die Grenzwerte der angebotenen Kaufpreisspanne (jeweils ohne Erwerbsnebenkosten), zu dem bei Ausübung des Andienungsrechts eine Aktie an die Gesellschaft veräußert werden kann, wird nach Maßgabe der Regelungen im vorstehenden Absatz bb) bestimmt, wobei maßgeblicher Stichtag derjenige der Veröffentlichung des Rückkaufangebots unter Einräumung von Andienungsrechten ist, und gegebenenfalls angepasst, wobei dann maßgeblicher Stichtag derjenige der Veröffentlichung der Anpassung ist. Die nähere Ausgestaltung der Andienungsrechte, insbesondere ihr Inhalt, die Laufzeit und gegebenenfalls ihre Handelbarkeit, bestimmt der Vorstand der Gesellschaft.
Der Vorstand wird ermächtigt, mit der Zustimmung des Aufsichtsrats bei einer Veräußerung eigener Aktien durch ein Angebot an alle Aktionäre den Inhabern der von der Gesellschaft oder einem ihrer nachgeordneten Konzernunternehmen ausgegebenen Options- und/oder Wandelanleihen ein Bezugsrecht auf die Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung des Options- bzw. Wandlungsrechts bzw. nach Erfüllung der Wandlungspflicht zustehen würde.
Der Vorstand, mit der Zustimmung des Aufsichtsrats, wird weiter ermächtigt, eigene Aktien in anderer Weise als über die Börse oder durch ein Angebot an sämtliche Aktionäre zu veräußern, wenn die Aktien gegen Barzahlung zu einem Preis veräußert werden, der den Börsenkurs von Aktien der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet. Das Bezugsrecht der Aktionäre ist dabei ausgeschlossen. Diese Ermächtigung gilt jedoch nur mit der Maßgabe, dass die unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG veräußerten Aktien insgesamt 10 % des Grundkapitals nicht überschreiten dürfen, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch – falls dieser Wert geringer ist – im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung. Auf diese Begrenzung von 10 % des Grundkapitals sind diejenigen Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung bis zur nach § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG bezugsrechtsfreien Veräußerung eigener Aktien aus genehmigtem Kapital unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben werden. Ferner sind auf diese Begrenzung von 10 % des Grundkapitals diejenigen Aktien anzurechnen, die zur Bedienung von Options- und/oder Wandlungsrechten und/oder Wandlungspflichten ausgegeben bzw. auszugeben sind, sofern die Schuldverschreibungen während der Laufzeit dieser Ermächtigung in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben werden.
Der Vorstand, mit der Zustimmung des Aufsichtsrats, wird ferner ermächtigt, eigene Aktien zusätzlich zu einer Veräußerung über die Börse oder einer anderen das Gebot der Gleichbehandlung aller Aktionäre wahrenden Weise zu folgenden Zwecken zu verwenden:
Im Rahmen des Erwerbs von Unternehmen oder Beteiligungen daran oder von Unternehmensteilen oder im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen als (Teil-)Gegenleistung.
Zur Einführung von Aktien der Gesellschaft an ausländischen Börsen, an denen sie bisher nicht zum Handel zugelassen sind. Der Preis, zu dem diese Aktien an ausländischen Börsen eingeführt werden, darf den arithmetischen Mittelwert der Kurse der Stückaktien der Gesellschaft in der Schlussauktion im Xetra-Handel (oder einem entsprechenden Nachfolgesystem) an der Frankfurter Wertpapierbörse während der letzten fünf Börsenhandelstage vor dem Tag der Einführung an der ausländischen Börse ohne Berücksichtigung der Erwerbsnebenkosten um nicht mehr als 5 % unterschreiten.
Zur Gewährung von Aktien der Gesellschaft in Erfüllung von Ansprüchen aus virtuellen Aktienbeteiligungsprogrammen an gegenwärtige und frühere Mitglieder des Vorstands und Arbeitnehmer der Gesellschaft sowie an gegenwärtige und frühere Mitglieder der Vorstände bzw. Geschäftsführungen und Arbeitnehmer von mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen im Sinne der §§ 15 ff. AktG. Soweit Vorstandsmitgliedern der Gesellschaft Aktien gewährt werden sollen, entscheidet hierüber der Aufsichtsrat der Gesellschaft.
Das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre auf diese eigenen Aktien wird gemäß §§ 71 Abs. 1 Nr. 8, 186 Abs. 3, 4 AktG insoweit ausgeschlossen, wie diese Aktien gemäß den vorstehenden Ermächtigungen verwendet werden. Darüber hinaus kann der Vorstand mit der Zustimmung des Aufsichtsrats im Falle der Veräußerung der eigenen Aktien durch Angebot an alle Aktionäre das Bezugsrecht der Aktionäre für Spitzenbeträge ausschließen.
Die Ermächtigungen zum Bezugsrechtsausschluss sind insgesamt auf einen Betrag von bis zu 10 % des im Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung oder – falls dieses geringer ist – des bei Beschlussfassung über die Veräußerung eigener Aktien vorhandenen Grundkapitals beschränkt. Auf diese Höchstgrenze von 10 % des Grundkapitals ist der anteilige Betrag des Grundkapitals anzurechnen, der auf Aktien entfällt, auf den sich Wandlungs- und/oder Optionsrechte bzw. Wandlungspflichten aus Schuldverschreibungen beziehen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts begeben werden sowie derjenige anteilige Betrag des Grundkapitals, der auf Aktien entfällt, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts aus genehmigtem Kapital ausgegeben werden.
Weiterhin wird der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die eigenen Aktien einzuziehen, ohne dass die Einziehung und ihre Durchführung eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedürfen. Die Einziehung kann auch nach § 237 Abs. 3 Nr. 3 AktG ohne Kapitalherabsetzung in der Weise erfolgen, dass sich durch die Einziehung der Anteil der übrigen Stückaktien der Gesellschaft am Grundkapital gemäß § 8 Abs. 3 AktG erhöht. Der Vorstand wird gemäß § 237 Abs. 3 Nr. 3, 2. Hs. AktG ermächtigt, die Angabe der Zahl der Aktien in der Satzung entsprechend anzupassen. Die Einziehung kann auch mit einer Kapitalherabsetzung verbunden werden; in diesem Fall ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital um den auf die eingezogenen Aktien entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals herabzusetzen. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, die Angabe der Zahl der Aktien und des Grundkapitals in der Satzung entsprechend anzupassen.
Die vorstehenden Ermächtigungen gelten ab dem 1. September 2023. Sie können einmal oder mehrmals, ganz oder in Teilen, einzeln oder gemeinsam ausgenutzt werden. Sie erfassen auch die Verwendung von Aktien der Gesellschaft, die aufgrund früherer Ermächtigungen zum Rückerwerb eigener Aktien zurückerworben wurden, und solche, die aufgrund von § 71d Satz 5 AktG erworben oder (i) durch ein von der Gesellschaft abhängiges oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehendes Unternehmen oder (ii) durch Dritte für Rechnung der Gesellschaft oder durch Dritte für Rechnung eines von der Gesellschaft abhängigen oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehenden Unternehmens erworben werden.
Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen
Ein Bankenkonsortium hat im Dezember 2024 der United Internet AG einen neuen Konsortialkreditrahmen sowie einen Konsortialkredit über insgesamt 1.500 Mio. € eingeräumt. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 waren diese mit 700 Mio. € in Anspruch genommen.
Den Mitgliedern des Konsortiums wurde das Recht eingeräumt, ihren Anteil am Konsortialkreditrahmen bzw. dem Konsortialkredit zu kündigen, wenn ein Dritter oder eine Gruppe von gemeinsam handelnden Dritten die Mehrheit der Anteile an der United Internet AG erlangt, oder die Mehrheit der stimmberechtigen Anteile auf einer Hauptversammlung der Gesellschaft hält. Das Recht zur Kündigung steht jedem Mitglied des Bankenkonsortiums einzeln binnen 30 Tagen nach Ankündigung des Kontrollwechsels durch die Gesellschaft offen. Dieses Kündigungsrecht besteht jedoch nicht, wenn die Mehrheit der Anteile, oder der Stimmrechte auf einer Hauptversammlung, durch Herrn Ralph Dommermuth oder seine direkten Angehörigen erlangt wird.
Des Weiteren stehen zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 mehrere Schuldscheindarlehen der United Internet AG über insgesamt 1.217,0 Mio. € aus.
Den Kreditgebern der Schuldscheine wurde das Recht eingeräumt, ihren Anteil am jeweiligen Schuldscheindarlehen zu kündigen, wenn ein Dritter oder eine Gruppe von gemeinsam handelnden Dritten die Mehrheit der Anteile an der United Internet AG erlangt. Das Recht zur Kündigung steht jedem Kreditgeber einzeln binnen 30 Tagen nach Ankündigung des Kontrollwechsels durch die Gesellschaft offen. Dieses Kündigungsrecht besteht jedoch nicht, wenn die Mehrheit der Anteile durch Herrn Ralph Dommermuth erlangt wird.
Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots
Weder bei Vorständen noch bei Mitarbeitenden der Gesellschaft wurden Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots getroffen.
7. Erklärung zur Unternehmensführung
Bei Kapitel „7. Erklärung zur Unternehmensführung“ handelt es sich um „nicht geprüfte Lageberichtsangaben“, da die Prüfung der Angaben in der Erklärung zur Unternehmensführung durch den Abschlussprüfer gem. § 317 Abs. 2 S. 6 HGB darauf zu beschränken ist, dass die Angaben gemacht wurden und der ebenfalls in Kapitel 7 enthaltene Corporate Governance Bericht nach Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex eine „lageberichtsfremde Angabe“ darstellt, die inhaltlich nicht geprüft wird.
Grundlagen der Corporate Governance
Die Unternehmensführung der United Internet AG als börsennotierte deutsche Aktiengesellschaft wird durch die einschlägigen gesetzlichen Regelungen sowie durch die Empfehlungen und Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) bestimmt.
Der Begriff Corporate Governance steht für eine verantwortungsbewusste und auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichtete Führung und Kontrolle von Unternehmen. Effiziente Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat, Achtung der Aktionärsinteressen sowie Offenheit und Transparenz der Unternehmenskommunikation sind wesentliche Aspekte guter Corporate Governance.
Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG sehen sich in der Verpflichtung, durch eine verantwortungsbewusste und langfristig ausgerichtete Unternehmensführung für den Bestand des Unternehmens und eine nachhaltige Wertschöpfung zu sorgen. Ökologische und soziale Ziele werden hierbei angemessen berücksichtigt.
In dieser Erklärung zur Unternehmensführung berichten Vorstand und Aufsichtsrat über die gesetzlichen Vorgaben gemäß § 289f HGB für die Einzelgesellschaft und gemäß § 315d HGB für den Konzern hinaus auch gemäß Grundsatz 23 DCGK über die Corporate Governance des Unternehmens (Corporate Governance Bericht). Dem Corporate Governance Bericht liegt der DCGK in der aktuellen Fassung vom
18. April 2022 zugrunde, welche am 27. Juni 2022 im Bundesanzeiger veröffentlicht worden ist.
Führungs- und Unternehmensstruktur
Entsprechend ihrer Rechtsform verfügt die United Internet AG mit ihren Organen Vorstand und Aufsichtsrat über eine zweigeteilte Leitungs- und Überwachungsstruktur. Das dritte Organ bildet die Hauptversammlung. Alle drei Organe sind dem Wohl des Unternehmens verpflichtet.
Vorstand
Arbeitsweise des Vorstands
Der Vorstand ist das Leitungsorgan des Konzerns. Er bestand im Geschäftsjahr 2024 aus drei Personen (namentlich Herr Ralph Dommermuth, Herr Ralf Hartings und Herr Markus Huhn). Der Vorstand besteht nach dem Austritt von Herrn Ralf Hartings zum Ablauf des 31. Dezember 2024 sowie der Neubestellung von Herrn Carsten Theurer zum 1. Januar 2025 weiterhin aus drei Personen.
Für Erstbestellungen wird eine Amtszeit von drei Jahren in Erwägung gezogen. Vom Aufsichtsrat wird jeweils im Einzelfall beurteilt, welche Bestelldauer innerhalb der gesetzlich zulässigen Bestelldauer angemessen erscheint. Darüber hinaus werden Vorstände nicht länger als fünf Jahre bestellt.
Der Vorstand führt die Geschäfte nach Gesetz und Satzung, der vom Aufsichtsrat beschlossenen Geschäftsordnung sowie nach den jeweiligen Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex, soweit nicht nach Maßgabe von § 161 AktG Abweichungen erklärt sind.
Der Vorstand ist zuständig für die Aufstellung der Zwischen- und Jahresabschlüsse sowie für die Besetzung von personellen Schlüsselpositionen im Unternehmen. Zudem definiert er systematisch die mit den Sozial- und Umweltfaktoren verbundenen Risiken und Chancen für das Unternehmen sowie die ökologischen und sozialen Auswirkungen der Unternehmenstätigkeit und bewertet diese anschließend. In der Unternehmensstrategie werden neben den langfristigen wirtschaftlichen Zielen auch ökologische und soziale Ziele angemessen berücksichtigt. Die Unternehmensplanung umfasst sowohl die entsprechenden finanziellen als auch die nachhaltigkeitsbezogenen Ziele. Die Unternehmenskultur in der
United Internet Gruppe ist geprägt von den traditionellen Werten Verantwortung, Erfolgswille, Agilität, Solidität, Fairness und Offenheit, welche das Fundament für nachhaltigen Unternehmenserfolg bilden. Um ein einheitliches vorbildliches Handeln und Verhalten zu gewährleisten, wurden vom Vorstand ethische Leitlinien entwickelt, die in einem Verhaltenskodex niedergelegt sind. Der Verhaltenskodex enthält wesentliche Grundsätze zu einem verantwortungsvollen unternehmerischen Handeln und gibt konkrete Handlungsempfehlungen. Darüber hinaus wird in der United Internet Gruppe für das eigene Geschäft und für unsere Lieferketten besonders auf die Einhaltung menschenrechtlicher und umweltbezogener Sorgfalt geachtet, worüber jährlich berichtet wird. Weitere Informationen zur Wahrnehmung der Verantwortung und zum Engagement für Nachhaltigkeit finden sich auf der Internetseite des Unternehmens unter www.united-internet.de unter Unternehmen in den Abschnitten Verantwortung und Nachhaltigkeit.
Entscheidungen von grundlegender Bedeutung bedürfen der Zustimmung durch den Aufsichtsrat. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen des § 90 AktG und gibt dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats mindestens einmal pro Monat mündlich und auf Anforderung des Vorsitzenden des Aufsichtsrats auch schriftlich einen Überblick über den aktuellen Stand der nach § 90 AktG relevanten Berichtsgegenstände. Der Aufsichtsratsvorsitzende wird demnach über wichtige Ereignisse, die für die Beurteilung der Lage und Entwicklung sowie für die Leitung des Unternehmens von wesentlicher Bedeutung sind, unverzüglich durch den Vorsitzenden des Vorstands oder den Finanzvorstand informiert. Als wichtiger Anlass ist auch jede wesentliche Abweichung von der Planung oder sonstigen Prognosen der Gesellschaft anzusehen. Der Vorsitzende des Vorstands oder der Finanzvorstand informiert den Vorsitzenden des Aufsichtsrats ferner nach Möglichkeit vorab, sonst unverzüglich danach über jede Ad-hoc-Mitteilung der Gesellschaft nach Art. 17 MAR.
Für die Mitglieder des Vorstands gilt eine Altersgrenze von 70 Jahren. Diese Vorgabe wird derzeit ausnahmslos eingehalten.
Der Vorstand führt die Geschäfte der Gesellschaft gesamtverantwortlich nach einheitlichen Zielsetzungen, Plänen und Richtlinien. Unbeschadet der Gesamtverantwortung des Vorstands handelt jedes Vorstandsmitglied in dem ihm zugewiesenen Ressort eigenverantwortlich, ist aber gehalten, die auf das ihm zugewiesene Ressort bezogenen Interessen dem Gesamtwohl des Unternehmens unterzuordnen.
Die Aufgabenverteilung innerhalb des Vorstands regelt der Gesamtvorstand in einem Geschäftsverteilungsplan.
Die Vorstandsmitglieder unterrichten sich gegenseitig über wichtige Vorgänge innerhalb ihrer Geschäftsbereiche. Angelegenheiten von größerer Bedeutung, die nicht im Budget verabschiedet sind, sind von wenigstens zwei Vorstandsmitgliedern zu erörtern und zu entscheiden, wobei eines der beiden Vorstandsmitglieder das Ressort Finanzen verantworten muss.
Unbeschadet ihrer Ressortzuständigkeit verfolgen alle Vorstandsmitglieder ständig die für den Geschäftsverlauf der Gesellschaft entscheidenden Ereignisse und Daten, um jederzeit auf die Abwendung drohender Nachteile, die Durchführung wünschenswerter Verbesserungen oder zweckmäßiger Änderungen durch Anrufung des Gesamtvorstands oder sonst auf geeignete Weise hinwirken zu können.
Der Gesamtvorstand beschließt über alle Angelegenheiten, die von besonderer Bedeutung und Tragweite für die Gesellschaft oder ihre Tochter- und Beteiligungsgesellschaften sind.
Der Gesamtvorstand entscheidet mit einfacher Stimmenmehrheit. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des Vorstandsvorsitzenden den Ausschlag. Die Beschlüsse des Vorstands werden in einer
Niederschrift festgehalten.
Der Gesamtvorstand kommt regelmäßig einmal im Monat und sonst bei Bedarf zu einer Vorstandssitzung zusammen.
Jedes Vorstandsmitglied legt Interessenkonflikte unverzüglich gegenüber dem Aufsichtsratsvorsitzenden und dem Vorsitzenden des Vorstands offen und informiert gegebenenfalls die anderen Vorstandsmitglieder hierüber.
Die Mitglieder des Vorstands nahmen im Berichtszeitraum und nehmen aktuell keine Aufsichtsratsmandate in einer anderen konzernexternen börsennotierten Gesellschaft oder vergleichbare Funktionen und dementsprechend auch keinen Aufsichtsratsvorsitz in solchen Gesellschaften wahr.
Zusammensetzung des Vorstands
Der Vorstand der United Internet AG bestand im Geschäftsjahr 2024 aus den folgenden Mitgliedern:
Vorstandsmitglieder zum 31. Dezember 2024
Ralph Dommermuth, Unternehmensgründer und Vorstandsvorsitzender
(seit 1988 im Unternehmen)
Ralf Hartings, Finanzvorstand
(Vorstandsmitglied seit 1. April 2023 bis 31. Dezember 2024; seit 2021 im United Internet Konzern)
Markus Huhn, Vorstand Shared Services / HR
(Vorstandsmitglied seit 1. April 2023; seit 1994 im United Internet Konzern)
Wechsel im Vorstand
Ralf Hartings, Finanzvorstand
(Vorstandsmitglied vom 1. April 2023 bis zum 31. Dezember 2024)
Carsten Theurer, Finanzvorstand
(Vorstandsmitglied seit 1. Januar 2025; seit 2025 im United Internet Konzern)
Aufsichtsrat
Arbeitsweise des Aufsichtsrats
Der von der Hauptversammlung gewählte Aufsichtsrat bestand im Geschäftsjahr 2024 bis zum 4. Juli 2024 aus sechs Mitgliedern. Seit der Amtsniederlegung von Herrn Prof. Dr. Andreas Söffing zum 4. Juli 2024 besteht der Aufsichtsrat aus fünf Mitgliedern (namentlich Herr Philipp von Bismarck, Herr Dr. Manuel Cubero del Castillo-Olivares, Herr Stefan Rasch, Frau Prof. Dr. Yasmin Mei-Yee Weiß und Frau Prof. Dr. Franca Ruhwedel). Die Amtsperiode der Aufsichtsratsmitglieder beträgt in der Regel 5 Jahre.
Der Aufsichtsrat hält mit dem Vorstand regelmäßig Kontakt und überwacht und berät – gemäß Gesetz, Satzung, Geschäftsordnung sowie den jeweiligen Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex, soweit nicht nach Maßgabe von § 161 AktG eine Abweichung erklärt ist – den Vorstand bei der Führung der Geschäfte und dem Risiko- und Chancenmanagement des Unternehmens. Dies umfasst insbesondere auch die Themen Nachhaltigkeit, Compliance und Informationssicherheit.
In regelmäßigen Abständen erörtert der Aufsichtsrat mit dem Vorstand alle für das Unternehmen relevanten Fragen der Strategie und deren Umsetzung, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risk Managements sowie der Compliance. Er diskutiert mit dem Vorstand die Quartalsmitteilungen und Halbjahresberichte vor ihrer Veröffentlichung und verabschiedet die Jahresplanung. Die Jahresplanung enthält den Jahresfinanzplan, bestehend aus detaillierter Umsatz-, Kosten- und Ergebnisplanung sowie Liquiditätsplanung und Jahresinvestitionsplanung. Der Aufsichtsrat prüft den Jahres- und Konzernabschluss und billigt die Abschlüsse, wenn keine Einwände zu erheben sind. Dabei berücksichtigt er die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers.
In den Aufgabenbereich des Aufsichtsrats fallen auch die Bestellung der Vorstandsmitglieder sowie die Festlegung der Vorstandsvergütung und deren regelmäßige Überprüfung unter Beachtung der jeweils geltenden gesetzlichen Bestimmungen sowie den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex, soweit nicht nach § 161 AktG eine Abweichung erklärt ist.
Bei der Bestellung von Vorstandsmitgliedern strebt der Aufsichtsrat eine für die Gesellschaft bestmögliche, vielfältige und sich gegenseitig ergänzende Zusammensetzung an und achtet auf eine langfristige Nachfolgeplanung. Dabei spielen vor allem Erfahrung und Branchenkenntnisse sowie fachliche und persönliche Qualifikationen eine wichtige Rolle.
Im Rahmen der langfristigen Nachfolgeplanung befasst sich der Aufsichtsrat unter Einbeziehung des Vorstands regelmäßig mit hochqualifizierten Führungskräften, die als potenzielle Kandidaten für Vorstandspositionen in Betracht kommen.
Zur Selbstbeurteilung führt der Aufsichtsrat in seiner Gesamtheit sowie auch der Prüfungs- und Risikoausschuss des Aufsichtsrats regelmäßig eine Effizienzprüfung durch. Im Einklang mit der Empfehlung D.12 DCGK beurteilen der Aufsichtsrat und der Ausschuss, wie wirksam er jeweils als Gremium seine Aufgaben erfüllt. Zu diesem Zweck wird in einem Turnus von etwa zwei Jahren eine Selbstbeurteilung mittels Fragebögen vorgenommen.
Der Prüfungs- und Risikoausschuss der United Internet AG hat in der Sitzung am 11. November 2024 unter Anwesenheit aller Ausschussmitglieder sowie der Vorsitzenden des Ausschusses eine Selbstbeurteilung für das Geschäftsjahr 2024 durchgeführt. Die Selbstbeurteilung erfolgte in dieser Sitzung ausführlich anhand eines umfassenden Fragenkatalogs, insbesondere wurde eine Beurteilung der Bereiche „Besetzung des Ausschusses“, „Informationsversorgung des Ausschusses“, „Ausschusssitzungen“, „der Tätigkeit der Ausschussvorsitzenden“ sowie des Bereichs „Überwachung der Finanzberichterstattung, der Nachhaltigkeitsberichterstattung und der unternehmerischen Kontrollsysteme“ vorgenommen.
Nach Durchführung der Selbstbeurteilung ist der Prüfungs- und Risikoausschuss zu dem Ergebnis gekommen, dass weiterhin eine professionelle Zusammenarbeit innerhalb des Ausschusses sowie auch eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Abschlussprüfer, dem Vorstand und den Unternehmensabteilungen praktiziert wird.
Die letzte Selbstbeurteilung des Aufsichtsrats wurde im 4. Quartal 2022 durchgeführt und bewertet. Die Selbstbeurteilung erfolgte anhand eines umfassenden Fragenkatalogs, der insbesondere die Schwerpunkte Erwartungshaltung, Zeitaufwand, Besetzung des Aufsichtsrats, Unabhängigkeit des Aufsichtsrats bzw. Umgang mit Interessenskonflikten, Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie Bilanzierungsthemen umfasste.
Die Ergebnisse der Selbstbeurteilungen bestätigen einen guten und offenen Austausch innerhalb der Gremien, als auch eine vertrauensvolle und kollegiale Zusammenarbeit mit dem Abschlussprüfer, dem Vorstand und den Unternehmensabteilungen. Die professionelle Zusammenarbeit spiegelt sich beispielsweise in dem Erhalt gut aufbereiteter Unterlagen/Informationen wider, die stets angemessen und fristgerecht zur Verfügung gestellt werden. Einzelne Anregungen werden im Rahmen der Arbeit des Aufsichtsrats und des Prüfungs- und Risikoausschusses unterjährig aufgegriffen und umgesetzt.
Von der Effizienz der Tätigkeit des Aufsichtsrats und des Prüfungs- und Risikoausschusses ist daher nach gründlicher Auswertung auszugehen.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats nehmen die für ihre Aufgaben erforderlichen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen eigenverantwortlich wahr und werden dabei von der Gesellschaft angemessen unterstützt. Über durchgeführte Maßnahmen wird im Bericht des Aufsichtsrats berichtet.
Der Aufsichtsrat wird mindestens zweimal im Kalenderhalbjahr einberufen. Die Sitzungen des Aufsichtsrats werden durch seinen Vorsitzenden mindestens 14 Tage vorher schriftlich einberufen. Weitere und ausführlichere Informationen zu der genauen Anzahl der Sitzungstermine sowie zu den dort behandelten Themen finden sich im Bericht des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung der Gesellschaft.
Mit der Einberufung einer Sitzung des Aufsichtsrats sind die Gegenstände der Tagesordnung mitzuteilen. Ist eine Tagesordnung nicht ordnungsgemäß angekündigt worden, darf hierüber nur beschlossen werden, wenn vor der Beschlussfassung kein Aufsichtsratsmitglied widerspricht.
Beschlüsse des Aufsichtsrats werden in der Regel in Präsenzsitzungen gefasst. Es ist jedoch zulässig, dass Sitzungen des Aufsichtsrats in Form einer Video- oder Telefonkonferenzverbindung abgehalten werden oder dass einzelne Aufsichtsratsmitglieder im Wege der Video- oder Telefonübertragung zugeschaltet werden und dass in diesen Fällen auch die Beschlussfassung oder die Stimmabgabe per Video- oder Telefonkonferenzverbindung erfolgt. Sitzungen werden vom Vorsitzenden des Aufsichtsrats geleitet. Außerhalb von Sitzungen können auf Anordnung des Vorsitzenden Beschlussfassungen auch auf anderem Wege, zum Beispiel per Telefon oder per E-Mail erfolgen, wenn kein Mitglied diesem Verfahren widerspricht.
Der Aufsichtsrat ist beschlussfähig, wenn alle Mitglieder ordnungsgemäß geladen wurden und an der Beschlussfassung mindestens 3 Mitglieder teilnehmen. Ein Mitglied nimmt auch dann an einer Beschlussfassung teil, wenn es sich in der Abstimmung der Stimme enthält.
Beschlüsse des Aufsichtsrats werden, soweit das Gesetz nicht zwingend etwas anderes bestimmt, mit einer einfachen Mehrheit gefasst.
Über die Verhandlungen und Beschlüsse des Aufsichtsrats werden Niederschriften angefertigt.
Der Vorsitzende des Aufsichtsrats ist ermächtigt, im Namen des Aufsichtsrats die zur Durchführung der Beschlüsse des Aufsichtsrats erforderlichen Willenserklärungen abzugeben.
Der Prüfungs- und Risikoausschuss unterstützt den Aufsichtsrat bei der Überwachung der Rechnungslegung und der Integrität des Rechnungslegungsprozesses sowie der Überwachung der Wirksamkeit und Funktionsfähigkeit des Internal Control Systems, des Risk Management Systems, des Compliance Management Systems und des internen Revisionssystems. Des Weiteren unterstützt er den Aufsichtsrat bei der Überwachung der Abschlussprüfung, der vom Abschlussprüfer erbrachten Leistungen, der Prüfhonorare und der von ihm zusätzlich erbrachten Leistungen.
Der Prüfungs- und Risikoausschuss beschäftigt sich intensiv mit dem Jahresabschluss und dem Konzernabschluss, dem zusammengefassten Lagebericht für die Gesellschaft und den Konzern, der nichtfinanziellen Erklärung und der nichtfinanziellen Konzernerklärung bzw. einem diese ersetzenden Nachhaltigkeitsbericht sowie dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns. Mit Vorstand und Abschlussprüfer erörtert er die Prüfungsberichte, den Prüfungsablauf, die Prüfungsschwerpunkte und -methodik sowie die Prüfungsergebnisse, auch hinsichtlich des internen Kontrollsystems bezogen auf den Rechnungslegungsprozess, und gibt Empfehlungen an den Aufsichtsrat. Er nimmt regelmäßig eine Beurteilung der Qualität der Abschlussprüfung vor. Vor deren Veröffentlichung erörtert er mit dem Vorstand die Quartalsmitteilungen und den Halbjahresfinanzbericht.
Der Prüfungs- und Risikoausschuss bereitet die Verhandlungen und Beschlüsse des Aufsichtsrats für den Wahlvorschlag des Abschlussprüfers an die Hauptversammlung und Entscheidungen zu Corporate-Governance-Themen vor und beschließt auch über die Zustimmung zu wesentlichen Geschäften mit nahestehenden Unternehmen und Personen gemäß § 111b Abs. 1 AktG (sog. Related Party Transactions). Derartige Geschäfte hat es im Berichtszeitraum nicht gegeben.
Der Prüfungsausschuss diskutiert mit dem Abschlussprüfer die Einschätzung des Prüfungsrisikos, die Prüfungsstrategie und Prüfungsplanung sowie die Prüfungsergebnisse. Die Vorsitzende des Prüfungsausschusses tauscht sich regelmäßig auch unter Anwesenheit sämtlicher Mitglieder des Prüfungs- und Risikoausschusses mit dem Abschlussprüfer über aktuelle Themen der Abschlussprüfung und über den Fortgang der Prüfung aus. Der Prüfungsausschuss berät sich regelmäßig mit dem Abschlussprüfer auch ohne den Vorstand. Im Jahr 2024 haben insgesamt sechs Abstimmungstermine mit dem Abschlussprüfer stattgefunden. Außerdem nimmt der Abschlussprüfer regelmäßig an den Prüfungs- und Risikoausschusssitzungen teil.
Die Vorsitzende des Prüfungsausschusses erstattet dem Aufsichtsrat regelmäßig Bericht über die Tätigkeit des Prüfungs- und Risikoausschusses. Bei wesentlichen Vorkommnissen und Feststellungen des Prüfungs- und Risikoausschusses wird unverzüglich der Vorsitzende des Aufsichtsrats informiert.

Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats / Stand der Umsetzung
Der Aufsichtsrat der Gesellschaft strebt eine Zusammensetzung des Aufsichtsrats an, die eine qualifizierte Beratung und Überwachung des Vorstands der Gesellschaft ermöglicht.
Vor dem Hintergrund
seiner eigenen Größe,
des Geschäftsfeldes, in dem die Gesellschaft tätig ist,
der Größe und Struktur der Gesellschaft,
des Umfangs der internationalen Tätigkeit der Gesellschaft sowie
ihrer gegenwärtigen Aktionärsstruktur
hat der Aufsichtsrat der Gesellschaft die nachfolgend dargestellten Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats beschlossen. Diese berücksichtigen sowohl in Bezug auf die Anforderungen an einzelne Aufsichtsratsmitglieder als auch in Bezug auf die Anforderungen an die Zusammensetzung des Gesamtgremiums die gesetzlichen Vorgaben und – soweit nicht ausdrücklich eine Abweichung erklärt ist – die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Insbesondere wurde im Hinblick auf das Gesamtgremium ein Kompetenzprofil erarbeitet.
Der Aufsichtsrat wird die Ziele bei seinen Vorschlägen an die Hauptversammlung für die Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern berücksichtigen und sich bei den jeweiligen Kandidaten darüber vergewissern, dass sie die Anforderungen zur Ausfüllung des Kompetenzprofils für das Gesamtgremium erfüllen. Dabei wird die spezifische Situation des Unternehmens berücksichtigt.
Anforderungen an einzelne Mitglieder
Der Aufsichtsrat der Gesellschaft strebt an, dass jedes Aufsichtsratsmitglied die nachfolgenden Voraussetzungen erfüllt:
Allgemeines Anforderungsprofil
Jedes Aufsichtsratsmitglied soll über die erforderlichen Kenntnisse und Erfahrungen verfügen, die es befähigen, den Vorstand der Gesellschaft sorgfaltsgemäß zu überwachen und zu beraten und etwaige Risiken für die Geschäfte der Gesellschaft zu beurteilen. Der Aufsichtsrat wird zudem darauf achten, dass sämtliche Aufsichtsratsmitglieder über ein persönliches Profil verfügen, das sie befähigt, das Ansehen der Gesellschaft in der Öffentlichkeit zu wahren.
Zeitliche Verfügbarkeit
Alle Aufsichtsratsmitglieder sollen den für die sorgfältige Wahrnehmung des Mandats erforderlichen Zeitaufwand über ihre gesamte Amtszeit hinweg erbringen können. Die Aufsichtsratsmitglieder müssen die Anforderungen des Gesetzes und sollen die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex im Hinblick auf die zulässige Anzahl von Aufsichtsratsmandaten beachten.
Interessenskonflikte
Aufsichtsratsmitglieder sollen keine anderweitigen Tätigkeiten ausüben, die das häufige Auftreten von Interessenkonflikten wahrscheinlich machen. Dazu gehören Organfunktionen oder Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern oder persönliche Beziehungen zu einem solchen.
Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder
Mitglieder des Aufsichtsrats sollen in der Regel zum Zeitpunkt ihrer Wahl oder Wiederwahl das
70. Lebensjahr noch nicht erreicht haben.
Anforderungen an die Zusammensetzung des Gesamtgremiums
Neben den individuellen Anforderungen an die Aufsichtsratsmitglieder strebt der Aufsichtsrat der
Gesellschaft gemäß C.1 DCGK darüber hinaus folgende Ziele für seine Zusammensetzung als Gesamtgremium an.
Kompetenzprofil für das Gesamtgremium
Die Mitglieder des Aufsichtsrats müssen in ihrer Gesamtheit über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Der Aufsichtsrat strebt an, dass der Aufsichtsrat in seiner Gesamtheit ein möglichst breites Spektrum der für das Unternehmen relevanten Kenntnisse und Erfahrungen abdeckt und insbesondere die folgenden
Voraussetzungen erfüllt:
Vertiefte Kenntnisse und Erfahrungen in der Telekommunikations- und Internet-Branche;
Fachkenntnisse oder Erfahrungen aus anderen Wirtschaftsbereichen;
unternehmerische bzw. operative Erfahrungen;
mindestens ein Mitglied des Aufsichtsrats mit mehrjähriger im Ausland oder in einem international tätigen Unternehmen erworbener operativer Erfahrung;
Expertise zu den für das Unternehmen bedeutsamen Nachhaltigkeitsfragen;
mindestens ein Mitglied mit Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung, wobei der Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung in besonderen Kenntnissen und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontroll- und Risikomanagementsysteme zu bestehen und sich auch auf die Nachhaltigkeitsberichterstattung zu beziehen hat;
mindestens ein weiteres Mitglied mit Sachverstand auf dem Gebiet der Abschlussprüfung, wobei der Sachverstand auf dem Gebiet der Abschlussprüfung in besonderen Kenntnissen und Erfahrungen auf dem Gebiet der Abschlussprüfung zu bestehen und sich auch auf die Prüfung der Nachhaltigkeitsberichterstattung zu beziehen hat;
Kenntnisse und Erfahrungen bei der Strategieentwicklung und –umsetzung;
vertiefte Kenntnisse und Erfahrungen im Controlling und Risikomanagement;
Kenntnisse und Erfahrungen bei der Personalplanung und -führung (Human Resources);
vertiefte Kenntnisse und Erfahrungen auf dem Gebiet der Governance und Compliance;
Expertise zu den Bedürfnissen kapitalmarktorientierter Unternehmen.
Diversität
Der Aufsichtsrat strebt an, dass der Aufsichtsrat vielfältig zusammengesetzt ist, damit der Aufsichtsrat als Gesamtgremium über eine ausreichende Meinungs- und Kenntnisvielfalt verfügt. Bei seinen Wahlvorschlägen wird der Aufsichtsrat das von der Gesellschaft festgelegte Diversitätskonzept berücksichtigen, welches nachfolgend in einem gesonderten Abschnitt dargestellt ist.
Unabhängigkeit
Der Aufsichtsrat strebt an, dass eine nach seiner Einschätzung angemessene Anzahl von mindestens vier der sechs Mitglieder des Aufsichtsrats auch unabhängig im Sinne der Kriterien gemäß den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex sind.
Der Aufsichtsrat hat sich auch in diesem Berichtsjahr mit vorstehenden Zielen für seine Zusammensetzung befasst, sie insbesondere mit Blick auf das Kompetenzprofil für das Gesamtgremium thematisiert, an ihnen festgehalten und diese weiter ausgebaut. Der Aufsichtsrat strebt die Ausfüllung des von ihm erarbeiteten Kompetenzprofils für das Gesamtgremium an.
Zusammensetzung des Aufsichtsrats / Stand der Umsetzung
Der Aufsichtsrat der United Internet AG bestand im Geschäftsjahr 2024 aus den folgenden Mitgliedern:
Aufsichtsratsmitglieder zum 31. Dezember 2024
Philipp von Bismarck,
Aufsichtsratsvorsitzender seit Mai 2021, Mitglied des Prüfungs- und Risikoausschusses seit Mai 2021
(Mitglied des Aufsichtsrats seit Juli 2020)
Dr. Manuel Cubero del Castillo-Olivares,
stellv. Aufsichtsratsvorsitzender seit Mai 2021
(Mitglied des Aufsichtsrats seit Mai 2020)
Stefan Rasch,
Mitglied des Prüfungs- und Risikoausschusses seit Mai 2021
(Mitglied des Aufsichtsrats seit Mai 2021)
Prof. Dr. Yasmin Mei-Yee Weiß
(Mitglied des Aufsichtsrats seit Juli 2020)
Prof. Dr. Franca Ruhwedel
Mitglied des Prüfungs- und Risikoausschusses seit Mai 2023;
Vorsitzende des Prüfungs- und Risikoausschusses seit Januar 2024
(Mitglied des Aufsichtsrats seit Mai 2023)
Ausgeschieden im Geschäftsjahr 2024
Prof. Dr. Andreas Söffing
(Mitglied des Aufsichtsrats von Mai 2021 bis Juli 2024)

Qualifikationsmatrix der Mitglieder des Aufsichtsrats zum 31. Dezember 2024:
Philipp
von Bismarck
Dr. Manuel
Cubero del
Castillo-Olivares
Stefan
Rasch
Prof. Dr.
Yasmin
Mei-Yee Weiß
Prof. Dr.
Franca
Ruhwedel
Zugehörigkeitsdauer
Mitglied seit
7/2020
5/2020
5/2021
7/2020
5/2023
Altersgrenze (70)
Geburtsjahr
1975
1963
1962
1978
1973
Persönliche Eignung
Unabhängigkeit
Kein Overboarding
Ehemaliges Mitglied des Vorstands
Keine Interessenkonflikte
Diversität
Geschlecht
Männlich
Männlich
Männlich
Weiblich
Weiblich
Staatsangehörigkeit
Deutsch
Spanisch
Deutsch
Deutsch
Deutsch
Fachliche Eignung
Telekommunikationsbranche
Medien- und / oder IT-Branche
Fachkenntnisse / Erfahrungen aus
anderen Wirtschaftsbereichen
Unternehmerische bzw. operative
Erfahrungen
Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen, interne Kontroll- &
Risikomanagementsysteme, inkl. Nachhaltigkeitsberichterstattung
Abschlussprüfung, inkl. Prüfung der Nachhaltigkeitsberichterstattung
Expertise zu den für das Unternehmen bedeutsamen Nachhaltigkeitsfragen
Strategieentwicklung und
-umsetzung
Controlling und Risikomanagement
Personalplanung und -führung (HR)
Governance und Compliance
Expertise zu den Bedürfnissen kapitalmarktorientierter Unternehmen
Internationale
Erfahrung
Mehrjährige Tätigkeit im Ausland oder operative Erfahrung in einem international tätigen Unternehmen
(z. B. im Bereich Financial Engineering, Telekommunikation, M&A)
Alle Mitglieder des Prüfungs- und Risikoausschusses des Aufsichtsrats verfügen über umfangreichen Sachverstand auf den in D.3 DCGK genannten Gebieten, worüber nachfolgend nähere Angaben gemacht werden.
Frau Prof. Dr. Franca Ruhwedel hat zum 1. Januar 2024 den Vorsitz des Prüfungs- und Risikoausschusses des Aufsichtsrats von Herrn Prof. Dr. Andreas Söffing übernommen. Sie verfügt aufgrund ihrer Qualifikation als promovierte Diplom-Kauffrau und langjährige Hochschullehrerin mit Professuren für Rechnungswesen und Controlling an der FOM Hochschule in Essen und für Finance and Accounting an der Hochschule Rhein-Waal in Kamp Lintfort sowie aufgrund ihrer Tätigkeit als Mitglied des Aufsichtsrats und Vorsitzende des Prüfungsausschusses bei der börsennotierten thyssenkrupp nucera AG & Co. KGaA, ihrer langjährigen Tätigkeit als Mitglied des Aufsichtsrats und Vorsitzende des Prüfungsausschusses der National-Bank AG, als ehemaliges Mitglied des Aufsichtsrats und Vorsitzende des Prüfungsausschusses bei der VTG AG sowie aufgrund weiterer Aufsichtsratsmandate über umfangreichen Sachverstand auf den Gebieten der Rechnungslegung und der Abschlussprüfung, einschließlich der Nachhaltigkeitsberichterstattung und deren Prüfung. Ihr Sachverstand auf diesen Gebieten besteht bezüglich der Rechnungslegung insbesondere in besonderen Kenntnissen und Erfahrungen in der Anwendung von internationalen und nationalen Rechnungslegungsgrundsätzen und interner Kontroll- und Risikomanagementsysteme sowie bezüglich der Abschlussprüfung in besonderen Kenntnissen und Erfahrungen in der Abschlussprüfung. Des Weiteren verfügt Frau Prof. Dr. Ruhwedel über besondere Kenntnisse und Erfahrungen in Nachhaltigkeitsfragen und der Nachhaltigkeitsberichterstattung sowie deren Prüfung, indem sie sich seit Einführung der §§ 289b und 315b HGB eingehend mit den Inhalten und der Prüfung von nichtfinanziellen Erklärungen befasst hat und seit ihrer Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat und dessen Prüfungsausschusses die Planung, Vorbereitung und Erstellung des Nachhaltigkeitsberichts der United Internet AG und dessen Prüfung eng begleitet hat.
Als weiteres Mitglied des Prüfungs- und Risikoausschusses verfügt Herr Philipp von Bismarck aufgrund seiner Qualifikation und mehr als 20-jährigen Tätigkeit als Rechtsanwalt in renommierten wirtschaftsrechtlich ausgerichteten Anwaltskanzleien im In- und Ausland sowie aufgrund seiner seit mehr als einem Jahrzehnt intensiven Beteiligung an Transaktionen im Bereich der digitalen Infrastruktur über umfangreichen Sachverstand auf den Gebieten der Rechnungslegung und der Abschlussprüfung, einschließlich der Nachhaltigkeitsberichterstattung und deren Prüfung. Sein Sachverstand auf diesen Gebieten besteht bezüglich der Rechnungslegung insbesondere in besonderen Kenntnissen und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und interner Kontroll- und Risikomanagementsysteme sowie bezüglich der Abschlussprüfung in besonderen Kenntnissen und Erfahrungen in der Abschlussprüfung.
Das dritte Mitglied des Prüfungs- und Risikoausschusses, Herr Stefan Rasch, verfügt aufgrund seiner Qualifikation als Diplom-Kaufmann mit zusätzlichem Abschluss als Master of Business Administration der Universität Pittsburgh (USA), aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit als Unternehmensberater bei der renommierten Boston Consulting Group GmbH, bei der er Senior Partner ist, seiner ehemaligen Tätigkeit als Finanzmanager bei der Procter & Gamble Deutschland GmbH sowie aufgrund seiner Tätigkeit als Vorsitzender des Aufsichtsrats der Fond of Group Holding GmbH und seiner ehemaligen Aufsichtsratsmandate bei der seinerzeit börsennotierten Tele Columbus AG und der Hallhuber GmbH über umfangreichen Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung einschließlich der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Sein Sachverstand bezüglich der Rechnungslegung besteht insbesondere in besonderen Kenntnissen und Erfahrungen in der Anwendung von internationalen und nationalen Rechnungslegungsgrundsätzen und interner Kontroll- und Risikomanagementsysteme.
Die Wahlvorschläge des Aufsichtsrats zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern sollen sich auch unter Berücksichtigung dieser Ziele und dem Bestreben zur Ausfüllung des Kompetenzprofils für das Gesamtgremium weiterhin am Wohl des Unternehmens orientieren. Dabei ist die spezifische Situation des Unternehmens zu berücksichtigen.
Das jeweilige Amt der Aufsichtsratsmitglieder endet jeweils mit dem Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung des Jahres 2025.
Zielgrößen für den Frauenanteil in Aufsichtsrat, Vorstand und Führungsebenen / Stand der Umsetzung
Aus dem Aktiengesetz ergeben sich für die United Internet AG als börsennotierte Gesellschaft insbesondere folgende Verpflichtungen:
Festlegung von Zielgrößen für den Frauenanteil im Aufsichtsrat der United Internet AG durch den Aufsichtsrat (§ 111 Abs. 5 AktG).
Festlegung von Zielgrößen für den Frauenanteil im Vorstand der United Internet AG durch den
Aufsichtsrat (§ 111 Abs. 5 AktG).
Festlegung von Zielgrößen für den Frauenanteil in der ersten und zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands in der United Internet AG durch den Vorstand (§ 76 Abs. 4 AktG).
Die nachfolgenden Festlegungen dürfen jeweils maximal einen Zeitraum von 5 Jahren umfassen.
Nach eingehender Prüfung haben Aufsichtsrat und Vorstand der United Internet AG folgende Beschlüsse dazu gefasst:
Der Aufsichtsrat legte das Ende der Frist für das Erreichen der aktuellen Zielgrößen des Frauenanteils im Aufsichtsrat und Vorstand auf den Ablauf der Hauptversammlung fest, die im Jahr 2025 über die Entlastung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2024 entscheidet.
Nachdem zuvor für den Aufsichtsrat die Zielgröße „0“ festgelegt war, wurde die Zielgröße für den Frauenanteil auf 30 % festgelegt. Der Aufsichtsrat setzt sich derzeit aus zwei Frauen und drei Männern zusammen.
Für den Vorstand wurde die Zielgröße „0“ festgelegt. Der Vorstand setzte sich im Geschäftsjahr 2024 ausschließlich aus (drei) Männern zusammen. Der Aufsichtsrat hat nach umfassenden und sorgfältigen Erwägungen aufgrund des Interesses des Unternehmens an der kontinuierlichen Fortführung der erfolgreichen Arbeit entschieden, die Zielgröße für den nur dreiköpfigen Vorstandes weiterhin mit „0“ festzulegen. Gleichzeitig wurde entschieden, dass für den Fall einer weiteren Vergrößerung des Vorstands die Zielgröße für den Frauenanteil auf 25 % festgelegt wird.
Unabhängig davon soll die Auswahl stets nach dem individuellen Kompetenzprofil der potenziellen Organmitglieder erfolgen, wobei der Aufsichtsrat bemüht ist, bei gleicher Qualifikation Frauen den Vorzug zu geben.
Für den Frauenanteil in der ersten und zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands wurde keine Zielgröße festgelegt, da es bei der United Internet AG aufgrund ihrer Holding-Struktur keine Führungsebenen unterhalb des Vorstands gibt.
Sowohl hinsichtlich des Frauenanteils im Aufsichtsrat als auch im Vorstand behält sich der Aufsichtsrat vor, über die Zielgröße erneut zu beschließen, sollte sich eine Neubesetzung abzeichnen.
Die aktuell festgelegten Zielgrößen für den Aufsichtsrat und den Vorstand sind derzeit erreicht.
Diversitätskonzept
Diversitätsaspekte finden bei der Zusammensetzung des Vorstands und des Aufsichtsrats stets Beachtung. Die Gesellschaft erachtet Diversität dabei nicht nur als wünschenswert, sondern als ganz entscheidend für den Erfolg des Unternehmens. Dementsprechend verfolgt die Gesellschaft insgesamt eine wertschätzende Unternehmenskultur, bei der die individuelle Verschiedenheit hinsichtlich Kultur, Nationalität, Geschlecht, Altersgruppe, Bildungs- oder Berufshintergrund sowie Religion gewünscht und entsprechend Chancengerechtigkeit – unabhängig von Alter, Behinderung, ethnisch-kultureller Herkunft, Geschlecht, Religion und Weltanschauung oder sexueller Identität – gefördert wird.
Die Gesellschaft strebt an, dass Vorstand und Aufsichtsrat vielfältig zusammengesetzt sind und sie als Gesamtgremien über eine ausreichende Meinungs- und Kenntnisvielfalt verfügen.
Es sollen insbesondere folgende Kriterien Berücksichtigung finden:
Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sollen sich innerhalb des jeweiligen Gremiums im Hinblick auf ihre Erfahrungen und ihren Bildungs- und beruflichen Hintergrund ergänzen, um ein gutes Verständnis des aktuellen Stands sowie der längerfristigen Chancen und Risiken im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit des Unternehmens entwickeln zu können.
Vorstand und Aufsichtsrat haben für den Referenzzeitraum bis zum Ablauf der Hauptversammlung im Jahr 2025, die über die Entlastung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2024 entscheidet, für die Geschlechterquote jeweils eine Zielgröße festgesetzt. Gegenwärtig setzt sich der Aufsichtsrat aus zwei Frauen und drei Männern und der Vorstand aus drei Männern zusammen. Beide Geschlechter sollen grundsätzlich gleichberechtigt nach Maßgabe ihre Qualifikation behandelt werden.
Mit Ausnahme der nach B.5 und C.2 DCGK festgelegten Altersgrenze von 70 Jahren bestehen für die Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat keine Differenzierungen nach dem Alter und es soll allein nach den erforderlichen Kenntnissen und Erfahrungen differenziert werden.
Bei der gegenwärtigen Größe von Vorstand und Aufsichtsrat von nur drei bzw. fünf Mitgliedern wurden hinsichtlich der geographischen Herkunft keine Ziele festgelegt. Dem Erfordernis internationaler Erfahrung wird im Fall des Aufsichtsrats bereits dadurch Rechnung getragen, dass mindestens ein Mitglied des Aufsichtsrats mehrjährige im Ausland oder in einem international tätigen Unternehmen erworbene operative Erfahrung aufweisen soll.
Individuelle Stärken – also alles, was die einzelnen Mitarbeiter/-innen innerhalb des Unternehmens einzigartig und unverwechselbar macht – ermöglichten es der Gesellschaft erst, zu dem zu werden, was sie heute ist. Eine Belegschaft, die sich aus verschiedensten Persönlichkeiten zusammensetzt, bietet optimale Rahmenbedingungen für Kreativität und Produktivität – und damit auch Mitarbeiterzufriedenheit. Das daraus resultierende Ideen- und Innovationspotenzial stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der Gesellschaft und steigert die Chancen in Zukunftsmärkten. Diesem Gedanken folgend soll nicht nur für jeden Mitarbeitenden das Tätigkeitsfeld und die Funktion gefunden werden, in der die jeweiligen individuellen Potenziale und Talente bestmöglich ausgeschöpft werden können; auch bei der Zusammensetzung des Vorstands und des Aufsichtsrats soll – bereits im eigenen Interesse des Unternehmens – auf Diversität mit Blick beispielsweise auf Alter, Geschlecht oder Berufserfahrung geachtet werden.
Der Aufsichtsrat hat festgelegt, dass die Gesamtheit der für seine Zusammensetzung maßgeblichen gesetzlichen und selbst festgelegten Bestimmungen (Ziele für die Zusammensetzung, Kompetenzprofil, gesetzliche Zielgröße für den Frauenanteil, Altersgrenze und das weitere vorstehend Dargestellte) als Diversitätskonzept im Sinne von §289f Abs. 2 Nr. 6 HGB gelten soll. Darüber hinausgehende Diversitätsziele für Vorstand oder Aufsichtsrat mit zusätzlichen oder bestimmteren Kriterien hält die Gesellschaft für nicht sachgerecht. Bei einer höheren Anzahl und Bestimmtheit der Diversitätsaspekte würde angesichts der derzeitigen Größe von Vorstand und Aufsichtsrat eine passende Besetzung der Positionen unter Beachtung aller Diversitätskriterien ansonsten erhebliche Schwierigkeiten bereiten.
Das Diversitätskonzept für Vorstand und Aufsichtsrat ist nach Einschätzung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats gegenwärtig erfüllt.
Hauptversammlung
Die jährliche ordentliche Hauptversammlung ist das Organ der Willensbildung der Aktionäre der United Internet AG. In der ordentlichen Hauptversammlung wird den Anteilseignern der Jahres- und Konzernabschluss vorgelegt. Die Aktionäre entscheiden über die Verwendung des Bilanzgewinns und stimmen zu weiteren gesetzlich festgelegten Themen wie der Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat und der Wahl des Abschlussprüfers ab. Jede Aktie besitzt eine Stimme. Zur Teilnahme an der Hauptversammlung sind diejenigen Aktionäre berechtigt, die sich rechtzeitig anmelden und die am Tag der Hauptversammlung im Aktienregister eingetragen sind. Die Aktionäre können ihre Stimmrechte auf der Hauptversammlung auch durch einen Vertreter ausüben lassen. Die Gesellschaft stellt dazu einen Stimmrechtsvertreter bereit, der nach Weisung der Aktionäre abstimmt, soweit er dazu von den Aktionären den Auftrag erhält.
Governance-Funktionen
Bei der United Internet AG sind die Governance-Funktionen Teil einer integrierten „GRC“-Organisation, zu der die Funktionen Corporate Governance, Corporate Risk Management & Internal Control Systems und Corporate Compliance gehören. Die GRC-Funktionen stehen unter der einheitlichen Leitung des Group General Counsel, der direkt an den Finanzvorstand (CFO) der United Internet AG berichtet. Der operative Betrieb des Internal Control System erfolgt im Ressort des Vorstands Shared Service / HR unter der Leitung des Head of Commercial and ICS Service, während der Head of Corporate Audit & ICS Governance im Ressort des CFO für die Internal Control System Governance verantwortlich ist.
Internal Control System und Risk Management System
Um den Unternehmenserfolg in der United Internet Gruppe langfristig zu sichern, ist es unerlässlich, Risiken unternehmerischen Handelns konzernweit effektiv zu identifizieren, zu analysieren und durch geeignete Steuerungsmaßnahmen und Kontrollen zu beseitigen oder zu begrenzen. Das Internal Control System und das Risk Management System sichern einen verantwortungsvollen Umgang mit Risiken. Insbesondere sind sie darauf ausgelegt, Risiken konzernweit frühzeitig zu erkennen, zu bewerten, zu steuern und zu überwachen. Die Systeme werden permanent weiterentwickelt und an die sich wandelnden Gegebenheiten angepasst. Der Aufsichtsrat wird durch den Vorstand regelmäßig über bestehende Risiken und deren Behandlung sowie die Wirksamkeit der internen Kontrollen informiert. Die Angemessenheit und Wirksamkeit des Internal Control Systems und des Risk Management Systems wurden durch den Aufsichtsrat in seiner Gesamtheit festgestellt.
Die wesentlichen Merkmale des Internal Control Systems und Risk Management Systems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess der Gesellschaft und des Konzerns sind gemäß den §§ 289 Abs. 4 und 315 Abs. 4 HGB detailliert im zusammengefassten Lagebericht für die Gesellschaft und den Konzern beschrieben. Dort berichtet der Vorstand auch ausführlich über bestehende Risiken und deren Entwicklung.
Compliance
Um die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und unternehmensinternen Richtlinien sicherzustellen, hat der Vorstand der United Internet AG ein konzernweites risikoorientiertes Compliance-Management-System (UI-CMS) eingerichtet. Kernstück dieses UI-CMS ist, neben dem Head of Corporate Compliance, eine segmentbezogene, dezentrale Compliance-Organisation bestehend aus Segment- und Corporate-Compliance-Managern.
Auf Segment-Ebene sind Segment-Compliance-Manager für die konkrete Ausgestaltung des segmentbezogenen CMS verantwortlich. In bestimmten Unternehmenseinheiten, insbesondere in wesentlichen Tochterunternehmen der IONOS SE wird die Compliance Organisation durch lokale Compliance Manager und in bestimmten Bereichen wie z. B. HR durch funktionale Compliance Manager unterstützt.
Das übergeordnete Ziel aller Compliance-Aktivitäten ist es, Compliance-Verstöße zu verhindern. Dieses Ziel soll durch angemessene, an der Risikolage der United Internet Gruppe ausgerichtete Maßnahmen entlang der drei Handlungsebenen „Vorbeugen“, „Erkennen“ und „Reagieren“ erreicht werden. Themenschwerpunkte sind das Richtlinienmanagement, das Hinweisgebermanagement, die Korruptionsprävention, das Compliance-Monitoring einschließlich der Sanktionslistenprüfung und das Lieferketten-Compliance-Management-System.
Die wesentlichen Elemente des UI-CMS sind detailliert im Nachhaltigkeitsbericht der United Internet AG beschrieben.
Finanzpublizität / Transparenz
Es ist das erklärte Ziel der United Internet AG, institutionelle Investoren, Privataktionäre, Finanzanalysten, Mitarbeitenden sowie die interessierte Öffentlichkeit durch regelmäßige, offene und aktuelle Kommunikation gleichzeitig und gleichberechtigt über die Lage des Unternehmens zu informieren.
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www.united-internet.de
Dazu werden alle wesentlichen Informationen, wie z. B. Presse- und Ad-hoc-Mitteilungen und andere Pflichtmitteilungen (wie z. B. Directors‘ Dealings oder Stimmrechtsmitteilungen) sowie sämtliche Finanzberichte, entsprechend den gesetzlichen Vorgaben veröffentlicht. Ferner informiert die United Internet AG auch umfangreich über die Internetseite der Gesellschaft (www.united-internet.de). Dort
finden sich auch Dokumente und Informationen zu den Hauptversammlungen der Gesellschaft sowie weitere wirtschaftlich relevante Informationen.
Die United Internet AG berichtet Aktionären, Analysten und Pressevertretern nach einem festen Finanzkalender viermal im Geschäftsjahr über die Geschäftsentwicklung sowie über die Finanz- und Ertragslage. Der Finanzkalender wird auf der Internetseite der Gesellschaft und gemäß den Vorgaben des Gesetzgebers veröffentlicht und regelmäßig aktualisiert.
Darüber hinaus informiert der Vorstand durch Ad-hoc-Mitteilungen unverzüglich über nicht öffentlich bekannte Umstände, die dazu geeignet sind, den Aktienkurs erheblich zu beeinflussen.
Im Rahmen der Investor Relations trifft sich das Management regelmäßig mit Analysten und institutionellen Anlegern. Zudem finden zur Vorstellung der Halbjahres- und Jahreszahlen Analystenkonferenzen statt, zu denen Investoren und Analysten auch telefonisch Zugang erhalten.
Rechnungslegung und Abschlussprüfung
Die Rechnungslegung des United Internet Konzerns erfolgt nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind) unter Berücksichtigung von § 315e HGB. Der für Ausschüttungs- und Steuerbelange relevante Jahresabschluss der United Internet AG wird dagegen nach den Regeln des Deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) erstellt. Jahres- und Konzernabschluss werden durch unabhängige Abschlussprüfer geprüft. Die Wahl des Abschlussprüfers erfolgt durch die Hauptversammlung. Der Aufsichtsrat erteilt den Prüfungsauftrag, legt die Prüfungsschwerpunkte und das Prüfungshonorar fest und überprüft die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers.
Die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ist seit dem Geschäftsjahr 2022 Abschlussprüfer für die United Internet AG und den Konzern. Die für die Prüfung verantwortlichen Prüfungspartner sind für das Geschäftsjahr 2024 Herr Erik Hönig und Herr Christian David Simon.
Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat
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Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats ist jeweils in einem detaillierten Vergütungsbericht für das Geschäftsjahr 2024 gemäß § 162 AktG nebst dem zugehörigen Vermerk des Abschlussprüfers dargestellt, der auf der Internetseite der Gesellschaft unter https://www.united-internet.de/investor-relations/publikationen/berichte.html veröffentlicht wird und dort öffentlich zugänglich ist. In der Anlage zu diesem Vergütungsbericht ist das geltende Vergütungssystem gemäß § 87a Abs. 1 und 2 Satz 1 AktG ausführlich dargestellt und auch der letzte Vergütungsbeschluss der Hauptversammlung gemäß § 113 Abs. 3 AktG wiedergegeben.
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siehe Seite 265
Angaben zur Vorstands- und Aufsichtsratsvergütung finden sich zudem im Anhang des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres 2024 unter Anhangangabe 42.
Entsprechenserklärung nach § 161 AktG zu den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex
Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG haben am 17. Dezember 2024 die nachfolgend wiedergegebene Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und im Anschluss auf der Website der Gesellschaft (www.united-internet.de) sowie im Bundesanzeiger veröffentlicht.
Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG erklären gemäß § 161 Aktiengesetz:
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www.bundesanzeiger.de
Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG erklären, dass die United Internet AG den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex („Kodex“) in der geltenden Fassung vom 28. April 2022, die mit der Veröffentlichung im Bundesanzeiger am 27. Juni 2022 wirksam geworden sind und der letzten Entsprechenserklärung vom 19. Dezember 2023 zugrunde lagen, mit den dort jeweils erklärten Ausnahmen entsprochen hat und auch zukünftig den Empfehlungen des Kodex mit den nachfolgenden Ausnahmen entsprechen wird:
Bildung eines Nominierungsausschusses
(Empfehlung D.4)
Der Aufsichtsrat bildet neben dem Prüfungs- und Risikoausschuss keine weiteren Ausschüsse, sondern nimmt sämtliche weitere Aufgaben in seiner Gesamtheit wahr. Der Aufsichtsrat erachtet dies für sachgerecht, da auch bei einem sechsköpfigen Aufsichtsrat effiziente Diskussionen im Plenum und ein intensiver Meinungsaustausch möglich sind. Der Aufsichtsrat sieht demnach keine Notwendigkeit zur Einrichtung eines Nominierungsausschusses.
Vergütungssystem für die Mitglieder des Vorstands
(Empfehlungen G.1 bis einschließlich G.5 des Kodex)
Mit der Vorlage an die Hauptversammlung im Mai 2023 wurde das Vergütungssystem die Grundlage für Dienstverträge mit Vorstandsmitgliedern. Bestehende Dienstverträge entsprechen mit unten dargestellten Ausnahmen bereits dem Vergütungssystem. Das erarbeitete Vergütungssystem berücksichtigt die Empfehlungen in G.1 bis einschließlich G.5 des Kodex ohne Einschränkungen.
Vergütung des Vorstands – Langfristige variable Vergütung
(Empfehlung G.10 Kodex)
Nach G.10 des Kodex sollen den Vorstandsmitgliedern gewährte variable Vergütungsbeträge überwiegend in Aktien der Gesellschaft angelegt oder entsprechend aktienbasiert gewährt werden. Daneben soll das jeweilige Vorstandsmitglied über derartige Beträge erst nach vier Jahren verfügen können. Im Rahmen des Stock Appreciation Rights (SARs)-Programms als langfristigem Vergütungsprogramm für den Vorstand wird eine aktienbasierte Vergütung ausgelobt. Die Laufzeit dieses Programms beträgt jeweils insgesamt 6 Jahre. Innerhalb dieser 6 Jahre kann das jeweilige Vorstandsmitglied zu bestimmten Zeitpunkten bereits jeweils einen Teil (25%) zugeteilter SARs – frühestens allerdings nach 2 Jahren – ausüben. Damit kann ein Vorstandsmitglied bereits nach 2 Jahren über einen Teil der langfristigen variablen Vergütung verfügen. Nach Ablauf von 5 Jahren ist erstmals die volle Ausübung aller SARs möglich.
Der Aufsichtsrat ist der Auffassung, dass sich dieses System der Langfristvergütung bewährt hat und sieht keinen Grund dafür, die Verfügungsmöglichkeit über im Rahmen des Programms verdiente Vergütung weiter hinauszuschieben. Durch die Anknüpfung an den Aktienkurs der United Internet AG und deren Möglichkeit, zur Erfüllung der Ansprüche aus dem Programm deren Aktien hinzugeben, findet bereits eine aus Sicht des Aufsichtsrats angemessene Teilhabe des Vorstandsmitglieds an Risiken und Chancen des Unternehmens der United Internet AG statt. Weil das Programm mit einer Laufzeit von 6 Jahren konzipiert ist und die ausgelobten SARs über diese Dauer und frühestens nach 2 Jahren entsprechend anteilig ausgeübt werden können, ist aus Sicht des Aufsichtsrats eine optimale Bindungswirkung und Anreizsteuerung im Interesse der United Internet AG erreicht, die keine Änderungen erforderlich machen.
Vergütung des Vorstands – Leistungen bei Vertragsbeendigung
(Empfehlung G.13 Kodex)
Gemäß G.13 des Kodex sollen Zahlungen an ein Vorstandsmitglied bei vorzeitiger Beendigung der Vorstandstätigkeit den Wert von zwei Jahresvergütungen nicht überschreiten und nicht mehr als die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags vergüten. Im Fall eines nachvertraglichen Wettbewerbsverbots soll eine solche Abfindungszahlung zudem auf die Karenzentschädigung angerechnet werden. Der bestehende Anstellungsvertrag eines Vorstandsmitglieds enthält derzeit eine solche Anrechnungsmöglichkeit nicht. In das Vergütungssystem wurde diese mit aufgenommen und wird zukünftig in neu zu schließenden Dienstverträgen der Vorstandsmitglieder (und etwaig hieran anknüpfenden Aufhebungsverträgen) berücksichtigt.

Die Erklärung ist auf der Internetseite der Gesellschaft unter https://www.united-internet.de/investor-relations/corporate-governance/entsprechenserklaerungen/2024.html dauerhaft öffentlich zugänglich. Dort sind auch alle Entsprechenserklärungen der Gesellschaft nach § 161 AktG seit dem Jahr 2008 öffentlich zugänglich.
Montabaur, den 25. März 2025
United Internet AG
Für den VorstandFür den Aufsichtsrat
Ralph DommermuthPhilipp von Bismarck
8. Vergütungsbericht
Mit dem Gesetz zur Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtlinie (ARUG II) wurde die Richtlinie (EU) 2017/828 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Mai 2017 in nationales Recht umgesetzt. In diesem Zusammenhang führte der Gesetzgeber für börsennotierte Unternehmen neue gesetzliche Vorschriften zur Vergütungsberichterstattung ein, die für ab dem 1. Januar 2021 beginnende Geschäftsjahre gelten.
Beim „neuen“ Vergütungsbericht handelt es sich um einen von der Rechnungslegung abgekoppelten Bericht. Wesentliche bisher erforderliche Angaben, insbesondere die individualisierte Berichterstattung über die Vorstandsvergütung sowie über die Grundzüge des Vergütungssystems, wurden aus dem (Konzern-)Lagebericht herausgelöst und in den neuen Vergütungsbericht nach § 162 AktG verlagert.
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Das Vergütungssystem sowie die Offenlegung der Vergütung der Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat für das Geschäftsjahr 2024 gemäß § 162 AktG finden sich im „Vergütungsbericht 2024“, der auf der Webseite der Gesellschaft unter https://www.united-internet.de/investor-relations/publikationen/berichte.html veröffentlicht wird.
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siehe Seite 265
Angaben zur Vorstands- und Aufsichtsratsvergütung finden sich zudem im Konzernanhang unter
Anhangangabe 42.
9. Abhängigkeitsbericht
Der Vorstand erklärt gemäß § 312 AktG, dass die Gesellschaft bei den im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften nach den Umständen, die der Gesellschaft zu dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem das Rechtsgeschäft vorgenommen wurde, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten hat und dadurch nicht benachteiligt worden ist. Im Berichtsjahr wurden weder Maßnahmen getroffen, noch unterlassen.
Montabaur, den 25. März 2025
'Please unpack the Result.zip and reopen this file.''Please unpack the Result.zip and reopen this file.'Der Vorstand
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Ralph Dommermuth Carsten Theurer Markus Huhn
Konzernabschluss

Konzernbilanz
zum 31. Dezember 2024 in T€
VERMÖGENSWERTE
Anmerkung
31. Dezember 2024
31. Dezember 2023
Kurzfristige Vermögenswerte
 
 
 
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
18
114.857
27.689
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
19
515.832
508.945
Vertragsvermögenswerte
20
630.307
676.110
Vorräte
21
119.667
178.083
Abgegrenzte Aufwendungen
22
394.196
303.781
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
23.1
106.140
96.871
Ertragsteueransprüche
15
93.119
34.754
Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte
23.2
15.153
13.835
 
 
1.989.270
1.840.069
Langfristige Vermögenswerte
 
 
 
Anteile an assoziierten Unternehmen
24
124.943
373.205
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
25
85.910
8.346
Sachanlagen
26
3.145.015
2.405.312
Immaterielle Vermögenswerte
27, 29
1.879.794
2.001.584
Firmenwerte
28, 29
3.632.744
3.628.849
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
19
29.881
34.751
Vertragsvermögenswerte
20
187.943
206.623
Abgegrenzte Aufwendungen
22
801.242
679.795
Latente Steueransprüche
15
58.967
67.092
 
 
9.946.439
9.405.557
Summe Vermögenswerte
 
11.935.709
11.245.626

SCHULDEN
Anmerkung
31. Dezember 2024
31. Dezember 2023*
Kurzfristige Schulden
 
 
 
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
30, 35
798.071
699.220
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
31, 35
356.455
582.396
Ertragsteuerschulden
15, 35
48.004
87.996
Vertragsverbindlichkeiten
32, 35
184.019
175.033
Sonstige Rückstellungen
33, 35
23.313
26.428
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
34.1, 35
305.806
274.921
Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten
34.2, 35
165.900
176.699
 
 
1.881.568
2.022.693
Langfristige Schulden
 
 
 
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
31, 35
2.457.246
1.881.865
Latente Steuerschulden
15
350.745
293.020
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
30, 35
2.425
3.358
Vertragsverbindlichkeiten
32, 35
30.990
32.658
Sonstige Rückstellungen
33, 35
70.439
68.671
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
34.3, 35
1.597.562
1.388.310
 
 
4.509.407
3.667.881
Summe Schulden
 
6.390.975
5.690.574
EIGENKAPITAL
 
 
 
Grundkapital
37
192.000
192.000
Kapitalrücklage
38
2.199.458
2.197.720
Kumuliertes Konzernergebnis
38
2.851.493
2.980.528
Eigene Anteile
39
459.290
459.793
Neubewertungsrücklage
38
2.737
105
Währungsumrechnungsdifferenz
38
5.152
12.535
Auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital
 
4.781.247
4.898.024
 
 
 
 
Nicht beherrschende Anteile
40
763.487
657.028
Summe Eigenkapital
 
5.544.734
5.555.052
Summe Schulden und Eigenkapital
 
11.935.709
11.245.626
* Vorjahreszahl wurde angepasst, es wird auf die Anhangangabe 2.1 verwiesen..

Konzern-Gesamtergebnisrechnung
vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 in T€
 
 
2024
2023
 
Anmerkung
Januar - Dezember
Januar - Dezember
Umsatzerlöse
5
6.329.186
6.213.216
Umsatzkosten
6, 11, 12
4.325.710
4.145.136
Bruttoergebnis vom Umsatz
 
2.003.476
2.068.080
Vertriebskosten
7, 11, 12
981.865
943.160
Verwaltungskosten
8, 11, 12
287.770
275.924
Sonstige betriebliche Aufwendungen
9.1
26.189
33.334
Sonstige betriebliche Erträge
9.2
71.998
60.565
Wertminderungsaufwendungen auf Forderungen und Vertragsvermögenswerte
10
140.936
122.264
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit
 
638.713
753.963
Finanzierungsaufwendungen
13
167.314
143.091
Finanzerträge
14
30.541
44.899
Ergebnis aus at-equity bilanzierten Unternehmen
24
28.847
58.134
Ergebnis aus dem Verlust des maßgeblichen Einflusses
4
170.533
0
Ergebnis vor Steuern
 
302.561
597.638
Steueraufwendungen
15
244.266
235.394
Konzernergebnis
 
58.295
362.244
davon entfallen auf
 
 
 
nicht beherrschende Anteile
 
105.878
129.528
Anteilseigner der United Internet AG
 
47.583
232.716

 
 
2024
2023
 
Anmerkung
Januar - Dezember
Januar - Dezember
Ergebnis je Aktie der Anteilseigner der United Internet AG (in €)
 
 
 
- unverwässert
16
0,28
1,35
- verwässert
16
0,28
1,33
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien (in Mio. Stück)
 
 
 
- unverwässert
16
172,84
172,82
- verwässert
16
173,25
175,40
Überleitung zum gesamten Konzernergebnis
 
 
 
Konzernergebnis
 
58.295
362.244
Kategorien, die anschließend möglicherweise in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden
 
 
 
Veränderung der Währungsdifferenzen – unrealisiert
38
10.812
5.452
Kategorien, die nicht anschließend in den Gewinn oder Verlust umklassifiziert werden
 
 
 
Marktwertveränderung von als zum beizulegenden Zeitwert
 
 
 
im sonstigen Ergebnis bewerteten Vermögenswerten
4, 38
19.268
504
Steuereffekt
38
0
0
Anteil am sonstigen Ergebnis von at equity bilanzierten Unternehmen
38, 24
2.688
675
Sonstiges Ergebnis
 
32.768
4.273
Gesamtes Konzernergebnis
 
91.063
366.517
davon entfallen auf
 
 
 
nicht beherrschende Anteile
40
109.381
131.807
Anteilseigner der United Internet AG
 
18.319
234.710
Konzern-Kapitalflussrechnung
vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 in T€
 
 
2024
2023*
 
Anmerkung
Januar - Dezember
Januar - Dezember
Bereinigungen des Konzernergebnisses um nicht zahlungswirksame Effekte
 
 
 
Konzernergebnis
 
58.295
362.244
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
11
541.192
424.053
Abschreibungen auf im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierte Vermögenswerte
11
114.058
114.040
Nettoeffekt aus Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen
36
10.307
4.262
Ergebnis aus at-equity bilanzierten Unternehmen
24
199.379
58.134
Ausgeschüttete Gewinne assoziierter Unternehmen
24, 46
123
156
Veränderungen der Ausgleichsposten für latente Steuern
15
72.307
40.836
Zahlungsunwirksame Wertänderungen der operativen Derivate
9.1, 9.2, 41
2.042
6.339
Zahlungsunwirksame Wertänderungen der nicht operativen Derivate
13, 14, 41
9.191
5.058
Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung der Leasingverbindlichkeiten
13, 45
35.645
21.347
Übrige Finanzierungsaufwendungen
 
113.134
116.659
Finanzerträge
 
2.815
2.039
Sonstige nicht zahlungswirksame Positionen
 
1.500
0
Cashflow vor Veränderung der Bilanzposten (Zwischensumme)
 
1.128.891
1.060.892
Veränderungen der Vermögenswerte und Schulden
 
 
 
Veränderung der Forderungen und sonstigen Vermögenswerte
 
5.543
137.078
Veränderung der Vorräte
 
58.416
57.522
Veränderung der Vertragsvermögenswerte
 
64.483
17.648
Veränderung der Ertragsteueransprüche
 
58.365
13
Veränderung der abgegrenzten Aufwendungen
 
211.863
272.539
Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
 
35.171
136.765
Veränderung der sonstigen Rückstellungen
 
7.752
22.926
Veränderung der Ertragsteuerschulden
 
39.993
35.274
Veränderung der sonstigen Verbindlichkeiten
 
32.780
39.496
Veränderung der Vertragsverbindlichkeiten
 
7.951
17.946
Veränderungen der Vermögenswerte und Schulden, gesamt
 
174.770
232.394
Nettozahlungen der betrieblichen Tätigkeit
 
954.121
828.498
*Vorjahr angepasst, es wird auf Anhangangabe 46 verwiesen
 
 
2024
2023
 
Anmerkung
Januar - Dezember
Januar - Dezember
Cashflow aus dem Investitionsbereich
 
 
 
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
26, 27
774.598
797.892
Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen
 
4.981
5.775
Erwerb von Anteilen an assoziierten Unternehmen
4.1, 24
1.030
2.866
Erhaltene Zinsen
 
1.826
1.464
Investitionen in sonstige finanzielle Vermögenswerte
25
463
0
Nachträgliche Einzahlungen und Auszahlungen im Zusammenhang mit Unternehmenstransaktionen
34.1
5.572
4.416
Auszahlungen aus der Ausgabe von Darlehen
42
0
259
Einzahlung aus den Rückzahlungen von sonstigen finanziellen Vermögenswerten
 
1.890
0
Nettozahlungen im Investitionsbereich
 
765.602
798.194
Cashflow aus dem Finanzierungsbereich
 
 
 
Erwerb eigener Aktien
39
0
291.892
Aufnahme von Krediten
46
1.303.475
1.087.202
Tilgung von Krediten
46
946.797
782.000
Gezahlte Zinsen
 
149.455
91.037
Tilgung von Frequenzverbindlichkeiten
42, 46
61.266
61.266
Tilgung von Leasingverbindlichkeiten
44, 45
137.092
121.343
Dividendenzahlungen
17
86.408
86.408
Ausschüttung an Minderheitsaktionäre
40
1.893
1.893
Auszahlungen an / Einzahlungen von Minderheiten
4.2, 38, 46
22.319
305.048
Nettozahlungen im Finanzierungsbereich
 
101.754
43.590
Nettoveränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
 
86.765
13.285
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zu Beginn des Geschäftsjahres
 
27.689
40.523
Wechselkursbedingte Änderungen der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
 
403
451
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Ende der Berichtsperiode
18
114.857
27.689
Konzern-Eigenkapital-
Veränderungsrechnung
im Geschäftsjahr 2024 und 2023 in T€
 
Grundkapital
Kapitalrücklage
Kumuliertes Konzernergebnis
Eigene Anteile
 
Anmerkung
37
38
38
39
 
 
Stückelung
T€
T€
T€
Stückelung
T€
 
Stand am 1. Januar 2023
194.000.000
194.000
1.966.150
2.835.819
7.284.109
231.451
 
Konzernergebnis
 
 
 
232.716
 
 
 
Sonstiges Konzernergebnis
 
 
 
0
 
 
 
Gesamtergebnis
 
 
 
232.716
 
 
 
Erwerb von eigenen Anteilen
 
 
 
 
13.899.596
291.892
 
Einziehung von eigenen Anteilen
–2.000.000
2.000
61.550
 
–2.000.000
63.550
 
Mitarbeiterbeteiligungsprogramm
 
 
10.646
 
 
 
 
Dividendenzahlungen
 
 
 
86.408
 
 
 
Gewinnausschüttungen
 
 
 
0
 
 
 
Transaktionen mit Eigenkapitalgebern
 
 
303.766
1.599
 
 
 
Stand am 31. Dezember 2023
192.000.000
192.000
2.197.720
2.980.528
19.183.705
459.793
 
Stand am 1. Januar 2024
192.000.000
192.000
2.197.720
2.980.528
19.183.705
459.793
 
Konzernergebnis
 
 
 
47.583
 
 
 
Sonstiges Konzernergebnis
 
 
 
19.323
 
 
 
Gesamtergebnis
 
 
 
28.260
 
 
 
Ausgabe von eigenen Anteilen
 
 
 
503
–21.016
503
 
Mitarbeiterbeteiligungsprogramm
 
 
1.738
 
 
 
 
Dividendenzahlungen
 
 
 
86.408
 
 
 
Gewinnausschüttungen
 
 
 
 
 
 
 
Transaktionen mit Eigenkapitalgebern
 
 
 
14.292
 
 
 
Sonstige Transaktionen
 
 
 
429
 
 
 
Stand am 31. Dezember 2024
192.000.000
192.000
2.199.458
2.851.493
19.162.689
459.290
 

 
Neubewertungsrücklage
Währungsumrechnungsdifferenz
Auf die Anteilseigner der United Internet AG entfallendes Eigenkapital
Nicht beherrschende Anteile
Summe Eigenkapital
 
38, 25
38
 
40
 
 
T€
T€
T€
T€
T€
 
1.283
15.707
4.750.093
548.297
5.298.390
 
 
 
232.716
129.528
362.244
 
1.179
3.173
1.994
2.279
4.273
 
1.179
3.173
234.710
131.807
366.517
 
 
 
291.892
 
291.892
 
 
 
0
 
0
 
 
 
10.646
6.998
17.644
 
 
 
86.408
 
86.408
 
 
 
0
1.893
1.893
 
 
 
302.167
14.186
287.981
 
104
12.535
4.898.024
657.028
5.555.052
 
104
12.535
4.898.024
657.028
5.555.052
 
 
 
47.583
105.878
58.295
 
2.633
7.309
29.265
3.503
32.768
 
2.633
7.309
18.319
109.381
91.063
 
 
 
 
 
0
 
 
 
1.738
526
1.212
 
 
 
86.408
 
86.408
 
 
 
 
1.893
1.893
 
 
 
14.292
503
14.794
 
 
74
503
 
503
 
2.737
5.152
4.781.247
763.487
5.544.734
Konzernanhang zum 31. Dezember 2024
Abschlussgrundlagen und Rechnungslegungsmethoden
1. Allgemeine Informationen zum Unternehmen
und zum Abschluss
Die United Internet AG (im Folgenden auch „United Internet Gruppe“ oder „Gesellschaft“) ist der führende europäische Internet-Spezialist, mit den Geschäftsfeldern Access (festnetz- und mobilfunkbasierte Internetzugangsprodukte) und Applications (Applikationen für den Einsatz des Internets), die jeweils in die Segmente Business und Consumer unterteilt werden.
Die United Internet AG hat ihren Sitz in 56410 Montabaur, Elgendorfer Straße 57, Bundesrepublik Deutschland, und ist dort beim Amtsgericht unter HR B 5762 eingetragen. Der Konzern verfügt in Deutschland und weltweit über zahlreiche Niederlassungen und Tochtergesellschaften.
Der Konzernabschluss der United Internet AG wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, und den nach § 315e Abs. 1 HGB ergänzend zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt.
Die Berichtswährung ist Euro (€). Die Angaben im Anhang erfolgen entsprechend der jeweiligen Angabe in Euro (€), Tausend Euro (T€) oder Millionen Euro (Mio. €). Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskostenprinzips. Hiervon ausgenommen sind einzelne Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden.
Der Bilanzstichtag ist der 31. Dezember 2024.
Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung am 20. März 2024 den Konzernabschluss 2023 gebilligt. Der Konzernabschluss wurde am 21. März 2024 veröffentlicht.
Der Konzernabschluss 2024 wurde vom Vorstand der Gesellschaft am 25. März 2025 aufgestellt und im Anschluss an den Aufsichtsrat weitergeleitet. Der Konzernabschluss wird am 25. März 2025 dem Aufsichtsrat zur Billigung vorgelegt. Bis zur Billigung des Konzernabschlusses und Freigabe zur Veröffentlichung durch den Aufsichtsrat könnten sich theoretisch noch Änderungen ergeben. Der Vorstand geht jedoch von einer Billigung des Konzernabschlusses in der vorliegenden Fassung aus. Die Veröffentlichung erfolgt am 27. März 2025.
2. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
In diesem Abschnitt werden zunächst sämtliche Rechnungslegungsgrundsätze dargestellt, die einheitlich für die in diesem Konzernabschluss dargestellten Perioden angewendet worden sind. Im Anschluss daran werden die in diesem Abschluss erstmalig angewendeten Rechnungslegungsstandards sowie die kürzlich veröffentlichten, aber noch nicht angewendeten Rechnungslegungsstandards erläutert.

2.1 Erläuterung wesentlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Konsolidierungsgrundsätze
Der Konzernabschluss umfasst den Abschluss der United Internet AG sowie alle von ihr beherrschten inländischen und ausländischen Tochtergesellschaften (Mehrheitsbeteiligungen). Beherrschung ist dann gegeben, wenn ein Investor Verfügungsgewalt über die maßgeblichen Tätigkeiten eines Unternehmens hat, variablen Rückflüssen aus der Beziehung zu diesem Unternehmen ausgesetzt ist und mittels seiner Verfügungsmacht die Möglichkeit zur Beeinflussung der Höhe dieser Rückflüsse hat. Die United Internet AG übt derzeit ausschließlich über die Mehrheit der Stimmrechte Beherrschung über ihre Tochtergesellschaften aus.
Aufwendungen und Erträge, Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Ergebnisse zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden eliminiert.
Der Gewinn oder Verlust und jeder Bestandteil des sonstigen Ergebnisses werden Inhabern von Stammaktien des Mutterunternehmens und den nicht beherrschenden Anteilen zugerechnet, selbst wenn dies zu einem negativen Saldo der nicht beherrschenden Anteile führt.
Bei Bedarf werden Anpassungen an den Abschlüssen von Tochterunternehmen vorgenommen, um deren Rechnungslegungsmethoden denen des Konzerns anzugleichen.
Eine Veränderung der Beteiligungshöhe an einem Tochterunternehmen ohne Verlust der Beherrschung wird als Eigenkapitaltransaktion bilanziert.
Verliert der Konzern die Beherrschung über das Tochterunternehmen, so erfolgt eine Ausbuchung der damit verbundenen Vermögenswerte (einschließlich Geschäfts- oder Firmenwert), Schulden, nicht beherrschenden Anteile und sonstigen Eigenkapitalbestandteile. Jeder daraus entstehende Gewinn oder Verlust wird in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Jede zurückbehaltene Beteiligung wird zum beizulegenden Zeitwert erfasst.
Mit Verlust des beherrschenden Einflusses wird in der konsolidierten Gesamtergebnisrechnung ein Gewinn oder Verlust aus dem Abgang des Tochterunternehmens erfasst. Dieser Gewinn oder Verlust ermittelt sich in Höhe des Unterschiedsbetrags zwischen (i) dem Erlös aus der Veräußerung des Tochterunternehmens, dem beizulegenden Zeitwert zurückbehaltener Anteile, dem Buchwert der nicht beherrschenden Anteile sowie der kumulierten auf das Tochterunternehmen entfallenden Beträge des sonstigen Konzernergebnisses (soweit eine Umgliederung in die Gewinn- und Verlustrechnung vorgesehen ist) und (ii) dem Buchwert des abgehenden Nettovermögens des Tochterunternehmens.
Nicht beherrschende Anteile stellen den Anteil des Ergebnisses und des Nettovermögens dar, der nicht den Anteilseignern des Konzerns zuzurechnen ist. Nicht beherrschende Anteile werden in der Konzernbilanz separat ausgewiesen. Der Ausweis in der Konzernbilanz erfolgt innerhalb des Eigenkapitals, getrennt von dem auf die Anteilseigner der United Internet AG entfallenden Eigenkapital. Bei Erwerben von Anteilen ohne beherrschenden Einfluss (Minderheitsanteile) oder Veräußerungen von Anteilen mit beherrschendem Einfluss, ohne dass der beherrschende Einfluss verloren geht, werden die Buchwerte der Anteile ohne beherrschenden Einfluss angepasst, um die Änderung der jeweiligen Beteiligungsquote widerzuspiegeln. Der Betrag, um den die für die Änderung der Beteiligungsquote zu zahlende oder zu erhaltende Gegenleistung den Buchwert des betreffenden Anteils ohne beherrschenden Einfluss übersteigt, ist als Transaktion mit den Gesellschaftern direkt im Eigenkapital in der Kapitalrücklage zu erfassen.
Unternehmenszusammenschlüsse werden unter Anwendung der Erwerbsmethode bilanziert. Dies beinhaltet die Erfassung aller identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten des erworbenen Geschäftsbetriebs zum beizulegenden Zeitwert im Erwerbszeitpunkt. Soweit die Summe aus Anschaffungskosten, dem Wert der nicht beherrschenden Anteile und dem Zeitwert der möglicherweise bereits vor dem Erwerbsstichtag gehaltenen Eigenkapitalanteile den Zeitwert der identifizierbaren Vermögenswerte abzüglich Schulden und Eventualverbindlichkeiten übersteigt, entsteht ein aktivierungspflichtiger Firmenwert.
Anpassung des Ausweisesvon Sonstigen Verbindlichkeiten
Aus Gründen der Transparenz sowie zur Herstellung der Konsistenz zu den Angaben zu Finanzinstrumenten gemäß IFRS 7 erfolgt der Ausweis von lohn- und gehaltsbezogenen Verbindlichkeiten seit dem 1. Januar 2024 unter den sonstigen nicht-finanziellen Verbindlichkeiten anstatt wie bisher unter den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten. In diesem Zusammenhang wurden für die Vergleichsperiode (31. Dezember 2023) 47,1 Mio. € in die sonstigen kurzfristigen nicht-finanziellen Verbindlichkeiten umgegliedert.
Anteile an assoziierten Unternehmen
Anteile an assoziierten Unternehmen sind nach der Equity-Methode bewertet. Ein assoziiertes Unternehmen ist ein Unternehmen, bei dem der Konzern über maßgeblichen Einfluss verfügt und das weder ein Tochterunternehmen noch ein Joint Venture ist. Maßgeblicher Einfluss ist die Möglichkeit, an den finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungen des Beteiligungsunternehmens mitzuwirken, nicht aber die Beherrschung oder die gemeinschaftliche Führung der Entscheidungsprozesse.
Nach der Equity-Methode werden die Anteile an einem assoziierten Unternehmen in der Bilanz zu Anschaffungskosten zuzüglich nach dem Erwerb eingetretener Änderungen des Anteils der Gesellschaft am Reinvermögen des assoziierten Unternehmens erfasst. Der mit einem assoziierten Unternehmen verbundene Firmenwert ist im Buchwert des Anteils enthalten und wird nicht planmäßig abgeschrieben. Die Gewinn- und Verlustrechnung enthält den Anteil der Gesellschaft am Erfolg des assoziierten Unternehmens. Unmittelbar im Eigenkapital des assoziierten Unternehmens ausgewiesene Änderungen werden von der Gesellschaft in Höhe ihres Anteils erfasst und – sofern zutreffend – in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt. Gewinne und Verluste aus Transaktionen zwischen der Gesellschaft und dem assoziierten Unternehmen werden entsprechend dem Anteil am assoziierten Unternehmen eliminiert.
Mit Verlust des maßgeblichen Einflusses wird ein Gewinn oder Verlust aus dem Abgang des assoziierten Unternehmens in Höhe des Unterschiedsbetrags zwischen (i) dem Erlös aus der Veräußerung der Anteile, dem beizulegenden Zeitwert zurückbehaltener Anteile sowie der kumulierten auf das assoziierte Unternehmen entfallenden Beträge des sonstigen Konzernergebnisses (soweit eine Umgliederung in die GuV vorgesehen ist) und (ii) dem Buchwert der abgehenden Beteiligung erfasst.
Die reguläre Wertfortschreibung und Bewertung von Anteilen an assoziierten Unternehmen wird – soweit sie ergebniswirksame Effekte betrifft – im Ergebnis aus at-equity bilanzierten Unternehmen ausgewiesen.
Gewinne aus der Veräußerung von solchen Anteilen werden grundsätzlich unter den sonstigen betrieblichen Erträgen, Veräußerungsverluste unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Bei einem Verlust des maßgeblichen Einflusses auf das Unternehmen ohne Veräußerungsvorgang, der durch eine Reduzierung der Beteiligungsquote (Verwässerungseffekt) entsteht, werden die daraus resultierenden Verluste als Wertminderungen der Beteiligung erfasst. Diese werden gesondert unterhalb des Ergebnisses aus at-equity bilanzierten Unternehmen als „Ergebnis aus dem Verlust des maßgeblichen Einflusses“ ausgewiesen.
Die Abschlüsse des assoziierten Unternehmens werden in der Regel zum gleichen Bilanzstichtag aufgestellt wie der Abschluss des Mutterunternehmens. Soweit erforderlich, werden Anpassungen an konzerneinheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden vorgenommen.
Im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfung wird der Buchwert eines nach der Equity-Methode bewerteten Unternehmens mit dessen erzielbarem Betrag verglichen. Falls der Buchwert den erzielbaren Betrag übersteigt, ist eine Wertminderung in Höhe des Differenzbetrags vorzunehmen. Besteht ein objektiver Hinweis, dass eine Wertminderung eingetreten ist, erfolgt ein Werthaltigkeitstest entsprechend der Vorgehensweise für den Firmenwert. Objektive Hinweise liegen beispielsweise vor, wenn ein assoziiertes Unternehmen erhebliche finanzielle Schwierigkeiten hat, es Vertragsbrüche begeht, hohe Wahrscheinlichkeit für eine Insolvenz oder Notwendigkeit eines Sanierungsplans beim Beteiligungsunternehmen auftritt oder es zum Wegfall eines aktiven Marktes für die Nettoinvestition aufgrund finanzieller Schwierigkeiten des assoziierten Unternehmens kommt. Ein signifikanter oder länger anhaltender Rückgang des beizulegenden Zeitwerts eines assoziierten Unternehmens unter dessen Anschaffungskosten ist ebenfalls ein objektiver Hinweis auf eine Wertminderung. Ein signifikanter Rückgang wird angenommen, wenn die Verringerung des beizulegenden Zeitwerts eines assoziierten Unternehmens am Bilanzstichtag mehr als 25 % der Anschaffungskosten beträgt. Ein länger anhaltender Rückgang wird angenommen, wenn die Verringerung des beizulegenden Zeitwerts über einen Zeitraum von mindestens 12 Monate mehr als 10 % der Anschaffungskosten beträgt.
Sofern die Gründe für eine zuvor erfasste Wertminderung entfallen sind, erfolgt eine entsprechende erfolgswirksame Zuschreibung.
Fremdwährungsumrechnung
Funktionale Währung und Berichtswährung
Der Konzernabschluss wird in Euro, der funktionalen und der Darstellungswährung der Gesellschaft, aufgestellt. Jedes Unternehmen innerhalb des Konzerns legt seine eigene funktionale Währung fest. Die im Abschluss des jeweiligen Unternehmens enthaltenen Posten werden unter Verwendung dieser funktionalen Währung bewertet.
Transaktionen und Salden
Fremdwährungstransaktionen werden zunächst zu dem am Tag des Geschäftsvorfalls gültigen Kassakurs in die funktionale Währung umgerechnet. Monetäre Vermögenswerte und Schulden in einer Fremdwährung werden zu jedem Stichtag unter Verwendung des Stichtagskurses in die funktionale Währung umgerechnet. Alle Währungsdifferenzen werden erfolgswirksam erfasst. Sie werden im Eigenkapital abgegrenzt, wenn sie aus der Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb resultieren.
Nicht monetäre Posten, die zu historischen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten in einer Fremdwährung bewertet wurden, werden mit dem Kurs am Tag des Geschäftsvorfalls umgerechnet. Nicht-monetäre Posten, die mit ihrem beizulegenden Zeitwert in einer Fremdwährung bewertet werden, werden mit dem Kurs umgerechnet, der zum Zeitpunkt der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts gültig war.
Konzernunternehmen
Die Vermögenswerte und Schulden der ausländischen Geschäftsbetriebe werden zum Stichtagskurs in Euro umgerechnet. Die Umrechnung von Erträgen und Aufwendungen erfolgt zum Wechselkurs am Tag des Geschäftsvorfalls. Aus praktischen Erwägungen wird zur Umrechnung bei nicht stark schwankenden Wechselkursen ein gewichteter Jahresdurchschnittskurs gewählt. Die resultierenden Umrechnungsdifferenzen werden als sonstiges Ergebnis erfasst. Der im Eigenkapital für einen ausländischen Geschäftsbetrieb erfasste kumulative Betrag wird bei der Veräußerung dieses Geschäftsbetriebs erfolgswirksam aufgelöst.
Jegliche im Zusammenhang mit dem Erwerb eines ausländischen Geschäftsbetriebs entstehende Geschäfts- oder Firmenwerte sowie jegliche am beizulegenden Zeitwert ausgerichtete Anpassungen der Buchwerte der Vermögenswerte und Schulden, die aus dem Erwerb dieses ausländischen Geschäftsbetriebs resultieren, werden als Vermögenswerte und Schulden des ausländischen Geschäftsbetriebs bilanziert und zum Stichtagskurs umgerechnet.
Die Wechselkurse der wesentlichen Währungen entwickelten sich wie folgt:
(im Verhältnis zu 1 Euro)
Stichtagskurs
Durchschnittskurse
 
31.12.2024
31.12.2023
2024
2023
US-Dollar
1,041
1,108
1,082
1,081
Britisches Pfund
0,830
0,869
0,847
0,870
Umsatzrealisierung
Umsatzerlöse werden entsprechend der Leistungserbringung erfasst. Umsatzerlöse aus Verträgen, die mehrere separate Leistungsverpflichtungen beinhalten, werden anteilig erfasst, wenn die jeweilige Leistungsverpflichtung erfüllt wurde.
Ein Vertragsvermögenswert ist anzusetzen, sofern der Konzern aufgrund der Erfüllung einer vertraglichen Leistungsverpflichtung Erlöse erfasst hat, bevor der Kunde eine Zahlung geleistet hat bzw. bevor die Voraussetzungen für eine Rechnungstellung und damit den Ansatz einer Forderung vorliegen.
Eine Vertragsverbindlichkeit ist anzusetzen, sofern der Kunde eine Zahlung geleistet hat bzw. eine Forderung gegenüber dem Kunden fällig wird, bevor der Konzern eine vertragliche Leistungsverpflichtung erfüllt und damit Erlöse erfasst hat.
Bei der Umsatzrealisierung des United Internet Konzerns ist zwischen den unterschiedlichen Geschäftssegmenten des Konzerns zu unterscheiden (siehe auch Erläuterungen zu Segmentberichterstattung Anhangangabe 5).
Geschäftssegment „Consumer Access“
Das Geschäftssegment „Consumer Access“ umfasst im Wesentlichen festnetz- und mobilfunkbasierte Internetzugangsprodukte. Das Angebot umfasst „Mobile Internet“ und „Breitband“.
In diesen Produktlinien erzielt der Konzern Umsätze aus der Bereitstellung der genannten Zugangsprodukte sowie aus etwaigen zusätzlichen Leistungen wie Internet- und Mobilfunktelefonie. Der Transaktionspreis besteht dabei aus festen monatlichen Grundgebühren sowie variablen, zusätzlichen Nutzungsentgelten für bestimmte Leistungen (z. B. für Auslands- und Mobilfunkverbindungen, die nicht mit einer Flatrate abgedeckt sind) sowie aus Erlösen aus dem Verkauf von dazugehöriger Hardware.
Der Umsatzrealisierung liegt eine Aufteilung des Transaktionspreises aus dem Kundenvertrag auf Basis der relativen Einzelveräußerungspreise einzelner Leistungsverpflichtungen zugrunde. In der Regel bietet die United Internet Gruppe vergleichbare Tarife jeweils mit und ohne Hardware an. Die Ermittlung des Einzelveräußerungspreises für die Service Komponente basiert daher in diesen Fällen auf den Tarifkonditionen eines Service-Tarifs ohne Hardware. Im Gegensatz dazu erfolgt die Bestimmung der Einzelveräußerungspreise für die Hardware auf Basis des sog. Adjusted Market Assessment Approach, da nur in sehr geringem Umfang relevante Hardware ohne Mobilfunkvertrag an Kunden veräußert wird. Hierbei greift der Konzern vor allem auf durch einen Drittanbieter ermittelte und regelmäßig bereitgestellte Hardwarepreise zurück und verknüpft diese mit den gegebenen Vertragskonditionen bei Vertragsabschluss
Der auf dieser Basis allokierte Umsatzanteil für die Hardware wird bei Auslieferung an den Kunden erfasst (zeitpunktbezogene Erlösrealisierung). Er übersteigt in der Regel das an den Kunden fakturierte Entgelt und führt dann zur Erfassung eines Vertragsvermögenswertes. Dieser Vertragsvermögenswert reduziert sich über die Zahlungen des Kunden im Laufe des Vertragszeitraums. Der auf die Service-Komponente entfallende Umsatzanteil wird über die Mindestlaufzeit des Kundenvertrags erfasst (zeitraumbezogene Erlösrealisierung).
Sofern die bei Vertragsabschluss an den Kunden fakturierten Einmalentgelte, wie zum Beispiel Bereitstellungsentgelte oder Aktivierungsgebühren, kein wesentliches Recht (z. B. günstige Verlängerungsoption) darstellen, werden diese nicht als separate Leistungsverpflichtung erfasst, sondern als Teil des Transaktionspreises auf die identifizierten Leistungsverpflichtungen allokiert und entsprechend deren Leistungserbringung realisiert. Werden dem Kunden wesentliche Rechte im Rahmen von Optionen zur Nutzung zusätzlicher Güter oder Dienstleistungen eingeräumt, stellen diese eine zusätzliche Leistungsverpflichtung dar, auf welche ein Teil des Transaktionspreises unter Berücksichtigung der erwarteten Inanspruchnahme allokiert wird. Die entsprechenden Erlöse werden dann erfasst, wenn diese zukünftigen Güter oder Dienstleistungen übertragen werden oder wenn die Option ausläuft. Qualifizieren Einmalgebühren als günstige Verlängerungsoption, erfolgt insoweit eine Umsatzrealisierung über die erwartete Dauer des Kundenvertrags.
Die United Internet Gruppe gewährt ihren Kunden im Rahmen der Vertragsabschlüsse zeitlich begrenzte monetäre Aktionsrabatte. Diese Rabatte fließen in die Ermittlung des Transaktionspreises ein und werden über den Allokationsmechanismus auf Leistungsverpflichtungen verteilt.
Im Rahmen des 1&1 Prinzips gewährt United Internet ihren Kunden ein freiwilliges, auf 30 Tage begrenztes Widerrufsrecht. Wenn ein Kunde vom 1&1 Prinzip Gebrauch macht und seinen Vertrag widerruft, so hat er Anspruch auf Erstattung einzelner Transaktionsbestandteile wie fakturierte Einmalentgelte und Grundgebühren. Eventuelle Verbrauchsgebühren sind von dem Erstattungsanspruch ausgeschlossen. Im Gegenzug hat United Internet einen Rückforderungsanspruch aus gelieferter Hardware. Für zu erwartende Kundenstornierungen erfolgt insoweit keine Umsatzrealisierung. Die vom Kunden erhaltenen und zu erstattenden Zahlungen werden als Rückerstattungsverbindlichkeiten passiviert und die aus dem 1&1 Prinzip resultierenden Rückforderungsansprüche aus gelieferter Hardware werden als nichtfinanzielle Vermögenswerte angesetzt.
Wesentliche Finanzierungskomponenten sind in den aktuellen Kundenverträgen nicht enthalten.
1&1 wendet für einen Teil des Vertragsbestandes den nach IFRS 15.4 zulässigen Portfolio-Ansatz an. Dabei werden gleichartige Kundenverträge zusammengefasst und für bestimmte bewertungsrelevante Parameter, insbesondere Transaktionspreise, Einzelveräußerungspreise sowie Amortisationsdauern, durchschnittliche Wertgrößen angenommen. Nach vernünftigem Ermessen kann davon ausgegangen werden, dass es keine wesentlichen Auswirkungen auf den Abschluss hat, ob ein Portfolio oder die einzelnen Verträge oder Leistungsverpflichtungen innerhalb dieses Portfolios beurteilt werden.
Geschäftssegment „Business Access“
Das Geschäftssegment „Business Access“ beinhaltet Umsatzerlöse aus verschiedenen standardisierten und individuell zugeschnittenen Telekommunikationsprodukten für Geschäfts- und
Wholesalekunden. Die Telekommunikationsdienstleistungen umfassen neben der Bereitstellung von klassischen Festnetzanschlüssen auch Breitbanddienste, Vernetzungslösungen als Telekommunikationsinfrastruktur (sog. Leased Lines) oder VPN, Mehrwertdienste, Interconnection, IP Dienste sowie Cloud Solutions.
Bei Produkten, welche nicht die Definition eines Finanzierungsleasingvertrags gem. IFRS 16 erfüllen, besteht der Transaktionspreis aus festen monatlichen Grundgebühren und/oder variablen, zusätzlichen minutenabhängigen Nutzungsentgelten für bestimmte Leistungen (die nicht mit einer Flatrate abgedeckt sind) sowie in unwesentlichem Umfang aus Erlösen aus dem Verkauf von dazugehöriger Hardware. Der Umsatzrealisierung liegt eine Aufteilung des Transaktionspreises aus dem Kundenvertrag auf Basis der relativen Einzelveräußerungspreise einzelner Leistungsverpflichtungen zugrunde. Der Transaktionspreis für den Verkauf von Hardware orientiert sich am marktüblichen Preisniveau. Die Ermittlung des Einzelveräußerungspreises für die Service-Komponente basiert auf den Tarifkonditionen eines vergleichbaren Service-Tarifs ohne Hardware.
In geringem Umfang werden auch befristete Rabatte oder befristete Grundgebührbefreiungen zu Beginn der Laufzeit gewährt. Diese Rabatte werden in den Transaktionspreis einbezogen und im Rahmen der Umsatzerfassung linearisiert.
Bestimmte Produkte werden auf Basis von Leasingverhältnissen zur Verfügung gestellt. Werden im Rahmen eines Leasingverhältnisses alle wesentlichen Chancen und Risiken auf den Leasingnehmer übertragen, wird der Barwert der Mindestleasingzahlungen aus diesem wirtschaftlichen Verkauf mit Beginn der Vermietung als Umsatzerlöse realisiert; im Rahmen der Folgebilanzierung der Finanzierungsleasingforderungen werden in Folgeperioden Zinserträge realisiert. Die vermieteten Vermögenswerte werden über die Umsatzkosten ausgebucht. Die Mindestleasingzahlungen beinhalten neben den monatlichen Zahlungen auch etwaige zu Beginn der Leasinglaufzeit zu zahlende Bereitstellungsentgelte.
Im Falle von sogenannten Operating Leasingverhältnissen, bei denen die wesentlichen wirtschaftlichen Chancen und Risiken bei dem Leasinggeber verbleiben, werden die Leasingzahlungen linear über die Vertragslaufzeit als Umsatz erfasst. Bereitstellungsentgelte von Operating Leasingverhältnissen werden passivisch abgegrenzt und über die Vertragslaufzeit aufgelöst.
Geschäftssegment „Consumer Applications“
Das Geschäftssegment „Consumer Applications“ umfasst die Vermarktung der Portale GMX, mail.com und WEB.DE – werbefinanziert oder im kostenpflichtigen Abonnement – sowie Anwendungen für Personal Information Management und Vertriebsplattformen für kostenpflichtige Partnerprodukte und Energie.
Neben Deutschland ist die United Internet Gruppe in diesem Geschäftsbereich in Österreich und den USA aktiv.
Im Bereich der werbefinanzierten Applikationen generiert der Konzern im Wesentlichen über die Portale WEB.DE, 1&1 und GMX Werbeeinnahmen und eCommerce-Provisionen. Basis dieses Geschäfts ist die hohe Frequentierung der Portale durch die häufige Inanspruchnahme der Applikationen. Dabei werden Werbeflächen auf den Websites der Portale angeboten. Die Umsätze werden in Abhängigkeit von der Platzierung der Werbung sowie der Anzahl der Einblendungen bzw. Clickraten generiert. Im eCommerce-Geschäft erhält der Konzern Provisionen für den Verkauf von Produkten oder die Vermittlung von Kunden. Für diese Produkte erfolgt eine zeitpunkbezogene Umsatzrealisierung.
Im Bereich der kostenpflichtigen Abonnements der Portale WEB.DE, 1&1, GMX und smartshopping werden primär feste monatliche Beträge für die Nutzung erweiterter Applikationen sowie für die Verwaltung und Speicherung erzielt. Die Umsatzrealisierung erfolgt über den Zeitraum der Inanspruchnahme der Dienstleistung. Die im Voraus erhaltenen Zahlungen führen zu Vertragsverbindlichkeiten, die sich über den Leistungszeitraum entsprechend abbauen.
Die Bilanzierung und Bewertung von Umsatzerlösen aus Partnerprodukten erfolgt unter Berücksichtigung und Ausgestaltung der intermediären Funktion des Konzerns. Dabei wird unterschieden, ob das Unternehmen die Lieferung bzw. Leistung dem Kunden gegenüber selbst erbringt (Prinzipal) oder ob das Unternehmen nur als Agent für den Lieferanten tätig ist. Maßstab ist dabei Kontrolle über das spezifische Gut bzw. die Leistung vor Übertragung auf den Kunden. Als Prinzipal werden Umsatzerlöse brutto, als Agent netto nach Abzug der Kosten gegenüber dem Lieferanten, d.h. nur in Höhe der verbleibenden Marge, erfasst.
Segment „Business Applications“
Im Geschäftssegment „Business Applications“ ist United Internet im Markt für Webhosting- und Cloud-Applikationen aktiv. Dies umfasst im Wesentlichen Design-Lösungen für Internetpräsenz (Domainregistrierung, Webhosting, Website-Building) sowie Dienste im Bereich Infrastructure as a Service, Platform as a Service und Software-as-a-Service. Darüber hinaus bietet der Konzern seinen Kunden über Sedo erfolgsbasierte Werbe- und Vertriebsmöglichkeiten an.
Neben Deutschland ist die United Internet Gruppe in diesem Geschäftsbereich insbesondere in Frankreich, Großbritannien, Spanien, Österreich, Schweiz, Polen, Italien, Kanada, Mexiko und den USA aktiv und zählt in allen genannten Ländern zu den führenden Unternehmen. Die Dienstleistungen werden jeweils über unterschiedliche Tochterunternehmen der United Internet Gruppe im In- und Ausland angeboten.
Die Kunden zahlen in der Regel im Voraus für einen vertraglich fixierten Zeitraum für die von der Gesellschaft zu erbringenden Leistungen. Die Hauptleistung in der Produktgruppe Domains besteht in der Domainregistrierung für den Endkunden bei der jeweiligen Registry. Bezüglich der zeitlichen Erfassung der Umsatzerlöse aus der Domainregistrierung wird auf die speziellen Regelungen hinsichtlich Lizenzen zurückgegriffen. Da im Falle einer Domain ein Nutzungsrecht an einem im Zeitpunkt der Lizenzgewährung bestehendem (statischen) geistigen Eigentum eingeräumt wird, erfolgt grundsätzlich eine zeitpunktorientierte Umsatzrealisierung.
Produktgruppen, die im Rahmen von Mehrkomponentengeschäften Domains enthalten, betreffen vor allem Webhosting Produkte. Die angebotenen Webhosting-Pakete fassen üblicherweise Domainregistrierungen mit weiteren Dienstleistungen wie Speicherkapazität (Webspace) sowie Software-as-a-Service (SaaS) zusammen. Das Leistungsversprechen Webspace betrifft die Zurverfügungstellung von Speicherplatz auf Servern in den Rechenzentren der United Internet Gruppe. SaaS betrifft die Nutzung von Anwendungssoftware durch den Kunden (beispielsweise für die Erstellung von Websites), die auf Servern der United Internet Gruppe gehostet wird. Bei den Leistungsversprechen Webspace als auch SaaS handelt es sich jeweils um zeitraumbezogene Leistungsverpflichtungen, da der Kunde kontinuierlich durch entsprechenden Nutzenzufluss profitiert.
Die Kundenverträge der Produktkategorie Webhosting umfassen üblicherweise Domainregistrierungen sowie weitere zeitraumbezogen Dienstleistungen wie Speicherkapazität (Webspace) und Sofware-as-a-Service (SaaS). Das Gesamtentgelt aus dem Kundenvertrag wird auf die verschiedenen Leistungsverpflichtungen aufgeteilt. Mangels separater Einzelveräußerungspreise für Webspace und SaaS sowie einer hohen Variabilität der Preise kommt die Residualwertmethode für die Aufteilung des Gesamtentgelts zur Anwendung.
Den Kunden werden zeitlich begrenzte monetäre Aktionsrabatte auf die Grundgebühr der Hosting Dienstleistung und/oder auf Domains gewährt. Diese Rabatte werden über die Vertragslaufzeit der vereinbarten Leistungsverpflichtungen aus den Kundenverträgen analog den zugehörigen Leistungsverpflichtungen realisiert. Bei den Domains wirken sich Rabatte auf Grund der zeitpunkbezogenen Realisierung sofort umsatzmindernd aus.
Die bei Vertragsabschluss an den Kunden fakturierten Einmalentgelte wie zum Beispiel Aktivierungs- und Einrichtegebühren werden auf die identifizierten Leistungsverpflichtungen allokiert und entsprechend deren Leistungserbringung linearisiert. Einrichtegebühren für Domains werden sofort zeitpunkbezogen realisiert.
Eine weitere Umsatzgruppe stellen Umsätze aus der erfolgsabhängigen Werbeform Domain-Marketing dar. Im Domain-Marketing betreibt United Internet (über die Sedo GmbH) eine Handelsplattform für den Domain-Sekundärmarkt (Domain-Handel). Gleichzeitig wird den Domain-Inhabern angeboten, nicht genutzte Domains an Werbetreibende zu vermarkten (Domain-Parking). Neben diesen Kunden-Domains hält der Konzern auch ein eigenes Portfolio an verkauf- bzw. vermarktbaren Domains. Im Domain-Handel erhält der Konzern Provisionen bei erfolgtem Verkauf einer Domain über die Handelsplattform und erzielt darüber hinaus Umsatzerlöse aus Dienstleistungen rund um den Themenbereich Domain-Bewertung und -Transfer. Die Verkaufsprovisionen und Dienstleistungen bemessen sich dabei in der Regel prozentual vom erzielten Verkaufspreis, während es sich bei den sonstigen Dienstleistungen regelmäßig um Festpreise handelt. Beim Domain-Parking erfolgt die Vermarktung (primär über Kooperationen mit Suchmaschinen) hauptsächlich über Textlinks, d. h. über Verweise auf den geparkten Domains auf die Angebote der Werbetreibenden. Die Gesellschaft erhält dabei durch den Kooperationspartner monatlich eine erfolgsabhängige Vergütung auf Basis der generierten Klicks, die durch den Kooperationspartner ermittelt werden.
Verkaufsprovisionen werden mit Leistungserbringung in den Umsatzerlösen erfasst. Die Realisierung des Umsatzes erfolgt daher nach Abschluss der Transaktion bzw. nach der Erbringung der Dienstleistung. In den Umsatzerlösen des Domain-Parkings wird monatlich die von den Kooperationspartnern gutgeschriebene Vergütung erfasst.
Die Bilanzierung und Bewertung von Umsatzerlösen aus Partnerprodukten erfolgt unter Berücksichtigung und Ausgestaltung der intermediären Funktion des Konzerns. Grundsätzlich agiert der Konzern bei Partnerprodukten als Prinzipal und bilanziert die Umsätze brutto. Die Umsatzerlöse werden jedoch netto bilanziert (nach Abzug der Kosten gegenüber dem Lieferanten, d.h. nur in Höhe der verbleibenden Marge), wenn der Konzern insbesondere bei der Zurverfügungstellung von Softwarelizenzen gegenüber dem Kunden eine reine Vermittlertätigkeit ausübt und dabei keine signifikante Integrationsleistung erbringt sowie der Konzern kein Recht auf die diesbezügliche Preisgestaltung hat.
Zuwendungen der öffentlichen Hand
Zuwendungen der öffentlichen Hand werden erfasst, wenn eine hinreichende Sicherheit dafür besteht, dass die Zuwendungen gewährt werden und das Unternehmen die damit verbundenen Bedingungen erfüllt. Aufwandsbezogene Zuwendungen werden planmäßig als Ertrag über den Zeitraum erfasst, der erforderlich ist, um sie mit den entsprechenden Aufwendungen, die sie kompensieren sollen, zu verrechnen. Zuwendungen für einen Vermögenswert kürzen den Buchwert des Vermögenswerts.
Finanzerträge
Zinserträge werden erfasst, wenn die Zinsen entstanden sind. Die Bewertung erfolgt unter Verwendung des Effektivzinssatzes, d. h. des Kalkulationszinssatzes, mit dem geschätzte künftige Zahlungsmittelzuflüsse über die erwartete Laufzeit des Finanzinstruments auf den Nettobuchwert des finanziellen Vermögenswerts abgezinst werden. Dividendenerträge werden mit der Entstehung des Rechtsanspruchs auf Zahlung erfasst.
Ertragsteuern
Der Steueraufwand einer Periode setzt sich zusammen aus tatsächlichen Steuern und latenten Steuern. Steuern werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, es sei denn, sie beziehen sich auf Transaktionen, die im sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital erfasst werden. In diesen Fällen werden die Steuern entsprechend im sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital erfasst.
Tatsächliche Steuern werden mit dem Betrag bemessen, in dessen Höhe eine Erstattung von der Steuerbehörde bzw. eine Zahlung an die Steuerbehörde erwartet wird. Der Berechnung des Betrags werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die zum Abschlussstichtag in den Ländern, in denen der Konzern tätig ist und zu versteuerndes Einkommen erzielt, gelten oder in Kürze gelten werden.
Latente Steuern werden für zukünftige Auswirkungen ermittelt, die sich aus den temporären Differenzen zwischen den im Konzernabschluss zugrunde gelegten Werten für die Aktiva und Passiva und den steuerlich angesetzten Werten ergeben. Abweichend von diesem Grundsatz werden keine latenten Steuern aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswerts oder einer Schuld bei einem Geschäftsvorfall, der kein Unternehmenszusammenschluss ist und der zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das Periodenergebnis nach IFRS noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst und nicht zu betragsgleichen abzugsfähigen als auch zu versteuernden temporären Differenzen führt, gebildet. Des Weiteren werden keine latenten Steuern im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Anteilen an Joint Ventures erfasst, wenn der zeitliche Verlauf der Umkehrung der temporären Differenzen gesteuert werden kann, es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Unterschiede in absehbarer Zeit nicht umkehren werden und im Falle latenter Steueransprüche kein ausreichendes zu versteuerndes Einkommen zur Verfügung stehen wird, gegen das die temporären Differenzen verwendet werden können. Ebenfalls werden keine latenten Steuerschulden aus dem erstmaligen Ansatz eines Firmenwerts gebildet.
Des Weiteren werden latente Steueransprüche für erwartete Steuervorteile aus der künftigen Nutzung steuerlicher Verlust- und Zinsvorträge angesetzt. Der Berechnung liegen die am Abschlussstichtag gültigen Steuersätze zugrunde, es sei denn, eine Steuersatzänderung ist für den Zeitraum der voraussichtlichen Umkehr der temporären Differenzen bzw. der erwarteten Nutzung von Verlustvorträgen und Steuergutschriften bereits beschlossen. Latente Steueransprüche werden nur berücksichtigt, wenn eine Realisierung der Steuervorteile innerhalb des Planungshorizontes überwiegend wahrscheinlich erscheint.
Latente Steueransprüche und -schulden werden anhand der Steuersätze bemessen, deren Gültigkeit für die Periode, in der ein Vermögenswert realisiert wird oder eine Schuld erfüllt wird, erwartet wird. Dabei werden die Steuersätze (und Steuergesetze) zugrunde gelegt, die zum Abschlussstichtag gelten oder gesetzlich angekündigt sind.
Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der latente Steueranspruch zumindest teilweise verwendet werden kann. Nicht angesetzte latente Steueransprüche werden an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich geworden ist, dass ein künftig zu versteuerndes Ergebnis die Realisierung des latenten Steueranspruchs ermöglicht.
Die aktiven und passiven latenten Steuern werden pro Gesellschaft bzw. steuerlichem Organkreis saldiert, sofern sie sich auf Ertragsteuern beziehen, die gegenüber der gleichen Steuerbehörde bestehen und dem Konzern ein einklagbares Recht zur Aufrechnung tatsächlicher Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden zusteht.
Immaterielle Vermögenswerte
Der Konzern hat Verfügungsgewalt über einen Vermögenswert, wenn er in der Lage ist, sich den künftigen wirtschaftlichen Nutzen, der aus der zugrunde liegenden Ressource zufließt, zu verschaffen, und er den Zugriff Dritter auf diesen Nutzen beschränken kann.
Software/Lizenzen, Frequenzlizenzen, konzessionsähnliche Rechte
Die erstmalige Bewertung dieser überwiegend einzeln erworbenen immateriellen Vermögenswerte erfolgt zu Anschaffungskosten. Sie werden planmäßig linear über den Nutzungszeitraum abgeschrieben. Die Abschreibung der 5G-Frequenzen im Spektrum 3,6 GHz begann zum Zeitpunkt der Betriebsbereitschaft des Netzes am 28. Dezember 2022. Im Fall der 5G-Frequenzen im Spektrum 2 GHz handelt es sich um noch nicht betriebsbereite immaterielle Vermögenswerte, deren Abschreibung erst mit Beginn der Laufzeit der zugeteilten Frequenzen im Jahr 2026 startet. Anlassbezogen erfolgt die Identifikation von Anhaltspunkten für Wertminderungen und im Falle deren Vorliegens wird ein Wertminderungstest durchgeführt.
Kundenstamm
Kundenstamm wurde im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen initial zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und verfügt über eine begrenzte Nutzungsdauer. Die Abschreibung erfolgt planmäßig linear über den Nutzungszeitraum. Anlassbezogen erfolgt die Identifikation von Anhaltspunkten für Wertminderungen und im Falle deren Vorliegens wird ein Wertminderungstest durchgeführt.
Markenrechte
Markenrechte wurden im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen initial zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und weisen eine unbestimmte Nutzungsdauer auf. Sie unterliegen keiner planmäßigen Abschreibung. Die Ermittlung möglicher Wertminderungen folgt den Ausführungen unter dem Gliederungspunkt Wertminderungen. Einmal jährlich wird überprüft, ob die Einschätzung hinsichtlich der unbestimmten Nutzungsdauer weiterhin gerechtfertigt ist. Ist dies nicht der Fall, wird die Änderung der Einschätzung von einer unbestimmten Nutzungsdauer zur begrenzten Nutzungsdauer auf prospektiver Basis vorgenommen.
Firmenwerte
Firmenwert entsteht, soweit im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses die Summe aus Anschaffungskosten, Wert der nicht beherrschenden Anteile und bereits vor dem Erwerbsstichtag gehaltenen Eigenkapitalanteile den Zeitwert der identifizierbaren Vermögenswerte abzüglich Schulden und Eventualverbindlichkeiten übersteigt. Nach dem erstmaligen Ansatz wird der Firmenwert zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Die Ermittlung möglicher Wertminderungen folgt den Ausführungen unter dem Gliederungspunkt Wertminderungen.
Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte
Bei selbst erstellten immateriellen Vermögenswerten werden die Ausgaben für die Entwicklungsphase aktiviert, sofern eine eindeutige Aufwandszuordnung möglich ist und sowohl die technische Realisierbarkeit als auch die Vermarktung oder bei künftig interner Nutzung, der Nutzen der neu entwickelten Produkte sichergestellt sind. Die Entwicklungstätigkeit muss ferner mit hinreichender Wahrscheinlichkeit zu künftigen Nutzenzuflüssen führen. Die aktivierten Entwicklungskosten umfassen alle direkt dem Entwicklungsprojekt zurechenbaren Einzel- und Gemeinkosten. Im United Internet Konzern handelt es sich hierbei im Wesentlichen um technologische Entwicklungen im Produktbereich des Geschäftsbereichs „Consumer Applications“ sowie um ein Abrechnungssystem im Geschäftsbereich „Business Applications“. Sämtliche aktivierten Entwicklungskosten weisen eine begrenzte Nutzungsdauer auf. Die Abschreibung von aktivierten Entwicklungskosten beginnt ab dem Zeitpunkt, ab dem der Vermögenswert in der Art und Weise, wie es durch das Management beabsichtigt ist, genutzt werden kann.
Die angesetzten Nutzungsdauern ergeben sich aus der folgenden Übersicht:
 
Nutzungsdauer in Jahren
Markenrechte
unbestimmt
Kundenstamm
4 bis 25
Frequenzlizenzen
bis zu 19
Konzessionsähnliche Rechte
5
Sonstige Rechte und Lizenzen
2 bis 15
Software
2 bis 5
Nutzungsrechte an immateriellen Vermögenswerten
6
Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte
3 bis 5

Die Abschreibungen werden unter der Aufwandskategorie erfasst, die der Funktion des immateriellen Vermögenswerts im Unternehmen entspricht.
Sachanlagen
Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um kumulierte planmäßige Abschreibungen und ggf. Wertminderungsaufwendungen angesetzt.
Sachanlagevermögen wird entsprechend des Nutzungsverlaufs planmäßig linear abgeschrieben und die Aufwendungen funktionskostengerecht allokiert.
Den planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen liegen die folgenden Nutzungsdauern zugrunde:
 
Nutzungsdauer in Jahren
Mietereinbauten
Bis zu 10
Gebäude
10 bis 50
Kraftfahrzeuge
5 bis 6
Telekommunikationsanlagen
7 bis 10
Verteilernetze
25
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
3 bis 19
Büroeinrichtung
5 bis 13
Server
3 bis 5
Mietereinbauten und Gebäude sind in der Darstellung der „Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen“ in der Position „Grundstücke und Bauten“ enthalten, Kraftfahrzeuge, andere Anlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattung, Büroeinrichtung und Server in der Position „2. Betriebs- und Geschäftsausstattung“ und Telekommunikationsanlagen und Verteilernetze in der Position „Netzinfrastruktur“.
Die Restwerte, Nutzungsdauern und Abschreibungsmethoden werden am Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft und gegebenenfalls angepasst. Beim Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung wird ein Wertminderungstest entsprechend den Ausführungen im Gliederungspunkt Wertminderungen durchgeführt.
Eine Sachanlage wird entweder beim Abgang ausgebucht oder dann, wenn aus der weiteren Nutzung oder Veräußerung des Vermögenswerts kein wirtschaftlicher Nutzen mehr erwartet wird. Die aus dem Abgang des Vermögenswerts resultierenden Gewinne oder Verluste werden erfolgswirksam in der Gesamtergebnisrechnung erfasst.
Fremdkapitalkosten
Fremdkapitalkosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie angefallen sind, es sei denn, sie stehen im Zusammenhang mit der Herstellung oder dem Erwerb eines „Qualifying Assets“. United Internet definiert „qualifying assets“ als Vermögenswerte, für die notwendigerweise mindestens zwölf Monate erforderlich sind, um sie in ihren beabsichtigten gebrauchs- oder verkaufsfähigen Zustand zu versetzen. In der Berichtsperiode sowie im Vorjahr waren keine Fremdkapitalkosten zu aktivieren.
Wertminderungen
Zu jedem Bilanzstichtag werden die Buchwerte der Sachanlagen, immateriellen Vermögenswerte und Nutzungsrechte mit begrenzter Nutzungsdauer daraufhin geprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Liegen diese vor, wird ein Werthaltigkeitstest durchgeführt. Bei immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmbarer Nutzungsdauer (Firmenwert, Markenrechte) sowie bei aktivierten Kosten während der Entwicklungsphase wird darüber hinaus regelmäßig ein jährlicher Werthaltigkeitstest zum Bilanzstichtag durchgeführt. Hierbei wird der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswerts mit dem entsprechenden Buchwert verglichen. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Zur Ermittlung des Nutzungswerts werden die erwarteten künftigen Cashflows unter Zugrundelegung eines Abzinsungssatzes vor Steuern, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffekts und der spezifischen Risiken des Vermögenswerts widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst. Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Veräußerungskosten wird ein angemessenes Bewertungsmodell angewandt. Dieses stützt sich auf DCF-Modelle, Bewertungsmultiplikatoren, Börsenkurse von börsengehandelten Tochterunternehmen oder andere zur Verfügung stehende Indikatoren für den beizulegenden Zeitwert. Sofern kein erzielbarer Betrag für einen einzelnen Vermögenswert ermittelt werden kann, wird der erzielbare Betrag für die zahlungsmittelgenerierende Einheit bestimmt, der der betreffende Vermögenswert zugeordnet werden kann und die unabhängig Mittelzuflüsse generiert. Dies betrifft regelmäßig den Firmenwert, der den jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet wird, die voraussichtlich von den Synergien aus dem Unternehmenszusammenschluss profitiert, aus dem der Firmenwert hervorgegangen ist. Übersteigt der Buchwert eines Vermögenswerts bzw. einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit den erzielbaren Betrag, wird der Vermögenswert bzw. die zahlungsmittelgenerierende Einheit als wertgemindert betrachtet und auf den erzielbaren Betrag abgeschrieben. Ein für den Firmenwert erfasster Wertminderungsaufwand darf in den nachfolgenden Berichtsperioden nicht aufgeholt werden. Für alle anderen Vermögenswerte ist bei Wegfall der Gründe für eine Wertminderung die Wertaufholung auf den fortgeführten Buchwert begrenzt, der sich ohne die Wertminderung in der Vergangenheit ergeben hätte. Im Fall einer erforderlichen Wertminderung wird diese in den Funktionsbereichen ausgewiesen, denen das betreffende Anlagengut zugeordnet wird.
Vorräte
Vorräte sind mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte, im normalen Geschäftsgang erzielbare Verkaufserlös abzüglich der geschätzten Vertriebskosten. Zur Berücksichtigung von Bestandsrisiken werden angemessene Wertberichtigungen für Überbestände vorgenommen.
Die Bewertung fußt dabei unter anderem auch auf zeitabhängigen Gängigkeitsabschlägen. Sowohl die Höhe als auch die zeitliche Verteilung der Abschläge stellen eine bestmögliche Schätzung des Nettoveräußerungswerts dar und sind daher mit Schätzungsunsicherheiten behaftet. Bei Anzeichen für einen gesunkenen Nettoveräußerungserlös werden die Vorratsbestände durch entsprechende Wertminderungsaufwendungen korrigiert.
Vertragsanbahnungs- und Vertragserfüllungskosten
Zusätzliche Kosten, die bei der Anbahnung eines Vertrages mit einem Kunden anfallen (z. B. Vertriebsprovisionen), sowie Vertragserfüllungskosten werden aktiviert, wenn der Konzern davon ausgeht, dass er diese Kosten zurückerlangen wird.
Vertragserfüllungskosten (z.B. Bereitstellungsentgelte und erwartete Kündigungsentgelte) sind Kosten, die mit einem bestehenden oder erwarteten Vertrag zusammenhängen, nicht in den Anwendungsbereich eines anderen Standards als IFRS 15 fallen, zur Schaffung von Ressourcen oder zur Verbesserung von Ressourcen des Unternehmens führen und die künftig zur Erfüllung von Leistungsverpflichtungen genutzt werden.
Aktivierte Vertragsanbahnungs- und Vertragserfüllungskosten werden planmäßig linear über die Vertragsdauer aufwandswirksam erfasst, die Vertragsanbahnungskosten in den Vertriebskosten und die Vertragserfüllungskosten in den Umsatzkosten. Der Ansatz in der Bilanz erfolgt innerhalb der abgegrenzten Aufwendungen.
Die angesetzten Amortisationsdauern betragen für Vertragsanbahnungskosten 1 bis 5 Jahre und für Vertragserfüllungskosten 2 bis 4 Jahre.
Eine Wertminderung wird vorgenommen, wenn der Buchwert der aktivierten Kosten den verbleibenden Teil der erwarteten Gegenleistung des Kunden für die Lieferung von Gütern oder die Erbringung von Dienstleistungen abzüglich der hierfür noch anfallenden Kosten übersteigt.
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte
Der Konzern klassifiziert langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen als zur Veräußerung gehalten, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Als zur Veräußerung gehalten klassifizierte langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen werden mit dem niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet. Veräußerungskosten sind die zusätzlich anfallenden Kosten, die direkt der Veräußerung eines Vermögenswerts (einer Veräußerungsgruppe) zuzurechnen sind, mit Ausnahme der Finanzierungskosten und des Ertragsteueraufwands.
Die Kriterien, damit ein Vermögenswert oder eine Veräußerungsgruppe als zur Veräußerung gehalten klassifiziert wird, gelten nur dann als erfüllt, wenn die Veräußerung höchst wahrscheinlich und der Vermögenswert oder die Veräußerungsgruppe im gegenwärtigen Zustand sofort veräußerbar ist. Aus den für die Durchführung der Veräußerung erforderlichen Maßnahmen sollte hervorgehen, dass es unwahrscheinlich ist, dass wesentliche Änderungen an der Veräußerung vorgenommen werden oder dass die Entscheidung für die Veräußerung rückgängig gemacht wird. Das Management muss beschlossen haben, die geplante Veräußerung durchzuführen, und es muss zu erwarten sein, dass sie innerhalb von einem Jahr ab dem Zeitpunkt der Klassifizierung erfolgen wird.
Als zur Veräußerung gehalten klassifizierte Vermögenswerte und Schulden werden in der Bilanz separat als kurzfristige Posten ausgewiesen.
Leasingverhältnisse
Ein Leasingverhältnis liegt vor, wenn vom Leasinggeber das Recht auf Nutzung eines eindeutig spezifizierten Vermögenswerts gegen Zahlung eines Entgelts für einen bestimmten Zeitraum auf den Leasingnehmer übertragen wird und dieser dadurch die Kontrolle über das Nutzungsrecht erlangt. Damit verbunden ist das Recht, im Wesentlichen den gesamten wirtschaftlichen Nutzen aus der Verwendung des identifizierten Vermögenswerts zu ziehen und allein über dessen Nutzung zu entscheiden.
United Internet agiert als Leasingnehmer und als Leasinggeber.
Der Großteil der Leasingnehmerverträge im Konzern entfällt auf die Anmietung von Netzinfrastrukturen, Gebäuden, technischen Anlagen und Fahrzeugen. Die angemietete Netzinfrastruktur beinhaltet im Wesentlichen unbeleuchtete Glasfasern (Dark Fibre), Leerrohrsysteme, Kupferdoppeladern, Anmietungen von Teilnehmeranschlussleitungen (TAL) sowie Antennenstandorte.
United Internet als Leasingnehmer
Leasingverbindlichkeiten
Der Barwert der zukünftigen Leasingzahlungen wird als Leasingverbindlichkeit angesetzt und unter den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Die Leasingzahlungen beinhalten feste Zahlungen (einschließlich de facto fester Zahlungen) abzüglich etwaiger zu erhaltender Leasinganreize, variable Leasingzahlungen, die an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind und Beträge, die voraussichtlich im Rahmen von Restwertgarantien entrichtet werden müssen. Die Leasingzahlungen umfassen ferner den Ausübungspreis einer Kaufoption, wenn hinreichend sicher ist, dass der Konzern sie auch tatsächlich wahrnehmen wird, und Strafzahlungen für eine Kündigung des Leasingverhältnisses, wenn in der Laufzeit berücksichtigt ist, dass der Konzern die Kündigungsoption wahrnehmen wird. Variable Leasingzahlungen, die nicht an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind, werden in der Periode, in der das Ereignis oder die Bedingung, das bzw. die diese Zahlung auslöst, eingetreten ist, aufwandswirksam erfasst.
Die Leasingzahlungen werden nach der Effektivzinsmethode in Tilgungs- und Zinsanteile aufgeteilt. Für die Barwertbestimmung erfolgt eine Abzinsung mit einem risiko- und laufzeitäquivalenten Grenzfremdkapitalzinssatz. Zur Ermittlung des Grenzfremdkapitalzinssatzes werden Referenzzinssätze für einen Zeitraum von bis zu 25 Jahren aus laufzeitadäquaten risikolosen Zinssätzen, erhöht um Kreditrisikoaufschläge sowie adjustiert um eine Liquiditäts- und Länderrisikoprämie, abgeleitet.
Nutzungsrechte
Korrespondierend zur Leasingverbindlichkeit wird zu Beginn des Leasingverhältnisses das Nutzungsrecht am geleasten Vermögenswert aktiviert. Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen werden innerhalb der Sachanlagen und der immateriellen Vermögenswerte ausgewiesen. Die Anschaffungskosten von Nutzungsrechten beinhalten die erfassten Leasingverbindlichkeiten, die entstandenen anfänglichen direkten Kosten, die bei oder vor der Bereitstellung geleisteten Leasingzahlungen sowie Rückbaukosten abzüglich aller etwaigen erhaltenen Leasinganreize.
Nutzungsrechte werden planmäßig linear über den kürzeren der beiden Zeiträume aus Laufzeit des Leasingverhältnisses und erwarteter Nutzungsdauer des Nutzungsrechtes wie folgt abgeschrieben:
 
Nutzungsdauer in Jahren
Gebäude
1 bis 12
Netzinfrastruktur
0,5 bis 25
Immaterielle Vermögenswerte
6
Betriebs- und Geschäftsausstattung
1 bis 7
Wenn das Eigentum an dem Leasinggegenstand am Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses auf den Konzern übergeht oder in den Kosten die Ausübung einer Kaufoption berücksichtigt ist, werden die Abschreibungen anhand der erwarteten Nutzungsdauer des Leasinggegenstands ermittelt.
Für Leasingverhältnisse von geringem Wert (z.B. PCs) wird die Anwendungserleichterung des IFRS 16.5 fallweise und für Leasingvereinbarungen mit einer Laufzeit von weniger als zwölf Monaten vollständig in Anspruch genommen. Derartige Leasingverhältnisse bestehen im Konzern nur in geringem Umfang.
Es besteht das Wahlrecht zur Portfoliobildung von Verträgen mit gleichen oder ähnlichen Eigenschaften, das für Assetklassen Teilnehmeranschlussleitungen (TAL) und Hauptverteilerstandorte (HVT) wahrgenommen wird.
Die Ausnahmeregelung, jede Leasingkomponente eines Vertrags und alle damit verbundenen Nichtleasingkomponenten als eine einzige Leasingkomponente zu erfassen, wird für die Klasse der zugrundeliegenden Glasfasern, HVT und KFZ in Anspruch genommen, nicht jedoch für die Leasingvereinbarungen für Gebäude. Der Leasingstandard IFRS 16 wird nicht angewendet auf Rechte, die ein Leasingnehmer im Rahmen von Lizenzvereinbarungen im Anwendungsbereich von IAS 38 hält.
Der Konzern bestimmt die Laufzeit des Leasingverhältnisses unter Zugrundelegung der unkündbaren Grundlaufzeit des Leasingverhältnisses sowie unter Einbeziehung der Zeiträume, die sich aus einer Option zur Verlängerung des Leasingverhältnisses ergeben, sofern hinreichend sicher ist, dass er diese Option ausüben wird, oder der Zeiträume, die sich aus einer Option zur Kündigung des Leasingverhältnisses ergeben, sofern hinreichend sicher ist, dass er diese Option nicht ausüben wird. Es werden dabei alle maßgeblichen Fakten und Umstände berücksichtigt, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung von bestehenden Optionen bieten.
United Internet als Leasinggeber
In den Fällen, in denen Konzerngesellschaften Finanzierungsleasingverträge als Leasinggeber vereinbaren, erfolgt ein Ansatz einer Forderung in Höhe des Nettoinvestitionswertes des Leasingverhältnisses. Die Leasingzahlungen werden in Tilgung der Leasingforderung sowie in Finanzerträge aufgeteilt.
Trägt der Konzern die wesentlichen Chancen und Risiken (Operating Lease), wird der Leasing-Gegenstand vom Leasinggeber in der Bilanz angesetzt. Die Bewertung des Leasing-Gegenstands richtet sich nach den für den Leasing-Gegenstand einschlägigen Bilanzierungsvorschriften. Die Leasingraten werden vom Leasinggeber erfolgswirksam in den Umsatzerlösen vereinnahmt.
Finanzinstrumente
Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der bei dem einen Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und beim anderen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt. Die Bilanzierung und Bewertung erfolgt gemäß den Vorschriften des IFRS 9. Der Ansatz erfolgt an dem Tag, an dem der Konzern Vertragspartei wird. Bei marktüblichen Käufen erfolgt der Ansatz zum Handelstag.
Finanzielle Vermögenswerte – erstmalige Erfassung und Bewertung
Mit Ausnahme von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die keine signifikante Finanzierungskomponente enthalten oder deren Laufzeit weniger als ein Jahr beträgt, bewertet der Konzern alle finanziellen Vermögenswerte bei ihrer erstmaligen Erfassung mit dem beizulegenden Zeitwert und im Fall eines finanziellen Vermögenswerts, der in der Folge nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wird, zuzüglich der direkt zurechenbaren Transaktionskosten. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die keine signifikante Finanzierungskomponente enthalten oder deren Laufzeit weniger als ein Jahr beträgt, werden mit dem Transaktionspreis bewertet. In diesem Zusammenhang wird auf die Rechnungslegungsmethoden im Abschnitt Umsatzrealisierung – Erlöse aus Verträgen mit Kunden verwiesen.
Finanzielle Vermögenswerte – Folgebewertung
Die Klassifizierung der finanziellen Vermögenswerte für die Folgebewertung in zu fortgeführten Anschaffungskosten (Amortized Cost, ac), erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value through OCI, FVOCI) und erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte finanzielle Vermögenswerte (Fair Value through P&L, FVTPL) erfolgt auf Grundlage des Geschäftsmodells sowie der Eigenschaften der Zahlungsströme.
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten (ac)
Wird ein finanzieller Vermögenswert bis zur Fälligkeit mit dem Ziel der Vereinnahmung vertraglicher Zahlungsströme gehalten und stellen die Zahlungsströme des finanziellen Vermögenswerts ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag zu festgelegten Zeitpunkten dar, erfolgt eine Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten (ac).
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten umfassen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, ausgereichte Darlehen sowie sonstige finanzielle Vermögenswerte.
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente bestehen aus Bankguthaben, sonstigen Geldanlagen, Schecks und Kassenbeständen, die allesamt einen hohen Liquiditätsgrad und eine – gerechnet vom Erwerbszeitpunkt – Restlaufzeit von unter 3 Monaten aufweisen.
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte werden in Folgeperioden unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet und sind auf Wertminderungen zu überprüfen. Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst, wenn der Vermögenswert ausgebucht, modifiziert oder wertgemindert wird.
Finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert
Als finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert werden im Konzern Eigenkapitalinstrumente und derivative finanzielle Vermögenswerte bilanziert, die grundsätzlich erfolgswirksam bewertet werden. Eigenkapitalinstrumente umfassen im United Internet Konzern Beteiligungen. Für Eigenkapitalinstrumente, die nicht zu Handelszwecken gehalten werden, besteht die einmalige Option zur unwiderruflichen erfolgsneutralen Erfassung der Zeitwertänderungen. Vor allem für die Beteiligung an der Kublai GmbH wurde das Wahlrecht ausgeübt, diese über das sonstige Ergebnis ohne nachträgliche Umklassifizierung in die Gewinn- und Verlustrechnung zu bewerten. Dividenden werden in der Gewinn- und Verlustrechnung als sonstiger Ertrag erfasst, wenn der Rechtsanspruch auf Zahlung besteht. Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertete Eigenkapitalinstrumente werden nicht auf Wertminderung überprüft.
Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn deren vertragliche Zahlungsströme ausgelaufen sind und dabei alle wesentlichen Chancen und Risiken daraus auf den Erwerber übergehen.
Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten
Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerten und Leasingforderungen wendet der Konzern eine vereinfachte (einstufige) Methode zur Berechnung der erwarteten Kreditverluste an, wobei zu jedem Abschlussstichtag eine Risikovorsorge in Höhe der über die Restlaufzeit erwarteten Kreditverluste erfasst wird.
Die Erwartungsbildung bezüglich künftiger Kreditverluste erfolgt anhand regelmäßiger Überprüfungen sowie Bewertungen im Rahmen der Kreditüberwachung. Aus historischen Daten werden regelmäßig Zusammenhänge zwischen Kreditverlusten und verschiedenen Faktoren (z. B. Zahlungsvereinbarung, Überfälligkeit, Mahnstufe, etc.) abgeleitet. Auf Basis dieser Zusammenhänge ergänzt um aktuelle Beobachtungen und zukunftsbezogene Annahmen bezüglich des zum Stichtag im Bestand befindlichen Portfolios an Forderungen und Vertragsvermögenswerten erfolgt eine Schätzung künftiger Kreditverluste.
Das operative Geschäft des Konzerns liegt im Wesentlichen im Massenkundengeschäft. Ausfallrisiken wird somit mittels Einzelwertberichtigungen und pauschalierten Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Die Einzelwertberichtigung überfälliger Forderungen erfolgt im Wesentlichen in Abhängigkeit der Altersstruktur der Forderungen mit unterschiedlichen Bewertungsabschlägen, die im Wesentlichen aus den Erfolgsquoten der mit dem Einzug überfälliger Forderungen beauftragten Inkassobüros abgeleitet werden. Alle Forderungen, die mehr als 365 Tage überfällig sind, werden zu 100 % einzelwertberichtigt, es sei denn es liegen objektive Hinweise auf einen Beitreibungserfolg vor. Die Ausbuchung vollständig wertberichtigter Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfolgt 180 Tage nach Inkassoübergabe, sofern keine positive Rückmeldung von Seiten des Inkassounternehmens erfolgt und auch kein unerwarteter Zahlungseingang des Kunden auf eine wertberichtigte Forderung eingeht, oder bei Kenntnis der Zahlungsunfähigkeit des Kunden vor oder nach Übergabe zu den Inkassobüros.
Der Konzern erfasst bei allen anderen Schuldinstrumenten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden und nicht Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerte oder Leasingforderungen sind, ebenfalls eine Wertberichtigung für erwartete Kreditverluste. Für Finanzinstrumente, deren Ausfallrisiko sich seit dem erstmaligen Ansatz nicht signifikant erhöht hat, wird eine Risikovorsorge in Höhe der erwarteten Kreditverluste erfasst, die auf einem Ausfallereignis innerhalb der nächsten zwölf Monate beruhen. Für Finanzinstrumente, deren Ausfallrisiko sich seit dem erstmaligen Ansatz signifikant erhöht hat, wird eine Risikovorsorge in Höhe der über die Restlaufzeit erwarteten Kreditverluste erfasst, unabhängig davon, wann das Ausfallereignis eintritt.
Wertminderungsaufwendungen im Zusammenhang mit langfristigen Ausleihungen an Beteiligungen werden im Finanzergebnis erfasst.
Weitere Einzelheiten zur Wertminderung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten sind in den folgenden Anhangangaben enthalten:
Wesentliche Ermessensentscheidungen und Schätzungen (Anhangangabe 3)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Anhangangabe 19)
Vertragsvermögenswerte (Anhangangabe 20)
Zielsetzung und Methoden des Finanzrisikomanagements (Anhangangabe 43)
Finanzielle Verbindlichkeiten
Finanzielle Verbindlichkeiten enthalten insbesondere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen sowie Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Finanzielle Verbindlichkeiten werden, mit Ausnahme der Leasingverbindlichkeiten, entweder der Kategorie erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet oder den zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten zugeordnet.
Derivate und bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten aus dem Erwerb eines Tochterunternehmens werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Alle weiteren finanziellen Verbindlichkeiten werden der Kategorie zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten zugeordnet. Diese werden beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert nach Abzug direkt zurechenbarer Transaktionskosten bewertet. In den Folgeperioden werden diese finanziellen Verbindlichkeiten grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bilanziert. Die Amortisation mittels der Effektivzinsmethode ist in der Gewinn- und Verlustrechnung als Teil der Finanzierungsaufwendungen enthalten.
Eine finanzielle Verbindlichkeit wird ausgebucht, wenn die ihr zugrunde liegende Verpflichtung erfüllt, aufgehoben oder erloschen ist.
Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinstrumenten
Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, oder deren beizulegender Zeitwert im Abschluss ausgewiesen wird, werden in die nachfolgend beschriebene Fair-Value-Hierarchie eingeordnet, basierend auf dem Inputparameter der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert insgesamt wesentlich ist:
Stufe 1 – In aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Schulden notierte (nicht berichtigte) Preise. Soweit Finanzinstrumente mit ihrem beizulegenden Zeitwert in der Bilanz bewertet werden, werden dieser Stufe im Konzern Derivate zugeordnet.
Stufe 2 – Bewertungsverfahren, bei denen der Inputparameter der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert insgesamt wesentlich ist, auf dem Markt direkt oder indirekt beobachtbar ist. Soweit Finanzinstrumente mit ihrem beizulegenden Zeitwert in der Bilanz bewertet werden, werden dieser Stufe aktuell keine Finanzinstrumente zugeordnet.
Stufe 3 – Bewertungsverfahren, bei denen der Inputparameter der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert insgesamt wesentlich ist, auf dem Markt nicht beobachtbar ist. Soweit Finanzinstrumente mit ihrem beizulegenden Zeitwert in der Bilanz bewertet werden, werden dieser Stufe im Konzern Derivate und bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten zugeordnet.
Saldierung von Finanzinstrumenten
Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden saldiert und der Nettobetrag in der Konzernbilanz ausgewiesen, wenn zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein Rechtsanspruch besteht, die erfassten Beträge miteinander zu verrechnen, und beabsichtigt ist, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig mit der Realisierung des betreffenden Vermögenswerts die dazugehörige Verbindlichkeit abzulösen.
Rückstellungen
Eine Rückstellung wird dann angesetzt, wenn der Konzern eine gegenwärtige (gesetzliche oder faktische) Verpflichtung aufgrund eines vergangenen Ereignisses besitzt, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung der Verpflichtung wahrscheinlich und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Sofern der Konzern für eine passivierte Rückstellung zumindest teilweise eine Rückerstattung erwartet (wie z. B. bei einem Versicherungsvertrag), wird die Erstattung als gesonderter Vermögenswert nur dann erfasst, wenn der Zufluss der Erstattung so gut wie sicher ist. Der Aufwand aus der Bildung einer Rückstellung wird nach Abzug der Erstattung erfolgswirksam erfasst.
Die Bewertung der Rückstellungen erfolgt zum Barwert auf der Basis der bestmöglichen Schätzung des Managements hinsichtlich der Aufwendungen, die zur Erfüllung der gegenwärtigen Verpflichtung am Ende der Berichtsperiode erforderlich sind.
Rückstellungen bestehen insbesondere für Kündigungsentgelte, Prozessrisiken und für Rückbauverpflichtungen.
Eigene Anteile
Eigene Anteile werden vom Eigenkapital abgezogen. Der Kauf, der Verkauf, die Ausgabe oder die Einziehung von eigenen Anteilen wird nicht erfolgswirksam erfasst.
Die Einziehung eigener Anteile bewirkt eine anteilige Auflösung der im Eigenkapital ausgewiesenen Posten „Eigene Anteile“ zulasten des übrigen Eigenkapitals. Hierzu nutzt der Konzern die folgende Verwendungsreihenfolge:
In Höhe des Nennbetrags erfolgt die Erfassung der Einziehung immer zu Lasten des Grundkapitals.
Der den Nennbetrag übersteigende Betrag wird zunächst bis in Höhe des Wertbeitrags aus Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen (SAR und Wandelschuldverschreibungen) gegen die Kapitalrücklage ausgebucht.
Ein den Wertbeitrag aus Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen übersteigender Betrag wird gegen das kumulierte Konzernergebnis ausgebucht.
Aktienbasierte Vergütung
Als Entlohnung für die geleistete Arbeit erhalten Mitarbeiter und Vorstände des Konzerns eine aktienbasierte Vergütung in Form von Eigenkapitalinstrumenten und in Form der Gewährung von Wertsteigerungsrechten, die für den überwiegenden Teil der Pläne nach Wahl der Gesellschaft in bar oder durch Eigenkapitalinstrumente ausgeglichen werden können. Da bei keiner Vereinbarung mit einem solchen Wahlrecht für die United Internet Gruppe eine gegenwärtige Verpflichtung zum Barausgleich vorliegt, werden sämtliche dieser aktienbasierten Vergütungstransaktionen als Transaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente bilanziert.
Die Kosten aus Vereinbarungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente werden mit dem beizulegenden Zeitwert dieser Eigenkapitalinstrumente zum Zeitpunkt ihrer Gewährung bemessen. Der beizulegende Zeitwert wird unter Anwendung eines geeigneten Optionspreismodells ermittelt; hier kommen das Black-Scholes-Modell und die Monte-Carlo-Simulation zur Anwendung. Zu jedem Bilanzierungsstichtag wird eine Neueinschätzung des zu erwartenden Ausübungsvolumens vorgenommen und der Zuführungsbetrag entsprechend angepasst. Notwendige Anpassungsbuchungen sind jeweils in der Periode vorzunehmen, in der neue Informationen über das Ausübungsvolumen bekannt werden. Die Erfassung der aus der Gewährung von Vereinbarungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente resultierenden Aufwendungen erfolgt über den Zeitraum, über den die zugehörige Arbeitsleistung erbracht wird (sog. Erdienungszeitraum). Dieser Zeitraum endet an dem Tag, an dem alle Ausübungsbedingungen (Dienst- und Leistungsbedingungen) erfüllt sind, d. h. dem Zeitpunkt, an dem der betreffende Mitarbeiter unwiderruflich bezugsberechtigt wird. Die an jedem Bilanzstichtag bis zum Zeitpunkt der ersten Ausübungsmöglichkeit ausgewiesenen kumulierten Aufwendungen reflektieren den bereits abgelaufenen Teil des Erdienungszeitraums sowie die Anzahl der zugesagten Rechte, die nach bestmöglicher Schätzung des Konzerns mit Ablauf des Erdienungszeitraums tatsächlich ausübbar werden. Hierbei wird jeweils eine Fluktuationswahrscheinlichkeit von 0 % angesetzt. Der im Periodenergebnis im Personalaufwand erfasste Ertrag oder Aufwand entspricht der Entwicklung der zu Beginn und am Ende des Berichtszeitraums erfassten kumulierten Aufwendungen.
Bei der Gewährung neuer Eigenkapitalinstrumente infolge einer Annullierung der bisher gewährten Eigenkapitalinstrumente ist gem. IFRS 2.28(c) zu prüfen, ob die neu gewährten Eigenkapitalinstrumente einen Ersatz der bisherigen bzw. annullierten Instrumente darstellen. Für annullierte Eigenkapitalinstrumente wird im Zeitpunkt der Annullierung der vollständige ausstehende Aufwand sofort erfasst.
Neue Eigenkapitalinstrumente, die nicht als Ersatz für annullierte Eigenkapitalinstrumente gewährt wurden, werden als neu gewährte Eigenkapitalinstrumente bilanziert. Bei einer Klassifikation als Ersatz erfolgt eine Bilanzierung der neuen Eigenkapitalinstrumente in gleicher Weise wie eine Änderung der ursprünglich gewährten Instrumente. Die erhaltenen Leistungen werden mindestens mit dem am Tag der Gewährung (der ursprünglichen Instrumente) ermittelten beizulegenden Zeitwert erfasst. Sind die Änderungen für den Arbeitnehmer vorteilhaft, so wird der zusätzliche beizulegende Zeitwert der neuen Eigenkapitalinstrumente bestimmt und als zusätzlicher Aufwand über den Erdienungszeitraum verteilt. Der zusätzliche beizulegende Zeitwert wird aus der Differenz zwischen dem beizulegenden Zeitwert der als Ersatz bestimmten Eigenkapitalinstrumente und dem beizulegenden Nettozeitwert der annullierten Eigenkapitalinstrumente am Tag der Gewährung der Ersatzinstrumente bestimmt.
Ergebnis je Aktie
Das „unverwässerte“ Ergebnis je Aktie (Basic Earnings per Share) wird berechnet, indem das den Inhabern von Namensaktien zuzurechnende Ergebnis durch den für den Zeitraum gewogenen Durchschnitt der ausgegebenen Aktien geteilt wird.
Das „verwässerte“ Ergebnis je Aktie (Diluted Earnings per Share) wird ähnlich dem Ergebnis je Aktie ermittelt, mit der Anpassung, dass die durchschnittliche Anzahl der ausgegebenen Aktien um die Anzahl erhöht wird, die sich ergeben würde, wenn die aus dem bestehenden Mitarbeiterbeteiligungsprogramm resultierenden ausübbaren Bezugsrechte ausgeübt worden wären.

2.2 Zusammenfassung der Bewertungsgrundsätze
Die Bewertungsgrundsätze des Konzerns stellen sich – soweit keine Wertminderungen vorliegen – zusammengefasst und vereinfachend im Wesentlichen wie folgt dar:
Bilanzposten
Bewertung
VERMÖGENSWERTE
 
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Fortgeführte Anschaffungskosten
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Fortgeführte Anschaffungskosten
Vertragsvermögenswerte
Fortgeführte Anschaffungskosten
Immaterielle Vermögenswerte
 
mit bestimmter Nutzungsdauer
Fortgeführte Anschaffungskosten
mit unbestimmter Nutzungsdauer
Impairment-only-Ansatz
Sachanlagen
Fortgeführte Anschaffungskosten
Anteile an assoziierten Unternehmen
Equity Methode
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
 
Eigenkapitalinstrumente
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertete finanzielle Vermögenswerte ohne Umgliederung kumulierter Gewinne und Verluste bei Ausbuchung
Derivate
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
Übrige
Fortgeführte Anschaffungskosten
Vorräte
Niedrigerer Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert
Abgegrenzte Aufwendungen
Fortgeführte Anschaffungskosten
Ertragsteueransprüche
Erwarteter Zahlungseingang gegenüber Steuerbehörden, welche auf Steuersätzen basiert, die am Abschlussstichtag gelten oder in Kürze gelten werden
Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte
Fortgeführte Anschaffungskosten
Latente Steueransprüche
Undiskontierte Bewertung mit den Steuersätzen, die in der Periode gültig sind, in der ein Vermögenswert realisiert oder eine Schuld erfüllt wird
SCHULDEN
 
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Fortgeführte Anschaffungskosten
Latente Steuerschulden
Undiskontierte Bewertung mit den Steuersätzen, die in der Periode gültig sind, in der ein Vermögenswert realisiert oder eine Schuld erfüllt wird
Ertragsteuerschulden
Erwartete Zahlung an Steuerbehörden, welche auf Steuersätzen basiert, die am Abschlussstichtag gelten oder in Kürze gelten werden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Fortgeführte Anschaffungskosten
Vertragsverbindlichkeiten
Fortgeführte Anschaffungskosten
Sonstige Rückstellungen
Erwarteter diskontierter Betrag der zum Abfluss von Ressourcen führen wird
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
 
Derivate / Bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
Übrige
Fortgeführte Anschaffungskosten
Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten
Fortgeführte Anschaffungskosten
2.3 Auswirkungen neuer bzw. geänderter IFRS
Für das Geschäftsjahr ab dem 1. Januar 2024 wurden folgende Standards erstmalig angewendet:
Standard
Anwendungspflicht
für Geschäftsjahre beginnend ab
Übernahme durch EU-Kommission
IAS 1
Änderung: Klarstellung der Kriterien zur Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig sowie Klarstellung in Bezug auf langfristige Verbindlichkeiten mit Covenants
1. Januar 2024
Ja
IFRS 16
Änderung: Leasingverbindlichkeiten im Falle einer Sale and Leaseback-Transaktion
1. Januar 2024
Ja
IAS 7, IFRS 7
Änderung: Offenlegung von Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen
1. Januar 2024
Ja
Diese Änderungen hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss und werden sich voraussichtlich auch nicht in Zukunft auf den Konzern wesentlich auswirken.
2.4 Bereits veröffentlichte, aber noch nicht anzuwendende Rechnungslegungsstandards
Neben den vorgenannten, verpflichtend anzuwendenden IFRS wurden vom IASB noch weitere IFRS und IFRIC veröffentlicht, die das Endorsement der EU bereits teilweise durchlaufen haben, aber erst zu einem späteren Zeitpunkt verpflichtend anzuwenden sind. Die United Internet AG wird diese Standards voraussichtlich erst zum Zeitpunkt der verpflichtenden Anwendung im Konzernabschluss umsetzen.
Standard
Anwendungspflicht für Geschäftsjahre beginnend ab
Übernahme durch EU-Kommission
IAS 21
Änderung: Mangelnde Umtauschbarkeit einer Währung
1. Januar 2025
Ja
IFRS 9, IFRS 7
Änderung: Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten
1. Januar 2026
Nein
Jährliche Verbesserungen an den IFRS-Rechnungslegungsstandards - Band 11
Änderung: IFRS 1 (Hedge Accounting bei einem IFRS-Erstanwender), IFRS 7 (Gewinn oder Verlust bei Ausbuchung, Angaben zu Kreditrisiken und bei Abweichungen des Transaktionspreises vom beizulegenden Zeitwert), IFRS 9 (Ermittlung des Transaktionspreises und Ausbuchung einer Leasing-Verbindlichkeit), IFRS 10 (Bestimmung eines "de fact"-Agenten), IAS 7 (Anschaffungsnebenkosten)
1. Januar 2026
Nein
IFRS 18
Änderung: Ersetzt IAS 1. Der Standard regelt die Darstellung und Offenlegung in Abschlüssen
1. Januar 2027
Nein
IFRS 19
Änderung: Ermöglichung reduzierter Angabepflichten für Tochterunternehmen ohne öffentliche Rechenschaftspflicht
1. Januar 2027
Nein
Der neue Rechnungslegungsstandard IFRS 18 ersetzt den bisherigen IAS 1 – Darstellung des Abschlusses. Ziel ist eine verbesserte Struktur und Vergleichbarkeit der Finanzberichterstattung.
Die wesentlichen Änderungen durch IFRS 18 umfassen:
Einführung verpflichtender Zwischensummen in der Gewinn- und Verlustrechnung, wie beispielsweise das „betriebliche Ergebnis vor Finanzierung und Steuern“, sowie eine Einteilung in klar definierte Kategorien (Operating, Investing, Financing).
Erweiterte Angaben zu unternehmensspezifischen Leistungskennzahlen („Management Performance Measures“), die in der öffentlichen Kommunikation genutzt werden, um die finanzielle Sichtweise des Managements darzustellen.
Neue Grundsätze zur Aggregation und Disaggregation von Finanzposten, um eine detailliertere und konsistentere Berichterstattung zu gewährleisten.
Anpassungen in der Kapitalflussrechnung, insbesondere zur Vereinheitlichung der Darstellung, unter anderem durch den Wegfall bestimmter Ausweiswahlrechte.
Es wird erwartet, dass die Anwendung von IFRS 18 erhebliche Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben wird – insbesondere auf die Darstellung der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung. Die konkreten Auswirkungen werden derzeit im Rahmen eines konzernweiten Implementierungsprojekts analysiert.
Aus den übrigen bereits veröffentlichten, aber noch nicht anzuwendenden Änderungen der IFRS werden keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzern erwartet.

3. Wesentliche Ermessensentscheidungen und Schätzungen
Bei der Erstellung des Konzernabschlusses werden Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen vom Management getroffen, die sich auf die Höhe der zum Stichtag ausgewiesenen Erträge, Aufwendungen, Vermögenswerte und Schulden sowie den Ausweis von Eventualschulden auswirken. Durch die mit diesen Annahmen und Schätzungen verbundene Unsicherheit könnten jedoch Ergebnisse entstehen, die in der Zukunft zu erheblichen Anpassungen des Buchwerts der betroffenen Vermögenswerte oder Schulden führen.
Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen
Bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden hat die Unternehmensleitung folgende Ermessensentscheidungen, die die Beträge im Abschluss wesentlich beeinflussen, getroffen.
Die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sowie sonstige am Stichtag bestehende wesentliche Quellen von Schätzungsunsicherheiten, aufgrund derer ein beträchtliches Risiko besteht, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden erforderlich sein wird, werden nachstehend erläutert.
Auswirkungen geopolitischer Konflikte
Gesellschaft, Politik und Wirtschaft stehen momentan vor komplexen makroökonomischen Herausforderungen, die sich aus einer Kombination eines erhöhten Zinsniveaus, gedämpften Wachstumserwartungen, einem angespannten Finanzierungsrahmen, sinkendem Handelswachstum und einem abnehmenden Vertrauen von Unternehmen und Verbrauchern zusammensetzen. Neben den destabilisierenden Effekten der Konflikte in der Ukraine und im Mittleren und Nahen Osten trägt auch der aktuelle Kurs der US-Regierung zu einer erhöhten Unsicherheit bezüglich der politischen und wirtschaftlichen Zukunft bei. Der United Internet Konzern reagiert darauf, indem er die aktuellen Herausforderungen aktiv annimmt und in seine geschäftlichen Entscheidungen integriert, insbesondere durch die Entwicklung von Strategien zur Risikominimierung, wie die Verringerung des Anteils an variabel verzinslichen Schulden oder durch diversifizierte Beschaffungsstrategien zur Sicherstellung einer sicheren und fairen Energieversorgung.
Der United Internet Konzern, der in seinen Geschäftsaktivitäten nicht in den an den Konflikten beteiligten Ländern aktiv ist, sieht sich dennoch mit den indirekten Auswirkungen konfrontiert. Vor dem Hintergrund der durch den Konflikt im Mittleren und Nahen Osten und den Krieg in der Ukraine bedingten unsicheren Sicherheitslage, insbesondere im Umfeld der Zufahrt und Durchfahrt des Suezkanals, und den möglichen indirekten Auswirkungen auf globale Geschäftsabläufe, hat United Internet proaktive Risikomanagement- und Minderungsstrategien entwickelt:
Cybersicherheitsrisiken: Angesichts der mit den Konflikten im Mittleren und Nahen Osten und in der Ukraine verbundenen gestiegenen Cybersicherheitsbedrohungen intensiviert die Gesellschaft ihre Investitionen in Cybersicherheitsmaßnahmen. Dazu gehören der Einsatz fortschrittlicher Überwachungstechniken, die Durchführung regelmäßiger Sicherheitsaudits und die Schulung ihrer Mitarbeiter, um die Abwehrfähigkeit gegenüber Cyberangriffen zu stärken.
Vorstand und operativ Verantwortliche werden die weiteren Entwicklungen genau beobachten und gegebenenfalls (sofern möglich) geeignete Gegenmaßnahmen einleiten.
Ebenfalls berücksichtigt United Internet die Entwicklungen des wirtschaftlichen Umfelds bei der Bilanzierung und Berichterstattung im Konzernabschluss, z. B. bei der Ermittlung der Werthaltigkeit der Geschäfts- und Firmenwerte oder der Bewertung von Vermögenswerten und Schulden.
Hieraus werden keine unmittelbaren signifikanten Auswirkungen für United Internet erwartet.
Auswirkungen Umwelt- und soziale Belange
Umwelt- und soziale Belange können auf verschiedene Arten eine Auswirkung auf die Werthaltigkeit der Vermögenswerte des Konzerns haben. So können sich Risiken für die Werthaltigkeit etwa aus steigenden Energiepreisen für erneuerbare Energien zur Bewirtschaftung unseres 5G-Mobilfunknetzes ergeben. Die Werthaltigkeit des 5G-Funkspektrums wurde im Rahmen des Impairment Tests (Anhangangabe 29) überprüft.
Das Unternehmen geht derzeit davon aus, dass Auswirkungen der durch Umwelt- und soziale Belange bewirkten Folgen keinen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss haben werden.
Umsatzrealisierung
Die Bestimmung der Einzelveräußerungspreise für die Hardware erfolgt auf Basis des sog. Adjusted
Market Assessment Approach, welcher eine Schätzung der relevanten Marktpreise für die Hardware erforderlich macht. Änderungen dieser Schätzungen können die Allokation des Transaktionsentgelts auf die einzelnen Leistungsverpflichtungen beeinflussen und somit auch Auswirkungen auf die Höhe und den zeitlichen Verlauf der Umsatzrealisierung haben.
Darüber hinaus werden im Rahmen der Anwendung des Portfolioansatzes verschiedene weitere Annahmen und Schätzungen getroffen, die auf Erfahrungen aus der Vergangenheit und auf vorliegende Erkenntnisse zum Zeitpunkt des Abschlussstichtages beruhen. Änderungen dieser Annahmen und Schätzungen können sich in ihrer Gesamtheit ebenfalls wesentlich auf die Höhe und den zeitlichen Verlauf der Umsatzrealisierung auswirken.
Das Leitprinzip für die Abwägung, ob ein Unternehmen als Prinzipal oder als Agent handelt, ist, ob es die Verfügungsgewalt über das spezifizierte Gut oder die Dienstleistung hat, bevor es dieses bzw. diese auf den Kunden überträgt. Bei der Prüfung der Frage der Verfügungsgewalt sind häufig wesentliche Ermessensentscheidungen zu treffen. Dies betrifft insbesondere Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Vermarktung von Webseiten sowie den Vertrieb von Produkten und Dienstleistungen von Drittanbietern durch den Konzern. Wenn ein Dritter in den Leistungserbringungsprozess einbezogen wird, muss das Unternehmen bestimmen, ob die Art seiner Zusage eine Leistungsverpflichtung ist, die spezifische Ware/Dienstleistung selbst bereitzustellen (d. h. das Unternehmen ist ein „Prinzipal“) oder ob die Leistungsverpflichtung darin besteht, die Bereitstellung dieser Güter/Dienstleistungen durch den Dritten zu organisieren (d. h. das Unternehmen ist ein „Agent“). Ein Unternehmen bestimmt für jede spezifische Ware/Dienstleistung, ob es als Prinzipal oder Agent auftritt. Agiert der Konzern als Agent, werden die Umsätze netto ausgewiesen. Handeln wir als Prinzipal, erfolgt der Ausweis brutto.
Im Geschäftssegment „Business Applications“ wird bei neuen Partnern oder neu in das Produktportfolio integrierten fremden Dienstleistungen wie etwa Fremdlizenzen (beispielsweise Microsoft Office Lizenzen) untersucht, inwieweit Lizenzen oder Services dem Konzern bereits vor einem Vertragsabschluss mit Kunden zur Verfügung stehen, das heißt, ob die Lizenzen ohne weitere Freigabe selbst genutzt werden können. Zum anderen wird geprüft, ob der Lizenz- oder Servicevertrag mit dem Kunden erst durch den eigentlichen Lizenzgeber bestätigt oder freigegeben werden muss. Trifft beides zu, wird von einer Agentenstellung ausgegangen. Eine vollständige Flexibilität bezüglich der Tarif- bzw. Preisgestaltung ändert aus Sicht des Konzerns nichts an der zuvor getroffenen Einschätzung.
Ebenfalls im Geschäftssegment „Business Applications“ wird im Bereich Domain-Parking die Stellung als Prinzipal festgelegt, da es sich nicht um ein reines Vermittlungsgeschäft handelt. Vielmehr wird eine Plattform bereitgestellt, auf welcher der Konzern Werbung auf den geparkten Domains platziert, an deren Erfolg der Eigentümer der Domain partizipiert. Da der Konzern sowohl die Plattform unterhält und hinsichtlich der Auswahl der Werbepartner und Bepreisung ein Wahlrecht innehat, ist im Bereich des Domains-Parkings von Verfügungsmacht auszugehen. Demgegenüber bietet der Konzern im Domain-Trading zwar auch die Plattform an, allerdings geschieht die Preisfindung und der Vertragsabschluss in der Regel zwischen Käufer und Verkäufer der Domain, ohne dass der Konzern ein Eingriffsrecht hat. Damit ist der Konzern in diesem Bereich als Agent tätig.
Im Geschäftssegment „Consumer Applications“ ist insbesondere beim programmatischen Vertrieb von Werbeflächen für Online-Werbung bei jedem Vertrag mit einer Agentur zu entscheiden, ob der Konzern als Prinzipal oder Agent agiert. Wenn der Konzern die überwiegende Verantwortung für die Vertragserfüllung trägt, da er die Kontrolle über das Werbeinventar hat, einen bestimmten Mindestpreis festlegen und bestimmte Werbeinhalte ablehnen darf, agiert der Konzern als Prinzipal. Dies ist im programmatischen Vertrieb von Werbeflächen für den Konzern überwiegend der Fall.
Kosten der Vertragserfüllung und der Vertragsanbahnung
Die Ermittlung der geschätzten Amortisationsdauern für die Vertragskosten basiert auf Erfahrungswerten und ist mit wesentlichen Unsicherheiten, insbesondere bezüglich unvorhergesehener Kunden- oder Technologieentwicklung, behaftet. Eine Änderung der geschätzten Amortisationsdauern beeinflusst den zeitlichen Verlauf der Aufwandserfassung. Der Buchwert der aktivierten Vertragsanbahnungs- und Vertragserfüllungskosten betrug zum 31. Dezember 2024 344.738 T€ (Vorjahr: 303.145 T€).
Wertminderung von nicht-finanziellen Vermögenswerten
Der Konzern überprüft den Firmenwert und andere immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer sowie noch nicht nutzbare Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer mindestens einmal jährlich sowie bei Vorliegen entsprechender Anhaltspunkte auf mögliche Wertminderung. Hierbei wird der erzielbare Betrag der entsprechenden zahlungsmittelgenerierenden Einheit, der der Firmenwert bzw. die immateriellen Vermögenswerte zugeordnet ist, entweder als „Nutzungswert“ oder als beizulegender Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten ermittelt. Der Buchwert der Firmenwerte betrug zum 31. Dezember 2024 3.632.744 T€ (Vorjahr: 3.628.849 T€).
Zur Schätzung des Nutzungswerts oder des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten muss das Management die voraussichtlichen künftigen Cashflows des Vermögenswerts oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit schätzen und einen angemessenen Abzinsungssatz wählen, um den Barwert dieser Cashflows zu ermitteln.
Für weitere Einzelheiten, einschließlich einer Sensitivitätsanalyse der wesentlichen Annahmen, wird auf die Anhangangabe zu „Wertminderungen des Geschäfts- oder Firmenwerts und der immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer“ verwiesen.
Zu den wesentlichen Annahmen des Managements im Hinblick auf die Bestimmung des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten gehören Annahmen bezüglich der Umsatzentwicklung, Margenentwicklung und des Diskontierungszinssatzes.
Fortschreibung und Werthaltigkeitsprüfung von Beteiligungen an
assoziierten Unternehmen
Der United Internet Konzern hält zum Bilanzstichtag Anteile an verschiedenen assoziierten Unternehmen. Soweit die Gegenleistung zum Erwerb der Anteile durch Einbringung eines Tochterunternehmens oder einer anderen Beteiligung erfolgt, sind die Anschaffungskosten des assoziierten Unternehmens durch eine Unternehmensbewertung zu ermitteln. Diese Bewertung ist eng verbunden mit den Annahmen und Schätzungen, die das Management bezüglich der künftigen Entwicklung des jeweiligen Unternehmens getroffen hat sowie des anzuwendenden Diskontierungszinssatzes.
Zum Bilanzstichtag überprüft der Konzern gemäß IAS 28.40, ob hinsichtlich der Nettoinvestition des
United Internet Konzerns in das jeweilige assoziierte Unternehmen die Berücksichtigung eines zusätzlichen Wertminderungsaufwands erforderlich ist.
Die Fortschreibung der Anteile an assoziierten Unternehmen erfolgt auf Basis der anteiligen Jahresergebnisse. Sofern die Jahresergebnisse für das Geschäftsjahr nicht bekannt sind, erfolgt eine Schätzung auf Basis der letzten öffentlich zugänglichen Finanzinformationen des jeweiligen assoziierten Unternehmens.
Die erzielbaren Beträge nicht börsennotierter Unternehmen berücksichtigen neben den für das jeweilige Unternehmen vorliegenden Vergangenheitserfahrungen auch Erwartungen über die voraussichtliche zukünftige Entwicklung. Diesen Erwartungen liegen zahlreiche Annahmen zugrunde, so dass die Ermittlung der erzielbaren Beträge ermessensabhängig ist. Der Buchwert der Anteile an nicht-börsennotierten assoziierten Unternehmen belief sich zum 31. Dezember 2024 auf 124.943 T€ (Vorjahr: 373.205 T€).
Aktienbasierte Vergütung
Für aktienbasierte Vergütungsvereinbarungen werden die Kosten aus Vereinbarungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente mit dem beizulegenden Zeitwert dieser Eigenkapitalinstrumente zum Zeitpunkt ihrer Gewährung bemessen. Zur Schätzung des beizulegenden Zeitwerts muss für die Gewährung von Eigenkapitalinstrumenten ein geeignetes Bewertungsverfahren bestimmt werden; dieses ist abhängig von den Vertragsbedingungen. Es ist weiterhin die Bestimmung geeigneter in dieses Bewertungsverfahren einfließender Daten, darunter insbesondere die voraussichtliche Optionslaufzeit, Volatilität, Ausübungsverhalten und Dividendenrendite sowie entsprechende Annahmen erforderlich.
Im Geschäftsjahr sind Aufwendungen aus aktienbasierter Vergütung in Höhe von 10.617 T€ (Vorjahr: 8.176 T€) entstanden.
Steuern
Unsicherheiten bestehen hinsichtlich der Auslegung komplexer steuerrechtlicher Vorschriften sowie der Höhe und des Entstehungszeitpunkts künftig zu versteuernder Ergebnisse. Dem folgend sowie angesichts der Komplexität bestehender vertraglicher Vereinbarungen ist es möglich, dass Abweichungen zwischen den tatsächlichen Ergebnissen und den getroffenen Annahmen bzw. künftige Änderungen solcher Annahmen in Zukunft Anpassungen des bereits erfassten Steuerertrags und Steueraufwands erfordern.
Der Konzern bildet, basierend auf vernünftigen Schätzungen, Verbindlichkeiten für mögliche Auswirkungen steuerlicher Außenprüfungen in den Ländern, in denen er tätig ist. Die Höhe solcher Verbindlichkeiten basiert auf verschiedenen Faktoren, wie beispielsweise der Erfahrung aus früheren steuerlichen Außenprüfungen und unterschiedlichen Auslegungen der steuerrechtlichen Vorschriften durch das steuerpflichtige Unternehmen und die zuständige Steuerbehörde. Solche unterschiedlichen Auslegungen können sich aus einer Vielzahl verschiedener Sachverhalte ergeben, abhängig von den Bedingungen, die im Sitzland des jeweiligen Konzernunternehmens vorherrschen. Der Buchwert der Ertragssteuerschulden betrug zum 31. Dezember 2024 48.004 T€ (Vorjahr: 87.996 T€) und betrifft im Wesentlichen die laufenden Steuern des Geschäftsjahres.
Latente Steueransprüche werden für nicht genutzte steuerliche Verluste in dem Maße angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass hierfür zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, sodass die Verlustvorträge tatsächlich genutzt werden können. Bei der Ermittlung der Höhe der latenten Steueransprüche, die aktiviert werden können, ist eine wesentliche Ermessensausübung des Managements bezüglich des erwarteten Eintrittszeitpunkts und der Höhe des künftig zu versteuernden Einkommens sowie der zukünftigen Steuerplanungsstrategien erforderlich.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte werden in der Bilanz abzüglich der vorgenommenen Wertberichtigungen ausgewiesen. Die Wertberichtigung erfolgt auf der Grundlage von erwarteten Kreditverlusten anhand regelmäßiger Überprüfungen sowie Bewertungen im Rahmen der Kreditüberwachung. Die hierzu getroffenen Annahmen über das Zahlungsverhalten und die Bonität der Kunden unterliegen wesentlichen Unsicherheiten. Der Buchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrug zum 31. Dezember 2024 545.713 T€ (Vorjahr: 545.935 T€). Der Buchwert der Vertragsvermögenswerte betrug zum 31. Dezember 2024 818.250 T€ (Vorjahr: 882.733 T€).
Vorräte
Vorräte sind mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte Verkaufserlös abzüglich der erwarteten notwendigen Kosten bis zum Veräußerungszeitpunkt. Die Bewertung fußt dabei unter anderem auch auf Gängigkeitsabschlägen. Die Höhe der Abschläge stellt eine bestmögliche Schätzung des Nettoveräußerungswerts dar und ist daher mit Schätzungsunsicherheiten behaftet. Die Buchwerte der Vorräte zum Bilanzstichtag betrugen 119.667 T€ (Vorjahr: 178.083 T€). Zu weiteren Informationen wird auf Anhangangabe 21 verwiesen.
Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte
Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte werden beim erstmaligen Ansatz zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden nach erstmaligem Ansatz linear über die angenommene wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Die angenommenen Nutzungsdauern basieren auf Erfahrungswerten und sind mit wesentlichen Unsicherheiten, insbesondere bezüglich unvorhergesehener technologischer Entwicklung, behaftet. Bei der Festlegung des Zeitpunkts der Aktivierung und des Abschreibungsbeginns für das 5G Funkspektrum wurden Ermessensentscheidungen getroffen.
Der Buchwert der Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer betrug zum 31. Dezember 2024 4.365.860 T€ (Vorjahr: 3.491.424 T€). Darin enthalten sind Frequenzlizenzen in Höhe von 988.102 T€ (Vorjahr: 1.028.921 T€).
Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten
Für die Dauer des Leasingverhältnisses wird ein Nutzungsrecht in Höhe des Barwerts der künftigen Leasingzahlungen zuzüglich anfänglicher direkter Kosten, Vorauszahlungen und Rückbaukosten sowie abzüglich erhaltener Anreizzahlungen aktiviert, der planmäßig über die Vertragslaufzeit amortisiert wird. Gleichzeitig erfolgt die Passivierung einer Leasingverbindlichkeit in Höhe der künftigen Leasingzahlungen vermindert um den Zinsanteil.
Die Verträge über die Geschäftsräume an den Standorten in Montabaur und Karlsruhe enthalten Verlängerungsoptionen. Für die Laufzeit dieser Verträge wurde aufgrund ihrer strategischen Bedeutung für den Konzern eine Laufzeit bis 2033 angenommen, mit Ausnahme zweier Verträge für im Jahr 2020 bezogene Gebäude in Karlsruhe mit einer angenommenen eine Laufzeit bis 2035. Für die Verträge für Bürogebäude an den anderen Standorten werden Verlängerungsoptionen überwiegend nicht in die Bestimmung der Laufzeit einbezogen, da diese Vermögenswerte vom Konzern ohne wesentliche Kosten ersetzt werden könnten.
Die Leasingverhältnisse für Antennenstandorte im Zusammenhang mit dem 1&1 Mobilfunknetz haben üblicherweise eine unkündbare Grundmietzeit von zwanzig Jahren. Verlängerungsoptionen werden nicht in die Laufzeit einbezogen, da zum Zeitpunkt des Abschlusses des Leasingverhältnisses nicht hinreichend sicher von einer Inanspruchnahme der Verlängerungsoptionen ausgegangen werden kann.
Für die Bewertung der Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten wird der Grenzfremdkapitalzinssatz herangezogen. Zur Ermittlung des Grenzfremdkapitalzinssatzes werden Referenzzinssätze für einen Zeitraum von bis zu 25 Jahren aus laufzeitadäquaten risikolosen Zinssätzen, erhöht um Kreditrisikoaufschläge abgeleitet.
Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen
Unternehmenszusammenschlüsse werden unter Zugrundelegung der Erwerbsmethode bilanziert. Geschäfts- oder Firmenwerte aus einem Unternehmenszusammenschluss ergeben sich bei erstmaligem Ansatz als Überschuss der Anschaffungskosten des Unternehmenserwerbs über die beizulegenden Zeitwerte der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden. Im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses anfallende Kosten werden als Aufwand erfasst und im sonstigen betrieblichen Aufwand ausgewiesen.
Die Bestimmung der zum Erwerbsstichtag jeweils beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten unterliegt dabei wesentlichen Schätzungsunsicherheiten. Bei der Identifizierung von immateriellen Vermögenswerten wird in Abhängigkeit von der Art des immateriellen Vermögenswerts und der Komplexität der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts entweder auf unabhängige Gutachten externer Bewertungsgutachter zurückgegriffen oder der beizulegende Zeitwert wird intern unter Verwendung einer angemessenen Bewertungstechnik für den jeweiligen immateriellen Vermögenswert ermittelt, deren Basis üblicherweise die Prognose der insgesamt erwarteten künftigen generierten Zahlungsmittel ist. Diese Bewertungen sind eng verbunden mit den Annahmen und Schätzungen, die das Management bezüglich der künftigen Entwicklung der jeweiligen Vermögenswerte getroffen hat, sowie des anzuwendenden Diskontierungszinssatzes.
Rückstellungen
Eine Rückstellung wird dann gebildet, wenn der Konzern eine rechtliche oder faktische Verpflichtung aufgrund eines vergangenen Ereignisses hat, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung der Verpflichtung wahrscheinlich und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Solche Schätzungen unterliegen wesentlichen Unsicherheiten. Der Buchwert der Rückstellungen betrug zum 31. Dezember 2024 93.752 T€ (Vorjahr: 95.099 T€).
4. Unternehmenszusammenschlüsse und -beteiligungen
4.1 Unternehmenszusammenschlüsse des Geschäftsjahres
Im Geschäftsjahr 2024 sind wie im Vorjahr keine Unternehmenszusammenschlüsse durchgeführt worden.
4.2 Unternehmensbeteiligungen des Geschäftsjahres
Verwässerung und Verlust des maßgeblichen Einflusses auf die Beteiligung an Kublai/Tele Columbus
Zum 31. Dezember 2023 hielt United Internet eine Beteiligung von 40% an der Kublai GmbH, die 95,39 % der Tele Columbus AG hält. Ende 2023 beantragte die Mitgesellschafterin Hilbert Management GmbH, eine mittelbare Tochtergesellschaft der Morgan Stanley Infrastructure Inc. („MSI“), eine bedingte Kapitalerhöhung, der United Internet aufgrund der bestehenden Regelungen des Shareholders‘ Agreement zustimmen musste.
Aufgrund unterschiedlicher Auffassungen zwischen den Mitgesellschaftern MSI und United Internet über die zukünftige Finanzierung der Kublai GmbH nahm United Internet nicht an der Kapitalerhöhung teil. Weiterhin erachtete United Internet die der Kapitalerhöhung zugrunde gelegte Bewertung als unangemessen niedrig und die sich damit ergebende Verwässerung als zu weitreichend. United Internet kündigte daher bereits Ende 2023 das vertraglich vorgesehene Verwässerungsschutzverfahren an und behielt sich das Recht vor, die vertraglich angelegten Catch-up-Rechte zu einem späteren Zeitpunkt geltend zu machen und ihren Kapitalanteil wieder aufzustocken.
Die Kapitalerhöhung wurde Ende des ersten Quartals 2024 durchgeführt und führte rechnerisch zu einer Verwässerung der Beteiligung von United Internet an Kublai auf 4,71%. Da die Catch-up-Rechte zunächst als potenzielle Stimmrechte zu berücksichtigen waren, war mit der Verwässerung nicht unmittelbar der Verlust des maßgeblichen Einflusses verbunden.
Am 14. Juni 2024 gab die United Internet AG bekannt, keine weiteren Investitionen in die Kublai GmbH zu tätigen. Mit dieser Entscheidung verzichtete United Internet auf das Catch-up-Recht, die im Rahmen der Kapitalerhöhung erfolgte Verwässerung ihrer Anteile an Kublai von 4,71% wieder auf 40% aufzustocken. Die der durch MSI vollzogenen Kapitalerhöhung der Kublai GmbH zugrunde gelegte Bewertung wird weiterhin als unangemessen niedrig erachtet.
Erst mit dieser Entscheidung und deren Bekanntgabe am 14. Juni 2024 verlor United Internet letztlich den maßgeblichen Einfluss auf Kublai.
Bis zum Zeitpunkt des Verlusts des maßgeblichen Einflusses wurde ein Equity-Ergebnis mit der jeweils anteiligen Quote von insgesamt -32,3 Mio. € erfasst.
Ab dem Zeitpunkt des Verlusts maßgeblichen Einflusses stellte die Beteiligung einen finanziellen Vermögenswert nach IFRS 9 dar. Infolgedessen wurde die Beteiligung von "Anteilen an assoziierten Unternehmen" in "Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte" umgegliedert (siehe auch Anhangangaben 24 und 25).
Der zurückbehaltene Anteil war seitdem zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten und eine etwaige Differenz im Zeitpunkt des Übergangs zwischen
(a) dem beizulegenden Zeitwert des zurückbehaltenen Anteils und
(b) dem Buchwert der Beteiligung zum Zeitpunkt der Beendigung der Anwendung der Equity-Methode
erfolgswirksam zu erfassen.
Für das Geschäftsjahr 2024 ergab sich aus dem Verwässerungsverlust und dem Verlust des maßgeblichen Einflusses eine nicht-cashwirksame Wertminderung auf die Beteiligung an der Kublai GmbH in Höhe von insgesamt 170.533 T€.
Nach der Umgliederung werden die Anteile gemäß IFRS 9 zum beizulegenden Zeitwert erfasst, wobei Wertänderungen erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis (Fair Value through Other Comprehensive Income – FVOCI) berücksichtigt werden. Das Wahlrecht zur Abbildung der Wertänderung im OCI wurde getroffen, da die entsprechenden Werteffekte nicht Teil der operativen Ergebnisse der UI-Gruppe darstellen.
Zum Zeitpunkt des Verlusts des maßgeblichen Einflusses wurde die verbleibende 4,71%ige Beteiligung mit einem beizulegenden Zeitwert von 52,5 Mio. € erfasst. Die Wertänderung der Anteile auf 71.8 Mio. € bis zum Stichtag wurde in Höhe von 19,3 Mio. € im sonstigen Ergebnis (OCI) erfasst.
United Internet hat bereits das vertraglich vorgesehene Verwässerungsschutzverfahren eingeleitet und die von MSI vorgenommene Bewertung zur Überprüfung einem Schiedsgericht vorgelegt. Sollte das Gericht der Auffassung von United Internet folgen und die vor der Kapitalerhöhung beauftragte Bewertung bestätigen, könnte United Internet ein Ausgleichsbetrag von ca. 300 Mio. € zugesprochen werden. Bei einer abweichenden Auffassung des Gerichts könnte der zugesprochene Anspruch bzw. Ausgleichsbetrag entsprechend geringer ausfallen. Die bilanziellen Voraussetzungen für eine erfolgswirksame Erfassung eines etwaigen Ausgleichsbetrags sind bislang nicht erfüllt (Eventualforderung).
Geplante Aufgabe der Geschäftsfelder „Energy“ und „De-Mail“
Im März 2024 haben Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen, die Geschäftsfelder „Energy“ und „De-Mail“ im Segment ‚Consumer Applications‘ nicht fortzuführen. Der aus der Einstellung resultierende Saldo der Vermögenswerte und Schulden ist nicht wesentlich.
Veräußerung IONOS Aktien durch Warburg Pincus
Nach der Veräußerung von IONOS Aktien durch Warburg Pincus im Geschäftsjahr 2024 hat sich deren Beteiligungsquote von 21,2 % auf 16,2 % reduziert. 19,7 % befinden sich im Streubesitz. Der Anteil der United Internet an IONOS beträgt unverändert 63,8 %. Darüber hinaus hält die IONOS Group 0,3 % eigene Aktien.
4.3 Unternehmensbeteiligungen des Vorjahres
Börsengang IONOS
Am 8. Februar 2023 fand der Börsengang der IONOS Group SE statt. Die Aktien der IONOS Group SE werden seit diesem Tag am regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse (Prime Standard) unter der ISIN: DE000A3E00M1, WKN: A3E00M, Ticker Symbol: IOS notiert.
Aus dem Anteilsverkauf erhielt United Internet einen Bruttoerlös von rund 292 Mio. €, während sich das gesamte Platzierungsvolumen auf rund 389 Mio. € belief.
Nach dem Börsengang der IONOS Group SE hielten United Internet 63,8 % und Warburg Pincus 21,2 % der IONOS Aktien. 15,0 % befanden sich in Streubesitz (Freefloat).
Erwerb der Anteile an der Street Media GmbH
Der Konzern hat am 5. September 2023 28,7 % der Anteile der Street Media GmbH, mit Sitz in Berlin erworben und diese seither als assoziiertes Unternehmen nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.
Eine zusätzliche Einlage von 1.490 T€ ist am 2. Oktober 2023 in das Eigenkapital der Street Media GmbH erfolgt, wobei sich die Beteiligungsquote durch diese Transaktion nicht veränderte. Die Gesamtanschaffungskosten für den Anteilserwerb summierten sich auf 1.567 T€. Die Street Media GmbH zeichnet sich durch ihre Spezialisierung auf die Entwicklung und das Management von digitalen Medienprojekten aus.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
5. Umsatzerlöse / Segmentberichterstattung
Nach IFRS 8 basiert die Identifikation von berichtspflichtigen operativen Segmenten auf dem sogenannten Managementansatz. Danach erfolgt die externe Berichterstattung auf Basis der konzerninternen
Organisations- und Managementstruktur sowie der internen Finanzberichterstattung an das oberste Führungsgremium (Chief Operating Decision Maker). In der United Internet Gruppe ist der Vorstand der United Internet AG verantwortlich für die Bewertung und Steuerung des Geschäftserfolgs der Segmente.
Die operative Geschäftstätigkeit des Konzerns gliedert sich in die beiden Geschäftsbereiche „Access“ und „Applications“, die sich wiederum in die Segmente „Consumer Access“ und „Business Access“ sowie „Consumer Applications“ und „Business Applications“ unterteilen.
Eine Beschreibung der Produkte und Dienstleistungen findet sich in Abschnitt 2.1 unter den Ausführungen zur Umsatzrealisierung. Unter dem Segment „Corporate“ werden im Wesentlichen Holdingfunktionen subsumiert.
Die Steuerung durch den Vorstand der United Internet AG erfolgt überwiegend auf Basis von Ergebniskennzahlen. Dabei misst der Vorstand der United Internet AG den Erfolg der Segmente primär anhand der Umsatzerlöse und des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA). Transaktionen zwischen den Segmenten werden zu Marktpreisen berechnet. Die Informationen zu den Umsatzerlösen sind dem Land, in dem das Unternehmen seinen Sitz hat, zugeordnet. Bei der Überleitung werden die Ergebnisse der Segmente auf die Gesamtsumme der United Internet Gruppe übergeleitet.
Die Segmentberichterstattung der United Internet AG stellt sich für das Geschäftsjahr 2024 wie folgt dar:
Januar - Dezember 2024 (m€)
Segment Consumer Access
Segment Business Access
Segment Consumer Applications
Segment Business Applications
Corporate
Überleitung/
Konsolidierung
United Internet-Gruppe
Segmentumsatz
4.064,3
574,9
324,5
1.560,3
151,0
–345,8
6.329,2
- davon Inland
4.064,3
574,9
322,4
897,4
151,0
–345,8
5.664,2
- davon Ausland
0,0
0,0
2,1
662,9
0,0
0,0
665,0
Segmentumsatz aus Transaktionen mit anderen Segmenten
16,0
105,6
33,6
45,7
144,9
0,0
345,8
Segmentumsatz aus Verträgen mit Kunden
4.048,3
469,3
291,0
1.514,6
6,1
0,0
6.329,2
- davon Inland
4.048,3
469,3
288,8
851,7
6,1
0,0
5.664,2
- davon Ausland
0,0
0,0
2,1
662,9
0,0
0,0
665,0
Umsatzkosten
–3.022,1
–548,2
–141,1
–801,2
–29,6
216,4
–4.325,7
EBITDA
590,8
165,0
112,5
430,2
2,4
–7,0
1.294,0
Finanzergebnis
 
 
 
 
 
 
–136,8
Ergebnis aus at-equity bilanzierten Unternehmen
 
 
 
 
 
 
–28,8
Ergebnis aus dem Verlust des maßgeblichen Einflusses
 
 
 
 
 
 
–170,5
EBT
 
 
 
 
 
 
302,6
Steueraufwendungen
 
 
 
 
 
 
–244,3
Konzernergebnis
 
 
 
 
 
 
58,3
Vermögenswerte (langfristig)
2.935,7
402,2
227,5
1.197,4
1.065,5
–1.984,8
3.843,6
- davon Inland
2.935,7
402,2
227,2
858,4
1.065,5
–1.984,8
3.504,3
- davon Anteile an assoziierten Unternehmen
0,0
0,0
0,0
2,4
122,5
---
124,9
- davon sonstige finanzielle Vermögenswerte
2,7
4,0
1,7
364,9
943,0
–1.230,3
85,9
- davon Firmenwerte
2.932,9
398,3
225,5
491,2
0,0
–754,5
3.293,5
- davon Ausland
0,0
0,0
0,4
339,0
0,0
0,0
339,3
- davon Anteile an assoziierten Unternehmen
0,0
0,0
0,0
0,1
0,0
---
0,1
- davon sonstige finanzielle Vermögenswerte
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
- davon Firmenwerte
0,0
0,0
0,4
338,9
0,0
0,0
339,3
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
(ohne Firmenwerte)
625,0
576,3
14,4
91,5
12,4
–3,2
1.316,3
Anzahl der Mitarbeiter
3.281
1.640
1.109
4.226
716
---
10.972
- davon Inland
3.281
1.640
1.106
2.255
716
---
8.998
- davon Ausland
0
0
3
1.971
0
---
1.974

Die Segmentberichterstattung der United Internet AG stellt sich für das Geschäftsjahr 2023 wie folgt dar:
Januar - Dezember 2023 (m€)
Segment Consumer Access
Segment Business Access
Segment Consumer Applications
Segment Business Applications
Corporate
Überleitung/
Konsolidierung
United Internet-Gruppe
Segmentumsatz
4.096,7
564,0
304,3
1.423,7
156,5
–331,9
6.213,2
- davon Inland
4.096,7
564,0
302,0
759,5
156,5
–322,4
5.556,3
- davon Ausland
0,0
0,0
2,2
664,3
0,0
–9,6
656,9
Segmentumsatz aus Transaktionen mit anderen Segmenten
15,0
92,7
28,4
45,5
150,3
0,0
331,9
Segmentumsatz aus Verträgen mit Kunden
4.081,7
471,3
275,8
1.378,2
6,2
0,0
6.213,2
- davon Inland
4.081,7
471,3
273,6
723,5
6,2
0,0
5.556,3
- davon Ausland
0,0
0,0
2,2
654,7
0,0
0,0
656,9
Umsatzkosten
–2.937,7
–510,0
–129,3
–737,9
–25,9
195,6
–4.145,1
EBITDA
653,8
162,9
103,5
385,4
206,7
–220,3
1.292,1
Finanzergebnis
 
 
 
 
 
 
–98,2
Ergebnis aus at-equity bilanzierten Unternehmen
 
 
 
 
 
 
–58,1
Ergebnis aus dem Verlust des maßgeblichen Einflusses
 
 
 
 
 
 
0,0
EBT
 
 
 
 
 
 
597,6
Steueraufwendungen
 
 
 
 
 
 
–235,4
Konzernergebnis
 
 
 
 
 
 
362,2
Vermögenswerte (langfristig)
2.935,5
398,4
227,7
1.205,5
1.071,9
–1.828,6
4.010,4
- davon Inland
2.935,5
398,4
227,4
869,1
1.071,9
–1.828,6
3.673,7
- davon Anteile an assoziierten Unternehmen
0,0
0,0
0,0
3,0
368,9
---
371,9
- davon sonstige finanzielle Vermögenswerte
2,6
0,1
1,9
374,9
703,0
–1.074,1
8,4
- davon Firmenwerte
2.932,9
398,3
225,5
491,2
0,0
–754,5
3.293,4
- davon Ausland
0,0
0,0
0,3
336,4
0,0
0,0
336,7
- davon Anteile an assoziierten Unternehmen
0,0
0,0
0,0
1,3
0,0
---
1,3
- davon sonstige finanzielle Vermögenswerte
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
- davon Firmenwerte
0,0
0,0
0,3
335,1
0,0
0,0
335,4
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
(ohne Firmenwerte)
411,0
555,8
15,7
95,8
16,1
–5,3
1.089,1
Anzahl der Mitarbeiter
3.320
1.522
1.072
4.364
684
---
10.962
- davon Inland
3.320
1.522
1.069
2.386
684
---
8.981
- davon Ausland
0
0
3
1.978
0
---
1.981

Die langfristigen Vermögenswerte der Segmente umfassen die Anteile an assoziierten Unternehmen,
die sonstigen finanziellen Vermögenswerte und die Firmenwerte.
Der Umsatz des Geschäftssegments „Consumer Access“ aus Verträgen mit Kunden beinhaltet im Geschäftsjahr 2024 745.171 T€ Umsatz mit Hardware (Vorjahr: 838.444 T€). Der Umsatz des Geschäftssegments „Business Access“ aus Verträgen mit Kunden beinhaltet im Geschäftsjahr 2024 15.385 T€ Umsatz mit Hardware (Vorjahr: 16.364 T€). Die restlichen Umsätze der beiden Geschäftssegmente entfallen jeweils auf Umsätze mit Dienstleistungen. Die übrigen Geschäftssegmente beinhalten ausschließlich Umsätze mit Dienstleistungen.
Aus der Kundenstruktur hat sich in den Berichtsjahren keine wesentliche Konzentration auf einzelne Kunden ergeben. In der United Internet Gruppe wurden, wie im Vorjahr, mit keinem Kunden mehr als 10 % der gesamten externen Umsatzerlöse generiert. Die Auslandsumsätze betrugen 10,5 % (Vorjahr: 10,6 %) des Konzernumsatzes.
Das oberste Führungsgremium überwacht neben Investitionen lediglich die Anteile an assoziierten Unternehmen, die langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte sowie die Firmenwerte. Die in den Segmenten dargestellten Abschreibungen beziehen sich auf übrige, nicht überwachte immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, da diese nach Festlegung der entsprechenden Nutzungsdauer weitgehend einem gewissen Automatismus unterliegen.
Die Vertragssalden haben sich im Geschäftsjahr 2024 wie nachfolgend dargestellt entwickelt:
in T€
31.12.2024
31.12.2023
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Anhangangabe 19)
545.713
543.696
Vertragsvermögenswerte (Anhangangabe 20)
818.250
882.733
Vertragsverbindlichkeiten (Anhangangabe 32)
215.009
207.691
Der Rückgang der Vertragsvermögenswerte gegenüber dem Vorjahr ist im Wesentlichen auf den reduzierten Hardware-Umsatz im Geschäftsjahr 2024 zurückzuführen.
Im Geschäftsjahr 2024 wurden 175.033 T€ (Vorjahr: 157.093 T€) als Umsatzerlöse realisiert, die in den Vertragsverbindlichkeiten zu Beginn des Geschäftsjahres enthalten waren.
Der Gesamtbetrag des Transaktionspreises der zum Ende der Berichtsperiode nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen beträgt zum 31. Dezember 2024 1.742.270 T€. Die folgende Tabelle zeigt die Zeitbänder, in denen mit einer Realisierung der zum Stichtag bestehenden Transaktionspreise aus noch nicht erfüllten oder teilweise unerfüllten Leistungsverpflichtungen zu rechnen ist:
in T€
Gesamt
2025
2026
>2026
Consumer Access
1.496.901
1.144.073
352.828
0
Business Access
228.764
105.084
54.740
68.940
Consumer Applications
7.808
7.416
392
0
Business Applications
7.129
4.560
2.199
370
Summe
1.740.603
1.261.133
410.159
69.311

Der Gesamtbetrag des Transaktionspreises der zum Ende der Berichtsperiode nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen betrug zum 31. Dezember 2023 1.915.122 T€. Die folgende Tabelle zeigt die Zeitbänder, in denen mit einer Realisierung der zum Stichtag bestehenden Transaktionspreise aus noch nicht erfüllten oder teilweise unerfüllten Leistungsverpflichtungen zu rechnen war:
in T€
Gesamt
2024
2025
>2025
Consumer Access
1.553.503
1.140.640
412.862
0
Business Access
344.767
155.048
84.816
104.902
Consumer Applications
9.651
8.406
1.246
0
Business Applications
7.201
2.742
1.858
2.602
Summe
1.915.122
1.306.836
500.783
107.504
Die dargestellten Transaktionspreise beziehen sich auf unerfüllte Leistungsverpflichtungen aus Verträgen mit Kunden mit einer ursprünglichen Vertragslaufzeit von mehr als 12 Monaten. Sie beziehen sich auf Dienstleistungskomponenten mit zeitraumbezogener Umsatzrealisierung und auf Verträge, für die ein Einmalentgelt fakturiert wurde und welches nun über die einschlägige ursprüngliche Mindestvertragslaufzeit als Umsatzerlös erfasst wird.
6. Umsatzkosten
T€
2024
2023
Aufwand für bezogene Leistungen
2.400.046
2.329.908
Aufwand für bezogene Waren
884.549
930.318
Abschreibungen
494.450
383.181
Personalaufwendungen
332.811
305.100
Sonstiges
213.855
196.629
Gesamt
4.325.710
4.145.136
Die Umsatzkosten sind im Verhältnis zu den Umsatzerlösen gegenüber dem Vorjahr auf 68,3 % (Vorjahr: 66,7 %) gestiegen, was zu einem Rückgang der Bruttomarge auf 31,7 % (Vorjahr: 33,3 %) führte.
Der Anstieg der Umsatzkosten spiegelt höhere Abschreibungen aus dem 5G Bereich und höheren Aufwand für bezogene Leistungen wider. Für weitere Details wird auf die Anhangangabe 11 verwiesen.
Die Sonstigen Umsatzkosten beinhalten im Wesentlichen Betriebskosten der Rechenzentren sowie Logistikaufwendungen.
7. Vertriebskosten
T€
2024
2023
Personalaufwendungen
360.493
336.488
Marketingaufwendungen
292.564
294.616
Vertriebsprovisionen
147.322
124.753
Abschreibungen
121.569
120.379
Sonstiges
59.917
66.924
Gesamt
981.865
943.160
Die Vertriebskosten sind im Verhältnis zu den Umsatzerlösen mit 15,5 % (Vorjahr: 15,2 %) leicht gestiegen. Die sonstigen Vertriebskosten beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen für Kundenpflege und Produktmanagement.
8. Verwaltungskosten
T€
2024
2023
Personalaufwendungen
125.065
118.391
Abschreibungen
39.231
34.533
Rücklastschriftgebühren und sonstige Kosten des Geldverkehrs
29.130
27.049
Rechts- und Beratungskosten
19.997
22.729
Instandhaltungskosten
14.498
12.206
Sonstiges
59.849
61.015
Gesamt
287.770
275.924
Die sonstigen Verwaltungskosten beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen im Zusammenhang mit Debitorenmanagement, Fremdleistungen, Versicherungsbeiträge sowie Abschluss und Prüfungskosten.
9. Sonstige betriebliche Aufwendungen / Erträge
9.1 Sonstige betriebliche Aufwendungen
T€
2024
2023
Aufwendungen aus Fremdwährungsumrechnung
14.386
10.438
Derivate
30
6.654
Periodenfremde Aufwendungen
4.787
5.622
Sonstige Steuern
1.043
2.858
Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen
284
478
Sonstiges
5.661
7.284
Gesamt
26.189
33.334
Die Aufwendungen aus der Fremdwährungsumrechnung enthalten im Wesentlichen Verluste aus Kursänderungen zwischen Entstehungs- und Zahlungszeitpunkt von Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten sowie Kursverluste aus der Bewertung zum Stichtagskurs. Kursgewinne aus diesen Posten werden unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Eine saldierte Betrachtung führt zu einem Nettoaufwand von 3.511 T€ (Vorjahr: Nettoaufwand von 707 T€). Im Vorjahr sind unter „Sonstiges“ im Wesentlichen Aufwendungen für den im Vorjahr erfolgten Börsengang der IONOS Group SE enthalten.
9.2 Sonstige betriebliche Erträge
T€
2024
2023
Erträge aus Mahngebühren und Rücklastschriften
39.125
34.015
Erträge aus Fremdwährungsumrechnung
10.875
9.731
Periodenfremde Erträge
2.630
7.215
Erträge Abgang Sachanlagen
1.784
1.274
Derivate
2.071
316
Erträge Auflösung Rückstellungen
1.791
1
Sonstiges
13.722
8.013
Gesamt
71.998
60.565
Die Erträge aus der Fremdwährungsumrechnung enthalten im Wesentlichen Gewinne aus Kursänderungen zwischen Entstehungs- und Zahlungszeitpunkt von Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten sowie Kursgewinne aus der Bewertung zum Stichtagskurs. Kursverluste aus diesen Posten werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.
10. Wertminderungsaufwendungen auf Forderungen und
Vertragsvermögenswerte
Die Wertminderungsaufwendungen auf Forderungen und Vertragsvermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:
T€
2024
2023
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
82.486
69.215
Vertragsvermögenswerte
58.451
53.048
Gesamt
140.936
122.264
Der Anstieg der Wertberichtigungen begründet sich im Wesentlichen mit einem gegenüber dem Vorjahr verschlechterten Zahlungsverhalten der Kunden.

11. Abschreibungen und Wertminderungen
Die Abschreibungen und Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen setzen sich wie folgt zusammen:
T€
2024
2023
Umsatzkosten
494.450
383.181
Vertriebskosten
121.569
120.379
Verwaltungskosten
39.231
34.533
Gesamt
655.250
538.093
Die Abschreibungen beinhalten auch die Abschreibungen auf die im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierten Vermögenswerte. Diese verteilen sich auf die aktivierten Vermögenswerte wie folgt:
T€
2024
2023
Immaterielle Vermögenswerte
 
 
Kundenstamm / Auftragsbestand
108.629
108.495
Software
2.264
2.264
 
110.893
110.759
Materielle Vermögenswerte
 
 
Netzinfrastruktur
3.165
3.281
Gesamt
114.058
114.040
Die Werthaltigkeitsüberprüfung der immateriellen Vermögenswerte, die einer unbestimmten Nutzungsdauer unterliegen, wurde zum Bilanzstichtag auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten vorgenommen.

Die Abschreibungen auf im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierte Vermögenswerte verteilen sich auf die Unternehmenszusammenschlüsse wie folgt:
T€
2024
2023
1&1
84.696
84.705
STRATO
13.297
13.297
1&1 Versatel
8.772
8.907
home.pl
3.017
2.862
we22
2.416
2.409
World4You
1.847
1.847
Cronon
12
12
Gesamt
114.058
114.040
12. Personalaufwendungen
Die Personalaufwendungen verteilen sich auf die Funktionsbereiche wie folgt:
T€
2024
2023
Umsatzkosten
332.811
305.100
Vertriebskosten
360.493
336.488
Verwaltungskosten
125.065
118.391
Gesamt
818.368
759.979
Die Personalaufwendungen beinhalten Aufwendungen für Löhne und Gehälter in Höhe von 697.750 T€ (Vorjahr: 647.320 T€) und Aufwendungen im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von 120.618 T€ (Vorjahr: 112.658 T€). Der Anstieg der Personalaufwendungen ist im Wesentlichen bedingt durch höhere Gehaltanpassungen. Personalaufwendungen im Zusammenhang mit Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen belaufen sich auf insgesamt 10.617 T€ (Vorjahr: 8.176 T€).
Die Anzahl der Mitarbeiter stieg geringfügig gegenüber dem Vorjahr von 10.962 Mitarbeitern auf 10.972 Mitarbeiter zum Jahresende:
 
2024
2023
Inland
8.998
8.981
Ausland
1.974
1.981
davon Philippinen
504
464
davon Spanien
444
446
davon Polen
319
339
davon Großbritannien
242
273
davon Rumänien
284
261
davon USA
114
118
davon Österreich
58
72
davon Frankreich
9
8
Gesamt
10.972
10.962
davon männlich
68 %
67 %
davon weiblich
32 %
33 %
Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter im Geschäftsjahr 2024 belief sich auf 10.965 (Vorjahr: 10.717), davon im Inland 8.983 (Vorjahr: 8.755) und im Ausland 1.982 (Vorjahr: 1.962).
Für die betriebliche Altersversorgung bestehen im Konzern beitragsorientierte Zusagen. Bei den beitragsorientierten Zusagen (Defined Contribution Plans) zahlt das Unternehmen aufgrund gesetzlicher Bestimmungen Beiträge an staatliche Rentenversicherungsträger. Mit Zahlung der Beiträge bestehen für das Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen. Die laufenden Beitragszahlungen sind als Aufwand des jeweiligen Jahres ausgewiesen. Sie beliefen sich im Geschäftsjahr 2024 auf insgesamt 48.529 T€ (Vorjahr: 45.150 T€) und betrafen überwiegend in Deutschland für die gesetzliche Rentenversicherung geleistete Beiträge.
Hiervon entfielen aufgrund von Beitragsbefreiungen 0 T€ (Vorjahr: 0 T€) auf Beitragszahlungen für
nahestehende Personen.
13. Finanzierungsaufwendungen
T€
2024
2023
Darlehen und Kontokorrentkredite
105.344
65.600
Finanzierungskosten aus Leasingverhältnissen
35.645
21.347
Folgebewertung Kaufpreisverbindlichkeit
15.155
7.812
Bewertung eingebettete Derivate
3.381
40.106
Zinsaufwand aus Stundung der Frequenzverbindlichkeiten
5.631
6.050
Zinsaufwand aus steuerlicher Betriebsprüfung
1.404
1.090
Sonstige
754
1.085
Summe Finanzierungsaufwendungen
167.314
143.091
Die Folgebewertung Kaufpreisverbindlichkeit und die Bewertung eingebettete Derivate betreffen die ergebniswirksame Bewertung der im Rahmen der Beteiligung von Warburg Pincus im Geschäftsbereich Business Applications vereinbarten Kaufpreisverbindlichkeiten und Derivate, deren Bewertung insbesondere vom Unternehmenswert der IONOS Group SE abhängt. Für weitere Informationen wird auf die Anhangangabe 34.1 verwiesen.
Der Zinsaufwand aus Stundung der Frequenzverbindlichkeiten resultiert aus der Vereinbarung mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Netzinfrastruktur, nach der die Zahlungsverpflichtung für die Mobilfunkfrequenzen bis zum Jahr 2030 gestreckt wurde. Für weitere Details wird auf die Anhangangabe 34.3 verwiesen.
Bezüglich der Finanzierungskosten aus Leasingverhältnissen wird auf Anhangangabe 45 verwiesen.
14. Finanzerträge
T€
2024
2023
Bewertung eingebettete Derivate
25.303
12.167
Folgebewertung Kaufpreisverbindlichkeit
2.424
30.693
Zinserträge aus Leasingverhältnissen
739
627
Erträge aus Ausleihungen an assoziierte Unternehmen
293
467
Zinserträge aus steuerlicher Betriebsprüfung
643
417
Sonstige Finanzerträge
1.140
529
Summe Finanzerträge
30.541
44.899
Die Bewertung eingebettete Derivate und die Folgebewertung Kaufpreisverbindlichkeit betreffen die ergebniswirksame Bewertung der im Rahmen der Beteiligung von Warburg Pincus im Geschäftsbereich Business Applications vereinbarten Derivate und Kaufpreisverbindlichkeiten. Für weitere Informationen wird auf die Anhangangabe 34.1 verwiesen.
Die sonstigen Finanzerträge umfassen im Wesentlichen Zinserträge aus Guthaben bei Kreditinstituten. Hinsichtlich der Erträge aus Ausleihungen an assoziierte Unternehmen wird auf die Anhangangabe 42 verwiesen.

15. Ertragsteuern
Die Steueraufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:
T€
2024
2023
Tatsächliche Ertragsteuern
 
 
- Deutschland
–156.263
–259.213
- Ausland
–17.097
–16.717
Gesamt (laufende Periode)
–173.360
–275.930
Latente Steuern
 
 
- aufgrund steuerlicher Verlustvorträge
–70.890
–577
- aufgrund steuerlicher Zinsvorträge
4.241
30.697
- steuerliche Wirkung auf temporäre Unterschiede
–4.096
9.119
- aufgrund von Steuersatzänderungen
–162
1.297
Gesamte latente Steuern
–70.906
40.536
Gesamter Steueraufwand
–244.266
–235.394
Nach dem deutschen Steuerrecht setzen sich die Ertragsteuern aus Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer sowie Solidaritätszuschlag zusammen.
Der effektive Gewerbesteuersatz hängt davon ab, in welchen Gemeinden der Konzern tätig ist. Der durchschnittliche Gewerbesteuersatz im Geschäftsjahr 2024 beträgt ca. 15,55 % (Vorjahr: 15,60 %).
Unabhängig davon, ob das Ergebnis thesauriert oder ausgeschüttet wird, betrug der Körperschaftsteuersatz in Deutschland unverändert zum Vorjahr 15 %. Zusätzlich wird ein Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 % auf die festgesetzte Körperschaftsteuer erhoben.
Die tatsächlichen Ertragsteueraufwendungen enthalten neben den Steuern auf das laufende Ergebnis periodenfremde Steuererträge in Höhe von 49 T€ (Vorjahr: Steueraufwendungen 4.579 T€).
Latente Steueransprüche auf steuerliche Verlustvorträge, Zinsvorträge sowie temporäre Differenzen werden angesetzt, sofern es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuerndes Ergebnis verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähige temporäre Differenz verwendet werden kann.
Die aktiven latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge verteilen sich auf die Länder wie folgt:
T€
2024
2023
Deutschland
15.608
86.035
Großbritannien
0
464
Gesamt
15.608
86.499
Latente Steuern auf Verlustvorträge betreffen insbesondere die steuerlichen Verlustvorträge eines ertragsteuerlichen Organkreises im Konzern, dem die 1&1 Versatel Gruppe im Geschäftsjahr 2024 hinzugefügt wurde. Unter Berücksichtigung erheblicher zu versteuernder temporärer Differenzen begründet sich die Realisierung der Verlustvorträge insbesondere durch die strategische Bedeutung der Versatel als Intercompany Dienstleister bei den bestehenden Layer II Produkten der 1&1 Telecom GmbH und durch wesentliche positive Ergebnisprognosen sowie die geplante Bereitstellung des Backbone-Netzes für den Aufbau des 5G Mobilfunknetzes der 1&1 AG sowie den Erträgen aus der 1&1 Mail & Media, die ebenfalls zum Organkreis der United Internet AG gehört. Die aktiven latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge des Vorjahres betrafen die steuerlichen Verlustvorträge der 1&1 Versatel Gruppe, die im Vorjahr in keinen steuerlichen Organkreis eingebunden war.
Für die Nutzung steuerlicher Verlustvorträge bestehen in den einzelnen Ländern folgende Fristen:
USA: 20 Jahre für die vor 2018 entstandenen Verlustvorträge, zeitlich unbeschränkt für ab 2018 entstandene Verlustvorträge
Deutschland: Zeitlich unbeschränkt, jedoch Mindestbesteuerung
Die steuerlichen Verlustvorträge, auf die keine latenten Steuern gebildet wurden, betreffen folgende Länder (ohne Deutschland):
T€
2024
2023
USA Federal *
35.072
27.474
USA State **
587
620
Gesamt
35.659
28.094
*Steuersatz 21,0 %
**Steuersatz 0,2 %
Aufgeteilt nach den Ertragsteuerarten ergeben sich für Deutschland folgende Verlustvorträge, auf die keine latenten Steuern gebildet wurden:
 
2024
2023
T€
Körperschaftsteuer
Gewerbesteuer
Körperschaftsteuer
Gewerbesteuer
Deutschland
383.566
324.446
215.941
89.014
Die Verlustvorträge in Deutschland, auf die keine latenten Steuern gebildet wurden, betreffen vor allem Verlustvorträge der 1&1 Versatel Gruppe, sowie der United Internet AG, der 1&1 Energy GmbH, der CM4all GmbH und der we22 Solutions GmbH. Die Verlustvorträge der 1&1 Versatel GmbH, auf die im Vorjahr zum Teil keine latenten Steuern gebildet worden waren, wurden mit dem Beitritt in den ertragsteuerlichen UI-Organkreis im Geschäftsjahr 2024 festgeschrieben und können zu einem späteren Zeitpunkt wieder genutzt werden.
Die im deutschen Steuerrecht verankerte Zinsschranke begrenzt die Abzugsfähigkeit von Zinsaufwendungen für die Ermittlung der Ertragssteuern von Körperschaften. Zinsaufwendungen, die demnach nicht abgezogen werden können, werden zeitlich unbefristet in die folgenden Wirtschaftsjahre vorgetragen (Zinsvortrag).
Der Zinsvortrag des Konzerns, auf den keine latenten Steuern gebildet wurden, beträgt 13.259 T€ (Vorjahr: 0 T€).
Im Geschäftsjahr 2024 wurde auf den Zinsvortrag in Höhe von 23.008 T€ latente Steuer neu gebildet und ein Zinsvortrag in Höhe von 7.980 T€ genutzt, für den ein bestehender latenter Steueranspruch in Höhe von 2.081 T€ aufgelöst wurde.
Im Geschäftsjahr 2024 konnten keine Verlustvorträge (Vorjahr: 0 T€) genutzt werden, für die im Vorjahr eine latente Steuer angesetzt worden war.
Die latenten Steuern haben sich aus den folgenden Posten abgeleitet:
 
2024
2023
T€
Latente Steueransprüche
Passive
latente Steuern
Latente Steueransprüche
Passive
latente Steuern
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
2.040
8.237
1.317
10.530
Vorräte
158
94
151
40
Vertragsvermögenswerte - kurzfristig
0
168.796
0
181.583
Vertragsvermögenswerte - langfristig
0
54.427
0
60.640
Sonstige finanzielle Vermögenswerte – kurzfristig
2.094
12
570
21
Sonstige finanzielle Vermögenswerte – langfristig
39
941
42
526
Sonstige Vermögenswerte
0
6.673
0
6.693
Abgegrenzte Aufwendungen
215.202
122.957
217.979
97.421
Sachanlagen
1.990
21.050
1.968
20.489
Nutzungsrecht Leasing
595
341.384
79
248.183
Immaterielle Vermögenswerte
20.420
240.141
31.154
263.058
Sonstige Rückstellungen
51.975
6.910
43.174
7.197
Vertragsverbindlichkeiten
29.700
54.409
28.330
52.748
Sonstige Verbindlichkeiten
4.269
10.429
2.924
3.869
Leasingverbindlichkeit - kurzfristig
42.190
204
32.749
36
Leasingverbindlichkeit - langfristige
295.963
8.361
222.573
9.168
Bruttowert
666.633
1.045.026
583.010
962.202
Steuerliche Verlustvorträge
15.608
n.a.
86.499
n.a
Steuerliche Zinsvorträge
71.008
n.a.
66.766
n.a.
Saldierung
–694.282
–694.282
–669.183
–669.183
Konzernbilanz
58.967
350.745
67.092
293.020
Der Passivüberhang der latenten Steuern aus dem Vorjahr hat sich von 225.928 T€ auf einen Passivüberhang in Höhe von 291.778 T€ erhöht. Somit belief sich der Gesamtbetrag der Veränderung des Saldos latenter Steuern auf -65.850 T€ (Vorjahr: 27.455 T€). Ursächlich für diese Veränderung sind im Wesentlichen folgende Faktoren:
Verminderung der latenten Steueransprüche auf Verlustvorträge in Höhe von 70,9 Mio. €;
Verminderung der passiven latenten Steuern aus immateriellen Vermögenswerten im Zusammenhang mit den Abschreibungen aus Unternehmenserwerben um 12,2 Mio. €;
Verminderung der latenten Steueransprüche auf in der Steuerbilanz aktivisch abgegrenzte Hardware-Subventionen und übernommene Bereitstellungsentgelte um 14,0 Mio. €

Die Veränderung des Saldos latenter Steuern im Vorjahresvergleich lässt sich wie folgt überleiten:
T€
2024
2023
Latenter Steuerertrag + / Latenter Steueraufwand -
–70.906
40.536
Erfolgsneutral erfasste latente Steuereffekte
5.057
–13.081
Veränderung des Saldos latenter Steuern
–65.850
27.455
Die erfolgsneutral erfassten Steuereffekte resultieren zum größten Teil aus den Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen, welche direkt im Eigenkapital erfasst wurden.
Die Überleitung vom Gesamtsteuersatz auf den effektiven Steuersatz der fortgeführten Aktivitäten stellt sich wie folgt dar:
%
2024
2023
Erwarteter Steuersatz
31,4
31,4
Tatsächliche und latente Steuern Vorjahre
0,2
0,5
Steuerlich nicht abzugsfähige Abschreibungen auf finanzielle Vermögenswerte
–0,4
0,3
Steuerlich nicht abzugsfähige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte
0,0
0,2
Steuervergünstigte Veräußerungsgewinne sowie Beteiligungserträge
–1,2
1,2
Steuereffekte im Zusammenhang mit konzerninternen Ausschüttungen und Veräußerungen
0,4
0,2
Veränderung aufgrund von Steuersatzänderungen
–3,1
–1,7
Mitarbeiterbeteiligungsprogramme
0,7
0,3
Steuereffekte im Zusammenhang mit Begleichung konzerninterner wertberichtigter Ausleihungen
0,0
3,9
Nicht steuerbares Ergebnis aus dem Verlust des maßgeblichen Einflusses auf assoziierte Unternehmen
17,7
0,0
Wertberichtigung von in Vorjahren aktivierten steuerlichen Verlustvorträgen
28,4
0,0
Nutzung von Verlustvorträgen, auf die keine aktiven latenten Steuern angesetzt waren
–0,9
0,0
Nicht steuerbare At-equity-Ergebnisse
3,0
3,1
Gewerbesteuerliche Hinzurechnungen
2,1
1,5
Steuereffekte aus Zinsvorträgen
2,0
–1,7
Saldo von sonstigen steuerfreien Erträgen und nicht abzugsfähigen Aufwendungen
0,5
0,2
Effektiver Steuersatz
80,8
39,4
Der Posten „Nicht steuerbares Ergebnis aus dem Verlust des maßgeblichen Einflusses auf assoziierte Unternehmen“ steht im Zusammenhang mit der Wertminderung auf die Beteiligung an der Kublai GmbH (siehe auch Anhangangabe 24).
Der Posten „Wertberichtigung von in Vorjahren aktivierten steuerlichen Verlustvorträgen“ betrifft die in Vorjahren gebildeten latenten Steueransprüche auf Verlustvorträge der 1&1 Versatel Gruppe. Diese Verlustvorträge wurden im Geschäftsjahr 2024 infolge der Aufnahme der Gruppe in den ertragsteuerlichen UI Organkreis festgeschrieben und die latenten Steueransprüche dementsprechend aufgelöst.
Der Posten „Nicht steuerbare At-Equity-Ergebnisse“ betrifft im Wesentlichen anteilige Ergebnisse an den assoziierten Unternehmen Kublai GmbH und AWIN AG.
Der erwartete Steuersatz entspricht dem Steuersatz des Mutterunternehmens, United Internet AG.
Gemäß IAS 12 International Tax Reform – Pillar Two Model Rules wendet die United Internet Gruppe die vorübergehende, verpflichtende Ausnahme von der Bilanzierung latenter Steuern an, die sich aus der Einführung der globalen Mindestbesteuerung ergeben.
Von den für Pillar Two-Zwecke einzubeziehenden Jurisdiktionen haben die Nachfolgenden bereits finale Umsetzungsgesetze erlassen: Deutschland, Frankreich, Kanada, Polen, Österreich, Spanien, Rumänien und UK.
Eine umfassende Analyse der Finanzzahlen des Geschäftsjahre 2024 ergibt, dass sich nach dem derzeitigen Stand kein Land innerhalb der Gruppe als Niedrigsteuerland für Pillar-Two-Zwecke qualifiziert. Folglich ist im Geschäftsjahr 2024 keine zusätzliche Steuerbelastung zu erwarten.
Die Ertragsteueransprüche betreffen wie im Vorjahr vor allem Forderungen gegenüber Finanzbehörden in Deutschland und beliefen sich zum Stichtag auf 90.114 T€ (Vorjahr: 34.754 T€).
Die Ertragsteuerschulden betreffen wie im Vorjahr vor allem Verbindlichkeiten gegenüber Finanzbehörden in Deutschland und beliefen sich zum Stichtag auf 48.004 T€ (Vorjahr: 87.996 T€).
16. Ergebnis je Aktie
Zum 31. Dezember 2024 ist das Grundkapital eingeteilt in 192.000.000 Stück (Vorjahr: 192.000.000 Stück) auf den Namen lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 1,00 €. United Internet hielt zum 31. Dezember 2024 19.162.689 Stück eigene Aktien (Vorjahr: 19.183.705 Stück eigene Aktien). Aus eigenen Aktien stehen der Gesellschaft keine Rechte und damit auch keine anteilige Ausschüttung zu, so dass die zurückgekauften Aktien eigenkapitalmindernd erfasst werden. Der gewogene Durchschnitt der für die Berechnung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie zugrunde gelegten Anzahl an Aktien beläuft sich für das Geschäftsjahr 2024 auf 172.837.311 Stück (Vorjahr: 172.816.295 Stück).
Zum Stichtag ergibt sich aus den Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen der Tochtergesellschaften aufgrund des negativen Ergebnisses ein negativer Verwässerungseffekt (Vorjahr: 0,02 € je Aktie). Entsprechend besteht im Geschäftsjahr ein Verwässerungsschutz, sodass keine Verringerung des negativen Ergebnisses je Aktie erfolgt.
Die Berechnung des Verwässerungseffekts aus dem Umtausch erfolgt, indem zunächst die Anzahl der potenziellen Aktien festgestellt wird. Anschließend wird auf der Basis des durchschnittlich beizulegenden Zeitwerts der Aktien die Aktienanzahl ermittelt, die aus der Gesamthöhe der Zahlungen (Nennwert der Rechte zuzüglich Zuzahlung) erworben werden könnte. Ist die aus beiden Werten ermittelte Differenz null, entspricht die gesamte Zahlung genau dem beizulegenden Zeitwert der potenziellen Aktien, so dass keine verwässernde Wirkung zu berücksichtigen ist. Ist der Differenzbetrag positiv, wird davon ausgegangen, dass diese Aktien im Wert des Differenzbetrags unentgeltlich ausgegeben werden.
Basierend auf einem durchschnittlichen Marktpreis von 20,28 € (Vorjahr: 17,77 €) würden 408.086 Stück Aktien (Vorjahr: 2.585.413 Stück) unentgeltlich ausgegeben. Weiterhin ergibt sich ein verwässernder Effekt von -3.261.482€ auf das verwässerte Konzernergebnis aus den Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen von IONOS und 1&1. Demnach beläuft sich die für die Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie zugrunde gelegte Anzahl an Aktien für das Geschäftsjahr 2024 auf 173.245.397 Stück (Vorjahr: 175.401.708 Stück).
Nachfolgende Tabelle enthält die der Berechnung des unverwässerten und des verwässerten Ergebnisses zugrunde gelegten Beträge:
T€
2024
2023
Ergebnisse, die den Anteilseignern der United Internet AG zuzurechnen sind
–47.583
232.716
Ergebnis je Aktie (in €)
 
 
- unverwässert
–0,28
1,35
- verwässert
–0,28
1,33
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien (in Mio. Stück)
 
 
- unverwässert
172,84
172,82
- verwässert
173,25
175,40
17. Dividende je Aktie
Die ordentliche Hauptversammlung der United Internet AG hat am 17. Mai 2024 dem Beschlussvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat über die Zahlung einer Dividende in Höhe von 0,50 € je Aktie zugestimmt. Die Dividendenzahlung in einer Gesamthöhe von 86,4 Mio. € erfolgte am 23. Mai 2024.
Über die Verwendung eines Bilanzgewinns beschließt nach § 21 der Satzung der United Internet AG die Hauptversammlung. Für das Geschäftsjahr 2024 schlägt der Vorstand dem Aufsichtsrat eine Dividende in Höhe von 1,90 € je für das abgelaufene Geschäftsjahr 2024 je dividendenberechtigte Aktie vor.
Über diesen Dividendenvorschlag werden Vorstand und Aufsichtsrat in der Aufsichtsratssitzung am 25. März 2025 beraten.
Aus eigenen Aktien stehen der Gesellschaft gemäß § 71b AktG keine Rechte und damit auch keine anteilige Ausschüttung zu. Zum Datum der Unterzeichnung des Konzernabschlusses hält die United Internet Gruppe 19.162.689 Stück (Vorjahr: 19.183.705 Stück) eigene Aktien. Bis zur Hauptversammlung kann sich die Zahl der dividendenberechtigten Aktien verändern. In diesem Fall wird der Hauptversammlung bei unveränderter Ausschüttung von 1,90 € je dividendenberechtigter Stückaktie ein entsprechend angepasster Gewinnverwendungsvorschlag unterbreitet werden.
Erläuterungen zur Bilanz
18. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Zum Stichtag bestehen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 114.857 T€ (Vorjahr: 27.689 T€). Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente bestehen aus Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbeständen. Guthaben bei Kreditinstituten werden in der Regel mit variablen Zinssätzen für täglich verfügbare Guthaben verzinst. Im Geschäftsjahr hat die United Internet auf das in Euro denominierte Guthaben bei Kreditinstituten eine geringe Verzinsung von rd. 0,75 % (Vorjahr: 1,75 %) erhalten.
Die Entwicklung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ist der Konzern-Kapitalflussrechnung zu entnehmen.
19. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
T€
2024
2023
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
648.072
635.195
Abzüglich
 
 
Wertberichtigungen
–102.359
–91.499
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, netto
545.713
543.696
davon Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - kurzfristig
515.832
508.945
davon Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - langfristig
29.881
34.751
Zum 31. Dezember 2024 beliefen sich die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf 102.359 T€ (Vorjahr: 91.499 T€). Die Entwicklung des Wertberichtigungskontos stellt sich wie folgt dar:
T€
2024
2023
Stand 1. Januar
91.499
82.456
Inanspruchnahme
–65.583
–63.285
Aufwandswirksame Zuführungen
81.903
82.186
Auflösung
–5.472
–9.796
Währungsdifferenzen
12
–62
Stand 31. Dezember
102.359
91.499
Die aufwandswirksamen Zuführungen des Geschäftsjahres umfassen jeweils nicht die unterjährig begründeten und vor dem Bilanzstichtag ausgebuchten Forderungen.
Zum 31. Dezember 2024 stellt sich die Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach Berücksichtigung der vorgenannten Wertberichtigungen wie folgt dar:
T€
2024
2023
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, netto
 
 
< 5 Tage
475.814
479.367
6 – 15 Tage
16.054
12.830
16 – 30 Tage
17.973
10.653
31 – 180 Tage
26.919
30.183
181 – 365 Tage
7.953
9.063
> 365 Tage
1.000
1.600
 
545.713
543.696
20. Vertragsvermögenswerte
T€
2024
2023
Vertragsvermögenswerte
894.820
953.200
Abzüglich
 
 
Wertberichtigungen
–76.569
70.466
Vertragsvermögenswerte, netto
818.250
882.733
davon Vertragsvermögenswerte - kurzfristig
630.307
676.110
davon Vertragsvermögenswerte - langfristig
187.943
206.623
Die Entwicklung des Wertberichtigungskontos stellt sich wie folgt dar:
T€
2024
2023
Stand 1. Januar
70.466
64.181
Inanspruchnahme
–52.348
–46.762
Aufwandswirksame Zuführungen
58.451
53.048
Stand 31. Dezember
76.569
70.466
21. Vorräte
Das Vorratsvermögen zum 31. Dezember 2024 besteht aus den folgenden Posten:
T€
2024
2023
Handelswaren
 
 
Mobilfunk / Mobile Internet
101.043
162.873
DSL-Hardware
12.040
10.788
SIM-Karten
1.701
11.007
IP-TV
9.741
1.196
Sonstige
940
769
Domainbestand
2.231
2.648
 
127.697
189.281
Abzüglich
 
 
Wertberichtigungen
–8.030
–11.198
Geleistete Anzahlungen
0
0
Vorräte, netto
119.667
178.083
Der Rückgang der Handelswaren Mobilfunk / Mobile Internet im Vergleich zum Vorjahr resultiert insbesondere aus dem planmäßigen Abverkauf von Smartphones und Hardware.
Der im Geschäftsjahr aus dem Absatz von Vorräten unter den Umsatzkosten als Materialaufwand erfasste Wareneinsatz belief sich auf 884.549 T€ (Vorjahr: 930.318 T€). Hiervon entfallen 2.241 T€ (Vorjahr: 2.878 T€) auf Wertminderungen auf Vorräte.
Die Wertberichtigungen entfallen mit 5.853 T€ (Vorjahr: 8.618 T€) auf Mobilfunk / Mobile Internet und
IP-TV und mit 2.177 T€ (Vorjahr: 2.580 T€) auf den Domainbestand.
22. Abgegrenzte Aufwendungen
 
31.12.2024
 
Kurzfristig
Langfristig
Schlusssalden
Kosten der Vertragsanbahnung
109.660
133.810
243.470
Kosten der Vertragserfüllung
54.949
46.320
101.268
Geleistete Vorauszahlungen an Vorleister
148.476
616.043
764.519
Sonstige
81.111
5.070
86.181
 
394.196
801.242
1.195.438
 
 
 
 
 
31.12.2023
 
Kurzfristig
Langfristig
Schlusssalden
Kosten der Vertragsanbahnung
104.952
112.981
217.933
Kosten der Vertragserfüllung
44.576
40.636
85.212
Geleistete Vorauszahlungen an Vorleister
93.827
522.977
616.804
Sonstige
60.426
3.200
63.626
 
303.781
679.795
983.575
Der Anstieg der abgegrenzten Aufwendungen resultiert im Wesentlichen aus Kontingentzahlungen an Vorleister in Höhe von 262,9 Mio. €.
Die abgegrenzten Aufwendungen werden auf Basis des zugrunde liegenden Vertragszeitraums abgegrenzt und periodengerecht als Aufwand erfasst.
 
2024
2023
Aufwandswirksame Erfassung der Vorleistungsentgelte
128.785
57.448
Amortisation der aktivierten Vertragsanbahnungskosten
97.650
92.127
Amortisation der aktivierten Vertragserfüllungskosten
52.212
48.193
 
278.647
197.768
23. Sonstige kurzfristige Vermögenswerte
23.1 Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte
T€
2024
2023
Derivate
31.208
14.852
Forderungen gegenüber Vorleistern
37.659
31.697
Debitorische Kreditoren
6.163
15.754
Geleistete Anzahlungen
12.703
11.738
Kautionen
1.718
1.081
Subventionen Arsys
416
8.964
Sonstige
16.272
12.785
Sonstige finanzielle Vermögenswerte, netto
106.140
96.871
Die Derivate betreffen im Wesentlichen die im Rahmen der Beteiligung von Warburg Pincus am Geschäftsbereich Business Applications vereinbarten eingebetteten Derivate sowie sonstige Derivate. Der starke Anstieg der Derivate resultiert aus dem gestiegenen Börsenkurs der IONOS Gruppe.
Bezüglich weiterer Informationen wird auf Anhangangabe 34 verwiesen.
Die geleisteten Anzahlungen betreffen im Wesentlichen Anzahlungen für Domains.
Die Forderungen gegenüber Vorleistern betreffen im Wesentlichen Werbekostenzuschüsse.
Bei den debitorischen Kreditoren handelt es sich im Wesentlichen um finanzielle Rückforderungen von Lieferanten.
23.2 Sonstige kurzfristige nicht-finanzielle Vermögenswerte
T€
2024
2023
Forderungen Finanzamt
9.536
7.650
Rückforderungsansprüche Hardware
5.617
6.184
Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte
15.153
13.835
24. Anteile an assoziierten Unternehmen
Der Konzern hält Beteiligungen an mehreren assoziierten Unternehmen. Die im Jahr 2024 wesentliche Beteiligung ist die AWIN AG, Berlin, die der Konzern über seine Tochtergesellschaft United Internet Investments Holding AG & Co. KG, Montabaur, hält. Zum 31. Dezember 2023 war die Kublai GmbH, Frankfurt am Main, noch assoziiertes Unternehmen im Konzern, die seit dem am 14. Juni 2024 aus Anteilen an assoziierten Unternehmen in Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte umgegliedert wurde. Für weiter Details wird auf die Anhangangabe 4 verwiesen.
Die AWIN AG, Berlin, ist ein globales Affiliate-Marketing-Netzwerk, das Leistungen im Bereich
E-Commerce- und Online-Marketing anbietet. AWIN ist der weltweit größte Anbieter für Affiliate-
Marketing und verbindet als Netzwerk Advertiser und Publisher weltweit. Der Konzern hält unverändert zum Vorjahr 20 % der Anteile an der AWIN AG.
Die Bewertung der Anteile an der AWIN AG und bis zum 14. Juni 2024 der Kublai GmbH erfolgte nach der Equity-Methode.
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Entwicklung der Anteile an assoziierten Unternehmen:
T€
2024
2023
Buchwert zu Beginn des Geschäftsjahres
373.205
429.304
Zugänge
1.006
2.866
Korrekturen
 
 
- Ausschüttungen
–123
–156
- Ergebnisanteile
–27.692
–58.134
- Aufwand aus dem Verlust des maßgeblichen Einflusses
–170.533
0
- Wertberichtigung
–1.154
0
- Sonstiges
2.688
–675
Abgänge
–52.454
0
Anteile an assoziierten Unternehmen
124.943
373.205
Nachfolgende Tabelle enthält zusammengefasste Finanzinformationen des wesentlichen assoziierten Unternehmens AWIN AG auf Basis eines Anteilsbesitzes von 100 % zum 31. Dezember 2024:
Zusammengefasste Finanzinformationen AWIN AG:
AWIN AG
T€
Kurzfristige Vermögenswerte
696.894
Langfristige Vermögenswerte
315.141
Kurzfristige Schulden
497.336
Langfristige Schulden
42.227
Auf die Anteilseigner entfallendes Eigenkapital
472.472
Nicht beherrschende Anteile
0
Eigenkapital
472.472
Umsatzerlöse
189.850
Sonstiges Ergebnis
13.434
Periodenergebnis
40.281
Gesamtergebnis
53.715
Die Überleitungsrechnung auf den Konzern-Buchwert zum 31. Dezember 2024 stellt sich unter Schätzung der Beteiligungsergebnisse für das 4. Quartal folgendermaßen dar:
T€
AWIN AG
T€
Auf die Anteilseigner entfallendes Eigenkapital
472.472
Anteilsquote der United Internet AG
20 %
Anteil des UI Konzerns an den Nettovermögenswerten
94.494
Buchwert zum 31. Dezember 2024
94.494
Nachfolgende Tabelle enthält zusammengefasste Finanzinformationen der wesentlichen assoziierten Unternehmen auf Basis eines Anteilsbesitzes von 100 % zum Stichtag 31. Dezember 2023:
Zusammengefasste Finanzinformationen wesentlicher assoziierter Unternehmen:
Kublai GmbH
T€*
AWIN AG
T€
Kurzfristige Vermögenswerte
159.443
672.976
Langfristige Vermögenswerte
2.235.255
314.687
Kurzfristige Schulden
246.631
525.551
Langfristige Schulden
1.481.726
37.764
Auf die Anteilseigner entfallendes Eigenkapital
635.623
424.347
Nicht beherrschende Anteile
30.718
0
Eigenkapital
666.342
424.347
Umsatzerlöse
447.100
185.818
Sonstiges Ergebnis
–574
–2.226
Periodenergebnis
–139.868
33.404
Gesamtergebnis
–140.442
31.178
* Aufgrund der zum Aufstellungszeitpunkt der United Internet noch nicht vollumfänglich verfügbaren Finanzinformationen der Kublai GmbH zum 31. Dezember 2023 wurden die zusammenfassenden Finanzinformationen auf den Buchwert, der in die Konzernbilanz der United Internet einbezogen wurde, auf Grundlage des Zwischenabschlusses der Kublai GmbH zum 30. September 2023 ermittelt.
Die Überleitungsrechnung auf den Konzern-Buchwert zum 31. Dezember 2023 stellte sich unter Schätzung der Beteiligungsergebnisse für das 4. Quartal folgendermaßen dar:
T€
Kublai GmbH
T€*
AWIN AG
T€
Auf die Anteilseigner entfallendes Eigenkapital
635.623
424.347
Anteilsquote der United Internet AG
40 %
20 %
Anteil des UI Konzerns an den Nettovermögenswerten
254.249
84.869
Wertminderungs- / Wertaufholungseffekte
0
0
Stichtagsbedingte Überleitungseffekte
0
0
Buchwert zum 31. Dezember 2023
254.249
84.869
* Aufgrund der zum Aufstellungszeitpunkt der United Internet noch nicht vollumfänglich verfügbarer Finanzinformationen der Kublai GmbH zum 31. Dezember 2023 wurde die Überleitungsrechnung auf den Buchwert, der in die Konzernbilanz der United Internet einbezogen wurde, auf Grundlage des Zwischenabschlusses der Kublai GmbH zum 30. September 2023 ermittelt.
Die sonstigen assoziierten Unternehmen weisen zum 31. Dezember 2024 einen aggregierten Buchwert in Höhe von 30.449 T€ (Vorjahr: 34.086 T€) und einen aggregierten Verlust in Höhe von 3.521 T€ (Vorjahr: 3.352 T€) auf. In den aggregierten Verlusten sind die Ergebnis-/Verlustbeiträge der sonstigen assoziierten Unternehmen nur anteilig enthalten. Zum Teil basieren die Finanzinformationen auf lokalen Rechnungslegungsvorschriften, da eine Überleitung dieser Finanzinformationen auf IFRS unverhältnismäßig hohe Kosten verursachen würde.
25. Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte
 
2024
2023
Beteiligung Kublai
71.800
0
Ausleihungen an verbundene Unternehmen
7.769
5.713
Andere sonstige langfristige Vermögenswerte
6.341
2.632
Sonstige Langfristige finanzielle Vermögenswerte, netto
85.910
8.346
Die Beteiligung an der Kublai GmbH wurde infolge des Verlusts des maßgeblichen Einflusses im Geschäftsjahr 2024 aus den Anteilen an assoziierten Unternehmen umgewidmet und in die sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerte umgegliedert. Für die Beteiligung an der Kublai GmbH wurde die einmalige Option zur unwiderruflichen erfolgsneutralen Erfassung von Zeitwertänderungen gewählt. Zum Zeitpunkt des Verlusts des maßgeblichen Einflusses wurde die verbleibende 4,71 %ige Beteiligung mit einem beizulegenden Zeitwert von 52,5 Mio. € erfasst. Durch eine Wertänderung im sonstigen Ergebnis (OCI) in Höhe von 19,3 Mio. € im Jahr 2024 erhöhte sich der Buchwert der Anteile auf 71,8 Mio. € zum Stichtag.
Für weitere Details wird auf die Anhangangabe 4 verwiesen.
26. Sachanlagen
T€
2024
2023
Anschaffungskosten
 
 
- Telekommunikationsanlagen
1.676.783
1.432.196
- Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen
1.752.812
1.329.878
- Betriebs- und Geschäftsausstattung
1.089.738
700.098
- Netzinfrastruktur
266.254
268.314
- Geleistete Anzahlungen
399.017
454.031
- Grundstücke und Bauten
39.294
37.798
 
5.223.899
4.222.315
Abzüglich
 
 
Aufgelaufene Abschreibungen
–2.078.884
–1.817.002
Sachanlagen, netto
3.145.015
2.405.312
Für weitere Angaben und eine alternative Darstellung der Entwicklung der Sachanlagen in den Geschäftsjahren 2024 und 2023 wird auf die Anlage zum Konzernanhang verwiesen (Konzernanlagenspiegel).
Der Buchwert der im Rahmen von Leasingverhältnissen als Leasingnehmer gehaltenen Sachanlagen beläuft sich zum 31. Dezember 2024 auf 1.104,7 Mio. € (Vorjahr: 794,4 Mio. €).
Zum Bilanzstichtag bestehen Abnahmeverpflichtungen für Sachanlagevermögen in einem Gesamtbetrag von 342,4 Mio. € (Vorjahr: 591,4 Mio. €).
27. Immaterielle Vermögenswerte (ohne Firmenwerte)
T€
2024
2023
Historische Anschaffungskosten
 
 
- Kundenstamm
1.239.769
1.238.396
- Frequenzlizenzen
1.070.187
1.070.187
- Software / Lizenzen
556.860
247.090
- Markenrechte
215.408
213.460
- Konzessionsähnliche Rechte
165.000
165.000
- Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte
77.894
66.664
- Geleistete Anzahlungen
61.846
262.410
- Sonstige immaterielle Vermögenswerte
82.789
82.794
 
3.469.752
3.346.002
Abzüglich
 
 
Aufgelaufene Abschreibungen
–1.589.959
–1.344.418
Immaterielle Vermögenswerte, netto
1.879.794
2.001.584
Für weitere Angaben und eine alternative Darstellung der Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte in den Geschäftsjahren 2024 und 2023 wird in der Anlage zum Konzernanhang gezeigt (Konzernanlagenspiegel).
Der Buchwert des Kundenstamms resultiert aus folgenden Unternehmenserwerben:
T€
31.12.2024
31.12.2023
1&1
57.195
141.891
Strato
54.376
67.686
1&1 Versatel
79.784
85.777
World4You
12.256
14.105
home.pl
3.123
5.991
we22
1.314
1.459
 
208.048
316.908
Die Restamortisationsdauer für den Kundenstamm aus dem Erwerb der Drillisch Gruppe (jetzt
1&1 AG) beläuft sich abhängig von den Kundengruppen auf 1 bis 9 Jahre, wobei der wesentliche Anteil bei 1 Jahr liegt. Die Restamortisationsdauer für den Kundenstamm aus dem Erwerb der
STRATO AG beläuft sich abhängig von den Produktgruppen auf 1 bis 7 Jahre, wobei der wesentliche Anteil bei 5 Jahren liegt. Die Restamortisationsdauer für den Kundenstamm aus der home.pl Transaktion beträgt 1 Jahr, aus World4You 7 Jahre und aus der we22 9 Jahre. Die Restamortisationsdauer für den Kundenstamm aus dem Erwerb der Versatel Gruppe beläuft sich abhängig von Produkten und Dienstleistungen zwischen 1 bis 17 Jahren, wobei der wesentliche Anteil bei 16 Jahren liegt.
Frequenzlizenzen
Die United Internet Tochter 1&1 Drillisch hat im Geschäftsjahr 2019 an der 5G-Frequenzauktion teilgenommen und zwei Frequenzblöcke à 2 x 5 MHz im Bereich 2 GHz, die bis 31. Dezember 2040 befristet sind und fünf Frequenzblöcke à 10 MHz im Bereich 3,6 GHz, die bis 2040 befristet sind, ersteigert. Dabei stehen die Frequenzblöcke im Bereich 3,6 GHz ab sofort und die Frequenzblöcke im Bereich 2 GHz ab dem 1. Januar 2026 zur Verfügung.
Die aus dem Erwerb resultierenden immateriellen Vermögenswerte wurden zu Anschaffungskosten angesetzt. 
Die Buchwerte der Frequenzblöcke setzen sich wie folgt zusammen:
T€
31.12.2024
31.12.2023
3,6 GHz
653.105
693.924
2 GHz
334.997
334.997
 
988.102
1.028.921
Im Geschäftsjahr 2024 erfolgten Abschreibungen in Höhe von 40.819 T€ (Vorjahr: 40.819 T€) für die Frequenzblöcke im Bereich 3,6 GHz. Im Fall der 5G-Frequenzen im Spektrum 2 GHz handelt es sich um noch nicht betriebsbereite immaterielle Vermögenswerte, deren Abschreibung erst mit Beginn der Laufzeit der zugeteilten Frequenzen im Jahr 2026 startet. Diese Frequenzlizenzen sind derzeit noch nicht nutzbar und wurden deshalb im Geschäftsjahr 2024 dem Impairment-Test unterzogen. Die Werthaltigkeitsüberprüfung wurde zum Bilanzstichtag auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit 5G vorgenommen. Daraus ergab sich im Geschäftsjahr keine Wertminderung.
Die folgende Darstellung gibt einen Überblick über die Markenrechte nach zahlungsmittelgenerierenden Einheiten:
T€
31.12.2024
31.12.2023
1&1 Versatel
62.000
62.000
1&1
53.200
53.200
Mail.com
26.258
24.679
Strato
20.070
20.070
WEB.DE
17.173
17.173
home.pl
11.329
11.144
Arsys
7.278
7.278
united-domains
4.198
4.198
Fasthosts
4.169
3.983
World4You
3.494
3.494
Cronon
463
463
 
209.632
207.682
Die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte, die einer unbestimmten Nutzungsdauer unterliegen (Markenrechte), betrugen 209.632 T€ (Vorjahr: 207.682 T€).
Die Nutzungsdauer von Markenrechten wird als unbestimmt eingestuft, da keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der Nutzenzufluss zukünftig endet. Die Werthaltigkeitsüberprüfung der immateriellen Vermögenswerte, die einer unbestimmten Nutzungsdauer unterliegen, wurde zum Bilanzstichtag auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten vorgenommen.
Die konzessionsähnlichen Rechte resultieren aus einer Einmalzahlung im Geschäftsjahr 2020 im Zuge der Ausübung der ersten Verlängerungsoption des MBA MVNO–Vertrags zur Sicherung des unmittelbaren Zugangs zur 5G-Technologie sowie als notwendiger Baustein zum Aufbau des eigenen Mobilfunknetzes.
Die selbsterstellten immateriellen Vermögenswerte betreffen aktivierte Kosten aus der Entwicklung von Software.
Zum Bilanzstichtag bestehen Abnahmeverpflichtungen für immaterielle Vermögenswerte in einem Gesamtbetrag von 19,9 Mio. € (Vorjahr: 68,0 Mio. €).
Die geleisteten Anzahlungen liegen im Geschäftsjahr 2024 auf einem betriebsüblichen Niveau. Im Vorjahr betrafen die geleisteten Anzahlungen im Wesentlichen Software für den Betrieb des 1&1 Mobilfunknetzes.
28. Firmenwerte
Für weitere Angaben inklusive der Darstellung der Entwicklung der Firmenwerte in den Geschäftsjahren 2024 und 2023 wird auf die Anlage zum Konzernanhang verwiesen (Konzernanlagenspiegel).
29. Wertminderungen des Geschäfts- oder Firmenwerts und der immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer
Die vorhandenen Firmenwerte und immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden mindestens einmal jährlich einem Impairment-Test unterzogen. Der jährliche Impairment-Test wird auf den Stichtag 31. Dezember durchgeführt.
Die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen Firmenwerte wurden für Zwecke der Werthaltigkeitsprüfung zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet.
Die Wertminderungsaufwendungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie im Konzernanlagespiegel grundsätzlich gesondert ausgewiesen.
Die Firmenwerte zum 31. Dezember stellen sich nach zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wie folgt dar:
T€
31.12.2024
31.12.2023
Consumer Access
 
 
1&1 Consumer Access
2.178.460
2.178.460
2.178.460
2.178.460
Business Access
 
 
1&1 Versatel
398.261
398.261
398.261
398.261
Consumer Applications
 
 
1&1 Mail & Media
225.879
225.857
225.879
225.857
Business Applications
 
 
Strato
401.823
401.823
home.pl
121.607
120.661
Arsys
100.496
100.496
Fasthosts
65.571
62.644
World4You
51.250
51.250
united-domains
35.925
35.925
IONOS SE
43.138
43.138
InterNetX
5.237
5.237
Domain-Marketing
5.097
5.097
830.144
826.271
Buchwert laut Bilanz
3.632.744
3.628.849
Firmenwerte nach Unternehmenserwerben
Die Buchwerte der Firmenwerte nach zahlungsmittelgenerierenden Einheiten resultieren aus diversen Transaktionen der vergangenen Jahre. Im Wesentlichen resultieren die Firmenwerte des Konzerns aus den folgenden Unternehmenserwerben:
Der Firmenwert der zahlungsmittelgenerierende Einheit we22 resultiert aus der in 2021 erfolgten Übernahme der we22 AG und ist seit dem Geschäftsjahr 2022 Teil der zahlungsmittelgenerierenden Einheit IONOS SE.
Der Firmenwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit World4You resultiert aus der in 2018 erfolgten Übernahme der World4You.
Der Firmenwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit 1&1 Consumer Access (ehemals Drillisch) resultiert aus der in 2017 erfolgten Übernahme der Drillisch Gruppe und der in 2018 erfolgten Zusammenlegung der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten 1&1 Telecom und Drillisch.
Der Firmenwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit IONOS Cloud (vormals: ProfitBricks) resultiert aus der in 2017 erfolgten Übernahme der ProfitBricks Gruppe. Aufgrund der Verschmelzung im Geschäftsjahr 2019 ist die zahlungsmittelgenerierende Einheit IONOS Cloud auf die zahlungsmittelgenerierenden Einheit IONOS SE übergegangen.
Die Firmenwerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Versatel und 1&1 Telecom spiegeln den Geschäfts- und Firmenwert aus dem in 2014 erfolgten Erwerb der Versatel Gruppe wider. Im Geschäftsjahr 2018 wurde der Firmenwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit 1&1 Telecom mit der zahlungsmittelgenerierenden Einheit 1&1 Consumer Access zusammengelegt.
Der Firmenwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit STRATO resultiert aus der in 2017 durchgeführten Übernahme der STRATO Gruppe.
Der Firmenwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit der home.pl resultiert aus der in 2015 durchgeführten Übernahme der home.pl S.A.
Der Firmenwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Arsys resultiert aus der in 2013 durchgeführten Übernahme der Arsys Internet S.L.
Der Firmenwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit united-domains resultiert aus der in 2008 durchgeführten Übernahme der united-domains AG.
Der Firmenwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Fasthosts resultiert aus der in 2006 durchgeführten Übernahme der Fasthosts Internet Ltd. und der in 2008 durchgeführten Übernahme der Dollamore Ltd.
Der Firmenwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit InterNetX resultiert aus der in 2005 durchgeführten Übernahme der InterNetX GmbH.
Der Firmenwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit 1&1 Mail & Media beinhaltet im Wesentlichen den Geschäfts- und Firmenwert aus dem in 2005 erfolgten Erwerb des Portalgeschäfts der WEB.DE AG.
Planmäßiger Wertminderungstest zum 31. Dezember 2024
Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Kosten des Abgangs
Die erzielbaren Beträge der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten werden für die Geschäftssegmente Business Access, Consumer Applications und Business Applications auf Basis der Berechnung von beizulegendem Zeitwert abzüglich Kosten des Abgangs unter Verwendung von Cashflow-Prognosen ermittelt. Die Hierarchie des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten des Abgangs im Sinne von IFRS 13 wird bei diesen Wertminderungstests als Level 3 eingestuft.
Die Cashflow-Prognosen basieren auf Budgets der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2025. Diese Planungsrechnungen wurden vom Management auf Basis von externen Marktstudien sowie internen Annahmen für die jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten für einen Zeitraum von bis zu 10 Jahren (Vorjahr: bis zu 10 Jahren) extrapoliert. Für das Segment Business Access wurde der Detailplanungszeitraum von 6 Jahren durch Extrapolation bis 2041 erweitert. Nach diesem Zeitraum unterstellt das Management folgenden Anstieg der Cashflows:
 
31.12.2024
31.12.2023
Business Access
1,0 %
1,0 %
Consumer Applications
1,0 %
1,0 %
Business Applications
1,0 % - 2,1 %
1,0 % - 2,2 %
davon Strato
1,0 %
1,0 %
Der erwartete Anstieg entspricht der langfristigen durchschnittlichen Wachstumsrate des Sektors, in dem die jeweilige zahlungsmittelgenerierende Einheit tätig ist.
Im Geschäftsjahr wurden für die Cashflow-Prognose folgende Abzinsungssätze verwendet:
 
31.12.2024
31.12.2023
Business Access
4,6 %
4,9 %
Consumer Applications
7,5 %
7,8 %
Business Applications
7,4 % - 9,4 %
7,5 % - 9,7 %
davon Strato
7,4 %
7,6 %
Die Cashflow-Prognosen hängen wesentlich von der Schätzung zukünftiger Umsatzerlöse ab. Die Geschäftsführungen der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten erwarten im Planungshorizont unterschiedliche Entwicklungen der Umsatzerlöse.
Den Werten der Umsatzerlöse im Detailplanungszeitraum liegen folgende durchschnittliche jährliche Wachstumsraten der Umsatzerlöse zugrunde:
 
31.12.2024
31.12.2023
Business Access
3,1 %
5,0 %
Consumer Applications
3,5 %
6,3 %
Business Applications
3,5 % - 7,8 %
4,5 % - 9,9 %
davon Strato
4,7 %
5,7 %
Der beizulegende Zeitwert, abzüglich Kosten des Abgangs, wird hauptsächlich durch den Barwert der ewigen Rente bestimmt, der besonders sensitiv auf Veränderungen der Annahmen zur langfristigen Wachstumsrate und zum Abzinsungssatz reagiert. Für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten des Abgangs wurden Abgangskostensätze zwischen 0,3 % und 3,0 % angenommen (Vorjahr: zwischen 0,4 % und 3,0 %).
Die Geschäftssegmente beinhalten folgende Markenrechte:
 
31.12.2024
31.12.2023
Business Access
62.000
62.000
Consumer Applications
43.431
41.852
Business Applications
51.001
50.630
davon Strato
20.070
20.070
Bewertungen zum Nutzungswert
Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit 1&1 Consumer Access wird auf Basis der Berechnung des Nutzungswerts unter Verwendung von Cashflow-Prognosen ermittelt.
Die Cashflow-Prognosen basieren auf einer Budgetrechnung des Konzerns für das Geschäftsjahr 2025 sowie einer Planungsrechnung für die Geschäftsjahre 2025 bis 2029. Diese Planungsrechnungen wurden vom Management auf Basis von externen Marktstudien sowie internen Annahmen für die zahlungsmittelgenerierende Einheit erstellt. Da zum Ende des Detailplanungszeitraums (2030) erwartet wird, dass noch kein nachhaltiges Umsatz- und Ergebnisniveau erreicht ist, wurde der Detailplanungszeitraum um eine Interimsphase für die Jahre 2030 bis einschließlich 2045 erweitert, bis ein nachhaltiges Umsatz- und Ergebnisniveau erreicht werden soll.
Die Cashflow-Prognosen hängen wesentlich von der Schätzung zukünftiger Umsatzerlöse ab. Eine weitere wesentliche Grundannahme für die Planung der zahlungsmittelgenerierenden Einheit 1&1 Consumer Access sind die Teilnehmerzahlen, die auf diesen Teilnehmerzahlen und auf Erfahrungswerten basierende Rohertragsplanung sowie zugrunde gelegte Diskontierungssätze. Für die künftigen Jahre werden steigende Teilnehmerzahlen und leicht rückläufige Roherträge erwartet.
Der Nutzungswert wird maßgeblich durch den Barwert der ewigen Rente bestimmt, der besonders sensitiv auf Veränderungen der Annahmen zur langfristigen Wachstumsrate und zum Abzinsungssatz reagiert.
Im Rahmen der Wertermittlung wurden folgende Parameter verwendet:
 
31.12.2024
31.12.2023
Abzinsungssatz vor Steuern
9,3 %
10,3 %
Abzinsungssätze nach Steuern
5,9 %
6,4 %
Jährliche Wachstumsraten
1,7 %
1,7 %
Buchwert der Markenrechte
53.200
53.200
Diese Wachstumsrate entspricht der langfristigen durchschnittlichen Wachstumsrate der Branche.

Grundlegende Annahmen der Wertminderungstests
Die folgende Tabelle zeigt die grundlegenden Annahmen, die bei der Wertminderungsüberprüfung der einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen Geschäfts- oder Firmenwerte zugeordnet worden sind, zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten des Abgangs bzw. für die zahlungsmittelgenerierende Einheit 1&1 Consumer Access des Nutzungswertes, herangezogen worden sind:
Berichtsjahr
Anteil Firmenwert gesamt
langfristige Wachstumsrate
Abzinsungsfaktor nach Steuern
Planungshorizont
Consumer Access
 
 
 
 
 
1&1 Consumer Access
2024
60,0 %
1,00 %
5,86 %
2025 - 2045
 
2023
60,0 %
1,00 %
6,35 %
2024 - 2040
Business Access
 
 
 
 
 
1&1 Versatel
2024
11,0 %
1,00 %
4,62 %
2025 - 2041
2023
11,0 %
1,00 %
4,92 %
2024 - 2040
Consumer Applications
 
 
 
 
 
1&1 Mail & Media
2024
6,2 %
1,00 %
7,49 %
2025 - 2032
2023
6,2 %
1,00 %
7,77 %
2024 - 2033
Business Applications
 
 
 
 
 
Strato
2024
11,1 %
1,02 %
7,43 %
2025 - 2034
 
2023
11,1 %
1,01 %
7,57 %
2024 - 2033
home.pl
2024
3,3 %
1,56 %
8,54 %
2025 - 2034
 
2023
3,3 %
1,62 %
8,83 %
2024 - 2033
Arsys
2024
2,8 %
2,07 %
9,42 %
2025 - 2034
2023
2,8 %
2,17 %
9,72 %
2024 - 2033
Fasthosts
2024
1,8 %
1,40 %
8,15 %
2025 - 2034
2023
1,7 %
1,44 %
8,38 %
2024 - 2033
World4You
2024
1,4 %
1,27 %
7,92 %
2025 - 2034
 
2023
1,4 %
1,29 %
8,15 %
2024 - 2033
united-domains
2024
1,0 %
1,00 %
7,39 %
2025 - 2034
2023
1,0 %
1,00 %
7,58 %
2024 - 2033
InterNetX
2024
0,1 %
1,00 %
7,37 %
2025 - 2034
 
2023
0,1 %
1,00 %
7,54 %
2024 - 2033
Domain-Marketing
2024
0,1 %
1,00 %
7,36 %
2025 - 2034
 
2023
0,1 %
1,00 %
7,51 %
2024 - 2033
IONOS SE (Vormals 1&1 Hosting)
2024
1,2 %
1,22 %
7,80 %
2025 - 2034
 
2023
1,2 %
1,24 %
7,99 %
2024 - 2033
we22
2024
n/a
n/a
n/a
n/a
 
2023
n/a
n/a
n/a
n/a
Sensitivität der getroffenen Annahmen
Die Sensitivität der getroffenen Annahmen in Bezug auf eine Wertminderung der Firmenwerte bzw.
der Markenwerte ist abhängig von den jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten.
Für das laufende Jahr führen die Änderungen der für möglich gehaltenen Parameter, einschließlich der Anpassung der Abzinsungssätze sowie eines CGU-spezifisch angemessenen Rückgangs der langfristigen Wachstumsrate oder der EBITDA-Marge der ewigen Rente, bei keiner zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zu einem Impairment.
Im Vorjahr hätte eine Sensitivitätsanalyse für die zahlungsmittelgenerierende Einheit World4You bei einer Erhöhung des Abzinsungssatzes um 1,3 Prozentpunkte und einem Rückgang der EBITDA-Marge um 4,8 Prozentpunkte eine Wertminderung von 2,2 Mio. € ergeben. Ohne Erhöhung des Abzinsungssatzes hätte der Headroom 8 Mio. € betragen.
Funkspektrum
Das bilanzierte 5G-Funkspektrum resultiert aus der 5G-Frequenzauktion in 2019. 1&1 hat dabei zwei Frequenzblöcke à 2 x 5 MHz im Bereich 2 GHz und fünf Frequenzblöcke à 10 MHz im Bereich 3,6 GHz, jeweils bis zum 31. Dezember 2040 befristet nutzbar, ersteigert. Dabei stehen die Frequenzblöcke im Bereich 3,6 GHz seit Erwerb und die Frequenzblöcke im Bereich 2 GHz ab dem 1. Januar 2026 zur Verfügung.
Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit 5G wird auf Basis der Berechnung des Nutzungswerts unter Verwendung von Cashflow-Prognosen ermittelt.
Die Cashflow-Prognosen hängen wesentlich von der Schätzung zukünftiger Umsatzerlöse, den Annahmen über die Investitionen in die Netzinfrastruktur sowie den laufenden Betriebskosten des Netzbetriebs ab. Wesentlicher Umsatztreiber für die zahlungsmittelgenerierende Einheit 5G sind das Wachstum des Teilnehmerbestandes im 1&1 Netz sowie die Planungen des zukünftigen Datenverbrauchs der Kunden. Für die Planungsrechnungen wurde auf die Teilnehmerentwicklung in der zahlungsmittelgenerierenden Einheit 1&1 Consumer Access abgestellt, die Annahmen über den zukünftigen Datenverbrauch der Kunden ergeben sich aus Erfahrungswerten. Den Planungen zu den Investitionen in die Netzinfrastruktur liegen konkrete Ausbaupläne zugrunde, die im Wesentlichen auf den Ausbauverpflichtungen aus dem Frequenzerwerb sowie den vertraglich vereinbarten Aufbaukosten beruhen. Die Planungen für die laufenden Kosten des Netzbetriebs beruhen auf bereits geschlossenen Verträgen sowie erfahrungsbedingten Annahmen über die Entwicklung von Energiekosten. Eine weitere wesentliche Grundannahme für die Planung der zahlungsmittelgenerierenden Einheit sind die zugrunde gelegten Diskontierungssätze.

Im Rahmen der Bewertung wurden folgende Parameter verwendet:
Funkspektrum
31.12.2024
31.12.2023
Anstieg des Cashflows für die ewige Rente
1,0 %
n/a
Abzinsungssatz vor Steuern
5,2 %
6,0 %
Abzinsungssätze nach Steuern
4,6 %
4,5 %
Die dem Impairment-Test zugrunde liegende Planungsrechnung beinhaltet eine Gewinn- und Verlustplanung und eine Investitionsplanung für die Geschäftsjahre 2025 bis 2045. Ausgehend von der Planungsrechnung beginnt die ewige Rente im Jahr 2046, was ein nachhaltiges Umsatz- und Ergebnisniveau darstellen soll. Der Planung liegt die Annahme zugrunde, dass 1&1 auch zukünftig über ausreichend Funkspektrum zur Bewirtschaftung eines eigenen Mobilfunknetzes verfügen wird. Im Vorjahr erfolgte die Bewertung über den Zeitraum 2024 bis 2040, da in diesem Jahr die Zuteilung des aktuell verfügbaren Funkspektrums ausläuft. Entsprechend sind die im Vorjahr verwendeten Parameter nur bedingt vergleichbar.
Es lag im Geschäftsjahr kein Wertminderungsbedarf vor. Dies spiegelt auch qualitativ die Erwartung des Vorstands aufgrund der hohen strategischen Bedeutung wider.
Sensitivität der getroffenen Annahmen
Die Sensitivität der getroffenen Annahmen in Bezug auf eine Wertminderung des Funkspektrums ist abhängig von den Grundannahmen für die jeweilige zahlungsmittelgenerierende Einheit.
Im Rahmen von Sensitivitätsanalysen für die zahlungsmittelgenerierende Einheit 1&1 Mobilfunknetz wurden verschiedene Änderungen zentraler Bewertungsparameter untersucht. Dabei wurde analysiert, wie sich eine Erhöhung des Abzinsungssatzes (WACC, vor Steuern) um 1,0 Prozentpunkt, eine Senkung der langfristigen Wachstumsrate in der ewigen Rente um 1,0 Prozentpunkt sowie eine Senkung der EBITDA-Marge der ewigen Rente um 1,0 Prozentpunkt jeweils auf den Buchwert und dem aktuellen Wertüberhang (Headroom) von 1.212 Mio. € auswirken.
Während die Erhöhung des WACC eine Wertminderung von 388 Mio. € zur Folge hätte, würde eine Senkung der Wachstumsrate um 1,0 Prozentpunkt keine Wertminderung zur Folge haben und es ergäbe sich weiterhin ein Wertüberhang (Headroom) bzw. von 436 Mio. €. Eine Reduktion der EBITDA-Marge der ewigen Rente um 1,0 Prozentpunkt würde ebenfalls keine Wertminderung zur Folge haben und es verbliebe ein Wertüberhang (Headroom) von 1.096 Mio. €.
Im Vorjahr hätte sich bei einer angenommenen Erhöhung des Kapitalkostensatzes um 1,0 Prozentpunkt und einer Erhöhung der Betriebskosten für die aktive Netztechnik (insbesondere Energiekosten) um 5,0 Prozent eine Wertminderung von ca. 261 Mio. € ergeben. Chancen aus möglichen Preisanpassungen infolge gestiegener Betriebskosten wurden in der Sensitivitätsanalyse nicht berücksichtigt.
Die aktuelle Bewertung berücksichtigt eine ewige Rente ab 2046, während im Vorjahr die Bewertung auf Basis eines Zeitraums von 2024 bis 2040 erfolgte, da in diesem Jahr die Zuteilung des aktuell verfügbaren Funkspektrums ausläuft. Daher sind die Vorjahreswerte nur bedingt vergleichbar.
30. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen in Höhe von 800.496 T€ (Vorjahr: 702.578 T€), davon haben Verbindlichkeiten in Höhe von 2.425 T€ (Vorjahr: 3.358 T€) eine Laufzeit
von über einem Jahr.
31. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
in Mio. 
Schuldscheindarlehen
Konsortialkredit
Kredite
Gesamt
Darlehensverbindlichkeit zum 31. Dezember 2024
1.217,0
1.500,0
94,0
2.811,0
abgegrenzte Kosten
–1,7
–11,9
0,0
–13,6
Zinsverbindlichkeiten
11,2
5,0
0,1
16,3
Stand 31. Dezember 2024
1.226,4
1.493,2
94,1
2.813,7
davon kurzfristig
260,4
2,0
94,1
356,5
davon langfristig
966,0
1.491,2
0,0
2.457,2
in Mio. 
Schuldscheindarlehen
Konsortialkredit
Kredite
Gesamt
Darlehensverbindlichkeit zum 31. Dezember 2023
1.162,0
950,0
344,8
2.456,8
abgegrenzte Kosten
–1,6
–3,5
0,0
–5,1
Zinsverbindlichkeiten
8,2
3,9
0,5
12,6
Stand 31. Dezember 2023
1.168,6
950,4
345,3
2.464,3
davon kurzfristig
233,2
3,9
345,3
582,4
davon langfristig
935,4
946,5
0,0
1.881,9
Schuldscheindarlehen
Die United Internet AG hat im Geschäftsjahr 2024 – wie bereits in den Jahren 2017, 2021 und 2023 – erfolgreich ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 280,0 Mio. € platziert. Die Mittel aus dieser Transaktion dienen der allgemeinen Unternehmensfinanzierung. Das neue Schuldscheindarlehen ist an keine sogenannten Covenants gebunden.
Im Geschäftsjahr 2024 wurden zudem zwei fällige Schuldschein-Tranchen in Höhe von insgesamt 225,0 Mio. € fristgerecht zurückgezahlt.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 bestanden somit insgesamt 1.217 Mio. € (Vorjahr: 1.162,0 Mio. €) Verbindlichkeiten aus den Schuldscheindarlehen 2017, 2021, 2023 und 2024 mit maximalen Laufzeiten bis April 2031.
Konsortialkredite & Konsortialkreditrahmen
Aus den in den Vorjahren abgeschlossenen bzw. verlängerten Finanzierungsvereinbarungen bestand ein revolvierender Konsortialkreditrahmen in Höhe von 810 Mio. € mit einer Laufzeit bis Januar 2025. Die Verzinsung erfolgt variabel, wobei United Internet zwischen einer Kopplung an den 1-, 3- oder 6-Monats-EURIBOR wählen kann.
Im Dezember 2024 refinanzierte United Internet diesen Konsortialkreditrahmen erfolgreich mit ihren Kernbanken. Der neue revolvierende Konsortialkreditrahmen umfasst ein Volumen von 950 Mio. € und hat eine Laufzeit bis Dezember 2029. Die Verzinsung ist weiterhin variabel, mit der Möglichkeit zur Wahl zwischen dem 1-, 3- oder 6-Monats-EURIBOR. Darüber hinaus wurden vertraglich zugesicherte Verlängerungsoptionen vereinbart. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 war dieser Kreditrahmen mit 150 Mio. € (Vorjahr: 150 Mio. €) in Anspruch genommen, sodass zum Stichtag noch nicht abgerufene Mittel in Höhe von 800 Mio. € (Vorjahr: 660 Mio. €) zur Verfügung standen.
Zusätzlich schloss der Konzern im Dezember 2024 einen endfälligen Konsortialkredit über 550 Mio. € mit einer Laufzeit bis Dezember 2027 ab. Dieser Kredit ist variabel verzinslich und an den 3- oder 6-Monats-EURIBOR gekoppelt. Aktuell erfolgt die Verzinsung auf Basis des 3-Monats-EURIBOR. Dabei brachte die United Internet AG einen Teil ihrer bestehenden bilateralen Betriebsmittellinien mit Kernbanken in diesen Konsortialkredit ein, wodurch eine erfolgreiche langfristige Refinanzierung erreicht wurde. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 war dieser Kredit in voller Höhe von 550 Mio. € (Vorjahr: 0 Mio. €) in Anspruch genommen.
Neben den 700 Mio. € beinhaltet die ausgewiesene Darlehensverbindlichkeit in Höhe von 1.500 Mio. €. auch den im Dezember 2023 mit einem Bankenkonsortium abgeschlossenen Kredit von IONOS über 800 Mio. €. Dieser Kredit wurde vollständig für die teilweise Refinanzierung des mit der United Internet AG bestehenden Shareholder Loans genutzt. Die Refinanzierung erfolgt zu einem festen jährlichen Zinssatz von 4,67 %. Der Konsortialkredit hat eine Laufzeit bis zum 15. Dezember 2026 und ist endfällig.
Darüber hinaus unterzeichneten United Internet und die Japan Bank for International Cooperation (JBIC) im Dezember 2024 einen Darlehensvertrag über bis zu 800 Mio. €. Die Finanzierung erfolgt über eine direkte Tranche der vollständig im Eigentum der japanischen Regierung stehenden JBIC sowie eine durch JBIC garantierte Tranche eines Konsortiums europäischer und japanischer Geschäftsbanken. Dieses Darlehen ist variabel verzinslich und an den 6-Monats-EURIBOR gekoppelt.
Die Mittel aus diesem Darlehen sind für den Aufbau eines 5G-Netzes auf Basis der Open-RAN-Technologie durch die Tochtergesellschaft 1&1 in Deutschland vorgesehen. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 war dieses Darlehen noch nicht in Anspruch genommen, sodass unverändert 800 Mio. € (Vorjahr: 0 €) zur Verfügung standen.
Die im Geschäftsjahr 2024 neu abgeschlossenen Kreditvereinbarungen sind an sogenannte Financial Covenants (Kreditauflagen) gebunden. Eine Verletzung der festgelegten Nettoschulden-zu-EBITDA-Relation könnte dazu führen, dass die Kreditgeber die ausstehenden Darlehen kündigen. Die Einhaltung der bestehenden Covenants zum 31.12.2024 wurde im Aufstellungszeitraum überprüft und es ergaben sich keine Auswirkungen auf den Abschluss.
Bilaterale Kreditvereinbarungen / bilaterale Betriebsmittellinien
Darüber hinaus stehen United Internet verschiedene bilaterale Betriebsmittellinien in Höhe von 294 Mio. € (Vorjahr: 475 Mio. €) zur Verfügung. Diese sind teils bis auf weiteres eingeräumt, teils bis zum 30. September 2025 befristet. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 waren die Betriebsmittellinien mit 94 Mio. € (Vorjahr: 295 Mio. €) in Anspruch genommen, so dass Mittel in Höhe von 200 Mio. € zur Verfügung stehen.
Somit verfügt United Internet zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 in Summe über 1.800 Mio. 
(Vorjahr: 840 Mio. €) freie Kreditlinien aus Konsortialkrediten und bilateralen Kreditvereinbarungen.
Kreditzusagen (ohne Konsortialkredite und Konsortialkreditrahmen):
 
 
T€
2024
2023
Zusagen Kreditlinien
294.000
475.000
Inanspruchnahme Kreditlinien
94.000
294.800
Verfügbare Kreditlinien
200.000
180.200
Durchschnittlicher Zinssatz
3,89 %
4,89 %
Eine Besicherung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erfolgte nicht.
Mit Ausnahme der festverzinslichen Tranchen des Schuldscheindarlehens entsprechen die beizulegenden Zeitwerte der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten im Wesentlichen den Buchwerten. Bezüglich weiterer Informationen zu dem Schuldscheindarlehen wird auf Anhangangabe 41 verwiesen.
Seit Juli 2012 besteht zwischen der United Internet AG und bestimmten Tochterunternehmen eine Vereinbarung über die Durchführung eines Euro Cash Poolings (Zero Balancing). Hierdurch werden banktäglich die Guthaben und Fehlbeträge der angebundenen Konzerntöchter über mehrere Kaskaden auf ein zentrales Bankkonto der United Internet AG konzentriert bzw. von diesem ausgeglichen und stehen täglich zur Verfügung.
b) Avalkreditrahmen
Zusätzlich zu den oben genannten Kreditlinien stehen dem Konzern zum Bilanzstichtag Avalkreditrahmen in Höhe von 106,0 Mio. € (Vorjahr: 105,0 Mio. €) zur Verfügung, die teilweise auch von anderen Konzerngesellschaften genutzt werden können. Die Avalkreditrahmen stehen insbesondere für die Stellung von operativen Bank-Garantien zur Verfügung.
Avalkreditrahmen:
 
 
T€
2024
2023
Zusagen Avallinien
106.000
105.000
Inanspruchnahme Avallinien
77.067
25.594
Verfügbare Avallinien
28.933
79.406
Durchschnittlicher Zinssatz
0,40 %
0,40 %
Die Avalkreditrahmen stehen insbesondere für die Stellung von operativen Bank-Garantien zur Verfügung. Die eingeräumten Avalkreditrahmen stehen größtenteils unbefristet („bis auf weiteres“) zur Verfügung. Eine Vereinbarung sieht eine Befristung bis zum 30. Dezember 2028 vor. Eine Besicherung gegenüber Kreditinstituten erfolgte nicht.
Der angegebene durchschnittliche Zinssatz zum Bilanzstichtag bezieht sich auf Inanspruchnahmen.
32. Vertragsverbindlichkeiten
T€
2024
2023
Vertragsverbindlichkeiten
215.009
207.691
davon kurzfristig
184.019
175.033
davon langfristig
30.990
32.658
Die Vertragsverbindlichkeiten betreffen im Wesentlichen erhaltene Anzahlungen, abgegrenzte Erlöse sowie abgegrenzte Aktivierungsgebühren.
33. Sonstige Rückstellungen
Die Entwicklung der Rückstellungen im Geschäftsjahr 2024 stellt sich wie folgt dar:
T€
Kündigungsentgelte
Prozessrisiken
Rückbauverpflichtung
Übrige
Gesamt
Stand 1. Januar
32.501
24.576
34.345
3.677
95.099
Verbrauch
11.242
1.241
201
1.993
14.677
Auflösung
0
10.553
2.915
1.124
14.592
Zuführung
7.307
1.338
21.909
9.746
40.300
Umbuchung
0
0
–11.634
–1.132
–12.766
Effekte aus der Aufzinsung
0
0
387
0
387
Stand 31. Dezember 2024
28.566
14.121
41.891
9.173
93.752
Die Rückstellung für Kündigungsentgelte betrifft die an die Netzbetreiber zu leistenden Zahlungen im Falle der Kündigung eines Anschlusses.
Die Prozessrisiken setzen sich aus diversen Rechtsstreitigkeiten bei unterschiedlichen Konzerngesellschaften sowie aus potenziellen Bußgeldern durch Behörden zusammen. Infolge aktueller rechtlicher Entwicklungen im Geschäftsjahr hat sich die Eintrittswahrscheinlichkeit für ein mögliches Bußgeld deutlich reduziert, so dass die hierfür gebildete Rückstellung aufgelöst werden konnte.
Die Rückstellungen für Rückbauverpflichtungen betreffen im Wesentlichen mögliche Verpflichtungen zum Rückbau von aktiver Telekommunikationstechnik in angemieteten Hauptverteilerstandorten (HVT). Die Auflösung wurde soweit anwendbar erfolgsneutral mit dem Anlagevermögen verrechnet. Die Umbuchung in Höhe von 11.634 T€ aus den Rückstellungen in die Verbindlichkeiten ergibt sich aus dem Abschluss einer vertraglichen Vereinbarung und damit der Konkretisierung der Rückbauverpflichtungen.
Bei den übrigen Rückstellungen handelt es sich im Wesentlichen um Gewährleistungs- und Drohverlustrückstellungen.
34. Sonstige Verbindlichkeiten
34.1 Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten
T€
2024
2023
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten
 
 
- Leasingverbindlichkeiten
140.888
129.414
- Frequenzverbindlichkeiten
61.266
61.266
- Marketing- und Vertriebskosten / Vertriebsprovisionen
31.992
28.279
- Bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten
23.653
10.922
- Kreditorische Debitoren
14.818
13.008
- Rechts- und Beratungskosten, Abschlusskosten
11.443
9.285
- Wartung / Instandhaltung / Rückbauverpflichtungen
3.102
3.036
- Sonstiges
18.642
19.711
Gesamt
305.806
274.921
*Vorjahreszahl wurde angepasst, es wird auf die Anhangangabe 2.1 verwiesen.
Die kurzfristigen bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten betreffen variable Kaufpreisbestandteile aus dem Erwerb der STRATO AG in Höhe von 23.653 T€ (Vorjahr: 10.922 T€). Der Anstieg der bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten resultiert aus der gestiegenen Bewertung der IONOS Gruppe auf Basis des Börsenkurses. Diese Bewertung ist die Grundlage der Bewertung der variablen Kaufpreisbestandteile aus dem Erwerb der STRATO AG.
34.2 Sonstige kurzfristige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten
T€
2024
2023
Sonstige kurzfristige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten
 
 
- Verbindlichkeiten Finanzamt
96.092
112.715
- Verbindlichkeiten aus Gehalt
51.661
47.064
- Sonstige
18.147
16.919
Gesamt
165.900
176.699
*Vorjahreszahl wurde angepasst, es wird auf die Anhangangabe 2.1 verwiesen.
Bei den Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt handelt es sich im Wesentlichen um Umsatzsteuerschulden.
34.3 Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten
T€
2024
2023
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten
 
 
- Frequenzverbindlichkeiten
641.326
702.592
- Leasingverbindlichkeiten
932.109
667.836
- Sonstige Darlehen
8.149
8.149
- Sonstige
15.978
9.733
Gesamt
1.597.562
1.388.310
Bezüglich der Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen wird auf Anhangangabe 45 verwiesen.
Die Zahlungsverpflichtung aus Lizenzersteigerung betreffen die im Geschäftsjahr 2019 ersteigerten Frequenzlizenzen. Die United Internet Tochter 1&1 AG hat im Geschäftsjahr 2019 eine Vereinbarung mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) sowie dem Bundesministerium der Finanzen (BMF) über den Bau von Mobilfunkstandorten in sogenannten „weißen Flecken“ geschlossen. Damit hilft die 1&1 AG, bestehende Versorgungslücken zu schließen, und leistet mit dem Bau der Antennenstandorte einen Beitrag zur Verbesserung der Mobilfunkversorgung in ländlichen Regionen. Im Gegenzug profitiert die 1&1 AG durch die Vereinbarung von Ratenzahlungen für die Kosten der erworbenen 5G-Frequenzen. Damit können die ursprünglich in 2019 und 2024 zu zahlenden Lizenzkosten nun in Raten bis 2030 verteilt an den Bund überwiesen werden.
35. Fristigkeiten der Verbindlichkeiten
Die Fristigkeiten der Verbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:
 
31.12.2024
T€
Gesamt
bis 1 Jahr
1 bis 5 Jahre
über 5 Jahre
Finanzielle Verbindlichkeiten
 
 
 
 
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
 
 
 
 
- Revolvierender Konsortialkreditrahmen
150.000
0
150.000
0
- Konsortialkredit
793.012
1.813
791.200
0
- Term Loan UI
550.240
240
550.000
0
- Schuldscheindarlehen
1.226.449
260.402
926.547
39.500
- Kredit
94.000
94.000
0
0
 
 
 
 
 
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
800.496
798.071
2.425
0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
 
 
 
 
- Leasingverbindlichkeiten
1.072.997
140.888
359.734
572.375
- Übrige
830.371
164.918
524.728
140.726
Summe finanzielle Verbindlichkeiten
5.517.565
1.460.331
3.304.633
752.601
Nicht finanzielle Verbindlichkeiten
 
 
 
 
Ertragsteuerschulden
48.004
48.004
0
0
Vertragsverbindlichkeiten
215.010
184.019
30.990
0
Sonstige Rückstellungen
93.752
23.313
30.698
39.741
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten
165.900
165.900
0
0
Summe nicht finanzielle Verbindlichkeiten
522.665
421.236
61.688
39.741
Verbindlichkeiten
6.040.230
1.881.568
3.366.321
792.341

Die Verbindlichkeiten wiesen im Vorjahr folgende Fristigkeiten auf:
 
31.12.2023*
T€
Gesamt
bis 1 Jahr
1 bis 5 Jahre
über 5 Jahre
Finanzielle Verbindlichkeiten
 
 
 
 
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
 
 
 
 
- Revolvierender Konsortialkreditrahmen
150.000
0
150.000
0
- Schuldscheindarlehen
1.168.560
233.195
911.365
24.000
- Kredit
345.300
345.300
0
0
 
 
 
 
 
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
702.578
699.220
3.358
0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
 
 
 
 
- Leasingverbindlichkeiten
797.249
129.414
308.283
359.553
- Übrige
865.982
145.507
524.976
195.499
Summe finanzielle Verbindlichkeiten
4.830.069
1.556.536
2.694.481
579.052
Nicht finanzielle Verbindlichkeiten
 
 
 
 
Ertragsteuerschulden
87.996
87.996
0
0
Vertragsverbindlichkeiten
207.691
175.033
32.658
0
Sonstige Rückstellungen
95.099
26.428
41.045
27.626
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten
176.699
176.699
0
0
Summe nicht finanzielle Verbindlichkeiten
567.485
466.157
73.703
27.626
Verbindlichkeiten
5.397.554
2.022.692
2.768.184
606.678
*Vorjahreszahl wurde angepasst, es wird auf die Anhangangabe 2.1 verwiesen.
Im Rahmen der Ermittlung der Fristigkeiten aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ist die Unternehmensleitung davon ausgegangen, dass der zum jeweiligen Bilanzstichtag aus dem revolvierenden Konsortialkreditrahmen gezogene Betrag bis zum Ende der Laufzeit (2029) konstant gezogen bleibt.

36. Aktienbasierte Vergütung –
Mitarbeiterbeteiligungsprogramme
Im Berichtsjahr 2024 existierten sechs unterschiedliche Mitarbeiterbeteiligungsprogramme. Ein Modell, das sog. Stock Appreciation Rights-Modell United Internet (SAR UI), richtet sich dabei an die Gruppe der Vorstände, Führungskräfte bzw. leitenden Mitarbeiter und basiert auf virtuellen Aktienoptionen der United Internet AG. Das zweite Programm, das Long Term Incentive Plan Hosting (LTIP Hosting) wurde in der 2. Jahreshälfte 2017 eingeführt und richtet sich an den Vorstand, die Führungskräfte und weitere Mitarbeiter in Schlüsselpositionen im Bereich Business Applications. Das dritte Programm, der Long Term Incentive Plan Versatel (LTIP Versatel) wurde in der 1. Jahreshälfte 2018 eingeführt und richtet sich an Geschäftsführer, Führungskräfte und Mitarbeiter in Schlüsselpositionen im Bereich Business Access. Das vierte Programm, das Stock Appreciation Rights Drillisch (SAR Drillisch) wurde in der 1. Jahreshälfte 2020 eingeführt, richtet sich ebenfalls an Vorstände, Führungskräfte und Mitarbeiter in Schlüsselpositionen im Bereich Consumer Access und hat in 2020 z. T. das ehemalige SAR Programm der Drillisch ersetzt. Das fünfte Programm, das Long Term Incentive Plan Portal (LTIP Portal) wurde in der 1. Jahreshälfte 2019 eingeführt und richtet sich an Vorstände, Führungskräfte und Mitarbeiter in Schlüsselpositionen im Bereich Consumer Applications. Das sechste Programm, das Stock Appreciation Rights IONOS (SAR IONOS) wurde in im Zuge des Börsengangs der IONOS 2023 eingeführt und richtet sich an Vorstände und Führungskräfte in Schlüsselpositionen der IONOS Group SE. Im Jahr 2024 wurde das Programm auf ausgewählte Führungskräfte ausgeweitet. Zudem wurden die bestehenden Vereinbarungen des LTIP Hostings im Zuge des Börsengangs modifiziert.
36.1 Stock Appreciation Rights (SAR United Internet)
Bei der United Internet AG besteht seit 2009 ein Stock Appreciation Right Programm (SAR Programm). Als Stock Appreciation Right (SAR) wird die Zusage der United Internet AG (oder einer Tochtergesellschaft) bezeichnet, den Berechtigten eine Zahlung in Höhe der Differenz zwischen dem Börsenkurs bei Einräumung (vereinbarter Ausübungspreis) und dem Börsenkurs bei Ausübung der Option zu leisten. Die Ausübungshürde beträgt 120 % des Ausübungspreises. Der Ausübungspreis ergibt sich als der Mittelwert der Schlusskurse im Xetra-Handel für die Aktie der Gesellschaft an der Frankfurter Wertpapierbörse während der letzten 10 Börsentage vor dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option. Die Zahlung des Wertzuwachses für den Berechtigten ist begrenzt, abhängig von den Vereinbarungen einzelner Tranchen auf 100 % des ermittelten Börsenpreises (Ausübungspreis).
Ein SAR entspricht einem virtuellen Bezugsrecht auf eine Aktie der United Internet AG, ist aber kein Anteilsrecht und somit keine (echte) Option auf den Erwerb von Aktien der United Internet AG. Auf eine mögliche Dividendenzahlung der Gesellschaft haben die Berechtigten keinen Anspruch. Grundsätzlich ist eine Erfüllung durch Barausgleich vorgesehen. Die United Internet AG behält sich jedoch das Recht vor, ihrer Verpflichtung (bzw. der Verpflichtung der Tochtergesellschaft) zur Auszahlung des SAR in bar stattdessen nach freiem Ermessen auch durch die Übertragung von Aktien der United Internet AG aus dem Bestand eigener Aktien an die Berechtigten zu erfüllen. Das Programm wird daher als equity-settled Plan bilanziert.
Das Optionsrecht kann im Regelfall hinsichtlich eines Teilbetrags von bis zu 25 % frühestens nach Ablauf von 24 Monaten seit dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option, hinsichtlich eines Teilbetrags von insgesamt bis zu 50 % frühestens 36 Monate nach dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option, hinsichtlich eines Teilbetrags von insgesamt bis zu 75 % frühestens 48 Monate nach dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option und hinsichtlich des Gesamtbetrags frühestens nach Ablauf von 60 Monaten nach dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option ausgeübt werden, unter der Voraussetzung, dass der betroffene Berechtigte zum Ende eines jeden Jahres nicht gekündigt hat. Für eine Ausgabe ist abweichend jedoch eine Ausübung nach 12, 24, 36 und 48 Monaten möglich. Die SARs haben eine grundsätzliche Laufzeit von 6 Jahren, sodass nach Ablauf dieses Zeitraums alle nicht ausgeübten SARs entschädigungslos entfallen. Darüber hinaus sind keine weiteren Bedingungen für eine erfolgreiche Zuteilung der SARs zu erfüllen.
Die Ermittlung des Zeitwerts der ausgegebenen Optionen zum Zusagezeitpunkt erfolgt unter Verwendung eines Optionspreismodells (Black-Scholes-Modell) in Übereinstimmung mit IFRS 2.
Unter Verwendung eines Optionspreismodells (Black-Scholes-Modell) in Übereinstimmung mit IFRS 2 wurden die ausgegebenen Optionen auf Basis folgender wesentlicher Bewertungsparameter ermittelt:
Ausgabestichtag
01.01.2023
01.01.2024
Volumen
6.608
SARs
13.840
SARs
Durchschnittlicher Marktwert je Option
2,43
1,46
Ausübungspreis
18,92
21,72
Aktienkurs
18,89
15,67
Dividendenrendite
2,7
%
3,19
%
Volatilität der Aktie
27,00
%
39,57
%
Erwartete Dauer (Jahre)
5
 
5
 
Risikofreier Zins
2,48
%
1,99
%
Hierbei wurde die begrenzte Auszahlung je SAR durch Abzug des Wertes einer Optionsbewertung mit dem doppelten Ausübungspreis abgebildet. Hinsichtlich der Ausübungsfenster der SARs wurde im Rahmen der Black-Scholes Bewertung von einer frühestmöglichen Ausübung ausgegangen. Im Rahmen der Monte-Carlo Simulation wurde grundsätzlich ebenfalls mit einer frühestmöglichen Ausübung kalkuliert. Unabhängig der gewählten Bewertungsmethode wurden im Rahmen der Ausübung zusätzlich die jeweiligen Ausübungshürden berücksichtigt.
Da die SARs nicht dividendenberechtigt sind, wurde im Einklang mit IFRS 2.B34 eine Dividendenrendite auf Basis der Dividende für das jeweilige Geschäftsjahr und dem Aktienkurs der United Internet AG zum Stichtag bei der Bewertung der SARs berücksichtigt.
Die für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts zugrunde gelegte Volatilität wurde durch einen gewichteten Mittelwert auf Basis der historischen Volatilität für die letzten 6 (Gewichtung zu 1/3) resp. 12 Monate (Gewichtung zu 2/3) vor dem Bewertungsstichtag ermittelt. Der Ausübungspreis wird auf Basis des durchschnittlichen Aktienkurses der letzten 10 Tage vor dem Ausgabestichtag berechnet.
Aus dem Programm SAR United Internet ergeben sich folgende Effekte:
T€
2024
2023
Gesamtaufwand des Programms
37.988
39.222
Kumulierter Aufwand bis zum Ende des Geschäftsjahres
37.974
38.075
Auf künftige Jahre entfallener Aufwand
14
1.147
Personalaufwand im Geschäftsjahr
–102
–1.152
Die Veränderungen bei den ausgegebenen bzw. ausstehenden virtuellen Aktienoptionen ergeben sich aus der folgenden Tabelle:
 
SAR
Durchschnittl. Ausübungspreis (€)
Ausstehend zum 31. Dezember 2022
450.000
32,50
Verfallen/verwirkt
–275.000
34,09
Neuausgabe
300.000
16,91
Ausstehend zum 31. Dezember 2023
475.000
21,73
Ausübbar zum 31. Dezember 2023
175.000
n/a
Verfallen/verwirkt
–344.827
23,67
Ausgeübt
–75.000
16,91
Neuausgabe
40.275
19,88
Ausstehend zum 31. Dezember 2024
95.448
17,75
Ausübbar zum 31. Dezember 2024
75.000
n/a
Ausübbar zum 31. Dezember 2023
0
n/a
Gewogene durchschnittliche Restlaufzeit
zum 31. Dezember 2024 (in Monaten)
13
 
Gewogene durchschnittliche Restlaufzeit
zum 31. Dezember 2023 (in Monaten)
26
 
Die Bandbreite der Ausübungspreise für die zum Abschlussstichtag ausstehenden Aktienoptionen liegt zwischen 16,91 € und 21,72 € (Vorjahr: 16,91 € und 30,00 €).
36.2 Long Term Incentive Plan Business Applications (LTIP Hosting)
Long Term Incentive Plan Business Applications (LTIP Hosting)
Im Geschäftsjahr 2017 wurde ein zusätzliches Mitarbeiterbeteiligungsprogramm (Long Term Incentive Plan, LTIP) für den Geschäftsbereich Business Applications (IONOS Group Konzern) aufgelegt. Zielsetzung des LTIP Programms ist eine langfristige Ausrichtung der Interessen der Mitglieder der Unternehmensleitung (Vorstände und Führungskräfte) sowie weiterer Schlüsselmitarbeiter der IONOS Gruppe (Geschäftsbereich Business Applications) an den Interessen der Gesellschaft, um den Eigenkapitalwert der IONOS Group SE und anderer Gesellschaften der IONOS Gruppe zu steigern.
Im Rahmen des LTIP Programms werden den teilnahmeberechtigten Mitarbeitern im Bereich Hosting sogenannte Management Incentive Plan (MIP) Einheiten (Wertsteigerungsrechte) zugewiesen. Die Erdienung erfolgt linear (beginnend mit der Ausgabe) und unter der Voraussetzung, dass der betreffende Mitarbeiter bis zum Eintritt eines gemäß der LTIP-Vereinbarung definierten Ereignisses (Trigger Event) nicht gekündigt hat. Hierbei handelt es sich um die vollständige Veräußerung aller Anteile an der IONOS Group SE, die Warburg Pincus hält.
Der Teilverkauf von Anteilen in 2021, 2023 und 2024 von Warburg Pincus stellen jeweils kein solches Trigger Event dar.
Die MIP Einheiten stellen im Falle eines Trigger Events einen Wertanspruch in Höhe der Differenz zwischen dem individuell festgelegten Ausübungspreis und dem Unternehmenswert der IONOS Group SE dar. Der Ausübungspreis wird hierbei um Eigenkapitaleinlagen bzw. -rückführungen erhöht bzw. vermindert.
Die Erfüllung der Ansprüche unter dem LTIP Programm kann durch Anteils- oder Barausgleich erfolgen. Im Falle der Erfüllung als Anteilsausgleich kann die Erfüllung der Ansprüche durch Hingabe von Anteilen oder Optionen zum Anteilserwerb erfolgen. Da keine gegenwärtige Verpflichtung zum Barausgleich besteht, wird der Plan als Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente (equity-settled) bilanziert.
Wie im Vorjahr sind auch im Geschäftsjahr keine neue MIP Ausgaben aus dem LTIP Hosting Programm erfolgt.
Zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte wird auf Basis des individuellen Ausübungspreises, des Unternehmenswertes zum Zuteilungszeitpunktes und der Restlaufzeit bis zum Trigger Event eine Optionsbewertung mittels des Black-Scholes-Modells unter Berücksichtigung der weiteren genannten Annahmen vorgenommen. Da in den Ausübungspreisen der MIP-Einheiten Eigenkapitalrückflüsse bereits berücksichtigt sind, ist eine zusätzliche Berücksichtigung einer Dividendenrendite bei der Bewertung der Ansprüche nicht notwendig.
Die für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts zugrunde gelegte Volatilität wurde aus dem gewichteten Mittelwert der Preisschwankungen der letzten 180 Tage (Gewichtung zu 1/3) bzw. der letzten 360 Tage (Gewichtung zu 2/3) der Peer Group des Bereichs Business Applications berechnet.
Aus dem Programm Long Term Incentive Plan Business Applications ergeben sich folgende Effekte:
T€
2024
2023
Gesamtaufwand des Programms
37.585
37.674
Kumulierter Aufwand bis zum Ende des Geschäftsjahres
37.568
37.656
Auf künftige Jahre entfallener Aufwand
17
18
Personalaufwand im Geschäftsjahr
–87
1.155
Fair Value der gewährten Zusagen des Geschäftsjahres zum Zeitpunkt der Gewährung
0
0
Die Veränderungen in den ausgegebenen bzw. ausstehenden MIP Units ergeben sich aus der folgenden Tabelle:
 
Units
Durchschnittl. Ausübungspreis (€)
Ausstehend zum 31. Dezember 2022
460.071
173,36
Zusätzliche Gewährung im Rahmen des IPO
20.429
330,0
Wechsel in Programm "Rollover"
–389.625
168,6
Verfallen/verwirkt
–625
358,8
Ausstehend zum 31. Dezember 2023
90.250
130,29
Verfallen/verwirkt
–1.500
310
Ausstehend zum 31. Dezember 2024
88.750
127,25
Ausübbar zum 31. Dezember 2024
0
n/a
Ausübbar zum 31. Dezember 2023
0
n/a
Im Rahmen des IPO erfolgte kein vollständiger Exit der WP XII Ventures Holdings S à r l, sondern lediglich ein Teilverkauf. Die erstmalige Börsennotierung der IONOS Group SE zum 8. Februar 2023 stellte daher kein Triggering Event im Sinne der LTIP Hosting Vereinbarung dar. Der IPO führte entsprechend nicht dazu, dass die Ansprüche der einzelnen Teilnehmer/innen fällig geworden wären. Für verbleibende Teilnehmer des LTIP Hostings werden jedoch weitere rd. 11 % der Ansprüche aus dem LTIP Hosting mit dem Ausgabekurs zum IPO am 8. Februar 2023 festgeschrieben.
Vor diesem Hintergrund wurde allen aktiven Mitarbeitern des LTIP Hosting Programms eine sog IPO Überleitungsvereinbarung bzw. Rollover Agreement (im Folgenden Rollover) angeboten. Im Rahmen des Rollovers konnten die aktiven Mitarbeiter ihre LTIP Hosting MIP Units in Bezugsrechte für IONOS Group SE Aktien wandeln.
Im Zuge des Rollover wurden 389.625 MIP umgewandelt. Die verbleibenden MIP betreffen im Wesentlichen bereits ausgeschiedene Vorstände.
Die Bestimmung der IPO Awards (virtuelle Aktienoptionen im Rahmen des Rollovers) folgte einem zweistufigen Prozess, basierend auf der Annahme eines vollständigen Desinvestments von Warburg Pincus (WP). Im ersten Schritt wurde die Wertsteigerung je Teilnehmer auf Basis der LTIP (Long Term Incentive Plan) Hosting Konditionen abgeleitet. Für rund 25 % der Anteile wurde eine Wertsteigerung aufgrund eines Aktienrückkaufs im Jahr 2021 und eines Enterprise Value von 4,8 Mrd. EUR festgestellt. Für die restlichen ca. 75 % der MIP I Units (LTIP Hosting) wurde die Wertsteigerung zum Zeitpunkt des Börsengangs (IPO) als relevant betrachtet, wobei der IPO-Ausgabekurs von 18,50 € zur Ermittlung der Wertsteigerung herangezogen wurde. Aus diesen Berechnungen wurde die gesamte Wertsteigerung je Teilnehmer ermittelt.
Im zweiten Schritt wurde die erzielte Wertsteigerung je Teilnehmer durch den IPO-Ausgabekurs geteilt, um die Anzahl der virtuellen Aktien an der IONOS Group SE zu bestimmen. Teilnehmer, die bis zum IPO keine Wertsteigerung verzeichnen konnten, erhielten keine virtuellen Aktien, hatten jedoch die Möglichkeit, im LTIP Hosting zu verbleiben. Die ermittelte Anzahl an IPO Awards wurde anschließend fixiert und auf drei Tranchen verteilt.
Die Zuteilung der IPO Awards erfolgte grundsätzlich in drei gleich großen Tranchen über einen Zeitraum von bis zu 24 Monaten nach dem IPO. Die Anzahl der virtuellen Aktienoptionen konnte zwischen den Tranchen leicht variieren, um die Anforderung zu erfüllen, dass die Anzahl der Optionen pro Teilnehmer sowie die Anzahl je Tranche pro Teilnehmer ganzzahlig sein mussten. Die Zuteilung der Tranchen erfolgte wie folgt:
Tranche 1 am Tag der Erstnotierung (8. Februar 2023),
Tranche 2 achtzehn Monate später (August 2024) und
Tranche 3 vierundzwanzig Monate nach der Erstnotierung (Februar 2025).
Die Auszahlung der Tranche 2 und Tranche 3 ist grundsätzlich an den Verbleib im Unternehmen bis zum Auszahlungszeitpunkt geknüpft. Sie kann in bar oder in Eigenkapitalinstrumenten erfolgen, wobei es der Gesellschaft vorbehalten ist zu entscheiden, wie dies gewährt wird. Die Auszahlungshöhe einer Barzahlung ist vom Aktienverlauf der IONOS Aktie abhängig. Die Barzahlung für die Tranche 2023 ist aufgrund der Sperrfrist zur Veräußerung von Aktien im Zusammenhang mit dem IPO als Ausnahme einzustufen, sodass im Einklang mit den Regelungen des IFRS 2 weiterhin eine equity-settled Zusage erfasst wird. Dies steht im Einklang mit der Ausgabe der zweiten Tranche im August 2024, der in Aktien stattgefunden hat.
Für bestimmte Teilnehmer wurde eine abweichende Regelung getroffen, da ihre Dienstverträge vorzeitig endeten. Insgesamt wurden 2.210.243 virtuelle Aktienoptionen zum 8. Februar 2023 ermittelt.
Die Veränderungen in den ausstehenden virtuellen Aktienoptionen, die aus der Umwandlung der MIP Einheiten ermittelt wurden, ergeben sich aus der folgenden Tabelle:
 
Virtuelle Aktienoptionen
Durchschnittl. Ausübungspreis (€)
Ausstehend zum 31. Dezember 2022
0
n/a
Ausgabe IPO
2.210.243
n/a
Auszahlung IPO
–736.756
n/a
Verfallen/verwirkt
–13.743
n/a
Ausstehend zum 31. Dezember 2023
1.459.744
n/a
Auszahlung 2. Tranche
–729.877
n/a
Vorabauszahlung 3. Tranche
–6.411
n/a
Verfallen/verwirkt
–10.023
n/a
Ausstehend zum 31. Dezember 2024
713.433
n/a
Im Geschäftsjahr 2024 erfolgte die Auszahlung der Tranche 2 in Höhe von 16.566 T€. Der Anspruch wurde durch die Übertragung 383.067 Stück eigener Aktien bedient und die Lohnnebenkosten von IONOS abgeführt. Im Zug der Erfüllung der Tranche 1 wurde den Berechtigten im Vorjahr insgesamt 13,6 Mio. € ausbezahlt. Im Geschäftsjahr 2024 erfolgte zudem eine Vorabauszahlung der 3. Tranche in Form von eigenen Anteilen (3.368 Aktien) an die Berechtigten.
36.3 Stock Appreciation Right (SAR IONOS)
Im Dezember 2022 wurde ebenfalls ein neuer Incentive Plan für die Vorstände und Führungskräfte in Schlüsselpositionen der IONOS Group SE unter Vorbehalt eines erfolgreichen IPO aufgelegt. Das SAR Programm erfolgt über sog. Stock Appreciation Rights und wird als aktienbasierte Vergütungstransaktion mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente behandelt. Als Stock Appreciation Right (SAR) wird die Zusage der IONOS Group SE bezeichnet, den Berechtigten eine Zahlung in Höhe der Differenz zwischen dem Börsenkurs bei Einräumung (vereinbarter Ausübungspreis) und dem Börsenkurs bei Ausübung der Option zu leisten. Die Ausübungshürde beträgt 110 % des Ausübungspreises nach drei Jahren, 115 % nach vier Jahren und 120 % nach 5 Jahren. Der Ausübungspreis ergibt sich als der Mittelwert der Schlusskurse im Xetra-Handel für die Aktie der Gesellschaft an der Frankfurter Wertpapierbörse während der letzten 10 Börsentage vor dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option. Die Zahlung des Wertzuwachses für den Berechtigten ist begrenzt, abhängig von den Vereinbarungen einzelner Tranchen auf 100 % des ermittelten Börsenpreises (Ausübungspreis) bzw. 150 % des ermittelten Börsenpreises (Ausübungspreis).
Ein SAR entspricht einem virtuellen Bezugsrecht auf eine Aktie der IONOS Group SE, ist aber kein Anteilsrecht und somit keine (echte) Option auf den Erwerb von Aktien der IONOS Group SE. Auf eine mögliche Dividendenzahlung der Gesellschaft haben die Berechtigten keinen Anspruch. Die IONOS Group SE behält sich jedoch das Recht vor, ihrer Verpflichtung zur Auszahlung des SAR in bar stattdessen nach freiem Ermessen auch durch die Übertragung von Aktien der IONOS Group SE aus dem Bestand eigener Aktien an die Berechtigten zu erfüllen. Das Programm wird daher als equity-settled Plan bilanziert, da keine gegenwärtige Verpflichtung zur Erfüllung in bar besteht.
Das Optionsrecht kann hinsichtlich eines Teilbetrags von bis zu 33,33 % frühestens nach Ablauf von 36 Monaten seit dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option, hinsichtlich eines Teilbetrags von insgesamt bis zu 66,66 % frühestens 48 Monate nach dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option und hinsichtlich des Gesamtbetrags frühestens nach Ablauf von 60 Monaten nach dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option ausgeübt werden, unter der Voraussetzung, dass der betroffene Berechtigte zum Ende eines jeden Jahres nicht gekündigt hat. Die Erdienung erfolgt somit zu jeweils einem Drittel über die genannten Zeiträume.
Im Jahr 2024 wurde das SAR IONOS Programm auch auf ausgewählte Führungskräfte ausgeweitet. Die Ausgestaltung des SAR IONOS Programms basiert grds. auf den Regelungen und Bestimmungen des SAR IONOS Programms für die Vorstände. Die Ausübungshürde für ausgewählte Führungskräfte beträgt 110 % des Ausübungspreises nach zwei Jahren, 115 % nach drei Jahren, 120 % nach 4 Jahren und 125% nach 5 Jahren. Das Optionsrecht kann hinsichtlich eines Teilbetrags von bis zu 25,0% % frühestens nach Ablauf von 24 Monaten seit dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option, hinsichtlich eines Teilbetrags von insgesamt bis zu 50,0 % frühestens 36 Monaten nach dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option, hinsichtlich eines Teilbetrags von 75,0% frühestens nach Ablauf von 48 Monaten seit dem Zeitpunkt der Ausgabe und hinsichtlich des Gesamtbetrags frühestens nach Ablauf von 60 Monaten nach dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option ausgeübt werden, unter der Voraussetzung, dass der betroffene Berechtigte zum Ende eines jeden Jahres nicht gekündigt hat. Die Erdienung erfolgt somit zu jeweils einem Viertel über die genannten Zeiträume.
Die SARs haben jedoch eine grundsätzliche Laufzeit von 6 Jahren, sodass nach Ablauf dieses Zeitraums alle nicht ausgeübten SARs entschädigungslos entfallen. Darüber hinaus sind für die Vorstände zusätzlich Kürzungen der Auszahlungsbeträge im Zusammenhang mit vordefinierten ESG-Zielen möglich. Im Rahmen der ESG-Ziele können die Ansprüche bei Nichterreichen der Vorgaben um maximal 10 % reduziert werden. Das SAR IONOS Programm für die Führungskräfte enthält keine Kürzung der Auszahlungsbeträge im Zusammenhang mit vordefinierten ESG-Zielen.
Das Ausübungsverhalten für Vorstände und weitere Führungskräfte basiert auf der Annahme, dass Teilnehmer ihre SARs zum frühestmöglichen Zeitpunkt ausüben, ähnlich wie bei vergleichbaren Programmen innerhalb des United Internet Konzerns. Es wird erwartet, dass ein Drittel der SARs im ersten Fenster nach dem dritten Jahr, ein weiteres Drittel nach dem vierten Jahr und das letzte Drittel nach dem fünften Jahr ausgeübt wird, sofern möglich. Die Ausübung der SARs ist auf zwei 10-tägige Fenster pro Kalenderjahr begrenzt, die kurz nach der Hauptversammlung und der Veröffentlichung des 9-Monatsberichts beginnen.
Unter Verwendung eines Optionspreismodells (Monte-Carlo Simulation) in Übereinstimmung mit IFRS 2 wurde der Zeitwert zum Zusagezeitpunkt der ausgegebenen Optionen wie folgt ermittelt:
Ausgabestichtag
08.02.2024
01.09.2024
10.09.2024
Anzahl SAR
307.052
 
14.764
 
7.960
 
Anfangskurs
19,66 - 26,05
25,95
25,95
Ausübungspreis
18,50
25,64
25,13
Durchschnittlicher Marktwert je Option
6,45
6,90
7,10
Dividendenrendite
0,15 - 0,20
%
0,15
%
0,15
%
Volatilität der Aktie
32,67 - 37,09
%
37,22
%
37,22
%
Erwartete Dauer (Jahre)
6
Jahre
6
Jahre
6
Jahre
risikoloser Zinssatz
2,25 - 3,43
%
2,12 - 2,77
%
2,12 - 2,77
%
Ausgabestichtag
08.02.2023
01.04.2023
01.07.2023
Anzahl SAR
4.016.216
 
195.000
 
762.000
 
Anfangskurs
18,50
14,82
13,02
Ausübungspreis
18,50
14,13
13,13
Durchschnittlicher Marktwert je Option
4,81
3,92
3,28
Dividendenrendite
0,20
%
0,27
%
0,31
%
Volatilität der Aktie
37,39
%
36,77
%
33,54
%
Erwartete Dauer (Jahre)
6
Jahre
6
Jahre
6
Jahre
risikoloser Zinssatz
2,31 - 2,66
%
2,27 - 2,71
%
2,45 - 3,35
%
Im Rahmen der Simulation wurde sowohl die Begrenzung der Auszahlung je SAR als auch die jeweiligen Ausübungshürden je Tranche berücksichtigt. Da die SARs nicht dividendenberechtigt sind, wurde im Einklang mit IFRS 2.B34 eine Dividendenrendite auf Basis der Dividende für das jeweilige Geschäftsjahr und dem Aktienkurs der IONOS Group SE zum Stichtag bei der Bewertung der SARs berücksichtigt.
Die für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts zugrunde gelegte Volatilität wurde aus dem gewichteten Mittelwert der Preisschwankungen der letzten 180 Tage (Gewichtung zu 1/3) bzw. der letzten 360 Tage (Gewichtung zu 2/3) der IONOS Group SE berechnet.
Aus dem Programm SAR IONOS ergaben sich im Geschäftsjahr folgende Effekte:
T€
2024
2023
Gesamtaufwand des Programms
24.089
22.601
Kumulierter Aufwand bis zum Ende des Geschäftsjahres
11.586
5.706
Auf künftige Jahre entfallender Aufwand
12.503
16.895
Personalaufwand im Geschäftsjahr
5.880
5.706
Die Veränderungen in den ausgegebenen bzw. ausstehenden SARs ergeben sich aus der folgenden Tabelle:
 
Anzahl
Durchschnittl.
Ausübungspreis
(€)
Ausstehend am 31. Dezember 2022
0
0,00
Verfallen/verwirkt
0
0,00
Ausgaben
4.973.216
17,51
Ausstehend am 31. Dezember 2023
4.973.216
17,51
Verfallen/verwirkt
–135.135
18,50
Ausgaben
329.776
18,98
Ausstehend am 31. Dezember 2024
5.167.857
17,57
36.4 Long Term Incentive Plan Versatel (LTIP Versatel)
Im Geschäftsjahr 2018 wurde ein zusätzliches Mitarbeiterbeteiligungsprogramm (Long Term Incentive Plan, LTIP) für den Geschäftsbereich Business Access aufgelegt. Zielsetzung des LTIP Programms ist eine langfristige Ausrichtung der Interessen der Mitglieder der Unternehmensleitung sowie weiterer Schlüsselmitarbeiter der 1&1 Versatel Gruppe (Geschäftsbereich Business Access) an den Interessen der Gesellschaft, um den Eigenkapitalwert der Gesellschaft (1&1 Versatel GmbH) und anderer Gesellschaften der 1&1 Versatel Gruppe zu steigern.
Das Programm berechtigt die Begünstigten, grundsätzlich an einem bestimmten Anteil der Wertsteigerung der 1&1 Versatel-Gruppe teilzuhaben. Im Rahmen des LTIP Programms werden den teilnahmeberechtigten Mitarbeitern im Bereich Business Access Wertsteigerungsanteile zugewiesen.
Die Erdienung erstreckt sich grundsätzlich linear über einen Zeitraum von sechs Jahren (beginnend mit der Ausgabe) oder bis zum Eintritt eines gemäß den LTIP Programmbedingungen definierten Ereignisses (sogenanntes Trigger Event) und unter der Voraussetzung, dass der betreffende Mitarbeiter zum Ende eines jeden Jahres bzw. bis zum Eintritt eines Trigger Events nicht gekündigt hat. Der LTIP-Anspruch entsteht, sobald die volle Laufzeit des LTIP-Vertrags endet (d. h. nach 6 Jahren) oder ein gemäß LTIP Programmbedingungen definiertes Ereignis eintritt. Nach Ablauf von 6 Jahren oder mit Eintritt eines Trigger Events entsteht der jeweilige LTIP-Anspruch.
Der LTIP Anspruch ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Endwert und einem individuellen Anfangswert (jeweils auf Basis des Unternehmenswertes zum betrachteten Zeitpunkt), der mit dem jeweiligen Wertsteigerungsanteil und einem Verwässerungsfaktor multipliziert wird.
Die Aufwandserfassung je Teilnehmer erfolgt linear über den Zeitraum bis zum Auslaufen des jeweiligen LTIP-Vertrags, sofern kein Trigger Event eintritt. Im Falle eines (bevorstehenden) Trigger Events erfolgt eine vollständige Aufwandserfassung bis zum (erwarteten) Eintritt des Trigger Events. Da aktuell kein Trigger Event erwartet wird, wird diese Variante in der Bewertung der Ansprüche nicht berücksichtigt. Diese Einschätzung wird zu jedem Stichtag neu überprüft. Auf Basis der aktuellen Einschätzungen wird jeweils ein Gesamtzeitraum von 6 Jahren zugrunde gelegt.
Die Erfüllung der Ansprüche unter dem LTIP Programm kann durch Anteils- oder Barausgleich erfolgen. Im Falle der Erfüllung als Anteilsausgleich kann die Erfüllung der Ansprüche durch Hingabe von Anteilen oder Optionen zum Anteilserwerb erfolgen. Da keine gegenwärtige Verpflichtung zum Barausgleich besteht, wird der Plan als Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente (equity-settled) bilanziert.
Die Ermittlung des Zeitwerts der ausgegebenen Optionen zum Zusagezeitpunkt erfolgt unter Verwendung eines Optionspreismodells (Black-Scholes-Modell) in Übereinstimmung mit IFRS 2.
Die für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts zugrunde gelegte Volatilität wurde aus dem gewichteten Mittelwert der Preisschwankungen der letzten 180 Tage (Gewichtung zu 1/3) bzw. der letzten 360 Tage (Gewichtung zu 2/3) der Peer Group des Bereichs Versatel berechnet.
Aus dem Long Term Incentive Plan Programm Versatel ergeben sich zum Stichtag folgende Effekte:
T€
2024
2023
Gesamtaufwand des Programms
14.818
12.053
Kumulierter Aufwand bis zum Ende des Geschäftsjahres
6.161
4.878
Auf künftige Jahre entfallender Aufwand
8.657
7.175
Personalaufwand im Geschäftsjahr
1.283
1.316
Die Veränderungen in den ausgegebenen bzw. ausstehenden virtuellen Aktienoptionen ergeben sich aus der folgenden Tabelle:
 
 
Durchschnittlicher Fair Value des Wertsteigerungsanteils je % (T€)
Ausstehend zum 31. Dezember 2023
3,9 %
3.122,00
Verfallen
0,6 %
2.203,00
Zuteilung
1,0 %
3.999,00
Ausstehend zum 31. Dezember 2024
4,3 %
3.446,00
Ausübbar zum 31. Dezember 2024
0,5 %
2.312,00
Ausübbar zum 31. Dezember 2023
0
0,00
36.5 Stock Appreciation Rights Drillisch (SAR 1&1)
Bis zum 17. April 2020 existierte ein Programm, das Stock Appreciation Right Drillisch (SAR Drillisch), das in der 1. Jahreshälfte 2018 eingeführt wurde. Das Programm richtete sich an Vorstände, Führungskräfte und Mitarbeiter in Schlüsselpositionen und basierte auf virtuellen Aktienoptionen der 1&1 AG (Vormals 1&1 Drillisch AG).
Das alte SAR Drillisch Programm wurde im Laufe des Geschäftsjahres 2020 annulliert. Zum Zeitpunkt der Annullierung standen 77.400 Aktienoptionen aus, die z. T. durch neue Eigenkapitalinstrumente ersetzt wurden.
Zum 17. April 2020 wurde ein neues Programm eingeführt. Das neue Mitarbeiterbeteiligungsmodell, das sog. Stock Appreciation Rights Drillisch (SAR Drillisch), richtet sich an Vorstände, Führungskräfte und Mitarbeiter in Schlüsselpositionen und basiert auf virtuellen Aktienoptionen der 1&1 AG. Gemäß den aktuellen Bedingungen umfasst ein SAR Drillisch die Zusage der 1&1 AG (oder eines ihrer Tochterunternehmen) dem Optionsberechtigten Leistungen zu erbringen, deren Höhe der Differenz zwischen dem Börsenkurs bei Einräumung (Ausübungspreis) und dem Börsenkurs bei Ausübung der Option entspricht. Die Ausübungshürde beträgt 120 % des Ausübungspreises. Der Ausübungspreis ergibt sich als der Mittelwert der Schlusskurse im Xetra-Handel für die Aktie der Gesellschaft an der Frankfurter Wertpapierbörse während der letzten 10 Börsentage vor dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option. Die Zahlung des Wertzuwachses für den Berechtigten ist gleichzeitig auf 100 % des ermittelten Börsenpreises (Ausübungspreis) begrenzt (CAP). Im Jahr 2024 erfolgte für bereits bestehende Teilnehmer eine zusätzliche Ausgabe (Zweitausgabe) von SAR. Im Rahmen der Zweitausgabe erfolgte abweichend für einen Teilnehmer von den bisherigen Ausgaben, eine Verrechnung des Auszahlungsbetrags der Erstausgabe mit der Zweitausgabe.
Ein SAR entspricht einem virtuellen Bezugsrecht auf eine Aktie der 1&1 AG, ist aber kein Anteilsrecht und somit keine (echte) Option auf den Erwerb von Aktien der 1&1 AG. Auf eine mögliche Dividendenzahlung der Gesellschaft haben die Berechtigten keinen Anspruch. Grundsätzlich ist eine Erfüllung der Ansprüche durch Barausgleich vorgesehen. Die 1&1 AG behält sich jedoch das Recht vor, ihrer Verpflichtung (bzw. der Verpflichtung der Tochtergesellschaft) zur Auszahlung des SAR in bar stattdessen nach freiem Ermessen auch durch die Übertragung von Aktien der 1&1 AG aus dem Bestand eigener Aktien an die Berechtigten zu erfüllen. Da aus Konzernsicht gegenwärtig keine Verpflichtung zum Barausgleich vorliegt, werden diese Zusagen als Transaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente bilanziert.
Zur Ausübung steht den Optionsberechtigten ein Ausübungsfenster von 10 Tagen zur Verfügung. Dieses beginnt jeweils am 3. Tag nach der Hauptversammlung bzw. nach der Veröffentlichung des 9-Monatsberichts. Das Optionsrecht kann hinsichtlich eines Teilbetrags von bis zu 25 % frühestens nach Ablauf von 24 Monaten seit dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option, hinsichtlich eines Teilbetrags von insgesamt bis zu 50 % frühestens 36 Monate nach dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option, hinsichtlich eines Teilbetrags von insgesamt bis zu 75 % frühestens 48 Monate nach dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option und hinsichtlich des Gesamtbetrags frühestens nach Ablauf von 60 Monaten nach dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option ausgeübt werden, unter der Voraussetzung, dass der betroffene Berechtigte zum Ende eines jeden Jahres nicht gekündigt hat. Die SARs haben jedoch eine grundsätzliche Laufzeit von 6 Jahren, sodass nach Ablauf dieses Zeitraums alle nicht ausgeübten SARs entschädigungslos entfallen. Tranchen, die im zur Verfügung stehenden Ausübungsfenster nicht ausgeübt werden, sind im nächsten regulären Ausübungszeitfenster der Tranche ausübbar. Darüber hinaus sind keine weiteren Bedingungen für eine erfolgreiche Zuteilung der SARs zu erfüllen.
Unter Verwendung eines Optionspreismodells (Black-Scholes-Modell / Monte-Carlo Simulation) in Übereinstimmung mit IFRS 2 wurde der Zeitwert zum Zusagezeitpunkt der ausgegebenen Optionen wie folgt ermittelt:
Ausgabestichtag
09.09.2024
27.09.2024
Anzahl SAR
500.000
 
195.000
 
Anfangskurs
12,60
12,60
Ausübungspreis
11,85
11,85
Durchschnittlicher Marktwert je Option
2,82
2,49
Dividendenrendite
0,40
%
0,40
%
Volatilität der Aktie
31,17
%
31,17
%
Erwartete Dauer (Jahre)
2 bis 5
Jahre
2 bis 5
Jahre
risikoloser Zinssatz
2,71 - 3,14
%
2,13 - 2,12
%
Ausgabestichtag
01.04.2023
01.05.2023
01.06.2023
01.08.2023
Anzahl SAR
385.000
 
150.000
 
28.000
 
2.765.000
 
Anfangskurs
10,27
10,54
10,14
10,24
Ausübungspreis
10,77
10,47
10,27
10,14
Durchschnittlicher Marktwert je Option
1,70
1,89
1,84
2,18
Dividendenrendite
0,49 %
%
0,47 %
%
0,49 %
%
0,49 %
%
Volatilität der Aktie
28,83 %
%
28,99 %
%
29,89 %
%
29,65 %
%
Erwartete Dauer (Jahre)
5
Jahre
5
Jahre
5
Jahre
5
Jahre
risikoloser Zinssatz
2,71 %
%
2,84 %
%
2,97 %
%
3,29 %
%
Die für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts zugrunde gelegte Volatilität wurde auf Basis des gewichteten Mittelwertes der historischen Volatilität für die letzten 6 (Gewichtung zu 1/3) resp. 12 Monate (Gewichtung zu 2/3) vor dem Bewertungsstichtag ermittelt. Der Ausübungspreis wird auf Basis des durchschnittlichen Aktienkurses der letzten 10 Tage vor dem Ausgabestichtag berechnet.
Hierbei wurde die begrenzte Auszahlung je SAR durch Abzug des Wertes einer Optionsbewertung mit dem doppelten Ausübungspreis abgebildet. Hinsichtlich der Ausübungsfenster der SARs wurde im Rahmen der Optionsbewertung von einer frühestmöglichen Ausübung ausgegangen. Da die SARs nicht dividendenberechtigt sind, wurde im Einklang mit IFRS 2.B34 eine Dividendenrendite auf Basis der Dividende für das jeweilige Geschäftsjahr und dem Aktienkurs der 1&1 AG zum Stichtag bei der Bewertung der SARs berücksichtigt.
Zur Abbildung der Verrechnung des Auszahlungsbetrags zwischen der Alttranche und der Zweittranche für ausgewählte Teilnehmer wurde zur Ermittlung des Zeitwerts der Zweitausgaben auf eine Monte-Carlo Simulation abgestellt. Im Rahmen der Simulation wurde hinsichtlich der Ausübungsfenster von einer frühestmöglichen Ausübung ausgegangen. Zusätzlich wurde sowohl die Begrenzung der Auszahlung je SAR als auch die jeweiligen Ausübungshürden je Tranche berücksichtigt. Im Einklang mit IFRS 2.B34 wurde eine Dividendenrendite auf Basis der Dividende für das jeweilige Geschäftsjahr und dem Aktienkurs der 1&1 AG zum Stichtag bei der Bewertung der SARs berücksichtigt.
Aus dem SAR Programm Drillisch ergeben sich folgende Effekte:
T€
2024
2023
Gesamtaufwand des Programms
16.838
15.066
Kumulierter Aufwand bis zum Ende des Geschäftsjahres
11.158
8.252
Auf künftige Jahre entfallender Aufwand
5.679
6.814
Personalaufwand im Geschäftsjahr
2.907
1.375
Die Veränderungen in den ausgegebenen bzw. ausstehenden virtuellen Aktienoptionen ergeben sich aus der folgenden Tabelle:
 
Anzahl
Durchschnittl.
Ausübungspreis
(€)
Ausstehend am 31. Dezember 2022
2.627.500
20,58
Verfallen/verwirkt
–483.000
21,76
Ausgaben
3.328.000
10,23
Ausstehend am 31. Dezember 2023
5.472.500
14,18
Verfallen/verwirkt
–290.750
17,33
Ausgaben
695.000
11,85
Ausstehend am 31. Dezember 2024
5.876.750
13,75
36.6 Long Term Incentive Plan Portal (LTIP Consumer Application)
Im Geschäftsjahr 2019 wurde von der 1&1 Mail & Media Applications SE ein zusätzliches Mitarbeiterbeteiligungsprogramm (LTIP Portal) aufgesetzt. Zielsetzung des LTIP Programms ist die Gewinnung und Haltung qualifizierter Mitarbeiter sowie eine langfristige Ausrichtung der Interessen der Vorstände, Führungskräfte und weiterer Schlüsselmitarbeiter des Konzerns an den Interessen der Gesellschaft, um den Eigenkapitalwert der Gesellschaft (1&1 Mail & Media Applications SE) und anderer Gesellschaften des Konzerns zu steigern.
Das Programm berechtigt die Begünstigten grundsätzlich an einem bestimmten Anteil der Wertsteigerung der 1&1 Mail & Media-Gruppe teilzuhaben. Im Rahmen des LTIP Programms werden den teilnahmeberechtigten Mitarbeiter Wertsteigerungsanteile zugewiesen.
Die Erdienung erfolgt grundsätzlich linear über einen individuell festgelegten Zeitraum (4 bis 6 Jahre, beginnend mit der Ausgabe) oder bis zum Eintritt eines gemäß den LTIP Programmbedingungen definierten besonderen Ereignisses (sogenanntes Trigger Event) und unter der Voraussetzung, dass der betreffende Mitarbeiter zum Ende eines jeden Jahres bzw. bis zum Eintritt eines Trigger Events nicht gekündigt hat. Der LTIP-Anspruch entsteht, sobald die volle Laufzeit des LTIP-Vertrags endet oder ein Trigger Event eintritt.
Die Aufwandserfassung je Teilnehmer erfolgt linear über den Zeitraum bis zum Auslaufen des jeweiligen LTIP-Vertrags, sofern kein Trigger Event eintritt. Im Falle eines (bevorstehenden) Trigger Events erfolgt eine vollständige Aufwandserfassung bis zum (erwarteten) Eintritt des Trigger Events. Da aktuell kein Trigger Event erwartet wird, wird diese Variante in der Bewertung der Ansprüche nicht berücksichtigt. Diese Einschätzung wird zu jedem Stichtag neu überprüft. Auf Basis der aktuellen Einschätzungen wird (je nach individueller Vereinbarung) ein Gesamtzeitraum von 4 bis 6 Jahren zugrunde gelegt.
Die Erfüllung der Ansprüche unter dem LTIP Programm kann durch Anteils- oder Barausgleich erfolgen. Im Falle der Erfüllung als Anteilsausgleich kann die Erfüllung der Ansprüche durch Hingabe von Anteilen an der Gesellschaft, sofern diese zwischenzeitlich an einer Börse gehandelt werden, oder durch Aktien eines anderen an einer Börse notierten Unternehmens oder entsprechenden Optionen zum Anteilserwerb erfolgen. Da keine gegenwärtige Verpflichtung zum Barausgleich besteht, wird der Plan als Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente (equity-settled) bilanziert.
Die Ermittlung des Zeitwerts der ausgegebenen Optionen zum Zusagezeitpunkt erfolgt unter Verwendung eines Optionspreismodells (Black-Scholes-Modell) in Übereinstimmung mit IFRS 2.
Die für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts zugrunde gelegte Volatilität wurde aus dem gewichteten Mittelwert der Preisschwankungen der letzten 180 Tage (Gewichtung zu 1/3) bzw. der letzten 360 Tage (Gewichtung zu 2/3) der Peer Group des Bereichs Portal berechnet.
Aus dem LTIP Consumer Application ergeben sich folgende Effekte:
T€
2024
2023
Gesamtaufwand des Programms
8.943
8.943
Kumulierter Aufwand bis zum Ende des Geschäftsjahres
6.747
5.906
Auf künftige Jahre entfallender Aufwand
2.195
3.037
Personalaufwand im Geschäftsjahr
842
978
Fair Value der gewährten Zusagen des Geschäftsjahres
0
0
Die Veränderungen in den ausgegebenen bzw. ausstehenden virtuellen Aktienoptionen ergeben sich aus der folgenden Tabelle:
 
Wertsteigerungsanteile
Durchschnittlicher Fair Value des Wertsteigerungsanteils je % (T€)
Ausstehend zum 31. Dezember 2023
5,3 %
1.982,00
Zuteilung
0,0 %
0,00
Verfallen
0,9 %
2.352,00
Ausstehend zum 31. Dezember 2024
4,4 %
1.905,00
Ausübbar zum 31. Dezember 2024
0,9 %
1.487,00
Ausübbar zum 31. Dezember 2023
0
0,00
37. Grundkapital
Das voll eingezahlte Grundkapital zum 31. Dezember 2024 betrug 192.000.000 € (Vorjahr: 192.000.000 €), eingeteilt in 192.000.000 auf den Namen lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 1,00 €.
Genehmigtes Kapital
Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital bis zum 31. August 2026 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer Stückaktien gegen Bareinlagen und/oder gegen Sacheinlagen einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 75.000.000,00 € zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2023). Bei Bareinlagen können die neuen Aktien nach Wahl des Vorstands mit Zustimmung des Aufsichtsrats auch von einem oder mehreren Kreditinstituten bzw. einem anderen die Voraussetzungen des § 186 Abs. 5 S. 1 AktG erfüllenden Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie ausschließlich den Aktionären zum Bezug anzubieten (mittelbares Bezugsrecht).
Den Aktionären ist mit den nachfolgenden Einschränkungen ein Bezugsrecht einzuräumen. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats Spitzenbeträge von dem Bezugsrecht der Aktionäre auszunehmen und das Bezugsrecht auch insoweit auszuschließen, wie es erforderlich ist, um den Inhabern der von der Gesellschaft oder ihren Tochtergesellschaften ausgegebenen Optionsscheinen und Wandelschuldverschreibungen ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung des Options- bzw. Wandlungsrechts bzw. Erfüllung der Wandlungspflicht zustehen würde.
Der Vorstand ist darüber hinaus ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre bei einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen für einen Betrag von bis zu 10 % des im Zeitpunkt des Wirksamwerdens des „Genehmigten Kapitals 2023“ oder – falls dieses geringer ist – des bei Beschlussfassung über die Ausnutzung des „Genehmigten Kapitals 2023“ vorhandenen Grundkapitals auszuschließen, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien der Gesellschaft zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabebetrages, die möglichst zeitnah zur Platzierung der Aktien erfolgen soll, nicht wesentlich unterschreitet. Auf diese Höchstgrenze sind Aktien anzurechnen, die aufgrund Options- oder Wandelschuldverschreibungen ausgegeben werden oder auszugeben sind, sofern die Schuldverschreibungen während der Laufzeit dieser Ermächtigung in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben werden; ferner sind auf diese Zahl Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung in direkter oder entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben oder veräußert werden.
Der Vorstand ist weiter ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen zur Gewährung von Aktien zum Zweck des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen, Beteiligungen an Unternehmen oder sonstigen Vermögensgegenständen einschließlich Rechten und Forderungen oder im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen auszuschließen.
Die vorstehenden Ermächtigungen zum Bezugsrechtsausschluss sind insgesamt auf einen Betrag von bis zu 20 % des im Zeitpunkt des Wirksamwerdens des „Genehmigten Kapitals 2023“ oder – falls dieses geringer ist – des bei Beschlussfassung über die Ausnutzung des „Genehmigten Kapitals 2023“ vorhandenen Grundkapitals beschränkt. Auf diese Höchstgrenze von 20 % des Grundkapitals ist der anteilige Betrag des Grundkapitals anzurechnen, der auf Aktien entfällt, auf die sich Wandlungs- und/oder Optionsrechte bzw. Wandlungspflichten aus Schuldverschreibungen beziehen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts mit Options- und/oder Wandlungsrecht oder Wandlungspflicht ausgegeben werden, sowie derjenige anteilige Betrag des Grundkapitals, der auf eigene Aktien entfällt, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung in anderer Weise als über die Börse oder durch ein Angebot an alle Aktionäre veräußert oder verwendet werden.
Der Vorstand ist ferner ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung mit Zustimmung des Aufsichtsrats festzulegen.
Bedingtes Kapital
Das Grundkapital ist um bis zu 18.500.000,00 € eingeteilt in bis zu Stück 18.500.000 auf den Namen lautende Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2023). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber oder Gläubiger von Options- oder Wandlungsrechten oder die zur Wandlung Verpflichteten aus ausgegebenen Options- oder Wandelanleihen, die von der Gesellschaft oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen der Gesellschaft aufgrund der Ermächtigung des Vorstands durch Hauptversammlungsbeschluss vom 17. Mai 2023 bis zum 31. August 2026 ausgegeben oder garantiert werden, von ihren Options- oder Wandlungsrechten Gebrauch machen oder, soweit sie zur Wandlung verpflichtet sind, ihre Verpflichtung zur Wandlung erfüllen, oder, soweit die Gesellschaft ein Wahlrecht ausübt, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Aktien der Gesellschaft zu gewähren, soweit nicht jeweils ein Barausgleich gewährt oder eigene Aktien oder Aktien einer anderen börsennotierten Gesellschaft zur Bedienung eingesetzt werden. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe des vorstehend bezeichneten Ermächtigungsbeschlusses jeweils zu bestimmenden Options- oder Wandlungspreis. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie entstehen, am Gewinn teil; soweit rechtlich zulässig, kann der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Gewinnbeteiligung neuer Aktien hiervon und auch abweichend von § 60 Abs. 2 AktG, auch für ein bereits abgelaufenes Geschäftsjahr, festlegen.
Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.
Abschlagsdividende
Die Hauptversammlung am 20. Mai 2020 hat Schaffung der Möglichkeit der Zahlung einer Abschlagsdividende sowie entsprechende Ergänzung des § 21 der Satzung beschlossen.
38. Rücklagen
Die Kapitalrücklage betrug zum 31. Dezember 2024 2.199 Mio. € (Vorjahr: 2.197 Mio. €).
Das kumulierte Konzernergebnis enthält die in der Vergangenheit erzielten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, vermindert um die Ausgaben für Dividendenausschüttung, sowie die Wertänderung der aus den Anteilen an assoziierten Unternehmen in die sonstigen langfristigen Vermögenswerte umgegliederte Beteiligung an der Kublai GmbH in Höhe von 19,3 Mio. € (siehe Anhangangaben 25 und 41).
Die Neubewertungsrücklage in Bezug auf die Anteilseigner der United Internet AG zum Bilanzstichtag setzt sich wie folgt zusammen:
T€
31.12.2024
31.12.2023
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertete finanzielle Vermögenswerte
 
 
Anteile am sonstigen Ergebnis von At-Equity bilanzierten Unternehmen
3.607
920
sonstige Beteiligungen
–870
–816
Gesamt
2.737
105
Unter der Währungsumrechnungsdifferenz werden die Differenzen aus der erfolgsneutralen Umrechnung von Abschlüssen ausländischer Tochtergesellschaften erfasst.
Eine Übersicht zur Zusammensetzung und Veränderung der oben beschriebenen Rücklagen in den
Geschäftsjahren 2024 und 2023 ist in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt.
39. Eigene Anteile
Die Hauptversammlung am 17. Mai 2023 hat den Vorstand ermächtigt, bis zum 31. August 2026 mit der Zustimmung des Aufsichtsrats gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG eigene Aktien zu jedem zulässigen Zweck im Rahmen der gesetzlichen Beschränkungen und nach Maßgabe der in dem Tagesordnungspunkt 11 dargelegten Bestimmungen zu erwerben. Diese Ermächtigung ist insgesamt auf einen Anteil von 10 % des im Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung oder – falls dieser Wert geringer ist – des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals beschränkt. Zum Bilanzstichtag wurden 19.162.689 Stück eigene Aktien gehalten.
Der Erwerb eigener Aktien kann über die Börse oder mittels eines an sämtliche Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots oder mittels einer an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten oder durch die Ausgabe von Andienungsrechten an die Aktionäre erfolgen.
Der Vorstand ist ferner ermächtigt, eigene Aktien zusätzlich zu einer Veräußerung über die Börse oder einer anderen das Gebot der Gleichbehandlung aller Aktionäre wahrenden Weise zu folgenden Zwecken zu verwenden:
Im Rahmen des Erwerbs von Unternehmen oder Beteiligungen daran oder von Unternehmensteilen oder im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen als (Teil-)Gegenleistung.
Zur Einführung von Aktien der Gesellschaft an ausländischen Börsen, an denen sie bisher nicht zum Handel zugelassen sind.
Zur Gewährung von Aktien der Gesellschaft in Erfüllung von Ansprüchen aus virtuellen Aktienbeteiligungsprogrammen an gegenwärtige und frühere Mitglieder des Vorstands und Arbeitnehmer der Gesellschaft sowie an gegenwärtige und frühere Mitglieder der Vorstände bzw. Geschäftsführungen und Arbeitnehmer von mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen im Sinne der §§ 15 ff. AktG. Soweit Vorstandsmitgliedern der Gesellschaft Aktien gewährt werden sollen, entscheidet hierüber der Aufsichtsrat der Gesellschaft.
Das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre auf diese eigenen Aktien wird gemäß §§ 71 Abs. 1 Nr. 8, 186 Abs. 3, 4 AktG insoweit ausgeschlossen, wie diese Aktien gemäß den vorstehenden Ermächtigungen verwendet werden. Darüber hinaus kann der Vorstand im Falle der Veräußerung der eigenen Aktien durch Angebot an alle Aktionäre das Bezugsrecht der Aktionäre für Spitzenbeträge ausschließen.
Die Ermächtigung darf nicht zum Zwecke des Handels mit eigenen Aktien genutzt werden.
Darüber hinaus hat der Vorstand der United Internet AG am 14. Februar 2023 mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen, ein öffentliches Aktienrückkaufangebot an die Aktionäre der United Internet AG für insgesamt bis zu 13,9 Mio. Aktien zu einem Preis von 21,00 € je Aktie und somit einem Volumen bis zu 291,9 Mio. € abzugeben. Im Rahmen dieses Aktienrückkaufsangebots wurden der Gesellschaft bis zum Ablauf der Annahmefrist insgesamt 27.553.147 Aktien angedient. Da die Gesamtzahl der Aktien, für die das Angebot angenommen wurde, die Maximalzahl von 13,9 Mio. überschritt, wurden die Annahmeerklärungen verhältnismäßig, d. h. im Verhältnis der Anzahl der maximal nach diesem Angebot zu erwerbenden United Internet Aktien zur Anzahl der insgesamt zum Rückkauf von den United Internet Aktionären eingereichten United Internet Aktien, berücksichtigt. Im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms hat die Gesellschaft insgesamt 13.899.596 Aktien (ohne Spitzenbeträge) zurückgekauft.
Im Geschäftsjahr 2024 hat der Konzern keine eigenen Aktien erworben.
Zum Bilanzstichtag wurden 19.162.689 Stück (Vorjahr: 19.183.705 Stück) eigene Aktien gehalten. Die Veränderung resultiert aus der Ausgabe eigener Anteile im Rahmen von aktienbasierten Vergütungen.
Eigene Anteile kürzen das Eigenkapital und sind nicht dividendenberechtigt.
40. Nicht beherrschende Anteile
Die nicht beherrschenden Anteile haben sich wie folgt entwickelt:
T€
1&1 AG / Consumer Access (21,68 %)
IONOS Group SE/Business Applications (35,98 %)
Gesamt
01.01.2024
657.042
–14
657.028
Anteiliges Ergebnis
45.703
60.176
105.878
Anteiliges sonstiges Ergebnis
9
3.494
3.503
Anteilsmäßige Veränderungen
0
–503
–503
Sonstige EK Veränderungen
625
–1.151
–526
Ausschüttung
–1.893
0
–1.893
31.12.2024
701.485
62.002
763.487
T€
1&1 AG / Consumer Access (21,68 %)
IONOS Group SE/Business Applications (36,16 %)
Gesamt
01.01.2023
591.048
–42.751
548.297
Anteiliges Ergebnis
67.651
61.877
129.528
Anteiliges sonstiges Ergebnis
–59
2.338
2.279
Anteilsmäßige Veränderungen
0
–14.185
–14.185
Sonstige EK Veränderungen
295
–7.293
–6.998
Ausschüttung
–1.893
0
–1.893
31.12.2023
657.042
–14
657.028
Der in der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung des Geschäftsjahres 2024 als ‚Transaktionen mit Eigenkapitalgebern‘ ausgewiesene saldierte Betrag in Höhe von 14.292 T€ setzt sich aus dem Erwerb eigener Aktien durch IONOS in Höhe von 22.319 T€ sowie der Ausgabe von Aktien im Rahmen von Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen in Höhe von 8.027 T€ zusammen.
Anteilsmäßige Veränderungen des Vorjahres betreffen den Verkauf der Anteile an der IONOS Group SE, bedingt durch den Börsengang der IONOS Group SE. Es wird auf die Anhangangabe 4 verwiesen.
Die nachfolgenden Finanzinformationen umfassen in zusammengefasster Form Informationen zu Vermögenswerten, Verbindlichkeiten, Gewinn oder Verlust und Cashflows der Teilkonzerne mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen.
1&1 AG (Consumer Access)
 
 
in Mio. 
2024
2023
Kurzfristige Vermögenswerte
1.844
1.928
Langfristige Vermögenswerte
6.286
5.813
Kurzfristige Schulden
731
717
Langfristige Schulden
1.306
1.137
Eigenkapital
6.094
5.887
Erlöse
4.064
4.097
Ergebnis vor Steuern
305
465
Steueraufwendungen
–92
–150
Konzernergebnis
213
315
Nettozahlungen der betrieblichen Tätigkeit
311
226
Nettozahlungen im Investitionsbereich
–181
–125
Nettozahlungen im Finanzierungsbereich
–130
–102
IONOS Group SE (Business Applications)
 
 
in Mio. 
2024
2023
Kurzfristige Vermögenswerte
270
225
Langfristige Vermögenswerte
1.374
1.372
Kurzfristige Schulden
360
297
Langfristige Schulden
1.125
1.300
Eigenkapital
159
0
Erlöse
1.560
1.424
Ergebnis vor Steuern
244
215
Steueraufwendungen
–74
–39
Konzernergebnis
170
177
Nettozahlungen der betrieblichen Tätigkeit
387
315
Nettozahlungen im Investitionsbereich
–100
–116
Nettozahlungen im Finanzierungsbereich
–279
–202

41. Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten
Die folgende Tabelle weist die Buchwerte jeder Kategorie von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten für das Geschäftsjahr 2024 aus:
T€
Bewertungskategorie nach IFRS 9
Buchwert per 31.12.2024
Fortgeführte Anschaffungskosten
Fair Value erfolgsneutral
Fair Value erfolgswirksam
Wertansatz nach IFRS 16
Fair Value per 31.12.2024
Finanzielle Vermögenswerte
 
 
 
 
 
 
 
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
ac
114.857
114.857
 
 
 
114.857
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
 
 
 
 
 
 
 
- Forderungen aus Finanzierungsleasing
n.a.
36.342
 
 
 
36.342
33.200
- Übrige
ac
509.371
509.371
 
 
 
509.371
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte
 
 
 
 
 
 
 
- Zu fortgeführten Anschaffungskosten
ac
74.931
74.931
 
 
 
74.931
- Fair Value erfolgswirksam
fvtpl
31.208
 
 
31.208
 
31.208
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte
 
 
 
 
 
 
 
- Zu fortgeführten Anschaffungskosten
ac
14.110
14.110
 
 
 
13.865
- Fair Value über das sonstige Ergebnis
fvoci
71.800
0
71.800
 
 
71.800
Finanzielle Verbindlichkeiten
 
 
 
 
 
 
 
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
flac
–800.496
–800.496
 
 
 
–800.496
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
flac
–2.813.701
–2.813.701
 
 
 
–2.811.308
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
 
 
 
 
 
 
 
- Leasingverbindlichkeiten
n.a.
–1.072.997
 
 
 
–1.072.997
-
- Fair Value erfolgswirksam
fvtpl
–23.715
 
 
–23.715
 
–23.715
- Übrige
flac n.a
–806.656
–759.592
 
 
 
–719.065
 
 
 
 
 
 
 
 
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien:
 
 
 
 
 
 
 
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten (At Amortized Cost)
ac
713.270
713.270
 
 
 
713.024
Finanzielle Vermögenswerte zum Fair Value über das sonstige Ergebnis ohne nachträgliche Umklassifizierung in die Gewinn- und Verlustrechnung (At Fair Value through Other Comprehensive Income without Recycling to Profit or Loss)
fvoci
71.800
0
71.800
 
 
71.800
Finanzielle Vermögenswerte zum Fair Value erfolgswirksam (At Fair Value through Profit or Loss)
fvtpl
31.208
 
 
31.208
 
31.208
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten (At Amortized Cost)
flac
–4.420.852
–4.373.788
 
 
 
–4.330.868
Finanzielle Verbindlichkeiten zum Fair Value erfolgswirksam (At Fair Value through Profit or Loss)
fvtpl
–23.715
 
 
–23.715
 
–23.715
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Für die einzelnen Kategorien von Finanzinstrumenten nach IFRS 9 wurden im Geschäftsjahr 2024 folgende Nettoergebnisse ausgewiesen:
Nettoergebnis nach Bewertungskategorien 2024 (in T€)
 
 
Nettogewinne und -verluste aus der Folgebewertung
 
T€
Bewertungs-kategorie IFRS 9
aus Zinsen und Dividenden
zum Fair Value
Währungsumrechnung
Wertberichtigung
Nettoergebnis
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten
ac
293
--
–2.458
–82.486
–84.650
Finanzielle Vermögenswerte zum Fair Value
 
 
 
 
 
 
- Erfolgsneutral
fvoci
0
0
--
--
0
- Erfolgswirksam
fvtpl
 
21.929
--
--
21.929
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten
flac
–140.989
--
–1.053
--
–142.042
Finanzielle Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert
 
 
 
 
 
 
- Erfolgswirksam
fvtpl
 
–10.696
 
 
–10.696
Gesamt
 
–140.696
11.233
–3.511
–82.486
–215.460
Die folgende Tabelle weist die Buchwerte jeder Kategorie von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten für das Geschäftsjahr 2023 aus:
T€
Bewertungskategorie nach IFRS 9
Buchwert per 31.12.2023
Fortgeführte Anschaffungskosten
Fair Value erfolgsneutral
Fair Value erfolgswirksam
Wertansatz nach IFRS 16
Fair Value per 31.12.2023
Finanzielle Vermögenswerte
 
 
 
 
 
 
 
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
ac
27.689
27.689
 
 
 
27.689
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
 
 
 
 
 
 
 
- Forderungen aus Finanzierungsleasing
n.a.
41.239
 
 
 
41.239
37.429
- Übrige
ac
502.457
502.457
 
 
 
502.457
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte
 
 
 
 
 
 
 
- Zu fortgeführten Anschaffungskosten
ac
82.020
82.020
 
 
 
82.019
- Fair Value erfolgswirksam
fvtpl
14.852
 
 
14.852
 
14.852
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte
 
 
 
 
 
 
 
- Zu fortgeführten Anschaffungskosten
ac
8.346
8.346
 
 
 
7.981
Finanzielle Verbindlichkeiten
 
 
 
 
 
 
 
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
flac
–702.578
–702.578
 
 
 
–702.578
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
flac
–2.464.260
–2.464.260
 
 
 
–2.478.576
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
 
 
 
 
 
 
 
- Leasingverbindlichkeiten
n.a.
–797.249
 
 
 
–797.249
-
- Fair Value erfolgswirksam
fvtpl
–13.019
 
 
–13.019
 
–13.019
- Übrige
flac n.a
–900.027
–852.963
 
 
 
–761.409
 
 
 
 
 
 
 
 
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien:
 
 
 
 
 
 
 
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten (At Amortized Cost)
ac
620.512
620.512
 
 
 
620.146
Finanzielle Vermögenswerte zum Fair Value erfolgswirksam (At Fair Value through Profit or Loss)
fvtpl
14.852
 
 
14.852
 
14.852
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten (At Amortized Cost)
flac
–4.066.864
–4.019.800
 
 
 
–3.942.563
Finanzielle Verbindlichkeiten zum Fair Value erfolgswirksam (At Fair Value through Profit or Loss)
fvtpl
–13.019
 
 
–13.019
 
–13.019

Für die einzelnen Kategorien von Finanzinstrumenten nach IFRS 9 wurden im Geschäftsjahr 2023 folgende Nettoergebnisse ausgewiesen:
Nettoergebnis nach Bewertungskategorien 2023 (in T€)
 
 
Nettogewinne und -verluste aus der Folgebewertung
 
T€
Bewertungs-kategorie IFRS 9
aus Zinsen und Dividenden
zum Fair Value
Währungsumrechnung
Wertberichtigung
Nettoergebnis
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten
ac
467
--
–495
–69.215
–69.244
Finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert
 
 
 
 
 
 
- Erfolgswirksam
fvtpl
 
–32.618
--
--
–32.618
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten
flac
–86.947
--
–212
--
–87.159
Finanzielle Verbindlichkeiten zum Fair Value
 
 
 
 
 
 
- Erfolgswirksam
fvtpl
 
21.221
 
 
21.221
Gesamt
 
–86.481
–11.397
–707
–69.215
–167.800
Der beizulegende Zeitwert der finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten ist mit dem Betrag angegeben, zu dem das betreffende Instrument in einer gegenwärtigen Transaktion (ausgenommen erzwungene Veräußerung oder Liquidation) zwischen vertragswilligen Geschäftspartnern getauscht werden könnte.
Die zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte angewandten Methoden und Annahmen stellen sich wie folgt dar:
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (bis auf Forderungen aus Finanzierungsleasing), Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte und Verbindlichkeiten kommen hauptsächlich aufgrund der kurzen Laufzeiten dieser Instrumente ihrem Buchwert sehr nahe. Gleiches gilt für kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.
Langfristige festverzinsliche und variabel verzinsliche Forderungen / Darlehen werden vom Konzern basierend auf Parametern wie Zinssätzen, bestimmten länderspezifischen Risikofaktoren, Kreditwürdigkeit der einzelnen Kunden und den Risikocharakteristiken des finanzierten Projekts bewertet. Der Fair Value dieser Finanzinstrumente wird der Hierarchiestufe 2 zugeordnet. Basierend auf dieser Bewertung werden Wertberichtigungen vorgenommen, um erwarteten Ausfällen dieser Forderungen Rechnung zu tragen. Zum 31. Dezember 2024 wie auch im Vorjahr unterschieden sich die Buchwerte dieser Forderungen, abzüglich der Wertberichtigungen, nicht wesentlich von ihren berechneten beizulegenden Zeitwerten.
Beteiligungen und Derivate werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Für die übrigen sonstigen langfristigen Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden, wird unterstellt, dass ihr Buchwert dem beizulegenden Zeitwert entspricht.
Forderungen im Zusammenhang mit Finanzierungsleasingverhältnissen weisen aufgrund des geänderten Zinsniveaus geringfügige Abweichungen zwischen Buchwert und beizulegendem Zeitwert auf.
Die bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Für die übrigen sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden, wird unterstellt, dass ihr Buchwert dem beizulegenden Zeitwert entspricht.
Der beizulegende Zeitwert von Bankdarlehen und sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten wird durch Diskontierung der künftigen Cashflows unter Verwendung von derzeit für Fremdkapital zu vergleichbaren Konditionen, Kreditrisiken und Restlaufzeiten verfügbaren Zinssätzen geschätzt und daher der Fair Value Hierarchie der Stufe zwei zugeordnet.
Bei den langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten handelt es sich im Wesentlichen um Schuldscheindarlehen, Konsortialkredite, Bankdarlehen und Betriebsmittellinien. Je nach Ausgestaltung sind diese entweder fest oder variabel verzinst. Bei den variabel verzinslichen Verbindlichkeiten sind im Wesentlichen sowohl Basisverzinsung als auch Marge variabel ausgestaltet. Die Marge hängt von vordefinierten Kennzahlen der United Internet Gruppe ab. Aufgrund dieser Faktoren wird davon ausgegangen, dass der Buchwert der langfristigen Verbindlichkeiten annähernd dem beizulegenden Zeitwert entspricht. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der Schuldscheindarlehen basiert auf am Markt beobachtbaren Input-Parametern. Es liegt somit eine Level 2 – Bewertung vor. Hinsichtlich weiterer Details zu Verzinsung und Fälligkeit wird auf die Anhangangabe 31 verwiesen.
Der Bewertung der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Schulden liegen geeignete Bewertungsverfahren zugrunde. Sofern verfügbar, werden Börsenpreise auf aktiven Märkten verwendet. Die Bewertung von Anteilen an nicht börsennotierten Unternehmen basiert im Wesentlichen auf Barwertmodellen. Für die Bewertung der Derivate sowie der bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten werden vorwiegend Optionspreismodelle verwendet.
Hierarchie beizulegender Zeitwerte
Der Konzern verwendet folgende Hierarchie zur Bestimmung und zum Ausweis beizulegender Zeitwerte von Finanzinstrumenten je Bewertungsverfahren:
Stufe 1: Notierte (unangepasste) Preise auf aktiven Märkten für gleichartige Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten
Stufe 2: Verfahren, bei denen sämtliche Input-Parameter, die sich wesentlich auf den erfassten beizulegenden Zeitwert auswirken, entweder direkt oder indirekt, beobachtbar sind
Stufe 3: Verfahren, die Input-Parameter verwenden, die sich wesentlich auf den erfassten beizulegenden Zeitwert auswirken und nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren.
Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert
bewertet werden
T€
zum 31.12.2024
Stufe 1
Stufe 2
Stufe 3
Finanzielle Vermögenswerte zum Fair Value über das sonstige Ergebnis ohne nachträgliche Umklassifizierung in die Gewinn- und Verlustrechnung (At Fair Value through Other Comprehensive Income without Recycling to Profit or Loss)
71.800
 
 
 
Nicht börsennotierte Eigenkapitalinstrumente
71.800
 
 
71.800
 
 
 
 
 
Finanzielle Vermögenswerte zum Fair Value erfolgswirksam (At Fair Value through Profit or Loss)
31.208
43
 
31.165
Derivate
31.208
43
 
31.165
 
 
 
 
 
Finanzielle Verbindlichkeiten zum Fair Value erfolgswirksam (At Fair Value through Profit or Loss)
–23.715
–62
 
–23.653
Kaufpreisverbindlichkeiten
–23.653
 
 
–23.653
Derivate
–62
–62
 
 
Während der Berichtsperiode gab es, wie im Vorjahr, keine Umbuchungen zwischen den Bewertungsstufen.
T€
zum 31.12.2023
Stufe 1
Stufe 2
Stufe 3
 
 
 
 
 
Finanzielle Vermögenswerte zum Fair Value erfolgswirksam (At Fair Value through Profit or Loss)
14.852
36
 
14.816
Derivate
14.852
36
 
14.816
 
 
 
 
 
Finanzielle Verbindlichkeiten zum Fair Value erfolgswirksam (At Fair Value through Profit or Loss)
–13.019
 
 
 
Kaufpreisverbindlichkeiten
–10.922
 
 
–10.922
Derivate
–2.097
–2.097
 
 
Die wesentlichen nicht beobachtbaren Inputfaktoren für die Fair Value-Bewertungen, die in Stufe 3 der Fair Value-Hierarchie kategorisiert sind, sowie eine quantitative Sensitivitätsanalyse zum 31. Dezember 2024 sind nachfolgend dargestellt:

Die wesentlichen nicht beobachtbaren Inputfaktoren für die Fair Value-Bewertungen, die in Stufe 3 der Fair Value-Hierarchie kategorisiert sind, sowie eine quantitative Sensitivitätsanalyse zum 31. Dezember 2023 sind nachfolgend dargestellt:
31.12.2024
Bewertungsmethode
Wesentlichen nicht beobachtbare Inputfaktoren
In der Bewertung berücksichtigt
Sensitivität des Inputfaktor auf den Fair Value
Fremdwährungsbasierte Derivate
Monte-Carlo Simulation
Exitzeitpunkt von Warburg Pincus aus dem Business Application Segment
0,50 Jahre
0,75 Jahre
0,25 Jahre
 
 
 
 
–0,3 Mio. 
+0,3 Mio. 
 
 
Volatilität
4,2 %
+1 %
–1 %
 
 
 
 
+0,0 Mio. 
–0,0 Mio. 
Ergebnisbasierte Derivate
Black-Scholes Modell
Exitzeitpunkt von Warburg Pincus aus dem Business Application Segment
0,50 Jahre
0,75 Jahre
0,25 Jahre
 
 
 
 
–1,9 Mio. 
+3,6 Mio. 
 
 
Volatilität
35,0 %
+1 %
–1 %
 
 
 
 
–0,3 Mio. 
+0,3 Mio. 
Bedingte Kaufpreisverbindlichkeit
Black-Scholes Modell
Exitzeitpunkt von Warburg Pincus aus dem Business Application Segment
0,50 Jahre
0,75 Jahre
0,25 Jahre
 
 
 
 
–1,7 Mio. 
+3,1 Mio. 
 
 
Volatilität
35,0 %
+1 %
–1 %
 
 
 
 
–0,3 Mio. 
+0,3 Mio. 
Beteiligung an Kublai
DCF
WACC
5,0 %
+0,5 %
–0,5 %
 
 
 
 
–17,8 Mio. 
+22,8 Mio. 
 
 
EBITDA-Marge in der ewigen Rente
46,5 %
+1 %
–1 %
 
 
 
 
+3,8 Mio. 
–3,8 Mio. 
31.12.2023
Bewertungsmethode
Wesentlichen nicht beobachtbare Inputfaktoren
In der Bewertung berücksichtigt
Sensitivität des Inputfaktor auf den Fair Value
Fremdwährungsbasierte Derivate
Monte-Carlo Simulation
Exitzeitpunkt von Warburg Pincus aus dem Business Application Segment
0,25 Jahre
0,50 Jahre
n.a.
 
 
 
 
–0,2 Mio. 
n.a.
 
 
Volatilität
5,8 %
+1 %
–1 %
 
 
 
 
+0,2 Mio. 
–0,2 Mio. 
Ergebnisbasierte Derivate
Black-Scholes Modell
Exitzeitpunkt von Warburg Pincus aus dem Business Application Segment
0,25 Jahre
0,50 Jahre
n.a.
 
 
 
 
+1,9 Mio. 
n.a.
 
 
Volatilität
33,7 %
+1 %
–1 %
 
 
 
 
+0,2 Mio. 
–0,2 Mio. 
Bedingte Kaufpreis verbindlichkeit
Black-Scholes Modell
Exitzeitpunkt von Warburg Pincus aus dem Business Application Segment
0,25 Jahre
0,50 Jahre
n.a.
 
 
 
 
+1,2 Mio. 
n.a.
 
 
Volatilität
33,7 %
+1 %
–1 %
 
 
 
 
+0,1 Mio. 
–0,1 Mio. 
 
 
 
 
 
 
Überleitungsrechnung der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert in Stufe 3:
T€
Nicht börsennotierte Eigenkapitalinstrumente
Derivate
Bedingte Kaufpreisverbindlichkeit
Stand 1. Januar 2023
0
64.536
–38.656
In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasste Wertänderungen
 
–6.654
 
In den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasste Wertänderungen
 
316
 
In den Finanzierungsaufwendungen erfasste Wertänderungen
 
–40.106
–7.812
In den Finanzerträgen erfasste Wertänderungen
 
12.167
30.693
Ausbuchung
 
–17.504
4.853
Stand 31. Dezember 2023
0
12.755
–10.922
Zugang durch Umgliederung aus Anteilen an assoziierten Unternehmen
52.477
 
 
In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasste Wertänderungen
 
–30
 
In den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasste Wertänderungen
 
2.071
 
In den Finanzierungsaufwendungen erfasste Wertänderungen
 
–3.381
–15.155
In den Finanzerträgen erfasste Wertänderungen
 
25.303
2.424
Im sonstigen Ergebnis erfasste Neubewertung
19.323
 
 
Abgang
 
–5.572
 
Stand 31. Dezember 2024
71.800
31.146
–23.653
42. Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen
Als nahestehende Personen im Sinne von IAS 24 gelten Personen und Unternehmen, wenn eine der Parteien über die Möglichkeit verfügt, die andere Partei zu beherrschen oder einen maßgeblichen Einfluss auszuüben. Herr Ralph Dommermuth als wesentlicher Aktionär sowie die Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG und deren nahe Familienangehörigen wurden als nahestehende Personen eingestuft. Darüber hinaus werden Unternehmen, auf die die nahestehenden Personen einen beherrschenden Einfluss haben, als nahestehende Unternehmen qualifiziert.
Herr Prof. Dr. Andreas Söffing ist als Aufsichtsratmitglied am 4. Juli 2024 ausgeschieden.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats waren im Geschäftsjahr 2024 außerdem in den Aufsichtsräten oder vergleichbaren Gremien folgender Unternehmen vertreten:
Phillip von Bismarck
maincubes Holding & Service GmbH, Frankfurt am Main, Mitglied des Beirats
Asteria TopCo B.V., Amsterdam, Niederlande, Vorsitzender des Beirats
Greenscale Data Centres Ltd., London, Vereinigtes Königreich, Mitglied des Beirats
Dr. Manuel Cubero del Castillo-Olivares
Nürnberg Institut für Marktentscheidung e.V., Nürnberg (Vorsitzender)
Tele Columbus AG, Berlin (Februar bis Juni 2024)
Semper idem Underberg AG (Vorsitzender, seit Juli 2024)
Prof. Dr. Andreas Söffing (bis zum Ende seiner Aufsichtsratstätigkeit am 4. Juli 2024)
Deutsche Oppenheim Family Office AG, Köln (stellv. Vorsitzender des Beirats)
Institut der Steuerberater Hessen e. V., Frankfurt (stellv. Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats)
Nemetschek SE, München
Nemetschek Innovationsstiftung, München (Vorsitzender des Vorstands)
Nemetschek Familienstiftung, München
Capella GmbH, Hamburg
Stefan Rasch
Fond Of Group Holding GmbH, Köln (Beiratsvorsitzender)
Prof. Dr. Yasmin Mei-Yee Weiß
Zeppelin GmbH, Friedrichshafen
Bayerische Beamten Lebensversicherung AG, München
BLG Logistics Group AG & Co. KG, Bremen
Börsenverein des deutschen Buchhandels, Frankfurt am Main
Prof. Dr. Franca Ruhwedel
thyssenkrupp nucera AG & Co. KGaA, Dortmund
NATIONAL-BANK Aktiengesellschaft, Essen
Verve Group SE, Stockholm (vormals MGI - Media and Games Invest SE) (Board-Mitglied, nicht exekutiv)
Das Vergütungssystem für die Mitglieder des Aufsichtsrats richtet sich nach den gesetzlichen Vorgaben und berücksichtigt die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK). Die Aufsichtsratsmitglieder erhalten eine feste Jahresvergütung sowie Sitzungsgelder, jedoch keine variable oder aktienbasierte Vergütung. Die Gesellschaft hat die Mitglieder des Aufsichtsrats bei der Wahrnehmung von notwendigen Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen für ihre Tätigkeit im Aufsichtsrat und im Prüfungs- und Risikoausschuss zu unterstützen und auch die dafür anfallenden Kosten in einem angemessenen Umfang zu übernehmen.
Die feste Jahresvergütung beträgt EUR 30.000,00. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält EUR 120.000,00, sein Stellvertreter EUR 45.000,00. Der Vorsitzende des Prüfungs- und Risikoausschusses erhält zusätzlich EUR 65.000,00, jedes andere Mitglied des Ausschusses EUR 25.000,00. Für jede Teilnahme an physisch stattfindenden Sitzungen erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Ausschusses ein Sitzungsgeld von EUR 1.500,00. Kein Anspruch auf Sitzungsgeld entsteht, wenn die Sitzungen virtuell stattfinden und maximal eine Stunde dauern. Im Falle der virtuellen Teilnahme an einer physischen Sitzung erhalten die Mitglieder 25 % des Sitzungsgelds.
Für das Geschäftsjahr 2024 belaufen sich die Gesamtvergütungen nach IAS 24 sowie die Gesamtbezüge gemäß §314 HGB Abs. 1 Nr. 6 für die Mitglieder des Aufsichtsrats, einschließlich Sitzungsgeldern, auf insgesamt 522 T€ (Vorjahr: 525 T€). Die Vergütung zuzüglich etwaiger Umsatzsteuer wird nach Ablauf des Geschäftsjahres fällig, und die Erstattung der Auslagen erfolgt sofort.
Der Vorstand der United Internet AG bestand im Geschäftsjahr 2024 aus folgenden Mitgliedern:
Vorstandsmitglieder zum 31. Dezember 2024
Ralph Dommermuth, Vorstandsvorsitzender / CEO
Ralf Hartings, Finanzvorstand / CFO (bis 31. Dezember 2024)
Markus Huhn, Vorstand Shared Services
Neues Vorstandsmitglied seit 1. Januar 2025
Carsten Theurer, Finanzvorstand (seit 1. Januar 2025)
Das von der Hauptversammlung vom 17. Mai 2023 gebilligte Vergütungssystem der United Internet AG bildet seit der Hauptversammlung 2023 die Grundlage für den Abschluss von Vorstandsdienstverträgen (einschließlich solcher Regelungen in Vorstandsdienstverträgen, die ab diesem Zeitpunkt gelten sollen). Die zu diesem Zeitpunkt bereits bestehenden Dienstverträge der United Internet AG („Altverträge“) bleiben hiervon vorbehaltlich einer abweichenden Vereinbarung unberührt. Wie im Vergütungssystem der United Internet AG (und auch im weitgehend vergleichbaren Vergütungssystem der 1&1 AG) festgelegt, erhalten Vorstandsmitglieder der Gesellschaft grundsätzlich eine Gesamtvergütung, bestehend aus einem festen, erfolgsunabhängigen Grund- bzw. Festgehalt, Nebenleistungen sowie einem variablen, erfolgsabhängigen Anteil. Der variable Anteil besteht seinerseits wiederum aus einer kurzfristigen (STI) f
Die Festvergütung hat die Funktion einer garantierten Grundvergütung und wird monatlich als Gehalt ausgezahlt. Die Höhe der STI ist von der Erreichung bestimmter, zu Beginn des Geschäftsjahres fixierter finanzieller Ziele abhängig, die sich im Wesentlichen an Umsatz- und Ergebniszahlen orientieren. Für die Zielerreichung gilt eine Bandbreite von 90 % bis 120 %. Unter 90 % Zielerreichung entfällt der Anspruch auf Zahlung des STI vollständig und bei über 120 % Zielerreichung wird die Übererfüllung nur bis zu 120 % der Zielgröße des STI berücksichtigt. Eine nachträgliche Änderung der Erfolgsziele ist ausgeschlossen. Ein Mindestbetrag des STI wird im Regelfall nicht garantiert. Die Auszahlung erfolgt nach der Feststellung des Jahresabschlusses durch den Aufsichtsrat. Als LTI existiert ein auf virtuellen Aktienoptionen basierendes Programm (Stock Appreciation Rights („SAR“)-Programm). Für weitere Details zum SAR-Programm von United Internet wird auf die Anhangangabe 36 verwiesen.
Herr Ralph Dommermuth hat sich in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat der Gesellschaft dazu entschieden, seit dem Geschäftsjahr 2016 auf seine Vorstandsvergütung zu verzichten.
Die Gesamtbezüge des Vorstands im Sinne § 314 Abs. 1 Nr. 6 a und b HGB beliefen sich im Geschäftsjahr auf 1.456 T€ (Vorjahr: 1.614 T€).
Die Gesamtvergütung des Vorstandes und des Aufsichtsrats gemäß IAS 24 ergibt sich wie folgt:
T€
2024
2023
Kurzfristig fällige Leistungen
1.977
2.677
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses
0
0
Andere langfristig fällige Leistungen
0
0
Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses
0
500
Anteilsbasierte Vergütungen
675
–811
 
2.653
2.366
Im Geschäftsjahr 2024 wurden Rückstellungen für noch ausstehende Zahlungen im Zusammenhang mit der kurzfristigen variablen Vergütung (STI) der Vorstandsmitglieder gebildet. Diese Rückstellungen belaufen sich auf insgesamt 450 T€ (VJ: 338 T€). Die Zahlungen sind zum Bilanzstichtag noch nicht erfolgt und werden im kommenden Geschäftsjahr ausgezahlt.
Zum 31. Dezember 2024 halten von den Mitgliedern des Vorstands Herr Ralph Dommermuth 93.955.205 (Vorjahr: 93.955.205), Herr Ralf Hartings 21.016 und Herr Markus Huhn 500 (Vorjahr: 500) Aktien an der United Internet AG und von den Mitgliedern des Aufsichtsrats Herr Stefan Rasch 12.500 (Vorjahr: 12.500) und Herr Prof. Dr. Andreas Söffing 3.500 (Vorjahr: 3.500) Aktien an der United Internet AG.
Wie im Vorjahr wurden keine Vorschüsse oder Kredite an aktuelle oder ehemalige Vorstandsmitglieder sowie an aktuelle oder ehemalige Aufsichtsratsmitglieder gewährt. Ebenso wurden keine Haftungsverhältnisse zugunsten dieses Personenkreises eingegangen.
Weitere individualisierte Angaben und Erläuterungen sowie die Darstellung des Systems der Vergütung der Mitglieder der Geschäftsleitung und des Aufsichtsrats befinden sich im Vergütungsbericht.
Darüber hinaus kann die United Internet Gruppe einen maßgeblichen Einfluss auf ihre assoziierten Unternehmen ausüben.
Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Unternehmen und Personen
Verkäufe an und Käufe von nahestehende(n) Unternehmen und Personen erfolgen zu marktüblichen Konditionen. Die zum Geschäftsjahresende bestehenden offenen Salden sind unbesichert, unverzinslich (Cash Pool ausgenommen) und werden durch Barzahlung beglichen. Für Forderungen gegen oder Verbindlichkeiten gegenüber nahestehende(n) Unternehmen und Personen bestehen keine Garantien. Die Forderungen werden regelmäßig auf Wertminderung untersucht. Forderungen gegen nahestehende Unternehmen und Personen wurden im Geschäftsjahr 2024 und im Vorjahr nicht wertberichtigt. Dieser beinhaltet eine Beurteilung der Finanzlage des nahestehenden Unternehmens oder der nahestehenden Person sowie die Entwicklung des Markts, in dem diese(s) tätig ist.
Wie auch im Vorjahr sind die Geschäftsräume von United Internet in Montabaur und Karlsruhe zum Teil von Herrn Ralph Dommermuth, dem Vorstandsvorsitzenden und einem wesentlichen Aktionär der Gesellschaft sowie dessen nahen Familienangehörigen, gemietet. Die entsprechenden Mietverträge weisen unterschiedliche Laufzeiten bis Ende 2035 auf. Die daraus entstehenden Mietaufwendungen liegen auf ortsüblichem Niveau und beliefen sich im Geschäftsjahr 2024 auf 18.355 T€ (Vorjahr: 15.376 T€).
Frau Judith Dommermuth ist Aufsichtsratsmitglied der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA. In diesem Zusammenhang sind die im abgelaufenen Geschäftsjahr geleisteten Sponsoringzahlungen an Borussia Dortmund in Höhe von 20.000 T€ als Geschäftsvorfall mit nahestehenden Unternehmen zu klassifizieren.
Darüber hinaus werden Transaktionen mit folgenden Stiftungen als Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen klassifiziert:
Ralph und Judith Dommermuth Stiftung
Stiftung United Internet for UNICEF
Internet Economy Foundation
Westerwelle Foundation
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2024 hat die Internet Economy Foundation 50 T€ gegenüber der United Internet AG berechnet. Darüber hinaus haben keine weiteren Transaktionen stattgefunden.
In der folgenden Tabelle werden Nutzungsrechte im Zusammenhang mit nahestehenden Unternehmen und Personen im Geschäftsjahr 2024 dargestellt.
T€
Anfangsbestand
Zugang des Geschäftsjahres
Abschreibung
Buchwert
Nutzungsrechte
148.815
3.399
–14.638
137.576
In der folgenden Tabelle werden Leasingverbindlichkeiten im Zusammenhang mit nahestehenden Unternehmen und Personen im Geschäftsjahr 2024 dargestellt.
T€
Anfangsbestand
Zugang des Geschäftsjahres
Tilgung/Zinsen
Buchwert
Leasingverbindlichkeiten
154.203
3.399
–12.617
144.986
Die Anfangsbestände der Nutzungsrechte haben sich im Vergleich zu den Buchwerten zum Ende des Geschäftsjahres 2023 um 20.328 T€ und die Anfangsbestände der Leasingverbindlichkeiten um 21.077 T€ aufgrund der Erweiterung des Kreises der nahestehenden Personen erhöht.
Zum Stichtag bestehen zwei Darlehensverträge mit assoziierten Unternehmen mit einem Gesamtvolumen von 4.996 T€ (Vorjahr: 6.729 T€).
Die Darlehen haben Laufzeiten von einem bis zwei Jahren. Die Tranchen sind jeweils fest verzinslich mit bis zu 11,75 % p.a.
In der folgenden Tabelle werden die ausstehenden Salden sowie die Gesamthöhe der Transaktionen mit assoziierten Unternehmen, nahstehenden Unternehmen und Personen im jeweiligen Geschäftsjahr dargestellt:
 
Käufe / Dienstleistungen von nahestehenden Unternehmen / Personen
Verkäufe / Dienstleistungen an nahestehende Unternehmen / Personen
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen / Personen
Forderungen gegen nahestehende Unternehmen / Personen
T€
2024
2023
2024
2023
2024
2023
2024
2023
Gesamt
36.439
33.911
540
4.096
899
519
40
451
davon nahestehend
21.826
21.232
411
580
2
310
30
119
davon assoziiert
14.613
12.679
129
3.516
897
209
10
332
 
Finanzerträge
Finanzaufwendungen
T€
2024
2023
2024
2023
Gesamt
293
467
0
0
davon nahestehend
0
0
0
0
davon assoziiert
293
467
0
0
In den Käufen / Dienstleistungen sind neben den Liefer- und Leistungsbeziehungen im Wesentlichen Mietzahlungen an nahestehende Unternehmen / Personen enthalten.
43. Zielsetzung und Methoden des Finanzrisikomanagements
Grundsätze des Risikomanagements
Die Systematik des in der United Internet Gruppe eingeführten Risikomanagementsystems orientiert sich am COSO-ERM-Framework und wird im Lagebericht ausführlich beschrieben.
Die Grundzüge der Finanzpolitik werden vom Vorstand festgelegt und vom Aufsichtsrat überwacht.
Bestimmte Transaktionen bedürfen der vorherigen Zustimmung durch den Aufsichtsrat.
Die wesentlichen finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns umfassen Bankdarlehen, Schuldscheindarlehen und Kontokorrentkredite, Schulden aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Verbindlichkeiten.
Der Konzern verfügt über verschiedene finanzielle Vermögenswerte, die unmittelbar aus seiner Geschäftstätigkeit resultieren. Sie umfassen im Wesentlichen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie kurzfristige Einlagen.
Der Konzern verfügt zum Bilanzstichtag im Wesentlichen über originäre Finanzinstrumente.
Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, diese Risiken durch die laufenden operativen und finanzorientierten Aktivitäten zu begrenzen. Dabei unterliegt der Konzern hinsichtlich seiner Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und geplanten Transaktionen insbesondere Liquiditätsrisiken sowie Marktrisiken, die im Folgenden dargestellt werden.
Liquiditätsrisiko
Das Liquiditätsrisiko stellt das Risiko dar, dass ein Unternehmen Schwierigkeiten bei der Erfüllung der Zahlungsverpflichtungen hat, die sich aus seinen finanziellen Verbindlichkeiten ergeben. Für United
Internet besteht das Liquiditätsrisiko grundsätzlich und damit unverändert zum Vorjahr darin, dass der Konzern möglicherweise seinen laufenden finanziellen Verpflichtungen nicht fristgerecht nachkommen kann. Insbesondere vor dem Hintergrund des sich über die kommenden Jahre erstreckenden kostenintensiven Ausbaus des Mobilfunknetzes, wird neben einer kurzfristigen Liquiditätsvorschau auch eine längerfristige Finanzplanung vorgenommen, um jederzeit die Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität der UI Gruppe sicherstellen zu können. Wir gehen davon aus, die Investitionen in das Mobilfunknetz zum überwiegenden Teil aus der vorhandenen Liquidität sowie den zukünftigen Cashflows aus dem operativen Geschäft und Krediten bedienen zu können.
Durch den erwarteten positiven operativen Beitrag zur Liquidität sowie der zinsoptimierten Nutzung von eingeräumten Kreditlinien kann der Konzern die kontinuierliche Deckung des Finanzmittelbedarfs zu jeder Zeit sicherstellen. Die der Gesellschaft von Kreditinstituten eingeräumten Kreditzusagen und der bestehende Konsortialkreditrahmen bieten hierfür ausreichend Flexibilität. Zur Aufrechterhaltung der finanziellen Stabilität wird eine ausgewogene Finanzstruktur angestrebt, die sowohl die Diversifizierung von Finanzierungsinstrumenten als auch ein ausgeglichenes Fälligkeitenprofil vorsieht.
Im zentralen Liquiditäts-Management werden weltweit alle Zahlungsmittelbedarfe und -überschüsse ermittelt und gesteuert. Durch die täglich automatisierte Konzentration der Bankguthaben angebundener Konzerngesellschaften (Cash Pooling) steht der United Internet AG zu jeder Zeit der maßgebliche Anteil der in Euro denominierten Zahlungsmittel zur Verfügung. Der Konzern hat zur Steuerung der Bank- und Verrechnungskonten sowie zur Durchführung von Zahlungsvorgängen standardisierte Prozesse und Systeme etabliert.
Zum Stichtag verfügt die Gesellschaft über liquide Mittel von insgesamt 114,9 Mio. € (Vorjahr: 27,7 Mio. €) sowie freie Kreditlinien in Höhe von 1.800 Mio. € (Vorjahr: 840 Mio. €) und daher über eine mehr als ausreichende Liquiditätsreserve für das Geschäftsjahr 2025. Der Vorstand geht davon aus, dass bei Bedarf weitere Linien am Kapitalmarkt aufgenommen werden können, sollte dies erforderlich sein.
Die folgenden Tabellen zeigen alle zum 31. Dezember 2024 bzw. 31. Dezember 2023 vertraglich fixierten Zahlungsströme für Tilgungen, Rückzahlungen und Zinsen aus bilanzierten finanziellen Verbindlichkeiten:
 
Buchwert zum
 
 
 
 
 
 
T€
31.12.2024
2025
2026
2027
2028
> 2028
Gesamt
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
2.813.701
437.323
1.272.736
914.798
100.644
330.375
3.055.876
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
800.496
798.071
0
0
0
2.425
800.496
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
830.371
179.428
133.701
128.437
128.438
260.367
830.371
 
4.444.568
1.414.822
1.406.436
1.043.235
229.082
593.167
4.686.743
Leasingverbindlichkeiten
1.072.997
162.795
119.028
118.121
107.124
798.895
1.305.963
 
5.517.565
1.577.617
1.525.465
1.161.356
336.206
1.392.062
5.992.706
Die Zahlungen aus sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten umfassen im Wesentlichen Zahlungsverpflichtungen im Zusammenhang mit der 5G-Lizenzersteigerung in Höhe von 61,3 Mio. € (Vorjahr: 61,3 Mio. €) im Geschäftsjahr 2025. Die Zahlungen an den Bund haben keinen linearen Verlauf. Im Geschäftsjahr 2025 werden Zahlungsmittelabflüsse in Höhe von jeweils 61,3 Mio. € (Vorjahr: 61,3 Mio. €) und in den Geschäftsjahren 2026 bis 2029 von jeweils 128 Mio. € (Vorjahr: 128 Mio. €) erwartet.
 
Buchwert zum
 
 
 
 
 
 
T€
31.12.2023
2024
2025
2026
2027
> 2027
Gesamt
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
2.464.260
621.195
335.441
1.384.175
229.847
78.839
2.649.496
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
702.578
699.220
0
0
0
3.358
702.578
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
865.982
153.342
128.568
133.523
128.438
322.111
865.982
 
4.079.884
1.520.820
464.009
1.517.698
358.285
404.308
4.265.119
Leasingverbindlichkeiten
797.249
137.742
94.463
92.905
85.765
483.575
894.450
 
4.877.133
1.658.562
558.472
1.610.602
444.050
887.883
5.159.569
Im Rahmen der Ermittlung der Zahlungsströme aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ist die Unternehmensleitung davon ausgegangen, dass der momentan aus dem revolvierenden Konsortialkreditrahmen gezogene Betrag in Höhe von 150 Mio. € (Vorjahr: 150 Mio. €) bis zum Ende der Laufzeit (2029) konstant gezogen bleibt.
Zu den Zins- und Tilgungszahlungen bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wird auf Anhangangabe 31 verwiesen.
Bei der Gesellschaft besteht keine wesentliche Liquiditätsrisikokonzentration.
Marktrisiko
Die Aktivitäten von United Internet sind in erster Linie finanziellen Risiken aus der Änderung von Zins-sätzen, Wechselkursen, Börsenkursen sowie dem Kredit- und Ausfallrisiko ausgesetzt.
Zinsrisiko
Zins(änderungs)risiko bezeichnet das Risiko, dass beizulegende Zeitwerte oder künftige Zinszahlungen auf bestehende und zukünftige Finanzverbindlichkeiten aufgrund von Änderungen von Marktzinssätzen schwanken.
Der Konzern ist grundsätzlich Zinsänderungsrisiken ausgesetzt, da zum Bilanzstichtag Teile der Finanzierungsinstrumente variabel verzinslich und mit unterschiedlichen Laufzeiten aufgenommen worden sind. Ein Zinsänderungsrisiko besteht für die Inanspruchnahmen unter dem revolvierenden Konsortialkredit, dem Konsortialkredit, den bilateralen Kreditlinien und variabel verzinslichen Schuldscheindarlehen in Höhe von insgesamt 1.080,5 Mio. € (Vorjahr: 704,3 Mio. €).
Mit Hilfe der Liquiditätsplanung werden laufend verschiedene Anlagemöglichkeiten bzw. Möglichkeiten zur Rückführung überschüssiger Liquidität analysiert. Die Fälligkeitenstruktur wie auch die Höhe der variabel verzinslichen Finanzinstrumente der Gruppe werden regelmäßig überprüft und geeignete Maßnahmen zur Sicherung der Liquidität und Steuerung der Zinsänderungsrisiken getroffen.
Marktzinsänderungen könnten sich auf das Zinsergebnis auswirken und gehen in die Berechnung der ergebnisbezogenen Sensitivitäten ein. Zur Darstellung von Marktrisiken verwendet United Internet eine Sensitivitätsanalyse, die Auswirkungen hypothetischer Änderungen von relevanten Risikovariablen auf das Ergebnis vor Steuern zeigt. Die periodischen Auswirkungen werden bestimmt, indem die hypothetischen Änderungen der Risikovariablen auf den Bestand der Finanzinstrumente zum Bilanzstichtag bezogen werden. Eine Erhöhung bzw. Verringerung des Euribor um 1 % hätte sich auf das Finanzergebnis des Geschäftsjahres um -9.250 T€ bzw. +9.256 T€ ausgewirkt.
Der Konzern erwartet in absehbarer Zeit keine wesentliche Änderung in den Risikoaufschlägen. United Internet stuft das Zinsänderungsrisiko für die bestehenden variabel verzinslichen Finanzinstrumente derzeit als gering ein.
Für die übrigen verzinslichen Schulden kann das Zinsänderungsrisiko vernachlässigt werden. Zum Stichtag bestanden keine externen Zinssicherungsgeschäfte.
Währungsrisiko
Währungsrisiko ist das Risiko, dass beizulegende Zeitwerte oder künftige Cashflows von Finanzinstrumenten aufgrund von Änderungen der Wechselkurse schwanken. Die Konzernunternehmen sind vor allem Wechselkursrisiken aus ihrer Geschäftstätigkeit (wenn Umsatzerlöse und / oder Aufwendungen auf eine von der funktionalen Währung der jeweiligen Gesellschaft abweichende Währung lauten) ausgesetzt. Zur Absicherung solcher Fremdwährungsrisiken ist United Internet bestrebt ein Gleichgewicht zwischen den Ein- und Auszahlungen in nicht funktionaler Währung herzustellen (sogenanntes Natural-Hedging). Fremdwährungsrisiken, die die Cashflows nicht beeinflussen (d. h. die Risiken, die aus der Umrechnung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten ausländischer Unternehmenseinheiten resultieren), bleiben grundsätzlich ungesichert. Im operativen Bereich wickeln die einzelnen Konzernunternehmen ihre Aktivitäten überwiegend in ihrer jeweiligen funktionalen Währung ab. Deshalb wird das Währungskursrisiko aus der laufenden operativen Tätigkeit, wie bereits im Vorjahr, als gering eingeschätzt. Im Berichtszeitraum lagen keine die Cashflows wesentlich beeinflussenden Währungsrisiken vor. Zum Stichtag bestanden keine externen Währungssicherungsgeschäfte.
Die Währungsrisiken aus den zum Bilanzstichtag bestehenden originären Finanzinstrumenten, welche in einer von der funktionalen Währung abweichenden Währung und monetärer Art sind, wurden von der Gesellschaft bewertet. Aus dieser Analyse ergaben sich keine wesentlichen Währungsrisiken.
Börsenkursrisiko (Bewertungsrisiko)
Der United Internet Konzern erfasst finanzielle Vermögenswerte (Eigenkapitalinstrumente) wie folgt:
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertet ohne Umgliederung kumulierter Gewinne und Verluste bei Ausbuchung oder
erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.
Abhängig von der Bewertungskategorie und der Kursentwicklung von börsennotierten Beteiligungen können sich ergebnisneutrale Eigenkapitaländerungen oder Erträge und Aufwendungen ergeben.
Zum Stichtag gab es keine börsennotierten Eigenkapitalinstrumente.
Kredit- und Ausfallrisiko
Der Konzern ist aufgrund seiner Geschäftstätigkeit einem Ausfallrisiko ausgesetzt. Zur Reduzierung von Ausfallrisiken ist ein aufwendiges auch bereits präventiv wirkendes Fraud-Management-System etabliert worden, das permanent weiterentwickelt wird. Die Außenstände werden bereichsbezogen, also dezentral, fortlaufend überwacht. Nicht vermeidbaren Ausfallrisiken wird mittels Einzelwertberichtigungen und pauschalierten Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen.
Hinsichtlich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen besteht das maximale Kreditrisiko im Bruttobetrag der bilanzierten Forderung vor Wertberichtigungen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die zum Bilanzstichtag nicht wertgemindert sind, werden in der Anhangangabe 19 nach Zeitbändern, in denen sie überfällig sind, gegliedert.
Internes Ratingsystem
Grundsätzlich wird ein vorvertraglicher Fraud-Check durchgeführt sowie das Forderungsmanagement unter Inanspruchnahme von Inkassobüros abgewickelt. Darüber hinaus wird für das Media-Sales-Geschäft eine vorvertragliche Überprüfung der Bonität des Vertragspartners durchgeführt.
Bei der Gesellschaft bestehen keine wesentlichen Kreditrisikokonzentrationen.
Risiken aus Financial Covenants
Die bestehenden Kredite der United Internet AG sind an sogenannte Financial Covenants (Kreditauflagen) gebunden. Die Verletzung einer bestimmten Nettoschulden-zu-EBITDA-Relation könnte dazu führen, dass die einzelnen Kreditgeber die mit der Gesellschaft ausstehenden Darlehen kündigen können. Angesicht der derzeit geringen Relation von Nettoschulden-zu-EBITDA von United Internet wird die Eintrittswahrscheinlichkeit als gering eingeschätzt. Die Einhaltung der Kreditauflagen wird vom Vorstand der Gesellschaft fortlaufend überwacht und war ganzjährig gegeben.
Kapitalsteuerung
Die United Internet AG unterliegt über die aktienrechtlichen Bestimmungen hinaus keinen weitergehenden satzungsmäßigen oder vertraglichen Verpflichtungen zum Kapitalerhalt. Die im Rahmen der Unternehmenssteuerung von der Gesellschaft herangezogenen Finanzkennzahlen sind überwiegend erfolgsorientiert. Ziele, Methoden und Prozesse des Kapitalmanagements sind den erfolgsorientierten Finanzkennzahlen untergeordnet.
Zur Aufrechterhaltung oder Anpassung der Kapitalstruktur kann die Gesellschaft Anpassungen der Dividendenzahlungen an die Anteilseigner oder eine Kapitalrückzahlung an die Anteilseigner vornehmen, eigene Anteile erwerben und bei Bedarf wieder platzieren oder auch neue Anteile ausgeben. Es wird diesbezüglich auf die Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung verwiesen. Zum 31. Dezember 2024 bzw. 31. Dezember 2023 wurden keine Änderungen der Ziele, Richtlinien und Verfahren vorgenommen.
Für weitere Informationen verweisen wir auf Anhangangabe 31.
44. Erfolgsunsicherheiten, Eventualschulden und andere
Verpflichtungen
Eventualschulden
Eventualschulden stellen eine mögliche Verpflichtung dar, deren Existenz vom Eintreten einer oder mehrerer unsicherer zukünftiger Ereignisse abhängt, oder eine gegenwärtige Verpflichtung, deren Zahlung nicht wahrscheinlich ist oder deren Höhe nicht ausreichend verlässlich geschätzt werden kann.
In den Vorjahren haben Vorleister Ansprüche im niedrigen dreistelligen Millionenbereich angemeldet (im Rahmen der internen Klassifizierung sind Beträge bis zu 333 Mio. € als niedriger dreistelliger Millionenbetrag definiert, die angemeldeten Ansprüche übersteigen diesen Betrag auch in Summe nicht). Zum Bilanzstichtag am 31. Dezember 2024 sieht die United Internet AG die Ansprüche der jeweiligen Gegenpartei als unbegründet an und hält für diese Eventualschulden einen Ressourcenabfluss weiterhin für nicht wahrscheinlich.
Rechtsstreitigkeiten
Bei den Rechtsstreitigkeiten handelt es sich im Wesentlichen um diverse Rechtsstreitigkeiten der Tochtergesellschaften des Konzerns.
Für etwaige Verpflichtungen aus diesen Rechtsstreitigkeiten wurden Rückstellungen für Prozessrisiken gebildet (siehe Anhangangabe 33).
Garantien
Der Konzern hat zum Bilanzstichtag keine Garantien abgegeben.
Haftungsverhältnisse und sonstige Verpflichtungen
Im Hinblick auf den Gesellschaften der United Internet Gruppe von einer Bank gewährten Kreditrahmen besteht gesamtschuldnerische Mithaftung der Gesellschaft. Zum Bilanzstichtag wurde der Kreditrahmen nur durch Avale in Anspruch genommen.
Darüber hinaus sind dem Vorstand keine Tatsachen bekannt, die eine materielle nachteilige Auswirkung auf die Geschäftstätigkeit, auf die finanziellen Umstände oder auf das Geschäftsergebnis der Gesellschaft haben könnten.
45. Angaben zu Leasingverhältnissen und sonstigen finanziellen Verpflichtungen
Konzern als Leasingnehmer
Die Verpflichtungen umfassen im Wesentlichen Verpflichtungen für Miete für Netzinfrastruktur inklusive Teilnehmeranschlussleitungen, Gebäude, technische Anlagen und Fahrzeuge.
Hinsichtlich der Mehrzahl der Mietverträge bestehen Optionen auf Verlängerung der Vertragsverhältnisse. Die Konditionen dieser Verlängerungsoptionen sind frei verhandelbar oder identisch mit den derzeit geltenden Konditionen. Die Gesellschaft beabsichtigt derzeit, alle wesentlichen Verlängerungsoptionen in Anspruch zu nehmen. Die Gesellschaft beabsichtigt nicht, wesentliche Kündigungsoptionen auszuüben. Bei Leasingverhältnissen für Antennenstandorte im Zusammenhang mit dem 1&1 Mobilfunknetz wird hingegen keine Verlängerungsoption über die unkündbare Grundmietzeit hinaus in die Laufzeit einbezogen, da über die Inanspruchnahme keine hinreichende Sicherheit besteht (Siehe Anhangangabe 3). Aus den nicht in die Bewertung nach IFRS 16 einbezogenen Verlängerungsoptionen ergeben sich im Falle der Ausübung zukünftige Zahlungsverpflichtungen in Höhe von 482 Mio. € (31.12.2023: 133 Mio. €). Im Wesentlichen handelt es sich hierbei um Zahlungsverpflichtungen für die Netzinfrastruktur.
Im Geschäftsjahr sind folgende Aufwendungen aus Leasingverhältnissen angefallen:
T€
2024
2023
Abschreibungen auf Nutzungsrechte
- Grundstücke und Bauten
53.737
49.629
- Betriebs- und Geschäftsausstattung
2.446
1.944
- Netzinfrastruktur
77.019
61.820
- Lizenzen
1.591
1.591
Summe Abschreibungen auf Nutzungsrechte
134.793
114.983
Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten
35.645
21.347
Aufwand für kurzfristige Leasingverhältnisse
1.703
2.014
Aufwand für Leasingverhältnisse über einen Vermögenswert von geringem Wert
596
351

Zum 31. Dezember 2024 ergeben sich folgende Buchwerte der Nutzungsrechte nach Klassen zugrunde liegender Vermögenswerte:
T€
Buchwert zum 31.12.2024
Buchwert zum 31.12.2023
Grundstücke und Bauten
413.153
400.765
Betriebs- und Geschäftsausstattung
4.976
5.163
Netzinfrastruktur
686.597
388.519
Lizenzen
1.591
3.182
Zum 31. Dezember 2024 bestehende Leasingverpflichtungen haben folgende Laufzeiten:
T€
31.12.2024
31.12.2023
Bis 1 Jahr
140.888
129.414
1 bis 5 Jahre
359.734
308.283
Über 5 Jahre
572.375
359.553
Gesamt
1.072.997
797.249
Zum 31. Dezember 2024 haben sich die Leasingverpflichtungen wie folgt entwickelt:
T€
31.12.2024
31.12.2023
Stand 1. Januar
797.250
646.954
Zugänge
450.689
291.165
Zinseffekt
35.645
21.347
Auszahlungen
–172.738
–142.690
Abgänge
–37.849
–19.527
Stand 31. Dezember
1.072.997
797.250
davon kurzfristig
140.888
129.414
davon langfristig
932.109
667.836
Die Auszahlungen aufgrund der Leasingverpflichtungen werden im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen.
Für weitere Informationen wird auf die Erläuterungen unter 2.3 sowie Anhangangabe 43 verwiesen.

Konzern als Leasinggeber
Finanzierungsleasingverhältnisse
Der Konzern tritt über die 1&1 Versatel Gruppe als Leasinggeber von Finanzierungsleasingverhältnissen auf. Die Forderungen aus Finanzierungsleasingverhältnissen werden unter den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen. Die Überleitung der Bruttoinvestitionen der Leasingverhältnisse auf den Barwert der ausstehenden Mindestleasingzahlungen sowie deren Fälligkeiten stellen sich wie folgt dar:
T€
31.12.2024
31.12.2023
Bruttoinvestitionen
 
 
(davon nicht garantierte Restwerte)
 
 
davon fällig bis 1 Jahr
6.276
6.742
davon fällig in 1-5 Jahren
18.150
20.849
davon fällig nach über 5 Jahren
13.189
15.090
Noch nicht realisierter Finanzertrag
–2.598
–3.101
Nettoinvestitionen
35.016
39.580
Kumulierte Wertminderungen
0
0
Forderungen aus Umsatzsteuer und sonstigen
1.326
1.659
Buchwert der Forderungen aus Finanzierungsleasing
36.342
41.239
davon Barwert der nicht garantierten Restwerte
0
0
Barwert der ausstehenden Mindestleasingzahlungen
35.016
39.580
davon fällig bis 1 Jahr
6.146
6.636
davon fällig in 1-5 Jahren
17.132
19.635
davon fällig nach über 5 Jahren
11.739
13.309
Den Forderungen aus Finanzierungsleasing liegen ausschließlich Verträge über die Nutzung und Bereitstellung von Dark Fibre-Leitungen zugrunde.
Im Geschäftsjahr 2024 sind keine neuen Finanzierungsleasing-Verträge über die Zurverfügungstellung von Faserpaaren abgeschlossen worden (Vorjahr: 0 Mio. €). Die Laufzeiten betragen wie im Vorjahr zwischen 15 und 29 Jahre.
Operating Leasing-Verhältnisse
1&1 Versatel ist Leasinggeber im Rahmen von Operating Leasing-Verhältnissen. Bei den zugrunde liegenden Verträgen handelt es sich im Wesentlichen um die Vermietung von Glasfaserpaaren. Die Verträge enthalten keine Restwertgarantien oder variablen Leasing-Zahlungen. Aufgrund der strategischen Bedeutung der vermieteten Glasfaserpaare für die jeweiligen Leasingnehmer wird das Restwertrisiko als eher gering eingeschätzt.
Der Gesamtertrag aus Operating Leasing-Verhältnissen belief sich im Geschäftsjahr 2024 auf 39.848 T€ (Vorjahr 40.656 T€). Diese entfallen vollständig auf fixe Leasingzahlungen.
Die Fälligkeitsanalyse der Leasingzahlungen aus Operating Leasing-Verhältnissen kann der folgenden Tabelle entnommen werden:
Fälligkeiten in T€
31.12.2024
31.12.2023
Bis 1 Jahr
22.137
26.849
1 bis 2 Jahre
18.121
20.920
2 bis 3 Jahre
17.093
18.060
3 bis 4 Jahre
14.539
17.344
4 bis 5 Jahre
6.321
15.915
Über 5 Jahre
16.297
20.005
Gesamt
94.507
119.093
Die Einzahlungen aufgrund der Leasingverhältnisse als Leasingeber werden im Cashflow aus der operativen Tätigkeit ausgewiesen.
Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Die wesentlichen sonstigen finanziellen Verpflichtungen werden nachfolgend beschrieben:
31.12.2024
 
 
T€
kurzfristig
langfristig
nicht bilanzierte Leasingverpflichtungen
1.488
306
Liefer- und Leistungsbeziehungen
124.981
683.974
davon aus Werbeverträgen
10.105
0
Gesamt
126.469
684.280
31.12.2023
 
 
T€
kurzfristig
langfristig
nicht bilanzierte Leasingverpflichtungen
1.418
250
Liefer- und Leistungsbeziehungen
131.203
390.539
davon aus Werbeverträgen
9.935
21.920
Gesamt
132.621
390.790
Der Konzern nimmt die im Standard IFRS 16 vorgesehenen Befreiungen für Leasingverträge in Anspruch, deren Laufzeit innerhalb von 12 Monaten ab dem Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung endet sowie bei denen der zugrundeliegende Vermögenswert von geringem Wert ist. Die Leasingverpflichtungen, die durch diese Anwendungserleichterungen nicht in der Bilanz angesetzt wurden, betrugen zum 31. Dezember 2024 1.794 T€ (Vorjahr: 1.668 T€).
Die United Internet Tochter 1&1 AG hat im Rahmen der MBA MVNO Vereinbarung mit Telefónica verbindlich für die Laufzeit des Vertrages bis Juni 2025 Netzkapazität bestehend aus Datenvolumen sowie Voice- und SMS-Kontingenten erworben. Die abzunehmende Kapazität unter der MBA MVNO Vereinbarung beträgt 20 % bis 30 % der genutzten Kapazität des Telefónica Netzes. Mit dem Abschluss der National Roaming Vereinbarung ist die 1&1 in der Lage, die erworbenen Kontingente quartalsweise in einem bestimmten Umfang zu reduzieren oder zu erhöhen. Die Zahlungen für die Dienstleistungskomponenten des Vertrages belaufen sich jährlich auf einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag. Ein genauer Betrag kann nicht bestimmt werden, da die Zahlungen abhängig von verschiedenen vertraglichen Variablen sowie der künftigen Reduzierung oder Erhöhung der Kapazitäten sind. Seit Sommer 2024 nutzt 1&1 National Roaming planmäßig von Vodafone und verringert schrittweise Vorleistungen von Telefónica Deutschland. Die National Roaming Leistungen von Vodafone sind mit rund 635.337 T€ (Vorjahr: 285.000 T€) in den Verpflichtungen aus Liefer- und Leistungsbeziehungen enthalten.
Daneben resultieren aus einem Einkaufsvertrag Abnahmeverpflichtungen bis zum 30. September 2027 in
einer Höhe von kurzfristig 182,0 Mio. € und langfristig 673,5 Mio. €.
Die United Internet Tochter 1&1 AG hat am 5. September 2019 eine Vereinbarung mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) sowie dem Bundesministerium der Finanzen (BMF) über den Bau von Mobilfunkstandorten in sogenannten „weißen Flecken“ geschlossen. Die 1&1 ist hiernach zu einer Investition von insgesamt 50 Mio. € verpflichtet. Damit hilft 1&1 bestehende Versorgungslücken zu schließen und leistet mit dem Bau der Antennenstandorte einen Beitrag zur Verbesserung der Mobilfunkversorgung in ländlichen Regionen. Diese Verpflichtungen sind in den oben aufgeführten anderen sonstigen Verpflichtungen nicht enthalten, da diese einen zinsähnlicher Charakter aufweisen.
46. Kapitalflussrechnung
Die Auszahlungen des Geschäftsjahres 2024 für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beliefen sich auf 301,9 Mio. € (Vorjahr: 267,1 Mio. €) und die Einzahlungen für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag auf 29,7 Mio. € (Vorjahr: 26,6 Mio. €). Die Steuereinzahlungen und -auszahlungen werden im Cashflow der betrieblichen Tätigkeit ausgewiesen.
In den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sind wie im Vorjahr keine Beträge bedingt verfügbar.
Überleitungsrechnung der bilanziellen Veränderung von Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeiten:
 
01.01.2024
Bare Transaktionen
Unbare Transaktionen
31.12.2024
 
Buchwerte
Tilgung
Zinszahlungen
Aufnahmen von Verbindlichkeiten
Zinsaufwendungen
Umbuchungen und sonstige Veränderungen
Buchwerte
Langfristige Kreditverbindlichkeiten
1.881,8
–400,0
–76,0
980,0
76,0
–4,6
2.457,2
Kurzfristige Kreditverbindlichkeiten
581,9
–546,8
–37,9
323,5
37,0
–1,3
356,5
Leasingverbindlichkeiten
797,2
–137,1
–35,6
412,9
35,6
0,0
1.073,0
Frequenzverbindlichkeiten
763,6
–61,3
0,0
0,0
5,6
–5,4
702,6
Summe Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeiten
4.024,6
–1.145,2
–149,5
1.716,4
154,2
–11,2
4.589,3
 
01.01.2023
Bare Transaktionen
Unbare Transaktionen
31.12.2023
 
Buchwerte
Tilgung
Zinszahlungen
Aufnahmen von Verbindlichkeiten
Zinsaufwendungen
Umbuchungen und sonstige Veränderungen
Buchwerte
Langfristige Kreditverbindlichkeiten
1.498,8
–400,0
–45,0
1.012,0
45,0
–229,0
1.881,8
Kurzfristige Kreditverbindlichkeiten
656,7
–382,0
–20,0
75,0
21,8
230,4
581,9
Leasingverbindlichkeiten
646,9
–121,3
–21,4
271,6
21,3
0,0
797,2
Frequenzverbindlichkeiten
825,0
–61,3
0,0
0,0
6,1
–6,1
763,6
Summe Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeiten
3.627,4
–964,6
–86,4
1.358,6
94,2
–4,7
4.024,6
Die Ersterfassung des 5G-Funkspektrums im Geschäftsjahr 2019 erfolgte vor dem Hintergrund der Stundungs- und Ratenzahlung mit dem Bund bilanzverlängernd und somit zahlungsmittelneutral. Die Bilanzierung von Leasingverhältnissen erfolgte bei Ersterfassung grundsätzlich zahlungsmittelneutral. Laufende Zahlungen beinhalten Zins- und Tilgungskomponenten und werden im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen.
Die Zahlungsströme im Zusammenhang mit der Veränderung der übrigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten in Höhe von 131,1 Mio. € (Vorjahr: 111,8 Mio. €) sind im Cashflow aus der operativen Geschäftstätigkeit erfasst.
Im Rahmen der Aufstellung der aktuellen Kapitalflussrechnung wurde eine rückwirkende Anpassung einer Position aus dem Vorjahr vorgenommen. Diese Anpassung resultiert aus einer Verfeinerung der methodischen Abgrenzung und dient der besseren Vergleichbarkeit der Zahlen. Die Korrektur hat keinen Einfluss auf die Gesamtkapitalflüsse, sondern betrifft lediglich die Zuordnung innerhalb der Nettozahlungen der betrieblichen Tätigkeit. In diesem Zusammenhang wurden folgende Anpassungen vorgenommen:
in Mio. 
2023
 
Neu
Alt
Finanzerträge
–2
–45
Veränderung der Forderungen und sonstigen Vermögenswerte
–137
–94
Nettozahlungen der betrieblichen Tätigkeit
828
828
47. Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB und § 264b HGB
Die folgenden Tochtergesellschaften der United Internet AG nehmen Befreiungen gemäß § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch:
1&1 De-Mail GmbH, Montabaur
1&1 Energy GmbH, Montabaur
1&1 Mail & Media Development & Technology GmbH, Montabaur
1&1 Mail & Media Service GmbH, Montabaur
1&1 Mail & Media Applications SE, Montabaur
1&1 Versatel GmbH, Düsseldorf
A 1 Marketing, Kommunikation und neue Medien GmbH, Montabaur
United Internet Corporate Holding SE, Montabaur
United Internet Corporate Services GmbH, Montabaur
United Internet Investments Holding AG & Co. KG, Montabaur
United Internet Management Holding SE, Montabaur
United Internet Media GmbH, Montabaur
United Internet Service SE, Montabaur
United Internet Sourcing & Apprenticeship GmbH, Montabaur
48. Aufstellung des Anteilsbesitzes des United Internet AG-Konzerns gemäß § 313 Abs. 2 HGB
Der Konzern umfasst zum 31. Dezember 2024 folgende Gesellschaften, an denen die United Internet AG unmittelbar oder mittelbar mehrheitlich (entsprechend den in Klammern angegebenen Anteilen am Kapital) beteiligt ist. Der Anteil am Kapital entspricht, soweit nicht anderslautend beschrieben, dem Anteil der Stimmrechte:
1&1 Mail & Media Applications SE, Montabaur (100,0 %)
1&1 Mail & Media Development & Technology GmbH, Montabaur (100,0 %)
1&1 Mail & Media GmbH, Montabaur (100,0 %)
1&1 De-Mail GmbH, Montabaur (100,0 %)
1&1 Energy GmbH, Montabaur (100,0 %)
1&1 Mail & Media Inc., Philadelphia / USA (100,0 %)
1&1 Mail & Media Service GmbH, Montabaur (100,0 %)
UIM United Internet Media Austria GmbH, Wien / Österreich (100,0 %)
United Internet Media GmbH, Montabaur (100,0 %)
United Internet Management Holding SE, Montabaur (100,0 %)
1&1 Versatel GmbH, Düsseldorf (100,0 %)
1&1 Versatel Deutschland GmbH, Düsseldorf (100,0 %)
TROPOLYS Service GmbH (in Liquidation), Düsseldorf (100,0 %)
TROPOLYS Netz GmbH (in Liquidation), Düsseldorf (100,0 %)
Versatel Immobilien Verwaltungs GmbH (in Liquidation), Düsseldorf (100,0 %)
1&1 AG, Montabaur (78,32 %)
1&1 Telecommunication SE, Montabaur (100,0 %)
1&1 Logistik GmbH, Montabaur (100,0 %)
1&1 Telecom Holding GmbH, Montabaur (100,0 %)
1&1 Telecom GmbH, Montabaur (100,0 %)
1&1 Telecom Sales GmbH, Montabaur (100,0 %)
1&1 Telecom Service Montabaur GmbH, Montabaur (100,0 %)
1&1 Telecom Service Zweibrücken GmbH, Zweibrücken (100,0 %)
Blitz 17-665 SE, Maintal (100,0 %)
Blitz 17-666 SE, Maintal (100,0 %)
CA BG AlphaPi AG, Wien / Österreich (100,0 %)
Drillisch Logistik GmbH, Maintal (100,0 %)
Drillisch Online GmbH, Maintal (100,0 %)
1&1 Mobilfunk GmbH, Düsseldorf (100,0 %)
1&1 Towers GmbH, Düsseldorf (100,0 %)
IQ-optimize Software GmbH, Maintal (100,0 %)
IONOS Group SE, Montabaur (63,84 %)
IONOS Holding SE, Montabaur (100,0 %)
STRATO GmbH, Berlin (100,0 %)
Cronon GmbH, Berlin (100,0 %)
STRATO Customer Service GmbH, Berlin (100,0 %)
IONOS SE, Montabaur (100,0 %)
1&1 Internet Development SRL, Bukarest / Rumänien (100,0 %)
IONOS Inc., Philadelphia / USA (100,0 %)
A1 Media USA LLC, Philadelphia / USA (100,0 %)
1&1 Cardgate LLC, Philadelphia / USA (100,0 %)
IONOS Cloud Inc., Newark / USA (100,0 %)
IONOS Datacenter SAS, Niederlauterbach / Frankreich (100,0 %)
IONOS Cloud S.L.U., Madrid / Spanien (100,0 %)
IONOS Cloud Ltd., Gloucester / Großbritannien (100,0 %)
IONOS (Philippines) Inc., Cebu City / Philippinen (99,96 %)
IONOS S.A.R.L., Saargemünd / Frankreich (100,0 %)
IONOS Service GmbH, Montabaur (100,0 %)
IONOS Cloud Holdings Ltd., Gloucester / Großbritannien (100,0 %)
Fasthosts Internet Ltd., Gloucester / Großbritannien (100,0 %)
Arsys Internet S.L.U., Logroño / Spanien (100,0 %)
Arsys Internet E.U.R.L., Perpignan / Frankreich (100,0 %)
Tesys Internet S.L.U., Logroño / Spanien (100,0 %)
home.pl S.A., Stettin / Polen (100,0 %)
AZ.pl Sp. z o.o., Stettin / Polen (100,0 %)
HBS Cloud Sp. z o.o., Stettin / Polen (100,0 %)
premium.pl Sp. z o.o., Stettin / Polen (75,0 %)
Immobilienverwaltung AB GmbH, Montabaur (100,0 %)
InterNetX Holding GmbH, Regensburg (100,00 %)
InterNetX GmbH, Regensburg (100,0 %)
Domain Robot Enterprises Inc., Vancouver / Kanada (100 %)
InterNetX, Corp., Miami / USA (100,0 %)
PSI-USA, Inc., Las Vegas / USA (100,0 %)
Schlund Technologies GmbH, Regensburg (100,0 %)
PrivateName Services Inc., Richmond / Kanada (100,0 %)
Sedo GmbH, Köln (100,0 %)
DomCollect International GmbH, Montabaur (100,0 %)
Sedo.com LLC, Cambridge / USA (100,0 %)
Sedo.cn Ltd., Shenzhen / China (100,0 %)
united-domains GmbH, Starnberg (100,0 %)
united-domains Reselling GmbH, Starnberg (100,0 %)
we22 GmbH, Köln (100,0 %)
we22 Solutions GmbH, Berlin (100,0 %)
CM4all GmbH, Köln (100,0 %)
Content Management Inc., New York / USA (100,0 %)
World4You Internet Services GmbH, Linz / Österreich (100,0 %)
Sonstige:
CA BG AlphaRho AG, Wien / Österreich (100,0 %)
United Internet Corporate Holding SE, Montabaur (100,0 %)
United Internet Corporate Services GmbH, Montabaur (100,0 %)
A 1 Marketing Kommunikation und neue Medien GmbH, Montabaur (100,0 %)
United Internet Investments Holding AG & Co. KG, Montabaur (100,0 %)
United Internet Service SE, Montabaur (100,0 %)
United Internet Sourcing & Apprenticeship GmbH, Montabaur (100,0 %)
Assoziierte Unternehmen
Beteiligungen, auf deren Finanz- und Geschäftspolitik der Konzern einen maßgeblichen Einfluss ausüben kann, werden als assoziierte Unternehmen gemäß IAS 28 nach der Equity-Methode bilanziert und bestehen aus den folgenden wesentlichen Gesellschaften:
DomainsBot S.r.l, Rom / Italien (49,0 %)
DomainsBot Inc., Dover / USA (100,0 %)
rankingCoach GmbH, Köln (31,52 %)
Street Media GmbH, Berlin (28,70 %)
Stackable GmbH, Pinneberg (27,54 %)
Open-Xchange AG, Köln (25,39 %)
uberall GmbH, Berlin (25,1 %)
AWIN AG, Berlin (20,0 %)
Sonstige Beteiligungen
Beteiligungen, auf deren Finanz- und Geschäftspolitik der Konzern keinen maßgeblichen Einfluss ausüben kann (< 20 % der Stimmrechte), fallen als Finanzinstrumente grundsätzlich in den Anwendungsbereich von IFRS 9 und werden als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertete finanzielle Vermögenswerte (Eigenkapitalinstrumente ohne Umgliederung kumulierter Gewinne und Verluste bei Ausbuchung) eingestuft:
MMC Investments Holding Company Ltd., Port Louis / Mauritius (in Liquidation) (11,36 %)
Worcester Six Management Company Ltd., Birmingham / Großbritannien (6,45 %)
High-Tech Gründerfonds III GmbH & Co. KG, Bonn (0,95 %)
Growth Brands Opportunity Group LLC, Wilmington / USA) (10,00 %)
Kublai GmbH, Frankfurt am Main (4,71 %)
Änderungen in der berichtenden Unternehmenseinheit
Folgende Gesellschaften wurden im Geschäftsjahr 2024 erworben:
Kein Vorgang
Folgende Gesellschaften wurden im Geschäftsjahr 2024 gegründet:
kein Vorgang
Folgende Gesellschaften wurden im Geschäftsjahr 2024 umgewandelt:
STRATO GmbH (vormals Strato AG), Berlin (100,0 %)
united-domains GmbH (vormals united-domains AG), Starnberg (100,0 %)
Folgende Gesellschaften wurden im Geschäftsjahr 2024 umfirmiert:
kein Vorgang
Folgende Gesellschaften wurden im Geschäftsjahr 2024 auf eine bereits bestehende Konzerngesellschaft verschmolzen:
rankingCoach International GmbH (verschmolzen auf rankingCoach GmbH), Köln (31,52 %)
Folgende Gesellschaften wurden im Geschäftsjahr 2024 liquidiert:
Content Management Support GmbH, Köln (100,0 %)

49. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Wechsel im Vorstand
Am 2. Januar 2025 hat United Internet bekannt gegeben, dass Herr Ralf Hartings, Finanzvorstand der United Internet AG, auf eigenen Wunsch seine Tätigkeit bei der United Internet AG zum 31. März 2025 beenden wird.
Nachfolger von Ralf Hartings als CFO der United Internet AG ist seit dem 1. Januar 2025 Carsten Theurer. Carsten Theurer war zuvor über 20 Jahre in unterschiedlichen Sparten in der Schwarz Gruppe tätig, in seiner letzten Tätigkeit als Group-CFO, In diesen Rollen hat er das internationale Wachstum der Schwarz Gruppe im Handel begleitet und war maßgeblich am Aufbau der eigenen Produktionsunternehmen beteiligt.
Inanspruchnahme des JBIC - Darlehens nach dem Bilanzstichtag
Im Dezember 2024 hat United Internet mit der Japan Bank for International Cooperation (JBIC) einen Darlehensvertrag über bis zu 800 Mio. € unterzeichnet.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 war das Darlehen noch nicht in Anspruch genommen, sodass der volle Betrag von 800 Mio. € (Vorjahr: 0 €) zur Verfügung stand.
Im Februar 2025 wurde ein Betrag in Höhe von 290 Mio. € aus dem Darlehen abgerufen. Dieser Vorgang hat keine Auswirkungen auf die zum Bilanzstichtag aufgestellten Finanzinformationen.
Inanspruchnahme des Konsortialkreditrahmens nach dem Bilanzstichtag
Im Dezember 2024 hat United Internet einen Konsortialkreditrahmen erfolgreich mit ihren Kernbanken refinanziert. Für den neuen Konsortialkreditrahmen über 950 Mio. € wurde eine Laufzeit bis Dezember 2029 vereinbart und vertragliche Verlängerungsoptionen zugesagt.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 war der neue Konsortialkreditrahmen mit 150 Mio. € in Anspruch genommen, so dass Mittel in Höhe von 800 Mio. € zur Verfügung standen.
Im März 2025 wurden die bis dato abgerufenen Kredite aus dem Konsortialkreditrahmen vollständig zurückgeführt, so dass der Kreditrahmen in vollem Umfang zur Verfügung steht. Dieser Vorgang hat keine Auswirkungen auf die zum Bilanzstichtag aufgestellten Finanzinformationen.
Darüber hinaus sind nach dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 bei United Internet keine Ereignisse von besonderer Bedeutung eingetreten, die größere Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Unternehmens bzw. des Konzerns mit Auswirkungen auf Rechnungslegung und Berichterstattung haben.
50. Honorare des Abschlussprüfers
Im Geschäftsjahr 2024 wurden im Konzernabschluss Honorare des Abschlussprüfers in Höhe von insgesamt 5,4 Mio. € (Vorjahr: 5,5 Mio. €) berechnet. Diese beziehen sich mit 4,5 Mio. € (Vorjahr 4,1 Mio. €) auf Abschlussprüfungen, mit 0,9 Mio. € (Vorjahr: 1,4 Mio. €) auf andere Bestätigungsleistungen und 0 Mio. € (Vorjahr 0 Mio. €) auf sonstige Leistungen. Die Abschlussprüfungsleistungen umfassen sowohl gesetzliche Pflichtprüfungen als auch Prüfungen von Konzernpackages. Andere Bestätigungsleistungen betreffen im Wesentlichen freiwillige Abschlussprüfungen und Bestätigungen im Zusammenhang mit dem Nachhaltigkeitsbericht. Die sonstigen Leistungen betreffen überwiegend Honorare für projektbezogene Beratungsleistungen.
51. Corporate Governance Kodex
Die Erklärung nach § 161 AktG zur Beachtung des Deutschen Corporate Governance Kodex wurde durch den Vorstand und den Aufsichtsrat abgegeben und ist den Aktionären im Internetportal der United
Internet AG unter www.united-internet.de zugänglich. Für die 1&1 AG ist diese Erklärung unter www.1und1.de und für die IONOS Group SE unter www.ionos.de verfügbar.
Montabaur, den 25. März 2025
Der Vorstand
Ralph Dommermuth Carsten Theurer Markus Huhn
Entwicklung der immateriellen
Vermögenswerte und Sachanlagen
im Geschäftsjahr 2024 und 2023 in T€
2024
 
ANSCHAFFUNGS- UND HERSTELLUNGSKOSTEN
 
 
 
01.01.2024
Zugänge
Abgänge
Umbuchungen
Währungsdifferenzen
31.12.2024
 
Immaterielle Vermögenswerte
 
 
 
 
 
 
 
Software / Lizenzen
247.090
78.665
20.533
251.288
351
556.860
 
Frequenzlizenzen
1.070.187
-
-
-
--
1.070.187
 
Markenrechte
213.460
-
2
-
1.950
215.409
 
Kundenstamm
1.238.396
-
-
-
1.373
1.239.769
 
Firmenwerte
3.672.371
-
-
-
4.057
3.676.428
 
Konzessionsähnlichen Rechte
165.000
-
-
-
-
165.000
 
Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte
66.664
11.119
8
-
118
77.893
 
Sonstige immaterielle Vermögenswerte
73.513
26
33
-
–1
73.506
 
Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen
9.282
-
-
-
0
9.282
 
geleistete Anzahlungen
262.410
53.634
-
–254.198
-
61.846
 
Summe (I)
7.018.373
143.444
20.575
–2.910
7.848
7.146.180
 
Sachanlagen
 
 
 
 
 
 
 
Grundstücke und Bauten
37.798
729
355
351
770
39.294
 
Telekommunikationsanlagen
1.432.196
121.401
60.231
183.418
-
1.676.784
 
Netzinfrastruktur
268.315
470
12.943
10.412
0
266.253
 
Betriebs- und Geschäftsausstattung
700.098
235.017
50.304
196.276
8.652
1.089.738
 
Geleistete Anzahlungen
454.031
336.283
3.837
–387.547
87
399.017
 
Leasing
1.329.878
478.984
56.487
-
438
1.752.813
 
Summe (II)
4.222.314
1.172.884
184.156
2.910
9.948
5.223.899
 
Summe total
11.240.687
1.316.328
204.732
-
17.796
12.370.079
 
 
 
 
AUFGELAUFENE ABSCHREIBUNGEN
 
NETTOBUCHWERTE
 
01.01.2024
Zugänge
Abgänge
Umbuchungen
Währungsdifferenzen
31.12.2024
31.12.2023
31.12.2024
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
154.635
73.525
19.860
–574
250
207.976
92.456
348.884
 
41.266
40.819
-
-
-
82.085
1.028.921
988.102
 
5.778
-
2
-
-
5.777
207.682
209.632
 
921.489
108.935
-
-
1.297
1.031.720
316.908
208.048
 
43.522
-
-
-
162
43.684
3.628.849
3.632.744
 
115.500
33.000
-
-
-
148.500
49.500
16.500
 
28.468
6.535
-
-
38
35.041
38.196
42.852
 
71.183
15
31
-
0
71.168
2.330
2.338
 
6.099
1.591
-
-
0
7.690
3.182
1.591
 
-
-
-
-
-
-
262.410
61.846
 
1.387.940
264.420
19.892
–574
1.749
1.633.642
5.630.433
5.512.538
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
15.898
614
354
-
33
16.191
21.900
23.103
 
690.029
119.455
53.448
574
-
756.610
742.166
920.174
 
146.243
10.328
11.633
-
-
144.938
122.071
121.315
 
420.749
122.899
48.800
-
6.664
501.512
279.349
588.226
 
8.650
4.333
1.437
-
-
11.546
445.380
387.471
 
535.431
133.202
20.833
-
287
648.088
794.447
1.104.725
 
1.817.001
390.830
136.505
574
6.984
2.078.884
2.405.313
3.145.015
 
3.204.941
655.250
156.397
-
8.733
3.712.527
8.035.746
8.657.553

2023
 
ANSCHAFFUNGS- UND HERSTELLUNGSKOSTEN
 
 
 
01.01.2023
Zugänge
Abgänge
Umbuchungen
Währungsdifferenzen
31.12.2023
 
Immaterielle Vermögenswerte
 
 
 
 
 
 
 
Software / Lizenzen
233.935
29.281
33.218
16.774
318
247.090
 
Frequenzlizenzen
1.070.187
-
-
-
-
1.070.187
 
Markenrechte
213.554
-
66
-
–30
213.460
 
Kundenstamm
1.234.815
1.116
1
-
2.467
1.238.396
 
Firmenwerte
3.666.238
-
-
-
6.132
3.672.371
 
Konzessionsähnlichen Rechte
165.000
-
-
-
-
165.000
 
Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte
57.918
11.035
2.684
-
395
66.664
 
Sonstige immaterielle Vermögenswerte
73.680
203
370
-
-
73.513
 
Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen
9.282
-
-
-
-
9.282
 
geleistete Anzahlungen
129.771
149.389
-
–16.751
-
262.410
 
Summe (I)
6.854.381
191.024
36.339
24
9.282
7.018.373
 
Sachanlagen
 
 
 
 
 
 
 
Grundstücke und Bauten
36.440
752
10
289
325
37.798
 
Telekommunikationsanlagen
1.206.943
196.988
11.473
39.738
-
1.432.196
 
Netzinfrastruktur
222.601
49.433
5.987
2.267
-
268.315
 
Betriebs- und Geschäftsausstattung
698.197
102.064
102.980
4.594
–1.777
700.098
 
Geleistete Anzahlungen
244.521
257.631
1.198
–46.888
–35
454.031
 
Leasing
1.074.461
291.165
35.758
-
10
1.329.878
 
Summe (II)
3.483.163
898.033
157.406
1
–1.478
4.222.314
 
Summe total
10.337.544
1.089.057
193.745
25
7.805
11.240.687
 
 
 
 
AUFGELAUFENE ABSCHREIBUNGEN
 
NETTOBUCHWERTE
 
01.01.2023
Zugänge
Abgänge
Umbuchungen
Währungsdifferenzen
31.12.2023
01.01.2023
31.12.2023
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
192.610
27.943
33.215
–33.000
297
154.635
41.325
92.456
 
447
40.819
-
-
-
41.266
1.069.740
1.028.921
 
5.843
-
66
-
--
5.778
207.712
207.682
 
810.888
108.664
1
-
1.938
921.489
423.927
316.908
 
42.804
-
-
-
718
43.522
3.623.435
3.628.849
 
49.500
33.000
-
33.000
-
115.500
115.500
49.500
 
23.549
7.476
2.684
-
128
28.468
34.369
38.196
 
71.537
16
370
-
-
71.183
2.142
2.330
 
4.508
1.591
-
-
-
6.099
4.774
3.182
 
-
-
-
-
-
-
129.771
262.410
 
1.201.687
219.509
36.336
-
3.081
1.387.940
5.652.695
5.630.433
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
15.092
815
10
-
2
15.898
21.348
21.900
 
592.049
107.385
9.416
12
-
690.029
614.894
742.166
 
143.122
9.046
5.913
–12
-
146.243
79.479
122.071
 
435.860
87.113
100.538
-
–1.687
420.749
262.336
279.349
 
7.817
833
-
-
-
8.650
236.704
445.380
 
438.223
113.392
16.232
-
47
535.431
636.238
794.447
 
1.632.164
318.584
132.108
-
–1.639
1.817.001
1.850.999
2.405.313
 
2.833.851
538.093
168.444
-
1.442
3.204.941
7.503.694
8.035.746