Zusammengefasster Lagebericht
Hinweis auf ungeprüfte Abschnitte des Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns zum 31. Dezember 2024
Im Rahmen der Lageberichterstattung kann es vorkommen, dass neben lageberichtstypischen Angaben ebenfalls lageberichtsfremde Angaben (gesetzlich nicht gefordert) enthalten sind, die keiner inhaltlichen Prüfung durch den Abschlussprüfer unterzogen werden müssen. Daneben kann es vorkommen, dass bestimmte Angaben für den Abschlussprüfer nicht prüfbar sind. „Nicht prüfbare Angaben“ sind solche, die aufgrund der Art der Angaben bzw. aufgrund nicht vorhandener geeigneter Kriterien für den Abschlussprüfer nicht beurteilbar sind.
Im Bericht der United Internet AG über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns zum 31. Dezember 2024 wurden folgende Kapitel bzw. Angaben als „nicht geprüfte Lageberichtsangaben“ identifiziert:
Bei den im Unterkapitel „1.4 Schwerpunkte Produkte und Innovationen“ enthaltenen Angaben handelt es sich um „nicht geprüfte Lageberichtsangaben“, da „lageberichtsfremde Angaben“ inhaltlich nicht geprüft werden.
Bei den in den Unterkapiteln „2.2 Geschäftsverlauf“ und „2.3 Lage des Konzerns“ enthaltenen Tabellen „Quartalsentwicklung“ mit Finanzkennzahlen auf Quartalsbasis für die Segmente und den Konzern handelt es sich um „nicht geprüfte Lageberichtsangaben“, da United Internet ihre Zwischenabschlüsse keiner prüferischen Durchsicht oder Prüfung unterzieht. Die Quartalsangaben
sind entsprechend als „ungeprüft“ gekennzeichnet.
Der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) sieht Angaben zum internen Kontroll- und Risikomanagementsystem vor. Diese gehen über die gesetzlichen Anforderungen an den Lagebericht hinaus und sind von der inhaltlichen Prüfung des Lageberichts durch den Abschlussprüfer ausgenommen („lageberichtsfremde Angaben“). Sie werden in Kapitel 5 „Internal Control System und Risk Management System“ thematisch den wesentlichen Elementen des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems zugeordnet und sind von den inhaltlich zu prüfenden Angaben durch separate Absätze abgegrenzt und entsprechend als „ungeprüft“ gekennzeichnet.
Bei Kapitel „7. Erklärung zur Unternehmensführung“ handelt es sich um „nicht geprüfte Lageberichtsangaben“, da die Prüfung der Angaben in der Erklärung zur Unternehmensführung durch den Abschlussprüfer gem. § 317 Abs. 2 S. 6 HGB darauf zu beschränken ist, dass die Angaben gemacht wurden und der ebenfalls in Kapitel 7 enthaltene Corporate Governance Bericht nach Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex eine „lageberichtsfremde Angabe“ darstellt, die inhaltlich nicht geprüft wird.
Allgemeine Hinweise
Aus rechentechnischen Gründen können in Tabellen und bei Verweisen Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch exakt ergebenden Werten (Geldeinheiten, Prozentangaben usw.) auftreten.
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im Jahresabschluss bei geschlechtsspezifischen Bezeichnungen die männliche Form gewählt. United Internet weist darauf hin, dass die Verwendung der männlichen Form explizit als geschlechtsunabhängig zu verstehen ist.
Dieser Jahresabschluss liegt in deutscher und englischer Sprache vor. Beide Fassungen stehen auch im Internet unter www.united-internet.de zum Download bereit. Im Zweifelsfall ist die deutsche Version maßgeblich.
1. Grundlagen der Gesellschaft und
des Konzerns
1.1 Geschäftsmodell
Konzernstruktur
Die 1988 gegründete United Internet AG („United Internet“) mit Hauptsitz in Montabaur, Deutschland, ist die Konzernobergesellschaft der United Internet Gruppe.
Die United Internet AG konzentriert sich zusammen mit ihrer Servicegesellschaft United Internet
Corporate Services GmbH im Wesentlichen auf zentrale Funktionen in den Bereichen Finanzen,
Corporate Controlling & Accounting, Tax, Beteiligungsmanagement, Presse, Investor Relations, Legal, Corporate Governance, Compliance & Sustainability, Risikomanagement, Corporate Audit (Interne Revision), Personalmanagement, Facility-Management, Einkauf sowie Corporate IT.
Die Konzernstruktur zum 31. Dezember 2024 blieb im Vergleich zum Vorjahr weitgehend unverändert.
Das operative Geschäft im Segment „Consumer Access“ wird im Wesentlichen durch die – unter dem Dach der 1&1 AG agierenden Gesellschaften – Drillisch Online GmbH und 1&1 Telecom GmbH betrieben.
Im Segment „Business Access“ ist United Internet insbesondere über die – von der Holdinggesellschaft United Internet Management Holding SE über die 1&1 Versatel GmbH gehaltene – 1&1 Versatel Deutschland GmbH tätig.
Das operative Geschäft im Segment „Consumer Applications“ wird im Wesentlichen über die – unter der 1&1 Mail & Media Applications SE zusammengefassten Gesellschaften – 1&1 Mail & Media GmbH, 1&1 Mail & Media Inc. und United Internet Media GmbH betrieben.
Im Segment „Business Applications“ ist United Internet primär über die von den Holdinggesellschaften IONOS Group SE und IONOS Holding SE gehaltenen Anteile an der STRATO GmbH und deren Tochter Cronon GmbH sowie der IONOS SE inklusive derer wesentlicher Tochterunternehmen im In- und Ausland tätig. Dazu zählen – neben den Auslandsgesellschaften IONOS Inc. (USA), IONOS Cloud Ltd. (Großbritannien), IONOS S.A.R.L. (Frankreich) und IONOS Cloud S.L.U. (Spanien) – insbesondere die Arsys Internet S.L.U. (Spanien), die Fasthosts Internet Ltd. (Großbritannien), die home.pl S.A. (Polen), die deutschen Gesellschaften InterNetX GmbH, Sedo GmbH, united-domains GmbH und we22 GmbH sowie die World4You Internet Services GmbH (Österreich).
Neben diesen operativ tätigen und vollkonsolidierten Tochterunternehmen hielt United Internet zum 31. Dezember 2024 eine Reihe weiterer Beteiligungen. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um die
– von der United Internet Investments Holding AG & Co. KG gehaltene – Beteiligung an der Kublai GmbH, Frankfurt am Main (4,71 %), die wiederum 95,39 % der Anteile an der Tele Columbus AG, Berlin, hält, sowie um Beteiligungen an den strategischen Partnern Open-Xchange AG, Köln (25,39 %),
rankingCoach GmbH, Köln (31,52 %), uberall GmbH, Berlin (25,10 %) und AWIN AG, Berlin (20,00 %), sowie die – von der IONOS SE gehaltene – Beteiligung an der Stackable GmbH, Pinneberg (27,54 %).
Einzelheiten zu den Beteiligungen sowie Veränderungen bei den Beteiligungen finden sich im Kapitel
2.2 „Geschäftsverlauf“ unter „Beteiligungen im Konzern“.
Eine vereinfachte Darstellung der Konzernstruktur von United Internet inklusive wesentlicher operativ tätiger Tochterunternehmen sowie wesentlicher Beteiligungen – mit Stand 31. Dezember 2024 – zeigt das folgende Organigramm.
Geschäftstätigkeit
United Internet ist mit rund 29 Mio. kostenpflichtigen Kundenverträgen sowie rund 39 Mio. werbefinanzierten Free-Accounts ein führender europäischer Internet-Spezialist.
Die operative Geschäftstätigkeit des Konzerns gliedert sich in die Geschäftsbereiche „Access“ und
„Applications“, die sich wiederum in die Segmente „Consumer Access“ und „Business Access“ sowie „Consumer Applications“ und „Business Applications“ unterteilen.
Segment „Consumer Access“
Im Segment „Consumer Access“ sind festnetzbasierte Breitband-Produkte (inklusive der damit verbundenen Anwendungen, wie Heimvernetzung, Online-Storage, Smart Home, IPTV und Video-on-Demand) sowie Mobile Internet Produkte für Privatanwender zusammengefasst.
Diese Internet-Zugangsprodukte werden den Kunden als Abonnementverträge mit festen monatlichen Beträgen (und variablen, verbrauchsabhängigen Zusatzentgelten) angeboten.
Mit den Breitband-Produkten (insbesondere VDSL-/Vectoring- und Glasfaser-Anschlüsse) der Marke 1&1 ist United Internet einer der führenden Anbieter in Deutschland.
Dabei nutzt die Gesellschaft das Glasfasernetz von 1&1 Versatel als Transportnetz und erschließt darüber bei VDSL-/Vectoring-Anschlüssen sowie bei direkten Glasfaser-Anschlüssen (FTTH) die „letzte Meile“ über City-Carrier sowie die Deutsche Telekom (hauptsächlich Layer-2).
Auch bei Mobile Internet Produkten ist United Internet einer der führenden Anbieter in Deutschland.
1&1 verfügt über ein voll funktionsfähiges Mobilfunknetz, das permanent ausgebaut wird. Überall dort, wo 1&1 in den Jahren des Netzausbaus noch über keine ausreichende Funkabdeckung verfügt, nutzt die Gesellschaft National Roaming. Ende August 2024 ist eine National-Roaming-Partnerschaft mit Vodafone gestartet. Bis Ende 2025 wird National Roaming mit Vodafone für alle 1&1 Mobilfunkkunden bereitstehen. National-Roaming-Vorleistungen, die zuvor über Telefónica bezogen wurden, werden parallel dazu vollständig zurückgefahren.
Bis zum vollständigen Umzug der über 12 Mio. Bestandskundenverträge auf das 1&1 Mobilfunknetz nutzt 1&1 in Teilen auch das Mobilfunknetz von Telefónica auch als sogenannter Mobile Virtual Network Operator (MVNO) sowie MVNO-Kapazitäten von Vodafone. Die MVNO-Bestandskunden werden seit Beginn des Jahres 2024 sukzessive in das 1&1 Mobilfunknetz migriert. Ende 2025 soll die Migration abgeschlossen sein.
Vermarktet werden die Mobile Internet Produkte über die Premium-Marke 1&1 sowie Discount-Marken, wie winSIM und yourfone, mit denen der Mobilfunk-Markt umfassend und zielgruppenspezifisch adressiert wird.
Segment „Business Access“
Im Segment „Business Access“ offeriert 1&1 Versatel Geschäftskunden ein umfassendes Portfolio an Telekommunikationsprodukten und -lösungen.
Kern des Geschäftsmodells ist der Betrieb eines Glasfasernetzes mit über 66.000 km Länge, das zu den größten Netzen in Deutschland gehört und kontinuierlich ausgebaut wird.
Über dieses Netz bietet 1&1 Versatel Firmen und Behörden Telekommunikationsprodukte von standardisierten Glasfaser-Direktanschlüssen bis zu maßgeschneiderten, individuellen ITK-Lösungen (Sprach-, Daten- und Netzwerklösungen). Außerdem wird das 1&1 Glasfasernetz zur Bereitstellung von 1&1 DSL- und FTTH-Anschlüssen sowie zur Anbindung von Antennenstandorten genutzt. Hinzu kommen Infrastrukturleistungen (Wholesale) für nationale und internationale Carrier.
Segment „Consumer Applications“
Im Segment „Consumer Applications“ sind Applikationen für Privatanwender zusammengefasst. Zu diesen Applikationen zählen insbesondere Anwendungen für Personal Information Management
(E-Mail, Aufgaben, Termine, Adressen), Online-Storage (Cloud Speicher) und Office-Applikationen.
Im Zuge des sukzessiven Portfolio-Ausbaus wurden die Marken GMX und WEB.DE, die seit vielen Jahren größten E-Mail-Anbieter für Privatkunden in Deutschland, in den letzten Jahren zu umfassenden Zentralen für das Kommunikations-, Informations- und Identitäts-Management der Nutzer erweitert.
Die Privatkunden-Applikationen werden überwiegend selbst entwickelt und in konzerneigenen Rechenzentren betrieben. Die Produkte werden als kostenpflichtige Abonnements (Pay-Accounts) oder – kostenfrei – in Form von werbefinanzierten Free-Accounts angeboten. Diese werden sowohl durch klassische als auch zunehmend durch programmatische (datengetriebene) Online-Werbung monetarisiert. Die Vermarktung erfolgt über United Internet Media.
Mit den werbefinanzierten Applikationen sowie den kostenpflichtigen Consumer-Applikationen ist
United Internet über GMX und WEB.DE insbesondere in Deutschland, Österreich und der Schweiz aktiv und zählt zu den führenden Unternehmen. Über die Marke mail.com wird das Geschäft internationalisiert. Neben den USA adressiert mail.com Länder wie Großbritannien, Frankreich und Spanien.
Segment „Business Applications“
Im Segment „Business Applications“ eröffnet IONOS Freiberuflern sowie kleinen und mittleren Unternehmen Geschäftschancen im Internet und unterstützt sie bei der Digitalisierung ihrer Prozesse. Dazu wird eine breite Palette an leistungsstarken Applikationen wie z. B. Domains, Homepages, Webhosting, Server, E Shops, Groupwork, Online-Storage (Cloud-Speicher) und Office-Applikationen angeboten, die über Abonnementverträge genutzt werden. Außerdem werden Cloud-Solutions und Cloud-Infrastruktur angeboten.
Die Applikationen werden in eigenen Entwicklungszentren oder in Kooperation mit Partnerfirmen entwickelt.
Auch international gehört IONOS zu den führenden Unternehmen mit Aktivitäten in diversen europäischen Ländern (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien, Portugal, Italien, Niederlande, Österreich, Polen, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Tschechien, Slowakei und Schweden) sowie in Nordamerika (USA, Kanada, Mexiko).
Die zielgruppenspezifische Vermarktung der Business-Applikationen erfolgt über die Marken IONOS, Arsys, Fasthosts, home.pl, InterNetX, STRATO, united-domains und World4You. Darüber hinaus bietet Sedo professionelle Dienstleistungen rund um das aktive Domain-Management an, während we22 anderen Hosting-Anbietern einen White-Label-Website-Builder zur Erstellung hochwertiger Websites offeriert.
Geschäftsbereiche, Segmente und Marken (Stand: 31. Dezember 2024)
Unternehmensleitung
Der Vorstand der United Internet AG bestand im Geschäftsjahr 2024 aus folgenden Mitgliedern:
Vorstandsmitglieder zum 31. Dezember 2024
○ Ralph Dommermuth, Unternehmensgründer und Vorstandsvorsitzender
(seit 1988 im Unternehmen)
○ Ralf Hartings, Finanzvorstand
(seit 2021 im United Internet Konzern; bis 31. Dezember 2024)
○ Markus Huhn, Vorstand Shared Services
(seit 1994 im United Internet Konzern)
Neues Vorstandsmitglied seit 1. Januar 2025
○ Carsten Theurer, Finanzvorstand
(seit 1. Januar 2025 im Unternehmen)
Ralf Hartings, Finanzvorstand der United Internet AG, beendete auf eigenen Wunsch seine Vorstandstätigkeit bei der United Internet AG zum 31. Dezember 2024. Nachfolger von Ralf Hartings als Finanzvorstand (CFO) der United Internet AG ist seit dem 1. Januar 2025 Carsten Theurer. Carsten Theurer war zuvor über 20 Jahre in unterschiedlichen Sparten in der Schwarz Gruppe, in seiner letzten Position als Group-CFO. In diesen Rollen hat er das internationale Wachstum der Schwarz Gruppe im Handel begleitet und war maßgeblich am Aufbau der eigenen Produktionsunternehmen beteiligt.
Der Aufsichtsrat der United Internet AG bestand im Geschäftsjahr 2024 aus folgenden Mitgliedern:
Aufsichtsratsmitglieder zum 31. Dezember 2024
○ Philipp von Bismarck, Aufsichtsratsvorsitzender
(Mitglied seit Juli 2020; Vorsitz seit Mai 2021; Mitglied „Prüfungs- und Risikoausschuss“ seit Mai 2021)
○ Dr. Manuel Cubero del Castillo-Olivares, stellv. Aufsichtsratsvorsitzender
(Mitglied seit Mai 2020; stellv. Vorsitz seit Mai 2021)
○ Stefan Rasch
(Mitglied seit Mai 2021; Mitglied „Prüfungs- und Risikoausschuss“ seit Mai 2021)
○ Prof. Dr. Franca Ruhwedel
(Mitglied seit Mai 2023; Vorsitz „Prüfungs- und Risikoausschuss“ seit Januar 2024)
○ Prof. Dr. Yasmin Mei-Yee Weiß
(Mitglied seit Juli 2020)
Ausgeschieden im Geschäftsjahr 2024
○ Prof. Dr. Andreas Söffing
(Mitglied von Mai 2021 bis Juli 2024)
Wesentliche Absatzmärkte und Wettbewerbsposition
Mit einem Umsatzanteil von fast 90 % am weltweiten Gesamtumsatz im Geschäftsjahr 2024 ist
Deutschland der bei weitem wichtigste Absatzmarkt der United Internet Gruppe.
Neben Deutschland sind
○ die USA,
○ Großbritannien,
○ Spanien,
○ Frankreich,
○ Polen und
○ Österreich die wesentlichsten Absatzmärkte des Konzerns.
Wettbewerbsposition im Segment „Consumer Access“
Nach dem Zusammenschluss mit der Drillisch AG (inzwischen 1&1 AG) in 2017 ist United Internet im rein
national aufgestellten Segment „Consumer Access“ – gemessen an Kundenverträgen und Umsätzen – nach der Deutschen Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland die 4. Kraft im deutschen Telekommunikationsmarkt mit Festnetz- und Mobilfunkprodukten.
Wettbewerbsposition im Segment „Business Access“
Auch im ebenfalls auf Deutschland beschränkten Segment „Business Access“ gehört United Internet
zu den führenden Unternehmen. Mit dem über 66.000 km Länge umfassenden Glasfasernetz von 1&1 Versatel betreibt United Internet eines der größten Glasfasernetze in Deutschland.
Wettbewerbsposition im Segment „Consumer Applications“
Im Segment „Consumer Applications“ ist United Internet über die Marken GMX und WEB.DE in Deutschland, der Schweiz und Österreich sowie zudem über die internationale Marke mail.com in Ländern wie den USA, Großbritannien, Frankreich und Spanien aktiv. Im Heimatmarkt Deutschland ist United Internet der – gemessen an der Anzahl der Nutzer – führende E-Mail-Anbieter und einer der führenden Cloud-Anbieter.
Wettbewerbsposition im Segment „Business Applications“
Mit seinen Hosting- und Cloud-Applikationen ist United Internet im ebenfalls international aufgestellten Segment „Business Applications“ in insgesamt 18 Ländern aktiv. Dabei ist die Gesellschaft – gemessen an der Zahl der gemanagten Länder-Domains – seit Jahren Marktführer im deutschen Hosting-Geschäft und konnte diese Position mit der Übernahme des Wettbewerbers STRATO in 2017 weiter festigen. Im europäischen Ausland ist United Internet mit seinen Hosting-Applikationen inzwischen – direkt vor Ort oder aus Deutschland heraus – in allen wichtigen Märkten aktiv. Dazu zählen neben dem Heimatmarkt Deutschland vor allem die großen europäischen Volkswirtschaften Frankreich, Großbritannien, Italien, Polen und Spanien. Mit Ausnahme von Italien gehört die Gesellschaft – gemessen an der Zahl der gemanagten Länder-Domains – in den anderen vorgenannten Ländern zu den führenden Anbietern. Damit steht United Internet auch insgesamt – gemessen an der Zahl der gemanagten Länder-Domains – mit an der Spitze der europäischen Hosting-Anbieter. Neben Europa sind auch die nordamerikanischen Länder Kanada, USA und Mexiko wesentliche Zielmärkte. Im dort wichtigsten Markt, den USA, gehört United Internet – gemessen an der Zahl der gemanagten Länder-Domains – ebenfalls zu den führenden Unternehmen in diesem Bereich.
Damit zählt United Internet auch global gesehen zu den führenden Unternehmen im weltweiten Hosting-Geschäft.
Wesentliche Standorte
Der United Internet Konzern beschäftigte zum 31. Dezember 2024 weltweit insgesamt 10.972 Mitarbeitende an rund 40 in- und ausländischen Standorten.
Wesentliche Standorte (gemessen an der Anzahl der Beschäftigten; > 50 Mitarbeitende)
Standort | Segment | Wesentliche Gesellschaft |
Montabaur (Headquarter) | Corporate / Zentralfunktionen | United Internet |
| Consumer Access | 1&1 |
Karlsruhe | Corporate / Zentralfunktionen | United Internet |
| Consumer Access | 1&1 |
| Consumer Applications | 1&1 Mail & Media Applications |
| Business Applications | IONOS |
Berlin | Consumer Access | 1&1 |
| Business Access | 1&1 Versatel |
| Business Applications | IONOS, Strato, we22 |
Düsseldorf | Consumer Access | 1&1 |
| Business Access | 1&1 Versatel |
Cebu City (Philippinen) | Business Applications | IONOS |
Essen | Business Access | 1&1 Versatel |
Madrid / Logroño / Barcelona / Lugo ... (Spanien) | Business Applications | IONOS, Arsys |
München | Consumer Access | 1&1 |
| Consumer Applications | 1&1 Mail & Media Applications |
Zweibrücken | Consumer Access | 1&1 |
| Business Applications | IONOS |
Flensburg | Business Access | 1&1 Versatel |
Stettin (Polen) | Business Applications | home.pl |
Bukarest (Rumänien) | Business Applications | IONOS |
Gloucester (Großbritannien) | Business Applications | IONOS, Fasthosts |
Krefeld | Consumer Access | 1&1 |
Maintal | Consumer Access | 1&1 |
Köln | Business Applications | Sedo, we22 |
Stuttgart | Business Access | 1&1 Versatel |
Regensburg | Business Applications | InterNetX |
Philadelphia / Chesterbrook / Lenexa (USA) | Business Applications | IONOS |
Frankfurt am Main | Business Access | 1&1 Versatel |
Starnberg | Business Applications | united-domains |
Linz / Wien (Österreich) | Business Applications | World4You |
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1.2 Strategie
Das Geschäftsmodell von United Internet basiert überwiegend auf Kundenverträgen (elektronischen Abonnements) mit festen monatlichen Beträgen sowie vertraglich festgelegten Laufzeiten. Ein solches Geschäftsmodell sichert in der Regel stabile und planbare Umsätze und Cashflows, bietet Schutz gegen konjunkturelle Einflüsse und eröffnet finanzielle Spielräume, um Chancen in neuen oder erweiterten Geschäftsfeldern und neuen oder erweiterten Märkten zu nutzen – organisch oder durch Übernahmen und Beteiligungen.
Die große Zahl an Kundenbeziehungen hilft der Gesellschaft, sogenannte Skaleneffekte zu nutzen: Je mehr Kunden die Produkte nutzen, die von den Entwicklungsteams erstellt und in den firmeneigenen Rechenzentren betrieben werden, und / oder in eigenen Netzen Daten transportieren, desto größer der „Gewinn“. Diese „Gewinne“ können anschließend wiederum in neue Kunden, neue Entwicklungen und neue oder erweiterte Geschäftsfelder investiert werden.
Aus heutiger Sicht sind Mobile Internet und Cloud-Applikationen die Wachstumsmärkte der nächsten Jahre. Mit ihrer klaren Positionierung in den Geschäftsfeldern „Access“ und „Applications“ ist die
United Internet Gruppe strategisch gut aufgestellt, um das erwartete Marktpotenzial zu nutzen.
Angesichts der dynamischen Marktentwicklung in den Bereichen Cloud-Applikationen und Mobile
Internet liegen die Wachstumschancen der Gesellschaft auf der Hand: Überall verfügbare, immer
leistungsfähigere Breitband-Anschlüsse ermöglichen neue, aufwändigere Cloud-Applikationen. Diese internetbasierten Anwendungen für Privatanwender und Unternehmen sind auch die Wachstumstreiber für United Internet in den nächsten Jahren – sowohl als eigenständige Produkte im Geschäftsbereich „Applications“ wie auch in Kombination mit den festnetz- und mobilfunkbasierten Zugangsprodukten im Geschäftsbereich „Access“.
Dank der langjährigen Erfahrung als Zugangs- und Applikations-Provider, den Kompetenzen bei Software-Entwicklung und Rechenzentrums-Betrieb, Marketing, Vertrieb und Kundenbetreuung, den starken und bekannten Marken (wie z. B. 1&1, GMX und WEB.DE) sowie den bestehenden Kundenbeziehungen zu Millionen Privatanwendern, Freiberuflern und kleinen Unternehmen im In- und Ausland (aktuell weltweit über 68 Mio. Kunden-Accounts) ist die Gesellschaft sehr gut positioniert.
Um diese Positionierung auch für weiteres und nachhaltiges Wachstum zu nutzen, wird United Internet auch künftig stark in neue Kunden, neue Produkte und neue / erweiterte Geschäftsfelder sowie die weitere Internationalisierung investieren.
Neben dem organischen Wachstum prüft United Internet kontinuierlich auch mögliche Firmenübernahmen, Beteiligungen und Kooperationen, um Marktpositionen, Wertschöpfungstiefen und Kompetenzen weiter auszubauen.
Dank der planbaren und hohen Free Cashflows verfügt United Internet über eine hohe Eigenfinanzierungskraft und einen guten Zugang zu Fremdfinanzierungsmärkten. Weitere Informationen zu Eigenfinanzierungskraft und Fremdfinanzierung finden sich in den Kapitel 2.2 „Geschäftsverlauf“ und 2.3 „Lage des Konzerns“.
Weitere Informationen zu Strategie, Chancen und Zielen enthält der „Risiko-, Chancen- und Prognosebericht“ in Kapitel 4.
1.3 Steuerungssysteme
Die internen Steuerungssysteme unterstützen das Management bei der Steuerung und Überwachung des Konzerns und der Segmente. Die Systeme bestehen aus Ist-, Planungs- und Forecast-Rechnungen und basieren auf der jährlich überarbeiteten strategischen Planung des Konzerns. Dabei werden insbesondere Marktentwicklungen, technologische Entwicklungen und Trends, deren Einfluss auf die eigenen Produkte und Services sowie die finanziellen Möglichkeiten des Konzerns berücksichtigt. Die Unternehmenssteuerung hat das Ziel, die United Internet AG und ihre Tochterunternehmen kontinuierlich und nachhaltig zu entwickeln.
Das Konzern-Berichtswesen umfasst monatliche Ergebnisrechnungen sowie quartalsweise erstellte IFRS-Reportings aller konsolidierten Tochtergesellschaften und stellt die Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Konzerns sowie der Unternehmensbereiche dar. Die Finanzberichterstattung wird durch weitere Detailinformationen ergänzt, die für die Beurteilung und Steuerung des operativen Geschäfts notwendig sind.
Ein weiterer Bestandteil der Steuerungssysteme sind vierteljährlich erstellte Berichte zu den wesentlichen Risiken des Unternehmens.
Die genannten Berichte werden in den Vorstands- und Aufsichtsratssitzungen diskutiert und stellen
wesentliche Beurteilungs- und Entscheidungsgrundlagen dar.
Zur Steuerung des Konzerns verwendet die United Internet AG insbesondere Kennzahlen der Gewinn- und Verlustrechnung (Umsatz, EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen), EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern), EPS (Ergebnis pro Aktie)), der Kapitalflussrechnung (Free Cashflow) sowie der Bilanz (Vermögenspositionen, Finanzverbindlichkeiten).
Informationen zu Verwendung und Definition relevanter finanzieller Kennzahlen finden sich in Kapitel 2.2 „Geschäftsverlauf“.
Die Steuerung der Segmente durch den Vorstand der United Internet AG erfolgt überwiegend auf Basis von Ergebniskennzahlen. Dabei misst der Vorstand der United Internet AG den Erfolg der Segmente primär anhand der Umsatzerlöse, des EBITDA und des EBIT gemäß IFRS.
Als nicht-finanzielle Steuerungskennzahlen dienen zudem insbesondere die Anzahl und das Wachstum der kostenpflichtigen Kundenverträge sowie der werbefinanzierten Free-Accounts.
Die Steuerungsgrößen der United Internet Gruppe für das oberste Führungsgremium sind auch in der „Segmentberichterstattung“ des Konzernanhangs unter Anhangangabe 5 dargestellt.
Die für die Unternehmensleitung zentralen Steuerungsgrößen sind der Umsatz und das operative (das heißt, das um Sondereffekte bereinigte) EBITDA nach IFRS auf Konzernebene. Diese Größen finden sich entsprechend auch in der Prognoseberichterstattung.
Die United Internet AG (Einzelgesellschaft) ist aufgrund ihrer Rolle als Holding-Gesellschaft im Wesentlichen durch das Beteiligungsergebnis (Ergebnisabführungen und Ausschüttungen) und das Zinsergebnis beeinflusst und fokussiert sich von daher auf ihr Beteiligungsergebnis und das Jahresergebnis.
Als Frühwarnindikatoren dienen insbesondere die Anzahl der Kundenverträge, die Brutto- und Netto-Vertriebszahlen sowie die damit verbundenen Kundengewinnungskosten – im Vergleich zu den Planungs- und Forecast-Rechnungen der Gesellschaft.
Die verwendeten Steuerungskennzahlen blieben im Geschäftsjahr 2024 unverändert zum Vorjahr.
Ein Vergleich zwischen den in der Prognose benannten Steuerungskennzahlen und den Ist-Werten dieser Steuerungskennzahlen findet sich in diesem Lagebericht im Kapitel 2.2 „Geschäftsverlauf“ im Bereich „Tatsächlicher und prognostizierter Geschäftsverlauf“.
1.4 Schwerpunkte Produkte und Innovationen
Bei den im Unterkapitel „1.4 Schwerpunkte Produkte und Innovationen“ enthaltenen Angaben handelt es sich um „nicht geprüfte Lageberichtsangaben“, da „lageberichtsfremde Angaben“ inhaltlich nicht geprüft werden.
Als Internet Service Provider betreibt die United Internet Gruppe keine mit produzierenden Unternehmen vergleichbare Forschung und Entwicklung (F&E). Auch im Branchenkontext spielen Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen eine eher untergeordnete Rolle. Vor diesem Hintergrund weist United Internet keine F&E-Kennzahlen aus.
Gleichwohl stehen die United Internet Marken für leistungsstarke Internet-Access-Lösungen sowie für innovative, webbasierte Produkte und Applikationen, die zumeist im eigenen Haus entwickelt werden. Die Fähigkeit, innovative Produkte und Dienste zu entwickeln, zu kombinieren, anzupassen und in große Märkte einzuführen, bildet die Basis für den Erfolg der Gesellschaft.
Dank leistungsfähiger Entwicklungszentren (insbesondere in Karlsruhe, Berlin und Bukarest) mit rund 3.800 Programmierern, Produktmanagern und technischen Administratoren (und damit rund 35 % aller Mitarbeitenden) kann United Internet dabei schnell und flexibel auf neue Ideen und Trends reagieren und etablierte Produkte weiterentwickeln und wechselnden Bedürfnissen anpassen – ein wichtiges Erfolgsmerkmal im überaus dynamischen Internet-Markt. Durch die Kompetenz bei Produktentwicklung, -weiterentwicklung und -rollout ist die Gesellschaft in vielen Bereichen unabhängig von Entwicklungsarbeiten und Zulieferungen Dritter und kann damit wichtige Wettbewerbs- und Geschwindigkeitsvorteile nutzen.
Aufgrund der stetig wachsenden Kundenzahl werden die Anforderungen an Zuverlässigkeit, Benutzerfreundlichkeit und Verfügbarkeit immer höher. Neben der Weiterentwicklung der Produkte und den ständigen Optimierungen im Backend-Bereich gilt es dabei auch, vorhandene Prozesse ständig zu verbessern, um die Zuverlässigkeit der Systeme und damit auch die Kundenzufriedenheit zu erhöhen.
Schwerpunkte 2024
„Consumer Access”
○ Seit dem Start der mobilen Dienste im 1&1 Mobilfunknetz im Dezember 2023 produziert 1&1 Vorleistungen für Neukunden im eigenen Netz; überall dort, wo 1&1 während des Netzausbaus noch über keine ausreichende Netzabdeckung verfügt, nutzt 1&1 National-Roaming-Vorleistungen; 1&1 Bestandskunden auf Fremdnetzen (und damit auf Wholesale Basis) werden seit Jahresanfang 2024 sukzessive in das 1&1 Mobilfunknetz migriert
○ Implementierung und Einführung von 1&1 Cinema als Video on Demand Dienst; Nutzung über die TV-App oder zusammen mit IPTV
○ Erweiterung der Produkte, Bestellmöglichkeiten und Services für Businesskunden und Aufbau einer neuen Plattform für Festnetzprodukte bei Drillisch Online
○ Mit der Einführung eines neuen Vertragsmodells erhält der Kunde im Bereich Mobile die Möglichkeit, von günstigeren Hardware-Monatspreisen zu profitieren: statt auf bisher 24 Monate, können die Hardware-Kosten auf 36 Monate umgelegt werden; durch die längere Laufzeit verringern sich die monatlich fälligen Kosten
○ Mit Einführung der Unlimited on demand Tarife hat der Kunde bei 1&1 erstmals die Möglichkeit zu günstigen Preisen eine mobile Flatrate abzuschließen; der Kunde erhält ein Basisvolumen von 50 GB und kann zusätzlich zum Basisvolumen kostenlos beliebig viele Pakete nachbuchen, wenn das gewählte Grundvolumen einmal nicht ausreichen sollte
„Business Access”
○ Erweiterung des Footprints für Internetzugänge mit bis zu 10 Gbit/s und Einführung eines neuen Prozesses für automatische Bandbreitenupgrades für Glasfaserprodukte
○ Launch eines Glasfaserprodukts auf Basis der XGS-PON Technologie mit einem innovativem Zero-Touch-Provisionierungsprozess
○ SD-WAN Compact basierend auf der Lancom-Plattform speziell für Retailer und Unternehmen mit vielen Standorten
○ Managed Firewall mit Fokus auf die unter KRITIS und NIS2 Regulierung fallenden Unternehmen
○ Hardware-Portal zur Bestellung von Telefonen, Headsets oder Adaptern und Start des 1&1 Einrichtungsservices und weiterer Professional Services für Cloud Telefonanlagen
„Consumer Applications”
○ Absicherung von Kundenkonten durch verbesserte KI-basierte Anomalie-Erkennung
○ Einsatz der GMX- und WEB.DE-App als zweitem Faktor zur Absicherung von Logins
○ Verbesserung des KI-basierten Prospectings im Advertising durch Erfolgsauswertung und Reichweitensteigerung
○ Erweiterung des neuen E-Mail-Webclients inkl. dem Versenden von großen Dateien
○ Launch eines Alert-Dashboards im Web-E-Mail-Client mit sicherheitsrelevanten Informationen
○ Launch des „United Internet Media Ad Managers“ zur internen und externen Buchung von Online-Kampagnen in der Schweiz und Österreich und als Whitelabel-Variante
○ Entwicklung eines neuen Mail-Storage-Systems auf Basis eines verteilten Storage-Netzwerks
○ Einführung des eSim-basierten kostenlosen Tarifs GMX FreePhone
○ Entwicklung und Einführung des „UIM Whitelabel Ad Managers“ für B2B-Kunden der IONOS-Gruppe zur Buchung von Onlinekampagnen innerhalb der Mail Inbox auf WEB.DE und GMX
○ Einführung einer Offline-Kreditkarte in der Cashback-Welt, mit der Kunden auch offline WebCent sammeln können
○ Launch eines neuen E-Mail-Sammeldienstes zur Integration von Mailboxen anderer Anbieter mit
Unterstützung aktueller Autorisierungsprotokolle
„Business Applications”
○ Einführung eines auf Basis von KI agierenden Assistenten innerhalb des E-Mail-Produkts
○ Einführung einer mit KI unterstützten Domain-Suche bei den Marken Arsys und Fasthosts
○ Einführung eines Chatbots mit KI-Unterstützung für den Kundenservice in Deutschland und UK
○ Einführung einer multimodalen KI-Inferenz Plattform (AI Model Hub)
○ Einführung eines Domain-Expiry-Pools zur besseren Monetarisierung nicht mehr benötigter Domains; durch automatisierte Prozesse werden diese Domains gezielt Kunden angeboten und können über Sedo zum Verkauf bereitgestellt werden
○ Einführung von Shared Webhosting Produkten für WordPress auf Basis einer skalierbaren und hochperformanten neuen Hosting-Plattform
○ Einführung eines Abmahnschutz-Services bei mehreren IONOS Tochterunternehmen, zur rechtssicheren Erstellung von Webseiten unter Beachtung der gesetzlichen Grundlagen
○ Einführung von Werbemöglichkeiten (Inbox Ads) für IONOS Kunden in den E-Mail-Postfächern von GMX und Web.de
○ Rollout des Bare Metal Cloud Produkts im Rechenzentrum Niederlauterbach zur Bedienung des französischen Marktes
○ Rollout des Services “Build-to-Order” für dedizierte Server in Nordamerika; Kunden sind dadurch in der Lage, ihre Server-Architektur selbstständig mit der passenden Hardware zusammenzustellen
○ Einführung einer privaten DNS-Lösung
○ Einführung eines S/3-kompatiblen Objektspeichers mit hoher Skalierbarkeit und Redundanz auf Ceph-Basis
○ Einführung von Managed MariaDB und Managed Redis mit Verwaltung, Wartung und Skalierung dieser Datenbanken durch IONOS
○ Einführung von Logging-as-a-Service (LaaS): Eine cloudbasierte Plattform zur Verwaltung von Infrastruktur- und Anwendungsprotokollen
○ Einführung regionaler Control Planes für Managed Kubernetes, um die Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit von Kunden-Clustern weiter zu verbessern und eine höhere Flexibilität bei der regionalen Zuordnung der Steuerungsebene zu ermöglichen
○ Ausbau der Managed Kubernetes (MK8S)-Plattform im US-Geschäft, um Kunden ein breiteres Spektrum an verwalteten Kubernetes-Diensten und Kubernetes-Clustern anzubieten und ihre Skalierbarkeit und Flexibilität zu erhöhen
○ Aufbau einer “airgapped” Cloud-Lösung in einer isolierten Umgebung für ITZBund
○ Einführung eines bidirektionalen VPNs zur sicheren Verwaltung von Ressourcen in der Private Cloud
2. Wirtschaftsbericht
2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene
Rahmenbedingungen
Entwicklung der Gesamtwirtschaft
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat im Rahmen seines letzten Konjunkturausblicks (World Economic Outlook, Update Januar 2025) nach vorläufigen Berechnungen für 2024 ein Plus von 3,2 % für die Weltwirtschaft ausgewiesen. Das Wachstum lag damit in etwa auf Vorjahresniveau (3,3 %).
In den nordamerikanischen Zielländern der United Internet Gruppe erwartet der Fonds in 2024 ein sichtbares, wenngleich schwächeres Wachstum als im Vorjahr. So erwartet der IWF für die USA ein Plus von 2,8 % (Vorjahr: 2,9 %), für Kanada ein Plus von 1,3 % (Vorjahr: 1,5 %) und für Mexiko ein Plus von
1,8 % (Vorjahr: 3,3 %).
Ein Blick auf die wichtigsten Zielländer von United Internet in Europa zeigt folgendes Bild: Für Frankreich erwartet der IWF für 2024 ein Wachstum um 1,1 % (Vorjahr: 1,1 %), für Spanien um 3,1 % (Vorjahr: 2,7 %) und für Polen um 2,8 % (Vorjahr: 0,1 %). Für Italien und Großbritannien wird hingegen ein etwas schwächeres Wachstum von 0,6 % (Vorjahr: 0,7 %) bzw. 0,9 % (Vorjahr: 0,3 %) prognostiziert.
Die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland, dem aus Sicht von United Internet mit Abstand wichtigsten Markt (Umsatzanteil 2024: ca. 90 %), zeigt dagegen als einziges Zielland von United Internet erneut einen Rückgang der Wirtschaftsleistung in 2024 um -0,2 % (Vorjahr: -0,3 %).
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung des BIP in wesentlichen Zielländern und -regionen von United Internet
| 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | Veränderung zum Vorjahr |
Welt | –3,1 % | 6,2 % | 3,5 % | 3,3 % | 3,2 % | –0,1 Prozentpunkte |
USA | –3,4 % | 5,9 % | 1,9 % | 2,9 % | 2,8 % | –0,1 Prozentpunkte |
Kanada | –5,2 % | 5,0 % | 3,8 % | 1,5 % | 1,3 % | –0,2 Prozentpunkte |
Mexiko | –8,2 % | 4,7 % | 3,9 % | 3,3 % | 1,8 % | –1,5 Prozentpunkte |
Frankreich | –8,0 % | 6,8 % | 2,5 % | 1,1 % | 1,1 % | +/- 0,0 Prozentpunkte |
Spanien | –10,8 % | 5,5 % | 5,8 % | 2,7 % | 3,1 % | + 0,4 Prozentpunkte |
Italien | –8,9 % | 6,7 % | 3,7 % | 0,7 % | 0,6 % | –0,1 Prozentpunkte |
Polen | –2,0 % | 6,9 % | 5,3 % | 0,1 % | 2,8 % | + 2,7 Prozentpunkte |
Großbritannien | –9,4 % | 7,6 % | 4,3 % | 0,3 % | 0,9 % | + 0,6 Prozentpunkte |
Deutschland | –4,6 % | 2,6 % | 1,8 % | –0,3 % | –0,2 % | + 0,1 Prozentpunkte |
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Quelle: Internationaler Währungsfonds, World Economic Outlook (Update), Januar 2025
Die Berechnungen des IWF für Deutschland decken sich damit mit den vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis), das für 2024 – im Rahmen der Pressekonferenz „Bruttoinlandsprodukt 2024“ am 15. Januar 2025 – ebenfalls erneut einen Rückgang des (preisbereinigten) Bruttoinlandsprodukts (BIP) um -0,2 % (Vorjahr: -0,3 %) festgestellt hat.
Verantwortlich dafür waren nach Einschätzung des Statistischen Bundesamtes konjunkturelle und strukturelle Belastungen. Dazu zählen zunehmende Konkurrenz für die deutsche Exportwirtschaft auf wichtigen Absatzmärkten, hohe Energiekosten, ein nach wie vor erhöhtes Zinsniveau, aber auch unsichere wirtschaftliche Aussichten.
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung des preisbereinigten BIP in Deutschland
| 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | Veränderung zum Vorjahr |
BIP | –4,1 % | 3,7 % | 1,4 % | –0,3 % | –0,2 % | + 0,1 Prozentpunkte |
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Quelle: Destatis, Januar 2025
Entwicklung der Branche / Kernmärkte
Die digitale Wirtschaft in Deutschland bleibt dagegen auf Wachstumskurs. Trotz des aktuell schwierigen konjunkturellen Umfelds erwartet der Digitalverband Bitkom im deutschen Markt für IT und Telekommunikation (ITK) für 2024 ein Umsatzplus von 3,3 % (Vorjahr: 2,4 %) auf 222,6 Mrd. €.
Der Anstieg des Gesamtmarktes ITK resultiert insbesondere aus den gestiegenen Umsätzen in der Informationstechnik (IT). Die Umsätze in diesem größten Teilmarkt stiegen laut BITKOM-Prognose 2024 um 4,4 % (Vorjahr: 2,6 %) auf 149,7 Mrd. €. Dabei entwickelten sich die Segmente des Teilmarktes recht unterschiedlich: So legten die Bereiche Software (dazu gehören u. a. KI-Plattformen, Kollaborationstools und Cloud Services) um 9,5 % (Vorjahr: 12,1 %) und IT-Services deutlich um 3,8 % (Vorjahr: 5,0 %) zu. Der Bereich IT-Hardware lag hingegen nur leicht mit 0,7 % im Plus, nachdem er im Vorjahr (nach den überproportional hohen Investitionen während der Pandemie-Jahre) um -6,1 % zurückgegangen war.
Die aus Sicht des Geschäftsmodells von United Internet wichtigsten ITK-Märkte sind insbesondere
der deutsche Telekommunikationsmarkt im überwiegend abonnementfinanzierten Geschäftsbereich
„Access“ sowie der weltweite Cloud-Computing-Markt und der deutsche Online-Werbemarkt im abonnement- und werbefinanzierten Geschäftsbereich „Applications“.
Telekommunikationsmarkt in Deutschland
Für den ITK-Teilmarkt Telekommunikation erwartet der Branchenverband in 2024 einen Anstieg um 1,0 % (Vorjahr: 2,0 %) von 72,3 Mrd. € auf 73,0 Mrd. €. Dabei entwickeln sich auch im deutschen Telekommunikationsmarkt die einzelnen Segmente recht unterschiedlich: So legten die Telekommunikationsdienste um 1,8 % (Vorjahr: 2,1 %) und das Geschäft mit Endgeräten um 1,6 % (Vorjahr: 3,1 %) zu,
während das Infrastrukturgeschäft um -4,8 % (Vorjahr: -0,7 %) zurückging.
Markt-Kennzahlen: Telekommunikationsmarkt in Deutschland
in Mrd. € | 2024 | 2023 | Veränderung |
Telekommunikations-Umsätze | 73,0 | 72,3 | + 1,0 % |
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Quelle: Bitkom, Januar 2025
Bei den für United Internet wichtigen Service-Umsätzen erwartet die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) laut der Studie „German Entertainment and Media Outlook 2024 - 2028“ (September 2024) für 2024 einen Anstieg um 1,3 % auf 32,6 Mrd. €. Dabei sollen die Service-Umsätze im Mobilfunkgeschäft um 2,0 % auf 18,0 Mrd. € und die Service-Umsätze im Breitbandgeschäft um 0,4 % auf 14,6 Mrd. € zulegen.
Die Anzahl der Mobilfunkverträge wird von PwC nach einem Plus um 2,8 % in 2024 bei 179,9 Mio. erwartet. Das Wachstum resultiert aus einem Plus von 57,5 % bei 5G Verträgen auf 55,3 Mio., während Verträge für geringere Datenraten deutlich zurückgingen.
Die Anzahl der Breitbandanschlüsse im Festnetz stieg gemäß PwC in 2024 um 0,8 % auf 38,9 Mio. Dabei ging die Anzahl an DSL-Anschlüssen (-5,0 % auf 23,4 Mio.) und Kabel-Anschlüssen (-1,2 % auf 8,5 Mio.) jeweils zurück, während Glasfaser-Anschlüsse um 38,0 % auf 5,8 Mio. zulegten.
Cloud-Computing-Markt weltweit
Der Cloud-Computing-Markt hat sich auch in 2024 dynamisch weiterentwickelt. Gartner, Inc. erwartet im Rahmen seiner Studie „Public Cloud Services, Worldwide, 2022-2028, 3Q24 Update“ (November 2024) ein weltweites Wachstum für Public Cloud Services um 19,2 % von 499,7 Mrd. USD auf 595,7 Mrd. USD in 2024. Am stärksten zulegen sollen dabei die Bereiche Cloud System Infrastructure Services (laaS) mit 21,3 %, Cloud Application Infrastructure Services (PaaS) mit 19,1 % sowie Cloud Application Services (SaaS) mit 18,1 %.
Markt-Kennzahlen: Cloud Computing weltweit
in Mrd. USD | 2024 | 2023 | Veränderung |
Umsatz Public Cloud Services weltweit | 595,65 | 499,71 | + 19,2 % |
davon Application Infrastructure Services (PaaS) | 171,57 | 144,05 | + 19,1 % |
davon Application Services (SaaS) | 250,80 | 212,37 | + 18,1 % |
davon Desktop as a Service (DaaS) | 3,47 | 3,22 | + 7,7 % |
davon System Infrastructure Services (laaS) | 169,82 | 140,00 | + 21,3 % |
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Quelle: Gartner Forecasts, Worldwide Public Cloud End-User Spending, November 2024
Online-Werbemarkt in Deutschland
Bei den im deutschen Online-Werbemarkt (Mobile Werbung und Desktop-Werbung) erzielten Gesamt-umsätzen (Paid-Search, Display, Video, Affiliate / Classifieds) erwartet die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) laut der Studie „German Entertainment and Media Outlook 2024 - 2028“ (September 2024) - nach einem Wachstum von 11,9 % in 2023 – für 2024 ein Wachstum um 10,7 % von 17,1 Mrd. € auf insgesamt 18,9 Mrd. €.
Markt-Kennzahlen: Gesamtmarkt Online-Werbung in Deutschland – nach PwC
in Mrd. € | 2024 | 2023 | Veränderung |
Online-Werbeumsätze | 18,93 | 17,09 | + 10,7 % |
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Quelle: PricewaterhouseCoopers, German Entertainment and Media Outlook 2024 – 2028, September 2024
Nicht viel anders als PwC bewertet auch der Online-Vermarkterkreis (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. die Lage im deutschen Online-Werbemarkt. Dabei berücksichtigt der OVK bei seinen Marktzahlen ausschließlich Nettoumsätze und fokussiert sich ausschließlich auf den für United Internet wichtigsten Teilmarkt, den Display-Werbemarkt (Mobile und Desktop). Ausgehend von seiner aktualisierten Prognose im September 2024 erwartet der OVK – im Rahmen seines OVK-Report 2024/02 – für den Display-Werbemarkt einen Anstieg der Nettoumsätze von 5,5 Mrd. € im Vorjahr auf 6,2 Mrd. €. Dies bedeutet ein Plus von 11,7 % – nach einem Wachstum von 6,4 % im Vorjahr.
Markt-Kennzahlen: Display-Werbemarkt in Deutschland – nach OVK
in Mrd. € | 2024 | 2023 | Veränderung |
Display-Werbeumsätze | 6,16 | 5,51 | + 11,7 % |
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Quelle: Online-Vermarkterkreis (OVK), OVK-Report 2024/02, September 2024
Rechtliche Rahmenbedingungen / wesentliche Ereignisse
Rechtliche Rahmenbedingungen
Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Geschäftstätigkeit von United Internet blieben im Geschäftsjahr 2024 im Vergleich zum Geschäftsjahr 2023 im Wesentlichen konstant und hatten keinen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung im United Internet Konzern.
Wesentliche Ereignisse
1&1 startet Bestandskunden-Migration auf das 1&1 Mobilfunknetz
Nach dem Start des 1&1 Mobilfunknetzes für mobile Dienste Ende 2023 startete 1&1 im Januar 2024 auch die Migration ihrer über 12 Millionen Bestandskundenverträgen von Fremdnetzen in das 1&1 Mobilfunknetz.
Durch die sukzessive Migration der Bestandskunden auf das eigene Netz kann 1&1 den Vorleitungseinkauf bei Dritten (auf Wholesale-Basis) zunehmend ersetzen und stattdessen intern produzierte Vorleistungen nutzen und dadurch auch zunehmende Einsparungen im Vorleistungseinkauf realisieren.
IONOS baut Cloud-Lösung für die Bundesverwaltung
Im April 2024 hat das Informationstechnikzentrum Bund (ITZBund) IONOS mit dem Aufbau einer privaten Enterprise-Cloud beauftragt, die in den Rechenzentren des ITZBund betrieben wird. Das ITZBund ist der IT-Dienstleister für 200 Behörden der Bundesverwaltung und soll die öffentliche Verwaltung mit moderner IT unterstützen und in die digitale Zukunft führen.
Der Rahmenvertrag hat eine Laufzeit von fünf Jahren. Bei dem variablen Auftrag wird, wie im Cloud-Bereich üblich, per „pay-per-use“ abgerechnet.
Vorübergehende Einschränkung der Verfügbarkeit des 1&1 Mobilfunknetzes
Umsatz und Ergebnis wurden durch die Auswirkungen eines vorübergehenden Ausfalls des neuen 1&1 Mobilfunknetzes im Mai 2024 sowie damit einhergehenden erhöhten Kündigungsaussprachen außerplanmäßig belastet. Außerdem war die geplante Migration von Bestandskunden auf das 1&1 Mobilfunknetz aufgrund einer unerwarteten Unterdimensionierung einzelner Netzbestandteile vorübergehend stark eingeschränkt und konnte erst im vierten Quartal 2024 wieder umfangreich aufgenommen werden.
Damit konnten die im Geschäftsjahr 2024 erwarteten Einsparungen aus der Migration bestehender Kundenverträge (auf Wholesale-Basis) auf das 1&1 Mobilfunknetz nur zu kleinen Teilen realisiert werden. Darüber hinaus entstanden temporär höhere Aufwendungen für die Beseitigung von in der Folge des Netzausfalls festgestellten Kapazitätsengpässen.
Abschluss des Hauptvertrages für die National-Roaming-Partnerschaft zwischen 1&1 und Vodafone
Im August 2024 starteten Vodafone und 1&1 ihre National-Roaming-Partnerschaft im Mobilfunk. Nachdem sich die beiden Unternehmen bereits im Vorjahr in einem Vorvertrag verbindlich auf die Zusammenarbeit ab Sommer dieses Jahres geeinigt hatten, wurde am 23. August 2024 der ausführliche Hauptvertrag unterzeichnet.
Neukunden von 1&1 nutzen seit dem 29. August 2024 mit ihren Smartphones auch das Mobilfunknetz von Vodafone mit. Auch die Migration von Bestandskunden erfolgt seitdem auf Vodafone als National Roaming Partner. Bis Ende 2025 soll National Roaming mit Vodafone für alle 1&1 Mobilfunkkunden bereitstehen. National-Roaming-Vorleistungen, die bis zuvor über Telefónica bezogen wurden, werden parallel dazu vollständig zurückgefahren. National Roaming ist ein beim Bau neuer Mobilfunknetze übliches Verfahren, durch das Kunden in noch nicht versorgten Gebieten unterbrechungsfrei surfen und telefonieren können. Dazu werden in diesen Gebieten automatisch Antennen des Roaming-Partners genutzt.
Die Kooperation zwischen Vodafone und 1&1 ist langfristig ausgelegt und beinhaltet Mechanismen, die beide Unternehmen bei steigenden Kosten und Datenvolumina wirtschaftlich absichert.
Finanzierungsmaßnahmen
Im Dezember 2024 hat United Internet den bis dato bestehenden Konsortialkreditrahmen erfolgreich mit ihren Kernbanken refinanziert. Für den neuen Konsortialkreditrahmen über 950 Mio. € wurde eine Laufzeit bis Dezember 2029 vereinbart und beinhaltet vertraglich zugesagte Verlängerungsoptionen.
Zugleich hat der Konzern im Dezember 2024 einen im Dezember 2027 endfälligen Konsortialkredit über 550 Mio. € abgeschlossen. Dabei hat United Internet AG einen Teil ihrer mit Kernbanken bestehenden bilateralen Betriebsmittellinien in den Konsortialkredit eingebracht, so dass diese erfolgreich langfristig refinanziert werden konnten.
Darüber hinaus haben United Internet und die Japan Bank for International Cooperation (JBIC) ebenfalls im Dezember 2024 einen Darlehensvertrag in Höhe von bis zu 800 Mio. € unterzeichnet. Die Mittel werden durch eine direkte Tranche der vollständig im Eigentum der japanischen Regierung stehenden Japan Bank for International Cooperation und eine durch JBIC garantierte Tranche eines Konsortiums europäischer und japanischer Geschäftsbanken bereitgestellt.
Für weitere Informationen wird auf das Kapitel 2.2 „Geschäftsverlauf“, „Liquidität und Finanzierung“ verwiesen.
Darüber hinaus fanden im Geschäftsjahr 2024 keine wesentlichen Ereignisse statt, die einen maßgeblichen Einfluss auf den Geschäftsverlauf hatten.
2.2 Geschäftsverlauf
Verwendung und Definition relevanter finanzieller Kennzahlen
Für eine klare und transparente Darstellung der Geschäftsentwicklung von United Internet werden in den Jahres- und Zwischenabschlüssen des Konzerns – neben den nach International Financial Reporting Standards (IFRS) geforderten Angaben – weitere finanzielle Kennzahlen wie z. B. EBITDA, EBITDA-Marge, EBIT, EBIT-Marge oder der Free Cashflow angegeben.
Diese Kennzahlen sind bei United Internet wie folgt definiert:
○ EBIT: Das EBIT (Earnings before Interest and Taxes; Ergebnis vor Zinsen und Steuern) stellt das in der Gesamtergebnisrechnung ausgewiesene Ergebnis der betrieblichen Tätigkeiten dar.
○ EBIT-Marge: Die EBIT-Marge stellt das Verhältnis von EBIT zu Umsatz dar.
○ EBITDA: Das EBITDA (Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization; Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) errechnet sich aus dem EBIT / Ergebnis der betrieblichen Tätigkeiten zuzüglich der (in der Kapitalflussrechnung ausgewiesenen Positionen) Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sowie Abschreibungen auf im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierte Vermögenswerte.
○ EBITDA-Marge: Die EBITDA-Marge stellt das Verhältnis von EBITDA zu Umsatz dar.
○ Cashflow vor Veränderung der Bilanzposten (Zwischensumme): Der Cashflow vor Veränderung der Bilanzposten ergibt sich aus dem Konzernergebnis, bereinigt um zahlungsunwirksame Effekte. Dazu zählen u. a. Abschreibungen, das At-equity-Ergebnis, latente Steuern sowie Zins- und Finanzierungsaufwendungen. Diese Zwischensumme stellt den operativen Mittelzufluss dar, bevor Veränderungen im Working Capital und sonstigen Bilanzposten berücksichtigt werden.
○ Free Cashflow: Der Free Cashflow errechnet sich aus den (in der Kapitalflussrechnung ausgewiesenen Positionen) Nettozahlungen der betrieblichen Tätigkeit, verringert um Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, zuzüglich Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen.
○ Free Cashflow nach Leasing: Der Free Cashflow nach Leasing ergibt sich aus dem Free Cashflow inkl. des Tilgungsanteils von Leasingverbindlichkeiten, die seit dem Geschäftsjahr 2019 (IFRS 16) in den Nettozahlungen im Finanzierungsbereich ausgewiesen werden.
○ Cash-Capex: Der Cash-Capex ist die Summe der zahlungswirksamen Ausgaben für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen.
Die vorgenannten Kennzahlen werden, soweit es für eine klare und transparente Darstellung notwendig ist, um Sonderfaktoren / Sondereffekte bereinigt und unter der Bezeichnung „operative Kennzahlen“ (also z. B. operatives EBITDA, operatives EBIT oder operatives EPS) ausgewiesen. Eine Herleitung von EBITDA, EBIT, EBT, Konzernergebnis und EPS (laut Gesamtergebnisrechnung) auf die um Sondereffekte bereinigten Werte findet sich im Kapitel 2.3 „Lage des Konzerns“.
Die Sondereffekte betreffen in der Regel nur solche Effekte, die aufgrund ihrer Art, ihrer Häufigkeit und / oder ihres Umfangs geeignet sind, die Aussagekraft der finanziellen Kennzahlen für die Finanz- und Ertragsentwicklung des Konzerns zu beeinträchtigen. Alle Sondereffekte werden zum Zwecke der Überleitung von den unbereinigten finanziellen Kennzahlen zu den operativen Kennzahlen im jeweiligen Abschnitt des Abschlusses aufgezeigt und erläutert.
Aufwendungen für den Ausbau des 1&1 Mobilfunknetzes oder Anlaufkosten in neuen Geschäftsfeldern bei 1&1 Versatel werden dagegen nicht bereinigt, sondern – sofern vorhanden – in den jeweiligen Abschnitten aufgezeigt.
Währungsbereinigte Umsatz- und Ergebniszahlen werden berechnet, indem Umsatz und Ergebnis mit den durchschnittlichen Wechselkursen der Vergleichsperiode anstatt der laufenden Periode umgerechnet werden.
Die für die Steuerung des Konzerns bedeutsamsten finanziellen Kennzahlen sind der Umsatz sowie das operative EBITDA gemäß IFRS.
Sondereffekte im Geschäftsjahr 2024
Einstellung der Geschäftsfelder „Energy“ und „De-Mail“ im Segment
„Consumer Applications“
Nach eingehender Prüfung haben Vorstand und Aufsichtsrat im März 2024 entschieden, die Geschäftsfelder „Energy“ und „De-Mail“ im Segment „Consumer Applications“ nicht fortzuführen.
Vor diesem Hintergrund weist United Internet im Rahmen seiner Lageberichterstattung sowohl im Segment „Consumer Applications“ als auch auf Ebene des Konzerns die Umsatz- und Ergebnisbeiträge dieser Geschäftsfelder separat aus und bereinigt die operativen Kennzahlen 2024 sowie die Vergleichswerte 2023 entsprechend um diese Beiträge. Gleiches gilt für die Kundenverträge, die ebenfalls „bereinigt“ dargestellt werden. Die Finanzkennzahlen der Jahre 2020-2022 in den Mehrperiodenübersichten blieben unverändert.
Die vorgenannten Umsatzbeiträge aus „Energy“ und „De-Mail“ beliefen sich auf 27,3 Mio. € im Vorjahr bzw. 26,2 Mio. € im Geschäftsjahr 2024, die Ergebnis-Beiträge auf -2,7 Mio. € (EBITDA) und -2,8 Mio. €
(EBIT) im Vorjahr bzw. -0,7 Mio. € (EBITDA) und -0,9 Mio. € (EBIT) im Geschäftsjahr 2024.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 wurde das Geschäftsfeld „De-Mail“ eingestellt.
Außerplanmäßige, nicht-cashwirksame Wertminderung auf Tele Columbus-
Beteiligung
Die United Internet AG hat am 14. Juni 2024 per Ad-hoc-Mitteilung bekannt gegeben, keine weiteren Investitionen in die Beteiligungsholding Kublai GmbH zu tätigen. Kublai hält aktuell rund 95 % der Aktien der Tele Columbus AG.
Mit dieser Entscheidung verzichtete United Internet auf das Recht, die im Rahmen einer Kapitalerhöhung im 1. Quartal 2024 erfolgte Verwässerung ihrer Anteile an Kublai auf rund 5 % wieder auf 40 % aufzustocken. Vor diesem Hintergrund ergab sich aus dem Verlust des maßgeblichen Einflusses im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2024 eine nicht-cashwirksame Wertminderung auf die Beteiligung an Kublai in Höhe von 170,5 Mio. €, die im Ergebnis aus dem Verlust des maßgeblichen Einflusses ausgewiesen ist.
Wie bereits in der Quartalsmitteilung Q1 2024 berichtet, hat Kublai zur Eigenkapitalausstattung von Tele Columbus im 1. Quartal 2024 eine Kapitalerhöhung durchgeführt, an der sich United Internet nicht beteiligte. Weiterer Gesellschafter von Kublai ist die Hilbert Management GmbH, eine mittelbare Tochtergesellschaft der Morgan Stanley Infrastructure Inc. (MSI), ein von der Investmentbank Morgan Stanley verwalteter Infrastrukturfonds, welche die Kapitalerhöhung in Höhe von 300 Mio. € vollumfänglich gezeichnet hat. Dadurch wurden die Anteile von United Internet am Kublai-Stammkapital auf rund 5 % (zuvor: 40 %) reduziert. Bis zum 17. Juni 2024 bestand für United Internet die Möglichkeit, ihren Anteil am Stammkapital von Kublai durch einen Erwerb von Geschäftsanteilen von MSI gegen eine Zahlung von 120 Mio. € wieder auf 40 % zu erhöhen.
United Internet erachtet die der Kapitalerhöhung zugrunde gelegte Bewertung der Tele Columbus AG als unangemessen niedrig. Die Stimmenmehrheit in der Gesellschafterversammlung ermöglichte es MSI jedoch, die Kapitalerhöhung auf Basis einer von MSI festgelegten Bewertung durchzuführen. United Internet hat zwischenzeitlich das vertraglich vorgesehene Verwässerungsschutzverfahren eingeleitet und lässt die von MSI vorgenommene Bewertung vor der Deutschen Institution für Schiedsgerichtsbarkeit (DIS) überprüfen. Wenn die DIS der Auffassung von United Internet folgt, könnte United Internet ein Ausgleichsbetrag von ca. 300 Mio. € zugesprochen werden. Bei einer abweichenden Auffassung des Gerichts könnte der zugesprochene Anspruch bzw. Ausgleichsbetrag entsprechend geringer ausfallen.
Hintergrund der Entscheidung von Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG gegen weitere Investitionen in Kublai waren unterschiedliche Auffassungen zwischen MSI und United Internet über die zukünftige Finanzierung von Kublai.
Im Rahmen der Lageberichterstattung hat United Internet die außerplanmäßige, nicht-cashwirksame Wertminderung auf die Kublai-/Tele Columbus-Beteiligung separat ausgewiesen und die operativen Kennzahlen EBT und EPS entsprechend bereinigt.
„Einmalige Steuereffekte 2024“
Dieser Sondereffekt resultiert aus einer einmaligen Wertberichtigung von in Vorjahren aktivierten latenten Steuern auf Verlustvorträge auf Ebene der 1&1 Versatel GmbH. Gegenläufig erfolgte eine direkte Verrechnung der laufenden Verluste von 1&1 Versatel auf Ebene der United Internet AG infolge des im November 2024 mit 1&1 Versatel geschlossenen Ergebnisabführungsvertrages.
Im Rahmen der Lageberichterstattung hat United Internet diese einmaligen negativen Steuereffekte in Höhe von netto -52,0 Mio. € in den operativen Kennzahlen Konzernergebnis und EPS entsprechend bereinigt.
Für weitere Einzelheiten wird auf den Konzernanhang unter Anhangangabe 15 verwiesen.
Tatsächlicher und prognostizierter Geschäftsverlauf 2024
Prognostizierter Geschäftsverlauf
Die United Internet AG hat per Ad-hoc-Mitteilung vom 19. Dezember 2023 ihre Prognose für das Geschäftsjahr 2024 veröffentlicht und unterjährig wie folgt konkretisiert:
| Prognose 2024 (Dezember 2023) | Konkretisierung (August 2024) | Konkretisierung (November 2024) |
Umsatz | ca. 6,5 Mrd. € | ca. 6,4 Mrd. € | ca. 6,35 Mrd. € |
EBITDA | ca. 1,42 Mrd. € | ca. 1,38 Mrd. € | ca. 1,38 Mrd. € |
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Tatsächlicher Geschäftsverlauf
Der Umsatz auf Konzernebene stieg im Geschäftsjahr 2024 von 6,213 Mrd. € im Vorjahr um 1,9 % auf 6,329 Mrd. € und lag damit im Bereich der Umsatzprognose (November 2024: ca. 6,35 Mrd. €). Ursächlich für den eher moderaten Umsatzanstieg waren vor allem geringere margenschwache Hardware-Umsätze (insbesondere Smartphones) im Segment „Consumer Access“ (-92,3 Mio. € im Vergleich zu 2023). Ohne die Geschäftsfelder „Energy“ und „De-Mail“ belief sich der Umsatz auf 6,303 Mrd. € (Vorjahr: 6,186 Mrd. €).
Das EBITDA im Konzern belief sich im Geschäftsjahr 2024 auf 1.294,0 Mio. € (Vorjahr: 1.292,1 Mio. €) und lag – wie bereits im Rahmen der vorläufigen Zahlen 2024 veröffentlicht – damit unter der Prognose der Gesellschaft (ca. 1,38 Mrd. €). Im EBITDA enthalten sind neben Ergebnisbelastungen (aus dem vorübergehenden Ausfall des 1&1 Mobilfunknetzes) stärker als erwartet gestiegene Aufwendungen für den Ausbau des 1&1 Mobilfunknetzes. Insgesamt beliefen sich diese auf -265,3 Mio. € (Vorjahr: -132,4 Mio. €). In dieser Position sind zudem 14,3 Mio. € periodenfremde Aufwendungen für Nachberechnungen beim Netzausbau für 2022 und 2023 enthalten. Ohne „Energy“ und „De-Mail“ belief sich das EBITDA auf 1.294,7 Mio. € (vergleichbarer Vorjahreswert ohne IPO-Kosten IONOS: 1.296,5 Mio. €).
Zusammenfassung: Tatsächlicher und prognostizierter Geschäftsverlauf 2024
| Prognose 2024 (Dezember 2023) | Konkretisierung (August 2024) | Konkretisierung (November 2024) | Ist 2024 |
Umsatz | ca. 6,5 Mrd. € | ca. 6,4 Mrd. € | ca. 6,35 Mrd. € | 6,329 Mrd. € |
EBITDA | ca. 1,42 Mrd. € | ca. 1,38 Mrd. € | ca. 1,38 Mrd. € | 1,294 Mrd. € |
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Der Jahresfehlbetrag der United Internet AG (Einzelgesellschaft) belief sich im Geschäftsjahr 2024 auf
-365,3 Mio. € und lag damit deutlich unter der Prognose 2024, die (vorbehaltlich eventueller Sondereffekte) von einem ausgeglichenen Jahresergebnis ausging. Ursächlich hierfür war insbesondere ein außenplanmäßiger Verlust aus der Verwässerung der Anteile an Kublai in Höhe von -316,0 Mio. €. Hinzu kam die Übernahme des Verlustes der 1&1 Versatel GmbH infolge des im November 2024 mit der 1&1 Versatel GmbH geschlossenen Ergebnisabführungsvertrages sowie gegenläufig ein Ertrag aus der Veränderung der passiven latenten Steuern auf Ebene der United Internet AG, die sich netto auf -131,1 Mio. € summierten, und die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Prognose noch nicht in den Planungen enthalten war.
Bereinigt um diese außerplanmäßigen Faktoren lag das Jahresergebnis 2024 der Einzelgesellschaft deutlich über der Prognose der Einzelgesellschaft.
Entwicklung der Geschäftsbereiche und Segmente
Die operative Geschäftstätigkeit des Konzerns gliedert sich in die Geschäftsbereiche „Access“ und „Applications“, die sich wiederum in die Segmente „Consumer Access“ und „Business Access“ sowie „Consumer Applications“ und „Business Applications“ unterteilen.
Einzelheiten zu den Geschäftsmodellen der einzelnen Segmente finden sich in Kapitel 1.1 „Geschäftsmodell“.
Segment „Consumer Access“
Im Segment „Consumer Access“ stand im Geschäftsjahr 2024 – neben dem weiteren Ausbau des 1&1 Glasfasernetzes und der sukzessiven Migration von Bestandskunden in das neue Mobilfunknetz – die weitere Gewinnung von werthaltigen Breitband- und Mobile-Internet-Verträgen im Fokus.
Die Zahl der kostenpflichtigen Verträge im Segment „Consumer Access“ stieg im Geschäftsjahr 2024 um 130.000 Verträge auf 16,39 Mio. Während Breitband-Anschlüsse leicht um 60.000 Verträge auf 3,95 Mio. zurückgingen, legten Mobile-Internet-Verträge um 190.000 auf 12,44 Mio. Verträge zu. Damit fiel insbesondere das Wachstum im Mobilfunkgeschäft geringer aus als erwartet. Ursächlich hierfür waren vor allem Effekte der Bestandskunden-Netzmigration sowie Sonderkündigungen im Zusammenhang mit der vorübergehenden Störung des Mobilfunknetzes Ende Mai 2024.
Entwicklung der Consumer-Access-Verträge im Geschäftsjahr 2024
in Mio. | 31.12.2024 | 31.12.2023 | Veränderung |
Consumer Access, Verträge gesamt | 16,39 | 16,26 | + 0,13 |
davon Mobile Internet | 12,44 | 12,25 | + 0,19 |
davon Breitband-Anschlüsse | 3,95 | 4,01 | - 0,06 |
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Entwicklung der Consumer-Access-Verträge im 4. Quartal 2024
in Mio. | 31.12.2024 | 30.09.2024 | Veränderung |
Consumer Access, Verträge gesamt | 16,39 | 16,35 | + 0,04 |
davon Mobile Internet | 12,44 | 12,38 | + 0,06 |
davon Breitband-Anschlüsse | 3,95 | 3,97 | - 0,02 |
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Der Umsatz im Segment „Consumer Access“ sank im Geschäftsjahr 2024 von 4.096,7 Mio. € im Vorjahr um -0,8 % auf 4.064,3 Mio. €. Dabei stiegen die vom geringeren Vertragswachstum belasteten margenstarken Service-Umsätze, die das Kerngeschäft des Segments darstellen, von 3.243,2 Mio. € im Vorjahr um 1,8 % auf 3.303,1 Mio. € im Geschäftsjahr 2024. Die margenschwachen Hardware-Umsätze blieben mit 761,2 Mio. € um -10,8 % bzw. um -92,3 Mio. € hinter dem Vorjahr (853,5 Mio. €) zurück. Das Hardware-Geschäft schwankt saisonal und hängt von der Attraktivität neuer Geräte und den Modellzyklen der Hersteller ab.
Kundenverträge, Umsatz und Ergebnis des Segments wurden im Geschäftsjahr 2024 durch die Auswirkungen eines vorübergehenden Ausfalls des neuen 1&1 Mobilfunknetzes im Mai 2024 sowie damit einhergehenden erhöhten Kündigungsaussprachen außerplanmäßig belastet. Außerdem war die geplante Migration von Bestandskunden auf das 1&1 Mobilfunknetz aufgrund einer unerwarteten Unterdimensionierung einzelner Netzbestandteile vorübergehend stark eingeschränkt und konnte erst im vierten Quartal 2024 wieder umfangreich aufgenommen werden. Damit konnten die im Geschäftsjahr 2024 erwarteten Einsparungen aus der Migration bestehender Kundenverträge (auf Wholesale-Basis) auf das 1&1 Mobilfunknetz nur teilweise realisiert werden. Darüber hinaus entstanden temporär höhere Aufwendungen für die Beseitigung von in der Folge des Netzausfalls festgestellten Kapazitätsengpässen.
Das Segment-EBITDA belief sich im Geschäftsjahr 2024 auf 590,8 Mio. € (Vorjahr: 653,8 Mio. €). Im
EBITDA enthalten sind neben den vorgenannten Ergebnisbelastungen stärker als erwartet gestiegene Aufwendungen für den Ausbau des 1&1 Mobilfunknetzes. Insgesamt beliefen sich diese auf -265,3 Mio. € (Vorjahr: -132,4 Mio. €). In dieser Position sind zudem 14,3 Mio. € periodenfremde Aufwendungen für Nachberechnungen beim Netzausbau für 2022 und 2023 enthalten.
Dadurch sowie durch die gestiegenen Abschreibungen infolge der Investitionen in den Aufbau des
1&1 Mobilfunknetzes blieb das Segment-EBIT mit 309,4 Mio. € hinter dem Vorjahr (455,8 Mio. €) zurück.
Die EBITDA-Marge sank von 16,0 % auf 14,5 % und die EBIT-Marge von 11,1 % auf 7,6 %.
Die Zahl der Mitarbeitenden in diesem Segment ging in 2024 auf 3.281 (Vorjahr: 3.320) zurück.
Wesentliche Umsatz- und Ergebniskennzahlen im Segment „Consumer Access“ (in Mio. €)
(1) Hauptsächlich Hardware-Umsätze
(2) Inklusive periodenfremde Aufwendungen für den Netzaufbau aus 2022 und 2023 (EBITDA- und EBIT-Effekt: -14,3 Mio. €)
Quartalsentwicklung; Veränderung zum Vorjahresquartal(1)
in Mio. € | Q1 2024 | Q2 2024 | Q3 2024 | Q4 2024 | Q4 2023 | Veränderung |
Umsatz | 1.024,4 | 991,5 | 1.001,3 | 1.047,1 | 1.064,9 | - 1,7 % |
davon Service-Umsatz | 821,9 | 823,0 | 833,8 | 824,4 | 824,3 | + 0,0 % |
davon Sonstiger Umsatz(2) | 202,5 | 168,5 | 167,5 | 222,7 | 240,6 | - 7,4 % |
EBITDA | 182,3 | 144,3 | 136,4(3) | 127,8 | 142,7 | - 10,4 % |
EBIT | 117,9 | 78,2 | 91,4(3) | 21,9 | 92,1 | - 76,2 % |
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(1)Ungeprüft; siehe Hinweis „ungeprüfte Abschnitte“ auf Seite 3
(2)Hauptsächlich Hardware-Umsätze
(3)Inklusive periodenfremde Aufwendungen für den Netzaufbau aus 2022 und 2023 (EBITDA- und EBIT-Effekt: -14,3 Mio. €)
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung wesentlicher Umsatz- und Ergebniskennzahlen
in Mio. € | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 |
Umsatz | 3.786,8 | 3.909,7 | 3.963,7 | 4.096,7 | 4.064,3 |
davon Service-Umsatz | 3.020,0 | 3.123,4 | 3.175,4 | 3.243,2 | 3.303,1 |
davon Sonstiger Umsatz(1) | 766,8 | 786,3 | 788,3 | 853,5 | 761,2 |
EBITDA | 637,8(2) | 671,9(3) | 693,3 | 653,8 | 590,8(4) |
EBITDA-Marge | 16,8 % | 17,2 % | 17,5 % | 16,0 % | 14,5 % |
EBIT | 482,4(2) | 507,3(3) | 534,9 | 455,8 | 309,4(4) |
EBIT-Marge | 12,7 % | 13,0 % | 13,5 % | 11,1 % | 7,6 % |
(1)Hauptsächlich Hardware-Umsätze
(2)Inklusive des periodenfremden positiven Ergebniseffekts in 2021, der dem 2. Halbjahr 2020 zuzuordnen ist (EBITDA- und EBIT-Effekt: +39,4 Mio. €); exklusive Ausbuchung noch zur Verfügung stehender VDSL-Kontingente (EBITDA- und EBIT-Effekt: -129,9 Mio. €)
(3)Exklusive eines periodenfremden positiven Ergebniseffekts, der dem 2. Halbjahr 2020 zuzuordnen ist (EBITDA- und EBIT-Effekt: +39,4 Mio. €)
(4)Inklusive periodenfremde Aufwendungen für den Netzaufbau aus 2022 und 2023 (EBITDA- und EBIT-Effekt: -14,3 Mio. €)
Im operativen Geschäft lag der Fokus im Segment „Consumer Access“ auf dem Betrieb und dem weiteren Ausbau des 1&1 Mobilfunknetzes.
Ende August startete die National-Roaming-Partnerschaft mit Vodafone. Im Rahmen der Partnerschaft bietet 1&1 ihren Mobilfunkkunden eine hohe Netzqualität auch überall dort, wo 1&1 während der Ausbauphase des 1&1 O-RAN zunächst noch über keine eigene Versorgung verfügt. Bis Ende 2025 wird National Roaming mit Vodafone für alle 1&1 Mobilfunkkunden bereitstehen. National-Roaming-Vorleistungen, die bis dato über Telefónica bezogen wurden, werden parallel dazu vollständig zurückgefahren.
Auch beim zentralen Ziel, das 1&1 Mobilfunknetz schnellstmöglich auszubauen und die Open-RAN-Technologie in immer mehr Gebieten verfügbar zu machen, erzielte 1&1 gute Fortschritte.
Segment „Business Access“
Der Umsatz im Segment „Business Access“ stieg im Geschäftsjahr 2024 von 564,0 Mio. €
im Vorjahreszeitraum um 1,9 % auf 574,9 Mio. €.
Das Segment-EBITDA verbesserte sich trotz der Anlaufkosten in neuen Geschäftsfeldern von
162,9 Mio. € um 1,4 % auf 165,1 Mio. €. Die EBITDA-Marge sank leicht von 28,9 % auf 28,7 %.
Im neuen Geschäftsfeld „5G“ errichtet 1&1 Versatel im Rahmen eines „Intercompany-Vertrages“ Rechenzentren und Glasfaseranbindungen für Antennenstandorte des 1&1 Mobilfunknetzes und überlässt 1&1 diese mietweise. Im weiteren neuen Geschäftsfeld „Ausbau von Gewerbegebieten“ schließt 1&1 Versatel über neu errichtete regionale Ausbau-Cluster Unternehmen in Gewerbegebieten an Glasfaser an. Die in den neuen Geschäftsfeldern insgesamt entstandenen Anlaufkosten beliefen sich in 2024 auf
-21,6 Mio. € (Vorjahr: -21,5 Mio. €) beim EBITDA sowie auf -117,4 Mio. € (Vorjahr: -65,2 Mio. €) beim EBIT.
Aufgrund der vorgenannten Anlaufkosten in den neuen Geschäftsfeldern sowie gestiegener Abschreibungen infolge der damit verbundenen Investitionen in die Netzinfrastruktur ging das Segment-EBIT von -51,5 Mio. € im Vorjahr auf -78,6 Mio. € zurück.
Die Zahl der Mitarbeitenden in diesem Segment stieg in 2024 um 7,8 % auf 1.640 (Vorjahr: 1.522).
Wesentliche Umsatz- und Ergebniskennzahlen im Segment „Business Access“ (in Mio. €)
Quartalsentwicklung; Veränderung zum Vorjahresquartal(1)
in Mio. € | Q1 2024 | Q2 2024 | Q3 2024 | Q4 2024 | Q4 2023 | Veränderung |
Umsatz | 141,7 | 141,5 | 147,5 | 144,2 | 150,6 | - 4,2 % |
EBITDA | 35,4 | 43,3 | 41,9 | 44,5 | 44,7 | - 0,4 % |
EBIT | –23,6 | –18,6 | –15,1 | –21,3 | –14,6 | |
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(1)Ungeprüft; siehe Hinweis „ungeprüfte Abschnitte“ auf Seite 3
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung wesentlicher Umsatz- und Ergebniskennzahlen
in Mio. € | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 |
Umsatz | 493,3 | 514,4 | 543,4 | 564,0 | 574,9 |
EBITDA | 148,6 | 158,8 | 154,1 | 162,9 | 165,1 |
EBITDA-Marge | 30,1 % | 30,9 % | 28,4 % | 28,9 % | 28,7 % |
EBIT | –48,2 | –22,9 | –39,5 | –51,5 | –78,6 |
EBIT-Marge | - | - | - | - | - |
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Segment „Consumer Applications“
Wie bereits im Kapitel 2.2 „Geschäftsverlauf“ unter „Sondereffekte im Geschäftsjahr 2024“ ausgeführt, haben Vorstand und Aufsichtsrat im März 2024 entschieden, die Geschäftsfelder „Energy“ und „De-Mail“ im Segment „Consumer Applications“ nicht fortzuführen. Die Kennzahlen 2023 und 2024 werden im Folgenden entsprechend bereinigt dargestellt. Die Finanzkennzahlen der Jahre 2020-2022 in der Mehrperiodenübersicht bleiben hingegen unverändert.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 wurde das Geschäftsfeld „De-Mail“ eingestellt.
Die Anzahl der Pay-Accounts (kostenpflichtige Verträge) im Segment „Consumer Applications“ stieg im Geschäftsjahr 2024 um 240.000 auf 3,04 Mio. Werbefinanzierte Free-Accounts blieben hingegen mit 38,93 Mio. aufgrund höherer Security-Anforderungen hinter dem 31. Dezember 2023 (39,93 Mio.) zurück.
Entwicklung der Consumer-Applications-Accounts im Geschäftsjahr 2024
in Mio. | 31.12.2024 | 31.12.2023 | Veränderung |
Consumer Applications, Accounts gesamt | 41,97 | 42,73 | - 0,76 |
davon mit Premium-Mail-Subscription (Verträge) | 2,22 | 2,03(1) | + 0,19 |
davon mit Value-Added-Subscription (Verträge) | 0,82(1) | 0,77(1) | + 0,05 |
davon Free-Accounts | 38,93 | 39,93 | - 1,00 |
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Entwicklung der Consumer-Applications-Accounts im 4. Quartal 2024
in Mio. | 31.12.2024 | 30.09.2024 | Veränderung |
Consumer Applications, Accounts gesamt | 41,97 | 41,66 | + 0,31 |
davon mit Premium-Mail-Subscription (Verträge) | 2,22 | 2,16(1) | + 0,06 |
davon mit Value-Added-Subscription (Verträge) | 0,82(1) | 0,82(1) | 0,00 |
davon Free-Accounts | 38,93 | 38,68 | + 0,25 |
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(1)Vertragszahlen zum 31.12.2024 ohne 0,02 Mio. Energy-Verträge (Value-Added-Subscription);
Vertragszahlen zum 31.12.2023 und 30.09.2024 ohne 0,02 Mio. Energy-Verträge und 0,02 Mio. De-Mail-Verträge (Premium-Mail-Subscription)
Steigende Werbeumsätze und vor allem das Wachstum bei Pay-Verträgen führten im Geschäftsjahr 2024 zu 6,6 % Umsatzwachstum auf 324,5 Mio. € gegenüber von 304,3 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Bereinigt um Umsätze von 27,3 Mio. € im Vorjahreszeitraum bzw. 26,2 Mio. € in 2024 aus „Energy“
und „De-Mail“ stieg der Umsatz im Segment „Consumer Applications" von 277,0 Mio. € um 7,7 % auf 298,3 Mio. €.
Auch die Ergebniskennzahlen konnten deutlich zulegen. Das EBITDA stieg von 103,5 Mio. € im Vorjahreszeitraum um 8,7 % auf 112,5 Mio. € und das EBIT von 93,8 Mio. € um 9,5 % auf 102,7 Mio. € in 2024. Darin enthalten waren EBITDA- und EBIT-Beiträge aus „Energy“ und „De-Mail“ von -2,7 Mio. € (EBITDA) und
-2,8 Mio. € (EBIT) im Vorjahreszeitraum bzw. -0,7 Mio. € (EBITDA) und -0,9 Mio. € (EBIT) in 2024. Bereinigt um die leicht negativen Ergebnisbeiträge aus „Energy“ und „De-Mail“ stieg das operative Segment-
EBITDA von 106,2 Mio. € um 6,6 % auf 113,2 Mio. € und das operative Segment-EBIT von 96,6 Mio. € um 7,2 % auf 103,6 Mio. €.
Damit einhergehend ging die operative EBITDA-Marge leicht von 38,3 % auf 37,9 % und die operative EBIT-Marge von 34,9 % auf 34,7 % leicht zurück.
Die Zahl der Mitarbeitenden in diesem Segment legte in 2024 um 3,5 % auf 1.109 (Vorjahr: 1.072) zu.
Wesentliche Umsatz- und Ergebniskennzahlen im Segment „Consumer Applications“ (in Mio. €)
(1)Exklusive der Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Energy und De-Mail
(Umsatz-Beitrag: 26,2 Mio. €; EBITDA-Beitrag: -0,7 Mio. €; EBIT-Beitrag: -0,9 Mio. €)
(2)Exklusive der Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Energy und De-Mail
(Umsatz-Beitrag: 27,3 Mio. €; EBITDA-Beitrag: -2,7 Mio. €; EBIT-Beitrag: -2,8 Mio. €)
Quartalsentwicklung; Veränderung zum Vorjahresquartal(1)
in Mio. € | Q1 2024(2) | Q2 2024(2) | Q3 2024(2) | Q4 2024(2) | Q4 2023(2) | Veränderung |
Umsatz | 71,1 | 73,3 | 73,2 | 80,7 | 82,2 | - 1,8 % |
EBITDA | 23,8 | 30,1 | 25,0 | 34,3 | 35,5 | - 3,4 % |
EBIT | 21,3 | 27,7 | 22,7 | 31,9 | 33,2 | - 3,9 % |
| | | | | | |
(1)Ungeprüft; siehe Hinweis „ungeprüfte Abschnitte“ auf Seite 3
(2)Exklusive der Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Energy und De-Mail
(Umsatz-Beitrag: 6,6 Mio. €, EBITDA-Beitrag: -1,3 Mio. €, EBIT-Beitrag: -1,3 Mio. € in Q1 2024;
Umsatz-Beitrag: 6,8 Mio. €, EBITDA-Beitrag: +0,6 Mio. €, EBIT-Beitrag: +0,6 Mio. € in Q2 2024;
Umsatz-Beitrag: 6,5 Mio. €, EBITDA-Beitrag: +0,5 Mio. €, EBIT-Beitrag: +0,4 Mio. € in Q3 2024;
Umsatz-Beitrag: 6,3 Mio. €, EBITDA-Beitrag: -0,5 Mio. €, EBIT-Beitrag: -0,6 Mio. € in Q4 2024;
Umsatz-Beitrag: 6,8 Mio. €, EBITDA-Beitrag: -0,5 Mio. €, EBIT-Beitrag: -0,6 Mio. € in Q4 2023)
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung wesentlicher Umsatz- und Ergebniskennzahlen
in Mio. € | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 |
Umsatz | 257,5 | 285,2 | 288,6 | 277,0(3) | 298,3(4) |
EBITDA | 85,5 | 102,4(1) | 104,4(2) | 106,2(3) | 113,2(4) |
EBITDA-Marge | 33,2 % | 35,9 % | 36,2 % | 38,3 % | 37,9 % |
EBIT | 77,8 | 93,3(1) | 94,6(2) | 96,6(3) | 103,6(4) |
EBIT-Marge | 30,2 % | 32,7 % | 32,8 % | 34,9 % | 34,7 % |
| | | | | |
(1)Exklusive eines nicht-cashwirksamen Bewertungseffekts aus Derivaten (EBITDA- und EBIT-Effekt: +4,9 Mio. €) sowie der konzerninternen Beteiligungsveräußerung der AWIN AG (EBITDA- und EBIT-Effekt: +50,1 Mio. €)
(2)Exklusive eines nicht-cashwirksamen Bewertungseffekts aus Derivaten (EBITDA- und EBIT-Effekt: -0,5 Mio. €)
(3)Exklusive der Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Energy und De-Mail (Umsatz-Beitrag: 27,3 Mio. €; EBITDA-Beitrag: -2,7 Mio. €;
EBIT-Beitrag: -2,8 Mio. €)
(4)Exklusive der Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Energy und De-Mail (Umsatz-Beitrag: 26,2 Mio. €; EBITDA-Beitrag: -0,7 Mio. €;
EBIT-Beitrag: -0,9 Mio. €)
Segment „Business Applications“
Die Zahl der kostenpflichtigen Verträge für Business-Applikationen legte im Geschäftsjahr 2024 um 220.000 Verträge zu. Der Zuwachs resultiert aus 60.000 Verträgen im Inland sowie 160.000 im Ausland. Somit stieg der Bestand auf insgesamt 9,59 Mio. Verträge.
Entwicklung der Business-Applications-Verträge im Geschäftsjahr 2024
in Mio. | 31.12.2024 | 31.12.2023 | Veränderung |
Business Applications, Verträge gesamt | 9,59 | 9,37(1) | + 0,22 |
davon „Inland“ | 4,63 | 4,57(1) | + 0,06 |
davon „Ausland“ | 4,96 | 4,80 | + 0,16 |
| | | |
Entwicklung der Business-Applications-Verträge im 4. Quartal 2024
in Mio. | 31.12.2024 | 30.09.2024 | Veränderung |
Business Applications, Verträge gesamt | 9,59 | 9,52(1) | + 0,07 |
davon „Inland“ | 4,63 | 4,60(1) | + 0,03 |
davon „Ausland“ | 4,96 | 4,92 | + 0,04 |
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(1)Vertragszahlen zum 31.12.2023 und 30.09.2024 rückwirkend um -0,02 Mio. Verträge angepasst nach Umstellung der Policy bei einer
IONOS-Konzerntochter im Rahmen des Jahresabschlusses zum 31.12.2024
Der Umsatz im Segment „Business Applications“ stieg im Geschäftsjahr 2024 von 1.423,7 Mio. € im Vorjahreszeitraum um 9,6 % auf 1.560,3 Mio. €.
Die Ergebniszahlen 2023 waren von Sondereffekten im Zusammenhang mit dem Börsengang (IPO) der IONOS Group SE beeinflusst. In diesem Zusammenhang konnte ein Ertrag von netto +11,7 Mio. € verbucht werden, der insbesondere aus der vertraglich vereinbarten Übernahme der gesamten IPO-Kosten durch die IONOS Gesellschafter United Internet und Warburg Pincus resultierte.
Bereinigt um diese Sondereffekte im Vorjahr stieg das operative Segment-EBITDA von 373,7 Mio. € um 15,1 % auf 430,2 Mio. € und das operative Segment-EBIT legte von 265,8 Mio. € um 19,7 % auf 318,2 Mio. € zu.
Die operative EBITDA-Marge sowie die operative EBIT-Marge stiegen entsprechend deutlich von 26,2 % auf 27,6 % bzw. von 18,7 % auf 20,4 % an.
Die Zahl der Mitarbeitenden ging in 2024 um 3,2 % auf 4.226 (Vorjahr: 4.364)
zurück.
Wesentliche Umsatz- und Ergebniskennzahlen im Segment „Business Applications“ (in Mio. €)
(1)Exklusive IPO-Kosten (EBITDA- und EBIT-Effekt: +11,7 Mio. € netto (IPO-Kosten und gegenläufig Kostenübernahme durch die IONOS Gesellschafter))
Quartalsentwicklung; Veränderung zum Vorjahresquartal(1)
in Mio. € | Q1 2024 | Q2 2024 | Q3 2024 | Q4 2024 | Q4 2023 | Veränderung |
Umsatz | 373,0 | 378,6 | 390,0 | 418,7 | 365,0 | + 14,7 % |
EBITDA | 101,3 | 106,1 | 112,9 | 109,9 | 80,0 | + 37,4 % |
EBIT | 74,2 | 78,6 | 85,5 | 79,9 | 52,6 | + 51,9 % |
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(1)Ungeprüft; siehe Hinweis „ungeprüfte Abschnitte“ auf Seite 3
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung wesentlicher Umsatz- und Ergebniskennzahlen
in Mio. € | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 |
Umsatz | 988,2 | 1.103,3 | 1.293,0 | 1.423,7 | 1.560,3 |
EBITDA | 340,4 | 329,3(1) | 329,2(2) | 373,7(3) | 430,2 |
EBITDA-Marge | 34,4 % | 29,8 % | 25,5 % | 26,2 % | 27,6 % |
EBIT | 229,5 | 216,7(1) | 216,8(2) | 265,8(3) | 318,2 |
EBIT-Marge | 23,2 % | 19,6 % | 16,8 % | 18,7 % | 20,4 % |
| | | | | |
(1)Exklusive IPO-Kosten (EBITDA- und EBIT-Effekt: -3,0 Mio. €)
(2)Exklusive IPO-Kosten (EBITDA- und EBIT-Effekt: -8,8 Mio. €)
(3)Exklusive IPO-Kosten (EBITDA- und EBIT-Effekt: +11,7 Mio. € netto (IPO-Kosten und gegenläufig Kostenübernahme durch die IONOS Gesellschafter))
Neben dem operativen Geschäft hat IONOS im Geschäftsjahr 2024 auch die Akquise von Großkunden in seinem Cloud-Geschäft weiter vorangetrieben.
Im April 2024 hat das Informationstechnikzentrum Bund (ITZBund) IONOS mit dem Aufbau einer privaten Enterprise-Cloud beauftragt, die in den Rechenzentren des ITZBund betrieben wird. Das ITZBund ist der IT-Dienstleister für 200 Behörden der Bundesverwaltung und soll die öffentliche Verwaltung mit moderner IT unterstützen und in die digitale Zukunft führen.
Der Rahmenvertrag hat eine Laufzeit von fünf Jahren. Bei dem variablen Auftrag wird, wie im Cloud-Bereich üblich, per „pay-per-use“ abgerechnet.
Beteiligungen im Konzern
Wesentliche Veränderungen bei Beteiligungen
Beteiligung an Kublai
Die United Internet AG hat im Juni 2024 bekannt gegeben, keine weiteren Investitionen in die Beteiligungsholding Kublai GmbH zu tätigen. Kublai hält aktuell rund 95 % der Aktien der Tele Columbus AG.
Mit dieser Entscheidung verzichtete United Internet auf das Recht, die im Rahmen einer Kapitalerhöhung im 1. Quartal 2024 erfolgte Verwässerung ihrer Anteile an Kublai auf rund 5 % wieder auf 40 % aufzustocken. Vor diesem Hintergrund ergab sich aus dem Verlust des maßgeblichen Einflusses im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2024 eine nicht-cashwirksame Wertminderung auf die Beteiligung an Kublai in Höhe von 170,5 Mio. €, die im Ergebnis aus dem Verlust des maßgeblichen Einflusses ausgewiesen ist.
Wie bereits in der Quartalsmitteilung Q1 2024 berichtet, hat Kublai zur Eigenkapitalausstattung von Tele Columbus im 1. Quartal 2024 eine Kapitalerhöhung durchgeführt, an der sich United Internet nicht beteiligte. Weiterer Gesellschafter von Kublai ist die Hilbert Management GmbH, eine mittelbare Tochtergesellschaft der Morgan Stanley Infrastructure Inc. (MSI), ein von der Investmentbank Morgan Stanley verwalteter Infrastrukturfonds, welche die Kapitalerhöhung in Höhe von 300 Mio. € vollumfänglich gezeichnet hat. Dadurch wurden die Anteile von United Internet am Kublai-Stammkapital auf rund 5 % (zuvor: 40 %) reduziert. Bis zum 17. Juni 2024 bestand für United Internet die Möglichkeit, ihren Anteil am Stammkapital von Kublai durch einen Erwerb von Geschäftsanteilen von MSI gegen eine Zahlung von 120 Mio. € wieder auf 40 % zu erhöhen.
United Internet erachtet die der Kapitalerhöhung zugrunde gelegte Bewertung der Tele Columbus AG als unangemessen niedrig. Die Stimmenmehrheit in der Gesellschafterversammlung ermöglichte es MSI jedoch, die Kapitalerhöhung auf Basis einer von MSI festgelegten Bewertung durchzuführen. United Internet hat zwischenzeitlich das vertraglich vorgesehene Verwässerungsschutzverfahren eingeleitet und lässt die von MSI vorgenommene Bewertung vor der Deutschen Institution für Schiedsgerichtsbarkeit (DIS) überprüfen. Wenn die DIS der Auffassung von United Internet folgt, könnte United Internet ein Ausgleichsbetrag von ca. 300 Mio. € zugesprochen werden. Bei einer abweichenden Auffassung des Gerichts könnte der zugesprochene Anspruch bzw. Ausgleichsbetrag entsprechend geringer ausfallen.
Hintergrund der Entscheidung von Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG gegen weitere Investitionen in Kublai waren unterschiedliche Auffassungen zwischen MSI und United Internet über die zukünftige Finanzierung von Kublai.
Infolge der Reduzierung der Anteile von 40 % auf einen Anteil von rund 5 % im Geschäftsjahr 2024 wurde Kublai aus den Anteilen an assoziierten Unternehmen in die Beteiligungen umgegliedert. Entsprechend wird das anteilige Ergebnis der Gesellschaft nicht mehr in der Gesamtergebnisrechnung (im Ergebnis aus dem Verlust des maßgeblichen Einflusses) erfasst, sondern in der Bilanz abgebildet.
Neben den (vollkonsolidierten) operativen Kerngesellschaften hielt United Internet zum 31. Dezember 2024 folgende weitere Minderheitsbeteiligungen, die in das at-equity Ergebnis einbezogen werden.
Minderheitsbeteiligungen an Partnerunternehmen
Im Juli 2013 hat sich United Internet an der Open-Xchange AG (Tätigkeitsschwerpunkt: E-Mail- und
Collaboration-Lösungen) beteiligt. United Internet arbeitet in ihrem Applications-Geschäft bereits seit vielen Jahren erfolgreich mit der Gesellschaft zusammen. Zum 31. Dezember 2024 betrug der Stimmrechtsanteil von United Internet 25,39 %. Für das Geschäftsjahr 2024 erwartet United Internet bei
Open-Xchange steigende Umsätze sowie ein leicht negatives EBITDA.
Im April 2014 hat United Internet eine Beteiligung an der uberall GmbH (Tätigkeitsschwerpunkt: Online-Listings) gezeichnet. Darüber hinaus haben uberall und IONOS einen langfristigen Kooperationsvertrag zur Nutzung der uberall-Lösungen geschlossen. Zum 31. Dezember 2024 betrug der Stimmrechtsanteil von United Internet 25,10 %. Für 2024 erwartet United Internet bei uberall steigende Umsätze sowie ein leicht positives EBITDA.
Im April 2017 hat sich United Internet an der rankingCoach GmbH (Tätigkeitsschwerpunkt: Online-Marketing-Lösungen) beteiligt. Über die Beteiligung hinaus haben sich rankingCoach und die IONOS SE auf einen langfristigen Kooperationsvertrag zur Nutzung der Online-Marketing-Lösungen von rankingCoach durch IONOS im Rahmen ihrer in Europa und Nordamerika angebotenen Hosting- und Cloud-Produkte verständigt. Zum 31. Dezember 2024 betrug der Stimmrechtsanteil von United Internet 31,52 %. Bei rankingCoach erwartet United Internet in 2024 ein Umsatzwachstum sowie ein positives EBITDA.
Darüber hinaus hält United Internet infolge der Einbringung der affilinet GmbH in AWIN im Oktober 2017 auch einen Anteil an der AWIN AG (Tätigkeitsschwerpunkt: Affiliate-Marketing). Aktuell arbeiten mehrere Konzernunternehmen von United Internet mit AWIN zusammen und nutzen das Affiliate-Netzwerk der Gesellschaft im Rahmen ihres Marketing-Mix. Zum 31. Dezember 2024 betrug der Stimmrechtsanteil von United Internet 20,00 %. Auch im Geschäftsjahr 2024 erwartet United Internet bei AWIN weitere Umsatzzuwächse und ein deutlich positives EBITDA.
Aktie und Dividende
Aktie
Die Aktie der United Internet AG gab im Geschäftsjahr 2024 deutlich um 32,0 % auf 15,67 € zum 31. Dezember 2024 (31. Dezember 2023: 23,04 €) nach. Damit hat sich die Aktie schlechter entwickelt als der DAX (+18,8 %) sowie der ebenfalls gefallene MDAX (-5,7 %).
Entwicklung des Aktienkurses 2024, indexiert
Die Marktkapitalisierung der United Internet AG ging entsprechend von rund 4,42 Mrd. € im Vorjahr auf rund 3,00 Mrd. € zum 31. Dezember 2024 zurück.
Im Geschäftsjahr 2024 wurden über das elektronische Computerhandelssystem XETRA täglich durchschnittlich rund 200.000 Aktien (Vorjahr: rund 410.000) im Wert von durchschnittlich 3,9 Mio. € (Vorjahr: 7,1 Mio. €) gehandelt.
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung der Aktie
(Stand: 31. Dezember 2024; in €; alle Börsenangaben beziehen sich auf den Xetra-Handel)
| 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 |
Schlusskurs | 34,43 | 34,94 | 18,89 | 23,04 | 15,67 |
Performance | + 17,6 % | + 1,5 % | –45,9 % | + 22,0 % | –32,0 % |
Jahreshoch | 43,88 | 39,34 | 35,45 | 23,06 | 25,00 |
Jahrestief | 20,76 | 31,63 | 18,14 | 12,54 | 15,15 |
Ø Börsenumsatz am Tag | 13.355.218 | 8.149.290 | 5.777.474 | 7.078.087 | 3.913.674 |
Ø Börsenumsatz am Tag (Stück) | 414.786 | 233.717 | 221.596 | 413.556 | 196.616 |
Anzahl Aktien (Stück) | 194.000.000 | 194.000.000 | 194.000.000 | 192.000.000 | 192.000.000 |
Börsenwert (in Mio. €) | 6.679,4 | 6.778,4 | 3.664,7 | 4.423,7 | 3.008,6 |
EPS(1) | 1,55 | 2,23 | 1,97 | 1,35 | –0,28 |
Bereinigtes EPS(2) | 1,87 | 2,11 | 2,00 | 1,41 | 1,01 |
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(1)EPS aus fortgeführten Geschäftsbereichen
(2)EPS aus fortgeführten Geschäftsbereichen und ohne Sonderfaktoren
Daten zur Aktie
Aktientyp | Namens-Stammaktien |
Rechnerischer Anteil am Grundkapital | 1,00 € |
Wertpapierkennnummer (WKN) | 508903 |
Internationale Wertpapierkennnummer (ISIN) | DE0005089031 |
Börsenkürzel Xetra | UTDI |
Reuters-Symbol | UTDI.DE |
Bloomberg-Symbol | UTDI.GR |
Segment | Prime Standard |
Index | MDAX, TecDAX |
Sektor | Telekommunikation & Technologieservices |
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Aktionärsstruktur
(Stand: 31. Dezember 2024)
Aktionär | Anteil |
Ralph Dommermuth - Ralph Dommermuth GmbH (45,01 %) - Ralph Dommermuth Investments GmbH & Co. KG (2,88 %) - RD Holding GmbH & Co. KG (1,04 %) | 48,94 % |
United Internet (eigene Aktien) | 9,98 % |
Helikon | 5,05 % |
Bank of America | 4,93 % |
Wellington | 3,01 % |
Streubesitz | 28,09 % |
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Darstellung der oben gezeigten Gesamtstimmrechtsanteile basiert auf der jeweils letzten Stimmrechtsmitteilung gemäß §§ 33 ff. des Wertpapierhandelsgesetzes. Demnach werden nur Stimmrechtsmitteilungen berücksichtigt, die mindestens die erste Meldeschwelle von 3 % erreicht haben. Zudem sind der Gesellschaft vorliegende Directors' Dealings Mitteilungen entsprechend berücksichtigt.
Die von United Internet gehaltenen eigenen Aktien sind weder stimm- noch dividendenberechtigt. Aufgrund der Stimmrechtslosigkeit von eigenen Aktien beläuft sich der Anteil der in von Herrn Dommermuth kontrollierten Gesellschaften gehaltenen stimmberechtigten Aktien an der Gesamtzahl der Stimmrechte der United Internet AG auf 54,37 %, der von Helikon gehaltenen stimmberechtigten Aktien auf 5,61 %, der von Bank of America gehaltenen stimmberechtigten Aktien auf 5,48 %, der von Wellington gehaltenen stimmberechtigten Aktien auf 3,35 % sowie der vom Streubesitz gehaltenen stimmberechtigten Aktien auf 31,19 %.
Dividende
Die Dividenden-Policy von United Internet sieht vor, ca. 20 – 40 % des bereinigten Konzernergebnisses nach Minderheitenanteilen (das auf die „Anteilseigner der United Internet AG“ entfallende bereinigte Konzernergebnis – gemäß Konzern-Gesamtergebnisrechnung) an die Aktionäre auszuschütten, sofern die Mittel nicht für die weitere Unternehmensentwicklung benötigt werden.
Im Rahmen der am 17. Mai 2024 stattgefundenen Hauptversammlung der United Internet AG wurde der Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat, für das Geschäftsjahr 2023 eine Dividende in Höhe von 0,50 € je Aktie (Vorjahr: 0,50 €) auszuzahlen, mit 99,98 % der abgegebenen Stimmen angenommen. Entsprechend wurden am 23. Mai 2024 insgesamt 86,4 Mio. € (Vorjahr: 86,4 Mio. €) ausgeschüttet. Die Ausschüttungsquote lag damit bei 35,6 % des bereinigten Konzernergebnisses 2023 nach Minderheitenanteilen (243,0 Mio. €) und somit – vor dem Hintergrund der getätigten und weiterhin anstehenden Investitionen in das 1&1 Mobilfunknetz sowie in den Ausbau des Glasfasernetzes – im oberen Bereich der Dividenden-Policy.
Für das Geschäftsjahr 2024 schlägt der Vorstand der United Internet AG dem Aufsichtsrat eine reguläre Dividende in Höhe von 0,40 € je Aktie vor (Vorjahr: 0,50 €). Hinzukommen soll eine einmalige Nachholdividende von 1,50 € je Aktie zur Kompensation der geschmälerten Dividendenzahlungen für die Geschäftsjahre 2018 bis 2023. In den letzten Jahren ging United Internet davon aus, dass die Konzerntochter 1&1 spätestens 2025 weiteres Funkspektrum erwerben könnte. Sofern dafür zusätzliche finanzielle Mittel notwendig gewesen wären, wäre United Internet als 1&1 Hauptaktionär gefordert gewesen. Aufgrund einer am 24. März 2025 getroffenen Entscheidung der Bundesnetzagentur, verschiebt sich der Frequenzerwerb nun um mehrere Jahre. Bis dahin wird 1&1 voraussichtlich in der Lage sein, neben den Investitionen des Netzausbaus auch den Erwerb weiterer Frequenzen allein finanzieren zu können.
Über diesen Dividendenvorschlag beraten Vorstand und Aufsichtsrat in der Aufsichtsratssitzung am 25. März 2025 (und somit nach Aufstellung dieses Lageberichts). Über den gemeinsamen Beschlussvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat entscheidet dann die Hauptversammlung der United Internet AG am 15. Mai 2025.
Ausgehend von rund 172,8 Mio. dividendenberechtigten Aktien (Stand: 31. Dezember 2024) ergäbe sich aus der regulären Dividende für das Geschäftsjahr 2024 eine Ausschüttungssumme von 69,1 Mio. €. Die Ausschüttungsquote läge damit bei 39,4 % des bereinigten Konzernergebnisses 2024 nach Minderheitenanteilen (175,5 Mio. €) und damit – trotz der getätigten und weiterhin anstehenden Investitionen in das 1&1 Mobilfunknetz sowie in den Ausbau des Glasfasernetzes – am oberen Rand der Dividenden-Policy. Die Dividendenrendite beliefe sich – bezogen auf den Schlusskurs der Aktie zum 31. Dezember 2024 – auf 2,6 %.
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung der Dividende
| Für 2020 | Für 2021 | Für 2022 | Für 2023 | Für 2024(1) |
Dividende je Aktie (in €) | 0,50 | 0,50 | 0,50 | 0,50 | 0,40 |
Gesamtausschüttung (in Mio. €) | 93,6 | 93,4 | 86,4 | 86,4 | 69,1 |
Ausschüttungsquote | 32,2 % | 22,4 % | 23,5 % | 37,1 % | - |
Bereinigte Ausschüttungsquote(2) | 26,7 % | 23,7 % | 23,1 % | 35,6 % | 39,4 % |
Dividendenrendite(3) | 1,5 % | 1,4 % | 2,6 % | 2,2 % | 2,6 % |
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(1)Vorbehaltlich der Zustimmung von Aufsichtsrat und Hauptversammlung 2025
(2)Ohne Sonderfaktoren
(3)Stand: 31. Dezember
Hauptversammlung 2024
Die Hauptversammlung der United Internet AG fand am 17. Mai 2024 in Frankfurt am Main statt.
Vom eingetragenen Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von 192.000.000,00 €, eingeteilt in 192.000.000 Stückaktien, davon 19.183.705 nicht stimmberechtigte eigene Aktien, waren 131.411.711 Stückaktien mit ebenso vielen Stimmen vertreten. Einschließlich der eingegangenen Briefwahlstimmen für 804.467 Stückaktien entsprach dies insgesamt 132.216.178 Stückaktien bzw. 68,86 % des eingetragenen Grundkapitals bzw. 76,51 % des Grundkapitals abzüglich eigener Aktien.
Die Aktionäre erteilten allen abstimmungspflichtigen Tagesordnungspunkten mit großer Mehrheit ihre Zustimmung.
Grundkapital und eigene Aktien
Die United Internet AG hielt zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 – nach Ausgabe von Aktien im Rahmen von Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen – insgesamt 19.162.689 eigene Aktien, die 9,98 % des Grundkapitals von 192.000.000 Aktien entsprechen (31. Dezember 2023: 19.183.705 eigene Aktien bzw. 9,99 % des Grundkapitals)
Investor Relations
United Internet ist es wichtig, engen Kontakt zu institutionellen Investoren, Privatanlegern sowie zu Finanzanalysten zu halten. Dabei ist es der Anspruch der Gesellschaft, alle Zielgruppen zeitnah und gleichberechtigt mit Informationen zu versorgen, da für die langfristige Wertsteigerung des Unternehmenswerts eine kontinuierliche und offene Kapitalmarktkommunikation essenziell ist. Hierfür waren auch im Geschäftsjahr 2024 Vorstand und Investor Relations im regelmäßigen Austausch mit den Teilnehmern des Kapitalmarkts.
Im Rahmen von Quartalsmitteilungen, dem Halbjahresfinanz- und Geschäftsbericht, der Hauptversammlung, Presse- und Analystenkonferenzen sowie über virtuelle Formate setzt United Internet ihr aktives Engagement fort, um die Fortschritte bei der Geschäftsstrategie zu diskutieren und zu erläutern. Gemeinsam nahm das Management mit Investor Relations an zahlreichen persönlichen Gesprächen am Unternehmenssitz in Montabaur sowie auf Roadshows und Konferenzen in Europa und Nordamerika teil.
Auf diesen Treffen wurde eine Reihe an Themen behandelt, wie die strategischen Prioritäten des Konzerns, der Fortschritt beim Ausbau Europas modernsten 5G Mobilfunknetzes, finanzielle Ziele inklusive möglicher zukünftiger Kapitalallokation als auch neue Produkteinführungen. Weiterhin waren externe Faktoren wie die anstehende Frequenzvergabe der Bundesnetzagentur und wettbewerbliche Entwicklungen von starkem Interesse.
Insgesamt präsentierte das Management und Investor Relations die Equity Story von United Internet knapp 20 Tage auf Roadshows sowie bei nationalen und internationalen Konferenzen. Zudem wird das Unternehmen von zahlreichen deutschen und internationalen Finanzanalysten beobachtet und analysiert. Die aktuellen Analystenempfehlungen zur Aktie sowie der durchschnittliche Zielkurs, den Analysten der United Internet-Aktie beimessen, sind online unter united-internet.de/investor-relations/aktie/analysten-coverage abrufbar.
Auch außerhalb persönlicher Treffen können sich Aktionäre und interessierte Anleger auf der umfangreichen und zweisprachigen Webseite unter www.united-internet.de jederzeit über die aktuelle Entwicklung des Unternehmens informieren. Zudem sind unter https://www.united-internet.de/investor-relations/finanzkalender.html neben den Publikationsterminen der Finanzberichte, auch Termine und Orte von Anlegerkonferenzen und Roadshows öffentlich zugänglich. Auch Online-Versionen der Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichte gehören zum Informationsangebot auf der Internetpräsenz der Gesellschaft.
Personalbericht
Als Telekommunikations- und Internet-Unternehmen unterliegt United Internet den prägenden Merkmalen der Branche: hohe Dynamik, kurze Innovationszyklen und ein intensiver Wettbewerb. Diesen Herausforderungen stellt sich die United Internet AG seit vielen Jahren mit großem Erfolg. Einer der Schlüsselfaktoren für den Erfolg und das Wachstum der United Internet Gruppe stellen die engagierten, kompetenten sowie gleichzeitig unternehmerisch denkenden und eigenverantwortlich handelnden Mitarbeitenden und Führungskräfte der Gesellschaft dar. Das Unternehmen legt deshalb großen Wert auf eine nachhaltige und ausgewogene Strategie über alle Aspekte des Personalbereichs: von der Mitarbeitergewinnung über zielgruppengerechte Einstiegs- und Ausbildungsformate, aufgabenbezogene Qualifizierungsangebote und die Begleitung auf individuellen Karrierepfaden bis hin zur Entwicklung und langfristigen Bindung von Führungskräften, Potenzial- und Leistungsträgern.
Die United Internet AG ist auch 2024 wieder anerkannter Top Arbeitgeber. Basierend auf einer unabhängigen Studie des „Top Employers Institute“ wurde United Internet, wie schon in den vergangenen
Jahren, die Auszeichnung als „TOP Arbeitgeber“ verliehen. Die Zertifizierung wird an Unternehmen vergeben, die ihren Mitarbeitenden attraktive Arbeitsbedingungen bieten. Die Bewertung erfolgt anhand der Karrieremöglichkeiten, Arbeitgeberleistungen, Arbeitsbedingungen, Fortbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten.
Mitarbeiterbestand und Personalaufwand
Im stark umkämpften Markt um Fachkräfte im ITK-Sektor ist es United Internet erneut gelungen, Schlüsselpositionen mit Top-Kräften zu besetzen und damit der Geschäftsausweitung gerecht zu werden.
Neben einem zielgruppengerechten Arbeitgebermarketing, Kooperationen mit Aus- und Weiterbildungsträgern und dem positiven Abstrahleffekt der Produktmarken steht ein kandidatenfreundlicher, wettbewerbsfähiger Akquise- und Auswahlprozess im Bereich Recruiting im Mittelpunkt der erfolgreichen Personalgewinnung.
Im Geschäftsjahr 2024 blieb die Anzahl der Mitarbeitenden gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert. Konkret stieg sie leicht um 0,1 % bzw. 10 Mitarbeitende auf 10.972 (Vorjahr: 10.962).
Dabei legte die Zahl der Beschäftigten in Deutschland um 0,2 % bzw. 17 Mitarbeitende auf 8.998 zum 31. Dezember 2024 (Vorjahr: 8.981) zu, während die Anzahl der Beschäftigten in den ausländischen Gesellschaften leicht um 0,4 % bzw. 7 Mitarbeitende auf 1.974 Mitarbeitende (Vorjahr: 1.981) zurückging.
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung der Mitarbeitenden nach Inland / Ausland(1); Veränderung zum Vorjahr
| 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | Veränderung |
Mitarbeitende, gesamt | 9.638 | 9.975 | 10.474 | 10.962 | 10.972 | + 0,1 % |
davon Inland | 7.929 | 8.199 | 8.550 | 8.981 | 8.998 | + 0,2 % |
davon Ausland | 1.709 | 1.776 | 1.924 | 1.981 | 1.974 | - 0,4 % |
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(1)Aktive Mitarbeitende zum 31. Dezember des jeweiligen Geschäftsjahres
Die Mitarbeitenden der United Internet AG arbeiten in einem internationalen Umfeld an weltweit rund 40 Standorten.
Mehrperiodenübersicht: Mitarbeitende nach Ländern(1)
| 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 |
Mitarbeitende, gesamt | 9.638 | 9.975 | 10.474 | 10.962 | 10.972 |
davon Deutschland | 7.929 | 8.199 | 8.550 | 8.981 | 8.998 |
davon Frankreich | 3 | 4 | 7 | 8 | 9 |
davon Großbritannien | 251 | 251 | 246 | 273 | 242 |
davon Österreich | 44 | 65 | 67 | 72 | 58 |
davon Philippinen | 395 | 392 | 468 | 464 | 504 |
davon Polen | 299 | 333 | 352 | 339 | 319 |
davon Rumänien | 217 | 229 | 242 | 261 | 284 |
davon Spanien | 340 | 381 | 422 | 445 | 444 |
davon USA | 160 | 121 | 120 | 119 | 114 |
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(1)Aktive Mitarbeitende zum 31. Dezember des jeweiligen Geschäftsjahres
Aus Sicht der Geschäftssegmente waren 3.281 Mitarbeitende im Segment „Consumer Access“ (Vorjahr: 3.320) tätig, 1.640 im Segment „Business Access“ (Vorjahr: 1.522), 1.109 im Segment „Consumer Applications“ (Vorjahr: 1.072) sowie 4.226 im Segment „Business Applications“ (Vorjahr: 4.364). Weitere 716 Mitarbeitende waren im Bereich „Corporate / Zentralfunktionen“ (Vorjahr: 684) beschäftigt.
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung der Mitarbeitenden nach Segmenten(1) ; Veränderung zum Vorjahr
| 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | Veränderung |
Mitarbeitende, gesamt | 9.638 | 9.975 | 10.474 | 10.962 | 10.972 | + 0,1 % |
davon Consumer Access | 3.191 | 3.167 | 3.163 | 3.320 | 3.281 | - 1,2 % |
davon Business Access | 1.188 | 1.238 | 1.336 | 1.522 | 1.640 | + 7,8 % |
davon Consumer Applications | 1.005 | 1.004 | 1.036 | 1.072 | 1.109 | + 3,5 % |
davon Business Applications | 3.631 | 3.998 | 4.247 | 4.364 | 4.226 | - 3,2 % |
davon Corporate / Shared Services | 623 | 568 | 692 | 684 | 716 | + 4,7 % |
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(1)Aktive Mitarbeitende zum 31. Dezember des jeweiligen Geschäftsjahres
Der Personalaufwand erhöhte sich im Geschäftsjahr 2024 infolge der Gehaltsanpassungen, die der hohen Inflation Rechnung trugen, um 7,7 % auf 818,4 Mio. € (Vorjahr: 760,0 Mio. €). Die Personalaufwandsquote stieg damit auf 12,9 %.
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung des Personalaufwands; Veränderung zum Vorjahr
in Mio. € | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | Veränderung |
Personalaufwand | 592,3 | 645,4 | 675,5 | 760,0 | 818,4 | + 7,7 % |
Personalaufwandsquote | 11,0 % | 11,4 % | 11,4 % | 12,2 % | 12,9 % | |
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Der Umsatz pro Mitarbeitenden bezogen auf die Mitarbeiterzahl im Jahresdurchschnitt betrug für das Geschäftsjahr 2024 ca. 0,58 Mio. € (Vorjahr: ca. 0,58 Mio. €).
Für weitere Informationen zu Themen wie „Arbeitsbedingungen und Personalstrategie“, „Weiterbildung- und Kompetenzentwicklung“, „Diversität und Chancengleichheit“ sowie „Gesundheitsschutz und Sicherheit“ und weitere, wird auf das Kapitel „Soziale Informationen – S1 – Eigene Belegschaft“ im Nachhaltigkeitsbericht 2024 der United Internet AG verwiesen, der Ende März 2025 (unter https://www.united-internet.de/investor-relations/publikationen/berichte.html) veröffentlicht wird.
Liquidität und Finanzierung
Die Konzernfinanzierung orientiert sich primär an den strategischen Geschäftsplänen der operativen Geschäftseinheiten. Um ausreichende Flexibilität für weiteres Wachstum zur Verfügung zu stellen, verfolgt United Internet daher laufend Trends der sich an den Finanzmärkten ergebenden Finanzierungsmöglichkeiten. Verschiedene Finanzierungsoptionen wie auch Potenziale zur Optimierung von bestehenden Finanzierungsinstrumenten werden regelmäßig geprüft. Die jederzeitige Sicherstellung ausreichender Liquidität sowie die finanzielle Unabhängigkeit des Konzerns stehen dabei im Vordergrund. Neben der starken Innenfinanzierungskraft unterhält der Konzern ausreichend Liquiditätsreserven bei Kernbanken. Die flexible Ausnutzung dieser Liquiditätsreserven ermöglicht eine effiziente Steuerung der Konzernliquidität und ein optimales Verschuldungsmanagement zur Reduzierung von Zinskosten.
Seit Juli 2012 besteht zwischen der United Internet AG und bestimmten Tochterunternehmen eine Vereinbarung über die Durchführung eines Euro Cash-Poolings (Zero Balancing). Hierdurch werden banktäglich die Guthaben und Fehlbeträge der angebundenen Konzerntöchter über mehrere Kaskaden auf ein zentrales Bankkonto der United Internet AG konzentriert bzw. von diesem ausgeglichen und stehen täglich zur Verfügung.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten beliefen sich im Konzern zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 auf 2.813,7 Mio. € (Vorjahr: 2.464,3 Mio. €) und setzen sich im Wesentlichen aus Schuldscheindarlehen, Konsortialkrediten und bilateralen Kreditvereinbarungen / Betriebsmittellinien zusammen.
Schuldscheindarlehen
Die United Internet AG hat im Geschäftsjahr 2024 – wie bereits in den Jahren 2017, 2021 und 2023 – erfolgreich ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 280 Mio. € platziert. Die Mittel aus dieser Transaktion dienen der allgemeinen Unternehmensfinanzierung. Das neue Schuldscheindarlehen ist an keine sogenannten Covenants gebunden.
Im Geschäftsjahr 2024 wurden zudem zwei fällige Schuldschein-Tranchen in Höhe von insgesamt 225,0 Mio. € fristgerecht zurückgezahlt.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 bestanden somit insgesamt 1.217,0 Mio. € (Vorjahr: 1.162,0 Mio. €) Verbindlichkeiten aus den Schuldscheindarlehen 2017, 2021, 2023 und 2024 mit maximalen Laufzeiten bis April 2031.
Teilrückführung des Shareholder Loans durch IONOS Group SE
Die IONOS Group SE hat im Dezember 2023 mit einem Bankenkonsortium einen Kredit über 800 Mio. € zur teilweisen Refinanzierung ihres mit der United Internet AG bestehenden Shareholder Loans abgeschlossen. Die Refinanzierung erfolgt zu einem festen jährlichen Zinssatz von 4,67 %. Der Konsortialkredit hat eine Laufzeit bis zum 15. Dezember 2026 und ist endfällig.
Nach weiteren Teilrückführungen im Geschäftsjahr 2024 beläuft sich der Shareholder Loan mit United Internet auf 170 Mio. € (Vorjahr: 350 Mio. €) und ist nachrangig. Der Shareholder Loan hat eine feste jährliche Verzinsung von unverändert 6,75 %, eine Laufzeit bis zum 15. Dezember 2026 und soll vorher schrittweise zurückgeführt werden.
Konsortialkreditrahmen & Konsortialkredite
Ein Bankenkonsortium hat der United Internet AG am 21. Dezember 2018 einen revolvierenden Konsortialkreditrahmen über 810 Mio. € bis Januar 2025 eingeräumt. Im Geschäftsjahr 2020 hat die Gesellschaft von einer vertraglich zugesagten Verlängerungsoption Gebrauch gemacht und hat die Laufzeit des revolvierenden Konsortialkreditrahmens für den Zeitraum Januar 2025 bis Januar 2026 verlängert. Für diesen Verlängerungszeitraum wurde ein Kreditrahmen über 690 Mio. € vereinbart.
Im Dezember 2024 hat United Internet den vorgenannten Konsortialkreditrahmen erfolgreich mit ihren Kernbanken refinanziert. Für den neuen Konsortialkreditrahmen über 950 Mio. € wurde eine Laufzeit bis Dezember 2029 vereinbart und vertragliche Verlängerungsoptionen zugesagt.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 war der neue Konsortialkreditrahmen mit 150 Mio. € (Vorjahr: 150 Mio. €) in Anspruch genommen. Damit stehen aus dem noch nicht abgerufenen Kreditrahmen zum Bilanzstichtag Mittel in Höhe von 800 Mio. € (Vorjahr: 660 Mio. €) zur Verfügung.
Zusätzlich hat der Konzern im Dezember 2024 einen im Dezember 2027 endfälligen Konsortialkredit über 550 Mio. € abgeschlossen. Dabei hat United Internet AG einen Teil ihrer mit Kernbanken bestehenden bilateralen Betriebsmittellinien in den Konsortialkredit eingebracht, so dass diese erfolgreich langfristig refinanziert werden konnten.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 war vorgenannter Konsortialkredit mit 550 Mio. € (Vorjahr: 0 €) vollständig in Anspruch genommen.
Darüber hinaus haben United Internet und die Japan Bank for International Cooperation (JBIC) ebenfalls im Dezember 2024 einen Darlehensvertrag in Höhe von bis zu 800 Mio. € unterzeichnet. Die Mittel werden durch eine direkte Tranche der vollständig im Eigentum der japanischen Regierung stehenden Japan Bank for International Cooperation und eine durch JBIC garantierte Tranche eines Konsortiums europäischer und japanischer Geschäftsbanken bereitgestellt.
Mit dem Darlehen sollen United Internet Mittel zur Verfügung gestellt werden, um über ihre Tochtergesellschaft 1&1 in Deutschland ein 5G-Netz auf Basis der Open-RAN-Technologie aufzubauen.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 war das vorgenannte Darlehen nicht in Anspruch genommen, so dass unverändert 800 Mio. € (Vorjahr: 0 €) zur Verfügung stehen.
Bilaterale Kreditvereinbarungen / bilaterale Betriebsmittellinien
Darüber hinaus verfügt die Gesellschaft weiterhin über verschiedene bilaterale Betriebsmittellinien in Höhe von 294 Mio. € (Vorjahr: 475 Mio. €). Diese sind teils bis auf weiteres eingeräumt, teils bis zum
30. September 2025 befristet.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 waren die Betriebsmittellinien mit 94 Mio. € (Vorjahr: 295 Mio. €) in Anspruch genommen, so dass Mittel in Höhe von 200 Mio. € zur Verfügung stehen.
Somit verfügt United Internet zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 insgesamt über 1.800 Mio. € (Vorjahr: 840 Mio. €) freie Kreditlinien aus Konsortialkrediten und bilateralen Kreditvereinbarungen.
Für weitere Informationen wird auf den „Nachtragsbericht“ verwiesen.
Zusätzlich zu den oben genannten Kreditlinien stehen dem Konzern zum Bilanzstichtag Avalkreditrahmen in Höhe von 106,0 Mio. € (Vorjahr: 105,0 Mio. €) zur Verfügung, die teilweise auch von anderen Konzerngesellschaften genutzt werden können. Die Avalkreditrahmen stehen insbesondere für die Stellung von operativen Bank-Garantien zur Verfügung.
Weitere Angaben zu den verschiedenen Finanzinstrumente, zu Inanspruchnahmen, Zinssätzen und Laufzeiten finden sich auch im Konzernanhang unter Anhangangabe 31.
Zum Bilanzstichtag bestehen Abnahmeverpflichtungen für Sachanlagevermögen (insbesondere für
Netzinfrastruktur) in einem Gesamtbetrag von 342,4 Mio. € (Vorjahr: 591,4 Mio. €). Zudem bestehen
zum Bilanzstichtag Abnahmeverpflichtungen für immaterielle Vermögenswerte (insbesondere Software) in einem Gesamtbetrag von 19,9 Mio. € (Vorjahr: 68,0 Mio. €).
Für weitere Angaben zu den wesentlichen Investitionsverpflichtungen wird auf den Konzernanhang unter Anhangangabe 26 und 27 verwiesen.
2.3 Lage des Konzerns
Im Geschäftsjahr 2024 ergaben sich keine wesentlichen Akquisitions- und Desinvestitionseffekte
auf Umsatz und EBITDA von Konzern und Segmenten. Ebenso ergaben sich nur geringfügig positive Währungseffekte auf Konzern- und Segmentebene (überwiegend Segment „Business Applications“) in Höhe von 6,0 Mio. € beim Umsatz und 2,7 Mio. € beim EBITDA. Gleiches gilt für die Vermögenslage im Konzern, für die sich keine wesentlichen Effekte aus Währungsschwankungen ergaben.
Ertragslage im Konzern
Im Geschäftsjahr 2024 wurden Kundenverträge, Umsatz und Ergebnis auf Konzernebene durch die Auswirkungen eines vorübergehenden Ausfalls des neuen 1&1 Mobilfunknetzes im Mai 2024 sowie damit einhergehenden erhöhten Kündigungsaussprachen im Segment „Consumer Access“ außerplanmäßig belastet. Außerdem war die geplante Migration von Bestandskunden auf das 1&1 Mobilfunknetz aufgrund einer unerwarteten Unterdimensionierung einzelner Netzbestandteile vorübergehend stark eingeschränkt und konnte erst im vierten Quartal 2024 wieder umfangreich aufgenommen werden. Damit konnten die im Geschäftsjahr 2024 erwarteten Einsparungen aus der Migration bestehender Kundenverträge (auf Wholesale-Basis) auf das 1&1 Mobilfunknetz nur teilweise realisiert werden. Darüber hinaus entstanden temporär höhere Aufwendungen für die Beseitigung von in der Folge des Netzausfalls festgestellten Kapazitätsengpässen.
Die Zahl der kostenpflichtigen Kundenverträge im United Internet Konzern legten im Geschäftsjahr 2024 um insgesamt 590.000 Verträge auf 29,02 Mio. zu. Werbefinanzierten Free-Accounts blieben mit 38,93 Mio. insbesondere aufgrund höherer Security-Anforderungen hinter dem 31. Dezember 2023 (39,93 Mio.) zurück.
Der Umsatz im Konzern belief sich auf 6.329,2 Mio. €, nach 6.213,2 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Bereinigt um die Umsatzbeiträge aus „Energy“ und „De-Mail“ (27,3 Mio. € im Vorjahr bzw. 26,2 Mio. € in 2024) stieg der Umsatz auf Konzernebene von 6.185,9 Mio. € im Vorjahr um 1,9 % auf 6.303,0 Mio. € im Geschäftsjahr 2024. Ursächlich für den nur moderaten Umsatzanstieg waren vor allem im Vergleich zum Vorjahr geringere margenschwache Hardware-Umsätze (insbesondere Smartphones) im Segment „Consumer Access“ (-92,3 Mio. € im Vergleich zu 2023). Die Umsätze im Ausland beliefen sich auf 665,0 Mio. € (Vorjahr: 656,9 Mio. €).
Die Umsatz-, Vertriebs- und Verwaltungskosten stiegen im Geschäftsjahr 2024 überproportional an. Ursächlich hierfür waren insbesondere die gestiegenen Aufwendungen beim 1&1 Mobilfunknetz, die höheren Abschreibungen infolge der Investitionen in den Ausbau des Glasfasernetzes und des Mobilfunknetzes sowie die gestiegenen Personalkosten infolge von Gehaltsanpassungen in 2024, die der hohen Preissteigerung Rechnung trugen.
So stiegen die Umsatzkosten von 4.145,1 Mio. € im Vorjahr auf 4.325,7 Mio. €. Darin enthalten sind
-14,3 Mio. € periodenfremde Aufwendungen aus nachträglichen Rechnungen für Zusatzleistungen beim Netzaufbau in 2022 und 2023. Die Umsatzkostenquote erhöhte sich damit überproportional von 66,7 % (vom Umsatz) im Vorjahr auf 68,3 % (vom Umsatz) im Geschäftsjahr 2024. Die Bruttomarge sank entsprechend von 33,3 % auf 31,7 % und das Bruttoergebnis ging von 2.068,1 Mio. € um -3,1 % auf 2.003,5 Mio. € zurück.
Auch die Vertriebskosten stiegen überproportional von 943,2 Mio. € (15,2 % vom Umsatz) im Vorjahr auf 981,9 Mio. € (15,5 % vom Umsatz) und die Verwaltungskosten von 275,9 Mio. € (4,4 % vom Umsatz) auf 287,8 Mio. € (4,5 % vom Umsatz).
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung wesentlicher Kostenpositionen
in Mio. € | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 |
Umsatzkosten | 3.769,3 | 3.684,9(1) | 3.906,3 | 4.145,1 | 4.325,7 |
Umsatzkostenquote | 70,2 % | 65,3 % | 66,0 % | 66,7 % | 68,3 % |
Bruttomarge | 29,8 % | 34,7 % | 34,0 % | 33,3 % | 31,7 % |
Vertriebskosten | 767,9 | 835,7 | 907,2 | 943,2 | 981,9 |
Vertriebskostenquote | 14,3 % | 14,8 % | 15,3 % | 15,2 % | 15,5 % |
Verwaltungskosten | 206,0 | 243,0 | 248,5 | 275,9 | 287,8 |
Verwaltungskostenquote | 3,8 % | 4,3 % | 4,2 % | 4,4 % | 4,5 % |
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(1)Inklusive eines periodenfremden positiven Ergebniseffekts, der dem 2. Halbjahr 2020 zuzuordnen ist (Effekt: +39,4 Mio. €)
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen gingen von 33,3 Mio. € im Vorjahr auf 26,2 Mio. € in 2024 zurück. Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen von 60,6 Mio. € auf 72,0 Mio. €. Wertminderungsaufwendungen auf Forderungen und Vertragsvermögenswerte stiegen infolge erhöhter Zahlungsausfälle von 122,3 Mio. € im Vorjahr auf 140,9 Mio. € in 2024.
Die Ergebniskennzahlen waren in den Geschäftsjahren 2024 und 2023 von folgenden Sondereffekten geprägt:
○ Der Sondereffekt „Ergebnisbeitrag aus Energy und De-Mail“ resultiert aus der Entscheidung von Vorstand und Aufsichtsrat, die Geschäftsfelder „Energy“ und „De-Mail“ nicht fortzuführen und die Finanzkennzahlen im Rahmen des Lageberichts entsprechend zu bereinigen. Die vorgenannten Geschäftsfelder wirkten sich in den Geschäftsjahren 2024 und 2023 negativ auf EBITDA, EBIT, EBT, Konzernergebnis und EPS aus.
○ Der Sondereffekt „Nicht-cashwirksame Wertminderung auf die Beteiligung an Kublai“ resultiert aus einer außerplanmäßigen, nicht-cashwirksamen Wertminderung auf die Kublai-/Tele Columbus-Beteiligung und wirkte sich im Geschäftsjahr 2024 negativ auf EBT, Konzernergebnis und EPS aus.
○ Der Sondereffekt „Einmalige Steuereffekte 2024“ resultiert aus einer einmaligen Wertberichtigung von in Vorjahren aktivierten latenten Steuern auf Verlustvorträge auf Ebene der 1&1 Versatel GmbH. Gegenläufig erfolgte eine direkte Verrechnung der laufenden Verluste von 1&1 Versatel auf Ebene der United Internet AG infolge eines im November 2024 mit 1&1 Versatel geschlossenen Ergebnisabführungsvertrages. Der Sondereffekt wirkte sich im Geschäftsjahr 2024 negativ auf Konzernergebnis und EPS aus.
Weitere Einzelheiten zu den vorgenannten Sondereffekten 2024 finden sich im Kapitel 2.2 „Geschäftsverlauf“ unter „Sondereffekte im Geschäftsjahr 2024“.
○ Der Sondereffekt „IPO-Kosten IONOS“ resultiert aus einmaligen Kosten im Zusammenhang mit dem Börsengang (IPO) der IONOS Group SE sowie gegenläufig der anteiligen Kostenübernahme durch den IONOS Mitgesellschafter Warburg Pincus und wirkte sich im Geschäftsjahr 2023 insgesamt negativ auf EBITDA, EBIT, EBT, Konzernergebnis und EPS aus.
Herleitung von EBITDA, EBIT, EBT, Konzernergebnis und EPS (laut Gesamtergebnisrechnung) auf die um Sondereffekte bereinigten Werte (operativ)
in Mio. €; EPS in € | Geschäftsjahr 2024 | Geschäftsjahr 2023(1) |
EBITDA | 1.294,0 | 1.292,1 |
Ergebnisbeitrag Energy und De-Mail | 0,7 | 2,7 |
IPO-Kosten IONOS | | 1,7 |
EBITDA bereinigt (operativ) | 1.294,7 | 1.296,5 |
EBIT | 638,7 | 754,0 |
Ergebnisbeitrag Energy und De-Mail | 0,9 | 2,8 |
IPO-Kosten IONOS | | 1,7 |
EBIT bereinigt (operativ) | 639,6 | 758,5 |
EBT | 302,6 | 597,6 |
Ergebnisbeitrag Energy und De-Mail | 0,9 | 2,8 |
Nicht-cashwirksame Wertminderung auf die Beteiligung an Kublai | 170,5 | |
IPO-Kosten IONOS | | 1,7 |
EBT bereinigt (operativ) | 474,0 | 602,1 |
Konzernergebnis | 58,3 | 362,2 |
Ergebnisbeitrag Energy und De-Mail | 0,6 | 2,0 |
Nicht-cashwirksame Wertminderung auf die Beteiligung an Kublai | 170,5 | |
Einmalige Steuereffekte 2024 | 52,0 | |
IPO-Kosten IONOS | | 1,7 |
Konzernergebnis bereinigt (operativ) | 281,4 | 365,9 |
Konzernergebnis "Anteilseigner United Internet" | –47,6 | 232,7 |
Ergebnisbeitrag Energy und De-Mail | 0,6 | 2,0 |
Nicht-cashwirksame Wertminderung auf die Beteiligung an Kublai | 170,5 | |
Einmalige Steuereffekte 2024 | 52,0 | |
IPO-Kosten IONOS | | 5,9 |
Konzernergebnis "Anteilseigner United Internet" bereinigt (operativ) | 175,5 | 240,6 |
EPS | –0,28 | 1,35 |
Ergebnisbeitrag Energy und De-Mail | 0,00 | 0,01 |
Nicht-cashwirksame Wertminderung auf die Beteiligung an Kublai | 0,99 | |
Einmalige Steuereffekte 2024 | 0,30 | |
IPO-Kosten IONOS | | 0,03 |
EPS bereinigt (operativ) | 1,01 | 1,39 |
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(1)Die im Lagebericht 2023 bereinigten Bewertungseffekte aus Derivaten sind im Ergebnisbeitrag von Energy enthalten.
Bereinigt um die vorgenannten Sondereffekte aus dem IPO von IONOS im Vorjahr sowie um die Ergebnisbeiträge aus „Energy“ und „De-Mail“ im Vorjahr und im Geschäftsjahr 2024 entwickelten sich
die operativen Ergebniskennzahlen des Konzerns wie folgt:
Das operative EBITDA im Konzern belief sich im Geschäftsjahr 2024 auf 1.294,7 Mio. € und lag damit nur leicht unter dem Vorjahr (1.296,5 Mio. €). Im EBITDA enthalten sind neben den Ergebnisbelastungen aus dem vorübergehenden Ausfall des 1&1 Mobilfunknetzes stärker als erwartet gestiegene Aufwendungen für den Ausbau des 1&1 Mobilfunknetzes. Insgesamt beliefen sich diese auf -265,3 Mio. € (Vorjahr:
-132,4 Mio. €). In dieser Position sind zudem 14,3 Mio. € periodenfremde Aufwendungen für Nachberechnungen beim Netzausbau für 2022 und 2023 enthalten.
Das operative EBIT wurde – neben den Kosten des Netzausbaus sowie den periodenfremden Aufwendungen – zusätzlich durch gestiegene Abschreibungen insbesondere auf Investitionen in den Ausbau
des Glasfasernetzes bei 1&1 Versatel sowie des 1&1 Mobilfunknetzes in Höhe von -541,2 Mio. € (Vorjahr:
-424,1 Mio. €) beeinträchtigt. Es belief sich demzufolge auf 639,6 Mio. € (Vorjahr: 758,5 Mio. €).
Entsprechend sank auch die operative EBITDA-Marge von 21,0 % im Vorjahr auf 20,5 % und die operative EBIT-Marge von 12,3 % auf 10,1 %.
Die Zahl der Mitarbeitenden im Konzern blieb in 2024 mit 10.972 (Vorjahr: 10.962) nahezu unverändert.
Wesentliche Umsatz- und Ergebniskennzahlen im Konzern (in Mio. €)
(1)Exklusive der Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Energy und De-Mail (Umsatz-Beitrag: 26,2 Mio. €; EBITDA-Beitrag: -0,7 Mio. €; EBIT-Beitrag:
-0,9 Mio. €); inklusive periodenfremde Aufwendungen für den Netzaufbau aus 2022 und 2023 (EBITDA- und EBIT-Effekt: -14,3 Mio. €)
(2)Exklusive der Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Energy und De-Mail (Umsatz-Beitrag: 27,3 Mio. €; EBITDA-Beitrag: -2,7 Mio. €; EBIT-Beitrag:
-2,8 Mio. €) und exklusive IPO-Kosten IONOS (EBITDA- und EBIT-Effekt: -1,7 Mio. € netto (IPO-Kosten und gegenläufig anteilige Kostenübernahme durch den IONOS Mitgesellschafter))
Quartalsentwicklung; Veränderung zum Vorjahresquartal(1)
in Mio. € | Q1 2024(2) | Q2 2024(2) | Q3 2024(2) | Q4 2024(2) | Q4 2023(2) | Veränderung |
Umsatz | 1.565,0 | 1.534,9 | 1.560,8 | 1.642,3 | 1.617,5 | + 1,5 % |
EBITDA | 342,1 | 320,2 | 316,1(3) | 316,3 | 303,7 | + 4,1 % |
EBIT | 187,0 | 160,4 | 182,1(3) | 110,1 | 162,1 | - 32,1 % |
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(1)Ungeprüft; siehe Hinweis „ungeprüfte Abschnitte“ auf Seite 3
(2)Exklusive der Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Energy und De-Mail
(Umsatz-Beitrag: 6,6 Mio. €, EBITDA-Beitrag: -1,3 Mio. €, EBIT-Beitrag: -1,3 Mio. € in Q1 2024;
Umsatz-Beitrag: 6,8 Mio. €, EBITDA-Beitrag: +0,6 Mio. €, EBIT-Beitrag: +0,6 Mio. € in Q2 2024;
Umsatz-Beitrag: 6,5 Mio. €, EBITDA-Beitrag: +0,5 Mio. €, EBIT-Beitrag: +0,4 Mio. € in Q3 2024;
Umsatz-Beitrag: 6,3 Mio. €, EBITDA-Beitrag: -0,5 Mio. €, EBIT-Beitrag: -0,6 Mio. € in Q4 2024;
Umsatz-Beitrag: 6,8 Mio. €, EBITDA-Beitrag: -0,5 Mio. €, EBIT-Beitrag: -0,6 Mio. € in Q4 2023) und
exklusive IPO-Kosten IONOS (EBITDA- und EBIT-Effekt: -0,1 Mio. € netto in Q4 2023)
(3)Inklusive periodenfremde Aufwendungen für den Netzaufbau aus 2022 und 2023 (EBITDA- und EBIT-Effekt: -14,3 Mio. €)
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung wesentlicher Umsatz- und Ergebniskennzahlen
in Mio. € | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 |
Umsatz | 5.367,2 | 5.646,2 | 5.915,1 | 6.185,9(4) | 6.303,0(4) |
EBITDA | 1.218,2(1) | 1.262,4(2) | 1.271,8(3) | 1.296,5(4) | 1.294,7(5) |
EBITDA-Marge | 22,7 % | 22,4 % | 21,5 % | 21,0 % | 20,5 % |
EBIT | 744,2(1) | 788,6(2) | 790,7(3) | 758,5(4) | 639,6(5) |
EBIT-Marge | 13,9 % | 14,0 % | 13,4 % | 12,3 % | 10,1 % |
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(1)Inklusive des periodenfremden positiven Ergebniseffekts in 2021, der dem 2. Halbjahr 2020 zuzuordnen ist (EBITDA- und EBIT-Effekt: +39,4 Mio. €); exklusive Ausbuchung noch zur Verfügung stehender VDSL-Kontingente (EBITDA- und EBIT-Effekt: -129,9 Mio. €)
(2)Exklusive des periodenfremden positiven Ergebniseffekts, der dem 2. Halbjahr 2020 zuzuordnen ist (EBITDA- und EBIT-Effekt: +39,4 Mio. €) und exklusive eines nicht-cashwirksamen Bewertungseffekts aus Derivaten (EBITDA- und EBIT-Effekt: +3,0 Mio. €)
(3)Exklusive eines nicht-cashwirksamen Bewertungseffekts aus Derivaten (EBITDA- und EBIT-Effekt: -0,5 Mio. €) und exklusive IPO-Kosten IONOS (EBITDA- und EBIT-Effekt: -8,8 Mio. €)
(4)Exklusive der Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Energy und De-Mail (Umsatz-Beitrag: 27,3 Mio. €; EBITDA-Beitrag: -2,7 Mio. €;
EBIT-Beitrag: -2,8 Mio. €) und exklusive IPO-Kosten IONOS (EBITDA- und EBIT-Effekt: -1,7 Mio. € netto (IPO-Kosten und gegenläufig anteilige Kostenübernahme durch den IONOS Mitgesellschafter))
(5)Exklusive der Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Energy und De-Mail (Umsatz-Beitrag: 26,2 Mio. €; EBITDA-Beitrag: -0,7 Mio. €;
EBIT-Beitrag: -0,9 Mio. €); inklusive periodenfremde Aufwendungen für den Netzaufbau aus 2022 und 2023 (EBITDA- und EBIT-Effekt: -14,3 Mio. €)
Zusätzlich bereinigt um die nicht-cashwirksamen Wertminderung auf die Beteiligung an Kublai / Tele Columbus (ausgewiesen im Ergebnis aus dem Verlust des maßgeblichen Einflusses) blieb auch das operative Ergebnis vor Steuern (EBT) – ausgehend von dem aus vorgenannten Gründen zurückgegangenen operativen EBIT (-118,9 Mio. €) – mit 474,0 Mio. € hinter dem Vorjahr (602,1 Mio. €) zurück.
Nochmals bereinigt um einmalige Steuereffekte 2024 entwickelten sich die weiteren operativen Ergebniskennzahlen des Konzerns wie folgt:
Das operative Konzernergebnis sowie für das auf die Anteilseigner der United Internet AG entfallende operative Konzernergebnis gingen von 365,9 Mio. € auf 281,4 Mio. € bzw. von 240,6 Mio. € auf 175,5 Mio. € zurück.
Das operative EPS ging von 1,39 € auf 1,01 € zurück. Ursächlich hierfür war ebenfalls im Wesentlichen die EBIT-Entwicklung (EPS-Effekt: -0,40 €).
Finanzlage im Konzern
Trotz des geringeren Konzernergebnisses stieg der Cashflow vor Veränderung der Bilanzposten (Zwischensumme) von 1.060,9 Mio. € im Vorjahr auf 1.128,9 Mio. € im Geschäftsjahr 2024.
Die Nettozahlungen der betrieblichen Tätigkeit stiegen ebenfalls von 828,5 Mio. € auf 954,1 Mio. €.
Die Nettozahlungen im Investitionsbereich weist im Berichtszeitraum Nettoauszahlungen in Höhe von -765,6 Mio. € (Vorjahr: -798,2 Mio. €) aus. Diese resultieren im Wesentlichen aus Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in Höhe von -774,6 Mio. € (Vorjahr: -797,9 Mio. €).
Der Free Cashflow ist bei United Internet definiert als Nettoeinzahlungen der betrieblichen Tätigkeit, verringert um Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, zuzüglich Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen. Der Free Cashflow verbesserte sich im Geschäftsjahr 2024 von 36,4 Mio. € im Vorjahr auf 184,5 Mio. €.
Abzüglich der Cashflow-Position „Tilgung von Leasingverbindlichkeiten“, die seit der Erstanwendung des Rechnungslegungsstandards IFRS 16 im Cashflow aus dem Finanzierungsbereich ausgewiesen werden, verbesserte sich der Free Cashflow (nach Leasing) von -85,0 Mio. € im Vorjahr auf 47,4 Mio. €.
Bestimmend in den Nettozahlungen im Finanzierungsbereich waren im Geschäftsjahr 2024 die Aufnahme von Krediten (netto 356,7 Mio. €; Vorjahr: 305,2 Mio. €), die Auszahlungen für Zinsen (-149,5 Mio. €; Vorjahr: -91,0 Mio. €), die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten (-137,1 Mio. €; Vorjahr: -121,3 Mio. €) sowie Dividendenzahlungen (-86,4 Mio. €; Vorjahr: -86,4 Mio. €). Im Cashflow aus dem Finanzierungsbereich des Vorjahres kamen noch der Erwerb eigener Aktien (-291,9 Mio. €) sowie die Einzahlungen von Minderheitsaktionären (305,0 Mio. €) im Rahmen des Börsengangs der IONOS Group SE und infolge von Kaufpreiszahlungen von Warburg Pincus hinzu.
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beliefen sich zum 31. Dezember 2024 stichtagsbedingt auf 114,9 Mio. € – nach 27,7 Mio. € zum Vorjahresstichtag.
Entwicklung der wesentlichen Cashflow-Kennzahlen
in Mio. € | 2024 | 2023 | Veränderung |
Cashflow vor Veränderung der Bilanzposten (Zwischensumme) | 1.128,9 | 1.060,9 | + 68,0 |
Nettozahlungen der betrieblichen Tätigkeit | 954,1 | 828,5 | + 125,6 |
Nettozahlungen im Investitionsbereich | –765,6 | –798,2 | + 32,6 |
Free Cashflow(1) | 47,4(2) | –85,0(3) | + 132,4 |
Nettozahlungen im Finanzierungsbereich | –101,8 | –43,6 | - 58,2 |
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 31. Dezember | 114,9 | 27,7 | + 87,2 |
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(1)Free Cashflow ist definiert als Nettozahlungen der betrieblichen Tätigkeit, verringert um Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, zuzüglich Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen
(2)2024 inkl. des Tilgungsanteils von Leasingverbindlichkeiten (-137,1 Mio. €), die seit dem Geschäftsjahr 2019 (IFRS 16) in den Nettozahlungen im Finanzierungsbereich ausgewiesen werden
(3)2023 inkl. des Tilgungsanteils von Leasingverbindlichkeiten (-121,3 Mio. €), die seit dem Geschäftsjahr 2019 (IFRS 16) in den Nettozahlungen im Finanzierungsbereich ausgewiesen werden
Für weitere Angaben zu Garantien, Leasing- und anderen Finanzierungsverpflichtungen wird auf
das Kapitel 2.2 „Geschäftsverlauf“, „Liquidität und Finanzierung“ sowie den Konzernanhang unter
Anhangangabe 45 verwiesen.
Vermögenslage im Konzern
Die Bilanzsumme stieg von 11,246 Mrd. € per 31. Dezember 2023 auf 11,936 Mrd. € zum 31. Dezember 2024.
Entwicklung der kurzfristigen Vermögenswerte
in Mio. € | 31.12.2024 | 31.12.2023 | Veränderung |
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 114,9 | 27,7 | + 87,2 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 515,8 | 508,9 | + 6,9 |
Vertragsvermögenswerte | 630,3 | 676,1 | - 45,8 |
Vorräte | 119,7 | 178,1 | - 58,4 |
Abgegrenzte Aufwendungen | 394,2 | 303,8 | + 90,4 |
Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 106,1 | 96,9 | + 9,3 |
Ertragsteueransprüche | 93,1 | 34,8 | + 58,4 |
Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte | 15,2 | 13,8 | + 1,3 |
Summe kurzfristige Vermögenswerte | 1.989,3 | 1.840,1 | + 149,2 |
| | | |
Kurzfristige Vermögenswerte stiegen von 1.840,1 Mio. € per 31. Dezember 2023 auf 1.989,3 Mio. € zum 31. Dezember 2024. Dabei stieg der in den kurzfristigen Vermögenswerten ausgewiesene Bestand an
liquiden Mitteln stichtagsbedingt von 27,7 Mio. € auf 114,9 Mio. €. Kurzfristige Vertragsvermögenswerte sanken infolge des aktuell (im Vergleich zu Vorperioden) geringeren Kundenwachstums sowie des geringeren Hardware-Absatzes von 676,1 Mio. € auf 630,3 Mio. € und beinhaltet kurzfristige Ansprüche gegenüber Kunden aus der im Rahmen der Anwendung von IFRS 15 vorgezogenen Umsatzrealisierung. Vorräte gingen nach der vorsorglichen Aufstockung zum Jahresende 2023 von 178,1 Mio. € auf 119,7 Mio. € zurück. Kurzfristig abgegrenzte Aufwendungen stiegen stichtagsbedingt infolge von geleisteten Zahlungen an Vorleister von 303,8 Mio. € auf 394,2 Mio. € und beinhalten im Wesentlichen den kurzfristigen Anteil der Aufwendungen im Zusammenhang mit der Kundengewinnung (Vertragserlangung) und der Vertragserfüllung gemäß IFRS 15. Ertragssteueransprüche stiegen von 34,8 Mio. € auf 93,1 Mio. €. Die Positionen kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige finanzielle Vermögenswerte sowie sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte blieben weitgehend unverändert.
Entwicklung der langfristigen Vermögenswerte
in Mio. € | 31.12.2024 | 31.12.2023 | Veränderung |
Anteile an assoziierten Unternehmen | 124,9 | 373,2 | - 248,3 |
Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 85,9 | 8,3 | + 77,6 |
Sachanlagen | 3.145,0 | 2.405,3 | + 739,7 |
Immaterielle Vermögenswerte | 1.879,8 | 2.001,6 | - 121,8 |
Firmenwerte | 3.632,7 | 3.628,8 | + 3,9 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 29,9 | 34,8 | - 4,9 |
Vertragsvermögenswerte | 187,9 | 206,6 | - 18,7 |
Abgegrenzte Aufwendungen | 801,2 | 679,8 | + 121,4 |
Latente Steueransprüche | 59,0 | 67,1 | - 8,1 |
Summe langfristige Vermögenswerte | 9.946,4 | 9.405,6 | + 540,9 |
| | | |
Langfristige Vermögenswerte erhöhten sich von 9.405,6 Mio. € per 31. Dezember 2023 auf 9.946,4 Mio. € zum 31. Dezember 2024. Dabei gingen die Anteile an assoziierten Unternehmen insbesondere durch die nicht-cashwirksame Wertminderung auf die Beteiligung an Kublai und der Umgliederung / Umwidmung der Kublai-Beteiligung (infolge des Verlusts des maßgeblichen Einflusses) in die langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte von 373,2 Mio. € auf 124,9 Mio. € zurück. Die langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte stiegen entsprechend von 8,3 Mio. € auf 85,9 Mio. €. Sachanlagen legten infolge der im Berichtszeitraum getätigten Investitionen (insbesondere 5G-Netzausbau sowie Glasfaser-Netzausbau in den Segmenten „Consumer Access“ und „Business Access“) deutlich von 2.405,3 Mio. € auf 3.145,0 Mio. € zu, während immaterielle Vermögenswerte im Wesentlichen infolge gestiegener Abschreibungen von 2.001,6 Mio. € auf 1.879,8 Mio. € zurückgingen. Langfristig abgegrenzte Aufwendungen erhöhten sich stichtagsbedingt infolge von geleisteten Zahlungen an Vorleister deutlich von 679,8 Mio. € auf 801,2 Mio. €. Die Positionen Firmenwerte, langfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerte sowie latente Steueransprüche blieben weitgehend unverändert.
Entwicklung der kurzfristigen Schulden
in Mio. € | 31.12.2024 | 31.12.2023 | Veränderung |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 798,1 | 699,2 | + 98,9 |
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 356,5 | 582,4 | - 225,9 |
Ertragsteuerschulden | 48,0 | 88,0 | - 40,0 |
Vertragsverbindlichkeiten | 184,0 | 175,0 | + 9,0 |
Sonstige Rückstellungen | 23,3 | 26,4 | - 3,1 |
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 305,8 | 274,9 | + 30,9 |
Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten | 165,9 | 176,7 | - 10,8 |
Summe kurzfristige Schulden | 1.881,6 | 2.022,7 | - 141,1 |
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(1)Vorjahr angepasst; die Verbindlichkeiten aus Gehalt wurden aufgrund ihres inhaltlichen Charakters von den finanziellen in die nicht-finanziellen Verbindlichkeiten umgegliedert.
Kurzfristige Schulden verringerten sich von 2.022,7 Mio. € per 31. Dezember 2023 auf 1.881,6 Mio. € zum 31. Dezember 2024. Dabei stiegen die kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stichtagsbedingt von 699,2 Mio. € auf 798,1 Mio. €. Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten gingen infolge deren Rückführung bzw. deren langfristiger Refinanzierung von 582,4 Mio. € auf 356,5 Mio. € zurück. Ertragsteuerschulden gingen stichtagsbedingt von 88,0 Mio. € auf 48,0 Mio. € zurück. Die Positionen kurzfristige Vertragsverbindlichkeiten, die vor allem Einzahlungen aus Kundenverträgen beinhaltet, für die die Leistung noch nicht vollständig erbracht worden ist, sowie kurzfristige sonstige Rückstellungen, kurzfristige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten und kurzfristige sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten blieben weitgehend unverändert.
Entwicklung der langfristigen Schulden
in Mio. € | 31.12.2024 | 31.12.2023 | Veränderung |
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 2.457,2 | 1.881,9 | + 575,4 |
Latente Steuerschulden | 350,7 | 293,0 | + 57,7 |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 2,4 | 3,4 | - 0,9 |
Vertragsverbindlichkeiten | 31,0 | 32,7 | - 1,7 |
Sonstige Rückstellungen | 70,4 | 68,7 | + 1,8 |
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 1.597,6 | 1.388,3 | + 209,3 |
Summe langfristige Schulden | 4.509,4 | 3.667,9 | + 841,5 |
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Langfristige Schulden erhöhten sich von 3.667,9 Mio. € per 31. Dezember 2023 auf 4.509,4 Mio. € zum 31. Dezember 2024. Ursächlich hierfür waren insbesondere die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, die infolge der Inanspruchnahme bestehender und neuer langfristiger Kreditlinien sowie der Aufnahme eines neuen Schuldscheindarlehens von 1.881,9 Mio. € auf 2.457,2 Mio. € anstiegen. Latente Steuerschulden stiegen von 293,0 Mio. € auf 350,7 Mio. €. Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten erhöhten sich insbesondere infolge höherer Leasing-Zugänge (IFRS 16) von 1.388,3 Mio. € auf 1.597,6 Mio. €. Die Positionen langfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, langfristige Vertragsverbindlichkeiten, die vor allem Einzahlungen aus Kundenverträgen beinhaltet, für die die Leistung noch nicht vollständig erbracht worden ist, sowie langfristige sonstige Rückstellungen blieben weitgehend unverändert.
Entwicklung des Eigenkapitals
in Mio. € | 31.12.2024 | 31.12.2023 | Veränderung |
Grundkapital | 192,0 | 192,0 | 0,0 |
Kapitalrücklage | 2.199,5 | 2.197,7 | + 1,7 |
Kumuliertes Konzernergebnis | 2.851,5 | 2.980,5 | - 129,0 |
Eigene Anteile | –459,3 | –459,8 | + 0,5 |
Neubewertungsrücklage | 2,7 | 0,1 | + 2,6 |
Währungsumrechnungsdifferenz | –5,2 | –12,5 | + 7,4 |
Auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital | 4.781,2 | 4.898,0 | - 116,8 |
Nicht beherrschende Anteile | 763,5 | 657,0 | + 106,5 |
Summe Eigenkapital | 5.544,7 | 5.555,1 | - 10,3 |
| | | |
Das Eigenkapital im Konzern sank von 5.555,1 Mio. € per 31. Dezember 2023 auf 5.544,7 Mio. € zum 31. Dezember 2024. Dabei ging das kumulierte Konzernergebnis, das die in der Vergangenheit erzielten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen (soweit sie nicht ausgeschüttet wurden) enthält, im Geschäftsjahr 2024 von 2.980,5 Mio. € auf 2.851,5 Mio. € zurück. Die Eigenkapitalquote im Konzern sank entsprechend von 49,4 % auf 46,5 %. Ursächlich für den Rückgang waren insbesondere die nicht-cashwirksamen Wertminderungen auf die Beteiligung an Kublai sowie die Auswirkungen des vorübergehenden Ausfalls des 1&1 Mobilfunknetzes im Mai 2024.
Die Netto-Bankverbindlichkeiten (d. h. der Saldo aus Bankverbindlichkeiten und liquiden Mitteln) erhöhten sich von 2.436,6 Mio. € per 31. Dezember 2023 um 262,2 Mio. € auf 2.698,8 Mio. € zum 31. Dezember 2024.
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung der relativen Verschuldung
| 31.12.2020 | 31.12.2021 | 31.12.2022 | 31.12.2023 | 31.12.2024 |
Netto-Bankverbindlichkeiten(1) / EBITDA | 1,27 | 1,31 | 1,68 | 1,89 | 2,09 |
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(1)Netto-Bankverbindlichkeiten = Saldo aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und liquiden Mittel
Weitere Angaben zu Zielsetzung und Methoden des Finanzrisiko-Managements im Konzern finden sich auch im Konzernanhang unter Anhangangabe 43.
Mehrperiodenübersicht: Entwicklung wesentlicher Bilanzpositionen
in Mio. € | 31.12.2020 | 31.12.2021 | 31.12.2022 | 31.12.2023 | 31.12.2024 |
Bilanzsumme | 9.230,8 | 9.669,1 | 10.358,5 | 11.245,6 | 11.935,7 |
Liquide Mittel | 131,3 | 110,1 | 40,5 | 27,7 | 114,9 |
Anteile an assoziierten Unternehmen | 89,6 | 431,6(1) | 429,3 | 373,2 | 124,9 |
Sachanlagen | 1.271,6 | 1.379,6 | 1.851,0 | 2.405,3 | 3.145,0 |
Immaterielle Vermögenswerte | 2.197,8 | 2.059,4 | 2.029,3 | 2.001,6 | 1.879,8 |
Firmenwerte | 3.609,4 | 3.627,8 | 3.623,4 | 3.628,8 | 3.632,7 |
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 1.466,1 | 1.822,7 | 2.155,5 | 2.464,3 | 2.813,7 |
Grundkapital | 194,0 | 194,0 | 194,0 | 192,0(2) | 192,0 |
Eigenkapital | 4.911,2 | 4.923,2 | 5.298,4 | 5.555,1 | 5.544,7 |
Eigenkapitalquote | 53,2 % | 50,9 % | 51,2 % | 49,4 % | 46,5 % |
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(1)Anstieg durch Beteiligung an Kublai (2021)
(2)Rückgang durch Einzug eigener Aktien (2023)
Gesamtaussage des Vorstands zur wirtschaftlichen
Lage des Konzerns
Der Internationale Währungsfonds hat im Rahmen seines Konjunkturausblicks nach vorläufigen Berechnungen für 2024 ein Plus von 3,2 % für die Weltwirtschaft ausgewiesen. Für Deutschland, dem mit einem Umsatzanteil von rund 90 % wichtigsten Markt für United Internet, decken sich die Berechnungen des Fonds mit den vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes, das für 2024 erneut einen Rückgang des (preisbereinigten) Bruttoinlandsprodukts um -0,2 % (Vorjahr: -0,3 %) festgestellt hat.
Trotz der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen entwickelten sich die Anzahl der Kundenverträge und der Umsatz von United Internet – dank des stabilen und weitgehend konjunkturunabhängigen Geschäftsmodells – auch im Geschäftsjahr 2024 positiv. So konnte die Gesellschaft um insgesamt 590.000 Verträge auf 29,02 Mio. wachsen und den Umsatz um 1,9 % bzw. 117,1 Mio. € auf 6.303 Mrd. € (ohne „Energy“ und „De-Mail“) steigern. Ursächlich für den auf den ersten Blick eher moderaten Umsatzanstieg waren vor allem im Vergleich zum Vorjahr geringere margenschwache Hardware-Umsätze (insbesondere Smartphones) im Segment „Consumer Access“ (-92,3 Mio. € im Vergleich zu 2023).
Im Geschäftsjahr 2024 wurden Kundenverträge, Umsatz und Ergebnis durch die Auswirkungen des vorübergehenden Ausfalls des neuen 1&1 Mobilfunknetzes im Mai 2024 sowie damit einhergehenden erhöhten Kündigungsaussprachen außerplanmäßig belastet. Außerdem war die geplante Migration von Bestandskunden auf das 1&1 Mobilfunknetz aufgrund einer unerwarteten Unterdimensionierung einzelner Netzbestandteile vorübergehend stark eingeschränkt und konnte erst im vierten Quartal 2024 wieder umfangreich aufgenommen werden. Damit konnten die im Geschäftsjahr 2024 erwarteten Einsparungen aus der Migration bestehender Kundenverträge (auf Wholesale-Basis) auf das 1&1 Mobilfunknetz nur teilweise realisiert werden. Darüber hinaus entstanden temporär höhere Aufwendungen für die Beseitigung von in der Folge des Netzausfalls festgestellten Kapazitätsengpässen.
Trotz der vorgenannten Ergebnisbelastungen lag das operative EBITDA im Konzern mit 1.294,7 Mio. € nur leicht unter dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 1.296,5 Mio. €). Im EBITDA enthalten sind neben den Ergebnisbelastungen aus dem vorübergehenden Ausfall des 1&1 Mobilfunknetzes stärker als erwartet gestiegene Aufwendungen für den Ausbau des 1&1 Mobilfunknetzes. Insgesamt beliefen sich diese auf -265,3 Mio. € (Vorjahr: -132,4 Mio. €). In dieser Position sind zudem rund 14 Mio. € periodenfremde Aufwendungen für Nachberechnungen beim Netzausbau für 2022 und 2023 enthalten.
Die Unternehmensentwicklung zeigt erneut die Vorteile des Geschäftsmodells von United Internet, das überwiegend auf elektronischen Abonnements mit festen monatlichen Beträgen basiert. Dies sichert stabile und planbare Umsätze und Cashflows, bietet Schutz gegen konjunkturelle Einflüsse und eröffnet finanzielle Spielräume, um neue Kunden zu gewinnen, Kundenbeziehungen auszubauen und Chancen in neuen Geschäftsfeldern bzw. neuen Märkten zu nutzen. Organisch oder durch Beteiligungen und Übernahmen.
Insgesamt sieht der Vorstand die United Internet Gruppe – zum Abschlussstichtag des Geschäftsjahres 2024 wie auch zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Lageberichts – für die weitere Unternehmensentwicklung gut aufgestellt. Er schätzt die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage – vorbehaltlich eventueller Sondereffekte – positiv ein und blickt optimistisch in die Zukunft.
2.4 Lage der Gesellschaft
Ertragslage der United Internet AG
Die Ertragslage der United Internet AG als reine Holding-Gesellschaft ist üblicherweise durch das Beteiligungs- und Finanzergebnis geprägt. Der Umsatz der Einzelgesellschaft belief sich im Geschäftsjahr 2024 auf 0,6 Mio. € (Vorjahr: 1,1 Mio. €) und resultiert überwiegend aus für Konzerngesellschaften erbrachten Dienstleistungen.
Die sonstigen betrieblichen Erträge beliefen sich auf 6,4 Mio. € (Vorjahr: 221,4 Mio. €) und resultieren – neben periodenfremden Erträgen und konzerninternen Weiterbelastungen – im Wesentlichen aus Erträgen aus dem Abgang von Finanzanlagen in Höhe von 5,6 Mio. € (Vorjahr: 219,1 Mio. €), die aus bedingten Kaufpreisforderungen der United Internet AG gegenüber dem IONOS-Mitgesellschafter Warburg Pincus aus dem Verkauf der Anteile an der IONOS Group SE stammen. Im Vorjahr waren die hohen Erträge aus dem Abgang von Finanzanlagen im Wesentlichen auf den Anteilsverkauf im Rahmen des Börsengangs der Konzerntochter IONOS Group SE zurückzuführen.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich auf 15,5 Mio. € (Vorjahr: 31,3 Mio. € inkl. der hohen IPO-Kosten im Zusammenhang mit dem Börsengang der Konzerntochter IONOS Group SE in 2023) und beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen aus internen Weiterbelastungen für konzernintern erbrachte Dienstleistungen, Rechts-, Prüfungs- und Beratungskosten sowie periodenfremde Aufwendungen.
Die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen von 112,7 Mio. € (Vorjahr: 101,9 Mio. €) resultieren aus den Gewinnabführungen der 1&1 Mail & Media Applications SE von 110,0 Mio. € (Vorjahr: 98,9 Mio. €), der United Internet Corporate Services GmbH von 2,5 Mio. € (Vorjahr: 2,8 Mio. €) und der United Internet Service SE von 0,2 Mio. € (Vorjahr: 0,1 Mio. €).
Die Erträge aus Beteiligungen beliefen sich auf 13,8 Mio. € (Vorjahr: 0 €) und beinhalten im Wesentlichen Dividenden der 1&1 AG für das Geschäftsjahr 2023 sowie aufgrund der phasengleichen Gewinnvereinnahmung zusätzlich die Dividende für das Geschäftsjahr 2024. Aufgrund der phasengleichen Gewinnvereinnahmung für das Geschäftsjahr 2022 im Geschäftsjahr 2022 sind im Vorjahr keine Erträge aus Beteiligungen erfasst.
Die Aufwendungen aus Verlustübernahmen in Höhe von 486,5 Mio. € (Vorjahr: 19,2 Mio. €) betrafen den Ergebnisausgleich der United Internet Investments Holding AG & Co. KG von 337,7 Mio. € (Vorjahr: 19,2 Mio. €), der United Internet Management Holding SE von 148,8 Mio. € (Vorjahr: 0,04 Mio. €) sowie der United Internet Corporate Holding SE von 0,03 Mio. € (Vorjahr: 0,04 Mio. €).
Der Anstieg des Verlustes der United Internet Investments Holding gegenüber dem Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus dem Rückgang des Anteils an der Kublai GmbH von 40 % auf rund 5 % im Geschäftsjahr 2024. Am 14. Juni 2024 gab die United Internet AG bekannt, keine weiteren Investitionen in die Kublai GmbH zu tätigen, die rund 95 % der Tele Columbus AG hält. United Internet verzichtete damit auf das Recht, die im Rahmen einer Kapitalerhöhung im 1. Quartal 2024 erfolgte Verwässerung ihrer Anteile an Kublai auf rund 5 % wieder auf 40 % aufzustocken. Vor diesem Hintergrund ergab sich im Jahresabschluss der United Internet Investments Holding zum 31. Dezember 2024 ein außerplanmäßiger Verlust aus der Verwässerung der Anteile an Kublai in Höhe von 316,0 Mio. €.
United Internet ist davon überzeugt, dass die der Kapitalerhöhung zugrunde gelegte Bewertung der Tele Columbus AG deutlich zu niedrig und demzufolge die Verwässerung der von United Internet gehaltenen Anteile zu weitreichend ist. Weiterer Gesellschafter von Kublai ist die Hilbert Management GmbH, eine mittelbare Tochtergesellschaft der Morgan Stanley Infrastructure Inc. (MSI), ein von der Investmentbank Morgan Stanley verwalteter Infrastrukturfonds. Die Stimmenmehrheit in der Gesellschafterversammlung ermöglichte es MSI, die Kapitalerhöhung auf Basis einer von MSI festgelegten Bewertung durchzuführen. United Internet hat mittelbar durch die United Internet Investments Holding zwischenzeitlich das vertraglich vorgesehene Verwässerungsschutzverfahren eingeleitet und lässt die von MSI vorgenommene Bewertung durch die Deutsche Institution für Schiedsgerichtsbarkeit (DIS) überprüfen. Wenn die DIS der Auffassung von United Internet folgt, könnte der United Internet Investments Holding ein Ausgleichsbetrag von ca. 300 Mio. € zugesprochen werden. Bei einer abweichenden Auffassung des Gerichts könnte der zugesprochene Anspruch bzw. Ausgleichsbetrag entsprechend geringer ausfallen.
Der Anstieg des Verlustes der United Internet Management Holding gegenüber dem Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus der Übernahme des Verlustes der 1&1 Versatel GmbH infolge des im November 2024 mit der 1&1 Versatel GmbH geschlossenen Ergebnisabführungsvertrages.
Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beliefen sich auf 17,0 Mio. € Steuerertrag (Vorjahr: -44,1 Mio. € Steueraufwand).
Der Jahresfehlbetrag im Einzelabschluss der United Internet AG belief sich im Geschäftsjahr 2024 infolge der hohen Aufwendungen aus Verlustübernahmen auf -365,3 Mio. € (Vorjahr: 274,0 Mio. €).
Finanz- und Vermögenslage der United Internet AG
Die Bilanzsumme der Einzelgesellschaft verringerte sich von 5.865,6 Mio. € zum 31. Dezember 2023 auf 5.777,2 Mio. € zum 31. Dezember 2024.
Das Anlagevermögen der Einzelgesellschaft in Höhe von 5.442,3 Mio. € (Vorjahr: 4.832,2 Mio. €) ist im Wesentlichen geprägt durch die Finanzanlagen. Dabei stiegen die Anteile an verbundenen Unternehmen insbesondere durch eine Einzahlung in Höhe von 370,0 Mio. € in die Kapitalrücklage der 1&1 Versatel GmbH gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB auf 4.502,2 Mio. € (Vorjahr: 4.132,2 Mio. €). Ausleihungen an verbundene Unternehmen stiegen auf 940,0 Mio. € (Vorjahr: 700,0 Mio. €). Die Veränderung in den Ausleihungen resultiert im Wesentlichen aus dem Anstieg der Ausleihungen an die Tochtergesellschaft 1&1 Versatel GmbH sowie aus gegenläufigen Rückzahlungen der Tochtergesellschaft IONOS Group SE.
Das Umlaufvermögen der Einzelgesellschaft in Höhe von 254,9 Mio. € (Vorjahr: 1.033,4 Mio. €) umfasst die Forderungen gegen verbundene Unternehmen sowie sonstige Vermögensgegenstände. Dabei gingen die Forderungen gegen verbundene Unternehmen auf 222,0 Mio. € (Vorjahr: 1.010,6 Mio. €) zurück. Sie enthalten insbesondere Forderungen im Rahmen des Cash-Managements von 500,1 Mio. € (Vorjahr: 973,3 Mio. €), aus umsatzsteuerlicher Organschaft von 59,0 Mio. € (Vorjahr: 54,8 Mio. €) sowie gegenläufig Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen aus Ergebnisabführungsverträgen von 335,0 Mio. € (Vorjahr: 16,2 Mio. €). Der Rückgang der Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen resultiert im Wesentlichen aus dem Rückgang der Forderungen aus dem Cash-Management gegenüber der Tochtergesellschaft 1&1 Versatel GmbH, bedingt durch die Umstellung auf eine langfristige Finanzierung. Der Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen aus Ergebnis-abführungsverträgen resultiert im Wesentlichen aus dem Verlust der United Internet Investments Holding AG & Co. KG, der im Wesentlichen auf den Verlust aus der Verwässerung des Anteils an der Kublai GmbH im Geschäftsjahr 2024 von 40 % auf rund 5 % zurückzuführen ist. Die sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von 33,0 Mio. € (Vorjahr: 22,7 Mio. €) beinhalten im Wesentlichen Forderungen gegen das Finanzamt.
Das Eigenkapital der Einzelgesellschaft belief sich zum 31. Dezember 2024 auf 3.066,2 Mio. € (Vorjahr: 3.517,4 Mio. €). Der Rückgang des Eigenkapitals im Berichtsjahr resultiert insbesondere aus der Dividendenzahlung in Höhe von 86,4 Mio. € und dem Jahresfehlbetrag in Höhe von -365,3 Mio. €. Die Eigenkapitalquote ging von 60,0 % im Vorjahr auf 53,1 % zum 31. Dezember 2024 zurück.
Bei den Rückstellungen der Einzelgesellschaft in Höhe von 9,9 Mio. € (Vorjahr: 7,7 Mio. €) handelt es sich insbesondere um Steuerrückstellungen in Höhe von 6,2 Mio. € (Vorjahr: 5,0 Mio. €) sowie um sonstige Rückstellungen für Mitarbeiterbeteiligungsprogramme, Rechts-, Prüfungs- und Beratungskosten, Tantiemen und Sonstige in Höhe von 3,7 Mio. € (Vorjahr: 2,6 Mio. €).
Die Verbindlichkeiten der Einzelgesellschaft sind insbesondere von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie gegenüber verbundenen Unternehmen geprägt. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten stiegen dabei in 2024 auf 2.027,2 Mio. € (Vorjahr: 1.668,3 Mio. €). Die Bankverbindlichkeiten setzen sich im Wesentlichen aus vier Schuldscheindarlehen in Höhe von insgesamt 1.217 Mio. € (Vorjahr: 1.162 Mio. €), diversen Konsortialkrediten über 700 Mio. € (Vorjahr: 150 Mio. €), Betriebsmittellinien über 94 Mio. € (Vorjahr: 295 Mio. €), bilateralen Kreditvereinbarungen in Höhe von 0 Mio. € (Vorjahr: 50 Mio. €) sowie Zinsen in Höhe von 16 Mio. € (Vorjahr: 11 Mio. €) zusammen. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stiegen auf 608,1 Mio. € (Vorjahr: 564,0 Mio. €). Sie beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus dem Cash-Management innerhalb der United Internet Gruppe, Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen aus Ergebnisabführungsverträgen sowie Verbindlichkeiten aus umsatzsteuerlicher Organschaft. Bei den sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 65,9 Mio. € (Vorjahr: 89,8 Mio. €) handelt es sich im Wesentlichen um Umsatzsteuerverbindlichkeiten.
Der Cashflow im Einzelabschluss der Gesellschaft ist geprägt durch Zahlungsmittelzuflüsse aus den Gewinnabführungsverträgen sowie den Dividenden der Beteiligungen.
Gesamtaussage des Vorstands zur wirtschaftlichen Lage der Einzelgesellschaft
Die wirtschaftliche Lage der United Internet AG auf Ebene des Einzelabschlusses ist aufgrund ihrer Rolle als Holding-Gesellschaft im Wesentlichen durch das Beteiligungs- und Finanzergebnis beeinflusst. Insofern gilt die Gesamtaussage des Vorstandes zur wirtschaftlichen Lage im Konzern qualitativ auch für die United Internet AG selbst.
2.5 Corporate Responsibility
Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG sehen sich in der Verpflichtung, durch eine verantwortungsbewusste und langfristig ausgerichtete Unternehmensführung für den Bestand des Unternehmens und für eine nachhaltige Wertschöpfung zu sorgen. Nach dem Selbstverständnis von United
Internet geht unternehmerisches Handeln dabei über die Verfolgung wirtschaftlicher Ziele hinaus und beinhaltet auch eine Verpflichtung gegenüber Gesellschaft, Umwelt, Mitarbeitenden und weiteren Stakeholdern.
Der nichtfinanzielle Konzernbericht wurde in Übereinstimmung mit §§ 315c i.V.m. 289c bis 289e HGB einschließlich der in dieser nichtfinanziellen Berichterstattung enthaltenen Angaben zur Erfüllung der Anforderungen nach Artikel 8 der Verordnung (EU) 2020/852 (im Folgenden „nichtfinanzielle Berichterstattung“) aufgestellt. Hinsichtlich Struktur und Darstellung der Informationen orientiert sich die Berichterstattung an den European Sustainability Reporting Standards (ESRS). Dies gilt insbesondere für die folgenden Aspekte des ESRS 1:
○ Qualitative Merkmale von Informationen
○ Doppelte Wesentlichkeit als Grundlage für die Angabe von Nachhaltigkeitsinformationen
○ Sorgfaltspflicht
○ Wertschöpfungskette
○ Zeithorizonte
○ Erstellung und Darstellung von Nachhaltigkeitsinformationen
○ Aufbau der Nachhaltigkeitserklärung
Die gemäß der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse identifizierten Impacts, Risks and Opportunities („IROs“; Auswirkungen, Risiken und Chancen) bilden, in Anlehnung an das Konzept der ESRS, den Ausgangspunkt für die Identifikation der wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen. Im Anschluss werden für diese Nachhaltigkeitsthemen, ebenfalls in Anlehnung an die ESRS, qualitative und im Einzelfall auch quantitative Informationen berichtet.
Bei der Auswahl der qualitativen Informationen orientiert sich der Nachhaltigkeitsbericht an dem Konzept der „Strategien, Maßnahmen und Ziele“ wie es in ESRS 2 verankert ist. Darüber hinaus werden,
sofern relevant und möglich, weitere quantitative Informationen bereitgestellt, die sich, sofern separat gekennzeichnet, im Einklang mit den ESRS ermittelt wurden.
Das Kapitel Allgemeine Angaben legt die grundlegenden Querschnittsanforderungen für die Nachhaltigkeitsberichterstattung fest, einschließlich der Angabe von Unternehmensstrategie, Governance, Wesentlichkeit und Einbeziehung von Stakeholdern, die für alle Unternehmen verpflichtend sind. Das zweite Kapitel bildet die Umweltinformationen in Bezug auf den Klimawandel und Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft ab. Innerhalb des Sozialen Kapitels werden Informationen und Kennzahlen in Bezug auf die eigene Belegschaft, die Arbeitnehmer in der Lieferkette sowie Verbraucher und Endnutzer dargelegt. Zuletzt folgen Kapitel mit Inhalten zur Unternehmensführung und zu unternehmensspezifische Governance-Themen: Digitale Ethik und Verantwortung. Letzteres behandelt unternehmensspezifische Themen insbesondere in Bezug auf die Digitalwirtschaft, die für den United Internet Konzern und die Branche im Allgemeinen relevant ist.
Der Nachhaltigkeitsbericht 2024 der Gesellschaft, inklusive des nichtfinanziellen Konzernberichts, wird Ende März 2025 (unter https://www.united-internet.de/investor-relations/publikationen/berichte.html) veröffentlicht.
Vor dem Hintergrund der Einführung der europäischen Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) wurde im Geschäftsjahr 2024 intensiv daran gearbeitet, den gestiegenen regulatorischen Anforderungen, soweit möglich, nachzukommen. So wurden die Nachhaltigkeitsziele innerhalb der Geschäftsbereiche geschärft, die zuständigen Teams gestärkt und die Prozesse und Systeme für die Datenerhebung erweitert und optimiert. Damit ist die Gesellschaft in der Lage, Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekte (ESG) detaillierter darzustellen und die Entwicklungen innerhalb der Geschäftsbereiche sichtbarer zu machen. Gleichzeitig wurde das bestehende Risikomanagement fortlaufend angepasst und erweitert, sodass die Robustheit des Geschäftsmodells auch in Zukunft sichergestellt wird. Zudem wurde mit der Erhebung und Aktualisierung des ökologischen Fußabdrucks die Weichen gestellt, um Maßnahmen noch gezielter umsetzen zu können.
Die inhaltliche Prüfung der Nachhaltigkeitsberichterstattung obliegt dem Aufsichtsrat der Gesellschaft. Unterstützt wird der Aufsichtsrat dabei durch eine inhaltliche Prüfung mit begrenzter Sicherheit („limited assurance“) des gesonderten nichtfinanziellen Konzernberichts durch die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.
3. Nachtragsbericht
Wechsel im Vorstand
Ralf Hartings, Finanzvorstand der United Internet AG, beendete auf eigenen Wunsch seine Vorstandstätigkeit bei der United Internet AG zum 31. Dezember 2024. Nachfolger von Ralf Hartings als Finanzvorstand (CFO) der United Internet AG ist seit dem 1. Januar 2025 Carsten Theurer. Carsten Theurer war zuvor über 20 Jahre in unterschiedlichen Sparten in der Schwarz Gruppe, in seiner letzten Position als Group-CFO. In diesen Rollen hat er das internationale Wachstum der Schwarz Gruppe im Handel begleitet und war maßgeblich am Aufbau der eigenen Produktionsunternehmen beteiligt.
Inanspruchnahme des JBIC-Darlehens nach dem Bilanzstichtag
Im Dezember 2024 hat United Internet mit der Japan Bank for International Cooperation (JBIC) einen Darlehensvertrag über bis zu 800 Mio. € unterzeichnet. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 war das Darlehen noch nicht in Anspruch genommen, sodass der volle Betrag von 800 Mio. € (Vorjahr: 0 €) zur Verfügung stand. Im Februar 2025 wurde ein Betrag in Höhe von 290 Mio. € aus dem Darlehen abgerufen. Da dieser Vorgang erst nach dem Bilanzstichtag eingetreten ist, hat er keine Auswirkungen auf die zum Stichtag aufgestellten Finanzinformationen.
Inanspruchnahme des Konsortialkreditrahmens nach dem Bilanzstichtag
Im Dezember 2024 hat United Internet einen Konsortialkreditrahmen erfolgreich mit ihren Kernbanken refinanziert. Für den neuen Konsortialkreditrahmen über 950 Mio. € wurde eine Laufzeit bis Dezember 2029 vereinbart und vertragliche Verlängerungsoptionen zugesagt. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 war der neue Konsortialkreditrahmen mit 150 Mio. € (Vorjahr: 150 Mio. €) in Anspruch genommen, so dass Mittel in Höhe von 800 Mio. € (Vorjahr: 660 Mio. €) zur Verfügung standen. Im März 2025 wurden die bis dato abgerufenen Kredite aus dem Konsortialkreditrahmen vollständig zurückgeführt, so dass der Kreditrahmen in vollem Umfang zur Verfügung steht. Da vorgenannter Vorgang erst nach dem Bilanzstichtag eingetreten ist, hat er keine Auswirkungen auf die zum Stichtag aufgestellten Finanzinformationen.
Entscheidung der Bundesnetzagentur zu Low- und Mid-Band-Frequenzen
Die Bundesnetzagentur hat am 24. März 2025 ihre Entscheidung zur Bereitstellung der ab Januar 2026 zur Verfügung stehenden Low- und Mid-Band-Frequenzen bekanntgegeben. Diese basiert in den wesentlichen Punkten auf dem im Mai 2024 veröffentlichten Konsultationsentwurf und sieht eine Verlängerung bestehender Frequenznutzungsrechte für Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica vor. Die Verlängerung ist mit der Verpflichtung verbunden, dass Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica, 1&1 einen Teil des ihnen zur Verfügung stehenden Low-Band-Spektrums zur gemeinsamen Nutzung bereitstellen. Um dies zu erreichen, verpflichtet die Behörde die etablierten Netzbetreiber zu fairen Verhandlungen mit 1&1. Sollte 1&1 bis zum 1. Januar 2026 keine Nutzung von Low-Band-Frequenzen gewährt werden, behält die Bundesnetzagentur sich vor, diese anzuordnen.
Darüber hinaus sind nach dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 bei United Internet keine weiteren Ereignisse von besonderer Bedeutung eingetreten, die größere Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Unternehmens bzw. des Konzerns mit Auswirkungen auf Rechnungslegung und Berichterstattung haben. Aussagen zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns und der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Lageberichts finden sich in Kapitel 4.3 im „Prognosebericht“.
4. Risiko-, Chancen- und Prognosebericht
Die Risiko- und Chancenpolitik des United Internet Konzerns orientiert sich an dem Ziel, die Werte des Unternehmens zu erhalten und nachhaltig zu steigern, indem Chancen wahrgenommen und Risiken frühzeitig erkannt und gesteuert werden. Das „gelebte“ Risiko- und Chancenmanagement stellt sicher, dass der United Internet Konzern („United Internet“) seine Geschäftstätigkeiten in einem kontrollierten Unternehmensumfeld ausüben kann. Das Risiko- und Chancenmanagement regelt den verantwortungsvollen Umgang mit Unsicherheiten, die mit unternehmerischem Handeln stets verbunden sind.
4.1 Risikobericht
Risikomanagement
Konzeption, Organisation und Aufgabe des Risikomanagements von United Internet werden von Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG vorgegeben und im Rahmen einer konzernweit verfügbaren und gültigen Risikomanagementstrategie sowie dem Risikomanagementhandbuch dokumentiert. Diese Vorgaben werden laufend an die sich ändernden gesetzlichen Rahmenbedingungen angepasst und kontinuierlich weiterentwickelt. Das Konzern-Risikomanagement koordiniert die Umsetzung und Weiterentwicklung des Risk Management Systems und ist im Auftrag des Vorstands für den zentral gesteuerten Risikomanagementprozess verantwortlich. Das Risikomanagementsystem umfasst ausschließlich die Risiken des Konzerns, während die Verantwortung für das frühzeitige und kontinuierliche Identifizieren, Bewerten und Steuern von Chancen direkt dem Konzernvorstand sowie den operativen Führungsebenen in den jeweiligen Segmenten obliegt.
Das Konzern-Risikomanagement (Corporate Risk Management) wird vom Risikomanagement der jeweiligen Segmente (Company Risk Management) unterstützt. Zur Unterstützung des Segment-Risikomanagements sind zusätzlich dezentrale Risikomanager in den für den Geschäftserfolg der Gesellschaft
besonders wesentlichen Geschäftsbereichen (bspw. in den Bereichen „Technik und Entwicklung“ der Gesellschaften) installiert. Für den konzernweiten Austausch und den Abgleich von Risikoinformationen finden regelmäßige Risk-Manager-Meetings zwischen den Risikomanagern sowie auch mit den unternehmensweiten, querschnittsverantwortlichen Stellen statt.
Die Abteilung Corporate Audit (Interne Revision) prüft in regelmäßigen Abständen die Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit des Risk Management Systems. Der Abschlussprüfer prüft im Rahmen des gesetzlichen Prüfungsauftrags für den Jahresabschluss und den Konzernabschluss, ob das Risikofrüherkennungssystem grundsätzlich geeignet ist, bestandsgefährdende Risiken und Entwicklungen so frühzeitig zu erkennen, dass diesen rechtzeitig entgegengewirkt werden kann. Das System entspricht den gesetzlichen Anforderungen an ein Risikofrüherkennungssystem, steht im Einklang mit dem zum Zeitpunkt der letzten Entsprechenserklärung der United Internet AG geltenden Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex und orientiert sich in seiner Ausgestaltung an den in der ISO-Norm 31000:2018 festgelegten Merkmalen. Der Aufsichtsrat überwacht gemäß den Vorschriften des Aktiengesetzes die Wirksamkeit des Risk Management Systems (RMS). Das RMS wird regelmäßig extern geprüft. Die aktuelle Prüfung wurde 2024 begonnen und wird im 1. Quartal 2025 abgeschlossen.
Methoden und Ziele des Risikomanagements
Das Risk Management System umfasst die Maßnahmen, die es United Internet erlauben, mögliche Risiken, die die Erreichung der Unternehmensziele gefährden könnten, frühzeitig durch Assessments und Frühwarnsysteme zu erkennen, monetär und szenario-orientiert zu bewerten, zu steuern und zu überwachen. Das Ziel des konzernweit etablierten und IT-unterstützten Risikomanagements ist es, dem Management die größtmögliche Transparenz über die tatsächliche Risikosituation, deren Veränderung sowie der verfügbaren Handlungsoptionen zu verschaffen, um so das bewusste Eingehen oder das Vermeiden von Risiken zu ermöglichen. Unternehmensgefährdende Risiken sind dabei grundsätzlich zu vermeiden. Hierbei ist konzernweit immer eine über die regulären Berichtswege etablierte indirekte Anbindung und für alle wesentlichen Geschäftsbereiche eine direkte Anbindung an das konzernweit etablierte zentrale Risikomanagement mit definierten Zuständigkeiten realisiert. Damit wird die Vollständigkeit der erfassten Risiken im Risk Management System sichergestellt.
Der Status der wesentlichen Risiken wird viermal im Jahr in Berichtsform an Vorstand und Aufsichtsrat kommuniziert.
Bei identifizierten, unvermittelt wirkenden erheblichen Risiken und Risikoveränderungen wird eine
Ad-hoc-Berichtspflicht ausgelöst. Das Risiko wird dann unverzüglich an den Finanzvorstand der United Internet AG gemeldet und von diesem gegebenenfalls auch an den Aufsichtsrat berichtet. Auf diesem Wege können wesentliche Risiken schnellstmöglich adressiert werden.
Die Bewertung der Risiken erfolgt in einer Netto-Betrachtung, d. h. Effekte durch mitigierende Maßnahmen werden erst nach deren Umsetzungen in der Risikobewertung berücksichtigt.
Risiken im United Internet Konzern
Die Einschätzung der Gesamtrisikosituation ist das Ergebnis einer konsolidierten Betrachtung aller bekannten wesentlichen Risiken. Aus der Gesamtheit dieser im Konzern identifizierten Risiken erläutern die folgenden Abschnitte die aus Sicht der Gesellschaft wesentlichen Risikofelder.
Ausgangspunkt zur Einschätzung der Wesentlichkeit der Risiken bilden die Ausprägungen „Eintrittswahrscheinlichkeit“ in Prozent und „potenzieller Schaden“ in Mio. €. Der potenzielle Schaden umfasst dabei sämtliche negativen Ergebnisbeeinflussungen. Ausgehend von der Kombination aus Eintrittswahrscheinlichkeit und potenziellem Schaden werden die Risiken wie folgt in die drei Risikoeinstufungen „Bedeutend“, „Moderat“ und „Gering“ kategorisiert.
Konkrete Einschätzungen seitens des Vorstands der Gesellschaft zur Risikosituation des Konzerns sowie zu Eintrittswahrscheinlichkeit, potenziellem Schaden und der daraus abgeleiteten Risikoeinstufung der im Folgenden beschriebenen Risiken befinden sich am Ende dieses Risikoberichts.
Die Risikokategorien wurden Rahmen des Jahresabschlusses 2024 überarbeitet und in die drei Kategorien „Strategische Markt- & Geschäftsrisiken“, „Operationelle Risiken“ und „Finanz- & Steuerrisiken“ aufgeteilt. Alle Risiken wurden in die neuen Kategorien überführt, so dass auch weiterhin eine Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr gegeben ist.
Folgende Unterkategorien wurden umbenannt:
○ „Gesetzgebung und Regulierung“ in „Regulatorisches Umfeld“
○ „Informationssicherheit“ in „Cyber- & Informationssicherheit“
○ „Kooperationen und Outsourcing“ in „Partnermanagement“
○ „Fraud- und Forderungsausfall“ in „Betrug & Forderungsausfall“
Folgende Unterkategorien wurden überführt:
○ „Personalbeschaffungsmarkt“, „Kapazitätsengpässe“ und „Personalentwicklung und -bindung“ in „Mitarbeitende“
○ „Liquidität/Finanzierung“ und „Finanzmarkt“ in „Finanz- & Liquiditätsrisiken“
Die Unterkategorien „Organisationstruktur und Entscheidungsfindung”, „Projekte” sowie „Fehlverhalten und Regelwidrigkeiten” entfallen, da die wesentlichen Risiken anderen Kategorien zugeordnet worden sind.
Strategische Markt- & Geschäftsrisiken
Absatzmarkt & Wettbewerb
Die Märkte, in denen United Internet aktiv ist, sind durch einen starken und anhaltenden Wettbewerb geprägt. Abhängig von der Strategie der am Markt beteiligten Parteien können unterschiedliche Effekte auftreten, die u. a. eine Anpassung der eigenen Geschäftsmodelle oder der eigenen Preispolitik nach sich ziehen können. Auch durch den Markteintritt von neuen Wettbewerbern könnten Marktanteile, Wachstumsziele oder Margen gefährdet werden. United Internet steigt zudem selbst gelegentlich in neue Märkte mit großen Wettbewerbern ein. Mit einer solchen unternehmerischen Entscheidung sind stets auch neue Risiken verbunden.
United Internet versucht diese Risiken mit einer detaillierten Planung auf Basis interner Erfahrungswerte und externer Marktstudien sowie durch ein ständiges Monitoring von Markt und Wettbewerb zu minimieren.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als moderat eingestuft.
Beschaffungsmarkt
Eine Lücke in der Beschaffung bzw. der Lieferung von zum Unternehmensbetrieb benötigen Ressourcen kann auch zu Engpässen oder Ausfällen bei United Internet führen. Dies betrifft sowohl den Einkauf von Hardware als auch den Bezug von Vorleistungen. Preiserhöhungen der eingekauften Produkte und Leistungen stellen ein Risiko für die zu erzielenden Produktmargen dar. Eingeplante positive Effekte aus vertraglich fixierten Preisanpassungsrunden können aufgrund von zeitlichen Verzögerungen zu Risiken für die periodische Zielerreichung des Unternehmens werden.
United Internet begegnet diesen Risiken durch die Zusammenarbeit mit mehreren und langfristig gebundenen Dienstleistern und Lieferanten, vertraglichen Verpflichtungen sowie – sofern wirtschaftlich sinnvoll – einem Ausbau der eigenen Wertschöpfungskette. Zwar können erhebliche und unvorhersehbare Entwicklungen auf dem Beschaffungsmarkt durch Ereignisse, wie z. B. dem Ukraine-Krieg, nicht vollständig abgefedert, aber durch präventive Maßnahmen, wie zum Beispiel der zügigen Aufstockung der Lagerbestände, entgegengewirkt werden.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als moderat eingestuft.
Beteiligungen & Investitionen
Der Erwerb und das Halten von Beteiligungen sowie die Tätigung von strategischen Investitionen stellen einen wesentlichen Erfolgsfaktor der United Internet AG dar. Neben einem besseren Zugang zu bestehenden und neuen Wachstumsmärkten sowie zu neuen Technologien / Know-how dienen Beteiligungen und Investitionen auch der Erschließung von Synergie- und Wachstumspotenzialen. Mit diesen Chancen gehen gleichzeitig auch Risiken einher. So besteht die Gefahr, dass die erhofften Potenziale nicht wie erwartet ausgeschöpft werden können oder erworbene Beteiligungen sich nicht wie prognostiziert entwickeln (außerplanmäßige Abschreibungen / Impairments, Veräußerungsverluste, Dividendenausfall oder Verminderung der stillen Reserven).
Alle Beteiligungen unterliegen deshalb einem kontinuierlichen Überwachungsprozess durch das Beteiligungsmanagement und werden bei Bedarf zeitnah unterstützt. Dieses Risiko ist weitgehend ohne
EBITDA-Relevanz, da im Eintrittsfall überwiegend nicht-cashwirksame Wertminderungen entstehen. Die Werthaltigkeit der getätigten Investitionen wird von Management und Controlling fortlaufend überwacht.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als moderat eingestuft.
Geschäftsentwicklung & Innovationen
Ein weiterer wichtiger Erfolgsfaktor für United Internet ist es, neue und ständig verbesserte Produkte und Services zu entwickeln, um Umsätze und Ergebnisse zu steigern, neue Kunden zu gewinnen und bestehende Kundenverhältnisse auszubauen. Dabei besteht das Risiko, dass Neuentwicklungen zu spät auf den Markt kommen oder seitens der Zielgruppe nicht wie erwartet angenommen werden.
Diesen Risiken begegnet United Internet durch eine intensive und permanente Markt-, Produkt- und Wettbewerbsbeobachtung sowie eine ständig auf das Feedback der Kunden reagierende Produktentwicklung.
Im Rahmen der Diversifikation des Geschäftsmodells bzw. der Erweiterung der Wertschöpfungskette steigt United Internet gelegentlich in neue Märkte bzw. in vor- oder nachgelagerte Märkte ein. So hat der Vorstand der 1&1 AG, ein Tochterunternehmen der United Internet AG, mit Zustimmung seines Aufsichtsrates auf Basis der in 2019 erworbenen Mobilfunkfrequenzen in den Bereichen 2 GHz und 3,6 GHz den Aufbau und Betrieb eines leistungsfähigen 5G Mobilfunknetzes beschlossen. Mit dem Aufbau und dem Betrieb des eigenen Netzes plant die Gesellschaft die Wertschöpfung im Mobilfunkgeschäft weiter zu vergrößern, neue Geschäftsfelder zu erschließen und eine größere Unabhängigkeit von dem Bezug von Vorleistungen anderer Netzbetreiber zu erlangen.
1&1 baut das Mobilfunknetz insbesondere mit dem japanischen Technologie-Konzern und ausgewiesenen Open-RAN-Experten Rakuten als Generalunternehmer. Gemeinsam bauen Rakuten und 1&1 ein vollständig virtualisiertes Mobilfunknetz auf Basis der neuartigen Open-RAN-Technologie. Durch die Nutzung der Open-RAN-Technologie wird die Unabhängigkeit von den Netzwerkausrüstern vergrößert. Es bestehen Risiken, dass der Netzaufbau nicht in der erwarteten Geschwindigkeit erfolgen kann. Lieferschwierigkeiten bei der erforderlichen Hardware oder Verzögerungen bei der Standortsuche sind potenzielle Risiken.
1&1 hat bei der Auswahl der Partner für den Netzaufbau großen Wert daraufgelegt, diese Risiken zu minimieren. So hat Rakuten, der als Generalunternehmer tätige Partner für die aktive Netztechnik, als erster und einziger Netzausrüster auf der Welt ein Mobilfunknetz auf Basis der neuen Open-RAN-Technologie in Japan gebaut, so dass 1&1 von den dort gewonnen Erfahrungen und der Lernkurve profitieren kann. Die Partner für die passive Technik sind etablierte und in Europa führende Unternehmen für Funkturminfrastruktur, so dass 1&1 von einer bereits vorhandenen Infrastruktur profitieren kann.
Dennoch haben sich in den Jahren 2022 bis 2024 bereits erste Verzögerungen bei der Errichtung von Antennenstandorten ergeben. Die Verzögerungen waren den Lieferproblemen von Vorleistern geschuldet. Verzögerungen beim Netzaufbau können dazu führen, dass bis zur vollständigen Errichtung des Mobilfunknetzes mehr Vorleistungen extern bezogen werden müssen als geplant, was einen negativen Einfluss auf die Wertschöpfung sowie die Profitabilität hätte. Um dem Risiko angemessen zu begegnen, ist 1&1 weitere Partnerschaften für die Akquise von Antennenstandorten sowie für die eigene Errichtung von Antennenstandorten eingegangen.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als gering eingestuft.
Höhere Gewalt
Aufgrund von externen Ereignissen wie beispielweise Naturkatastrophen (Erdbeben, Überschwemmung, Tsunamis usw.), personellen Krisen (Pandemien, Streiks usw.), infrastrukturellen Krisen (Stromausfälle, Beschädigungen von Straßen usw.) oder Gewaltereignissen (Amokläufe, Terrorangriffe usw.) kann es zur Beeinträchtigung des Geschäftsbetriebs von United Internet kommen.
United Internet begegnet diesen Risiken soweit möglich mit einer Vielzahl verschiedener Maßnahmen. Beispiele sind die Einrichtung von Gebäudezutrittsbeschränkungen, der Betrieb von georedundanten Rechenzentren, Hygienevorkehrungen, standortunabhängige Arbeitsplätze, die Nutzung moderner Kommunikationsmedien zur Vermeidung von Reisetätigkeiten sowie die Ausarbeitung von Notfallkonzepten.
Letzteres hat durch die zunehmenden geopolitischen Spannungen an Bedeutung gewonnen. Die United Internet Gruppe hat dies zum Anlass genommen, die bestehenden Sicherheitsmaßnahmen und Konzepte zu überarbeiten und ggf. den höheren Bedrohungslagen anzupassen.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als moderat eingestuft.
Regulatorisches Umfeld
Änderungen der bestehenden Gesetzgebung, der Erlass neuer Gesetze sowie Änderungen bei staatlichen Regulierungsthemen können unerwartete negative Auswirkungen auf die durch United Internet verfolgten Geschäftsmodelle und deren Weiterentwicklung haben. Die Entscheidungen der Bundesnetzagentur und des Bundeskartellamts haben Einfluss auf den Netzzugang und die (Preis-)Gestaltung der Internetzugangstarife. Da United Internet Vorleistungen für die eigenen Kunden bezieht, könnten sich regulatorische Änderungen negativ auf die Profitabilität der eigenen Tarife auswirken. Gleichermaßen besteht die Möglichkeit, dass eine fehlende Regulierung das Marktumfeld für United Internet verschlechtert.
Der Frequenzerwerb im Jahr 2019 durch 1&1 war an die Erfüllung bestimmter regulatorischer Auflagen geknüpft. Unter anderem war 1&1 verpflichtet, bis Ende 2022 1.000 5G-Basisstationen anteilig verteilt auf die einzelnen Bundesländer in Betrieb zu nehmen. Aufgrund von Lieferschwierigkeiten der von 1&1 mit der Bereitstellung der Antennenstandorte beauftragten Vorleister, hat 1&1 diesen Zielwert bis Ende 2022 deutlich verfehlt. Die Einhaltung der Frequenzauflagen wird von der Bundesnetzagentur eng überwacht. Infolge des verfehlten Ausbauziels zum Jahresende 2022 hat die Bundesnetzagentur 1&1 ein Bußgeld angedroht. Infolge des Urteils des Verwaltungsgerichts Köln, welches das Frequenzverfahren für unrechtmäßig erklärt hat, hat die Bundesnetzagentur angekündigt, das Bußgeldverfahren bis auf Weiteres auszusetzen.
Im Zusammenhang mit dem Aufbau eines leistungsstarken Mobilfunknetzes ist 1&1 auf die Zuteilung relevanter Frequenzen durch die Bundesnetzagentur angewiesen. So stehen voraussichtlich im Jahr 2026 Low-Band-Frequenzen zur Neuvergabe an. Es besteht das Risiko, dass 1&1 bei der Vergabe dieser Frequenzen nicht berücksichtigt wird und stattdessen eine Verlängerung der Frequenzzuteilung an die etablierten Netzbetreiber erfolgt. In diesem Fall wäre 1&1 darauf angewiesen, Vorleistungen in erhöhtem Umfang einzukaufen, was einen negativen Einfluss auf die Wertschöpfung hätte. Die Low-Band-Frequenzen haben aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften eine größere Reichweite und ein besseres Durchdringungsvermögen als High-Band-Frequenzen und ermöglichen so eine kostengünstige Versorgung auf dem Land mit weit voneinander entfernten Mobilfunkmasten und tragen zudem zu einem guten Empfang innerhalb von Gebäuden bei. Ohne Zugriff auf diese Low-Band- Frequenzen mit einer größeren Reichweite, würde auch das Risiko der Verfehlung der Ausbauverpflichtungen der BNetzA bis Ende 2025 erheblich steigen.
United Internet begegnet dem tendenziell steigenden Regulierungsrisiko durch eine Zusammenarbeit mit mehreren Vorleistungspartnern und einer aktiven Verbandsarbeit.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als bedeutend eingestuft.
Operationelle Risiken
Arbeitsabläufe & -prozesse
Vor dem Hintergrund der stetig steigenden Komplexität und Interoperabilität der angebotenen Produkte sind zunehmend steigende Anforderungen an die Weiterentwicklung der internen Arbeitsabläufe und
-prozesse zu verzeichnen. Dies geht mit ständig wachsenden Abstimmungs- und Koordinationsaufwänden einher. Die besondere Herausforderung liegt hierbei neben der Sicherstellung der Qualitätsstandards vor allem in der Anpassung an das sich immer schneller vollziehende Marktgeschehen – und das auf vielen unterschiedlichen in- und ausländischen Märkten.
Diesen Risiken begegnet die Gesellschaft mit einer ständigen Weiterentwicklung und Verbesserung der internen Abläufe und Prozesse, der gezielten Bündelung und Bindung von Experten und Kompetenzträgern sowie der kontinuierlichen Optimierung der organisatorischen Strukturen.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als moderat eingestuft.
Betrug & Forderungsausfall
Um dem dynamischen Kundenwachstum sowie einer möglichst schnellen Leistungsbereitstellung im Sinne des Kunden Rechnung zu tragen, sind die Bestell- und Bereitstellungsprozesse der United Internet – wie bei vielen großen Unternehmen im Massenmarktgeschäft – weitgehend automatisiert. Diese automatisierten Prozesse bieten naturgemäß Angriffsmöglichkeiten für Betrüger. Wegen der hohen Attraktivität der angebotenen Produkte und Services, erhöhen sich neben der Anzahl der Kunden auch das Risiko für einen Anstieg der Anzahl von Nichtzahlern und Betrügern sowie möglicher unbefugter Zugriffe über Benutzerkonten.
United Internet versucht, durch den permanenten Ausbau des Fraud-Managements, durch eine enge Zusammenarbeit mit Vordienstleistern sowie durch entsprechende Produktgestaltung Fraud-Angriffe zu vermeiden oder zumindest frühzeitig zu erkennen und zu unterbinden.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als moderat eingestuft.
Cyber- & Informationssicherheit
United Internet realisiert den Unternehmenserfolg im Wesentlichen im Telekommunikationsmarkt sowie im Umfeld des Internets. Zur Leistungserbringung werden im Rahmen der Geschäftsprozesse Informations- und Telekommunikationstechnologien (Rechenzentren, Übertragungssysteme, Vermittlungsknoten u. a.) eingesetzt, die stark mit dem Internet vernetzt sind und deren Verfügbarkeit durch Bedrohungen aus dem Internet gefährdet werden können.
Um solchen Risiken weiterhin schnell begegnen zu können, wird das bestehende Überwachungs-, Gebäudezutritts- und Alarmierungssystem inklusive der nötigen Prozesse und Dokumentationen kontinuierlich optimiert.
Es besteht zudem das Risiko eines Hackerangriffs mit dem Ziel, Kundendaten auszuspionieren, zu löschen oder Leistungen missbräuchlich in Anspruch zu nehmen. Auch im Geschäftsjahr 2024 war eine ansteigende Professionalisierung der Angreifer und ihrer Angriffsmethoden zu beobachten. Die Zahl der täglich neuen Schadprogrammvarianten belief sich nach Angaben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) im Zeitraum vom 1. Juli 2023 bis 30. Juni 2024 auf durchschnittlich 309.000 Varianten. Dies entspricht einem Anstieg von 26% im Vergleich zur vorherigen Betrachtungsperiode.
United Internet begegnet diesem Risiko mit dem Einsatz von Virenscannern, Firewalling-Konzepten, eigens initiierten Tests und diversen technischen Kontrollmechanismen.
Die Bedrohungspotenziale aus dem Internet stellen für United Internet hinsichtlich ihrer Auswirkungen eine der größten Risikogruppe dar, die insgesamt durch eine Vielzahl an technischen und organisatorischen Maßnahmen überprüft und vermindert werden. Insbesondere seien hier der Betrieb und die kontinuierliche Verbesserung des Sicherheitsmanagementsystems sowie der stetige Ausbau der Widerstandsfähigkeit (Resilienz) der Systeme genannt.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als bedeutend eingestuft.
Datenschutz
Es kann nie vollständig ausgeschlossen werden, dass Datenschutzbestimmungen, bspw. durch menschliches Fehlverhalten oder technische Schwachstellen, verletzt werden. In einem solchen Fall drohen
United Internet Bußgelder und der Verlust von Kundenvertrauen.
United Internet speichert die Daten seiner Kunden auf Servern in nach internationalen Sicherheitsstandards zertifizierten firmeneigenen sowie in angemieteten Rechenzentren. Der Umgang mit diesen Daten unterliegt umfangreichen gesetzlichen Vorgaben.
Die Gesellschaft ist sich dieser großen Verantwortung bewusst und räumt dem Datenschutz einen hohen Stellenwert und besondere Beachtung ein. Durch den Einsatz neuester Technologien, die ständige Überprüfung der datenschutzrechtlichen und sonstigen gesetzlichen Vorgaben, durch umfangreiche Schulungsprogramme für Mitarbeitende sowie die möglichst frühzeitige Einbindung von Datenschutzaspekten und -anforderungen in die Produktentwicklung investiert United Internet kontinuierlich in die Verbesserung des Datenschutzniveaus.
Verstöße gegen die EU-DSGVO können hohe Sanktionen nach sich ziehen, daher ist die Auswirkung von Datenschutzrisiken hoch. Zudem wurden im Geschäftsjahr 2024 weitere Risiken in diesem Risikofeld identifiziert.
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Risikoeinschätzung von moderat auf bedeutend angestiegen.
Mitarbeitende
Es ist von zentraler Bedeutung für United Internet, dass die personellen Ressourcen effektiv gesteuert werden, damit der kurz-, mittel- und auch langfristige Bedarf an Mitarbeitenden und die erforderlichen Fachkenntnisse sichergestellt werden. Wenn es nicht gelingt, Führungskräfte und Mitarbeitende mit speziellem Fach- und Technologiewissen zu gewinnen, wäre die United Internet nicht in der Lage, ihrer Geschäftstätigkeit effektiv nachzugehen und ihre Wachstumsziele zu erreichen.
Hoch qualifizierte und gut ausgebildete Mitarbeitende bilden die Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg von United Internet. Neben der erfolgreichen Rekrutierung von qualifiziertem Personal, sind die Personalentwicklung und die langfristige Bindung von Leistungsträgern an das Unternehmen von strategischer Bedeutung. Wenn es nicht gelingt, Führungskräfte und Mitarbeitende mit speziellem Fach- oder Technologiewissen weiterzuentwickeln und an die Gesellschaft zu binden, besteht die Gefahr, dass United Internet nicht in der Lage sein könnte, ihrer Geschäftstätigkeit effektiv nachzugehen und ihre Wachstumsziele zu erreichen. Durch eine konzentrierte Ansammlung von strategischem Wissen und Fähigkeiten (sogenanntes Kopfmonopol) kann es bei einem Ausfall eines entsprechenden Mitarbeitenden zu erheblichen Auswirkungen bei der Leistungserstellung der Gesellschaft kommen.
United Internet wirkt diesem Risiko entgegen, indem Mitarbeitenden- und Führungskompetenzen ständig gefördert werden. So werden gezielt Maßnahmen zur beruflichen Weiterentwicklung, Mentoren- und Coaching-Programme sowie besondere Angebote für Potenzialträger angeboten, die auf die Personalentwicklung und -bindung von Talenten und Führungskompetenzen ausgerichtet sind.
In den letzten Jahren hat das Thema Fachkräftemangel weiter an Bedeutung gewonnen, dennoch sieht sich United Internet als attraktiver Arbeitgeber gut aufgestellt, um auch künftig hervorragend qualifizierte Fach- und Führungskräfte mit Potenzial zur Steigerung des Geschäftserfolgs einstellen zu können. Dies wurde wie schon in den vergangenen Jahren durch das Top Employers Institute mit der Auszeichnung „Top Arbeitgeber 2024“ bestätigt.
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Risikoeinschätzung von moderat auf bedeutend angestiegen.
Partnermanagement
Einige Unternehmensbereiche von United Internet arbeiten mit spezialisierten Kooperations- und Outsourcing-Partnern zusammen. Dabei stehen Ziele wie bspw. die Konzentration auf das eigentliche Kerngeschäft, die Kostenreduktion oder das Partizipieren am Fachwissen des Partners im Vordergrund. Mit diesen Chancen gehen gleichzeitig auch Gefahren in Form von Abhängigkeiten von externen Dienstleistern sowie Vertrags- und Ausfallrisiken einher.
Zur Reduzierung dieser Risiken wird vor größeren Vertragsabschlüssen mit externen Dienstleistern eine detaillierte Marktanalyse sowie eine Due Diligence Prüfung durchgeführt und auch nach Vertragsabschluss ein enger und partnerschaftlicher Austausch mit den Kooperations- und Outsourcing-Partnern aufrechterhalten.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als moderat eingestuft.
Rechtsstreitigkeiten
United Internet ist gegenwärtig an verschiedenen Rechtsstreitigkeiten und Schiedsverfahren beteiligt, die sich aus den normalen Geschäftstätigkeiten ergeben. Der Ausgang von Rechtsstreitigkeiten ist naturgemäß ungewiss und stellt daher ein Risiko dar. Sofern in ausgewählten Fällen negative Erfolgsaussichten bestehen und die Höhe der Verpflichtung zuverlässig geschätzt werden kann, sind die Risiken aus den Rechtsstreitigkeiten in den Rückstellungen berücksichtigt.
Im Jahr 2019 hat ein Vorleister Ansprüche im niedrigen dreistelligen Millionenbereich gegenüber der 1&1 angemeldet (im Rahmen der internen Klassifizierung sind Beträge bis zu 333 Mio. € als niedriger dreistelliger Millionenbetrag definiert, die angemeldeten Ansprüche übersteigen diesen Betrag auch in Summe nicht). 1&1 sieht die Ansprüche der jeweiligen Gegenpartei als unbegründet an und hält einen Ressourcenabfluss für nicht wahrscheinlich.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als bedeutend eingestuft.
Technischer Anlagenbetrieb
Die Produkte von United Internet sowie die dazu benötigten Geschäftsprozesse basieren auf einer komplexen technischen Infrastruktur und einer Vielzahl erfolgskritischer Softwaresysteme (Server, Kundenverwaltungsdatenbanken, Statistiksysteme etc.). Die ständige Anpassung an sich verändernde Kundenbedürfnisse führt zu einer zunehmenden Komplexität dieser technischen Infrastruktur, an der regelmäßige Änderungen vorgenommen werden müssen. In der Folge, aber auch durch größere Umstellungen wie bspw. Migrationen von Datenbeständen, kann es zu vielfältigen Störungen oder Ausfällen kommen. Sollten davon z. B. Leistungssysteme betroffen sein, könnte United Internet gegenüber seinen Kunden die zugesicherte Leistung nicht oder vorübergehend nicht mehr erbringen.
Diesen Risiken begegnet die Gesellschaft durch gezielte Architekturanpassungen, Qualitätssicherheitsmaßnahmen und eine räumlich getrennte (georedundante) Auslegung der Kernfunktionalitäten.
Für den Betrieb der Systeme besteht das Risiko gezielter Angriffe von innen und außen, z. B. durch Hacker oder durch Manipulation seitens zugriffsberechtigter Mitarbeitender, die Ausfälle oder Verschlechterungen der Services nach sich ziehen könnten.
Um diesem Risiko zu begegnen, werden verschiedene soft- und hardwarebasierte Sicherheitsvorkehrungen eingesetzt, die Infrastruktur und Verfügbarkeit schützen. Durch die Teilung von Aufgaben werden risikobehaftete Handlungen oder Geschäftsvorfälle nicht von einem Mitarbeitenden allein, sondern nach dem „Vier-Augen-Prinzip“ ausgeführt. Manuelle und technische Zugriffsbeschränkungen stellen darüber hinaus sicher, dass Mitarbeitende nur in ihren Verantwortungsbereichen tätig sind. Als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme gegen Datenverlust werden die vorhandenen Datenbestände einer regelmäßigen Datensicherung unterzogen und in georedundanten Rechenzentren gespeichert.
Ende Mai 2024 sah 1&1 sich mit einer vorübergehenden Störung des Mobilfunknetzes konfrontiert. Im Zuge der Entstörungsarbeiten wurde deutlich, dass zentrale Komponenten im Kernnetz nicht ausreichend dimensioniert waren. 1&1 hat infolgedessen die Migration von Bestandskunden auf das 1&1 Mobilfunknetz als Vorsichtsmaßnahme zurückgefahren. Es wurden umgehend Maßnahmen ergriffen und im Sommer 2024 fehlende Komponenten für zukünftiges Wachstum in den ersten zwei Core-Rechenzentren nachgerüstet. Parallel dazu verzögerte sich die Bereitstellung von zwei weiteren Core-Rechenzentren, die erst im vierten Quartal 2024 Live gegangen sind. Erst anschließend wurde die Migration von Bestandskundenverträgen auf das 1&1 Mobilfunknetz wieder umfangreich aufgenommen.
Die konkreten Ursachen für diese Störung wurden beseitigt und seither konnten Störungen in größerem Ausmaß verhindert werden. Allerdings lassen sich aufgrund der hohen technischen Komplexität des Aufbaus des Mobilfunknetzes auch zukünftige Störungen nicht mit Sicherheit ausschließen.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als bedeutend eingestuft.
Finanz- & Steuerrisiken
Finanz- & Liquiditätsrisiken
Die im Wesentlichen bei der United Internet AG im Zuge der Finanzierung ihrer Geschäftstätigkeit entstehenden finanziellen Verbindlichkeiten umfassen Bankdarlehen, Kontokorrentkredite sowie sonstige finanzielle Verbindlichkeiten. Teile der Bankdarlehen sind an Auflagen gebunden (sogenannte Financial Covenants). Die Nichteinhaltung dieser Auflagen kann negative Auswirkungen auf die Finanzierung der United Internet Gruppe haben. Im Extremfall könnte die Kündigung eines Darlehens drohen. Die Gesellschaft verfügte zum Bilanzstichtag fast ausschließlich über originäre Finanzinstrumente. Ziel des Finanzrisikomanagements ist es, Risiken durch die laufenden operativen und finanzorientierten Aktivitäten zu begrenzen.
Das Liquiditätsrisiko der United Internet AG besteht grundsätzlich darin, dass die Gesellschaft möglicherweise ihren finanziellen Verpflichtungen – bspw. der Tilgung von Finanzschulden – nicht nachkommen könnte. Ziel der Gesellschaft ist die kontinuierliche Deckung des Finanzmittelbedarfs und die Sicherstellung der Flexibilität, auch durch die Nutzung von Kontokorrentkrediten und Darlehen. Im Cash-Management wird der konzernweite Bedarf und Überschuss an Zahlungsmitteln zentral ermittelt. Durch das konzerninterne Saldieren (Netting) von Bedarf und Überschuss wird die Anzahl externer Bankgeschäfte auf ein Mindestmaß reduziert. Dies geschieht unter anderem durch den Einsatz von Cash-Pooling-Verfahren. Die Gesellschaft hat zur Steuerung ihrer Bankkonten und der internen Verrechnungskonten sowie zur Durchführung automatisierter Zahlungsvorgänge standardisierte Prozesse und Systeme etabliert. Neben der operativen Liquidität unterhält die United Internet AG auch weitere Liquiditätsreserven, die kurzfristig verfügbar sind.
Die Gesellschaft ist Zinsrisiken ausgesetzt, da Finanzmittel im Wesentlichen zu variablen Zinssätzen mit unterschiedlichen Laufzeiten aufgenommen wurden. Die Gesellschaft prüft auf der Grundlage der Liquiditätsplanung ständig die verschiedenen Anlagemöglichkeiten der liquiden Mittel und die Konditionen der Finanzschulden. Ein entstehender Finanzierungsbedarf wird mittels geeigneter Instrumente zur Liquiditätssteuerung gedeckt. Liquiditätsüberschüsse werden bestmöglich im Geldmarkt angelegt. Aufgrund der Entwicklung auf den weltweiten Finanzmärkten, also der globalen Anpassungen der Leitzinsen, erhöhte sich das Zinsrisiko zwar leicht, ermöglicht aber auch Chancen aus verbesserten Geldanlagemöglichkeiten. Marktzinsänderungen können sich auf das Zinsergebnis auswirken und gehen in die Berechnung der ergebnisbezogenen Sensitivitäten ein. Zur Darstellung von Marktrisiken verwendet United Internet eine Sensitivitätsanalyse, die Auswirkungen hypothetischer Änderungen von relevanten Risikovariablen auf das Ergebnis vor Steuern zeigt. Die periodischen Auswirkungen werden bestimmt, indem die hypothetischen Änderungen der Risikovariablen auf den Bestand der Finanzinstrumente zum Bilanzstichtag bezogen werden. Die Gesellschaft prüft regelmäßig den Abschluss von Zinssicherungsgeschäften, um die negativen Auswirkungen von steigenden Zinsen zu mitigieren.
Das Währungsrisiko resultiert vornehmlich aus der operativen Geschäftstätigkeit (wenn Umsatzerlöse und / oder Aufwendungen auf eine von der funktionalen Währung des Konzerns abweichende Währung lauten) und den Netto-Investitionen in ausländischen Tochterunternehmen.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Risikoeinschätzung keine Veränderung und wird nach wie vor als moderat eingestuft.
Steuerliche Risiken
United Internet als international agierendes Unternehmen unterliegt den in den jeweiligen Ländern geltenden steuerlichen Rechtsvorschriften. Aus Änderungen der Steuergesetze und Doppelbesteuerungsabkommen, der Rechtsprechung sowie der unterschiedlichen Auslegung existierender Vorschriften können sich Risiken ergeben. Im Vergleich zum 31. Dezember 2023 ist ein Anstieg des Risikofeldes zu verzeichnen. Ursache für diesen Anstieg ist die Konkretisierung eines Umsatzsteuerrisikos durch Veröffentlichung einer Verwaltungsauffassung des Bundesfinanzministeriums.
United Internet begegnet diesen Risiken durch den kontinuierlichen Ausbau des bestehenden Tax-
Managements.
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Risikoeinschätzung von moderat auf bedeutend angestiegen.
Zusätzliche Angaben zu Risiken, Finanzinstrumenten und Finanzrisikomanagement
Zusätzliche Angaben zu Risiken, Finanzinstrumenten und dem Finanzrisikomanagement finden sich in Kapitel 43 „Zielsetzungen und Methoden des Finanzrisikomanagements“ in den Erläuterungen zum Konzernabschluss.
Zusätzliche Angaben zu Nachhaltigkeitsrisiken
Angaben zu Nachhaltigkeitsrisiken finden sich im Nachhaltigkeitsbericht 2024, der Ende März 2025
(unter https://www.united-internet.de/investor-relations/publikationen/berichte.html) veröffentlicht wird.
Gesamtaussage des Vorstands zur Risikosituation des Konzerns
Die Einschätzung der Gesamtrisikosituation ist das Ergebnis der konsolidierten Betrachtung aller wesentlichen Risikofelder bzw. Einzelrisiken unter Berücksichtigung der Interdependenzen.
○ Die größten Herausforderungen umfassen aus heutiger Sicht die thematischen Bereiche „Rechtsstreitigkeiten“, „Regulatorisches Umfeld“, „Cyber- & Informationssicherheit“, „Steuerliche Risiken“ und „Datenschutz“.
○ Die Risikoeinstufung des Risikofeldes „Datenschutz“ stieg von moderat auf bedeutend an. Hintergrund ist die Aufnahme von neuen Risiken.
○ Die Risikoeinstufung des Risikofeldes „Mitarbeitende“ stieg von moderat auf bedeutend an. Hintergrund ist die Aufnahme neuer Risiken mit hohen Auswirkungen. Des Weiteren wurde aufgrund der neuen Risikokategorien eine Evaluation durchgeführt und ein Risiko von „Cyber- & Informationssicherheit“ zu „Mitarbeitende“ überführt.
○ Die Risikoeinstufung des Risikofeldes „Steuerliche Risiken“ stieg von moderat auf bedeutend an. Hintergrund ist die Erhöhung der Eintrittswahrscheinlichkeit.
○ Ansonsten blieben die Risikoeinstufungen der Risikofelder der United Internet AG zum 31. Dezember 2024 im Vergleich zum 31. Dezember 2023 unverändert.
Durch den kontinuierlichen Ausbau des Risikomanagements begegnet die United Internet AG Risiken und begrenzt sie, soweit wirtschaftlich sinnvoll, mit der Umsetzung konkreter Maßnahmen auf ein Minimum.
Die Gesamtrisikosituation ist für United Internet im Vergleich zum Vorjahr in zwei der drei Risikobereiche (Operationelle Risiken und Finanz- & Steuerrisiken) leicht angestiegen.
Bei der Beurteilung der Gesamtrisikosituation blieben die für die United Internet AG bestehenden Chancen unberücksichtigt. Bestandsgefährdende Risiken für die United Internet AG waren im Geschäftsjahr 2024 sowie zum Aufstellungsstichtag dieses Lageberichts weder aus Einzelrisikopositionen noch aus der Gesamtrisikosituation erkennbar.
Eintrittswahrscheinlichkeit, potenzieller Schaden und Risikoeinstufung der Risiken aus Konzernsicht und ihre Relevanz für die verschiedenen Segmente / Bereiche:
| Wesentliche Segment-Relevanz | Eintrittswahrscheinlichkeit | Potenzieller Schaden | Risikoeinstufung | Änderung ggü. Vorjahr |
Risiken im Bereich „Strategische Markt- & Geschäftsrisiken“ | | | |
Absatzmarkt & Wettbewerb | Business Applications | Gering | Hoch | Moderat | Unverändert |
Beschaffungsmarkt | Business Access | Gering | Hoch | Moderat | Unverändert |
Beteiligungen & Investitionen | Holding / Corporate | Gering | Gering | Moderat | Unverändert |
Geschäftsentwicklung & Innovationen | Business Applications | Gering | Sehr gering | Gering | Unverändert |
Höhere Gewalt | Business Access Business Applications | Sehr gering | Hoch | Moderat | Unverändert |
Regulatorisches Umfeld | Consumer Access | Gering | Extrem hoch | Bedeutend | Unverändert |
Risiken im Bereich „Operationelle Risiken“ | | | | |
Arbeitsabläufe & -prozesse | Business Applications | Gering | Hoch | Moderat | Unverändert |
Betrug & Forderungsausfall | Business Applications | Hoch | Gering | Moderat | Unverändert |
Cyber- & Informationssicherheit | Business Applications | Sehr gering | Extrem hoch | Bedeutend | Unverändert |
Datenschutz | Consumer Access Business Applications | Gering | Extrem hoch | Bedeutend | Verschlechtert |
Mitarbeitende | Business Applications | Sehr gering | Extrem hoch | Bedeutend | Verschlechtert |
Partnermanagement | Consumer Access | Hoch | Gering | Moderat | Unverändert |
Rechtsstreitigkeiten | Consumer Access | Gering | Extrem hoch | Bedeutend | Unverändert |
Technischer Anlagenbetrieb | Consumer Access Business Applications | Gering | Extrem hoch | Bedeutend | Unverändert |
Risiken im Bereich „Finanz- & Steuerrisiken“ | | | | |
Finanz- & Liquiditätsrisiken | Business Applications | Gering | Hoch | Moderat | Unverändert |
Steuerliche Risiken | Consumer Access Business Applications | Sehr hoch | Hoch | Bedeutend | Verschlechtert |
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Gesellschaft, Politik und Wirtschaft stehen zur Zeit vor komplexen makroökonomischen Herausforderungen, die sich aus einer Kombination von hohen Zinsen, gedämpften Wachstumserwartungen, einem angespannten Finanzierungsrahmen, sinkendem Handelswachstum und einem abnehmenden Vertrauen von Unternehmen und Verbrauchern zusammensetzen.
Neben den destabilisierenden Effekten der Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten führen die politischen Veränderungen durch die neue US-Regierung zusätzlich zu einer erhöhten Unsicherheit bezüglich der wirtschaftlichen Zukunft. Der United Internet Konzern reagiert darauf, indem er die aktuellen Herausforderungen aktiv annimmt und in seine geschäftlichen Entscheidungen integriert, insbesondere durch die Entwicklung von Strategien zur Risikominimierung, wie beispielsweise durch diversifizierte Beschaffungsstrategien zur Sicherstellung einer sicheren und fairen Energieversorgung.
Der United Internet Konzern, der in seinen Geschäftsaktivitäten nicht in den an den Kriegen beteiligten Ländern aktiv ist, sieht sich dennoch mit den indirekten Auswirkungen konfrontiert. Vor dem Hintergrund der durch den Krieg im Nahen Osten und den Krieg in der Ukraine bedingten bedenklichen Sicherheitslage, hat die United Internet proaktive Risikomanagement- und Minderungsstrategien entwickelt:
○ Cybersicherheitsrisiken: Angesichts der mit den Kriegen im Mittleren Osten und in der Ukraine verbundenen gestiegenen Cybersicherheitsbedrohungen intensiviert die Gesellschaft ihre Investitionen in Cybersicherheitsmaßnahmen. Dazu gehören der Einsatz fortschrittlicher Überwachungstechniken, die Durchführung regelmäßiger Sicherheitsaudits und die Schulung ihrer Mitarbeitenden, um die Abwehrfähigkeit gegenüber Cyberangriffen zu stärken.
Vorstand und operativ Verantwortliche werden die weiteren Entwicklungen genau beobachten und gegebenenfalls (sofern möglich) geeignete Gegenmaßnahmen einleiten.
4.2 Chancenbericht
Chancenmanagement
Das Chancenmanagement hat seine Grundlage in der strategischen Planung und den daraus abgeleiteten Maßnahmen für die Entwicklung von Produkten und deren Positionierung in den unterschiedlichen Zielgruppen, Märkten und Ländern während des Produkt-Lebenszyklus.
Die direkte Verantwortung für das frühzeitige und kontinuierliche Identifizieren, Bewerten und Steuern von Chancen obliegt dem Konzernvorstand sowie der operativen Führungsebene in den jeweiligen Geschäftssegmenten.
Das Management der United Internet AG beschäftigt sich intensiv mit detaillierten Auswertungen, Modellen und Szenarien zu aktuellen und künftigen Branchen- und Technologietrends, Produkten, Märkten / Marktpotenzialen und Wettbewerbern im Umfeld der Gesellschaft. Die bei diesen strategischen Analysen identifizierten Chancenpotenziale werden anschließend unter Betrachtung der kritischen Erfolgsfaktoren sowie der bestehenden Rahmenbedingungen und Möglichkeiten der United Internet AG analysiert, in den Planungsgesprächen zwischen Vorstand, Aufsichtsrat und den operativ verantwortlichen Führungskräften diskutiert und in konkrete Maßnahmen, Ziele und Meilensteine umgesetzt.
Fortschritt und Erfolg der Maßnahmen werden fortlaufend von den operativ Verantwortlichen sowie von den Geschäftsführern und Vorständen der Gesellschaften überwacht.
Chancen für United Internet
Das stabile und weitgehend konjunkturunabhängige Geschäftsmodell von United Internet sichert planbare Umsätze und Cashflows und eröffnet so finanzielle Spielräume, um Chancen in neuen Geschäftsfeldern und neuen Märkten zu nutzen – organisch oder durch Beteiligungen und Übernahmen.
Breite strategische Positionierung in Wachstumsmärkten
Angesichts der breiten Positionierung in den heutigen Wachstumsmärkten liegen die rein strategischen Wachstumschancen der Gesellschaft auf der Hand: Überall und ständig verfügbare, immer leistungsfähigere Breitband-Anschlüsse ermöglichen neue, aufwändigere Cloud-Applikationen. Diese internetbasierten Anwendungen für Privatanwender, Freiberufler und kleine Unternehmen sind für United Internet aus heutiger Sicht die Wachstumstreiber der nächsten Jahre – sowohl als eigenständige Produkte in den Segmenten „Consumer Applications“ und „Business Applications“ wie auch in Kombination mit den festnetz- und mobilfunkbasierten Zugangsprodukten im Segment „Consumer Access“.
Partizipation am Marktwachstum
Trotz der unsicheren volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen erwartet United Internet wie auch viele der führenden Branchenanalysten eine positive Entwicklung in den für die Gesellschaft wesentlichen Märkten. United Internet gehört in diesen Märkten zu den führenden Marktteilnehmern – national und international. Mit den sehr wettbewerbsfähigen Access-Produkten, dem wachsenden Portfolio an Cloud-Applikationen, den starken und spezialisierten Marken, der hohen Vertriebskraft sowie den bereits bestehenden Geschäftsbeziehungen zu Millionen Privat- und Geschäftskunden (Cross- und Up-Selling-Potenzial) ist United Internet gut aufgestellt, um in beiden Geschäftsbereichen auch am erwarteten Marktwachstum zu partizipieren.
Ausbau der Marktpositionen
Die United Internet AG gehört heute in vielen Unternehmensbereichen zu den führenden Unternehmen. Aufbauend auf dem vorhandenen technologischen Know-how, der hohen Produkt- und Servicequalität, der hohen Bekanntheit der Konzernmarken wie z. B. 1&1, GMX oder WEB.DE, der Geschäftsbeziehungen zu Millionen Privat- und Geschäftskunden sowie der hohen Kundenbindung sieht United Internet gute Chancen, die heutigen Marktanteile weiter auszubauen.
Einstieg in neue Geschäftsfelder
Zu den Kernkompetenzen von United Internet gehört es auch, Kundenwünsche, Trends und somit neue Märkte frühzeitig zu erkennen. Die breit angelegte Wertschöpfungskette (von Produktentwicklung und Rechenzentrumsbetrieb, über effektives Marketing und einen schlagkräftigen Vertrieb bis hin zur aktiven Kundenbetreuung) ermöglicht es United Internet dabei, oft schneller als andere mit Innovationen am Markt zu sein und diese – dank der hohen Cash-Generierung in den bestehenden Geschäftsfeldern – kraftvoll zu vermarkten.
Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI)
Insbesondere in der IT-Branche sind die Potenziale von KI-Anwendungen immens. So nutzt United
Internet KI zur Optimierung von Prozessen und zur Steigerung der Effizienz, wie etwa durch die Automatisierung von Routineaufgaben in der Softwareentwicklung, im Kundenservice und im Marketing sowie bei der Analyse großer Datenmengen.
Aber auch auf Produktebene bieten sich Unternehmen wie United Internet bei der Neukundengewinnung sowie der Kundenbindung vielfältige Möglichkeiten, mittels KI bestehende Produkte für ihre Kunden zu optimieren oder neue Produkte im KI-Bereich zu entwickeln. So unterstützt etwa IONOS ihre Kunden bei der Erstellung ihrer Website durch den Einsatz eines KI-Website-Generators. Damit kann der Kunde eigenständig und in Sekundenschnelle Website-Vorschläge auf Basis weniger Angaben (etwa Branche und relevante Stichworte) generieren – die KI kümmert sich dabei um Design, Bilder, Texte und die Suchmaschinenoptimierung.
Vertiefung der Wertschöpfung: eigene Festnetz-Infrastruktur
United Internet betreibt seit der Übernahme von 1&1 Versatel (2014) ein eigenes Telekommunikationsnetz, das ständig ausgebaut wird. Mit aktuell über 66.000 km Länge ist es eines der größten Glasfasernetze in Deutschland. Diese Netz-Infrastruktur gibt United Internet die Möglichkeit, ihre Wertschöpfung zu vertiefen und zunehmend intern produzierte Breitband-Vorleistungen im Privatkundengeschäft zu beziehen.
Zudem bietet das eigene Netz United Internet die Chance, auch das Geschäft mit Daten und Infrastruktur im B-to-B Business mit mittelständischen Firmen sowie Großunternehmen konsequent weiter auszubauen. Diese Chance wird deutlich bei einem Blick auf den hohen Nachholbedarf bei direkten Glasfaseranschlüssen in Deutschland. So waren – laut letzter Auswertung der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) von Dezember 2023– nur 11,2 % (Ende 2022: 9,2 %) aller Breitband-Anschlüsse in Deutschland Glasfaseranschlüsse. Damit liegt Deutschland noch immer weit abgeschlagen auf Platz 36 der untersuchten 38 OECD-Mitgliedsländern und gleichzeitig weit hinter den Spitzenreitern Korea (89,6 %), Island (88,7 %) und Spanien (85,8 %) sowie deutlich unter dem OECD-Durchschnitt von 42,5 % (Ende 2022: 37,7 %).
Vertiefung der Wertschöpfung: Aufbau eines eigenen Mobilfunknetzes
Mit dem Start der mobilen Dienste im 1&1 Mobilfunknetz im Dezember 2023 hat die United Internet Tochter 1&1 zentrale Voraussetzungen geschaffen, um auch in diesem Markt – ähnlich wie im Festnetz – die Wertschöpfung zu vertiefen. Seitdem produziert 1&1 Vorleistungen für Neukunden zunehmend im eigenen Netz. Überall dort, wo 1&1 in den Jahren des Netzausbaus noch über keine ausreichende Funkabdeckung verfügt, nutzt die Gesellschaft National Roaming. Ende August 2024 ist die National-Roaming-Partnerschaft mit Vodafone gestartet. Bis Ende 2025 wird National Roaming mit Vodafone für alle 1&1 Mobilfunkkunden bereitstehen. National-Roaming-Vorleistungen, die bis zuvor über Telefónica bezogen wurden, werden parallel dazu vollständig zurückgefahren. National Roaming ist ein beim Bau neuer Mobilfunknetze übliches Verfahren, durch das Kunden in noch nicht versorgten Gebieten unterbrechungsfrei surfen und telefonieren können. Dazu werden in diesen Gebieten automatisch Antennen des Roaming-Partners genutzt.
Bis zum Start der mobilen Dienste im eigenen Netz hatte 1&1 einen weitreichenden Zugriff auf das Mobilfunknetz von Telefónica in Deutschland (als sogenannter MBA MVNO) und nutzte zudem Kapazitäten anderer Vorleistungsanbieter wie Vodafone. Die 1&1 Bestandskunden auf diesen Fremdnetzen werden seit Beginn des Jahres 2024 sukzessive in das 1&1 Mobilfunknetz migriert, um den Vorleitungseinkauf bei Dritten zunehmend zu ersetzen und stattdessen intern produzierte Vorleistungen zu nutzen.
Breite Wertschöpfung bei Applikationen
Im Applications-Segment deckt United Internet die komplette Wertschöpfungskette ab. Die Applikationen werden in den firmeneigenen „Internet-Fabriken“ oder in Kooperation mit Partnerfirmen entwickelt und auf über 100.000 Servern in 9 eigenen und 22 Co-Location-Rechenzentren betrieben. Damit kann United Internet eine hohe Qualität sicherstellen und zeitnah auf Kundenbedürfnisse und veränderte Marktsituationen reagieren und so Neukunden gewinnen und Bestandskunden halten.
Internationalisierung
Cloud-Applikationen sind weltweit einsetzbar und funktionieren in Frankfurt am Main nach den gleichen Regeln wie in London, Rom oder New York. So hat United Internet bereits in der Vergangenheit vielfach zunächst für Deutschland entwickelte Cloud-Produkte auf Sprache und länderspezifische Unterschiede angepasst und diese sukzessive in andere Länder ausgerollt.
Dank der guten Exportierbarkeit dieser Produkte ist United Internet im Geschäftsfeld „Applications“ schon heute in zahlreichen europäischen Ländern (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien, Portugal, Niederlande, Österreich, Polen, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Tschechien, Slowakei und Schweden), aber auch in Nordamerika (USA, Kanada und Mexiko) tätig. Weitere Länder und Produkt-Rollouts werden sukzessive folgen.
Übernahmen und Beteiligungen
Neben dem organischen Wachstum prüft United Internet kontinuierlich auch Möglichkeiten von Firmenübernahmen und strategischen Beteiligungen. Dank der planbaren hohen Cashflows verfügt United
Internet über eine hohe Eigenfinanzierungskraft und hat auch einen guten Zugang zum Kapitalmarkt sowie zu Fremdfinanzierungsmärkten, um Chancen in Form von Übernahmen und Beteiligungen zu nutzen.
So hat United Internet ihre Marktpositionen im In- und Ausland auch durch mehrere Übernahmen sowie durch strategische Beteiligungen weiter verbessert und sich gleichzeitig eine hohe Kompetenz in den Bereichen „Mergers & Acquisitions“ (M&A) und „Firmen-Integration“ aufgebaut. Zu den wichtigsten M&A-Aktivitäten der Vergangenheit zählen dabei die Übernahme des Portalgeschäfts von WEB.DE (im Jahr 2005), die Übernahmen von Fasthosts (2006) und united-domains (2008), die Übernahme des Breitband-Geschäfts von freenet (2009) sowie die Übernahmen von mail.com (2010), Arsys (2013),
Versatel (2014; inzwischen 1&1 Versatel), home.pl (2015), STRATO (2017), ProfitBricks (2017; inzwischen
IONOS Cloud), Drillisch (2017; inzwischen 1&1), World4You (2018) und we22 (2021). Zu den wichtigsten strategischen Beteiligungen zählen die Beteiligungen an Open-Xchange (2013), uberall (2014), rankingCoach (2017), AWIN (2017; durch die Einbringung von affilinet) und Stackable (2021).
Gesamtaussage des Vorstands zur Chancensituation des
Konzerns
Angesichts der breiten Positionierung in den heutigen Wachstumsmärkten liegen die Wachstumschancen der Gesellschaft auf der Hand: Überall und ständig verfügbare, immer leistungsfähigere Breitband-Anschlüsse ermöglichen neue, aufwändigere Cloud-Applikationen. Diese internetbasierten Anwendungen für Privatanwender, Freiberufler und kleine Unternehmen sind für United Internet aus heutiger Sicht die Wachstumstreiber der nächsten Jahre – sowohl als eigenständige Produkte in den Segmenten „Consumer Applications“ und „Business Applications“ wie auch in Kombination mit den festnetz- und mobilfunkbasierten Zugangsprodukten im Segment „Consumer Access“. Das Geschäftsmodell von United Internet, das überwiegend auf elektronischen Abonnements basiert mit festen monatlichen Beträgen sowie vertraglich festgelegten Laufzeiten, sichert stabile und planbare Umsätze und Cashflows. Vor diesem Hintergrund ist der Vorstand der Gesellschaft davon überzeugt, auch in Zukunft Herausforderungen meistern und Chancen nutzen zu können.
4.3 Prognosebericht
Konjunkturerwartungen
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat in seinem Weltwirtschaftsausblick vom 17. Januar 2025 seine Prognosen für die Entwicklung der globalen Volkswirtschaften in den Jahren 2025 und 2026 aktualisiert.
Mit Blick auf die Weltwirtschaft insgesamt fällt die IWF-Prognose besser aus als zuvor. Global geht der Fonds im Jahr 2025 von einem Wirtschaftswachstum um 3,3 % aus, das sind 0,1 Prozentpunkte mehr als in seiner Herbstprognose. Und auch für 2026 werden 3,3 % erwartet.
Als Risiken für die Prognose nennt der IWF geopolitische Konflikte wie in der Ukraine und im Nahen Osten sowie die politische Unsicherheit durch die Rückkehr von Donald Trump ins US-Präsidialamt. Dessen politische Vorschläge hat der IWF bislang nicht in seine Prognosen einbezogen.
Insbesondere für die USA verbesserte sich der Ausblick für 2025 deutlich um 0,5 Prozentpunkte auf nun 2,7 %. Ein ganz anderes Bild malen die IWF-Experten dagegen für Deutschland, das für United Internet wichtigste Zielland. Nach zwei Rezessionsjahren 2023 und 2024 dürfte die deutsche Wirtschaft in 2025 lediglich um 0,3 % zulegen. Damit wurde die bisherige IWF-Schätzung (Herbstprognose) um 0,5 Prozentpunkte nach unten korrigiert. Der IWF erwartet für Deutschland damit im laufenden Jahr erneut das schwächste Wachstum unter den führenden westlichen G7-Industriestaaten. Als Gründe werden die Schwäche der Industrie und hohe Energiepreise genannt, die die wirtschaftliche Erholung bremsen.
Deutschland bleibt damit auch innerhalb Europas in 2025 abgeschlagen. Vor allem Spanien (2,3 %) wächst wesentlich stärker, aber auch Großbritannien (1,6 %), Frankreich (0,8 %) und Italien (0,7 %) liegen davor.
Markt-Prognose: Entwicklung wesentlicher Bruttoinlandsprodukte aus Sicht von United Internet
| 2026e | 2025e | 2024 |
Welt | 3,3 % | 3,3 % | 3,2 % |
USA | 2,1 % | 2,7 % | 2,8 % |
Kanada | 2,0 % | 2,0 % | 1,3 % |
Mexiko | 2,0 % | 1,4 % | 1,8 % |
Frankreich | 1,1 % | 0,8 % | 1,1 % |
Spanien | 1,8 % | 2,3 % | 3,1 % |
Italien | 0,9 % | 0,7 % | 0,6 % |
Polen | 3,3 % | 3,5 % | 2,8 % |
Großbritannien | 1,5 % | 1,6 % | 0,9 % |
Deutschland | 1,1 % | 0,3 % | –0,2 % |
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Quelle: Internationaler Währungsfonds, World Economic Outlook (Update), Januar 2025
Mit dem erwarteten Wachstum für 2025 in Deutschland liegt der Fonds gleichauf mit der Prognose der Bundesregierung, die am 29. Januar 2025 im Rahmen ihres Jahreswirtschaftsberichts 2025 von einem Wachstum des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts von ebenfalls lediglich 0,3 % ausgeht. Im Herbst hatte die Regierung noch mit einem Plus des Bruttoinlandsprodukts von 1,1 % gerechnet.
Als Ursachen für die verschlechterte Aussicht nannte Wirtschaftsminister Robert Habeck die „hohe Unsicherheit“ wegen der US-Wirtschafts- und Handelspolitik unter Donald Trump sowie der politischen Lage in Deutschland. Zudem verwies er auf Maßnahmen in der Wachstumsinitiative der Ampel-Regierung, die jedoch wegen des Endes der Koalition „zu großen Teilen“ nicht umgesetzt werden.
Als zentrale Probleme machte Habeck den Arbeits- und Fachkräftemangel, die überbordende Bürokratie sowie die Investitionsschwäche aus.
Branchen-/Markterwartungen
Trotz der Herausforderungen durch die schwierigen konjunkturellen Bedingungen soll die digitale Wirtschaft in Deutschland weiter auf Wachstumskurs bleiben. So erwartet der Digitalverband Bitkom im deutschen Markt für IT und Telekommunikation (ITK) für 2025 ein Umsatzplus von 4,6 % auf 232,8 Mrd. €. Im vergangenen Jahr hatten die ITK-Umsätze um 3,3 % auf 222,6 Mrd. € zugelegt.
Die Informationstechnik ist weiterhin der wichtigste Wachstumstreiber. Dieser Markt soll nach aktueller Bitkom-Prognose in 2025 um 5,9 % (Vorjahr: 4,4 %) auf 158,5 Mrd. € zulegen.
Vor allem das darin enthaltene Geschäft mit Software soll mit einem Plus von 9,8 % auf 51,1 Mrd. € nochmals stark zulegen. Insbesondere der anhaltende Boom bei Künstlicher Intelligenz (KI) sticht hier hervor: Das Geschäft mit KI-Plattformen, auf denen KI-Anwendungen entwickelt, trainiert und betrieben werden können, soll rasant um 43 % auf 2,3 Mrd. € zulegen. Kollaborationstools zur Zusammenarbeit und zum mobilen Arbeiten in Unternehmen werden mit einem Plus von 12 % auf 1,4 Mrd. € ebenfalls stark erwartet. Auch Sicherheitssoftware soll um 11 % auf 5,1 Mrd. € anwachsen. Zweistellige Wachstumsraten werden außerdem bei Cloud-Services erwartet, die um 17 % auf 20,0 Mrd. € zulegen sollen.
Auch der Markt für IT-Hardware soll in fast allen Segmenten im Plus liegen. Für 2025 wird den Prognosen zufolge für den Hardware-Markt insgesamt ein Wachstum von 3,3 % auf 53,7 Mrd. € erwartet. Größter Wachstumstreiber soll dabei mit einem Plus von 24,4 % auf 6,2 Mrd. € erneut der Bereich Infrastructure-as-a-Service, also gemietete Server, Netzwerk- und Speicherkapazitäten sein.
Die Umsätze mit IT-Dienstleistungen insgesamt steigen laut Bitkom 2025 um 5,0 % auf 53,8 Mrd. €.
Von besonderer Bedeutung für United Internet sind insbesondere der deutsche Telekommunikationsmarkt im überwiegend abonnementfinanzierten Geschäftsbereich „Access“ sowie der weltweite Cloud-Computing-Markt und der deutsche Online-Werbemarkt im abonnement- und werbefinanzierten Geschäftsbereich „Applications“.
Telekommunikationsmarkt in Deutschland
Für den deutschen Telekommunikationsmarkt erwartet der Branchenverband Bitkom, dass der Markt in 2025 insgesamt um 1,8 % (Vorjahr: 1,0 %) auf 74,3 Mrd. € zulegen kann. Das größte Wachstum hat dabei das Geschäft mit Telekommunikations-Infrastruktur, das um 3,5 % (Vorjahr: -4,8 %) auf 8,0 Mrd. € wachsen soll. Die Umsätze mit Endgeräten sollen um 2,7 % (Vorjahr: 1,6 %) auf 12,8 Mrd. € zulegen. Und auch das Geschäft mit Telekommunikationsdiensten soll um 1,4 % (Vorjahr: 1,8 %) auf 53,5 Mrd. € wachsen.
Markt-Prognose: Telekommunikationsmarkt in Deutschland
in Mrd. € | 2025e | 2024 | Veränderung |
Telekommunikations-Umsätze | 74,3 | 73,0 | + 1,8 % |
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Quelle: Bitkom, Januar 2025
Cloud-Computing-Markt weltweit
Der Markt der weltweiten Public Cloud Services soll nach Berechnungen von Gartner in 2025 um 21,5 % (Vorjahr: 19,2 %) auf 723,4 Mrd. USD zulegen. Am stärksten wachsen sollen dabei die Bereiche Cloud System Infrastructure Services (laaS) mit 24,8 %, Cloud Application Infrastructure Services (PaaS) mit 21,6 % sowie Cloud Application Services (SaaS) mit 19,2 %.
Markt-Prognose: Cloud Computing weltweit
in Mrd. USD | 2025e | 2024 | Veränderung |
Umsatz Public Cloud Services weltweit | 723,42 | 595,65 | + 21,5 % |
davon Application Infrastructure Services (PaaS) | 208,64 | 171,57 | + 21,6 % |
davon Application Services (SaaS) | 299,07 | 250,80 | + 19,2 % |
davon Desktop as a Service (DaaS) | 3,85 | 3,47 | + 11,1 % |
davon System Infrastructure Services (laaS) | 211,86 | 169,82 | + 24,8 % |
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Quelle: Gartner Forecasts, Worldwide Public Cloud End-User Spending, November 2024
Online-Werbemarkt in Deutschland
Nach einem Anstieg des Online-Werbemarktes um 10,7 % in 2024 rechnet PricewaterhouseCoopers auch für 2025 mit weiterem Wachstum und erwartet für den Gesamtmarkt (Mobile-Werbung & Desktop-Werbung) ein Plus von 9,6 % auf 20,7 Mrd. €.
Markt-Prognose: Gesamtmarkt Online-Werbung in Deutschland (Mobile-Werbung & Desktop-Werbung) – nach PwC
in Mrd. € | 2025e | 2024 | Veränderung |
Online-Werbeumsätze | 20,74 | 18,93 | + 9,6 % |
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Quelle: PricewaterhouseCoopers, German Entertainment and Media Outlook 2024 – 2028, September 2024
Unternehmenserwartungen 2025
Prognose für das Geschäftsjahr 2025
Ohne Berücksichtigung des Geschäftsfeldes „Energy“ erwartet United Internet für das Geschäftsjahr 2025 die folgende Umsatz- und Ergebnisentwicklung im Konzern:
○ Der Umsatz 2025 (nach IFRS) soll auf ca. 6,4 Mrd. € ansteigen (2024: 6,303 Mrd. € ohne „Energy“ und „De-Mail“).
○ Das EBITDA 2025 (nach IFRS) soll auf ca. 1,35 Mrd. € zulegen (2024: 1,295 Mrd. € ohne „Energy“ und „De-Mail“), darin enthalten ca. -20 Mio. € aufgrund des Wechsels des National Roaming-Vorleisters bei 1&1. Dabei werden bei der kommerziell gleichwertigen National Roaming-Vereinbarung mit Vodafone die von 1&1 genutzten Kapazitäten vollständig EBITDA-wirksam erfasst, während sie zuvor beim National Roaming mit Telefónica teilweise aktiviert und planmäßig abgeschrieben wurden.
Auch 2025 wird die Gesellschaft weiter stark investieren, vor allem in den Ausbau ihres Glasfasernetzes und ihres Mobilfunknetzes. Der Cash-Capex soll bei ca. 800 Mio. € liegen (2024: 774,6 Mio. €).
Das Ergebnis der United Internet AG auf Ebene des Einzelabschlusses ist aufgrund ihrer Rolle als Holding-Gesellschaft im Wesentlichen durch das Beteiligungsergebnis (Ergebnisabführungen und Ausschüttungen) und das Zinsergebnis beeinflusst. Für das Geschäftsjahr 2025 geht der Vorstand aus heutiger Sicht (vorbehaltlich eventueller Sondereffekte) von einem ausgeglichenen Jahresergebnis aus (2024:
- 365,3 Mio. € inkl. außerplanmäßige Sondereffekte).
Die auf Kontinuität ausgerichtete aktionärsfreundliche Dividendenpolitik der United Internet AG soll sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Die Gesellschaft beabsichtigt auch zukünftig ca. 20 – 40 % des bereinigten Konzernergebnisses aus fortgeführten Geschäftsbereichen nach Minderheitenanteilen (das auf die „Anteilseigner der United Internet AG“ entfallende bereinigte Konzernergebnis – gemäß Konzern-Gesamtergebnisrechnung) an ihre Aktionäre auszuschütten. Voraussetzung ist, dass die Mittel nicht für die weitere Unternehmensentwicklung benötigt werden.
Gesamtaussage des Vorstands zur voraussichtlichen Entwicklung
Der Vorstand der United Internet AG blickt optimistisch in die Zukunft. Dank des überwiegend auf elektronischen Abonnements beruhenden Geschäftsmodells sieht sich United Internet weitgehend stabil gegen konjunkturelle Einflüsse aufgestellt. Und mit den in den vergangenen Jahren getätigten Investitionen in Kundenbeziehungen, neue Geschäftsfelder und die weitere Internationalisierung sowie durch Übernahmen und Beteiligungen wurde das Fundament für weiteres Wachstum verbreitert.
Diese nachhaltige Geschäftspolitik wird United Internet auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Dabeistehen in den Segmenten im Geschäftsjahr 2025 folgende Themen im Vordergrund.
○ Im Segment „Consumer Access“ werden die Schwerpunkte – neben dem Ausbau des 1&1 Mobilfunknetzes – insbesondere auf der Vermarktung der Mobile-Internet-Produkte und der Gewinnung von hochwertigen Kundenverhältnissen liegen.
○ Im Segment „Business Access“ sollen das Glasfasernetz weiter ausgebaut und neue Standorte erschlossen werden. Zudem soll das Firmenkundengeschäft weiterentwickelt werden.
○ Zentrale Themen im Segment „Consumer Applications“ sind der weitere Ausbau datengetriebener Geschäftsmodelle sowie die Fokussierung auf kostenpflichtige Premium-Produkte.
○ Im Segment „Business Applications“ liegt der Schwerpunkt unverändert auf dem Ausbau des Bestandskundengeschäfts und der Gewinnung hochwertiger Kundenverhältnisse. Darüber hinaus soll vor allem das Cloud-Geschäft vergrößert werden.
Zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Lageberichts sieht der Vorstand die Gesellschaft auf gutem Wege, die im voranstehenden Abschnitt „Prognose für das Geschäftsjahr 2025“ näher erläuterte Prognose zu erreichen.
Zukunftsgerichtete Aussagen und Prognosen
Der vorliegende Lagebericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Erwartungen, Annahmen und Prognosen des Vorstands der United Internet AG sowie den ihm derzeit verfügbaren Informationen basieren. Die zukunftsgerichteten Aussagen sind verschiedenen Risiken und Unwägbarkeiten unterworfen und beruhen auf Erwartungen, Annahmen und Prognosen, die sich künftig möglicherweise als nichtzutreffend erweisen könnten. United Internet garantiert nicht, dass sich die zukunftsgerichteten Aussagen als richtig erweisen, übernimmt keine Verpflichtung und hat auch nicht die Absicht, die in diesem Bericht gemachten zukunftsgerichteten Aussagen anzupassen bzw. zu aktualisieren.
5. Internal Control System und Risk
Management System
Der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) sieht Angaben zum internen Kontroll- und Risikomanagementsystem vor. Diese gehen über die gesetzlichen Anforderungen an den Lagebericht hinaus und sind von der inhaltlichen Prüfung des Lageberichts durch den Abschlussprüfer ausgenommen („lageberichtsfremde Angaben“). Sie werden in Kapitel 5. „Internal Control System und Risk Management System“ thematisch den wesentlichen Elementen des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems zugeordnet und sind von den inhaltlich zu prüfenden Angaben durch separate Absätze abgegrenzt und entsprechend als „ungeprüft“ gekennzeichnet.
Internal Control System (ungeprüft)
Das interne Kontrollsystem (IKS) bzw. Internal Control System der United Internet AG umfasst die gesamte Organisation und dient der Erhaltung der Funktionsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit von Geschäftsprozessen, der Zuverlässigkeit von betrieblichen Informationen, der Vermögenssicherung und der Regeleinhaltung. In diesem Zusammenhang beinhalten die durchgeführten Kontrollen die Einhaltung der Soll-Prozesse, das „Vier-Augen-Prinzip“ und die Funktionstrennung. Die Kontrollen werden auf Basis einheitlicher Kategorisierungen je Prozess definiert und teilweise zentral sowie dezentral im gesamten Konzern ausgeführt. In definierten Prozessen, die die Verantwortlichen der Fachbereiche und auch Prozessexperten einbeziehen, wird sichergestellt, dass den Prozess- und Organisationsrisiken präventiv begegnet wird. Gemeinschaftlich und im Zusammenspiel mit dem Risikomanagement beurteilen alle Einheiten des Konzerns das Vorliegen von Organisations- und Prozessrisiken und schätzen ein, ob diese Auswirkungen auf das IKS haben können. Die Verbesserung des IKS, auch unter Einbeziehung von Experten, findet regelmäßig statt. Die Überwachung erfolgt u. a. durch die Konzernrevision und externe Prüfer. Die Konzernrevision bewertet und verbessert die Governance-Prozesse und das Risikomanagement und beurteilt darüber hinaus die Angemessenheit und Effektivität des IKS durch Prüfungen die regelmäßig in Stichproben durchgeführt werden.
Rechnungslegungsbezogenes Internal Control System und Risk Management System
Gemäß § 289 Abs. 4 und § 315 Abs. 4 HGB ist die United Internet AG verpflichtet, im Lagebericht die wesentlichen Merkmale ihres rechnungslegungsbezogenen Internal Control System und Risk Management System zu beschreiben.
Die United Internet AG betrachtet das Risikomanagement als Teil des internen Kontrollsystems (IKS). Dabei umfasst das IKS Organisations-, Kontroll- und Überwachungsstrukturen, um die Einhaltung der gesetzlichen und unternehmerischen Vorgaben jederzeit zu gewährleisten.
Der Vorstand der United Internet AG ist verantwortlich für den Umfang und die Ausgestaltung des IKS und berücksichtigt hierbei die unternehmensspezifischen Anforderungen. Die Überwachung der Wirksamkeit des IKS gehört zu den Aufgaben des Aufsichtsrates der United Internet AG, der sich vom Vorstand regelmäßig über den Zustand des IKS und die Ergebnisse des internen Revisionssystems berichten lässt. Corporate Audit (Interne Revision) überprüft unabhängig die Angemessenheit, Wirksamkeit und Funktionsfähigkeit des IKS im United Internet Konzern und verfügt zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben über umfassende Informations-, Prüf- und Eintrittsrechte. Ihre Prüfungshandlungen basieren auf einem risikoorientierten Prüfungsplan, der regelmäßig auch Prüfungen bei Tochtergesellschaften vorsieht. Darüber hinaus prüft Corporate Audit (Interne Revision) grundsätzlich die Ordnungsmäßigkeit wesentlicher Anlage- und Vorratsinventuren. Der Abschlussprüfer prüft darüber hinaus die für die Finanzberichterstattung relevanten Teile des IKS im Rahmen seines risikoorientierten Prüfungsansatzes auf Wirksamkeit.
Das rechnungslegungsbezogene IKS umfasst Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sowie zur Sicherung der Einhaltung der maßgeblichen Gesetze und Normen und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses dient das IKS insbesondere dazu, die Anwendung der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, und die Anwendung der nach § 315e HGB ergänzend anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften sicherzustellen. Das IKS trägt bei der Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts zusätzlich dazu bei, dass die handelsrechtlichen Vorschriften eingehalten werden.
Bei jedem IKS muss grundsätzlich berücksichtigt werden, dass es, unabhängig von seiner Ausgestaltung, keine absolute Sicherheit dafür bieten kann, dass wesentliche Fehlaussagen in der Rechnungslegung vermieden oder aufgedeckt werden. Ursache dafür könnten bspw. fehlerhafte Ermessensentscheidungen, unzureichende Kontrollen oder kriminelle Handlungen sein.
Die folgenden Aussagen beziehen sich nur auf die im Konzernabschluss der United Internet AG vollkonsolidierten Tochterunternehmen, bei denen die United Internet AG mittelbar oder unmittelbar über die Möglichkeit verfügt, deren Finanz- und Liquiditätspolitik zu bestimmen, um aus der Tätigkeit dieser Unternehmen Nutzen zu ziehen.
Die Aufgabe des Risikomanagements der United Internet AG ist unter anderem die Festlegung von Maßnahmen, um Risiken zu erkennen, zu bewerten, auf ein vertretbares Maß abzumildern und um die erkannten Risiken zu überwachen. Ein Risikomanagement verlangt organisiertes Handeln, um mit Unsicherheit und Bedrohung angemessen umgehen zu können und hält Mitarbeitende dazu an, Vorschriften und Instrumente einzusetzen, um die Einhaltung der Grundsätze für das Risikomanagement zu gewährleisten. Es umfasst neben dem operativen Risikomanagement auch die systematische Risikofrüherkennung, -steuerung und -überwachung. Das rechnungslegungsbezogene Risikomanagement ist dabei auf das Risiko einer Falschaussage in der Buchführung sowie in der externen Berichterstattung ausgerichtet.
Spezifische rechnungslegungsbezogene Risiken können z. B. aus dem Abschluss ungewöhnlicher oder komplexer Geschäfte auftreten. Weiterhin sind Geschäftsvorfälle, die nicht routinemäßig verarbeitet werden, mit einem latenten Risiko behaftet. Einem begrenzten Personenkreis sind notwendigerweise Ermessensspielräume bei Ansatz und Bewertung von Vermögensgegenständen und Schulden eingeräumt, woraus weitere rechnungslegungsbezogene Risiken resultieren können.
Das rechnungslegungsbezogene IKS umfasst anhand von Risikoaspekten definierte interne Kontrollen der für die Rechnungslegung relevanten Prozesse sowie der Prozesse, die die IT-Systeme unterstützen. Hierbei sind die IT-Sicherheit, das Veränderungsmanagement und die operativen IT-Vorgänge von besonderer Bedeutung. Dabei werden organisatorische, präventive und aufdeckende Kontrollen angewendet, die sowohl IT-gestützt als auch manuell erfolgen können. Für die Wirksamkeit und Effizienz des rechnungslegungsbezogenen IKS ist für die United Internet Gruppe die hohe Qualifikation der Mitarbeitenden, deren regelmäßige Schulung, das „Vier-Augen-Prinzip“ und die Funktionstrennung von Verwaltungs-, Ausführungs- und Genehmigungsprozessen unverzichtbar. Die Steuerung der Prozesse zur Rechnungslegung erfolgt durch den Bereich Konzernrechnungslegung und weitere zuständige Rechnungslegungsabteilungen. Gesetze, Rechnungslegungsstandards und andere Verlautbarungen werden fortlaufend bezüglich der Relevanz und Auswirkungen auf die Rechnungslegung analysiert. In der Bilanzierungsrichtlinie des Konzerns werden relevante Anforderungen festgehalten, kommuniziert und bilden die Grundlage für den Abschlusserstellungsprozess. Zusätzlich unterstützen ergänzende Verfahrensanweisungen wie z. B. die Intercompany-Richtlinie, standardisierte Meldeformate, IT-Systeme sowie IT-unterstützte Reporting- und Konsolidierungsprozesse den Prozess der einheitlichen und ordnungsgemäßen Konzernrechnungslegung. Der Bereich Konzernrechnungslegung stellt sicher, dass diese Anforderungen konzernweit einheitlich eingehalten werden. Die Konzerngesellschaften sind für die Einhaltung des ordnungsgemäßen und zeitgerechten Ablaufs ihrer rechnungslegungsbezogenen Prozesse und Systeme verantwortlich und werden dabei von den Rechnungslegungsabteilungen unterstützt.
Bei festgestellten wesentlichen Kontrollschwächen oder Verbesserungsmöglichkeiten werden diese bewertet und mit den verantwortlichen Personen Gegenmaßnahmen ausgearbeitet, um die Wirksamkeit des IKS weiter zu verbessern. Die Umsetzung der Maßnahmen wird durch Corporate Audit (Interne Revision) überwacht und kann Gegenstand von Folgeprüfungen sein. Zur Sicherstellung der hohen Qualität des rechnungslegungsbezogenen IKS ist Corporate Audit (Interne Revision) über alle Stufen hinweg eng mit einbezogen.
Wirksamkeitsaussage (ungeprüft)
Aus der regelmäßigen Befassung mit dem Internal Control System und Risk Management System sind dem Vorstand bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts keine Umstände bekannt, welche gegen die Angemessenheit und Wirksamkeit dieser Systeme sprechen bzw. diese in Frage stellen würden.
6. Übernahmerechtliche Angaben
Die folgenden Angaben nach §§ 289 a, 315 a HGB geben die Verhältnisse zum Bilanzstichtag wieder. Wie in § 176 Abs. 1 Satz 1 AktG vorgesehen, werden die Angaben in den einzelnen Abschnitten erläutert.
Hinsichtlich der Angaben zur Zusammensetzung des Gezeichneten Kapitals sowie der direkten und indirekten Beteiligungen am Kapital gemäß § 289a Satz 1 Nr. 1 und Nr. 3 HGB bzw. § 315a Satz 1 Nr. 1 und 3 HGB verweisen wir auf Anhangangabe 37 im Konzernanhang sowie auf die Erläuterungen zum Eigenkapital im Jahresabschluss der United Internet AG zum 31. Dezember 2024.
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siehe Seite 211 und Seite 252 |
Darüber hinaus wird auf die Ausführungen im Konzernanhang unter Anhangangabe 16 sowie 37 - 39 verwiesen.
Zusammensetzung des Kapitals
Seit Abschluss der am 14. Februar 2023 vom Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossenen Kapitalherabsetzung durch Einziehung von 2.000.000 Mio. eigenen Aktien beläuft sich das gezeichnete Kapital der United Internet AG auf 192.000.000 € (unveränderter Stand zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024) und ist in 192.000.000 nennwertlose, auf den Namen lautende Stammaktien eingeteilt. Jede Aktie gewährt eine Stimme, weitere Aktiengattungen existieren nicht. Bei einer Erhöhung des Grundkapitals kann der Beginn der Gewinnberechtigung der neuen Aktien abweichend von dem Zeitpunkt der Leistung der Einlagen festgelegt werden. Alle Stammaktien sind börsennotiert.
Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen
Gesetzliche Beschränkungen hinsichtlich der Stimmrechte liegen in Bezug auf eigene Aktien gem.
§ 71b AktG und gem. § 71d S. 4 i. V. m. § 71b AktG vor. Die United Internet AG hielt zum Bilanzstichtag
31. Dezember 2024 – nach Ausgabe von Aktien im Rahmen von Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen – insgesamt 19.162.689 eigene Aktien, die 9,98 % des Grundkapitals von 192 Mio. Aktien entsprechen
(31. Dezember 2023: 19.183.705 eigene Aktien bzw. 9,99 % des Grundkapitals)
Gesetzliche Beschränkungen hinsichtlich der Stimmrechte liegen weiterhin in Bezug auf die Interessenkollision gem. § 136 Abs. 1 AktG bei Aktien vor, die im Besitz des Vorstands und des Aufsichtsrats sind.
Herr Dommermuth hielt zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 indirekt 93.955.205 Aktien der United Internet AG (48,94 % des Grundkapitals). Von den weiteren Mitgliedern des Vorstandes hielten Herr Hartings 21.016 Aktien der Gesellschaft (0,01 % des Grundkapitals) und Herr Huhn 500 Aktien der Gesellschaft (0,00 % des Grundkapitals) zum 31. Dezember 2024.
Von den aktuellen Mitgliedern des Aufsichtsrats hielt zum 31. Dezember 2024 Herr Rasch 12.500 Aktien (0,01 % des Grundkapitals).
Beschränkungen, die die Übertragung von Aktien betreffen, liegen nicht vor.
Direkte und indirekte Beteiligungen am Kapital mit mehr als 10 % der Stimmrechte
Per 31. Dezember 2024 hielt der Vorstandsvorsitzende der Gesellschaft, Herr Ralph Dommermuth, wohnhaft in Deutschland, indirekt 93.955.205 Aktien bzw. 48,94 % der Anteile am Grundkapital von 192.000.000 Aktien der United Internet AG. Weitere Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten bestehen nach Kenntnis des Vorstands nicht.
Sonderrechte
Herrn Ralph Dommermuth steht das persönliche Recht zu, zwei Mitglieder in den Aufsichtsrat zu entsenden. Das Entsendungsrecht wird ausgeübt durch Benennung der Person des Aufsichtsratsmitglieds gegenüber dem Vorstand der Gesellschaft. Die Benennung wird wirksam durch Erklärung der Annahme des Aufsichtsratsmandats durch die benannte Person gegenüber dem Vorstand. Das vorstehende Entsendungsrecht setzt voraus, dass Herr Ralph Dommermuth selbst oder durch gemäß §§ 15 ff. AktG verbundene Unternehmen bei Ausübung des Entsendungsrechts Aktien hält, die mindestens 25 % des stimmberechtigten Grundkapitals der Gesellschaft repräsentieren und dies dem Vorstand bei der Benennung des Aufsichtsratsmitglieds durch Depotauszüge oder ähnliche Unterlagen nachweist. Herr Dommermuth hat bisher von seinem Entsendungsrecht keinen Gebrauch gemacht.
Weitere Aktien mit Sonderrechten bestehen nach Kenntnis des Vorstands nicht.
Ernennung und Abberufung der Vorstandsmitglieder, Satzungsänderungen
Die Bestellung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands richtet sich nach den §§ 84, 85 AktG in Verbindung mit Ziffer 1 der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat. Gemäß § 6 Abs. 1 der Satzung besteht der Vorstand mindestens aus einer Person. Der Aufsichtsrat bestellt und entlässt die Mitglieder des Vorstands, bestimmt ihre Zahl und kann ein Mitglied des Vorstands zum Vorsitzenden ernennen.
Jede Satzungsänderung bedarf eines Hauptversammlungsbeschlusses mit einer Mehrheit von mindestens drei Viertel des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals. Zu Änderungen der Satzung, die lediglich die Fassung betreffen, ist der Aufsichtsrat nach § 22 der Satzung in Verbindung mit
§ 179 Abs. 1 Satz 2 AktG ermächtigt (Änderungen bei Grundkapital und Aktienzahl).
Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe von neuen Aktien
Der Vorstand hat die Möglichkeit, unter folgenden Umständen neue Aktien auszugeben:
Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital bis zum 31. August 2026 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer Stückaktien gegen Bareinlagen und/oder gegen Sacheinlagen einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 75.000.000,00 € zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2023). Bei Bareinlagen können die neuen Aktien nach Wahl des Vorstands mit Zustimmung des Aufsichtsrats auch von einem oder mehreren Kreditinstituten bzw. einem anderen die Voraussetzungen des § 186 Abs. 5 S. 1 AktG erfüllenden Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie ausschließlich den Aktionären zum Bezug anzubieten (mittelbares Bezugsrecht).
Den Aktionären ist mit den nachfolgenden Einschränkungen ein Bezugsrecht einzuräumen.
Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats Spitzenbeträge von dem Bezugsrecht der Aktionäre auszunehmen und das Bezugsrecht auch insoweit auszuschließen, wie es erforderlich ist, um den Inhabern der von der Gesellschaft oder ihren Tochtergesellschaften ausgegebenen Optionsscheinen und Wandelschuldverschreibungen ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung des Options- bzw. Wandlungsrechts bzw. Erfüllung der Wandlungspflicht zustehen würde.
Der Vorstand ist darüber hinaus ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre bei einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen für einen Betrag von bis zu 10 % des im Zeitpunkt des Wirksamwerdens des Genehmigten Kapitals 2023 oder – falls dieses geringer ist – des bei Beschlussfassung über die Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2023 vorhandenen Grundkapitals auszuschließen, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien der Gesellschaft zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabebetrages, die möglichst zeitnah zur Platzierung der Aktien erfolgen soll, nicht wesentlich unterschreitet. Auf diese Höchstgrenze sind Aktien anzurechnen, die aufgrund Options- oder Wandelschuldverschreibungen ausgegeben werden oder auszugeben sind, sofern die Schuldverschreibungen während der Laufzeit dieser Ermächtigung in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben werden; ferner sind auf diese Zahl Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung in direkter oder entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben oder veräußert werden.
Der Vorstand ist weiter ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen zur Gewährung von Aktien zum Zweck des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen, Beteiligungen an Unternehmen oder sonstigen Vermögensgegenständen einschließlich Rechten und Forderungen oder im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen auszuschließen.
Die vorstehenden Ermächtigungen zum Bezugsrechtsausschluss sind insgesamt auf einen Betrag von bis zu 20 % des im Zeitpunkt des Wirksamwerdens des Genehmigten Kapitals 2023 oder – falls dieses geringer ist – des bei Beschlussfassung über die Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2023 vorhandenen Grundkapitals beschränkt. Auf diese Höchstgrenze von 20 % des Grundkapitals ist der anteilige Betrag des Grundkapitals anzurechnen, der auf Aktien entfällt, auf die sich Wandlungs- und/oder Optionsrechte bzw. Wandlungspflichten aus Schuldverschreibungen beziehen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts mit Options- und/oder Wandlungsrecht oder Wandlungspflicht ausgegeben werden, sowie derjenige anteilige Betrag des Grundkapitals, der auf eigene Aktien entfällt, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung in anderer Weise als über die Börse oder durch ein Angebot an alle Aktionäre veräußert oder verwendet werden.
Der Vorstand ist ferner ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung mit Zustimmung des Aufsichtsrats festzulegen.
Das Grundkapital ist um bis zu 18.500.000,00 € eingeteilt in bis zu Stück 18.500.000 auf den Namen lautende Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2023). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber oder Gläubiger von Options- oder Wandlungsrechten oder die zur Wandlung Verpflichteten aus ausgegebenen Options- oder Wandelanleihen, die von der Gesellschaft oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen der Gesellschaft aufgrund der Ermächtigung des Vorstands durch Hauptversammlungsbeschluss vom 17. Mai 2023 bis zum 31. August 2026 ausgegeben oder garantiert werden, von ihren Options- oder Wandlungsrechten Gebrauch machen oder, soweit sie zur Wandlung verpflichtet sind, ihre Verpflichtung zur Wandlung erfüllen, oder, soweit die Gesellschaft ein Wahlrecht ausübt, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Aktien der Gesellschaft zu gewähren, soweit nicht jeweils ein Barausgleich gewährt oder eigene Aktien oder Aktien einer anderen börsennotierten Gesellschaft zur Bedienung eingesetzt werden.
Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe des vorstehend bezeichneten Ermächtigungsbeschlusses jeweils zu bestimmenden Options- oder Wandlungspreis. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie entstehen, am Gewinn teil; soweit rechtlich zulässig, kann der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Gewinnbeteiligung neuer Aktien hiervon und auch abweichend von § 60 Abs. 2 AktG, auch für ein bereits abgelaufenes Geschäftsjahr, festlegen.
Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.
Befugnisse des Vorstands bei Erwerb und Verwendung eigener Aktien
Die von der Hauptversammlung am 20. Mai 2020 gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG erteilte Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien und zu deren Verwendung war bis zum 31. August 2023 befristet. Vor diesem Hintergrund hat die Hauptversammlung am 17. Mai 2023 eine neue Ermächtigung gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG zum Erwerb eigener Aktien und zu deren Verwendung erteilt. Diese Ermächtigung vom 1. September 2023 bis zum 31. August 2026.
Die Ermächtigung ist insgesamt auf einen Anteil von 10 % des im Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung oder – falls dieser Wert geringer ist – des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals beschränkt. Die Ermächtigung kann unmittelbar durch die Gesellschaft oder durch ein von der Gesellschaft abhängiges oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehendes Unternehmen oder durch von der Gesellschaft oder von der Gesellschaft abhängige oder in ihrem Mehrheits-besitz stehende Unternehmen beauftragte Dritte ausgeübt werden und erlaubt den Erwerb eigener Aktien im ganzen Umfang oder in Teilbeträgen sowie den einmaligen oder mehrmaligen Erwerb.
Der Erwerb eigener Aktien kann über die Börse oder mittels eines an sämtliche Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots oder mittels einer an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten oder durch die Ausgabe von Andienungsrechten an die Aktionäre erfolgen.
○ Erfolgt der Erwerb über die Börse oder über ein öffentliches Kaufangebot, darf die Gesellschaft je Aktie nur einen Gegenwert (ohne Erwerbsnebenkosten) zahlen, der den arithmetischen Mittelwert der Kurse der Stückaktien der Gesellschaft in der Schlussauktion im Xetra-Handel (oder einem entsprechenden Nachfolgesystem) an der Frankfurter Wertpapierbörse während der letzten fünf Börsenhandelstage vor dem Abschluss des Verpflichtungsgeschäftes, sofern der Erwerb über die Börse stattfindet, oder vor der Veröffentlichung der Entscheidung zur Abgabe des öffentlichen Kaufangebots, sofern der Erwerb im Wege eines öffentlichen Kaufangebots erfolgt, um nicht mehr als 10 % über- oder unterschreitet. Ergeben sich nach Veröffentlichung eines öffentlichen Kaufangebots erhebliche Kursabweichungen vom gebotenen Kaufpreis oder den Grenzwerten der gebotenen Kaufpreisspanne, so kann das Angebot angepasst werden. In diesem Fall bestimmt sich der maßgebliche Betrag nach dem entsprechenden Kurs am letzten Handelstag vor der Veröffentlichung der Anpassung; die 10 %-Grenze für das Über- oder Unterschreiten ist auf diesen Betrag anzuwenden.
Das Volumen des öffentlichen Kaufangebots kann begrenzt werden. Sofern bei einem öffentlichen Kaufangebot das Volumen der angebotenen Aktien das vorhandene Rückkaufvolumen überschreitet, kann unter insoweit partiellem Ausschluss eines eventuellen Andienungsrechts der Erwerb nach dem Verhältnis der angedienten Aktien (Andienungsquoten) statt nach dem Verhältnis der Beteiligung der andienenden Aktionäre an der Gesellschaft (Beteiligungsquote) erfolgen. Darüber hinaus können unter insoweit partiellem Ausschluss eines eventuellen Andienungsrechts eine bevorrechtigte Annahme geringerer Stückzahlen bis zu 100 Stück angedienter Aktien je Aktionär sowie zur Vermeidung rechnerischer Bruchteile von Aktien eine Rundung nach kaufmännischen Gesichtspunkten vorgesehen werden.
○ Erfolgt der Erwerb mittels einer an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten, legt die Gesellschaft eine Kaufpreisspanne je Aktie fest, innerhalb derer Verkaufsangebote abgegeben werden können. Die Kaufpreisspanne kann angepasst werden, wenn sich während der Angebotsfrist erhebliche Kursabweichungen vom Kurs zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten ergeben. Der von der Gesellschaft zu zahlende Kaufpreis je Aktie, den die Gesellschaft aufgrund der eingegangenen Verkaufsangebote ermittelt, darf den arithmetischen Mittelwert der Kurse der Stückaktien der Gesellschaft in der Schlussauktion im Xetra-Handel (oder einem entsprechenden Nachfolgesystem) an der Frankfurter Wertpapierbörse während der letzten fünf Börsenhandelstage vor dem nachfolgend beschriebenen Stichtag ohne Berücksichtigung der Erwerbsnebenkosten um nicht mehr als 10 % über- oder unterschreiten. Stichtag ist der Tag, an dem der Vorstand der Gesellschaft endgültig formell über die Veröffentlichung der Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten oder deren Anpassung entscheidet.
Das Volumen der Annahme kann begrenzt werden. Sofern von mehreren gleichartigen Verkaufsangeboten wegen der Volumenbegrenzung nicht sämtliche angenommen werden können, kann unter insoweit partiellem Ausschluss eines eventuellen Andienungsrechts der Erwerb nach dem Verhältnis der Andienungsquoten statt nach Beteiligungsquoten erfolgen. Darüber hinaus können unter insoweit partiellem Ausschluss eines eventuellen Andienungsrechts eine bevorrechtigte Annahme geringerer Stückzahlen bis zu 100 Stück angedienter Aktien je Aktionär sowie zur Vermeidung rechnerischer Bruchteile von Aktien eine Rundung nach kaufmännischen Grundsätzen vorgesehen werden.
○ Erfolgt der Erwerb mittels den Aktionären zur Verfügung gestellter Andienungsrechte, so können diese pro Aktie der Gesellschaft zugeteilt werden. Gemäß dem Verhältnis des Grundkapitals der Gesellschaft zum Volumen der von der Gesellschaft zurückzukaufenden Aktien berechtigt eine entsprechend festgesetzte Anzahl Andienungsrechte zur Veräußerung einer Aktie der Gesellschaft an diese. Andienungsrechte können auch dergestalt zugeteilt werden, dass jeweils ein Andienungsrecht pro Anzahl von Aktien zugeteilt wird, die sich aus dem Verhältnis des Grundkapitals zum Rückkaufvolumen ergibt. Bruchteile von Andienungsrechten werden nicht zugeteilt; für diesen Fall werden die entsprechenden Teilandienungsrechte ausgeschlossen. Der Preis oder die Grenzwerte der angebotenen Kaufpreisspanne (jeweils ohne Erwerbsnebenkosten), zu dem bei Ausübung des Andienungsrechts eine Aktie an die Gesellschaft veräußert werden kann, wird nach Maßgabe der Regelungen im vorstehenden Absatz bb) bestimmt, wobei maßgeblicher Stichtag derjenige der Veröffentlichung des Rückkaufangebots unter Einräumung von Andienungsrechten ist, und gegebenenfalls angepasst, wobei dann maßgeblicher Stichtag derjenige der Veröffentlichung der Anpassung ist. Die nähere Ausgestaltung der Andienungsrechte, insbesondere ihr Inhalt, die Laufzeit und gegebenenfalls ihre Handelbarkeit, bestimmt der Vorstand der Gesellschaft.
Der Vorstand wird ermächtigt, mit der Zustimmung des Aufsichtsrats bei einer Veräußerung eigener Aktien durch ein Angebot an alle Aktionäre den Inhabern der von der Gesellschaft oder einem ihrer nachgeordneten Konzernunternehmen ausgegebenen Options- und/oder Wandelanleihen ein Bezugsrecht auf die Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung des Options- bzw. Wandlungsrechts bzw. nach Erfüllung der Wandlungspflicht zustehen würde.
Der Vorstand, mit der Zustimmung des Aufsichtsrats, wird weiter ermächtigt, eigene Aktien in anderer Weise als über die Börse oder durch ein Angebot an sämtliche Aktionäre zu veräußern, wenn die Aktien gegen Barzahlung zu einem Preis veräußert werden, der den Börsenkurs von Aktien der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet. Das Bezugsrecht der Aktionäre ist dabei ausgeschlossen. Diese Ermächtigung gilt jedoch nur mit der Maßgabe, dass die unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG veräußerten Aktien insgesamt 10 % des Grundkapitals nicht überschreiten dürfen, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch – falls dieser Wert geringer ist – im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung. Auf diese Begrenzung von 10 % des Grundkapitals sind diejenigen Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung bis zur nach § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG bezugsrechtsfreien Veräußerung eigener Aktien aus genehmigtem Kapital unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben werden. Ferner sind auf diese Begrenzung von 10 % des Grundkapitals diejenigen Aktien anzurechnen, die zur Bedienung von Options- und/oder Wandlungsrechten und/oder Wandlungspflichten ausgegeben bzw. auszugeben sind, sofern die Schuldverschreibungen während der Laufzeit dieser Ermächtigung in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben werden.
Der Vorstand, mit der Zustimmung des Aufsichtsrats, wird ferner ermächtigt, eigene Aktien zusätzlich zu einer Veräußerung über die Börse oder einer anderen das Gebot der Gleichbehandlung aller Aktionäre wahrenden Weise zu folgenden Zwecken zu verwenden:
○ Im Rahmen des Erwerbs von Unternehmen oder Beteiligungen daran oder von Unternehmensteilen oder im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen als (Teil-)Gegenleistung.
○ Zur Einführung von Aktien der Gesellschaft an ausländischen Börsen, an denen sie bisher nicht zum Handel zugelassen sind. Der Preis, zu dem diese Aktien an ausländischen Börsen eingeführt werden, darf den arithmetischen Mittelwert der Kurse der Stückaktien der Gesellschaft in der Schlussauktion im Xetra-Handel (oder einem entsprechenden Nachfolgesystem) an der Frankfurter Wertpapierbörse während der letzten fünf Börsenhandelstage vor dem Tag der Einführung an der ausländischen Börse ohne Berücksichtigung der Erwerbsnebenkosten um nicht mehr als 5 % unterschreiten.
○ Zur Gewährung von Aktien der Gesellschaft in Erfüllung von Ansprüchen aus virtuellen Aktienbeteiligungsprogrammen an gegenwärtige und frühere Mitglieder des Vorstands und Arbeitnehmer der Gesellschaft sowie an gegenwärtige und frühere Mitglieder der Vorstände bzw. Geschäftsführungen und Arbeitnehmer von mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen im Sinne der §§ 15 ff. AktG. Soweit Vorstandsmitgliedern der Gesellschaft Aktien gewährt werden sollen, entscheidet hierüber der Aufsichtsrat der Gesellschaft.
Das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre auf diese eigenen Aktien wird gemäß §§ 71 Abs. 1 Nr. 8, 186 Abs. 3, 4 AktG insoweit ausgeschlossen, wie diese Aktien gemäß den vorstehenden Ermächtigungen verwendet werden. Darüber hinaus kann der Vorstand mit der Zustimmung des Aufsichtsrats im Falle der Veräußerung der eigenen Aktien durch Angebot an alle Aktionäre das Bezugsrecht der Aktionäre für Spitzenbeträge ausschließen.
Die Ermächtigungen zum Bezugsrechtsausschluss sind insgesamt auf einen Betrag von bis zu 10 % des im Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung oder – falls dieses geringer ist – des bei Beschlussfassung über die Veräußerung eigener Aktien vorhandenen Grundkapitals beschränkt. Auf diese Höchstgrenze von 10 % des Grundkapitals ist der anteilige Betrag des Grundkapitals anzurechnen, der auf Aktien entfällt, auf den sich Wandlungs- und/oder Optionsrechte bzw. Wandlungspflichten aus Schuldverschreibungen beziehen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts begeben werden sowie derjenige anteilige Betrag des Grundkapitals, der auf Aktien entfällt, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts aus genehmigtem Kapital ausgegeben werden.
Weiterhin wird der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die eigenen Aktien einzuziehen, ohne dass die Einziehung und ihre Durchführung eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedürfen. Die Einziehung kann auch nach § 237 Abs. 3 Nr. 3 AktG ohne Kapitalherabsetzung in der Weise erfolgen, dass sich durch die Einziehung der Anteil der übrigen Stückaktien der Gesellschaft am Grundkapital gemäß § 8 Abs. 3 AktG erhöht. Der Vorstand wird gemäß § 237 Abs. 3 Nr. 3, 2. Hs. AktG ermächtigt, die Angabe der Zahl der Aktien in der Satzung entsprechend anzupassen. Die Einziehung kann auch mit einer Kapitalherabsetzung verbunden werden; in diesem Fall ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital um den auf die eingezogenen Aktien entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals herabzusetzen. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, die Angabe der Zahl der Aktien und des Grundkapitals in der Satzung entsprechend anzupassen.
Die vorstehenden Ermächtigungen gelten ab dem 1. September 2023. Sie können einmal oder mehrmals, ganz oder in Teilen, einzeln oder gemeinsam ausgenutzt werden. Sie erfassen auch die Verwendung von Aktien der Gesellschaft, die aufgrund früherer Ermächtigungen zum Rückerwerb eigener Aktien zurückerworben wurden, und solche, die aufgrund von § 71d Satz 5 AktG erworben oder (i) durch ein von der Gesellschaft abhängiges oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehendes Unternehmen oder (ii) durch Dritte für Rechnung der Gesellschaft oder durch Dritte für Rechnung eines von der Gesellschaft abhängigen oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehenden Unternehmens erworben werden.
Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen
Ein Bankenkonsortium hat im Dezember 2024 der United Internet AG einen neuen Konsortialkreditrahmen sowie einen Konsortialkredit über insgesamt 1.500 Mio. € eingeräumt. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 waren diese mit 700 Mio. € in Anspruch genommen.
○ Den Mitgliedern des Konsortiums wurde das Recht eingeräumt, ihren Anteil am Konsortialkreditrahmen bzw. dem Konsortialkredit zu kündigen, wenn ein Dritter oder eine Gruppe von gemeinsam handelnden Dritten die Mehrheit der Anteile an der United Internet AG erlangt, oder die Mehrheit der stimmberechtigen Anteile auf einer Hauptversammlung der Gesellschaft hält. Das Recht zur Kündigung steht jedem Mitglied des Bankenkonsortiums einzeln binnen 30 Tagen nach Ankündigung des Kontrollwechsels durch die Gesellschaft offen. Dieses Kündigungsrecht besteht jedoch nicht, wenn die Mehrheit der Anteile, oder der Stimmrechte auf einer Hauptversammlung, durch Herrn Ralph Dommermuth oder seine direkten Angehörigen erlangt wird.
Des Weiteren stehen zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 mehrere Schuldscheindarlehen der United Internet AG über insgesamt 1.217,0 Mio. € aus.
○ Den Kreditgebern der Schuldscheine wurde das Recht eingeräumt, ihren Anteil am jeweiligen Schuldscheindarlehen zu kündigen, wenn ein Dritter oder eine Gruppe von gemeinsam handelnden Dritten die Mehrheit der Anteile an der United Internet AG erlangt. Das Recht zur Kündigung steht jedem Kreditgeber einzeln binnen 30 Tagen nach Ankündigung des Kontrollwechsels durch die Gesellschaft offen. Dieses Kündigungsrecht besteht jedoch nicht, wenn die Mehrheit der Anteile durch Herrn Ralph Dommermuth erlangt wird.
Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots
Weder bei Vorständen noch bei Mitarbeitenden der Gesellschaft wurden Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots getroffen.
7. Erklärung zur Unternehmensführung
Bei Kapitel „7. Erklärung zur Unternehmensführung“ handelt es sich um „nicht geprüfte Lageberichtsangaben“, da die Prüfung der Angaben in der Erklärung zur Unternehmensführung durch den Abschlussprüfer gem. § 317 Abs. 2 S. 6 HGB darauf zu beschränken ist, dass die Angaben gemacht wurden und der ebenfalls in Kapitel 7 enthaltene Corporate Governance Bericht nach Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex eine „lageberichtsfremde Angabe“ darstellt, die inhaltlich nicht geprüft wird.
Grundlagen der Corporate Governance
Die Unternehmensführung der United Internet AG als börsennotierte deutsche Aktiengesellschaft wird durch die einschlägigen gesetzlichen Regelungen sowie durch die Empfehlungen und Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) bestimmt.
Der Begriff Corporate Governance steht für eine verantwortungsbewusste und auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichtete Führung und Kontrolle von Unternehmen. Effiziente Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat, Achtung der Aktionärsinteressen sowie Offenheit und Transparenz der Unternehmenskommunikation sind wesentliche Aspekte guter Corporate Governance.
Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG sehen sich in der Verpflichtung, durch eine verantwortungsbewusste und langfristig ausgerichtete Unternehmensführung für den Bestand des Unternehmens und eine nachhaltige Wertschöpfung zu sorgen. Ökologische und soziale Ziele werden hierbei angemessen berücksichtigt.
In dieser Erklärung zur Unternehmensführung berichten Vorstand und Aufsichtsrat über die gesetzlichen Vorgaben gemäß § 289f HGB für die Einzelgesellschaft und gemäß § 315d HGB für den Konzern hinaus auch gemäß Grundsatz 23 DCGK über die Corporate Governance des Unternehmens (Corporate Governance Bericht). Dem Corporate Governance Bericht liegt der DCGK in der aktuellen Fassung vom
18. April 2022 zugrunde, welche am 27. Juni 2022 im Bundesanzeiger veröffentlicht worden ist.
Führungs- und Unternehmensstruktur
Entsprechend ihrer Rechtsform verfügt die United Internet AG mit ihren Organen Vorstand und Aufsichtsrat über eine zweigeteilte Leitungs- und Überwachungsstruktur. Das dritte Organ bildet die Hauptversammlung. Alle drei Organe sind dem Wohl des Unternehmens verpflichtet.
Vorstand
Arbeitsweise des Vorstands
Der Vorstand ist das Leitungsorgan des Konzerns. Er bestand im Geschäftsjahr 2024 aus drei Personen (namentlich Herr Ralph Dommermuth, Herr Ralf Hartings und Herr Markus Huhn). Der Vorstand besteht nach dem Austritt von Herrn Ralf Hartings zum Ablauf des 31. Dezember 2024 sowie der Neubestellung von Herrn Carsten Theurer zum 1. Januar 2025 weiterhin aus drei Personen.
Für Erstbestellungen wird eine Amtszeit von drei Jahren in Erwägung gezogen. Vom Aufsichtsrat wird jeweils im Einzelfall beurteilt, welche Bestelldauer innerhalb der gesetzlich zulässigen Bestelldauer angemessen erscheint. Darüber hinaus werden Vorstände nicht länger als fünf Jahre bestellt.
Der Vorstand führt die Geschäfte nach Gesetz und Satzung, der vom Aufsichtsrat beschlossenen Geschäftsordnung sowie nach den jeweiligen Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex, soweit nicht nach Maßgabe von § 161 AktG Abweichungen erklärt sind.
Der Vorstand ist zuständig für die Aufstellung der Zwischen- und Jahresabschlüsse sowie für die Besetzung von personellen Schlüsselpositionen im Unternehmen. Zudem definiert er systematisch die mit den Sozial- und Umweltfaktoren verbundenen Risiken und Chancen für das Unternehmen sowie die ökologischen und sozialen Auswirkungen der Unternehmenstätigkeit und bewertet diese anschließend. In der Unternehmensstrategie werden neben den langfristigen wirtschaftlichen Zielen auch ökologische und soziale Ziele angemessen berücksichtigt. Die Unternehmensplanung umfasst sowohl die entsprechenden finanziellen als auch die nachhaltigkeitsbezogenen Ziele. Die Unternehmenskultur in der
United Internet Gruppe ist geprägt von den traditionellen Werten Verantwortung, Erfolgswille, Agilität, Solidität, Fairness und Offenheit, welche das Fundament für nachhaltigen Unternehmenserfolg bilden. Um ein einheitliches vorbildliches Handeln und Verhalten zu gewährleisten, wurden vom Vorstand ethische Leitlinien entwickelt, die in einem Verhaltenskodex niedergelegt sind. Der Verhaltenskodex enthält wesentliche Grundsätze zu einem verantwortungsvollen unternehmerischen Handeln und gibt konkrete Handlungsempfehlungen. Darüber hinaus wird in der United Internet Gruppe für das eigene Geschäft und für unsere Lieferketten besonders auf die Einhaltung menschenrechtlicher und umweltbezogener Sorgfalt geachtet, worüber jährlich berichtet wird. Weitere Informationen zur Wahrnehmung der Verantwortung und zum Engagement für Nachhaltigkeit finden sich auf der Internetseite des Unternehmens unter www.united-internet.de unter Unternehmen in den Abschnitten Verantwortung und Nachhaltigkeit.
Entscheidungen von grundlegender Bedeutung bedürfen der Zustimmung durch den Aufsichtsrat. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen des § 90 AktG und gibt dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats mindestens einmal pro Monat mündlich und auf Anforderung des Vorsitzenden des Aufsichtsrats auch schriftlich einen Überblick über den aktuellen Stand der nach § 90 AktG relevanten Berichtsgegenstände. Der Aufsichtsratsvorsitzende wird demnach über wichtige Ereignisse, die für die Beurteilung der Lage und Entwicklung sowie für die Leitung des Unternehmens von wesentlicher Bedeutung sind, unverzüglich durch den Vorsitzenden des Vorstands oder den Finanzvorstand informiert. Als wichtiger Anlass ist auch jede wesentliche Abweichung von der Planung oder sonstigen Prognosen der Gesellschaft anzusehen. Der Vorsitzende des Vorstands oder der Finanzvorstand informiert den Vorsitzenden des Aufsichtsrats ferner nach Möglichkeit vorab, sonst unverzüglich danach über jede Ad-hoc-Mitteilung der Gesellschaft nach Art. 17 MAR.
Für die Mitglieder des Vorstands gilt eine Altersgrenze von 70 Jahren. Diese Vorgabe wird derzeit ausnahmslos eingehalten.
Der Vorstand führt die Geschäfte der Gesellschaft gesamtverantwortlich nach einheitlichen Zielsetzungen, Plänen und Richtlinien. Unbeschadet der Gesamtverantwortung des Vorstands handelt jedes Vorstandsmitglied in dem ihm zugewiesenen Ressort eigenverantwortlich, ist aber gehalten, die auf das ihm zugewiesene Ressort bezogenen Interessen dem Gesamtwohl des Unternehmens unterzuordnen.
Die Aufgabenverteilung innerhalb des Vorstands regelt der Gesamtvorstand in einem Geschäftsverteilungsplan.
Die Vorstandsmitglieder unterrichten sich gegenseitig über wichtige Vorgänge innerhalb ihrer Geschäftsbereiche. Angelegenheiten von größerer Bedeutung, die nicht im Budget verabschiedet sind, sind von wenigstens zwei Vorstandsmitgliedern zu erörtern und zu entscheiden, wobei eines der beiden Vorstandsmitglieder das Ressort Finanzen verantworten muss.
Unbeschadet ihrer Ressortzuständigkeit verfolgen alle Vorstandsmitglieder ständig die für den Geschäftsverlauf der Gesellschaft entscheidenden Ereignisse und Daten, um jederzeit auf die Abwendung drohender Nachteile, die Durchführung wünschenswerter Verbesserungen oder zweckmäßiger Änderungen durch Anrufung des Gesamtvorstands oder sonst auf geeignete Weise hinwirken zu können.
Der Gesamtvorstand beschließt über alle Angelegenheiten, die von besonderer Bedeutung und Tragweite für die Gesellschaft oder ihre Tochter- und Beteiligungsgesellschaften sind.
Der Gesamtvorstand entscheidet mit einfacher Stimmenmehrheit. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des Vorstandsvorsitzenden den Ausschlag. Die Beschlüsse des Vorstands werden in einer
Niederschrift festgehalten.
Der Gesamtvorstand kommt regelmäßig einmal im Monat und sonst bei Bedarf zu einer Vorstandssitzung zusammen.
Jedes Vorstandsmitglied legt Interessenkonflikte unverzüglich gegenüber dem Aufsichtsratsvorsitzenden und dem Vorsitzenden des Vorstands offen und informiert gegebenenfalls die anderen Vorstandsmitglieder hierüber.
Die Mitglieder des Vorstands nahmen im Berichtszeitraum und nehmen aktuell keine Aufsichtsratsmandate in einer anderen konzernexternen börsennotierten Gesellschaft oder vergleichbare Funktionen und dementsprechend auch keinen Aufsichtsratsvorsitz in solchen Gesellschaften wahr.
Zusammensetzung des Vorstands
Der Vorstand der United Internet AG bestand im Geschäftsjahr 2024 aus den folgenden Mitgliedern:
Vorstandsmitglieder zum 31. Dezember 2024
○ Ralph Dommermuth, Unternehmensgründer und Vorstandsvorsitzender
(seit 1988 im Unternehmen)
○ Ralf Hartings, Finanzvorstand
(Vorstandsmitglied seit 1. April 2023 bis 31. Dezember 2024; seit 2021 im United Internet Konzern)
○ Markus Huhn, Vorstand Shared Services / HR
(Vorstandsmitglied seit 1. April 2023; seit 1994 im United Internet Konzern)
Wechsel im Vorstand
○ Ralf Hartings, Finanzvorstand
(Vorstandsmitglied vom 1. April 2023 bis zum 31. Dezember 2024)
○ Carsten Theurer, Finanzvorstand
(Vorstandsmitglied seit 1. Januar 2025; seit 2025 im United Internet Konzern)
Aufsichtsrat
Arbeitsweise des Aufsichtsrats
Der von der Hauptversammlung gewählte Aufsichtsrat bestand im Geschäftsjahr 2024 bis zum 4. Juli 2024 aus sechs Mitgliedern. Seit der Amtsniederlegung von Herrn Prof. Dr. Andreas Söffing zum 4. Juli 2024 besteht der Aufsichtsrat aus fünf Mitgliedern (namentlich Herr Philipp von Bismarck, Herr Dr. Manuel Cubero del Castillo-Olivares, Herr Stefan Rasch, Frau Prof. Dr. Yasmin Mei-Yee Weiß und Frau Prof. Dr. Franca Ruhwedel). Die Amtsperiode der Aufsichtsratsmitglieder beträgt in der Regel 5 Jahre.
Der Aufsichtsrat hält mit dem Vorstand regelmäßig Kontakt und überwacht und berät – gemäß Gesetz, Satzung, Geschäftsordnung sowie den jeweiligen Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex, soweit nicht nach Maßgabe von § 161 AktG eine Abweichung erklärt ist – den Vorstand bei der Führung der Geschäfte und dem Risiko- und Chancenmanagement des Unternehmens. Dies umfasst insbesondere auch die Themen Nachhaltigkeit, Compliance und Informationssicherheit.
In regelmäßigen Abständen erörtert der Aufsichtsrat mit dem Vorstand alle für das Unternehmen relevanten Fragen der Strategie und deren Umsetzung, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risk Managements sowie der Compliance. Er diskutiert mit dem Vorstand die Quartalsmitteilungen und Halbjahresberichte vor ihrer Veröffentlichung und verabschiedet die Jahresplanung. Die Jahresplanung enthält den Jahresfinanzplan, bestehend aus detaillierter Umsatz-, Kosten- und Ergebnisplanung sowie Liquiditätsplanung und Jahresinvestitionsplanung. Der Aufsichtsrat prüft den Jahres- und Konzernabschluss und billigt die Abschlüsse, wenn keine Einwände zu erheben sind. Dabei berücksichtigt er die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers.
In den Aufgabenbereich des Aufsichtsrats fallen auch die Bestellung der Vorstandsmitglieder sowie die Festlegung der Vorstandsvergütung und deren regelmäßige Überprüfung unter Beachtung der jeweils geltenden gesetzlichen Bestimmungen sowie den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex, soweit nicht nach § 161 AktG eine Abweichung erklärt ist.
Bei der Bestellung von Vorstandsmitgliedern strebt der Aufsichtsrat eine für die Gesellschaft bestmögliche, vielfältige und sich gegenseitig ergänzende Zusammensetzung an und achtet auf eine langfristige Nachfolgeplanung. Dabei spielen vor allem Erfahrung und Branchenkenntnisse sowie fachliche und persönliche Qualifikationen eine wichtige Rolle.
Im Rahmen der langfristigen Nachfolgeplanung befasst sich der Aufsichtsrat unter Einbeziehung des Vorstands regelmäßig mit hochqualifizierten Führungskräften, die als potenzielle Kandidaten für Vorstandspositionen in Betracht kommen.
Zur Selbstbeurteilung führt der Aufsichtsrat in seiner Gesamtheit sowie auch der Prüfungs- und Risikoausschuss des Aufsichtsrats regelmäßig eine Effizienzprüfung durch. Im Einklang mit der Empfehlung D.12 DCGK beurteilen der Aufsichtsrat und der Ausschuss, wie wirksam er jeweils als Gremium seine Aufgaben erfüllt. Zu diesem Zweck wird in einem Turnus von etwa zwei Jahren eine Selbstbeurteilung mittels Fragebögen vorgenommen.
Der Prüfungs- und Risikoausschuss der United Internet AG hat in der Sitzung am 11. November 2024 unter Anwesenheit aller Ausschussmitglieder sowie der Vorsitzenden des Ausschusses eine Selbstbeurteilung für das Geschäftsjahr 2024 durchgeführt. Die Selbstbeurteilung erfolgte in dieser Sitzung ausführlich anhand eines umfassenden Fragenkatalogs, insbesondere wurde eine Beurteilung der Bereiche „Besetzung des Ausschusses“, „Informationsversorgung des Ausschusses“, „Ausschusssitzungen“, „der Tätigkeit der Ausschussvorsitzenden“ sowie des Bereichs „Überwachung der Finanzberichterstattung, der Nachhaltigkeitsberichterstattung und der unternehmerischen Kontrollsysteme“ vorgenommen.
Nach Durchführung der Selbstbeurteilung ist der Prüfungs- und Risikoausschuss zu dem Ergebnis gekommen, dass weiterhin eine professionelle Zusammenarbeit innerhalb des Ausschusses sowie auch eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Abschlussprüfer, dem Vorstand und den Unternehmensabteilungen praktiziert wird.
Die letzte Selbstbeurteilung des Aufsichtsrats wurde im 4. Quartal 2022 durchgeführt und bewertet. Die Selbstbeurteilung erfolgte anhand eines umfassenden Fragenkatalogs, der insbesondere die Schwerpunkte Erwartungshaltung, Zeitaufwand, Besetzung des Aufsichtsrats, Unabhängigkeit des Aufsichtsrats bzw. Umgang mit Interessenskonflikten, Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie Bilanzierungsthemen umfasste.
Die Ergebnisse der Selbstbeurteilungen bestätigen einen guten und offenen Austausch innerhalb der Gremien, als auch eine vertrauensvolle und kollegiale Zusammenarbeit mit dem Abschlussprüfer, dem Vorstand und den Unternehmensabteilungen. Die professionelle Zusammenarbeit spiegelt sich beispielsweise in dem Erhalt gut aufbereiteter Unterlagen/Informationen wider, die stets angemessen und fristgerecht zur Verfügung gestellt werden. Einzelne Anregungen werden im Rahmen der Arbeit des Aufsichtsrats und des Prüfungs- und Risikoausschusses unterjährig aufgegriffen und umgesetzt.
Von der Effizienz der Tätigkeit des Aufsichtsrats und des Prüfungs- und Risikoausschusses ist daher nach gründlicher Auswertung auszugehen.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats nehmen die für ihre Aufgaben erforderlichen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen eigenverantwortlich wahr und werden dabei von der Gesellschaft angemessen unterstützt. Über durchgeführte Maßnahmen wird im Bericht des Aufsichtsrats berichtet.
Der Aufsichtsrat wird mindestens zweimal im Kalenderhalbjahr einberufen. Die Sitzungen des Aufsichtsrats werden durch seinen Vorsitzenden mindestens 14 Tage vorher schriftlich einberufen. Weitere und ausführlichere Informationen zu der genauen Anzahl der Sitzungstermine sowie zu den dort behandelten Themen finden sich im Bericht des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung der Gesellschaft.
Mit der Einberufung einer Sitzung des Aufsichtsrats sind die Gegenstände der Tagesordnung mitzuteilen. Ist eine Tagesordnung nicht ordnungsgemäß angekündigt worden, darf hierüber nur beschlossen werden, wenn vor der Beschlussfassung kein Aufsichtsratsmitglied widerspricht.
Beschlüsse des Aufsichtsrats werden in der Regel in Präsenzsitzungen gefasst. Es ist jedoch zulässig, dass Sitzungen des Aufsichtsrats in Form einer Video- oder Telefonkonferenzverbindung abgehalten werden oder dass einzelne Aufsichtsratsmitglieder im Wege der Video- oder Telefonübertragung zugeschaltet werden und dass in diesen Fällen auch die Beschlussfassung oder die Stimmabgabe per Video- oder Telefonkonferenzverbindung erfolgt. Sitzungen werden vom Vorsitzenden des Aufsichtsrats geleitet. Außerhalb von Sitzungen können auf Anordnung des Vorsitzenden Beschlussfassungen auch auf anderem Wege, zum Beispiel per Telefon oder per E-Mail erfolgen, wenn kein Mitglied diesem Verfahren widerspricht.
Der Aufsichtsrat ist beschlussfähig, wenn alle Mitglieder ordnungsgemäß geladen wurden und an der Beschlussfassung mindestens 3 Mitglieder teilnehmen. Ein Mitglied nimmt auch dann an einer Beschlussfassung teil, wenn es sich in der Abstimmung der Stimme enthält.
Beschlüsse des Aufsichtsrats werden, soweit das Gesetz nicht zwingend etwas anderes bestimmt, mit einer einfachen Mehrheit gefasst.
Über die Verhandlungen und Beschlüsse des Aufsichtsrats werden Niederschriften angefertigt.
Der Vorsitzende des Aufsichtsrats ist ermächtigt, im Namen des Aufsichtsrats die zur Durchführung der Beschlüsse des Aufsichtsrats erforderlichen Willenserklärungen abzugeben.
Der Prüfungs- und Risikoausschuss unterstützt den Aufsichtsrat bei der Überwachung der Rechnungslegung und der Integrität des Rechnungslegungsprozesses sowie der Überwachung der Wirksamkeit und Funktionsfähigkeit des Internal Control Systems, des Risk Management Systems, des Compliance Management Systems und des internen Revisionssystems. Des Weiteren unterstützt er den Aufsichtsrat bei der Überwachung der Abschlussprüfung, der vom Abschlussprüfer erbrachten Leistungen, der Prüfhonorare und der von ihm zusätzlich erbrachten Leistungen.
Der Prüfungs- und Risikoausschuss beschäftigt sich intensiv mit dem Jahresabschluss und dem Konzernabschluss, dem zusammengefassten Lagebericht für die Gesellschaft und den Konzern, der nichtfinanziellen Erklärung und der nichtfinanziellen Konzernerklärung bzw. einem diese ersetzenden Nachhaltigkeitsbericht sowie dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns. Mit Vorstand und Abschlussprüfer erörtert er die Prüfungsberichte, den Prüfungsablauf, die Prüfungsschwerpunkte und -methodik sowie die Prüfungsergebnisse, auch hinsichtlich des internen Kontrollsystems bezogen auf den Rechnungslegungsprozess, und gibt Empfehlungen an den Aufsichtsrat. Er nimmt regelmäßig eine Beurteilung der Qualität der Abschlussprüfung vor. Vor deren Veröffentlichung erörtert er mit dem Vorstand die Quartalsmitteilungen und den Halbjahresfinanzbericht.
Der Prüfungs- und Risikoausschuss bereitet die Verhandlungen und Beschlüsse des Aufsichtsrats für den Wahlvorschlag des Abschlussprüfers an die Hauptversammlung und Entscheidungen zu Corporate-Governance-Themen vor und beschließt auch über die Zustimmung zu wesentlichen Geschäften mit nahestehenden Unternehmen und Personen gemäß § 111b Abs. 1 AktG (sog. Related Party Transactions). Derartige Geschäfte hat es im Berichtszeitraum nicht gegeben.
Der Prüfungsausschuss diskutiert mit dem Abschlussprüfer die Einschätzung des Prüfungsrisikos, die Prüfungsstrategie und Prüfungsplanung sowie die Prüfungsergebnisse. Die Vorsitzende des Prüfungsausschusses tauscht sich regelmäßig auch unter Anwesenheit sämtlicher Mitglieder des Prüfungs- und Risikoausschusses mit dem Abschlussprüfer über aktuelle Themen der Abschlussprüfung und über den Fortgang der Prüfung aus. Der Prüfungsausschuss berät sich regelmäßig mit dem Abschlussprüfer auch ohne den Vorstand. Im Jahr 2024 haben insgesamt sechs Abstimmungstermine mit dem Abschlussprüfer stattgefunden. Außerdem nimmt der Abschlussprüfer regelmäßig an den Prüfungs- und Risikoausschusssitzungen teil.
Die Vorsitzende des Prüfungsausschusses erstattet dem Aufsichtsrat regelmäßig Bericht über die Tätigkeit des Prüfungs- und Risikoausschusses. Bei wesentlichen Vorkommnissen und Feststellungen des Prüfungs- und Risikoausschusses wird unverzüglich der Vorsitzende des Aufsichtsrats informiert.
Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats / Stand der Umsetzung
Der Aufsichtsrat der Gesellschaft strebt eine Zusammensetzung des Aufsichtsrats an, die eine qualifizierte Beratung und Überwachung des Vorstands der Gesellschaft ermöglicht.
Vor dem Hintergrund
○ seiner eigenen Größe,
○ des Geschäftsfeldes, in dem die Gesellschaft tätig ist,
○ der Größe und Struktur der Gesellschaft,
○ des Umfangs der internationalen Tätigkeit der Gesellschaft sowie
○ ihrer gegenwärtigen Aktionärsstruktur
hat der Aufsichtsrat der Gesellschaft die nachfolgend dargestellten Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats beschlossen. Diese berücksichtigen sowohl in Bezug auf die Anforderungen an einzelne Aufsichtsratsmitglieder als auch in Bezug auf die Anforderungen an die Zusammensetzung des Gesamtgremiums die gesetzlichen Vorgaben und – soweit nicht ausdrücklich eine Abweichung erklärt ist – die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Insbesondere wurde im Hinblick auf das Gesamtgremium ein Kompetenzprofil erarbeitet.
Der Aufsichtsrat wird die Ziele bei seinen Vorschlägen an die Hauptversammlung für die Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern berücksichtigen und sich bei den jeweiligen Kandidaten darüber vergewissern, dass sie die Anforderungen zur Ausfüllung des Kompetenzprofils für das Gesamtgremium erfüllen. Dabei wird die spezifische Situation des Unternehmens berücksichtigt.
Anforderungen an einzelne Mitglieder
Der Aufsichtsrat der Gesellschaft strebt an, dass jedes Aufsichtsratsmitglied die nachfolgenden Voraussetzungen erfüllt:
Allgemeines Anforderungsprofil
Jedes Aufsichtsratsmitglied soll über die erforderlichen Kenntnisse und Erfahrungen verfügen, die es befähigen, den Vorstand der Gesellschaft sorgfaltsgemäß zu überwachen und zu beraten und etwaige Risiken für die Geschäfte der Gesellschaft zu beurteilen. Der Aufsichtsrat wird zudem darauf achten, dass sämtliche Aufsichtsratsmitglieder über ein persönliches Profil verfügen, das sie befähigt, das Ansehen der Gesellschaft in der Öffentlichkeit zu wahren.
Zeitliche Verfügbarkeit
Alle Aufsichtsratsmitglieder sollen den für die sorgfältige Wahrnehmung des Mandats erforderlichen Zeitaufwand über ihre gesamte Amtszeit hinweg erbringen können. Die Aufsichtsratsmitglieder müssen die Anforderungen des Gesetzes und sollen die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex im Hinblick auf die zulässige Anzahl von Aufsichtsratsmandaten beachten.
Interessenskonflikte
Aufsichtsratsmitglieder sollen keine anderweitigen Tätigkeiten ausüben, die das häufige Auftreten von Interessenkonflikten wahrscheinlich machen. Dazu gehören Organfunktionen oder Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern oder persönliche Beziehungen zu einem solchen.
Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder
Mitglieder des Aufsichtsrats sollen in der Regel zum Zeitpunkt ihrer Wahl oder Wiederwahl das
70. Lebensjahr noch nicht erreicht haben.
Anforderungen an die Zusammensetzung des Gesamtgremiums
Neben den individuellen Anforderungen an die Aufsichtsratsmitglieder strebt der Aufsichtsrat der
Gesellschaft gemäß C.1 DCGK darüber hinaus folgende Ziele für seine Zusammensetzung als Gesamtgremium an.
Kompetenzprofil für das Gesamtgremium
Die Mitglieder des Aufsichtsrats müssen in ihrer Gesamtheit über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Der Aufsichtsrat strebt an, dass der Aufsichtsrat in seiner Gesamtheit ein möglichst breites Spektrum der für das Unternehmen relevanten Kenntnisse und Erfahrungen abdeckt und insbesondere die folgenden
Voraussetzungen erfüllt:
○ Vertiefte Kenntnisse und Erfahrungen in der Telekommunikations- und Internet-Branche;
○ Fachkenntnisse oder Erfahrungen aus anderen Wirtschaftsbereichen;
○ unternehmerische bzw. operative Erfahrungen;
○ mindestens ein Mitglied des Aufsichtsrats mit mehrjähriger im Ausland oder in einem international tätigen Unternehmen erworbener operativer Erfahrung;
○ Expertise zu den für das Unternehmen bedeutsamen Nachhaltigkeitsfragen;
○ mindestens ein Mitglied mit Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung, wobei der Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung in besonderen Kenntnissen und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontroll- und Risikomanagementsysteme zu bestehen und sich auch auf die Nachhaltigkeitsberichterstattung zu beziehen hat;
○ mindestens ein weiteres Mitglied mit Sachverstand auf dem Gebiet der Abschlussprüfung, wobei der Sachverstand auf dem Gebiet der Abschlussprüfung in besonderen Kenntnissen und Erfahrungen auf dem Gebiet der Abschlussprüfung zu bestehen und sich auch auf die Prüfung der Nachhaltigkeitsberichterstattung zu beziehen hat;
○ Kenntnisse und Erfahrungen bei der Strategieentwicklung und –umsetzung;
○ vertiefte Kenntnisse und Erfahrungen im Controlling und Risikomanagement;
○ Kenntnisse und Erfahrungen bei der Personalplanung und -führung (Human Resources);
○ vertiefte Kenntnisse und Erfahrungen auf dem Gebiet der Governance und Compliance;
○ Expertise zu den Bedürfnissen kapitalmarktorientierter Unternehmen.
Diversität
Der Aufsichtsrat strebt an, dass der Aufsichtsrat vielfältig zusammengesetzt ist, damit der Aufsichtsrat als Gesamtgremium über eine ausreichende Meinungs- und Kenntnisvielfalt verfügt. Bei seinen Wahlvorschlägen wird der Aufsichtsrat das von der Gesellschaft festgelegte Diversitätskonzept berücksichtigen, welches nachfolgend in einem gesonderten Abschnitt dargestellt ist.
Unabhängigkeit
Der Aufsichtsrat strebt an, dass eine nach seiner Einschätzung angemessene Anzahl von mindestens vier der sechs Mitglieder des Aufsichtsrats auch unabhängig im Sinne der Kriterien gemäß den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex sind.
Der Aufsichtsrat hat sich auch in diesem Berichtsjahr mit vorstehenden Zielen für seine Zusammensetzung befasst, sie insbesondere mit Blick auf das Kompetenzprofil für das Gesamtgremium thematisiert, an ihnen festgehalten und diese weiter ausgebaut. Der Aufsichtsrat strebt die Ausfüllung des von ihm erarbeiteten Kompetenzprofils für das Gesamtgremium an.
Zusammensetzung des Aufsichtsrats / Stand der Umsetzung
Der Aufsichtsrat der United Internet AG bestand im Geschäftsjahr 2024 aus den folgenden Mitgliedern:
Aufsichtsratsmitglieder zum 31. Dezember 2024
○ Philipp von Bismarck,
Aufsichtsratsvorsitzender seit Mai 2021, Mitglied des Prüfungs- und Risikoausschusses seit Mai 2021
(Mitglied des Aufsichtsrats seit Juli 2020)
○ Dr. Manuel Cubero del Castillo-Olivares,
stellv. Aufsichtsratsvorsitzender seit Mai 2021
(Mitglied des Aufsichtsrats seit Mai 2020)
○ Stefan Rasch,
Mitglied des Prüfungs- und Risikoausschusses seit Mai 2021
(Mitglied des Aufsichtsrats seit Mai 2021)
○ Prof. Dr. Yasmin Mei-Yee Weiß
(Mitglied des Aufsichtsrats seit Juli 2020)
○ Prof. Dr. Franca Ruhwedel
Mitglied des Prüfungs- und Risikoausschusses seit Mai 2023;
Vorsitzende des Prüfungs- und Risikoausschusses seit Januar 2024
(Mitglied des Aufsichtsrats seit Mai 2023)
Ausgeschieden im Geschäftsjahr 2024
○ Prof. Dr. Andreas Söffing
(Mitglied des Aufsichtsrats von Mai 2021 bis Juli 2024)
Qualifikationsmatrix der Mitglieder des Aufsichtsrats zum 31. Dezember 2024:
| | Philipp von Bismarck | Dr. Manuel Cubero del Castillo-Olivares | Stefan Rasch | Prof. Dr. Yasmin Mei-Yee Weiß | Prof. Dr. Franca Ruhwedel |
Zugehörigkeitsdauer | Mitglied seit | 7/2020 | 5/2020 | 5/2021 | 7/2020 | 5/2023 |
Altersgrenze (70) | Geburtsjahr | 1975 | 1963 | 1962 | 1978 | 1973 |
Persönliche Eignung | Unabhängigkeit | | | | | |
Kein Overboarding | | | | | |
Ehemaliges Mitglied des Vorstands | | | | | |
Keine Interessenkonflikte | | | | | |
Diversität | Geschlecht | Männlich | Männlich | Männlich | Weiblich | Weiblich |
Staatsangehörigkeit | Deutsch | Spanisch | Deutsch | Deutsch | Deutsch |
Fachliche Eignung | Telekommunikationsbranche | | | | | |
Medien- und / oder IT-Branche | | | | | |
Fachkenntnisse / Erfahrungen aus anderen Wirtschaftsbereichen | | | | | |
Unternehmerische bzw. operative Erfahrungen | | | | | |
Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen, interne Kontroll- & Risikomanagementsysteme, inkl. Nachhaltigkeitsberichterstattung | | | | | |
Abschlussprüfung, inkl. Prüfung der Nachhaltigkeitsberichterstattung | | | | | |
Expertise zu den für das Unternehmen bedeutsamen Nachhaltigkeitsfragen | | | | | |
Strategieentwicklung und -umsetzung | | | | | |
Controlling und Risikomanagement | | | | | |
Personalplanung und -führung (HR) | | | | | |
| Governance und Compliance | | | | | |
| Expertise zu den Bedürfnissen kapitalmarktorientierter Unternehmen | | | | | |
Internationale Erfahrung | Mehrjährige Tätigkeit im Ausland oder operative Erfahrung in einem international tätigen Unternehmen (z. B. im Bereich Financial Engineering, Telekommunikation, M&A) | | | | | |
| | | | | | | |
Alle Mitglieder des Prüfungs- und Risikoausschusses des Aufsichtsrats verfügen über umfangreichen Sachverstand auf den in D.3 DCGK genannten Gebieten, worüber nachfolgend nähere Angaben gemacht werden.
Frau Prof. Dr. Franca Ruhwedel hat zum 1. Januar 2024 den Vorsitz des Prüfungs- und Risikoausschusses des Aufsichtsrats von Herrn Prof. Dr. Andreas Söffing übernommen. Sie verfügt aufgrund ihrer Qualifikation als promovierte Diplom-Kauffrau und langjährige Hochschullehrerin mit Professuren für Rechnungswesen und Controlling an der FOM Hochschule in Essen und für Finance and Accounting an der Hochschule Rhein-Waal in Kamp Lintfort sowie aufgrund ihrer Tätigkeit als Mitglied des Aufsichtsrats und Vorsitzende des Prüfungsausschusses bei der börsennotierten thyssenkrupp nucera AG & Co. KGaA, ihrer langjährigen Tätigkeit als Mitglied des Aufsichtsrats und Vorsitzende des Prüfungsausschusses der National-Bank AG, als ehemaliges Mitglied des Aufsichtsrats und Vorsitzende des Prüfungsausschusses bei der VTG AG sowie aufgrund weiterer Aufsichtsratsmandate über umfangreichen Sachverstand auf den Gebieten der Rechnungslegung und der Abschlussprüfung, einschließlich der Nachhaltigkeitsberichterstattung und deren Prüfung. Ihr Sachverstand auf diesen Gebieten besteht bezüglich der Rechnungslegung insbesondere in besonderen Kenntnissen und Erfahrungen in der Anwendung von internationalen und nationalen Rechnungslegungsgrundsätzen und interner Kontroll- und Risikomanagementsysteme sowie bezüglich der Abschlussprüfung in besonderen Kenntnissen und Erfahrungen in der Abschlussprüfung. Des Weiteren verfügt Frau Prof. Dr. Ruhwedel über besondere Kenntnisse und Erfahrungen in Nachhaltigkeitsfragen und der Nachhaltigkeitsberichterstattung sowie deren Prüfung, indem sie sich seit Einführung der §§ 289b und 315b HGB eingehend mit den Inhalten und der Prüfung von nichtfinanziellen Erklärungen befasst hat und seit ihrer Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat und dessen Prüfungsausschusses die Planung, Vorbereitung und Erstellung des Nachhaltigkeitsberichts der United Internet AG und dessen Prüfung eng begleitet hat.
Als weiteres Mitglied des Prüfungs- und Risikoausschusses verfügt Herr Philipp von Bismarck aufgrund seiner Qualifikation und mehr als 20-jährigen Tätigkeit als Rechtsanwalt in renommierten wirtschaftsrechtlich ausgerichteten Anwaltskanzleien im In- und Ausland sowie aufgrund seiner seit mehr als einem Jahrzehnt intensiven Beteiligung an Transaktionen im Bereich der digitalen Infrastruktur über umfangreichen Sachverstand auf den Gebieten der Rechnungslegung und der Abschlussprüfung, einschließlich der Nachhaltigkeitsberichterstattung und deren Prüfung. Sein Sachverstand auf diesen Gebieten besteht bezüglich der Rechnungslegung insbesondere in besonderen Kenntnissen und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und interner Kontroll- und Risikomanagementsysteme sowie bezüglich der Abschlussprüfung in besonderen Kenntnissen und Erfahrungen in der Abschlussprüfung.
Das dritte Mitglied des Prüfungs- und Risikoausschusses, Herr Stefan Rasch, verfügt aufgrund seiner Qualifikation als Diplom-Kaufmann mit zusätzlichem Abschluss als Master of Business Administration der Universität Pittsburgh (USA), aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit als Unternehmensberater bei der renommierten Boston Consulting Group GmbH, bei der er Senior Partner ist, seiner ehemaligen Tätigkeit als Finanzmanager bei der Procter & Gamble Deutschland GmbH sowie aufgrund seiner Tätigkeit als Vorsitzender des Aufsichtsrats der Fond of Group Holding GmbH und seiner ehemaligen Aufsichtsratsmandate bei der seinerzeit börsennotierten Tele Columbus AG und der Hallhuber GmbH über umfangreichen Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung einschließlich der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Sein Sachverstand bezüglich der Rechnungslegung besteht insbesondere in besonderen Kenntnissen und Erfahrungen in der Anwendung von internationalen und nationalen Rechnungslegungsgrundsätzen und interner Kontroll- und Risikomanagementsysteme.
Die Wahlvorschläge des Aufsichtsrats zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern sollen sich auch unter Berücksichtigung dieser Ziele und dem Bestreben zur Ausfüllung des Kompetenzprofils für das Gesamtgremium weiterhin am Wohl des Unternehmens orientieren. Dabei ist die spezifische Situation des Unternehmens zu berücksichtigen.
Das jeweilige Amt der Aufsichtsratsmitglieder endet jeweils mit dem Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung des Jahres 2025.
Zielgrößen für den Frauenanteil in Aufsichtsrat, Vorstand und Führungsebenen / Stand der Umsetzung
Aus dem Aktiengesetz ergeben sich für die United Internet AG als börsennotierte Gesellschaft insbesondere folgende Verpflichtungen:
○ Festlegung von Zielgrößen für den Frauenanteil im Aufsichtsrat der United Internet AG durch den Aufsichtsrat (§ 111 Abs. 5 AktG).
○ Festlegung von Zielgrößen für den Frauenanteil im Vorstand der United Internet AG durch den
Aufsichtsrat (§ 111 Abs. 5 AktG).
○ Festlegung von Zielgrößen für den Frauenanteil in der ersten und zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands in der United Internet AG durch den Vorstand (§ 76 Abs. 4 AktG).
Die nachfolgenden Festlegungen dürfen jeweils maximal einen Zeitraum von 5 Jahren umfassen.
Nach eingehender Prüfung haben Aufsichtsrat und Vorstand der United Internet AG folgende Beschlüsse dazu gefasst:
○ Der Aufsichtsrat legte das Ende der Frist für das Erreichen der aktuellen Zielgrößen des Frauenanteils im Aufsichtsrat und Vorstand auf den Ablauf der Hauptversammlung fest, die im Jahr 2025 über die Entlastung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2024 entscheidet.
○ Nachdem zuvor für den Aufsichtsrat die Zielgröße „0“ festgelegt war, wurde die Zielgröße für den Frauenanteil auf 30 % festgelegt. Der Aufsichtsrat setzt sich derzeit aus zwei Frauen und drei Männern zusammen.
○ Für den Vorstand wurde die Zielgröße „0“ festgelegt. Der Vorstand setzte sich im Geschäftsjahr 2024 ausschließlich aus (drei) Männern zusammen. Der Aufsichtsrat hat nach umfassenden und sorgfältigen Erwägungen aufgrund des Interesses des Unternehmens an der kontinuierlichen Fortführung der erfolgreichen Arbeit entschieden, die Zielgröße für den nur dreiköpfigen Vorstandes weiterhin mit „0“ festzulegen. Gleichzeitig wurde entschieden, dass für den Fall einer weiteren Vergrößerung des Vorstands die Zielgröße für den Frauenanteil auf 25 % festgelegt wird.
○ Unabhängig davon soll die Auswahl stets nach dem individuellen Kompetenzprofil der potenziellen Organmitglieder erfolgen, wobei der Aufsichtsrat bemüht ist, bei gleicher Qualifikation Frauen den Vorzug zu geben.
○ Für den Frauenanteil in der ersten und zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands wurde keine Zielgröße festgelegt, da es bei der United Internet AG aufgrund ihrer Holding-Struktur keine Führungsebenen unterhalb des Vorstands gibt.
○ Sowohl hinsichtlich des Frauenanteils im Aufsichtsrat als auch im Vorstand behält sich der Aufsichtsrat vor, über die Zielgröße erneut zu beschließen, sollte sich eine Neubesetzung abzeichnen.
Die aktuell festgelegten Zielgrößen für den Aufsichtsrat und den Vorstand sind derzeit erreicht.
Diversitätskonzept
Diversitätsaspekte finden bei der Zusammensetzung des Vorstands und des Aufsichtsrats stets Beachtung. Die Gesellschaft erachtet Diversität dabei nicht nur als wünschenswert, sondern als ganz entscheidend für den Erfolg des Unternehmens. Dementsprechend verfolgt die Gesellschaft insgesamt eine wertschätzende Unternehmenskultur, bei der die individuelle Verschiedenheit hinsichtlich Kultur, Nationalität, Geschlecht, Altersgruppe, Bildungs- oder Berufshintergrund sowie Religion gewünscht und entsprechend Chancengerechtigkeit – unabhängig von Alter, Behinderung, ethnisch-kultureller Herkunft, Geschlecht, Religion und Weltanschauung oder sexueller Identität – gefördert wird.
Die Gesellschaft strebt an, dass Vorstand und Aufsichtsrat vielfältig zusammengesetzt sind und sie als Gesamtgremien über eine ausreichende Meinungs- und Kenntnisvielfalt verfügen.
Es sollen insbesondere folgende Kriterien Berücksichtigung finden:
○ Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sollen sich innerhalb des jeweiligen Gremiums im Hinblick auf ihre Erfahrungen und ihren Bildungs- und beruflichen Hintergrund ergänzen, um ein gutes Verständnis des aktuellen Stands sowie der längerfristigen Chancen und Risiken im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit des Unternehmens entwickeln zu können.
○ Vorstand und Aufsichtsrat haben für den Referenzzeitraum bis zum Ablauf der Hauptversammlung im Jahr 2025, die über die Entlastung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2024 entscheidet, für die Geschlechterquote jeweils eine Zielgröße festgesetzt. Gegenwärtig setzt sich der Aufsichtsrat aus zwei Frauen und drei Männern und der Vorstand aus drei Männern zusammen. Beide Geschlechter sollen grundsätzlich gleichberechtigt nach Maßgabe ihre Qualifikation behandelt werden.
○ Mit Ausnahme der nach B.5 und C.2 DCGK festgelegten Altersgrenze von 70 Jahren bestehen für die Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat keine Differenzierungen nach dem Alter und es soll allein nach den erforderlichen Kenntnissen und Erfahrungen differenziert werden.
○ Bei der gegenwärtigen Größe von Vorstand und Aufsichtsrat von nur drei bzw. fünf Mitgliedern wurden hinsichtlich der geographischen Herkunft keine Ziele festgelegt. Dem Erfordernis internationaler Erfahrung wird im Fall des Aufsichtsrats bereits dadurch Rechnung getragen, dass mindestens ein Mitglied des Aufsichtsrats mehrjährige im Ausland oder in einem international tätigen Unternehmen erworbene operative Erfahrung aufweisen soll.
Individuelle Stärken – also alles, was die einzelnen Mitarbeiter/-innen innerhalb des Unternehmens einzigartig und unverwechselbar macht – ermöglichten es der Gesellschaft erst, zu dem zu werden, was sie heute ist. Eine Belegschaft, die sich aus verschiedensten Persönlichkeiten zusammensetzt, bietet optimale Rahmenbedingungen für Kreativität und Produktivität – und damit auch Mitarbeiterzufriedenheit. Das daraus resultierende Ideen- und Innovationspotenzial stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der Gesellschaft und steigert die Chancen in Zukunftsmärkten. Diesem Gedanken folgend soll nicht nur für jeden Mitarbeitenden das Tätigkeitsfeld und die Funktion gefunden werden, in der die jeweiligen individuellen Potenziale und Talente bestmöglich ausgeschöpft werden können; auch bei der Zusammensetzung des Vorstands und des Aufsichtsrats soll – bereits im eigenen Interesse des Unternehmens – auf Diversität mit Blick beispielsweise auf Alter, Geschlecht oder Berufserfahrung geachtet werden.
Der Aufsichtsrat hat festgelegt, dass die Gesamtheit der für seine Zusammensetzung maßgeblichen gesetzlichen und selbst festgelegten Bestimmungen (Ziele für die Zusammensetzung, Kompetenzprofil, gesetzliche Zielgröße für den Frauenanteil, Altersgrenze und das weitere vorstehend Dargestellte) als Diversitätskonzept im Sinne von §289f Abs. 2 Nr. 6 HGB gelten soll. Darüber hinausgehende Diversitätsziele für Vorstand oder Aufsichtsrat mit zusätzlichen oder bestimmteren Kriterien hält die Gesellschaft für nicht sachgerecht. Bei einer höheren Anzahl und Bestimmtheit der Diversitätsaspekte würde angesichts der derzeitigen Größe von Vorstand und Aufsichtsrat eine passende Besetzung der Positionen unter Beachtung aller Diversitätskriterien ansonsten erhebliche Schwierigkeiten bereiten.
Das Diversitätskonzept für Vorstand und Aufsichtsrat ist nach Einschätzung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats gegenwärtig erfüllt.
Hauptversammlung
Die jährliche ordentliche Hauptversammlung ist das Organ der Willensbildung der Aktionäre der United Internet AG. In der ordentlichen Hauptversammlung wird den Anteilseignern der Jahres- und Konzernabschluss vorgelegt. Die Aktionäre entscheiden über die Verwendung des Bilanzgewinns und stimmen zu weiteren gesetzlich festgelegten Themen wie der Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat und der Wahl des Abschlussprüfers ab. Jede Aktie besitzt eine Stimme. Zur Teilnahme an der Hauptversammlung sind diejenigen Aktionäre berechtigt, die sich rechtzeitig anmelden und die am Tag der Hauptversammlung im Aktienregister eingetragen sind. Die Aktionäre können ihre Stimmrechte auf der Hauptversammlung auch durch einen Vertreter ausüben lassen. Die Gesellschaft stellt dazu einen Stimmrechtsvertreter bereit, der nach Weisung der Aktionäre abstimmt, soweit er dazu von den Aktionären den Auftrag erhält.
Governance-Funktionen
Bei der United Internet AG sind die Governance-Funktionen Teil einer integrierten „GRC“-Organisation, zu der die Funktionen Corporate Governance, Corporate Risk Management & Internal Control Systems und Corporate Compliance gehören. Die GRC-Funktionen stehen unter der einheitlichen Leitung des Group General Counsel, der direkt an den Finanzvorstand (CFO) der United Internet AG berichtet. Der operative Betrieb des Internal Control System erfolgt im Ressort des Vorstands Shared Service / HR unter der Leitung des Head of Commercial and ICS Service, während der Head of Corporate Audit & ICS Governance im Ressort des CFO für die Internal Control System Governance verantwortlich ist.
Internal Control System und Risk Management System
Um den Unternehmenserfolg in der United Internet Gruppe langfristig zu sichern, ist es unerlässlich, Risiken unternehmerischen Handelns konzernweit effektiv zu identifizieren, zu analysieren und durch geeignete Steuerungsmaßnahmen und Kontrollen zu beseitigen oder zu begrenzen. Das Internal Control System und das Risk Management System sichern einen verantwortungsvollen Umgang mit Risiken. Insbesondere sind sie darauf ausgelegt, Risiken konzernweit frühzeitig zu erkennen, zu bewerten, zu steuern und zu überwachen. Die Systeme werden permanent weiterentwickelt und an die sich wandelnden Gegebenheiten angepasst. Der Aufsichtsrat wird durch den Vorstand regelmäßig über bestehende Risiken und deren Behandlung sowie die Wirksamkeit der internen Kontrollen informiert. Die Angemessenheit und Wirksamkeit des Internal Control Systems und des Risk Management Systems wurden durch den Aufsichtsrat in seiner Gesamtheit festgestellt.
Die wesentlichen Merkmale des Internal Control Systems und Risk Management Systems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess der Gesellschaft und des Konzerns sind gemäß den §§ 289 Abs. 4 und 315 Abs. 4 HGB detailliert im zusammengefassten Lagebericht für die Gesellschaft und den Konzern beschrieben. Dort berichtet der Vorstand auch ausführlich über bestehende Risiken und deren Entwicklung.
Compliance
Um die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und unternehmensinternen Richtlinien sicherzustellen, hat der Vorstand der United Internet AG ein konzernweites risikoorientiertes Compliance-Management-System (UI-CMS) eingerichtet. Kernstück dieses UI-CMS ist, neben dem Head of Corporate Compliance, eine segmentbezogene, dezentrale Compliance-Organisation bestehend aus Segment- und Corporate-Compliance-Managern.
Auf Segment-Ebene sind Segment-Compliance-Manager für die konkrete Ausgestaltung des segmentbezogenen CMS verantwortlich. In bestimmten Unternehmenseinheiten, insbesondere in wesentlichen Tochterunternehmen der IONOS SE wird die Compliance Organisation durch lokale Compliance Manager und in bestimmten Bereichen wie z. B. HR durch funktionale Compliance Manager unterstützt.
Das übergeordnete Ziel aller Compliance-Aktivitäten ist es, Compliance-Verstöße zu verhindern. Dieses Ziel soll durch angemessene, an der Risikolage der United Internet Gruppe ausgerichtete Maßnahmen entlang der drei Handlungsebenen „Vorbeugen“, „Erkennen“ und „Reagieren“ erreicht werden. Themenschwerpunkte sind das Richtlinienmanagement, das Hinweisgebermanagement, die Korruptionsprävention, das Compliance-Monitoring einschließlich der Sanktionslistenprüfung und das Lieferketten-Compliance-Management-System.
Die wesentlichen Elemente des UI-CMS sind detailliert im Nachhaltigkeitsbericht der United Internet AG beschrieben.
Finanzpublizität / Transparenz
Es ist das erklärte Ziel der United Internet AG, institutionelle Investoren, Privataktionäre, Finanzanalysten, Mitarbeitenden sowie die interessierte Öffentlichkeit durch regelmäßige, offene und aktuelle Kommunikation gleichzeitig und gleichberechtigt über die Lage des Unternehmens zu informieren.
Dazu werden alle wesentlichen Informationen, wie z. B. Presse- und Ad-hoc-Mitteilungen und andere Pflichtmitteilungen (wie z. B. Directors‘ Dealings oder Stimmrechtsmitteilungen) sowie sämtliche Finanzberichte, entsprechend den gesetzlichen Vorgaben veröffentlicht. Ferner informiert die United Internet AG auch umfangreich über die Internetseite der Gesellschaft (www.united-internet.de). Dort
finden sich auch Dokumente und Informationen zu den Hauptversammlungen der Gesellschaft sowie weitere wirtschaftlich relevante Informationen.
Die United Internet AG berichtet Aktionären, Analysten und Pressevertretern nach einem festen Finanzkalender viermal im Geschäftsjahr über die Geschäftsentwicklung sowie über die Finanz- und Ertragslage. Der Finanzkalender wird auf der Internetseite der Gesellschaft und gemäß den Vorgaben des Gesetzgebers veröffentlicht und regelmäßig aktualisiert.
Darüber hinaus informiert der Vorstand durch Ad-hoc-Mitteilungen unverzüglich über nicht öffentlich bekannte Umstände, die dazu geeignet sind, den Aktienkurs erheblich zu beeinflussen.
Im Rahmen der Investor Relations trifft sich das Management regelmäßig mit Analysten und institutionellen Anlegern. Zudem finden zur Vorstellung der Halbjahres- und Jahreszahlen Analystenkonferenzen statt, zu denen Investoren und Analysten auch telefonisch Zugang erhalten.
Rechnungslegung und Abschlussprüfung
Die Rechnungslegung des United Internet Konzerns erfolgt nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind) unter Berücksichtigung von § 315e HGB. Der für Ausschüttungs- und Steuerbelange relevante Jahresabschluss der United Internet AG wird dagegen nach den Regeln des Deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) erstellt. Jahres- und Konzernabschluss werden durch unabhängige Abschlussprüfer geprüft. Die Wahl des Abschlussprüfers erfolgt durch die Hauptversammlung. Der Aufsichtsrat erteilt den Prüfungsauftrag, legt die Prüfungsschwerpunkte und das Prüfungshonorar fest und überprüft die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers.
Die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ist seit dem Geschäftsjahr 2022 Abschlussprüfer für die United Internet AG und den Konzern. Die für die Prüfung verantwortlichen Prüfungspartner sind für das Geschäftsjahr 2024 Herr Erik Hönig und Herr Christian David Simon.
Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat
Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats ist jeweils in einem detaillierten Vergütungsbericht für das Geschäftsjahr 2024 gemäß § 162 AktG nebst dem zugehörigen Vermerk des Abschlussprüfers dargestellt, der auf der Internetseite der Gesellschaft unter https://www.united-internet.de/investor-relations/publikationen/berichte.html veröffentlicht wird und dort öffentlich zugänglich ist. In der Anlage zu diesem Vergütungsbericht ist das geltende Vergütungssystem gemäß § 87a Abs. 1 und 2 Satz 1 AktG ausführlich dargestellt und auch der letzte Vergütungsbeschluss der Hauptversammlung gemäß § 113 Abs. 3 AktG wiedergegeben.
Angaben zur Vorstands- und Aufsichtsratsvergütung finden sich zudem im Anhang des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres 2024 unter Anhangangabe 42.
Entsprechenserklärung nach § 161 AktG zu den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex
Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG haben am 17. Dezember 2024 die nachfolgend wiedergegebene Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und im Anschluss auf der Website der Gesellschaft (www.united-internet.de) sowie im Bundesanzeiger veröffentlicht.
Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG erklären gemäß § 161 Aktiengesetz:
Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG erklären, dass die United Internet AG den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex („Kodex“) in der geltenden Fassung vom 28. April 2022, die mit der Veröffentlichung im Bundesanzeiger am 27. Juni 2022 wirksam geworden sind und der letzten Entsprechenserklärung vom 19. Dezember 2023 zugrunde lagen, mit den dort jeweils erklärten Ausnahmen entsprochen hat und auch zukünftig den Empfehlungen des Kodex mit den nachfolgenden Ausnahmen entsprechen wird:
Bildung eines Nominierungsausschusses
(Empfehlung D.4)
Der Aufsichtsrat bildet neben dem Prüfungs- und Risikoausschuss keine weiteren Ausschüsse, sondern nimmt sämtliche weitere Aufgaben in seiner Gesamtheit wahr. Der Aufsichtsrat erachtet dies für sachgerecht, da auch bei einem sechsköpfigen Aufsichtsrat effiziente Diskussionen im Plenum und ein intensiver Meinungsaustausch möglich sind. Der Aufsichtsrat sieht demnach keine Notwendigkeit zur Einrichtung eines Nominierungsausschusses.
Vergütungssystem für die Mitglieder des Vorstands
(Empfehlungen G.1 bis einschließlich G.5 des Kodex)
Mit der Vorlage an die Hauptversammlung im Mai 2023 wurde das Vergütungssystem die Grundlage für Dienstverträge mit Vorstandsmitgliedern. Bestehende Dienstverträge entsprechen mit unten dargestellten Ausnahmen bereits dem Vergütungssystem. Das erarbeitete Vergütungssystem berücksichtigt die Empfehlungen in G.1 bis einschließlich G.5 des Kodex ohne Einschränkungen.
Vergütung des Vorstands – Langfristige variable Vergütung
(Empfehlung G.10 Kodex)
Nach G.10 des Kodex sollen den Vorstandsmitgliedern gewährte variable Vergütungsbeträge überwiegend in Aktien der Gesellschaft angelegt oder entsprechend aktienbasiert gewährt werden. Daneben soll das jeweilige Vorstandsmitglied über derartige Beträge erst nach vier Jahren verfügen können. Im Rahmen des Stock Appreciation Rights (SARs)-Programms als langfristigem Vergütungsprogramm für den Vorstand wird eine aktienbasierte Vergütung ausgelobt. Die Laufzeit dieses Programms beträgt jeweils insgesamt 6 Jahre. Innerhalb dieser 6 Jahre kann das jeweilige Vorstandsmitglied zu bestimmten Zeitpunkten bereits jeweils einen Teil (25%) zugeteilter SARs – frühestens allerdings nach 2 Jahren – ausüben. Damit kann ein Vorstandsmitglied bereits nach 2 Jahren über einen Teil der langfristigen variablen Vergütung verfügen. Nach Ablauf von 5 Jahren ist erstmals die volle Ausübung aller SARs möglich.
Der Aufsichtsrat ist der Auffassung, dass sich dieses System der Langfristvergütung bewährt hat und sieht keinen Grund dafür, die Verfügungsmöglichkeit über im Rahmen des Programms verdiente Vergütung weiter hinauszuschieben. Durch die Anknüpfung an den Aktienkurs der United Internet AG und deren Möglichkeit, zur Erfüllung der Ansprüche aus dem Programm deren Aktien hinzugeben, findet bereits eine aus Sicht des Aufsichtsrats angemessene Teilhabe des Vorstandsmitglieds an Risiken und Chancen des Unternehmens der United Internet AG statt. Weil das Programm mit einer Laufzeit von 6 Jahren konzipiert ist und die ausgelobten SARs über diese Dauer und frühestens nach 2 Jahren entsprechend anteilig ausgeübt werden können, ist aus Sicht des Aufsichtsrats eine optimale Bindungswirkung und Anreizsteuerung im Interesse der United Internet AG erreicht, die keine Änderungen erforderlich machen.
Vergütung des Vorstands – Leistungen bei Vertragsbeendigung
(Empfehlung G.13 Kodex)
Gemäß G.13 des Kodex sollen Zahlungen an ein Vorstandsmitglied bei vorzeitiger Beendigung der Vorstandstätigkeit den Wert von zwei Jahresvergütungen nicht überschreiten und nicht mehr als die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags vergüten. Im Fall eines nachvertraglichen Wettbewerbsverbots soll eine solche Abfindungszahlung zudem auf die Karenzentschädigung angerechnet werden. Der bestehende Anstellungsvertrag eines Vorstandsmitglieds enthält derzeit eine solche Anrechnungsmöglichkeit nicht. In das Vergütungssystem wurde diese mit aufgenommen und wird zukünftig in neu zu schließenden Dienstverträgen der Vorstandsmitglieder (und etwaig hieran anknüpfenden Aufhebungsverträgen) berücksichtigt.
Die Erklärung ist auf der Internetseite der Gesellschaft unter https://www.united-internet.de/investor-relations/corporate-governance/entsprechenserklaerungen/2024.html dauerhaft öffentlich zugänglich. Dort sind auch alle Entsprechenserklärungen der Gesellschaft nach § 161 AktG seit dem Jahr 2008 öffentlich zugänglich.
Montabaur, den 25. März 2025
United Internet AG
Für den VorstandFür den Aufsichtsrat
Ralph DommermuthPhilipp von Bismarck
8. Vergütungsbericht
Mit dem Gesetz zur Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtlinie (ARUG II) wurde die Richtlinie (EU) 2017/828 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Mai 2017 in nationales Recht umgesetzt. In diesem Zusammenhang führte der Gesetzgeber für börsennotierte Unternehmen neue gesetzliche Vorschriften zur Vergütungsberichterstattung ein, die für ab dem 1. Januar 2021 beginnende Geschäftsjahre gelten.
Beim „neuen“ Vergütungsbericht handelt es sich um einen von der Rechnungslegung abgekoppelten Bericht. Wesentliche bisher erforderliche Angaben, insbesondere die individualisierte Berichterstattung über die Vorstandsvergütung sowie über die Grundzüge des Vergütungssystems, wurden aus dem (Konzern-)Lagebericht herausgelöst und in den neuen Vergütungsbericht nach § 162 AktG verlagert.
Das Vergütungssystem sowie die Offenlegung der Vergütung der Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat für das Geschäftsjahr 2024 gemäß § 162 AktG finden sich im „Vergütungsbericht 2024“, der auf der Webseite der Gesellschaft unter https://www.united-internet.de/investor-relations/publikationen/berichte.html veröffentlicht wird.
Angaben zur Vorstands- und Aufsichtsratsvergütung finden sich zudem im Konzernanhang unter
Anhangangabe 42.
9. Abhängigkeitsbericht
Der Vorstand erklärt gemäß § 312 AktG, dass die Gesellschaft bei den im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften nach den Umständen, die der Gesellschaft zu dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem das Rechtsgeschäft vorgenommen wurde, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten hat und dadurch nicht benachteiligt worden ist. Im Berichtsjahr wurden weder Maßnahmen getroffen, noch unterlassen.
Montabaur, den 25. März 2025


Der Vorstand
Ralph Dommermuth Carsten Theurer Markus Huhn